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Fund mit dem Metalldetektor: Streit um den Wikingerschatz von Schottland: Die Kirche möchte ihren Anteil und klagt

Streit um den Wikingerschatz von Schottland: Die Kirche möchte ihren Anteil und klagt (Bilder: D. McLennan & M. McSweeney / visitgreenland.com / Montage: Fischinger-Online)
Streit um den Wikingerschatz von Schottland: Die Kirche möchte ihren Anteil und klagt (Bilder: D. McLennan & M. McSweeney / visitgreenland.com / Montage: Fischinger-Online)

Tagtäglich sind irgendwo Menschen mit Metalldetektoren unterwegs, um auf Felder, Äckern und Wiesen nach “verborgenen Schätzen” zu suchen. Sogenannte Sondengänger. Die einen finden rostige Nägel von Weidezäunen, andere mehr oder weniger wertvolle Münzen der jüngeren Vergangenheit und wieder andere tatsächlich wahre Schätze. So geschehen im September 2014 in Schottland, wo der der Sondengänger Derek McLennan einen Wikingerschatz im Welt von über 2 Millionen Euro mit seinem Detektor fand. “Ein äußerst bedeutender Fund”, wie der als “Hort von Galloway” bekannt gewordene Schatz der Wikinger von Experten bewertet wurde. Doch jetzt ist genau um diesen Schatz eine Streit entflammt. Denn mit dem Finder einst befreundete Mitglieder der Kirche von Schottland möchten ihren Teil des Geldes, der damals angeblich abgesprochen war. Ein Fall für die Gerichte. Details und Hintergründe dazu erfahrt Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Hobby: “Schatzsucher”

Es wohl der heimliche Traum jedes Sondengängers – einen vergrabenen Schatz finden. Jene Menschen, die mit Metalldetektoren in vielen Teilen der Welt in ihrer Freizeit hinausgehen, um dem Erdreich allerlei Metallobjekte zu entlocken.

Die meisten Funde sind hierbei unspektakulär und keine wirklichen Schätze im klassischen Sinn. Außer für die Sondengänger selber, die sich über jedes ausgegrabene Objekt freuen. Voller Freude werden diese gerne innerhalb der gut vernetzten Sondengänger-Szene präsentiert. Zum Beispiel in Videos auf YouTube, bei denen der neugierige Zuschauer quasi „live“ an der Suche teilhaben kann, oder in entsprechenden Foren.

Wenn vielfach auch nur rostige Metallstücke, Alufolie oder alte Nägel von Weidezäunen gefunden werden, steckt der Boden voller Spuren der Vergangenheit. Für die einen ist es ein Hobby, diese Artefakte ans Tageslicht zu holen. Für Archäologen oder Historiker oftmals ein Ärgernis, da ihnen durch „private Schatzsucher“ fraglos die ein oder andere spannende Entdeckung vorenthalten wird. Das spektakulärste Beispiel ist sicher die „Himmelsscheibe von Nebra“, von der auf Fischinger-Online unter anderem in diesen Videos HIER und HIER berichtet wird.

Es müssen teilweise bestimmte Voraussetzungen, „Schulungen“ oder sogar Genehmigungen für dieses Hobby vorliegen. In Deutschland sind diese von Bundesland zu Bundesland nicht ein einheitlich regelt. Auch nicht was den finanziellen Aspekt von eventuell gefunden „Schätzen“ anbelangt. Sprich: Wer darf was behalten, wer bekommt von wem Geld und wie viel? In den einzelnen Staaten ist natürlich wiederum anders geregelt, als innerhalb der Länder Deutschlands. Und fraglos sind die allermeisten Sondengänger ehrlich und melden ihre Funde. Keine Raubgräber.

Werden rostige Nägel in einer Wiese oder von einem Landwirt auf einem Feldweg „vergrabenes“ Blei von einem Scheunendach ausgebuddelt, ist das kein Problem. Was aber – wenn in dem Haufen ausgegrabener Erde etwas Wertvolles schlummert?

Genau das war in Schottland der Fall.

Schatz der Wikinger

Im Jahr 2014 fand Derek McLennan auf einem Feld unweit von Dumfriesshire im Südwesten Schottlands mit dem Metalldetektor einen Schatz der Wikinger. Verborgen in rund einen Meter Tiefe. Mehr als 100 Objekte aus dem frühen 10. Jahrhundert nach Christus, die als einer der bedeutendsten Wikingerschätze von Großbritannien angesehen wird.

Die Artefakte stammen ursprünglich aus den verschiedensten Gebieten und wurden hier in Schottland als ein Schatz verborgen. Zu einer Zeit als die Wikinger bereits zumindest teilweise christlich waren, worauf ein unter den Objekten geborgenes Silberkreuz hindeutet.

Derek McLennan war mit einem Schlag reich, denn er verkaufte den Schatz an verschiedene Museen in Schottland. Umgerechnet erhielt er dafür ca. 2,2 Millionen Euro.

In den Medien sorgte der als „Hort von Galloway“ bekannt gewordene Fund damals international für Schlagzeilen. Allein der Materialwert des Wikingerschatzes wurde auf mehrere 100.000 Euro beziffert. „Als ich das erste Stück gefunden hatte, wusste ich zuerst nicht, was es war“, erzählte der Finder Derek McLennan am 12.Oktober 2014 der „BBC“. Stuart Campbell vom Schottischen Nationalmuseum war vor fünf Jahren nicht minder begeistert über die Entdeckung des Sondengängers:

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Dies ist ein äußerst bedeutender Fund, der in Bezug auf die Materialvielfalt, die dieser Hort darstellt, in Schottland noch nie zuvor aufgefunden wurde.

Es gibt Material aus Irland, aus Skandinavien, aus verschiedenen Orten in Mitteleuropa und vielleicht aus mehreren Jahrhunderten.

Es hat also einige Anstrengungen gekostet, bis sich Einzelpersonen versammelt haben.“

Damit hätte McLennan mit seinem Fund mehr als zufrieden sein können. Wenn nicht jetzt die Kirche von Schottland den Schatzsucher verklagen würde. Ihr gehört das Grundstück, auf dem damals der Wikingerschatz entdeckt und ausgegraben wurde. Darum möchte sie jetzt ihr Stück vom Kuchen abhaben, wie aktuell verschiedene Medien berichten.

Die Kirche möchte ihren Anteil

Wie in Deutschland auch, so ist es in Großbritannien nicht einheitlich geregelt, wem das Geld für einen solchen Schatz zusteht. In Schottland steht es gesetzlich nur dem eigentlichen Entdecker zu. In anderen Teilen Großbritanniens wiederum hat auch der Besitzer des Landes oder Grundstücks Anspruch darauf.

Zwar könnte man meinen, dass der Fall in Schottland damit eindeutig ist, doch nicht für die Kirche. Den Berichten nach habe es damals eine Abmachung zwischen dem Finder und der Kirche gegeben, dass auch sie am finanziellen Gewinn beteiligt werden solle:

Meines Erachtens gab es immer eine Vereinbarung, dass das Geld mit der Kirche geteilt wird. Die Kirche hat eng mit dem Finder zusammengearbeitet und einen gerechten Anteil ihres Wertes vereinbart.“

Mit diesen Worten zitierte die „Sunday Post“ am 15. September Pastor David Bartholomew von Castle Douglas. „Derek war mein Freund und es ist traurig, dass es dazu gekommen ist“, so der Geistliche gegenüber der Zeitung.

Weiter berichtet er, dass er mehr als überrascht sei, dass McLennan seinen „Deal zurücknehmen würde“, und allein das Geld behalten wolle. Immerhin sei Bartholomew sogar ein „Mitstreiter“ des Sondengängers und auch beim Fund dabei gewesen. Ebenso habe Mike Smith, Pastor einer Elim-Pfingstkirche in Galloway, sie an diesem Tag begleitet. Über ein Jahr lang habe damals McLennan mit seinen Metalldetektor das Gebiet abgesucht. Außerdem sollte das Geld „in erster Linie für das Wohl der örtlichen Gemeinde verwendet werden“, wie damals abgesprochen worden sein soll.

“Sache des Gerichts”

Weder auf E-Mails noch auf persönliche Besuche habe McLennan in der Zeit nach dem Schatzfund reagiert, so Bartholomew. Obwohl „die Kirche nicht vor Gericht gehen“ wollte, gäbe es jetzt keinen anderen Weg mehr. „Es gibt eine ungeschriebene Regel“, dass Funde mit dem Grundbesitzern geteilt werden. Juristen sollen dies nun regeln, so die schottische Kirche:

Es kann bestätigt werden, dass die General Trustees der Church of Scotland eine Klage gegen Derek McLennan erhoben haben. Da dies jetzt Sache des Gerichts ist, wäre es für uns unangemessen, zu diesem Zeitpunkt weitere Kommentare abzugeben.“

Derek McLennan selber schweigt bisher dazu.

Interessant ist aber, dass der Sondengänger offensichtlich ein Glückspilz. In den damaligen Zeitungsberichten über den Fund wurde er meist als „armer Rentner“ dargestellt, der einfach riesen Glück hatte. In Wahrheit jedoch hatte er bereits kurz zuvor einen Schatz in diesem Gebiet gefunden. Einige Monate vor der Entdeckung des Wikingerschatzes schlug hier bereits sein Detektor an und er fand hunderte Münzen aus dem Mittelalter im Erdreich.

Auch ein Blick auf seine Internetseite verrät, dass er alles andere als ein Laie in der „Metalldetektor-Szene“ ist, der vielleicht mal einen krummen Nagel ausgräbt, eine Münze findet oder eine Gewehrpatrone an der Oberfläche findet.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Grüße aus Doggerland: 8.000 Jahre alte Bootswerft aus der Steinzeit auf dem Grund der Nordsee entdeckt

8.000 Jahre alte Bootswerft aus der Steinzeit auf dem Grund der Nordsee entdeckt (Bild: Maritime Archaeological Trust)
8.000 Jahre alte Bootswerft aus der Steinzeit auf dem Grund der Nordsee entdeckt (Bild: Maritime Archaeological Trust)

Forscher haben auf dem Grund der Nordsee einen sensationellen Fund gemacht. In 11 Metern Meerestiefe stießen sie an der britischen Insel Isle of Wight im Ärmelkanal aus hölzerne Strukturen, die sie für eine Bootswerft aus der Steinzeit halten. Versunken vor rund 8.000 Jahren, als der Meeresspiegel durch die Reste der der letzten Eiszeit anstieg. Weite Teile Nordeuropas versanken in den Fluten und das riesige Doggerland genannte Gebiet (das “Atlantis der Nordsee”) versank in der Nordsee und im Atlantik. Die Unterwasserarchäologen sprechen unlängst von einem “bedeutenden Fund”. Alle Details und die Hintergründe erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die Steinzeit-Werft auf dem Grund der Nordsee

Unterwasserarchäologen haben vor der Küste der britischen Insel Isle of Wight im Ärmelkanal eine sensationelle Entdeckung gemacht. In 11 Meter Meerestiefe stießen die Forscher auf hölzerne Plattformen und Strukturen, die sie für eine 8.000 Jahre alte Werft aus der Steinzeit halten.

Möglicherweise sei dies die älteste Anlage dieser Art, die weltweit jemals gefunden wurde, so die Archäologen von „Maritime Archaeological Trust“(MAT). Nach der Entdeckung 2005 hielt man die Holzstrukturen zuerst für Gehwege oder anderen zusammengebrochene Plattformen, aber nicht für eine Bootswerft.

Garry Momber, Direktor der „Maritime Archaeological Trust“, ist begeistert über die Art und den Umfang der Funde:

Diese neue Entdeckung ist besonders wichtig, da die Holzplattform Teil eines Standorts ist, der die Menge des in Großbritannien gefundenen bearbeiteten Holzes aus einer Zeitspanne von 5.500 Jahren verdoppelt.

Der Standort enthält eine Fülle von Beweisen für technologische Fähigkeiten, die seit ein paar tausend Jahren nicht mehr weiterentwickelt wurden. Zum Beispiel fortgeschrittene Holzbearbeitung.“

Die geborgenen Reste vom Grund der Nordsee befinden sich inzwischen „in einem Kühlhaus und werden feucht gehalten, damit sie stabil sind“, so das MAT. Die Hölzer sollen im „National Oceanography Centre“ in Southampton weiter untersucht und rekonstruiert werden. Immerhin handele bei dieser Entdeckung um „die intakteste mesolithische Holzkonstruktion, die jemals in Großbritannien ausgegraben wurde“.

Als das zusammenhängendste archäologische Artefakt seiner Art ist es auch das bedeutendste. Als solches wird es vollständig konserviert, so dass es in einem Museum für alle sichtbar ausgestellt werden kann.“

Schon jetzt sind sich die Experten sicher, dass diese Funde belegen, dass die steinzeitlichen Menschen dieser Region Kontakt mit anderen Menschen weit im Süden gehabt haben müssen. Vor 8.000 Jahren war die Isle of Wight noch keine Insel wie heute. Erst durch das Abschmelzen der Gletscher zum Ende der letzten Eiszeit lies den Meeresspiele nach und nach ansteigen. Um mindestens 120 Meter.

Doggerland – das “Atlantis der Nordsee”

Auch den Ärmelkanal gab es in der heutigen Form nicht und riesige einst trockene und bewohnte Landflächen liegen heute auf dem Grund der Nordsee.

Diese versunkene Welt wird heute Doggerland genannt – ein Atlantis der Nordsee, von dem immer wieder Spuren und Artefakte auf dem Meeresgrund gefunden werden. Auch verschiedene Steinzeitbauten an den (heutigen) Küsten Nord- und Westeuropas, die ganz und teilweise im Meer versunken sind, zeigen eindrücklich den Anstieg des Meeresspiegels.

Neue Untersuchungen, die 2012 von der britischen „Royal Society“ vorgestellt wurden, zeigen zudem, dass das versunken Doggerland einst wesentlich größer war als bisher angenommen wurde. Richard Bates, Geochemiker an der University von St. Andrews, und sein Team haben 15 Jahre lang nach diesen Spuren von Doggerland gefahndet. Neben Daten von Ölbohrfirmen und archäologischen Objekten vom Grund der Nordsee wurden auch Pollenproben untersucht und der Meeresboden systematisch gescannt. (mehr dazu im Video HIER)

Vor Jahrtausenden konnte man von der heutigen Nordseeküste Deutschlands oder Dänemarks bis weit über den heutigen Norden Schottlands über trocknendes Land laufen. Selbst die Shetland Inseln waren keine Inseln sondern Teil von Doggerland.

Die Bootswerft zeigt eindrücklich, dass in der Steinzeit vor 8.000 Jahren unserer Ahnen offensichtlich auch Seehandel trieben. Auch dann noch, als Doggerland vor 8.000 Jahren von der Nordsee verschluckt wurde, wie es zum Beispiel von Helgoland auf das Festland importierte Funde zeigen. Noch führen Handel und sogar Hochseefahrt gab es offenbar bereits vor 130.000 Jahren im östlichen Mittelmeer, wie in diesem Beitrag HIER berichtet.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Im Bann des Mondes: Die ersten Kalender der Menschheit – Von Steinzeit-Uhren und Taschenkalendern der Steinzeit +++ Artikel +++

ARTIKEL: Im Bann des Mondes. Wann und warum entstanden die ersten Kalender der Menschheit? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / A. Marshack)
ARTIKEL: Im Bann des Mondes. Wann und warum entstanden die ersten Kalender der Menschheit? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / A. Marshack)

Wann und warum entstanden die ersten Kalender der Menschheit? Dienten Megalithbauten oder Ringwallanlagen in Europa (oder anderswo auf der Welt) tatsächlich nur als “Kalender für die Landwirtschaft”? Waren die astronomisch nach den Zyklen von Sonne und Mond ausgerichteten Bauwerke wirklich nichts weiter als “nur” Zeitmesser für die ersten Landwirte und Viehzüchter? Geht es nicht einfacher und steckt nicht weit mehr hinter diesen Hinterlassenschaften der Steinzeitmenschen? Und warum haben unsere Ahnen diese Anlagen über Jahrtausende hinweg immer wieder errichtet und erweitert? Spannende Rätsel unserer Vorzeit, denen in diesem neuen Blog-Artikel einmal genauer nachgegangen werden soll. Denn alle möglichen Antworten führen zu immer neuen Fragen.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Sonne, Mond und Sterne in der Steinzeit

Anhand von Megalithanlagen, Steinkreisen oder auch Ringwallanlagen aus der Steinzeit wissen wir heute, dass die Erbauer dieser Anlage ein enormes Wissen auf dem Gebiet der Astronomie besessen haben müssen. Kenntnisse über die Bewegungen der Sterne, des Mondes und der Sonne sowie deren entsprechende Zyklen. Und das vor vielen Jahrtausenden.

So zum Beispiel ist der in der berühmten Megalithanlage Stonehenge „eingearbeitete“ Mondzyklus zwischen seinem südlichsten und nördlichsten Stand nur durch langwierige Beobachtungen der Gestirne zu ermitteln. Er dauert fast 19 Jahre. Andere Bauten, die noch weit älter als Stonehenge sind, zeigen ganz ähnliche Ausrichtungen. Und diese Kosmologie der Urahnen wurde über Generationen weiter vermittelt. Ohne eine Schrift dieser Steinzeitmenschen, da wird bisher keine eindeutigen Belege dafür haben.

Beispielsweise die weltbekannte „Himmelsscheibe von Nebra“ aus Deutschland vor unserer Haustür. Ihre Entstehung wird offiziell vor 3.700 bis 4.100 Jahren angenommen und gilt als eine der ältesten astronomischen Darstellungen des Himmels überhaupt. Sie datiert stammt natürlich nicht mehr aus der (dortigen) Steinzeit, da sie bekanntlich aus Metall ist. Was bei dieser Bronzeplatte nicht minder erstaunt ist der Umstand, dass dieses Wissens auf der Himmelsscheibe bereits tausende Jahre früher bekannt war. Und zwar findet man dieses bereits in der Ausrichtung der Kreisgrabenanlage von Goseck eingebaut (s. Video dazu HIER).

Diese ausgegrabene Kreisanlage gilt als eines der ältesten Sonnenobservatorien der Welt und soll vor fast 7.000 Jahren erbaut worden sein.

Hier in Mitteldeutschland haben also unsere Vorfahren in der Steinzeit astronomisches Wissen über Jahrtausende weiter gegeben. All dies sei ein „Kult“ gewesen, sagen die Forscher, der in ganz Europa blühte. Prinzipiell sogar weltweit.

Der Kult der Ringwallanlagen

Den Ursprung dieses Kultes um derartige Ringwallanlagen siedeln Archäologen vor fast 7.000 Jahren in Ungarn und der Slowakei an. Von hier haben ihn verschiedene Steinzeit-Kulturen und –Völker übernommen und in ganz Europa verbreitet. Mehre Jahrtausende lang überdauerte diese Epoche der Baumeister, und selbst 5.000 Jahre später errichtete man noch solche Ringanlagen. Wobei aber auch die rätselhafte Megalithkultur Europas diesen Sonnen- und Himmelskult übernahm. Auch zahllose ihrer Bauten aus gewaltigen Megalithen sind astronomisch ausgerichtet worden.

Ein Problem haben die Archäologen mit der Interpretation dieser Anlagen. Nicht nur, dass die gefunden Reste Jahrtausende umspannen, sondern sie hatten nicht alle den gleichen Zweck. Einige dienten als „Sonnentempel“, „Versammlungsplatz“ und „Kalender“ der Steinzeit. Andere Ringwallanlagen scheinen hingegen keine kosmischen Bezüge zu haben. Sie werden deshalb als einfache „Verteidigungsanlagen“ interpretiert. Vielleicht auch als geschützter Handelsplatz oder politischer Versammlungsort von Stammesherrschern und Clan-Chefs. Der Übergang ist dabei aber oftmals wohl fließend.

Belegt ist bei vielen Ringanlagen aber eben auch Megalithbauten der Vorzeit der „Himmels-Kult“. Man verehrte hier offensichtlich den Mond und auch die Sonne, da deren periodische Wenden und Bahnen in den Bauwerken durch sogenannte Visierlinien oder Peilpunkte ermittelt und bestimmt werden konnten. Die vorzeitlichen Priester, Herrscher oder spirituellen Führer konnte anhand dieser Anlagen quasi die Zukunft vorhersagen. Geht die Sonne oder der Mond hier oder dort auf, beginnt ein neuer Zyklus. Ein neuer Monat oder die Tage werden wieder länger und die dunkle Jahreszeit geht zu Ende.

Fraglos ein Machtinstrument für all jene Personen, die die Ausrichtung dieser Bauwerke richtig „lesen“ konnten.

Archäologen sehen das grundsätzlich ebenso. Sie sprechen von einem „Sonnenkult“ als Quelle allen Lebens. Vor allem sprechen sie immer wieder davon, dass die ersten Ackerbauern damit einen verlässlichen Kalender für die Landwirtschaft hatten. Die richtigen Zeiten für Aussaat und Ernte wäre ein elementares Wissen in dieser Gesellschaft gewesen. Sie haben kaum der Kultur der Jäger und Sammler den Rücken gekehrt und waren sesshaft geworden. Also beobachteten sie Jahrzehnte den Himmel, gaben ihr Wissen weiter und errichten letztlich Ringanlagen und Megalithbauten als Vorzeit-Kalender.

Vorzeit-Kalender

Soweit – so schlecht.

Die „Kalender-Theorie“ ist auch unter den Archäologen nicht immer unumstritten. Sie verweisen beispielsweise auch auf den Umstand, dass man nicht weiß, woher dieses Wissen eigentlich ursprünglich stammt. Einige Forscher vermuten sogar das frühzeitliche Mesopotamien als Ursprung. Andere verweisen darauf, dass die schriftlichen Aufzeichnungen über Himmelsbeobachtungen in Mesopotamien viele Jahrtausende jünger als die Bauten in Europa sind. Hier klafft eine zu große Lücke. Ausschließen, dass Einwanderer aus dieser Region im Nahen Osten dieses Wissen und die Fähigkeit zur Bestimmung solcher Himmelsbeobachtungen von dort mitbrachten, kann man aber nicht.

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Vielmehr scheint es aber unabhängig voneinander an verschiedenen Orten eine solche Entwickelung gegeben zu haben. Der Mond als das „Licht in der Nacht“ scheint in der Vorzeit möglicherweise den ersten „Kult“ ausgelöst zu haben. Jäger und Sammler verehrten ihn, da er ihnen in der Nacht Licht für ihre Jagd gab. Auch der Menstruationszyklus der Frau könnte damit in Verbindung gebracht werden, vermuten einige Forscher. Als Symbol für Fruchtbarkeit und das Leben.

Erst später gesellte sich der Sonnenkult dazu, als unsere Vorfahren bereits Ackerbau und Viehzucht betrieben. So zumindest eine These.

Die Venus von Laussel

Interessant ist hierbei die rund 25.000 Jahre alte Venus von Laussel aus Frankreich. Ein Relief einer typischen europäischen Venus von 42 Zentimeter Höhe, die in ihrer rechten Hand einen sichelförmigen Gegenstand hält. Dieses Objekt in der Hand erinnert an die Mondsichel, auch wenn es wahrscheinlich das Horn eines Bisons ist. Auf diesem Horn wiederum finden sich 13 Einkerbungen, die als Mondphasen und/oder die Zahl der jährlichen weiblichen Zyklen interpretiert werden. Da die nackte Venus die linke Hand auf ihrem üppigen Bauch liegen hat, wird die Darstellung als Zeichen der Schwangerschaft gesehen. Eben im Zusammenhang mit einem Mondkalender bzw. mit den Mondzyklen.

Ob diese Interpretation als eine Art „Mondkalender“ zutrifft, bleibt Spekulationen.

Eine andere Deutung geht aber ebenso in die Richtung eines „Kalenders“. Dale Guthrie vermutete 2005 in „The Nature of Paleolithic Art“, dass das Horn in der Venus-Hand das Horn eines Steinbock sein könnte. Die 13 eingebrachten Kerben würden seiner Meinung nach für 13 Jahre stehen. Angeblich wäre dies das beste Alter eines Steinbocks, um ihn zu jagen. Wobei es mehr als fraglich ist, wie Jäger vor 25.000 Jahren bei der Jagd erkennen sollen, dass der erspähte Steinbock das perfekte Bejagungsalter hat.

Und haben sie jünger Tiere dann verschont, um sie erst mit Erreichen des 13. Lebensjahrs wieder zu suchen und letztlich zu erlegen?

Die “ersten Wissenschaftler der Welt” und der Mond

Nicht weniger umstritten sind die Thesen von Dr. Phillip J. Stooke von der Universität von Western Ontario zu der rund 5.000 Jahre alten Megalithanlage Knowth. Sie liegt nördlich von Dublin in Irland. Dort finden sich an den Steinen der fast zwei Dutzend Megalithgräber sonderbare Gravuren in Form von Kreisen, Sicheln und Spiralen, die Stooke als Mondumläufe interpretiert. Ähnliches findet sich auch innerhalb der des magalithischen Ganggrabes von Gavinis in der Bretagne. Stooke glaubt nach einem Abgleich mit modernen Mondfotos sogar, dass die Erbauer von Knowth eine Karte der Mondoberfläche skizziert haben. Zumindest so gut, wie sie es damals mit dem Augen sehen konnten.

In seiner Veröffentlichung „Neolithic Lunar Maps at Knowth and Baltinglass, Ireland“, die am 1. Februar 1994 im renommierten „Journal for the History of Astronomy“ erschien, ist Stooke sicher, dass nicht er Leonardo da Vinci die erste Karte des Mondes zeichnete. Die Steinzeitmenschen von Irland kamen ihm rund 6.500 Jahre zuvor. Es seien damit die „ersten Wissenschaftlern überhaupt“ gewesen, denn „deutlich sind seine Oberflächenstrukturen wiederzuerkennen, vom Mare Humorun bis zum Mare Crisium“, schreibt der Forscher.

Dass im sehr dünn besiedelten Europa der Steinzeit sich die ersten hart arbeitenden Viehzüchter und Bauern zusammen schlossen, um Megalithbauten und Ringwallanlagen zu errichten, ist eine erstaunliche Tatsache. Auch und vor allem jene, die offenkundig als Kalender und der Himmelsbeobachtung dienten. Es kann aber nicht zutreffen, dass diese Bauten der Landwirtschaft dienten, wie es immer wieder angenommen wird. Sinn und Zweck müssen wesentlich tiefer liegen, als nur Kalendarien für Aussaat und Ernte.

“Atomuhren der Steinzeit”

Obwohl selbst Stonehenge als klassisches Beispiel solcher Bauten in seiner ursprünglichen Form lediglich als Holz bestand, bedarf es nicht derart gewaltiger Anlagen. Die zuvor über sehr viele Jahre gemachten Himmelsbeobachtungen kann man wesentlich einfacher festhalten. Wenn man sie denn wirklich für die Landwirtschaft nutzen wollte …

Zum Beispiel könnte jede steinzeitliche Dorfgemeinschaft für ihre Landwirte einfache Stöcke an entsprechende Positionen in die erste stecken. Man muss dafür keine riesigen Anstrengungen unternehmen, um die Zeitmesser aller Art mit teilweise erheblichem Aufwand zu bauen. Noch weniger muss man das Jahrtausende lang. Allerdings könnte man spekulieren, dass Ringwallanlagen und Megalithbauten dieser Natur so was wie die „Atomuhren der Steinzeit“ waren. Verbunden mit einer Verehrung der Gestirne. Das heißt, dass man diese Gemeinschaftsprojekte für die Priesterkaste oder eben Herrscherklasse erbaute, an denen das gemeine Volk ihre Kalender und Zeitmesser mehr oder weniger „stellen“ konnte. Boten – quasi Mitarbeiter der Himmelspriester – brachten von dort aus die Kunde in alle Winkel der Region, um die einzelnen Sippen zu informieren.

Dass die Steinzeit-Ackerbauern den beschwerlichen Weg zu einem solchen Mond- und Sonnenkalender auf sich nahmen, um „mal eben auf die Uhr zu sehen“, ist sehr fraglich. Außer, das wird auch durch archäologische Funde bestätigt, zu festlichen Anlässen und sogar regelrechten Gelagen. Zu Trauerfeierlichkeiten und Bestattungen hochgestellter Persönlichkeiten sicher ebenso.

Die älteste Uhr der Welt

Vor 10.000 Jahren haben unsere Vorfahren den angeblich ältesten Kalender der Welt in Schottland gebaut. Entdeckt wurde er auf einem Feld nahe dem „Crathes Castle“ in Aberdeenshire (s. a. Beitrag HIER) von Forscher der Universität von Birmingham. Dort zeigten sich eine Reihe von dunklen Verfärbungen im Feld, die sich nach Untersuchungen von  Vincent Gaffney und seinem Team mittels Grabungen und Bodenradar schnell als uralte Pfostenlöcher herausstellten. Insgesamt sind es ein Duzend Gruben, von denen die Größten mehr als 2 Meter Durchmesser haben. Computersimulationen und eine Überprüfung der Lage der Funde mit der Umgebung zeigte schnell, dass hier eine Urzeit-Uhr entdeckt wurde.

Unterschiedliche Bahnen und Zyklen von Mond und Sonne wurden hier für die Ermittlung der Zeit verfolgt und markiert, so Gaffney und sein Team in der Veröffentlichung „Time and a Place“ vom Juli 2013. „Als wir merkten, mit was wir es hier zu tun haben“, so der Forscher, „wurde uns schlagartige die Tragweite bewusst“.

Löcher im Erdreich, in denen mal Holzpfosten zur Zeitmessung von Sonne und Mond steckt, sind eine vergleichsweise einfache Technik. Natürlich unter der Voraussetzung, dass vor 10.000 Jahren genügt Experten mit dem Wissen um solche Kalender vor Ort waren.

„Taschenkalender“ für den allgemeinen Bedarf wie eben die Landwirtschaft waren das aber auch nicht. Hier wäre die Himmelsscheibe von Nebra wesentlich geeigneter. Wobei aber auch dieser Fund aufgrund der dafür verwendeten wertvollen Materialien mit Sicherheit der Führungsklasse zuzuordnen ist. Speziell in diesem Fall aus der Region des Fundortes, da die Scheibe an dessen geographische Lage ausgerichtet ist.

Tatsächlich aber gibt es einige Funde, die darauf hindeuten könnten, dass der „Höhlenmensch“ von vor bis zu 38.000 Jahren, die ersten Mondkalender der Welt schuf. Taschenkalender auf Knochen, auf die Alexander Marshack vom Peabody-Museum der Universität Harvard in einer Reihe Veröffentlichungen immer wieder hinwies.

Taschenkalender der Steinzeit

Marshack zählt in seinem Buch „The Roots of Civilization“ (1972) eine ganze Reihe solcher mutmaßlichen Kalender auf. Etwa den Ishango-Knochen, der 1950 in Belgisch-Kongo entdeckt wurde. Ein mindesten 20.000 Jahre alter und nur 10 Zentimeter langer Knochen eines Pavian, auf dem drei Spalten von Einkerbungen zu finden sind. Bei seinen Untersuchungen dieses Artefaktes fand Marshack heraus, dass die Kerben in dem Knochen in unterschiedlicher Tiefe, Art, Richtung und Form eingebracht wurden. Einen Umstand, den er auch an anderen Funden dieser Art aus Europa feststellen konnte.

Für ihn ein eindeutiger Hinweis, dass es sich hierbei um einen Mondkalender handeln muss. Denn auch die Zyklen unseres Trabanten konnte er anhand der Kerben herleiten. Kritiker bezweifeln diese Theorie von einem Urzeit-Kalender. Sie sei nicht nur unwissenschaftlich, sondern die Kerben wären nichts weiter als afrikanische Kunst. So beispielsweise Mark Siegltuch in seiner Studie „Lunar Calendars or Tribal Tattoos?“ (2014) oder Francesco D’Errico in „Current Anthropology“ (Nr. 1/1989). D’Errico bezeichnet die Mondkalender-These von Marshack darin als „einen Fall von Wunschdenken“.

Nichtsdestotrotz hat Marshack in seinen Publikationen zu seinen Untersuchungen eine ganze Sammlung von solchen mutmaßlichen Mondkalendern vorgelegt. Insgesamt mehrere Dutzend.

Ein mit 69 Zeichen oder Symbolen verziertes Knochenstück erwies sich seiner Meinung nach dabei ebenso als Volltreffer. Das nur 5 Zentimeter kleine Stück wurde in der Dordogne in Frankreich gefunden und ist rund 30.000 Jahre alt (s. Titelbild). Die Einkerbungen in diesem Fundstück wurden nach seinen Untersuchungen mit zahlreichen unterschiedlichen Werkzeugen über einen längeren Zeitraum hinweg dort eingebracht. Einige sind deutlich bogenförmig und weisen in verschiedenen Richtungen. Für Marshack ein klarer Hinweis, dass hier von Urmenschen Mondzyklen in den Knochen eingraviert wurden.

Kalender oder sogar Vorläufer der Schrift?

In seiner Veröffentlichung „The Tai Plaque and Calendrical Notation in the Upper Paleolithic“ („Cambridge Archaeological Journal“, April 1991) verweist Marshack auf ein rätselhaftes graviertes Stück eines Rentiergeweihs. Gefunden in der Höhle „La Marche“, Frankreich, in der ab 1937 zahllose Rizzeichnungen von Tieren und gut 155 Menschen entdeckt wurden. Teilweise wirken diese so modern, dass Archäologen sie erst für neuzeitliche Kunst und damit Fälschungen hielten.

Dennoch sind sie bis zu 15.000 Jahre alt. Ebenso wie das Stück Geweih, auf dem neben deutlichen Darstellungen von zwei Tieren eine ganze Reihe von Kerben zu erkennen sind. Auch sie enthalten nach den Interpretationen von Marshack kalendarische Information und stehen mit Mondbahnen in Zusammenhang.

Kritiker, wie der weiter oben bereits erwähnte Francesco D’Errico, sehen das auch hier wieder anders. Sie glauben auch in diesem Fall nicht an die Thesen von den urzeitlichen Zeitmessern und Mondkalendern. Allerdings, und das ist nicht minder spannend, spekuliert D’Errico, dass es sich hierbei vielleicht um den Vorläufer einer Schrift handeln könnte. In seiner Kontroverse mit Marshack im „Cambridge Archaeological Journal“ mutmaßt er über „künstliche Erinnerungs-Systeme“ oder „Speicher-Systeme“, mit denen Informationen weitergegeben werden konnten.

Im Prinzip also der Vorläufer einer Schrift. Vor 15.000 Jahren …

Geheimgesellschaften der Steinzeit

Über den Sinn dieser mutmaßlichen „Kalender“ kann man nur spekulieren. Aber ohne Zweifel lassen diese unsere Vorfahren in einem anderen Licht erscheinen. Primitive Höhlenmenschen, die grunzend mit schwingenden Keulen hinter Tieren her jagten, sind schwerlich mit dem Bild, die uns durch diese Funde vermittelt werden, zu vereinbaren. Dass der Mensch immer den Himmel beobachtete, sollte außer Frage stehen. Ebenso wenig kann man ernsthaft bezweifeln, dass  unsere Vorfahren aus den Zyklen von Sonne, Mond und Sternen versuchten Parallelen für ihre Umwelt abzuleiten. Werden die Tage kürzer – kommt die kalte Jahreszeit. Logisch.

Allerdings konnten das unsere Vorfahren ganz einfach an der sie umgebenen Umwelt ablesen. Kalender in Form von Megalithanlagen oder Ringwallanlagen benötigen sie dafür nicht. Blüht die Natur auf, kommt Frühling. Fällt das Laub, kommt der Herbst bzw. Winter. Dieses Wissen muss kein Steinzeitvolk in Stein meißeln, da es allgegenwärtig zu sehen ist.

Sie musste auch keine gigantischen Arbeitsleistungen für diverse und verstreut errichtete Kalenderbauten vollbringen. Entsprechend gravierte Holzstücke oder Knochen als mobile Taschenkalender funktionieren ebenso. Selbstverständlich nach Unterweisung durch einen kundigen Priester oder Himmelsgucker aus der höheren Gesellschaft. Solche Kalender oder Zeitmesser werden archäologisch heute aber extrem schwer zu finden sein, da der Zahn der Zeit sie zerstört. Anders als entsprechende Bauwerke, die wird heute noch finden oder deren Reste wir entdecken.

Man könnte abschließend aber auch vermuten, dass diese Bauwerke einer Clique von Eingeweihten unterstanden, die ihr astronomisches Wissen nicht weiter geben wollten. Eine Geheimgesellschaft der Steinzeit, die durch ihre Kenntnisse der Gestirne und der Zyklen der Welt sowie deren exakte Vorhersagen ihre Macht festigten konnte. Ziehen wir dann noch die Spekulationen über eine weltweite Ur-Kultur vor 12.000 oder mehr Jahren hinzu, auf die verschiedene Spuren (auch astronomisch ausgerichtete) hindeuten sollen,  passt die “einfache” Kalender-Theorie kaum mehr in diese Überlegung …

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Der geplante “Sturm auf die Area 51”: Facebook löschte “versehentlich” die Veranstaltung für den “guten Zweck” (+ Videos)

Der geplante "Sturm auf die Area 51" am 20. September 2019: Facebook löschte versehentlich die Veranstaltung für den "guten Zweck" (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Der geplante “Sturm auf die Area 51” am 20. September 2019: Facebook löschte versehentlich die Veranstaltung für den “guten Zweck” (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Wie auf  meinem YouTube-Kanal Grenzwissenschaft und Mystery Files vergangenen Monat mehrfach berichtet, schlägt eine “Scherz-Veranstaltung” bei Facebook sehr hohe Wellen. Unter dem Motto “Sturm auf Area 51” haben sich dort Millionen Menschen zusammengetan, die am 20. September die legendäre Basis “Area 51” in Nevada stürmen wollen. “Sie können uns nicht alle stoppen”, so die Veranstalter, und so wolle man ein für allemal dort nach UFOs und Aliens suchen. Das rief auch das US-Militär auf den Plan. Doch jetzt hat Facebook die Veranstaltung gelöscht – um sie nur kurz darauf wieder freizugeben. Was war da los? Alle Hintergründe dazu erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


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“Area 51” – Wir wollen die Aliens sehen!

Die “Geheimbasis Area 51” nördlich von Las Vegas in  Nevada ist in ihrer Existenz schon lange nicht mehr geheim. Diese Zeiten sind sind vorbei und jeder auch nur etwas ans Verschwörungen, Kino oder UFOs Interessierte kennt sie. Was aber weiter streng geheim ist, sind die Vorgänge innerhalb der “Area 51”. Sie ist und bleibt eine militärische Anlage und damit eine “Geheimbasis”!

Aber sind dort wirklich abstürzte UFOs und Außerirdische versteckt, wie seit Jahrzehnten behauptet wird (s. Videos unten)? Oder sind diese außerirdischen Dinge und Lebensformen längst in andere geheime Anlagen verbracht worden? Oder gab es sie nie in der “Area 51”?

Genau das wollte bei Facebook ein User endgültig klären, als dieser seine Veranstaltung “Sturm auf Area 51 – Sie können uns nicht alle stoppen!” erstellte. Grundgedanke dieses “Event” ist oder war, dass sich am 20. September 2019 so viele Menschen wie möglich unweit der Basis versammelt, um diese dann gemeinsam zu stürmen. Irgendwelche der Beteiligten werden schon durchkommen, so die Überlegung.

Mit dem gewaltigen medialen Echo in der international Presse haben die Einsteller der Facebook-Veranstaltung wohl nicht gerechnet. Denn plötzlich berichteten immer mehr Zeitungen und Online-Portale über diesen geplanten “Sturm” und so nahm der Hype seinen Lauf. Auch wenn die Veranstalter später erklärten, dass alles nur als ein Scherz gedacht war, wurde es zu einem Selbstläufer. Vor allem die Netzgemeinde macht sich mit zahlreichen Karikaturen, sogenannten “Memes” und Witzen einen Spaß daraus. Es wurde zu einem viralen Phänomen, das dann wieder erneute Medienberichte nach sich zog …

Selbst das US-Militär sah sich letztlich gezwungen einige deutliche Warnung vor dieser Aktion auszusprechen. Verständlich. Immerhin ist und bleibt die “Area 51” bzw. die gesamte “Nellis Air Force Range”, zu der die Anlage gehört, militärisches Sperrgebiet.

Facebook “zog Konsequenzen” – kurz

In den beiden Videos unten fragte ich unter anderem,. warum Facebook die Veranstaltung “Sturm auf Area 51” noch nicht gelöscht hat. Immerhin sagten Millionen Menschen zu bzw. bekundeten ihr Interesse an einer Teilnahme. Natürlich virtuell, denn nichts ist einfacher, als mal eben mit einem Mausklick von irgendwo auf der Welt zuzusagen. Trotzdem kann es niemand ausschließen, dass allein aus Neugier zahllosen Menschen am 20. September zur Veranstaltung erscheinen.

Und Verrückte gibt es überall – so vielleicht auch unter den dann dort Anwesenden.

Die Idee der Veranstaltung hat groß Fahrt aufgenommen. Zehntausende Kommentare, über 2 Millionen Zusagen und 1,4 Millionen zusätzlich Interessierten sind dort inzwischen virtuell zu finden. Auch einen Online-Shop zu entsprechenden Merchandising-Produkten gibt es bereits.

Plötzlich aber die Meldung: Facebook hat die Veranstaltung entfernt. Ähnliche Nachahmer-Veranstaltungen verschwanden ebenso. Schnell wurde die Vermutung laut, dass dem Sozialen Netzwerk die ganze Sache “zu heikel” geworden sei, oder das US-Militär eingegriffen habe. Allerdings ist Facebook längst auch dafür bekannt, dass dort offensichtlich sinn- und planlos Löschungen und Sperrungen erfolgen. So auch hier? Scheinbar ja, denn die Veranstaltung ist nach sehr kurzer Zeit wieder online gegangen.

Für den “guten Zweck”

Laut Matty Roberts, einem der “Mitveranstalter”, habe Facebook nur mitgeteilt, dass die Veranstaltung gegen deren “Community Richtlinien” verstoßen würde. Deshalb habe man sie entfernt. Grund waren mit Sicherheit andere User dort, die diese Veranstaltung gemeldet haben. Aus welchen Grünen auch immer.

Es dauerte aber nicht sehr lange, da war “Sturm auf die Area 51” wieder in voller Größe wieder da. Einen richtigen Grund für die kurzzeitige Sperre habe Roberts nicht genannt bekommen, wie es unter anderem bei “CNET” und “BBC” am 7. Juli berichteten. Lediglich, dass es “versehentlich” geschehen sei, so Facebook.

Kurz nach der Löschung, so Roberts, wurden aber auch weitere Veranstaltungen, von ihm entfernt, die er nach der 1. Sperre erstellte. Auch sie sind wieder bei Facebook abrufbar. Man könnte meinen, dass die , hier eingegriffen habe. Die Ersteller der Veranstaltung betonen nicht nur, dass alles ein Gag sei, sondern auch, dass sie die dortigen Community dazu nutzen, die Menschen von der Erstürmung abzuhalten.

Etwas spätes Einsehen. Zumindest aber führt Facebook die Veranstaltung als “Guter Zweck” …

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

YouTube-Videos zum Thema auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

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“Grenzwissenschaft & Mystery Files”: News, Updates und Infos zum YouTube-Channel von Fischinger-Online +++ YouTube-Video +++

VIDEO: Neuigkeiten zum YouTube-Channel "Grenzwissenschaft und Mystery Files" und ein paar Infos (Bild: Fischinger-Online)
VIDEO: Neuigkeiten zum YouTube-Channel “Grenzwissenschaft und Mystery Files” und ein paar Infos (Bild: Fischinger-Online)

Die Jagd nach dem Unfassbaren und Phantastischen “geht in eine neue Runde”. Zumindest gibt es ein paar News und Infos rund um meinen YouTube-Channel “Grenzwissenschaft und Mystery Files”, die ich Euch in diesem Video vorstellen möchte. Alle Neuigkeiten und kleinen “Änderungen” rund um den Kanal Fischinger-Online erfahrt Ihr in diesem Video in eigener Sache.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Meinen YouTube-Channel “Grenzwissenschaft und Mystery Files” (Trailer HIER) gibt es nun schon seit dem Juni 2012. Das sind bald sieben lange Jahre. Unfassbar, wie die Zeit rast!

Somit gibt es hin und wieder auch einige Änderungen rund um meinen Kanal. Zwar kleine Änderungen oder auch Veränderungen, aber es kommt natürlich vor.

Von den aktuellen Neuigkeiten und “Änderungen” rund um meinen YouTube-Channel berichte ich Euch in diesem Video.

Übrigens, falls Ihr meine Arbeit unterstützen möchtet, dann könnt Ihr das unter anderem HIER:

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Bleibt neugierig …

YouTube-Video vom 4. April 2019 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

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“Panne” in der Archäologie: Ein angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (+ Videos)

Panne in der Archäologie: Ein angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (Bild: Twitter/Aberdeenshire)
Panne in der Archäologie: Dieser angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (Bild: Twitter/Aberdeenshire)

Megalithanlagen wie Steinkreise, Dolmen, Menhire und andere monumentale Bauten aus der Urzeit der Menschheit ziehen viele Menschen in ihren Bann. Tonnenschwere Monolithen, die von Steinzeitmenschen zu noch immer rätselhaften Zwecken in vielen teilen der Welt errichtet wurden, wobei die sogenannten Megalithiker (Megalithkultur) in Europa besonders aktiv waren. Zum Beispiel auf den Britischen Inseln. Jetzt haben sich Archäologen bei einem Steinkreis in Schottland (kurzzeitig) in einen besonders groben “Schnitzer” erlaubt. Ein auf rund 3.000 Jahre geschätzter Steinkreis in Aberdeenshire stammt in Wahrheit aus den 1990ger Jahren und ist erst rund 20 – 25 Jahre alt! Wie es zu diesem archäologischen “Flop” kam, wie er aufgelöst wurde und warum man die Sache positiv sieht, lest Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Megalithiker, Mythen und Monolithen

Im gesamten Gebiet von Nord-West-Europa finden sich Jahrtausende alte Spuren einer lange vergessenen Welt. Zum Teil gewaltige Steine, die vor tausenden von Jahren von uns vollkommen fremden Menschen errichtet wurden, und die Forscher wie Laien bis heute vor zahllose Rätsel stellen. Überall errichteten sie Steinkreise, Hünengräber, Dolme oder einfach nur einzeln aufgerichtete Riesen-Steine (Menhire).

Solche Bauten finden sich in vielen Teilen der Welt und ähneln sich dabei zum Teil sehr. Ein weiterer Grund, warum diese teilweise 5.000, 7.000 und mehr Jahre alten Bauwerke der Megalithkultur – wie sie in Europa genannt wird – bei Archäologen unzählige Frage aufwerfen. Schriftliche Hinterlassenschaften der Erbauer existieren nicht. Ein einheitliches Volk, das über Jahrtausende hinweg solche Monumente der Steinzeit schuf, gab es nicht.

Zu welchem Zweck?

Auch einen Sinn und Nutzen lässt sich bei unzähligen dieser Werke nicht oder nicht immer erkennen.

Vor allen in den weltweit zu findenden Steinkreisen sehen die Forscher aber einen Sinn und Zweck. Also genaue jene Bauten, die eben vor allem aus Europa bekannt sind. Hier lassen sich astronomische Bezüge und Beobachtungspunkte nachweisen, was darauf hinweist, dass sie zumindest irgendwas mit dem Himmel/Firmament/Sternen zu tun hatten. “Kultbauten”, wie es die Forschung lapidar sagt. Ohne aber den eigentlich Kult dahinter wirklich erklären oder verstehen zu können.

Hünengräber und Dome sind nachweislich in weiten Teilen Grabanlagen gewesen. In grauer Vorzeit fanden hier Bestattungen statt, die Archäologen immer wieder ausgegraben haben. Warum solche Anlagen aber von Schottland über ganz Europa und den Nahen Osten bis nach Fernost und sogar Nordamerika erbaut wurden, wissen sie nicht.

Hundetausende große und kleine Steinkreise erbauten die frühen Europäer in der Steinzeit. Von diesen ist heute nur noch ein Bruchteil wirklich erhalten geblieben. Jahrtausende der Landwirtschaft, der Landgewinnung, der wilden Natur und 2.000 Jahre Christentum haben eine Vielzahl solcher Steinzeit-Bauten vernichtet. So erging es sämtlichen Megalithanlagen in Europa und nicht nur Steinkreisen.

Steinkreise in Nord-Schottland

Trotzdem haben sich einige davon bis heute erhalten. So auch im rauen Schottland, wo noch immer dieses Erbe der Giganten zu finden ist. Selbst auf den kargen und von Wind und Wetter gepeitschten Orkney-Inseln im hohen Norden vor der Küste Schottlands sind sie zu entdecken. Auch hier haben Menschen vor über 5.000 Jahren Megalithanlagen errichtet und Steinkreise aus gewaltigen Steinen erbaut. Zum Beispiel den Steinkreis “Ring of Brodgar” (um 2700 v. Chr.) sowie noch ältere Bauten.

Unter der Bezeichnung “Das Herz des neoliothischen Orkney” wurden diese Monumente 1999 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Das zeigt eindrücklich, dass selbst die wilden und einsamen schottischen Orkney-Inseln von der europäischen Megalithkultur besiedelt oder beeinflusst war.

Demnach ist es auch nicht verwunderlich, dass auf dem Festland der Britischen Inseln unzählige uralte Megalithanlagen zu finden sind. Nicht nur das Touristenziel Stonehenge im Süden Großbritanniens. So finden Forscher auch immer wieder dort Spuren dieser “Kathedralen der Steinzeit”, die ihnen zuvor entgangen waren.

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Der Steinkreis von Aberdeenshire: Eine Fälschung

Vor diesen Hintergründen muss man das sehen, was aktuell aus dem Ort Leochel-Cushnie in Aberdeenshire im Nordosten von Schottland berichtet wird. Denn dort wurde ein Steinkreis aus der Steinzeit mal eben an die 3.000 Jahre jünger datiert, als es die Experten zuvor annahmen. In Wahrheit haben nicht die rätselhaften Megalithkultur diese Anlage geschaffen, sondern ein lokaler Landwirt in den 1990ger Jahren.

Ereignet hat sich das übrigens nicht weit von dem “Europäischem Nazca” in Schottland, wo mutmaßlich bisher unbekannte “Bodenzeichnungen” existieren, wie ich es in diesem Video HIER Anfang 2018 berichtet habe.

Laut “BBC” am 21. Januar 2018 hat Adam Welfare vom schottischen “Historic Environment” und des “Aberdeenshire Council’s Archaeology Service” den Steinkreis ursprünglich als “echt” und damit Jahrtausende alt angesehen:

Eine Untersuchung der Stätte in der Gemeinde Leochel-Cushnie ergab, dass die Steine etwa 20 Jahre alt waren. Ursprünglich wurde angenommen, dass dort ein Steinkreis liegt.

So die “BBC” weiter. Dass jetzt der Steinkreis aus der Steinzeit in die Moderne undatiert wurde, “löste bei den Fachleuten Begeisterung aus”, heißt es dazu. Bei den neueren Untersuchungen der Steinanlage habe sich schließlich der ehemalige Besitzer des Landes gemeldet, auf dem der Kreis liegt. Ein Landwirt gab an, dass er selber den Kreis aus Monolithen Mitte der 1990er Jahre aufgestellt habe.

Nicht Jahrtausende sondern Jahrzehnte alt

In der offiziellen Meldung des “Aberdeenshire Council’s Archaeology Service” hieß es dazu:

Was als ein neu identifizierter Steinkreis angesehen wurde, der Tausende von Jahren alt war, erwies sich nach weiteren Untersuchungen als nur wenige Jahrzehnte alte Nachbildung.

Die Archäologen waren anfangs sehr erfreut über die Aufnahme eines weiteren Steinkreises zu den vielen, die bereits in Aberdeenshire identifiziert wurden.

Bei weiteren Untersuchungen des Ortes in der Gemeinde Leochel-Cushnie stellte sich jedoch heraus, dass es sich nur um eine etwa 20-jährige Nachbildung handelt.”

Gemeldet hat diese vermeintlich archäologische Stätte der aktuelle Besitzer des Landes und der Farm. Ungewöhnlich sei dieser Steinkreis den herbeigeeilten Forschern aber direkt vorgekommen, wie sie schreiben:

Bei der Aufnahme wurden einige ungewöhnliche Merkmale festgestellt. Darunter der kleine Durchmesser, die verhältnismäßig kleinen Steine ​​und das Fehlen eines offensichtlichen zugehörigen Steinhaufens oder Bordsteins.

Zwischen liegenden Steinkreisen gibt es jedoch große Unterschiede, so dass das Auffinden solcher Unterschiede anfangs kein Grund zur Besorgnis war.

Steine an sich lassen sich bekanntlich nicht datieren. Und da Steinkreise in Schottland bis zu 4.500 Jahre alt sind, schätze man diesen Fund vorerst ebenso alt ein. Hätte der Landwirt sich nicht gemeldet,  was wäre dann wohl aus dem Steinkreis von Leochel-Cushnie geworden …?

Aus Rückschlägen lernen

“Archäologisches Wissen verbessert sich ständig und reagiert auf neue Informationen und Erkenntnisse”, so die Experten aus Schottland in ihrer Pressemitteilung. Die hier genannten “neuen Informationen” waren die Aussagen des Erbauers der Anlage. So sei dieser Vorgang ein “Beispiel für eine gründliche archäologische Forschung, die es erlaubt, die frühe Interpretation abzulehnen”.

In der Tat brachen die Archäologen weitere Untersuchungen des Steinkreises aufgrund der neuen Informationen aus erster Hand ab. Informationen, die ein Forscher bei uralten und damit “echten” Steinkreisen natürlich niemals hat.

Neil Ackerman vom “Aberdeenshire Council’s Archaeology Service” sieht die ganze Angelegenheit positiv. Immerhin haben hier die Wissenschaftler – nach der Mekldung des Farmers – herausgefunden, dass es eine Fälschung der Moderne ist. So sagt Ackerman:

Dass ein regionaler Monumenttyp so genau kopiert wird, zeigt das lokale Wissen, die Wertschätzung und die Auseinandersetzung mit der Archäologie der Region durch die lokale Gemeinschaft.

Darum hofft er, dass man sich an dem Fake-Steinkreis in seiner fantastischen Lage und Landschaft dennoch weiterhin erfreut. Auch wenn es für ihn enttäuschend sei, dass die Anlage erst 20 bis 25 Jahre alt ist.

Datierungen mittels Feuerzeug …

Wirklich “reingefallen” sind die Wissenschaftler bzw. Archäologen in Schottland auf diesen Steinkreis allerdings nicht. Sie bekamen die Meldung über die Steinsetzung und datierten sie auf 3.000 oder mehr Jahre. Doch nur aufgrund ihrer Erfahrung mit eben solchen Bauwerken und durch Augenschein. Immerhin ist Schottland voll von diesen Megalithbauten.

Erst die weiteren Nachforschungen zeigten, dass der Fund aus der Neuzeit stammt. Zum Glück meldetet sich der Bauer, so dass die Untersuchung abgebrochen werden konnte. Wie hätten die Archäologen den Steinkreis wohl datiert, wenn sie mit Grabungen begonnen hätten? Etwa durch irgendwelche Funde, die dort zutage gekommen wären? Beispielsweise mittels C14-Datierung von zufällig dort liegenden Holzkohleresten eines Feuer, dass vor vielen tausend Jahren dort einmal brannte? Oder durch ein verlorenes Feuerzeug?

Damit aber nicht in vielen Jahren andere Archäologen über diesen Steinkreis stolper und ihn erforschen wollen, wurde auch er registriert. Neil Ackerman dazu:

Diese Art von Denkmälern ist bekanntermaßen schwer zu datieren. Aus diesem Grund nehmen wir alle modernen Nachbildungen antiker Monumente in unsere Unterlagen auf, falls sie später falsch identifiziert werden.

Ein sicherlich sehr wohl überlegter Schritt für die Zukunft der Archäologie (s. a. YouTube-Video HIER). Man denke zum Beispiel auch an die (Osterinsel-)Megalithen von Orrius in Spanien aus dem YouTube-Video HIER. Oder an die “versunkene Megalithkultur von New York” aus diesem Video HIER

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Video-Auswahl zum Thema auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

YouTube-Video vom 23. Sep. 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 31. Jan. 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 3. April 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 4. April 2017 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 16. Mai 2017 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 28. Juli 2015 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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Kanadische Astronomen rätseln über mysteriöse periodische Radiosignale aus dem All

Astronomen rätseln über ein mysteriöses Signal aus dem All (Bild: PixaBay/gemeinfrei)
Astronomen rätseln über ein mysteriöses Signal aus dem All (Bild: PixaBay/gemeinfrei)

Wissenschaftler der Universität Britisch Columbia in Kanada rätseln derzeit über mysteriöse Signale, dass von der kanadischen Radioteleskop-Anlage “Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment” (CHIME) empfangen wurde. Wie die Astronomen auf einer Tagung der renommierten “American Astronomical Society” am 7. Januar in Seattle und dem Magazin “Nature” berichten, ist der Ursprung der Radioblitze bisher vollkommen unklar. Seit dem überschlagen sich die Berichte in den Medien, denn viele spekulieren, dass die kanadischen Forscher mit ihrem CHIME vielleicht Signale von Außerirdischen empfangen haben könnten. Woher kommen diese zum teil periodischen Signale aus dem All – was sagen die Forscher dazu? Das erfahrt Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Das belauschte Universum

Astronomen belauschen schon seit Jahrzehnten das Universum. Mit einem ganzen Netz von verschiedenen Radioteleskopen rund um die Erde wollen die Forscher so mehr über unsere Kosmos und all seine Geheimnisse erfahren. Ein Teilbereich dieser Radioastronomie steht dabei immer wieder im Fokus der Presse und Berichterstattungen: SETI – Die Suche nach außerirdischer Intelligenz.

Verwunderlich ist das nicht. Denn bodenständige Astronomen, die mit ihren Radioteleskopen nach Botschaften und Signalen von außerirdischen Zivilisationen suchen faszinieren weite Teile der Öffentlichkeit. Zumindest weit mehr als Radioteleskope, die irgendwelche “nicht fassbaren” kosmischen Strahlungen erforschen. Wenn aber eines dieser Teleskope Signale aus den Weiten des Alls empfängt, die sich die beteiligten Astronomen nicht erklären können, wird die Presse hellhörig.

So auch im aktuellen Fall der zahllosen “Radioblitze”, die in Kanada mit der Anlage CHIME aufgespürt wurden.

Mysteriöse Signale aus dem All

Erstmal empfangen wurden diese “Schnellen Radio-Ausbrüche” (“Fast Radio Bursts”, FRB) genannten Signale bereits vor rund 12 Jahren. Seit dem im Jahr 2007 erstmals in dem Magazin “Science” (vol. 318, 2. Nov. 2007) über diese Radio-Blitze berichtet wurde, kamen einige Dutzend dieser FRB aus dem Kosmos hinzu. Dies war immer mal wieder Anlass für diverse Medienberichte.

Doch seit die Astronomen in Kanada ihr CHIME erstmals aktivierten, haben sie bereits 13 weitere Radiosignal-Ausbrüche dieser Art registriert. Sie dauern nur wenige Millisekunden, stellen die Astronomen bisher aber vor ein Rätsel. Besonders interessant ist für die Forscher dabei das Signale mit der Bezeichnung FRB 180814 (bzw. FRB 180814.J0422+73), wie sie am 9. Januar in “Nature” berichteten. Denn das Signal ist erst das zweite, dass periodisch aus dem All hier auf der Erde empfangen wurde.

In dem Artikel “Eine zweite Quelle für sich wiederholende schnelle Radio-Ausbrüche” schreiben die Astronomin Deborah Good der Universität Britisch Columbia und ihre Kollegen, dass die Natur dieser FRB ihnen schlicht nicht bekannt sei. Rund 50 Wissenschaftler von fünf Forschungseinrichtungen sind an dem Projekt CHIME in Kanada beteiligt, und alle können nur Vermutungen anstellen.

Vielleicht stammen diese kosmischen Signale von Gaswolken in denen Sterne geboren werden, spekuliert zum Beispiel der Astronom Shriharsh Tendulkar von der McGill Universität. Jedenfalls kann die Ursache keine vernichtende Katastrophe im All sein, da sich die Signale wiederholen. Zwei kollidieren und verschmelzen Neunotensterne oder ein Schwarzes Loch, das einen solche Neutronenstern “verschluckt”, können demnach als Ursache ausgeschlossen werden, so Tendulkar.

Signale von Aliens?

Natürlich ist man bei rätselhaften Signalen aus dem Universum sehr schnell bei dem Gedanken, dass es sich um Außerirdische handeln könnte. Immerhin suchen wir ja schon über ein halbes Jahrhundert nach Funksignalen dieser Intelligenzen im All. Ein Erfolg bei der Suche nach dieser Art von Leben im All ist für viele Menschen schon längst überfällig.

Ingrid Stairs, Astrophysikerin von der Universität Britisch Columbia, ist sicher, dass es in den Weiten des Kosmos zahlreiche solche Signale geben muss. Je mehr von diesen gefunden würden, je näher könne man auch der Ursache kommen, erklärte sie “BBC World” am 10. Januar. Von der Spekulation, dass diese FRB ihren Ursprung bei außerirdischen Zivilisation haben, hält sie allerdings nichts:

Es scheint einfach völlig unvorstellbar, dass es so viele verschiedene außerirdische Zivilisationen geben könnte, die alle beschließen, dasselbe Signal auf dieselbe Art und Weise zu erzeugen – das erscheint höchst unwahrscheinlich.”

Vieles im All ist für uns Menschen (noch) unvorstellbar. Allerdings sieht keiner der beteiligten Forscher in diesen Radiosignalen irgendeinen Hinweis auf Außerirdische. Shriharsh Tendulkar:

Als Wissenschaftler kann ich das nicht zu 100 Prozent ausschließen. Aber intelligentes Leben hat kein Astronom als Quelle dieser FRBs im Kopf.

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Und wenn Aliens die Ursache wären, dann würden sie sich nicht gerade vor unserer Haustüre im All befinden. Das erste periodische Signal mit der Bezeichnung FRB 121102 beispielsweise kommt aus 2,5 Milliarden Lichtjahren Entfernung zu uns. Das aktuell in diversen Meldungen genannte Signal FRB 180814 könnte 1,5 Milliarden Lichtjahre von uns seine Quelle haben, heißt es in diversen Veröffentlichungen.

Optimisten im Internet spekulieren dennoch, dass es vielleicht so etwas wie “Signaturen von Alien-Antrieben” sein könnten. Hier denke man die klassische Science-Fiction von “Raumschiff Enterprise“, in denen die Raumschiffe eine “Warp-Signatur” ihres Antriebes im Kosmos hinterlassen. Die Astronomen sind aber optimistisch, dass sie mit Hilfe des “Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment” noch zahllose weitere FRB finden werden.

“Wenn wir 1.000 Beispiele hätten, könnten wir viel mehr darüber sagen, wie FRBs aussehen”, ist sich beispielsweise Deborah Good sicher. Der Kosmos ist immer für Überraschungen gut. Und sicher wird auch der empirische Beweis für Leben im All ganz plötzlich bei uns “anklopfen” – oder vor der Tür stehen …

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Lars A. Fischinger

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Kann der Mensch seinen Körper verlassen – und was wiegt eigentlich unsere Seele? Offene Fragen, bizarre Experimente und seltsame Antworten +++ Artikel +++

Kann der Mensch seinen Körper verlassen - und was wiegt eigentlich unsere Seele? (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
Kann der Mensch seinen Körper verlassen – und was wiegt eigentlich unsere Seele? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Nah-Tod-Erfahrungen (NTE) sind in der Grenzwissenschaft, Esoterik und vor allem Parapsychologie ein fester Begriff. Jene seltsamen Erlebnisse, die Menschen an der Schwelle zum Tode machen und die für viele Hinweise oder sogar Beweise für ein Leben nach dem Tod sind. Unsere Seele, unser Ich oder unser Selbst ziehen nach dem Tod in einem unbestimmten “Jenseits”, wenn der Mensch seinen Körper verlässt. Solche “außerkörperlichen Erfahrungen” am Ende des Lebens bieten seit jeher Stoff für hitzige Diskussionen. Zumal dazu Schilderungen von Erlebnissen außerhalb des physischen Körpers kommen, die nicht mit Nah-Tod-Erfahrungen in Verbindung zu stehen scheinen. Wie ist das zu verstehen – und kann man das überhaupt verstehen?  Was ist das eigentlich, diese “Seele”? Und kann man sie tatsächlich physikalisch messen und wiegen, wie es Experimente vor langer Zeit belegt haben sollen? Ein äußerst komplexes und vielschichtiges Thema, dass mehr Fragen als Antworten – aber auch erstaunliche Gedanken liefert, wie Ihr es in diesem Artikel lesen werdet. Einem Artikel, den sensible Tierfreunde vielleicht besser nicht ganz lesen sollten …


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die Angst vor dem Tod: Spielball aller Religionen

Es gehört zu den fundamentalen Lehren der Religionen, Kulte und uralter Glaubensvorstellungen der Menschheit: Der Glaube, dass der Mensch nach seinem irdischen Leben in irgendeiner Art und Weise weiter existiert. In Form einer „Wiedergeburt“ (Reinkarnation) auf Erden, in einem „Paradies“, einer „Hölle“ oder irgendwo in einem unbestimmbaren „Jenseits“. Vielleicht auch in einer Wiedergeburt als „Geist“ in der Geisterwelt der Ahnen oder in den Reihen der Götter, wie es zahllose Kulturen der Vorzeit aber auch Gegenwart propagierten.

Die Auswahl an Angeboten, was der jeweilige Mensch glauben möchte, ist also überaus umfangreich. Für jeden ist etwas dabei. Die Tatsache, dass wir Menschen sterben, ist das Fundament ausnahmslos aller Religionen. Gäbe es keinen Tod, müssten auch nicht unzählige Religionen, Sekten und Glaubensgemeinschaften um die Gunst der Menschen und ihrer Seelen wetteifern.

Wozu jemanden das Seelenheil oder ewiges (oder ein neues) Leben versprechen, wenn es keinen Tod gäbe? Ohne unsere Angst von der eigenen Sterblichkeit hätte wohl keine Religion der Erde eine Daseinsberechtigung.

Alle religiösen Modelle können zwar nicht in der jeweiligen Form Recht haben, aber fester Bestandteil dieser Weltanschauungen ist der Glaube, dass der Mensch – seine Seele – den physischen Körper verlassen kann.

Der Mensch – außerhalb seines Körpers?

Den Körper verlassen – ein Glaube, der heute noch aktuell ist und auch in der Esoterik und Parawissenschaft diskutiert wird.

Hier spricht man allgemein von OBE („Out of Body Experience“), den „Außerkörperlichen Erfahrungen“ (= AKE). Besonders bei den oftmals hitzig und leidenschaftlich diskutierten Nah-Tod-Erfahrungen (NTE), soll es zu diesen Erlebnissen kommen. Menschen auf der ganzen Welt berichten von solchen Erfahrungen. Und schon die alten Ägypter glaubten fest daran, dass der Mensch eine Seele, Ka genannt, hat, die sich vom Körper trennen kann. Ein durchweg weit verbreiteter Glaube in vielen Teilen der Erde.

Bei den Nah-Tod-Erfahrungen berichten einige Betroffene im Nachhinein, dass sie ihren physischen Körper am Ort des Geschehens von Oben sehen konnten. Die „klassische Situation“ ist die, dass ein Mensch im Operationssaal oder auf der Intensivstation liegt und dort mit dem Tode ringt. Während Ärzte und Schwestern um das Leben des Patienten kämpfen, verspürt dieser plötzlich das Gefühl seinen eigenen Körper zu verlassen. Wie schwerelos gleitet dabei seine mutmaßliche Seele aus dem Körper heraus.

Der Patient sieht und hörte das gesamte Szenario, dass sich um seinen irdischen Körper abspielt. Eine klassische außerkörperliche Erfahrung also.

Solche Erfahrungen sind nicht nur spannend, sondern auch sehr umstritten. Ist es Tatsache? Hat der Mensch einen allgemein als Seele bezeichneten, nicht greifbaren Körper? Viele Menschen glauben das. Ebenso viele Autoren behaupten das auch immer wieder. Letztere sprechen dabei auch gerne von „Beweisen“, die sie in ihren jeweiligen Büchern vorlegen würden. Wissenschaftlich bewiesen ist das aber keineswegs! Sicher zur Freude der Religionen …

Verlassen Menschen aber erst nach dem Tod ihren irdischen Körper? Also erst an der Schwelle zum Tod bzw. dann, wenn alles zu spät ist? So, wie es die meisten Religionen in ihren frohen Botschaften verkünden: „Wenn Du stirbst, geht Deine Seele nach XY!“

Nicht unbedingt.

Betroffene wollen ihren Aussagen nach auch in anderen Extremsituationen wie Unfällen oder Folter eine AKW gemacht haben. Situationen also, bei denen das Leben eigentlich gar nicht in unmittelbarer Gefahr war. Oder anders ausgedrückt, während Ereignissen, die nicht als Nah-Tod-Erfahrungen betrachtet wurden und werden.

„Bilokation“

„Spiritisten“ wie auch ernsthafte Grenzwissenschaftler nennen diesen Körper auch „Astralkörper“. Eine Loslösung der Seele oder des „Astralkörpers“, um der physischen Situation zu entfliehen.

Teilweise gehen einige Forscher und Autoren sogar noch einen großen Schritt weiter. Sie vertreten die These, dass einige Menschen ihre Körper verlassen und dabei ihren „Astralkörper“ an einem anderen Ort wieder erscheinen lassen können. Ausgelöst durch Extremsituationen oder sogar – was ganz besonders interessant ist – vollkommen bewusst und beabsichtigt.

Man spricht hierbei auch von „Bilokation“; also der „Doppelten Anwesenheit an zwei Orten“. Man könnte es auch als „Astral-Projektion“ bezeichnen. Hierzu gibt es eine ganze Reihe von Beispielen und Berichten in der einschlägigen Literatur. Prominenteste Person, die diese Fähigkeiten besessen haben soll, ist der der im Sommer 2002 vom Vatikan heiliggesprochene Pater Pio aus Italien. Ein religiöser Nationalheld.

Eines darf man bei diesen fraglos komplexen Thematiken aber nicht vermischen: „Bilokation“ bedeutet, dass eine Person an zwei Orten zur selben Zeig gesehen wird. Eine „Astral-Reise“ des Selbst außerhalb des physischen Körpers, erfolgt für den Außenstehenden unsichtbar.

Als „Geist“ durch die Straßen von San Francisco

Einer, der bei einer Folterung seinen Körper verlassen haben will, ist beispielsweise der 1946 verstorbene Edward H. Morrell aus den USA. In der Welt der Paranormalen Phänomene heute als Ed Morrell hin und wieder noch ein Begriff.

Morrell war ein Verbrecher, der mit seiner Bande in den USA diverse Raubüberfälle etc. verübte. Das brachte ihm 1894 eine Verurteilung zu lebenslanger Haft, wobei er aber 1908 begnadigt wurde. Fünf Jahre verbrachte er dabei in Einzelhaft.

In seinem Buch „The Twenty-Fifth Man“ (1924) schildert Morrell seine Erlebnisse in den Gefängnissen der USA. Auch die Misshandlungen und Folterungen, die er über sich ergehen lassen musste. Unter anderem im bekannten Gefängnis „San Quentin“. Grund genug übrigens, dass er nach seiner Entlassung als einer der engagiertesten Kämpfer für eine Gefängnisreform in den USA auftrat.

Bei diesen harten Misshandlungen wiederum machte er die seltsamen (paranormalen) Erfahrungen, wie er seinen Körper verlassen habe. Morrell berichtet unter anderem, dass sein „Astralkörper“ während dieser Folterungen sogar durch San Francisco gewandert sei. Er selber nannte diese Erfahrungen „die Wanderungen im ‚kleinen Tod‘“.

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Als man den Häftling in eine Zwangsjacke steckte und diese mit Wasser übergoss, damit sie sich beim Trocknen immer mehr zusammenzieht, hatte er nicht nur das Gefühl, er würde zerquetscht werden. Plötzlich, so Morrell, stand er neben seinem Körper. Er sah, wie die Folterknechte um ihn herum standen und mit fragenden Blicken seinen Körper beugten. Er lag da, als würde er schlafen.

Der „Astralkörper“ von Morrell machte sich nun auf, durch die Straßen von San Francisco zu reisen. Dabei sah er in der Bucht ein Schiffswrack, von dem er unter normalen Umständen im Gefängnis nichts hätte wissen können. Heißt es zumindest. Regelrecht Wanderungen durch Raum und Zeit habe Morrell unternommen.

Tatsächlich bestätigte George W. P. Hunt, Gouverneur von Arizona, später, dass Ed Morrell eine Vielzahl an Informationen besaß, die er nicht im Gefängnis erfahren haben konnte. Vor allem nicht in Einzelhaft.

Morrell schrieb in seinem Buch „The Twenty-Fifth Man“ über diese mysteriösen Vorgänge zum Beispiel:

Es leben tatsächlich Männer, die diese geheimnisvollen Fähigkeiten in vollem Funktionszustand haben. Sie sind in der Lage, diese zu nutzen, um eine Vielzahl wichtiger Informationen über die Natur und Geschichte des Menschen und über die Welt, die die meisten von uns nicht sehen können, zu erhalten.

Es ist kein Bild oder eine reine Vision vor den Augen dieser Ermittler, kein unwirkliches Panorama, das sich auf einer Bühne enthüllt. Es ist ein wirkliches Leben in der sogenannten Vergangenheit.“

Sicher ist das kein Beweis, dass der Mensch seinen Körper verlassen kann. Aber es ist eines von vielen Beispielen, die ich an anderer Stelle umfangreich diskutiert habe. Kritsch könnte man beispielsweise einfach sagen, dass Morrell sich in einer Art Selbsthypnose aus den jeweiligen Situationen „hinausdachte“. So konnte er den Misshandlungen aber auch dem Schrecken des Kerkers an sich entkommen …

Reisen außerhalb des Körpers?

Kritiker des Themas Nah-Tod-Erfahrungen wenden ein, dass diese Erfahrungen des Verlassens des Körpers eine reine Schutzfunktion des Gehirns sei. Das menschliche Gehirn setzt eine AKE lediglich als eine Art Schutzmechanismus ein. Die betroffene Person unterliegt so dem Gefühl, sich nicht mehr in ihrem von Schmerzen gepeinigten Körper zu befinden. Die Ausschüttung der Glückshormone Endorphine begleitet diesen Vorgang, wodurch der Betroffene zusätzlich das Gefühl grenzenloses Glückes und Friedens erfahre. Auch diese ist fester Bestandteil von Nah-Tod-Erfahrungen.

Für viele Menschen – vor allem jene, die selber eine derartige Erfahrung machten – sind die medizinischen und biochemischen Einwände gegen eine NTE als Beleg für ein Leben nach dem Leben nur Firlefanz. Sie glauben weiter fest daran, dass sie an der Schwelle zum Tod und Jenseits standen oder sogar „wirklich tot waren“.

In der Tat gibt es gegen die vielen und unterschiedlichen Erklärungen der Medizin wiederum Gegenargumente, wie sehr umfangreich HIER dargelegt. Das einzige, was wirklich einheitlich akzeptiert ist, ist, dass es diese Phänomene gibt. In der Welt des Paranormalen sind die übrigens das beherrschende Thema auf dem Buchmarkt, wie es die Veröffentlichungen seit Jahrzehnten beweisen.

Aber wenn eine Person nach einer solchen fraglos einschneidenden außerkörperlichen Erfahrung im Nachhinein davon zu berichten weiß, sollte man diese doch leicht beweisen können? Könnte man meinen.

Experimente mit der Seele

Vor rund 20 Jahren dachte sich genau das auch Medaille Lowrence und entwickelte dazu ein einfaches wie erstaunliches Experiment. Bei verschiedenen Gelegenheiten berichtete zum Beispiel auch die „BBC“ 1999 über diese Versuche und Lowrences Versuche fanden weltweit Nachahmer. Hierbei waren der Aufbau und die Grundidee so simpel wie genial:

Über einem Operationstisch wurde eine Leuchtschrifttafel montierte, die nach dem Zufallsprinzip Wörter aufleuchten ließ. Diese Tafel und vor allem die dort zu lesenden Wörtern waren aber nur dann zu sehen, wenn sich der Betrachter oberhalb des Tisches/Bettes, also an der Decke, befindet. Er müsste schweben und dabei nach unten blicken.

Der Gedanke hinter diesem Versuch ist klar: Ein Mensch, der eine außerkörperliche Erfahrung durchlebt haben will, sollte die Wörter lesen können. Im Nachhinein hätte die Person von diesen gewusst und sie benannt.

Ein Jahr lang blieb der Versuch aufgebaut und in dieser Zeit verloren 24 Patienten vollkommen das Bewusstsein. Doch das Ergebnis war leider mehr als ernüchternd. Keiner jener Menschen, die meinten eine solche Nah-Tod-Erfahrung gemacht zu haben (es waren nur drei), konnte sich an irgendwelche Wörter auf der Tafel erinnern.

Wenn „Astralkörper“ Tiere erschrecken

Auch andere Versuche mit vorgeblichen AKW sind interessant.

Die berühmte Parapsychologie-Legende D. Scott Rogo wohnte solchen Versuchen des Psychologen Dr. Robert Morris von der „Psychological Research Foundation“ in Durham, USA, bei. Durchgeführt wurden diese mit dem sogenannten „Medium“ Keith „Blue“ Harary aus den USA. „Blue“ behauptete nämlich, dass er nicht nur seinen Körper bewusst verlassen kann, sondern auch mit seinem „Astralkörper“ eine Wirkung auf Tiere wie Ratten, Katzen, Schlangen und Hunde habe.

Scott Rogo war immer skeptisch, wenn es um jegliche Art von paranormalen Experimenten und Berichten ging. In diesem Fall allerdings war auch der Parapsychologie-Pionier und Autor verblüfft.

So berichtet Rogo von einem Experiment mit dem AKE-Medium Harary, bei dem dieser eine Schlange in einem Käfig beeinflussen sollte. Harary wurde dazu in einem anderen Raum gebracht und die Schlange in ihrem Käfig im Versuchslabor verwahrt.

Rogo über das Experiment:

Als sich Harary außerhalb seines Körper befand und in diesem Zustand zu der Schlange kam, hörte sie auf, in ihrer typischen Art im Käfig umherzukriechen, und unternahm buchstäblich einen Angriff. Bösartig schien sie nach etwas in der Luft zu schnappen

 Das ganze dauerte ca. 20 Sekunden, die genau mitten in dem Zeitraum lagen, in dem Keith behauptete, sich außerhalb seines Körpers bei der Schlange zu befinden, ohne dass er wusste, was im Labor vor sich ging.

Verblüffend, zweifellos. War es ein Zufall, dass die Schlange exakt zu der Zeit ihr Verhalten änderte, als sich das Medium bei ihr befunden haben will?

Zu dem bis heute im Kreis der parapsychologischen Forschung hoch geachteten Rogo sei noch angemerkt, dass er Mitte August 1990 in seiner Wohnung ermordet wurde. Laut Polizei hab es keinen Kampf und ein 1992 verurteilter Tatverdächtiger wurde 1996 wieder freigelassen. Somit gilt der Mord bis heute als ungelöst und sein Mörder als unbekannt. Stoff für viele Spekulationen im Sinne von „wusste er zu viel?“, die sich um seine paranormalen Forschungen drehen …

Unsere Seele wiegt (bis zu) 69,5 Gramm

Die Liste von Experimenten und Versuchen, die Nah-Tod-Erfahrungen, AKE, ein Leben nach dem Tod usw. belegen wollten, ist endlos. Eher weniger bekannt sind aber Experimente „mit der Seele“, die wir heute sicher als „bizarr“ bezeichnen würden.

Zum Beispiel jene von Medizinern in den Niederlanden und Großbritannien. Sie versuchten mit Experimenten nachzuweisen, dass die Seele ein fassbares Etwas ist, das man auch sehen kann.

Dr. R. A. Watters etwa versuchte in einigen Versuchsreihen mit Fröschen, Hühnern und Mäusen deren astrale Seele im Moment des Sterbens zu fotografieren. Hierzu konstruierte er Vakuumbehälter, die zum Teil mit Öl oder Wasserdampf gefüllt wurden, und in die er die Tiere streckte – um sie dann zu töten.

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Tatsächlich gelang es ihm im Moment des Todes der Tiere „etwas“ zu fotografieren. Irgendwelche „Gebilde“, die an kleine Wolken oder Nebel erinnerten. Waren das sie Seelen der von ihn getöteten Tiere?

Das physikalische Gewicht der Seele wollen die niederländischen Physiker Dr. G. J. Zaalberg van Zelst und Dr. J. L. Malta einst sogar ermittelt haben. In einigen Versuchen in Den Haag wogen sie sterbende Menschen und ermittelte dabei im Moment des klinischen Todes einen nicht zu erklärenden Gewichtsverlust der Personen von bis zu 69,5 Gramm.

Ähnlich der amerikanische Arzt Dr. Duncan MacDougall im Jahr 1902. Er hing Sterbende mit samt ihrem Bett an eine Waage und wiederholte diese Messung, als seine „Versuchsobjekte“ später verstorben waren. Genau gesagt, während sie starben. Das wiederholte er mit insgesamt sechs seiner Patienten, und ermittelte so ein Gewichtsverlust von 8 bis 35 Gramm zwischen dem lebendem und dem dann totem Menschen.

Um seinen Wissensdurst bei der Jagd nach der Seele zu stillen, besorgte sich MacDougall zusätzlich noch 15 Hunde. Hier wartete er nicht auf ihren natürlich Tod, sondern vergiftete alle. Da aber bei den ermordeten Tieren keine Gewichtsabnahme wie bei seinen menschlichen Probanden zu messen war folgerte er, dass Hunde keine Seele haben. So seine Schlussfolgerungen in zwei Artikeln in „American Medicine“ im April und Juli 1907.

MacDougall erregte mit seinen erstaunlichen Experimenten und Schlussfolgerungen durchaus auch das Interesse der Medien. „Die Seele hat ein Gewicht“, schrieb beispielsweise die „New Work Times“ am 11. März 1907 dazu in einem Beitrag.

Derartige Versuche waren in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts nicht ungewöhnlich. Inspiriert durch MacDougall hat in den 1930ger Jahren zum Beispiel Harry LaVerne Twining in Los Angeles solche Versuche mit Mäusen durchgeführt. Er jedoch war sicher, dass nach der Vergiftung der Nager diese im Augenblick des Todes Gewicht verloren.

Haben also Mäuse und Menschen eine messbare Seele und Hunde nicht …?

Ob wir heute diese Experimente als wissenschaftlich fundierte Forschungen betrachten sollten, ist mehr als fraglich. Ethisch sind sie so oder so nicht vertretbar.

Was wiegt das Himmelreich?

Habe ich mit meiner Wiegevorrichtung den Stoff der Seele entdeckt? Ich denke schon, und ich werde es bestätigen und wieder und wieder bestätigen, wenn ich lange genug lebe.

So MacDougall damals voller Optimismus in einem Brief, den Len Fisher in dem Buch „Der Versuch, die Seele zu wiegen“ (2007) zitiert.

Obwohl die Messungen längst als unwissenschaftlich angesehen werden, bleiben doch die Ergebnisse. Es gibt die unterschiedlichsten Interpretationen und Erklärungen, warum diese Gesichtsverluste gewogen wurden. Wirklich einstimmig und einheitlich erklären kann man sie rund 100 Jahre später nicht mehr.

Wenn die Seele eine physikalisch messbare und erfassbare Größe ist, die nach dem Tod eines Menschen den Körper verlässt, öffnen sich ungeahnte Fragen. Vor allem jene, wie viel dann eigentlich das Himmelreich, das Jenseits, das Paradies oder schlicht die Welt der Verstobenen Seelen wiegen mag. Materielle Seelen müssen, auch wenn sie nur einige wenige Gramm wiegen, doch irgendwo abgeblieben sein. Schweben sie einfach „für immer“ um uns herum? Laufen wir ständig gegen sie?

Milliarden Seelen von all den Menschen, die auf diesem Planeten bereits gestorben sind? Oder schweben sie im All umher? Können wir sie dann nicht in ihrer Gesamtheit messen bzw. wiegen?

Eine Seele mit einem messbaren Gewicht von knapp unter 10 bis rund 70 Gramm wiegt für sich genommen nicht viel. Immerhin aber so viel wie 10 bis 70 Stück Würfelzucker.

Damals sprach Duncan MacDougall von einem Durchschnittsgewicht von 21 Gramm pro Seele. Ein Durchschnittswert, der sich schon damals „einbürgerte“. Der Spielfilm „21 Gramm“ aus dem Jahr 2003 bezieht sich genau auf diese Experimente von damals. Sprüche wie „schweren Herzens“ und ähnliche sollen von diesen Experimenten herrühren.

Letztlich haben schon die eingangs erwähnten Alten Ägypter geglaubt, dass das Herz als Sitz der Seele im Jenseits auf eine Waagschale gegen eine Feder aufgewogen wird. So wollten die Götter der Unterwelt die „Reinheit“ und „Tugend“ der Seele zu Lebzeiten des Verstorbenen ermitteln …

108.470.690.115 Seelen um uns herum

Dazu ein Gedankenexperiment:

Laut der Berechnungen in der Studie „Population Reference Bureau“ von 1995, die 2002 und 2011 aktualisiert wurde, gab es 2017 insgesamt 108.470.690.115 Menschen, die jemals auf der Erde geboren wurden. Ausgehend vom Beginn der Menschheit 50.000 vor Christus. Natürlich eine theoretische Angabe, auch wenn zahlreiche Faktoren und Statistiken in dieser Studie berücksichtig wurden.

Gegen wir einfach von 100 Milliarden Menschen aus, die bisher auf unserem Planeten lebten und inzwischen tot sind.

Wo sind all ihre Seelen, wenn sie doch gewogen werden können? 2,1 Millionen Tonnen Seelen müssten bei einem Durchschnittsgewicht von 21 Gramm „um uns herum“ existieren. Bei einem „Seelegewicht“ à 70 Gramm wären es 7 Millionen Tonnen Seelen oder 70.000.000.000 Stück Würfelzucker. Wenn mir keine Kommastelle verrutscht ist.

Allein die irdischen Bewohner des Jenseits wiegen also Millionen von Tonnen. Hinzu kommen, vermutlich, die Seelen von Außerirdischen. Tiere sind hier bewusst außen vor gelassen. Derer Seelen sind nicht zählbar oder deren Anzahl auch nur annähernd zu schätzen.

Es mag albern klingen. Nur wenn die Seele des Menschen wirklich etwas physisch fass- und messbares wäre, muss es auch das Jenseits und seine Bewohner sein. Wo ist dieser materielle Ort, da wir ihn offensichtlich nicht sehen. „Zahlenspielerein“, die meiner persönlichen Überzeugung nach klar belegen, dass alle Aussagen, der Mensch habe eine in Gramm messbare Seele, ab absurdum führen. Denn bis heute steht die Behauptung im Raum, dass das Ich des Menschen ein greifbares Etwas ist.

Es ist eines der großen Mysterien der Religionen, Menschheit und Grenzwissenschaft – die Seele und/oder der Astralkörper. Immerhin hängt mit diesem Thema auch die Frage zusammen, ob der Mensch nach dem irdischen Tode in irgendeiner Form weiter lebt. Eine Frage, die sich ausnahmslos jeder von uns stellt oder stellen wird, sobald die Zeit gekommen ist!

Und bis heute streiten sich die Geister – die Antwort auf diese Frage ist ganz einfach offen. Kein Wissenschaftler, Autor, Journalist und auch kein Experiment hat sie bisher beweisbar beantwortet.

Den Religionen freut es …

Was denkt Ihr? Diskutiert gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Feedback, Interviews und Video-Zusammenfassung vom Kongress “Rätsel Pyramiden – weltweit” im Galileo-Park +++ YouTube-Video +++

Feedback zum Kongress "Rätsel Pyramiden weltweit" und Erich von Däniken im Galileo-Park Lennestadt von NuoViso.tv (Bilder: Galileo-Park / Montage: Fischinger-Online)
Feedback vom Kongress “Rätsel Pyramiden weltweit” und Erich von Däniken im Galileo-Park Lennestadt von NuoViso.tv (Bilder: Galileo-Park / Montage: Fischinger-Online)

Am Wochenende um den 30. September 2018 fand im Galileo-Park in Lennestadt der Mystery-Kongress “Rätsel Pyramiden weltweit” statt. Als eine Art Rahmenprogramm und zweiten  Höhepunkt hielt Erich von Däniken am Tag nach dem Kongress unweit des Galileo-Park seinen Vortrag “50 Jahre Erinnerungen an die Zukunft”. Ein Kamerateam von NuoViso.tv um Frank Höfer war ebenfalls vor Ort, um die Vorträge der Tagung für eine spätere DVD zu filmen. Vorab hat NuoViso schon jetzt ein fast einstündiges Video zum Kongress mit Interviews, Ausschnitten, Gesprächen und Feedbacks veröffentlicht, das ich Euch an dieser Stelle vorstellen möchte!


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Rätselhafte Pyramiden und mehr!

Am 8. Juni 2018 habe ich in dem Blog-Beitrag “Kongress ‘Rätsel Pyramiden – weltweit’ und Erich von Däniken ’50 Jahre Erinnerungen an die Zukunf’” im Galileo-Park Lennestadt” auf die Tagung und das Programm bereits hingewiesen.

Diese ist jetzt Vergangenheit und war ein voller Erfolg in den “Sauerland-Pyramiden”. Nur wer wer online bereits eine Karte geordert hatte, kam auch hinein. Der Kongress im Galileo-Park war schnell ausverkauft und auch an der Abendkasse gab es keine Eintrittskarten mehr. Das lag zum einen an den spannenden Thema und Vorträgen an sich, sowie aber auch daran, dass Erich von Däniken am Tag darauf in Lennestadt einen Vortrag hielt.

Ein halbes Jahrhundert “Erinnerungen an die Zukunft” war das Thema des unermüdlichen Astronautengötter-Jägers von Däniken, den er am 30. September in Lennestadt-Meggen hielt. Was die wenigstens Teilnehmer gewusst haben dürften, ist der Umstand, dass von Dänikens erst am Vortrag (nachts) aus Ägypten zurück kam. Vom Flughafen Frankfurt am Main ging es mit dem Auto direkt nach Lennestadt …

Viele Menschen bewundern von Däniken deshalb, da er im Alter von 83 Jahren nicht müde wird den Göttern der Vergangenheit in aller Welt nachzujagen. Zurecht, wie selbst viele Kritikern anerkennend zugestehen müssen. Zehn Tage zuvor erschien dazu noch sein inzwischen 41. Buch mit dem Titel “Neue Erkenntnisse”, das ich Euch HIER vorgestellt habe.

Der Galileo-Park als feste Anlaufstelle des Phantastischen

Hauptthema des Kongress waren die Mysterien der weltweiten Pyramiden, wie es der Titel schließlich verriet. Dr. Dominique Görlitz ist in diesem Zusammenhang unlängst zu einer festen Adresse im dortigen Galileo-Park geworden. Bereits in den Jahren zuvor hatte er dort verschiedene Kongresse rund um die Rätsel der Welt sowie natürlich der Cheops-Pyramide durchgeführt. Natürlich immer mit weiteren Referenten, wie auf Grenzwissenschaft & Mystery Files entsprechend berichtet wurde.

Selbst eine Ausstellung rund um die Rätsel der Pyramiden und anderen offenen Fragen der Vergangenheit konnten hier bei einer Tagung die Zuschauer besuchen. Darüber findet Ihr Videos auf meinem Yoube-Kanal HIER, die ich bei diesen Tagungen machte.

So sollte es nicht verwundern, dass die Initiatoren des Galileo-Park immer wieder für jeden grenzwissenschaftlich oder geschichtlich Interessierten Tagungen, Ausstellungen und Vorträge realisieren. Der Erfolg des Kongresses “Rätsel Pyramiden weltweit” am letzten Septemberwochenende gibt ihnen hier erneut recht. Die dort gehaltenen Vorträge waren im Einzelnen:

  1. Dr. Kai-Helge Wirth, Forscher & Sachbuchautor: “Pyramiden weltweit”
  2. Prof. Dr.-Ing. Dr. phil. Frank Müller-Römer, Ägyptologe & Sachbuchautor: “Der Bau der Pyramiden im Alten Reich aus Sicht der aktuellen Forschung”
  3. Dr. Dominique Görlitz, Biologe & Experimentalforscher: “Neue Theorien zum Bau der Cheops-Pyramide”
  4. Gernot L. Geise, Privatforscher: “Steinbearbeitung im alten Ägypten”
  5. Dr. Dominique Görlitz, Biologe & Experimentalforscher: “Rätselhafte Pyramiden auf den Azoren”

Es gab also einige Programmänderungen zu den ersten Ankündigungen.

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Feedback, Interviews und Video-Zusammenfassung

Auch auf dem jetzt vergangenen Kongress war wieder ein Kamerateam von NuoViso.tv um Frank Höfer vor Ort, um die Vorträge zu filmen. Bereits in der Vergangenheit hat NuoViso die verschiedenen Tagungen mit der Kamera begleitet und sie anschließend als DVD veröffentlicht. So auch jetzt.

Dazu veröffentlichte Höfer heute einen “Trailer” zu der kommenden DVD, den ich unten eingebunden habe. “Trailer” ist aber mit Sicherheit das falsche Wort, da das Video mit Interviews, Gesprächen und vielen Backgrundinformationen bereits über 50 Minuten geht. NuoViso.tv schreibt dazu unter anderem:

Das Rätsel der weltweiten Pyramiden – NuoViso News #30

Am letzten Septemberwochenende war die NuoViso Crew erneut in Lennestadt im Galileo-Pyramiden-Park unterwegs. Dieses mal fand der Fachkongress „Rätsel Pyramiden Weltweit statt“, welchen wir natürlich in voller Länge aufgezeichnet haben.

Die großen Pyramiden von Gizeh – das letzte existierende Weltwunder der Antike. (…) Doch selbst heute gibt es noch zahlreiche Fragen: Wer waren die Erbauer und wie wurden sie errichtet? Warum wurden sie gebaut? Gibt es noch unentdeckte Kammern?

Aber nicht nur die ägyptischen Pyramiden geben uns Rätsel auf. Weltweit gibt es Pyramiden, die den meisten Menschen gänzlich unbekannt sein dürften. Die Pyramiden von Gizeh kennt wohl fast jeder. Und auch die Stufenpyramiden der Maya in Lateinamerika sind vermutlich den meisten bekannt. Aber wer – außerhalb der Archäologie – hat denn schon von Cahokia Mounds der riesigen Erdpyramiden-Anlage im Mittleren Westen der USA gehört? Oder von den großen Pyramiden Chinas, die an Größe und Volumen die Ägyptens sogar noch übertreffen. Geschweige denn von Pyramiden auf den Kanaren, den Azoren…?

Der Kongress ‘Rätsel Pyramiden – weltweit’ beschäftigt sich mit dem Phänomen, dass wir fast überall auf der Erde Pyramiden oder pyramidenähnliche Gebäude finden. Standen die antiken Kulturen schon viel früher in Kontakt mit einander und haben sie einfach voneinander ‘abgekupfert’? Oder stammt das Konzept der Pyramiden von einer früheren Hochzivilisation, die alle späteren beeinflusst hat? Unabhängig von der Antwort, lösen wir die Rätsel des weltweiten Pyramiden-Phänomens, müssen wir vermutlich unsere Geschichtsschreibung ändern.

Bereits Mitte Oktober 2018 soll die DVD übrigens HIER erhältlich sein.

Mehr dazu in diesem “Trailer” von NuoViso, der eigentlich keiner ist

Video vom 4. Oktober 2018 'Das Rätsel der weltweiten Pyramiden' von NuoViso

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

+++ Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Wenn “Eiserne Vögel” vom Himmel kommen und die Welt erschaffen: Seltsames aus der Mythologie Ungarns und dem Ural +++ Artikel +++

Wenn "Eiserne Vögel" die Welt erschaffen: Seltsames aus der Mythologie (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Wenn “Eiserne Vögel” die Welt erschaffen: Seltsames aus der Mythologie (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Es gibt kein Volk der Erde, das in ihren Überlieferungen keine Mythologien über die Schöpfung besitzt. Gleichgültig ob bei kleinen Stämmen und Völkern oder in großen Kulturen und Gemeinschaften, wir finden solche Erzählungen überall. Oftmals in einer Vielfalt, die sich selbst innerhalb der einzelnen Regionen oder Kultur individuellen unterscheiden. So auch bei dem Volk der Mansen (“Wogulen”) aus dem nordöstlichen Ural. In dieser finno-ugrische Völkergruppe, die von West-Sibirien über Ungarn und Nordrussland reicht, findet sich eine besonders interessante wie auch seltsame Überlieferung vom Anbeginn der Welt: Vögel aus Eisen hätten sie geschaffen. Diese Mythologie wollen wir uns hier einmal genauer ansehen, da sie erstaunliche Spuren und Querverbindungen öffnet!


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Vom Ural bis Ungarn

Die finno-ugrische Völker oder auch die uralischen Völkerfamilie haben alle eine gemeinsame Urgeschichte. “Kerngebiet” dieser Menschen ist Nordrussland und vor allem das Gebiet des Ural-Gebirges im Westen von Sibirien. Jenes Gebirge, das oftmals als die Ost-Grenze Europas gilt.

Trotzt einer gemeinsamen Frühgeschichte schlugen die einzelnen (heutigen) Volksgruppen jedoch im Laufe der Geschichte vollkommen andere Wege ein. Ihre Siedlungsgebiete reichten beispielsweise bis in das heutige Ungarn, Finnland, Estland, Polen oder auch in den Norden des Schwarzen Meeres und dem Gebiet der heutigen Stadt Sankt Petersburg.

Die “Mansi”, wie sie sich selber nennen, und heute vor allem an Mansen bekannt sind, nannte man früher “Wogulen“. Heute haben diese Volksgruppen je nach Siedlungsgebiet zahlreiche Namen. Trotz ihrer frühzeitigen Verbreitung und Trennung über den Osten und Nordosten Europas haben sie gemeinsame Wurzeln. Auch und natürlich in ihrer Sprache und in ihren Mythologien, bei denen es bis heute Parallelen und Berührungspunkte zu finden gibt.

Möglicherweise kennt der ein oder andere Grenzwissenschaft & Mystery Files-Interessierte das Volk der Mansen aus dem Ural bereits. Es ist das Ur-Volk, dass im Ural in jenem Gebiet lebt, in dem 1959 der legendären “Dyatlov-Pass-Vorfall” mit 9 toten Studenten geschah (mehr dazu in den Videos HIER & HIER).

Und eine dieser Überlieferungen der “Mansi” wurde 1891 in den “Ethnologischen Mitteilungen aus Ungarn” aufgezeichnet, und erscheint uns heute fraglos sehr sonderbar.

“Eiserne Vögel vom Himmel”

In der Legende heißt es, dass ein Mann zusammen mit seiner Frau und einem “schneeweißen Raben” in eine m Haus lebten. Niemals verließen sie das Haus, dass nur von Wasser umgeben gewesen sei, da es noch keine fester Erde gab. “Die Außenwelt, wie sie gestaltet,” kannte der Mann nicht. Eine Art erstes Menschenpaar also, dass irgendwo am Anfang aller Zeiten gelebt haben soll. Bis dann eines Tages:

Wie sie so leben, erschallt auf einmal aus dem oberen Himmel irgendein Geräusch. Der Alte schaut zum Fenster hinaus: also von obenher aus dem Himmel kommt ein eiserner Tauchervogel. Erde zu suchen, taucht er ins Wasser. Er ging und ging umher, er tauchte auf, er hatte keine Erde gefunden. Er schöpfte Atem und tauchte wieder ins Wasser. Er ging und ging umher, er tauchte auf, wieder vergebens, Erde gibt es keine.

Ein wenig atmete er und tauchte zum dritten mal unter. Als er auftauchte, holte er so stark Atem, dass ihm unten die Kehle barst; an der Schnabelwurzel hatte er ein Bröcklein Erde. Er schwang sich auf und stieg damit gen Himmel.

Was ist ist “eiserner Tauchvogel”, der vom Himmel kam? Vögel, die in und unter das Wasser tauchen gibt es natürlich viele. Zum Beispiel machen das auch Enten bei der Suche nach etwas Essbaren. Aber warum diese Legende gleich von einem Tauchvogel aus Eisen spricht, ist seltsam. Mit “modernen Augen” denken hier sicher viele Mystery-Jäger an etwas Mechanisches oder Technisches …

Da aber dieser Metall-Vogel nur ein “Bröcklein Erde” bei seinem Tauchversuchen auf dem Meeresgrund finden konnte, war seine Mission offenkundig gescheitert. So kam es, dass am anderen Morgen ein zweiter Eisen-Vogel vom Himmel stieg, um erneut im Meer nach Erde zu suchen. In der Überlieferung heißt es dazu:

Morgens, als sie aufstehen, erschallt wieder ein Geräusch aus dem Himmel. Als der Alte hinaus schaut, steigt ein eisernes Seehuhn vom Himmel, taucht ins Wasser. Es ging und ging herum, als es auftauchte, hatte es nichts, ganz und gar nichts.

Nach dieses himmlische Seehuhn aus Eisen mehre Tauchversuche unternahm, konnte er tatsächlich “ein ziemliches Stückchen Erde” bergen. Das “eiserne Seehuhn vom Himmel” rieb daraufhin am Haus des Paares seinem Schnabel – “dann flog es gen Himmel” zurück. Wie durch ein Wunder stellte das Paar am anderen Morgen fest, dass über Nacht “die Erde fußsohlenbreit geworden” war. Das wiederholte sich in den Folgetagen, bis sich das Wasser der Welt “in Erde verwandelt” hatte.

Der “schneeweiße Rabe”

Sicherlich waren der Alte und seine Gemahlin überaus erfreut, als sie nach einigen Tagen feststellten, dass es um ihr Haus jetzt festes Land gab, so weit das Auge reichte. Wie weit genau diese Erde allerdings reichte, dass wussten sie nicht. So kam ihr Haustier, der “schneeweiße Rabe”, ins Spiel:

“(…) am dritten Tage, als die Frau und ihr Alter zum Fenster hinaus sehen, gibt kein Wasser, überall hatte es sich in Erde verwandelt. Zu seinem schneeweißen Raben sprach der Alte: ‘Geh nur, sieh, wie groß die Erde geworden!’ Der Rabe entfernte sich, blieb eine kleine Stunde weg, so groß war die Erde schon geworden.”

An den folgenden Tagen wiederholten die beiden Menschen dieses Prozedere mit ihren mysteriösen Raben. Immer länger blieb er fort und so wussten sie, dass die Erde immer weiter wächst bzw. sich das Wasser in Land verwandelte. Eines Tages kam der Rabe erst “zur Zeit des Niederlegens” zurück und war plötzlich nicht mehr weiß sondern ganz schwarz geworden. “Du hast auf deinem Fluge was angestellt!”, warf der Alte seinem Raben vor.

Sich keiner Schuld bewusst sprach der seltsame Rabe, dass er gesehen hat, dass ein Mensch gestorben sei. “Von dem habe ich gesessen, deshalb bin ich schwarz geworden.” Das erschreckte den Mann so, dass er seinen Vogel fortjagte und verfluchte:

“,(…) so fort mit dir von hinnen! Beim Eintritt der Welt des Menschenzeitalters sollst du allein nicht vermögen, Tiere des Waldes zu töten, sollst du nicht vermögen, Fische des Wassers zu töten; wo der Mensch irgendein Waldtier getötet, dort am blutigen Ort sollst du deinen Hunger stillen; an manchem Tage sollst du dich hungrig niederlegen.‘”

Vertrieben und verflucht von seinen Menschen zog der Rabe in Wald und lebte fortan dort. Bis heute als ein “Schnorrer” oder “Schmarotzer”, wie man sagen würde.

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Hier stimmt was nicht!

Klammern wir die Verbannung des Menschenfressenden Raben zunächst einmal aus, erzählt diese Mansen-Legende einige überaus spannende Details.

Zum einen haben wir da natürlich die Tatsache, dass zwei verschiedene “Tauchvögel” vom Himmel kamen, die aus Eisen bestanden haben sollen. Warum gerade Eisen, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Überlieferungen und natürlich Schöpfungsmythen weltweit beinhalten überaus häufig diverse Tiere, die ebenso diverse Taten oder Aufgaben erledigten. Aber sie sind in diesen Legenden immer aus “biologischen” oder “natürlichen Stoffen”, wenn sie nicht sogar ganz einfach als Tier bezeichnet werden.

Eisen ist zwar natürlichen Ursprungs, muss aber auf komplizierten Wege gewonnen und verarbeitet werden. Wer oder was hat also diese “Eisen-Vögel” geschaffen?

Einen weiteren seltsamen Punkt dieser Sage von den Anfängen erkennt man vielleicht nicht auf den ersten Blick: Es ist der Rabe des Paares selbst.

Ohne hier zu sehr ins Details gehen zu wollen (das wäre zu umfangreich!), ist der Rabe in globalen Legenden und auch Schöpfungsmythen immer wieder ein enorm wichtige “Figur” in diesen. Zum Teil so wichtig, dass ganze Überlieferungen ihm, den Raben, die Schöpfung der Welt und Menschheit zusprechen. In diesem Fall ist es aber offenbar ganz anders, da der Rabe von dem Menschen geradezu verflucht wurde. Grund war sein Verzehr von Menschenfleisch.

Aber woher kamen diese Menschen eigentlich?

Von der Sintflut und dem Raben

Menschen, die Vögel aus einem “Haus” aussenden, um von diesen nachsehen zu lassen, wie weit die Erde (das Land) schon “gewachsen” war, kenne wir alle. Denn Noah aus der Bibel tat zum Ende der von Gott geschickten Sintflut genau dasselbe aus seiner Arche heraus. Nach der biblischen Erzählung ab Genesis 8,1 schickte Noah dreimal eine Taube aus, als die Wassermassen der Sintflut langsam wieder zurück gingen. Die Vögel sollten für ihn und seine Familie prüfen, ob es schon irgendwo festes Land gibt (obwohl mal schon die ersten Berge sehen konnte).

Die dritte Taube kehrte bekanntlich nicht wieder zurück und so wussten die Insassen der Arche Noah, dass es Zeit ist, das Schiff zu verlassen. Was aber weniger bekannt ist, ist der Umstand, dass Noah vor den drei Tauben einen Raben losschickte, um nach Land zu suchen. Es heißt dazu im 1. Buch Mose 8,7:

Und er sandte den Raben aus; der flog hin und her, bis das Wasser auf Erden vertrocknet war.

Noahs Rabe flog folglich immer mal wieder zur wundersamen Rettungs-Arche zurück, um sich quasi auszuruhen, dann aber wieder fort zum fliegen. Gibt es hier einen tieferen Sinn oder sogar eine Parallele zwischen der Masen-Legende und der Sintflut-Geschichte der Bibel? Könnte demnach die Mansen-Überlieferung eine Art Sinflut-Erzählung sein, die bekanntlich auch in allen Teilen der Erde zu finden ist?

Möglicherweise ja. Denn bei einem Blick “hinter diese mythischen Zeilen” findet sich ein überaus interessanter Zusammenhang. So lesen wir im 3. Buch Mose (11,13-15) eine Auflistung von unreinen Tieren, die nicht gegessen werden dürfen und die es zu “verabscheuen” gilt. Darunter sind auch “alle Arten von Raben”. Dieses Gebot an die “Kinder Jahwes” wird im 5. Buch Mose in 14,14 sogar wiederholt.

In der Bibel wird an dieser Stelle das Wort “oreb” benutzt, was soviel wie “schwarz sein” bedeutet und für die gesamte Vogelgattung “Corvus” verwendet wird. Krähen gehören ebenso dazu, wie eben der Rabe. Dieser ist ein “unreines Tier”, da er sich von Aas ernährt bzw. ernähren kann. Demzufolge kann er kaum zu Gottes “reinen Tieren” gehören. Gerade deshalb soll, so einige Deutungen der biblischen Sintflut, Noah zuerst einen Raben aus der Arche geschickt haben. Er konnte sich ja von den überall herumtreiben Toten der Flut Gottes ernähren, heißt es …

Grundsätzlich erzählen die Mansen in der oben zitierten Überlieferung genau das. Auch darin wird ein Rabe entsandt, der dabei von einem Toten speist, den er irgendwo bei seinem Rundflug gefunden hatte. Ein Aasfresser eben. Trotzdem laut Bibel natürlich ein Wesen Gottes, da an verschiedenen Stellen betont wird, dass der Herr die Raben trotzdem ernährt. Schon Jesus sagte seinen Jünger in Lukas 12,24, dass Raben “nicht säen noch ernten, die weder Vorratskammer noch Scheune haben, und Gott ernährt sie” dennoch.

Der Teufel im Federkleid

Interpretationen biblischer Verse, Geschichten und Bildnisse sind vielschichtig. So auch beim unreinen Raben. Er soll beispielsweise als verdorbener Geist am Ende der Flut bewusst von Noah herausgeschickt worden sein, damit er sich an den Leichen der toten Sünder laben kann. Als symbolischer Satan, dem dann letztlich Gott bzw. Jesus als friedliche Taube folgte.

Selbst Babylon, die legendäre Stadt mit dem ebenso legendären Turm von Babel, wird in der Bibel damit in Verbindung gesetzt. In der Offenbarung lesen wir in 18,2, Babylon “ist eine Behausung von Dämonen geworden und ein Gefängnis jedes unreinen Geistes und ein Gefängnis jedes unreinen und gehassten Vogels”. Damit soll der Rabe gemeint gewesen sein und schlussendlich der Satan.

In der Ur-Version der Erzählung von der Arche Noah und der Sintflut ist es übrigens genau umgekehrt: Im Gilgamesch-Epos, dessen Sintflut-Überlieferung zweifellos von den biblischen Flut-Autoren übernommen und abgeändert wurde, strandet die dortige Arche ebenfalls an einem Berg. Das im Vergleich zur Bibel wesentlich ältere Epos aus Mesopotamien erzählt daraufhin auf Tafel XI weiter, dass Utnapischtim, wie Noah hier heißt, drei Vögel aus seiner Arche lässt.

Zuerst eine Taube, doch “kein Ruheplatz fiel ihr ins Auge, da kehrte sie um”. Daraufhin eine Schwalbe, die ebenso wieder zurück zur Arche kam, da sie keinen Ruheplatz finden konnte. Als drittes folgte – wen wundert es? – ein Rabe:

Einen Raben ließ ich hinaus; auch der Rabe machte sich fort; da er sah, wie das Wasser sich verlief, fraß er, scharrte, hob den Schwanz — und kehrte nicht um.

Im Gilgamesch-Epos ist der Rabe alles andere als ein teuflisches Tier. Letztlich war es ja er, der dem dortigen Noah Utnapischtim zeigte, dass das Land wieder erschienen war. Freudig über den dank des Raben erfahrenen Rückgang der Flut sagte Utnapischtim daraufhin “da ließ ich hinausgehen nach den vier Winden”. Die Arche wurde verlassen. Und wie in der Bibel auch, brachte der mesopotamische Sintflut-Held noch direkt am Berg der Landung ein Brandopfer für seine Götter dar.

In der Legende der Masen heißt es am Ende, dass der einst weiße Rabe in den Wald ging, wo er bis zum heutigen Tag lebt. Er wäre aber eben kein Jäger und müsste fortan Aas fressen, wie er es zuvor auch tat, als er einen Toten fand. Ich möchte bezweifeln, dass in einem Raben der Teufel oder ein unreiner und dämonischer Geist wohnt, wenn ich einen solchen Vogel sehe …

Allerdings war das an die 3.000 Jahre alte Epos des Gilgamesch mit der dortigen Flut-Legende dem Volk der Mansen wohl kaum bekannt. Erste Texte wurden im Jahr 1853 gefunden und erst 1872 in Großbritannien übersetzt. Unwahrscheinlich, dass der Inhalt dieses Epos in so kurzer Zeit in ihre Mythologie eingeflossen ist.

Ein netter “unreine Rabe” in der Bibel

In biblischen Zeiten gab es nicht nur Jahwe als Gott der Israeliten, sondern viele Götter. An dieser Stelle ist in diesem Zusammenhang besonders der Gott Baal zu nennen, der nicht nur als Götze sondern auch als Teufel galt. Der israelische König Ahab (etwa 871 bis 852 v. Chr.) leistete sich diesbezüglich einen ganz besonders gottlosen Frevel, als er die Verehrung dieses Baal und der Göttin Aschera zuließ und sogar förderte. Eine von dem Propheten Elija prophezeite Dürre werde deshalb die nächsten Jahre kommen, bis er als Diener Gottes sagt, dass es wieder regnen wird.

Fortan musste sich der Elija verstecken. In einer Höhle auf der anderen Seite des Jordan, die ihm sein Gott persönlich zugewiesen hatte, lebte der Prophet nun. Aber er litt weder Hunger noch Durst, denn auch dafür hatte sein Herr gesorgt. So erfahren wir im 1. Buch der Könige in 17,4-6 Erstaunliches:

‘Ich habe den Raben befohlen, dich dort mit Nahrung zu versorgen, und aus dem Bach kannst du trinken.’ Elija gehorchte dem Wort Jahwes, ging auf die andere Jordanseite und hielt sich im Tal des Krit auf. Morgens und abends brachten ihm die Raben Brot und Fleisch.

Schon seltsam, dass der Rabe als unreines und dämonisches Tier oder sogar der Teufel selbst, den treuen Diener und Kämpfer Gottes umsorgt haben soll. Das passt in dieser biblischen Mythologie nicht so ganz. Außer wir glauben der Deutung, dass hier gezeigt werden soll, dass Jahwe als Allmächtiger auch Macht über den Teufel hat, und ihm seinen Willen auferlegen kann. Warum der Herr allerdings heute dem Bösen, Unreinen und Teufel nicht mehr seine Befehle ausführen lassen kann, sagt diese Interpretation nicht.

Schamanismus und Mischregionen

Persönlich vermute ich, dass die 1891 in Ungarn aufgezeichnete Mansen-Legende eine verstümmelte oder kaum mehr erkennbare Sintflut-Überlieferung ist. Durchaus mit biblischen Einflüssen, da die Mansen zumindest auf dem Papier im 18. Jahrhundert zum Christentum “bekehrt” wurden. Dennoch ist ihre ursprüngliche Naturregion des Schamanismus und dem Glauben an Geister, spirituelle Wesen in allen natürlichen Dingen der Welt, nicht ausgestorben. Sie leben eine Art Mischregion.

So schreibt  etwa schreibt Winfried Dallmann in “Indigene Völker im Norden Rußlands” (“Gesellschaft für bedrohte Völker”, Bozen 1998):

Das Unverständnis der ‘modernen’ Welt, das weitgehend auch heute noch anhält, hat einen großen Teil dieses Wissens bereits verloren gehen lassen. Unter vielen sibirischen Völkern ist die Christianisierung weit weniger nachhaltig praktiziert worden (…)”

Wie viele Ur-Völker scheint demnach auch die uralischen Völkerfamilie christliche Elemente in ihre Religionen und Weltanschuungen eingewebt zu haben. Indigene Kulturen sahen immer in Tieren, wie eben Vögeln und damit Raben, beseelte Wesen oder sogar Mittler zwischen den Welten. Man denke hier als klassisches Beispiel an in amerikanischen Indianer.

Im skandinavischen Gebiet, einer Region, in dem auch uralische Völker ihre Heimat fanden, sind zwei Raben wiederum spannend. Sie heißen Hugin und Munin und sitzen auf den Schultern des Gottes Odin. Nicht als Satan oder böse Wesen, sondern als Verkünder und Ermittler von Wissen und Informationen für ihren Herren Odin. Obwohl natürlich auch hier die Traditionen und Legenden variieren, ist es bei diesen beiden Raben bezeichnet, dass sie bei Tagesanbruch über die ganze Erde fliegen und so für Odin Neuigkeiten besorgen.

In der Grímnismál, eine mythologische Liedersammlung der nordischen Edda, lesen wir:

Hugin und Munin müssen jeden Tag über die Erde fliegen. Ich (Odin) fürchte, dass Hugin nicht nach Hause kehrt; doch sorge ich mehr um Munin.

Warum befürchtet der mächtige Gott Odin, dass seine beiden Raben nicht wieder heim kommen? Sollte eine Verbindung zum Raben in der Legende über den alten Mann, seinem Frau und seinem Raben bestehen? Auch Heinrich Beck und Bernhard Maier schreiben in dem von Walter de Gruyter herausgegeben Standartwerk “Reallexikon der germanischen Altertumskunde” in Band 15 (New York 200):

Ungeklärt ist bis jetzt, warum der Gott die Nichtwiederkehr von Hugin und Munin befürchtet – und dies verstärkt bei Munin.

Das Phantastische!

Hinterfragt man als an den Mythen der Vorzeit Interessierter eben solche einmal etwas genauer, öffnen sich buchstäblich Welten! Eine scheinbare Legende von der Erschaffung der Welt könnte ebenso eine kaum mehr zu erkennende Überlieferung von der Sintflut sein. Inklusive Bezüge zur Arche Noah, dem biblisch unreinen Raben und letztlich dem Satan.

Das Phantastische daran ist – neben weltweiten Parallelen – dass die Mansen-Sage von “eisernen Vögeln” spricht. Wie soll man solche Eisen-Vögel verstehen? Auch wenn biblische Elemente hier eingeflossen sind, weichen diese enorm vom Alten Testamt und der dortigen Flut-Erzählung ab. Vögel aus Eisen, die mit einem “Geräusch aus dem Himmel” kommen, um im Meer nach Erde zu suchen, sind wohl kaum mit den Tauben des Noah zu vergleichen. Sofern man diese Verbindung ziehen möchte.

Warum erzählt die Überlieferung beispielsweise nicht einfach von Fischen, die Erdreich in ihren Mäulern vom Grunde des Wassers holen? Das ist für eine naturverbundene Schamanen-Religion mit Sicherheit weit logischer und nachvollziehbarer, als irgendwelche (künstlichen) Metall-Vögel

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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