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“Italo Disco – Erich von Däniken”: Der Prä-Astronautik-Autor in elektronischer Popmusik: Über Satire und Hommagen zu Ancient Aliens (+ Video)

"Italo Disco - Erich von Däniken": Der Prä-Astronautik-Autor hat es in die elektronische Popmusik geschafft (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & E. v. Däniken / Montage: Fischinger-Online)
“Italo Disco – Erich von Däniken”: Der Prä-Astronautik-Autor hat es in die elektronische Popmusik geschafft (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & E. v. Däniken / Montage: Fischinger-Online)

Erich von Däniken, die Prä-Astronautik und die neudeutschen Ancient Aliens spalten seit über einem halben Jahrhundert die Meinungen. Befürworter, Kritiker, Fans und Gegner geben sich zum Thema “Die Götter waren Astronauten” regelrecht die Klinke in die Hand. Die einen sind begeistert – die anderen mehr als skeptisch. Doch Fans wie Skeptiker begegnen der Prä-Astronautik und deren bekanntesten Vertreter von Däniken hin und wieder auf recht ausgefallene Art und Weise. Hierbei reicht das Spektrum von Satire bis “musikalischen Anerkennungen”. Jüngst wieder geschehen in Form elektronischer Musik mit dem vielsagenden Titel “Erich von Däniken”, die Ihr hier zu hören bekommt. Weitere Beispiele lest Ihr in diesem Beitrag


Erich von Däniken und seine Freunde

Die Meinungen darüber, ob an der Prä-Astronautik irgendwas “dran” sein könnte, und damit die Götter aus dem All kamen, sind überaus vielschichtig. Gerade auch durch die erfolgreiche US-Serie “Ancient Aliens” des History Channel aus den USA, die in den Augen sehr vieler das Thema “kaputt gemacht hat”.

Als mit weiten Abstand bekanntester Vertreter der Prä-Astronautik ist fraglos der Autor Erich von Däniken zu nennen. Seit nunmehr 1968, seit sein erstes Buch erschien, ist er dafür bekannt. Dies brachte ihn “viel Fein und viel Ehr”, wie er es selber formulierte, und worüber auf Fischinger-Online HIER bereits 2016 berichtet wurde. Natürlich zog und zieht die Idee der antiken Astronautengötter viel Kritik mit sich. Von zahlreichen Seiten.

Aber diese Spekulationen haben auch viele Fans. Und Erich von Däniken selber damit ebenso. So hat beispielsweise der Musiker Rupam Islam vor einigen Jahren ein Musikvideo mit dem Titel “Erich von Däniken” online gestellt, das auf diesem Blog bereit HIER 2017 vorgestellt wurde. Eine Hommage an von Däniken in dem sich der asiatische Musiker offensichtlich selber auf die Spuren der Astronautengötter macht, erfolgreicher Autor wird und letztlich – in der Gummizelle landet …

Die Metal-Musik-Gruppe “Running Wild” veröffentlichte 1994 sogar einen Song, in dem sie die inzwischen berühmten Außerirdischen mit Namen Anunnaki besingen. Jene Raumfahrer der Vorzeit, die von dem (Phantasieplaneten) Nibiru zur Erde gekommen sein sollen, um hier Gold abzubauen. Was allerdings auch eine reine Erfindung ist, wie in diesem Artikel HIER belegt. Von diesen Ancient Aliens und der Schöpfung der Menschheit durch Außerirdische handelt der besagte Song von “Running Wild”, den ich bereits vor acht Jahren in diesem Beitrag HIER vorstellte.

Andere “Anhänger” der Prä-Astronautik nehmen die Thematik und mit ihr von Däniken ironisch auf den Arm. Zum Beispiel in Form von Karikaturen und Comics für Magazine, wie es beispielsweise der Mystery-Autor und Maler Reinhard Habeck seit Jahrzehnten macht. Auch Bücher von Habeck dazu sind unlängst erschienen. Ganz ähnlich wie es mein Kollege Heiko Stehr vor einigen Jahren mit den “Mystery Toons” machte. Jedoch mit dem Unterschied, dass hier ich selber in zahlreichen dieser “Toons” ironisch auf die Schippe genommen wurde (nur ein Beispiel HIER).

Witzbolde in der Prä-Astroanutik

Mit Kritik an der Prä-Astronautik oder an Erich von Däniken hat das alles nichts zu tun. Vielmehr sind es mit Humor gespickte ironische Beachtungen des Themas. Oder Ausdrücke der “Popkultur” von Fans und Interessierten, die damit Anerkennung statt Kritik oder Spot zeigen. Anders als beispielsweise eine Folge der beliebten und berühmt-berüchtigten TV-Trick-Serie “South Park”. Bereits 2011 nahm man sich dort in einer Folge satirisch der TV-Serie “Ancient Aliens” an. In einer ins Extreme überspitzen Art und Weise, für die “South Park” berühmt ist. Einen Beitrag zu dieser Folge finden Ihr HIER.

Unvergessen ist sicher auch Kult-Satiriker Oliver Kalkofe, der die TV-Werbung für die Doku-Serie “Auf den Spuren der Allmächtigen” von und mit von Däniken durch den Kakao zog. Eine Fernsehreihe, die Sonntags in den 1990ger Jahren sehr erfolgreich auf Sat1 lief und Kalkofe als “Auf den Spuren der Schwachsinnigen” verhohnepipelte.

Satire ist das Stichwort: 1975 erschien im angesehenen Bertelsmann Verlag in München das Buch “Und sie waren doch da”. Übrigens genau der Verlag, der kurz darauf Erich von Dänikens Bücher erfolgreich verlegte.

Der Verfasser, ein angeblich angesehener Professor Dr. Wilhelm Selhus, legte darin “wissenschaftliche Beweise für den Besuch aus dem All” vor, die seine Studien und Forschungen in Sachen Prä-Astronautik ergeben hätten. In Wahrheit aber ist das Buch reine Satire und der Inhalt ebenso erfunden, wie der Autor. Bis ins Absurde wurde hier die “Indizienkette” und “Beweise” der Prä-Astronautik auf die Spitze getrieben. So wurde im Grunde die Prä-Astronautik schlicht – verarscht.

Natürlich ist es durch das Internet heute Alltag, dass “Ancient Aliens”, von Däniken oder die Prä-Astronautik “aufs Korn genommen” werden. In Diskussionsforen ebenso wie in den Sozialen Medien. Mal ganz offen, mal aber durchaus versteckt. Ob jeder das als Satire oder Veräppelung erkennt, ist dabei eine andere Sache. So veröffentlichte erst heute ein User der Gruppe “Grenzwissenschaft vs. Wissenschaft” auf Facebook folgendes:

Herr von Dänikens Beitrag hat mir tiefe Erkenntnis gebracht. Es ist schön, wenn sich verschiedene Fragen mit einem Mal lösen. Die Wissenschaft fragt sich seit längerer Zeit, weshalb wir keine Wirkung intelligentem Lebens weder in unserer Milchstraße noch sonst wo bemerken. Da Leben fast sicher auf Planeten in der habitablen Zone entsteht, müsste es auf jeden Fall uns weit überlegene Zivilisationen geben, deren Wirken wir irgendwie bemerken sollten. Und sie müssten auch versuchen, mit uns in Kontakt zu treten.

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Auch streiten viele Leute noch ab, dass die Erde eine Scheibe ist, auch wenn die anderen Planeten rund sind. Die Erklärung lautet so: vor Jahrtausenden landeten Aliens auf unserem Planeten. Der war damals noch eine Kugel und hieß Atlantis. Nach eingehender Untersuchung beschlossen die Aliens, uns zu prüfen. Sie machten aus Atlantis die Erdscheibe. Als Kollateralschaden verschwanden einige Hochkulturen.

Und nun warten sie darauf, dass wir unser Scheibendasein bemerken und es offiziell wissenschaftlich anerkennen. Dann nehmen sie mit uns Kontakt auf. Wir müssen daher unbedingt versuchen, die Astronomen und die NASA von dieser Tatsache zu überzeugen, damit wir die Segnungen der überlegenen Technik dieser Aliens bekommen. Ich werde eine Gesellschaft gründen und hoffe auf viele Mitglieder.”

Zumindest kann man nur hoffen, dass es als “Scherz” gedacht ist.

Astronautengötter aus dem Ur-Anus

Nicht weniger “Ironie” fand sich Jahre nach dem Buch von Selhus auch in dem Buch “Der Götterbaum”. Erschienen 1994 von dem Autor “Walter Papst” im bekannten Herbig Verlag. Ein Verlagshaus, in dem in den 1990ger Jahren während der Boomzeit der Prä-Astronautik zahlreiche Mystery-Bücher in Deutschland veröffentlicht wurden. Kernaussage des Buches ist die “sensationelle Entdeckung”, wie es damals zu lesen war, “das Saturnbewohner unsere Nachbarn sind”! Die Astronautengötter seien nach diesem Buch einstmals aus dem Inneren eines hohlen Saturn zur Erde gekommen …

Was das Buch “Der Götterbaum” von dem Buch von “Selhus” unterscheidet, ist der Umstand, dass hier die Satire nicht so offensichtlich ist. Man könnte diese Arbeit aufgrund der umfangreichen Analysen und scheinbaren Spuren auf die Götter streckenweise ernst nehmen. Bis man auf Aussagen aus der Etymologie trifft, die die Realsatire dahinter zeigen. Etwa, dass der Mensch vom Hund eher abstamme, als “vom Affen”. Dies würde sich “aus der sprachlichen Verwandtschaft von God und dog” ebenso ergeben, wie auch auf dem Umstand, dass Schädel von Urmenschen zum Teil “im Knochenbau mit dem Profil eines Boxerhundes” übereinstimmen. Damit meinte Papst die Augenwülste.

Der “Höhepunkt” solcher satirischen Herleitungen ist Walter Papst seine “Analyse” des Uranus. Den kennen wir alle als griechischen Gott des Himmelsgewölbes und vor allem als Planeten. Für Papst ist es der “Ur-Anus”, der mit “Eingangsmöglichkeiten” in “die himmlische Unterwelt, also in den Weltenbaum”, zu tun hat. Und da “Uranos” mit “anos” endet schlussfolgerte er messerscharf:

Anus heißt im Lateinischen After, wörtlich: Himmelsausgang oder deutsch: Höllenabgang. Demnach haben wir es einerseits mit einem Ur-Ausgang (…) zu tun.”

Also kamen die Götter aus dem Anus im All …

So geht es bei Papst munter weiter. Das Volk der Finnen “belegt” etwa durch ihren Namen, dass sie “von Innen” gekommen seinen oder abstammen. Als “junge Bandwürmer aus dem Anus”. Und die ägyptische Himmelsgöttin Nut hat selbst in der deutschen Sprache eine Spur hinterlassen. Eine Nut ist “eine Einsenkung”, wie er schreibt, die jeder von Nut und Feder kennt. “Ein himmlischer Geschlechtsakt kommt ins Spiel”, stellt Papst dadurch fest. Natürlich mit dem Uranos, denn schließlich zeige das schon die Form des Buchstaben “U” in seinem Namen an.

Erich von Däniken vs. Italo Disco

Nach diesem kurzen Ausflug nach “Bizarrastan” kommen wir zu etwas erfreulicheren. Am 2. Juni 2020 lud “Italo Disco” das unten stehende Video mit dem Musiktitel “Erich von Däniken” bei YouTube hoch. Hierbei handelt es sich offensichtlich um eine Hommage an den Autor und nicht um irgendeine Art von Satire.

So erfahren wir im deutschsprachigen Text des Liedes, der – wie ich von “Italo disco” erfuhr – von Erich von Däniken und Ramon Zürcher “abgesegnet” wurde:

Auf der Suche nach der Vergangenheit
macht er vor Stock und Stein nicht halt
Ihn hält auch kein dichter Dschungel auf
auf den höchsten Berg da muss er rauf

In alten Mythen kennt er sich aus
das ganze Wissen drängt aus ihm heraus
Rastlos eilt er durch jeden Kontinent
erzählt von dem von dem er sich auskennt

Erich – Erich von Däniken
Aus Mythen werden Fakten
ein Schock für Ignoranten
Erich – Erich von Däniken
Die Wahrheit kommt ans Licht
verhindern kann mans nicht
Erich – Erich von Däniken
Aus Mythen werden Fakten
ein Schock für Ignoranten
Erich – Erich von Däniken
Die Wahrheit kommt ans Licht
verhindern kann mans nicht

Sie kamen einst vom Himmel auf die Erde
und schufen uns nach ihrem Ebenbilde
Aus missverstandener Technologie
entstand daraus die Ancient Alien Theorie

Erich – Erich von Däniken
Aus Mythen werden Fakten
ein Schock für Ignoranten
Erich – Erich von Däniken
Die Wahrheit kommt ans Licht
verhindern kann mans nicht
Erich – Erich von Däniken
Aus Mythen werden Fakten
ein Schock für Ignoranten
Erich – Erich von Däniken
Die Wahrheit kommt ans Licht
verhindern kann mans nicht

Heute out und morgen in
das macht doch so gar keinen Sinn
Egal wohin er auch hinreist
kämpft er stets gegen den Zeitgeist

Erich – Erich von Däniken

(…)

“Italo Disco” scheint sich mit der TV-Serie “Ancient Aliens” und von Däniken durchaus auszukennen. Zumindest oberflächlich, wie es der Songtext verrät. Etwa die Erwähnung von “Zeitgeist”. Ein Wort, dass der Autor bei vielen Vorträgen, Interviews etc. seit Jahren immer wieder verwendet (“der Zeitgeist ändert sich”).

Auch wenn diese Art elektronische Musik nicht Euer Fall ist, hört mal rein.

“Italo Disco – Erich von Däniken”

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Die Bosnischen Pyramiden des Sam Osmanagich: Ein Magnet für Touristen +++ Video +++

VIDEO: Die Bosnischen Pyramiden und der boomende Tourismus (Bilder: Google Earth / bosnianpyramid.com / Fischinger-Online)
VIDEO: Bosnische Pyramiden und der boomende Tourismus (Bilder: Google Earth / bosnianpyramid.com / Fischinger-Online)

Seit nun rund 15 Jahren kennt man die sogenannten “Bosnischen Pyramiden” nahe des Ortes Visoko in Bosnien und Herzegowina. Entdeckt hatte sie damals Dr. Sam Osmanagich (Sam Osmanagic), der seit dem alles daran setzt, die “Pyramiden von Bosnien” bekannt zu machen, zu vermarkten und zu erforschen. Zumindest nach seinen Aussagen. Trotz aller Kritik und heftigen Gegenwehr von Seiten der etablierten Archäologie um die Berge des Osmanagich ist es ihm in all den Jahren auch erfolgreich gelungen. Wie bereits berichtet boomt der Tourismus um die “Pyramiden” wie nie zuvor. Wie es dazu kam, und welchen Aufschwung die Region dank der “Pyramiden von Bosnien” erlebt, erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video.


“Bosnische Pyramiden”

Vor nun mehr 15 Jahren entdeckte Dr. Sam Osmanagich (Sam Osmanagic) unweit des Ortes Visoko in Bosnien und Herzegowina die sogenannten “Pyramiden von Bosnien“. Seit dem streiten sich die Kritiker und Gläubige um die als “Bosnische Pyramiden” bekannten Berge und den Spekulationen dazu.

Auch und vor allem die etablierte Archäologie lehnt die Thesen um dortige “Sonnen-Pyramide” und angeblich andere Monumente ab. Schon damals, nachdem Sam Osmanagich die vermeintliche “Sensation” publik gemacht hat.

Doch gegen alle einstigen Erwartungen um die “Pyramidenmanie” hat sich das Thema “Bosnische Pyramiden” gehalten. Mehr noch, denn der Tourismus boomt dank der Entdeckungen rund um Visoko. Zur Freude der gesamten Bevölkerung!

Wie sich das Thema in den letzten Jahren entwickelt hat, erfahrt Ihr umfangreich in diesem Blog-Artikel HIER und in dem folgenden YouTube-Video.

Bleibt neugierig …

Video vom 2. Feb. 2020 auf Fischinger-Online

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Lars A. Fischinger

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Grenzwissenschaft Classics, Folge #34: Die PSI-Spionage des Pentagon und die Akte X +++ Video +++

Grenzwissenschaft Classics Videos, Folge #34: PSI-Spionage des Pentagon und die Akte X (Bilder: Google Earth & PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Grenzwissenschaft Classics Videos, Folge #34: PSI-Spionage des Pentagon und die Akte X (Bilder: Google Earth & PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Parapsychologie oder allgemein Paranormale Phänomene sind in den Augen vieler Menschen nichts als Humbug. Dazu zählt auch die Fernwahrnehmung (“Remote Viewing”), die für die meisten Kritiker nichts als Hellsehen ist, das obskure Seher, Medien, Wunderheiler oder Mentalisten praktizieren. Ein Gebiet der Esoterik und Parawissenschaft also. Vor Jahrzehnten sah das Pentagon mitten im Kalten Krieg die Sache aber etwas anders. So rief die CIA das geheime „Stargate Project“ Ende der 1970ger Jahre in Leben, bei dem „PSI-Spione“ mittels Fernwahrnehmung den Gegner UdSSR ausspionieren sollten. Ein Thema, das auch für die Medien von Interesse war, wie Ihr es in Teil #34 der „Grenzwissenschaft Classics“ aus dem Jahr 1997 seht.


Paranormale Phänomene im Pentagon

Paranormale Phänomene wie Fernwahrnehmung, die man auch Remote Viewing nennt, sind für viele Menschen nichts als Humbug. Irgendwas mit Hellsehen, das obskure Seher, Medien, Wunderheiler oder Mentalisten praktizieren.

Also nichts weiter als Parapsychologie, mit denen sich höchstens Esoteriker oder Grenzwissenschaftler beschäftigen. So die vielfache Kritik.

Doch schon vor Jahrzehnten sah es das Pentagon mitten im Kalten Krieg mit der UdSSR anders. Hier vermutete man eine Möglichkeit den Feind Sowjetunion durch übersinnliche Wahrnehmung entsprechend begabter Menschen auszuspionieren.

So rief die CIA das geheime „Stargate Project“ Ende der 1970ger Jahre in Leben. Für Geheimdienst und Militär sollten dabei „PSI-Spione“ mittels Fernwahrnehmung beim Gegner spionieren. So die heute unlängst freigegeben Akten zu diesem erstaunlichen Projekt der USA.

Das war 1997 auch ein Thema für die Medien, wie Ihr es in Teil #34 der „Grenzwissenschaft Classics“ seht.

Bleibt neugierig …

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Der Schleier von Manoppello: Das “Jesus-Foto” und was das ZDF (passend zu Ostern) 2007 unterschlug (Artikel)

Das Jesus-Foto und was das ZDF seinen Zuschauern unterschlug! (Bild: Fischinger-Online)
Das “Jesus-Foto” von Manoppello und was das ZDF seinen Zuschauern 2007 unterschlug! (Bild: Fischinger-Online/Archiv)

Dass man nicht alles glauben soll, was das Fernsehen den Zuschauern präsentiert, dürfte kein Geheimnis sein. Der Übergang von bewusster Manipulation, dem “verschweigen” oder “vergessen” von Fakten und Meinungen und kleinen und großen Irrtümern dürfte dabei wohl fließend sein. Das gilt prinzipiell für alle Medien. Und es galt auch schon lange bevor Bezeichnungen wie “Lügenpresse” oder “Lückenpresse” scheinbar salonfähig wurden. So wie Ostern 2007, als das ZDF passend zum höchsten Fest der Christen eine Dokumentation über eine Tuchreliquie in Italien sendete. Dem “Schleier von Manoppello“, den einige als “Jesus-Foto” bezeichnen. Angeblich zeige es das Abbild von Jesus Christus und gilt unter Gläubigen als “nicht von Menschenhand” gemacht. Für andere ist es ein frommer Schwindel. Und genau diese Vermutung wurde damals auch im ZDF verbreitet. Wie Ihr in diesem Artikel erfahren werdet, wurde in der TV-Dokumentation allerdings das ein oder anderer “vergessen” …


Das “Jesus-Foto” von Manoppello

Anfang Dezember 2007 übergab ich auf Einladung des Vatikan Papst Benedikt XVI. persönlich mein Buch „Das Wunder von Guadalupe“. Darin befasse ich mich umfassend mit dem „Wundertuch“ von Guadalupe in Mexiko und seiner Geschichte seit 1531, über das Ihr HIER mehr erfahren könnt.

Doch ein Kapitel darin widmete ich einer ganz anderen Tuch-Reliquie, die angeblich ebenfalls „nicht von Menschenhand“ stammen soll: Dem Schleier von Manoppello in Italien, östlich von Rom. Es ist das angebliche „Schweißtuch Jesus Christus“ oder sogar die heilige „Veronika“, die im Vatikan gestohlen worden sein soll. Medienwirksam wird es auch als „Das Jesus-Foto“ bezeichnet.

Ein christlicher Gegenstand, der nach katholischer Tradition von Jesus Christus selber stammen soll. Im Vergleich zum weltberühmten Turiner Grabtuch ist das „Schweißtuch von Manoppello“ aber kaum jemanden bekannt. Außerhalb der Gläubigen oder einiger Mystery-Forscher haben selbst die wenigsten Christen oder Katholiken jemals von dieser Reliquie gehört.

Aber, um dies vorweg klar zu betonen, eindeutige Beweise, dass es “echt” und damit von Jesus vor 2.000 Jahren stammt, gibt es nicht. Nicht anders als beim Grabtuch von Turin und den zahllosen anderen Objekten dieser Art in der christlichen Welt!

Papst Benedikt beim “Jesus-Foto”

Das Tuch befindet sich in einer Kapelle in dem Dorf Manoppello in den Abruzzen in Italien, rund 130 Kilometer östlich von Rom. Die fragliche Reliquie ist sehr klein, nur etwa 17,5 mal 24 Zentimeter groß, und war sehr lange unbekannt.

Erst im September 2006 wurde es weiteren Kreisen bekannt, als Papst Benedikt XVI. – den zahlreichen Kritikern zum Trotz – Manoppello und die Reliquie persönlich besuchte. „Angezogen vom Glanz Deines ersehnten und verborgenen Angesichts“, so begann der Papst sein Gebet am Bildnis am 1. September 2006.

Vor allem für die Gläubigen vor Ort in Manoppello war das ein Highlight. “Und jetzt kommt der Papst”, schrieb beispielsweise im Vorfeld des Besuches die “Berliner Morgenpost am 27. August 2006. Und Armin Schwibach berichtete in “Die Tagespost” am 27. Juli 2006 von dem Tuch als “eine verehrungswürdige Ikone ungewisser Herkunft”.

Ob diese Ehrung der Reliquie durch den persönlichen Besuch des damaligen Papstes gerechtfertigt war, ist bis heute Streitthema unter den Christen. Immerhin, so kritische Katholiken, seit die Tuch-Reliquie durch den Papst-Besuch natürlich nicht anerkannt worden. Es war eher so was wie ein Antrittsbesuch bei einem verehrten Bildnis von Jesus, wie es so viele in der Welt des Glaubens gibt. Im Vatikan habe schließlich auch niemand das Tuch als Wunder des Himmels oder von Jesus selbst für die Christen “freigegeben” …

Das Heilige Gesicht von Jesus

Heute hängt das Tuch aus extrem seltener und schwer herzustellender Muschelseide in der Kapelle in einem prunkvollen Rahmen für die Besucher. Es wird schlicht als „Volto Santo“ oder in Deutsch als das „Heiliges Gesicht“ bezeichnet. Das Gesicht von Jesus Christus am Tage seiner Kreuzigung, so der fromme Glaube.

Dies sagt schon alles über das Tuch aus: Es zeigt aus der Ferne nur unscheinbare Schatten. Doch nährt man sich dem prachtvoll verzierten Bilderrahmen mit der Krone obenauf, erkennt man sehr schnell ein klares, farbiges und deutliches Gesicht eines Mannes auf dem sehr dünnen Stoff. Unvermittelt bekommt der Betrachter den Eindruck, dieses Antlitz zeigt Jesus Christus. Es ähnelt im starken Maß all den unzähligen Jesus-Bildern, die wir heute aus der Vergangenheit kennen.

Längst ist es gleichgültig, worauf und wie genau ein Künstler Jesus malte oder abbildete: Die Menschen erkennen sofort, wer da zu sehen sein soll. Sein Gesicht, oder besser: sein vermeintliches Portrait, hat sich seit Jahrhunderten in das kulturelle Gedächtnis der Menschheit eingebrannt.

Was zeigt der Schleier von Manoppello?

Die Augen des abgebildeten Mannes sind offen. Auch der Mund steht leicht offen und man kann sogar Zähne erkennen. Er hat langes Haar, einen dünnen Bart und blickt irgendwie teilnahmslos auf den Betrachter. Mit nur etwas gutem Willen kann man in dem Antlitz durchaus einen leidenden und geschundenen Menschen erkennen.

Das Bildnis wirkt weder gestickt noch gemalt.

Und tatsächlich haben Untersuchungen bei diesem angeblichen Schweißtuch keinerlei Spuren irgendwelcher Farben gefunden. Professor Vittori von der Universität in Bari und der Professor Fanti von der Universität Bologna haben zumindest bei ihren Untersuchungen mit dem Mikroskop keinerlei entsprechende Spuren auf dem Abbild entdecken können.

Wohl aber fanden sie in den Pupillen schwarze Stellen, als seien diese durch Hitzeeinwirkung irgendwie angesengt worden. Und das alles, obwohl das Bild, ganz anders als das Turiner Grabtuch, farbig ist und plastisch ist. Pinselstriche sind ebenso nicht vorhanden, wie andere Zeichen einer Malerei, so Fanti und Bari nach ihen Analysen.

Das Bild selber ist erstaunlicherweise durchsichtig, was bei einer “normalen Malerei” kaum möglich wäre. Ursache hierfür ist vor allem das Material des Tuches. Überall hat das sehr feine seidenartige Gewebe dieselbe Durchsichtigkeit. So kann der Betrachter auch von beiden Seiten das Bildnisses des Mannes auf dem Stoff sehen. Dabei ist es erstaunlich, dass beide Seiten sich geringfügig unterscheiden.

Keine Spuren in der Bibel

Das seltsame Tuch aus Italien soll, so die Gerüchte, das legendäre „Schweißtuch der Veronika“ sein. Es wird eigentlich bis heute im „Veronika-Pfeiler“ hinten links in Petersdom im Vatikan verwahrt.

Nach einer christlichen Legende hat die heilige Veronika dem gepeinigten und mit dem Kreuz beladenen Jesus Christus ihr Schweißtuch gereicht, als dieser auf seinen Weg zur Kreuzigung unter der Last stürzte. Jesus wusch sich damit sein Gesicht ab und auf wundersame Weise sei daraufhin auf Veronikas Tuch das Bildnis des Messias entstanden. In der Bibel steht diese Geschichte nicht.

Doch der Vatikan zeigt jedes Jahr ein „Schweißtuch der Veronika“ für wenige Sekunden dem gläubigen Volk. Laut Vatikan ist also das Tuch der Veronika noch immer im Besitz der Kirche in Rom.

Dennoch hat die Geschichte beim Leidensweg Christi ihren festen Platz mit der Nummer VI. Besucht man Kirchen mit wachem Auge, ist in zahllosen Gotteshäusern dieser Leidensweg mit den einzelnen Stationen bildlich auf die eine oder andere Art dargestellt. Station sechs zeigt dabei immer die Legender um Veronika, ihr Tuch und Jesus. Meist mit dem Abbild Christi darauf. Eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass kein einziges Worte darüber im Neuen Testament zu finden ist.

Für Gläubige kein Problem. In Jerusalem besuchte ich bei Recherchen sogar das angebliche Wohnhaus der Veronika auf der Via Dolorosa. Heute eine französische Veronikakirche und natürlich die sechste Station des angeblichen Kreuzweges Jesu. Ob dies Frau überhaupt jemals lebte und in diesem Gebäude wohnte, weiß niemand.

Alles nur ein Irrtum, ein frommes Märchen? Woher stammt dann der Schleier? Es gab bisher auch keine Altersbestimmung des Schweißtuches, wie etwa mit der C14-Methode. Das Alter ist demnach vollkommen unbekannt. Kirchenkritiker könnten skeptisch einwenden, dass der Vatikan überhaupt kein Interesse an einer Datierung der Reliquie habe. Wohlweislich, dass das Ergebnis nicht ein alter von rund 2.000 Jahren ergeben würde.

Ganz Unrecht haben diese kritischen Stimmen dabei mit Sicherheit nicht.

Von einem “Engel” gebracht

Doch wie kam das verehrte Stück Tuch in das Kloster in dem kleinen italienischen Städtchen? Auch das soll ein Wunder gewesen sein. Und auch das ist eine Legende:

Im Jahre 1506 hielt sich der Physiker und Kunstkenner Dr. Giacomo Antonio Leonelli auf dem Vorplatz der Kirche von Manoppello auf. Plötzlich trat ihm ein fremder Mann gegenüber und sprach ihn an. In den Händen hielt er ein sorgsam verpacktes Bündel und überreichte es Leonelli. Der Fremde unterstrich mit deutlichen Worten den Umstand, dass er etwas sehr wertvolles und überaus Heiliges in den Händen halte. Es soll sicher verwahrt und verehrt werden, darum übergebe er es Leonelli in Manoppello.

Neugierig packte Leonelli das seltsame Geschenk aus und hielt das Tuch mit dem Antlitz eines Mannes in den Händen. Doch kaum, als er fragen wollte, was es mit dem Bildnis auf sich habe und wen es zeige, war der Fremde wieder verschwunden. Die Suche nach dem Überbringer blieb erfolglos und die Legende weiß zu berichten, dass es möglicherweise ein Engel war, der das Tuch überreicht hat …

Das Schweißtuch Christi blieb im Besitz Leonellis und seiner Nachfahren für rund 100 Jahre. Dann brauchte eine gewisse Maria Leonelli im Jahr 1620 dringend Geld, um ihren Mann aus dem Gefängnis von Chieti frei zukaufen.

Für vier Skudi veräußerte sie den kostbaren Familienbesitz an einem gewissen Dr. Donato Antonio de Fabritijs. Dieser behielt das Tuch bis ins Jahr 1638 und schenkte es dann den Mönchen vom Orden der Kapuziner. Kapuzinerpater Clemente da Castelvecchio stutzte den ausgefransten Rand des Tuches in dem er die Rändern abschnitt, lies es 1646 einrahmen und hinter Glas geschützt in der Kirche aufstellen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Das Schweißtuch hat demnach erst eine 500 Jahre andauernde Geschichte vorzuweisen. Vor dem Jahr 1506 gibt es keine offiziellen Spuren des Heiligtums. Wie bei so vielen – eigentlich so gut wie allen – Reliquien.

Das Antlitz Jesus Christus?

Die Ordensschwester Blandina Schlömer ist sicher, dass das Tuch in Manoppello und das Grabtuch von Turin nicht nur authentisch sind, sondern sogar ein und denselben Ursprung haben: Jesus Christus. Nach umfangreichen Analysen teilt auch Dr. Markus van den Hövel, Autor einer Reihe Bücher zu dieser Reliquie, diese Idee: „Wer Manoppello verstehen will, muss Turin verstehen.“

Schlömer stellte schon vor Jahren zahlreiche Vergleiche des Gesichtes auf dem Grabtuch und auf dem Schweißtuch an und ist sicher, dass beide ein und denselben Mann zeigen. Schwester Blandina, die in Manoppello selber wohnt und seit Ende 2009 Ehrenbürger ist, berichtete mir in einem Gespräch 2006 auch, dass sie ihrer Sache sehr sicher sei. Die Übereinstimmungen der Tücher seien einfach zu deutlich.

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Die biblische Überlieferung im Evangelium des Johannes (20,1ff.) berichtet davon. Zumindest lässt das Neue Testament hier Spielraum für Spekulationen, die vor allem auch das Turiner Grabtuch mit einschließen.

Bei Johannes heißt es unter der Überschrift „Das leere Grab“, dass Maria von Magdala in den frühen Morgenstunden als erste an das Grab Jesus gekommen sein. Sofort sah die, dass der Sperrstein weg gerollt wurde und das Grab selber leer war. Eilig lief sie zu den Jüngern Jesus und berichtete ihnen ihre Entdeckung. Petrus und ein namentlich nicht genannter zweiter Jünger machten sich daraufhin auf den Weg, um sich das selber anzusehen. Der „andere Jünger“ kam als erster an das Grab und sah „die Binden daliegen“, ging aber nicht hinein. Erst Petrus wagte es das Grab zu betreten.

Im Neuen Testament heißt es dazu:

Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte.“ (Joh. 20,6-8)

Von irgendwelchen Abbildungen des Messias auf den Leichentüchern ist in der Bibel mit keinem Wort die Rede. Es war jedoch Sitte bei jüdischen Begräbnissen – und Jesus war natürlich Jude – den Körper einzuwickeln und das Gesicht mit einem Tuch zu bedecken. So etwa heißt es bei Johannes 19,40:

Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist.

Auch die berühmte Geschichte der Erweckung des Lazarus von den Toten (zum Beispiel Johannes 11,44) enthält ein solches Detail. Waren solche Aussagen Ansporn für mittelalterliche Fälscher Schweißtücher wie auch das Grabtuch von Turin zu fälschen?

Der “Moment der Wahrheit” am ZDF

Pater Professor Dr. Heinrich Pfeiffer und Schwester Blandina Schlömer sind nach ihren Forschungen sicher hier authentische Zeugen der Passion Christi vorliegen zu haben. Fakt bleibt, dass die Bibel im Neuen Testament erzählt, dass im leeren Grab Jesus zwei Tücher gefunden wurden. Die Bibel spricht im Johannes-Evangelium (20,7) deutlich von einem „Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte“. Folglich lagen zwei Tücher über den Kopf des Gekreuzigten.

Das Manopello-Tuch unterscheidet sich dabei erheblich vom Turiner Grableinen. Es ist farbig, prachtvoll und klar erkennbar. Und vor allem ist es im Vergleich bis heute wesentlich unbekannter. Das schien der TV-Sender ZDF zu Ostern 2007 mit einer Dokumentation ändern zu wollen. Passend zum Fest der Auferstehung Jesus für die Christen.

Am Karfreitag den 6. April 2007 zur besten Sendezeit berichtete das ZDF in einer einstündigen Berichterstattung von neuen Untersuchungen des Bildes in Italien. Ergebnis der sensationell und aufwändig gestalteten Sendung: Das Tuch von Manoppello ist ein Schwindel und wurde gemalt! So wurde erst am Ende der Sendung von einer Untersuchung am 25. Januar 2007 berichtet. Als „der Moment der Wahrheit“ wurden dabei den Zuschauern diese Ergebnisse präsentiert – und der Mythos des Schleiers angeblich entzaubert.

Die Sendung war plötzlich zu ende, nachdem man festgestellt haben will, das Farbe auf dem Bildnis ist. Niemand kam mehr zu Wort.

War das alles so die Wahrheit, die das ZDF einem großen Publikum präsentierte? Nein – war sie nicht.

Zweifel am ZDF-Bericht

Professor Giulio Fanti aus Padua habe bewiesen, so die Kernaussage der Sendung, dass das Bild ein Gemälde ist. Das war aber irreführend, denn Professor Fanti zweifelte selber daran, dass das Bild gemalt wurde.

Die gefundenen Farben bzw. Hinweise auf Farbpikmente, könnten „von einem mittelalterlichen Maler hinzugefügt worden sein“, so Fanti. Er stellt selber klar, „dass ich der Idee, das Bild könnte übernatürlichen Ursprungs sein, positiv gegenüberstehe.“ Weiter stellte er deutlich fest, dass das extrem fein gewebte Gewebe leere Zwischenräume zwischen den winzigen Fäden habe. Es sind keine Farbverlaufspuren in den Gewebe-Zwischenräumen zu sehen. Nur einen Tag nach der “ZDF-Untersuchung” betonte Fanti bei einem Vortrag in Padua erneut, dass das Tuch „nicht von Menschenhand“ gemacht worden ist.

Diese Aussagen ihres Hauptuntersuchers vom 25. Januar 2007 verschweigt das ZDF komplett. Ebenso, dass Schwester Blandina anregte, die rein visuell entdeckten mutmaßlichen Farbpigmente naturwissenschaftlich zu analysieren. Es folgten eine Reihe böser und kritischer Briefe an das ZDF. Der Kunsthistoriker Professor Pfeiffer beispielsweise schrieb Dr. Helmut Pflüger, der am 27. April 2007 in einem umfangreichen Leserbrief die ZDF-Sendung kritisierte, am 8. Mai 2007:

Es ist noch schlimmer als Sie denken, das ZDF hat Professor Fanti Dinge in den Mund gelegt, die er nie gesagt hat. (…)

Von Malerei hat er nie gesprochen und hält das Christusbild eindeutig für ein acheiropíetos (nicht von Menschenhand, Anm. LAF). (…)Unglücklicherweise hat er von ,Pigmenten’ gesprochen und meinte damit jeden mikroskopisch kleinen Partikel, der auf den Fäden zu finden ist. Niemand vom Fernsehen, der beim Minikongress in Manoppello dabei war, verstand genügend Italienisch.

So konnten kühn falsche Behauptungen aufgestellt und falsche Schlussfolgerungen gezogen werden.

Pfeiffer, der unter anderem als Berater für die “Päpstliche Kommission für die Kulturgüter der Kirche” tätig ist, war mit seiner Kritik damals nicht allein.

Am 30. April 2007 wurde das Bild erneut umfassend untersucht. Da war die Dokumentation des ZDF natürlich längst abgedreht und gesendet worden. Sie bestätigten jedoch die ersten Analysen über die unklare “Natur” des Tuches von Manoppello.

Weitere Untersuchen

Durchgeführt hatte die zweite Untersuchung der Chemiker Professor Pietro Baraldi von der Universität Modena. Unter anderem mit einem „Raman“-Mikroskop für spektroskopische Untersuchungen der Tuchoberflächen. Damit können Material- und Substanzanalysen anhand der vorkommenden Moleküle ermittelt werden. Das Ergebnis, das zum Beispiel auf antlitz-chrtisti.de und in dem Magazin „Veronica“ (Nr. 1/2008) veröffentlicht wurde, war diesmal, dass überhaupt keine bekannten Farbsubstanzen nachzuweisen sind. Das Spektrum zeigte nur Eiweiß an, da Muschelseide selber aus Eiweiß besteht.

Entweder sind die Farben im Laufe der Jahrhunderte „verschwunden“ (verblasst), so Professor Baraldi abschließend, oder sie liegen „unterhalb des für seine Identifizierung mit dieser Technik notwendigen Minimums“. Das Bild bleibt also auch der irreführenden und unvollständigen Dokumentation des ZDF von Ostern 2007 bisher ein Rätsel. „Es handelt sich um ein anderes, bisher nicht geklärtes Phänomen“, notierte Schwester Blandina am 30. April 2007 nach den neuen Untersuchungen in ihr Tagebuch.

Erstaunliches wurde aber über das Material selber dabei herausgefunden. Üblicherweise wird angenommen, dass es aus extrem feiner und dünner Muschelseide besteht, wie es auch der Name “Muschelseidentuch” besagt. Die Analysen zeigten allerdings, dass das Gewebe noch erheblich feiner war, als man bisher dachte (“Heritage”, Nr.  1/2018, 25. Oktober 2018). Fäden aus Muschelseite sind etwa 0,2 bis 0,3 Millimeter stark, doch das Material des Schleiers von Manoppello wie eine durchschnittlich Stärke von nur 0,12 Millimeter auf.

Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist im Durchschnitt 0,05 bis 0,08 Millimeter stark.

Dass die Reliquie von Manoppello eine fromme Fälschung und damit gemalt wurde, ist reine Spekulationen. Es könnte sein, der Beweis steht aber noch aus. Es ist gleichzeitig aber ebenso spekulativ, dass es 2.000 Jahre als ist und von Jesus stammt!

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Was wissen wir eigentlich über Henoch, dem Auserwählten der Astronautengötter vor der Sintflut, außerhalb seiner Bücher? (Artikel + Videos)

ARTIKEL: Was wissen wir eigentlich über Henoch, dem Schreiber der Gerechtigkeit der Astronautengötter vor der Sintflut? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
ARTIKEL: Was wissen wir eigentlich über Henoch, dem Schreiber der Gerechtigkeit der Astronautengötter vor der Sintflut? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In der Bibel wimmelt es von Namen. Von Protagonisten, die mal mehr oder weniger wichtig sind und mal häufig und teilweise sehr selten vorkommen. Vor allem im Alten Testament. Hier kennen der Karteikarten-Christ kaum irgendwelche Namen, die über Adam und Eva, Noah, Salomon oder Moses hinausgehen. Und falls die Bibel sogar selber gelesen wird, werden unzählige andere Namen überlesen und sehr schnell vergessen. Im Neuen Testament ist das etwas anders, aber durchaus ähnlich. Eine diese Personen, die der Mainstreamchrist kaum kennen wird, ist der Prophet Henoch. Einer der zehn Patriarchen vor der Sintflut im Buch Genesis, dem sogar einige Bücher außerhalb der Bibel zugeschrieben wurden. Ein Prophet, der sich in der Bibel ausgesprochen rar macht, obwohl er eigentlich eine herausragende Stellung in den Mythen der Bibel einnimmt. Was aber wissen wir über diesen Henoch? Was steht in der Heilige Schrift über ihn und was sagen Überlieferungen außerhalb der Bibel über ihn? Und zwar explizit solche, die nicht als Henochbücher bekannt sind. Das und mehr erfahrt Ihr in diesem Artikel, denn diese zeigen einmal mehr, warum Henoch in der Prä-Astronautik eine besondere Rolle zuteil wird.


Wer kennt Henoch?

Die seltene Spezies der normalen Bibelleser kennt ihn wahrscheinlich nicht. Ein Karteikarten-Christ wird nie von ihm oder jemals seinen Namen gehört haben. Und all jene, die nur zu Weihnachten als „Gläubige“ in die Kirche gehen, sowieso nicht. Doch jeder Prä-Astronautiker oder an Ancient Aliens-Themen Interessierte wird zumindest schon mal etwas über ihn gehört oder gelesen haben: Von dem Propheten Henoch aus dem Alten Testament.

Eigentlich ist das kein Wunder. In der Bibel sucht man vergeblich nach einem Buch des Propheten. Unter all den Büchern darin trägt keines den Namen Henoch als angeblicher Autor. Weder im Alten noch im Neuen Testament der Christen. Dass die biblische Figur Henoch (auch Enoch) deshalb niemand kennt, ist von daher nicht verwunderlich. Auch wenn er mehrfach in der Bibel genannt wird.

Nur ein Name unter unzähligen in der Heiligen Schrift. Könnte man meinen. Vor allem ist Henoch nämlich bei all jenen Mystery-Jägern, die sich intensiven mit der Prä-Astronautik beschäftigen, ein fester Begriff. Mal mehr, mal weniger.

Aber was genau ist über diesen Henoch eigentlich wirklich bekannt? Diese Frage ist sehr schnell beantwortet: Fast nichts! Sofern man sich nur den Schriften der bei uns geläufigen Bibel bedient. Dort findet sich der Prophet schon sehr früh im Buch Genesis genannt. In der Auflistung der zehn Patriarchen vor der Sintflut lesen wird dort knapp über ihn als siebten Patriarchen:

Jared war 162 Jahre alt, als er den Henoch zeugte; und Jared, nachdem er den Henoch gezeugt, lebte 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter (…) Henoch war 65 Jahre alt, als er den Methusalah zeugte; und Henoch, nachdem er den Methusalah gezeugt, wandelte er mit Gott 300 Jahre lang und zeugte Söhne und Töchter; also dass Henochs ganzes Alter 365 Jahre betrug. Und Henoch wandelte mit Gott und war nicht mehr, weil Gott ihn zu sich genommen hatte.“ (Gen. 5,18-24)

Das sind nicht viele Informationen über diesen Henoch. Ein direkter Nachfahre von Seth, dem dritten Sohn von Adam und Eva, also. Schaut man aber genauer hin, sind die Aussagen über ihn in der Geschlechterfolge von Adam bis Noah schon verblüffend. Sie unterscheiden sich stark von allen anderen aufgelisteten Patriarchen und enthalten weit mehr Informationen, wie es zuerst scheint.

Henoch: Kaum war er da, war er wieder weg

Beim Alter des Patriarchen fängt es bereits an. Dieser sei angeblich „nur“ 365 Jahre alt geworden, was in diesem Zusammenhang wirklich kein Alter ist. Sein Vater Jared beispielsweise starb mit 962 Jahren. Sein Sohn Methusalem bzw. Methusalah mit 969 Jahren und Noah als letzter der Patriarchen und Held der Sintflut mit 950 Jahren. Was sind da schon 365 Jahre?

Eine kleine und dennoch sehr bedeutende Aussage wird in dieser kurzen Erzählung über Henoch gleich zweimal erwähnt: Er sei mit „Gott gewandelt“, heiß es da, und das sogar 300 Jahre lang. Bis der Herr „ihn zu sich genommen hatte“.

„Zu sich genommen“ ist hierbei wörtlich zu nehmen. Denn im Stammbaum vor und nach Henoch wird bei jedem Patriarchen betont, dass er im Alter XY „starb“. Nur Henoch starb nicht – da Gott ihn quasi in jungen Jahren geholt haben soll. Grenzwissenschaftler der Prä-Astronautik werden bei derartigen Behauptungen hellhörig. Ein Mann, der mit dem Herrn „Umgang pflegte“, wie es andere Übersetzungen wiedergeben, wird nach nur relativ wenigen Jahren von genau diesem geholt. Folglich in den „Himmel“ aufgenommen. „Er war nicht mehr“, heißt es dazu.

In anderen Übersetzungen und Bibelausgaben liest sich diese Behauptung beispielsweise wie folgt:

  • Henoch hatte beständig mit Gott gelebt, und dann war er plötzlich nicht mehr da, weil Gott ihn weggenommen hatte.“
  • Und dieweil er ein göttliches Leben führte, nahm ihn Gott hinweg, und er ward nicht mehr gesehen.“
  • “Henoch hatte in enger Verbindung mit Gott gelebt. Dann war er plötzlich nicht mehr da; denn Gott hatte ihn von der Erde weggenommen.“
  • Und Henoch wandelte mit Gott; und er war nicht mehr, denn Gott nahm ihn hinweg.“
  • Sein ganzes Leben führte Henoch in enger Gemeinschaft mit Gott. Er wurde 365 Jahre alt. Dann war er plötzlich nicht mehr da – Gott hatte ihn zu sich genommen!
  • Und Henoch wandelte mit Gott und ward nicht mehr gesehen, denn Gott hatte ihn entrückt.“
  • Auf einmal war er nicht mehr da, denn Gott hatte ihn zu sich geholt, weil er in enger Gemeinschaft mit ihm gelebt hatte.“

Usw.

Missverstehen, was das Buch Genesis hier über den Propheten behauptet, kann man nicht: Aufgrund seines Umgang und Kontakt mit dem Herrn nahm dieser seinen Schützling Henoch eines Tages sehr plötzlich von diesem Planeten. Zumindest für alle anderen Menschen kam dies unerwartet. Niemand auf Erden sah ihn je wieder.

Henoch als Vorbild aller Gottesgläubigen!

Der durch Gottes Gnade von der Erde geholte Henoch wurde dadurch fraglos zu einer (religiösen) Legende. Über Jahrtausende hinweg gedachte man ihn und ehrte seine Frömmigkeit. Dies wird durch weitere Hinweise und Spuren zu seiner Person – wenn er denn je in der überlieferten Form und in jener Zeit lebte – in der Bibel belegt. Und zwar im Neuen Testament, wo im Brief an die Hebräer über die „Vorbilder des Glaubens“ oder „Glaubenszeugen des alten Bundes“ berichtet wird.

Dort wird er, je nach Übersetzung, in 11,5 mit den Worten gepriesen:

Weil Henoch glaubte, nahm Gott ihn zu sich, so dass er nicht sterben musste; er war plötzlich nicht mehr da. Die Heilige Schrift bestätigt, dass Henoch so gelebt hat, wie es Gott gefiel.“

Aufgrund des Glaubens wurde Henoch entrückt und musste nicht sterben; er wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; vor der Entrückung erhielt er das Zeugnis, dass er Gott gefiel.“

Durch den Glauben ward Henoch weggenommen, dass er den Tod nicht sähe, und ward nicht gefunden, darum dass ihn Gott weg nahm; denn vor seinem Wegnehmen hat er Zeugnis gehabt, dass er Gott gefallen habe.“

Diese Lobpreisung auf den vorsintflutlichen Henoch wurde gegen Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus niedergeschrieben (60 bis spätestens 90 nach Christus). Wenige Jahrzehnte nach der Kreuzigung Jesus, der zweifellos der wichtigste Protagonist der gesamten Bibel ist. Zumindest für die Christen. Und seine frühen Anhänger kannten im 1. Jahrhundert natürlich auch Henoch, wie es im Brief des Judas nachzulesen ist.

Henoch und Jesus

In diesem werden die Jesus-Anhänger von einem „Judas, Knecht Jesu Christi und Bruder des Jakobus“ vor gottlosen Irrlehren in der Welt gewarnt. „Es hat aber auch Henoch, der siebte von Adam, von diesen geweissagt und gesagt …“ ist dort in 1,14 zu erfahren. In Neuen Testament wird Henoch im Evangelium des Lukas in 3,37 auch eindeutig als Vorfahre von Jesus dessen Stammbaum, zugeordnet.

Im Buch Jesus Sirach aus der Mitte des 2. Jahrhunderts nach Christus, das nicht Teil des allgemeingültigen Kanons der Bibel ist, lesen wir über Henoch:

Henoch gefiel dem Herrn und wurde hinweg genommen, um für die Welt ein Beispiel der Buße zu sein.

Niemand ist auf Erden geschaffen, der Henoch gleich wäre; denn er ist von der Erde hinweg genommen worden.“ (44,16 & 49,16)

Damit ist die Spurensuche nach diesem mythischen Mann der Vorzeit in der Bibel bereits erschöpft. Bis auf einige Aussagen, die als Anspielungen auf Henoch gedeutet werden können, schweigt sich unsere heutige Heilige Schrift über ihn aus.

Die spärlichen Spuren belegen jedoch eindrücklich, dass er als eine ganz besondere Person angesehen wurde. Vor allem auch von den ersten Christen, was der Kontext des Stammbaums von Adam bis Noah zur Sintflut sehr schön zeigt. Hinzu kommt, dass im Brief des Judas im Neuen Testament ab 1,14 sogar fast wortwörtlich aus einem Buch Henoch (1. Hen. 1,9) zitiert wird!

Solche Bücher, die dem Propheten Henoch zugeschrieben werden, gibt es tatsächlich. Nur nicht in der Bibel, da sie als Apokryphen gelten. Man nennt sie heute der Einfachheit halber oft nur 1., 2. und 3. Henoch. Gemeint sind damit das äthiopische, slawische und hebräische Buch Henoch. Hinzu kommen Fragmente eines ansonsten unbekannten „Buch der Riesen“ des Propheten, die den Höhlen von Qumran am Toten Meer ab 1947 gefunden wurden (Texte 1Q23, 1Q24, 4Q203, 4Q530, 4Q531, 4Q532, 4Q556, 4Q206 und 6Q8). Ebenso entdeckt wurden unter den Qumran-Rollen Textpassagen aus dem äthiopischen Henochbuch.

Henochbücher und Apokryphen

Diese Henochbücher sind es, die in der Prä-Astronautik seit Jahrzehnten für Diskussionen und Spekulationen sorgen. Denn sie beinhalten umfangreiche Schilderungen über die Verbindung der himmlischen Gottessöhne/Göttersöhne und den Frauen der Menschen, über deren Kinder bzw. über Riesen und den Ereignissen vor der Sintflut. Eine Rebellion vermeintlicher „Engel“ gegen Gott.

Die umfangreichste und detaillierteste Betrachtung dieser Überlieferungen im Sinne der Prä-Astronautik, die bisher erhält ist, erschien bereits vor wenigen Jahren (s. a. HIER & HIER). Deshalb soll im Rahmen dieses Artikels absichtlich nicht näher auf die Bücher Henochs selbst eingegangen werden. Obwohl naturgemäß in den Büchern Henochs die meisten Informationen über ihn und seine Erlebnisse zu finden sind, gibt es weitere, wenig beachtete Quelle, die deshalb hier thematisiert werden sollen.

Tatsächlich ist es sogar so, dass in der Bibel selbst über den darin als Vorbild für alle Menschen verehrten Propheten die wenigsten Angaben über ihn zu finden sind.

Geradezu in den Himmel gepriesen wird der vorsintflutliche Patriarch im Jubiläenbuch, das man auch „Kleine Genesis“ nennt. Ebenfalls ein Apokryph, das unter anderem die Existenz der oben genannten drei Henochbücher belegt bzw. sie rechtfertigt. Wobei anzumerken ist, dass Henoch, als dieser im Himmel beim „Höchsten“ weilte, hunderte Bücher in Gottes Auftrag geschrieben haben soll. “Als ich fertig war, hatte ich 360 Bücher geschrieben”, notiert 2. Hen. 23,6 zu dieser Leistung.

Prophet unendlicher Weisheit

Im Jubiläenbuch wiederum wird der wundersame Patriarch mit den Worten geehrt:

Dieser ist von den erdgeborenen Menschenkindern der erste, der Schrift, Wissenschaft und Weisheit lernte und die Himmelszeichen nach der Ordnung ihrer Monate in ein Buch schrieb, damit die Menschenkinder die Jahreszeiten nach der Ordnung ihrer einzelnen Monate wüssten.

Er schrieb auch zuerst ein Zeugnis auf und gab den Menschenkindern unter den Erdengeschlechtern ein Zeugnis; und er verkündete die Jahrwochen der Jubiläen, machte die Zahl der Jahre kund, ordnete die Monate und bekundete die Sabbate der Jahre, wie wir ihm kundgetan.

Er sah in einem Traumgesicht die Vergangenheit und Zukunft, wie es den Menschenkindern in ihren Geschlechtern bis zum Gerichtstag ergeht; er sah und verstand alles, schrieb sein Zeugnis nieder und legte es zum Zeugnis für alle Menschen und ihre Nachkommen auf Erden nieder.

(…)

Er war bei den Engeln Gottes sechs Jahrjubiläen, und sie zeigten ihm alles auf Erden und im Himmel, die Herrschaft der Sonne, und er schrieb alles auf.

Er zeugte gegen die Wächter, die mit den Menschentöchtern sündigten. Denn jene begannen, den Menschentöchtern beizuwohnen, so dass sie befleckt wurden, und Henoch zeugte gegen sie alle.

Dann ward er von den Menschenkindern hinweggenommen, und wir führten ihn in Edens Garten zu Hoheit und Ehre, und nun schrieb er dort das Gericht und das Urteil über die Welt und alle Bosheiten der Menschen nieder.

Und deshalb brachte Gott die Sintflut über das ganze Lande Eden; denn er ward dort zum Zeichen gegeben und sollte gegen alle Menschenkinder zeugen, damit er alles Tun der Geschlechter bis auf den Gerichtstag vermelde.

Er brachte auch im Heiligtum ein wohlriechendes Rauchopfer dar, das vor dem Herrn auf dem Berg des Südens angenommen ward.“ (4,17-25)

Auch hier zeigt der Kontext im Buch der Jubiläen, dass Henoch eine ganz besondere Stellung eingeräumt wurde. Niemand anders wird in dem dort niedergeschriebenen Stammbaum derart ausführlich erwähnt. Vor allem werden dort keinem anderen der Urväter derart viele Leistungen und Taten zugeschrieben. Selbst die Fähigkeit „der Schrift, Wissenschaft und Weisheit“, den Kalender und die Lehre der „Himmelszeichen“ stamme von ihm, heiß es da. Dies wiederum lehrnte er bei den „Engeln“ im Himmel.

Henoch, vollkommener als alle anderen!

Und, nachdem er die abtrünnigen „Engel“ aus Gottes Reich umfassend im Auftrag seines Höchsten über ihre Abstrafung für die Rebellion informierte (Sintflut), wurde er auch hier „von den Menschenkindern hinweggenommen“. Weiter heißt es im Jubiläenbuch, dass nicht mal Noah, der Überlebende der Sintflut, diesen Henoch in seiner Gottgefälligkeit übertraf und Henoch einen eindeutigen Auftrag hatte:

„(Noah), der in seinem Leben auf Erden die Menschenkinder an Gerechtigkeit, worin er vollkommen war, übertraf, ausgenommen Henoch.

Denn Henochs Werk war geschaffen zum Zeugnis für die Geschlechter der Welt, auf dass er all den Geschlechtern ihre Taten bis zum Gerichtstag aufzähle.“ (10,17 – detailliert dazu HIER)

Henoch war der „Schreiber der Gerechtigkeit“, wie ihn die „Himmelswächter“ selber nannten (z. B. 1. Hen. 15,1f.). Er sollte im Auftrag der Himmlischen alles Wissen in Büchern niederschreiben, um es den Generationen nach der Sintflut zu überliefern. Umfangreich finden sich diese Erzählung im slawischen Buch Henoch (ab 33,1ff.). So entstanden insgesamt 360 Bücher, die er im Himmel verfasst haben soll, bevor er wieder für kurze Zeit auf die Erde zurück kam. Vor seinem endgültigen Abschied von diesem Planeten sei das gewesen.

Folglich unterstreicht das Buch der Jubiläen mit der zitierten Aussage diese Überlieferung der Vermittlung und Verwahrung von Wissen durch den Propheten. Ob es den Tatsachen entspricht, beweist dies natürlich nicht. Laut Jubiläenbuch existierten zumindest einige dieser Bücher des Henoch noch Abrahams Zeiten. Denn dieser, so sagt er es seinem Sohn Isaak, habe selber darin gelesen:

Denn so fand ich es im Buch meiner Ahnen aufgeschrieben, ebenso in den Worten Henochs und in Noes Worten.“ (Jubi. 21,10)

Ungeachtet der heute in keiner Bibel zu findenden Henoch-Texte, genossen sie in der Vergangenheit offensichtlich großes Ansehen in der Bevölkerung. Bei den Juden ebenso wie bei den frühen Christen. Selbst Zitate des Propheten sind in der Bibel enthalten, worauf beispielsweise der angesehene Theologe und Bibelforscher Professor Robin Lane Fox in „Im Anfang war das Wort“ (1995) umfangreich hinweist. So finden sich in der Offenbarung des Johannes insgesamt 21 Henoch-Zitate und in den vier Evangelien ein Dutzend.

Henoch und die frühen Christen

Da die heute bekannten Henochbücher – und vielleicht bisher noch unbekannten Schriften von ihm – vor fast 2.000 Jahren viel gelesen wurden, finden sich weitere Spuren in anderen Texten. Und zwar in den Apokryphen zum Neuen Testament, die man zum Teil auch „Pseudepigraphen“ nennt. Es sind jene nicht-biblischen Bücher und Schriften, über die bereits zahlreiche „Enthüllungsbücher“ veröffentlicht wurden. Aus dem einfachen Grund, da diese unter anderem „geheime“ und der Bibel zum Teil widersprechende Aussagen über Jesus Christus enthalten. Man denke hier an diverse Evangelien, die nicht im Neuen Testament aufgenommen wurden.

Viele dieser christlichen Werke sind Apokalypsen, werden zumindest als „apokalyptische Werke“ angesehen. Da Henoch laut Genesis als Gerechter Mann lebendig von Gott in den Himmel „entrückt“ wurde, ist seine Person auch Teil dieser christlichen Werke (s. a. Videos unten). Ein solches Buch ist zum Beispiel „Die Himmelfahrt des Jesaja“, in dem wir über den Propheten erfahren:

Und er ließ mich aufsteigen in den siebenten Himmel, und daselbst sah ich ein wunderbares Licht und Engel ohne Zahl. Und daselbst sah ich alle Gerechten von Adam an, und daselbst sah ich den heiligen Abel und alle Gerechten. Und daselbst sah ich Henoch und alle, die mit ihm waren, entkleidet des fleischlichen Gewandes, und ich sah sie in ihren höheren Gewändern, und sie waren wie die Engel, die daselbst in großer Herrlichkeit stehen.

Aber auf ihren Thronen saßen sie nicht, noch waren die Kronen ihrer Herrlichkeit auf ihrem Haupte.“ (9,6-10)

Es ist nur allzu verständlich, dass geglaubt wurde, dass im „Reich Gottes“ der von der Erde genommenen Henoch auf die Gläubigen wartet. Dies unterstreicht auch ein weiteres Apokryph zum Neuen Testament. In der „Apokalypse des Paulus“ steht geschrieben:

Und als ich in das Innere der Pforte des Paradieses eingetreten war, ging mir ein alter Mann entgegen, dessen Angesicht wie die Sonne leuchtete. (…) Und ich fragte den Engel und sagte: Wer ist dieser? Und er sagte zu mir: Dieser ist Henoch, der Schreiber der Gerechtigkeit.“ (Abschnitt 20)

Nach Paulusapokalypse wurde er daraufhin von dem Propheten Elias in Empfang genommen. Einem der ganz großen Propheten, der laut Bibel am Ende seiner irdischen Mission von Gott von der Erde abgeholt wurde. In einem „Wagen von Feuer“ und einem „Sturmwind auf gen Himmel“ sei dieser damit geflogen, heißt es im Alten Testament (2. Kön. 2,11).

Der göttliche Geschichtsschreiber

In diesen himmlischen Gefilden des Höchsten und seiner „Engel“ sollen bekanntlich nach christlicher Tradition zahlreiche „Heilige“, „Märtyrer“ und Propheten aufgenommen worden sein. Angefangen von Adam. Von dort sollen diese auch über die Menschen wachen, wie es auch der äthiopische Text der ebenfalls nicht-biblischen „Offenbarung des Petrus“ in Abschnitt 2 unterstreicht. Hier heißt es, dass Henoch und Elias eines Tages vom Himmel kommen werden, um gegen falsche Propheten und Verführer zu kämpfen:

Henoch und Elias werden gesandt werden, um sie zu belehren, dass das der Verführer ist, der in die Welt kommen und Zeichen und Wunder tun muss, um zu verführen.“

Auch der „Pseudo-Titus-Brief“ kennt den weisen Henoch und bringt ihn mit Elias in Zusammenhang. Dabei bezieht sich dieses neutestamentarische Apokryph unter anderem klar auf die Himmelfahrt des Elia in diesem „Sturmwind“ auf dem „feurigen Wagen“ mit seltsamen „feurigen Rossen“, wie sie im 2. Buch der Könige (2,1ff.) überliefert wurde.

Vor allem erkennt man diese Tatsache an dem genannten Diener, dem der Prophet bei seiner Reise in den Himmel (versehentlich) seinen Mantel als Andenken hinterlassen haben soll. Gemeint ist damit eindeutig Elisa, der Helfer des Elias, der Zeuge wurde, als Gott seinen Meister im „Sturmwinde gen Himmel auffahren ließ“. Denn die Abreise und der Ort der Himmelfahrt waren exakt geplant, wie es die Bibel schildert. Und bei seinem Abflug fiel dem Propheten sein Mantel herunter, den sein Diener Elisa an sich nahm. Eine spannende Geschichte, die hier nur am Rande erwähnt werden soll, denn dem „Pseudo-Titus-Brief“ entnehmen wir dazu:

So nahm sich Elias, ein edler Mann, der noch im Leibe lebt, einen Jungen zum Diener, dem er auch seinen eigenen Mantel als heiliges Andenken hinterließ, als er von dem Feuerwagen in das Paradies emporgefahren wurde. Da lebt auch Enoch im Leibe, der im ersten Zeitalter (dorthin) entrückt wurde.

O heilige Fügung Gottes, der für das kommende Zeitalter gesorgt hat: Enoch, der Gerechte, aus dem ersten Volk, wird damit betraut, die Geschichte der ersten Menschen nieder zu schreiben, und der heilige Elias (bekommt den Auftrag), die neuen Taten dieses späteren Volkes zu verzeichnen!“ (Quelle, S. 98f.)

Auch hier wird die ruhmreiche Tat des Henoch gepriesen, dass er die Geschichte der Menschheit vor der Sintflut dokumentiert habe. Der Verfasser des christlichen „Pseudo-Titus-Brief“ hat entweder von diesen Henochbüchern gehört oder sie selber gelesen.

Wann der Titusbrief verfasst wurde, ist unklar. Vielleicht sogar erst im 8. Jahrhundert, was bedeuten würde, dass die Henochbücher da noch allgemein bekannt oder im Umlauf waren. Da aber „deren Lektüre erhebliche sprachliche Schwierigkeiten bietet, ist es noch nicht möglich, ein letztes Wort über die Entstehung des Titusbriefes zu sagen“, so A. de Santos Otero in seiner Analyse des Textes („Neutestamentliche Apokryphen in deutscher Übersetzung“, II. Band: „Apostolisches, Apokalypsen und Verwandtes“, herausgegeben von Wilhelm Schneemelcher, Tübingen 1964).

Henoch im “Himmel”

Im „Himmel“, „Reich Gottes“, „Paradies“ oder wie man es auch immer bezeichnen mag, tummelten sich den alten Texten nach die Heiligen und Propheten. Und mitten unter ihnen auch und vor allem Henoch, dessen vermeintliches Ableben schon im Alten Testament so wundersam geschildert wurde. So sollte es auch nicht weiter verwundern, dass gerade über Henoch allerlei Geschichten und Erzählungen im Umlauf waren. Nicht nur in christlichen und jüdischen außerbiblischen Schrifttum, sondern auch in vermeintlichen Märchen.

Und der Umfang dieser Geschichten, Aussagen und Überlieferungen ist enorm, weshalb an dieser Stelle nur einige wenige herausgesucht werden sollen (alle nach: Micha Josef bin Gorion: „Die Sagen der Juden“, Frankfurt a. M. 1919).

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Zum Beispiel jene angebliche „Sagen“, die davon berichten, dass Henoch nach seiner Abreise von der Erde im Reich Gottes eine geradezu steile Karriere machte. Das stellte schon Ismael bei seiner Himmelfahrt fest:

Als der Hohepriester Ismael, der Sohn Elisas, in den Himmel gestiegen war, schickte ihm der Herr Matatron, seinen inneren Fürsten, entgegen.“

Dieser Mataron ist kein geringerer als Henoch selbst. „Ich bin es, der vorher Henoch, der Sohn Jareds, war“, so berichtete er Ismael. Daraufhin schilderte Mataron alias Henoch, dass „das Geschlecht der Sintflut Sünde tat und sie fehlgingen in ihrem Tun“ und er so von dem Herrn auserwählt wurde. Also Zeuge gegen die rebellierenden „Engel“ und Schreiber. Hierbei betont Henoch selber, dass er lebendig von der Erde abgeholt worden sei – und im vermeintlichen „Paradies“ auch einen militärischen Posten bekam:

Darum eben hat der Herr mich noch bei Lebzeiten in den Himmel  genommen, auf dass ich  wider sie zeugen sollte, und er setzte  mich zum Fürsten und zum Befehlshaber über alle seine Heerscharen.“

Nicht allen gefiel die Gottes-Entscheidung, den Menschen aus dem sündigen Geschlecht vor der Sintflut zum Heerführer zu ernennen. Aza und Azael vom Hofstaat des Herrn beschwerten sich deshalb bei ihrem Höchsten, der sie schnell in ihre Schranken wies: „Was seid ihr, die ihr mir dazwischen redet?“ Er wolle lieber Henoch als die beiden himmlischen Gottessöhne zum Anführer machen, so der Herr. Und da Henoch „unter den Heerscharen der jüngste an Tagen, Monden und Jahren“ war, bekam er dort den Spitznamen „Knaben“.

Widersacher unter den “Engeln”

Hierzu sollte angemerkt werden, dass Aza und Azael laut diesem Märchen einen sehr guten Grund hatten, sich gegen den irdischen Henoch zu stellen. Denn sie selber waren verantwortlich für den Verfall der Menschen auf der Erde vor der Flut, wie es heißt:

Wo hatten sie aber die Kraft her, um sie auf die Erde herunterzubringen? Ja, Aza und Azael brachten ihnen die Zauberkunst bei, dass sie die Gestirne herunterbringen konnten und sie sich dienstbar machten; ohne diese beiden hätten sie es nicht zu tun vermocht.“

Kein Wunder, dass sie nicht wollten, dass Henoch zu ihrem Widersacher im Himmel wird …

Mit der Beförderung zu einem Heerführer und Fürsten sowie dem Erhalt eines neuen Namens waren die Ehrungen des Henoch in Gottes Gefilde aber noch nicht am Ende. Noch sehr lange nicht.

In der Folge überschüttete er ihn mit „Weisheit auf Weisheit, Verstand  auf  Verstand, Klugheit auf Klugheit, Wissen auf Wissen, Macht auf Macht, Schönheit auf Schönheit“ und vielen weiterem mehr. Derart von Gott ausgestattet und versorgt wurde Henoch „zum Diener seines Thrones“ ernannt. Später sogar von ihm selbst gekrönt und, man glaubt es kaum, zum Stellvertreter des Höchsten im Himmel. Seine Aufgaben waren unter anderem:

Und der Herr bestimmte auch über Henoch, dass er den Stuhl seiner Herrlichkeit täglich bedienen sollte. (…)

Und jeglicher Engel, so ein Anliegen an mich hat, soll erst vor ihn, vor den  Matatron treten und mit ihm sprechen. Und jedes Wort, das er zu euch spricht in meinem Namen, sollt ihr hüten und befolgen, denn der Fürst der Weisheit und der Fürst der Vernunft stehen ihm zur Seite (…)

Mehr Privilegien kann ein Mensch wohl kaum vom Höchsten erhalten. Henoch wurde zum 1. Sekretär Gottes in seinem „Vorzimmer“, der gleichfalls in seinem Namen sprechen konnte und durfte. Ganz nebenbei ernannte ihn der Herr noch „zum Aufseher über alle Kostbarkeiten der Hallen des Araboth und über alle Schätze des Lebens“. Nicht jedoch bevor er ihn „alles Verborgene der Schrift und alle Geheimnisse der Weisheit“ offenbarte, wie sie Überlieferung es schildert.

„Araboth“ ist nichts anders als der höchste Himmel als das Zentrum von Gottes Reich (Talmud, Chagigah Bab. S. 12.b.). Besser bekannt als der „7. Himmel“, zu dem in vielen Überlieferungen Propheten geflogen sein sollen. Nicht nur Henoch, der dort übrigens auch in der Grenzwissenschaft geschult wurde, wenn man es so bezeichnen mag:

Und auch alle Rätsel der Welt und alle Geheimnisse der Schöpfung lagen vor ihm offen, wie sie dem Schöpfer aller Dinge offen sind.“

Henochs Flug von der Erde

Henoch selber bekam auch einen Thron von seinem Herrn. Einen Thronwagen, den man aus der Bibel kennt, und mit dem dort bekanntlich Gott flog. Eben ein solches Gerät, mit dem Henoch nach der Tradition gen Himmel aufgefahren sein soll. „Er machte ihm einen Stuhl, ähnlich wie der Stuhl  seiner Herrlichkeit war.“

Wie Henoch von der Erde in dem Himmel kam, berichtete die Geschichte auch. „Da nahm der Herr mich, Henoch, den Sohn Jareds, von ihnen hin weg“, erzählte er dazu dem oben genannten Ismael bei dessen Ankunft im Himmel. Weiter erfahren wir:

Als der Herr Henoch gen Himmel bringen wollte, schickte er nach ihm den Fürsten Amphiel aus, der nahm ihn vor den Augen der Menschen hinweg und ließ ihn fahren mit großen Ehren in feurigem Wagen mit feurigen Rossen; die  Diener des Herrn liefen voran, und Henoch stieg in den obersten Himmel, wie die Herrlichkeit des Herrn selber.“

Eine Erscheinung, die buchstäblich meilenweit zu riechen war, denn sie „rochen sein Kommen schon in einer Entfernung von 65.300 Meilen“.

Fraglos eine sehr spannende Himmelfahrt, die sich aber in einem Detail stark von anderen dieser Art unterscheidet. Denn in der weiteren Erzählung heißt es, dass der Höchste selber zu dieser Zeit auf Erden weilte, diese jedoch verlassen wollte. „Alle Menschenkinder sind mir abtrünnig“ geworden „und sie dienten fremden Göttern“, klagte er. Es war an der Zeit, die Erde zu verlassen, so Gott. Nicht ohne Henoch zuvor noch mitzunehmen:

„(…) da nahm ich meine Herrlichkeit hinweg von ihnen und kam nun wieder  nach oben. Nur dieser hier (Henoch, Anm. LAF), den ich von ihnen emporhob, der ist von allen ausersehen, und er übertrifft sie alle durch seinen Glauben, durch seine Gerechtigkeit und durch seiner Taten Gabe; und dies ist der Entgelt, den allein ich von der Welt da unter dem Himmel habe.

(…) da trug er ihn auf den Flügeln seiner Herrlichkeit in das oberste Gewölbe und brachte ihn in die Mitte des großen Palastes, der in den Höhen des Araboth steht; dort ist der Stuhl seiner Herrlichkeit, dort ist sein Wagen, dort sind zornige Heere und grimmige Truppen, dort lagern feurige Engel und Cherubim gleich Fackeln und Räder wie glühende Kohlen und flammende Diener und strahlende Chasmalim und blitzhelle Seraphim.

Es mag zwar verstörend erscheinen, dass im Reich Gottes „zornige Heere und grimmige Truppen“ stationiert waren, aber das soll an dieser Stelle nicht weiter verwundern (s. a. Artikel HIER & Video HIER). Interessanter ist die Himmelfahrt Henochs an sich. Wie sie hier erzählt wird, war es eine „klassische Himmelfahrt“, wie man sie aus vielen Schriften in diesem Zusammenhang kennt. Fraglos nur detaillierter und mit weit mehr Ausschmücken. Immerhin war der Prophet ein ganz besonderer Auserwählter – und Gott „liebte ihn mehr denn alle Himmelskinder“, wie es die Sage formuliert.

Die Himmelfahrt: Ein Spektakel für die Schaulustigen

Ganz so einfach und nach Plan verlief die Himmelfahrt des Henoch dann aber doch nicht.

Zumindest behauptet das eine andere jüdische Sage, in der wir weitere Informationen über den Patriarchen finden. Nach dieser war die Himmelsreise des Henoch ein riesen Spektakel, das sich hunderttausende Schaulustige ansehen wollten. Eine unglaubliche Anzahl von 800.000 Personen habe den Propheten am Tag seiner Entrückung zum Abholungsort begleitet. Sie wollten Zeuge des Wunders werden. Trotz mehrfacher Warnungen von Henoch selbst, dass sie umkehren mögen, da die Herniederkunft von Gottes Thronwagen große Gefahren mit sich bringen würde.

Sie waren einfach zu neugierig.

Die Menschen wussten ganz genau, dass der Abflug von Henoch bevor steht, da er es ihnen selber mitgeteilt hatte. Immerhin hatte er, nachdem er erfuhr, „dass er in den Himmel komme“, sie zusammengerufen, um sie ein letztes Mal zu unterweisen und zu belehren. Schon bei dieser Ansprache des Propheten sahen die Anwesenden „die Gestalt eines Rosses im Sturme vom Himmel herunter steigen“, als sie „ihre Augen erhoben“. Es sei wegen ihm ihn hier, so Henoch, und „der Tag ist gekommen, da ich von euch gehe“.

Der Erwählte bestieg dieses feurige Pferd und „ritt von dannen“. Offensichtlich aber noch nicht auf direkten Weg in den Himmel zu Gott. 800.000 Mann folgten ihm nämlich einen Tag lang. Zum Missfallen von Henoch, der in den folgen Tagen die Neugierigen und Schaulustigen immer wieder aufforderte, sie sollen in ihre Zelte zurückkehren. „Folgt mir nicht, sonst müsst ihr sterben“, ermahnte er sie mehrfach.

Offensichtlich durch diese Warnungen verunsichert, setzten sich in den Folgetagen mehr und mehr Menschen ab. So wurden nicht alle der anfänglichen 800.000 Menschen Zeugen der Himmelfahrt. Die übrigen haben sich „noch enger an Henoch angeschlossen“ und bestanden darauf auch dorthin zu gehen, wohin ihr Prophet gehen werde. Wo immer das auch sein wird.

Katastrophe bei der Himmelfahrt!

Nach sechs Tagen der Warnungen und Aufforderungen zur Umkehr war es Henoch allerdings auch leid:

Da sie darauf beharrten, mit ihm zu gehen, redete er nicht mehr auf sie sein, und sie folgten ihm.“

Damit war ihr Ende besiegelt. Alle, die die Himmelfahrt selber beobachten wollten, ließen nie mehr etwas von sich hören. Um deren Schicksal aufzuklären, wurde daraufhin von den Hinterbliebenen eine Suchmannschaft ausgesandt. Was sie am Ort der Himmelfahrt vorfanden waren nur noch ihre Leichen. In der Sage liest sich das grausige Ende der Menschen so:

Am siebenten Tage aber fuhr Henoch im Wetter in den Himmel auf feurigen Rossen in feurigem Wagen.

Aber die Könige, die zurückgekehrt waren, wollten die Zahl derer wissen, die bei Henoch geblieben waren. Sie gingen nach dem Orte, von dem aus Henoch in den Himmel gefahren war, und fanden die Erde daselbst voll Schnee, und auf dem Schnee waren große Steine von der Art der Schneesteine. So sprachen sie zueinander: Lasst uns den Schnee wegscharren, wir wollen sehen, ob nicht die Menschen, die mit Henoch gegangen sind, unter dem Schnee liegen. Sie scharrten den Schnee weg und fanden die Menschen, die mit Henoch waren, tot daliegen. Sie suchten auch nach Henoch, der war aber nicht da, denn er war in den Himmel gefahren.“

Eine Himmelfahrt, eine Aufnahme ins „Paradies Gottes“, die offensichtlich in einer Katastrophe für die Zuschauer endeten. Nur „Henoch kam lebendig im Garten Eden“ an, wo er „lustwandeltete 300 Jahre“ lang. Während er von den „Engeln Gottes“ in Astronomie unterrichtet wurde und die Weisheiten der Welt erlernte …

Nur ein Märchen, keine Frage. Aber ein sehr verstörendes.

Alles nur “Phantastereien”?

Schon die ersten Kritiker dieser Sagen und Märchen, die der jüdische gelehrte Micha Josef Bin Gorion 1919 veröffentlichte, sahen diese (und andere) Geschichten sehr skeptisch. „Phantastereien“ mit vielen „Spuren der heidnischen Umwelt“ und damit „fast eine Art Volksbuch für Liebhaber jüdischer Folklore“, schrieb beispielsweise Salcia Landmann in einer Rezension. Die von bin Gorion gesammelten Sagen, beginnend mit der der Schöpfung und weiter durch die gesamte Geschichte des Alten Testament hinweg, würden „manchmal anmuten wie wirre Fiebertraume“. „Ein wundervoll anregendes und aufregendes Buch“ sei des trotzdem, so die Journalistin Landmann 1976 („Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte“, Nr. 3/1976).

Wie an diesen Sagen zu erkennen ist – ob über Adam, Henoch, König David, die Babylonier oder den weisen Herrscher Salomon – nehmen sie klaren Bezug auf das Alte Testament. Mal sehr deutlich, und mal werden entsprechende Episoden daraus weiter ausgeschmückt. Mit „Phantastereien“, wie Landmann es nannte. Wie weit diese gehen, kann man nicht sagen.

Zum Ende dieser Spurensuche nach Informationen und Aussagen über Henoch abseits der Bibel und vor allem der Henochbücher, wollen wir uns aber den oben zitierten „Schnee“ ansehen.

“Aussatz” und “Schnee”

Nach der tödlichen Himmelfahrt lag am Ort des Geschehens „die Erde daselbst voll Schnee, und auf dem Schnee waren große Steine von der Art der Schneesteine“. Der Suchtrupp musste diesen weg scharren, um die darunter liegenden Leichen zu bergen. Insgesamt 6 Mal erwähnt die Sage diesen „Schnee“ bzw. einmal „Schneesteine“ in diesen wenigen Sätzen. Es ist wohl klar, dass hier kein normaler Schnee gemeint sein kann, der im Winter vom Himmel fällt (durchaus auch im Nahen Osten, dem Schauplatz der Katastrophe).

Was aber mag dieser „Schnee“ dann gewesen sein? Rückstände der Antriebsaggregate von Gottes Luftschiff, wie man mit Blick auf die Prä-Astronautik spekulieren kann?

Auch die ominösen Steine, die aussahen wie Schneesteine, folglich also keine waren, sind rätselhaft. Was soll das gewesen sein? Eis? Leider ist es unmöglich festzustellen, was dies für „Steine“ gewesen sein mögen. Alles das ist schon sehr sonderbar. Oder haben wir hier nichts weiter als eine Art Gleichnis vorliegen? Der weiße „Schnee“ als Sinnbild der Unschuld und Güte des reinen Henoch, zum Beispiel?

Zumindest ist das keine reine Erfindung dieses Märchens, wie ein Blick in das Alte Testament beweist. Auch das Buch Numeri (12.1ff.) enthält einen ähnlichen Vorfall. Dort heißt es, dass sich Aaron und Mirjam beim Exodus gegen Moses auflehnten und ihn und Gott kritisierten. So machte der Herr mit den Kritikern kurzen Prozess und bestrafte sie. In seiner „Wolkensäule“, die beim Exodus vor dem Volk her flog, erhob er sich in den Himmel:

Und der Zorn des Herrn entbrannte über sie, und er ging; und die Wolke wich von der Hütte. Siehe, da war Mirjam aussätzig wie Schnee. Und Aaron wandte sich zu Mirjam, und siehe, sie war aussätzig.“ (Num. 12,9-10)

Nach Bitten von Moses und Aaron um Heilung befahl der Herr die Aussätzige sieben Tage außerhalb des Lagers von der Gemeinschaft auszuschließen. Sie musste in Quarantäne. „Und das Volk zog nicht weiter, bis Mirjam wieder aufgenommen ward“, überliefert Num. 12,15. Es ging für Mirjam also glimpflich aus, dass sie mit „Schnee“ als Aussatz bestraft wurden.

Der “strahlende Moses” – ein Zusammenhang?

Vergleichbar mit einer Erfahrung, die Moses selber machen musste. Als dieser die Tafeln mit den Zehn Geboten von seinem Gott auf dem Berg bekam und zu seinem Volk brachte, strahlte sein Gesicht. So erzählt es das Buch Exodus ab 34,29. Unter Rauch, Donner, Lärm und Beben war zuvor der Herr in seiner Feuer- und Wolkensäule dort oben gelandet und das Volk Israel durfte auf keinen Fall zu nahe kommen. Sie schauten sich das ganze Spektakel am Fuß des Berges an (s. z. B. Videos HIER & HIER).

In sicher Entfernung, da Gott selber zuvor sogar befahl einen Zaun darum zu errichten. Sonst würde das Volk seine Niederkunft nicht überleben. Wie die Schaulustigen bei Henoch?

Im Buch Exodus finden dazu folgende Worte:

Als nun Mose vom Berge Sinai hinabstieg und die beiden Tafeln des Zeugnisses in der Hand hielt, als er vom Berge herabstieg, da wusste er nicht, dass die Haut seines Angesichts strahlte davon, dass er mit Ihm geredet hatte. Und Aaron und alle Kinder Israel sahen Mose, und siehe, die Haut seines Angesichtes strahlte; da fürchteten sie sich, ihm zu nahen.

Aber Mose rief sie; da wandten sie sich zu ihm, Aaron und alle Obersten der Gemeinde; und Mose redete mit ihnen. (…) Als nun Mose aufhörte mit ihnen zu reden, legte er eine Decke auf sein Angesicht. Und wenn Mose hineinging vor den Herrn (vor die Bundeslade, Anm. LAF), mit ihm zu reden, tat er die Decke ab, bis er wieder herausging. (…)

Und die Kinder Israel sahen das Angesicht Moses, dass die Haut desselben strahlte, und Mose tat die Decke wieder auf sein Angesicht, bis er wieder hineinging, mit Ihm zu reden.“ (Ex. 34,29-35)

Es sei die Herrlichkeit und Göttlichkeit gewesen, die Moses Gesicht „strahlen“ ließ, sagt die Bibelforschung. Schließlich habe er Gott persönlich gesehen. Wie es im Buch „Ezechiel der Tragiker“, ein Apokryph, heißt, wurde Moses damals sogar vom Berg Sinai mit einem feurigen Thronwagen in den Himmel entrückt. 40 Tage lang.

“Schnee” und “Aussatz” als Wunder des Herrn

Seine erste Erfahrung mit dieser Art von schneeweißem Aussatz hatte Moses allerdings schon bei seiner allerersten Gottesbegegnung. Jene am „Brennenden Dornbusch“, als ihn ein Engel bzw. Gott berufen hatte. Unter anderem soll sich bei dieser Begegnung folgendes ereignet haben, wie es das Buch Exodus erzählt:

Dann befahl Jahwe ihm: ‚Steck deine Hand in dein Gewand!‘ Mose tat es, und als er die Hand wieder hervorzog, war sie voller Aussatz, weiß wie Schnee. Da befahl er ihm: ‚Steck deine Hand noch einmal ins Gewand!‘ Mose tat es, und als er sie hervorzog, war sie wieder gesund. ‚Wenn sie dir auf das erste Zeichen (die „Schlange“, die sich in einen „Stab“ verwandeln konnte, Anm. LAF) hin nicht glauben, werden sie sich durch das zweite überzeugen lassen.‘“ (Ex. 4,6-8)

Im 2. Buch der Könige (5,1ff.) findet sich die Erzählung über „Naaman, der Feldhauptmann des Königs von Aram“. Er sei „ein trefflicher Mann vor seinem Herrn“ gewesen, der „jedoch aussätzig“ war. Um ihn zu heilen schickte der Prophet Elisa seinen Diener Gehasi im Namen des Herrn zu Naaman. Gehasi bereicherte sich bei dieser Mission aber materiell, was umgehend eine Strafe Gottes nach sich zog:

Aber der Aussatz Naamans wird dir anhangen und deinen Nachkommen allezeit. Da ging Gehasi von ihm hinaus, aussätzig wie Schnee.“ (2. Kön. 5,27)

Wirklich zufriedenstellend deuten kann man solche Aussagen nicht. Denn, dass diese Art von göttlichen oder wundersamen Aussatz mit „Schnee“ verglichen wurde, verwirrt. Was natürlich auch für den „Schnee“ bei Henochs Reise in den Himmel gilt. Denn eigentlich wurde das Aussehen der Himmlischen, der Wächter, der Gottessöhne, der „Engel“ oder Gott selbst mit diesem Attribut verglichen. Vor allem die Haare, die immer wieder als „weiß wie Wolle, leuchtend weiß wie Schnee“ (Off. 1,14) und ähnlich beschrieben wurden.

Ein Wesen mit einem „Leib weiß wie Schnee“ und „Haupthaar weiß wie Wolle“, sei zum Beispiel laut Henoch Noah gewesen (1. Hen. 106,2). Und im himmlischen Gottesreich sah Henoch persönlich Gottessöhne, dessen Antlitz „leuchtete wie Schnee“ (1. Hen. 71,1). Nach solchen und vielen ähnlichen Texten trugen die Himmlischen sowie Gott selber gerne schneeweiße und geradezu leuchtende Kleidung. Im Himmel traf Henoch zum Beispiel den Höchsten, den Führer aller Wächter. In „einem großen, aus Krystallsteinen gebauten Hause“ saß dieser auf einem feurigen Thron und „sein Gewand war glänzender als die Sonne und weißer als lauter Schnee.“, notiert das 1. Buch Henoch in 14,20 dazu.

Wächter des Himmels und Gottessöhne

Solchen Wächtern des Himmels begegnete auch Abraham, bevor er in das all flog, wie es die „Apokalypse des Abraham“ schildet (s. Video und Artikel dazu HIER). „Seines Hauptes Haar (glich) dem Schnee“, notiert das Apokryph in Vers 11,2.

Schnee im Sinne von Wasser war es in keiner einzigen dieser Beschreibungen. Sehr gut zu erkennen im slawischen Buch Henoch, in dem der Prophet seine Begegnung im Himmel mit dem Wächter Tartarus schildert:

Dieser Engel sah aus wie Schnee, und seine Hände waren wie Eis, und er fühlte mein Antlitz ab; denn ich konnte die große Hitze nicht ertragen und nicht den Schrecken.“ (2. Hen. 37,1)

Solche phantastischen Geschichten und Beschreibungen sind in und außerhalb der Bibel überliefert. So etwa steht im Buch Daniel folgendes Abenteuer bzw. folgende „Vision“ des Propheten niedergeschrieben:

Ich sah immer noch hin: da wurden Throne aufgestellt, und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand war weiß wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron, und dessen Räder waren loderndes Feuer. Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz, und es wurden Bücher aufgeschlagen.“ (Dan. 7,9-10)

Wenn aber, und das sollten diese Beispiele verdeutlichen, „Schnee“ oder weiß wie Schnee immer mit Göttlichem und den Himmlischen assoziiert wurde, warum dann auch eindeutig mit Aussatz? Was ist oder war ein solcher schneeweißer Aussatz? Und warum konnte er nach der der Sage über Henochs Himmelfahrt scheinbar unzählige Menschen töten?

Henoch – ein unscheinbarere Name in der Bibel und doch der außergewöhnlichste Patriarch vor der Sintflut, wie man in der Genesis knapp erfährt. Selbst wenn man die Schriften mit seinem Autorennamen beiseite lässt, ist über diesen Propheten praktisch nur Erstaunliches zu erfahren. Ein kleiner Teil dessen sollte hier zusammengefasst werden. Warum diese biblische Figur gerade für die Prä-Astronautik interessant ist, sollte wohl niemanden verwundern.

Auch nicht, warum Erich von Däniken ihn schon 1977 in seinem Buch „Beweise“ seinen Lesern mit den Worten vorstellte: „Dieser Henoch ist mein Freund“ …

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Die UFO-Sichtung von NASA-Astronaut Donald Slayton: Was sah der US-Air Force-Testpilot 1951 am Himmel über den USA?

Die UFO-Sichtung von NASA-Astronaut Donald Slayton 1951 (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die UFO-Sichtung von NASA-Astronaut Donald Slayton 1951 (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Dass nur “Spinner” oder “Wichtigtuer” UFOs am Himmel sehen, ist schon sehr lange widerlegt. Dieses Schein-Argument von Kritikern, Skeptikern und all jenen, die das Thema UFOs und UFO-Forschung sogar absichtlich diskreditieren wollen, liegt längst auf dem “Müllhaufen der UFO-Geschichte”. Und so ist auch längst bekannt, das militärische und zivile Piloten oder auch Astronauten unbekannte Objekte am Himmel gesehen haben. Dazu zählt auch die eher weniger bekannte UFO-Sichtung des NASA-Astronauten Deke Slavton (Donald Kent Slayton), die er als Testpilot einige Jahre vor seiner Zeit als Astronaut bei der NASA machte. Eine seltsame Erfahrung eines in der Öffentlichkeit recht unbekannten Raumfahrers. Obwohl Slaytonr im All Pionierarbeit leistete und zu den Helden der NASA zählt, wie Ihr in diesem Beitrag erfahrt.


Deke Slavto: der unbekannte Held

Donald Kent Slayton, meist schlicht “Deke” Slayton genannt, ist heute ein eher unbekannter Astronaut NASA. Er starb bereits 1993.

Doch wie alle NASA-Astronauten der ersten Stunde ist auch Deke Slavton vor seiner Karriere als Raumfahrer bereits seinen Weg bei der US-Air Force gegangen. Bereits im 2. Weltkrieg bewies er sich als Bomberpilot und wurde nach Kriegsende Testpilot, Fluglehrer und Luftfahrtingenieur bei “Boeing”. Durch seine Erfahrungen wurde auch die 1958 gegründete Raumfahrtbehörde NASA auf ihn aufmerksam. Sie wählte 110 Testpiloten im ganzen Land aus, die zukünftige Astronauten werden sollten.

Unter ihnen war Slayton, der alle Test und Prüfungen bestand und zur ersten Gruppe von Astronauten der NASA gehörte. Heute bekannt als die “Mercury Seven”, die der Welt am 9. April 1959 vorgestellt wurden. Sie sollten Amerika durch das legendäre Mercury”-Programm in das All bringen. Slayton wurde Spezialist der “Atlas”-Raketen des Programms. Er sollte mit dem Flug MR-6 der erste Amerikaner im All werden. Zweifellos hätte dies ihn bis heute zu einer Legende gemacht.

Da aber die UdSSR den USA mit sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin zuvor kam, wurde auch der erste amerikanische bekannte Flug ins All vorgezogen. So wurde der Astronaut und ehemalige Kampfpilot John Glenn der erste Amerikaner im Weltraum. Und es kam für Slayton noch schlimmer. Im März 1962 wurde er aufgrund von Herzproblemen von der NASA für fluguntauglich erklärt.

Slavon wurde bis auf weiteres eine “Schreibtisch-Astroanut” der NASA. Seinen Traum eines Flug im All gab er dabei jedoch nicht auf. Er trainierte um so härter, und schonte sein Herz, wo es nur ging. Es machte sich bezahlt, denn am 15. Juli 1975 startete er mit “Apollo-Sojus-Test-Projekt” (ASTP) mit einem Raumschiff des “Apollo“-Programm dich noch in den Orbit. Eine Mission, die heute legendär ist, da dabei das Raumschiff an die sowjetische Raumkapsel “Sojus 19” im All ankoppelte. Es war die erste Zusammenarbeit zwischen Ost und West im All überhaupt, bei dem Deke Slavton die Steuerung des Andock-Moduls übernahm.

Das UFO des Astronauten

Deke Slavton war nicht der erste Amerikaner im All. Er war nicht der erste Mann auf dem Mond. Und doch ist er in der Raumfahrtgeschichte und bei der NASA zweifellos eine Legende. Ein bodenständiger Mann im Dienst seines Landes Amerika. Eben so, wie man zumindest in den USA eigentlich alle Astronauten der NASA oder Kriegshelden sieht. Trotzdem hat auch diese Raumfahrtlegende nach eigenen Aussagen UFO-Erfahrungen gemacht.

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Jedoch nicht im Weltraum oder während seiner Zeit als Astronaut, sondern bereits 1951 als Testpilot. Ereignet habe sich diese Begegnung mit einem UFO in rund 10.000 Fuß Flughöhe von seinem Flugzeug aus. Am helllichten Tag bei etwa 480 Stundenkilometern von seinem P 51-Flugzeug aus. Auch bekannt auch als “Mustang”. Slavton erinnert sich:

Ich testete gerade in Minneapolis eine P 51, als ich das Objekt entdeckte. Es war an einem schönen, hellen und sonnigen Nachmittag in etwa 10.000 Fuß Flughöhe. Ich dachte zunächst an einen Flugdrachen, den jemand hat steigen lassen. Doch dann besann ich mich, dass ein Drache ja niemals in diese Höhen steigen würde.

Als ich dann näher kam, sah es aus wie ein grauer Wetterballon mit etwa 3 Fuß im Durchmesser. Aber sobald ich dicht hinter dem Ding war, sah es auch nicht mehr nach einem Wetterballon aus, sondern nach einer platten Untertasse.

Ich war mit etwa 300 Meilen pro Stunde unterwegs, doch das Ding flog einige Zeit vor mir her, bevor es beschleunigte und in einem Winkel von 45 Grad steil nach oben schoss und verschwand.

Eine der inzwischen zahlreichen UFO-Sichtungen von Piloten, Militärs oder Astronauten, über die immer wieder spekuliert wird. Allerdings nur auf den ersten Blick. Nach Slavton flog das Objekt zwar schneller als er selbst – also mehr als rund 50 Stundenkilometer -, war aber vergleichsweise winzig. Nur knapp 1 Meter (3 Fuß) im Durchmesser. Zumindest als er nach seiner Aussage es noch für einen “grauen Wetterballon” hielt.

Ob es eine Fehleinschätzung war, kann man kaum sagen. Zumindest sah es für ihn, als er näher an dem Objekt heran geflogen war, nach einer platten oder flachen Untertasse aus. Wie groß sie ihm dann erschien, bevor es beschleunigte und in den Himmel schoss, sagte er leider nicht. Und obwohl die UFO-Forschung durchaus Berichte von derart kleinen UFOs oder unbekannten Objekten kennt, werden wir wohl niemals erfahren, was der später NASA-Astronaut hier gesehen hat.

Zumindest Drohnen, wie siehe heute bekannt und in aller Munde sind, gab es 1951 noch nicht …

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Lars A. Fischinger

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Archäologen gegen die Pseudoarchäologie: Archäologische Mysterien, die in Wahrheit keine sind? (+ Videos)

Archäologen gegen die Pseudoarchäologie: Archäologische Mysterien, die in Wahrheit keine sind? (Bilder: Google Earth & Fischinger-Online)
Archäologen gegen die Pseudoarchäologie: Archäologische Mysterien, die in Wahrheit keine sind? (Bilder: Google Earth & Fischinger-Online)

Archäologen der “Schulwissenschaft” und Autoren und Forscher aus dem Bereich der Prä-Astronautik, Atlantis oder “Pseudoarchäologie”, waren noch nie Freunde. Sie werden wohl auch keine mehr werden. Denn glaubt man einem gerade erschienenen Zeitungsartikel sind etablierte Archäologen “den Missbrauchs ihre Fachs” jetzt leid und “wehren sich” dagegen. Durch Bücher, Vorträge und in den Sozialen Netzwerken würden diese Fakten von Fiktionen trennen. Doch stimmt das überhaupt und wie sieht deren Verteidigung im Detail eigentlich aus? Ich habe für Euch den Artikel einmal genauer beleuchtet. Mit recht erstaunlichen Ergebnissen, wie Ihr hier lesen werdet.


Archäologie vs. “Pseudoarchäologie”

Dass die etablierte Archäologie, die “Schulwissenschaft“, und die Grenzwissenschaft wohl keine Freunde mehr werden, ist kein Geheimnis. Während Archäologen und Altertumsforscher in aller Welt versuchen die verschiedenen Kulturen und ihre Hinterlassenschaften zu finden und zu interpretieren, macht es sich die “Pseudoarchäologie” da leichter. Hier werden einfach Spuren der Vergangenheit genommen und fast schon nach Belieben interpretiert.

Ob Bauwerke, Artefakte oder sonstige Hinterlassenschaften der Vorzeit: Überall sieht die “Pseudoarchäologie” ungelöste Rätsel und Mysterien, die irgendwie das althergebrachte Weltbild der Schulwissenschaft infrage stellen. Oder sogar widerlegen sollen. Und vielfach wird dabei auf irgendwelche längst versunkenen Kulturen wie Atlantis verwiesen, die für die unterschiedlichen Rätsel der Menschheitsgeschichte verantwortlich sind. Vielleicht sogar Außerirdische, die vor Jahrtausenden als “Götter” auf der Erde waren, wie es die Prä-Astronautik sagt.

So oder so ähnlich sehen etablierten Archäologen die Grenzwissenschaft. Vor allem die Spekulationen rund um “Ancient Aliens” oder angeblich uralte – viel zu alte! – und deshalb von der Wissenschaft ignorierte Funde.

Deshalb sprechen etablierte Forscher hier von einer “Pseudoarchäologie”. Sie bestünde praktisch nur aus Spekulation, Phantasie, Irrtümern und vollkommen falschen “Beweisen”, die von deren Vertretern verbreitet werden. Für die anerkannte Archäologie sind sie deshalb ein Dorn im Auge ihrer eigenen Arbeiten und Forschungen. Meistens jedoch ignorieren sie diese grenzwissenschaftlichen Ideen. Und das seit Jahrzehnten.

Es gab in der Vergangenheit durchaus immer mal wieder “Stimmen der Vernunft” innerhalb der Mainstreamforschung. Sie erreichten jedoch nie die Massen, wie es populärwissenschaftliche Bücher mit derartigen Rätseln der Menschheit taten. Überlegungen zu Außerirdischen vor Jahrtausenden auf der Erde, die für viele ungelöste Phänomene der Geschichte verantwortlich sind, sind schlicht spannender …

Missbrauch der Archäologie

Darum sehen und sahen viele Archäologen, Historiker oder Geschichtswissenschaftler allgemein es auch als Zeitverschwendung sich mit Thesen um Raumfahrer der Antike zu beschäftigen. Was im Umkerhschluß wieder den Eindruck vermittelt, diese Forscher verheimlichen oder vertuschen die entsprechenden Mysterien oder Erkenntnisse. Bis auf unzählige kurze Statements entsprechender “Schulwissenschaftler” in Interviews, Fernsehsendungen oder TV-Dokumentationen machen sie sich scheinbar überaus rar.

Doch glauben wir einem in der “Neuen Zürcher Zeitung” am 6. März erschienen Artikel zum Thema, “wehren” sich immer mehr Wissenschaftler gegen die “Pseudoarchäologie”:

Heute wird jeder noch so simple Hügel zu einer geheimnisvollen Pyramide verklärt: Die Pseudoarchäologie boomt. Doch jetzt wehren sich Forscher gegen den Missbrauch ihres Fachs.

Eine sicherlich sehr übertreibe Aussage der Zeitung, da bis auf Ausnahmen aus dem Mainstream davon keine Rede sein kann! Vor allem nicht im Sinne von “geschlossen gegen die Pseudoarchäologie”. Auch in dem Beitrag der “NZZ” selber wird das deutlich. Darin werden als erstes Beispiel für diese Form der Grenzwissenschaft die “Bosnischen Pyramiden” (s. a. Video HIER & HIER) genannt.

“Die angeblichen Bauwerke sind natürliche Hügel aus Gestein, die zufällig eine recht geometrische Form haben”, so die NZZ. Und vor 34.000 Jahren gab es “keine Pyramiden und keinen Beton”. Dennoch gäbe es “jede Menge solcher pseudoarchäologischer Geschichten” und die etablierte Forschung fühle sich deshalb geradezu missbraucht:

Von diesem Missbrauch ihres Fachs haben Archäologen nun genug: In Büchern, sozialen Netzwerken oder Vorträgen fangen sie an, sich zu wehren.”

Wo und wie konkret sich Archäologen fortan verteidigen, verrät der Artikel nicht. Obwohl es geradezu nach einem Zusammenschluss, nach einer “geschossenen Front”, gegen die “Pseudoarchäologie” klingt.

Außerirdische vor Jahrtausenden

Weitere Beispiele in dem “NZZ”-Artikel für den Missbrauch der Archäologie sind auch Themen wie Atlantis, “die Lokalisierung der Bundeslade oder von Resten der Arche Noah”. Natürlich auch “die Nazca-Linien in Peru als Landebahn für Außerirdische” und Pyramiden in Ägypten und in aller Welt. In Blogs, Vorträgen, Büchern und Vereinen werden solche “Zielsetzungen” intensiv verfolgt.

Vor allem durch die US-Doku-Serie “Ancient Aliens” werden diese Themen gefördert, wie die “NZZ” spekuliert. Aber auch durch die Sendereihe “Terra X” des ZDF, womit der Artikel zweifellos auf einige Folgen der Serie über Rätsel der Archäologie anspielt, die HIER sehr umfangreich diskutiert wurde. Mit dem klaren Fazit, dass diese Folgen von “Terra X” unter anderem alles andere als spekulativ waren.

Die Autorin des Artikels, Esther Widmann, hat demnach die fraglichen Folgen von “Terra X” nicht selber gesehen. Sie zitiert auch nur einen Satz aus der Pressebeschreibung des ZDF über “Felszeichen, die Astronauten zeigen, oder Menschen in Taucheranzügen” dazu. Hätte sie die entsprechenden Teile der Sendereihe aufmerksam selber gesehen, wüsste sie, dass darin “Pseudoarchäologie” mehr schlecht als recht wegkommt.

Natürlich wird konkret als Beispiel für diese Themen Erich von Däniken namentlich genannt. Den Widmann ebenso wenig gelesen hat, wie sie die “Terra X“-Sendungen gesehen zu haben scheint. Sonst würde sie mit Bezug auf Dänikens erstes Buch “Erinnerungen an die Zukunft” von 1968 nicht folgendes behaupten:

Prominentestes Beispiel ist wohl Erich von Däniken, sozusagen der Godfather of Pseudoarchaeology. 1968 veröffentlichte der Koch aus Zofingen erstmals seine Theorie, Angehörige einer technisch fortgeschritteneren Zivilisation hätten die Erde besucht und die Pyramiden in Ägypten errichtet.”

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Die Pyramiden – also von Außerirdischen erbaute! Eine Falschaussage, die seit Jahrzehnten kursiert und belegt, dass Widmann (wie so viele anderer “Kritiker”) nicht selber die entsprechenden Aussagen bzw. Bücher gelesen hat. Lediglich ungeprüfte Behauptungen der “Skeptiker” werden zum x-Male wiederholt. Wahren werden sie dadurch natürlich nicht. Das gilt auch für die ständig wiederholte Lüge, dass “die Nazca-Linien in Peru als Landebahn für Außerirdische” gedient haben sollen (s. a. das 1. Video unten).

Ebenfalls ein Falschbehauptung, wie zum Beispiel HIER aufgezeigt.

Die Rätsel der Pyramiden

Natürlich kann oder darf man von Zeitungsjournalisten keine tiefen Recherchen zur Prä-Astronautik & Co. erwarten. Wie man sieht reichen falsche Behauptungen, die man wiederholen kann. Beim Thema Mysterien der Pyramiden heißt es in dem “NZZ”-Artikel aber sehr richtig:

Nur darum, weil zwei Dinge ähnlich aussehen, bedeutet das noch nicht, dass ein Zusammenhang zwischen ihnen besteht. Pyramiden, die echten, aus Stein gebauten, zum Beispiel: Es gibt sie in Ägypten, und es gibt sie in Mittelamerika (und auch in Indonesien). Daraus abzuleiten, dass es die gleiche Gruppe war, die sie errichtet hat, missachtet jedoch alles andere, was über diese Gebäude bekannt ist – ihre Funktion (in Ägypten sind es Grabanlagen, in Mittelamerika Plattformen für kultische Handlungen), ihre Entstehungszeit (in Ägypten 3. Jahrtausend vor, in Amerika 1. Jahrtausend nach Christus).

Ein Kritikpunkt, der nicht nur von der etablierten Schulwissenschaft gerne angeführt wird. Auch innerhalb der Prä-Astronautik wird das kritisiert.

Der kritische Artikel bekannt als einen jener Archäologen, die begonnen haben, sich zu wehren, Dr. Stefan Baumann. Der “Ägyptologe an der Universität Trier, hat das bisher einzige deutschsprachige Buch zur Pseudoarchäologie herausgegeben”, wie es darin heißt. Auch das ist schlichtweg falsch. Es erschienen seit Ende der 1960ger Jahre zahlreiche deutschsprachige Bücher zur “Pseudoarchäologie”.

Allein in meinem Archiv befinden sich sicher über ein Dutzend entsprechende Publikationen. Geschrieben wurden sie aber fast ausschließlich nicht von Ägyptologen, wie Baumann einer ist. Sein Buch “Fakten und Fiktionen – Archäologie vs. Pseudowissenschaft” erschien 2018 und ist damit allerdings wohl das letzte Werk dieser Art auf dem Buchmarkt. Zuvor erschien beispielsweise 2008/9 das Buch “Pyramidengeheimnisse?” von Frank Dörnenburg, der sich darin jedoch auf die Rätsel des Alten Ägypten spezialisierte.

Und dieses Buch von Dörnenburg diente Baumann übrigens als eine der wichtigsten Quellen für seinen Buchbeitrag über “Mysterien und pseudowissenschaftlicher Mystifizierungen” in Ägypten. Dies zeigen seine Quellenangaben eindrücklich.

Fakten, Fakes und Fiktionen

Stefan Baumann ist Herausgeber von “Fakten und Fiktionen” sowie Autor von lediglich zwei Beiträgen in dem Sammelband. “NZZ” zitiert ihn mit den Worten:

Im Grunde geht es da um essenzielle Fragen: Wo kommen wir her? Und natürlich ist es auch die Lust am Mysteriösen, die die Leute fasziniert.”

Eine Aussage, die wohl die meisten Mystery-Interessierten sofort unterschreiben würden. Und eben der Grund warum solche Themen beim breiten Publikum besser ankommen als nüchterne Archäologie.

Baumann selber kam aus ähnlichen Gründen auf die Idee ein solches Buch herauszugeben, wie er in seinem Vorwort schreibt. Auf einem von ihm an der Universität Tübingen im Wintersemester 2015/2016 abgehaltenen Seminar mit dem Titel “‘Rätsel’ und ‘Mythen’ der (Vor-)Geschichte. Pseudoarchäologie vs. Wissenschaft”. “Eine Brücke zwischen der Wissenschaft und der archäologisch-historisch interessierten Öffentlichkeit” solle durch diese Publikation geschlagen, so der Herausgeber.

Gelungen ist das mehr oder weniger gut. Da das Buch in dem renommierten Fachverlag “Philipp von Zabern” erschien, ist es überaus teuer. Für das breite Publikum damit alles andere als interessant. Inhaltlich enthält es eine mehr als große Vielzahl an unterschiedlichen Themen aus der “Pseudoarchäologie”. Sie reichen von Atlantis über die Nibiru-Lüge bis zu Einhörnern. Aufgemacht wie die unzähligen Mystery-Themen-Sammelbände, die vor allem in den 1990ger Jahren den Buchmarkt überschwemmten.

Wobei man diese nicht miteinander vergleichen darf und kann, was schon allein durch die umfassenden Quellenangaben in “Fakten und Fiktionen” offensichtlich ist. Teilweise werden darin dennoch Themen nur auf einer Seite von den verschiedenen Autoren abgehandelt, sehr gekürzt dargestellt und alles andere als umfassend erläutert. Vor allem die Ausführungen und “Widerlegungen” zum Thema Atlantis in dem Sammelband stehen in der Kritik der Leser. Autor ist hier Dr. Stephan W. E. Blum von “Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters” der Universität Tübingen.

Keine Gegenwehr!

Diese Erläuterungen zu dem meiner Meinung nach fraglos lesenswertem Buch von Baumann waren notwendig. Denn die Behauptung von “NZZ”, dass Archäologen inzwischen von dem “Missbrauch ihres Fachs” genug haben, und sich “wehren”, bezieht sich zu weiten Teilen offenbar genau auf diese Publikation. Inklusive des genannten Seminars von Baumann an der Universität Tübingen vor einigen Jahren.

Das ist mehr als mager. Mit der Gegenwehr in “Sozialen Netzwerken” ist es auch nicht viel besser. Hier bezieht sich die Autorin Widmann nur auf einen Tweet eines Archäologen zum Thema weltweite Ähnlichkeit von Pyramiden:

Und warum sich ihre Konstruktionsweise ähnelt, erklärt Archäologe David S. Anderson aus den USA sehr einprägsam in einem Tweet: Es gebe nur eine Art, ein großes Gebäude aus Stein ohne Stahlträger zu errichten. Dazu zeigt er beschriftete Fotos von gestuften Pyramiden: ‘Mexiko’, ‘Ägypten’, ‘Indonesien’ – und, auf einem Bild mit bunten, zur Pyramide gestapelten Bauklötzen, ‘Baby’“.

Sich wehren sieht ohne Frage anders aus!

Schon eher so, wie es der Archäologe und Historiker Mirko Gutjahr macht, der unter anderem zwei kritische Podcast zu solchen Themen betreibt. Ein Kritiker, der zur deutschen Skeptiker-Szene gehört und unter anderem in der Skeptiker-Organisation GWUP aktiv ist. Zu einem entsprechenden Skeptiker-Vortrag von ihm heißt es in der Ankündigung unter anderem:

Glühbirnen in der Antike? UFO-Landeplätze in Peru? Pyramiden auf dem Balkan? Glaubt man Autoren wie Erich von Däniken oder TV-Serien wie ‘Ancient Aliens’, dann verheimlichen uns die Archäologen die wichtigsten Funde der Menschheit. Denn die monumentalen Bauten der Vergangenheit stammen demnach nicht von den damaligen Menschen, sondern seien in Wirklichkeit von Außerirdischen oder Dimensionsreisenden errichtet. Da dies aber auf keinen Fall an die Öffentlichkeit kommen dürfe, würden vom Staat bezahlte Archäologen damit beauftragt, diese Funde wegzuschließen oder ganz zu beseitigen.

Solche und ähnliche Themen sind immer wieder Teil seiner interessanten Podcast.

Die Nazikeule muss her

In dem “NZZ”-Artikel holt Gutjahr sogleich die Nazikeule gegen die “Pseudoarchäologie” heraus. Zumindest heißt es in dem Artikel:

‘In meiner Wahrnehmung sind es auch nationalistische und völkisch-ideologische Tendenzen, die in der Pseudoarchäologie zunehmend gefährlich werden’, sagt der Archäologe Mirko Gutjahr. Hinter vielen pseudoarchäologischen Geschichten stecken seiner Ansicht nach sehr oft bewusst oder unbewusst rassistische Motive: ‘Den Bau der Pyramiden oder von Machu Picchu traut man nicht den indigenen Völkern vor Ort zu.’ Als wahre Erbauer müssen dann Außerirdische herhalten oder eine andere überlegene Gesellschaft.

Solche Ideen sind in rechtsextremen Kreisen populär, und das hat Tradition: Adolf Hitler sprach oft davon, die Griechen der klassischen Antike müssten Nachfahren der Germanen gewesen sein. Das Phänomen Pseudoarchäologie ist also keineswegs neu. Bleibt die Frage, ob das eine gute oder eine schlechte Nachricht ist.

Das “baune Todschlagagument” wird hier aus dem Hut und selbst Adolf Hitler muss hierzu herangezogen werden. Eine durchaus beliebte Masche von Seiten der Kritiker, um gegen die Prä-Astronautik oder ähnlich gelagerte Themen vorzugehen. Und natürlich ist das fast immer vollkommen absurd. Allerdings gab und gibt es diese Ansichten durchaus; auch schon Jahrhunderte vor dem Dritten Reich. Zum Beispiel bezüglich der Pyramiden in Ägypten, der Kultur der Maya in Mittelamerika oder auch Ruinenstätten in Afrika (wie etwa Zimbabwe).

Es suggeriert eindeutig, dass die Prä-Astronautik mit ihrer Idee der Lehrmeister und Götter aus dem All “sehr oft bewusst oder unbewusst rassistische Motive” beinhaltet. Da eben Wissen und Weisheit zu unseren Vorfahren sprichwörtlich vom Himmel kam. Wobei niemand etwas dafür kann, dass die alten Mythologien und Überlieferungen eben genau das zum Teil berichten. Sind diese also rassistisch? Haben die entsprechende Religionen deshalb “rassistische Motive”?

Sind nach dieser Lesart Missionare oder Aufbauhelfer und Förderprogramme der Industrienationen in der Dritten Welt rassistisch?

“Nationalistische und völkisch-ideologische Tendenzen” sind dabei meistens etwas anders. Sie besagen ja, dass ein bestimmtes Volk (der Erde) dieses Wissen zu den “Primitiven” brachte. Wie es in der Tat der wirre “Germanen-Kult” einiger Nationalsozialisten im Dritten Reich verbreitet (s. a. Artikel HIER).

Freunde werden die etablierten Archäologen und die “Pseudoarchäologie” nach einem solchen Artikel wohl nie mehr …

Auswahl an YouTube-Videos zum Thema

Video vom 14. Nov. 2018 auf Fischinger-Online

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Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Video vom 29. Aug. 2019 auf Fischinger-Online

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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