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Der Umgang mit Leben im All und Alien-Zivilisationen: Interessante Richtlinien und Überlegungen im irdischen Paragraphen-Dschungel

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Irdische Gesetzte zum "Umgang" mit Leben im All und außerirdischen Zivilisationen (Bilder: NASA / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Irdische Gesetzte zum “Umgang” mit Leben im All und außerirdischen Zivilisationen (Bilder: NASA / gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Mitte Mai 2018 erschien auf Grenzwissenschaft & Mystery Files derArtikel “Wem gehört eigentlich der Mond?“, in dem es um “lunare Ländereien, irdische Weltraumverträge und Wildwest im All” ging. Vor allem wurde darin auch der Frage nach gegangen, wie und ob die Menschheit ihre Aktivitäten in der Raumfahrt untereinander geregelt und vertraglich abgesichert hat. Und solche Regelungen und Absprachen bestehen durchaus. Aber sie existieren auch für ein anderes Gebiet der Weltraumforschung: Für außerirdisches Leben! Auch hier gibt es Bestimmungen, Konzepte und Vorgaben, wie man sich gegenüber Leben im All verhalten soll. Das gilt für Mikroorganismen innerhalb unseres Sonnensystems ebenso, wie für intelligente Außerirdische aus dem Weiten des Kosmos. Wie sich Wissenschaftler über Verhaltensrichtlinien im Umgang mit außerirdischen Zivilisation und Aliens den Kopf zerbrechen, erfahrt Ihr in diesem Blog-Artikel.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Leben im All

Ob es irgendeine Art von Leben im All gibt, wissen wir nicht mit Bestimmtheit zu sagen und zu belegen. Es ist mehr als Wahrscheinlich, dass es existiert. Und es ist ebenso wahrscheinlich, dass es auch intelligente Zivilisation im Universum gibt. Vielleicht sogar hunderttausende oder Millionen Völker von Außerirdischen im Kosmos.

Gleichfalls besteht sogar die Chance, dass wir innerhalb unseres eigenen Sonnensystems außerirdisches Leben finden könnten. Auf verschiedenen Monden oder auch dem Mars.

Exobiologen und Astronomen sind unlängst von diesen Aussagen überzeugt. Das Thema “Aliens” hat lange schon sein Schattendasein im Bereich der Verschwörungstheoretiker, UFO-Forscher, Science-Fiction und Grenzwissenschaft und Mystery Files verlassen. Es ist in der sogenannten seriösen und etablierten Wissenschaft in sehr weiten Teilen angekommen.

Natürlich war das nicht immer so. Und der Unterschied zu irgendwelchen Mikroorganismen im All und dem Thema UFOs als “Alien-Fahrzeuge” oder Prä-Astronautik ist dabei weiterhin gewaltig.

Trotzdem hat die wissenschaftliche Community zum Teil bereits vor Jahrzehnten Regellungen beschlossen, die man mit diesem Leben im All oder sogar intelligenten Aliens umzugehen gedenke. Das gilt für versehentlich auf der Erde eingeschleppte Bakterien, wie in diesem Posting HIER dargelegt, ebenso wie für Intelligenzen aus dem All.

Sorgen um die Menschheit

Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins wurden am 20. Juli 1969 zu Legenden, als sie mit “Apollo 11” der NASA auf dem Mond landeten. Während Collins im Mutterschiff von “Apollo 11” verblieb, landeten Armstrong und Aldrin der Landefähre “Eagle” auf dem Mond. Am 21. Juli 1969 um exakt 02:56:20 UTC (= koordinierte Weltzeit) betrat dann Armstrong unseren Erdtrabanten. Aldrin folgte etwas später.

Diese offiziellen Fakten werden auch ein halbes Jahrhundert danach noch als Triumph der Menschheit gefeiert. Die Namen Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins brannten sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit.

Was den Amerikanern auf dem Mond erwartete, war der NASA im Vorfeld durch andere Weltraummission weitestgehend bekannt. Zumindest im Groben, denn wirklich zu 100 Prozent konnte das kein Wissenschaftler der Welt sagen. Und hier kommt ein vierter Name der “Apollo 11”-Mondlandung ins Spiel, den heute niemand kennt: General Samuel Choran Phillips.

Ein Mann der NASA, der sich im Zuge der Mondlandungen Sorgen um den Fortbestand des irdischen Lebens machte.

Killerbakterien vom Mond

Obwohl unbekannt, war General Phillips in den Jahren 1964 bis 1969 Direktor des “Apollo Manned Lunar Lander Program”. Und er war nicht nur um das Wohlergehen der Astronauten an sich besorgt, sondern um das der gesamten Menschheit. So verfasste Phillips am 8. Juli 1969 einen 51-seitigen “Mission Operation Report” über die “Apollo 11”-Mission und veranlasste darin unter anderem eine Quarantäne für Besatzung und Material nach der Heimkehr zur Erde (mehr dazu in diesem Blog-Artikel HIER).

Im Report mit der Nummer M-932-69-11 heißt es dazu:

Um das Risiko einer Kontamination der Biosphäre der Erde durch Mondmaterial zu minimieren, werden Quarantäne-Maßnahmen durchgeführt. Die Besatzung wird für etwa 21 Tage nach dem Start von der Mondoberfläche unter Quarantäne gestellt.

Außerdem wird das CM (Kommando-Modul, Anm. LAF) nach der Landung unter Quarantäne gestellt. Die Beendigung der CM-Quarantänezeit hängt von den Ergebnissen der Mondprobenanalyse und den Beobachtungen der Besatzung ab.

“Kontamination der Biosphäre” unseres Planeten durch Killerbakterien vom Mond? Theoretisch: Ja! Damit war diese Vorsichtsmaßnahme 1969 sicherlich mehr als angebracht. Immerhin, so schrieb es beispielsweise “Time” am 25. Juli 1969, besteht “die entfernte Möglichkeit, dass sie unbekannte Mondorganismen beherbergen, die das Leben auf der Erde gefährden könnten”.

Die Quarantäne und Dekontamination begann sofort nach der Landung von “Apollo 11” am 24. Juli. Nachdem die Kapsel mit den Astronauten im Pazifik wasserte wurde noch im Wasser damit begonnen. Danach flog man die Astronauten zu dem 24 Kilometer entfernt wartenden US-Schiff “Hornet”. Hier “sperrte” man sie drei Wochen lang in eine mobile Quarantäneeinrichtung.

Die Erde ist (vorerst) sicher

Heute wissen natürlich, dass all diese Vorsichtsmaßnahmen unbegründet waren, da auf dem Mond keine Mikroorganismen existieren, die hätten unseren Planeten verseuchen können. Aber hätte es sie gegeben – hätten sie im schlimmsten Fall jeden Menschen des Planeten umbringen können (s. a. HIER).

Ende April 1971 gab Dr. George Michael Low von der NASA nach drei erfolgreichen Mondlandungen endgültig Entwarnung. So hieß es im “Albuquerque Journal” am 30. April 1971 dazu:

Auf der Grundlage dieser Analyse [der Quarantäne-Informationen von Apollo 14 sowie der Ergebnisse der Apollo 11- und 12-Flüge] haben wir festgestellt, dass es keine Gefährdung für Menschen, Tiere oder Pflanzen im Mondmaterial (…) gibt. Der Ausschuss hat empfohlen, dass weitere Mondmissionen nicht unter Quarantäne gestellt werden dürfen.

Es mag 50 Jahre später naiv erscheinen, was die NASA im Rahmen ihrer Mondlandungen da für einen Aufwand zum Schutz der Erde betrieb. Doch es war alles andere als naiv, sondern das genaue Gegenteil. Erstaunlich ist jedoch der Umstand, dass die NASA erst nach zwei weiteren Landungen sowie der Untersuchung und Quarantäne der beteiligten Astronauten etc. Entwarnung geben konnte.

Das bedeutet nämlich, dass die Flüge von “Apollo 12”, “Apollo 13” (auch wenn nicht auf dem Mond gelandet) und “Apollo 14” durchgeführt wurden, obwohl man da noch immer nicht sicher war, dass dadurch unser Planet nicht kontaminiert wird. Statt abzuwarten, was die “Apollo 11”-Raumfahrer vom Mond theoretisch mitgeschleppt haben könnten, folgte eine bemannte Mondmission nach der anderen …

Die Gesetzgeber in den USA nahmen einst diesen Kontakt mit außerirdischem Leben (gleich welcher Art) ebenso ernst. Sie nahmen 1969 das “Extra-Terrestrial Exposure Law” in den “Code of Federal Regulations” (14 C.F.R. 1211) auf, und übertrugen der NASA damit weitreichende Befugnisse. Mit dieser Regelung konnten Menschen, Tiere, privates Eigentum, Pflanzen oder ganz einfach alle Dinge, die mit etwas Außerirdischem in Kontakt kamen, unter eine Zwangs-Quarantäne gestellt werden.

Anwendung fand dieses Gesetzt offiziell nie und wurde bereits 1977 außer Kraft gesetzt. Ganz gestrichen wurde es aber erst 1991. Ob aber nicht irgendwann doch die Erde mit außerirdischem Material kontaminiert wird, kann definitiv niemand ausschließen.

Weltraumhygiene

Für “irre Gesetzte” ist die USA durchaus bekannt. Doch verschiedene Regelungen und Vereinbarungen sollen nicht nur das irdische Leben und unseren Planeten von irgendwelchen außerirdischen Einflüssen schützen.

Das bekannte Beispiel ist sicher die “Weltraumhygiene”. Denn so kann man die Abkommen der Raumfahrt betreibenden (und anderer) Nationen durchaus bezeichnen, die Raumsonden auf andere Himmelskörper im All schicken. Im Grunde genommen ist es ein ganz einfacher Kodex, der besagt, dass niemand Sonden oder Raumfahrzeuge auf andere Planeten oder Monde landen darf, die nicht bis in den kleinsten Winkel sterilisiert wurden. Möglichst alle irdischen Mikroorganismen müssen vor dem Start einer solchen Missionen abgetötet werden, um eine irdische Kontaminationen fremder Welten zu verhindern.

Ein überaus nachvollziehbarer Schritt. Wenn beispielsweise der Mars oder der Jupiter-Mond Europa eine Biosphäre und damit Leben beherbergen, können diese durch irdische Mikroben irreparabel zerstört werden. Zumindest aber eben kontaminiert und dadurch auch beeinflusst.

Im eigenen Interesse der Forscher wird das auch getan. Beispielsweise wurden die Mars-Landesonden von den beiden NASA-Missionen “Viking” Mitte der 1970ger Jahre mit größter Sorgfalt steril gehalten. Über Stunden wurden sie unter anderem in Öfen geradezu gebacken. Schließlich will kein Exobiologe nach Jahren der Vorbereitung am Ende bei der Suche nach Leben im All eingeschleppte irdische Bakterien finden.

Erste Hygienevorschriften

Solche Vorkehrungen zur Weltraumhygiene werden in diesem Jahr bereits 55 Jahre alt. Im Jahr 1964 hat das “Komitee für Weltraumforschung (COSPAR) die Resolution Nummer 26 veröffentlicht, in der es unter anderem heißt:

Die Suche nach außerirdischem Leben ist ein wichtiges Ziel der Weltraumforschung. Der Planet Mars bietet in absehbarer Zeit die einzige mögliche Möglichkeit, diese Suche durchzuführen. Eine Kontamination dieses Planeten würde eine solche Suche erheblich erschweren und möglicherweise sogar verhindern. 

(Es müssen) alle praktischen Schritte unternommen werden, um sicherzustellen, dass der Mars bis zu dem Zeitpunkt, an dem diese Suche zufriedenstellend durchgeführt wurde, nicht biologisch kontaminiert ist, und dass die Zusammenarbeit bei der richtigen Planung von Experimenten und dem Einsatz angemessener Sterilisationstechniken für Raumfahrzeuge gewährleistet ist. Dies wird allen Startbehörden für Weltraumsonden vorgeschrieben, um eine solche Kontamination zu vermeiden.

Im Jahr 1964 war zwar an Landungen auf dem Mars technisch noch nicht zu denken, doch sie waren absehbar. Die Raumsonde “Mars 3” der UdSSR schaffte dann auch 1971 die erste Landung auf dem Roten Planten. Fünf Jahre später folgten “Viking 1 & 2” der USA.

Nur drei Jahre nach dieser Resolution wurde auch der schon legendäre Weltraumvertrag der Vereinten Nationen beschlossen. Ein Vertrag, der sämtliche Aktivitäten im Weltraum und auf anderen Himmelskörpern regeln sollte. Von Besitzansprüchen bis zur besagten Weltraumhygiene. Immerhin haben dieses Regelwerk fast 130 Nationen unterzeichnet und knapp über 100 Staaten ratifiziert.

In Artikel IX des Weltraumvertrages heißt es, dass “die Vertragsstaaten nach dem Grundsatz der Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung” handeln und “alle ihre Tätigkeiten im Weltraum (…) unter gebührender Berücksichtigung der entsprechenden Interessen aller anderen Vertragsstaaten” ausrichten. Und über den Schutz anderer Welten sowie der irdischen Umwelt selbst heißt es darin:

Die Vertragsstaaten führen Untersuchungen des Weltraums – einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper – durch und erforschen sie. Um ihre schädliche Kontamination und auch nachteilige Veränderungen der Umwelt der Erde infolge der Einführung von außerirdischem Material zu vermeiden, werden alle erforderlichen und geeigneten Maßnahmen getroffen.”

Weltraumethik

Grundsätzlich herrscht in der wissenschaftlichen Community also die Meinung, dass jegliche Art von außerirdischem Leben vor irdischer Kontamination bewahrt werden muss. Für zukünftige Forschungen und Forschergenerationen ebenso wie “aus ethischen Gründen”. Wobei man sich fragen muss, was das für “ethische Gründe” sein sollen. Immerhin sitzt die ethische Messlatte bei Leben aller Art auf unserem eigenen Planeten mehr als nur etwas weit unten.

Mit Blick auf diese Bemühungen ist die Aussage des Physikers Dr. Claudius Gros von der Universität Frankfurt eigentlich sehr erstaunlich. Gros, der sich mit Themen wie Leben im All und interstellare Raumfahrt befasst, sagte Anfang März 2019 in einem Interview unter anderem:

Wenn wir zu einem Planeten, auf dem es nur primitive prokaryotische Bakterien gibt, Bakterien von der Erde bringen, erhöhen wir die Chance, dass sich dort komplexes Leben entwickelt, gewaltig. Das wäre die Sache also wert.”

Mit dieser Aussage warf Dr. Gros einfach mal alle Ansichten und Bemühungen der bisherigen Raumfahrt über den Haufen, wie in diesem Blog-Beitrag HIER dargelegt. Auch wenn man argumentieren kann, dass irgendwelche Bakterien auf dem Mars oder sogar fernen Exoplaneten eben nur Bakterien sind, sollte man mit diesem Thema keinesfalls so leichtfertig umgehen.

Lippenbekenntnisse?

Prinzipiell hat Artikel IX des Weltraumvertrages auch solche Vorhaben geregelt. Denn laut dem Abkommen können die Unterzeichner-Staaten gegen derartige Aktivitäten Beschwerde einlegen. Gleichfalls bei den Vereinten Nationen “eine Konsultation bezüglich der Aktivität oder des Experiments beantragen”, um diese abzuklären. Weiter heißt es:

Wenn ein Vertragsstaat Grund zu der Annahme hat, dass eine von ihm oder seinen Staatsangehörigen geplante Aktivität oder ein von ihm geplantes Experiment im Weltraum, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper, potenziell schädliche Störungen der Aktivitäten anderer Vertragsstaaten bei der friedlichen Erkundung und Nutzung des Weltraum hervorrufen würde (…), führt sie geeignete internationale Konsultationen durch, bevor sie mit solchen Aktivitäten oder Experimenten fortfährt.”

Vernünftige und mehr als sinnvolle Regelungen. Ob sie aber das Papier wert sind, auf dem diese und andere Regeln des Weltraumvertrages stehen, steht auf einem anderen Blatt. Wohlwollende Lippenbekenntnisse, deren wirkliche Überprüfbarkeit und Durchführung in der Realität schwierig sein dürfte. Zieht man dann noch diverse Verschwörungstheorien hinzu, wäre der Weltraumvertrag an sich schlicht ein Witz.

Immerhin, so die unterschiedlichsten Spekulationen, soll es nicht nur geheime Mondlandungen gegeben haben, sondern es soll längst Mars-Basen und auch Stationen auf dem Mond geben. Einige Spekulationen gehen soweit zu behaupten, dass auch Außerirdische hier ihre Finger mit im Spiel haben. Also, dass Aliens mit Menschen hier gemeinsam geheime Weltraumaktivitäten durchführen. Dadurch wären alle (irdischen!) Vereinbarungen, Verträge und Abkommen hinfällig …

Die Menschenwürde der Außerirdischen

Dass der Mensch nicht möchte, dass außerirdische Mikroben unseren Planeten verseuchen und uns als Spezies dabei vielleicht sogar auslöschen, ist nur allzu verständlich. Nicht minder nachvollziehbar ist es, dass für die zukünftige Wissenschaft und Forschung alle Himmelskörper im Sonnensystem und darüber hinaus vor irdischer Kontamination bewahrt werden müssen. Doch im All gibt es mit Sicherheit weit mehr als als nur Mikroorganismen oder fliegende Schleimpilze. Es wir auch intelligentes Leben geben.

Und auch über deren Schutz wird seit Jahrzehnten debattiert. Vor allem natürlich seit dem sich SETI als Suche nach außerirdischer Intelligenz weithin verbreitet hat.

Der Anwalt Andrew G. Haley war vor knapp 60 Jahren der erste, der “gesetzlichen Regeln, die die Beziehungen zwischen verschiedenen Rassen im Universum regeln”, in einem Gesetzt zusammenfasste, dass als “Metalaw” bekannt ist. Veröffentlicht am 8. November 1956 unter dem Titel “Space law and Metalaw – A Synoptic View” in “Harvard Law Record” Nr. 23, als Außerirdische und Zivilisationen im All eigentlich nur Thema bei UFO-Freaks und Science-Fiction-Fans war.

Auch wenn Haley selber und andere dieses Metalaw immer wieder neu formulierten und in Details umarbeiteten, gelten nach diesem universellen Gesetzt folgende Grundprinzipien “des strengen Konzeptes der absoluten Gerechtigkeit”:

  1. Menschen dürfen Außerirdische keinen Schaden zufügen.
  2. Alle Rassen im Universum haben das Recht auf Selbstverteidigung.
  3. Außerirdische haben das Recht auf einen sicheren Lebensraum im All.

Im Kern soll das Metalaw allen außerirdischen Zivilisationen und Spezies unsere irdischen Menschenrechte zubilligen. Ob diese Außerirdischen sich jetzt in einer Entwicklungsstufe von Höhlenaliens befinden oder unendlich weit voraus sind, spielt dabei keine Rolle. Alle Aliens sind vor dem Meta-Gesetzt gleich und haben alle die gleichen Rechte.

Zum Wohle der Außerirdischen

Selbstverständlich gab und gibt es bis heute Kritiken an diesem Metalaw.

Einige Kritiker bemängeln, dass hier das Konzept von “Gut” und “Böse” auf alle Spezies im All angewandt wird. Andere meinen, dass es unsinnig wäre darüber nachzudenken, da niemand sagen kann, ob sich irgendwelche Aliens auch daran halten. Wieder andere argumentieren, dass diese kosmischen Gesetzte uns und unsere Vorstellungen, Ethik und Weltanschauungen in den Mittelpunkt stellen (Anthropozentrismus).

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Alles sicher nicht zu widerlegende Kritikpunkte. Doch darüber nachdenken und philosophieren ist mit Sicherheit nicht falsch. Obwohl wir auf unserer eigenen Welt solche oder ähnliche Regen nicht einmal Ansatzweise bei unserer eigenen Spezies anwenden. Auch vor dem Hintergrund, dass die Menschen nicht mal wissen, wer bei einem Kontakt mit Aliens für “uns” sprechen wird, scheint so ein Metalaw grotesk. Denn auch das ist eine bisher vollkommen ungelöste Frage, wie in diesem Blog-Artikel HIER und diesem Vortrags-Video bei YouTube HIER dargelegt.

Dennoch wurde bereits 1960 das “Internationale Institut für Weltraumgesetz” (IISL) gegründet. Dieses “International Institute of Space Law” vergibt seit 1961 auch Preise an Personen, die in einem von fünf verschiedenen Bereichen zum Thema Weltraumgesetz Besonders geleistet haben. Und einer dieser Preisträger war 1963 aus Österreich stammende Jurist Dr. Ernst Fasan, der bis heute als Autorität auf dem Gebiet Weltraumrecht gilt.

11 Regeln für alle Alien-Rassen

Fasan hat 1970 das Metalaw von Andrew G. Haley aus dem Jahr 1956 umfangreich neu formuliert, angepasst und erweitert und 11 Kerngesetze ausgearbeitet. Diese diskutiert er in seiner Veröffentlichung “Relations with Alien Intelligences – The Scientific Basis of Metalaw” und fasst sie in folgenden Punkten zusammen:

  1. Jegliche Handlung, die einer anderen Rasse Schaden zufügt, muss vermieden werden.
  2. Jede Rasse hat das Recht, sich gegen jegliche schädliche Handlung einer anderen Rasse zu verteidigen.
  3. Alle intelligenten Rassen im Universum haben prinzipiell die gleichen Rechte und Werte.
  4. Jeder Partner von Metalaw hat das Recht auf Selbstbestimmung.
  5. Das Prinzip, eine Rasse zu erhalten, hat Vorrang vor der Entwicklung einer anderen Rasse.
  6. Es ist kein legaler, sondern ein ethischer Grundsatz, dass eine Rasse der anderen durch ihre eigenen Aktivitäten hilft.
  7. Im Schadensfall hat der Verursacher die Unversehrtheit des Geschädigten wiederherzustellen.
  8. Kein Partner von Metalaw darf eine Unmöglichkeit verlangen.
  9. Es muss keine Regelung des Metalaw eingehalten werden, wenn die Einhaltung zu einem praktischen Selbstmord für die verpflichtete Rasse führen würde.
  10. Metalaw-Vereinbarungen und -Verträge müssen eingehalten werden.
  11. Jede Rasse hat einen Anspruch auf ihren eigenen Lebensraum.

Auch dieser Kodex klingt nicht nur nach Science-Fiction, er ist es auch. Obwohl dahinter keine Science-Fiction-Fans oder UFO-Enthusiasten stecken. Es sind vielmehr ernsthafte wissenschaftliche Überlegungen, die zu derartigen “Gesetzten” führten. Und genauso wie alle anderen Weltraumgesetze, die irgendwelche anderen Spezies im All einschließen, sind sie letztlich doch nur Wunschdenken.

Science-Fiction und Wissenschaft sind natürlich keine sich widersprechende Gebiete, sondern beeinflussen sich gegenseitig. Träumerei und Vordenken ist hier Alltag. Doch ob es jetzt 11 oder 1.111 Regelungen über ein Miteinander der Alien-Rassen mit noch so fundierten, logischen und wissenschaftlichen Argumenten erdacht werden, sind sie wahrscheinlich am Tag X so oder so unnütz …

Interstellare Handesgesetze

Blickt man als an Themen wie Leben im All, Aliens und Grenzwissenschaft & Mystery Files Interessierter auf die etablierte wissenschaftliche Community, wundert man sich nicht selten über deren Arbeiten und Veröffentlichungen. Zynisch ausgedrückt muss man sich teilweise fragen, womit diese eigentlich so alles ihre Zeit und (Steuer-)Gelder verschwenden.

Zum Beispiel auch mit “der Theorie des interstellaren Handel”, deren Regelungen, Besteuerung und Durchführbarkeit. Veröffentlicht hat diese theoretischen Überlegungen der Wirtschaftsprofessor Paul R. Krugman bereits im Juli 1978. Immerhin ein sehr bekannter Experte für Wirtschaft und Handel, der 2008 den Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften verliehen bekam.

In seiner Studie “Die Theorie des Interstellaren Handel” geht Krugman vor allem auch der Frage nach, wie aufgrund der gigantischen Distanzen im Universum ein solcher Handel funktionieren könnte. Viele Lichtjahre müssten hierbei überbrückt werden und damit wäre es “eine sehr zeitaufwändige Investition”. Preis-Leitung eines derartigen Handel wäre innerhalb des Sonnensystems möglicherweise rentabel. “Ist diese Transaktion profitabel”, wenn es um Handel zwischen den Sternen geht, fragt Krugman zurecht.

Handessbeziehungen mit Außerirdischen schloss Krugman vor rund 40 Jahren in seine Überlegungen ebenso mit ein. Er nennt es “Interspezies Transaktionen” von Waren und Kapital. Doch das alles sei “nicht so einfach”, solange wir die Entfernungen im All nicht wesentlich schneller oder mit anderen Technologien überwiesen können. Etwa wie bei “Star Trek”.

Was in seinen Berechnungen und Gedankengängen aber fehlt, sind genaue Ausführungen, ob irgendwelche anderen Zivilisationen mit der Erde überhaupt Handel treiben wollen. Und womit eigentlich. Ebenso, ob Aliens überhaupt Interesse an Kapitel und damit Geld haben. Dies wissen wir heute ebenso wenig wie 1978.

Wenn ich einen Alien töte …

Vor fast fünf Jahren bin ich in diesem Blog-Artikel HIER auf eine andere spekulative aber durchaus spannende Frage eingegangenen: Was droht “gesetzlich gesehen” einem Menschen, der ein UFO mit Aliens landen sieht – und die Außerirdischen daraufhin tötet?

Eine seltsame Frage, die aber letztlich darauf hinauslaufen würde, dass man straffrei davon kommt. Es fehlt ganz einfach in Deutschland die Gesetzesgrundlage, da “die Delikte ‘Mord’ und ‘Totschlag’ jeweils den Tod eines anderen Menschen voraussetzen”, wie damals jemand kommentierte. Außerirdische sind eben keine Menschen und sind im Strafgesetzbuch schlicht und einfach irrelevant. So heiß es damals in einem Kommentar weiter:

Denn tatsächlich gilt, dass eine Strafbarkeit die Existenz eines entsprechenden Gesetzes vor dem Ausüben der Tat voraussetzt.”

So unwahrscheinlich es auch ist, dass jemand gelandete Außerirdische antrifft und dann tötet, es ist ein interessanter Gedanke. Mich erinnert das an “Tötung eines Wirbeltieres” oder auch, dass etwa Hunde juristisch als “Sache” betrachtet werden. Ermorde ich also einen Alien, weil mir zum Beispiel seine ggf. nicht vorhandene Nase nicht passt (juristisch also: “Mordlust”), wäre das Sachbeschädigung?

Auch das ist fraglich, denn muss zur Strafverfolgung eine “Sache” nicht jemanden gehören?

Alien-Invasion und die Folgekosten

Im Juli 2016 befasste sich der Jurist Klaus Hempel für den Sender SWR mit einer nicht minder spekulativen und Frage, wie in diesem Blog-Beitrag HIER berichtet:

Wer zahlt eigentlich wenn Außerirdische angreifen?

Eine Alien-Invasion ist nach den Vorstellungen von Hollywood bekanntlich immer mit enormen bis gigantischen Schäden verbunden. Vermutlich war auch der Film “Independence Day 2: Wiederkehr” der Ideengeber, dass sich der SWR damals die Frage nach den Folgekosten einer solchen Invasion stellte. Zerschießen die Außerirdischen dabei mein Haus oder eines ihrer UFOs stürzt beim Kampf in mein Dach, ist es erstmal ein Fall für die Versicherung, so Hempel.

Weiter schrieb er:

“In Frage kommt zunächst einmal eine Haftung durch die Gebäudeversicherung. Das Problem besteht erst einmal darin, dass es sich bei einem Angriff von Aliens nicht um einen klassischen Fall von Naturgewalt handelt. Insofern bringt es mir nichts, wenn ich mich gegen sogenannte Elementarschäden versichert habe. In den Geschäftsbedingungen der Versicherer ist außerdem vielfach geregelt, dass eine Haftung bei kriegerischen Angriffen von außen nicht besteht, aber: wir haben es hier mit einem Sonderfall zu tun.

Wenn beispielsweise ein UFO versehentlich auf dem Dach landet und dadurch die Immobilie beschädigt wird, liegt ein sogenannter Anprallschaden vor. Der ist in der Regel vom Versicherungsschutz umfasst. Und gleiches gilt auch für den Absturz von unbemannten Flugkörpern. Und im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung kann da eigentlich nichts anderes gelten, wenn mein Haus von einem UFO beschossen wird. Für Beschädigungen an der Inneneinrichtung, also Möbel usw., kann man dann konsequenterweise die Hausratversicherung in Anspruch nehmen. Und wer sich voll umfänglich versichert hat, der kann sogar die Kosten für die Aufräumarbeiten geltend machen.”

Wer hätte das gedacht? Ob bei einer unwahrscheinlichen aber theoretischen möglichen Alien-Invasion dann aber wirklich Gelder von den Versicherungen fließen, sei einmal dahingestellt. Sofern diese den Angriff überstanden, wären sie so oder so ruiniert …

Spekulationen und SETI

Viele – sehr viele – Spekulationen. Das steht außer Frage. Aber dieser Ausflug in die Welt der Vorschriften und vertraglichen Regelungen von uns Menschen zeigt mehr als deutlich, dass man sich seit Jahrzehnten Gedanken über so was wie eine einheitliche Richtlinie bei diesen Themen macht.

Diverse Bereiche haben hierbei durchaus konsequente Bestimmungen was Leben  im All betrifft. Allen voran die SETI-Forscher. Also jene Astronomen und Wissenschaftler, die mir Radioteleskopen und anderen Technologien nach Signalen von außerirdischen Zivilisation suchen. Irgendwo und irgendwann muss es andere Intelligenzen im All geben oder gegen haben, davon sind sie überzeugt. Man muss deren Signale und Spuren im Universum “nur” finden.

Auch wenn SETI-Astronomen seit Jahrzehnten vergeblich nach diesen eindeutigen Botschaften von Aliens suchen, haben sie längst Regelungen für den Tag X getroffen. Keiner der Beteiligten darf beim Empfang eines Signales einer Alien-Zivilisation diese Information einfach eigenmächtig an die Öffentlichkeit geben. Erst nach einer mehrfachen Bestätigung des Signals durch weiterer Teleskope und Astronomen und nach Absprache untereinander. Der gesamte Vorgang ist klar strukturiert und gegliedert.

Was aber in unserer Welt wohl nicht zu regeln sein wird ist, wer diesen Aliens in Namen der Menschheit was antwortet. Jeder Staat, jede Gruppe, jede Religion und jede Gesellschaft hat mit Sicherheit hierzu ihre eigenen Ansichten und Wünsche.

Ich denke jedoch, dass ausnahmslos alle Gesetzte, Regelungen und jeder Kodex und jeder guter Wille eines Tages im Sand verlaufen werden …

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Weltraum-Bergbau: Die USA und Luxemburg wollen gemeinsam Rohstoffe auf dem Mond und Asteroiden ausbeuten

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Bergbau im All: Die USA und Luxemburg wollen gemeinsam Rohstoffe im All ausbeuten (Bild: NASA)
Weltraum-Bergbau: Die USA und Luxemburg wollen gemeinsam Rohstoffe im All ausbeuten (Bild: NASA)

Die USA und der Kleinstaat Luxemburg wollen zukünftig gemeinsam Weltraum-Bergbau und Rohstoffabbau im All betreiben. Darauf haben sich am 10. Mai der US-Handelsminister Wilbur Ross und der Luxemburgische Wirschaftsminster Etienne Schneider in einem Vertrag geeignet. Zukünftig wollen die beiden Staaten gemeinsam im All wertvolle Rohstoffe ausbeuten und so eine Art kosmisches Handessmonopol schaffen. Etwa durch Bergbau auf dem Mond oder Asteroiden. Hierbei geht es um Billionen von US-Dollar und durchaus auch um die Zukunft des Planeten und der Menschheit. Alle Details zu dieser Vereinbarung und die Hintergründe erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Weltraum-Bergbau

Es klingt wie Science-Fiction aus der Traumfabrik Hollywood – und ist es auch. Noch. Denn Ideen, Konzepte und auch Träumereien über einen Bergbau im Weltraum gibt es schon viele Jahrzehnte. Doch Rohstoffabbau auf dem Mond oder wertvolle Ressourcen auf Asteroiden im All ausbeuten wird es eines Tages fraglos geben. Weltraum-Bergbau ist dafür heute die schlicht Bezeichnung.

Theoretische Pläne dafür liegen durchaus vor. Was jedoch fehlt ist die kostspielige Technologie, um solche Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Vor allem aber fehlt es aber am wirtschaftlichen Nutzen und Sinn für einen realen Weltraum-Bergbau. Genau das wollen die USA und Luxemburg in Zukunft ändern. Zumindest wollen die beiden Staaten für de “Tag X” vorbereitet sein, weshalb sie in Luxemburg eine Kooperation für zukünftigen Bergbau im All vereinbart haben.

Die kommerzielle Ausbeutung bzw. Nutzung des Alls ist bisher eher mager. Steinreiche Touristen können zwar Flüge ins All buchen, aber das war es auch schon. Doch der Kosmos ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Goldgrube, die man “nur” öffnen muss. Sowohl auf den unzähligen Asteroiden unseres Sonnensystems als auch auf unserem Erdtrabanten lagern schier unerschöpfliche Rohstoffquellen. Diese “anzuzapfen” ist das Ziel.

Als einen “historischen Meilenstein” und “Beginn einer außergewöhnlichen Beziehung” bezeichneten die USA und Luxemburg ihre jetzt vereinbarte Zusammenarbeit. Diese Kooperation wäre für die beiden Staaten ein “Billionen-Dollar-Weltraumgeschäft”, so US-Handelsminister Wilbur Ross. In einer offiziellen Erklärung der Regierung in Luxemburg heißt es unter anderem dazu:

Aus diesem Anlass haben Wilbur Ross und der stellvertretende Ministerpräsident, Wirtschaftsminister Étienne Schneider, ein Kooperationsabkommen im Bereich der Raumfahrt zwischen Luxemburg und den Vereinigten Staaten unterzeichnet. Dieses Abkommen wird die Zusammenarbeit zwischen dem Großherzogtum und den Vereinigten Staaten auf dem Gebiet der Raumfahrt verstärken und gestalten und somit zur kontinuierlichen Entwicklung des Luxemburger Raumfahrtsektors auf internationaler Ebene beitragen.”

Goldgrube Weltraum

Bodenschätze müssen nicht zwangsläufig im Erdboden liegen. Sie sind auch auf dem Mond und aus Asteroiden zu finden. Hier wird vor allem gerne auf das Helium 3-Isotop auf unserem Erdtrabanten verwiesen, das vielleicht eines Tages die irdischen Energieprobleme lösen könnte. Und zwar durch eine saubere und umweltschonende Energie. Doch auch Rohstoffe wie Nickel, Eisen, Platin oder Zink finden sich im All vor unserer Haustür. Auch Gold.

Angesicht schwindender Rohstoffe auf unserem Planeten an lohnendes Geschäft der Zukunft. Man muss dieses Material nur von Asteroiden abbauen und zur Erde bringen. Überlegungen aus dem Bereich des Weltraum-Bergbau spielen etwa mit dem Gedanken, dass man Asteroiden einfängt und in eine Umlaufbahn um den Mond oder die Erde bringt. Grundsätzlich technisch machbar.

In diesem Orbit könnten dann automatische Roboter oder sogar Menschen mit den Abbau der Rohstoffe beginnen und sie relativ bequem aufgrund der Nähe zur Erde zu uns bringen. So heißt es beispielsweise zu dieser “Industriellen Revolution 2.0” unter anderem:

Hochrechnungen ergeben, dass schon ein Objekt mit einem Kilometer Durchmesser den Metallbedarf unserer Industrie für Jahrzehnte decken könnte.

Doch jede Hochrechnung verliert ihre Bedeutung, wenn nicht das ‘Wo?’ und ‘Wie?’ geklärt ist – Fragen, die mit unserer derzeitigen Technik tatsächlich nur schwer zu beantworten sind. (…)

Dass sich die Menschheit zukünftig mit Ressourcen aus dem All behelfen wird, scheint also nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Die Idee des asteroid mining ist zwar schon mehrere Hundert Jahre alt; doch erst in unserer modernen Welt ist sie keine Utopie mehr.

Ein Technologie-Traum, der trotzdem noch lange zeit Utopie bleiben wird. Auch wenn zum Beispiel bereits vor 10 Jahren in Seattle die Firma ” Planetary Resources” gegründet wurde, die Weltraum-Bergbau betreiben will. Ähnliche Firmen wie etwa “Deep Space Industries” folgten.

Billionen Dollar warten

Das kleine Land Luxemburg will bei diesen (noch) Träumen mitmischen und hat bereits dafür eine gesetzliche Regelung getroffen. Etwa 20 Firmen haben sich bereits in der “Luxembourg Space Agency” (LSA) versammelt. Eine nationale Weltraumagentur des Großherzogtums, die aus dem 2016 ins Leben gerufenen Projekt “Projekt “Space Resources” geboren wurde. Unter dieser Gesellschaft sollen Raumfahrt-Experten den Schritt zum Bergbau im All realisieren.

Luxemburg ist zwar eines der kleinsten Länder in der EU und in der Öffentlichkeit eher als Steueroase bekannt, aber es mischt schon seit Jahren im Weltraum mit. Bereits heute erwirtschaftet das Land zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts im Weltraum bzw. mit Weltraumtechnologien. Selbst die USA können davon nur träumen.

Mit Förderung aus der Staatskasse wurde 1985 die Satellitengesellschaft “SES” in Luxemburg gegründet, die heute der größte kommerzielle Satellitenbetreiber der Welt ist. Das Unternehmen für Kommunikationssatelliten brachte dem Land damit nicht nur Geld sondern auch Ansehen in der Raumfahrt. Ein Land von Vordenkern, deren Investitionen sich auszahlten.

Der Luxemburgische Wirschaftsminster Etienne Schneider dazu:

Schon heute nimmt Luxemburg mehr Platz im Weltraum ein als auf der Erde. Die USA und Luxemburg mögen sich in ihrer Größe unterscheiden. Aber sie haben das gemeinsame Ziel, eine kommerzielle Raumfahrtindustrie zu entwickeln.

Viele wollen an diesen im All wartenden Billionen Dollar mit verdienen. Natürlich und vor allem auch die USA als führende Weltraumnation (obwohl es diesmal nicht im Öl geht …).

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Private Start-Up-Unternehmen und Privatpersonen schließen sich bei diesen zukunftsweisenden Geschäften und Ideen an. Elon Musk, Gründer von “PayPal” und Inhaber des Weltraumunternehmens “SpaceX” sowie der Elektroauto-Firma “Tesla” ebenso wie Google-Gründer Larry Page. Aber auch Hollywood-Regisseur James Cameron, der in Sachen Weltraum-Kommerzialisierung nach seinem Science-Fiction-Horrofilm “Aliens – Die Rückkehr” (1986) gewisse “Erfahrungen” hat …

Wer also in Zukunft im Weltraum Geld mit Rohstoffgen verdienen will, muss frühzeitig die entsprechenden Weichen Stellen. So wie es Luxemburg und die USA jetzt getan haben. Obwohl Vorhaben wie eben die Ausbeutung von Himmelskörpern im All alles andere als unumstritten sind, die in diesen Blog-Artikeln HIER & HIER dargelegt.

Science-Fiction – mit ernsthaften Hintergrund?

Keine Nation oder kein privates Unternehmen kann mal eben zu einem Asteroiden fliegen, diesen einfangen und in Richtung Erde bringen und dann dort beginnen Rohstoffe abzubauen. Hierzu bedarf es noch zahlreicher neuer Technologien und wirtschaftlicher Auslöser.

Die Befürworter des kosmischen Bergbau argumentieren ausnahmslos damit, dass die Menschheit ohne neue Rohstoffquellen keine Zukunft haben wird. Endliche Ressourcen auf der Erde sind eben irgendwann erschöpft. Also muss man neue Quellen erschließen, um die Zivilisation und natürlich die Wirtschaft des Planeten weiter am Laufen halten zu können. Und so bleibt nur der Griff zu anderen Himmelskörpern.

Auch wenn es es sich für den Otto Normalverbraucher vollkommen absurd anhören mag, ist das so. In erster Linie geht es ums Geld, um das reine Geschäft der Zukunft. Das streiten die Beteiligten auch nicht ab. Niemand spricht hier ganz uneigennützig von seinen visionären Plänen, die er “zum Wohle der Menschheit” gerne realisieren möchte. Wie bei allem, was mit Raumfahrt zu tun hat, ist natürlich auch Weltraum-Bergbau in der Kritik.

Warum zu den Sternen greifen, wenn es genug auf dieser Welt zu erledigen gibt, so argumentieren diese Kritiker. Warum nicht andere Materialien, künstliche Rohstoffe und neue Energiequellen auf diesem Planeten entwickeln, bevor man das All ausbeutet? Sollten wir wirklich Milliarden und noch mehr Milliarden investieren, um ein paar Kilo Rohstoffe zu Erde zu bringen?

Rohstoff-Krake Menschheit

Nachvollziehbare und richtige Argumente.

Nur muss man meiner Meinung nach hier weiter und parallel denken. Die Entwicklung und Erschließung neuer Rohstoffe oder Rohstoff-Erfindungen und Technologien wird durch Bergbau im All ja nicht hinfällig. Diese laufen schon viele Jahre und werden weiter laufen. Eine wachsende planetare Zivilisation muss in viele unabhängige Richtungen denken. Viele Quellen ergeben das ganze. Auch ein Ozean wird nicht nur nur aus einer Quelle gespießt.

Bis sich Rohstoffgewinnung im All aber wirtschaftlich rechnen wird, werden noch mindestens Jahrzehnte vergehen!

Google gilt vollkommen zurecht als “Daten-Krake” und die Menschheit ist nun einmal eine “Rohstoff-Krake”. Daran gibt es nichts zu rütteln. Von einer friedlichen Nutzung der Rohstoffe des Alls als eine Spezies sind wir aber noch Lichtjahre entfernt. Ein Blick auf die Konflikte einst und jetzt zeigt das leider sehr deutlich. Und immer geht es um Rohstoffe.

Demnach ist es nur sinnvoll, dass man auch außerhalb der Erde für eine ferne oder vielleicht noch ferner Zukunft nach neuen Rohstoffquellen sucht. Konflikte sind aber wohl auch hier vorprogrammiert …

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Seherin und “Mystikerin” Anna Katharina Emmerick: Sah sie im 19. Jahrhundert den Brand von Notre-Dame voraus? +++ Artikel +++

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Die Seherin Anna Katharina Emmerick: Sah sie den Brand von Notre-Dame in Paris voraus? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die Seherin Anna Katharina Emmerick: Sah sie im 19. Jahrhundert den Brand von Notre-Dame in Paris voraus? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Schreckliche und traurige Bilder erreichten die Welt am Abend des 15. April aus Paris: Die Kathedrale Notre-Dame de Paris stand in Flammen. Mutmaßlich fahrlässige Brandstiftung durch Bauarbeiten am Dachstuhl an dem Gotteshaus aus dem 12. Jahrhundert wird derzeit von der Pariser Staatsanwaltschaft vermutet. Und während die Welt und vor allem Frankreich um das Pariser Wahrzeichen und die enormen Schäden an Inventar und Bauwerk trauert, kursieren erste Gerüchte um den Großbrand. Eines davon besagt, dass die  1824 verstorbene Seherin und Stigmatesierte Anna Katharina Emmerick den Band von Notre-Dame in ihren Visionen vorhergesagt habe. Kann das stimmen? Was die weltberühmte und vom Vatikan Selig gesprochene Seherin aus meinem Heimatort Coesfeld gesagt und prophezeit haben soll, lest Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Anna Katharina Emmerick

Die Seherin Anna Katharina Emmerick lebte 1774 bis 1824 als Bauerstochter einer Kötterfamilie in einer Bauernschaft der Stadt Coesfeld in Nordeinwestfalen. Nur wenige Minuten von meinem Heimatdorf Lette steht noch heute ihr (wieder aufgebautes) Heimathaus und im Nachbarort Dülmen findet sich ihr Grab. Heute ist die “Heilig-Kreuz-Kirche” eine Gedenkstätte der schon im Kindesalter überaus frommen und gottesfürchtigen Emmerick, die später das Leben einer Nonne wählte.

Bis heute wird die Seherin mit den “Wundmalen Christi” (Stigmata) im Christentum viel verehrt. Auch Pilgerreisen bzw. Prozessionen zu ihren Ehren finden im Münsterland statt, die von ihrem Geburtshaus in Coesfeld entlang meines Heimatdorfes Lette zur Emmerick-Gedenkstätte in Dülmen führen. Und selbst eine angebliche Körper-Reliquie der gottesfürchtigen Seherin soll existieren: Eine mumifizierte Hand, die zufällig bei Renovierungen einer Kirche in Buldern, einem Dorf, das zu Dülmen gehört, entdeckt wurde.

Am 3. Oktober 2004 sprach Papst Johannes Paul II. Anna Katharina Emmerick selig. Ein Verfahren, dass sich grundsätzlich über 100 Jahre hinzog. Denn ein erster Prozess zur Seligsprechung wurde bereits 1892 eröffnet, allerdings 1928 wieder geschlossen. Erst ein zweites Verfahren von 1973 bis 2004 erbrachte dann den Status der Emmerick als eine “Selige”. Ein alles andere als unumstrittenes Urteil der Kirche, da hier vor allem die Aufzeichnungen von Clemens Brentano (1778 bis 1842) als Quelle genutzt wurde.

Die Selige Emmerick

Der Schriftsteller Bernato hielt sich in den Jahren zwischen 1819 und 1824 bei Emmerick auf. Seine Schriften über die tranceartigen Visionen und die Stigmata Gottesfrau gelte bis heute als zumindest fragwürdig. Es ist bis heute unklar, was Bernato einfach selber ergänzte und persönlich ausschmückte. Auch die Wundmale der Seligen waren schon zu ihren Lebzeiten umstritten. Entsprechende medizinische und psychiatrische Interpretationen über ihre “Gottes-Visionen” ebenso.

Als 2004 der berühmte Schauspieler, Filmregisseur und Produzent Mel Gibson seinen Film “Die Passion Christi” in die Kinos brachte, wurde Emmerick weithin berühmt. So beruht doch der aufgrund seiner Grausamkeit und Brutalität umstrittene Jesus-Film ausschließlich auf den Aufzeichnungen von Clemens Brentano über Emmerick …

Nach der Seligsprechung der sogenannten “Mystikerin” 2004 wurde auch die Grab- und Wallfahrtskirche in Dülmen umgebaut und erweitert. Unterhalb der Krypta wurde beispielsweise eine Anna-Katharina-Emmerick-Gedenkstätte errichtet, in der auch das Krankenzimmer der Seligen wieder aufgebaut wurde. Anders als bei so vielen Seligen, Heiligen oder sonst wie im Christentum verehrten Menschen handelt es sich hierbei um die Originalobjekte aus dem Leben der Coesfelderin und nicht um Kopien.

Prophezeiungen, Visionen, göttliche Schauungen …

Viele Menschen haben ein mehr als “mulmiges Gefühl”, wenn in der katholischen Kirche Personen als heilig oder besonders gottesfürchtig angebetet werden. Das ist bei Anna Katharina Emmerick nicht anders. Nicht wenige Kritiker sehen in der Verehrung von angeblich zu Lebzeiten außergewöhnlich frommen oder sogar heiligen Menschen eher eine Verklärung.

Und das in der katholischen Kirche diese Art der “Glaubensbezeugung” mehr als stark präsent ist, steht außer Frage!

Wenn diese “besonders gottesfürchtigen” Menschen dann auch noch zu Lebzeiten Prophezeiungen aussprachen, wird es vielen Kirchenkritikern schnell zu viel des Guten. So auch bei “meiner Lokalheiligen” Emmerick. Denn ihre Visionen betrafen nicht nur den von Hollywood verfilmten Leidensweg Christi, sondern auch die Zukunft. Immerhin liegt es auch in der Natur der Sache, dass Prophezeiungen die Zukunft betreffen.

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Prophezeiungen, Weissagungen oder Zukunftsvisionen sind ein fragwürdiges Thema. Wirklich echte und unstrittigen “Propheten” dieser Art gab und gibt es nicht. Das sieht man hervorragend am Beispiel des 1566 verstorbenen Arzt, Astrologen und Seher Nostradamus aus Frankreich. Zweifellos der bekannteste seiner Zunft. Seine angeblichen “Prophezeiungen” dienen seit Jahrhunderten allen möglichen und unmöglichen Zwecken. Und seine “Centurien” genannten Weissagungen sind so schwammig und vor allem undatiert, dass der Buchmarkt voll von angeblichen Entschlüsslungen etc. ist.

Anders bei der Münsterländerin Emmerick. Sie schrieb nicht wie Nostradamus und andere schwammige und codierte Weissagungen der Zukunft nieder. Ihre mutmaßlichen Prophezeiungen sind in textlicher Reinform vorhanden. Wobei unklar ist, was der genannte Clemens Brentano hierbei selber im Zuge seiner “schriftstellerischen Freiheit” dazu dichtete …

Eine Prophezeiung von Anna Katharina Emmerick?

Ohne Frage haben auch “Propheten” und selbst Scharlatane bei ihren Visionen der Zukunft Treffer. Es ist unwichtig, ob diese Menschen aus redlichen oder sogar gottesfürchtigen Motiven handeln oder nur betrügen wollen, irgendwer hat irgendwo und irgendwann immer mal richtig gelegen. Verpackt man seine Weissagungen in möglichst schwammige Worte und macht möglichst schwammige Angaben, steigt die vermeintliche Trefferquote dabei enorm.

Bei einer Prophezeiungen wie etwa “es kommt im Jahr XY ein schweres Erdbeben und eine Naturkatastrophe fordert viele Menschenleben” ist ein Treffer sicher. Egal im welchem Jahr.

Derzeit aber kursiert im Internet eine Aussage von Emmerick, die viele Menschen auf das verheerende Feuer von Notre-Dame beziehen. Die online kursierenden Zitate unterscheiden sich etwas, aber grundsätzlich erfahren wir folgendes, das von ihr stammen soll:

Plötzlich brach eine Flamme im Turm aus, breitete sich über das Dach aus und es schien, als würde alles verbrannt werden. Ich dachte dann an den breiten Fluss, der durch eine der Seiten der Stadt fließt hat und sich fragt, ob es nicht mit seinem Wasser das Feuer aus dem Feuer bringen könnte. Aber die Flammen verletzen viele von denen, die ihre Hand in die Abriss Arbeit gelegt hatten: die Flammen jagten sie nieder und die Kirche ging weiter zu Fuß.

Allerdings habe ich gesehen, dass es erst nach dem großen Sturm, der sich nähert, gerettet würde. Dieses Feuer, dessen Aussehen entsetzlich war, zeigte auf dem ersten Platz eine große Gefahr, auf dem zweiten Platz eine neue Pracht der Kirche nach dem Sturm. In diesem Land haben sie bereits begonnen, die Kirche mit Hilfe von Schulen zu ruinieren, die dem Unglauben nachgeben.

Erstaunliche Worte

Das klingt durchaus erstaunlich und scheint in der Tat auf den Band von Notre-Dame sehr gut zu passen! Wir alle haben die Bilder aus Paris gesehen. Wie der Spitzturm und das Dach brannte. Und die Medien berichteten nach dem Brand auch intensiv darüber, dass die Kathedrale in neuer Pracht wieder aufgebaut werden wird.

Aber wer sollen die Menschen sein, die “ihre Hand an die Abrissarbeit” des Gotteshauses legten, und bei dem Feuer verletzt wurden? Die gab es nicht in Paris! Sollen hier jene Menschen gemeint sein, die in der heutigen Zeit gegen die Kirche “kämpfen” und ihre Status unlängst hinterfragen? Mit einer religiösen Motivation kann man das durchaus herauslesen. Und diese Menschen, so kann man es weiter hinein interpretieren, scheitern letztlich an ihren Vorhanden. Denn trotz der Gefahr wird die Kirche neu und gestärkt aus den Flammen auferstehen.

Der Fluss im Zitat wäre natürlich als der Fluss Seine in Paris zu deuten. Er fließt mitten durch Paris und Notre-Dame steht noch dazu auf einer Insel mitten in der Seine.

Die “Schulen, die dem Unglauben nachgeben”, und “in diesem Land” (damit also Frankreich) die Kirche ruinieren wollen, wie soll man diese verstehen? Religiöse Menschen bzw. jene, die in den Schriften “von” Emmerick göttliche Weissagungen sehen, könnten hier schlicht den gesellschaftlichen Verfall sehen. Vielleicht auch einfach den Abfall von der katholischen Kirche und ihren Werten/Lehrern in der modernen Welt der Toleranz und des Spaß.

Und wo anders als in Schulen wird eine Gesellschaft in ihrem Kern geprägt und (be)gelehrt?

Sah Anna Katharina Emmerick den Band von Notre-Dame voraus?

Jetzt stellt sich aber die frage, ob das kursierende Zitat der Anna Katharina Emmerick (oder Clemens Brentano) überhaupt der Wahrheit entspricht.

Es gibt eine ganze Reihe Publikationen, die sich mit Emmerick und vor allen ihren Visionen beschäftigen. Neben wenigen kritischen sind es hierbei vor allem natürlich religiös geprägte Veröffentlichungen. Nicht wenige stammen von überzeugten Gläubigen der katholischen Kirche und sehr viele enthalten vor allem Auswahltexte der Visionen. Alle jedoch berufen sich auf den Chronisten Clemens Brentano. Trotz aller Kritik sind und bleiben eben seine Schriften die Hauptquellen.

Eines der letztgenannten Veröffentlichungen stammt von Josef Stocker. In seinem 2013 veröffentlichten Buch “Visionen: Anna Katharina Emmerick” finden sich diverse Visionen von Emmerick, die Stocker den Aufzeichnungen von Berntano entnahm. Unter anderem auch die Prophezeiungen um “den Papst und die Zukunft der Kirche”. Und tatsächlich findet sich hier (ab Seite 78) das oben wiedergegebene Zitat vom Emmerick zu dem Feuer der Kirche. Allerdings wesentlich umfangreicher und mit einer ganzen Reihe von Unterschieden und auch Interpretationen. Zum Beispiel interpretiert Stocker die Kirche als eine Kirche in Wien (Stephanus) und die Personen, die hier Hand an das Gotteshaus legen, als Freimauer.

Vielleicht sollte man bessere sagen, dass das im Netz kursierende Zitat vom Emmerick “zusammengesetzt” wurde.

Eine wesentlich bessere Quelle ist die von Jozef de Raedemaeker 1998 “erstmalige Veröffentlichung der Urtexte”, die ich vom Emmerick-Bund e. V. bei mir vor Ort bekommen habe. Dieses “Dülmener Tagebuch” enthält die “Aufzeichnungen der Mitteilungen und der Zustände der Anna Katharina Emmerick”, die vier Jahre vor dem Tod der Seherin notiert wurden. Es ist Teil einer Sammlung der Brentano-Schriften.

Die Ur-Quelle …

Die im Januar 1820 gemachten Tagebuchaufzeichnungen mit der fraglichen Prophezeiungen sind das “Bild der Gefahr einer katholischen Kirche”. Einer ungenannten Kirche demnach, die in dem Text aber eindeutig in Rom oder Richtung Rom in Italien lokalisiert wird. Bei Visionen und Prophezeiungen ist natürlich immer vieles Interpretationen und Deutung der Leser, doch Rom liegt von Emmerick ihrer Heimat in einer ganzen anderen Richtung als Paris und Notre-Dame.

Das vollständige Original-Zitat ließt sich wie folgt – und umfasst weit mehr Text:

Ich sah an einem Ort, mehr gegen Rom zu, zwischen hohen Häusern, eine katholische Kirche mit sehr hohem, künstlichem Turm (Stephan?). Ich sah um diese Kirche her sehr viele vornehme Leute beschäftigt, darunter mehrere Fremde, vornehme, mit Schürzen und Kellen, als wären sie dahin gesandt, welche diese Kirche, die mit Schiefer gedeckt war, und den künstlichen Turm abbrechen <wollten>. Es gesellten sich allerlei aus dem Lande zu ihnen, auch waren selbst Priester dabei. Ich geriet darüber in solche Betrübnis, da! ich zu meinem Bräutigam sagte, er solle doch helfen; Xaverius habe ja mit dem Kreuz in der Hand alles vermocht: Er möge doch hier den Feind nicht triumphieren lassen.

Ich sah hierauf fünf Menschenbilder in diese Kirche eingehen, drei in alten, schweren Paramenten, als seien es Geister, und zwei ganz junge Geistliche, als wären sie berufen. Es war auch, als erhielten diese das Abendmahl und als sollten sie ein neues Leben erwecken und es schlug auch plötzlich eine Flamme aus dem Turm und warf sich um das ganze Dach, und es war, als sollte alles verbrennen. Ich gedachte dabei noch eines breiten Flusses, der an der einen Seite der Stadt vorbei floß, <und fragte mich,> ob man nicht aus ihm das Feuer löschen werde. Es waren bei denen, welche abbrechen wollten, sogar Ordensgeistliche. Aber die Flammen verletzten sehr viele von denen, welche Hand zum Abbruch angelegt hatten, und vertrieben sie und die Kirche blieb stehen.

Diese Rettung, hatte ich aber <vernommen>, würde erst nach dem großen Ungewitter, welches nahte, vor sich gehen, denn das Feuer, welches erschrecklich war, deutete fürs erste auf große Gefahr und fürs zweite auf neuen Glanz in der Kirche nach dem <Un>wetter. Der eine der eingehenden Heiligen war Sankt Stephanus, der andere war jener, der nach ihm gemartert wurde. Die jungen Leute waren Vorläufer des Johannes. Das Verletzen der Kirche haben sie jetzt dort schon angefangen bei den Schulen. Sie wollen alles freigeben.

Zwischen den beiden Kirchengesichten sah ich sich ein heftiges <Un>wetter hervordrängen aus Mitternacht. Es zog sehr nach der Stadt mit dem Turm, <zog sich> im halben Kreis herum.

… und viele Deutungen

Liest man sich diese Vision der Emmerick ganz nüchtern durch, muss man sagen, dass hier wohl kaum der Band von Notre-Dame vorausgesehen wurde! Abgesehen davon, dass hier von Rom oder “mehr gegen Rom” gesprochen wurde, gibt es zahlreiche Details, die gegen einen Blick in die Zukunft sprechen. Am auffälligsten ist dabei sicherlich, das dieser Text davon spricht, dass die Kirche abgerissen werden sollte, bevor sie brannte. Notre-Dame sollte renoviert werden.

Ebenso haben die Flammen von Paris nicht “sehr viele von denen, welche Hand zum Abbruch angelegt hatten” verletzt. Beim Brand von Notre-Dame war das exakte Gegenteil der Fall. Und selbstverständlich waren auch keine “Ordensgeistliche” daran beteiligt. Mit Schiefer war Notre-Dame auch nicht bedeckt. Lediglich die Aussage “und es schlug auch plötzlich eine Flamme aus dem Turm und warf sich um das ganze Dach, und es war, als sollte alles verbrennen” passt durchaus auf den Großbrand von Paris. Natürlich auch, dass die Kirche letztlich stehengeblieben ist.

Viele Urheber

In der Aufzeichnung von 1820 findet sich auch eine interessante Anmerkung zu dieser Vision vom Untergang der Kirche. Diese Aussage der Seligen Emmerick stamme aus “der Handschrtift der Frau Sendtler”, ist darin zu erfahren. Damit ist Anna Barbara Sendtner gemeint, die eine Mitarbeiter von Clemens Berntano war und ebenfalls die Worte von Anna Katharian Emmerick bearbeitet hat.

So heißt es beispielsweise zu dem mehrere hundert Euro kostenden Gesamtwerk “Religiöse Werke II” von Brentano:

Die vorliegende Edition gibt den Text erstmals nach der von Brentano als Druckvorlage vorgesehenen und von ihm korrigierten Abschrift durch seine Mitarbeiterin Anna Barbara Sendtner wieder, die zumal bei einigen im 19. Jahrhundert als theologisch heikel betrachteten Passagen teilweise erheblich von der Druckfassung abweicht.”

Andere Bearbeiter der Aussagen von Emmerick waren Christian Bernatano, der Bruder von von Clemens Bernatano, und seine Frau Emilie. Wer will da beim Thema “Prophezeiungen von Anna Katharina Emmerick” noch zwischen Wahrheit und schriftstellerischer Fiktion unterscheiden können?

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Himmelszeichen über Hamburg und Lübeck: UFOs im Jahre 1697 über Norddeutschland +++ YouTube-Video +++

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Zeichen am Himmel: Rätselhafte "UFO-Sichtungen" im Jahre 1697 über Norddeutschland (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
Zeichen am Himmel und UFOs: Rätselhafte “UFO-Sichtungen” im Jahre 1697 über Norddeutschland (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Das UFO-Phänomen ist uralt. Jahrhunderte oder vielleicht sogar Jahrtausende sagen UFO-Forscher und -Interessiere. Dabei deuten sie unter anderem seltsame Erscheinungen am Himmel im Mittelalter in dieser Hinsicht. Kritiker verweise dabei gerne auf den Umstand, dass solche Himmelszeichen oder Wunderzeichen natürliche Phänomene waren. Sie verweisen beispielsweise Kometen und Asteroiden. Folglich also auf Erscheinungen, die von den damaligen Menschen als Zeichen von Gott oder dem Teufel interpretiert wurden. Ein Beispiel von seltsamen “Kugeln am Himmel” aus dem Jahr 1697 soll das Problem der mittelalterlichen UFOs verdeutlichen. Denn in diesem erstaunlichen Fall scheint eine natürliche astronomische Deutung ausgeschlossen zu sein. Mehr über diese wundersame Erscheinung erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Man nannte sie einst Wunderzeichen oder Himmelzeichen: unerklärlichen Himmels-Phänomene. Aber waren sie wirklich UFOs oder doch nur rein natürliche “Wunder”?

Indes sind solche Zeichen am Himmel für Skeptiker vollkommen natürliche Vorkommnisse. Dabei haben Kritiker der UFO-Forschung und Prä-Astronautik sicherlich Recht. Besser gesagt, sie haben zum Teil recht. Andererseits lassen sich nicht alle diese Erscheinungen und „Zeichen am Himmel“ so einfach erklären.

Das soll ein Beispiel von seltsamen “Kugeln am Himmel” verdeutlichen. Wobei es sich hierbei um eine Erscheinung aus dem Jahr 1697 aus Norddeutschland handelt. Denn in diesem erstaunlichen Fall scheint eine natürliche astronomische Deutung ausgeschlossen zu sein. In diesem scheinen tatsächlich UFOs vor Jahrhunderten am Himmel gestanden zu haben.

Warum und was damals geschehen sein soll, das erfahrt Ihr in diesem Video auf Grenzwissenschaft und Mystery Files.

Bleibt neugierig …

YouTube-Video vom 14. März 2019 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

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US-Archäologe widerlegt Ancient Aliens und Verschwörungstheorien um die Archäologie – hat er das?

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US-Archäologe widerlegt Ancient Aliens und Verschwörungstheorien um die Archäologie - hat er das? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & L. A. Fischinger / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
US-Archäologe widerlegt Ancient Aliens und Verschwörungstheorien um die Archäologie – hat er das? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & L. A. Fischinger / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Es ist alles andere als ein Geheimnis, dass etablierte Archäologen und andere “Mainstream-Wissenschaftler” seit Jahrzehnten die Ideen der Prä-Astronautik strickt ablehnen. Außerirdische Astronauten gab es nicht. Ancient Aliens waren nie auf diesem Planeten. Die Götter der Antike waren alles – nur keine Raumfahrer aus dem All. Des weiteren existiert auch keine Verschwörung innerhalb der archäologischen Community dazu. So der recht einheitliche Tenor, den sich selbstverständlich auch und vor allem Theologen anschließen. Aktuell sorgt in diesem Zusammenhang ein Interview mit einem Archäologen der Arizona State University für weltweite Schlagzeilen. In diesen Presseberichten heißt es, er habe den “Einfluss von Aliens” in  der Vergangenheit und “Verschwörungstheorien zur Archäologie” “entlarvt”. Aber hat er das tatsächlich? Was hat der Wissenschaftler wirklich gesagt? Und weshalb hat offenbar kaum jemand sein Interview überhaupt gelesen? In diesem Beitrag erfahrt Ihr es.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Prä-Astronautik und Ancient Aliens – “debunekt”

So wie man heute die Prä-Astronautik “Ancient Aliens” nennt, nennt man deren Widerlegung heute “debunked”. “Debunker” sind auch im deutschen Sprachraum “Entlarver” oder “Widerleger” dieser oder jener These, Idee oder Spekulation. Hierbei natürlich vor allem aus dem Bereichen der Grenzwissenschaft und Mystery Files.

Eigentlich sollte heute, wo alles im Netz vollkommen ungeprüft weiter verbreitet wird, jeder Mystery-Interessierte ein “Debunker” sein. Auch wenn dieses Wort schon lange zu einem Kampfbegriff geworden ist. Hater, Neider und Trolle werfen selbst mir vor, dass ich ein solcher bin. Ihnen passt es nicht, dass ich als Grenzwissenschaftler auch Lügen, Fakes und Irrtümer aufzeige und belege. Glauben möchte man – nicht wissen!

Und doch fällt es es in eine andere Kategorie wenn ein Mainstream-Archäologe sich gegen Prä-Astronautik-Ideen oder “Verschwörungen in der Archäologie” wendet. Die Mystery-Gemeinde nennt solche Menschen schnell System-Trolle oder bezahlte Desinformanten. Hinterfragen oder prüfen, was diese Personen genau sagten, macht kaum jemand.

Ein Vorwurf, den man aber umgekehrt genauso auf die Mainstreampresse anwenden kann. Denn auch sie plappert im grenzwissenschaftlichen Themenbereich sehr gerne alles nach. Dabei ist es sogar gleichgültig, ob es pro oder contra ist. So geschieht es aktuell auch mit einem Interview, das der Archäologe Matthew Peeples gegeben hat. Er ist Kodirektor der “School of Human Evolution and Social Change” vom “Center for Archaeology and Society” der Arizona State University. Seines Zeichen auch ein Experte für Feldbilder, den sogenannten Petrogyphen, in den USA.

Und über diesen Assistenz-Professor heißt es, er habe “den Einfluss von Außerirdischen und andere Verschwörungstheorien zur Archäologie entlarvt”.

Teil der Archäologie-Verschwörung

Auf der Webseite der Universität erschien dazu am 14. März ein Interview mit Matthew Peeples. Darin spricht er davon, dass die Idee der Prä-Astronautik bzw. Ancient Aliens nichts weiter als eine Art Popkultur ist. Sie entstand “Anfang des 20. Jahrhunderts in der Science-Fiction-Literatur” und habe so nach und nach ihren Siegeszug angetreten.

Seiner Meinung nach belegen das die zahlreichen TV-Sendungen rund um das Thema Astronautengötter im Altertum. Explizit nennt er die US-TV-Serie “Ancient Aliens”. Ebenso den Science-Fiction-Autoren H. P. Lovecraft. Ein bis heute gefeierter Autor, der tatsächlich bis zu seinem frühen Tode 1937 Bücher und Geschichten mit Elementen der Prä-Astronautik veröffentlichte.

Matthew Peeples:

Diese Ideen werden nicht durch wissenschaftliche Beweise gestützt. Aber sie sind so weit verbreitet, dass viele Leute glauben, dass an ihnen etwas dran sein muss. Am Beispiel der Großen Pyramiden in Ägypten haben Archäologen deutlich gezeigt, wie diese Strukturen in eine breitere Tradition kleinerer Steinstrukturen und früherer Versuche des Pyramidenbaus passen. Auch die Gebäudetechnik ist beeindruckend, aber wir müssen keine Aliens beschwören, um sie zu erklären.

Eine andere populäre Ansicht ist, dass professionelle Archäologen selbst die Wahrheit über die Vergangenheit verstecken. Mich persönlich habe Leute beschuldigt, Teil einer weit verbreiteten Vertuschung oder Verschwörung zu sein.”

Filme wie “Akte X” oder “Stargate” würden seiner Meinung nach solche Ideen einer Verschwörung weiter befeuern. Obwohl es Archäologen lieben würden “ihre Vorstellungen über die Vergangenheit mit neuen Daten und Entdeckungen zu testen”. Immerhin treibe genau das die Wissenschaft voran, so Peeples.

In der Tradition von König Arthur

Weite Teile des Interviews widmet sich Peeples diversen Behauptungen um Felsbilder in den USA. Immerhin ja auch sein Fachgebiet. Beispielsweise, das einige dieser Bilder für Archäologie-Kritiker belegen sollen, dass die Wikinger an diesen Orten waren. Peeples lehnt diese Interpretation aus verschiedenen Gründen ab. Etwa deshalb, da Reproduktionen der fraglichen Bilder in Büchern falsch seien. In Wahrheit sähen sie nämlich anders aus und sind damit alles andere als ein Beleg für Europäer lange vor Kolumbus im Westen der USA.

Derartige Verschwören stünden nach Peeples in einer Art Tradition zu König Arthurs. Denn auch diese mythische Gestalt sei einst, etwa durch die Abtei Glastonbury Abbey in Großbritannien, durch Falschbehauptungen verklärt worden. Diese Abtei behauptete, dass auf deren Grund und Boden das Grab des legendären König Arthur liegen würde. “Für die meisten Historiker ein Werbegag” der Abtei, so Peeples.

Und genau in dieser Tradition von Falschaussagen mit einer Archäologie-Verschwörung stünde heute das Thema Ancient Aliens:

Ich glaube, diese Behauptungen sind aus verschiedenen Gründen immer noch beliebt. Erstens kann mit dem Verkauf pseudowissenschaftlicher Ideen an die Öffentlichkeit viel Geld verdient werden, wie die zahlreichen Bücher und Fernsehsendungen belegen, die immer wieder auftauchen. Viele dieser Ideen hängen auch mit Nationalismus und verschiedenen anderen Arten von Gruppenidentitäten zusammen. Die Menschen haben den Wunsch zu behaupten, dass ihre Vorfahren die ersten waren, die in ein neues Land kamen oder fortgeschrittene Technologien entwickelten. Das wurde sogar sogar dazu benutzt, Krieg und Invasion zu rechtfertigen.

“Nationalismus” ist im Sinne der Götter der Sterne natürlich Unsinn. Immerhin behauptet ja kein Alien, dass seine Nation oder Gruppe dieses oder jenes geschaffen hat. Und Autoren, die über solche Astronautengötter schreiben, können das ebenso wenig behaupten. Die mutmaßlichen außerirdischen Götter stammen ja von keiner irdischen Nation ab.

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Vorwürfe der Archäologie und Kritiker

Obwohl die derzeitigen Medienberichte eigentlich ausnahmslos titeln, dass ein Archäologe die Prä-Astronautik & Co. widerlegt habe, stimmt das nicht. Egal ob in Boulevardmedien oder News-Blogs.

Matthew Peeples macht in seinem kurzen Interview nicht einmal den Versuch Verschwörungstheorien oder Aliens zu widerlegen. Jedoch sind derartige Verschwörungen, Behauptungen, TV-Sendungen und Bücher sind für ihn Pseudowissenschaft. Dementsprechend arbeiten die Vertreter dieser Thesen nicht wissenschaftlich. “In der Archäologie geht es um die systematische und wissenschaftliche Erforschung menschlicher Gesellschaften”, so Peeples. “Die von den Forschern in ihrem “hinterlassenen Kontext” erforscht werden.

“Plausible Argumente müssen durch Beweise gestützt und die verwendeten Methoden und Daten sollten zur Prüfung zur Verfügung gestellt werden”, wirft Peeples vor. Jeder solle misstrauisch sein, sobald jemand Verschwörungen aufstellt. Vor allem dann, wenn “die mangelnde Akzeptanz von Wissenschaftlern für ihre Ideen und die Unterdrückung der Wahrheit” genannt werden. Die Verwendung von durch “Experten geprüfte Quellen” muss gegeben sein. Und diese sollten Menschen mit “einschlägigen Fachwissen” nachprüfen können.

Genau das und eigentlich nur das hat Matthew Peeples im Kern gesagt! An keiner Stelle hat er eine Verschwörung der Archäologie gegen unliebsame Funde und die Spekulationen um außerirdische Götter “debunked”. Allerdings ist das im Rahmen eines Interviews auch gar nicht möglich.

Er teilt damit lediglich dieselben Vorwürfe, die Kritiker seit Jahrzehnten diesen Themen gegenüber machen: Mangelndes Quellenstudium, fehlende “seriöse Quellen”, unwissenschaftliches arbeiten, fragwürdige bis erfundene Quellen und ungenügender Blick auf den Kontext der Funde etc. Dies wiederum sind Vorwürfe, sie in der populärwissenschaftlichen Welt allgegenwärtig sind. Immerhin arbeitet niemand der entsprechenden Autoren wissenschaftlich.

Eigentlich nicht verwerflich, solange niemand davon spricht, er habe Beweise und echte Belege für die Prä-Astronautik gefunden. Allerdings mit Blick auf die täglich im Netz erscheinenden zum Teil grausigen Falschbehauptungen der Grenzwissenschaft ein echtes Übel.

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“Streitfall Bosnische Pyramiden”: Auf Spurensuche vor Ort – Vortrag von Jutta de Zordo, März 2019 +++ YouTube-Video +++

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"Streitfall Bosnische Pyramiden" - Auf Spurensuche an den "ältesten und größten Pyramiden der Welt" - Vortrag von Jutta de Zordo, März 2019 (Bild: Google Earth / Bearbeitung: Fischinger-Online)
“Streitfall Bosnische Pyramiden” – Auf Spurensuche an den “ältesten und größten Pyramiden der Welt” – Vortrag von Jutta de Zordo, März 2019 (Bild: Google Earth / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Sie sind auch innerhalb der Grenzwissenschaft und den Rätseln der Archäologie ein echter Streitfall: Die Bosnischen Pyramiden oder Pyramiden von Bosnien, die vor allem Sam Osmanagich (Semir Osmanagić) ab 2005 weltberühmt machte. Ein Bauunternehmer aus Bosnien und seines Zeichens Hobby-Archäologe. Er ist überzeugt, dass nahe dem Ort Visoko in Bosnien und Herzegowina mehrere uralte und riesige Pyramiden stehen. Und die seien die größten und ältesten der Welt überhaupt, da sie zehntausende Jahre alt sein sollen. In diesem YouTube-Video vom März 2019 berichtet Jutta de Zordo umfangreich über das Thema. Ein auch für Kritiker spannender Vortrag, in dem sie ihre Erfahrungen präsentiert, die sie vor Ort an den Bosnischen Pyramiden machte.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Der Hobby-Forscher und Autor Sam Osmanagich glaubt inzwischen im „Tal der Pyramiden“ mehrere derartige Monumente identifiziert zu haben. „Sonnenpyramide und „Mondpyramide“ sind beispielsweise zwei davon. Doch gleichzeitig soll es in diesem Gebiet auch ein riesiges und bisher unbekanntes Tunnelsystem geben. Auch das graben er und seine Helfer seit Jahren aus.

Die Mitstreiter von Osmanagich sowie er selber werden mit ihren Thesen von etablierte Archäologen nicht ernst genommen. In der grenzwissenschaftlichen Community ist das Thema „Bosnische Pyramiden“ seit Jahren ebenfalls strittig. Um nicht zu sagen: sehr umstritten.

In diesem Vortrag vom März 2019 berichtet Jutta de Zordo umfangreich über das Thema der Pyramiden bei Visoko. Ein auch für Kritiker spannender Vortrag, in dem sie ihre Erfahrungen präsentiert, die sie vor Ort an den Bosnischen Pyramiden machte.

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YouTube-Video vom 12. März 2019 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

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Ancient Aliens in einem Museum in China und in Leipzig? Über die Jagd nach Prä-Astronautik-Artefakten

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Ancient Alien in einem Museum in Leipzig? Über die Jagd nach Prä-Astronautik-Artefakten (Bilder: Fischinger-Online)
Ancient Alien in einem Museum in Leipzig? Über die Jagd nach Prä-Astronautik-Artefakten (Bilder: Fischinger-Online)

Seit Jahrzehnten nehmen die Vertreter der Prä-Astronautik an, dass vor Jahrtausenden Außerirdische auf der Erde waren. Sie wurden von den Menschen zu “Göttern” erhoben und hinterließen in Mythen, Kunst, Kultur und auch Artefakten ihre Spuren. Und so suchen “Ancient Aliens-Jäger” weltweit in Mythologien und Museen nach den Spuren dieser Götter der Sterne. Nicht selten werden sie bei ihrer Suche nach Artefakten der Astronautengötter auch fündig. Auf allen Kontinenten. So auch jüngst in Leipzig und in China. Wie man aber die Suche nach diesen Hinterlassenschaften der “Anderen” deuten soll, erfahrt Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die Götter waren Astronauten!

Das ist die Grundannahme der gesamten Prä-Astronautik. Gleichgültig ob man sie jetzt Paläo-SETI, Astronautengötter oder neudeutsch Ancient Aliens nennt. An der grundlegenden Idee ändert das nichts.

Vertreter der Prä-Astronautik haben alles andere als eine einheitliche Überzeugung, Herangehensweise oder These. Jeder Prä-Astronatiker kocht sein eigenes Süppchen, wie es in diesem Blog-Beiträgen HIER, HIER und HIER bereits sehr detailliert erläutert wurde. Nur die Idee, dass die Götter Astronauten waren, ist im Grundsatz bei allen zu finden.

Alle “Ancient Aliens-Jäger” haben aber auch gemeinsam, dass sie Mythologien etc. sowie Artefakten der Vergangenheit auf Spuren der einstigen Besucher hin abklopfen. Das ist vollkommen legitim (wer sollte es auch verbieten?!) und meiner Überzeugung nach richtig!  Denn wenn Astronauten der Antike hier waren, dann sollten wir ihre Spuren eben genau in diesen Hinterlassenschaften finden. Eine Überzeugung, die bereits Jahre vor den klassischen Autoren wie Erich von Däniken oder Peter Krassa ausgesprochen wurde. Beispielsweise von der Astronomen-Legenden Carl Sagan 1966.

Und hat man diese Spuren und Hinweise gefunden? Ja, man hat. Und das in einer nicht zu überschauenden Zahl in nahezu allen Ländern und Kulturen der Erde. Einige Anhänger der Prä-Astronautik sprechen sogar von einer Fülle an Beweisen für die Astronautengötter. Was allerdings rund weg falsch ist und damit nicht stimmt.

Hinweise gibt es, die man im Sinne der Götter des Kosmos deuten kann. Ob die Interpretation deshalb richtig ist, weiß und kann niemand belegen.

Artefakte der Astronautengötter

Solche Hinweise veröffentlichte beispielsweise jüngst der Autor und Mystery-Jäger Alexander Knörr in dem Magazin “Mystikum”. In der Ausgabe 133 (März 2019) des kostenlosen Online-Magazins verweist er auf seltsame Artefakte, die er in dem Museum von Sanxingdui in China aufgespürt hat.

Bei einem Besuch dort starrten ihm aus den Vitrinen des Museums sonderbare Gesichter an, die alles andere als menschlich aussehen. 3.100 bis 4.500 Jahre sind diese “Fratzen” laut Meinung der Archäologie alt. Herkunft könnte das mythische Volk der Shu sein. Eine Art Ur-Dynastie des alten China.

Ancient Alien in einem Museum in Leipzig - über die Jagd nach Prä-Astronautik-Artefakten - Bild 2 von Alexander Knörr
Beispiele der von Alexander Knörr im Museum von Sanxingdui in China von Alexander Knörr fotografierten “Fratzen” (Bilder: A. Knörr / aus “Mystikum” Nr. 133)

Knörr schreibt dazu:

Mehr als 60 bronzene Skulpturen, die Köpfe zeigen, wurden gefunden. Und jeder dieser Köpfe ist anders gearbeitet. Jeder einzigartig! Man erkennt individuelle Gesichtszüge und Attribute an jeder Skulptur. Diese stellen also nicht durchweg ein Götzenbild dar, sondern meiner Meinung nach wirkliche Personen, die diesen wie eben erwähnt Modell gestanden haben.”

“Auch ohne viel Fantasie” erwecken die Abbildungen der Köpfe “als wären es außerirdische Besucher gewesen”, so der Autor Knörr weiter. Fraglos hat er da ebenso recht, wie all die anderen Autoren, die immer wieder auf derart fremdartige Abbildungen und Artefakte verweisen. Zumal immer im Hintergrund behalten werden muss, dass die meisten Kulturen- eben in ihren Religionen und Mythen von fremden Wesen aus dem Himmel sprechen.

Wenn diese real waren, dann darf (muss) man erwarten, dass sich deren Anwesenheit auch in der Kunst niedergeschlagen hat. War es auch bei diesen Darstellungen in China der Fall? Belegen lässt sich diese Spekulation nicht. In solchen Fällen wären sicher viele überzeugte Prä-Astronautiker lieber Archäologen. Immerhin ist deren Deutung und Erklärung einfach und allgemein anerkannt: “Kultobjekte”.

Als an den Mysterien-Interessierter sollte man in jedem Museum dazu immer die Augen offen halten.

Ein “Alien” in Leipzig

Leser von Prä-Astronautik-Büchern machen das so oder so seit Jahren. Denn immer wieder stolpert man über “Kultobjekte”, die sich in die Idee der außerirdischen Besucher einfügen lassen. Steinchen ohne Beweiskraft, aber dafür Phantasie anregend.

Im Naturkundemuseum in Leipzig liegt so ein Artefakt zwischen allerlei archäologischen Fundstücken und Keramiken aus den vergangenen Jahrtausenden in einer Vitrine. Eine angebliche Gürtelschnalle mit einer menschlichen Figur. Ein “Kultgegenstand” oder einfaches Schmuckwerk den Besucher ohne prä-astronautischen Hintergrund mit Sicherheit übersehen.

Der keltische Gürtelschmuck in einem Museum in Leipzig (Bilder: Fischinger-Online)
Der keltische Gürtelschmuck in einem Museum in Leipzig (Bilder: Fischinger-Online)

Der als “Gürtelhaken” keltischen Ursprungs beschriftete Gegenstand zeigt eine Figur mit “typisch keltischen, gedrehten Halsring”. Also einen Kelten. Verstörend sind hier aber die riesigen und lang gezogenen Augen des “Kelten” (s. a. Titelbild). Kein Mensch sieht oder sah so aus. Wohl aber sehen die angeblichen Aliens so ähnlich aus, die von UFO-Zeugen und unlängst Hollywood beschrieben werden. Man bezeichnet sie längst allgemein als “Kleine Graue” bzw. “Greys”.

Viele Museumsstücke aus aller Welt erscheinen uns heute wie Aliens. Nicht nur die von Figuren aus China oder das Beispiel aus Leipzig. Alles nur Kultgegenstände! – sagen die etablierten Forscher. Künstlerische Freiheiten nahm sich der Mensch schließlich zu jeder Zeit. Mythische Erinnerungen an wahre Besuche aus dem Universum, vermutet die Prä-Astronautik.

In diesem Zusammenhang rufen die Kritiker immer das Zauberwort “Beweispflicht”. Nein, es lässt sich nicht beweisen, dass es Abbildungen von Aliens sind. Alles Spekulation.

“Kultobjekte” im archäologischen Sinne sind auch Spekulation. Wobei diese “Mainstream-Deutung” im Kern zu 100 prozentig korrekt und eigentlich sogar dieselbe wie in der Prä-Astronautik ist. Der kleine aber sehr feine Unterschied ist nur, dass die Alien-Götter-Idee eine handfeste Ursache zum Ursprung diese Kulte annimmt.

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Du hast selber ein “mysteriöses Museums-Artefakt” entdeckt? Dann schreib mir.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Außerirdische Zivilisationen: Wurde den Aliens der Klimawandel zum Verhängnis? Das “Fermi-Paradoxon” und der Nicht-Kontakt

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Außerirdische Zivilisationen: Wurde den Aliens Klimawandel und Umweltzerstörung zum Verhängnis? (Bilder: NASA/JPL / Montage: Fischinger-Online)
Außerirdische Zivilisationen: Wurde den Aliens Klimawandel und Umweltzerstörung zum Verhängnis? (Bilder: NASA/JPL / Montage: Fischinger-Online)

Wenn unsere Milchstraße und das Universum von außerirdischen Zivilisationen zumindest nach einigen Berechnungen nur so wimmelt: Wo sind diese dann alle? Warum finden wir sie scheinbar nicht und warum empfängt SETI kein Signal von Außerirdischen? Dazu gibt es einen ganzen Katalog von Erklärungsversuchen. Eine “neue” These zu diesem “Fermi-Paradoxon” genannten Umstand des Nicht-Kontaktes mit Aliens bringt jetzt ein Astrophysiker in Spiel: Klimawandel und Umweltzerstörung auf ihren Planeten würden die Entwicklung der Außerirdischen bremsen oder sogar stoppen. Wie genau das der US-Wissenschaftler meint, welche weiteren Faktoren eine außerirdische Zivilisation bedrohen und ob das als Erklärung des “Fermi-Paradoxon” ausreicht, lest Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Zivilisationen im All

Seit wenigen Jahrzehnten erst hat sich unter Astronomen und Weltraumforschern die Überzeugung durchgesetzt, dass es im Universum von Leben nur so wimmelt. Intelligentes Leben und außerirdische Zivilisationen ausdrücklich eingeschlossen.

Eine Tatsache, die in der breiten Bevölkerung allerdings noch lange nicht angekommen ist. Außerirdische sind für viele Menschen mangels Bildung und Interesse in diesem Bereich weiterhin ein Thema für “Verrückte”, “Freaks” oder “Spinner”. Vor allem auch aufgrund der allgemeinen und falschen Auffassung, dass das Thema Außerirdische dasselbe wie das Thema UFOs ist. Daran hat das Fernsehen und Hollywood eine erhebliche Mitschuld.

Allerdings haben auch all jene etablierten Wissenschaftler “schuld”, die von eben diesem Leben im All immer wieder sprechen. Seien es jetzt Mikroorganismen auf einem Mond oder dem Mars in unserem Sonnensystem, ferne und mutmaßliche bewohnbare Exoplaneten im All oder technologische Zivilisationen von Außerirdische: Nichts davon kann die Weltraumforschung bisher belegen.

Noch nicht. Denn sicher sind sind eigentlich alle, dass es “Sie” da draußen geben muss. Wir müssen sie nur finden (oder sie uns).

Aliens wie Sand am Meer – wo denn?

Wie viele Planeten und Monde in unserer Galaxis oder im gesamten Universum Leben beherbergen, kann niemand auch nur annähernd seriös sagen. Nichteinmal grob schätzen kann man die Anzahl belebter Welten im All. Und das wird auch in fernster Zukunft aller Wahrscheinlich nach immer so bleiben. Wir kennen nicht alle Monde und Planeten im Kosmos, auf denen Leben entstanden sein könnte. Wir werden sie in der Unendlichkeit des Alls niemals alle kennen können. Gleichzeitig können wir auch nicht alle Kandidaten vor Ort untersuchen, um etwa Mikroben oder Alien-Fische nachzuweisen.

Das Universum ist dafür ganz einfach zu groß.

Bei außerirdischen Zivilisationen ist es zwar nicht ganz so aussichtslos, aber dennoch vergeblich. Doch auch hier sprechen Optimisten von “Aliens wie Sand am Meer” im gesamten Kosmos. Und viele seien eben intelligent und haben eine technologische Zivilisation einwickelt. Einige dieser Spezies sind auf dem Stand von uns Menschen – andere vielleicht Millionen Jahre weiter entwickelt.

So nehmen gerne diverse Wissenschaftler die inzwischen schon sehr alte Drake-Gleichung aus den 1960er Jahren dafür vor. Eine Formel (mehr dazu auch HIER, HIER & HIER), mit der man theoretisch die Anzahl intelligenter Alien-Zivilisationen im All berechnen kann. Einige optimistische Ergebnisse dieser Berechnungen zeigen ein Universum, dass voller Zivilisationen ist.

Aber warum finden wir diese doch angeblich so zahllosen Außerirdischen einfach nicht? Obwohl wir beispielsweise seit rund einem halben Jahrhundert mit Radioteleskopen Signale von ihnen suchen schweigt der Kosmos!

Das “Fermi-Paradoxon”

Ein quasi überall bevölkertes Weltall, ohne, dass wir auf der Erde das mitbekommen? Warum?

Genau das fragte sich schon 1950 der berühmte Atomphysiker und Nobelpreisträger Enrico Fermi, nachdem zahlreiche Begriffe aus Wissenschaft und Forschung benannt sind. So auch das “Fermi-Paradoxon”, das eben genau das Problem des Nicht-Kontaktes mit anderen Zivilisationen beschriebt:

Fermi ging davon aus, dass es intelligentes außerirdisches Leben gibt, das technisch hochentwickelte Zivilisationen über Millionen von Jahren aufrecht erhalten kann. In dieser Zeitspanne sollte es mittels interstellarer und intergalaktischer Raumfahrt möglich sein, ganze Galaxien zu kolonisieren – und der Wahrscheinlichkeit nach sollte dies bereits geschehen sein. Dass dennoch die Suche nach den Spuren von Außerirdischen bisher erfolglos blieb, erschien ihm paradox und als Hinweis darauf, entweder die Annahmen oder die Beobachtungen zu hinterfragen.

Rund 70 Jahre ist dieses “Fermi-Paradoxon” nun bekannt und in der Diskussion. Und es ist und bleibt paradox. Obwohl selbstverständlich in der Astronomie und Alien-Forschung verschiedene Parameter angeführt wurden, warum wir bisher alleine bzw. noch nicht besucht worden sind. Man sollte aber dabei aber auch beachten, dass nicht nur keine Alien-Kollonisten zu uns kamen, sondern diese “Anderen” noch nicht mal irgendwas von sich hören ließen.

Das Problem des Nicht-Kontaktes

Beispiele:

  • Außerirdische betreiben ganz einfach keine oder räumlich nur sehr begrenze interstellare Raumfahrt. Aus technischen, wirtschaftlichen oder anderen Gründen – oder weil es für diese schlicht unnötig ist.
  • Alle außerirdischen Zivilisationen sind schon lange Vergangenheit. Es existieren keine mehr.
  • Die Menschheit ist vollkommen allein im All. Wir wären damit die erste “intelligente Spezies”.
  • Aliens leben von unserem Ort im Kosmos aus betrachtet alle zu weit weg. Sie haben uns als Ziel deshalb “nicht auf dem Schirm”.
  • Natürliche Katastrophen haben sie ausgelöscht.
  • Sie haben sich durch Kriege usw. selber ausgelöscht.
  • Die Planeten der Aliens haben eine derart starke Anziehungskraft (“Super-Erden”), dass sie keine Raumfahrt entwickelt haben. Kosten und Ressourcenverbrauch, um erstmal langsam mit Raumfahrt wie Satelliten usw. zu beginnen, sind viel zu hoch (s. a. Video HIER).
  • Alle außerirdischen Zivilisationen ignorieren uns Erdlinge aus mangelnden Interesse absichtlich.
  • Außerirdische haben uns noch gar nicht entdeckt, und wissen nichts von der Menschheit.
  • Sie waren schon längst hier.
  • Die “Anderen” sind schon längst hier.
  • Ab und zu kommen sie mal vorbei.
  • Außerirdische haben durch Weltraummüll eine “Barriere” um ihre Welt geschaffen, so dass sie auf ihrer Welt “gefangen” sind.
  • Alien-Zivilisationen wissen von uns, haben aber untereinander abgesprochen, dass sie uns in Ruhe lassen.
  • Wir erkennen sie gar nicht.
  • Keine außerirdische Zivilisation hat bisher den Sprung zu einer interstellaren Spezies geschafft.

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Wo die Wissenschaft nicht weiter weiß, beginnen die Spekulationen und Thesen. Die genannten Erklärungsversuche des “Fermi-Paradoxon” zeigen dies sehr eindringlich. Obwohl vieles davon nach Science Fiction klingt, ist es das nicht. Science Fiction wird schließlich immer von der nüchternen Wissenschaft beeinflusst. Dann verpackten Hollywood, Autoren & Co. es für den Konsumenten.

Science Fiction vs. Wissenschaft

In der TV-Serie “Raumschiff Enterprise” existiert beispielsweise eine “Oberste Direktive”. Damit ist in der Serie nichts weiter als eine Nichteinmischungsabsprache der handelnden Spezies gegenüber “primitiven Zivilisationen” gemeint. Etwa wenn diese noch nicht die Technologie der interstellaren Raumfahrt erfunden haben, lässt man sie bei “Star Trek” in Ruhe.

Vorstellbar, dass es so was im All wirklich gibt und wir deshalb vor dem “Fermi-Paradoxon” stehen. Genauso vorstellbar aber auch, dass sie schon vor zum Beispiel 14 Millionen Jahren hier waren. Oder uns in 10, 100 oder 10.000 Jahren erst entdeckten. Vielleicht sind alle Außerirdischen in der Galaxis bisher auch nur Steinzeitaliens oder Mikroben …

Alles Thesen. Alles nicht belegbar. Und doch alles durchaus vorstellbar. Inklusive der mit Sicherheit unbeliebtesten Erklärung, dass wir ganz allein sind. Betrachtet man die Diskussionen um außerirdische Zivilisationen und des Problems, dass wir sie bisher einfach nicht finden, sind einige Hypothesen dabei sehr beliebt. Zumindest in den letzten Jahren. Obwohl auch diese nach irdischen Science Fiction klingen, muss es nicht überall so sein.

Zum wäre da die Annahme, dass sie schon lange hier sind, hier waren oder immer mal wieder hier “vorbei schauen”. Verbunden wird dies gerne auch mit der Überlegung, dass sie sich ganz einfach nicht (direkt) einmischen wollen. Wir Menschen sind vielleicht auch sowas wie ein “komischer Zoo” im All: Hin und wieder interessant und unterhaltsam, letztlich aber doch bedeutungslos und langweilig (s. a. Interview mit Lars A. Fischinger HIER).

Eine andere beliebte Idee ist, dass Außerirdische ganz einfach zu weit weg und die Distanzen zwischen den Sternen auch für sie zu gigantisch sind. Vor allem Kritiker der Prä-Astronautik oder auch der UFOs im Sinne von Alien-Fahrzeugen führen das oft an.

Die dritte und überaus beliebte Erklärung des Nicht-Kontaktes ist, dass alle Alien-Zivilisationen inzwischen untergegangen sind. Wann genau ist dabei eher belanglos. Ob vor 1.000 Jahren die letzten Außerirdischen untergingen oder vor 5 Milliarden Jahren spielt dabei kein Rolle. Wir Menschen haben sie schicht und einfach zeitlich verpasst.

Der “Große Filter”

Theoretisch vorstellbar ist in der Unendlichkeit des Universums auch unendlich viel. Immerhin ist das All, soweit wir heute wissen, rund 14 Milliarden Jahre alt. Viel Zeit für viele Ereignisse und Dinge.

Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen betrachte sehr häufig die Entwicklung von solchen Zivilisationen an sich kritisch. Allen voran ist hier der Physiker Stephen Hawking sicher zu nennen. Sie gehen in ihren Thesen davon aus, dass eine außerirdische Spezies sich technologisch bis zu einer Art Scheidepunkt kontinuierlich weiter entwickelt. Irgendwann steht die technologische und parallel laufende biologische Evolution dieser Zivilisationen jedoch an einer Schelle.

Diese Entwicklungsschwelle gilt es zu überwinden, damit eine solche Spezies überhaupt weiter existieren kann. In der Diskussionen wird hier gerne das Risiko der Selbstvernichtung der Außerirdischen genannt. Durch Krieg, Atomaren Holocaust, Killerviren und zahlreiche andere (menschlich) denkbare Katastrophen. Natürlich auch durch verehrende Naturereignisse. Eine Spezies, die zwar einfache Raumfahrt betreibt, eben wie wir, kann beispielsweise einen Killer-Kometen oder riesigen Asteroiden auf Kollisionskurs nicht abwehren. Auch einem Gammestrahlenausbruch oder Supervulkanen wären diese Aliens schutzlos ausgeliefert.

Erst nachdem eine Spezies technologische all diese Hürden meistern und überwinden kann, ist ihre Überleben sicher. Hausgemachte und natürliche Untergänge müssen überwunden oder überwindbar sein. Wie soll eine Spezies den Schritt in den Kosmos schaffen, wenn sie plötzlich von einem Atomkrieg oder Killer-Asteroiden in die Steinzeit zurückgeworfen wird?

Vollkommen logische Überlegungen, die natürlich auch die Spezies Mensch betreffen.

Auch wenn Kriege aller Art gerade von uns Menschen der Erde überaus gerne geführt werden, kann das bei Aliens durchaus auch so sein. Falls nicht, bleiben die überall im Weltraum vorhandenen natürlichen Gefahren. Forscher sprechen hier auch von einem “Großen Filter” in der Entwicklung von Zivilisationen. Einige Spezies überleben die Kinderkrankheiten ihrer Zivilisation und werden von kosmischen Ereignissen verschont, andere nicht.

Klimawandel bei den Außerirdischen

Haben Außerirdische sich nicht alle selber umgebracht oder in die Steinzeit zurück katapultiert und wurden auch von natürlichen Weltuntergängen verschont, steht ihnen das All offen. So die einhellige Meinung unter den Astronomen. Würde eine technologisch fortschrittliche Spezies dann von einem Kometen oder Asteroiden in ihrer Existenz bedroht, würden diese Aliens es verhindern können.

Um so weiter der Fortschritt, um so mehr können sie sich wehren und dadurch immer weiter entwickeln. Eine Aufwärtsspirale, wenn man so will. Denken wir den Extremfall, dass deren Sonne untergeht und die Atmosphäre ihrer Welt deshalb verbrennt, finden diese Super-Aliens auch dafür eine Lösung.

Der Astrophysiker Adam Frank ist mit seinem Buch “The Light of the Stars” vom Juni 2018 bisher einer der letzten Forscher, die das Thema des “Großen Filters” genauer betrachtet haben. Er führte den Klimawandel als einen weiteren Aspekt an, der allerdings keinesfalls neu ist. Frank beruft sich ausdrücklich auf vorherige Pioniere der Alien-Forschung wie etwa Frank Drake oder Carl Sagen.

Populär brachte Frank vor allem den Klimawandel unserer Erde mit Blick au außerirdische Zivilisationen ins Spiel. Wie es sein Untertitel “Außerirdisch Welten und das Schicksal der Erde” schon verrät, zieht Frank eindeutige Verbindungen zur aktuellen Weltlage und potentiellen Alien-Welten. Denn auch ein Wandel das Klimas kann für die Entwicklung einer Zivilisation auf ihren Planeten ungeahnte und hinderliche Konsequenzen haben. Hier sei die Menschheit “kosmische Teenager”, so Frank.

Verwundern sollte das nicht. Ein Klimawandel, gleich ob von Menschenhand, Alienhand oder natürlich, kann für eine planetar gebundene Zivilisation das Aus bedeuten. Zumindest wird es für die betroffene Spezies weit Wichtigeres geben als groß angelegte Raumfahrt. Durchaus eine Aussage, die man schon heute bei Raumfahrt-Kritikern auf diesem Planeten antrifft.

Wer aber keine oder kaum Energien und Technologien in Raumfahrt & Co. investiert, wird im “Großen Filter” des Kosmos stecken bleiben. Ergebnis mit Blick auf das “Fermi-Paradoxon” wäre, dass diese Zivilisation vor uns verborgen bliebe. Zumindest bis diese vielleicht eines Tages ihren Klimawandel überwunden  oder sich nach einem Ende ihre “kosmischen Teenager-Zivilisation” neu entwickelt hat.

Sind das wirklich Erklärungen?

Jeder einzelne Punkt der Interpretationen des “Fermi-Paradoxon” ist nachvollziehbar und möglich. Und doch erklärt nicht einer davon das Problem des Nicht-Kontaktes und das Schweigen aus dem All wirklich zufriedenstellend.

Auch hier kommt wieder die gewaltige Größe des Weltraum ins Spiel. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass alle angeblich so zahllosen außerirdischen Zivilisationen noch zu primitiv sind, sich vernichteten, uns nicht gefunden haben, die Erde ignorieren usw. Auch die Annahme, dass eine Kombination aus allen Punkten für das “Fermi-Paradoxon” verantwortlich ist, ist nicht unbedingt stichhaltig. Zumindest auf den ersten Blick.

Bei Milliarden und Abermilliarden Planeten im All sind die allermeisten unbewohnbare und lebensfeindliche Welten. Planeten deren Klima, Sonnenorbit und zahllose andere damit verbundene Faktoren die Entwicklung einer Zivilisation vollkommen unmöglich machen. Selbst der größte Alien-Fan kann diese Tatsache nicht ignorieren. Zum Glück bleiben aber immer noch genug Welten über, auf denen das sehr wohl möglich war oder ist.

Eine außerirdische Spezies um einen Stern in 10 Millionen oder sogar Milliarden Lichtjahren Entfernung ist für uns unfassbar. Allein den Stern dieser Aliens sehen wir so, wie er vor Millionen oder Milliarden Jahre einmal aussah. Da gab es diese Zivilisation vielleicht noch gar nicht bzw. nicht mehr. Wir haben aber auch Nachbarn im All, die nur einige dutzend oder ein paar hundert Lichtjahre von uns entfernt sind. Warum finden oder besser gesagt hören wir diese nicht?

Da SETI mit Teleskopen seit nunmehr über 50 Jahren das All nach Alien-Signalen vergeblich absucht, kann das nur Folgendes beuten.

Nachbarn im Kosmos und das “Fermi-Paradoxon”

Eine technologische Spezies in unserer Nachbarschaft kann zeitlich und räumlich nicht passend existieren. Wir müssten ihre Signale mit unseren irdischen Radioteleskiepen längst entdeckt haben.

Wären diese Aliens 100 Jahre von uns weg und haben zu dieser Zeit oder auch davor Signale von ihrer Welt in das All abgestrahlt, müssten wir sie längst empfangen haben. Auch unsere irdischen Signale sind bereits Jahrzehnte weit in das all vorgedrungen. Bei einer außerirdischen Zivilisation wäre das nicht anders. Längst hätten wir von diesen kosmischen Nachbarn etwas gehört. Haben wir aber nicht.

Pessimisten und vor allem SETI-Kritiker argumentieren genau so. Demnach wären die Fremden im All einfach viel zu weit weg, als das wir sie finden. Im Prinzip würde das auch das “Fermi-Paradoxon” erklären. Allerdings nur bei oberflächlicher Betrachtung und damit letztlich auch wieder nicht.

Aliens, die nur 100 Jahre von uns weg sind, können sehr wohl unabsichtlich Signale ausgesendet haben, die auch die Erde erreichten. Wir haben sie ganz einfach nicht gehört. Vielleicht da wir auf einer anderen Frequenz gesucht haben. Auch möglich, dass wir überhaupt nicht im passenden Augenblick in deren Richtung lauschten. Immerhin hat SETI dank der rasenden Entwicklung der Technologie heute die Möglichkeit Millionen Frequenzen automatisiert gleichzeitig abzuhören. Das war natürlich nicht immer so.

Raum und Zeit

Bedenken muss man auch Folgendes: Wenn diese Zivilisation bereits seit 1.000 Jahren keine Radiosignale etc. mehr aussendet, da sie vollkommen anderen Technologien entwickelt haben, hören wir sie auch nicht mehr. Sie könnten in 100 Jahren Entfernung leben – uns technologische aber soweit voraus sein, dass wir absolut nichts mehr von ihren hören. Und ein Alien-Signal, dass vor Jahrhunderten unsere Erde erreichte, konnte natürlich auch niemand empfangen.

So kann es in der unmittelbaren Umgebung von uns zwar andere Zivilisationen geben, aber deren Technik können wir heute nicht mehr aufspüren. Existiert deren technologische Gesellschaft schon eine Millionen Jahre, da sie den “Großen Filter” lange überwunden haben, haben wir überhaupt keine Vorstellung mehr, was diese tun und was nicht. Es wäre vermessen anzunehmen, dass alle Alien-Nachbarn Radiosignale zeitlich und räumlich so sendeten, so dass wir sie in den letzten Jahrzehnten auch empfangen konnten.

Und vielleicht sind sie ja schon lange hier und mischen sich nur nicht ein.

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Verschwörungstheorien, Falschinformationen, Unsinn & Co.: Der Kampf von YouTube gegen Fake News geht in die nächste Runde

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Verschwörungstheorien, Falschinformationen, Unsinn & Co.: Der Kampf von YouTube gegen Fake News geht auch 2019 in eine neue Runde (Bilder: YouTube/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Verschwörungstheorien, Falschinformationen, Unsinn & Co.: Der Kampf von YouTube gegen Fake News geht auch 2019 in eine neue Runde (Bilder: YouTube/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Bekanntlich wimmelt es im Internet an skurrilen, verrückten, falschen aber auch beängstigen Behauptungen. Falschaussagen, Spekulationen, Lügen, Unwahrheiten, Halbwissen und Halbwahrheiten, die man heute schlicht Fake News nennt. Schon lange haben Internetriesen wie Google, YouTube und Facebook diesen Fake Infos den Kampf angesagt. Auf diesem Blog wurde das immer wieder thematisiert. Explizit haben sie dabei auch sogenannte  “Verschwörungstheorien” im Visier, die damit natürlich auch Themen aus dem Bereich Grenzwissenschaft betreffen könnten. Jetzt hat die Videoplattform YouTube bekanntgegeben, dass deren Kampf gegen solche Fake News und unliebsamen Verschwörungen in Videos ausgeweitet werden soll. In Zukunft sollen Verschwörungstheorie-Videos und “irreführende Inhalte” den Nutzern erst gar nicht mehr empfohlen werden. Zu ihrem eigenen Wohl, wie es heißt. Was genau YouTube plant, wie das System YouTube funktioniert und was wie auf der Videoplattform zukünftig gefiltert werden soll, erfahrt Ihr detailliert hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Das Fake News-Netz

Nirgendwo sonst verbreiten sich News und Informationen schneller als über das Internet. Zugleich gibt es keinen “Ort” der Welt, an dem man mehr Neuigkeiten, Informationen, Quellenmaterial und Themen findet, wie im Netz. Doch gleichzeitig ist das Internet auch die größte Verbreitungsmaschine von Fake News und irreführenden bis halb-wahren Informationen und Behauptungen.

Aufgrund dieser Tatsache wird schon lange versucht diesen Fake-Informationen einen Riegel vorzuschieben. Erst kürzlich hat beispielsweise der Messengerdienst “Whatsapp” die Funktion zur Weiterleitung von Nachrichten beschnitten. Statt wie bisher Nachrichten an x-beliebig viele Empfänger weiterzuleiten zu können, sind fortan nur noch maximal fünf Empfänger gleichzeitig möglich. “Whatsapp” möchte dadurch nach eigenem Bekunden die Verbreitung von Fake News beschränken.

Genau das möchte auch Facebook schon länger, wie HIER berichtet (s. a. Videos unten). Und der Dienst “Whatsapp” gehört seit 2014 zur Facebook Inc. – und ist damit Teil des Internetriesen. Bei Facebook wird Meinung gemacht, verbreitet und auch gefälscht. Fake News und irreführende Halbwahrheiten sind damit Teil des Systems.

Wie auch bei YouTube, das zum Giganten Google gehört. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Google und YouTube falschen Nachrichten und Verschwörungstheorien unlängst den Krieg erklärt haben. Mehrfach wurde auf Grenzwissenschaft und Mystery Files über diese Vorhaben berichtet (z. B. HIERHIER).

Während einige innerhalb der Netzgemeinde von redlichen Bemühungen sprechen, rufe andere laut, dass das eine Zensur sei! Die großen Meinungsmacher und Informationsquellen im Internet würden ihre Monopole ausnutzen. Sie erheben sich zu einer Art Bestimmer, die festlegen, was wahr und wichtig und was unwahr und unwichtig für die Nutzer sei. Immerhin sind Milliarden Menschen trotz aller Kritiken an ihnen in Sozialen Netzwerken aktiv. Ein riesiges Potential um Meinung zu machen

Zensur, Meinungslenkung und dummes Zeug

Ganz Unrecht haben die Kritiker mit den Zensur-Vorwürfen nicht! Aber eine richtige Zensur wäre es erst dann, wenn die fraglichen Informationen ganz aus dem Netz entfernt werden würden. Noch ist das nicht der Fall. Mann kann bisher alles online finden, wenn man es denn sucht und wenn es einen interessiert.

Problematisch ist es aber dann, wenn die Netzgemeinde quasi vorgeschrieben bekommt, was sie zu lesen oder sehen hat. Genau das ist aktuell bzw. seit einigen Jahren der Fall. Fake News sollen (und werden) gefiltert, teilweise sogar entfernt (etwa bei Facebook) oder nicht mehr in den Suchergebnissen bei Google angezeigt. Alternativ verschieb Google die in deren Augen unliebsamen Treffer auch ganz einfach  in der Trefferliste weit nach hinten. Eine “elegante Lösung”, da Studien über das Nutzerverhalten zeigen, dass der weitaus größter Teil der Suchmaschinennutzer nur die ersten drei Seiten mit Treffen wirklich beachtet.

Dass wirkliche Fake News, unwahre Meldungen und Lügen-Nachrichten im Netz gibt, ist natürlich unstrittig. Ebenso unumstritten ist auch, dass nur eine aggressive und echte Zensur und Unterdrückung solcher Fake Informationen im Netz diese wirklich eindämmen kann. Ganz beseitigen wird man diese wohl nicht können. Ebenso wenig wie das ganze “dumme Zeuge”, das, salopp ausgedrückt, verbreitet wird.

Von solch einer Zensur sind wir aber weit entfernt. Eher haben wir es mit einer Meinungslenkung zu tun, wenn Google, Facebook & Co. uns vorschreiben wollen, was “den Richtlinien” oder “der Wahrheit” entspricht. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass sicher die meisten Menschen derartige “News” als digitale Plage empfinden. Denn glauben kann man Meldungen im Internet schon lange nicht mehr. Sofern man das jemals konnte.

YouTube is watching you

YouTube als Gigant in Sachen Videos ist wohl die größte Fake-Schleuder des gesamten Internet. Ganz einfach aus dem Grund, dass diese Plattform ohne Anmeldung und Account frei zugänglich ist. Nicht etwa wie Facebook, deren Mitglieder sich vorher anmelden müssen. Ein weitere Grund ist, dass jeder (mit Account) alles als Video dort hochladen kann, was damit auch sehr schnell gefunden wird. Da YouTube zu Google gehört, werden die entsprechenden Videos so auch dort leicht gefunden.

Zudem kann jeder Uploader sein Video mit Stichworten (“Tags” genannt) für eben die Internetsuche versehen. Auch entsprechende Video-Titel und -Beschreibungen liest der Algorithmus aus. Durch die Verzahnung von YouTube mit der Suchmaschine von Google brauch der Nutzer damit nicht mal mehr eine eigene Webseite, um seine Infos zu verbreiten. Internetseiten und Blogs muss ein User erstmals erstellen, programmieren, optimieren und im Raking bei Google gut platzieren können, um Gehört zu finden. Das ist oftmals alles andere als einfach.

YouTube und im Anschluss die Google-Suche liefern das entsprechende Rüstzeug damit frei Haus. Schließlich möchte die Videoplattform, dass der Nutzer bei der Suche Videos nach seinen Interessengebiet findet und sich anschaut. Im Idealfall sind diese mit Werbung versehen (“Monetarisierung” genannt), die der Betrachter im noch idealeren Fall auch anklickt. Und das bringt ganz einfach bares Geld für Google/YouTube.

Ihr schaut YouTube – YouTube schaut auf Euch:

Der Algorithmus bei YouTube schlägt jedem Nutzer automatisch zahlreiche weitere Videos und auch ganze Kanäle vor. Basierend auf dem Videomaterial, dass er sich zuvor angesehen hat, sowie den eingegeben Suchbegriffen. YouTube “merkt” sich das ganz genau, und liefert so personenbezogene Vorschläge (und Werbung). Für die meisten User der Videoplattform hat das zweifellos große Vorteile und bietet guten Mehrwert. Immerhin kann man so weit mehr entdecken, als man vielleicht ursprünglich gesucht hat. Von Musikkünstlern über Tutorials bis Grenzwissenschaft.

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Unliebsame Themen und Videos bei YouTube

Video-Empfehlungen von und bei YouTube funktionieren allerdings etwas komplexer, als nur durch Stichworte, Filmtitel und Beschreibungen. Das System “scannt” auch die Beliebtheit von einzelnen Videos, um sie mittels des Algorithmus zu verarbeiten und ggf. zu empfehlen. Dabei kommt es nicht mal nur auf die Anzahl der Zugriffe der einzelnen Videos an, wie man denken könnte. Vor allem wird auch die Interaktion im Umfeld einzelner Filme ausgelesen. Das heißt, je mehr Daumen hoch oder runter und je mehr Kommentare in der Community, um so wahrscheinlicher ist es, dass YouTube ein Video empfiehlt.

Als Fake- und Unsinn-Maschine hat YouTube aber einen Teil seiner Inhalte unlängst den Kampf angesagt. Automatische Empfehlungen sind eben letztlich automatisch und die inhaltliche Qualität oder sogar Wahrheit bleibt außen vor. Verschiedene Schritte hat YouTube in der Vergangenheit unternommen, um solche unliebsamen Inhalte zu verbannen. Zum Beispiel, dass Video-Macher ihre Filme nicht mehr automatisch mit Werbung der Google-Firma “AdSense” versehen können. So erzielen diese Videos und Kanäle auch keine keine Einnahmen.

Eine andere Methode bei YouTube gegen unliebsame Inhalte ist, dass diese Videos gleich komplett gesperrt werden. “Verstoß gegen die Richtlinien” nennt sich das. Für viele in der Netzgemeinde ist das viel zu oft reine Willkür, weshalb sie eben von Zensur sprechen. Diesen Argwohn kann man sehr gut nachvollziehen, wenn man sich bei YouTube umsieht:

So finden sich dort beispielsweise offen fremdenfeindliche Videos, Musiktitel oder sogar Propagandafilme aus dem 3. Reich inklusive zugelassener “AdSense”-Werbung – während harmlose Videos auf die Bannliste kommen, wenn nur ein x-beliebiger US-Präsident in einem “unliebsamen Kontext” erwähnt wird. Etwa Osama bin Laden und Barack Obama oder George Bush sowie John F. Kennedy und CIA.

Obwohl man Widerspruch einlegen oder auch eine manuelle Prüfung des Videos verlangen kann, stößt das vielen Usern sauer auf. Und hier ist der Übergang zu Verschwörungstheorien, Fake News, Falschbehauptungen, Lügen und Quatsch fließend!

Das will YouTube ändern

“Verschwörungstheorie” und “Fake News” sind heute Kampfbegriffe gegen alles und jedes, was nicht dem Mainstream entspricht. Fast schon niedlich hat die Trump-Regierung hier einst auch die Bezeichnung “alternative Fakten” eingeführt, wenn es um Meinungen gegen den Mainstream geht. Nur sollten Fakten eben auch Fakten sein, gleichgültig ob alternativ oder alternativlos.

Um die Nutzer vor Desinformationen und Fakes zu schützen will YouTube entsprechende Videos auf die Ersatzbank verbannen. Videos, die Desinformationen, Falschbehauptungen, Verschwörungstheorien und Hoax verbreiten, werden fortan ganz einfach nicht mehr den Usern empfohlen. Damit sieht der YouTuber diese nicht mehr auf der Plattform, wenn er nicht explizit danach sucht. Ein Verstoß gegen die Richtlinien der Plattform muss dabei nicht mal vorliegen. Irreführende Inhalte reichen vollkommen. YouTube entscheidet fortan, was für die Nutzer schädlich ist!

Von der Menge eher unbeachtet veröffentlichte YouTube am 25. Januar 2019 dazu selber eine Erklärung. Und war auf dem offiziellen YouTube-Blog, den es tatsächlich gibt. In dem entsprechenden Beitrag unter der Überschrift “Fortsetzung unserer Arbeit zur Verbesserung der Empfehlungen auf YouTube” heißt es unter anderem:

Wir aktualisieren ständig unser Empfehlungssystem – wir möchten sicherstellen, dass wir Videos vorschlagen, die die Leute tatsächlich sehen möchten. (…)

Wir ziehen jetzt Empfehlungen aus einem breiteren Themenspektrum ein – an jedem Tag werden allein auf der Homepage mehr als 200 Millionen Videos empfohlen. Allein im letzten Jahr haben wir Hunderte von Änderungen vorgenommen, um die Qualität der Empfehlungen für Nutzer auf YouTube zu verbessern. Wir werden diese Arbeit in diesem Jahr fortsetzen (…)”

Man  wolle deshalb “Empfehlungen für grenzüberschreitende Inhalte” ebenso reduzieren wie Videos, die “auf schädliche Weise falsch informieren könnten”, schreibt YouTube weiter. Als Beispiel werden hier Videos genannt, die Pseudo-Heilmittel für schwere Erkrankungen versprechen, behaupten, dass die Erde eine Scheibe sei “oder offensichtliche falsche Aussagen über historische Ereignisse wie 9/11 machen”.

Nutzer in Gefahr!

Laut der Mitteilung von YouTube betrifft das nicht mal ein Prozent der dortigen Videos. Man sei sich aber sicher, dass “die Einschränkung der Empfehlung für diese Art von Videos der YouTube-Community ein besseres Erlebnis bieten wird”.

Wenn nicht mal ein Prozent aller Videos der Plattform betroffen sind, ist folgende Erklärung von YouTube nicht zu verstehen:

Wir glauben, dass diese Veränderung ein Gleichgewicht zwischen der Aufrechterhaltung einer Plattform für freie Meinungsäußerung und der Wahrung unserer Verantwortung gegenüber den Nutzern schafft. Diese Änderung beruht auf einer Kombination aus maschinellem Lernen und realen Menschen. Wir arbeiten mit menschlichen Bewertern und Experten aus allen Teilen der USA zusammen, die helfen, die maschinellen Lernsysteme zu trainieren, um Empfehlungen zu generieren.

Solche Mühen mit realen Video-Prüfern und “Experten” aus Fleisch und Blut, um ein “Gleichgewicht” herzustellen? Bringen diese Videos die Meinung der Nutzer derart durcheinander, dass die übrigen 99 Prozent der damit offensichtlich harmlosen Filme/Videos aus dem Gleichgewicht geraten? 99 Prozent Musik-Videos, Katzen-Filmchen, Tutorials und “Real News” sind durch ein Prozent Fake Infos also in Gefahr. Erstaunlich.

Erstaunlich auch, wer diese Video-Prüfer und Experten sind, die YouTube zum Schutz der Zuschauer und der “Verantwortung gegenüber den Nutzern” hin kontrollieren sollen:

Diese Bewerter werden anhand öffentlicher Richtlinien geschult und liefern wichtige Informationen zur Qualität eines Videos. Dies ist eine allmähliche Änderung und betrifft zunächst nur die Empfehlungen einer sehr kleinen Reihe von Videos in den Vereinigten Staaten. Mit der Zeit, wenn unsere Systeme genauer werden, werden wir diese Änderung in mehr Ländern einführen.”

Geschult durch “öffentliche Richtlinien” bedeutet nichts anders, als dass diese Menschen dem Mainstream folgen (müssen).

YouTube will nur unser Bestes …

Natürlich werden die Mainstreammeinung-Bewerter von YouTube unliebsame Videos nicht auf ihre wissenschaftliche Kompetenz hin abklopfen. Wie auch, da Videos mit unliebsamen Themen keine Quellenangaben beinhalten. Keine Videos enthalten Fußnoten, anhand derer die Experten diese oder jene Aussage überprüfen könnten. Offensichtliche Falschaussagen mögen leicht zu entlarven sein. Wie aber sieht es mit Grenzwissenschaft aller Art und auch Unart aus?

Welcher Experte prüft solche Videos anhand welcher Qualifikation und Quellenmaterialien? Fordern diese menschlichen Bewerter vom Einsteller des jeweiligen Videos Kopien der genutzten Quellen und Informationen an, um dann im Sinne der “Verantwortung gegenüber den Nutzern” zu entscheiden? Ist ein Video schon irreführend, wenn es Verschwörungstheorien über UFOs beinhaltet? Was genau ist dann in dem jeweiligen Video “irreführend” und warum? Ist die umstrittene Prä-Astronautik-Serie “Ancient Aliens” aus den USA nicht schon “irreführenden Inhalts”? Oder sind es die Videos HIER, die auf meinem Kanal unter dem deutlichen Titel “Grenzwissenschaft und Mystery Files” erscheinen?

Die Videoplattform will nur das beste für die Zuschauer, wie es in der Erklärung zu lesen ist:

Wie immer können Personen weiterhin auf alle Videos zugreifen, die unseren Community-Richtlinien entsprechen. Diese Videos können, falls relevant, in Empfehlungen für Channel-Abonnenten und in Suchergebnissen angezeigt werden. (…)

Dies ist nur ein weiterer Schritt in einem fortlaufenden Prozess, aber es spiegelt unser Engagement und Verantwortungsbewusstsein wider, um die Empfehlungen auf YouTube zu verbessern.

Folgerichtig kann YouTube es nicht verantworten, dass irreführende Inhalte vorgestellt werden. Nicht mal dann, wenn der Interessierte genau diese sehen möchte. “Falls relevant” würden sie empfohlen. Über relevant oder nicht entscheiden natürlich biologische Experten und digital angepasste Algorithmen.

Was YouTube nicht sagte

Interessant ist allerdings auch, was YouTube in seiner Erklärung nicht geschrieben hat. Es fehlt vollkommen der Hinweis, ob das Netzwerk jene Nutzer über die Verbannung eines Videos informiert, die dieses hochgeladen haben. Erfährt also jemand, der zum Beispiel selber ein Video über die flache Erde produziert und online gestellt hat, dass YouTube dieses zukünftig aus den Empfehlungen entfernt? Ich persönlich glaube nicht.

Unerwähnt blieb auch, wie das Video-Netzwerk zukünftig mit thematisch entsprechenden Playlists verfahren wird. Jeder Nutzer mit einem Account und natürlich aktive Videomacher selber können diese Listen mit Videos erstellen (meine findet Ihr z. B. HIER). Sehr beliebt ist das verständlicherweise bei Musikvideos. Je nach entsprechenden Musikgeschmack kann man diese erstellen und natürlich auch als Ganzes abspielen.

Das kann man aber auch mit Videos “irreführenden Inhaltes” machen. Dabei muss man diese nicht mal selber erstellt, geschnitten und hochgeladen haben. Ich selber besitze unter meinen Paylists eine mit dem Titel “Verschwörungen, UFO-Geheimhaltungen & Vertuschungen” mit augenblicklich 93 Videos von mir selber. Klingt der Name der Liste nicht schon nach “irreführenden Inhalten”? Wird diese Liste und all die anderen ähnlicher Art bei YouTube von einem Prüfer aus Fleisch und Blut jetzt überprüft? Reicht dabei ein einziges unliebsames Video innerhalb der Playlist, um diese vollständig aus den Empfehlungen zu verbannen?

Wird der Ersteller der Liste über die Entscheidung der amerikanischen Bewerter informiert? Denn auch wenn die neuen Methoden erst auf die USA angewandt werden, wird es auch deutsche YouTuber betreffen.

Und die Grenzwissenschaft an sich?

Als intensiver YouTube-Nutzer mit eigenem Channel weiß ich aus teils sehr leidiger Erfahrung, was für einen Quatsch dort zu finden ist. Nicht nur in Sachen Verschwörungen, Esoterik, “Neue Weltbilder” etc. sondern zur Grenzwissenschaft überhaupt. Auch wenn Grenzwissenschaft per se keine Wissenschaft ist (mein Kanal ebenso wenig), strotzen gerade solche Videos von Fake News und Falschaussagen. In den meiste Fällen zum Glück unabsichtlich aufgrund von Unwissenheit und Verdrehungen.

Eine Tatsache, die ich als überzeugter Prä-Astronautiker bekanntlich seit vielen Jahren in der Grenzwissenschaft intensiv kritisiere. Obwohl mich das vielfach unbeliebt macht, da man lieber glaubt statt prüft. Auf diesem Blog sowie meinem Video-Kanal gibt es dazu unzählige Beispiele, Artikel und Beiträge.

Wenn ich oder irgendwer ein Video online stellt, dass behauptet, dass Außerirdische vor der Sintflut auf der Erde waren, Sex mit Menschenfrauen hatten, Kinder zeugten und damals Riesen lebten – was sagen die “anhand öffentlicher Richtlinien geschulten” YouTube-Video-Prüfer dazu?

Schließlich ist unstrittig und damit keine Verschwörung oder irreführend, da diese Behauptungen uralten Schriften und Mythen zu entnehmen sind. Glasklar auch der Bibel. Und diese Aliens waren sogar Teil einer echten Verschwörung gegen ihren Anführer, den man pauschal als “Gott” ansieht. Auch das ist unbestreitbar, da es in den alten Texten steht. Nur der Terminus “Außerirdische” als Wesen aus dem All für jene himmlischen Gestalten, die dies taten, ist hinein gedeutet.

Damit wäre das letztlich doch wieder…irreführend.

Gegen solche “Pseudowissenschaft” wie dieses Beispiel geht Google übrigens bereits seit Jahren vor. Suchergebnisse, die in den Augen von Google Halbwissen enthalten und unwissenschaftlich sind, sollen in der Trefferliste nach hinten verschoben werden. Verschwörungstheorien inklusive, wie am 2. März 2015 in diesem Blog-Beitrag HIER berichtet.  Die Suchmaschine will wissenschaftliche Suchtreffer und die von ihr als “Wahrheit” angesehenen Ergebnisse im Rankig nach oben schieben. Der Suchende muss dann in der Trefferliste mehrere Seiten durchblättern, um diese bei Google zu finden …

Retter des Verstandes

Wo ist die Grenze, was zu den “weniger als ein Prozent der Inhalte auf YouTube”, die fortan der “Einschränkung der Empfehlung für diese Art von Videos”, unterliegen werden? Diese Entscheidung wird dem Nutzer jetzt abgenommen. Dank YouTube und der Sorge um den Verstand seiner Konsumenten. Dass Menschen zumindest zum Teil selber denken können, ist dem Video-Giganten offensichtlich nicht genug.

Wie gesehen entscheidet der Algorithmus bisher fast im Alleingang anhand des Nutzerverhaltens, was dem User als Videotipp vorgeschlagen wird. Beispielsweise finden sich im Abspann meiner eigenen Mystery-Videos dort teilweise solche automatischen Videotipps. Dort besteht die Möglichkeit dem Zuschauer automatisch anhand seiner sonst gesuchten und gesehenen Themen Videos vom System automatisiert empfehlen zu lassen. Für Kanal-Betreiber wie mich sehr nützlich, da so das Interesse des Zuschauers erreicht wird.

Was aber schreibt die Plattform in ihrem Blog-Beitrag zu den Änderungen?

“Wir möchten sicherstellen, dass wir Videos vorschlagen, die die Leute tatsächlich sehen möchten.”

Irgendwelche prüfenden “Experten” und eine Software entscheiden demnach, was die Menschen wirklich sehen wollen. Nicht der Mensch und Konsument selber. Sie entscheiden auch, was andere Menschen als irreführende Aussagen ansehen könnten. Ähnlich wie man Kleinkindern das TV-Programm vorschreibt oder ihnen erklären muss, dass der gelbe Schnee kein Zitroneneis ist.

Sicherlich wird jeder einzelne YouTube-Nutzer bereits Empfehlungen bekommen haben, über die er nur den Kopf schüttelte. Das ist bei Facebook, der Google-Suche oder auch bei Amazon Prime nicht anders. Was macht ein denkender Benutzer in diesem Fall? Er sieht es sich ganz einfach nicht an. Gleichzeitig wird sicher jeder bereits online einen Vorschlag bekommen haben, der ihn interessiert hat. Einen Tipp zu einem Themen, das dieser vielleicht so gar nicht kannte. Also sieht er sich ihn an.

Zum Glück denkt ja jetzt YouTube für seine Kunden, damit sie nicht versehentlich etwas sehen, das sie gar nicht sehen wollten …

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit. Oder, als menschliche Empfehlung, in meiner YouTube-Community

Videos zum Thema auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

YouTube-Video vom 23. Dez. 2016 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 28. Nov. 2015 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 29. Jan. 2016 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Oak Island, Kanadas legendäre Schatzinsel: Ein Insel-Besitzer hat seine Fundstücke online gestellt – die Hintergründe

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Die legendäre Schatzinsel Oak Island vor der Ostküste Kanadas: Ein Besitzer hat jetzt alle seine Fundstücke von der Schatzinsel ins Netz gestellt (Bilder: Google Earth / aus L. A. Fischinger "Historia Mystica" / Montage: Fischinger-Online)
Die legendäre Schatzinsel Oak Island vor der Ostküste Kanadas: Ein Besitzer hat jetzt alle seine Fundstücke von der Schatzinsel ins Netz gestellt (Bilder: Google Earth & L. A. Fischinger “Historia Mystica” 2009 / Montage: Fischinger-Online)

Denkt man an Schatzinseln, denkt man gleichzeitig an irgendwelche Piraten, die auf warmen Inseln irgendwo in der Karibik oder im Pazifik Truhen voller Gold und Edelsteine unter Palmen vergraben haben. Ganz anders als diese einsamen und “klassischen Schatzinseln” aus Film und Literatur ist es bei dem winzigen Eiland Oak Island. Diese Schatzinsel liegt im kalten Nord-Atlantik an der Ostküste Kanadas und ist alles andere als einsam und weit abgelegen. Und trotzdem suchen auf Oak Island seit Jahrhunderten Schatzsucher, Neugierige und ganze Bergungsgesellschaften nach einem mutmaßlichen Schatz. Zumindest nach einem dort verborgenen Geheimnis, von dem nicht mal klar ist, was und von wem dieses eigentlich stammt. Ein Landbesitzer der kleinen und geheimnisvollen Insel hat jetzt alle Fundstücke von seinem Grundstück dokumentiert und ins Netz gestellt. Für alle an dem Mythos von Oak Island Interessierte ein Glücksfall. Was es damit genau auf sich hat, die Hintergründe und Details erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Oak Island

Klein, kalt, öde und vollkommen unspektakulär. Nur eine Insel von insgesamt rund 350 weiteren Inseln in der Mahone Bay, die sich an der Ostküste von Nova Scotia, Kanada, befindet. Sie ist gerade einmal 1,3 Kilometer lang und rund 600 Meter breit udn liegt nur knapp 200 Meter vom Festland entfernt.

Mit diesen Worten könnte man die Insel Oak Island auf den ersten Blick treffend beschreiben. Wenn sie nicht schon vor Jahrhunderten zu einem Mythos geworden wäre, da seit 1795 dort nach einem Schatz oder einem vergrabenen Geheimnis gesucht wird. Eine Suche, an der seit dem tausende Menschen beteiligt waren, die unzählige Millionen Dollar kostete, mehre Todesopfer forderte, Bergungsfirmen in den Ruin stürzte und letztlich doch (fast) nichts brachte!

Auslöser des Mythos waren drei Freunde.

1795

Daniel McGinnis, John Smith und Anthony Vaughan erkundeten 1795 die Insel und stieße dabei auf eine Art von Senke im Boden. Irgendwie erschien sie den drei Männern künstlich angelegt, so als sei hier etwas vergraben worden. Ein Schatz! – so ihre erste Vermutung. Also begannen sie zu graben und stießen Meter für Meter weiter in das Innere von Oak Island vor. Sie waren sicher, dass sie einen von Menschenhand angelegten Schacht entdeckt haben, auf dessen Grund sich etwas Wertvolles verbergen müsse.

Gefunden haben die drei ersten Oak Island-Jäger keinen Schatz. Sie fanden keine unermesslichen Reichtümer oder irgendwas, das vor unbekannten Zeiten von unbekannten Menschen dort verborgen wurde. Sie gaben schließlich auf. Obwohl sie fest glaubten, dass sie hier ein Versteck gefunden haben.

Seit diesem Ereignis pilgerten unzählige Menschen auf die kleine Insel Oak Island. Es wurden Gesellschaften gegründet, Teams von Bergbauexperten zusammengestellte, Millionen Gelder besorgt, schwere Bohr- und Grabungsgeräte auf die Insel gebracht und Oak Island im Laufe der Jahre wortwörtlich durchlöchert. Am Ende sah die geschundene Insel aus wie ein Schweizer Käse und war in weiten Teilen vollkommen umgepflügt.

Schätze und Geheimnisse der Insel

Die Geschichte der Arbeiten und Suchen auf Oak Island ist seit 1795 zu einer unendliche Geschichte geworden. Ausnahmslos niemand der dort tätigen Schatzsucher und Gesellschaften hat je einen Schatz gefunden. Nicht die Spur eines wertvollen Versteckes brachte man nach über 220 Jahren ans Tageslicht. Was aber die emsigen Oak Island-Forscher immer wieder in den Jahrhunderten fanden waren Hinweise oder Indizien für ein dort verborgenes Geheimnis. Vielleicht eben sogar ein Schatz von enormen finanziellen Wert.

Immer wieder kamen Objekte oder angebliche Hinweise auf ein Versteck in der Landschaft oder Geologie der Insel hervor. Mal Objekte, die ganz real ausgegraben oder durch Bohrungen gefunden wurden, mal auch solche Spuren, die mittels Bodenradar und ähnlichen modernden Technologien aufgespürt wurden.

Dutzende Thesen, was hier in Wahrheit einst von wem auf Oak Island versteckt worden sein könnte, wurden in de letzten 200 Jahren vertreten. Quasi jeder Fund verleitet zu einer neuen Spekulation um das Mysterien der Insel. Fast jeder vermutet die angeblich existierenden geheimen Kammern udn Tunnel unter der Erde woanders. Andere glauben sogar alles sei nur Tarnung udn Ablenkung der Erbauer des Versteckes, da der wahre Schatz (oder was auch immer dort verborgen liegen mag) auf einer anderen Insel in diesem Gebiet liegt …

Thesen, Thesen, Thesen

Der Mythos von Oak Island fasziniert heute viele Menschen (mich eingeschlossen, z. B.  HIER & HIER). Irgendwer muss irgendwann hier irgendwas auf/in dieser winzigen Insel verborgen haben. Reichtümer finanzieller Art oder vielleicht sogar ein so brisantes Geheimnis, dass es dort für allezeit vor der Welt versteckt bleiben sein sollte.

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Ich selber habe in einige Veröffentlichungen, Büchern und Vorträgen immer mal wieder das Thema Oak Island aufgriffen und diskutiert. Unlängst ist es zu einer ganzen “Themen-Krake” herangewachsen, wenn man sich all die Spekulationen zu dieser Insel heute anschaut. Vermutungen, wer hier einst ein Versteckte anlegte oder was sich dort befinden könnte, sind zahllos:

  • Piraten der Karibik (vor allem Captain Kidd & Francis Drake)
  • Die Inka aus Peru
  • Außerirdische
  • Die Azteken aus Mexiko
  • Die Wikinger
  • Die Original-Manuskripte von Francis Bacon (Texte, die William Shakespeare zugeschrieben werden)
  • Die Tempelritter aus Europa
  • Britische Soldaten
  • Die Bundeslade aus dem Alten Testament
  • Der Heilige Gral
  • Der Schatz der Tempelritter / Templer
  • Ein Alien-Raumschiff
  • Lokale Indianerstämme (Micmac-Indianer)
  • Die Maya aus Mexiko
  • Die Phönizier aus dem Mittelmeerraum
  • Bewohner des versunkenen Atlantis
  • Irgendwelche Geheimbünde wie die Freimauer,  Illuminaten etc.
  • Die Manna-Maschine (ein Gerät, dass angeblich von Astronautengöttern den Hebräern beim biblisches Exodus übergeben wurde, und für diese bei ihrer Wanderung die Nahrung “Manna” produzierte . s. d. Video mit Erich von Däniken HIER)

Es wäre müßig die gesamte Geschichte von Oak Island an dieser Stelle darzulegen und zu diskutieren. Dafür ist sie zu umfangreich geworden. Wie auch die Spekulationen, was hier eigentlich versteckt ist. Und wann, von wem, warum und ob es überhaupt ein derartiges Geheimnis gibt. Denn in der Auflistung der Beispiele oben fehlt der Punkt, dass alles um Oak Island nur ein Märchen ist. Demnach seien alle “ungewöhnlichen Funde” entweder natürlichen Ursprungs, durch Stürme angeschwemmt und dann verschüttet worden, nur Zufall oder wurden irgendwann einmal von irgendeinem Besucher dort verloren.

Rick und Marty Lagina und Oak Island

Auf keinen Fall unerwähnt bleiben dürfen aber die beiden Brüder Rick und Marty Lagia und ihr Team. Die beiden unermüdlichen Oak Island-Forscher sind seit Kindertagen von der Insel fasziniert und erwarben bereits im Jahr 2006 große Anteile von Oak Island. Seit dem suchen die wohlhabenden Geschäftsleute mit allen heute nur erdenklichen Mitteln und Techniken nach dem Geheimnis von Oak Island.

Ihre Begeisterung nahm ihren Anfang, als sie 1965 in “Reader’s Digest” erstmals von der Insel und dem dortigen Versteck “Mony-Pit” (“Geld-Loch”) lasen.

Bei ihren Forschungen werden die beiden nicht nur von Forscherkollegen und Expertenteams unterschiedlicher Richtungen begleitet, sondern auch von dem US-TV-Sender “History Channel”. Anfang Januar 2014 startete dieser die Doku-Reihe “The Curse of Oak Island” rund um die Laginas und ihren Arbeiten auf dem Eiland. Aktuell läuft die TV-Reihe in der 6. Staffel mit etwa 30 Folgen. In diesem Internet-Forum HIER wird das Thema und die TV-Reihe übrigens sehr aufmerksam verfolgt und umfangreich diskutiert (dort vor allem die Beiträge des Users “s..zwerg05” beachten).

The Curse of Oak Island”

The Curse of Oak Island” mit Rick und Marty Lagia & Co. ist eine typische Doku-Reihe der USA. Spektakulär aufgemacht, gespickt mit vermeintlich sensationelle Entdeckungen und auf Sensation gedrillt. Das kennt man nur zu gut von entsprechenden UFO-Dokumentationen aus Amerika. Doch streicht man diese unvermeidlichen US-Doku-Beigaben (schließlich will der Sender die Serie auch verkaufen) heraus, bleibt eine überaus spannende TV-Reihe zum Thema. Bedenken sollte man auch, dass die Brüder beträchtliche Summen ihres Privatvermögens für ihre Leidenschaft investierten.

Kritiker der Sendung übersehen das sehr gerne.

Sie übersehe auch, dass der “History Channel” erst Jahre nachdem die Lagias auf Oak Island Land und Grabungslizenzen erworben dazu kam. Die enormen Kosten der Arbeiten für Mensch, Material und Maschine sind in “The Curse of Oak Island” unübersehbar. Wenn (davon ist auszugehen) die Familienväter finanziell vom “History Channel” unterstützt werden, ist dagegen nichts einzuwenden. Immerhin besser, als wenn es eines Tages heißt “entschuldigt, liebe Familie, wird sind pleite. Alles Geld wurde für unseren Kindheitstraum in Oak Island versenkt” …

Und je mehr Finanzmittel, je mehr kann gesucht und geforscht werden und je mehr Ergebnisse können der rätselhaften Insel entlockt werden. Auch wenn diese Resultate eben vor allem für Mystery-Jäger und an den Rätseln der Welt Interessierte spannend sind.

Artefakte von Oak Island im Internet

Einer der seine ganz eigenen Ergebnisse bzw. Fund  jetzt ins Netz stellte ist Robert Young. Young ist ein Grundstücksbesitzer auf Oak Island, der 1996 eine Parzelle der Insel kaufte. Damals herrschte eine Art von kalten Krieg auf der Insel,  da die Haupteigentümer Fred Nolan und Dan Blankenship einen erbitterten Streit um die Insel führten. Begonnen hatte dieser bereits 1983, als Nolan Land auf der Insel kaufte. Unbemerkt von der damals auf der Insel aktiven “Triton-Allianz” von Dan Blankenship, der bereits seit Ende der 60ger Jahre auf der Insel wohnte.

Von diesem Fred Nolan erwarb Young das Grundstück “Lot 5”. Bis heute darf er nicht den 1965 erbauten Fahrdamm zum Festland benutzen und muss das Boot nehmen. Trotz dieser Streitigkeiten hat aber auch Young auf seinem Grundstück im Laufe der Jahre diverse Funde gemacht. Da sein Land für die Brüder Lagina und dem “History Channel” natürlich tabu sind, präsentiert Young seine Entdeckungen auf einem anderen Weg. Auf seiner Webseite OakIslandlotfive.com, die er nach seinem Grundstück benannt hat.

Durch die Streitigkeiten auf der Insel bleibt Young auch nicht viel anderes übrigen, wenn er seine gefundenen Objekte präsentieren will. Denn in der aktuellen TV-Reihe “The Curse of Oak Island” ist von Young niemals die Rede. So, als existiere er gar nicht …

Das ändert natürlich nichts daran, dass er seit 1996 auf seinem Grund und Boden auch diverse Funde machte. Wie die kanadische Tageszeitung “The Chronicle Herald” am 10. Januar 2018 über Robert Youngs Funde berichtete, haben diese ihn selber überrascht:

Ich war überrascht, wie viel ich wahrheitsgemäß gefunden habe. Ich dachte, ich würde verbogene Taschenmesser oder was auch immer finden, aber es war einfach wunderbar. Von Tag zu Tag wusste ich nie, was ich finden würde.

Lot 5

Ergebnis sind rund 100 Fotos verschiedenster Fundobjekte von seinem Grundstück “Lot 5”, die Ihr HIER online sehen könnt. Alle diese Objekte – von Münzen bis verbogenem Metall – sind von ihm, so betont er, ganz legal ausgegraben worden. Seit 1998 besaß er eine “Treasure Trove License” für seien Parzelle 5 der Behörden im nahen Halifax. Das ist eine Art offizielle Schatzsucherlizenz, die Young auch auf seiner Internetseite als Pdf vollständig online gestellt hat.

Für Fans des Mythos um Oak Island sind diese zahlreichen Artefakte von der Insel mehr als spannend. Immerhin ist seit Jahren die einzige wirkliche Quelle für Funde aller Art und Unart die US-TV-Serie des “History Channel”. So zitiert “The Chronicle Herald” ihn auch mit den Worten:

Ich bin eine Ein-Mann-Operation. Und als ich diese Arbeit machte, hatte ich nicht einmal einen Computer, um auf das Internet zuzugreifen, also musste ich in die Innenstadt zur Bibliothek gehen und alles über Cricket-Abzeichen oder was auch immer herausfinden. (…)

Ich betrachte diese Website immer als eine Art Geschenk für die Menschen in Nova Scotia. Ein Dankeschön, dass sie mich hier leben lassen und ich in den Laden gehen kann, ohne meine Tür und dergleichen verschließen zu müssen Im Grunde sag ich, ich war hier, das ist, was ich getan habe, und jetzt müssen sie herausfinden, was das alles bedeutet.

Eine kleines Stück Schatzinsel

Gefunden hat Young alle Objekte nach seinen Angaben ausschließlich auf seinem kleinen Stückchen Oak Island im Nord-Westen der Insel. Weit weg von all den Arbeiten, Grabungen, Tätigkeiten, Bohrungen usw. der Brüder Lagina und ihren Teams, die sich hauptsächlich 700 oder mehr Meter von seinem Grund und Boden abspielen. Denn dort befindet sich das “Haupt-Suchgebiet”, da in dieser Ecke der angeblich ursprüngliche Versteck lag, das 1795 entdeckt wurde. Auch wenn natürlich auf der gesamten Insel gesucht, geforscht und gegraben wird.

Auf diesem Screenshot der Insel von Google Earth habe ich das einmal grauer eingezeichnet (zur Großsicht anklicken):

Oak Island - Aktuelle Übersicht mit dem Grundstück Lot 5 von R. S. Young (Bilder: Google Earth Sceenshot & oakislandlotfive.com / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Oak Island – Aktuelle Übersicht mit dem Grundstück Lot 5 von R. S. Young [Großansicht] (Bilder: Google Earth Sceenshot & oakislandlotfive.com / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Insgesamt ist Oak Island in 32 Lot unterteilt. Ganz unten rechts auf dem Google Earth-Bild findet sich Lot 32; ganz oben links Lot 1.

Die Lot 5-Funde

In “The Curse of Oak Island” des “History Channel” sind die Objekte von Young nicht zu sehen. Die genannten Unstimmigkeiten sind der Grund. Für Oak Island-Interessierte sind sie gerade deshalb interessant, da jede Neuigkeit wissbegierig aufgenommen wird. So hat auch die Lokalzeitung “The Chronicle Herald” vor wenigen Tagen die veröffentlichten Fotos der Lot 5-Funde Professor Jonathan Fowler von der Universität Saint Mary in Halifax gezeigt, und ihn um eine Stellungnahme gebeten:

“Ich würde sagen, auf den ersten Blick ist das Material, das wir hier betrachten, eine typische Kolonialzeit-Artefaktsammlung. Es gibt eine Reihe funktionaler Kategorien, von Küchengeräten, Bekleidungselementen und persönlichen Elementen. Es gibt dort einen Schlüssel, ich sehe ein oder zwei Fingerhüte, einen Kochtopf und einige Werkzeuge. Dies ist ziemlich normal. Nun, es gibt einige Dinge, die ein bisschen seltsam sind, zum Beispiel dieses Cricket-Abzeichen und solche Dinge Aber selbst das ist nicht untypisch (…) Es gibt Leute, die zurückkommen und dort Sachen fallen lassen.”

Professor Fowler ist weiter sicher, dass es “eine echte archäologische Geschichte zu Oak Island gibt, die sich von der abenteuerlicheren Erzählung der populären spekulativen Geschichte unterscheidet.” Aus diesem Grunde findet er die Online-Bildergalerie der Objekt “nützlich”.

Etwas wirklich Spektakuläres sucht der Betrachter unter diesen Artefakten vergeblich. Auch der Archäologie Dr. Jonathan Fowler sieht das so. Fowler selber ist von der Athropolischen Abteilung der Universität Saint Mary und unter anderem auf die Archäologie des Kolonialismus Nordamerikas spezialisiert. Damit sind Robert Young seine Fundstücke für einen Forscher wie ihn fraglos interessant aber alltägliche Artefakte. Zynische Oak Island-Skeptiker würden sie vielleicht sogar schlicht als Müll aus zwei Jahrhunderten bezeichnen …

Ein enttäuschter Oak Island-Besitzer?

Robert Young äußerte sich in dem Zeitungsartikel auch zu den aktuellen Vorgängen auf Oak Island rund um die Brüder Lagina. Er gehört nicht zu dessen Team und habe auch keine Einigung über die Nutzung des Fahrdamms zum Festland erzielen können, schreibt “The Chronicle Herald”. Mehr noch, Young glaubt, so heißt es weiter, “dass die beliebte Fernsehserie ‘Curse of Oak Island’ andere wie ihn und seine Funde zur Seite gestoßen haben könnte”.

Klingt hier Unmut angesichts des Erfolges der TV-Serie und der enormen zur Verfügung stehenden Mittel heraus? Meiner Meinung durchaus denkbar. Ebenso sagt Young selber, dass der seine Schatzsucherlizenz “Treasure Trove License” bereits im Jahr 2008 auslaufen lies. Er habe sie nicht verlängert, da die “damit verbundenen Bestimmungen dazu führen könnten, dass sein Eigentum als Special Place ausgewiesen” werden könnte. Aus diesem Grunde habe er sich zurückgezogen, da es ihm “das Risiko nicht wert” war.

Ferien auf Oak Island

Seine Parzelle nutze er nur noch als “Ferienobjekt” und Young sei “grundsätzlich zufrieden mit dieser Entscheidung“, die Lizenz nicht verlängert zu haben. Letztlich haben Rick und Marty Lagia mit ihren Arbeiten und der TV-Serie das ganze Thema Oak Island zerstört und missbraucht, meint Young:

Ich bin überhaupt nicht damit einverstanden, was in den letzten Jahren dort vor sich gegangen ist. Ich denke, sie haben die Insel irgendwie missbraucht. Mein ganzes Thema ist es, es so original wie möglich zu halten.

Sehr gut möglich, dass Young es heute bereut, dass er zwei Jahre nach dem Landkauf der Lagina-Brüder hat seine eigene Lizenz auslaufen lassen. Jetzt gehört ihm nur ein kleines Waldgrundstück, mit dem er eigentlich nichts anfangen und das er nur mit einem Boot erreichen kann. Während andere mit LKWs, Kranwagen, Baggern, Bohrmaschinen und Kettenfahrzeugen über den Damm anreisen und auf Oak Island herumfahren und lärmen.

Vielleicht ein Teil des “Fluch von Oak Island, von denen einige Menschen sprechen. Aber vielleicht ist die Veröffentlichung seiner Artefakte von Lot 5 ja ein Anfang für ein Entgegenkommen …

Was denkst DU über das Thema? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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