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Fliegende Scheibe über Costa Rica 1971: Das Problem mit UFO-Bildern und die spannenden Hintergründe des angeblich besten UFO-Foto aller Zeiten

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Fliegende Scheibe über Costa Rica 1971 (Ausschnitt): Das beste UFO-Foto? (Bild: Instituto Geográfico Nacional de Costa Rica / uapmedia.uk)
Fliegende Scheibe über Costa Rica 1971 (Ausschnitt): Das beste UFO-Foto? (Bild: Instituto Geográfico Nacional de Costa Rica / uapmedia.uk)

Ein rund 50 Jahre altes UFO-Foto sorgt derzeit wieder für Schlagzeilen. Aufgenommen wurde es durch Zufall in Costa Rica 1971 aus einem Flugzeug heraus durch eine automatische Kamera. Jetzt wurde von einem Negativ dieser Aufnahme ein hochauflösender Scan angefertigt, der das Foto wieder in den Fokus des Interesses rückt. Und tatsächlich hebt sich dieses Bild von vielen anderen UFO-Fotos der Vergangenheit ab und hat eine überaus spannende Historie vorzuweisen. Dies betrifft den Umstand der Entstehung ebenso, wie die bisher erfolgten Untersuchungen und einen späteren Vorfall am Ort der Aufnahme, der kaum beachtet wurde. Denn UFO-Fotos sind und waren immer ein Problem, weshalb an dieser Stelle einmal genauer dahinter geschaut werden soll.


Streitfall UFO-Fotos

In den vergangenen Jahrzehnten tauchten immer wieder gestochen scharfe Fotos von UFOs oder unbekannten Objekten am Himmel auf. Viele skeptische UFO-Forscher waren und sind angesichts solcher Aufnahmen immer sehr schnell hellhörig. Der Verdachte auf eine Fälschung liegt sehr schnell auf der Hand. Und das sicherlich aus sehr gutem Grund – wenn man auf die Vergangenheit der UFO-Forschung schaut.

Immer wieder war höchste Aufmerksamkeit geboten, wenn privat jemand „rein zufällig“ plötzlich mit einem UFO-Foto daherkam. Nicht minder auch dann, wenn bestimmte esoterische UFO-Gruppen die UFO-Gemeinde mit erstaunlichen „Bildern von außerirdischen Raumschiffen“ geradezu überfluteten. Etwa die UFO-Sekte FIGU um ihren Anführer Billy Meier aus der Schweiz.

Zweifel bekamen UFO-Ermittler auch sehr schnell, wenn ganz normale Menschen plötzlich mit ganzen Serien von UFO-Fotos aufwarten konnten. Umso mehr dann, wenn diese verblüffenden Bilder über eine längere Zeit immer wieder angefertigt wurden, da die entsprechenden Zeugen vorgaben, sie wären von den fremden Flugobjekten immer wieder besucht worden. So geschehen im schon legendären Fall von Ed und Frances Walters aus dem Örtchen Gulf Breeze in Florida in den USA während der dortigen UFO-Welle ab 1987. Dort folgte ein gewaltiger Ansturm an UFO-Forschern und Schaulustigen, der bis heute beispiellos ist.

Bis heute diskutiert die UFO-Forschung diese UFO-Welle immer mal wieder und hier vor allem die Vielzahl von Walters fraglos beeindruckenden Fotografien. Einst galten sie als die besten UFO-Bilder der Welt – oder als die besten Fakes. Und selbst Außerirdische habe er bei diesen angeblichen Erlebnissen selber gesehen, wie in diesem Mystery Files-Video HIER 2014 berichtet.

Was aber macht ein „gutes UFO-Foto“ letztlich aus? Und gibt es wirklich das „beste UFO-Foto der Welt“? Immerhin hat schon der CIA 1960 seinen Mitarbeitern in einem Papier erläutert, was sie bei einer UFO-Begegnung zu tun haben, um gute Fotos zu schießen. Ein durchaus erstaunliches Dokument, wie HIER berichtet.

UFO-Bilder einst und heute

So wurde beispielsweise im Sommer 2015 ein Handy-UFO-Foto als „das beste UFO-Foto aller Zeiten“ in den Medien bezeichnet, das ein 11järiger Junger in Kampur in Indien schoss. Es war eine Aufnahme, die in 2 Sekunden mittels Handy-Applikation hätte gefertigt werden können, wie damals in diesem Mystery Files-Video HIER berichtet.

Der Nachteil solcher Bilder (oder auch Videos) mit einem Smartphone liegt für interessierte UFO-Forscher auf der Hand: Solche Aufnahmen liegen ausnahmslos nur digital vor. Physisch greifbare Negative gibt es heutzutage praktisch nicht mehr (mehr dazu auch HIER). Doch gerade solche real belichteten Fotos sind in vielen Fällen schwerer zu faken. Digital kann man leicht etwas einfügen (und es auch nachweisen!) oder es kommt zu digitalen Störungen bei der Aufnahme, die dann für ein UFO gehalten werden.

Bei echten, also nicht digitalen Fotos, muss man schon etwas vor die Linse hängen oder werfen oder es sonst wie mit abfotografieren, damit es auch auf dem Negativ sichtbar wird. „Notfalls“ geht auch eine Doppelbelichtung.

Wobei in allen Fällen natürlich ein Irrtum nie ausgeschlossen werden kann. Klassisch ist hier das Beispiel eines nahe am Objektiv vorbei sausenden Insektes oder eines mit abgelichteten Vogels im Flug. Letzteres wurde sogar schon von jemanden als „UFO“ im Hintergrund eines meiner Mystery Files-Videos entdeckt. In Wahrheit waren es Möwen über dem Meer vor Sylt.

Von daher sollte es den Laien nicht wundern, dass auch ältere Fotos von Unbekannten Flugobjekten immer mal wieder in der UFO-Forschung neu diskutiert werden. Ähnlich wie in der „etablierten Wissenschaft“ kommt es oft vor, dass mit neuen Fragen, Ideen und Techniken an alte oder sogar sehr alte Themen neu herangegangen wird. Für die UFO-Forschung gilt das ebenso, wie für andere Bereiche der sogenannten „Grenzwissenschaft“. Im Besonderen übrigens für die Prä-Astronautik.

Costa Rica 1971: Das „überzeugendste UFO-Foto aller Zeiten“

Und durch die oben zusammengefasste, grundlegende Problematik bei UFO-Fotos sollte das auch verständlich sein. Bildanalyseverfahren waren beispielsweise 1960 ganz andere als heute.

Deshalb wird aktuell in der Medienlandschaft und vor allem unter UFO-Interessierten ein Foto diskutiert, dass erneut als „bestes“ oder „überzeugendstes UFO-Foto aller Zeiten“ oder ähnlich gehandelt wird. Obwohl es bereits im Jahr 1971 aufgenommen und in der Vergangenheit mehrfach analysiert wurde. Und zwar entstand es am 4. September über Costa Rica in Mittelamerika aus einem Flugzeug heraus, dass eine automatische Kamera mit an Bord hatte. Deutlich sieht man eine klassische Fliegende Untertasse auf dem beeindruckenden Foto. Dazu aber gleich mehr.

Folglich hat das Bild in der UFO-Forschung bereits eine lange Geschichte hinter sich. Hier ist vor allem der bekannte UFO-Forscher Dr. Jacques Vallée zu nennen, der beispielsweise schon 1990 in seinem Buch „Konfrontationen“ ausführlich über diese Foto aus Costa Rica berichtete. Vallée hielt dieses Foto schon damals für „authentisch“, wie er schreibt. Leider versäumt er es das Bild auch in seinem Buch abzudrucken (zumindest in der deutschen Ausgabe ist es nicht zu finden).

Der deutsche UFO-Forscher Illobrand von Ludwiger holte dies in seinem Standartwerk „Der Stand der UFO-Forschung“ 1992 jedoch nach. Er zeigte darin auf Fotopapier in sehr guter Qualität neben dem besagten UFO-Bild zusätzlich noch eine Ausschnittsvergößerung des „physikalisch realen Gegenstandes“, so Ludwiger.

Erste Analysen

Bereits 1989 veröffentlichte Vallée zusammen mit Dr. Richard F. Haines im „Journal of Scientific Exploration“ (Vol. 3, No. 2, 1989) einen Untersuchungsbericht des Fotos und den Umständen seiner Herkunft und Entstehung. Ihrem umfangreichen Bericht „Fotoanalyse einer Luftscheibe über Costa Rica“ folgte ein Jahr später ein weiter mit „Neuen Beweisen“ im „Journal of Scientific Exploration“ (Vol. 4, No. 1, 1990).

Haines und Vallée kommen in diesen Arbeiten zu dem eindeutigen Ergebnis, dass 1971 ein mehr als ungewöhnliches UFO-Foto durch reinen Zufall entstand, deren Geschichte lückenlos nachweisbar sei. Ihre Untersuchungen begannen schon in den Jahren zuvor und schon 1985 suchte Vallée in Costa Rica die „Zeugen“ selber auf, um mehr zu erfahren und Kopien der Negative der Fotos zu bekommen. Zeugen steht deshalb in Anführungszeichen, da niemand die fliegende Scheibe selber mit eigenen Augen sah. Und gerade diese Tatsache macht die Aufnahme mit der klar erkennbaren Scheibe so besonders.

Sie entstand während eines während eines Fluges über dem See Cote in Costa Rica mit einer automatischen Kamera. Der mehr oder weniger staatliche Auftrag bestand darin, aus dem kleinen Flugzeug heraus das Gebiet für geplante Baumaßnahmen zu fotografieren. Deshalb war unter der Maschine eine (damalige) High-Tech-Kamera vom Typ „R-M-K 15/23“ installiert, die alle 20 Sekunden ein Foto von der Oberfläche schoss. Finanziert sei sie einigen Angaben nach von Deutschland gewesen.

Sämtliche technische Daten waren somit von der Kamera ebenso bekannt, wie von dessen Einstellungen und dem genutzten Film.

Frame 300

Jacques Vallée beziehungsweise Haines und Vallée nennen in ihren Publikationen zum Beispiel eine Belichtungszeit von 1/500 Sekunde, eine Blende von 5.6, den Film Kodak Typ 3665, auf dem die Negative in 23 x 23 Zentimeter gedruckt wurden, den Frame-Zähler (909) und viele weitere Daten. Aufgenommen sei das Bild aus 10.000 Fuß Höhe über dem See, von dem sich das Objekt deutlich abzeichnet. Das „Ding“ selber ist auf den Bild 4,2 Millimeter große und das Foto lichtete ein Gebiet von 11,5 x 11,5 Kilometer Größe ab. Der Stand der Sonne wurde ebenso beachtet, da auf dem Objekt offenbar Reflexionen zu erkennen sind.

Ebenfalls ist bekannt, wer sich an Bord der Maschine im staatlichen Auftrag des „Nationalen Geographischen Institut“ („Instituto Geográfico Nacional de Costa Rica“) befand. Insgesamt waren es mit dem Piloten 4 Personen. Unter ihnen war Sergio L. V. (= Sergio Loaiza), ein Spezialist für Luftbildfotografie, der für die Technik verantwortlich war. Natürlich waren daneben Ort und Zeit (8.25 Uhr) exakt dokumentiert.

Auf den Bildern 299 und 301 ist nichts von einem UFO zu sehen (Bild: Instituto Geográfico Nacional de Costa Rica / uapmedia.uk)
Bilder 299 und 301 der Serie zeigen kein UFO (Bild: Instituto Geográfico Nacional de Costa Rica / uapmedia.uk)

Leider wurde die metallisch schimmernde Fliegende Untertasse nur einmal fotografiert. Der Bildzähler („Frame“) weist für diese Aufnahme die Nummer 300 auf. Auf Nummer 299 und 301, also 20 Sekunden davor und danach, ist indes nichts von einem Objekt über den See zu sehen.

Schon im Jahr 1980 bekam Ricardo Vilchez aus San José Kopien der Negative und vor allem des Bildes Nummer 300 mit dem UFO. Er ist auch die Bildquelle der Fotos in dem oben genannten Buch von Illobrand von Ludwiger. In der Folge kam es zu einer ganzen Reihe Untersuchungen des Bildes. So schrieb schon 1990 Vallée in „Konfrontationen“ zum Beispiel folgendes:

Das Labor in Costa Rica, das die Fotos entwickelte, schätze den Durchmesser des Objektes auf einhundertsiebzig Meter.“

170 Meter Durchmesser?

Mit 170 Meter Durchmesser wäre das UFO riesig. Doch schon Vallée merkte an, dass andere das Objekt auf „nur“ 40 Meter Größe schätzten. Er erwähnt auch eine vierte Analyse vom Dezember 1987, die schon damals von Haines durchgeführt wurde. Nach dieser wurde hier klar ein „dreidimensionales Objekt“ fotografiert. „Die 4,2 mm Länge auf dem Bild entspricht einem Objekt von 210 m Länge oder 683 Fuß“, schrieben Vallée und Haines 1989 in „Journal of Scientific Exploration“.

Dann wurde es still um diese Bild, dass grundsätzlich weiterhin Eigentum des „Instituto Geográfico Nacional de Costa Rica ist. Bis am 10. Mai 2021 „The New Yorker“ einen umfangreichen Bericht darüber brachte „wie das Pentagon begann, UFOs ernst zu nehmen“ und damit „das Tabu überwunden“ habe. In diesem wird ein Besuch bei Leslie Kean in New York geschildert, die in der UFO-Forschung schon seit vielen Jahren ein fester Begriff ist. Dort heißt es:

„An der Wand hinter ihrem Schreibtisch (hängt) ein gerahmtes Schwarzweißbild (…), das wie das Ultraschallbild einer Frisbee aussieht. Das Foto wurde ihr zusammen mit einer Dokumentation über die Aufbewahrungskette von Kontakten in der costaricanischen Regierung übergeben; ihrer Einschätzung nach ist es das beste Bild eines UFOs, das je veröffentlicht wurde.“

Als Herausgeberin eines viel beachteten Buches, in dem „Generäle, Piloten und Regierungsvertreter“ zum Thema UFOs „ihr Schweigen“ brechen, kannte Kean besagtes Foto schon lange. Auch in ihrem Buch ist es zu sehen. Doch durch den Bericht im „New Yorker“ vor ziemlich genau einem Jahr rückte die Aufnahme wieder in den Fokus. Und inzwischen haben in den letzten Tagen zahllose News-Seiten und Medien es aufgegriffen. Vor allen seit dem 8. und 9. Mai boomt das Thema des „besten UFO-Fotos aller Zeiten“ in den Boulevardmedien.

Hochauflösender Scan

Die Gruppe „UAP Media UK“ wurde nach diesem Bericht nämlich auf das Bild aufmerksam und konnte von Esteban Carranza in Costa Rica eine Kopie davon bekommen. Carranza ist im Besitz eines „über 40 Jahre altes 8×10-Negativ“ des UFO-Fotos von 1971, das über seinen Onkel direkt vom „Instituto Geográfico Nacional de Costa Ricastammen soll.

Carranza selber fuhr mit dieser Kopie des Negativ zu Sergio Loaiza, dessen Kamera das Bild damals automatisch schoss. Loaiza ist sicher, dass es um 1975 vom Original-Negativ angefertigt wurde. „Denn als das Negativ in den 80er Jahren berühmt wurde, wies es bereits viele Kratzer auf, die auf seine Bearbeitung zurückzuführen waren“, wie „UAP Media UK“ unter Berufung auf Loaiza schreibt. Und deshalb zeigte er sich auch „ziemlich begeistert“, dass dieses Bildmaterial nun aufgetaucht sei.

Fliegende Scheibe über Costa Rica 1971 - Bild 3
Aus den Untersuchungsberichten von Vallée und Haines 1989 & 1990 (Bilder: Vallée/Haines)

Carranza wiederum nahm das Negativ und schickte es in das Fotolabor „Michael Strickland Photography“ in Kansas in den USA. Hier ließ er mit einem „Tango-Trommelscanner“ einen hochauflösen Scan des Bildes anfertigen, dass letztlich „UAP Media UK“ online stellte. In einer sehr komprimierten Form allerdings, da nach deren Angaben der Spezial-Scan 1,7 GB groß sei. Für ein einzelnes Bild ist das wahrlich gigantisch! Zu diesem Scan schreibt die Gruppe in ihrer Veröffentlichung vom 6. Mai:

Ein Trommelscanner funktioniert im Wesentlichen wie eine Präzisions-Digitalkamera, mit der reflektierende und transparente Materialien mit extrem hoher Auflösung gescannt werden können. Er nimmt das Bild mit analogem Licht auf, wobei er in jedem Farbkanal so viele Details wie möglich erzeugt, und wandelt es dann in eine digitale Datei um.

Ein außergewöhnliches UFO-Foto

Kean zeigte sich nach dem erfolgten Scan ebenfalls begeistert und wird mit folgenden Worten zitiert:

Dieses Foto eines UFOs ist vielleicht das außergewöhnlichste, das jemals von Regierungsbeamten veröffentlicht wurde. Wir haben keine Ahnung, welche vergleichbaren oder noch besseren Bilder in geheimen Akten des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten versteckt sind. Ich bin der Regierung von Costa Rica für ihre Transparenz dankbar. Ich bin auch Esteban dankbar für seine Bemühungen, die bestmögliche Wiedergabe dieses historischen Fotos zu erhalten.“

Auch der „Costa Rica Star“ berichtete über die Foto und schreibt unter anderem:

Der Fotograf Loaiza sagte, dass ihm und seinen Kollegen nach der Entwicklung der Fotos und der Erörterung des Objekts, das auf diesem einen Bild zu sehen war, untersagt wurde, Informationen über das weiterzugeben, was die Wissenschaftler des ICE-Lake Arenal-Projekts für ein UFO hielten.“

Dennoch sei es erstmals 1979 in die Hände der Organisation „Ground Saucer Watch (GSW), die solche Fälle analysiert“, in den USA gekommen. „Es ist eine der überzeugendsten wissenschaftlichen Bestätigungen dafür, dass UFOs real sind“, wird der UFO-Forscher Oscar Sierra aus Costa Rica zitiert. Sehr genau scheint der „Costa Rica Star“ allerdings nicht bei seinen Angaben zu sein, da zum Beispiel auch angeben wurde, dass die Kamera alle 13 Sekunden ein Bild machte. Alle anderen Quellen sprechen ausnahmslos von 20 Sekunden.

Fake oder Fehler?

RTL in Deutschland brachte heute (9. Mai) in deren Online-News ebenso eine Meldung über das UFO-Foto. Anders als viele Boulevardmedien – vor allem aus Großbritannien – nennt RTL aber auch angebliche Erklärungen für das UFO auf dem Bild:

Doch es gibt auch andere Erklärungen dafür, worum es sich bei der ‚Untertasse‘ tatsächlich handeln könnte. Diese reichten von einer zufälligen Reflexion auf der Kameralinse, Doppelbelichtung bis hin zu einer einfachen Fälschung.“

Nichts davon sei bisher belegt, betonten schon UFO-Forscher wie Vallée vor 30 Jahren. Ob der neue und hochauflösende Scan eine Erklärung liefern wird, bleibt zu bezweifeln. Jedoch lassen sich fraglos durch diese Technik weit mehr Details dem Bild entnehmen, als es noch bei den Analysen von Vallée und Haines der Fall war.

Weit weniger bekannt dürfte sein, dass es Jahre nach Entstehung des Fotos laut Zeugen am Cote See zu einer außergewöhnlichen UFO-Sichtung kam. Diese hatten schon Haines und Vallée in ihrer Analyse in „Journal of Scientific Exploration“ 1989 diskutiert. Vallée hatte den Fall vom 25. Oktober 1986 gegen 9 Uhr morgens in seinem Buch „Konfrontationen“ ein Jahr später praktisch identisch erneut aufgegriffen.

Ein zweites Objekt im See?

Demnach gaben vor Ort die beiden Zeugen Joaquin U. A. Ronald-Alberto L. A. zwei Wochen nach dem Vorfall gegenüber Carlos und Ricardo Vilchez an, dass sie zuerst in rund 550 Metern Entfernung „drei oder vier Zylinder, die, Pfählen ähnlich, im Abstand von einem Meter jeweils einen Meter aus dem stillen, spiegelglatten Wasser ragten“, so Vallée. Als die beiden näher kamen, erkannten sie, dass die „Zylinder“ grau oder kaffeefarben waren und konnten sie so einige Minuten aus dem Wasser ragend sehen. Bis sie plötzlich verschwanden:

Nach 5 oder 10 Minuten lösten sich diese Objekte auf, die auftauchenden Teile kippten wieder zusammen, als ob sie an einer einzigen untergetauchten Struktur befestigt wären, und das ganze Objekt verschwand mit erheblichem Aufruhr und Wellen wieder im See.“

Fliegende Scheibe über Costa Rica 1971 - Bild 4
Zeugen-Skizzen der angeblichen Sichtung 1986, wie sie Vallée und Haines 1990 veröffentlichten.

So schilderten es Haines und Vallée 1989, die damals auch zwei entsprechende Skizzen der Zeugen veröffentlichten. Nach den beiden Zeugen sahen sie also kein UFO am Himmel, sondern ein USO – ein „Unbekanntes Unterwasserobjekt“, die der UFO-Forschung ebenfalls nicht fremd sind. Auch wenn sie meistens in den Meeren und Ozeanen gesichtet worden sein sollen, nicht in einem See.

Irgendwelche Beweise, wie etwa Fotos und weitere Zeugen, gab es für diesen USO-Fall von 1986 leider nicht. Ob die Zeugen nur Trittbrettfahrer waren und ihre Sichtung erfanden?

Bis zu 3.199 Stundenkilometer schnell!

Die Geschichte mit dem UFO-Foto von 1971 ist keine UFO-Sichtung im eigentlichen Sinn. Das Objekt hat niemand gesehen. Das Bild von der Scheibe entstand unbemerkt und wurde erst nach der Auswertung der gesamten Fotos entdeckt. So etwas gab und gibt es immer wieder bei Amateuraufnahmen, die später dann „etwas“ auf ihren Fotos finden. Erneut sei hierzu auf den Klassiker eines Insektes verwiesen, dass während der Auslösung vor der Linse her flog.

Da 1971 die belichteten Bilder vor und nach dem eigentlichen UFO-Foto das Objekt nicht zeigten, muss es sehr schnell gewesen sein. Im „Journal of Scientific Exploration“ machten sich Vallée und Haines in ihrem zweiten Bericht von 1990 deshalb auch über die mögliche Geschwindigkeit des Objektes Gedanken.

Da die Flugrichtung auf einem Einzelbild nicht ermittelt werden kann, nahmen sie verschiedene Strecken an, in welche Richtung die Scheibe verschwunden sein könnte, als sie 20 Sekunden später auf dem Folgebild nicht mehr zu sehen war. Im Ergebnis kamen sie auf unglaubliche 3.199 Stundenkilometer (1.988 Meilen pro Stunde). Und wäre es in eine andere Richtung gerast, „so hätte es mindestens 1.425 Meilen pro Stunde zurücklegen müssen“, wie sie schreiben. Also rund 2.293 Stundenkilometer.

Das wäre grob und großzügig als Mittel angenommen doppelte Schallgeschwindigkeit (= 1234,8 Stundenkilometer). Und damit fern jeder Technologie, die damals wie heute von einem solchen runden Objekt bekannt wäre.

Ein UFO-Foto, das ganz anders ist

All die hier nur zusammengefassten und ausgesuchten Einzelheiten machen das „Foto Nr. 300“ so spannend und durchaus zu einem der besten UFO-Bilder, die es gibt. Die lückenlose Historie und die Herkunft beziehungsweise Zufalls-Entstehung im offiziellen Auftrag des Fotos machen den Fall auch Jahrzehnte später interessant. Demnach ist es quasi „ganz anders“ als all jene Aufnahmen, die einleitend erläutert wurden.

Es bleibt nun zu hoffen, das anhand der neuen Digitalisierung neue Erkenntnisse gewonnen werden können. Oder, dass das einzige Original vom „Instituto Geográfico Nacional de Costa Rica“ oder dem Nationalarchiv von Costa Rica für Untersuchungen zur Verfügung gestellt wird. Und sei es auch noch so zerkratzt, wie es Loaiza erwähnte.

Abschließend sei noch erwähnt, dass praktisch niemand behauptet hat, dass hier 1971 Außerirdische in ihrem Raumschiff über den See in Costa Rica rasten …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Wundersames Objekt am Himmel über Niedersachsen: Der fliegende „Kessel“ von Ahlshausen – eine frühe UFO-Sichtung? (+ Videos)

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Wundersames Objekt am Himmel über Niedersachsen: Der fliegende "Kessel" von Ahlshausen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Wundersames Objekt am Himmel über Niedersachsen: Der fliegende „Kessel“ von Ahlshausen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Auch wenn „klassische“ UFOs erst seit Ende der 1940er Jahre in die Welt der Moderne kamen, gab es Sichtungen von unbekannten Dingen oder Flugobjekten zu allen Zeiten. Überliefert sind solche Berichte in alten Chroniken ebenso wie in mündlichen Überlieferungen. Und fast immer wird ihre Erscheinungsform oder Äußeres mit etwas verglichen, das die Zeugen aus ihrer Umwelt kannten. Nicht anders wie bei vielen UFO-Fällen heute. So auch in einer Sage aus Niedersachsen, in der ein Mann einen äußerst sonderbaren „fliegenden Kessel“ am Himmel sah. Und der sich bei genauerer Betrachtung durchaus als klassische UFO-Sichtung deuten lässt.


UFO: Heute und gestern

Autoren und Forscher, die nach historischen UFOs oder entsprechenden Sichtungen in der Antike fahnden oder sich der Prä-Astronautik widmen, verweisen immer wieder darauf, dass man bei derartigen „antiken Begegnungen“ nicht alles wortwörtlich nehmen darf. Vor allem da unseren Ahnen der richtige Wortschatz für ein „UFO“ fehlte, wie wir es alle kennen. Gemeint ist damit ein moderner Wortschatz.

Um exakt das zu beschrieben, was sie sahen oder erlebten, kannte sie kein derartiges Kürzel, dass heute allgemein bekannt ist. Das gilt auch für Wörter wie „Alien“ oder „Außerirdische“.

Also bediente man sich in der Vergangenheit realen und greifbaren Beschreibungen und Vergleichen mit Alltagsgegenständen. Eine klassische „fliegende Untertasse“ wird so schnell zu einem „fliegenden Schild“. Ein kugelförmiges UFO eben zu einer „fliegenden Kugel“ und ein zylindrisches Objekt zu einem „Speer“, einer „Lanze“ oder einer „Standarte“.

Unsere Vorfahren nutzen das „Sieht-aus-wie-Prinzip“, was bis zu einem gewissen Grad sicher auch so funktionierte. Für heutige UFO-Sichtungen gilt das durchaus noch nimmer. Auch hier verwenden die Zeugen seit jeher Begriffe wie „Ball“, „Kugel“, „Football“, „Scheibe“, „leuchtende Kugel“, „Ball aus Licht“, „Diamant“, „Bumerang“ oder „Zigarre“ („Flying Saucer Review“, Vol. 9, Nr. 1, Jan./Feb. 1963). Oder man beschreibt mit Worten wie „eine in der Mitte abgeflachte Kugel mit zwei hervorstehenden Stücken auf jeder Seite“ („Surrey Advertiser“, 6. Oktober 1962) einfach nur das, was man sah.

Und durch ein UFO-Video der US-Navy wurde sogar der Vergleich mit einem „Tic-Tac“ weltberühmt. Damit also wurde ein fliegendes beziehungsweise gesichtetes Etwas mit einem winzigen Lutschbonbon am Himmel verglichen. Ohne an dieser Stelle eine Bewertung über die wahre Natur der individuell gesehenen Objekte vornehmen zu wollen.

Ein fliegender „Kessel“

Wenig verwunderlich ist es demnach, dass in den alten Überlieferungen, Aufzeichnungen sowie Märchen und Sagen nahezu alles irgendwo schon einmal herum geflogen sein soll. Details oder „Verhaltensweisen“ dieser Objekte in den Schilderungen machen sie dann erst zu etwas Rätselhaften und damit für die UFO-Forschung interessant.

Von einer solchen Begegnung erzählt eine Geschichte aus Niedersachsen, die der deutsche Germanist und Volkskundler Georg Schambach bereits 1855 veröffentlichte. In dieser sieht ein Topfhändler aus dem Ort Hohenstedt eines Sommertages während einer Dienstreise in das nahe Dorf Sievershausen etwas Ungewöhnliches auf ihn zufliegen. In der Überlieferung heißt es dazu:

Als er abends zurück kam, sah er auf dem Wege zwischen Ahlshausen und Sievershausen, da wo derselbe eine Biegung macht, von Ahlshausen her auf dem Kirchwege eine Leuchte rasch daher kommen. Er dachte bei sich, die Leuchte soll doch nicht eher zu der Biegung kommen als ich, und verdoppelte deshalb seine Schritte. Dennoch war die Leuchte auf einmal unmittelbar vor ihm.

Nun sah er, dass es ein großer Kessel war, inwendig ringsum mit Ringen versehen, worin hell brennende Lampen waren. Er erschrak sehr, als er dies sah, und fing an zu beten; als aber der Kessel trotz dem nicht verschwand, fing er an zu fluchen.

Da erhob sich der Kessel mit einem Male in die Luft und flog nach der hin, nach einem Orte, der Warnecken Rot genannt wird. Am andern Tage ging der Topfhändler wieder nach Sievershausen und erzählte dem dortigen Krüger sein Abenteuer.“

Ungewöhnliche Eigenschaften

Tatsächlich scheint es, dass dem Händler seine Story sogar vom erwähnten Krüger, einem Gastwirt, geglaubt wurde. Denn die Geschichte endete damit, dass dieser dem Händler sagte, dass er den „Kessel“ hätte an sich nehmen sollen, da er sicher voll „Gold und Silber gewesen“ sei. Demnach also einer der legendären Kessel voller Gold, von denen viele Fabeln erzählten. Gerne auch jene, dass am Ende eines Regenbogens ein solcher Schatz von einem Kobold bewacht werde.

Es bleibt dennoch eine mehr als ungewöhnliche Erscheinung oder Beschreibung in der Sage. Folgende Einzelheiten in diesem ausgewählten Beispiel verdienen unsere Aufmerksamkeit. Neben dem Umstand, dass die genannten geographischen Angaben der Realität in Niedersachsen entsprechen. Was längst nicht immer der Fall bei derartigen Erzählungen ist.

Da wäre zuerst natürlich die Form, die der Topfhändler passend zu seinem Beruf als „Kessel“ beschreibt. Also rundlich oder leicht zylindrisch mit einer flachen Ober- wie Unterseite, wobei die Unterseite auch abgerundet sein kann.

Ort des angeblichen Geschehens: "...auf dem Wege zwischen Ahlshausen und Sievershausen, da wo derselbe eine Biegung macht..." (Bild: Google Earth)
Ort der angeblichen Begegnung des Mannes aus Hohnstedt: „…auf dem Wege zwischen Ahlshausen und Sievershausen, da wo derselbe eine Biegung macht…“ (Bild: Google Earth)

Jedoch wissen wir nicht, wie herum dieses Objekt am Himmel geflogen sein soll. Vielleicht sogar so, wie es die freie Interpretationen der Geschichte im Titelbild dieses Postings zeigt. Also die Öffnung nach unten. Immerhin wird behauptet, dass der Mann im Inneren unter anderem Lichter sah. Lichter an der Unterseite des fliegenden Etwas mögen so erschienen sein, als kämen sie von innen.

Über die Größe des Flugobjektes erzählt diese Sage leider nichts, nur, „dass es ein großer Kessel war“. Was grundsätzlich bei der Story keine Rolle spielt, da wir keinerlei angaben über etwaigen Entfernungen oder Höhen dazu haben. Für moderne UFO-Forscher sind das zwei sehr wichtige Faktoren bei der Bewertung oder Identifizierung einer gemeldeten Sichtung. Demnach erschien es nur wie ein großer Kessel in der Luft. So wie ein Unbekanntes Flugobjekt in der Moderne wie ein eigentlich winziges „Tic-Tac“ erscheint.

Eine UFO-Begegnung der II. Art?

Jedoch erfahren wir etwas mehr über das angeblich Innere des fliegenden Kessels, was die Fremdartigkeit der Sichtung weiter unterstreicht.

Denn nach der Sage befanden sich innen mehrere vollständig herumlaufende „Ringe“ und in diesen wiederum „hell brennende Lampen“. Wie ein „Kessel“, den der Topfhändler aus seinem Alltag kannte, klingt das nicht. Auch nicht, dass das Objekt sich in die Luft erhob und davon geflogen sei, nachdem er sich zuvor nur als „Leuchte“ schnell nährte und plötzlich vor dem Mann erschien. Die legendären „Kessel voller Gold“ fliegen normalerweise nicht, sondern befinden sich in der Obhut von Wesen aus der Anderswelt wie Zwergen, Gnomen oder Kobolden.

Mag hier ganz einfach die beleuchtete Unterseite mit ringförmigen Strukturen des Objektes beschrieben worden sein?

Schambach selber hat Mitte des 19. Jahrhunderts diese aufgezeichnete Sage in „Niedersächsische Sagen und Märchen“ der Sagen-Kategorie über „Schätze“ zugeordnet. Heute klingt sie nach einer klassischen UFO-Begegnung der II. Art, wie man spekulieren könnte.

Ist diese „Gold-Kessel-Behauptung“ vielleicht nichts weiter als eine Interpretation der „aus dem Munde des Volkes gesammelten“ (wie es Schambach 1855 vermerkte) Sagen und Märchen einer Sichtung? Demnach die Begegnung mit einem runden und offensichtlich aus Metall bestehenden Objekt, das fliegen konnte und noch dazu Lichter besaß.

Der Vergleich mit einem „Kessel“, also rundlich oder als (kurzer) Zylinder, würde auch der Form eines Fasses entsprechen. Auch wenn ein Fass wohl wahrscheinlicher aus Holz war. Nicht aus Metall wie ein Kessel.

Ein „fliegendes Fass“ über Nürnberg 1550

Und genau ein solches fliegendes Fass erschien im August 1550 „um Nürnberg herum, am heiligten Himmel“, wie es 1680 Erasmus Francisci in „Der wunder-reiche Überzug unserer Nider-Welt oder erd-umgebende Lufft-Kreys“ notierte. An diesem Tage sei die Sonne in „unterschiedlichen Farben gesehen worden, und über ihr ein Fass“, überliefert Francisci.

Dieses fliegende „Fass“ senkte sich einige Zeit später und es lief „Blut“ heraus, weshalb sich die Sonne verfärbt haben soll. Damit nicht genug, denn neben dem angeblichen Himmelszeichen erschien ein „Adler“ mit ausgestreckten Flügeln „doch ohne Füße“. Unter dem ganzen Szenario wiederum „saß ein Regenbogen“, unter dem ein „Mann“ erschien, der ein Pferd und einen Jagdhund mit sich führte. „Der Herr erkläre mir solches!“, notiert Francisci erstaunt dazu.

Ein klassisches Wunderzeichen, über die auf diesem Blog und in einigen Mystery Files-Videos bei YouTube bereits vielfach berichtet wurde. Übrigens seien laut Francisci im selben Jahr nachts über Leipzig „etliche feurige Kugeln erschienen“, die er in seiner Chronik aber nicht genauer beschrieb.

„Fliegende Untertassen“ haben sich seit den ersten Berichten über „moderne“ UFOs seit 1947 als klassische Form etabliert. Sie sind Mainstream. Was allerdings ein Zerrbild der beobachteten Objekte wiedergibt, die heute gesehen und gemeldet werden, da nahezu jede erdenkliche Form bereits beobachtet wurde.

Die „Scheibenform“ ist aber dahingehend „klassisch“, da sie auch in der Antike als „fliegende Schilde“ zu finden ist, die auf Mystery Files bereits mehrfach thematisiert wurden. Folglich flache und runde oder eckige Objekte, die von den historischen Beobachtern optisch mit Schutzschilden der Armee verglichen wurden. Denn es „sieht aus wie“. Das ist heute so, und war schon damals so.

Video-Auswahl zum Thema auf Mystery Files

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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UFOs in der Antike: Was erschien 214 vor Christus bei den alten Römern? Der fliegende „Altar“ des Geschichtsschreiber Livius und seine Insassen

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UFOs in der Antike - was erschien 214 vor Christus bei den alten Römern? Der fliegende Altar des Geschichtsschreiber Livius und seine Insassen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
UFOs in der Antike – was erschien 214 vor Christus bei den alten Römern? Der fliegende Altar des Geschichtsschreiber Livius und seine Insassen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

UFOs und unbekannte Flugobjekte in der Antike – gab es sie? Glauben wir den alten Chronisten und Geschichtsschreibern, ist die Antwort ein eindeutiges Ja! So haben auch einige UFO-Forscher und vor allem Prä-Astronautik-Forscher in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder entsprechende Beispiele aus historischen Berichten angeführt. Einer ging dabei im Laufe der Jahre allerdings eher unter, obwohl dieser von dem bedeutenden römischen Geschichtsschreiber Titus Livius aufgezeichnet wurde. Demnach sei vor über 2.200 Jahren am Himmel über der Stadt Hadria in Italien ein fliegender „Altar“ erschienen. Mit samt einer „Besatzung“. Grund genug sich dieses UFO der Antike an dieser Stelle einmal genauer anzusehen.


UFOs in der Antike

Die Forscher der Prä-Astronautik und einige UFO-Forscher suchen in alten Chroniken, Schriften und anderen historischen Quellen immer wieder nach Hinweisen auf mutmaßliche UFOs. UFO-Sichtungen der Antike, die sich nicht in irgendwelchen Mythen oder religiösen Texten finden, sondern in konkreten Dokumenten aus eher historischer Zeit. Etwa in mittelalterlichen Berichten auf Flugblättern, in geschichtlichen Chroniken oder auch bei römischen Geschichtsschreibern. „Himmelszeichen“ oder „Wunderzeichen“, wie man diese in christlichen Zeiten gerne nannte. Mehr dazu erfahrt Ihr in den am Ende angefügten YouTube-Videos.

Vielfach sind diese Jäger des Phantastischen in den vergangenen Jahrzehnten dabei auch fündig geworden. Ein Beweis, das „Seltsames“ oder „Etwas“ auch schon von den alten Chronisten dokumentiert wurde. Nicht nur im modernen UFO-Phänomen oder zeitlich nicht fassbaren Mythologien der grauen Vorzeit.

Diese alten Aufzeichnungen erwähnen dabei in den seltensten Fällen Insassen oder Piloten, die in fliegenden Kugel, Scheiben, Schilden oder Zylindern gesessen haben sollen. Sieht man von jenen Berichten ab, in denen wundersame „Menschen“ am Himmel standen, „Ritter“ in den Wolken erschienen oder sogar „Seeleute“ auf „Schiffen“ in eine himmlische Schlacht verwickelt zu sein schienen. Oder natürlich auch die mythisch-religiösen Schriften, in denen Götter und andere Himmelswesen mit „feurigen Wagen“ zu den Menschen hernieder kamen. Von diesem Blog kennt der Interessierte dazu sicher zahllose Beispiele.

Ungewöhnlich ist das erst mal nicht, denn auch heute sehen die wenigstens UFO-Zeugen irgendwelche Wesen bei ihren Sichtungen. Der bei weitem größte Teil der UFO-Sichtungen findet ohne die Begegnung mit irgendwelchen mutmaßlichen Lebewesen aus dem All statt. Wobei es selbstverständlich solche Berichte ebenso gibt.

Ein fliegender „Altar“ am Himmel

Und in der Antike? In seiner Pionierarbeit zum Thema „UFOs der Antike?“ berichtete schon 1963 W. R. Drake in dem Artikel „UFOs over ancient Rome“ in dem Magazin „Flying Saucer Review“ (Januar/Februar 1963) von solchen Sichtungen. Dazu führt er eine ganze Reihe Beispiele an, die der Prä-Astronautik-Pionier in den Werken diverser klassischer Geschichtsschreiber fand. So unter anderem folgendes Ereignis vor über 2.200 Jahren:

In Hadria wurde ein Altar am Himmel und darüber die Gestalt eines Menschen in weißen Kleidern zu sehen.“

Geschehen sei diese Sichtung eines fliegenden „Altar“ mit einem weiß gekleideten Mann im Jahr 214 vor Christus. Ort des Geschehens war die heutige Stadt Atri in den Abruzzen östlich von Rom, die seit 290 vor Christus eine römische Kolonie war. Drake selber wiederum berief sich auf den bekannten Geschichtsschreiber Titus Livius (Buch XXI, Kapitel LXII), der von ca. 59 vor bis 17 nach Christus lebte. Einem der wichtigsten römischen Geschichtsschreiber überhaupt, dessen zahllose Werke zu den bedeutendsten Quellen der frühen Geschichte des Römischen Reiches zählen.

Der bekannte französische UFO-Forscher Dr. Jacques Vallée übernahm nur zwei Jahre später diesen frühen „UFO-Fall“ von Drake 1965 in seinem Standartwerk „Anatomy of a Phenomenon“. Vallée gibt ihn sehr ähnlich wieder, datiert das Ereignis allerdings auf das Jahr 213 vor Christus:

In Hadria wurde ein ‚Altar‘ am Himmel gesehen, begleitet von der Gestalt eines Mannes in weißer Kleidung.“

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Diese Sichtung fand durch die Erwähnung bei dem UFO-Forscher Vallée sogar Einzug in den UFO-Forschungsbericht der US-Air Force, der unter den Namen „Condon-Report“ in UFO-Kreisen zu einer Legende wurde. Hierbei handelt es sich eigentlich um den Bericht „Scientific Study Of Unidentified Flying Objects“ der University of Colorado von 1968. Mitherausgeber war der namensgebene Edward Condon und der Mitautor Samuel Rosenberg verfasste darin das Kapitel „UFOs in History“. Als Quellen dienten Rosenberg für den Air Force-Bericht einschlägige UFO-Bücher und –Magazine, wie jenes von Vallée. (Mehr dazu in diesem Artikel HIER.)

Ein rechteckiges Flugobjekt vor über 2.200 Jahren

Heute sind der fliegende „Altar“ und der „weiße Mann“ von Hadria in der UFO-Literatur praktisch vergessen. Womit der zugegeben sehr knappen Überlieferung meiner Meinung nach Unrecht getan wird.

Genauer hinterfragt hat ihn aber Jörg Dendl schon 1997 in seiner Studie über „Fliegende Schilde und Schlachten am Himmel“, die, da sie in sehr geringer Auflage in einem kleinen Privatverlag erschien, wohl nur wirklichen Insidern der Thematik bekannt ist. (Eine aktualisierte Neuauflage des Berichtes findet Ihr HIER.) Dendl selber ist als Historiker seit Jahrzehnten auch als Mystery-Forscher tätig. Seine oft auch kritischen Publikationen in verschiedenen Magazinen zu Forschungen aus dem Bereich Prä-Astronautik und Rätsel der Geschichte werden meiner Meinung nach dabei bis heute von vielen weit unterschätzt.

Das von Livius überlieferte Ereignis studierte Dendl in seiner Veröffentlichung im Original und gibt es wie folgt wieder:

„(…) bei Hadria wurde ein Altar im Himmel und Menschengestalten ringsumher mit weißglänzenden Gewändern gesehen.“

Ganz richtig betont auch der Dendl, dass der hier genutzte Vergleich des Aussehens mit einem „Altar“ darauf hindeutet, dass das Objekt rechteckig oder würfelförmig gewesen sein muss. Ein Komet oder Meteor ist hier von Vornherein ausgeschlossen. Im Unterschied zu anderen Übersetzungen (vor allem aus dem englischen Raum), schrieb Dendl hier auch von mehr als nur einer „Menschengestalt“.

Die seltsame „Besatzung“

Bezeichnet sei nach ihm auch die verwendete Wortwahl von Livius zu eben dieser „Besatzung“ des fliegenden Rechteckes als „species hominum“. Damit sind keine „Menschen“ im eigentlichen Sinn gemeint, sondern „Menschengestalten“. Man würde in der modernen UFO-Forschung an dieser Stelle wohl von „menschenähnlich“ oder schlicht „humanoiden Wesen“ sprechen.

Es handelt sich folglich lediglich um einen Vergleich mit dem gewohnten menschlichen Aussehen. Sie sahen uns durchaus ähnlich, wichen aber in ihrer Anatomie von der unseren ab. In welchen Details, können wir daraus nicht entnehmen. Wohl aber zu den „weißglänzenden Gewändern“, die diese Wesenheiten getragen haben sollen. In einigen Fällen wurde das hier verwandte Wort „vestis“/„veste“ nicht nur für „Kleidung“, sondern auch für „Rüstung“ verwendet. Die dabei nicht schlicht nur „weiß“ war, sondern „weiß glänzend“ oder sogar „glühend“, so Dendl. „Candida veste“ nutze Livius in diesem Kontext, woraus Dendl folgerte:

Das ist ein klarer Unterschied zum einfachen albus, was schlicht „weiß“ bedeutet. Hier wollte der Autor also deutlich machen, dass die Kleidung dieser Wesen glänzend war. Durch diesen Umstand wird es dem Beobachter auch möglich gewesen sein, die Wesen zu sehen.“

Strahlende Himmelswesen

Ein sehr deutlicher Unterschied zu einer normalen weißen Farbe. Hier werden Erinnerungen an „Engel“ der christlichen Tradition oder Feen aus der Anderswelt wach. Viele der alten religiösen Schriften und Berichte schildern diese Boten Gottes oder ähnliche Erscheinungen als ungewöhnlich leuchtend weiß. Strahlende Himmelswesen, die als Engel, Marienerscheinungen, Geister, Feen oder „himmlische Meister“ gedeutet wurden und werden (s. a. Link HIER). Attribute, die in der modernen Welt des UFO-Phänomens eher selten sind.

Schon in dem Buch „Götter der Sterne“ zeigte ich 1997 auf, dass dieses leuchtende Weiß offensichtlich von der Kleidung der Himmelswesen ausging, nicht von ihnen selber. Denn wenn ein Mensch sich diese himmlischen Gewänder anzog, sah er genauso aus wie eben jene Himmelswesen. „Ohne Unterschied“, wie es etwa der Prophet Henoch notierte

Wo genau die menschenähnlichen Wesen sich um ihren fliegenden „Altar“ befanden, ist unklar. Irgendwo rings umher, was darauf, darunter oder auch daneben meinen könnte. Wichtiger scheint aber bei dieser Begegnung der III. Art zu sein, dass die Anzahl der Fremden nicht genannt wird. Nur, dass es zwei oder mehr waren. Auch Dauer und Tageszeit der Sichtung sind nicht überliefert.

Ein massives UFO über Italien?

Parallelen zu Fällen aus der UFO-Forschung sind hier durchaus vorhanden. Vor allem, wie ich finde, bei dem Objekt selber, da der Vergleich mit einem „Altar“ nicht nur die Form als viereckig wiedergibt. Gleichzeitig scheint dies zu unterstreichen, dass das Objekt für den oder die Beobachter sehr massiv am Himmel  erschien, da Altäre auch im alten Rom in der Regel aus festem Stein waren. All die „feurigen Himmelszeichen“, von denen alte Berichte erzählen, haben dahingehend eher eine weniger klar umrissene bzw. „massive“ Form. Auch wenn sie vielfach als fliegende Teller oder Schilde oder eben Kugeln beschrieben wurden.

Ob und vor allem was hinter diesem Bericht des Livius steckt? Mit Sicherheit kann man das heute nicht mehr sagen. Außerirdische in einem fremden Flugobjekt am Himmel? – mag sein! Titus Livius als die Nummer 1 der römischen Historiker war selber kein Augenzeuge der Erscheinung. Er muss sich demnach auf andere Quellen gestützt haben, die wir heute nicht mehr kennen. Vielleicht enthielten diese weitere Details.

Nach seiner Untersuchung resümiert auch der Historiker Jörg Dendl:

Aber wie auch die Sichtung von Hadria zeigt, bleibt eine Restunsicherheit, gerade, wenn nur ein recht knapp abgefasster Bericht vorliegt. Für die Antike bestand keine Frage, ob so etwas möglich sei. Erst in der Moderne entstand die Notwendigkeit, solche Berichte auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen, da übernatürliche Wesen mittlerweile als Verursacher dieser Phänomen ausgeschlossen werden.“

Ein spannendes Ereignis, das wohl niemals wirklich aufgeklärt werden kann. Wie so viele der mutmaßlichen Begegnungen mit dem Unfassbaren aus der Vergangenheit.

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Wozu benötigen Wesen aus der Anderswelt eigentlich fliegende Fahrzeuge? Eine Feen-Sage über die Entführung eines Menschenkindes, die viele Fragen aufwirft!

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Warum brauchen Feen und Wesen aus der Anderswelt eigentlich Fluggeräte( Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Warum brauchen Feen und andere Wesen aus der sogenannten „Anderswelt“ eigentlich Fluggeräte? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Feen kennt heute jedes Kind. Emsige Marketingstrategen haben schon lange Feen, Elfen oder andere Fabelwesen aus der Welt der Märchen und Sagen für sich entdeckt. Ein florierender Markt. Vor allem eben für die Kinder, die so seit Jahrzehnten ein vollkommen verdrehtes Bild von Feen & Co. haben, das nicht mehr viel mit der eigentlichen Folklore zu tun hat. In der Grenzwissenschaft werden allerdings solche Wesen seit langer Zeit auch immer wieder diskutiert. Und zwar in dem Sinne, dass in den Geschichten über sie vielleicht „verzerrte Hinweise“ auf die Astronautengötter zu finden sind. Spannend wird es dabei unter anderem auch, wenn man auf Erzählungen über diese angeblich so lieblichen, geflügelten und kleinen Feen stößt, die ein ganz anders Bild zeigen. Zum Beispiel, dass diese engelhaften Feen alles andere als lieblich und nett sind und sogar Flugwagen zur Fortbewegung benötigen. Von genau solch einer überaus rätselhaften Sage erfahrt Ihr in diesem Artikel …


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Dämonische Sylphen und Entführungen nach „Magonia“

Ab dem ersten Jahrtausend nach Christus kamen Erzählungen und Berichte auf, die von angeblichen Dämonen in Frankreich sprachen. Fremde Wesen aus dem Himmel, die angeblich im ganzen Land ihr Unwesen trieben und vor allem auch Menschen entführte.

Es waren die sogenannten „Sylphen“, die den Überlieferungen nach unbescholtene Menschen in ein außerirdisches „Himmelreich“ mit Namen „Magonia“ mitnahmen. Hier, in diesem Reich außerhalb der Menschenwelt, zeigten diese Sylphen den entführten Franzosen allerlei scheinbar alltägliche Dinge aber auch „Wunder“, um sie dann wieder zurück auf die Erde zu bringen.

Diese Berichte über die fremde Welt Magonia und ihre nicht-menschlichen Bewohner sind überaus spannende Quellen für die Prä-Astronautik. Vor allem auch aus dem Grund, da sie im deutschen Raum bisher eher wenig in dieser Hinsicht betrachtet wurden. Aber auch, da diese Sylphen den Aufzeichnungen und Erzählungen nach in Luftschiffen bzw. Fluggeräten umher flogen, wie ich es in einem Buch bereits vor Jahren ausführlich darlegte.

„Liegen die Parallelen zu bestimmten Aspekte der UFO-Forschung nicht wie ein offenes Buch dar?“ So die weiterhin aktuelle Frage angesichts solcher seltsamen Geschichten.

Sylphen und ihr nicht-irdisches Reich Magonia stechen unter den unzähligen Sagen, Legenden und Märchen noch aus einem weiteren Grund heraus: Den Geschichten und Aufzeichnungen aus Frankreich nach, besaßen diese „Dämonen“ fliegende Wagen. Andere Wesen aus der Anderswelt, von denen uns die vielen alten Überlieferungen des Mittelalters erzählen, konnten damit meistens nie beeindrucken.

Ob Feen, Zwerge oder Elfen, ihnen alle sprach man keine derartigen Fluggeräte zu. Obwohl sie natürlich auch vielfach fliegen konnten, was aber eher durch „Zauberei“, „verzauberte Alltagsgegenstände“ oder Tiere geschehen sein soll.

Doch es gibt auch in der Märchen- und Sagenwelt phantastische Ausnahmen. Zum Beispiel bei einer Geschichte aus Irland.

„Eine sehr alte Straße“ in Irland

Schon allein der Umstand, dass das besagte Märchen an einem bestimmten bzw. nachvollziehbaren Ort angesiedelt wird, macht es zu einer Ausnahme:

VIDEO: Erschien nicht die “Mutter Gottes” 1917 in Fatima sondern Aliens? (Bild: gemeinfrei / L.A. Fischinger)
VIDEO: Die Erscheinungen von Fatima 1917: Kamen die Ancient Aliens schon vor rund 100 Jahren zurück? Oder waren sie nie fort? (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Auf der Insel Irland befindet sich im Südwesten die Provinz Munster mit der Grafschaft Limerick. Benannt nach ihrer Hauptstadt Limerick (Luimneach), die heute in Irland als eine Hauptstadt des Drogenschmuggels bekannt ist. Aber auch einigen als Geburtsort von Mary Jane Kelly, die 1888 das fünfte Opfer von „Jack the Ripper“ in London wurde.

Eine alte Stadt, die bereits 812 eine Siedlung der Wikinger war. Und genau in dieser Region soll sich die seltsame Entführung durch Feen zugetragen haben, wie es die Sage erzählt. Auf einer Straße bei Limerick, die von dort weiter über Tipperary in das grob 180 Kilometer entfernte Dublin an der Ostküste Irlands führte.

Eine „sehr alte Straße“, die durch Sumpflandschaften, Berg und Tal und Wald und Wiesen führen würde. Etwa 10 „irische Meilen“ östlich von Limerick passiert diese dann eine hügelige Landschaft, die als „Die Slieveelim Hügel“ bekannt sei.

Man könnte hier beinahe an eine romantische Gegend auf der der grünen Insel Irland denken. Nur heiß es in der Sage dazu weiter, dass ein „Feen-Wagen“ und eine sehr seltsame Frau, die plötzlich genau dort erschienen, bei der Entführung eines Menschenkindes beteiligt waren.

Mit Gottes Schutz gegen „außerirdische Mächte“

„Mary Ryan“ heißt in dem Feen-Märchen die Mutter des entführten Kindes. Eine verarme Witwe aus Limerick sei sie gewesen, die sich alleine um insgesamt vier Kinder kümmern musste. Ryan war aber auch eine sehr gläubige Frau, die nicht nur an den Gott der Bibel glaubte, sondern auch an Hexen und böse Mächte. Darum hatte sie ihr Haus mit allerlei Talismanen und christlichen Zeichen wie Rosenkränze, Weihwasser und Dingen gegen Hexen, das Übel und gegen die „Machenschaften des Bösen“ abgesichert.

Immerhin lauerte das Böse überall und diese Objekte …:

„… waren Bollwerke gegen das Vordringen außerirdischer und böser Mächte, an die man in der Familie ständig durch die Silhouette des Lisnavoura erinnert wurde, eines einsamen Hügels, den das ‚gute Volk‘, wie die Feen nicht ganz zu Recht genannt werden, bewohnte.“

"So rasch wie der Wind": Eine UFO-Entführung vor Jahrhunderten in Irland? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung & Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: „So rasch wie der Wind“: Eine UFO-Entführung vor Jahrhunderten in Irland? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung & Montage: L. A. Fischinger)

Dass Feen „nicht ganz zu Recht“ als gutes Volk angesehen werden, wie das Märchen warnend bemerkt, wird die Witwe noch leidlich erfahren müssen. Die außerirdischen oder übernatürlichen Mächte lauern schließlich überall.

„Außerirdisch“ wird übrigens nur in deutschen Übersetzungen des Märchens geschrieben. Im Englischen steht an dieser Stelle „unearthly“, was auch „überirdisch“, „übernatürlich“ oder „gespenstisch“ heißen kann. Hier ist also nicht von Außerirdischen nach unserem heutigen Verständnis die Rede!

Lisnavoura, der Feenhügel, der nicht weit von dem Hause entfernt stand, schien aber auch irgendwie nicht von dieser Welt zu sein. Es heißt über diesen Hügel:

Der seltsame, kuppelartige Hügel erhob sich etwa eine halbe Meile vom Haus entfernt und wirkte wie eine Festung in der Gebirgslinie.“

Allen Schutzmaßnahmen gegen das überirdische Böse zum Trotz, kam es eines Tages zu einer Tragödie innerhalb der Familie der Mary Ryan.

Spurlos verschwunden?

„Arm war die Frau in einem armen Land“, und so ging sie eines Tages hinaus ins Moor, „um dort eine Last Torf zu holen“. Ihre älteste Tochter Nell arbeitete derweil daheim in der Küche, während ihre drei kleinen Kinder Con, Bill und Peg vor dem Haus auf der Straße spielten.

Mit dem Torf beladen und „gebeugt von der Last“ kam Ryan nach getaner Arbeit wieder zurück zu ihrer Hütte. Doch etwas stimmte hier nicht, da sie nur ihr ältestes Kind Nett zu hause antraf. Sie vermisste sie ihre drei jüngsten Kinder und fragte Nett wo diese seien:

„,Die spielen auf der Straße, Mutter. Hast du sie nicht gesehen, als du hereingekommen bist?‘

,Nein. Es war niemand vor mir auf der Straße‘, sagte sie beunruhigt, ‚nicht eine Seele, Nell, warum hast du nicht mal ein Auge auf sie gehabt?‘

Die Flugwagen des König Salomon
ARTIKEL: Die Flugwagen von König Salomon aus der Bibel: Spannende Märchen ohne Wahrheit? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Also begann Nett ihre Geschwister zu suchen, „aber ihre zwei kleinen Brüder, Con und Bill, und ihre kleine Schwester Peg waren nirgends zu sehen“. Überall wurde nachgesehen, alles wurde abgesucht, aber keine Spur von den Kindern. Auch die Sonne ging bereits unter „aber nichts als das Gezwitscher der Vögel in den Bäumen“ war zu hören.

Es wurde langsam unheimlich:

„Wie oft hatte sie am Feuer während des Winters Geschichten von Kindern gehört, die bei Einbruch der Nacht an abgelegenen Orten von Feen gestohlen worden waren! Sie wusste auch, dass diese Furcht ihre Mutter immer wieder plagte. (…) Bei alledem ist es kein Wunder, dass sich auch Nell besonders vor den Feen fürchtete.“

Mary Ryan betete, dass die drei Kleinen bald wieder heim kommen, und machte ihrer Tochter Nell große Vorwürfe, dass sie nicht aufgepasst habe. Nell beschwichtigte ihre Mutter immer wieder, dass die Kids sicher gleich zurück sind und wohl nur „ein Stück die Straße entlanggegangen“ wären. Immerhin sind es Kinder, „sie springen hierhin und springen dahin“.

Endlich dann die Erlösung – so dachte Mutter Ryan zumindest …

Ein fliegender Feen-Wagen aus Glas

Ryans vermisste Kids kamen endlich zurück, aber:

Sie kamen jetzt aus westlicher Richtung näher, von dort her, wo der gefürchtete Hügel von Lisnavoura lag. Aber es waren nur zwei Kinder, und eines von ihnen, das kleine Mädchen, weinte.“

Bill war nicht dabei. Wo der erst fünfjährige Junge geblieben sei, wollte die Mutter verständlicherweise von ihren zwei Kindern wissen. Und so erzählte Con unter Tränen:

„,Er ist fort. Sie haben ihn mitgenommen. Aber sie haben gesagt, er wird bald wieder zurück sein‘, antwortete der kleine Con (…)

,Er ist fort mit den großen Damen‘, plapperte des kleine Mädchen.“

"Missing Time" bei den Gebrüdern Grimm: Ein seltsames Märchen und Männchen (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
ARTIKEL: Astronautengötter und die Gebrüder Grimm: Ein seltsames Zeitreise-Märchen und ein noch seltsameres “Zwerglein” aus dem Böhmerwald (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Mary Ryan war außer sich und verstand die Welt nicht mehr. Welche Dame meinen ihre Kinder überhaupt und wohin soll Bill mit ihr gegangen sein!?

Nachdem sich die beiden Kinder etwas beruhigt hatten, erzählte sie der Mutter eine wundersame Geschichte:

Als sie auf der Straße spielten, „wurden sie von einer aufgeregten Stimme in schrillem Tonfall von hinten angerufen“, das sie aus dem Weg gehen sollen.

Sie wandten sich um. Sie blickten auf etwas, das sie nie zuvor gesehen hatten. Es war ein Wagen, bespannt mit vier Pferden, die schnaubten und ungeduldig wieherten, während sie herankamen.“

Prachtvoll und herrlich sei die Kutsche  gewesen, wie es das 1870 aufgezeichnete Märchen weiter erzählt. Die Männern auf diesem Gefährt „wirkten sehr klein und irgendwie unpassend“, „hatten scharfe Gesichtszüge“ und „kleine, ruhelose, wild dreinblickende Augen, und um ihre Münder spielte ein schlaues, boshaftes Lächeln, vor dem die Kinder Angst bekamen“. Auch der Kutscher selber machte den Kindern Angst:

Der kleine Kutscher schimpfte. Seine kleinen wütenden Perlaugen schienen aus ihren Höhlen herausspringen zu wollen, während er die Peitschenschnur um den Kopf der Pferde wirbeln ließ, bis es aussah, als sei da ein Feuerstrahl in der Luft .“

Wie es sich für ein anständiges Märchen gehört, saß in dieser prunkvollen Kutsche eine „Prinzessin“. „Eine schöne und sehr vornehm aussehende Dame“, deren „Licht dieses Lächelns als angenehm“ von den beiden Kindern beschrieben wurde. Begleitet wurde diese Dame von einer weiten Frau:

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Das Oberteil der Kutsche war fast völlig aus Glas, und so konnten die Kinder sehen, dass drinnen noch eine andere Frau mitfuhr, die ihnen nicht so gut gefiel. Es war eine schwarze Frau, mit einem wundervollen langen Hals (…)

Das Gesicht diese schwarzen Frau sah fast aus wie bei einem Totenkopf, hohe Wangenknochen, große starre Augen, bei denen das Weiße, gleich der Farbe ihrer Zähne, einen strahlenden Kontrast zu ihrer Haut bildete. Sie lehnte sich zu der schönen Frau hinüber und schien ihr etwas zuzuflüstern.“

Die beiden fremden Passagiere der wundervollen Kutsche führten allerdings nichts Gutes im Schilde. Sie wollten den hübschen blonden Bill entführen!

Entführt von Feen

Die Kleinen bekamen Angst.

VIDEO: Von Aliens entführt? UFO-Entführungen heute und in der Vergangenheit (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Von Aliens entführt? UFO-Entführungen heute und in der Vergangenheit (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

„Eine süße Stimme“, die aus dem Inneren des Genährtes kam, und ihnen „wie der Klang einer Silberglocke“ erschien, beruhigte sie jedoch schnell wieder. „Wie das Licht einer Zauberlampe“ habe die vermeintliche Prinzessin gelächelt, als die den kleinen Bill voller Wohlgefallen in Augenschein nahm.

Nun begann die Fee Äpfel auf die Straße zu werfen. Doch die Äpfel verschwanden immer dann, wenn die Kinder danach griffen, in einem Loch oder Graben. Es war jedoch nur ein Trick der Fee oder Feen, um die arglosen Kinder zu täuschen und wegzulocken.

Als ihnen der Betrug klar wurde, und sie bereits ganz woanders waren war es längst zu spät:

Es hatte den Anschein, dass dort die Pferdehufe und das Gefährt einen wunderbaren Staub aufwirbelten, und eine Staubwolke, wie sie auch an ruhigen Tagen manchmal entsteht, schien sich zu bilden. Sie hüllte die Kinder für einen Moment ein und trieb dann wirbelnd gegen den Lisnavoura hin. Inmitten dieses Wirbels aber fuhr die Kutsche.

Plötzlich aber war statt ihrer nur noch Stroh in der Luft, und einige welke Blätter segelten über das Straßenpflaster. Im selben Augenblick verschwand der obere Rand des untergehenden Sonnenballs hinter dem Hügel von Knockdoula, und es wurde Zwielicht. Die Kinder spürten die Veränderung wie einen Schock (…)“

Der Junge Bill war weg. „Geht heim“, forderte eine dunkle Stimme die beiden Kinder auf. Sie sahen aber niemanden, der mit ihnen sprach und so liefen sie weinend und voller Angst schnell heim zu ihrer Mutter.

Der Knabe war und blieb verschwunden. Offensichtlich war er von den Feen verschleppt worden.

Manchmal, so heißt es weiter, sah die Familie Bill noch nachts am Fenster stehen. Jedes Mal aber, wenn sie schnell raus liefen und nach sahen, war er fort. „Molly Ryan sah ihren Sohn nie wieder“ und auch „seine früheren Spielgefährten bekamen ihn wieder zu Gesicht“ …

Wie deuten, was zitieren?

Kaum etwas ist für einen Mystery-Forscher wie mich schwerer, als solche Berichte aus der Anderswelt im Sinne der Prä-Astronautik oder dem UFO-Phänomen zu interpretieren. Einmal liegt es daran, dass derartige Märchen und Sagen immer nur auszugsweise zitiert werden können. Hier stellt sich naturgemäß die Frage, welche Passagen man auswählt, um die Überlieferung nicht zu verfälschen.

Ein weiteres Problem ist natürlich hier Herkunft, das Alter und der Kern der Geschichte. Letzteres ist es ja, was einige Autoren des Phantastischen „modern deuten“ und so mit Themen wie eben Astronautengötter oder UFO-Aliens in Verbindung bringen. In diesem Fall ist es besonders schwer, weshalb ich auch gerade diese Geschichte als Beispiel aus meinem Buch „Begleiter aus dem Universum“ ausgesucht habe.

ARTIKEL: Das uralte UFO-Phänomen! Jahrhundertealte “UFO-Berichte” und Begegnungen mit der Anderswelt (Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)
ARTIKEL: Das uralte UFO-Phänomen! Jahrhundertealte “UFO-Berichte” und Begegnungen mit der Anderswelt (Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)

Es ist ein „typischer“ Fall von Kindesraub durch eine Fee oder zwei eben Feen, der aber nie in der erzählten Form stattgefunden hat. Doch auch wenn spätere Erzähler allerlei „wundersame“ Ereignisse um den hier relevanten Kern herum gesponnen haben, so bleibt dennoch diese Tatsache erkennbar. Nämlich, dass hier ein Knabe von fremden Wesen verschleppt worden sein soll.

Interessant ist, dass europäische Feen-Märchen die Erlebnisse der Feen-Entführten in der Anderswelt gerne mit Festen und in paradies-ähnliche Gegenden beschreiben. Oft  -sehr oft – durch christliche Elemente ausgeschmückt. Hier aber verschwindet ein Kind für immer, nachdem ein schöne „Prinzessin“ in einer herrlichen Kutsche daher kam.

Wiederum diese „Kutsche“ ist es, die bei dieser Sage nicht ganz „normal“ erscheint. Gleiches gilt für die „Männer“ bei oder auf dieser. Neben den Beschreibungen, wie schön und prunkvoll das Fahrzeug der Fee war, scheint es allerdings auch so, dass sie fliegen konnte. Zumindest könnte man es so anhand des oben zitierten Verschwinden des Vehikels interpretieren.

Aliens, Feen, Geister und … Rassismus?

Ausgelassen wurden bis hierher die umfangreichen Beschreibungen, wie schön die Kutsche, dessen Pferde und all das Zubehör war. Schmückendes Beiwerk ist grundsätzlich Teil ausnahmslos aller Geschichten aus der Folklore! In diesem Feen-Märchen finden sich trotzdem einige deutliche Auffälligkeiten, die nicht ausgelassen werden dürfen.

Auch die Details der Kleidung der zweiten Fee an Bord, der schwarzen Frau, wurden oben weggelassen. Diese habe „viele Ketten aus Perlen verschiedener Farbe“ getragen und „einen Turban aus Seide, die in allen Farben des Regenbogens changierte“. „Zusammengehalten wurde dieser Kopfputz von einem goldenen Stern“, wie es die Kinder gesehen haben wollen. Alles in allem gefiel diese Dame im Wagen den Kindern „nicht so gut“.

Ein rassistisches Märchen?

Im heutigen Zeitalter des grenzenlosen medialen Nazi-Wahn und der wie durch Zauberhand an allen möglichen und unmöglichen Stellen gefundenen Rassismus-Vorwürfe, trifft das mit Sicherheit zu. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass „die Gesellschaft“ hierzulande unlängst ganz schnell mit irgendwelchen Aussagen, dass man „keine Toleranz vor Fremden“ hat etc., daher kommt.

Im Märchen des von Feen geraubten Jungen ist es scheinbar ebenso. Nur: umgekehrt.

Verdächtig oft wird in der Sage über den entführten Bill erwähnt, dass er wundervoll blond war. Golden seien seine Haare gewesen, während die Erzählung nebenbei an keiner Stelle vergisst zu erwähnen, welche Haarfarben die anderen Beteiligten hatten. Alle andern hatten nämlich dunkle oder schwarze Haare. Ganz deutlich wird an mehreren Stellen, dass Bill offenbar eben aufgrund seiner Haarfarbe von den Feen verschleppt wurde.

Wie es zu der Wahl kam, gerade Bill zu entführen, wird auch klar gesagt. Die schwarze und nicht so schöne Fee mit dem Turban kam auf die Idee:

Sie lehnte sich zu der schönen Frau hinüber und schien ihr etwas zu zuflüstern.“

Erst daraufhin begann die schöne „Prinzessin“ sich für „den Jungen mit dem goldenen Haar“ genauer zu interessieren, um ihn letztlich zu rauben.

Nie wieder war Bill daraufhin gesehen. Vielleicht aber dann und wann als Geist am Fenster seiner Familie, da dieses Märchen auch als Geistergeschichte bezeichnet wird.

Was kann man da noch glauben?

VIDEO: UFOs und fremde Wesen im Mittelalter und seit Jahrtausenden: Das UFO-Phänomen ist uralt … und keine moderne Erfindung einer “Phantasten”! (Bild & Montage: L. A. Fischinger)
VIDEO: UFOs und fremde Wesen im Mittelalter und seit Jahrtausenden: Das UFO-Phänomen ist uralt … und keine moderne Erfindung einer “Phantasten”! (Bild & Montage: L. A. Fischinger)

Abgesehen davon, dass sowohl Haarfarben wie auch die vielen anderen Details der Geschichte für Mystery-Jäger Beiwerk sind, ist die „Rassismus-Frage“ nicht unberechtigt.

Es scheint, als könne dieses Märchen als eine Art Warnung der damaligen Zeit vor schwarzen Menschen verstanden werden. Schließlich war es auch die schwarze Fee, die scheinbar erst die schöne andere Fee mit ihren blauen Augen (wie es betont wurde) zu der Entführung „anstachelte“. Das Böse ging demnach von ihr aus.

Um das Jahr 1870 wurde „Das Kind, das mit den Feen ging“ von dem irischen Autoren Joseph Thomas Sheridan Le Fanu veröffentlicht. Der 1873 verstorbene Joseph Fanu gilt als Autor von Schauergeschichten und seine Vampir-Erzählung „Carmilla“ von 1872 bildete die Grundlage für Bram Stokers Roman „Dracula“ (1897).

Heute würde die Veröffentlichung eines solchen Märchens mit Sicherheit einen Rassismus-Aufschrei nach sich ziehen. Vor fast 150 Jahren natürlich nicht, da in jenen Tagen eine eine Teilung der Welt in Schwarz und Weiß vollkommen normal war.

Was kann man als Grenzwissenschaftler hier noch „glauben“? Ist die Sage tatsächlich in einer solchen rassistischen Art entstanden? Oder hat Fanu sie sogar als Teil seiner Gruselgeschichten vollständig im Geist seiner Zeit erfunden? Oder kann es sein, dass sich eine entsprechende ursprüngliche Feen-Legende der Folklore durch den irischen Volksmund in eine derart verzerrte Form wandelte?

Obwohl Entführungen von Menschen und deren Kindern durch Wesen aus der Anderswelt fester Bestandteil der Sagenwelt ist, stößt man hier an die Grenzen der Deutungen. Zumindest wenn man bemüht ist, in deren Kernaussagen Spuren von Astronautengöttern zu ermitteln.

Auch auf ein anderes Märchen trifft das zu, das ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt auf diesem Blog bzw. bei Grenzwissenschat & Mystery Files einmal vorstelle. Denn die Spuren dieser Feen-Saga führen bis zu den Freimaurern, dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart und der der damaligen High Society von Wien am Ende des 18. Jahrhunderts …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Der Mothman und das „Batman-Monster“ Popobawa von Sansibar: Von fliegenden Bestien und Sex-Dämonen +++ Artikel +++

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Popobawa: Das Batman-Monster von Sansibar in Afrika (Bilder: gemeinfrei / mothmanfestival.com / CNN.com / Montage: Fischinger-Online)
Popobawa: Das Batman-Monster von Sansibar in Afrika (Bilder: gemeinfrei / mothmanfestival.com / CNN.com / Montage: Fischinger-Online)

Berichte von Begegnungen mit fremden Wesen oder sogar dämonischen Kreaturen gibt es aus aller Welt und aus allen Zeiten. Viele dieser sonderbaren Gestalten gehören in den Mystery-Bereich der Kryptozoologie, die es sich zur Aufgabe gemacht hat bis dato unbekannte Tiere aufzuspüren. Seien die Erzählungen und die angebliche gesehenen „Tiere“ noch so bizarr. Eines solcher Monster ist in unseren Breiten dabei eher weniger bekannt: Der „Popobawa“ von der Insel Sansibar vor der Ostküste Afrikas. Eine geflügelte, menschenähnliche Kreatur, die an den berühmten Mothman aus den USA erinnert – dann aber doch wieder ganz anders ist. Warum der Popobawa so anders ist, was sich in Afrika über diesen Fledermaus-Dämon erzählt wird und was Adam und Eva damit zu tun haben, erfahrt Ihr hier.


Kreaturen der Kryptozoologie

Beschreibungen und Berichte von Kreaturen aller Art und Unart, die es zoologisch eigentlich gar nicht geben dürfte, sind aus vielen Teilen der Welt bekannt. Seien es jetzt „Seeungeheuer“ oder „dinosaurierähnliche Wesen“ – die Welt der Kryptozoologie bleibt auch im 21. Jahrhundert spannend.

Besonders spannend und zugleich seltsam wird es aber immer dann, wenn Menschen von Kreaturen berichten, die menschenähnlich ein sollen. Zumindest im weitesten Sinne als humanoid beschrieben werden. Während man beim Yeti, Bigfoot und anderen „Affenmenschen“ noch gut von „menschenähnlich“ oder „humanoid“ sprechen kann, sieht es bei anderen Wesen wieder ganz anders aus. Man denke hier nur an den „Ziegensauer“, den „Chupacabra“. Obwohl diese Bestie auf zwei Beinen laufen/springen und zwei Arme mit Händen haben soll, ähnelt sie einem Monster mehr als einem Menschen.

Der Mottenmann

Gleiches gilt für den schon legendären „Mothman“, der nur entfernt menschlich ist. Dieser „Mottenmann“ aus den USA (aber unlängst auch aus anderen Teilen der Welt) ist, wie es sein Name schon verrät, eine Mischung aus Fledermaus, Riesenmotte, Engel, Mensch und Riese. Die Beschreibungen der Zeugen, die diesen Mothman gesehen haben wollen, machen deutlich, dass die Kreatur zoologisch auf keinen Fall zugeordnet werden kann. Das heißt, wenn es ein solches „Biest“ auch wirklich gibt.

Der Mothman wurde vor allem durch John E. Keel bekannt. In seinem Buch „The Mothman Prophecies“ dokumentierte Keel bereits 1975 zahlreiche Augenzeugenberichte und Geschichten über diesen Mottenmann, die später sogar verfilmt wurden. Unheimliche Ereignisse, die sich vor allem ab Mitte November 1966 um den Ort Point Pleasant im US-Bundesstaat West Virginia ereignet haben sollen.

Keel schilderte 1975 in diesem Zusammenhang  auch Berichte über UFOs, die MIB (Men in Black) und Verschwörungstheorien. Skeptiker vermuten hinter den Sichtungen des Mothman eher Verwechselungen mit großen Kranichen und Eulen im Dunkeln sowie eine Anfeuerung des Themas durch Presseberichte …

Der Mothman-Mythos ist inzwischen durchaus „kultig“ geworden. So wird jedes Jahr in Point Pleasant ein „Mothman-Festival“ veranstaltet und vor Ort gibt es auch ein  „Mothman-Museum“. Alljährlich treffen sich hier Fans, Forscher und Freaks zum Fest, das dies Jahr am 16. und 17. September stattfinden wird. Begleitet wird diese Veranstaltung mit zahlreichen Vorträgen rund um Kryptozoologie, Geistererscheinungen, UFOs, Para-Phänomenen und natürlich dem Mottenmann selbst. Ebenso mit Live-Bands, Diskussionsrunden und „Cosplay“ aus Comic und Science-Fiction.

All das ähnelt dem jährlichen UFO-Festival in Roswell in New Mexiko, wo bekanntlich im Sommer 1947 ein UFO abgestürzt sein soll.

Diese Hintergrundinformationen sind dahingehend von Bedeutung um zu zeigen, dass Mythen wie der Mothman heute längst von dem eigentlichen Geschehen von damals getrennt in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Auch die UFO-Feste von Roswell schaffen es fast jährlich in die Medien und Presse und zeigen damit ein verzerrtes Bild des Themas. In den Mainstreammedien zu sehende UFO-Fest-Besucher, die als grüne Aliens mit Fühlern oder Antennen auf dem Kopf verkleidet feiernd durch Roswell laufen, sind natürlich ein Zerrbild der UFO-Thematik.

Ein weit verbreitetes Zerrbild allerdings, dass in der öffentlichen Wahrnehmung schnell alle UFO-Interessierte als Spinner brandmarkt.

Der Teufel mit dem Wolfskopf

Fliegende „Mensch-Engel-Monster-Wesen“ werden, zumindest behaupten das Augenzeugen, in aller Welt gesehen. Selbst aus Deutschland meldeten sich nach einem YouTube-Aufruf 2012 Zeugen bei mir, die einen Mothman nach Art des Wesens aus Point Pleasant in den USA gesehen haben wollen.

Schnell fällt bei Berichten über „fliegende Monster“ auf, dass die Beschreibungen dieser Wesen aus einem Horrorfilm stammen könnten. Sie erinnern auch an Phantasiewesen auf Abbildungen aus dem Mittelalter, auf denen die Künstler Fabelwesen darstellten, die sie aus bekannten Tieren einfach zusammensetzten. Etwa, indem man einfach einem echten Fisch mit dem Kopf eines echten Vogels versah.

Der Phantasie war damals keine Grenze gesetzt. Doch teilweise vergleichen Menschen „ihre“ gesehenen Kreaturen noch immer mit allerlei unterschiedlichen Tieren, die real existieren. Womit sollten sie das Gesehene auch sonst vergleichend beschreiben – wenn nicht mit bekannten Tieren?!

Ein Beispiel:

Am 24. April 1994 war der damals achtzehnjährige Brian Canfield in seinem Wagen zwischen dem Ort Buckley südlich von Seattle und den Bergen von Mount Rainer im US-Bundesstaat Washington unterwegs.

Eine Region übrigens, die für Geschichten von Begegnungen mit sonderbaren Wesen geradezu „ein Händchen hat“, wie Ihr es in einem Video von mir HIER erfahrt.

Ein wahres Monster

Aber zurück zu Canfield. Es war tiefste Nacht, so der junge Mann damals weiter, und er sei an diesem Tage auf dem Weg nach Hause gewesen. Alles war ganz normal und auch die Autofahrt war wie jede andere auch. Bis plötzlich der Motor seines Kleinlasters abstirbt und Canfield so gezwungen wird, anzuhalten.

Doch plötzlich bemerkt der Zeuge, dass ganz in seiner Nähe ein wahres Monster lauert! Eine Kreatur von ca. 2,70 Metern Größe, das gelbe Augen, einen voluminösen Brustkorb, Flügel, einen kleinen Kopf und Klauen, wie die eines Raubvogels, hatte. „Vom Kopf her ähnelte er einem Wolf“, erinnert sich Brian Canfield später.

Als es ihm gelang, seinen „abgesoffenen“ Wagen wieder in Fahrt zu bringen, blickte er in den Rückspiegel und sah, wie das „Ding“ seine riesigen Flügel ausspannte. Sie waren so breit wie die Straße. Dann verschwand die Gestalt im Dunkeln des Nachthimmels.

Wieder daheim, fuhren Canfield und ein ortskundiger Freund mit Kamera und Gewehr bewaffnet wieder an den Ort des Geschehens. Doch sie fanden nichts – der gruselige „Teufel“ war verschwunden. Nach diesem erschreckenden Erlebnis beschwor Canfield der lokalen Zeitung „News Tribune“ gegenüber:

Es ist wirklich passiert! Darauf wette ich mein Leben! Ich habe immer noch das Bild in meinem Kopf von diesem Ding, ich kann es einfach nicht loswerden. Ich wünschte, es wäre nie passiert!

In der Tat ein Mischwesen-Monster aus uns bekannten Tierarten. Aber gleichzeitig nur eine Zeugenaussage, die man glauben kann oder eben nicht. Beweise konnte Canfield nicht liefern. Sofern der Zeuge tatsächlich eine solche ungewöhnliche Kreatur gesehen hat, wünscht sich sicher niemand mehr das belegen zu können, als er selber …

Das Monster von Sansibar

Tausende Kilometer vom Mottenmann entfernt soll ein weiteres „Flugmonster“ sein Unwesen auf einer Insel treiben: Auf Sansibar. Damit ist nicht das Lokal „Sansibar“ auf der Insel Sylt gemeint, sondern die Inselgruppe Sansibar (auch Zanzibar) im Indischen Ozean.

Auf dieser kleinen Inselgruppe vor der Küste von Tansania (Südost Afrika) berichten Menschen von einem Wesen, welches dem Mothman erstaunlich zu ähneln scheint. Die Bewohner der Inseln nennen die Kreatur Popobawa und beschreiben sie als eine Mischung aus Mensch und Fledermaus. Auch der Name Popobawa wurzelt in dem Aussehen des Monsters, da es aus der Swahili-Sprache (Suaheli) für „Fledermaus“ (= popo) und „Flügel“ (= bawa) zusammengesetzt ist. Auf der Insel Pemba, quasi das Kernland der Berichte über das Wesen, wird es auch als „Zain Haider“ bezeichnet. Angeblich abgeleitet vom arabischen Wort für „Löwe“ (= Haydar), was die Gefährlichkeit der geisterhaften Flugbestie unterstreichen soll.

Wie eben in anderen Berichten von fliegenden Wesen, so wird auch Popobawa als menschenähnlich beschrieben. Aber auch hier nur von der grundsätzlichen Statur des Untieres her. Popobawa sei etwa so groß wie ein ausgewachsener Mensch, hat aber nur ein (rotes) Auge mitten auf der Stirn, die Flügel und Krallen einer Fledermaus einen langen Schwanz und zwei Beine. Mit diesen Beinen könne der Geist oder Dämon auch laufen wie ein Mensch.

Das besonders Unheimliche an diesen Geschichten aus dem Indischen Ozean ist, dass Popobawa Menschen attackieren und verletzten soll. Anders als der legendären Mothman, der grundsätzlich niemanden angreift und schädigt(e).

Popobawa

Die ersten bekannten Begegnungen mit diesem „Dracula“ ereigneten sich ab etwa 1970/72 auf der Sansibar-Nachbarinsel Pemba. Nach einigen Wochen jedoch war der Spuk vorbei. Bis in die 1980er Jahre, als erneut Zeugen berichtete, dass sie das Wesen beobachtet hätten. Angst und Schrecken habe das Fledermaus-Monster verbreitet und sogar für einige Knochenbrüche bei Menschen gesorgt.

1995 kam Popobawa wieder auf die Insel zurück. Vor allem der Reporter Chris McGreal machte damals diese Sichtungswelle bzw. das Wesen an sich weit über die Grenzen Sansibars hinaus bekannt. Auslöser dafür war der Artikel „Zanzibar Diary“ zu den Vorfällen, den McGreal am 2. Oktober 1995 in der Zeitung „The Guardian“ veröffentlichte. Vor allem die Schilderungen des lokalen Farmers Mjaka Hamad sorgten dabei für hitzige Debatten.

Hamad war einer der ersten Zeugen, die eine Begegnung mit dem Wesen beschrieben. Angeblich, so Hamad, haben mehrere Bewohner seines Hauses den Popobawa tatsächlich gesehen. Ein Mann soll von dem Fledermausmenschen sogar zu Tode „gehackt“ worden sein!

Ein anders Opfer der Kreatur kam glimpflich davon. Er sei in das Landeshauptkrankenhaus eingeliefert worden, da ihm der Popobawa mehrere Rippen gebrochen und Quetschungen sowie andere Verletzungen zugeführt habe. Nach dieser schmerzhaften Begegnung sei das Biest ebenso schnell wieder verschwunden, wie es kam …

Sex mit dem Monster?

Erste Berichte über Begegnungen mit unheimlichen Wesen dieser Art stammen schon aus den 1960er Jahren. Diese Schilderungen lösten aber kein weit verbreitetes Interesse aus, da sie eher lokal erzählt wurden.

Bei den Ereignissen von 1995 hingegen wird gerne die Bezeichnung „Massenhysterie“ verwendet, da sich die Berichte auch auf andere Inseln ausbreiteten. Ebenso erfasste die Popobawa-Hysterie Städte und Orte an der Küste des Festlandes.

Vor allem die Männer des Archipels sahen sich in Gefahr, da der Popobawa ausschließlich Männer im Schlaf überfallen haben soll. So griffen die männlichen Bewohner zur Selbsthilfe, in dem sie nicht mehr alleine in ihren Hütten und Häusern schliefen, sondern die Nächte zusammen an offenen Feuern im Freien verbrachten. Die Gruppe sollte Schutz vor diesem bösen Dämon der Nacht bieten. Und die Männer glaubten auch, dass der Popobawa von ihnen etwas „sexuelles“ wollte.

So schilderte Mjaka Hamad seine unheimliche Begegnung mit den Worten:

Ich konnte es fühlen, dass etwas auf mich drückte und ich konnte mir nicht vorstellen, was mit mir geschieht. Du fühlst dich, als ob du ohne Stimme schreist. Es war wie ein Traum, aber da dachte ich, dass ist der Popobawa und er ist gekommen, um etwas Schreckliches mit mir zu tun. Etwas Sexuelles. Es ist schlimmer als das, was er mit Frauen macht.

Ich glaube nicht an Geister. Vielleicht hat er mich aber genau deshalb angegriffen. Vielleicht will es jeden angreifen, der nicht glaubt.“

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Ein sexueller Angriff eines rätselhaften Monsters auf einen unbescholtenen Farmer im Schlaf? Kaum zu glauben, aber schon Jahrhunderte bekannt. Zumindest in der (europäischen) Folklore, wo dämonische Wesen mit Namen Inkubus und Sukkubus schlafende Frauen bzw. Männer sexuell überfallen haben sollen (mehr HIER). Diese Albe/Elbe/Elfen mit Namen Sukkubus würden nachts dem schlafenden Mann den Samen rauben und die Inkubus wiederum sich mit schlafenden Frauen paaren. Eben ein Alb-Traum.

Grundsätzlich sind das uralte Motive der Mythologie, die schon vor tausenden von Jahren (zum Beispiel in Mesopotamien) bekannt waren.

Als Anfang Februar 1995 die Sichtungswelle auf den Inseln ausbrach, sollen auch verschiedentlich solche Kreaturen von Menschen getötet worden sein. Etwa am 28. April in dem Ort Nungwi und am 3. April in Sansibar-Stadt. Doch dann endete die Welle ebenso schnell, wie sie über die Inseln herein brach. Vorerst.

„Fledermaus-Dämon“

Auch nach 1995 kam es immer wieder zu Berichten über den Popobawa. Teilweise enthielten diese Meldungen auch die „sexuelle Komponente“ rund um das Monster der Nacht. Beispielsweise brachte die BBC am 21. Februar 2007 die Meldung „Fledermaus-Dämon schuld an Sex-Attacken“. In den BBC News war zu lesen:

Männer in Teilen der Tansanias Hauptstadt Dar es Salaam leben in Angst vor einem nächtlichen Sex-Angreifer. (…) Manche Männer bleiben wach oder schlafen in Gruppen außerhalb ihrer Häuser. Andere beschmieren sich mit Schweine-Öl und glauben, dass dies die Angriffe abwehrt.

(…)

Die Geschichte sagt, dass die Fledermaus in der Lage sei, sich nachts in einen Mann zu verwandeln und sie wird auch für Vergewaltigungen von Frauen verantwortlich gemacht.

Scheich Yahya Hussein, ein prominenter Astrologe in Tansania, behauptet, dass der Dämon ein Geist ist, der von Hexen entfesselt wird, um ihre Gegner zu quälen.

Der Glaube an Hexerei und Aberglauben ist in Tansania weit verbreitet, vor allem in ländlichen Gebieten.“

Bei der BBC wurde übrigens schon 2001 über die Angriffe des Popobawa auf Sansibar berichtet. „Sex-wütiger ‚Geist‘ erschreckt Zanzibaris“ lautete am 19. Juli 2001 die Schlagzeile der BBC News. Darin war vor rund 16 Jahren unter anderem zu lesen:

Die Angst hat die Bewohner der Sansibar-Inseln geschlagen, nachdem Gerüchte über das Wiedererscheinen eines sexuell gefräßigen Geistes kursieren, der Menschen angreift, während sie nachts in ihren Betten schlafen.

(…)

Die Leute behaupten, dass seine Anwesenheit in einem Haus durch einen ätzenden Geruch und einen Hauch von Rauch zu erkennen sei. Die Opfer sprechen dann von einem Trance- oder traumhaften Zustand, in dem sie belästigt werden.

Bizarre Geschichten, die es am 28. Februar 2007 sogar in die deutsche „Tagesschau“ der ARD schafften. Auf die BBC-Meldung von 2001 komme ich weiter unten noch einmal zurück, da diese ein Detail enthält, das später von Interesse sein wird …

Folklore, Aberglaube und das Christentum

Wir Europäer sehen oder hören immer mal wieder davon, dass in Afrika irgendwelche „abergläubischen Kulte“ oder Ansichten existieren. Von Voodoo bis zum Glauben an böse Geister und Dämonen, die man ver- oder austreiben muss. So auch beim Popobawa vor und an Afrikas Ostküste, wie es die oben zierte Meldung der BBC aussagt?

Die Gebiete im Osten Afrikas waren einst Kolonien, wie es viele Teile der Erde waren. Im Zuge der Kolonisierung vieler Regionen der Welt durch „zivilisierten Menschen“ kamen auch neue Religionen zu den dortigen Urbevölkerungen. Traditionelle Kulte und Glaubensvorstellungen vermischten sich so mit den eingeschleppten Religionen der Eroberer zu den unterschiedlichsten religiösen Weltanschauungen.

In Südamerika beispielsweise haben sich auf diese Art das Christentum und einheimische Religionen zu ganz „neuen“ Religionen entwickelt. Ebenso in Afrika. Auch hier wurden archaische Glaubensvorstellungen von Geistern, Dämonen, Erdwesen, bösem Zauber usw. zum Teil mit in die christlichen Lehren der Eroberer übernommen.

Und das gilt auch für Tansania und Sansibar, wo eine Mischung aus drei Religionen existiert. Die dortige Urbevölkerung mischte im Zuge der Kolonisierung ihren vorhandenen Glauben mit dem Islam und dem Christentum der Neuankömmlinge. Der Glaube an Dämonen, böse Mächte & Co. ist dort bis heute tief verwurzelt.

Dämonen der Nacht

Sind also alle Schilderungen über den Popobawa nichts weiter als Aberglaube, herüber gerettet aus jenen Tagen vor der Eroberung durch „zivilisierte Menschen“? Zumindest vermuten das viele Kritiker dieser und ähnlicher Berichte.

Auch bei den oben genannten Inkubus und Sukkubus der mittelalterlichen Sagenwelt Europas soll das der Fall sein. Auch diese „Dämonen der Nacht“ des Mittelalters sollen ihren Ursprung in der Epoche lange vor dem Christentum haben. Folglich ein Aberglaube der „heidnischen Völker“, der sich bis in das christliche Europa retten konnte. Auch wenn Überlieferungen solcher und ähnlicher Art Jahrtausende vor Christus bereits in anderen Teilen des Planeten bekannt waren. Nicht nur in Europa.

Skeptiker sehen in abergläubischen Erzählungen nichts weiter als eben Aberglaube. Fiktionen aus der Vergangenheit, denen keinerlei Realität zugrunde liegt. Das mag so sein. Wobei man sich fragen muss, ob es nicht doch einen realen Auslöser für den Glauben an solche Wesen gab. Andererseits ist es nicht von der Hand zu weisen, dass vor allem 1995 der Hype um den Popobawa mit Sicherheit durch die Medien „angefeuert“ wurde. Beim eingangs kurz erwähnten Monster des Chupacabra aus Mittelamerika beispielsweise war es meiner Meinung nach so. Auch wenn dieser Ziegensauer eine andere Art von Kreatur sein soll, die es vor allem auf das Blut von Tieren abgesehen hat.

Interessant ist vielleicht am Rande, dass die Chupacabra-Welle auf der Insel Puerto Rico im Jahr 1995 begann …

Von Geistern besessene Politiker und Al-Qaida

Alles also nur ein soziokulturelles Phänomen der Neuzeit? Blenden wir die Tatsache aus, dass schon vor Jahrhunderten und Jahrtausenden „Luftgeister“ und „Sex-Dämonen“ geschildert wurden, wird beim Popobawa noch eine andere Deutung der Ereignisse angeführt. Man könnte diese als „politische Deutung“ bezeichnen.

So erschien am 13. Dezember 2003 in „The Economist“ der Artikel „Terror, Tourism and Odd Beliefs“, der den bezeichneten Untertitel „Aberglaube als politisches Barometer“ trug. Darin hieß es, dass die Paniken und Wellen von Sichtungen um den Popobawa ein Spiegelbild der Bevölkerung vor sozialen Ängsten sei. Quasi ein „Ventil“ der abergläubischen Menschen der Region.

Weiter wurde in dem Artikel vermutet, dass die Sichtungswellen eine Art Prädiktor des Terrors sein könnten. Da Sansibar und seine paradiesischen Strände bei Touristen aus aller Welt sehr beliebt sind und die Terrorgruppe Al-Qaida Verbindungen hierher hat(te), sei der Popobawa Ausdruck der Angst vor Terroranschlägen auf Sansibar. Das Al-Qaida Anschläge auf touristische Ziele in aller Welt verübt, ist hinlänglich bekannt.

Ein Monster als abergläubischer Ausdruck politischer Unruhen, Unsicherheiten und der Angst vor Al-Qaida?

Auch frühere Popobawa-Paniken werden so interpretiert. Zum Beispiel verweist Martin Walsh von der Universität Cambridge in seiner Veröffentlichung „The Politicisation of Popobawa“ im „Journal of Humanities“ (Nr. 1/2009) darauf, dass diese Bestie immer während Zeiten der Unsicherheit und Veränderung erscheinen würde. Die Verbreitung derartiger Berichte über das Internet und Fernsehen trägt letztlich zur Entstehung eines Popobawa-Hype bei. Auch das ist mit dem Ziegensauer Mittelamerikas zu vergleichen.

Walsh führt allerdings auch Beispiele an, die durchaus zu denken geben. So zeigen die „Popobawa-Paniken im historischen Kontext“ in seiner Veröffentlichung, dass es vor den nationalen Wahlen 1995 und 2000 solche Paniken gegeben hat. Gleiches gilt zum Beispiel auch nach den Massenprotesten und Gewaltausbrüchen 2001 oder 1964 nach der Unabhängigkeit Sansibars von Großbritannien, der folgenden Revolution und der Union mit Tansania.

Monster im Wahlkampf

Selbst gegen politische Gegner wurde der Popobawa bereits instrumentalisiert.

So nennt Walsh in seiner Arbeit das Beispiel einer Frau von der Insel Pemba während des Wahlkamfes 1995. Sie habe gesagt, dass die Regierungspartei CCM hinter all dem stecken würden. Walsh:

Namentlich nicht genannte Politiker, Mitglieder der Regierungspartei CCM, haben 70 Geister auf die Insel geholt, um Menschen zu belästigen und sie abzulenken, dass sie nicht darüber sprechen und sich nicht in die Politik einbringen.“

Als Folge dieser Geister der Regierungspartei zweifelte die Oppositionspartei CUF an den konkurrierenden Politikern per se. Waren sie überhaupt Menschen oder waren sie dämonisch?

Die Parteien CCM und CUF befanden sich in dieser Zeit in einem erbitterteren Wahlkampf „und die Leute spekulierten über die Identität der CCM-Politiker, die von den Geistern angedeutet wurden“, von denen die Frau erzählt habe. Waren also die CCM-Politiker von Popobawa bessern? Der Bezirksausschuss von Wete schlug sogar vor, einen „Mganga“, eine Art Medizinmann oder Arzt, zu rekrutieren, der Medizin gegen den Popobawa vorbereiten soll. Dadurch wollen man die nächtlichen Angriffe der Bestien abwehren, die die CCM-Regierung beherrschten …

Dennoch ist es interessant, dass scheinbar in den Epochen des Wandels auf Sansibars Insel Monster-Wellen bevorzugt auszubrechen scheinen. Die Verfechter dieser „Politik-Panik-These“ glauben, dass das auch in Zukunft so sein wird. Nur scheinen die Bewohner der Inseln dieser These selber zu widersprechen. Zumindest nach der weiter oben erwähnten BBC-Meldung „Sex-wütiger ‚Geist‘ erschreckt Zanzibaris“ vom 19. Juli 2001. Denn in der oben teilweise zierten Meldung erfahren wir auch:

In den letzten Jahren behaupteten die Bewohner auf den halb autonomen tansanischen Inseln, dass Popobawa die Inselbewohner nur bei Wahlen besucht, wie etwa bei den umstrittenen Parlamentswahlen 1995 und 2000.

Aber zur Überraschung von vielen, ist dieser Geist gegenwärtigen wieder erschienen, obwohl es keine Wahlen irgendwelcher Art gibt.“

Ally Saleh, der selber auf Sansibar lebt und diese BBC-Meldung verfasste, widerspricht mit diesen Informationen eigentlich klar der „Politik-Panik-These“. Die Inselbewohner zeigen sich nach seinen Angaben selber überrascht, dass Popobawa wieder da sei …

Uralt – aber auch wahr?

Die tropischen Inseln vor der Ostküste Afrikas und ihrer Bewohner haben kulturell und geschichtlich vollkommen andere Hintergründe als wir. Bei uns in Deutschland stehen nun auch Wahlen vor der Tür. Soweit mir bekannt ist, hat bisher im Wahlkampf kein Oppositions-Politiker der Regierung vorgeworfen, sie habe böse Geister ins Land geholt oder sei sogar von ihnen besessen. Auch wenn von einigen Alien-Verschwörungstheoretikern behauptet wird, dass verschiedene Politiker in Wahrheit außerirdische Reptiloide sind. Kanzlerin Angela Merkel einschlossen.

Dämonen-Glaube und Hexerei sind in allen westlichen Gesellschaften praktisch kein Thema. Nur ist es fraglich, ob die weltweiten Berichte von geflügelten Kreaturen alle als „abergläubischer Ausdruck der Angst vor dem Wandel“ angesehen werden können. Der Mothman würde schon nicht in dieses Erklärungsmodell passen. Auch die mythischen Wesen der mittelalterliche Sagen- und Märchen-Welt fügen sich hier nicht ein.

Jedoch sind derartige Überlieferungen frühere Jahrhunderte zeitlich fast nie zu datieren. Auch deren genaue Herkunft (Land, Ort, Region, Kultur, Volk …) lässt sich unmöglich ermitteln. Somit kann man diese nicht mit irgendwelchen Zeiten in Kontext bringen, in denen sich die Menschen ungewissen Veränderungen gegenüber sahen.

Einzig und allein lässt sich belegen, dass schon vor 5.000 und mehr Jahren die Menschheit glaubte, dass es solche fliegenden Wesen gibt. Und – dies nur der Vollständigkeit halber – selbst die erste Frau des biblischen Adam reiht sich hier ein.

Vor dem Zusammenfinden des berühmten Paares Adam und Eva hatte der Mann bereits eine Frau, die in der jüdischen Mythologie Lilith genannt wird. Diese Ex-Frau des Adam wurde im Laufe der Zeiten zu einem Geist oder Dämon der Nacht und Lüfte, hat aber ihren Ursprung in den genannten und wesentlich älteren Mythen aus Mesopotamien. Hier war sie eine Göttin, die einst fliehen musste und später als ein weibliches Mischwesen mit Flügeln dargestellt wurde.

Später „teilte“ sich diese Lilith in den Überlieferungen und daraus wurden männliche und weibliche Nacht-Dämonen, die Lils und Lilits genannt wurden. Eben jene, die nachts schlafende Menschen heimsuchen, „sexuell missbrauchen“ und sogar Kinder töten …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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70 Jahre UFOs: Am 24. Juni 1947 wurden die „Fliegenden Untertassen“ geboren – durch einen Irrtum in der Presse?

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70 Jahre UFOs: Am 24. Juni 1947 wurden die Fliegenden Untertassen geboren (Bilder: gemeinfrei)
70 Jahre UFOs: Am 24. Juni 1947 wurden der Begriff „Fliegende Untertassen“ in die Welt gesetzt (Bilder: gemeinfrei)

Kein UFO-Forscher der Welt benutzt heute noch den Begriff „Fliegende Unterassen“ für UFOs. Doch diese Bezeichnung ist in der Bevölkerung noch immer sehr weit verbreitet und den meisten Menschen bekannt. In den 1950er und 1960er Jahren trug vor allem auch Hollywood durch zahlreiche Science-Fiction-Filme stark zur Verbreitung der Bezeichnung „Fliegenden Unterassen“ bei, über den man heute eher schmunzeln muss. Diese fliegen Scheiben feiern aktuell ihren 70. Geburtstag, da erst die UFO-Sichtung des Piloten Kenneth Arnold am 24. Juni 1947 zur eigentlichen Geburtsstunde der flying saucer wurde. Und dabei hatte Kenneth Arnold damals überhaupt keine „Fliegenden Untertassen“ gesehen – die Presse erfand sie. Behauptetet er zumindest später …

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Happy Birthday, fliegende Unterassen!

Nun gibt es sie am 24. Juni 2017 bereits 70 Jahre und spätestens seit diesem denkwürdigen Sommertag 1947 haben alle, die sich mit dem Thema „Fliegende Untertassen beschäftigen, nicht mehr alle Tassen im Schrank. Zumindest in in Augen all jener, die sich damit nicht beschäftigen.

Die breite Masse der Bevölkerung denkt bei UFOs bis heute an fliegende Unterassen. Diese Form von fliegenden Scheiben am Himmel ist genau jene, an die die meisten Menschen sofort denken, wenn sie irgendwie etwas von UFOs hören. Natürlich weiß jeder UFO-Forscher von der Vielzahl an Formen, die unbekannte Objekte am Himmel (oder sonst wo) haben können, aber die Scheibe ist der Klassiker. Obwohl schon in den ersten Jahrzehnten der UFO-Forschung nicht nur Objekte gesehen wurden, die wie zwei übereinander gelegte Untertassen ausgesehen haben sollen.

Wie die fliegenden Unterassen in den Himmel kamen

Im Juni 1947 erblickten die Untertassen das Licht der Welt. Durch die vermeintlich erste UFO-Sichtung der Geschichte, die Kenneth Arnold am 24. dieses Monats nahe dem Mount Rainer, US-Bundesstaat Washington, machte. Zwar gab es bereits vor dem 24. Juni 1947 Sichtungen von unbekannten Objekten am Himmel, doch erst der Fall Arnold prägte durch die Presse den Begriff der „Fliegenden Unterasse“.

Was war geschehen?

YouTube-Video, diesmal zur Frage „Warum sehen UFO-Zeugen scheinbar immer andere Modelle bzw. UFO-Typen?“ (Bild: Lars A. Fischinger)
YouTube-Video: Warum sehen UFO-Zeugen scheinbar immer andere Modelle bzw. UFO-Typen? (Bild: L. A. Fischinger)

Der Privatpilot Kenneth Arnold sah an diesem Tag währen eines Fluges neun fremdartige Objekte am Himmel, die er sich nicht erklären konnte. Seiner Schätzung nach flogen die Objekte mit über 1000 Meilen pro Stunde, was über 1600 Kilometer pro Stunde entsprechen würde. Und das im Jahre 1947.

Dieser Sichtung des „Privatpiloten und seriösen Geschäftsmann“, so die CIA über ihn, „folgte eine Flut von weiteren Sichtungen, darunter auch Berichte von Militär- und Zivilpiloten und Fluglotsen, überall in den Vereinigten Staaten“.

Acht dieser Objekte sollen nach Arnold rund und flach gewesen sein. Das andere Objekt habe die Form einer Sichel gehabt. Die Presse formte damals aus  Bezeichnungen wie „saucer-like aircraft“ oder „shaped like saucers“ die „Fliegenden Untertassen“, die flying saucer, waren geboren.

Von nun an wurde der Terminus der „Fliegenden Untertassen“ für Beobachtungen von unbekannten Objekten fester Bestandteil der UFO-Forschung. Ein Terminus, den aber heute natürlich kaum einer mehr verendet.

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UFOs in Unterrassenform waren jedoch schon viele Jahre vor Arnold seiner Begegnung 1947 in der Science-Fiction bekannt. Beispielsweise als Raumschiffe für diverse Helden im All. Das „National Investigations Committee on Aerial Phenomena“ (NARCAP) hat dazu im Zusammenhang mit der Arnold-Sichtung bereits 2010 eine sehr umfangreiche Studie veröffentlicht, die HIER zu finden ist.

Von der Presse falsch zitiert?

Der durch die UFOs von Kenneth Arnold bzw. der medialen Berichterstattung danach losgetretenen Untertassen-Boom in den USA, ließ sich nicht mehr stoppen. Da nutzte es auch nicht, dass Arnold selber beispielsweise am 7. April 1950 in einem Radiointerview mit Edward R. Murrow von CBS etwas anders sagte. So berichtete Arnold in der Radiosendung „The Case for the Flying Saucers“ unter anderem:

„(…) als ich beschrieben habe, wie sie flogen, sagte ich, dass sie fliegen, wie wenn Du einen Teller nehmen würdest und ihn über das Wasser springen lässt. Die meisten Zeitungen haben das missverstanden und zitierten mich falsch. Sie schrieben, dass ich gesagt hätte, sie seien tellerartig. Ich sagte, sie flogen tellerartig.“

Damit wäre also „hüpfen“ oder „springen“ gemeint oder auch eine Art „Sinuskurve“. Jedenfalls nicht gradlinig auf einer konstanten Flughöhe.

Arnold habe, so sagte er, den Begriff „Scheibe“ (disk) benutzt und eben nicht „Untertasse“(saucer). Es scheint, als habe Arnold in dem Radiointerview im April 1950 irgendwie versucht zu „revidieren“, dass er an dem Boom der fliegenden Untertassen verantwortlich sei. Zumindest aber an der 1950 unlängst in aller Munde befindlichen Bezeichnung der unbekannten Objekten am Himmel.

Rückblickend war das aber so nicht ganz richtig, was Arnold gegenüber CBS sagte.

Kenneth Arnold, ein Artikel und die US-Air Force

In dem Magazin „FATE“ jedenfalls schildert Arnold die Sache selber etwas anders. In der sehr bekannten Ausgabe vom Februar 1948, in der Arnold in dem Artikel „I Did See the Flying Disks“ von seiner Sichtung berichtete, nutzte er auf Seite 7 die klare Formulierung „saucer-like objects“.

Er sprach also rund zwei Jahre vor dem CBS-Interview in seinem Artikel in „FATE“ von „untertassen-ähnlichen Objekten“. Auf Seite 8 wiederum nennt er in seiner Veröffentlichung die Flugobjekte eindeutig „saucer-like disks“: „untertassen-ähnliche Scheiben“. Das kling schon sehr deutlich nach den „Fliegenden Untertassen“, wie ich finde.

Doch damit nicht genug:

Auszüge aus dem Schreiben von Kenneth Arnold an die US-Air Force von 1947 (Bilder: gemeinfrei)
Auszüge aus dem Schreiben von Kenneth Arnold an die US-Air Force von 1947 (Bilder: gemeinfrei)

Vor der Veröffentlichung des Artikel „I Did See the Flying Disks“ in der Erstausgabe von „FATE“ meldetet Kenneth Arnold seine UFO-Bobachtungen nahe dem Mount Rainer 1947 auch der US-Air Force in Form eines neun Seiten langen Schreibens. Dabei handelt es sich grundsätzlich um eine Art 1. Version seines Artikels, der später in „FATE“ erschien. Lediglich geringe Abweichungen sind zu finden. Arnold hat diesen Brief genommen und leicht geändert im Februar 1948 als Artikel veröffentlicht.

Der Brief von Arnold fand damals Einzug in das UFO-Forschungsprojekt „SIGN“ der US-Air Force. „SING“ war eine offizielle UFO-Untersuchung der US-Regierung, die aufgrund der enormen Anzahl an Meldungen von unbekannten Objekten und dem angeblichen UFO-Absturz von Roswell nur ca. einen Monat nach dem Erlebnis von Arnold ins Leben gerufen wurde.

In den für jeden online zugänglichen Akten findet sich auch der Brief von Arnold von 1947. Bereits darin sind die „Untertassen-Beschreibungen“ auf Seite 5 und 7 zu finden, die er später so in seinem Artikel übernahm, der aus diesem Text entstand (s. Bild).

Damit können wir ruhigen Gewissens dieses Jahr am 24. Juni, dem Tag der Arnold-Sichtung, „70 Jahre fliegende Untertassen“ feiern.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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UFOs aus anderen Dimensionen? – Spekulationen um die "Fliegenden Untertassen"

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NACHTRAG 15. April. 2012:
Es gibt (wusste ich ja schon immer), Menschen, die dieses eBook NICHT ganz gelesen haben – sondern sich nur an einleitenden Sätzen ein Urteil bilden wollen. Dieser Beitrag des eBooks ist doch wohl etwas umfangreicher! Da sie diese leider beim groben „Überlesen“ nicht verstehen, hier also ein Update. Es sind diese Sätze, die mit Absicht so verfasst sind und nun von einigen Wenigen „verlacht“ werden:
Die berühmten UFOs sind eigentlich keine „unidentifizierten Flugobjekte“, sondern als „nicht zu identifizieren“ identifiziert und somit nicht unidentifiziert …

Die inzwischen bekannte und von den Skeptikern quasi im Zusammenhang mit dem UFO-Phänomen dauernd benutzte Bezeichnung „IFO“ bezieht sich auf ein „identifiziertes Flugobjekt“; also einer Täuschung oder falsch interpretierte Erscheinung. Folglich als etwas, das nicht mit UFOs i. e. S. (= im eigentlich Sinn, sprich: Raumfahrzeuge oder schlicht was „nicht irdisches“, „nicht normales“ usw.) zu tun hat.

  • Was sind „berühmte UFOs“ wurde da gefragt. Äh, hallo, bitte? UFOs sind berühmt – seit Jahrzehnten auch in der Öffentlichkeit. Soll ich nun erklären, warum UFOs berühmt und bekannt sind?
  • Dann der erste Satz an sich (wurde gegenüber dem Originaltext von 1997/1998 im eBook geändert, wie auch Absatz 2): Sicher schwer verständlich wenn man nicht etwas nachdenkt. Keine Frage (siehe Anfang Absatz 3 dazu auch). Aber komisch, dass einige Leser es verstehen wenn sie nur etwas Nachdenken. Also: Die Identifikation eines UFOs (= „unbekanntes Flugobjekt“) als „nicht identifiziert“ ist eine Identifikation. Identifizieren = erkennen (als). Es wurde erkannt als nicht zu identifizieren.
  • Dann wird fantasiert, ich habe im Text gesagt die Bezeichnung „IFO“ hätten die Skeptiker erfunden. Habe ich das? Lest und versteht selbst, dass ich das nicht geschrieben und gesagt habe.
Ich hoffe, liebe Freundinnen und Freunde, es wurde etwas verständlicher nun?!
Liebe Grüße
Lars & Marie

UFOs aus anderen Dimensionen? – Spekulationen um die „Fliegenden Untertassen“

von Lars A. Fischinger

Die berühmten UFOs sind eigentlich keine „unidentifizierten Flugobjekte“, sondern als „nicht zu identifizieren“ identifiziert und somit nicht unidentifiziert …

Die inzwischen bekannte und von den Skeptikern quasi im Zusammenhang mit dem UFO-Phänomen dauernd benutzte Bezeichnung „IFO“ bezieht sich auf ein „identifiziertes Flugobjekt“; also einer Täuschung oder falsch interpretierte Erscheinung. Folglich als etwas, das nicht mit UFOs i. e. S. (= im eigentlich Sinn, sprich: Raumfahrzeuge oder schlicht was „nicht irdisches“, „nicht normales“ usw.) zu tun hat.

Doch der Kern der UFOs, der, trotz der oben wiedergegeben, sicher vollkommen unlogischen Erklärung, unbekannt bleiben muss, muss auch konkret in der Öffentlichkeit erforscht und diskutiert werden. Auch wenn nicht gerade kompetente Skeptiker immer wieder postulieren, dass es keine ungeklärten UFO-Sichtungen gibt, das Thema eigentlich tot sei oder sogar, dass sie von ihrem gemütlichen Schreibtisch aus alle Fälle lösen können und so eine Aufklärungsrate gemeldeter Sichtungen von 100 Prozent erreichen.

Das jedoch sind reine Wunschträume.

Aber weder UFO-Forschungsprojekte hinter verschlossenen Türen (wenn es sie gibt!), noch krankhafte Ignoranz und Inkompetenz einiger ideologischer Skeptiker oder die allgemeine Verlagerung des gesamten Phänomens in die Lächerlichkeit und in die hoch esoterische Sparte, schaffen diese Themen aus der Welt.

Allein folgende Punkte können ein großangelegtes Forschungsprojekt globaler oder wenigstens landesweiter Natur rechtfertigen. Nach meiner persönlichen Meinung. Diese Schilderungen kursieren in der UFOlogie:

  1. UFOs ignorieren zweifellos die jeweiligen Lufthoheitsgebiete der einzelnen Länder.
  2. Die möglichen Insassen der Objekte oder die Objekte selbst könnten tatsächlich Menschen schädigen (angebliche Entführungen, Verbrennungen etc.).
  3. UFOs i. e. S. scheinen eine uns weitaus überlegene Technologie zu präsentieren.
  4. Sie – die mutmaßlichen Alien-Piloten – greifen teilweise erheblich in die Privatsphäre und Intimsphäre einiger Menschen ein.
  5. Möglicherweise töten sie Nutztiere und schaden somit der Wirtschaft. (Das Phänomen nennt man „Tierverstümmlungen“, das ich in meinem Buch „Begleiter aus dem Universum“ vor über zehn Jahren diskutierte.)
  6. Aufgrund der Unkenntnis über diese Flugkörper könnte ein Land diese Objekte als feindliche Waffentechniken ansehen, wenn sie beispielsweise am Radar beobachtet werden (Punkt 1).
  7. Ihre Verhaltensweisen widersprechen zum Teil offenbar dem unsrigen Kenntnisstand der Physik und sind somit sicher lohnende Forschungsobjekte.
  8. Die Frage nach außerirdischen oder schlicht anderen Intelligenzen außer der unseren irdischen könnte sich dadurch klären.
  9. Die Absichten der UFO-Insassen könnten feindlicher oder zumindest unfreundlicher Natur sein, wofür es Anhaltspunkte, aber keine stichfesten Beweise gibt.

Einige UFO-Forscher spekulieren jedoch, dass die Regierungen der Welt mit den USA (natürlich) an der Spitze die UFOs unlängst als nicht-irdisch erkannt haben, oder, dass die USA sogar mit den Aliens gemeinsame Sache macht. Wobei aber oftmals in sehr fragliche Spekulationen abgedriftet wird. Auch wenn es einige nicht uninteressante Anhaltspunkte, ja sogar Indizien gibt, dass die Regierungen die UFOs und die Technologie der Scheiben kennen, so haben wir, wenn dies zutrifft, aber keine globale Erklärung des Phänomens an sich vorliegen. Da aber Menschen aller Länder, aller Schichten und aller Altersstufen an diesem Phänomen (ab und zu) mehr oder weniger deutliches Interesse bekunden, ist eine uneingeschränkte Aufklärung zwingend erforderlich.

Der überwiegende Großteil der UFO-Forscher sowie dessen „Anhänger“ geht bei der Suche nach der Natur der UFOs von der Annahme aus, hier haben wir Manifestationen einer überlegenen Technologie von Entitäten vorliegen, die ihre Heimat auf einem anderen Planeten haben. Über die Frage, ob es nun Leben im All gibt – und zwar intelligentes – streiten sich bekanntlich die Geister. Auch wenn in den letzten Jahren das Thema immer wahrscheinlicher wird: es gibt bisher keine Beweise. Diese These der Aliens aus dem All ist trotz der „Einfachheit“ nicht unbedingt zutreffend. Meiner Meinung nach sprechen folgende Punkte für einen Erklärungsnotstand, wenn es die UFO i. e. S. gibt:

Weitere Themen in MYSTERY FILES Nr. 7:

  • Wusste Wernherr von Braun etwas über den „UFO-Absturz von Roswell“ 1947?
  • Wer oder was sind die „Anunnaki“? Götter, Phantasie oder Außerische vor Jahrtausenden? Hat das Alte Testament damit was zu tun?
  • Laut Internet und Presse werden offenbar ständig irgendwo „tote Aliens“ gefunden. Tatsächlich?

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Katsina-Figuren der Hopi-Indianer als Online-Ausstellung in Deutschland: Dahinter verbirgt sich eine unglaubliche Geschichte!

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Katsina Figuren der legendären Hopi-Indianer als Online-Ausstellung in Deutschland - doch was hat es mit diesen Wesen auf sich? (Bilder: NASA & Nordamerika Native Museum der Stadt Zürich / Montage: Fischinger-Online)
Katsina Figuren der legendären Hopi-Indianer als Online-Ausstellung in Deutschland – doch was hat es mit diesen Wesen auf sich? (Bilder: NASA & Nordamerika Native Museum der Stadt Zürich / Montage: Fischinger-Online)

Die Goethe-Universität in Frankfurt am Main bereitete 2020 eine Ausstellung vor, die sich ganz den Figuren namens Katsina oder Katchina der Hopi-Indianer aus den USA widmen sollte. Wie die Universität jetzt mitteilte, steht diese aufgrund der aktuellen Lage „zunächst unbefristet online zur Verfügung“. Doch kaum jemand wird diese Katsina-Puppen oder auch nur die Hopi aus Arizona kennen, der sich nicht mit Indianern beschäftigt. Anders bei den „alten Hasen“ der Prä-Astronautik, die bei dem Volk der Hopi sofort aufhorchen. Denn hinter diesem Stamm und dessen Katsina-Figuren verbirgt sich eine unglaubliche Geschichte um antike Außerirdische und versunkene Kontinente. Welche das genau ist, erfahrt ihr hier.


Die Hopi-Indianer

Überall auf der Welt haben versunkene Zivilisationen, Kulturen und  Religionen unzählige Bildnisse ihrer „spirituellen Welt“ und Weltanschauung hinterlassen. Figuren, Zeichnungen, Reliefs oder andere Objekte, die Götter, Himmelswesen oder Geister zeigen sollen. Derartiges findet sich bis heute. Man denke nur an das Christentum, das auf frommen Darstellungen den „Himmel“ mit vermeintlichen Engeln und Heiligen wiedergibt.

Solche Relikte einer überirdischen Welt finden sich aber auch bei eher weniger bekannten Kulturen und Völkern, die noch heute existierenden. So wie bei dem Stamm der Hopi-Indianer aus den USA. Das Volk, das eigentlich „Hopituh Shinumu“, „friedliches Volk“, heißt, lebt im Nordosten des US-Bundesstaates Arizona. Sie zählen zu der Gruppe der Pueblo-Indianer, von denen die bekanntesten sicher die Anasazi aus den Staaten Utah, Colorado, New Mexico und Arizona sind. Deren „Cliff Palace“ im „Mesa-Verde“-Nationalpark in Colorado oder ihre Bauwerke und Dörfer im „Chaco Canyon“ in New Mexico sind heute legendär. Auch bei uns im Westen sind diese dank des Fernsehens in der Allgemeinheit zumindest vom Ansehen her durchaus bekannt.

Diese Hopi, aber auch andere Stämme der Region, stellen seit unbekannten Zeiten seltsame Puppen her. Katsina, Katchinas oder auch Katsinam nennen sie diese spirituellen Figuren, deren Deutung und Bedeutung sowie Aussehen überaus vielfältig ist. Hierzu hat die Goethe-Universität in Frankfurt am Main in einem interdisziplinären Lehrprojekt 2020 eine Ausstellung erarbeitet, die vor allem aus einer Schweizer Privatsammlung stammt.

Wie Dr. Anke Sauter in einer Pressemitteilung am 11. März bekannt gab, wird diese Ausstellung aufgrund der Corona-Lage in diesem Jahr (auch) virtuell stattfinden. So sollen möglichst viele Interessierte in den Genuss der Ausstellung „Die Wanderer: Katsinam, Tithu und Aby Warburg“ (www.diewanderer.info) kommen. Eigentlich war sogar ein Besuch von Stammesmitgliedern der Hopi zu der Ausstellung geplant, doch Corona machte auch hier ein Strich durch die Planungen. In der Pressemitteilung heißt es:

Wegen der Pandemie konnten sich die Studierenden nur online besprechen; ein Besuch von Mitgliedern des Hopi-Stammes in Frankfurt musste abgesagt werden; und auch die bereits organisierte Exkursion nach Zürich fand nicht statt. Die 18 Studierenden, angeleitet durch den Ethnologen Dr. Markus Lindner und die Kunsthistorikerin Dr. Hilja Droste (inzwischen an der Universität Bonn) machten das Beste daraus und befassten sich intensiv mit dem Material, das ihnen vom Nordamerika Native Museum der Stadt Zürich (NONAM) zur Verfügung gestellt worden war.“

Hierzu soll auch eine Publikation von Dr. Markus Lindner und Dr. Hilja Droste folgen und die Ausstellung selber „steht zunächst unbefristet online zur Verfügung“, wie es in der Mitteilung heißt.

Die Katsina der Hopi

Die meist aus Holz geschnitzten Figuren oder Puppen wiederum unterscheiden sich zum Teil sehr in ihrem Aussehen:

Manche sehen aus wie Adler im Menschengewand, manche wie bunt behangene Außerirdische. Eine Art Clown mit Kopf und Körper einer Biene schleckt an einem Lutscher. Ein überdimensionierter Kopf ist von Kaktusblättern umkränzt. – Die Phantasie der Hopi beim Schnitzen ihrer sogenannten Katsina-Puppen scheint grenzenlos zu sein.“

Als „spirituelle Vorbilder“ und „spirituelle Wesen“ werden diese Katsinas auch in der Pressemitteilung der Goethe-Universität bezeichnet. Imaginäre „Gotteswesen“ oder Mittler zwischen den Welten in der Theologie der Hopi-Indianer. Über die Indianer vom Stamm der Hopi selber wiederum weiß indes der „Ottonormalbürger“ eigentlich überhaupt nichts. Von den rund 1.180(!) indigenen Völkern, die allein in den USA und Kanada anerkennt sind, kennen die meisten kaum mehr als die Gruppe der Apachen. Verbunden mit einem verträumten Indianer-Bild aus Hollywood.

Anders bei den „alten Hasen“ der Prä-Astronautik. Sie werden bei der Erwähnung des Hopi-Stammes und der Katsinas hellhörig. Warum?

Die Hopi fertigen seit Jahrhunderten diese Puppen an, die sie selber Katsinas nennen. Angeblich stellen diese himmlische Wesen dar, die einst von genau dort zu den Vorfahren der Indianer gekommen sind. Sie brachten den frühen Hopi Wissen, Weisheit, Technik und halfen ihnen, bevor sie wieder verschwanden, wie es die „klassische Prä-Astronautik“ sagt. Denn, so heißt es weiter, vor unbekannten Zeiten einmal seien die Urahnen der Hopi-Indianer aus einem fremden Land gekommen, das im Ozean versunken ist. Erst nach einer langen Reise voller Gefahren fanden sie eine sichere Heimat. Dort, wo sie heute noch leben. Ich komme am Ende darauf zurück.

Die Katsina: Außerirdische?

Spannende Legenden, die Millionen Menschen vor Jahrzehnten sicher erstmals hörten. Und zwar in dem Dokumentarfilm „Botschaft der Götter“, der nach dem Film „Erinnerungen an die Zukunft“ nach den Büchern von Erich von Däniken gedreht wurde. Darin wurden sehr viele Themen der Prä-Astronautik erstmals einem weiten Publikum in Wort und Bild erstmals präsentiert, die noch heute Teil der Ancient Aliens sind. Etwa das Raumschiff des Ezechiel, die Steine von Ica, die Goldflieger aus Südamerika, die Linien von Nazca oder auch die Ruinen von Pumpa Punku.

1976 hatte dieser heute längst legendäre Dokumentarfilm seine Uraufführung. Wie ich immer wieder gerne erwähne, war es genau dieser Film im September 1989, der mich zum Thema Prä-Astronautik brachte, als ich ihn damals zufällig am deutschen Privatfernsehen (Pro7) sah …

In „Botschaft der Götter“ wiederum rezitiert der Sprecher auch eine Legende der Hopi über ihre mythische Herkunft:

Von Insel zu Insel zogen sie dem Festland entgegen. Immer wenn sie eine Insel verließen, versank diese im Meer. Nur wenige Hopi-Krieger errichten das Festland, und auch sie hatten alle ihre Waffen verloren.

Da kamen aus glänzender Sonne seltsame Wesen, die ihnen Werkzeuge brachten, welche besser waren als alles, was sie vorher besaßen. Diese Wesen sahen anders aus, als die Menschen unserer Welt. Sie hatten unglaubliche Kräfte und ihr Zauber war stärker als Feuer und Blitz. Die Hopis nannten sie: Katsina.“

Für Prä-Astronautiker ein klarer Hinweis auf eine Überlieferung, die an die Götter aus dem All erinnert. Auch wenn die „Hopi-Thematik“ heute wohl kaum mehr in der Diskussion um Astronautengötter vorkommt. Genau diese Katsina-Puppen, die in solchen vielfältiger Form zu finden sind, werden in „Botschaft der Götter“ gezeigt und mit Darstellungen antiker Astronauten verglichen.

„Weißer Bär“

Auch „Weißer Bär“ („Sohn des letzten Hopi-Häuptlings“) kommt in dem Film zu Wort. Er erklärt zur Herkunft und Bedeutung dieser Katsinas:

„(…) Katsinas waren jene Wesen, die meinem Stamm einst in seinem Lebenskampf geholfen haben. Eines Tages haben sie uns verlassen. Sie versprachen jedoch zurück zu kommen. Damit nun unsere Kinder nicht erschrecken, wenn diese seltsamen Wesen wieder auftauchen, haben  wir über viele Geschlechter hinweg diese Puppen angefertigt, die wie Katsinas aussehen.“

Um die 400 verschiedene Arten solcher Figuren mit ihren sonderbaren Aussehen sollen es bei den diversen Stämmen geben. Auch werden solche Stücke unlängst für Touristen angefertigt und zum Teil für hohe Summen verkauft. Vor rund 100 Jahren begann aufgrund des Interesses der „Weißen“ an diesen Figuren deren Kommerzialisierung. Unter 100 Dollar geht es für einfache kleine Figuren los – und hört bei 2.500 Dollar für detailreiche Puppen auf. Wer hier ein Geschäft der Indianer mit den Touristen vermutet, liegt richtig. „Verwerflich“ ist diese Form des Dazuverdienen ganz und gar nicht! Was sich der normale Tourist sicher nicht leisten kann, sind alte Original-Puppen, die auf Auktionen durchaus mal fast 300.000 US-Dollar pro Stück kosten können.

Nur: Weiß der Besucher oder jemand, der sie online im Shop des „Kachina House“ (oder eBay, Etsy…) bestellt, dass diese Puppen angeblich Astronautengötter darstellen?

Ethnologen haben die Schnitzpuppen der Hopi schon lange im Visier. Sie verweisen immer wieder darauf, dass es grundsätzlich keine einheitliche Deutung der Wesen gibt. Sie sind alles in allem höre Wesenheiten, die mal Geister, mal Ahnen oder auch Götter bzw. Botschafter zwischen Himmelswesen und Menschen sein können. Ebenso Repräsentanten der Natur und Naturkräfte wie Wasser. Schon Kinder bekommen solche Puppen geschenkt, damit sie sich an deren Aussehen gewöhnen können. In sehr einfach gehaltenen Variationen dienen sie den Kleinen sogar als Spielzeug, worauf schon 1936 Gene Meany Hodge in „The Kachinas are coming“ hinwies.

„Vermittler zwischen den Göttern und den Menschen“

Sehr gut fasst die Seite Welt-der-Indianer.de dies zusammen:

Kachina wirken als Vermittler zwischen den Göttern und den Menschen und bringen den lebensnotwendigen Regen zur Erde. Sie sind also heilige Geistwesen, die viele Aspekte der Natur repräsentieren und mit Tanz und Gesang gefeiert wurden. Den Kachina zu Ehren, welche für die Indianer übernatürliche Wesen waren, wurden komplexe Maskenrituale durchgeführt.

Die Kachina-Puppen wurden den Kindern übergeben, um sie in spielerischer Art in die religiöse Welt der Erwachsenen einzuführen. Aus diesem Grund sind die Puppen exakte Kopien der Masken und Kostüme, die von den erwachsenen Kachina-Tänzer getragen werden, einschließlich der Symbole und Farben.“

Dort wird auch eine andere Geschichte über die „Entstehung der Katchinas“ zitiert, wie sie der Pueblo-Stamm der Zuni erzählen soll:

Vor langer Zeit, als das Volk auf der Suche nach der heiligen Mitte der Welt einen Fluss durchwatete, glitten einige Kinder ins Wasser und wurden dann in Wasserwesen verwandelt. Sie trieben bis zum Zusammenfluss des Zuni und des Colerado River. Nach vielem Beten und Opfern des Volkes kamen die Kinder als Kachinas zurück und brachten Regenwolken mit, welche die Felder fruchtbar machten. Nach dieser Begegnung wollten immer mehr Mütter in diese Kachina-Stadt, um ihre Kinder zu sehen. Da es aber nicht genügend Platz für alle gab, ließen die Kachinas die Zuni wissen, dass in Zukunft nur noch ihre Geister in die Tänzer der Zeremonien fahren werden.“

Diese Legende unterscheidet sich sehr von den Erzählungen von „Weißer Bär“ in der Dokumentation „Botschaft der Götter“. Parallelen sind aber zweifellos zu erkennen.

Die versunkene Welt Kasskara

In das Bewusstsein der Prä-Astronautik-Forscher kamen die Hopi und ihre Mythen um die Katsinas erst durch das Buch „Kasskara und die sieben Welten“ (1979) von Josef F. Blumrich. Es ist jener legendäre Autor, der zuvor das Buch „Da tat sich der Himmel auf“ (1974) veröffentlichte, in dem er die heute allseits bekannte „Rekonstruktion des Raumschiffs des Ezechiel“ aus dem Alten Testament vorlegte. Das Werk des NASA-Ingenieurs über die Hopi ist dagegen ungleich weniger bekannt.

Grundlage von Blumrichs Buch sind Aussagen von „Weißer Bär“, die er alle auf Tonband dokumentierte. Im Vorwort schrieb Josef F. Blumrich über den Indianer damals:

In seiner Darstellung von Tatsachen, Ereignissen und Einzelheiten war er unbeirrbar.“

Demnach gäbe es in der Mythologie der Hopi und auch zu den seltsamen Puppen zahllose Hinweise auf Außerirdische vor Jahrtausenden. Sie können an dieser Stelle keinesfalls alle rezitiert werden, doch zusammenfassen kann man sagen:

Die Hopi glauben, dass sie in einer vierten Welt leben und die dritte Welt Kasskara gewesen sei. Ein untergegangenes Land im Westen – also im Pazifik. Zeitgleich habe es im Osten, also Atlantik, einen weiteres Land gegeben, womit ausdrückliche Atlantis gemeint war. Während Atlantis schnell unterging, sei Kasskara als Urheimat der Hopi recht langsam „versunken“.

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Auch die Katsina wären alles andere als nur spirituelle Geistwesen, sondern waren physische Wesen von den Sternen. Seit der ersten Welt weilten diese bereit hier, wie „Weißer Bär“ Blumrich erzählte. Es waren Lehrmeister und Helfer der Hopi-Ahnen, die in Fluggeräten über den Himmel fuhren. Sie halfen auch bei der Umsiedlung der Hopi nach Amerika.

Der verlorene Kontinent

So erreichten sie letztlich auf drei verschiedene Arten Südamerika, während ihre Heimat nach und nach im Meer versank. Einmal durch „fliegende Schilde“, eine anderem Mal mit „großen Vögeln“ und die dritte Welle der Einwanderer kam mit Booten. Die Osterinsel wird dabei als die einzige Insel genannt, die bei ihrer Flucht anschließend nicht in den Fluten versank. Von Südamerika aus begann ihre Wanderung bis in die heutigen USA. Immer „unter dem Schutz der Kachinas“, so „Weißer Bär“: Blumrich zitiert ihn mit den Worten:

Das geschah natürlich alles vor sehr langer Zeit, denn der Anfang der Wanderung, die Ankunft der ersten Clans auf den Fliegenden Schilden, liegt etwa 80.000 Jahre zurück.“

Nach und nach begann so die Besiedlung und Landnahme auf den beiden amerikanischen Kontinenten.

Weiter heißt es, dass die Völker Mittelamerikas wie Maya und Azteken (abtrünnige) Angehörige der Hopi waren. Mehr noch, denn die himmlischen und real anwesenden Katsina haben den Menschen in der weltberühmten Maya-Stadt Palenque in Mexiko Wissen und Weisheit vermittelt! Palenque sei demnach eine Stadt der Hopi. Eine Art Universität, in dem die Fremden aus dem All die Menschen unterrichteten. Letztlich sind eines Tages diese Wesen wieder zu den Sternen zurückgekehrt.

Verständlicherweise folgte viel Kritik auf das Buch von Blumrich. Vor allem, da er die Katsina als leibhaftige Lebewesen wiedergibt und nicht als Geistwesen aus spirituellen Sphären. Ebenso auch, da er von Fluggeräten bzw. sogar Raumfahrtzeugen in der Hopi-Mythologie und über die versunkene Welt Kasskara spricht. Dem „Mutterland“ der Hopi, was „Kasskara“ bedeuten soll. So meinen Kritiker auch, dass die Hopi überhaupt kein Kasskara kennen würden. Alles sei frei erfunden. Anstoß wurde auch genommen, dass „Weißer Bär“ eindeutig von Atlantis als gesprochen haben soll. Bekanntlich ist Atlantis ein „westlicher Mythos“, den wir dem Griechen Platon verdanken.

Katsinas als Lehrmeister der Menschen

Übersehen wird von den Kritikern dabei aber, dass „Weißer Bär“ selber zu Blumrich sagte, dass er „bei diesem Namen bleiben“ will, „weil er dir geläufiger ist“. Bei den Hopi hieße das „Land im Osten“ nicht Atlantis, sondern werde als „Taláwaitichqua“ bezeichnet. Dies beute in Etwa so viel wie Land „Land in Richtung Morgen“ oder „Sonnenaufgang“ – also im Osten.

Hierzu muss man anmerken, dass das Standartwerk „Das Buch der Hopi“ (1977) von Frank Walters (aber auch andere Bücher) eindeutig zeigen, dass Blumrichs Ausführungen unter Berufung auf „Weißer Bär“ alles andere als aus der Luft gegriffen sind. Oder sein könnten. Bei Walters, der mehre Jahre unter den Hopi lebte, und die Überlieferungen von rund 30 Stammesmitgliedern verschiedener Clans aufzeichnete, findet sich das „Mutterland“ Kasskara als „Kuskurza“. Seine aufgezeichneten Überlieferungen sind ähnlich und im Kern mit den Schilderungen von Blumrich oft identisch. Auch bei ihm ging die Hopi-Urheimat unter. Und gleichfalls finden sich „Fluggeräte“ in der von ihm dokumentierten Theologie der Hopi. Blumrich selber vermerkt mehrfach, das „Das Buch der Hopi“ sein Interesse an diesem Volk weckte.

Während Blumrich aber das Stichwort „Atlantis“ nutzt, findet sich bei Walters kein Verweis auf eine im Ozean versunkene dritte Welt. Was sich aber bei ihm findet, sind detaillierte Schilderungen, dass diese Wesen in der Maya-Stadt Palenque die Menschen in Wissenschaft schulten. Unter anderem lehrten diese Wesen:

  • „Geschichte und Bedeutung der vergangenen drei Welten“
  • „Aufbau und die Wirkungsweise des menschlichen Körpers“
  • „tieferes Wissen über die Gesetze der Natur“
  • „die Gesetzmäßigkeiten des planetaren Systems“
  • (wie diese) „die Sterne das Klima, die Ernte und den Menschen selbst beeinflussen“

Wissenschaftliche Erkenntnisse?

Zu diesem Zweck nahmen die Geistwesen „die Gestalt gewöhnlicher Menschen an und galten als Kachinaklan“. Folglich verwandelten sie sich geradezu, um Menschengestalt anzunehmen. Sie übernahmen daraufhin eine gewisse Zeit die Führung der Menschen in der neuen, vierten Welt. Nach dem Untergang oder der Vernichtung der dritten Welt, die Blumrich eben als Kasskara wiedergibt, sei dies vor allem geschehen. Nach reinen unsichtbaren Geistwesen klingt das nicht.

Wohlgemerkt, diese Ausführungen stammen nicht von einem Autor des Phantastischen oder Prä-Astronautik! Sie stammen aus dem Buch von Waters, der noch weitere Überraschungen bereithält:

Man weiß heute auch, dass es in verschiedenen Erdepochen ‚Sprünge‘ des magnetischen Felds der Erde gegeben hat, so dass sich die magnetischen Pole an wechselnden Stellen befanden, so lag der Nordpol wahrscheinlich auch einmal mitten im Pazifik und einmal im Südwesten der USA. Die Parallele zu dieser wissenschaftlichen Entdeckung findet sich in der Mythologie der Hopi in der Behauptung, dass sich die polare Mitte der Erde aus der verschwunden Dritten Welt in das Heimatland der Hopi in der gegenwärtigen Vierten Welt verlagerte.“

Wie konnten das die Hopi wissen? Ähnlich wie der Mythos, dass einige Clans der Hopi von einem Gott in den hohen, vereisten Norden gesandt wurden. Ausgerüstet mit magischen Kräften sollten sie durch Gebete gegen die voranschreitende Vereisung des Nordens ankämpfen. Letztlich gelang es nicht und das Vordringen des Eises war unaufhaltsam. Das klingt nach einer Erinnerung an die letzte Eiszeit und Vergletscherung Nordamerikas.

Sogar der Anthropologe Harold Courlander und sein Koautor Stephan Dömpke verweisen in ihrem Werk „Hopi – Stimmen eines Volkes“ (1986) auf das erstaunliche Wissen der Hopi. Die Wissenschaft würde das Können der Indianer in der Landwirtschaft „vor bisher ungelöste Rätsel“ stellen, so die Autoren. Mit dem Buch von Blumrich, dies am Rande, sind sie wiederum alles andere als zufrieden. Wie die meisten Indianerforscher. Richard S. Kelly zum Beispiel sah schon 1988 in „Spiritueller Imperialismus oder die Vereinnahmung der Hopi“ die Arbeit von Blumrich schlicht als „wertlos“ an. Sie sei voller „ungezügelten Dilettantentum“, so Kelly.

Geistwesen oder real?

Ob „Weißer Bär“, der mit vollen Namen Oswald „White Bear“ Fredericks heißt, in seinen Erzählungen uns den sprichwörtlichen Bären aufgebunden hat? Sicher zumindest scheint, dass er ein angesehenes Mitglied der Häuptlingssippe war. Wohl nicht, wie in „Botschaft der Götter“ behauptet, der Sohn des Stammesführers. Eher der Neffe des Häuptlings Oraibi, wie es auch Walters wiedergibt.

Anhand der oben zitieren Mythologien ist klar, dass es unter den Clans oder Stämmen der Hopi keine einheitliche und verbindliche Weltanschauung gibt. Die alten Überlieferungen und Legenden  variieren, was auch auf die wahre Natur der Katsina zutrifft. Sie sind oder waren offenbar beides, physische Wesen einer fernen Vergangenheit und rein spirituelle Geister. Das eine schließt das andere nicht aus. Auch in andere Religionen, Kulturen oder Theologien haben sich Götter, die einst real auf Erden gewandelt sein sollen, später zu Geistwesen gewandelt. Selbst für Jesus gilt das.

Interessant ist auch die untergegangene Welt Kasskara an sich. Sie war nicht einfach so plötzlich weg, denn dafür gab es einen Grund. Dieser wird, mehr oder weniger direkt, in dem sündhaften und ungöttlichen Verhalten der Ur-Hopi verortet. Eine eindeutige Parallele zu weltweiten Mythologien dieser Art, die ich in „Rebellion der Astronautenwächter“ dokumentiert habe. Allerdings auch fraglos zum Mythos des versunkenen Atlantis, dessen Ende kam, als die Bewohner zu „maßlos“ wurden. Zumindest Laut Platon. Obwohl Blumrich selber Kasskara und Atlantis miteinander verbindet, passt das eigentlich nicht, da die „Mutterheimat“ der Hopi im Westen gelange habe. Ob im Meer, da widersprechen sich die Aussagen.

Sind biblische Einflüsse in die Hopi-Mythologie zu finden? Etwa in den Aussagen, dass sie bei ihren Wanderungen nachts einem Stern und am Tage einer Wolke folgten, wie es Waters in seinem Buch „Hopi“ dokumentiert? Erinnerungen an den Exodus aus dem zweiten Buch Moses werden hier wach. Oder anders: Beruhen ähnliche Motive in den Mythen nicht ganz einfach daher, da hier ähnliche Erinnerungen verarbeitet wurden? Immerhin sollten wir annehmen, dass die raumfahrenden Götter der Prä-Astronautik einst überall auf der Erde waren. Bei allen oder vielen Menschen, die dann auch ähnliches erlebt haben könnten.

Der untergegangene Kontinent Mu

Was nicht unerwähnt bei diesen Katsinas und der vernichteten Welt Kasskara bleiben darf, ist die Geologie.

Blumrich gibt Ausführungen von „Weißer Bär“ wieder, die davon sprechen, dass die Erde mehrfach einen „Polsprung“ erfuhr. Ein Thema, das seit Jahrzehnten bis heute diskutiert wird (mehr dazu auch HIER). Der Indianer traf dabei Aussagen, die Geologen fraglos ein müdes Lächeln auf das Gesicht zaubern würden. So sollen zum Beispiel Nord- und Südpol ihre „Plätze“ getauscht habe, da sich die Erde als Planet als Ganzes drehte. Also nicht die magnetischen Pole sich umkehrten, was ein gewaltiger Unterschied ist. Verschiedene Erdachsenverschiebungen in verschiedenen Welten oder Zeitaltern musste unsere Erde dabei schon überstehen. Und mit ihnen unsere Ahnen und die Ur-Hopi. Nicht immer „kippte“ der Planet dabei aber vollständig, sondern teilweise nur „halb“.

So haben dann auch die außerirdischen Katsinas eines Tages bemerkt, dass Amerika aus dem Meer gestiegen sei. Denn zuvor gab es das nicht, und Atlantis im (heutigen) Atlantik und Kasskara im (heutigen) Pazifik waren nur durch Wasser voneinander getrennt. Die Katsinas nutzen diese neu entstandenen Kontinente zur Umsiedlung der Hopi, wie es Blumrich nach „Weißer Bär“ dokumentiert hat. Von (vier) verschiedenen Zeitaltern, Welten oder vernichteten Vorzeiten sprechen allerdings auch andere Völker. Inklusive der Maya und Azteken.

Geologen werden diese Art von Behauptungen rund weg als Spinnerei bezeichnen! Millionen Jahre sind beispielsweise schon die Anden in Südamerika alt, die nach und nach durch die Plattentektonik in die Höhe wuchsen. Nicht mehr oder wenig plötzlich durch Weltkatastrophen. Was aber dennoch bis heute durchaus von einigen angenommen wird.

Heute sind die Hopi, ihre seltsamen „Astronauten-Puppen“ und die Geschichten von „Weißer Bär“ offenbar der Diskussion der Prä-Astronautik-Fans herausgefallen. Viele werden diese kaum mehr kennen. Der Mythos, dass im Pazifischen Ozean einst eine riesige Landmasse oder eben ein ganzer Kontinent versank, ist aber weiterhin sehr populär. Meist wird dieser Mu genannt. Diese Spekulation gab es schon lange vor den Erzählungen von „Weißer Bär“, wobei dazu vor allem James Churchward genannt werden muss. Er veröffentlichte 1926 sein Buch „The Lost Continent of Mu, the Motherland of Men“, dem vier Bücher zum Thema versunkener Kontinent Mu bis 1935 folgten. Ein Jahr später starb der Erfinder der Mu-Idee.

Für die Hypothese einer unterfangenen Welt im Pazifik ist Churchward der vergessene Pionier überhaupt, der schon vor fast 100 Jahren dafür von der Fachwelt abgelehnt wurde.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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