Wundersames Objekt am Himmel über Niedersachsen: Der fliegende „Kessel“ von Ahlshausen – eine frühe UFO-Sichtung? (+ Videos)

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Wundersames Objekt am Himmel über Niedersachsen: Der fliegende "Kessel" von Ahlshausen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
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Wundersames Objekt am Himmel über Niedersachsen: Der fliegende „Kessel“ von Ahlshausen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Auch wenn „klassische“ UFOs erst seit Ende der 1940er Jahre in die Welt der Moderne kamen, gab es Sichtungen von unbekannten Dingen oder Flugobjekten zu allen Zeiten. Überliefert sind solche Berichte in alten Chroniken ebenso wie in mündlichen Überlieferungen. Und fast immer wird ihre Erscheinungsform oder Äußeres mit etwas verglichen, das die Zeugen aus ihrer Umwelt kannten. Nicht anders wie bei vielen UFO-Fällen heute. So auch in einer Sage aus Niedersachsen, in der ein Mann einen äußerst sonderbaren „fliegenden Kessel“ am Himmel sah. Und der sich bei genauerer Betrachtung durchaus als klassische UFO-Sichtung deuten lässt.


UFO: Heute und gestern

Autoren und Forscher, die nach historischen UFOs oder entsprechenden Sichtungen in der Antike fahnden oder sich der Prä-Astronautik widmen, verweisen immer wieder darauf, dass man bei derartigen „antiken Begegnungen“ nicht alles wortwörtlich nehmen darf. Vor allem da unseren Ahnen der richtige Wortschatz für ein „UFO“ fehlte, wie wir es alle kennen. Gemeint ist damit ein moderner Wortschatz.

Um exakt das zu beschrieben, was sie sahen oder erlebten, kannte sie kein derartiges Kürzel, dass heute allgemein bekannt ist. Das gilt auch für Wörter wie „Alien“ oder „Außerirdische“.

Also bediente man sich in der Vergangenheit realen und greifbaren Beschreibungen und Vergleichen mit Alltagsgegenständen. Eine klassische „fliegende Untertasse“ wird so schnell zu einem „fliegenden Schild“. Ein kugelförmiges UFO eben zu einer „fliegenden Kugel“ und ein zylindrisches Objekt zu einem „Speer“, einer „Lanze“ oder einer „Standarte“.

Unsere Vorfahren nutzen das „Sieht-aus-wie-Prinzip“, was bis zu einem gewissen Grad sicher auch so funktionierte. Für heutige UFO-Sichtungen gilt das durchaus noch nimmer. Auch hier verwenden die Zeugen seit jeher Begriffe wie „Ball“, „Kugel“, „Football“, „Scheibe“, „leuchtende Kugel“, „Ball aus Licht“, „Diamant“, „Bumerang“ oder „Zigarre“ („Flying Saucer Review“, Vol. 9, Nr. 1, Jan./Feb. 1963). Oder man beschreibt mit Worten wie „eine in der Mitte abgeflachte Kugel mit zwei hervorstehenden Stücken auf jeder Seite“ („Surrey Advertiser“, 6. Oktober 1962) einfach nur das, was man sah.

Und durch ein UFO-Video der US-Navy wurde sogar der Vergleich mit einem „Tic-Tac“ weltberühmt. Damit also wurde ein fliegendes beziehungsweise gesichtetes Etwas mit einem winzigen Lutschbonbon am Himmel verglichen. Ohne an dieser Stelle eine Bewertung über die wahre Natur der individuell gesehenen Objekte vornehmen zu wollen.

Ein fliegender „Kessel“

Wenig verwunderlich ist es demnach, dass in den alten Überlieferungen, Aufzeichnungen sowie Märchen und Sagen nahezu alles irgendwo schon einmal herum geflogen sein soll. Details oder „Verhaltensweisen“ dieser Objekte in den Schilderungen machen sie dann erst zu etwas Rätselhaften und damit für die UFO-Forschung interessant.

Von einer solchen Begegnung erzählt eine Geschichte aus Niedersachsen, die der deutsche Germanist und Volkskundler Georg Schambach bereits 1855 veröffentlichte. In dieser sieht ein Topfhändler aus dem Ort Hohenstedt eines Sommertages während einer Dienstreise in das nahe Dorf Sievershausen etwas Ungewöhnliches auf ihn zufliegen. In der Überlieferung heißt es dazu:

Als er abends zurück kam, sah er auf dem Wege zwischen Ahlshausen und Sievershausen, da wo derselbe eine Biegung macht, von Ahlshausen her auf dem Kirchwege eine Leuchte rasch daher kommen. Er dachte bei sich, die Leuchte soll doch nicht eher zu der Biegung kommen als ich, und verdoppelte deshalb seine Schritte. Dennoch war die Leuchte auf einmal unmittelbar vor ihm.

Nun sah er, dass es ein großer Kessel war, inwendig ringsum mit Ringen versehen, worin hell brennende Lampen waren. Er erschrak sehr, als er dies sah, und fing an zu beten; als aber der Kessel trotz dem nicht verschwand, fing er an zu fluchen.

Da erhob sich der Kessel mit einem Male in die Luft und flog nach der hin, nach einem Orte, der Warnecken Rot genannt wird. Am andern Tage ging der Topfhändler wieder nach Sievershausen und erzählte dem dortigen Krüger sein Abenteuer.“

Ungewöhnliche Eigenschaften

Tatsächlich scheint es, dass dem Händler seine Story sogar vom erwähnten Krüger, einem Gastwirt, geglaubt wurde. Denn die Geschichte endete damit, dass dieser dem Händler sagte, dass er den „Kessel“ hätte an sich nehmen sollen, da er sicher voll „Gold und Silber gewesen“ sei. Demnach also einer der legendären Kessel voller Gold, von denen viele Fabeln erzählten. Gerne auch jene, dass am Ende eines Regenbogens ein solcher Schatz von einem Kobold bewacht werde.

Es bleibt dennoch eine mehr als ungewöhnliche Erscheinung oder Beschreibung in der Sage. Folgende Einzelheiten in diesem ausgewählten Beispiel verdienen unsere Aufmerksamkeit. Neben dem Umstand, dass die genannten geographischen Angaben der Realität in Niedersachsen entsprechen. Was längst nicht immer der Fall bei derartigen Erzählungen ist.

Da wäre zuerst natürlich die Form, die der Topfhändler passend zu seinem Beruf als „Kessel“ beschreibt. Also rundlich oder leicht zylindrisch mit einer flachen Ober- wie Unterseite, wobei die Unterseite auch abgerundet sein kann.

Ort des angeblichen Geschehens: "...auf dem Wege zwischen Ahlshausen und Sievershausen, da wo derselbe eine Biegung macht..." (Bild: Google Earth)
Ort der angeblichen Begegnung des Mannes aus Hohnstedt: „…auf dem Wege zwischen Ahlshausen und Sievershausen, da wo derselbe eine Biegung macht…“ (Bild: Google Earth)

Jedoch wissen wir nicht, wie herum dieses Objekt am Himmel geflogen sein soll. Vielleicht sogar so, wie es die freie Interpretationen der Geschichte im Titelbild dieses Postings zeigt. Also die Öffnung nach unten. Immerhin wird behauptet, dass der Mann im Inneren unter anderem Lichter sah. Lichter an der Unterseite des fliegenden Etwas mögen so erschienen sein, als kämen sie von innen.

Über die Größe des Flugobjektes erzählt diese Sage leider nichts, nur, „dass es ein großer Kessel war“. Was grundsätzlich bei der Story keine Rolle spielt, da wir keinerlei angaben über etwaigen Entfernungen oder Höhen dazu haben. Für moderne UFO-Forscher sind das zwei sehr wichtige Faktoren bei der Bewertung oder Identifizierung einer gemeldeten Sichtung. Demnach erschien es nur wie ein großer Kessel in der Luft. So wie ein Unbekanntes Flugobjekt in der Moderne wie ein eigentlich winziges „Tic-Tac“ erscheint.

Eine UFO-Begegnung der II. Art?

Jedoch erfahren wir etwas mehr über das angeblich Innere des fliegenden Kessels, was die Fremdartigkeit der Sichtung weiter unterstreicht.

Denn nach der Sage befanden sich innen mehrere vollständig herumlaufende „Ringe“ und in diesen wiederum „hell brennende Lampen“. Wie ein „Kessel“, den der Topfhändler aus seinem Alltag kannte, klingt das nicht. Auch nicht, dass das Objekt sich in die Luft erhob und davon geflogen sei, nachdem er sich zuvor nur als „Leuchte“ schnell nährte und plötzlich vor dem Mann erschien. Die legendären „Kessel voller Gold“ fliegen normalerweise nicht, sondern befinden sich in der Obhut von Wesen aus der Anderswelt wie Zwergen, Gnomen oder Kobolden.

Mag hier ganz einfach die beleuchtete Unterseite mit ringförmigen Strukturen des Objektes beschrieben worden sein?

Schambach selber hat Mitte des 19. Jahrhunderts diese aufgezeichnete Sage in „Niedersächsische Sagen und Märchen“ der Sagen-Kategorie über „Schätze“ zugeordnet. Heute klingt sie nach einer klassischen UFO-Begegnung der II. Art, wie man spekulieren könnte.

Ist diese „Gold-Kessel-Behauptung“ vielleicht nichts weiter als eine Interpretation der „aus dem Munde des Volkes gesammelten“ (wie es Schambach 1855 vermerkte) Sagen und Märchen einer Sichtung? Demnach die Begegnung mit einem runden und offensichtlich aus Metall bestehenden Objekt, das fliegen konnte und noch dazu Lichter besaß.

Der Vergleich mit einem „Kessel“, also rundlich oder als (kurzer) Zylinder, würde auch der Form eines Fasses entsprechen. Auch wenn ein Fass wohl wahrscheinlicher aus Holz war. Nicht aus Metall wie ein Kessel.

Ein „fliegendes Fass“ über Nürnberg 1550

Und genau ein solches fliegendes Fass erschien im August 1550 „um Nürnberg herum, am heiligten Himmel“, wie es 1680 Erasmus Francisci in „Der wunder-reiche Überzug unserer Nider-Welt oder erd-umgebende Lufft-Kreys“ notierte. An diesem Tage sei die Sonne in „unterschiedlichen Farben gesehen worden, und über ihr ein Fass“, überliefert Francisci.

Dieses fliegende „Fass“ senkte sich einige Zeit später und es lief „Blut“ heraus, weshalb sich die Sonne verfärbt haben soll. Damit nicht genug, denn neben dem angeblichen Himmelszeichen erschien ein „Adler“ mit ausgestreckten Flügeln „doch ohne Füße“. Unter dem ganzen Szenario wiederum „saß ein Regenbogen“, unter dem ein „Mann“ erschien, der ein Pferd und einen Jagdhund mit sich führte. „Der Herr erkläre mir solches!“, notiert Francisci erstaunt dazu.

Ein klassisches Wunderzeichen, über die auf diesem Blog und in einigen Mystery Files-Videos bei YouTube bereits vielfach berichtet wurde. Übrigens seien laut Francisci im selben Jahr nachts über Leipzig „etliche feurige Kugeln erschienen“, die er in seiner Chronik aber nicht genauer beschrieb.

„Fliegende Untertassen“ haben sich seit den ersten Berichten über „moderne“ UFOs seit 1947 als klassische Form etabliert. Sie sind Mainstream. Was allerdings ein Zerrbild der beobachteten Objekte wiedergibt, die heute gesehen und gemeldet werden, da nahezu jede erdenkliche Form bereits beobachtet wurde.

Die „Scheibenform“ ist aber dahingehend „klassisch“, da sie auch in der Antike als „fliegende Schilde“ zu finden ist, die auf Mystery Files bereits mehrfach thematisiert wurden. Folglich flache und runde oder eckige Objekte, die von den historischen Beobachtern optisch mit Schutzschilden der Armee verglichen wurden. Denn es „sieht aus wie“. Das ist heute so, und war schon damals so.

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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