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“Griff nach den Sternen”: Neues Buch zur “Himmelsscheibe von Nebra” und Eröffnung der Sonderausstellung in Halle (+ Videos)

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"Griff nach den Sternen": Neues Buch zur Himmelsscheibe von Nebra und Eröffnung der Sonderausstellung (Bilder: gemeinfrei & Propyläen Verlag / Montage: Fischinger-Online)
“Griff nach den Sternen”: Neues Buch zur “Himmelsscheibe von Nebra” und Eröffnung der Sonderausstellung (Bilder: gemeinfrei & Propyläen Verlag / Montage: Fischinger-Online)

Die Archäologie verdankt Harald Meller, Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt, dass der Forschung heute die berühmte “Himmelsscheibe von Nebra” zur Verfügung steht. Er entriss sie 2002 aus den Händen von Hehlern und machte sie weltweit bekannt. Seit dem feilt er an seinen Thesen um ein “Königreich der Bronzezeit” in Mitteleuropa, dass weitreichende Kontakte hatte. Sie reichten nach Meller von England bis in den Orient. Dies versucht er jetzt in einem neuen Buch weiter zu untermauern, das jüngst erschien. Passend zu einer Sonderausstellung rund um die Welt der Himmelscheibe, die aktuell in Halle eröffnet wurde. Alles dazu erfahrt Ihr hier.


Die “Himmelsscheibe von Nebra”

Am 23. Februar 2002 konnte Harald Meller, Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt, einen spektakulären Erfolg verzeichnen. In einem Hotelk in der Schweiz konnte er die unlängst weltbekannte “Himmelsscheibe von Nebra” sicherstellen. Sie war 1999 von zwei Raubgräbern am Mittelberg nahe Nebra in Sachsen-Anhalt entdeckt und illegal ausgegraben worden. Meller gab sich als angeblicher Kaufinteressent aus. So konnte er den bisher einmaligen Fund der Wissenschaft zugänglichen machen.

Seit dem gilt die rund 3.600 Jahre alte “Nebra-Himmelscheibe” als einer der sensationellsten Funde der Archäologie des Jahrhunderts. Das Artefakt, das 2013 in das “Weltdokumentenerbe” der UNESCO aufgenommen wurde, steht seit dem im Mittelpunkt zahlreicher Forschungen. Aber auch Deutungen, Spekulationen und verschiedenster Interpretationen. über die auf diesem Blog und dem Mystery Files-Video-Kanal immer wieder berichtet wurde (z. B. Link HIER).

Der Archäologe Meller wieder glaubt anhand der Scheibe und der Hintergründe der Entstehung und der darauf zu sehenden Darstellungen ein ganzes “Königreich” ableiten zu können. Eine hoch entwickelte Kultur im Zentrum Europas, die schon der in der Steinzeit begann, und weitreichende Beziehungen zu anderen Ländern pflegte. Diese kulturellen Kontakte und der Austausch von Wissen und Ideen reicht dabei von Großbritannien bis in den Mittleren Osten (Mesopotamien). Und von Skandinavien über Mitteldeutschland bis ins alte Ägypten. So zumindest weit verbreitete Interpretationen des “deutschen Nationalheiligtums”.

Meller selber beflügelte diese Ideen. Etwa in seinem Buch “Die Himmelsscheibe von Nebra“, in dem er in der Scheibe den “Schlüssel zu einer untergegangenen Kultur im Herzen Europas” sieht. So trug er maßgeblich dazu bei, dass dieser Schatz weit über die Grenzen Deutschland hinaus bekannt wurde. Auch wenn nicht alle seine Thesen teilen.

“Griff nach den Sternen”

Um seine Thesen einer weit vernetzten Kultur und eines “Herren der Himmelscheibe” zu untermauern, legte Meller jetzt ein weiteres Buch vor. In “Griff nach den Sternen” geht Meller mit seinem Mitautoren Kai Michel, einem deutschen Historiker, der Spur “Nebra – Stonehenge – Babylon” nach. Eine “Reise ins Universum der Himmelsscheibe”, wie es der Untertitel verrät, zu dem der Verlag schreibt:

Ob Stonehenge, die Tempel Babylons oder ägyptische Göttermythen: Die frühen Zivilisationen versuchten, die Geheimnisse des Himmels zu entschlüsseln. Seit dem spektakulären Fund der Himmelsscheibe von Nebra, der ältesten konkreten Darstellung des Himmels, wissen wir, dass auch in Mitteleuropa vor fast viertausend Jahren eine Kultur blühte, die nach den Sternen griff. Durch Handel reich geworden, ließen sich ihre Herrscher in gewaltigen Grabhügeln bestatten.

Harald Meller und Kai Michel stellen in ihrem neuen Buch die Welt der Bronzezeit in faszinierenden Bildern vor. Sie zeigen, wie Archäologen immer neue Kontakte zwischen den Kulturen aufdecken, und präsentieren die neuesten Erkenntnisse der Forschung darüber, auf welche Weise das Wissen der Himmelsscheibe nach Nebra gelangt sein könnte.

“Wir neigen dazu, die Menschen damals dramatisch zu unterschätzen, aber die Welt der Bronzezeit ist hochgradig vernetzt”, so Meller laut DPA. Die Welt vor Jahrtausenden war seiner Ansicht nach bereits globalisiert:

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Es geht um Erklärungen des geistigen Fundaments der Himmelsscheibe. Sie ist nicht nur die älteste konkrete Darstellung des Himmels, sie ist auch das Produkt einer bereits vor rund 4.000 Jahren erstaunlich globalisierten Welt.”

Im Kleinen “globalesiert”. Denn Kulturkontakte über die Ozeane, etwa nach Amerika, sind für für den Archäologen bisher kein Thema (s. z. B. Link HIER oder Videos HIER & HIER).

“Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – Neue Horizonte”

Zeitgleich mit dem neuen Buch von Meller eröffnete in Halle auch die Sonderausstellung “Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – Neue Horizonte” rund um die Himmelsscheibe, die bereits HIER vorgestellt wurde. Eigentlich sollte diese Ausstellung im “Landesmuseum für Vorgeschichte” in Halle bereits im vergangenen Jahr eröffnen, musste aber auf den 4. Juni verschoben werden.

Die Forscher und Organisatoren wollen hierbei “die Ergebnisse der Forschungen rund um die Himmelsscheibe der vergangenen 20 Jahre” präsentieren. In enger Kooperation mit dem British Museum in London ist man in Halle besonders stolz darauf, dass man “über 50 Leihgebern aus 14 Ländern” für die Ausstellung gewinnen konnte. Seit dem Fund der “Himmelsscheibe von Nebra” 1999/2002 stellt sich nicht nur Landesarchäologe Meller die Frage:

Gab es auch in Mitteldeutschland eine Dynastie, deren Herrscher in weithin sichtbaren Grabhügeln bestattet wurden? Befehligten sie Armeen, deren Waffen wir in großen Bronzeschätzen wiederfinden? Lebte die Bevölkerung in friedlichen Zeiten, ohne Burgen und Befestigungen? Und reisten Verwegene in ferne Länder, um Kontakte zu knüpfen und neues Wissen mit in die Heimat zu bringen?

Obwohl seit der Entdeckung der Himmelscheibe rund zwei Jahrzehnte vergangen sind, wird die mit Sicherheit noch in Jahrzehnten Gegenstand der Forschung sein. Dies belegen nicht zuletzt die neusten Untersuchungen an dem Artefakt, die, wie HIER berichtet, neue Hintergründe zu der “ältesten konkreten Darstellung des Himmels” erbrachen.

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Neue Ausgrabungen am Ringheiligtum von Pömmelte und dessen “Rituallandschaft”: Verweisen neue Funde auf einen Schädelkult im “deutschen Stonehenge”?

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Ringheiligtum von Pömmelte: Verweisen neue Funde auf einen Schädelkult im "deutschen Stonehenge"? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Ringheiligtum von Pömmelte: Verweisen neue Funde auf einen Schädelkult im “deutschen Stonehenge”? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Wie auf Mystery Files mehrfach berichtet, laufen derzeit neue Ausgrabungen und Forschungen rund um das Ringheiligtum von Pömmelte unweit von Magdeburg. Dem “deutschen Stonehenge”, wie es übertrieben auch gerne genannt wird. Jetzt gaben die Archäologen bekannt, dass in der nahen Siedlung der Steinzeit bis in die Bronzezeit, die dort seit längerem ausgraben wird, Hinweise auf einen “Schädelkult” entdeckt wurden.


Ringheiligtum von Pömmelte: Das “deutsche Stonehenge”

Die Kreisgrabenanlage von Pömmelte liegt südlich von Magdeburg in Zackmünde und ist seit Jahren Gegenstand der archäologischen Forschung. Seit die Anlage aus dem 3. Jahrtausend vor Christus vor Jahren auf Luftbildern entdeckt wurde, graben dort Wissenschaftler. Heute ist die 2016 als Rekonstruktion wieder aufgebaute ein Ausflugsziel und wird unter anderem vom Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle in Sachsen-Anhalt intensiv erforscht.

Es gilt heute als sicher, dass die 115 Meter im Durchmesser messende Ringanlage über lange Zeiträume hinweg als Heiligtum und Kultort genutzt wurde. Verschiedene vorzeitliche Kulturen sind hier nachweisbar, die bereits vor rund 4.500 Jahren an diesem Ort lebten. Welche Art von Ritualen die unterschiedlichen Kulturen hier feierten oder abhielten, lässt sich mit Gewissheit nicht abschließend belegen. Da das hölzerne Bauwerk zeitlich in die Epoche des britischen Stonehenge passt und zumindest von seiner Ausdehnung her ähnliche Dimensionen aufweist, nennen es einige auch das “deutsche Stonehenge”.

Eine Übertreibung, die allerdings weltweit auf runde oder ringförmige Anlagen der Vorzeit angewendet wird. Ob sie dabei dem Alter oder der Größe von Stonehenge entsprechen, ist dabei ebenso nebensächlich wie die Frage, ob sie aus Holz oder Stein gebaut wurden.

Vergangene und aktuelle Ausgrabungen an und um die Kreisgrabenanlage von Pömmelte zeigten bereits, dass hier eine große Ansiedlung gestanden haben muss. Ein ganzes Zentrum der Bronzezeit, mit riesigen Häusern, die von den Archäologen als größte bisher bekannte Siedlung der frühen Bronzezeit angesehen wird. Verschiedene Brunnen, Gruben, Langhäuser von zum Teil bis zu 30 Metern Länge und Gräber konnten die Forscher um Grabungsleiter Matthias Zirm bereits freilegen oder nachweisen. Wie auf diesem Blog berichtet, sind 80 komplette Häusergrundrisse bereits ausgegraben worden. Sie liegen nur einen Steinwurf vom Ringheiligtum entfernt.

Zirm geht davon aus, dass es “bis zum Ende der Grabung im Herbst” 2021 “mit den weniger gut erhaltenen Exemplaren wohl insgesamt 130 Häuser sein” werden.

Eine Schädelkult?

Hinzu kommen zahllose Fundstücke des Alltages, wie Becher, Krüge, Tassen, Keramtiken, Beile und Tierknochen. Welche genau rein “kultischen Zwecken” dienten, ist unklar. Laut den Archäologen belegen aber gefundene Gräber und menschliche Überreste mit teilweise schweren Verletzungen auf blutige Ritualhandlungen hin. Möglicherweise ein Ahnenkult. Dies muss jahrhundertelang vor Ort geschehen sein, da auch die entdeckten Häuser aus unterschiedlichen Epochen stammen. Alle Funde zusammengenommen deuten auf eine “Rituallandschaft” um das Ringheiligtum hin, ist auch Landesarchäologe Harald Meller in einer Pressemitteilung vom 18. Mai sicher:

Bereits die Untersuchungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass das vor etwa 4.350 Jahren errichtete Ringheiligtum von Pömmelte und das nur wenig jüngere benachbarte Ringheiligtum von Schönebeck Elemente einer ausgeprägten Rituallandschaft waren. So konnte im letzten Jahr südöstlich des Ringheiligtums von Pömmelte ein monumentaler Grabbau der Baalberger Kultur (4.000–3.400 v. Chr.) komplett freigelegt werden. Aus der Zeit der sogenannten Schnurkeramischen Kultur (ab ungefähr 2.800 v. Chr.) stammt ein astronomisch orientiertes Grabengeviert vor dem östlichen Eingang des Ringheiligtums. Ein vergleichbares, etwas kleineres Geviert wurde im letzten Jahr am Ringheiligtum von Schönebeck an gleicher Stelle aufgedeckt. Aufwendige Grabanlagen und Gräberfelder von der Jungsteinzeit bis in die Bronzezeit ergänzen das Bild.

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Heißt es dazu in der Mitteilung des “Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt” weiter. Dies wiederum weist in der Tat deutliche Parallelen zum englischen Stonehenge auf. Auch hier findet sich um die steinzeitliche Megalithanlage ein Rituallandschaft, in der zahllose Bodendenkmäler aus unterschiedlichen Epochen nachweisbar sind. Meller vermutet laut einer dpa-Meldung auch, dass hier unsere Ahnen einen “Schädelkult” praktizieren:

In einer Bestattung lag ein Schädel neben dem Skelett. Auch im Kreisgraben des Ringheiligtums wurden Schädel deponiert. Das lässt einen Schädelkult der damaligen Menschen vermuten.

Wie udn wann genau dieser “Schädelkult” dort ausgeübt worden sein soll, verriet der Forscher nicht.

Eine bedeutende Sakrallandschaft

Die aktuellen Grabungen konzentrieren sich nicht direkt auf das Ringheiligtum:

Im Fokus der archäologischen Ausgrabungen des Jahres 2021 steht wieder die Siedlung vor den Toren des Ringheiligtums Pömmelte, die aufgrund ihrer enormen Ausdehnung bereits in den Vorjahren Aufsehen erregte. Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses steht derzeit die Klärung des Verhältnisses dieser Siedlung zum Ringheiligtum.”

Von der Jungsteinzeit (ab etwa 2300 vor Christus) bis in “die Epoche unmittelbar nach der Niederlegung der Himmelsscheibe von Nebra” um 1550 vor Christus haben hier Menschen gesiedelt. Eine “Mega-Siedlung”, wie die Archäologen sie in ihrer Mitteilung nennen. Bis zum 1. Oktober soll deshalb eine Gesamtfläche von 24.000 Quadratmetern untersucht werden. “Weitere wichtige Erkenntnisse zur Kulturlandschaft an der Elbe” seien deshalb auch noch in Zukunft zu erwarten.

Kulturstaatssekretär Gunnar Schellenberger blickt voller Optimismus auf die Zukunft der Kultstätte und der gesamten Region. Vor allem für den Tourismus durch das im Bau befindliche Besucherzentrum:

Die Fortsetzung der Erforschung der Rituallandschaft an der Elbe soll die Grundlage dafür bilden, die Region um Schönebeck langfristig als kulturtouristisches Ziel zu etablieren. Bereits das rekonstruierte Ringheiligtum Pömmelte, das ‘deutsche Stonehenge’ hat sich schnell zu einem touristischen Highlight und Anziehungspunkt für Besucher aus ganz Deutschland entwickelt. Dieses Potential soll in den kommenden Jahren weiter ausgeschöpft werden.

“Die weit über die Region hinausweisende kulturhistorische Bedeutung des vorgeschichtlichen Monuments”, so die Archäologen, “liegt insbesondere auch in dessen Analogie zum ‘echten’ Stonehenge”. Beide seien von “Vertretern derselben Glockenbecherkultur errichtet” worden und beide Anlagen waren einst “Bestandteil und Zentrum einer über Jahrtausende bedeutenden Sakrallandschaft” gewesen.

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Moderne Technik der 3D-Darstellung und Fotogrammmetrie lieferte neue Erkenntnisse zur “Himmelsscheibe von Nebra” (+ Videos)

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Moderne Technik der 3D-Darstellung und Fotogrammmetrie lieferte neue Erkenntnisse zur Himmelsscheibe von Nebra (Bilder: gemeinfrei & Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt/J. Lipták / Montage: Fischinger-Online)
Moderne Technik der 3D-Darstellung und Fotogrammmetrie lieferte neue Erkenntnisse zur “Himmelsscheibe von Nebra” (Bilder: gemeinfrei & Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt/J. Lipták / Montage: Fischinger-Online)

In knapp drei Wochen soll die Sonderausstellung “Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – Neue Horizonte” im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle beginnen. Im Zuge dieser Ausstellung wurde auch das Kernstück der Ausstellung, die eigentliche “Himmelsscheibe von Nebra“, erneut untersucht. Mit neuen Methoden und Technologien gelang es den Forschern dabei dem unschätzbaren archäologischen Artefakt weitere Geheimnisse zu entlocken, wie sie heute bekannt gaben. Welche das sind, erfahrt Ihr hier.


Neue Untersuchungen der “Himmelsscheibe von Nebra”

Seit rund 20 Jahren wird die berühmte “Himmelsscheibe von Nebra” nun bereits wissenschaftlich erforscht. Das rund 3.600 Jahre alte Fundstück sorgte dabei immer wieder für Schlagzeilen, über die auf diesem Blog und dem Mystery Files-YouTube-Kanal entsprechend berichtet wurde. Es scheint, als nehmen die Forschungen und Analysen an der Scheibe nie ein Ende. Und so ist es auch, wie das “Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt” in einer Pressemitteilung am 12. Mai bekannt gab.

Im Rahmen der Sonderausstellung “Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – Neue Horizonte” (s. HIER), die vom 4. Juni bis zum 9. Januar 2022 im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle laufen soll, wurde auch die viel diskutierte Nebra-Himmelsscheibe erneut untersucht. Genutzt wurden hierbei modernste bildgebende Verfahren, wie dreidimensionale Vermessungen und Abbildungen mit digitalen Mikroskopen und Röntgentechnik. Ebenso die Fotogrammmetrie, durch die die Archäologen bisher ungeahnte Einblicke in den Herstellungsprozess der Himmelsscheibe bekamen.

Ein Team um Prof. Dr. Roberto Risch von der Autonomen Universität Barcelonafertigte mittels digitaler Fotogrammmetrie zudem tausende Einzelfotos an. Im Durchschnitt wurden so aus 120 Einzelbildern Detailfotos zusammengesetzt, die “als Grundlage für eine dreidimensionale Darstellung genutzt werden”. Für das bloße Auge sind diese Details auf dem weltweit einmaligen Fundstück kaum oder oder nicht sichtbar.

Von dem Artefakt ist übrigens HIER eine handgefertigte 1 zu 1 Kopie aus Metall erhältlich!

Von Steinwerkzeugen bis Stahlwolle-Pads

“Unter Verwendung der Digitalmikroskopie konnte zum einen nachgewiesen werden, dass die Tauschierrille für den heute fehlenden Horizontbogen in zwei Arbeitsschritten mit zwei unterschiedlichen Meißeln entstand”, so das Landeamt in ihrer Pressemitteilung. Damit sie unter anderem erwiesen, dass verschiedene Handwerker mit unterschiedlichen Werkzeugen die “Himmelsscheibe von Nebra” anfertigten.

Auch nachweisbar waren Kratzer von Stahlwolle auf dem einmaligen Artefakt. Etwa auf den Goldblechen. Diese sind natürlich nicht antiken Ursprungs, sondern stammen von einer Reinigung mit Stahlwolle-Pads “durch den ersten Hehler”. Die ursprünglichen Schöpfer der Scheibe nutzten, so die Analysen, zur Politur einen “Sauzahn”. “Dem Hauer eines Wildschweines, wie er noch bis in die Neuzeit zu diesem Zwecke von Goldschmieden eingesetzt wurde.” Doch auch ganz einfache Steinwerkzeuge kamen hier einst zum Einsatz:

Auf der Rückseite zeigen sich im randlichen Bereich die Schleifspuren eines groben Steinwerkzeugs. Äußerst pragmatisch hat hier ein bronzezeitlicher Handwerker nach der Durchlochung der Himmelsscheibe lediglich den äußeren, zuvor umgearbeiteten Randbereich, nicht aber die ganze Rückseite, abgeschliffen.

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Durch die fotometrischen Aufnahmen können die Forscher jetzt auch erkennen, wie genau die einzelnen Elemente der Scheibe angebracht und bearbeitet wurde. Beispielsweise erkennt man, das sich die Richtung der Hammerschläge zur Befestigung der unten angebrachten “Sonnenbarke” änderte. Dies geschah bei der späteren Anbringung des Bogens, um benachbarte Sterne nicht mit dem Werkzeug zu beschädigen. “Dies ist als weiterer deutlicher Hinweis für die Mehrphasigkeit der Himmelsscheibe von Nebra zu werten”, so die Archäologen.

Verschönerungen und Gluthitze

Die Digitalmikroskopie ergab ebenfalls, dass die “Himmelsscheibe von Nebra” offensichtlich eine Schwarzfärbung hatte. Sie ist nur noch teilweise erkennbar und wurde von durch Prof. Dr. Herbert Pöllmann vom Institut für Geowissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg genauer untersucht. Er stellte fest, dass es sich um das Kupferoxid Tenorit handelt, das nicht natürlich entstanden ist. Etwa durch Erosion.

Vielmehr ergab die Analyse, dass die Scheibe “bis zur sanften Rotglut auf ungefähr 800 Grad Celcius” erhitzt worden sein muss:

Das Vorhandensein des Tenorits belegt somit ein wiederholtes Durchglühen der Himmelsscheibe. Jedoch nicht nur das: hätten die schwärzlichen Auflagerungen bei einem goldglänzendem Objekt den optischen Eindruck doch erheblich gestört, so war ihre Entfernung bei der Himmelsscheibe schlichtweg nicht nötig, weil sie bereits schwarz patiniert war.”

Diese schwarzen Verfärbungen erkennt man vor allem noch auf der Rückseite und an jener Stelle, an der an der Sonne oder dem Vollmond ein Stück abgebrochen ist. Verantwortlich dafür seien die Raubgräber, die die “Himmelsscheibe von Nebra” 1999 ausgruben. So kann man heute unter dieser Beschädigung die Tenorit-Spuren deutlicher sehen.

Deutsch zu sehen war durch das “detaillierte digitale Röntgenbild” auch, “dass die Gestaltung der Sonnenbarke im unteren Bereich der Himmelsscheibe ursprünglich etwas anders geplant war”. “Die Profilierung der in die Bronze vorgeritzten Sonnenbarke und die Profilierung der Goldblechauflage” stimmen nicht überein, so die Forscher. Warum die Position der “Sonnenbarke” geändert wurde, ist unklar. “Am wahrscheinlichsten erfolgte hier eine bewusste Konzeptänderung aus ästhetischen Gründen.”

Von dem Skandal, dass die Himmelscheibe angeblich rund 1.000 Jahre jünger ist, wie auf diesem Blog mehrfach berichtet, war indes keine Rede mehr.

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Wenn am Brocken die rote Sonne im Wald versinkt: Stimmt die astronomische Ausrichtung der Himmelsscheibe von Nebra? ( + Videos)

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Wenn am Brocken die rote Sonne im Wald versinkt: Stimmt die astronomische Ausrichtung der Himmelsscheibe von Nebra? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Wenn am Brocken die rote Sonne im Wald versinkt: Stimmt die astronomische Ausrichtung der Himmelsscheibe von Nebra? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Die rund 4.000 Jahre alte “Himmelscheibe von Nebra” soll genau das sein, was ihr Name sagt: Eine Art Darstellung des Himmels, ein Kalender mit astronomischen Ausrichtungen und Daten. “Justiert” wurden diese von ihrem Fundort aus am Brocken im Harz. Doch eine scheinbar vollkommen übersehende Meldung bestreitet jetzt diese Ausrichtung der “Himmelsscheibe von Nebra”.


Mythos “Himmelscheibe von Nebra”

Über die 1999 von Raubgräbern gefundene “Himmelsscheibe von Nebra” (rund 4.000 Jahre alt) wurden auf diesem Blog und auch in Videos auf meinem YouTube-Kanal schon vielfach berichtet. Einige der Videos findet Ihr am Ende angeführt. Nicht zuletzt sorgte vor einigen Monaten eine veröffentlichte Untersuchung für Aufsehen, die den deutschen Jahrtausendfund aus Sachsen-Anhalt um eben diese 1.000 Jahre jünger datierte.

Ein Expertenstreit entbrannte, über den zum Beispiel HIER, HIER und in diesem Video HIER berichtet wurde (s. 1. Video unten). Einher mit dieser “Neudatierung” ging  auch die daraus resultierende Aussage, dass es eine Art “Königreich” um diese Himmelsscheibe damit auch nie gegeben haben kann. Selbst die Beifunde wie Schwerter und Schmuck wurden in Zweifel gezogen. Für den Landesarchäologen Harald Meller aus Halle geradezu eine Provokation gegen ihn persönlich. Immer war er es, der die Scheibe für die Archäologie zugänglich machte und unter anderem von ihr sein “Reich” um die Himmelsscheibe herleitete. Ein Königreich der Bronzezeit in Sachen-Anhalt.

Ob es so etwas wirklich gab, ist fraglich. Zumindest nach den Vorstellungen, die wir alle mit einem Königreich verbinden.

Anders ist es bei den astronomischen Ausrichtungen, Daten und Informationen, die anhand der Himmelsscheibe abgelesen wurden. Obwohl die “Himmelscheibe von Nebra” auf rund 3.600 Jahre datiert wird und in mehreren Etappen erweitert und umgestaltet wurde, ist man sich sicher, dass sie älteste Darstellung des Himmels überhaupt ist. Betont wird hierbei aber meistens, dass die älteste konkrete Darstellung sei. Denn es gibt Himmelsdarstellungen, die zehntausende Jahre älter sind.

Wenn am Brocken die Sonne im Wald versinkt …

Vor allem Sonnenwenden lassen sich an der Scheibe ablesen und Bestimmen. So die vorherrschende Meinung. Dies lässt sich an beiden goldenen Bögen, “Horizontbögen” genannt, ablesen, die in einem Winkel von 82 Grad an den Seiten der Scheibe angebracht sind. Dabei spielt der Brocken im Harz eine entscheidende Schlüsselrolle. Jener mythische Berg, der seit jeher von Sagen und Legenden umrankt ist.

Nach der üblichen Lesart der Archäologen, wurde die Scheibe vom Mittelberg in Nebra aus anhand des weit entfernten Brocken justiert. Exakt an jenem Platz, wo sie 1999 auf gefunden wurde und wo sich heute ein 30 Meter hoher Aussichtsturm befindet. Er ist Teil des Besucherzentrums “Arche Nebra” und der archäologischen Tourismusroute “Himmelswege”. Dort sind für Besucher auch entsprechende Visirlinien angebracht, die von der Himmelsscheibe übertragen wurden.

Bei Sonnenuntergang am Tag der Sommersonnenwende geht die Sonne über den ca. 85 bis 90 Kilometer entfernten Brocken unten. Um die “Himmelsscheibe von Nebra” zu justieren, richtet man sie an diesem Tag waagerecht so aus, dass eine Seite des neben der mutmaßlichen “Mondsichel” liegenden Goldbogens exakt auf den Sonnenuntergang am Brocken weist. Den unteren “Peilpunkt” bildet ein Ende des zweiten Bogen. Das Titelbild zeigt diese Justierung am 21. Juni.

Auf der Internetseite der “Himmelswege” heißt es dazu:

Ein senkrechter Schnitt teilt das Bauwerk und markiert die Sichtachse zum Harzmassiv mit dem Brocken. Auch heute kann man beobachten, wie hinter dieser markanten Landmarke zur Sommersonnenwende, am längsten Tag des Jahres, die Sonne untergeht. Auf diese Weise ließ sich wohl schon vor 3.600 Jahren die Himmelsscheibe einordnen und als Sonnenkalender nutzen. Vom Aussichtsturm aus lassen sich so auch über die heutigen Baumkronen hinweg die bronzezeitlichen Himmelsbeobachtungen wieder nachvollziehen.”

Solche und ähnliche Erklärungen finden sich in allen Veröffentlichungen, die sich mit der “Himmelsscheibe von Nebra” befassen. Es ist ein Fundament der astronomischen Untersuchungen der Scheibe. Stimmt das aber auch?

Falsche Ausrichtung?

Zweifel an der Ausrichtung aus den Brocken scheint kaum jemand zu haben. Er gilt als “markante Landmarke”, die in 85 Kilometern Entfernt von unseren Ahnen am Mittelberg angepeilt wurde. Wie aber konnte man von dort durch die Wälder den Brocken vor Jahrtausenden überhaupt sehen, um diesen anzupeilen? Gar nicht.

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Heute versperren die dichten Wälder den Blick zum höchsten Berg des Harz. die natürlich zur Sommersonnenwende und damit am Tag der Ausrichtung der Scheibe am 21. Juni in dicht belaubtem Grün standen. Ebenso versperren Hügel im Vordergrund den freien Blick zum Brocken, wie es “Deutschlandfunk” in einer Meldung vom 12. März schreibt. Selbst wenn damals das Gebiet nicht bewaldet war, “war der Brocken damals sicher keine auffällige Horizontmarke”. Und vom heutigen Aussichtsturm “ist der Brocken nur vage auszumachen”, wie es bei “Deutschlandfunk” weiter heißt. Weiter heißt es:

Zum einen geht die Sonne zur Sommersonnenwende vom Mittelberg aus nicht genau hinter dem Brocken unter, sondern etwa zwei Grad weiter links.

Zum anderen ist der 85 Kilometer entfernte Brocken von dort praktisch nicht zu sehen. Ihn verdecken Hügel im Vordergrund. Das zeigt der Anblick vom Mittelberg, der sich mit Hilfe von dreidimensionalen Geländekarten simulieren lässt. Sie basieren auf den metergenauen Daten von Radarsatelliten.

Dies sind erstaunliche Aussagen, die bisher scheinbar übersehen wurden. Meiner Meinung nach ist bei astronomischen Thesen über Kalender etc. von uralten Stätten (wie Stonehenge und andere) viel zu selten die Lage bedacht worden. In Artikeln oder Vorträgen verwies ich immer wieder auf den Umstand, dass bei “Kalenderbauten für die Landwirtschaft” und ähnlichen Deutungen scheinbar die Umwelt zu wenig beachtet wird. Jahrzehntelang den Himmel beobachten, wenn Wolken, Wetter, Bäume und mehr diese Bobachtungen oft unmöglich machen – nur für einen Kalender …?

Quelle?

“Der Brocken ist vom Mittelberg aus kaum zu erkennen und die Sonne ging auch schon vor fast 4.000 Jahren deutlich links von ihm unter”, schreibt der Autor Dirk Lorenzen in seinem Beitrag bei “Deutschlandfunk“. Dazu wird eine einfache Grafik gezeigt, deren Quelle mit “OpenStreetMap-Mitwirkende/ESA/Stellarium” angeben wurde. Weitere Quellen oder Personen, die diese Ausrichtung überprüft haben, finden sich nicht.

“Stellarium” ist eine sehr verbreitete und beliebte Astronomie-Software, die ich selber vor Jahrzehnten nutzte. Die ESA ist bekannt und “OpenStreetMap” findet Ihr HIER. Vielleicht kein ein Mystery-Fan, der diese oder andere Software nutzt und beherrscht, diese Angaben einmal überprüfen und sich bei mir melden?

Stutzig sollte man bei der Meldung von “Deutschlandfunk” durchaus werden. Zumal es schon zahlreiche Publikationen gab, die sich eben genau mit den astronomischen Bezügen der Scheibe befassten. Nicht umsonst heißt sie ja “Himmelscheibe”. Etwa auch Theodor Schmidt-Kaler und Wolfhard Schlosser in diversen Veröffentlichungen, die unter anderem in “Archäologie in Sachsen-Anhalt” oder auch in der “Jahresschrift für Mitteldeutsche Vorgeschichte” erschienen.

Hat die Präzession die Himmelsscheibe “verstellt”?

In der Untersuchung “Zur astronomischen Deutung der Himmelsscheibe von Nebra” wies Schmidt-Kaler beispielsweise bereits 2006 auf geringe Abweichungen der Ausrichtung hin.

Schmidt-Kaler ist aber auch sicher, dass durch die , dem “Schwanken” der Erdachse ca. alle 25.784 Jahre, eine Art “Kalenderreform” nachzuweisen ist. Durch das Eintreten der Sonne in das Sternbild der Plejaden, wie er schreibt. “Dementsprechend dürfte die Nebra-Scheibe sicher um oder nach 2320, aber deutlich vor 1700 v. Chr. geschaffen worden sein”, ist er sich in seiner Studie sicher.

Die kleine Meldung über Zweifel an der astronomischen Ausrichtung der Scheibe scheint irgendwie allein im weiten Raum der Nebra-Veröffentlichungen zu stehen. Auch wird an keiner Stelle erwähnt, ob die Präzession überhaupt bei der Feststellung, dass die Sonne “etwa zwei Grad weiter links” am 21. Juni untergeht, berücksichtigt wurde. Deshalb bleibt wohl der einzige Zweifel, der Umstand, dass der Brocken durch die Wälder und/oder Entfernung vom Fundort in Bodennähe aus kaum bis gar nicht sehnen kann.

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5.500 Jahre alt und dutzende Gräber: Bei einem Dorf in Polen wurde ein einmaliger Friedhof der Steinzeit entdeckt

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5500 Jahre alt: In Polen wurde einer der größten Steinzeitfriedhöfe entdeckt (Bilder: J. Bulas/Nauka w Polsce)
5500 Jahre alt: In Polen wurde einer der größten Steinzeitfriedhöfe entdeckt (Bilder: J. Bulas/Nauka w Polsce)

Archäologen haben in der Gemeinde Świętokrzyskie in Działoszyce in Polen zufällig auf Luftbildaufnahmen einen riesigen Grabkomplex aus der Steinzeit entdeckt. Nach ersten Grabungen sind sich die Forscher sicher, dass hier dutzende Gräber verborgen liegen, deren Alter mit 5.500 Jahren angeben wird. Ein systematisch angelegter Friedhof-Kompelx, der bisher beispiellos sei. Nähers über den überraschenden Fund erfahrt Ihr hier.


Überraschende Funde der in Polen

Die Luftbildarchäologie und damit die klassische Archäologie an sich feiert seit dem Anbeginn der Fliegerei einen Erfolg nach dem anderen. Unzählige archäologische Stätten, Gebäude und Spuren wurden seit dem in aller Welt aus einem Flugzeug oder Helikopter heraus entdeckt. Heute nutzt man dazu auch Drohnen und Satelliten im All und jeder Hobbyforscher kann daheim mittels “Google Earth” sich auf die Suche nach uralten, versunkenen Ruinen und Stätten machen. Oftmals sind es nur “Schatten” im Erdreich, die dem geschulten Auge aber weit mehr verraten, als es zuerst den Anschein hat.

Solche Spuren sind für den Archäologen immer klare Hinweise, dass sich an diesen Stellen im Erdreich versunkene Bauten oder andere künstliche Werke finden. Sie können beispielsweise von den Römern stammen. Etwa die Reste von Häusern, Bauernhöfen oder alte Straßen, die heute niemand mehr kennt. Am Boden selber sieht man davon nichts. Je nach Jahreszeit sowie vor allem Größe und Art der Vegetation erkennt man derartige Spuren mal mehr, mal weniger klar aus der Luft. Beispielsweise wurde so auch das berühmte Sonnenobservatorium von Goseck in Sachsen-Anhalt entdeckt. Eine Ringwallanlage aus der Steinzeit, die später als Rekonstruktion wieder aufgebaut wurde. Archäologen datieren die Kreisgrabenanlage auf rund 7.000 Jahre.

Überraschende Funde sind bei solchen Forschungen von oben immer garantiert. Das Erdreich ist voll mit Hinterlassenschaften unserer Ahnen in jedem Teil der Erde, die bis weit in die Steinzeit zurückgehen. Sie alle archäologisch zu erfassen, zu dokumentieren und letztlich auszugraben ist unmöglich. Hier wägen die Archäologen genau ab, was aktuell ein lohnenswertes Ziel für Grabungskampagnen sein könnte, und was hinten anstehen muss. Genau so geschieht es aktuell bei dem Dorf Dębiany in Provinz Świętokrzyskie im Südosten von Polen. Rund 50 Kilometer nordöstlich von Krakau.

5.500 Jahre alter Steinzeit-Friedhof

Hier fanden sich auf Luftbildaufnahmen von Feldern ungewöhnliche Verfärbungen bzw. Strukturen im Boden. Entdeckt hatte sie der Krakauer Archäologe Jan Bulas auf entsprechenden Aufnahmen, wodurch er schnell sicher war, dass diese “Schatten” auf archäologische Stätten im Erdreich zurückzuführen sein könnten. Vor allem eine viereckige Verfärbung ließ darauf schließen. Felduntersuchungen vor Ort mit geophysikalischen Messungen bestätigen die Vermutung, dass hier etwas verborgen liegt. Eine steinzeitliche bzw. megalithische Grabstätte, so die ersten Deutungen.

Verblüfft waren die Ausgräber hingegen von dem Ausmaß der versunkenen Konstruktionen, da im Umfeld dutzende weitere Gräber gefunden wurden. Die folgenden Ausgrabungen des Teams um den Archäologen Marcin M. Przybyła übertrafen daraufhin die Erwartungen der Forscher, wie “Nauka w Polsce” am 2. März in einer Pressemitteilung veröffentlichte. Demnach sei die Anlage nicht nur rund 5.500 Jahre alt, sondern auch recht ungewöhnlich. Anders als in vielen Teilen Polens und Europas wurden die Gräber dort nicht aus Megalithen gebaut, sondern aus Holz.

Jedes Grab wurde mit Holzpfosten ausgekleidet und verstärkt und unter einem Grabhügel in Trapezform verborgen. Um diese Hügel von 40 bis 50 Metern Länge errichteten die Steinzeitmenschen Gräben und eine Palisade aus Holzpfosten, die heute längst verwittert sind. Die Pfostenlöcher selber sind bis heute erhalten und zu erkennen. Nach den ersten Ausgrabungen ist sich Przybyła sicher, dass dieser Friedhof der Steinzeit lange in Gebrauch war, und immer wieder rituell genutzt wurde. Wahrscheinlich sogar bis in das 10. bis 9. Jahrhundert vor Christus, also bis in die späte Bronzezeit.

Eine einmalige Anlage

In dieser Zeit haben die Menschen dort eine quadratische Verteidigungsanlage errichtet, die nach Einschätzung der Archäologen möglicherweise ein vorübergehendes Militärlager war. Ob zu dieser Zeit den dort Bestatteten noch in irgendeiner Art rituellen Kult gedacht wurde, ist natürlich fraglich. Eine solche Anlage an sich sei in Polen aber bisher nicht bekannt, betonen die Forscher:

Es war nicht dauerhaft bewohnt. Vielleicht diente es als Militärlager oder als Gegenstand religiöser oder sozialer Rituale. Es ist erwähnenswert, dass ein ähnlicher Ort in Polen unbekannt ist.”

Wirkliche Grabbeigaben oder wertvolle Artefakte wurden nach Aussage von Marcin M. Przybyła bisher nicht entdeckt. Geplündert seien die Gräber allerdings auch nicht, wie der Forscher betont:

Leider wurden die meisten Überreste des Verstorbenen und die Ausrüstung von diesen Bestattungen entfernt, während der Friedhof in Betrieb war. Es war ein rituelles Verhalten, dem wir auf Friedhöfen aus dieser Zeit häufig begegnen.”

Einige der entdeckten Gräber weichen von den Holzkonstruktionen ab, da sie aus Kalksteinblöcken erbaut wurden. Ebenso würden “die kurzen Ostmauern den Eingang zu einer Art Grabkapelle – einem Vestibül – enthalten”, so Przybyła. Weitere monumentale Grabanlagen wurden bereits vor einigen Jahren nördlich und südlich der Befestigungsanlage nachgewiesen. Bei ersten Ausgrabungen im Sommer 2019 und 2020 mit Geldern des “Landesamtes für Denkmalschutz” in Kielce wurden diese bereits erstmals untersucht.

Marcin M. Przybyła betont, dass diese einmaligen Steinzeit-Funde von hoher archäologischer Bedeutung sind. Deshalb werden auch in den kommenden Jahren hier noch weitere Ausgrabungen folgen. Mit Unterstützung der Einheimischen und des Grundbesitzers, wie er gegenüber “Nauka w Polsce” unterstreicht.

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Forschungsschiff startet die Erkundung eines 3.500 Jahre alten Hügelgrab auf dem Grund des “Süßen See” (+ Video)

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Forschungsschiff startet die Erkundung eines 3500 Jahre alten Hügelgrab auf dem Grund des Süßen See (Bild: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)
Forschungsschiff startet die Erkundung eines 3500 Jahre alten Hügelgrab auf dem Grund des Süßen See (Bild: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)

Wie Anfang Januar 2021 in einem YouTube-Video berichtet, fanden Forscher auf dem Grund des “Süßen See” bei Halle eine seltsame, kreisförmige Struktur. Sie halten das mittels Sonar entdeckte Gebilde für ein 3.500 Jahre altes Hügelgrab, das bisher unbekannt war. Und wahrscheinlich sogar unversehrt ist. Jetzt starteten die Wissenschaftler mit einem Forschungsschiff eine genaue Erkundung des Fundes. Was die Experten sich konkret erhoffen, erfahrt Ihr hier.


(re-Post)

Ein im See versunkenes Hügelgarb bei Halle

Deutsche Forscher um den Archäologen Dr. Sven Thomas fanden im April 2018 auf dem Grund des “Süßen Sees” westlich von Halle eine kreisförmige Struktur mit einer Unterwasserdrohne. Schnell waren sich die Experten sicher, dass es sich um eine von Menschen erbaute Anlage handelt. Ein Hügelgrab, waren sie sich schnell sicher, das fast 3.500 Jahre alt ist. Damit stamme es aus der Bronzezeit.

Weiter ergaben hydromagnetische Messungen, dass sich im Inneren des kreisförmigen Grabhügels Metall befindet. Damit könnte der Fund seit 3,5 Jahrtausenden unangetastet geblieben sein, wie in dem unten nochmals angefügten Video im Januar 2021 berichtet. Dennoch sind und waren weitere Forschungen notwendig, die heute ( 8. März) begonnen haben. Das Forschungsschiff “Sonara” der Mitteldeutschen Ingenieurconsult (Midi/Halle) soll, ausgerüstet mit der modernster Messtechnik, eine Woche lange den Grund des “Süßen See” erkunden. Nicht nur nach möglichen Artefakten wird gesucht, sondern auch der komplette Seegrund soll dreidimensional kartiert werden.

Natürlich gilt das Hauptinteresse dem vermuteten Hügelgrab in rund 5 Metern Tiefe.

Suche nach Artefakten

“Viele neue Erkenntnisse” erhofft sich der verantwortliche Archäologe Dr. Thomas von dieser Expedition. Vor allem auch durch den Einsatz eines speziellen Sonargerätes, dass den Grund durch Schallwellen bis in 2 Meter Tiefe scannen und darstellen kann. Mutmaßliche Artefakte, die seit tausenden von Jahren unter dem heutigen Seegrund liegen, können so sichtbar gemacht werden. Schicht für Schicht kann diese Technologie deutlich die Konturen möglicher Objekte darstellen, so Thomas.

Schon jetzt hat das versunkene Grab einen Spitznamen bekommen: “Malandis”. Ein Anspielung auf das legendäre “Atlantis” und den Namen “Marsfelder Land”, in dem sich der “Süße See” befindet. Sehr weit hergeholt, da hier selbstverständlich keine versunkene Zivilisation in dem doch recht kleinen See liegt. Es spiegelt aber die Begeisterung der Anwohner und Segler wieder, das Projekt “großartig unterstützt”, wie es Thomas betont.

Mit der Lokalisierung von künstlichen Objekten Tief im See beginnt eigentlich erst die genauere Forschung. Denn die gewonnen Daten müssen in der Folge erst mal ausgewertet und eingeschätzt werden. erst dann können Taucher und Unterwasserarchäologen sich an die Arbeit machen diese Artefakte zu bergen. Auch Dr. Sven Thomas betont, dass mit der aktuellen Mission “Ausgrabungen und der Einsatz von Tauchern vorbereitet” werden.

Es bleibt also spannend im “Süßen See”!

Video zum Thema

YouTube-Video vom 1. Januar 2021 auf Mystery Files

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Die Kreisgrabenanlage Pömmelte: Archäologen entdeckten einen bis zu 4.800 Jahre alten Vorgängerbau (+ Videos)

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Die Kreisgrabenanlage Pömmelte: Archäologen haben hier einen bis zu 4.800 Jahre alten Vorgängerbau entdeckt (Bild: L. Petereit/himmelswege.de / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Die Kreisgrabenanlage Pömmelte: Archäologen haben hier einen bis zu 4.800 Jahre alten Vorgängerbau entdeckt (Bild: L. Petereit/himmelswege.de / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Wie im April dieses Jahres auf Fischinger-Online berichtet, gingen “trotz Corona” die Ausgrabungen am über 4.300 Jahre alten “Ringheiligtum Pömmelte” südlich von Magdeburg weiter. Eine Kreisgrabenanlage, die sich inmitten einer “rituellen Landschaft” befindet, die über Jahrtausende hinweg genutzt wurde. Seit der Steinzeit. Jetzt haben die Archäologen der Universität Halle die ersten Ergebnisse ihrer Ausgrabungen öffentlich gemacht. Unter anderem fanden sie einen älteren Vorgängerbau der Anlage von Pömmelte. Doch auch zahlreiche weitere Funde bestärken die Archäologen in ihrer Annahme, dass hier eine uralte “Rituallandschaft” inmitten Deutschlands liegt. Alles dazu erfahrt Ihr hier.


“Ringheiligtum Pömmelte”

Südlich von Magdeburg entdeckten Luftbildarchäologen “Ringheiligtum Pömmelte”, wie die Anlage seit 2015 offiziell heißt. Genauere Untersuchungen 2005 und  2006 bestätigen die Kreisgrabenanlage, die daraufhin von den Archäologen ausgraben und rekonstruiert wurde.

Heute wird sie in einem Gesamtkontext mit anderen ähnlichen Ringanlage aus der Steinzeit in der Region gesehen. Vor allem mit der Kreisgrabenanlage von Gosek sowie der 1,3 Kilometer entfernten Kreisgrabenanlage Schönebeck. In ihrem funktionellen und auf astronomische Bezüge ausgerichteten Aufbau, ähnelt auch die Anlage von Pömmelte dem englischen Stonehenge. Gerne nennt man deshalb auch dieses Bauwerk “deutsches Stonehenge”.

Auch wenn in Pömmelte nur mit Holz gebaut wurde. Kein Vergleich mit dem Original-Stonehenge in Großbritannien, dessen Megalithen immer sichtbar waren. Zumindest die Reste.

115 Meter Durchmesser hat die Anlage von Pömmelte und besteht aus insgesamt sieben Gräben, Palisaden und Ringwällen. Erbaut wurde das Heiligtum laut Archäologen aus Halle bereits vor rund 4.350 Jahren. In diesem Kontext wird auch die in dieser Region 1999 gefundene “Himmelsscheibe von Nebra” gesehen, die – wie HIER und HIER berichtet – derzeit wieder für Schlagzeilen sorgt. Mehr dazu im 1. Video unten.

“Rituallandschaft” seit der Steinzeit

Jetzt haben Archäologen der Universität Halle bzw. des “Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt” neue Ergebnisse ihrer aktuellen Ausgrabungen an und um die Anlagen von Pömmelte und Schönebeck bekannt gegeben. Wie im April 2020 auf Fischinger-Online in diesem Beitrag HIER ausführlich beichtet, gingen “trotz Corona” die Ausgrabungen dort weiter. In einer riesigen “sakralen Landschaft”, wie es die Archäologen nennen.

Eine “Rituallandschaft”, die Jahrtausende in die Vergangenheit reicht. Am 9. September konnte Projektleiterin Franziska Knoll die bisherigen Ergebnisse verkünden. Angesichts des derzeitigen Rummel um die “Himmelscheibe von Nebra” geht das momentan scheinbar eher unter.

So kam unter anderem ein Urnenfeld zutage, auf dem bisher 80 Urnen entdeckt wurden. Diese seien bis zu 2.750 Jahre alt und demnach wesentlich jünger als die Ringwallanlagen von Pömmelte, Schönebeck oder sogar Gosek. Sie zeugen jedoch davon, dass dieses Gebiet, die “sakrale Landschaft” über tausende von Jahren von den Menschen genutzt wurde. So wie auch mehrere entdeckte Grabhügel, die die Archäologen auf ein Alter von 3.000 bis 3.500 Jahre datieren. Dazu kommen insgesamt 67 Häuser, die bisher um das “Ringheiligtum Pömmelte” identifiziert wurden.

Wie Koll weiter berichtet, entdeckte ihr Team unweit der Kreisanlage eine monumentale Grabanlage, die bis zu 6.000 Jahre alt ist. Das heißt, dass die damaligen Bewohner über mindestens ca. 3.000 Jahre hinweg diese “Rituallandschaft” nutzten. Auch wenn die Ausgrabungen der letzten Jahren zeigten, dass verschiedene Kulturen an diesen Orten ihre “Kulte” und Bestattungen durchführten.

Neue Entdeckungen an der Kreisgrabenanlage von Pömmelte

Scheinbar auch mit sehr ähnlichen spirituellen, “kultischen” oder religiösen Ansichten. Denn wie die Forscher weiter bekannt gaben, konnten sie einen älteren Vorgängerbau des “Ringheiligtum Pömmelte” identifizieren. Auch dieser wurde einst auf die Sonnenwenden ausgerichtet. Ein Merkmal praktisch aller Kreisanlagen dieser Art in aller Welt – Angefangen von der frühen Steinzeit bis ins Mittelalter Nordamerikas vor der Ankunft der Europäer.

Über diesen Vorgängerbau und die neuen Ausgrabungen sagte die Archäologin am 9. September:

Es handelt sich um eine quadratische Grabenstruktur mit ungefähr 11 Metern Seitenlänge, etwa 4.800 bis 4.500 Jahre alt. Vor einigen Jahren wurde bereits ein nahezu identisches, fast quadratisches Geviert, allerdings mit ungefähr 14 Metern Seitenlänge, an der Kreisgrabenanlage Pömmelte entdeckt.

Die Erbauer von Pömmelte und Schönebeck haben diese älteren Strukturen wohl oberirdisch noch erkannt und deshalb nicht überbaut. Über den langen Zeitraum wurde hier auch gesiedelt. Insgesamt sind im Süden des Ringheiligtums Pömmelte 67 Hausgrundrisse dokumentiert, deren Mehrzahl der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur vor 4.300 bis 3.900 Jahren zuzurechnen ist.

Die bis zu 6.000 Jahre alte Grabanlage wurde indes bisher noch nicht vollständig ausgegraben und dokumentiert. Sie sei trapezförmig und enthalte eine zentrale Bestattung, so Koll. In den kommenden Wochen soll auch dieser Grabbau von den Archäologen ausgegraben werden. Weitere Entdeckungen in dieser “sakralen Landschaft” sind also gewiss.

Video-Auswahl zum Thema

Video vom 4. Sep. 2020 auf Fischinger-Online

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Video vom 6. Nov. 2019 auf Fischinger-Online

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Video vom 26. Feb. 2019 auf Fischinger-Online

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1.000 Jahre jünger? Kontroverse um die “Himmelsscheibe von Nebra”: Stellungnahme der Archäologen (+ Video)

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1000 Jahre jünger? Kontroverse um Himmelsscheibe von Nebra: Stellungnahme der Archäologen (Bilder: LDA Sachsen-Anhalt/LAF / Montage: Fischinger-Online)
1000 Jahre jünger? Kontroverse um die Himmelsscheibe von Nebra: Stellungnahme der Archäologen (Bilder: LDA Sachsen-Anhalt/LAF / Montage: Fischinger-Online)

Eine kürzlich veröffentlichte Studie über die “Himmelsscheibe von Nebra” aus Sachsen-Anhalt sorgt für Kontroversen. Wie berichtet (Video dazu im Beitrag) kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass der erstaunliche Jahrhundertfund von 1999 falsch datiert und interpretiert worden sei. In Wahrheit sei die Himmelscheibe kein 3600 Jahre alt sondern 1.000 wenn nicht mehr Jahre jünger. Auch die Fundumstände wurden in Zweifel gezogen. Damit seien die bisherigen Forschungen und Deutungen des Fundes durch die Archäologie, falsch so die Quintessenz der Studie. Das “Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt”, wo der Fund verwahrt wird, hat nun auf mit einer “Richtigstellung” auf diese Untersuchung reagiert.


“Himmelsscheibe von Nebra”: Die Kontroverse!

Nach der Veröffentlichung der Studie “Kritische Anmerkungen zum Fundkomplex der sog. Himmelsscheibe von Nebra” von Prof. Rupert Gebhard und Prof. Rüdiger Krause (s. Posting HIER und  Video unten) ging ein Schock vor allem durch die deutsche Archäologie-Landschaft! So kommen die Autoren der Untersuchung vor allem zu drei Ergebnissen:

  1. Die “Himmelsscheibe von Nebra” stammt nicht aus der Bronzezeit. Vielmehr sei sie der Eisenzeit zuzuordnen und wäre damit 1.000 Jahre jünger
  2. Alle bisherigen Deutungen und Interpretationen der Scheibe seien damit hinfällig und müssen neu bewertet werden.
  3. Die Begleitfunde wie Schwerter und Beile gehören (möglicherweise?) überhaupt nicht zur Himmelscheibe.

Da die etwa 32 Zentimeter große “Himmelscheibe” als einmaliger Jahrhundert- wenn nicht Jahrtausendfund angesehen wird, ist für viele Archäologen und Interessierte die Studie mehr als erstaunlich. Immerhin zieht sie rund 20 Jahre Forschung der Wissenschaftler in Sachsen-Anhalt und ihrer internationalen Kollegen an diesem erstaunlichen Artefakt in Zweifel.

Das “Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt” reagierte umgehend auf die Ergebnisse bzw. Behauptungen von Krause und Gebhard. Im Rahmen einer Presseerklärung des Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle veröffentlichte der stellvertretende Landesarchäologe Dr. Alfred Reichenberger folgende Richtigstellung:

“Himmelsscheibe von Nebra” eisenzeitlich? Eine Richtigstellung

In einem heute erschienenen Artikel von Rupert Gebhard und Rüdiger Krause in der Zeitschrift »Archäologische Informationen« wird postuliert, dass die in die frühe Bronzezeit (um 1600 v. Chr.) zu datierende Himmelsscheibe von Nebra erst 1000 Jahre später in die Eisenzeit zu datieren sei. Die Kollegen ignorieren nicht nur die Fülle an publizierten Forschungsergebnissen der letzten Jahre, sie führen dafür verschiedene Argumente ins Feld, die indes leicht zu widerlegen sind.

Als Grundlage für diese These werden von Gebhard und Krause mehrere Hauptpunkte ins Feld geführt.

Insbesondere sei die Zusammengehörigkeit der Himmelsscheibe mit den übrigen Funden des Ensembles, deren bronzezeitliches Alter nicht in Frage gestellt wird, nicht gesichert. Als Behauptung wird aufgestellt, dass die Erdanhaftungen an der Himmelsscheibe nicht mit denen der übrigen Funde übereinstimmen würden und auch die geochemischen Analysen der Metalle die Zusammengehörigkeit der Funde nicht unterstützen sollen.

Beides ist nachweislich falsch. Nach einem von den beiden Autoren nicht zitierten Aufsatz von Dr. Jörg Adam (damals Landeskriminalamt Brandenburg), der für das Landgericht Halle als Sachverständiger die Untersuchungen der Erdanhaftungen durchführte, »[ist] insgesamt … somit eine Herkunft sowohl der Erdanhaftungen an der Himmelsscheibe (Sp 1) als auch am Schwert (Sp 2) von deren vermutlichem Fundort (Entnahmestelle des VM 1) als sehr wahrscheinlich anzusehen… Eine Sonderstellung nehmen die Erdreste am Beil (Sp 3) ein.

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Ein großer Teil der ermittelten Eigenschaften und Merkmale lassen ebenfalls eine Herkunft dieser Erdanhaftungen vom Mittelberg als möglich erscheinen«. Da sich der Untersuchungsauftrag des Gerichtes damals auf diese drei Gegenstände beschränkte, wurden die übrigen Beifunde vom Sachverständigen seinerzeit nicht untersucht und sind daher auch nicht als Argument gegen eine Zusammengehörigkeit aller Funde brauchbar. Insofern ist die Forderung der beiden Autoren, der Meißel müsse als nicht zugehörig ausgesondert werden, nicht nachvollziehbar.

Ebenso führt die Behauptung, die geochemische Untersuchung der Metalle spräche gegen eine Zusammengehörigkeit der Funde in die Irre. Schon 2008 und 2010 haben Prof. Dr. Ernst Pernicka und Kollegen dargelegt, »dass das Kupfer aller Teile des Hortes aus derselben Lagerstätte stammt.« Als Lagerstätte hingegen ist seit langem der Mitterberg im Salzburger Land nachgewiesen, dessen Kupferproduktion zu Beginn des 1. Jahrtausends v. Chr. geendet hat. Zusätzlich stellt Pernicka fest: »Analysen von keltischen [eisenzeitlichen] Kupferlegierungen zeigen ganz andere Zusammensetzungen sowohl der Hauptbestandteile als auch der Spurenelemente und Bleiisotopenverhältnisse«. Damit scheidet auch aus metallurgischer Sicht eine Datierung der Himmelsscheibe in die Eisenzeit klar aus.

Ein letztes von Gebhard und Krause bemühtes Argument ist der Hinweis, die Himmelsscheibe von Nebra im damaligen Symbolgut würde als »ein vollkommener Fremdkörper« erscheinen. Dies ist zwar richtig, trifft aber auf jeden einzigartigen Fund zu. Die Himmelsscheibe von Nebra wäre in jeder vorgeschichtlichen Periode ein Fremdkörper.

Auf viele weitere inhaltliche Unstimmigkeiten des Artikels gehen wir hier aus Platzgründen nicht ein.

“Herren der Himmelsscheibe”

Damit zeigt sich, was zu erwarten war: Die Veröffentlichung von Rupert Gebhard und Rüdiger Krause wird Kontroversen nach sich ziehen. Das wussten sie sicher im Vorfeld selber sehr genau.

Obwohl Kritiken an der “Himmelscheibe von Nebra“, dessen Einordnung und Deutung sowie ihrer Fundsituation nicht neu sind. Schon in den vergangenen Jahren gab es immer wieder kritische Stimmen, die diese “älteste Darstellung des Himmels” anders interpretierten.

Dies bezog sich meist jedoch auf die Thesen, die von diesem Objekt hergeleitet wurden. Etwa, dass es vor 3.600 Jahren in der Region um den Fundort eine regelrechtes Art “Königreich” der Bronzezeit gab. Geführt von Eingeweihten – den “Herren der Himmelsscheibe”. Ebenso ist eine Debatte darüber im Gange, ob das astronomische Wissen, das sich “codiert” auf der Scheibe befindet, ursprünglich von den Kulturen im Nahen Osten (Mesopotamien) stammt. Es wäre demnach “importiert”, wie auf Fischinger-Online in diesem Video HIER berichtet.

Wäre das einmalige archäologische Artefakt tatsächlich aus der Eisenzeit und damit sehr viel jünger, wären all diese Thesen falsch. Sehr richtig bemerkt aber auch die Stellungnahme der Archäologen aus Halle:

Die Himmelsscheibe von Nebra wäre in jeder vorgeschichtlichen Periode ein Fremdkörper.”

Video zum Thema bei YouTube

Video vom 4. Sep. 2020 auf Fischinger-Online

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Neue Untersuchung zur Himmelsscheibe von Nebra: Ist sie in Wahrheit 1.000 Jahre jünger und wurde falsch gedeutet? +++ Video +++

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VIDEO: Neue Untersuchung zur Himmelsscheibe von Nebra: Ist sie in Wahrheit 1000 Jahre jünger und wurde falsch gedeutet? (Bilder: gemeinfrei/LAF / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Neue Untersuchung zur Himmelsscheibe von Nebra: Ist sie in Wahrheit 1000 Jahre jünger und wurde falsch gedeutet? (Bilder: gemeinfrei/LAF / Montage: Fischinger-Online)

Seit rund 20 Jahren ist nun die “Himmelsscheibe von Nebra” weltberühmt. Gefunden mitten in Deutschland von Sondengängern gilt sie heute längst als ein Jahrhundertfund der Archäologie. Datiert wurde das einmalige Artefakt und die mit ihr entdeckten Objekte auf ein Alter von an die 3.600 Jahre. Eine Art nationaler Schatz, der heute in Halle in Sachsen-Anhalt sicher verwahrt wird. Doch nun stellt eine neue Studie alle Datierungen und Interpretationen der “Himmelsscheibe von Nebra” in Frage. Demnach seien nicht nur die durch diesen Fund abgeleiteten Deutungen allesamt falsch, sondern in Wahrheit sei das Objekt auch 1.000 oder mehr Jahre jünger! Ein Archäologen-Streit bahnt sich an. Denn die Studie wirft noch weit mehr Fragen auf, wie Ihr in diesem YouTube-Video erfahrt.


Himmelsscheibe von Nebra

1999 machten Raubgräber in Sachsen-Anhalt einen Jahrhundertfund: Die Sondengänger fanden mit dem Metalldetektor auf dem sogenannten “Mittelberg” die heute weltberühmte “Himmelsscheibe von Nebra“. Ein ganzer Fundhort, wie man es nennt, bei dem sich Schmuck, Beile, Schwerter usw. fanden.

Seit 2002 sind die “Himmelsscheibe” und die Beifunde im Besitz der Archäologen. Sicher verwahrt in Halle und seit dem Gegenstand von Untersuchungen und Spekulationen. Der einmalige Fund stellt die älteste Darstellung des Himmels und astronomischer Vorgänge dar, heißt es seit dem. Ihr Alter: an die 3.600 Jahre. Und damit eine archäologische Sensation, die auf Fischinger-Online bei YouTube und auf diesem Blog bereits mehrfach thematisiert wurde.

Ein ganzes “Königreich” der Bronzezeit wird zum Teil seit dem in der Region um den Fundort vermutet. Ein Zentrum von Eliten mit enormen Wissen. Möglicherweise sogar “Wissen aus dem Osten”, wie in diesem Video HIER dargelegt.

Das bezweifelt jetzt eine neue Studie zu diesem einmaligen archäologischen Artefakt und dessen Beifunden. Darin wird behauptet, dass die Funde nicht zusammengehören, der Fundort selber unklar sei, die Himmelsscheibe 1.000 Jahre jünger ist und damit alle Deutung und Interpretationen der Scheibe hinfällig wären.

In Wahrheit, so die Studie, stamme das einmalige archäologische Artefakt sogar aus der Eisenzeit. Alle bisherigen Deutungen seine, so weiter, seien mehr Fantasie und wissenschaftlich sei der “Archäologie-Krimi” unhaltbar! Eine neue Kontroverse bahnt sich an, wie Ihr in diesem Video erfahrt.

Bleibt neugierig …

Video vom 4. Sep. 2020 auf Fischinger-Online

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Corona: Große Sonderausstellung “Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – Neue Horizonte” wird auf 2021 verschoben (+ Videos)

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Corona: Große Ausstellung "Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra - Neue Horizonte" wird auf 2021 verschoben (Bilder: gemeinfrei/PixaBay / Montage: Fischinger-Online)
Corona: Große Ausstellung “Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – Neue Horizonte” wird auf 2021 verschoben (Bilder: gemeinfrei/PixaBay / Montage: Fischinger-Online)

Die 1999 auf dem “Mittelberg” nahe des Ortes Nebra in Sachsen-Anhalt gefundene “Himmelsscheibe von Nebra” gehört mit ihren mindestens 3.700 Jahren zu einem der bedeutendsten Funde der Archäologie. Nach dem das durch Raubgräber gefundene Artefakt 2002 in den Besitz der Landesarchäologie von Sachen-Anhalt in Halle überging, ist es Gegenstand zahlreicher Untersuchungen, Debatten und Forschungen. Und auch Herzstück diverser Ausstellungen. Doch jetzt gab das “Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt “bekannt, dass die geplante Sonderausstellung “Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – Neue Horizonte” für 2020 abgesagt wurde. Grund sei das Corona-Virus (COVID-19). Auch der weitere Verlauf einer Ausstellungsplanung in Kooperation mit dem Britischen Museum in London sei ungewiss. Alle Einzelheiten erfahrt Ihr hier.


Sonderausstellung zur “Himmelsscheibe von Nebra”

Am 20. November 2020 sollte feierlich die Ausstellung “Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – Neue Horizonte”  im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale) eröffnet werden. Geplant war sie bis zum 16. Mai 2021. Danach sollte die “Himmelsscheibe” im Britischen Museum in London ausgestellt werden, wie es bereits 2019 ausgehandelt wurde.

Als Gegenleistung sollten wertvolle Artefakte und Ausstellungsstücke des berühmten Londoner Museums nach Deutschland kommen und in Halle gezeigt werden. Zu der seit Jahren gelpanten Sonderausstellung heißt es vom “Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie”:

Wir präsentieren die Ergebnisse der Forschungen rund um die Himmelsscheibe der vergangenen 20 Jahre, in einer einzigartigen Verknüpfung von Naturwissenschaft, Archäologie, Gesellschaftstheorie und Kunst.

Neue Funde und Befunde aus Sachsen-Anhalt werden durch hochrangige Objekte von über 50 Leihgebern aus dem In- und Ausland (wie zum Beispiel dem goldenen Cape von Mold oder dem Goldhut von Schifferstadt) ergänzt und in bewährt exklusiver Gestaltung in Szene gesetzt. Den roten Faden bildet die zeitliche Ordnung des archäologischen Kulturguts vom Ende der Steinzeit bis in die mittlere Bronzezeit, etwa 1.400 Jahre Menschheitsgeschichte.

Eine mehr als lohnende Ausstellung für alle an der Archäologie und der Geschichte unserer Vorfahren interessierten Menschen. Schwerpunkte sollen “das Ende der Steinzeit”, die “Himmelsscheibe” an sich sowie die Handesnetze und -Wege unserer damaligen Vorfahren sein. Ein Fernhandel von Zinn, Gold, Kupfer und Bernstein über tausende Kilometer, der von Skandinavien über Deutschland bis Mesopotamien und Ägypten reichte.

Damit einher ging der Austausch von Ideen, Weltanschauungen und religiösen oder spirituellen Vorstellungen, die sich zum Teil auch auf der “Himmelsscheibe von Nebra” niederschlugen.

Corona-Absage der “Himmelsscheiben-Ausstellung” für dieses Jahr

Daraus wird nun leider vorerst nichts, wie die Archäologen aus Halle mitteilten. Schuld ist auch hier das Corona-Virus, dass bereits die archäologische Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und Halle an der “Kreisgrabenanlage von Pömmelte” nahe Magdeburg behindert. Dem 115 Meter großen “Stonehenge von Deutschland”, wie in diesem Beitrag HIER Anfang April berichtet.

So sahen sich die Verantwortlichen dazu gezwungen die Sonderausstellung der “Himmelsscheibe” und anderer Funde in Halle auf das kommende Jahr zu verschieben. Sie soll nach den derzeitigen Plänen Ende Mai oder Anfang Juni 2021 eröffnet werden und bis zum Januar 2022 gehen. In einer Pressemitteilung vom 22. April hieß es zu dieser Entscheidung:

Angesichts der Tatsache, dass vielerorts Großveranstaltungen bis weit in den Herbst hinein abgesagt werden müssen, hat sich das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle in enger Abstimmung mit seinen Partnermuseen entschlossen, die große Landesausstellung zur Erforschung der Himmelsscheibe von Nebra zu verschieben.

Bei dem zu erwartenden starken öffentlichen Interesse an der Schau ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht absehbar, inwieweit die notwendigen Sicherheitsbestimmungen Einschränkungen für die Besucher erfordern würden.

Zudem erschwert der international wie national stark eingeschränkte Personen- und Warenverkehr derzeit auch die für eine Ausstellung nötige Logistik erheblich. Momentan ist die rechtzeitige Verfügbarkeit vieler herausragender Ausstellungsexponate nicht zu gewährleisten. Hier sind insbesondere die zahlreichen Leihgaben aus verschiedenen Museen des Vereinigten Königreiches, Italiens und Frankreichs zu nennen. Sie bieten einen umfassenden und einzigartigen Einblick in die Welt der Himmelsscheibe von Nebra vor über 3.600 Jahren – mit Fundstücken, die teilweise noch nie in Deutschland zu sehen waren.

Ein notwendiger Schritt, denn was nützt eine Sonderausstellung, bei der die Exponate nicht gezeigt werden können, oder die keiner besuchen kann?

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Video vom 26. Feb. 2019 auf Fischinger-Online

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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