Eintauchen in die virtuelle Realität und die Welt der „Himmelsscheibe von Nebra“ – und darüber hinaus (+ Videos)

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Eintauchen in die virtuelle Realität und die Welt der Himmelsscheibe von Nebra (Bild: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)
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Eintauchen in die virtuelle Realität und die Welt der Himmelsscheibe von Nebra (Bild: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)

Seit dem 24. März können Besucher des „Landesmuseum für Vorgeschichte“ in Halle die berühmte „Himmelsscheibe von Nebra“ in einer ganz neuen Dimension erfahren. Und zwar  erleben die Besucher mittels eines Virtual Reality-Kunstprojekt (VR) auf eine „neue und überraschende, emotional ansprechende und eindrucksvolle Weise“ die Himmelsscheibe, wie das Museum mitteilte. Eine virtuelle Zeitreise in die Vorgeschichte.


Virtuelle „Himmelsscheibe von Nebra“

Die 1999 entdeckte „Himmelsscheibe von Nebra“ ist seit Jahrzehnten einer der wichtigsten archäologischen Artefakte in Deutschland. Und längst ist sie eine Art nationales Heiligtum und ein Objekt intensiver Forschungen und Debatten.

Derzeit ist die Scheibe als Leihgabe im Britischen Museum in London. Dort ist sie Teil der Ausstellung „The World of Stonehenge“ (mehr HIER) und wurde bis zum Juli 2022 dorthin verliehen. Als Kernstück des Museums in Halle ist die Welt der Himmelsscheibe dort eines der wichtigsten Themen. Deshalb arbeiten die Verantwortlichen an immer neuen Konzepten, um den Besuchern diese Welt näher zu bringen.

Und so können seit dem 24. März Besucher des Museums jetzt mit einer Brille für Virtuelle Realität die Himmelsscheibe ganz neu erfahren und erleben. Es „konnte ein VR-Kunstprojekt umgesetzt werden, das mittels Virtual Reality ein Eintauchen in die Welt der Himmelsscheibe ermöglicht“, so das Museum in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es darin:

Mit Hilfe einer VR-Brille können Besucherinnen und Besucher eine etwa zehnminütige Kunstanimation genießen. Sie führt sie auf den Mittelberg bei Nebra, den Fundort der Himmelsscheibe, und lässt sie auf einem goldenen Sonnenschiff über den Horizont gleiten.

In dieser virtuellen, mit künstlerischen Mitteln in Szene gesetzten Welt können verschiedenste Orte bereist werden, die mit der Himmelsscheibe von Nebra verknüpft sind: die Herkunftsorte der Rohstoffe, aus denen dieser archäologische Jahrhundertfund einst gefertigt wurde, das Ringheiligtum Pömmelte mit seiner bronzezeitlichen Siedlung, das Sonnenobservatorium Goseck während der Wintersonnenwende und Stonehenge bei Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende. In der Museumswelt bislang einzigartig ist die Anzahl und Vielfalt der Szenen, durch die die Reise führt, und die damit einhergehende Komplexität der VR-Animation.

Sternenhimmel über der Weltenscheibe: 3D-Entwurf auf Grundlage des Konzeptes von Frederick Baker (Bild: Filmbäckerei Fasolt-Baker KG.)
Sternenhimmel über der Weltenscheibe: 3D-Entwurf auf Grundlage des Konzeptes von Frederick Baker (Bild: Filmbäckerei Fasolt-Baker KG.)

Ein prähistorisches Weltbild

Diese virtuelle Welt der Himmelsscheibe sei gewissermaßen ein „begehbares Kunstwerk“ des Künstlers Frederick Baker, so das Museum weiter. Baker ist zugleich Archäologe, der bereits in der Vergangenheit Virtual Reality dazu nutze, um Relikte der Vergangenheit erfahrbar zu machen.

„Das Landesmuseum für Vorgeschichte hat mit dieser Installation einmal mehr bewiesen, dass es ein Gespür für richtungsweisende Wissensvermittlung hat.“ So Rainer Robra, Minister für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt. Und wer Virtual Reality mittels einer entsprechenden VR-Brille einmal ausprobierte, der weiß, dass diese auch für die Archäologie ungeahnte Möglichkeiten bietet. Davon ist auch das Museum überzeugt:

Die Kombination von moderner Technologie und künstlerischer Darstellung ermöglicht einen emotionalen Zugang zum prähistorischen Weltbild und macht auf eindrucksvolle Weise deutlich, dass die Anlagen von Goseck, Pömmelte und Stonehenge ebenso wie die Himmelsscheibe von Nebra Bestandteile eines ganz Europa umspannenden Handels- und Symbolsystems waren.

Dabei steht nicht die Informationsvermittlung im Vordergrund, sondern der besondere audiovisuelle Zugang und das virtuelle Eintauchen in eine faszinierende vergangene und dennoch überraschend vernetzte Welt.

„Teletortation“ in 3D

Und Gunnar Schellenberger, Präsident des Landtags von Sachsen-Anhalt, fügte hinzu:

Die virtuelle Reise führt uns innerhalb eines Wimpernschlags vom Ursprung der Rohstoffe der Himmelsscheibe im Inneren eines Bergstollens bis in den Weltraum, von Stonehenge nach Pömmelte. Dies ist ebenso faszinierend wie die Tatsache, dass die Animation uns mit künstlerischen Mitteln vor Augen führt, wie überraschend nah uns Heutigen die Menschen der Bronzezeit sind.“

Die Welt der Himmelsscheibe als virtuelle Reise in einer 3D-Umgebung und mit einer 360-Grad-Rundumsicht. Fraglos ist das für alle Interessierten ein Highlight. Denn bekanntlich ist die Himmelsscheibe eben das was sie ist: eine Scheibe. Dennoch soll sie auf dieser flachen Ebene eine dreidimensionale Welt und Weltanschauung abbilden. Jahrtausendelang haben schon die Menschen der Steinzeit diese himmlischen Vorgänge beobachtet und in Megalithanlagen wie eben Stonehenge umgesetzt. Zumindest zum Teil.

Es war ein weit verzweigtes Netz der Vorzeit, das Besucher nun selber erfahren können, wie das Museum in Halle schreibt:

Zugleich lässt es Sie die Klänge der Sie umgebenden Welt hören. Einzelne Abschnitte auf Ihrer Reise legen Sie automatisch zurück. Andere Teile können Sie frei erkunden, indem Sie sich selbst im Raum bewegen. Um größere Strecken zurückzulegen, ist das ‚Teleportieren‘ über die Handsteuerung möglich. Mit dieser können Sie auch mit bestimmten Objekten in der virtuellen Welt interagieren.“

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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