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C14-Datierungen und die Cheops-Pyramide: Alles nur eine Frage der Proben? Von flexiblen Radiokarbondatierungen, phantastischen Daten und verlorenen Artefakten (Artikel)

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Die C14-Datierung und die Cheops-Pyramide: Alles nur eine Frage der Proben? (Bilder & Montage: Fischinger-Online)
Die C14-Datierung und die Cheops-Pyramide (Bilder & Montage: Fischinger-Online)

Keine Bauten der antiken Kulturen faszinieren mehr, als die Pyramiden in Ägypten. Vor allem um die Cheops-Pyramiden in Gizeh ranken sich dementsprechend zahlreiche Legenden, Spekulationen und Thesen. Sie stammt laut archäologischer Forschung aus der IV. Dynastie und ist damit rund 4.500 Jahre alt. Erbaut eben von Pharao Cheops, dessen Regierungszeit Ägyptologen sehr gut zu kennen glauben. Und dabei werden ihre Forschungen durch moderne C14-Datierungen (Radiokarbondatierung) untermauert, wie es heißt. Doch was genau ergaben wann und wie diese C14-Analysen? Welche Daten, Zeitangaben und Datierungen wurden ermittelt oder liegen bei den Pyramiden vor? Gab es Abweichungen? Und wenn ja, wie werden diese erklärt? Genau diesen und vielen weiteren Fragen soll in diesem Blog-Artikel genauer nachgegangen werden. Sie reichen von mehr als erstaunlichen Aussagen bis zu unglaublicher Schlamperei bei der Erforschung der Cheops-Pyramide, wie Ihr hier lesen könnt.


Die Cheops-Pyramide und der Gizeh-Komplex

Die Pyramiden in Ägypten, allen voran die Cheops-Pyramide in Gizeh, sind wohl die bekanntesten Bauten der Geschichte. Und dank Generationen von Archäologen und Forschern sind heute viele der Mysterien und Rätseln der Pyramiden bekannt oder entzaubert.

Vor allem was das Alter und die Herkunft der Pyramiden von Gizeh angeht, sind sich Ägyptologen scheinbar ihrer Sacher sehr sicher. Eigentlich hat keiner von ihnen Zweifel daran, wann wer und zu welchen Zweck die Monumente unweit von Kairo errichtet hat. Es waren drei mächtige Pharaonen aus einer Familie vor vielen Jahrtausenden, die sich hier ihre letzte Ruhestätten erbauen ließen, sagen die Archäologen.

Namentlich waren es die Herrscher Cheops, Chephren und Mykerinos aus der IV. Dynastie des sogenannten Alten Reich. Somit wären sie auf der Grundlage der von den Ägyptologen ermittelten Zeiten der drei Pharaonen in den Jahren 2620 bis 2503 vor Christus erbaut worden. Diese drei Hauptbauten waren einst 146,6, 143,5 und die kleinste 65 Meter hoch, zu denen sich noch mindestens 7 keine sogenannten Königinnenpyramiden gesellten. Plus eine enorme Anzahl an Gang- und Schachgräbern, die zum Teil jedoch erst nach den drei großen Pharaonen angelegt wurden.

Gegen Ende der IV. Dynastie, um etwa 2500 vor Christus, kam noch das hin und wieder als “vierte Pyramide” bezeichnete Bauwerk der Königin Chentkaus I. in Gizeh hinzu. Eine kleine Stufenpyramide mit einst 18,5 Metern Höhe und mit nur zwei Stufen unweit des Taltempels von Mykerinos. Die Pyramide gilt zwar als größtes Grab einer Königin des Alten Reich, doch sehr viel weiß man über Chentkaus I. nicht. Einig ist man sich dahingehen, dass sie während des Überganges von der IV. zur V. Dynastie großen Einfluss auf das politische und wohl auch religiöse Geschehen in Ägypten gehabt haben muss.

Damit nicht genug. Rund acht Kilometer von den Gizeh-Pyramiden entfernt steht die Pyramide des Pharao Radjedef (Djedefre) aus der IV. Dynastie. “Pyramide” kann man die Ruinen bei Abu Roasch allerdings heute nicht mehr nennen, da unter anderem exzessiver Steinraub sie fast vollständig den Erdboden gleichmachte. Dennoch ist Radjedef alles andere als ein unbekannter Herrscher. Zumindest für Archäologen, denn ein Tourist verirrt sich eigentlich nie hierher.

König Radjedef war ein Sohn von Pharao Cheops und sein direkten Nachfolger. Er bestieg den Thron noch vor dem wesentlich berühmteren Chephren; dem Bauherren der zweiten Pyramide von Gizeh und angeblich auch der großen Sphinx. Radjedefs Pyramide war ursprünglich nur 67 Meter hoch und damit vergleichbar mit der Mykerinos-Pyramide von Gizeh. Lediglich 11 Meter davon blieben allerdings bis heute erhalten. Von den mindestens zwei gleichfalls dort gebauten Königinnenpyramiden ist fast nichts mehr zu sehen.

Gebaut hat sie der Herrscher etwa 2580 bis 2570 vor Christus.

Pyramiden-Wahn

Die Herrscher der IV. Dynastie waren allesamt dem Pyramidenbau-Wahn verfallen. Wahnsinnige auf der Suche nach Unsterblichkeit, könnte man sie guten Gewissens nennen.

Rund zehn Pyramiden plus zahllose Nebenpyramiden wurden in der Zeit geschaffen, die die Ägyptologen auf etwa 2620 bis 2503 vor Christus datieren. Nicht alle lebten bzw. regierten dabei lang genug um sich selber echte Pyramiden bauen zu können. Denn mindestens sieben Pharaonen sollen sich in dieser Zeit das Zepter in die Hand gegeben haben.

Nur die Könige Snofru (der sich gleich drei Haupt-Pyramiden bauen ließ), Cheops, Chephren und Mykerinos gelten hier als relevant. Nur sie herrschten mit jeweils um 20 Jahren lang genug und lebten damit auch entsprechend lange. Was aber schon an dieser Stelle zahllose Fragen aufwirft. Und das beginnt eigentlich schon mit dem Beginn des Pyramidenzeitalters der IV. Dynastie um das Jahr 2620 vor Christus mit Snofru. Denn das ist das Todesjahr des Pharao, der eigentlich schon ab 2670 vor Christus die Herrschaft über Ägypten übernahm. Als Bauherr von drei gewaltigen Pyramiden wird er mit Sicherheit direkt nach seiner Thronbesteigung mit der ersten Grundsteinlegung begonnen haben.

In diesen 50 Jahren baute er seine drei Pyramiden. Die “Pyramide von Meidum”, die “Knickpyramide” und die “Rote Pyramide”, wie sie heute genannt werden. Sie stehen südlich von Gizeh im Bereich der Nekropole von Dahschur und eine in Sichtweite in Meidum. Rechnet man seine anderen Bauvorhaben und die kleinen Pyramiden (zum Beispiel “Kultpyramiden”) hinzu, eine schier übermenschliche Leistung. Auch in “nur” rund 50 Jahren. Wenn er denn so lange regierte.

Der legendäre “Königspapyrus Turin” oder “Turiner Königsliste” besagt nämlich, dass er nur 24 Jahre regierte. Andere Quellen sprechen von 29 Jahren. Und diese “24 Jahre” sollen nach dem für die Chronologie des Alten Ägypten heute so wichtigen “Königspapyrus” auf sogenannte “Zählungen” beruhen. Landesweite Zählungen, die alles andere als regelmäßig und damit auch nicht jährlich stattfanden. Es können Jahren zwischen diesen “Zählungen” gelegen haben …

Ein Dilemma für Geschichtsforscher und Archäologen, die versuchen aus zahllosen Quellen die Geschichte der Pharaonen zu rekonstruieren. Und diese widersprechen sich gerne. Teilweise sogar erheblich, um nicht zu sagen: gewaltig. Welche Angaben und Informationen die Forscher von den antiken Chronisten und Geschichtsschreibern übernahmen und als “wahr” ansehen, ist hierbei durchaus ein Ermessensspielraum.

Man denke, um nur ein Beisiel zu nennen, an Herodot. Einige seiner Aussagen zu Pharao Cheops und seiner Pyramide, wie etwa die Regierungszeit des Königs, akzeptieren die heutigen Forscher. Andere wiederum werden als Fake-News der Antike abgelehnt. Zum Beispiel, dass 100.000 Sklaven die Pyramide bauten, dabei Eisen nutzten oder Cheops selber gar nicht in der Pyramide sondern in dessen Nähe begraben wurde.

Von den oft unglaublichen Pyramiden-Überlieferungen des Hitat aus dem Mittelalter wollen Ägyptologen schon mal gar nichts wissen. Zum Beispiel erfahrt Ihr in dieser Artikel-Serie HIER und auch in diesem Artikel HIER sowie diesem Video HIER dazu mehr.

C14-Datierungen und die Cheops-Pyramide

Kann hier nicht die moderne Wissenschaft Abhilfe schaffen, um dieses Wirrwarr in Sachen Alter und Bauzeiten zu entwirren? Vor allem die C14-Datierung (Radiokarbondatierung)? Obwohl, wie erst kürzlich HIER berichtet, die so gewonnen Daten erneut in der Kritik stehen. Sie seien zu ungenau, hieß es.

Interessant sind derartige Datierungen und vor allen die variierenden Ergebnisse für viele aber erst dann, wenn sie die “großen Bauten” der alten Zivilisationen betreffen. Eben allen voran die Pyramiden in Ägypten, die bereits tatsächlich mehrfach im Fokus von C14-Anaysen standen. Verwundern sollte das aber nicht. Immerhin sind die Pyramiden von Gizeh aufgrund ihrer Einmaligkeit, ihrer Berühmtheit und als letztes der antiken Sieben Weltwunder für jeden Archäologen ein Highlight.

Zum Beispiel die C14-Datierungen von 1984, als Denkmälern aus der III. Dynastie (Djoser-Pyramide) bis zur V. Dynastie (Unas-Pyramide) datiert wurden. Eigentlich sollten die damaligen Ergebnisse noch heute jeden Ägyptologen schockieren, denn sie waren “durchschnittlich 374 Jahre älter als die Daten der Cambridge Ancient History der Könige, mit denen die Pyramiden identifiziert wurden”. So ein Forscherteam um Shawki Nakla und David Koch zum Beispiel in “Archaeology” Nr. 5/1999.

Als Ursache für diese eklatanten Abweichungen der anerkannten Chronologie wird bis heute angenommen, dass die datierten Holzproben und Holzkohlerest unter anderem kontaminiert waren. Kontaminiert durch die Verwendung alten Holzes beim Pyramidenbau. Die Forscher, denen übrigens der damals noch recht unbekannte Dr. Zahi Hawass angehörte, schrieben 1999 zu diesen früheren Datierungen:

Trotz dieser Diskrepanz bestätigten die Radiokarbondaten, dass die Große Pyramide zu der von Ägyptologen untersuchten historischen Ära gehörte. Bei der Bewältigung der 374-jährigen Diskrepanz mussten wir das alte Holzproblem berücksichtigen. 1984 hielten wir es für unwahrscheinlich, dass die Pyramidenbauer durchweg jahrhundertealtes ägyptisches Holz als Brennstoff für die Herstellung von Mörtel verwendeten. (…)

Die Ergebnisse von 1984 ließen uns zu wenig Daten, um den Schluss zu ziehen, dass die historische Chronologie des Alten Reiches um fast 400 Jahre fehlerhaft war, aber wir betrachteten dies zumindest als eine Möglichkeit. Wenn unsere Radiokohlenstoff-Altersschätzungen aus irgendeinem Grund fehlerhaft waren, mussten wir alternativ davon ausgehen, dass viele andere Daten aus ägyptischen Materialien ebenfalls verdächtig waren.”

“Dies führte zu einer zweiten, größeren Studie”, die ab 1995 durchgeführt wurde.

Neue Datierungen, neue Unklarheiten

Material für diese C14-Datierungen wurden vor rund 25 Jahren von Gräbern aus der I. Dynastie und der Stufenpyramide von Sakkara ebenso entnommen, wie von den Pyramiden von Gizeh der IV. Dynastie. Einige entnahmen die Experten Pyramiden der V. und VI. Dynastie sowie aus dem Mittleren Reich (bis ca. 1781 vor Christus). Insgesamt waren es 450 Proben von 33 Monumenten, die beim “Pyramids Radiocarbon Dating Project” schließlich untersucht wurden.

Diese neue Studie des Physikers Professor Dr. Willy Wölfli von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und vor allem David H. Koch und Kollegen brachte noch mehr Verwirrung in die Kohlenstoffdatierungen (s. a. HIER). Denn nach diesen neuen Resultaten wies die Pyramiden des Cheops ein Alter auf, das 52 Jahre höher war, als es in den Geschichtsbüchern steht. Mindestens, denn die gewonnen Daten schwankten enorm (z. B.: Willy Wölfli: “Archäologie mit einem Schwerionenbeschleuniger”, Nr. 2/1994 & Herbert Haas u.a.: “Radiocarbon Chronology and the Historical Calendar in Egypt”, “British Archaeological Reports”, 1987):

Erstens gibt es zwischen 1984 und 1995 erhebliche Unterschiede zwischen Cheops und Chephren, nicht jedoch zwischen Djoser und Mykerinos. Zweitens sind die Daten von 1995 verstreut und variieren sogar für ein einzelnes Denkmal stark. Für Cheops verteilen sie sich über einen Bereich von etwa 400 Jahren. (…)

Acht kalibrierte Daten auf Stroh aus der Pyramide von Sesostris II. (XII. Dynastie, Mittleres Reich, etwa 1845 bis 1837 vor Christus, Anm. LAF) reichten von 103 Jahren älter bis 78 Jahre jünger als die historischen Daten seiner Regierungszeit, wobei vier Daten nur um 30, 24, 14 und drei Jahre verschoben waren.”

Auch die Pyramide des Chephren zeigte einen Widerspruch, der einige Jahrhunderte(!) Jahre umfasste. Die kleinste und Pharao Mykerinos zugesprochene Gizeh-Pyramide wäre nach den Analysen sogar einige Jahrhunderte jünger, als es die Archäologie sagt. Auch ältere Messwerte von bis zu 557 Jahren vor der angeblichen Erbauungszeit der Monumente lieferten die Datierungen.
Für die Experten gibt es dafür bis heute nur eine ausschlaggebende Erklärung:

Die Pyramidenbauer verwendeten älteres Kulturmaterial, sei es aus Gründen der Zweckmäßigkeit oder um eine bewusste Verbindung zwischen ihrem Pharao und seinen Vorgängern herzustellen.”

Recycling für den Pharao

Als Beispiel für diese Wiederverwendung nennen sie unter anderem die Stufenpyramide von Sakkara des Pharao Djoser aus der III. Dynastie. In diesem Monument entdeckten Archäologen insgesamt über 40.000 Steingefäße, dessen Inschriften die Namen der meisten Könige der I. und II. Dynastie trugen. Der Name von Djoser selber kam dabei nur ein einziges Mal vor. “Vielleicht hat Djoser die Vasen aus den 200 Jahre alten archaischen Gräbern in Nord-Sakkara gesammelt”, so die Archäologen. So konnte ein Bauherr Kosten und Mühen sparen, was auch Holz als Bau- und Brennmaterial mit einschloss, wie die Forscher betonen (“Radiocarbon”, Nr. 3/2001).

Ebenfalls wird darauf verwiesen, dass die Proben der Analysen von 1984/85, insgesamt 85 an der Zahl, inklusive fünf von der Sphinx, von der Außenseite der Cheops-Pyramide entnommen wurden. Winzige Stroh- und Holzstücke, die im Mörtel eingeschlossen waren.

Aufgrund solcher (hier nur zusammengefasster) Ergebnisse von C14-Datierungen dürfte es nicht verwundern, wenn Laien wie Experten dieser Methode immer wieder kritisch gegenüberstehen. Was im Zusammenhang mit dem genannten “Pyramids Radiocarbon Dating Project” allerdings auch sehr interessant ist, ist folgendes.

Durchgeführt wurden die Forschungen von einer Reihe Archäologen und anderen Wissenschaftlern. Mit dabei war natürlich auch Dr. Zahi Hawass, der damals noch aktiv im ägyptischen obersten Rat für Altertümer war. Ebenso beteiligt war der sehr bekannte Ägyptologe und Autor mehrerer Bücher über Pyramiden Dr. Mark Lehner. Koordiniert und verwaltet wurden die Untersuchungen von der “Ancient Egypt Research Associates, Inc.” Und schon damals war Lehner mehr als überrascht über die Ergebnisse:

Die Daten reichen von 3809 vor Christus bis 2869 vor Christus Im Allgemeinen sind die Daten also (…) deutlich früher als das beste ägyptologische Datum für Cheops.

Kurz gesagt, die Radiokarbondaten legen je nach der beachteten Stichprobe nahe, dass die ägyptologische Chronologie zwischen 200 bis 1.200 Jahren schwankt. Ich kann mir vorstellen, dass es einigen stinken wird. Die Pyramide von Gizeh ist 400 Jahre älter als Ägyptologen glauben.”

Eine große mediale Aufmerksamkeit blieb aus. Erstaunlicherweise. Auch sind diese frühen C14-Resultate heute kaum bekannt.

Noch weniger bekannt ist aber, dass das gesamte Projekt von der “Edgar Cayce Foundation” (ARE – korrekter Name: “Association for Research and Enlightenment”) bezahlt wurde. Immerhin 17.000 US-Dollar. Eine Organisation mit Hauptsitz in den USA, denen man zumindest heute keine Zusammenarbeit mit anerkannten Ägyptologen zutrauen würde. Oder besser gesagt umgekehrt.

Spuren von Atlantis?

Denn diese “Edgar Cayce Foundation” ist nach dem Seher Edgar Cayce benannt, der unter anderem in seinen “Weissagungen” von Atlantis und der “Halle der Aufzeichnungen” in Gizeh sprach (mehr dazu findet Ihr z. B. in diesem Video HIER sowie HIER). Über 10.000 Jahre sei nach Cayce und seinen bis heute aktiven Anhängern Gizeh alt. Das heute in der Grenzwissenschaft in aller Munde kursierende Jahr 10.500 vor Christus für eine Art untergegangene Urkultur usw. stammt von genau diesem Cayce. Obwohl der “Wahrsager” und “schlafende Prophet”, wie man ihn bis heute nennt, bereits im Jahr 1945 in den USA starb, sind seine Ideen weiterhin populär.

Genau diese Aussagen von Cayce wollte die ARE mit diesem C14-Datierungs-Projekt belegen. Was augenscheinlich nicht gelang, auch wenn die gewonnenen Ergebnisse überaus interessant sind. Auf ein Alter der Monumente oder der Sphinx von 12.500 Jahren wiesen diese aber nicht annähernd hin.

Bei den neueren Datierungen 1995 war der Lehner-Sponsor David H. Koch erneut dabei. Denn Koch hatte zusammen mit der ARE bereits zuvor die Arbeiten gesponsert.  Darunter auch das sehr bekannte “Giza Plateau Mapping Project” ab 1982 von Lehner.

Dass eine Beteiligung der “Edgar Cayce Foundation” bei Projekten und C14-Datierungen in Gizeh heute von den Ägyptologen lieber “vergessen” wird, sollte nicht verwundern. Mit Atlantis und einer vor mindestens 10.000 Jahren in Gizeh anwesenden unbekannten Kultur, möchte die etablierte Archäologie nicht in Zusammenhang gebracht werden. Obwohl David Koch in seinem Artikel “Dating the Pyramids” in der angesehenen Fachzeitschrift “Archaeology” 1999 noch explizite die “Edgar Cayce Foundation” in diesem Zusdammenhang nennt.

Inzwischen hat sich auch der Ägyptologe Lehner selber unlängst von der ARE mehr und mehr entfernt, wie es der bekannte Autor Robert Bauval schon 2002 in einem Artikel schrieb.

Heute wäre eine Kooperation zwischen der ARE und Ägyptologen vor Ort im Land der Pyramiden schon sensationell. Dazu muss man nur auf die zahllosen Aussagen und Statements von Seiten der etablierten Forscher der letzten Jahrzehnte zu dieser Art “Hobby-Pyramidenforscher” schauen. Etwa von Dr. Rainer Stadelmann, der von 1989 bis 1998 Chef des “Deutschen Archäologischen Institut” in Kairo (DAIK) war. Und natürlich von Dr. Zahi Hawass selber.

10.500 vor Christus vs. C14-Datierungen

Interessant ist bei diesen C14-Datierungen in Zusammenhang mit der ARE natürlich das Ergebnis für die Organisation selbst. Es widerspricht eindeutig den “Lehren” von Edgar Cayce über Alter und Herkunft der Cheops-Pyramide und der Sphinx enorm. Grob 7.000 Jahre liegen zwischen der Angabe um 10.500 vor Christus und den Ergebnissen Radiokarbondatierungen. Und das ist gewaltig, auch für die alternative Geschichtsforschung. Wobei natürlich die Zweifel an den ermittelten Daten auch für die ARE gelten dürfen und sollten.

Allerdings ist es bezeichnet, dass die umfangreiche Internetseite der “Edgar Cayce Foundation” heute nichts von dem damaligen und einmaligen Projekt berichtet.

Private Pyramidenforscher, von der etablierten Archäologie seit dem 19. Jahrhundert auch spöttisch “Pyramidologen” oder sogar “Pyramidioten” genannt, zweifel grundsätzlich. Nicht nur, da zwei, drei Überlieferungen im oben erwähnten Hitat existieren, die den Bau der Gizeh-Pyramiden vor die Sintflut datieren. Viel zitiert wird auch der Priester und Geschichtsschreiber Manetho (um 250 vor Christus). Auch wenn dessen Werke nicht mehr vollständig von ihm selber vorliegen, so wird er doch von anderen Geschichtsschreibern immer wieder zitiert. Etwa von Eusebius im 4. Jahrhundert nach Christus.

Unglaubliche Behauptungen finden sich in diesen Chroniken. Denn darin heißt es, dass nach einer 13.900 Jahre andauernden Herrschaft der Götter über Ägypten, ihnen Halbgötter auf den Thron folgten. Diese regierten nochmals 11.000 Jahre über das Land am Nil, bis ihnen dann die eigentlichen Pharaonen folgten. Zusammen also 25.000 Jahre – erst dann übernahmen die Menschen und mit ihnen die anerkannte Geschichtsschreibung die Macht.

Auch Herodot (ca. 490 bis 430 vor Christus) berichtete vergleichbares in seinen “Historien” über Ägypten. Er habe persönlich vor Ort in Theben von den Priestern erfahren, dass seit 11.340 Jahren die Hohenpriester dort im Amt seien. Dies entspräche 341 Generationen, so Herodot, weshalb man ihm zum Beweis 341 Statuen präsentierte. “Denn jeder Oberpriester stellte dort schon zu Lebzeiten seine eigene Statue auf”, schrieb Herodot bereits im 5. Jahrhundert vor Christus dazu.

Kein Ägyptologe nimmt solche und ähnliche Angaben ernst. Was man sicher mehr als verstehen kann.

Phantastische Daten

Wie gesehen passen aber auch die C14-Datierungen nicht zu diesen unfassbaren Daten. Sofern man sie auf die Cheops-Pyramide übertragen möchte. Hinzu kommt, dass Herodot angeblich nicht nur der “Vater der Geschichtsschreibung” war, sondern gleichfalls ein “Erzähler zahlreicher Märchen”. So schreibt beispielsweise der Geschichtsprofessor Wolfgang Blösel in seiner umfangreichen Untersuchung “Themistokles bei Herodot: Spiegel Athens im fünften Jahrhundert” (2004, S. 45):

Je nach Blickwinkel wurde Herodot schon in der antiken, aber dann auch neuzeitlichen Bewertung entweder als ‘Vater der Geschichtsschreibung’ oder als ‘Vater der Lügen’ apostrophiert. Bezeichnenderweise jedoch trägt schon Ciceros Loblied auf Herodot als pater historiae, in das die Gelehrten verstärkt seit dem 19. Jahrhundert miteinstimmen, diese starke Ambivalenz in die, moniert Cicero doch im gleichen Atemzug bei ihm ‘zahllose Märchen.

Dies veranschaulicht mehr als deutlich das Problem, dass die anerkannte Ägyptologie mit derart aus dem Rahmen fallen Behauptungen und Daten von Herodot und anderen Historikern haben. Was ist Wahrheit, was ist Lüge? Was sollen oder wollen die modernen Forscher glauben, was lieber nicht?

Anders bei den oben genannten C14-Datierungen. Sie passen zwar nicht wirklich zu der anerkannten Chronologie Ägyptens, aber wenigstens so in Etwa. Fehler in den Messergebnissen seien durchaus akzeptabel, solange sie nicht vollkommen aus der Zeit fallen. Kontaminationen, wiederverwendete Materialien, die üblich Toleranz bei C14-Datierungen oder auch natürliche Abweichungen wären halt die Ursache. Das gilt auch für die Kalibrierung und damit Anpassung der Jahreszahlen mit der “Baumringdatierung” (Dendrochronologie). Die allerdings, wie sich kürzlich zeigte (s. Artikel HIER), im Zusammenspiel mit der C14-Methode ebenfalls alles andere als perfekt ist.

Schaut man in die zahnlosen einschlägigen Fachbücher über Pyramiden und das Alte Ägypten, finden sich kaum nennenswerte Kritiken an den C14-Daten. Im Gegenteil. In dem erstmals 1974 erscheinenden Klassiker “Das Rätsel der Pyramiden” von Dr. Kurt Mendessohn (1992, S. 19), heißt es:

Noch vor wenigen Jahrzehnten klafften daher die Ansichten einzelner Ägyptologen über die Regierungszeiten früher Pharaonen bisweilen um mehrere Jahrhunderte auseinander. Inzwischen gelang es jedoch – nicht zuletzt dank naturwissenschaftlicher Methoden (die etwa Radiokarbondatierung), vor allem aber durch sorgfältigsten Vergleich aller verfügbaren Daten -, einen bemerkenswert zuverlässigen Überblick über 3.000 Jahre altägyptischer Geschichte zu gewinnen.”

Raum für Spekulationen

Grenzwissenschaftler und “alternative Historiker” sehen das ganz anders. Wer will es ihnen verdenken, wenn schon die wissenschaftlichen Datierungen durch Radiokarbon um Jahrhunderte schwanken? Wobei man an dieser Stelle erneut unterstreichen muss, dass Altersangaben wie 12.500 Jahre ein Extrem zu den etablierten 4.500 Jahren sind. Das sieht auch der Physiker und Autor des Buches “Pyramiden und Planeten“, Dr. Hans Jelitto, so. Ein privater Pyramidenforscher, der die Form und Anordnung der Gizeh-Pyramiden mathematisch mit den inneren Planeten in Korrelation bring. Er schreibt:

Während die Ägyptologen den Bauzeitpunkt anhand der überlieferten Königslisten auf etwa 2600 bis 2500 v. Chr. festlegen, ergaben vor einigen Jahren Messungen mit einer verfeinerten Radiokarbon-Methode (Beschleuniger-Massen-Spektroskopie bzw. AMS, Accelerator mass spectrometry) den Zeitraum 3030 bis 2905 v. Chr. für den Bau der Cheops-Pyramide mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 %.

Das ist eine Diskrepanz von immerhin ca. 400 Jahren. Diese Messungen stellen eine der modernsten und genauesten physikalischen Methoden zur Altersbestimmung dar.

So Jelitto auf seiner Internetseite. Er hält Messfehler bei den Datierungen “für unwahrscheinlich, da die Messungen sorgfältig an ca. einem Dutzend Bauwerken des Alten Reiches durchgeführt wurden”. Für Jelitto sind solche Forschungsergebnisse ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Pyramiden von Gizeh mehr waren, als nur Gräber mächtiger Pharaonen.

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Dass die zahllosen analysierten Proben aus Gizeh und vielen anderen Orten Ägyptens viel Raum für Spekulationen lassen, steht außer Frage. Nach Meinung der Ägyptologen war es mal nachträglich irgendwie dahin gekommenes Material, oder einfach älteres Recyclingmaterial.  Bei der Cheops-Pyramide beispielsweise zeigt sich das überaus eindeutig, wie Hawass, Lehner, Wölfli und andere in “Radiocarbon Dates of Old and Middle Kingdom Monuments in Egypt” (“Radiocarbon”, Nr. 3/2001) dokumentierten.

Darin listen sie die entsprechenden Radiokarbondatierungen auf, die bei den verschiedenen Projekten in Ägypten an zahlreichen Bauten genommen wurden. Hunderte von Ergebnissen quer durch die Dynastien, die aber keine gewaltigen Überraschungen zeigen. Also beispielsweise keine Probe aus dem Mörtel der Pyramide, die plötzlich mit einem Alter von 10.000 Jahren aus der Reihe fällt. Allein 46 Proben bzw. C14-Datierungen von der Cheops-Pyramide listen die Forscher in ihrer Publikation auf. Bis auf eine aus Schilf war es in allen Fällen Holzkohle.

Ein paar Jahrhunderte Abweichung

Und die Altersangaben bei Cheops?

Sie reichen von zu jung bis zu alt, konkret von 3.810 bis 5.020 Jahre. Und hierbei ist die letzte genannte Datierung, angeben mit einer Fehlerquote von 130 Jahren, doppelt interessant. Nicht nur da sie rund 400 Jahre älter als der angenommene Pyramidenbau selber ist, sondern auch dadurch, wo genau man eben diese Probe entnahm. Es war die Südwestecke des oberen Bereichs der 198. Steinlage. Dort sicherte man die Holzkohle zur Beprobung. In unmittelbarer Nachbarschaft, in der gleichen Ecke der 198. Steinlage, wurde allerdings noch eine weitere Probe entnommen. Sie war mit einer Toleranz von 85 Jahren nur 4.395 Jahre alt.

Seltsam. Hier hätten also die Baumeister Holz bzw. Holzkohle in einem identischen Bauabschnitt und quasi am selben Tag genutzt, deren Bäume als Rohstoffquelle in einem Abstand von rund 700 Jahren gefällt wurden. Theoretisch ist das zwar möglich, aber wie würde sich das belegen lassen?

Man schien bei den C14-Datierungen der “ARCE 10A” und “ARCE 10B” genannten Holzkohleproben damals selber etwas irritiert gewesen zu sein. Zumindest wurde die zweite Probe, jene, die im Labor auf 5.020 Jahre datiert wurde, ein zweites mal untersucht. “Im selben Kontext” wie bei der ersten Untersuchung, wie der Bericht festhält. Diesmal kam man auf ein Alter von nur 4.440 Jahren. Jedoch mit der enormen Toleranz von 320 Jahren. Ungefähr passte dieses Ergebnis nun zum favorisierten Richtfest der Cheops-Pyramide um 2580 vor Christus.

Die Welt war wieder in Ordnung, wie man meinen könnte. Nur leider ist die Welt der Pyramidenforschung alles andere als in Ordnung, wie es weitere Beispiele belegen. So etwa das unrühmliche Ende des Sarkophags aus der Mykerinos-Pyramide. Entdeckt haben ihn 1837 Howard Vyse und John Perring, die sogar mit Sprengungen an der Außenseite der Pyramide nach weiteren Kammern suchten. Zurück blieb “Vyse’s Hole”, ein neun Meter riesiges Loch.

Seltsames aus der Mykerinos-Pyramide

In den Berichten “Operations carried on at the Pyramids of Gizeh in 1837” (1940) und “Appendix to Operations carried on at the Pyramids of Gizeh in 1837” (1942) schildern Perring und Vyse, dass der entdeckte Sarg ein prachtvolles Exemplar aus Basalt ohne Deckel gewesen sei. Gewesen deshalb, da sie ihn aus der Mykerinos-Pyramide stahlen und nach Großbritannien verschiffen wollten. Leider kam er dort nie an, da das Schiff “Beatrice” auf dem Weg 1838 samt Sarkophag und anderer Kostbarkeiten sank. Obwohl die Forschung verständlicherweise über diesen herben Verlust bis heute trauert, wird dabei ein weiterer Fund in der Pyramide gern vernachlässigt.

Perring und Vyse entdeckten bei ihren brachialen Forschungen einen zweiten Sarkophag mit einer Mumie innerhalb der Mykerinos-Pyramide. Dieses Exemplar war nicht nur menschenförmig, sondern auch aus Holz gefertigt. Zudem trug der Sargdeckel den Namen von Pharao Mykerinos.

Eine Mumie bzw. Reste einer Mumie in oder nahe einem Holzsarkophag, der den Bestatteten als Mykerinos ausweist, sind ein mehr als interessanter Fund für die Ägyptologie. So dachte man, denn leider stellte sich diese Bestattung als “Fake” heraus. Als eine sogenannte Sekundärbestattung aus späteren Epochen. So wurde der Sarg selber schnell in die Spätzeit des Alten Ägypten und damit tausende Jahre nach dem Bau der Mykerinos-Pyramide datiert. Entstanden sei er in der saitischen Epoche, die etwa von 664 bis 332 vor Christus ging.

Bei Mumie wurde es noch seltsamer. Denn sie stammt nach C14-Datieungen aus christlicher Zeit. Folglich wurde selbst der vergleichsweise sehr junge Holzsarg in der Pyramide Jahrhunderte später erneut benutzt. Warum aber der Name des Pharao Mykerinos auf dem Sargdeckel geschrieben wurde, bleibt ein Rätsel.

Die Entdeckung des Waynman Dixon in der Cheops-Pyramide

Blicken wir an dieser zurück auf die Große Pyramide von Gizeh. Und zwar etwas ausführlicher auf durchaus erschreckende Vorkommnisse.

Dass Proben, die für eine Altersbestimmung an der Außenseite eines Monumentes dieser Güte entnommen werden, immer Skeptiker auf den Plan rufen, ist verständlich. Es wäre demnach ein unschätzbarere Vorteil, wenn Wissenschaftler ein entsprechend geeignetes Artefakt innerhalb der Pyramide entdecken würden. Am besten sogar noch in einem seit der Erbauung verschlossenen Raum oder einer Kammer. Damit wäre ein späteres Eindringen des Stückes ausgeschlossen. Nicht wie im Fall des seltsamen Sarkophag der Mykerinos-Pyramide.

Und tatsächlich gibt es ein solches Objekt aus dem Inneren der Cheops-Pyramide, das von den Erbauern zurückgelassen wurde. Ober besser gesagt hat es ein solches gegeben, wie zum Beispiel in diesem Video HIER bereits berichtet.

Gefunden wurde es 1872 von Waynman Dixon in einem der kleinen “Lüftungsschächte” in der Königinnenkammer der Cheops-Pyramide. Es sind jene längst legendären Schächte, an dessen Ende sich “Blockiersteine” befinden, die während verschiedener Roboter-Missionen seit 1993 erkundet wurden. Letztlich bohrte man auch durch sie hindurch und schaute auch mit einer kleinen Kamera dahinter. Sie sind nur rund 20 Zentimeter klein, rechteckig und führen rund 65 Meter durch das Pyramiden-Innere. Seit Jahrzehnten sorgen gerade diese winzigen Korridore mit ihre Blockierungen am Ende für Kontroversen und Diskussionen.

Jeder an den Rätseln der Archäologie interessierte Laie kennt sie heute.

Bis in das Jahr 1872 waren die “Gänge” allerdings vollkommen unbekannt. Niemand wusste von ihrer Existenz, da sie in der Kammer der Königin verschlossen und vor allem nicht sichtbar waren. Bis Dixon kam, die Wände abklopfte und dabei bemerkte, dass es an zwei Stellen merkwürdig hohl klang. Daraufhin meißelte er an der Nord- und Südwand der Kammer die Steine an den hohl klingen Stellen auf und fand so die beiden “Luftschächte”.

Er und sein Partner Dr. James Grant entdeckten dabei aber noch mehr. Im Inneren der Schächte lagen einige Objekte, die heute als “Dixon-Relikte” bekannt sind. Eine Steinkugel, einen kleinen Haken aus Metall und ein Stück Holzlatte. Wobei anzumerken ist, dass der Fundort des Metall-Hakens in der Pyramide nicht ganz klar ist. Andere Quellen sprechen davon, dass er an einer ganz anderen Stelle des Bauwerkes verborgen lag, als Dixon ihn aufspürte. Mehr dazu aber weiter unten.

Verschollen und wiedergefunden

Die “Dixon-Relikte” wurden im Dezember 1872 in “Nature” und “The Graphic” sowie im Januar 1873 in “Harper’s Weekly” veröffentlicht. Weitere Publikationen folgten und bis heute ist man sich unter Ägyptologen uneins, was diese Artefakte einst für einen Zweck hatten. Selbst darüber, in welchen der beiden bis 1872 verschlossenen Schächte, dem Nord- oder dem Südschacht, welches Objekt von Dixon genau geborgen wurde, herrscht Unklarheit. Die Angaben wurden im 19. Jahrhundert bis heute immer widersprüchlicher.

Sehr gut hat diesen Umstand Stefan Bergdoll in seiner Untersuchung “Die Dixon-Relikte und die Geheimnisse der kleinen Schächte der Cheopspyramide” (“Göttinger Miszellen: Beiträge zur ägyptologischen Diskussion”, Heft 248, 2016) dokumentiert.

So unscheinbar die Fundstücke auch aussehen mögen, so spannend ist ihre Geschichte seit ihrer Bergung durch Dixon. Kurz gesagt gingen sie verloren, tauchten dann im Nachlass einer Dixon-Nachfahrin wieder auf und kamen daraufhin in das Britische Museum in London. Wo sie dann erneut verloren gingen oder vergessen wurden. Erst als der bekannte Autor und Pyramidenforscher Robert Bauval am 6. Dezember 1993 in “The Independent” über den Verlust der Objekte einen Artikel veröffentlichte, und die Leser nach Informationen über ihren Verbleib bat, suchte man im Britischen Museum nach diesen. Und fand sie auch.

Die 1872 von Waynman Dixon entdeckten Relikte
Die 1872 von Waynman Dixon entdeckten Relikte, Illustration aus “Harper’s Weekly” vom 11. Januar 1873

Allerdings nicht alle, denn das knapp 13 Zentimeter lange Holzstück blieb verschollen. Weitere Recherchen ergaben, dass das Holz 1946 in das Marischal Museum in Aberdeen gelangt sein könnte. Es wurde von den anderen “Dixon-Relikten” getrennt, die in einer Zigarrenkiste verwahrt wurden, und heute im Britischen Museum ausgestellt sind. Leider aber ist auch das Museum in Aberdeen nicht behutsam mit diesem einmaligen Fund umgegangen. Bergdoll dazu:

2001 tauchte dann in einer Inventarliste des Marischal Museums in Aberdeen der vermisste ‘Holzmaßstab’ unter der Objektnummer ABDUA:24358 zwar auf, konnte aber nicht gefunden werden, da das Museum damals im Umzug begriffen war.”

Sehr optimistisch schrieb Michael Haase, Autor zahlreicher Artikel und Bücher über die Pyramiden Ägyptens, noch 2004 in seine Buch “Eine Stätte für die Ewigkeit” (S. 50):

Mittlerweile verdichten sich aber die Vermutungen, dass sich das Holzfragment in den Magazinbeständen des Marischal Museums der Universität von Aberdeen befinden könnte.”

Die 1872 veröffentlichten Zeichnungen dieses “Stock” lassen vermuten, dass es eine Art Messlatte war. Hinterlassen von den Erbauern der Cheops-Pyramide. Auch die Aufzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert lassen diese Vermutung zu. Hierzu würde passen, dass auf den Seiten entsprechende “Kerben” eingeschnitten gewesen sein sollen. “Sie tragen parallele Linien wie Markierungen”, hieß es dazu in Nature”, “möglicherweise war es Teil eines Längenmaßes”.

Anhand der dazu damals veröffentlichten Abbildung des mutmaßlichen Messstabes kann man sie allerdings nicht wirklich exakt interpretieren.

Was man aber sehr deutlich sieht, sind die Enden der kleinen und rechtwinkligen Latte. Sie sind gerade und sauber abgeschnitten, so dass die Vermutung, es handelt sich um irgendein abgebrochenes Stück, eher unwahrscheinlich ist. Auf der Zeichnung oben erkennt man allerdings (vorne rechts), dass eine Ecke fehlt.

In der ersten Veröffentlichung in “Nature” vom 26. Dezember 1872 über die Artefakte war in diesem Zusammenhang noch von weiteren Holzfragmenten die Rede. Die Beschreibung damals:

Ein kleiner rechteckiger Zedernstab, an einem Ende gebrochen, und einige Fragmente.”

Schlamperei im Museum

Mit diesem “Stock” aus vermuteten Zedernholz läge der Pyramidenforschung ein einmaliges und unschätzbar wertvolles Fundobjekt vor. Auch wenn es nur “Fragmente” oder Bruchstücke wären. Bedauerlicherweise ging auch das Marischal Museum mit dem Artefakt alles andere als sorgsam um. “Eine Anfrage an das Marischal Museum vom 8. Dezember 2014 brachte folgendes Ergebnis”, so Stefan Bergdoll:

Das Objekt wurde bis heute nicht mehr aufgefunden und entzieht sich somit dem Versuch einer Altersbestimmung nach der C14-Methode. Das Museum beherbergt mehr als 63.500 Objekte, wobei ca. 6.000 Objekte zur ägyptischen Sammlung zählen. Da das Museum über 100 Jahre alt ist, kam es leider dazu, dass einige Objekte ihre Beschriftungen verloren haben oder an der falschen Stelle deponiert wurden, was das Auffinden eines Objekts enorm erschwert oder sogar unmöglich macht.

Für die Ägyptologie und Erforschung der Großen Pyramide ist das niederschmetternd! Ein von den Pyramidenbauern angefertigtes und gesägtes Holzstück, dass bis 1872 seit Jahrtausenden an einem Ort im Inneren der Pyramide unberührt lag, ist heute einfach – weg. Resigniert schreibt auch Bergdoll in seiner Studie:

Was den Verbleib des vermissten Holzstücks angeht, bin ich eher skeptisch, d.h. ich glaube nicht, dass besagtes Stück jemals wieder auftaucht und auch noch zweifelsfrei als solches identifiziert werden kann. Leider ist damit eine Möglichkeit verspielt, das Alter der Cheopspyramide mittels C14-Methode überprüfen zu können.

Natürlich ist es alles andere als ein Einzelfall, dass in Museen antike Artefakte und archäologische Fundstücke “verloren” gehen oder einfach “verschwinden”. Man denke nur das ehrwürdige Ägyptische Museum von Kairo. Auch dort verschwanden unzählige Objekte aus den Kellern. Oder sie werden einfach nicht mehr wiedergefunden, können nicht mehr eingeordnet werden oder irgendwelche Zuordnungen von Inventarbeständen sind überhaupt nicht mehr möglich.

Noch schlimmer ging es in der Vergangenheit zu. Da wurden Artefakte und sogar ganze Mumien aus den Depots des Museums heraus an betuchte Sammler unter der Hand verkauft.

Falsche Angaben, kaputt und verloren!

Stöbert man in den Katalogaufzeichnungen des Marischal Museums der Universität von Aberdeen findet man das gesuchte Holzobjekt weiterhin gelistet. Auch wenn niemand mehr weiß, wo es überhaupt liegt und ob es überhaupt noch im Lager ist. In der Aufzeichnung wiederum heißt es, dass es ein Messinstrument (bzw. ein Teil davon) der Steinmetze war, dass 1946 dem Museum geschenkt wurde. Von E. F. Morice, einer Nachfahrin des Mitentdeckers Grant. Katalogisiert wurde es am 26. November 1946.

So weit, so gut. Denn ansonsten strotzt die Karteikarte des Museums von Fehlern. Angefangen beim dort genannten “Herstellungsdatum des Objekts”, das mit 4000 vor Christus angegeben wird (“4000 BC”). Also fast 2.000 Jahre vor dem Bau der Cheops-Pyramide.

Bei der kurzen aber vielsagenden “Objektgeschichte” stimmt schon fast gar nichts mehr. In nur vier Sätzen sind alle vier Hauptangaben bzw. Daten falsch. Dort heißt es, dass das Objekt 1886 von Dixon in einem der “Ventilationsschächte der Großen Pyramide von Gizeh in der Königinnenkammer” gefunden worde. Die Öffnung der Schächte und die Entdeckung des Artefaktes war aber bereits 1872. Weiter heißt es in der Beschreibung, dass die Cheops-Pyramide aus dem Jahr 400 vor Christus stammt (“400 BC”), was wiederum dem “Herstellungsdatum des Objekts” gewaltig widerspricht.

Hierzu zitiert das Museum die Spenderin selber aus einem Brief vom 18. August 1946. Wobei hier das Datum nicht stimmt, da sie diesen bereits am 18. Juni verfasste. Darin ist in der Tat bereits das falsche Alter der Pyramide genannt, was vom Museum einfach übernommen wurde. Allerdings nannte Morice, dessen Name übrigens im Museumskatalog auch noch falsch geschrieben wurde, in ihrem Brief als Fundjahr korrekt. Um die Verwirrung abzurunden, hat das Museum unter “Notizen” das korrekte Jahr 1872 angeben.

Ignorieren wird die falschen Angaben und deuten sie als Abschreibfehler des Briefes von Morice an das Museum, bleibt noch eine weitere, traurige Aussage. So notierte das Museum 1946 aus dem Schreiben der Schenkerin:

Der Maßstab ist in Fragmente zerfallen, da er der Luft ausgesetzt war.

Also nicht nur verschollen, sondern seit mindestens 1946 auch noch kaputt!

Das kann eigentlich nur als “faule Ausrede” gewertet werden. Immerhin lag das Holz tausende von Jahre unentdeckt und unberührt in einem der “Lüftungsschächte”. Deren beide Ende waren zwar bis Dixons gewaltsamen Öffnung des unteren “Ausganges” verschlossen, aber selbstverständlich voller Luft. Ein Vakuum herrschte darin nicht, weshalb das Artefakt mindestens bereits 4.500 Jahre der Luft ausgesetzt war. Erst dann wurde es in einer Zigarrenkiste mit den anderen Objekte verschickt.

Auch der Umstand, dass die “Messlatte” später (als sie dem Britischen Museum in London angeboten wurde) in einem Glaskolben verwahrt wurde, ändert daran nichts. Bezeichnet ist hierbei auch, dass nach der Entdeckung in entsprechenden Veröffentlichungen über diese Funde der hervorragende Erhaltungszustand des Holzes betont wurde.

Zur Ehrenrettung sollte man aber nicht übersehen, dass das trockene Klima von Gizeh weitaus besser Hölzer jeglicher Art erhält, das jenes in Großbritannien. Oder sind mit dem “Zerfall” die Fragmente gemeint, die laut “Nature” (s. oben) zusammen mit der “Rute” gefunden wurden? Bilder dieser Stücke wurden nie veröffentlicht. Darum ist es wahrscheinlicher, dass es tatsächlich nur kleine Splitter waren, denen schon 1872 keine Bedeutung beigemessen wurde.

Unwahrscheinlich, dass diese in das Museum von Aberdeen gelangten, und dadurch das Objekt als “in Fragmente zerfallen” beschrieben wurde.

Dr. Zahi Hawass sieht es ganz anders

Die von Dixon entdeckten Schächte in der Kammer der Königin werden seit 1993 (inoffiziell) auch als “Gantenbrink-Schächte” bezeichnet. Nach dem Ingenieur Rudolf Gantenbrink, der mit seinem Roboter “UPUAUT 2” damals an den oberen Enden der Schächte die schon legendären kleinen “Türen” entdeckte. Bekanntlich folgten bis heute eine Reihe weiterer Roboter-Untersuchungen der Stollen.

Am bekanntesten dürfte wohl die Untersuchung sein, bei der man ein Loch in den Stein bohrte und eine Kamera hindurch schon. Eine TV-Show, die unter Leitung von Dr. Zahi Hawass am 17. September 2002 von “Nationale Geographic” weltweit “live” übertragen wurde. Heute kennt jeder Archäologie-Interessierte diese Ereignisse, die damals ein großes Medienecho nach sich zogen. Auch unzählige Publikationen dazu erschienen in der Folge, die von Ägyptologen wie von Laien gleichermaßen verfasst wurden.

Eine davon war der Sammelband “The Treasures of the Pyramids” (2003), in dem verschiedene Ägyptologen und Pyramidenforscher über die Rätsel der Pyramiden berichteten. Nicht nur über die neuen Entdeckungen am Ende der “Luftschächte”. Bekannte Namen aus der Ägyptologie wie Günter Dreyer, Mark Lehner oder auch Rainer Stadelmann lieferten Beiträge für diese Anthologie. Und selbst Suzanne Mubarak, die Frau des damaligen Staatspräsidenten Husni Mubarak, steuerte als First Lady Ägyptens ein Vorwort bei.

Wirklich bekannt ist das Buch wahrscheinlich nur im Kreise der Archäologen. Was die enthalten archäologischen Veröffentlichungen an dieser Stelle so interessant machen, sind enthalte Aussagen von Zahi Hawass zu den Dixon-Funden. Hawass schrieb mit Abstand die meisten Beiträge und geht in “The Secret Doors Inside the Great Pyramid” (ab S. 156) auf die geheimnisvollen Schächte genauer ein. Zu dem von Dixon geborgenem Holzstück bemerkt er ganz nebenbei:

Einige schlagen vor, dass eine Kohlenstoffdatierung des Holzes eine genaue Datierung der Pyramide ermöglichen würde, da Holz beim Bau der Pyramide im Schacht belassen worden sein muss (vorausgesetzt, der Schacht war versiegelt) Aber ich behaupte, dass dies nicht absolut sicher ist. Holz kann nach dem Bau über den Schachtausgang in den Schacht eingebracht werden, falls er existiert.”

Die offene Cheops-Pyramide des Hawass

Eigentlich eine unfassbare Aussage, die Hawass nur ein Jahr nach seiner Durchbohrung des Sperrsteins tätigte. Eine C14-Dateiung sei seiner Meinung also sinnlos, da das Holz “nach dem Bau über den Schachtausgang” dorthin gelangt sein könnte.

Ihm war natürlich klar, dass der Schacht unten erst 1872 aufgebrochen wurde, was er in seinem Beitrag auch selber schreibt. Und ihm war seit 1993 durch Gantenbrink auch klar, dass er oben mit einem Stein versperrt wurde. Aufgrund der Durchbohrung 2002 wusste er natürlich auch – er war ja dabei -, dass dahinter eine weitere Steinsperre liegt. Wo ist da Platz für einen Ausgang ins Freie, durch den das Holz hätte in den Schacht fallen können?

Gleichfalls kennt er natürlich die Architektur der Cheops-Pyramide ganz genau. So weiß er auch, dass der Bau der Pyramide auch nach Fertigstellung und Versiegelung der kleinen Stollen der Königinnenkammer noch sehr lange weiter in die Höhe ging. Die “Lüftungsschächte” selber reichen auch bis über die Kammer des Königs im Mauerwerk der Pyramide hinaus. Das heißt, wenn die “Messlatte” in den Schacht gelangte, als dieser am oberen Ende noch offen war, geschah dies trotzdem noch während der Bauzeit der Pyramide.

Danach war er “dicht”. Was Hawass dann wieder nur einen Satz später selber schreibt:

Ägyptologen haben mehrere Erklärungen für diese Schächte. Einige glauben, dass sie zur Belüftung verwendet wurden, aber dies kann nicht wahr sein, da sie sich nicht nach außen öffnen.

Sofern also niemand nach Fertigstellung der Pyramide und der Schächte von Außen durch das Mauerwerk bohrte, dann durch das entstanden Loch die Dixon-Relikte hinfallen ließ, um daraufhin das Loch innerhalb des winzigen Stollens sowie an der Außenseite der Pyramide unsichtbar zu verschließen, bleibt diese Vermutung reine Spekulation von Hawass.

Eine letzte Chance?

Vielleicht gibt es aber noch ein letzte C14-Chance. Auf dem von Dixon 1872 gefunden Metallhaken könnten geringe Holzreste vorhandenen gewesen sein, wie es die Objektbeschreibungen vermuten lassen. So schrieb schon John Dixon, der Bruder des Entdeckers, in einem Artikel über die Funde in “Harper’s Weekly” (11. Januar 1873) zur der Beschreibung des Hakens:

Bronze Instrument, an dem ein Teil des Holzgriffs haftet.

Und in “Nature” heiß es im Dezember 1872 dazu:

Ein kleiner Doppelhaken aus Bronze mit genieteten Stiften zum Befestigen an einem Griff.

Es ist also unklar, ob mit “Teil des Holzgriffs” nicht vielleicht doch nur die Befestigungsstifte oder Nieten gemeint waren. Diese sind klar zu erkennen, und werden bis heute als Halterungen für einen Holzgriff interpretiert. Wie schon damals in “Nature”:

Mit einem Holzgriff, der an den beiden Stiften befestigt ist, kann er als Werkzeug verwendet worden sein.

Wo dieses Fundstück sich heute befindet, ist seit 1993 bekannt. Es schlummert, vollkommen unbeachtet von den üblichen Touristen, in einer Vitrine im Britischen Museum in London vor sich hin.

Ob diese mutmaßlichen Holzreste für eine C14-Datierung ausreichen, ist natürlich offen. Fraglich ist auch, ob sie nach der 2012 durchgeführten Konservierung des Fundes im Britischen Museum überhaupt noch vorhanden oder für eine Kohlenstoffdatierung nutzbar sind. “Stabilisierung” nennt sich diese Aufarbeitung. Es bedeutet nichts weiter, als dass die entsprechenden Experten das Artefakt mit verschiedenen Methoden behandeln, um es auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

Hinzu kommt, dass 1877, also nur kurz nach den Dixon-Entdeckungen, James Bonwick in “Pyramid facts and fancies” schrieb, der Haken sei in der Vorkammer der Königskammer gefunden worden. Dort, wo sich die Fallsteine als Sicherung gegen Grabräuber befanden, und damit weit weg von der Kammer der Königin. Folglich auch mehr oder weniger offen im Inneren des Monuments und nicht in einem der erst durch Dixon nach Jahrtausenden geöffneten Schächte. Wobei je nach Aussage der Haken im Nord- oder Südschacht gefunden wurde.Selbst das ist demnach unklar.

Bonwick dazu (S. 36):

Die Höhe des Fallgitters beträgt laut Perring 12 Fuß 5 Zoll. Mr. Waynman Dixon fand dort in der Nähe einen Bronzehaken; er könnte einem alten Schatzsucher gehört haben.

Hätte Bonwick mit dieser Aussage wirklich recht, könnte der Haken damit erst sehr, sehr viel später in die Pyramide gelangt sein. Lange nach dem Richtfest des Bauwerkes. Ein C14-Datierung wäre dann zwar interessant, aber würde nichts über das “wahre Alter” der Pyramide enthüllen.

Ein ernüchterndes Resümee

Auch wenn das Thema “C14-Datierungen und die Cheops-Pyramide” fraglos nicht ausgeschöpft wurde, ist es Zeit für ein Resümee. Leider ein recht ernüchterndes, wie es die wichtigsten Punkte im Folgenden verdeutlichen sollen:

  • Es gab eine große Anzahl von C14-Datierungen bezüglich der Cheops-Pyramide.
  • Die Altersbestimmungen variieren dabei zum Teil durchaus erheblich. Um mehrere Jahrhunderte.
  • Zur Datierung diente meistens Holz bzw. Holzkohlereste aus dem Mörtel der Außenseite der Pyramide.
  • Mal mehr und mal weniger grob stimmen die Datierungen mit den angenommenen Baudaten unter Pharao Cheops überein.
  • Abweichungen gelten als Toleranz und/oder die Wiederverwendung älterer Materialien durch die Baumannschaften.
  • Aufzeichnungen alter Chronisten mit geradezu phantastischen Zeitangaben für das Alte Ägypten, wie etwa von Herodot, werden in Forschung nicht ernst genommen.
  • Die C14-Analysen erbrachten jedoch auch keine gewaltigen Altersangaben, die solche Behauptungen der alten Geschichtsschreiber untermauern. Außer man glaubt an eine Verschwörung der Archäologie, die genau solche Daten unter Verschluss hält.
  • Ein authentisches Stück Holz, das wahrscheinlich Jahrtausende unberührt und unentdeckt in der Cheops-Pyramide lag, noch dazu von den Baumeistern selber stammen muss, ist heute spurlos verschwunden.
  • Holzfragmente, die mit dieser vermuteten “Messlatte” geborgen wurden, sind ebenso verschollen. Ihnen wurde vermutlich schon während der Entdeckung keine Bedeutung beigemessen (an die Möglichkeiten von C14-Datierungen konnte damals auch wirklich niemand denken).
  • Eine in der Mykerinos-Pyramide gefundene Mumie sowie ein entdeckter Sarkophag fallen zeitlich vollkommen aus dem Rahmen der IV. Dynastie. Auch wenn der Name des Pharao Mykerinos darauf steht, reichen die Funde bis in die frühchristliche Zeit.
  • Selbst C14-Datierungen aus der XII. Dynastie schwanken um rund 200 Jahre.
  • Teilweise wurden die Radiokarbondatierungen von einer Organisation ganz offiziell finanziert bzw. mitfinanziert, die in Gizeh inklusive Sphinx Bauten eines Volkes aus Atlantis sieht.
  • Erst kürzlich wurde in einer neuen Studie aufgezeigt, dass die Kalibrierung von C14-Datierungen mit Baumringen weitaus ungenauer ist, als bisher angenommen.
  • Eine der Proben der Cheops-Pyramide fiel besonders aus dem Rahmen der anderen Datierungen. Auch im Vergleich zu einer weiteren und direkt daneben entnommenen und datierten Probe. Erst eine zweite Altersbestimmung wies diesen Ausreißer “in seine Schranken”.
  • Authentische und mittels C14 datierbare Objekte aus dem Inneren der Pyramide(n) liegen – soweit bekannt – nicht vor.
  • An dem 1872 entdeckten Metallhaken waren vielleicht an den Befestigungsstiften Holzreste vorhanden. Ob es so war, und ob sie überhaupt noch vorhanden sind, ist unklar.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Wie genau ist die C14-Datierung? Wissenschaftler weisen zum Teil erhebliche Abweichungen bei Radiokarbondatierungen nach

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Wie genau ist die C14-Datierung? Wissenschaftler weisen Abweichungen der Radiokarbondatierungen nach - die erheblich sein können (Bilder: PixaBay/gemeinfrei/Fischinger / Montage: Fischinger-Online)
Wie genau ist die C14-Datierung? Wissenschaftler weisen Abweichungen der Radiokarbondatierungen nach – die erheblich sein können (Bilder: PixaBay/gemeinfrei/Fischinger / Montage: Fischinger-Online)

Die Radiokarbondatierung, auch C14-Datierung genannt, ist eine “Allzweckwaffe” für all jene, die das Alter von organischen Material bestimmen wollen. Vor allem sind das natürlich Archäologen, die mittels C14-Analysen von kohlenstoffhaltigen Funden wie Holz oder Knochen deren Alter ermitteln. Wie alle Datierungen hat aber auch C14 seine Fehler und Grenzen. Und diese sind in der Wissenschaft durchaus bekannt. Doch wie stark Radiokarbondatierungen von archäologischen Funden von anderen zeitlichen Einordnungen abweichen können, zeigt jetzt ein neue Studie. Und diese Abweichungen haben durchaus einen großen Einfluss auf die Geschichtsschreibung der frühen Hochkulturen, wie Ihr in diesem Beitrag erfahrt.


Die Radiokarbondatierungen (C14)

Archäologen bedienen sich bei ihrer Arbeit verschiedensten Methoden, um einen Fund oder ein Artefakt in einen zeitlichen Rahmen einzuordnen. Neben dem jeweiligen Fundkontext sind das unter anderem auch schriftliche Zeugnisse und Aufzeichnungen aus der Vergangenheit.

Zu diesen Methoden kam rund 70 Jahren die Naturwissenschaft mit der Radiokarbondatierung, die man allgemein auch C14-Datierung nennt. Entwickelt wurde sie schon 1946 von dem Chemiker und Physiker Willard Libby in den USA, der dafür 14 Jahren den Nobelpreis für Chemie bekam. Seit dem ist die C14-Datierung eine „Allzweckwaffe“ der Archäologie und anderer Untersuchungen.

Mit dieser Datierungsmethode wird der radioaktive Zerfall der C14-Atome in kohlenstoffhaltigen Material gemessen. Vor allem natürlich in organischen Material wie Holz oder Holzkohle, Knochen oder Pflanzenresten. Diese neben zu Lebzeiten das natürlich zerfallende C14 aus der Atmosphäre auf und reichen es so immer wieder neu an. Sterben diese, endet auch die natürliche Aufnahme und damit die Erneuerung von C14 des Organismus. Es zerfällt immer weiter innerhalb des Materials bzw. der Lebewesen, was mittels der Radiokarbondatierung gemessen werden kann.

Die bekannte „Halbwertzeit“ beträgt im Fall von C14 exakt 5.730 Jahre (+/- 40 Jahre). Zum Vergleich: Das Iod 131-Isotop hat eine Halbwertzeit von nur 8 Tagen – Tellur 128 benötigt unfassbare 7 Quadrillionen Jahre. Weit länger als das Universum überhaupt alt ist …

Anhand der Bestimmung des C14-Zerfalls einer Probe kann so der Forscher im Labor bestimmen, wann die natürliche C14-Aufnahme dieser stoppte. Also, wann das „Objekt“ gestorben ist. Entdeckt irgendwo auf der Welt ein emsiger Archäologe menschliche Überreste in einem Grab, kann so anhand der Knochen das Alter dieser Reste ermittelt werden.

Vorausgesetzt, dass die organische Probe sachgemäß gewonnen, verpackt und analysiert wurde. Das heißt, dass sie nicht im Nachhinein durch äußere Einflüsse kontaminiert wurde.

Allzweckwaffe C14-Datierung

Denn das ist immer wieder ein Kritikpunkt bei der längst bewährten C14-Datierung. Nicht nur dann, wenn ein ermitteltes Alter eines Objektes nicht den Erwartungen entspricht. Das Grabtuch von Turin, das viele Menschen für das Leichentuch Jesus Christus halten, ist dabei wohl das bekannteste Beispiel. Auch diese heilige Reliquie wurde 1988 mittels C14 datiert.

Heraus kam nach der Analyse der Proben, dass das Turiner Grabtuch im Mittelalter entstanden sein muss. Also ist es zumindest nach dieser Datierung eindeutig eine Fälschung. Für viele Gläubige und Grabtuch-Forscher ein Schock. Sie vermuten – nicht ganz zu Unrecht – eine Kontaminierung der Proben, weshalb die Diskussion um das Leichentuch Christi bis heute hitzig geführt wird (s. a. HIER, HIER , HIER & Video HIER).

Natürlich zweifeln verschiedene Seiten immer wieder an der Genauigkeit der C14-Analysen. Aus den unterschiedlichsten Gründen und nicht nur aus religiösen Motiven, wie beim Turiner Grabtuch. Vielfach wird diese wissenschaftliche Methode sogar komplett abgelehnt. Und zwar wird sie vor allem in der Grenzwissenschaft oder „alternativen Geschichtsschreibung“ gerne „verteufelt“.

Natürlich nicht immer und grundsätzlich, doch lässt sich diese Ablehnung nicht selten erkennen. Dabei ist der Kern der Kritik von dieser Seite praktisch immer gleich. Gräbt ein Archäologe irgendwo nahe, bei oder sogar direkt unter einer uralten Stätte ein mittels C14 datierbares Objekt aus, sagt deren Alter nichts über das „wahre Alter“ der jeweiligen Stätte. So das Hauptargument der Kritik innerhalb der „alternativen Historiker“.

Bekannte Beispiele sind die Pyramiden von Gizeh (die bereits mehrfach mittels C14 datiert wurden), die Ruinenstätte von Tiahuanaco und Puma Punku in Bolivien, Stonehenge und andere Anlagen der Megalithkultur, Baalbek im Libanon oder auch Bauten der Inka in Peru.

Bei den Ruinen von Göbekli Tepe in Anatolien hingegen, die ganz offiziell mit C14 auf ein sensationelles Alter bis zu 12.600 Jahren datiert wurden, wird die Radiokarbonmethode akzeptiert …

Schwankungen der Radiokarbondatierung

Bis ins Unendliche funktioniert die C14-Datierung letztlich aber auch nicht. Zeitlich lässt sie sich im Bereich zwischen 300 und rund 60.000 Jahren nutzen. Mit unterschiedlicher Genauigkeit. Vereinfacht gesagt, wird diese Methode mit zunehmenden Alter der datierten Proben ungenauer. Bei einem beprobten Fundstück, dass mehrere Zehntausend Jahre alt ist, ist allerdings eine Abweichung von angenommen 1.000 Jahren zum wahren Alter unerheblich.

Mehr oder weniger, denn ob vor 41.000 Jahren ein Feuer in einer Höhle in Süddeutschland brannte, oder sich hier „erst“ vor 40.000 Jahren jemand wärmte, wird die Geschichtsschreibung nicht sonderlich ändern.

Ganz anders sieht es auf, wenn man nur einige Jahrtausende in die Vergangenheit schaut. Etwa zu den ersten großen Zivilisationen der Menschheit am Nil oder in Mesopotamien. Eine Abweichung von nur 50 Jahren kann hier ganz erhebliche Konsequenzen für die Geschichtsschreibung, Altertumsforschung und Archäologie haben!

Mit der Radiokarbondatierung festgestellte Altersangaben können etwa einer alten aufgezeichneten Chronologie widersprechen. Ob ein Pharao in Ägypten vor 3.000 Jahren 50 Jahre früher oder später lebte und regiert, macht einen deutlichen Unterschied.

Um eine möglichst genaue Datierung sicherzustellen, bedienen sich Archäologen und Naturwissenschaftler auch verschiedener Methoden der „Kalibrierung“. Zumal auch der natürliche Anteil von C14 in der Erdatmosphäre Schwankungen unterliegt. Abhängig von der kosmische Strahlung, die unseren Planeten permanent aus dem All trifft. Probates Mittel ist für die Forscher unter anderem die Dendrochronologie, also die bekannte „Baumringdatierung“. Wissenschaftler nutzen dazu verschiedene standardisierte Jahresringtabellen und Vergleichskurven, die in unterschiedlichen Regionen der Erde durch die Jahresringe von Bäumen erstellt wurde.

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Wie exakt die Datierung auch mit Hilfe der C14-Kalibrieurng letztlich ist, weiß niemand ganz genau. Abweichungen und Unsicherheiten sind immer Teil der Analysen und werden auch immer in den Untersuchungsberichten der entsprechenden Proben benannt.

Wissenschaftler um den Archäologen Professor Sturt W. Manning von der Cornell University in Ithaca veröffentlichten kürzlich genau zu diesem Problem in „Science Advances“ (18. März 2020) eine neue Studie. Sie kommen zu dem eindeutigen Ergebnis, dass es zum Teil signifikante Abweichungen in den C14-Datierungen und entsprechenden Abgleichungen gibt.

Je nach Region auf der Nordhalbkugel, die mit derselben „Baumring-Kalibrierung“ vorgenommen wurden. Altersbestimmungen in Zentraleuropa unterscheiden sich mit dieser Methode deutlich von jenen, die im Mittelmeerraum oder Ägypten vorgenommen wurden, so die Forscher. Radiokarbondatierungen widersprechen auch häufig dem Alter, das entsprechende Artefakte nach historischen Aufzeichnungen oder Dokumenten haben müssten. Archäologe Manning:

Eine einzige Kalibrierungskurve für die nördliche Hemisphäre bildet seit fünf Jahrzehnten die Grundlage für die Radiokarbondatierung in Europa und im Mittelmeerraum und legt den Zeitrahmen für die Vorgeschichte fest. In dem Maße, wie die Messgenauigkeit zunimmt, wachsen auch die Hinweise für kleine, aber substanzielle regionale (teilweise wachsende) Abweichungen in den Radiokarbondaten des gleichen Jahres.

Die Altersbestimmung zu korrigieren, könnte daher auch unsere Sicht der Geschichte verändern und das Wissen darüber, welche Gruppen wann dazu beitrugen, die klassischen Zivilisationen zu prägen.“

Manning und sein Team untersuchten für ihre Studie unter anderem Holz aus Norditalien, Deutschland und Zentralanatolien, das aus dem 1. und  2. Jahrhundert vor Christus stammt, sowie andere Proben. Schon dabei zeigten sich Abweichungen in der Datierung von bis zu 31 Jahren in Baumringen aus ein und demselben Jahr. „Dieses wiederkehrende Phänomen untergräbt die Relevanz der C14-Kalibrierungskurve mittlerer Breite für die Chronologie im Mittelmeerraum“, so die Forscher in ihrer Studie.

Radiokarbondatierungen schreiben die Geschichte um

In ihrer Untersuchung verweisen die Autoren darauf, dass eben nicht nur der natürliche C14-Gehalt der Atmosphäre und damit auch dessen Aufnahme von lebenden Organismen schwankt, sondern auch die Vegetation. Im Bereich des Mittelmeeres, und damit der frühen Kulturen, liegt der Pflanzenwachstum eher im milden Winter und Herbst. In Zentraleuropa im Frühling und Sommer. Dieser Unterschied verfälsche auch den bisher angewandten C14-Dantierungsabgleich durch die Jahresringe von Bäumen, sind sich die Forscher sicher.

Das Team um Manning datierte unter Berücksichtigung der erkannten Fehlerquote auch den Vulkanausbruch auf der Insel Thera (Santorin) neu. Diese kleine Mittelmeerinsel wurde einst von einem gewaltigen Vulkan in weiten Teilen vernichtet, was vor Jahrtausenden erhebliche Auswirkungen auf die dortige und gesamte Kultur des Mittelmeeres hatte. Nicht wenige glauben, dass diese Vernichtung als Vorlage für den Mythos von Atlantis des Platon diente.

Archäologische Grabungen datierten den Untergang von Thera bisher auf ca. 1500 vor Christus. Die jetzige C14-Datierung durch Manning weicht davon erheblich ab, und datiert diese Katastrophe auf 1649 bis 1617 vor Christus. 150 Jahre Abweichung sind für den Untergang einer ganzen Zivilisation im Mittelmeer gewaltig.

Bei der Altersbestimmung des legendären Pharao Tutanchamun sieht es nicht für Manning und seine Kollegen nicht viel anders aus. Auch hier kommen sie anhand von 6 Proben zu anderen Daten als die klassische Archäologie durch die Chronologie Ägyptens und früherer C14-Messungen. Zum Beispiel auf eine Bestattung vor 3117 (+/- 12 Jahre) vor Christus. Ägyptologen datieren seinen Tod bisher um das Jahr 1323 vor Christus.

Radiokarbondatierungen aus dem Grab des Tutanchamun stimmten bisher nicht immer mit der historischen Geschichtsschreibung überein. Und Abweichungen von Jahrzehnten wiegen nachvollziehbarer Weise in diesem Zusammenhang überaus schwer.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Von Mumien bis Gold: ALLE (angeblichen) Funde aus dem Inneren der Cheops-Pyramide bei der “1. Öffnung” +++ Video +++

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VIDEO: Alle (angeblichen) Funde aus dem Inneren der Cheops-Pyramide (Bilder & Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Alle (angeblichen) Funde aus dem Inneren der Cheops-Pyramide (Bilder & Montage: Fischinger-Online)

Im 9. Jahrhundert öffneten die Araber angeblich zum ersten Mal die Cheops-Pyramide. Davon berichtet umfangreich das mittelalterliche Geschichtswerk Hitat. Jene Chronik, die vielfach von “alternativen Historikern” bis heute als Quelle herangezogen wird. Doch was dabei meist überlesen wird, ist die Tatsache, dass die Araber bei ihrem Eindringen zahllose Artefakte und Objekte im Inneren der Pyramide gefunden haben sollen. Sie war alles andere als leer, wie Ihr hier erfahrt.


Die Cheops-Pyramide und ihre Schätze

Nichts, rein gar nichts, fand man in der Großen Pyramide von Gizeh, der Cheops-Pyramide. Weder Mumien, noch Schätze, noch irgendwas anders. So heißt es in nahezu jedem Buch über Rätsel der Archäologie, Mysterien der Pyramiden oder auch Grenzwissenschaft.

Das stimmt jedoch nicht. Zumindest wenn wir der mittelalterlichen Chronik des Hitat Glauben schenken wollen. Es ist genau jenes Werk, auf dem sich gerne berufen wird, dass die Pyramiden vor der Sintflut von Saurid alias Henoch erbaut wurden. Tatsächlich wird das von den über 30 im Hitat zu findenden Chronisten gesagt. Einmal. Denn die meisten nennen – wenn – Cheops als Baumeister oder andere.

Im Hitat finden sich aber zahllose phantastische Berichte rund um Pharaonen, die vielfach auf meinem Blog und hier in Videos bereits Thema waren. (Link dazu HIER und eine Auswahl in der Video-Beschreibung bei YouTube). Auch und vor allem über die Öffnung der Cheops-Pyramide im Jahr 832 nach Christus durch die Araber unter Kalif al-Mamun. In der Archäologie werden diese so gut wie nicht ernst genommen. Sie sind zu phantastisch.

Doch auch die immer wiederkehrende Aussage, dass nichts im Inneren der Cheops-Pyramide gefunden wurde, stimmt laut Hitat nicht. Im Gegenteil, denn die Eindringlinge entdeckten fast schon unzählige Dinge im Inneren der Großen Pyramiden. Von Mumien über Statuen bis zu Gold.

Ich habe für Euch einmal alle angeblich dort gemachten Funde und Fundstücke herausgesucht, über die die arabischen Chronisten im Hitat berichtet haben. Denn wenn man die “Henoch-Geschichte” glaubt, muss man auch den anderen Ausführungen des Hitat glauben. Zumindest teilweise …

Was bei der angeblich ersten Öffnung alles im Detail gefunden wurde, erfahrt Ihr in diesem Video vom 4. Januar 2021.

Bleibt neugierig …

Video

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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UFO-Sekte in Bayern und der Kindesmissbrauch: Die bizarre Welt des verurteilten “Alien-Gurus” von den Plejaden (+ Video)

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UFO-Sekte in Bayern und der Kindesmissbrauch - die bizarre Welt des verurteilten "Alien-Gurus" (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
UFO-Sekte in Bayern und der Kindesmissbrauch – die bizarre Welt des verurteilten “Alien-Gurus” (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Auf YouTube und diesem Blog berichtete ich bereits mehrfach von dem “Alien-Guru” Aryah G. und seiner UFO-Sekte in Bayern. Inzwischen ist der Sektenführer wegen 75-fachen Kindesmissbrauch und Steuerhinterziehung zu rund sechs Jahren Haft verurteilt. Und so kommen auch immer mehr Einzelheiten über die bizarren Lehren des angeblich hier auf der Erde geborenen Außerirdischen ans Licht, die teilweise an andere UFO-Sekten und Kulte erinnern. Welche “Weisheiten” der angebliche Alien-Meister seinen manipulierten Gläubigen verkaufte, erfahrt Ihr hier.


Die UFO-Sekte des Kinderschänders

Anfang und Mitte März 2021 berichte ich in diesem Beitrag HIER und diesem Video-Beitrag HIER über einen UFO-Sekten-Guru in Bayern, der wegen duzendfachen schweren Kindesmissbrauch in Deutschland vor Gericht stand. Wie berichtet ist der “Alien-Guru”, der sich selber für einen inkarnierten Außerirdischen hält, inzwischen in 75 Fällen wegen Kindesmissbrauch vom Landgericht Regensburg verurteilt worden. Weitere Ermittlungen gegen den manipulativen Chef der UFO-Sekte wird es nicht geben. Dafür gäbe es bisher keine weitere Anhaltspunkte, so die Behörden.

Ob tatsächlich diese Verurteilungen wegen Kindesmissbrauch und auch Steuerhinterziehung das gesamte Ausmaß der Verbrechen berücksichtigen, bleibt indes fraglich. Zumindest ist die Gruppe, die der angebliche Alien in deren einsam gelegenen Anwesen in Bayern um sich gescharrt hatte, überaus verschwiegen. Selbst die von dem Sekten-Chef gestandenen Missbrauchsfälle wollten seien (meist weiblichen) Anhänger nicht wahrhaben. Obwohl sie durchaus erkennbar gewesen sein sollen. Etwa, da der “Alien-Guru” seinem jungem Opfer besonders viel “Aufmerksamkeit” schenkte. Für seien Anhänger war das jedoch ein Privileg, das sogar Neid aus das Kind hervorrief, wie bei der Gerichtsverhandlung heraus kam …

Vor allem die Internetseite “Regensburg digital” berichtete im März 2021 im Zuge der Gerichtsverhandlung von den ungeheuerlichen Vorgängen innerhalb der Gruppe rund um den Alien-Chef. Und auch davon, dass Aryah G. gewaltige Geldsummen von seinen Gläubigen kassierte, die ihm ein sehr kostspieliges Leben ermöglichten. Unter anderem durch “Sanktionen” für “Verfehlungen” der Anhänger. Beim Finanzamt gab er allerdings Verluste an, wie berichtet …

Ein großer, außerirdischer Meister

Am 18. Mai berichtete “Regensburg digital” erneut in einer umfangreichen Reportage über den UFO-Sekten-Guru. Nicht nur über seine Vergehen der Steuerhinterziehung und Kindesmissbrauch, sondern auch über seine Weltanschauungen zu Aliens und UFOs. “Ein Kindervergewaltiger mit Faible für Pornos, Porsche und Reichsflugscheiben”, so das Portal, der sich mit Namen wie YAH, Arkon, Ari Fürst zu Sayn-Wittgenstein, Aryah oder Augustus ansprechen ließ. Als Meister sowieso, da er sich selber als den “weltweit bedeutendsten zeitgenössischen Mystiker” ansah.

Der Guru gehöre der “Universellen Allianz der Planeten und der Plejadischen außerirdischen Gruppe” an, dessen Weisheiten er schon in den 1990er Jahren auf Seminaren lehrte. Dabei sei er Teil einer ganzen Gruppe von neun von außerirdischen Meistern, die an “bestimmten wichtigen Orten auf der ganzen Welt” leben und für die Menschheit arbeiten würden. “Kosmologie, galaktische und irdische, geheimgehaltene Geschichte, Wissenschaft-Technologie, Gesundheit und Mystik zu verbreiten”, sei nach seiner Selbstdefinition die Aufgabe dieser Außerirdischen. Diese im Verborgenen agierenden Außerirdischen der Plejaden haben alle besondere Kräfte, so der “Meister” der UFO-Sekte weiter.

Er selber hingegen sei so was wie der Super-Meister der kosmischen Besucher, da er alle neun Kräfte in seiner Person vereint. Und sein einsames Sekten-Anwesen in Buglmühl in Bayern muss demnach einer dieser “wichtigen Orte” der Erde sein, an denen diese Alien-Meister tätig sind. In seiner Biographie heißt es dazu weiter:

YAH ist einer der ursprünglichen Lyrischen Anführer, die Teil einer Gruppe von 144.009 Außerirdischen in einer vorzeitigen, früheren Inkarnation auf der Erde waren, welche diese vor 389000 Jahren kolonisierte. Er hat sich zur Zeit wieder inkarniert, zusammen mit acht anderen Anführern, die als ‚Die 9 Ewigen‘ oder ‚Die 9 Erwachten‘ bekannt sind.

144.000 Außerirdische und 9 Meister

Diese “9 Ewigen” sind nicht unbedingt unbekannt. Schon bei den Recherchen zu dem Buch “UFO-Sekten”, dass ich zusammen mit Roland M. Horn 1999 veröffentlichte, begegneten uns Alien-Sekten mit ähnlichen Aussagen. Beispielsweise einem “Tom vom Rat der Neun”, der ebenfalls sagt, dass die Erde kolonisiert wurde. Auch bei diesem angeblichen Außerirdischen heißt es, dass es 144.000 Wesen der Zivilisation “Altea”, die in ferner Vergangenheit die Erde kolonisierten.

Interessanter ist aber die genannter Zahl 144.009 von Außerirdischen, aus denen die Gruppe der Aliens bestehen soll, an sich. Zieht man “die 9 Erwachten” ab, so erhält man die bei Sekten, esoterischen, okkulten und religiösen Weltanschauungen sowie “Mystikern” immer wiederkehrende Zahl 144.000. Nicht nur bei “Tom vom Rat der Neun”. Auch die UFO-Sekte Ashtar Command um einen imaginären Aliengott namens Ashtar Sheran (s. a. HIER) verbreitet in ihren wirren UFO-Ideen diese Zahl.

Auch die Zeugen Jehovas bedienen sich dieser Zahl. Sie stammt aus der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch der Bibel, und gibt die Anzahl der “Auserwählten” wieder. Konkret interpretiert die Theologie diese Zahl unter anderem als die Anzahl der auserwählten Gläubigen, die nach der Apokalypse den neuen Staat Israel begründen werden. Zum Beispiel unter Berufung auf den Vers 14,1 in der Offenbarung. In diesem heißt es:

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Und ich sah: Und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm 144.000, die seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihren Stirnen geschrieben trugen.”

Bei den Zeugen Jehovas sind es wiederum jene Erwählten und sich damit glücklich schätzende Menschen, die zusammen mit Jesus (dem Lamm) über eine neue Welt regieren werden. Bei dem Guru der UFO-Sekte aus Bayern ist es die Anzahl jener Außerirdischen, die auf der Erde eine Kolonie gründeten.

“Lichtjahre aus der Zukunft” – und Porsche-Fan

“Regensburg digital” zitiert auch eine esoterische Aussage des “Meisters”, die aus dem Jahr 1965 stammen soll. Da war der Guru allerdings 10 Jahre jung, da er erst 1955 auf Kuba geboren wurde. Das sein angeblich dadurch zu erklären, da er “Lichtjahre aus der Zukunft” stammen würde. Als ein “Romuelaner von den Plehyon” sei er “durch einen Seelen-Transfer in einen damals 10-jährigen irdisch-menschlichen Körper” gekommen, so der Sekten-Chef. Dass Lichtjahre eine Entfernung im All angibt und keine Zeiteinheit ist, hat der fortschrittliche Außerirdische wohl nicht gewusst.

Die Bezeichnung “Romuelaner” erinnert mich wiederum an die außerirdische Rasse “Romulaner” auf “Raumschiff Enterprise“.

Den Kontakt zu seiner Heimatwelt habe er dabei auch nie verloren. Denn seit dem befindet er sich “in ständigem telepathischen und physischen Kontakt mit seinem anderen Selbst, ebenfalls YAH, der Große Blonde Plejadier, der Mitglied im Rat und militärischer Führer der plejadischen Sternflotte ist und zur Zeit die Erde umkreist”, behauptete Aryah G.

Schon bei den ersten Ermittlungen fielen den Beamten die teuren Fahrzeuge auf dem Gelände der Sekte auf. Drei verschiedene Porsche vielen dabei besonders auf, denn sie seien nach Angaben des Gurus kein eigentlicher Luxus. Nach Recherchen von “Regensburg digital” begründete der Sekten-Führer “diese Leidenschaft damit, dass Porsche am Bau der sogenannten Reichsflugscheiben beteiligt gewesen sei”. Das heißt also, dass die sogenannten “Nazi-UFOs” für Aryah G. offenbar auch Realität waren.  Ebenso wie “die größte und unglaublichste Sammlung von UFO-Videoaufnahmen und photographischen Beweisen”, die der UFO-Prophet besetzten soll.

Wo diese Beweise sind, ist unklar. Die beschlagnahmten “Massen von DVDs”, so heißt es im Urteil, enthielten “fast alle” pornographische Inhalte. Gleiches gilt für die Mengen an aufgefundenen Fotos in dem Anwesen.

Nur ein Mystiker?

Zu einem Seminar oder Meeting mit dem hier geborenen bzw. wiedergeborenen Außerirdischen heißt es:

Welcher Meister kann mit so viel Witz, Einfühlung, Treffsicherheit und Lebensfreude uns alle spannenden Zusammenhänge des Lebens aus einer neuen und überraschenden Sicht näher bringen? Wer sonst sagt Dir, woher Du kommst und wohin Du gehst?

Solche und ähnliche Seminare mit dem Guru waren schon vor 15 Jahren einigen Teilnehmern suspekt. Nach einem solchen Treffen im Herbst 2005 in Österreich meldeten einige Teilnehmer sich bei der “Bundesstelle für Sektenfragen” in Österreich, da es deren Meinung nach dort nicht ganz geheuer ab lief. Einige Menschen haben den “Meister” scheinbar schon damals “sehr große Verehrung entgegengebracht” und haben sich durch Kleidung und Schmuck deutlich nach außen als seine Anhänger zu erkennen gegeben.

Ob das zu irgendwelchen “Maßnahmen” gegen den Gruppe und seine Ergeben führte, ist nicht bekannt. Immerhin geht es auf Pop- oder Rock-Konzerten gefühlt ähnlich zu, wenn sich die Fans entsprechend kleiden. Zumindest zog es die Gruppe von da an vor, mehr im Verborgenen zu agieren, wie es “Regensburg digital” schreibt.

Der Sektenführer selber sieht sich als Mystiker, nicht als wirklicher Führer einer UFO-Sekte. Als ein Lehrer, “der sein Leben der Mystik verschreibt und anderen Menschen Weisheit und Verstehen des Existentiellen Lebens näher bringt”. Zumindest hat die Gerichtsverhandlung und Verurteilung beim Landgericht Regensburg hier ein ganz andere Bild ergeben.

Video zum Thema

Video vom 4. März 2021 auf Mystery Files

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Sensation um die “Goldene Stadt” in Ägypten? Die verlorene Stadt des Dr. Zahi Hawass über 80 Jahre bekannt +++ Video +++

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VIDEO: Die versunkene "goldene Stadt" des Dr. Zahi Hawass: Die verlorene Stadt ist seit über 80 Jahren bekannt (Bilder: WikiCommons/gemeinfrei /Z. Hawass / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Die versunkene “goldene Stadt” des Dr. Zahi Hawass: Die verlorene Stadt ist seit über 80 Jahren bekannt (Bilder: WikiCommons/gemeinfrei /Z. Hawass / Montage: Fischinger-Online)

Wie in diesem Video HIER kürzlich berichtet, wurde nahe Luxor in Ägypten eine verlorene oder versunkene Stadt im Wüstensand entdeckt. Unter anderem gab Dr. Zahi Hawass, bekannter Ägyptologe und eine Art Ägyptens letzter Pharao, diese großartige Entdeckung bekannt. Wie sich jedoch schnell herausstellte, ist “sein” Fund gar nicht so neu. Schon vor über 80 Jahren haben Archäologen in diesen Ruinen Ausgrabungen und Dokumentationen durchgeführt, wie Ihr es in diesem Video erfahrt.


Die verlorene Stadt des Zahi Hawass in Ägpten

Kürzlich wurde bekannt, dass in Ägypten nahe Luxor eine “verlorene Stadt” entdeckt wurde. Unter anderem laut dem Archäologen Dr. Zahi Hawass eine Sensation, bei der er sogar von einer “goldenen Stadt” der Pharaonen sprach. Hawass der große Entdecker, wie es scheint.

Dazu hatte ich am 10. April bereits ein Video für Euch online gestellt, das Ihr HIER findet.

Denn so spannend und sensationell die Entdeckung der verlorenen oder (im Sand) versunkenen Stadt in Ägypten bei Luxor für die Ägyptologie auch sein mag, so seltsam erschien deren Ausgrabung. Denn es hieß, dass diese untergegangene Metropole des Pharao Amenophis III. (Amenhotep), dem Vater des legendären Pharao Echnaton, erst im September 2020 gefunden wurde. Seit dem erfolgten dort Ausgrabungen und Forschung.

Das ging merkwürdig schnell, wie ich im besagten Video bereits anmerkte. Und tatsächlich: Die “goldene Stadt” des Dr. Hawass wurde bereits vor über 80 Jahren von Archäologen entdeckt. Schon Mitte der 1930er Jahre erfolgten dort Ausgrabungen. Was mich sehr an “seine” Entdeckung des Osiris-Grab von Gizeh erinnert, über die ich unter anderem HIER ausführlich berichtete.

Was mögen die Hintergründe sein? Mehr dazu in diesem ergänzenden YouTube-Video vom 20. April 2021.

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Mischwesen aus Mensch und Affe: Genetiker erschaffen Chimäre-Embryos – doch schon die “Götter” schufen Monster, Menschen und Mischwesen

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Mischwesen aus Mensch und Affe - Genetiker erschaffen Chimäre-Embryos: Alles schon mal dagewesen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Mischwesen aus Mensch und Affe – Genetiker erschaffen Chimäre-Embryos: Alles schon mal dagewesen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Wie eine jetzt Veröffentlichte Untersuchung berichtet, haben Genetiker in China mal wieder “Gott gespielt”. Sie erschufen über 130 Embryo-Mischwesen, sogenannte Chimäre, aus der DNA von Affen und Menschen, die sie rund drei Wochen wachsen ließen. Auch wenn das Experiment aus ethischen Gründen abgebrochen wurde, so manipuliert der Mensch schon seit tausenden von Jahren den Genpool des Lebens und erschafft damit “Kreuzungen”. Und nicht nur die, wenn wir den alten Mythen glauben wollen. Mischwesen und regelrechte Monster waren einst Teil von Experimenten der Götter, wie es weltweit Mythologien behaupten. Und genau diese sollen hier einmal genauer betrachtet werden.


Hybride aus Mensch und Affe

In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins “Cell” vom 14. April 2021 berichten Genetiker um Tao Tan, dass sie (mehr oder weniger) erfolgreich Menschen und Affen gekreuzt haben. Dafür nahmen die Forscher sechs Tage junge Affenembryonen, von denen jedes mit 25 menschlichen Stammzellen “geimpft” wurde. Hierdurch erhielten sie 132 Embryo-Mischwesen, die später in der Gebärmutter zu fast 8 Prozent aus menschlichen Zellen bestanden.

Diese Chimäre genannte Mutanten, Mischwesen, Hybride oder schlicht Kreuzungen ließ man 19 Tage lang sich entwickeln. Da waren nur noch 3 der “Monster” am Leben und das Gen-Experiment wurde abgebrochen. Aus ethischen Gründen, wie es heißt.

Solche Mischwesen aus Mensch und Affe oder auch anderen Tieren wie Schweinen gibt es in der modernen Genforschung schon seit Jahren. In vielen Ländern sind solche Experimente grundsätzlich verboten, während andere sie in sehr kleinem Umfang erlauben. So hat beispielsweise Großbritannien schon 2008 die Schöpfung von Schwein-Mensch-Hybriden erlaubt. Einige Länder haben für derartige Gen-Experimente oder sogar das Klonen von Lebewesen und sogar Menschen überhaupt keine Regelungen.

Grundsätzlich sind derartige Experimente scharfer Kritik ausgesetzt. Nicht nur von kirchlicher Seite, die hier einen Eingriff in die Schöpfung sieht. Womit die Kirchen aber auch andere Kritiker solcher genetischen Forschungen grundsätzlich Recht haben. Auch wenn die Befürworter aus den möglichen Nutzen für die Medizin der Zukunft verwiesen. So ist es wenig verwunderlich, dass seit Jahrzehnten über derartige Experimente erbittert gestritten wird und die Gesetzgeber oft überfordert zu sein scheinen.

Dabei macht der Mensch dies seit tausenden von Jahren. Klonen und Kreuzen ist Alltag und überall um uns herum. Allerdings fast nur bei Pflanzen, in deren DNA der Mensch seit jeher eingreift. Bei Blumen ebenso wie bei Obstbäumen oder Getreide:Überall wird genetisch Gekreuzt. Geht es um die DNA des Menschen oder sogar Kreuzungen menschlicher Gene und Zellen mit anderen Lebewesen, überwiegen die Bedenken. Hier kann aber niemand sagen, ob nicht in irgendwelchen Laboren solche hybriden Monster im Geheimen längst das Licht der Welt erblickten! Ob und wie lange diese Überlebensfähig sein würden, steht dabei in einer anderen DNA …

 “Lassend uns Menschen und Monster machen…”

Prä-Astronautiker horchen bei derartigen Meldungen und Experimenten schnell auf. Wie schon 1996, als  in Schottland das Klon-Schaf “Dolly” geboren wurde. Das erste geklonte Säugetier der Welt. So zumindest hieß es offiziell.

So wurde schon damals darauf verwiesen, dass nach alten Mythen und Überlieferungen schon die Götter an Menschen und Tieren experimentierten. Diese Himmelswesen, die Raumfahrer der Antike, hätte einst selber genetische Experimente durchgeführt. Sie haben laut alten Mythologien Menschen mit Tieren und Tiere mit anderen Tieren gekreuzt. Und letztlich sollen diese Himmlischen laut entsprechenden uralten Überlieferungen sogar den modernen Menschen an sich durch solche Gen-Experimente geschaffen haben. Aus einem Urmenschen, der genetisch “verfeinert” oder “zellular gekreuzt” wurde.

Perverse Gedanken der Grenzwissenschaft, denken die Laien dabei sicher. Doch “lassend uns Menschen und Monster machen” war tatsächlich der Wunsch dieser Götter. Solche Überlieferungen finden wir auf der ganzen Welt. Wobei jene aus dem Buch Genesis dabei sicher die bekanntesten sind.

Bei diesen angeblichen Experimenten der Astronauten aus dem All lief nicht immer alles nach Plan, wie es die Mythen sagen. Es sollen immer wieder “Monster” gezüchtet worden sein. Oder sogar Menschen, die irgendwie misslangen und daraufhin durch eine neue Schöpfung mit anderen Voraussetzungen ersetzt wurden. Solche Ideen entstammen nicht irgendwelche “kranken Gehirnen” diverser Autoren, sondern sind tatsächlich so überliefert. Mystery- und Prä-Astronautik-Forscher vermuten hier lediglich, dass diese Geschichten reale Hintergründe haben. “Etablierte Mythenforscher” oder Theologen nehmen solche Mythologien natürlich nie wörtlich.

Auch ich habe ich verschiedenen Büchern solcher spannenden Überlieferungen aus aller Welt in diesem Sinne durchleuchtet udn werde es auch weiterhin tun. Zum Beispiels schon 1998 in “Götter der Sterne“, 1999 in “Begleiter aus dem Universum” und 2015 in “Rebellion der Astronautenwächter“.

“Fehlschöpfungen” der Götter

Hybridwesen oder Gen-Experimente sind natürlich auch in der UFO-Forschung seit Jahrzehnten ein Thema. Auch hier verweisen verschiedene Autoren darauf, dass Außerirdische angeblich genetische Kreuzungen und Versuche am Menschen durchführen. Mehr dazu zum Beispiel in diesem Video HIER auf meinem YouTube-Kanal.

Auf irgendwelche Experimente der Astronautengötter am irdischen Leben zu verweisen, ist einfach. Es ist leicht daher gesagt, dass dies geschehen sei, da diverse Mythen das so sagen. Wenige konkrete Beispiele mit vor allem ebensolchen (seriösen!) Quellen werden dabei immer genannt. Obwohl die Fülle an entsprechenden Quellen und mythologischen Aussagen erstaunlich groß ist. Gerne nennt man die Schöpfung des Menschen in der Tradition der Völker Mesopotamiens. Denn auch hier heißt es, dass der Mensch durch eine Kreuzung aus Urmensch und Götter erschaffen wurde. Wir alle wären demnach Hybriden oder Chimäre.

Dabei muss man nicht mal sehr zweifelhafte “Übersetzungen” der alten Texte gewisser Autoren heranziehen. Auch die Nutzung seriöser Quellen liefert dazu genug spannenden Stoff, wie HIER belegt. Mit dem Unterschied, dass Kritiker nicht von “Fehlübersetzungen” oder “Phantasie” sprechen können. Auch wenn diese Quellen weniger “sensationell” ist. Für die Völker des Zweistromlandes waren die Menschen zwar durch Kreuzungen “göttlich geschaffen”, aber es gelang auch hier scheinbar erst nach diversen Rückschlägen, den endgültigen Menschen zu kreieren. Sehr ähnlich wie es die Maya in ihrem Epos “Popul Vuh” schilderten.

Im Mythos “Enki und Ninchursang” über den Schöpfergott Enki und die machtvolle Urgöttin Ninchursang vermuten einige Forscher einen Hinweis auf diese Fehlschöpfungen der Götter. Nicht nur Forscher der Prä-Astronautik. So schreibt etwa der bekannte Sumerologe Hartmut Schmökel in seinem Standartwerk “Kulturgeschichte des Alten Orient“:

Wahrscheinlich darf aus einem leider sehr zerstörten Text geschlossen, dass man Enki auch die Erschaffung des Menschen als Diener der Götter zuschrieb – bei welchem Werk freilich Fehlschöpfungen nicht ausblieben.”

Was aber mögen diese “Fehlschöpfungen” gewesen sein? Missglückte Menschen oder sogar Monster aus der Retorte der Götter?

Die Götter von Eden

Monster oder missglückte Experimente kennt die Schöpfung der Bibel nicht direkt. In der Thematik der Astronautengötter werden die dortigen Aussagen eher dahingehend betrachtet, dass hier die Götter von Eden mit künstlicher Befruchtung arbeiteten. So geschehen bei Eva, der Frau Adams, als sie ihren dritten Sohn Seth von Gott “eingesetzt” bekam. Und natürlich die Erschaffung der Eva aus einer “Rippe” ihres Gatten an sich. Weiter wird sehr viel auf die Riesen hingewiesen, die laut dem 6. Kapitel der Genesis auf der Erde lebten, als sich Söhne des Himmels mit Menschenfrauen paarten.

Dazu gibt es jedoch einige unheimliche Ergänzungen, auf die ich bereits in “Rebellion der Astronautenwächter” und in Artikeln 1996 hinweisen habe.

Auch Texte aus Qumran kennen offensichtlich diese Herabgestiegenen und die Vermischung mit den Menschen. Darauf wies ich bereits 1996 in einigen Artikeln hin. Denn auch die weltberühmten Texte aus Qumran kennen offensichtlich diese Herabgestiegenen und die Vermischung mit den Menschen. Hier findet sich in dem Text 4Q531 Fragment 3 ebenfalls die Aussage, dass diese Himmlischen die Erde ins Unglück stürzten. Ebenso wie bei Henoch 200 dieser Gestalten auf die Erde niedergekommen sein sollen, nennt auch der Qumran-Text 1Q23 Fragment 1 und 6 des sogenannten “Buch der Giganten” diese Zahl.

Monster in biblischen Tagen

“Sie kannte die Geheimnisse” und brachten Sünde und die Riesen. Und, so die Wissenschaftler Michael Wise, Martin Abegg jr. und Edward Cook in den Kommentaren dazu schon 1997 in “Die Schriftrollen von Qumran“, diese 200 Engel suchten sich Tiere und Menschen aus “mit denen sie perverse Dinge taten”. Es ist zu erfahren:

“[… zweihundert] Esel, zweihundert Wildesel, zweihundert … Schafböcke der] Herde, zweihundert Ziegen, zweihundert [… Tiere des] Feldes von jedem Tier, von jedem [Vogel …] […] für Rassenvermischung […]

Was mag man unter der Angabe “für Rassenvermischung” verstehen? Ein Hinweis, dass die Wesen des Himmels Tiere und Menschen kreuzten? Zwitter, wie sie praktisch alle Völker der Erde in Wort und Bild beschrieben? Oder sind mit der vermischten Rasse die Kinder zwischen den Rebellen und den Menschenfrauen gemeint? Eine Klärung dieser Frage ergibt sich aus einer anderen Stelle im “Buch der Giganten“, denn in 4Q531 Fragment 2 ist ein wesentliches Detail erhalten geblieben:

[…] sie (die Himmlischen, Anm. LAF) besudelten […] [… sie zeugten] Riesen und Ungeheuer […] […] zeugten sie, und sahen, die ganze [Erde war verdorben …] […] in seinem Blut und durch die Hände von […] [Riesen] die ihnen nicht genügten und […] […] und sie suchten viele zu verschlingen […] […] […] die Ungeheuer griffen sie an.”

Der fragmentarische Text besagt klar: Die Wächter zeugten “Riesen und Ungeheuer”. Die Kinder der Herniedergestiegen sind demnach nicht identisch mit den “Ungeheuern”, sondern die Wächter schufen (zeugten) Riesenkinder und auch Monster – durch “Rassenvermischung” ausgesuchter Tiere, wie es der Qumran-Text besagt. Gentechnik in der Urzeit? Tausende Jahre bevor die chinesischen Genetiker jetzt ihren fragwürdigen Erfolg bekanntgeben konnten?

Monster in Griechenland

Selbst der große Grieche Platon, bekannt durch die Erzählung der mythischen Insel Atlantis, berichtet in seinem Werk “Das Gastmahl” (“Symposion”) ausführlich von einem anderen Geschlecht. Letztlich habe dieses sogar versucht die Götter im Himmel zustürzen. Durchaus ähnlich wie die rebellischen Engel der jüdisch-christlichen Tradition. So schreibt Platon beispielsweise über dieses “dritte Geschlecht” unter anderem:

Unsere ehemalige Naturbeschaffenheit nämlich war nicht dieselbe wie jetzt, sondern von ganz anderer Art. Denn zunächst gab es damals drei Geschlechter unter den Menschen, während jetzt nur zwei, das männliche und das weibliche; damals kam nämlich als ein drittes noch ein aus diesen beiden zusammengesetztes hinzu, von welchem jetzt nur noch der Name übrig ist, während es selber verschwunden ist. (…) Ferner war damals die ganze Gestalt jedes Menschen rund, indem Rücken und Seiten im Kreise herumliefen, und ein jeder hatte vier Hände und ebenso viele Füße und zwei einander durchaus ähnliche Gesichter auf einem rings herumgehenden Nacken, zu den beiden nach der entgegengesetzten Seite von einander stehenden Gesichtern aber einen gemeinschaftlichen Kopf, ferner vier Ohren und zwei Schamteile, und so alles übrige, wie man es sich hiernach wohl vorstellen kann.

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(…) Sie waren daher auch von gewaltiger Kraft und Stärke und gingen mit hohen Gedanken um, so dass sie selbst an die Götter sich wagten; denn was Homeros von Ephialtes und Otos erzählt, das gilt von ihnen, dass sie sich einen Zugang zum Himmel bahnen wollten, um die Götter anzugreifen.”

Auch der bekannte Grieche Hesiod in seiner “Theogonie” um 700 vor Christus weiß von solchen Wesen. Er gilt neben Homer, dem Autor der “Ilias” und “Odyssee”, als wichtigste Quelle über unser heutiges Wissen über die Mythologie der damaligen Griechen. Hesiod kennt in seinen niedergeschriebenen Überlieferungen ein ganzes Füllhorn an Mischwesen und Monstern,wie sie beispielsweise G. F. Schoemann 1898 in “Die Hesiodische Theogonie” wiedergibt.Alle diese Bestien waren das Werk der Götter, so Hesiod.

Die bekanntesten Kreaturen sind hierbei wohl die Kyklopen, bei denen “ein einziges Auge mitten in der Stirn lag”.

Unaussprechliche Kreaturen

Unaussprechliche Wesen haben die griechischen Ur-Götter nach Hesiod einst geschaffen oder geboren. Gewaltige Riesen (Titanen) ebenso wie Monster, bei denen “100 Arme zugleich sich ihren Schultern entstreckten”. Gleichfalls Wesen, bei denen “50 Häupter aus den Schultern gewachsen” waren. So notierte Hesiod unter anderem diese Taten und Abkömmlingen der Götter. In “Hesiod’s Werke verdeutscht im Versmaße der Urschrift” (1858) gibt der Übersetzer Eduard Eyth Hesiod mit den diesen Worten wieder:

Kraft und Stärke jedoch und Kunst – das hatte die Arbeit! Aber noch andere waren der Erde und dem Himmel entsprossen (…) Unnahbar war ihre Gewalt bei mächtigem Aussehen. Denn von Sämtlichen, welche die Erde gezeugt mit dem Himmel, waren sie die Schrecklichsten (…)”

Die Mythen der Griechen über solche Monster, Riesen und Titanen sind heute auch dank der Aufzeichnungen von Hesiod durchaus populär. Hollywood und die Populärkultur der Moderne haben das Thema längst für sich entdeckt. Doch ob jemals darüber nachgedacht wurde, dass zumindest nach den Behauptungen der Chronisten diese Wesen wirklich gelebt haben sollen?

Einige Geschichtsschreiber berufen sich auch auf den Chronisten Manetho. Er verfasste etwa in der Zeit 285 bis 246 vor Christus in seiner Funktion als  altägyptischer Priester und Geschichtsschreiber eine Chronik über die Götter und Pharaonen Ägyptens. Für Ägyptologen ist die Chronologie der ägyptischen Könige in seinem Werk “Aegyptiaca” noch heute eine unschätzbare Quelle. Allerdings nur dafür und nicht für das, was Manetho über die Zeit vor diesen Pharaonen überliefert hat. Denn Manetho ist jener Geschichtsschreiber, der die Geschichte Ägyptens sehr weit in die Vergangenheit verlagerte, als noch Götter und nach diesen Halbgötter das Land regiert haben sollen.

Auf Manetho wiederum beruft sich unter anderem der spätere Geschichtsschreiber Eusebius von Caesarea (ca. 260/64 bis  339 nach Christus). Eusebius ist nicht nur einer der ersten Kirchenhistoriker, sondern auch Verfasser von gleich dutzenden Geschichtswerken. Ihm stand umfangreiches Quellenmaterial zur Verfügung,  weshalb er auch als “Vater der Kirchengeschichte” gilt. Obwohl ein früher Christ, enthalten seine Werke “Chronik” eine gewaltige Sammlung der Geschichte vieler Völker. Inklusive detaillierter Chronologien von Königen, Regierungszeiten etc.

“Eine Menge von Wunderwesen”

Unheimlich wird es bei Eusebius aber, als dieser über seltsame Taten der Götter in der Urzeit schreibt. Denn diese haben wahre Monster erschaffen, Mischwesen und Zwitter kaum vorstellbarer Art und Weise. In “Eusebius Werke” (Bd. V, 1911) von Josef Karst erfahren wir dazu von Eusebius, dass in der Vorzeit bizarre Kreaturen existiert haben sollen. Angeblich stamme dieses Wissen sogar von Oannes persönlich:

Es war, sagt er (Oan/Onannes, Anm. LAF), einstens, da durch das das (Welt-)All hin Finsternis und Wasser war. Und es waren daselbst gewisse andere Untiere, von denen ein Teil selbsterzeugte waren, und mit lebenerzeugenden Formen ausgestattete; und sie hätten erzeugt Menschen, doppeltbeflügelte; dazu auch andere mit vier Flügeln und zwei Gesichtern und einem Leib und zwei Köpfen, Frauen- und Männerköpfen, und zwei Naturen, männlichen und weiblichen; weiter noch andere Menschen, mit Schenkeln von Ziegen und Hörnern am Kopfe; noch andere, pferdefüßige; und andere von Pferdegestalt an der Hinterseite und Menschengestalt an der Vorderseite, welche der Hippokentauren Formen haben; erzeugt hätten sie auch Stiere, menschenköpfige, und Hunde, vierleibige, deren Schweife nach Art der Fischschwänze rückseits aus den Hinterteilen hervorliefen; auch Pferde mit Hundeköpfen; und Menschen sowie noch andere Ungeheuer, pferdeköpfige und menschenleibige und nach Art der Fische beschwänzte; dazu weiter auch allerlei drachenförmige Unwesen; und Fische und Reptilien und Schlangen und eine Menge von Wunderwesen, mannigfaltig gearteten und untereinander verschieden geformten, deren Bilder sie im Tempel des Belos eins neben dem andern dargestellt aufbewahrten.”

Eine rund 1.700 Jahre alte Aufzählung, die man sicher zweimal lesen muss. Bizarre und zweifellos grausige Kreaturen als Produkt “göttlicher” Schöpfungskraft haben demnach einstmals existiert. “Eine Menge von Wunderwesen”, die lange, bevor der Mensch auf der Bühne der Schöpfung erschien, existiert haben sollen. Beherrscht wurden diese, auch das überliefert Eusebius, von einer Göttin:

Und es habe über alle diese ein Weib geherrscht, dessen Name Markaye heiße, das auf chaldäisch Thalattha genannt werde und auf Griechisch verdolmetscht werde Thalattha (das ist Meer).”

Diese Thalatta oder auch Thalassa aus der griechischen Mythologie ist eine Muttergöttin, die unter anderem mit dem Meer identifiziert wurde. Sie hatte verschiedene Funktionen, ist jedoch immer als eine Art Ur-Mutter zu erkennen. Bei Nonnos von Panopolis, einem Dichter und Denker des 5. Jahrhunderts, ist sie sogar die Mutter der bekannten Göttin Aphrodite.

Göttliche Hybride

Solche Monster und Zwitter aus der Retorte der Götter will aber auch ein biblischer Prophet gesehen haben. In der griechischen “Apokalypse des Baruch” heißt es, dass der Prophet eines Tages von einem Himmlischen im Auftrag Gottes mit in den Himmel genommen wurde, wo ihm ungeahnte Geheimnisse offenbart wurden. Bereits im “ersten Himmel” seiner Reise begannen diese Offenbarungen, denn hier lebten ausschließlich Zwitterwesen:

Er zeigte mir im Himmel eine Ebene. Da waren viele Menschen drauf, Gesichter wie die Rinder und Hörner wie die Hirsche und Füße wie die Ziegen und Hüften wie die Lämmer.” (2,3)

Kirchenvater Eusebius wiederum schöpfte sein Wissen aus zahllosen Quellen. Als Universalgelehrter ist es sicher, dass er Zugriff auf umfangreiche antike Texte und Schriften hatte, die er oft auch zitiert. Eine seiner zahllosen Quellen war der Historiker Berossos, einer der wichtigsten Astronomen und Priester des Gottes Marduk von Babylon. Dieser Berossos verfasste etwa um das Jahr 290 vor Christus eine Chronik der Babylonischen Geschichte, in der er auch von der Urzeit berichtet.

Auch Berossos berichtet in seiner Chronik von einer Zeit, als eine rätselhafte Art von Kreaturen existiert haben soll. Oannes nennt er diese, die bei Eusebius unter den Namen Oan zu finden sind. Göttliche Zwitter-Kreaturen aus Mensch und Fisch, die aus dem Meer (meist Persischer Golf) kamen, die Zivilisation brachten und zum Teil unter den Menschen lebten. Auch wenn Oannes meist als ein einzelner Gott angesehen wird, so ist diese Art der Kulturbringer von Babylon bzw. Mesopotamien auf zahlreichen Abbildungen mehrfach zu sehen. Menschen mit Fischschwänzen, die in ganzen Gruppen abgebildet wurden, allerdings nicht eins zu eins den späteren Beschreibungen von Berossos entsprechen.

In Band V von “Eusebius Werke” heißt es dazu, dass “ein furchtbares Untier, dessen Name Oan heiße”, dem Meer entstieg. Über diese heiße es, “dass sein ganzer Körper der eines Fisches war, und unter dem Kopfe des Fisches ein anderer Kopf an jenen angefügt; und am Schweife Füße wie die eines Menschen, und die Stimme gemäß der Stimme der Menschen; dessen Bild noch bis jetzt in Zeichnung aufbewahrt werde”. So Eusebius.

Diese Wesen kennt man heute meist unter den Namen Oannes. Es sind Mischwesen, die als Kulturbringer in Mesopotamien angesehen wurden. Vor allem bei den Babyloniern. Vielfältige bildliche Darstellungen von diesen Kreaturen haben die Archäologe inzwischen ausgegraben.

Fisch-Menschen und Sintflut

Selbst die Mythologie aus dem fernen Indien kennt etwas Ähnliches wie Oannes bzw. Oan. Und zwar über die bekannte Gottheit Vishnu. Eine der Hauptformen Gottes im Hinduismus, von denen schon die alten Veden Indiens sprechen. Von dieser höchsten Offenbarung der Göttlichkeit wird …

“…ausführlich erzählt, wie der Gott Vishnu als Fisch die verlorenen Vedas aus der Tiefe des Meeres wieder heraufholte, und dadurch den Menschen das Gesetz aufs Neue offenbart habe (…).

So beschreibt es schon Friedrich Creuzer 1836 in “Symbolik und Mythologie der alten Völker besonders der Griechen”. Vishnu tat dabei nichts anders als die Oannes-Kreaturen: Aus dem Meer kommen und den Menschen das Gesetzt (die Kultur) bringen.

Im Alten Testament wird die große Sintflut als Strafgericht für böse Menschen und/oder Mischwesen angesehen. Mythen anderer Völker weltweit sehen das teilweise sehr ähnlich, um diese Vernichtung irgendwie deuten oder erklären zu können. Gleichgültig ob Legenden der Bibel, Mesopotamien, Indiens, der Maya oder sonst wo auf der Welt. Sie alle haben häufig den Kern, dass Götter Mischwesen schufen, die dann wieder vernichtet wurden.

Die Häufigkeit dieses Motivs in den Mythologien ist zu frappierend, als das sie meiner Meinung nach reiner Zufall sein kann. Von den großen Zivilisationen der Vergangenheit bis zu den weniegr bekannten Kulturen, Völkern und Stämmen. Ein Beispiel: In einem Mythos der Wyot Indianer aus Kalifornien in den USA wird erzählt, dass die erste Erschaffung des Menschen auch hier daneben ging:

Als die ersten Menschen geboren waren, konnten sie nicht richtig sprechen. Es war gar nicht richtig, was sie sprechen. Auch waren sie behaart. Da hörte er sie, der Alte-Mann-Droben. Er dachte: Wie kann ich sie wieder loswerden? Schließlich wusste er es. (…) Wasser würde kommen

Auch bei den Wyot überlebte natürlich jemand die Katastrophe.

Zwitter-Monster in Ur

Durchaus interessant ist mit Blick auf die Bibel im Zusammenhang mit “Fischmenschen” die Figur des Stammvaters Abraham. Abraham wiederum stammte aus der Stadt Ur im Süden Mesopotamiens, wie es die Bibel erzählt (Gen. 11,31). Ein Ort, den schon die alten Sumerer gründeten. Hier hat der Herr seinen Vater durch Feuer vom Himmel getötet, um Abraham als “Auserwählten” für sich zu gewinnen, wie ich es unter anderem in diesem YouTube-Video HIER erkläre.

Eusebius wie natürlich Berossos siedeln die beschriebenen Mischwesen in Chaldäa an. Chaldäa ist exakt das Gebiet im Süden des Zweistromlandes am Persischen Golf, wo auch die Stadt Ur lag. Römische und Griechische Geschichtsschreiber sowie die Bibel nennen es oft schlicht Babylon. Wobei Abbildungen dieser Gestalten bei allen Kulturen der Region zu finden sind. Gleichgültig ob Babylonier, Sumerer, Assyrer oder Akkader.

So sehen wir beispielsweise auf Rollsiegeln aus Ton sehr häufig geflügelte Menschen oder geflügelte Löwen. Aber auch menschliche Kreaturen mit Ziegenbeinen, Schwänzen sowie Tierköpfen. Also genau jene Bestien, wie sie Eusebius beschrieben hat. Siegelabrollungen mit diesen Wesen wurden unter anderem in den Ruinen von Abrahams Heimatstadt Ur gefunden. In Gräbern aus der I. Dynastie, die zum großen Teil von dem berühmten Archäologen Leonard Woolley zwischen 1926 und 1928 freigelegt wurden, lagen bis zu 5.000 Jahre alte Darstellungen genau dieser grausigen Zwittern.

Existierten diese also tatsächlich in diesem Gebiet, oder hat der Chronist Eusebius nur solche Abbildungen gesehen und von entsprechenden Mythen gehört? Starben diese in der Sintflut, oder kannte Abraham als bekanntester Sohn der Stadt Ur diese sogar noch? Angeblich ja. Und nicht nur das.

Abraham und die “Krebsfrau”

Über Abraham überliefert wiederum der heilige Sohar (Zohar), dass er einst mit einer seltsamen “Krebsfrau” ein Kind zeugte. Im Sohar (II. fol. 147a-148b) heißt es darüber, “dass Abraham mit seiner Krebsfrau einen Sohn zeugte, den er Tachasch nannte (…)”. Tachasch wiederum soll laut Sohar etwas mit himmlischen Wesen gemein haben. Sollte das etwa bedeuten, dass Abraham Kontakt zu solchen Zwittern der Götter  hatte? Jene, wie sie bildlich in seiner Heimatstadt ausgegraben und von den Chronisten überliefert wurden?

Der Name oder die Bezeichnung “Tachasch” ist noch in anderer Hinsicht sehr seltsam. Laut Bibel soll die Bundeslade aus dem Buch Exodus mit einer Haut oder einem Fell aus “Tachasch” beim Transport abgedeckt worden sein. Auch Teile des Allerheiligsten beim Exodus, der Stiftshütte, in dem die Lade verwahrt wurde, sollen aus “Tachasch” bestanden haben.

Was aber genau dieses Material war, ist unbekannt und umstritten. Von Seehund-Fell über Delphin-Haut bis zur Haut von Wesen, die Gott extra für diesen Zweck geschaffen (gezüchtet) hat, reichen die Deutungen der Bibelforschung. Selbst von Einhörner wird hierbei gesprochen. An anderen Stellen habe ich das genauer ausgeführt. Etwa in “Götter der Sterne“, in diesem YouTube-Video HIER und diesem Vortrag auf YouTube HIER.

Der Sohar wiederum ist das bedeutendsten Werk der mystische Traditionen des Judentums der Kabbala. Allgemein wird das Werk als eine recht junge Schrift angesehen, die erst im 13. Jahrhundert entstand. Es soll die Geheimnisse der Kabbala vertiefen, deuten und weiter erörtern, der bekanntlich von vielen Seiten enormes Geheimwissen zugesprochen wird. Gerade in der Moderne erfuhr die Kabbala eine regelrechte Renaissance unter Mystikern und Sinnsuchern auch außerhalb des Judentums.

Sind Mythen Reportagen?

In der Prä-Astronautik werden seit jeher Mythen, Überlieferungen, Sagen, Legenden, alte Schriften, heilige Texte usw. im Sinne der Idee der Astronautengötter abgeklopft. Überall gibt es Hinweise auf diese Astronauten aus dem All, sofern man diese Mythologien so deuten möchte. Ob diese Himmelswesen oder andere Übernatürliche darin wirklich physische Außerirdische waren, wissen wir defensiv nicht! Dafür gibt es nicht einen einzigen unstrittigen Beweis. Vielleicht finden wir sogar eines Tages eindeutige “Alien-DNA” in unseren Genen.

Wenn man mit der Prä-Astronautik liebäugelt oder sogar überzeugt ist, dass die Götter Aliens waren, dann darf man solche und viele weitere Überlieferungen über “Gen-Experimente der Götter” nicht ignorieren. Von diesen gibt es weit mehr, als in diesem Online-Beitrag als Beispiele angeführt wurden.

Die jetzt publizierten Experimente der Chinesen beweisen, dass wir längst Gott spiele. Da die Geschichte beweist, dass der Mensch alles, was möglich sein wird, auch in die Tat umsetzt, wird es auch bei solchen genetischen Kreuzungen so sein. Wenn es nicht schon geschehen ist. Der Mensch wird bizarre Mischwesen erschaffen. Ethische Bedenken oder Einwände von Humanisten oder Kirchen spielen dabei keine Rolle. Was der Mensch imstande ist zu tun, wird er tun. Aus Neugierde oder ganz einfach nur, weil er es kann.

Sofern jene Außerirdische, die vor Jahrtausenden als Götter angesehen wurden, ähnlich dachten, taten sie es auch. Und so finden wir ihre Werke und Taten in mythologisch-verzerrten Überlieferungen bis heute auf der ganze Welt.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Mythos der Prä-Astronautik: “Außerirdische haben die Cheops-Pyramide von Gizeh gebaut” – Eine Spurensuche +++ Video +++

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VIDEO: Mythos über die Ancient Aliens: "Außerirdische haben die Cheops-Pyramide gebaut" (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Mythos über die Ancient Aliens: “Außerirdische haben die Cheops-Pyramide gebaut” (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Die Pyramide des Cheops fasziniert seit tausenden von Jahren die Menschen. War die wirklich “nur” ein Grab der Pharaonen, in diesem Fall Cheops? Oder wurde sie sogar von Bewohnern von Atlantis oder einer anderen Kultur erbaut? Vielleicht durch Außerirdische​, wie es bereits mehrfach auf diesem Blog angesprochen wurde. Denn dieser Mythos hält sich seit Jahrzehnten! Vor allem im Mainstream und bei Kritikern der Prä-Astronautik, die das Thema nur sehr am Rande kennen. Was dahinter steckt, erfahrt Ihr in diesem Video auf YouTube.


Cheops-Pyramide – Erbaut von Außerirdischen?

Seit Jahrtausenden stehen sie nun unweit der heutigen Stadt Kairo in Ägypten: die großen Pyramiden von Gizeh. Riesige Monumente, die nach klassischer Deutung  vor rund 4.500 Jahren die Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos der IV. Dynastie errichtet haben, wie es die Archäologie besagt. Und die größte von ihnen ist die Cheops-Pyramide, die einst fast 147 Meter hoch war.

Weltwunder der Antike, um die sich unzählige Mythen, Spekulationen, Thesen, Legenden und Rätsel ranken. Viele davon waren bereits Thema in Videos auf diesem Kanal und auf diesem Blog.

Eine Art “unauslöschlicher Mythos” dreht sich vor allem um die Große Pyramide – die Cheops-Pyramide. Demnach haben Außerirdische, Ancient Aliens, vor tausenden von Jahren das gewaltige Monument erbaut. Nicht Pharaonen bzw. Menschen – Raumfahrer der Antike waren die Pyramiden-Baumeister. Darüber wurde auf diesem Blog bereits mehrfach berichtet (z.B. HIER , HIER, HIER & HIER)

Eine Spekulation, die angeblich schon in 1968 von Erich von Däniken in seinem ersten Buch in die Welt gesetzt worden sei. Zumindest sagen das auch über 50 Jahre danach noch immer Skeptiker und Kritiker der Prä-Astronautik. Eine reine Fake-News, die zum Beispiel Däniken vor exakt 50 Jahren schon klarstellte.

Ungehört, wie Ihr in diesem Video vom 19. März 2020 erfahrt. Aber: Dennoch gibt es in der Prä-Astronautik durchaus solche Behauptungen. Zum Teil mit mehr als absurden “Begründungen” ….

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Die Baupläne und Aufzeichnungen des Pyramidenbau und der Cheops-Pyramide: Wo sind die Blaupausen der Pharaonen geblieben – und gab es sie?

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Die Baupläne und Aufzeichnungen des Pyramidenbau - wo sind die Blaupausen der Pharaonen geblieben? (Bilder: gemeinfrei & Fischinger-Online / Montage: Fischinger-Online)
Die Baupläne und Aufzeichnungen des Pyramidenbau – wo sind die Blaupausen der Pharaonen geblieben? (Bilder: gemeinfrei & Fischinger-Online / Montage: Fischinger-Online)

Pyramidenbau war eine logistische und technische Mammutaufgabe, die ebensolche Planungen erforderte. Ein gewaltiger Apparat an Berechnungen, Abläufen und dokumentierten Arbeitsschritten und Techniken muss dahinter gestanden haben. Etwa bei der Cheops-Pyramide. Wo aber sind all die Dokumente und Aufzeichnungen des Pyramidenbau? Wo die zahllosen Papyri mit den Bauplänen und Planungen der Pyramidenbauer? Denn es muss sie gegeben haben, worin sich auch die etablierten Archäologen einig sind. Eine spannende Spurensuche, mit erstaunlichen Hinweisen, wie Ihr in diesem Artikel erfahrt.


Cheops-Pyramide und Baupläne

Gab es einst genaue Baupläne, Aufzeichnungen und Papyri, die den Pyramidenbau dokumentierten? Eine Art Plan oder Blaupause der Cheops-Pyramide und andere Monumente dieser Art?

Ende März wurde auf diesem Blog ein Artikel über das “Logbuch des Merer” veröffentlicht, den Ihr HIER findet. Es handelt sich dabei um einen 4.600 Jahre alten Text namens “Papyrus Jarf A und B”, der von Steintransporten unter Pharao Cheops nach Gizeh berichtet. Dokumentiert von einer Arbeitermannschaft unter ihren Vorarbeiter Merer als “Tätigkeitsnachweis”. Außerhalb der Ägyptologen ist der Papyrus eher weniger bekannt, wird aber von diesen als eine Art “indirekter Beleg” für den Pyramidenbau unter Cheops angesehen.

Obwohl die auf dem Dokument verzeichneten Informationen überaus interessant sind – wie im besagte Artikel dargelegt -, ist es kein “Plan” des Pyramidenbaus. Kein Text, der irgendwelche Arbeiten an der Cheops-Pyramide beschreibt oder belegt, Berechnungen der Architektur beinhaltet oder sonst irgendeine Art von Blaupause ist. Doch die Pyramiden und andere Bauwerke der III. und IV. Dynastie sind nicht einfach vom Himmel gefallen (auch wenn das einige glauben). Gewaltige Planungen müssen damit einher gegangen sein, die auch irgendwo verzeichnet wurden.

Genau Baupläne der Architektur, Vermessungen der Grundflächen, Berechnungen der Statik, Arbeitsabläufe, Planungen des Steintransportes zu genau festgelegten Zeiten und an genau festlegten Plätzen, Abläufe der Logistik, Zeitvorgaben für einzelne Bauabschnitte, Versorgung der Arbeiter, mögliche Konstruktionsänderungen, Herstellung der Bausteine, Lieferung von Baustoffen und Material wie Holz und Metalle, Koordinierung der Transportschiffe, eventuelle astronomische Ausrichtungen und Bezüge der Architektur und vieles mehr geht nicht ohne schriftliche Bauplanungen!

Der Bau einer Pyramide muss im Hintergrund ein Bürokratiemonster gewesen sein, das steht fest.

Verlorene Aufzeichnungen

Etablierte Ägyptologen sehen das genauso. Stellvertretend für ihre Zunft sei der bekannte Archäologe Prof. Rainer Stadelmann hier zitiert, der in seinem Standartwerk “Die ägyptischen Pyramiden” schon 1991 schrieb:

Ungeachtet der nicht wenigen Untersuchungen und Veröffentlichungen zum Pyramidenbau müssen wir uns ehrlich eingestehen, dass wir über die Technik und Methoden des Baues praktisch nichts Sicheres wissen und ausschließlich auf Annahmen und Beobachtungen angewiesen sind, die davon ausgehen, wie wir Heutigen uns die Bewältigung einer derartigen Aufgabe mit den damals vorhandenen Hilfsmitteln vorstellen. (…)

Das Schweigen der altägyptischen Quellen darüber ist keine bewusstes, noch entspringt es Tabu-Vorschriften. (…) Sicher hat es auf Papyri Aufzeichnungen über den Bau gegeben, Berechnungen über Steinmassen, Höhenverhältnisse, Winkelmaße und Nivellierungsmethoden.”

Es gäbe sehr weniger solcher Aufzeichnungen, die noch heute erhalten sind, so Stadelmann weiter. Sie alle stammen aber aus späteren Epochen, wofür er einige der bekannten Beispiele anführt. Etwa, dass der königliche Baumeister Senedjemib Intj den Grundriss des Pyramienbezirkes für Pharao Djedkare Asosi anfertigte. Djedkare jedoch war König der V. Dynastie, der in Sakkara begraben ist, und etwa 2410 bis 2380 vor Christus regierte. Kurz nach Fertigstellung der Pyramiden von Gizeh also. Und wirkliche Aufzeichnungen sind ein Grundriss des Grabkomplexes auch nicht. Stadelmann:

Aus der 3. und 4. Dynastie, der großen Zeit des Pyramidenbaues, fehlen uns leider solche Berichte, sie setzten erst in der späten 5. Dynastie ein.

Über die Errichtung der gewaltigen Tempelanlagen in Edfu und Dendera sind solche Berichte bekannt, die den Forschern viele Informationen und Einzelheiten verrieten. Sie stammen aber ausnahmslos aus zum Teil wesentlich späteren Epochen. Auch wenn etwa in Dendera schon in der Prädynastik, also vor dem Zeitalter der Pharaonen, ein erster Grundstein gelegt worden sein soll.

In Dendera befindet sich übrigens jener Hathortempel, an dessen Wänden sich Reliefs finden, die als “Glühlampen” interpretiert werden. Die “Glühbirnen von Dendera”, über die Ihr in diesem Video HIER mehr erfahren könnt.

Auch der Ägyptologe Professor Frank Müller-Römer bedauert das Fehlen solcher Beweise. Er schreibt in seiner Doktorarbeit “Pyramidenbau mit Rampen und Seilwinden – ein Beitrag zur Bautechnik im Alten Reich” (2007):

Aus dem MR (Mittleren Reich, Anm. LAF) ist bekannt, dass die Steinblöcke mit genauen Kontrollmitteilungen (Herstellungsdatum, Handwerkerbenennung, Transportwege, Lagerstätte etc.) versehen wurden. Es ist anzunehmen, dass bereits im AR (Alten Reich, Anm. LAF) ein vergleichbares System bestand. (…) Leider liegen aus der 3. und 4. Dynastie keinerlei ‘Bauberichte’ vor. (…)”

Die geplünderten Archive der Pyramidenbauer

Müller-Römer geht aber noch einen Schritt weiter. Er vermutet, dass die alten Architekten damals eine ganze “Bibliothek”  hatten, in der sie ihr Wissen speicherten:

Pläne muss es für alle Bauwerke und Bauplanungen gegeben haben. Durch Sammlung der Grundrisse und Beschreibungen in den Archiven verfügten die Baumeister über eine Bibliothek, in der die Informationen über die Ausführung der Bauten im Detail gespeichert waren.

Dieser Hort des Wissen, die Archive der Baumeister und Architekten der alten Pyramiden, muss eines Tages geraubt worden sein. Zumindest kamen Grabräuber in den Besitz entsprechender Pläne, Grundrisse und Zeichnungen. Ob sie an diese durch die Bestechung von entsprechenden Bibliothekswächtern, Einbruch oder heimlich angefertigte Kopien kamen, wird sich wohl niemals mehr klären lassen. Dennoch sind viel Ägyptenforscher überzeugt, dass es zu diesem “Leck” in den Archiven der Konstrukteure gekommen sein muss.

Dies geschah spätestens nicht mal 400 Jahre nach dem Bau der großen Pyramiden, als das Land am Nil nach und nach im Chaos versank. Der Toten- und Priesterkult in dieser sogenannten “Zwischenzeit” verschwand, die Staatsbeamten wurden entmachtet, der Staat zerfiel und Gizeh lag einladend vor den Grabräubern. Darauf verweisen auch spätere Schriften, die die Plünderungen der Gräber und Nekropolen beklagen. Das schloss auch die Cheops-Pyramide ein. Michael Haase, Autor zahlreichere Bücher über das Alte Ägypten und die Pyramiden, schrieb dazu schon 1998 in “Das Rätsel des Cheops“:

Wie lange insbesondere das Kammersystem der Cheops-Pyramide vor den Beraubungen gesichert werden konnte, lässt sich nur vermuten. Lange Zeit aber sicherlich nicht. Vermutlich machten sich die Grabräuber, nachdem der memphitische Raum nicht mehr durch die Regierungstruppen gesichert werden konnte, bereits innerhalb der ersten Bürgerkriegsjahre daran, das Sicherungssystem dieser Pyramiden zu knacken. Wo genau sie ihre Brechstangen anzusetzen hatten, wussten die Plünderer sehr genau.”

Sie wussten es, da sie die Pläne hatten, so ist auch Haase sicher. Haase wie auch andere verweisen dazu auf einen Papyrus, der beklagt:

Die Akten des Hohen Gerichts sind weggeschleppt, die Geheimarchive sind bloßgelegt. Zauberformeln sind dem Volk enthüllt, magische Sprüche richten Geistesverwirrungen an.

Grabräuber mit Plänen

Die Archive inklusive den Aufzeichnungen der früheren Baumeister von Gizeh waren also verraten und geplündert. Genau deshalb wussten die Räuber, wie sie in die Cheops-Pyramide gelangen konnten. Haase:

Geht man davon aus, dass einer Gruppe von Schatzsuchern auch der Grabplan der Cheopos-Pyramide mit ihren massiven Korridorblockierungen in die Hände fiel, so wird verständlich, wieso der heutige Eingangsstollen (…) derart gradlinig und planmäßig ins Kernmauerwerk hineingetrieben wurden. Er führt parallel zum absteigenden Gang, knickt hinter dem unterem Granitverschluß des ansteigenden ganzes ab, um dahinter direkt und zielgenau aus den dort einst durch Kalksteine blockierten Korridor zu Stoßen. Diese ‘Symmetrie’ kann nur eines bedeuten: Die Beraubung der Cheops-Pyramide erfolgte systematisch in Kenntnis ihres geheimen Innenlebens. Der Grabräuberstollen wurde nicht erst über 3300 Jahre nach der Versiegelung der Pyramide von den Arabern geschlagen, sondern von ihnen nur wiederentdeckt und erweitert.”

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Den heutigen Eingangsstollen, den Haase hier meint, ist jener Gang, den die Araber 832 unter Al-Mamun in die Pyramide trieben und dabei eine Vielzahl an Kostbarkeiten und auch Mumien fanden. Auch wenn diese Plünderung durch Araber im 9. Jahrhundert als die “1. Öffnung” der Pyramide gilt, ist das mehr als zweifelhaft. Ebenso einher gehen damit all die Funde, die dabei gemacht wurden, und höchstwahrscheinlich aus späteren Zeiten stammten. Sogenannte “Sekundärbestattungen”. In meiner Artikel-Serie HIER habe ich Al-Mamun und die entsprechenden Berichte dazu detailliert darlegt.

Auch Haase meint, dass irgendwann, als die Lage zu Beginn des Mittleren Reiches sich wieder beruhigte, die Anlagen wieder instandsetzt wurden. So “wurde irgendwann auch die Grabkammer von Pharao Cheops neu hergerichtet, der Einbruchsstollen verschlossen und kaschiert, wodurch er wieder in Vergessenheit geriet”. Und mit ihm die im Inneren neu erfolgten Grablegungen unbekannter Personen mit ihren Kostbarkeiten. Bis 832 der Kalif Al-Mamun kam, den Stollen wiederfand und die Pyramide erneut plünderte.

Der Eingang in die Cheops-Pyramide

Wobei an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben darf, dass der griechische Geschichtsschreiber Strabon im Jahr 25 vor Christus Ägypten bereiste, und berichtet, dass die Große Pyramide von Gizeh offen stand. Durch eine Art Schwingtür, eine herausklappbare Steinplatte. Dazu nochmal Rainer Stadelmann:

Dies kann kaum der originale Verschluss gewesen sein, denn dieser dürfte aus Blockierungssteinen und einem Verkleidungsstein bestanden haben, der den Eingang unkenntlich gemacht hat. Man hat daher angenommen, dass die Pyramide nach der Beraubung in der 1. Zwischenzeit – und vielleicht mehreren folgenden – in saitischer Zeit einen steinernen Klapptür erhalten habe, durch die die Innenräume besichtigt werden konnten. Später, aber in antiker Zeit, wäre die Pyramide erneut so blockiert und verschlossen worden, dass in arabischer Zeit und Ma’mun der Eingang nicht aufgefunden wurde.”

Nach Meinung der Ägyptologen war Gizeh und zahlreiche weitere Monumente des Alten Reiches einem stetigen Wechsel aus Verfall, Plünderungen, Wiederaufbau, Renovierungen und erneuter Schändung und Aufgabe unterworfen. Bei den Jahrtausenden der Kultur am Nil ist das wenig verwunderlich. Michael Haase verweist beispielsweise in seinem Buch “Im Zeichen des Re” (1999) in diesem Zusammenhang auch auf den Umstand, das selbst die (heute) unübersehbare Sphinx von Gizeh vergessen wurde. Wie auch Aufzeichnungen über sie. Er schreibt:

Beim Rückblick in die Vergangenheit des Sphinx stellt man erstaunlicherweise fest, dass er trotz seiner Größe und seiner einstigen Bedeutung während des gesamten Alten Reiches nicht ein einziges Mal inschriftlich erwähnt wird. Auf keiner Grabwand und auf keinem Papyri findet sich ein Hinweis auf seine Existenz. (…) So wie die Aufzeichnungen über den Pyramidenbau mit den Jahrtausenden fast vollständig abhanden gekommen sind, ist auch die Kenntnisse über diese kolossale Steinfigur spätestens mit dem Untergang des Alten Reiches und der Aufgabe der Pflege der königlichen Nekropolen verloren gegangen – langsam, aber stetig zugeweht durch den Sand der Geschichte.

Räuber in der Pyramide des Djedefre

Etwa acht Kilometer von Gizeh entfernt findet sich die Pyramide des Djedefre (Radjede) in Abu Roasch. Besser gesagt, dass, was von ihr übrig ist. Pharao Djedefre war der Sohn und Nachfolger von Cheops, der sich dort etwa 2580 bis 2570 vor Christus seine Pyramide erbauen ließ. Ob das Monument tatsächlich vollständig in allen Details fertig gestellt wurde, darüber streiten sich sie Archäologen. Denn mehr als traurige Reste sind heute nicht mehr von der Pyramide zu sehen. Man erkennt auf den ersten Blick nicht einmal mehr, das hier einst eine rund 70 Meter hohe Pyramide stand. Schuld ist der massive Steinraub.

Bis ins 19. Jahrhundert hielt der Steinraub an, so dass die Pyramide heute fast vollständig abgebaut ist. Das bietet aber auch einmalig Einblicke in das Innere einer Pyramide der IV. Dynastie, deren Bauweise und den inneren Grabkammern. Im Fall der Djedefre-Pyramide liegt diese unterirdisch. Hier sieht man heute einen Grabräubertunnel unbekannten Alters, der in noch intakte Pyramide durch den Fels in Richtung Grabkammer getrieben wurde. Die Einbrecher haben ihren Stollen geschickt durch den weichen Fels der Umgebung getrieben, wodurch die Granitblockierungen im ursprünglichen Gang umgangen wurden. Sehr ähnlich wie bei der Pyramide, die Cheops Namen trägt.

Das belegt klar, dass die Grabräuber das Innere auch hier kannten. Sie wussten, wo sie graben mussten, um entsprechende Granitsperren zu umgehen. Ein gewichtiger Hinweis, dass die Schatzsucher Baupläne des Inneren besaßen. Oder sollten sie auch hier nur Glück gehabt haben?

Papyri ist geduldig …

Papier ist geduldig, heißt es im Volksmund. Das gilt auch für Papyrus aus dem Reich der Pharaonen. Und theoretisch könnten im Sand Ägyptens, in alten Ruinen oder Orten, mit denen niemand rechnet, schon morgen Baupläne und Blaupausen der Pyramidenbauer gefunden werden. Im trockenen Sand oder einer entsprechenden Felsnische kann ein solcher Papyri durchaus die Jahrtausende bis heute überlebt haben. Ein solcher Fund wäre reiner Zufall und eine Sensation.

Persönlich sehe ich einer solcher Entdeckung aber überaus skeptisch entgegen. Bisher gibt es nur einen beschriften Papyri dieser Zeit. Es könnte allerdings auch sein, dass solche Dokumente schon vor 100 Jahren gefunden wurden und sich heute im Besitz eines Privatsammlers befinden. Dieser weiß mutmaßlich gar nicht, was er da hat und was auf ihm geschrieben steht. Der Ausverkauf des Alten Ägypten trieb bekanntlich vor allem im 18. und 19. Jahrhundert ungeahnte Blüten – und hält durchaus bis heute an. Selbst als einfaches Brennmaterial könnten solche Texte längst Verwendung gefunden haben, bevor ein Forscher sie zu Gesicht bekam. Auch dafür gibt es Beispiele. Sie wären dann für immer zerstört.

Ich selber tendiere ich aber zu Folgendem: Jene Grabräuber, die gestohlene Aufzeichnungen vom Inneren diverser Pyramiden oder anderer Gräber besaßen, haben sie zerstört, als diese nicht mehr nötig waren. Warum sollte sie auch das belastende Beweismaterial aufbewahren? Die “Tatwaffen” waren nach der Plünderung wertlos und man war mit Sicherheit bemüht, Spuren zu verwischen. Sie wurden verbrannt oder einfach weggeworfen. Vielleicht sogar korrupten Beamten der Archive zurpückgegeben.

Sicher nur eine Spekulation, die auch eine große Schwachstelle hat: Grabräuber interessieren nur Aufzeichnungen, die ihnen beispielsweise den Einbruch in die Cheops-Pyramide erleichtern. Ein Papyri mit einer genauen Beschreibung des Innenlebens reicht da vollkommen aus. Dokumente, die den Bau an sich oder die weiter oben genannten Details des Pyramidenbaus betreffen, sind für diese vollkommen wertlos.

Für uns sind die heute unbezahlbar – und fehlen (bisher) vollständig!

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Das “Logbuch des Merer” auf dem Papyrus Jarf: Wirklich ein Beweis für den Bau der Cheops-Pyramide unter Pharao Cheops?

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Das "Logbuch des Merer" auf dem Papyrus Jarf: Wirklich ein Beweis für den Bau der Großen Pyramide unter Pharao Cheops? (Bilder: gemeinfrei & P. Tallet)
Das “Logbuch des Merer” auf dem Papyrus Jarf: Wirklich ein Beweis für den Bau der Großen Pyramide unter Pharao Cheops? (Bilder: gemeinfrei & P. Tallet)

Wie genau die Cheops-Pyramide gebaut wurde, ist bis heute ein Rätsel. So verwundert es auch nicht, dass gerade in “alternativen Geschichtskreisen” bezweifelt wird, dass es wirklich Pharao Cheops vor rund 4.600 Jahren war, der das Monument errichtete. Es gäbe nämlich, argumentierende diese, keine entsprechenden Aufzeichnen und Berichte aus der Zeit Cheops, die das belegen. Falsch sagen Kritiker und Ägyptologen. Sie verweisen auf einen erst 2013 gefundenen Papyrus aus den Tagen von Cheops, der dies belegen soll.  Ein “Logbuch” eines Arbeitertrupps, der Steine nach Gizeh zur Cheops-Pyramide lieferte. Außerhalb von Fachkreisen ist dieser Fund kaum bekannt – aber ist der Text darauf wirklich ein Beweis, wie Skeptiker der “alternativen Historiker” immer sagen? Grund genug, sich diesen Papyrus und dessen Hintergründe in diesem Blog-Artikel einmal genau anzusehen.


Cheops-Pyramide

Über keine Pyramide der Welt wird soviel geschrieben, geforscht und vor allem spekuliert wie über die Cheops-Pyramide von Gizeh. Die Große Pyramide, die auch immer wieder Thema in Beiträgen und Artikeln auf diesem Bog und in zahlreichen Videos auf meinem YouTube-Kanal ist, regt seit Jahrtausenden die Phantasie an. Ihre Größte und offensichtliche “Schlichtheit” scheinen wohl der Grund dafür zu sein.

Aber auch der Umstand, dass nach der “ersten Öffnung” der Pyramide durch die Araber im 9. Jahrhundert keine weiteren Funde in Form von Artefakten in ihr gemacht wurden. Mit Ausnahme der “Dixon-Relikte”, über die Ihr HIER mehr erfahrt, und die zum Teil älter als die Pyramide selber sind, wie in diesem Video HIER dargelegt. Denn während die Araber noch Gold, Statuen und sogar Mumien und viele andere Dinge laut arabischen Chronisten im Inneren der Cheops-Pyramide fanden, wartet man seit dem auf vergleichbare Funde vergeblich. In meiner Artikel-Reihe “Mythos Cheops-Pyramide” auf diesem Blog sind übrigens unter andrem alle diese Funde aufgelistet. Teil 1 findet Ihr HIER.

Obwohl die benachbarte Chephen-Pyramide vor Ort in Gizeh aufgrund ihres Standortes eigentlich mindestens ebenso groß wie die des Cheops erscheint, konzentrieren sich nahezu alle Spekulationen und auch Phantasien auf die Große Pyramide. Sie ist nur wenige Meter größer, aber im Inneren ungleich ausgefeilter und rätselhafter gebaut. So verwundert es nicht, dass die klassischen Erklärungen der Archäologie rund um die Pyramide des Cheops von “alternativen Historikern” meist abgelehnt werden. Diese vermuten weit mehr hinter dem Monument. Zum Beispiele, dass in dieser in noch verborgenen Geheimkammern spektakuläre Funden auf ihre Entdeckung warten.

Etwa jene mutmaßlichen Kammern oder Hohlräume, die erst vor wenigen Jahren oberhalb der “Großen Galerie” und nahe des Einganges gefunden wurden. Mehrfach wurde darüber HIER in Videos und Artikeln berichtet – nur ist es bisher still um diese geworden.

Atlanter bauten die Pyramide – oder Aliens

Eine Verschwörung? Denn genau das vermuten nicht wenige, die der anerkannten Deutung der Großen Pyramide mehr als skeptisch gegenüber stehen. Sie bezweifeln, dass die Cheops-Pyramide in der IV. Dynastie vor rund 4.600 Jahren von genau eben diesem Pharao erbaut wurde. Auch wenn die meisten Chronisten und Historiker mit Abstand ihn am Häufigsten als Baumeister nennen. Etwa das Werk “Hitat” oder der Grieche Herodot.

Vielmehr wird mehr hinter der Cheops-Pyramide vermutet, als es uns die Ägyptologen sagen. Viel mehr. Wenige behaupten sogar, dass antike Astronauten aus dem All, also Außerirdische, die Pyramiden bauten. Selbst mit frei erfundenen “alten Schriften” wird versucht, dies zu belegen. Andere sehen eher so was wie eine versunkene Ur-Kultur als Bauherren der Pyramide oder Pyramiden inklusive Sphinx. Während früher hier gerne das Stichwort “Atlantis” in diesem Kontext fiel, spricht man heute lieber von einer “Mutterkultur” oder ähnlichem. Gleichfalls sei die Pyramide damit auch sehr viel älter. Vielleicht sogar über 10.000 Jahre.

Fraglos spannende und faszinierende Spekulationen und Überlegungen. Wenig verwunderlich ist es da, dass die etablierte Archäologie von solchen Deutungen nichts wissen will. Es wären nicht mehr als wilde Phantastereien. So ist man sich einig.

Das gilt auch für die unzähligen “Erklärungen”, was genau die Cheops-Pyramide einst war oder wozu sie diente. Ein Grabmal des Pharao sagen bekanntlich die Archäologen. Archäologische Laien wollen davon nichts wissen! Sie haben immer wieder neue “Erklärungen”, die sich meistens alle widersprechen. Von eine Art “Signalstationen für Alien-Raumschiffe” bis zu “Wettermaschinen” oder “Wissensbunker” zum Schutz vor der Sintflut reichen diese Interpretationen. Denn, so wird auch argumentiert, die Alten Ägypter hätten ein solch gigantisches Monument nie bauen können. Angebliche gäbe es keine Beweise dafür, alles wäre zu perfekt (“millimetergenau”) und außerdem sei hier alles viel zu exakt, als das man dies mit einfachen Werkzeugen hätte schaffen können. Eher waren es Ancient Aliens als Pharaonen …

In diesem Video HIER gehe ich darauf ein. (Das Video ist nur für Kanalmitglieder und treue Fans auf Mystery Files!)

Die Baupläne des Pharao

Archäologen scheren sich nicht um solchen Spekulationen. Und wenn, dann nur beiläufig und vor allem – ablehnend. Sie verweisen unter anderem auf eine gigantische Flut an Funden und Erkenntnissen zur Großen Pyramide, die in den letzten – sagen wir – 200 Jahren durch die Forschung erbracht wurde. Beispielsweise die Entdeckung der Steinbrüche in Gizeh inklusive der offensichtlich primitiven Technik des Steinabbau. Dazu auch die Funde von zahllosen Werkzeugen in diesen und natürlich die Ausgrabungen der Wohnstätten der einstigen Arbeiter. Einem ganzen Dorf unweit der Pyramiden. Vor Ort kann man dies alles mit eigenen Augen sehen.

Kritiker der etablieren Archäologie fragen oft, wo sind denn die Aufzeichnungen von damals? Die Papyri oder eben alten Schriften, die uns überliefern, wie die Pyramiden gebaut wurden? Schließlich, so heißt es weiter, haben die alten Ägypter nahezu alles aufgezeichnet und dokumentiert. Dass solche Dokumente oder sogar Baupläne nicht existieren, ist auch für die Ägyptologie mehr als bedauerlich. Ausnahmslos jeder Ägyptologe würde die Korken knallen lassen, sobald dem Sand Ägyptens solche Funde entrissen werden könnten. Darauf warten sie bis heute vergeblich.

Für die meisten Ägyptologen steht aber außer Frage, dass es Baupläne und zahlreiche weiteren Unterlagen für die Architekten gegeben haben muss. Eine ganze Bibliothek mit Plänen und Aufzeichnungen, die auch entsprechende Dokumente der III. und IV. Dynastie enthalten haben müssen. In einem späteren Blog-Artikel wird dieses Thema noch genauer ausgeführt.

Als Argument für das Fehlen solcher Beweise führen die Forscher gerne an, dass diese zwar existieren, aber eben noch nicht gefunden wurden. Oder, nicht unwahrscheinlich, diese im Laufe der Jahrtausende längst zerstört sind. Optimisten (oder Pessimisten, wie man es sehen mag) bemerken etwa, dass nur 1 Prozent der Schätze und Hinterlassenschaften Ägyptens bis heute erst entdeckt, erforscht und dokumentiert wurden. Wobei man sich hier nicht um ein paar wenige Prozent streiten sollte. Wo also sind die Baupläne des Pharao oder die Bücher der Pyramidenbauer, die es laut Legenden einst ebenso gegeben hat, wie in diesem Artikel HIER ausgeführt?

Sie könnten tatsächliches noch eines Tages gefunden werden. Zumindest teilweise. Ägyptologen oder Kritiker irgendwelcher alternativen Hypothesen haben hierzu aber ein Ass im Ärmel, wie sie glauben. Ein Papyrus aus der IV. Dynastie aus der Zeit des Pharao Cheops, der als eine Art Logbuch des Pyramidenbaus verstanden wird. Zumindest soll dieses einzigartige Dokument beweisen, wie die Pyramiden gebaut wurden. Vor allem aber, dass es Cheops war, der die Große Pyramide schuf.

Wadi al-Garf und “Papyrus Jarf A und B”

Das Dokument nennt sich “Papyrus Jarf A und B” und ist zweifellos ein unschätzbarer Fund aus der Zeit der großen Pyramiden. Die Fragmente dieser Papyri waren eine Sensation, als diese erst im Jahr 2013 entdeckt wurden, da sie die bisher ältesten beschriebenen Papyri überhaupt sind. Sie stammen aus der Zeit von Cheops und sind damit vor etwa 4.600 Jahren beschrieben worden. Ein unglaublicher Fund, der in einer künstlichen Höhle, einer Art “Galerie”, im Wadi al-Garf entdeckt wurde, und sich als Aufzeichnung eines Arbeitstrupps von Cheops herausstellte.

Wadi al-Garf wiederum wurde schon 1832 von Forschern entdeckt bzw. erstmals dokumentiert und beschrieben. Es liegt am Westufer des Roten Meer (Golf von Suez) im nördlichen Ägypten und ist eine uralte Hafenanlage. Intensive Forschungen und Ausgrabungen fanden hier damals nicht statt. So geriet die Stätte immer wieder aus dem Fokus, bis erst ab 2011 intensive Grabungen von französischen Archäologen begannen. Maßgeblich unter Leitung des Archäologen Pierre Tallet vom “Französischen Institut für Orientalische Archäologie”.

Die gesamte archäologische Stätte erwies sich als wahre Fundgrube. Nicht nur die Hafenanlage wurde dokumentiert, sondern auch zahlreiche große Verwaltungsgebäude und Wohnhäuser sowie zahllose Einzelfunde. Vermutet wird unter anderem, dass die ca. fünf Kilometer riesige Anlage für den Schiffsverkehr zur Sinai-Halbinsel diente, die an dieser Stelle nur knapp 50 Kilometer über den Golf von Suez entfernt ist.

Unter anderem fanden die Forscher eben diese “Galerien”, die aus langen Räumen in rechteckiger Form bestehen und bis zu 34 Meter in die Felsen geschlagen wurden. Knapp 30 dieser Räume sind bisher bekannt, die rund drei Meter hoch und 2,5 Meter breit angelegt wurden. Es waren scheinbar mühsam angelegte Lagerräume, die mit Steinplatten verschlossen wurden und eine Vielzahl an Funden für die Archäologen enthielten. Auch wenn längst nicht alle der Kammern oder “Galerien” bisher geöffnet und ausgegraben wurden. Das entdeckte Inventar an sich könnte man als typisch für Lagerhäuser in Häfen bezeichnen.

Viele Funde datieren den Hafen an den Anfang der IV. Dynastie. Selbst die Namen Cheops und die des Herrschers Snofru wurden auf Siegeln entdeckt. Snofru war der Vater und Vorregent des Cheops und ist laut Ägyptologie der Baumeister von gleich drei Pyramiden. Genau dort, in einer solchen “Galerie”, fand Pierre Tallet den sensationellen “Papyrus Jarf A und B” als bisher einziges Dokument, dass vom Bau der Cheops-Pyramide spricht. Wie behauptet wird.

Was sagt “Papyrus Jarf A und B” wirklich?

Ägyptologen feiern den Fund, und viele “Mystery-Kritiker” schließen sich dem Fest an. Aber ob das zurecht geschieht, steht eigentlich auf einem anderen Blatt oder Papyrus!

Das Dokument ist ein Teil des Schiffslogbuch einer Gruppe von Arbeitern unter ihrem “Inspektor” namens Merer. Ihre Aufgabe war es, Bausteine aus den Tura-Steinbrüchen südlich von Gizeh über den Nil zur Baustelle auf dem Gizeh-Plateau zu liefern. Dazu segelten sie immer hin und her und kamen so auf zwei bis drei Fahrten in einem Zeitraum von 10 Tagen. Eine mehr oder weniger eintönige und sich immer wiederholende Fahrt, wenn man es so sehen will. Unzählige solche Arbeitstrupps mit ihren Booten muss es einst gegeben haben, die Material von Tula herbeischafften. Nur den Trupp um Merer kennen wir dank dieses Fundes heute.

Der Papyrus bzw. das dort verzeichnete Logbuch ist streng gegliedert und schon fast monoton und langweilig. Es verzeichnet die Monate und Tage und notiert dabei, was genau an diesem oder jenem Tag geschah. Wo übernachtet wurde, wann in Tura geladen wurde oder was der Truppführer Merer machte. Eben ein Logbuch zur Dokumentation, das aus dem 26. Regierungsjahr von König Cheops stammt. Im “Jahr nach der 13. Volkszählung von Cheops”, wie es der Entdecker Pierre Tallet konkret benennt.

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In Gizeh selber wird auch eine Person genannt, die eine Art Hafenmeister von Cheops am Gizeh-Plateau selber war. Ein Mann mit Namen Anchhaf, der als hoher Beamter selber später in Gizeh bestattet wurde, und dessen Grab in Form einer Mastaba das größte private Grab auf dem Ostfriedhof dort ist. Weiter finden sich dort neben dem Gizeh-Hafen auch die Cheops-Pyramide (= “Achet-Chufu”, “Horizont des Cheops”) selber erwähnt, sowie eine “Kapelle” des Cheops, in der die Arbeiter bei ihren Fahrten einmal übernachteten.

Das klingt alles überaus plausibel: Eine Arbeitertruppe unter Leitung des Vorarbeiters Merer, die zwischen Gizeh und den Steinbrüchen mit ihrem Boot pendelte, um einen Stein nach den anderen zu liefern. Vor Ort wurde natürlich das Schiff beladen und die Arbeiter übernachteten bei ihren Reisen, um am anderen Morgen ihr Tagewerk weiter zu verrichten. Doch dann beginnen auch bei den Archäologen die ersten Spekulationen!

Im 26. Regierungsjahr des Cheops

Der Kalkstein aus Tura, der in diesem Logbuch erwähnt wird, diente wahrscheinlich für die Außenverkleidung der Cheops-Pyramide, vermutet die Archäologie. Wie man an der Spitze der Chephren-Pyramide noch heute sieht, waren die Pyramiden einst mit diesem Kaltstein verkleidet. Heute sind die Monumente durch Steinraub und den Zahn der Zeit kahl. In dem Papyrus steht die genaue Verwendung des gelieferten Steines allerdings an einer einzigen Stelle genannt.

Die Vermutung, die dienten der Verkleidung, liegt aber durchaus nahe. Der Papyrus stammt aus dem 26. Regierungsjahr des Cheops und damit wäre seine Pyramide zu dieser Zeit schon so gut wie fertig. Also lieferten seine Arbeit für den letzten Schliff zu dieser Zeit schon die Steine für die Außenverkleidung des Bauwerkes, die natürlich erst gegen Bauende angebracht wurde. Das wäre im Jahr 2594 vor Christus gewesen, wenn Cheops 2620 vor Christus den Thron bestieg. 14 Jahre vor seinem Tod, wobei so wirklich auf ein Jahr genau will sich kein Ägyptologe auf die Lebensdaten des Cheops festlegen. Mit den sicherlich notwendigen Jahren der Vorplanung des Bauwerkes wäre der Papyrus zeitlich sicher sehr gut in die von den Archäologen immer angeführten Daten und Bauzeiten in Einklang zu bringen.

Pierre Tallet als Entdecker dieser Dokumente veröffentlichte eine Übersetzung und Analyse des Textes in seiner Untersuchung “Les papyrus de la mer Rouge I. Le ‘journal de Merer’ (Papyrus Jarf A et B)” 2017 beim “Französischen Institut für Orientalische Archäologie”. “Sie liefern ein einzigartiges, wenn auch indirektes Zeugnis für die Konstruktion eines Außergewöhnlichen Denkmal”, so Tallet in seiner Publikation. Doch “leider werden die derzeit angewandten Bautechniken nicht erwähnt”, bedauert er weiter. Was aufgrund der Art dieses Fundes, eben ein Logbuch eines Arbeitertrupp unter ihrem Führer, auch nicht zu erwarten wäre, wie Tallet selber schreibt.

Bestimmt waren die abgebauten Steine, so Tallet weiter, für die “Baustelle der Pyramide, wo sie höchstwahrscheinlich, aber nicht ausschließlich, in der Außenverkleidung verwendet” wurden.

Bau oder Umbau?

Sehr weite Teile der Untersuchung des Textes nehmen bei Tallet verschiedene Berechnungen und Analysen des Kontextes ein. Also wie viel Mann dieser Trupp hatte (ca. 40), wie die Strecke genau aussah, welche Verbindungen die Hafenalgen hatten, wie große die Boote waren, was diese an Last tragen konnten oder auch wo sich weitere Steinbrüche finden. Hierbei stützt er sich auf vorangegangene Untersuchungen und Forschungen, wie etwa von den bekannten Ägyptologen Mark Lehner. Schließlich ist längst bekannt, dass am Rande des Gizeh-Plateaus eine Hafenanlage und Kanäle lagen.

Tallet ist sich sicher, dass Kalkstein aus Tura nur eine Quelle für die Steine war. Schon bei den Pyramiden des Snofu wären weitere Gesteinsarten anderer geologischer bzw. mineralischer Zusammensetzung nachweisbar. Für den Bau der Cheops-Pyramide ist grundsätzlich die immer wiederkehrende Aussage “segelt am Morgen in Richtung Achet-Chufu” spannend. Auch wenn heute viele Spuren der Hafenanlagen in Gizeh und der anderen im Text genannten Gebäude nicht oder kaum mehr vorhanden sind, belegt das “Logbuch” einen Steintransport per Schiff zur Cheops-Pyramide. Mutmaßlich für deren Außenverkleidung und auch andere Bauwerke auf dem Plateau, wie es der Archäologe Tallet selber ausführt.

Dennoch muss man auch als Archäologe zugeben, dass diese Dokument kein Beweis für den Bau der Großen Pyramide unter Cheops ist. Zumindest aus Sicht der Ägyptologie-Skeptiker ist das ganz sicher so. Es wird nicht gesagt, wofür die Steine eigentlich gedacht sind. Und vor allem, so werden mit Sicherheit viele einwenden, heißt das nicht, das dieser Papyrus nicht nur eine Renovierung oder Instandsetzung der ihm zugeschrieben Pyramide durch Cheops dokumentiert. Schon seit Jahrzehnten wird nämlich genau das behauptet: Cheops habe die Große Pyramide nur unter seiner Regierung wieder erneuert und restauriert. In Wahrheit stand sie schon tausende Jahre dort, bis er Pharao wurde.

Grundsätzlich widerlegt der “Papyrus Jarf A und B” diese Spekulation nicht. Es wäre zwar eine mehr als umständliche Art der Renovierung, dass hierzu extra Hafenanlagen und Kanäle gebaut (oder wieder herrichtet?) wurden, aber theoretisch ginge dieses Unternehmen. Böse Zungen könnten sogar in den Raum werfen, der Textfund ist eine Fälschung der Altertumsforscher … Dazu aber gleich mehr.

Nur eine Fälschung?

Ägyptologen werden solchen Spekulationen niemals folgen wollen. “Papyrus Jarf A und B” passt dafür fraglos zu gut in den Gesamtkontext des Pyramidenbaus der IV. Dynastie. Sie oder Kritiker der “alternativen Hypothesen” können aber auch nicht behaupten, dass der erhaltene Text den Bau der Cheops-Pyramide unter Cheops belegt.

Angenommen, der Herrscher habe tatsächlich sich die Mühe gemacht die Große Pyramide wieder neu zu verkleiden – dann würden wir auch exakt ein derartiges “Logbuch” seiner Arbeiter finden können, wie es beim fraglichen Papyrus der Fall ist. Der Inhalt – allein für sich betrachtet! – träfe in beiden Fällen zu. Dieser würde aber auch zeigen, dass Cheops als König damals schon der Großen Pyramide seinen Namen verlieh. Sie ist auf dem Papyrus natürlich nicht als “Cheops-Pyramide” oder “Pyramide des Khufu” bezeichnet, sondern mit dem alten ägyptischen Namen “Achet-Chufu”. Damit als “Horizont des Cheops”, womit der Text eindeutig zeigt, dass Cheops im 26. Jahre seiner Herrschaft die Große Gizeh-Pyramide quasi für sich beanspruchte. Wenn man im Hinterkopf an die Spekulation der Pyramiden-Restaurierung durch Cheops der Pyramide denkt.

Was wäre aber, wenn die Ägyptologen diesen Papyrus tatsächlich gefälscht haben? Eine Archäologie-Verschwörung wird ja schon seit Jahrzehnten überall vermutet, nicht nur bei den Pyramiden. Dass Artefakte oder archäologische Funde gefälscht wurden, ist aus der Vergangenheit hinlänglich belegt. Auch in diesem Fall?

Pierre Tallet als Archäologe, der diese Schriften fand und erforschte, entdeckte in den Lagern von Wadi al-Garf zahlreiche Objekte aus der Zeit des Cheops und seines Vaters. Zum Beispiel Vorratskrüge, Seile, Keramiken, Stoffe oder auch Hölzer und Ruder für die Boote. Daneben eine unermessliche Anzahl von Scherben, von denen einige Inschriften trugen. Nicht selten sogar die Namen der einzelnen Mannschaften und der Schiffe. Der Fundzusammenhang ist damit klar und der Hafen sehr gut zeitlich einzuordnen. Alles ergibt ein rundes Ganzes, wie man so schön sagt.

Jetzt wiederum wäre es einem Ägyptologen sicher ein leichtes ein Dokument wie “Papyrus Jarf A und B” zu faken, geschickt zu platzieren und dann rein “zufällig” bei den Grabungen zu entdecken. “Seht her, was ich da habe, hier steht die Cheops-Pyramide genannt”, gäbe es dann zu verkünden. Schnell wäre nach einer genaueren Analyse und Übersetzung der Fragmente klar, womit man es hier zu tun hat. Ein Jahrtausendfund für die Ägyptologie. Im Speziellen für die Erforschung der Cheops-Pyramide.

Ein unspektakuläres “Logbuch”

Tallet hat im Anhang seiner Untersuchung des “Papyrus Jarf A und B” diesen auch in Übersetzungen wiedergegeben. Jeder kann sie damit nachlesen, wird aber schnell feststellen, dass das “Logbuch” für den Laien sehr langweilig ist. Es sind eben lediglich bürokratische Aufzeichnungen, die wohl der Dokumentation der geleisteten Arbeiten dienten. Heute würde man dazu  Tätigkeitsnachweis oder “Stempelkarte” sagen.

Nicht nur, dass Angaben darüber fehlen, wo die Steine genau verbaut worden sind, sondern nicht mal ihre Größe wird erwähnt. Zumindest nicht in den erhalten Teilen des Papyrus. Sollte man, wenn man ernsthaft einen Betrug unterstellen möchte, nicht annehmen, dass ein solches Dokument etwas detaillierter gefälscht würde? Etwa im Sinne einer Erwähnung wie: “Wir schleppten die Steine für die Verkleidung der Pyramide unseres Königs Cheops am Morgen auf das Schiff und fuhren los.”? Oder irgendeine andere Art der konkreten Erwähnung des Pyramidenbaus des Pharao Cheops, die sich direkt auf die Arbeit der Bootsmannschaft bezog?

Hier muss sicher ein mutmaßlicher Faker abwägen, um nicht bei seinem Betrug zu übertreiben. In Fachkreisen wurde der Fund so oder so in Windeseile bekannt. Für Laien ist er zu unspektakulär, als das man damit Weltruhm erlangen könnte. Sicher denken die meisten auch nach 100 Jahren hier noch an das Grab des Tutanchamun, wenn es um Schätze und Entdeckungen der Pharaonen geht. In der archäologischen Community wiederum ist Tallet damit berühmt geworden. Auch ohne öffentlichkeitswirksame Sensationen. Zweifel an der Echtheit hat niemand.

Auch ich persönlich bezweifle nicht, dass “Papyrus Jarf A und B” authentisch ist und von “Achet-Chufu”, also der Cheops-Pyramide, spricht. Nur lässt er genug Spielraum ihn in dem Sinne umzudeuten, dass hier lediglich die Renovierung der Pyramide durch Cheops beschrieben wurde. Oder sogar andere Bauarbeiten auf dem Gizeh-Plateau unweit der Pyramide, da die Nutzung der gelieferten Steine nicht überliefert ist. Ebenso hätte ihre Bestimmung irgendein Bauwerk dort sein können, nachdem Cheops die Große Pyramide für sich vereinnahmte und umbaute. Reine Spekulationen, die sich aber aus dem Dokument herleiten lassen, wenn man ihn als angeblichen “Beweis” für sich betrachtet …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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UFO-Sekte in Bayern: Der “Alien-Guru” muss wegen schweren Kindesmissbrauch in 75 Fällen über sechs Jahre ins Gefängnis (+ Video)

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UFO-Sekte in Bayern: Der "Alien-Guru" muss wegen schweren Kindesmissbrauch in 75 Fällen über 6 Jahre ins Gefängnis! (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
UFO-Sekte in Bayern: Der “Alien-Guru” muss wegen schweren Kindesmissbrauch in 75 Fällen über 6 Jahre ins Gefängnis! (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Anfang März 2021 stellte ich auf meinem YouTube-Kanal ein Video online, in dem ich über einen aktuellen Fall einer deutschen UFO-Sekte berichtete. Auch wenn das Thema UFO-Sekten meist in der UFO-Thematik ignoriert wird. Das Video findet Ihr in diesen Beitrag nochmal eingebunden. Es ging um einen “Alien-Guru” aus Bayern, der wegen duzendfachen schweren Kindesmissbrauch in Regensburg vor Gericht steht. Jetzt ist das Urteil gefallen. Alle Hintergründe und die verstörenden Details erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


UFO-Sekte in Bayern

In der UFO-Forschung oder -Szene ist das Thema UFO-Sekten mehr oder weniger so etwas wie ein “rotes Tuch”. Es wird schlicht totgeschwiegen und ignoriert und eine Berichterstattung zu diesem Thema findet faktisch nicht statt. Ausnahmen sind, neben diesem Blog und einem entsprechenden Buch, höchstens Erwähnungen einzelner solcher Sekten und UFO-Gurus. Meist werden dabei allgemein die Hintergründe oder obskuren Glaubensvorstellungen dieser Gruppen zusammengefasst.

So gab es vor genau 20 Jahren etwa mal die Artikel-Serie “Vorsicht Falle!” von Thorsten Wiedau (u.a.) in dem Printmagazin “ET – Magazin für Parawissenschaften”. Darin stellte der Autor solche UFO-Sekten und ihrer “Lehren” warnend den Lesern auf mehreren Seiten sehr gut vor.

Der aktuelle Fall einer UFO-Sekte aus Bayern geht in der Berichterstattung mehr oder weniger unter. Das perfide dabei ist, wie in dem Video unten berichtet, dass der Guru der Gruppe sich an mindestens einem Kind der Sekte vergangen hat. Mit Billigung der Mutter, die zumindest in diesen Jahren zu den Anhängern seiner Sekte gehörte. Eher durch Zufall kamen die Behörden dem Guru Aryah G. auf die Spur, da er es mit den Steuern nicht so genau nahm. 1,5 Millionen Euro soll der Steuerschaden betragen.

Der “Alien-Guru” selber bekam nicht unerhebliche Summe seiner Anhänger, die er als Schenkungen betrachtete. Für “Verfehlungen” konnten Anhänger auch mal fünfstellige Summen als “Wiedergutmachung” zahlen.

Haft für den Sekten-Chef!

Beim Finanzamt gab der Sekten-Chef Verluste an – erwirtschaftete aber hunderttausende Euro an Gewinn. Bei den Ermittlungen stießen die Behörden dann auf den Kindesmissbrauch innerhalb der Gemeinschaft. “Hoch manipulativ”, nach Plan und auch mit Gewalt ging der Guru dabei ab 2014 vor. Gegen seine Anhänger an sich und gegen die damals zehnjährige Tochter einer seiner Anhängerinnen. 75 einzelne Fälle des Missbrauchs bzw. schweren sexuellen Missbrauchs des Gurus, der sich selber für einen Alien halten soll, war die Staatsanwalt dem Mann vor. Über fünf Jahre zog sich das hinweg.

Aryah G. gestand alles. So ersparte er auch seinem Opfer eine Aussage vor Gericht. Am 16. März hat ihn deshalb das Landgerichts Regensburg zu sechs Jahren und vier Monaten Knast verurteilt. Allein seine Machtstellung als Führer der UFO-Sekte machten die taten möglich, so das Gericht. “Intensiver teachen” nannte es der Verurteilte unter anderem.

Elke Escher, die vorsitzende Richterin, blieb mit dem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die 8,5 Jahre forderte. Der Anwalt von Aryah G. versuchte eine Strafe “nicht über fünf Jahre” zu erwirken. Dazu schreibt die “Regensburg digital” unter anderem:

Das Gericht wertet dies am Schluss erheblich zugunsten des Vergewaltigers, der zwischenzeitlich auch 50.000 Euro an sein Opfer als ‘Entschädigung’ überwiesen hat. (…) Eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die er gerade wegen Steuerhinterziehung absitzt, ist mit eingerechnet.

Keine weiteren Ermittlungen

Geld genug scheint der Guru jedenfalls zu haben. Auf dem Anwesen der Sekte parken noch immer “dicke Autos”, wie BMW, Porsche und Mercedes, so die Onlinezeitung. Und auch seine meist weiblichen Anhänger treffen sich dort weiterhin. Außerdem lägen seine jährlichen Einkünfte “meist deutlich über 500.000 Euro”. 2015 betrugen sie 675.000 Euro, wobei der Sekten-Chef in diesem Jahr rund 11.000 Euro Verlust beim Finanzamt angab …

Eine Sicherungsverwahrung oder Anweisung in die Psychiatrie hat der Verurteilte nicht zu erwarten:

Zwar habe der Täter eine ‘psychopathische Grundstruktur,’ sei ‘hoch manipulativ’, selbstbezogen und besitze wenig Einfühlungsvermögen, doch reiche dies für eine Persönlichkeitsstörung im klinischen Sinne nicht aus. Auch könne ein ‘Hang’ im Sinne des Strafgesetzbuches nicht positiv festgestellt werden.”

Die psychiatrische Sachverständige konnte ihr Gutachten nur auf Basis der Aktenlage anfertigen, da Aryah G. sich weigerte untersucht zu werden. “Weshalb seine Psyche weitgehend unzugänglich bleibt”, so “Regensburg digital”. Weitere Verfahren gegen andere Mitglieder der abgeschotteten und nicht gerade auskunftsfreudigen Gemeinschaft soll es nicht geben. Es läge bisher kein Anfangsverdacht vor …

Video zum Thema

Video vom 4. März 2021 auf Mystery Files

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Lars A. Fischinger

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