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Ich wurde von einem Bigfoot entführt! Mehr als seltsame Berichte rund um den Sasquatch Nordamerikas +++ Artikel + YouTube-Video +++

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Wurden Menschen vom Bigfoot entführt? Seltsame Geschichten rund um den Sasquatch Nordamerikas (Bilder: Gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Angebliche Entführungen durch seltsame Kreaturen in UFOs kennt die Grenzwissenschaft und UFO-Forschung schon lange: Die UFO-Entführungen. Mysteriöse Wesen, die meist als Aliens angesehen  werden, und die Menschen scheinbar seit Jahrhunderten wenn nicht Jahrtausenden entführen. Aber der angeblich existierende Bigfoot in Nordamerika, der Amerikanische Yeti – soll ebenso ein solcher Bösewicht sein. Auch dieses Wesen aus einer Art Mensch und Affe soll Menschen verschleppt haben. Zumindest behaupten das einige Menschen, denen das tatsächlich widerfahren sein soll. Entführungen durch einen Bigfoot – was soll man davon halten? Mehr dazu lest Ihr in diesem Artikel.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Alien-Entführungen einst und heute

UFO-Entführungen, bei denen angebliche Aliens Menschen in UFOs verschleppen, und Entführungen durch Bigfoots darf man pauschal erstmal nicht miteinander vergleichen.

Auch wenn Entführungen durch fremden Wesen in UFOs oder in die sogenannte Anderswelt in Märchen und Sagen grundsätzlich seit Jahrhunderten bezeugt sind, bleiben sie rätselhaft. Ob die Erzählungen der Folklore stimmen, dass Wesen wie Feen, Elfen oder Trolle Menschen an fremde und seltsame Orte entführt haben, weiß niemand. Ebenso kann niemand belegen, dass wirklich Aliens oder “Kleine Graue” Menschen in UFOs entführen.

Entführungen durch außerirdische Kreaturen sind selbst in der UFO-Forschung ein Streitthema. Echte handfeste Beweise für diese UFO-Entführungen hat in all den Jahrzehnten der Forschung noch nie jemand der wissenschaftlichen Community physisch und überprüfbar vorgelegt. Allerdings ist man sich natürlich dahingehen einig, dass diese Aliens planmäßig und bewusst handeln, wenn sie Menschen verschleppen. Eben da sie als intelligente Außerirdische angesehen werden.

Sofern die jeweiligen UFO-Forscher natürlich das Phänomen der Entführungen überhaupt für real ansehen, muss man hier ergänzen.

Anders hat es sich bei Entführungen durch einen Bigfoot, was ja schon allein in der Natur der Sache an sich liegt. Diese Lebewesen gehören auch in den Bereich Kryptozoologie. Also in jene Forschung der Biologie, die nach bis unbekannten oder als ausgestorben geltenden Tieren und Pflanzen sucht. UFO-Entführungen gehören hier natürlich zum Bereich UFO-Forschung.

Affenmenschen wie Bigfoot, Alma, Yeti, Sasquatch oder wie sie in den verschiedenen Teilen der Welt auch immer genannt werden, sind keine intelligenten Wesen. Zumindest keine, wie es die UFO-Aliens sein sollen. Also entführen diese Affenmenschen keine Personen planmäßig und zu einem bestimmten Zweck. Erstaunlich ist aber schon allein die Tatsache, dass sie es nach einigen Geschichten machen sollen.

Das behaupten zumindest Menschen, die nach eigenen Angaben Opfer eines solchen Bigfoot wurden (Beachtet dazu auch meinen Vortrag “Bizarr” vom Juli 2016 ab Minute 28:20 HIER bei YouTube).

Bigfoot-Entführung vor 100 Jahren?

Einer dieser Menschen, die mit eben einer solchen unfassbaren Geschichte einer Bigfoot-Entführung an die Öffentlichkeit traten, war der 1975 verstorbene Bauarbeiter Albert Ostman. Sicher bis heute das bekannteste Opfer.

Bereits im Jahre 1957 berichtete Ostman, dass er 1917 (oder nach anderen Angaben 1924) bei einem Urlaub in British Columbia (Kanada) nahe des Toba Inlet von einem Bigfoot entführt und zu seiner Sippe gebracht wurde. Ostman verbrachte seinen Urlaub damals damit, in diesem Gebiet nach Gold zu schürfen. Nach einer Weile jedoch bemerkte er, dass nachts aus seinem Lager Lebensmittel und Materialien verschwanden. Er schien nicht alleine in dieser einsamen Region zu sein.

Man könnte an einen diebischen Bären denken, doch eines nachts geschah dann nach Ostman das Unglaubliche:

An das Indianermärchen vom Sasquatch habe ich nicht geglaubt. Mitten im Schlaf wurde ich aufgerüttelt und ich versuchte gerade, nach meinem Dolch zu greifen, da riss mich ein Tier oder etwas Ähnliches gemeinsam mit meinem Schlafsack hoch und warf mich über die Schultern. Wir gingen durch wildes Berggebiet, bis das Ungeheuer mich fallen ließ.

Am nächsten Morgen umringte mich eine Schar von Zweibeinern, die wie eine Kreuzung aus Mensch und Gorilla aussahen. Sie waren am ganzen Körper behaarte, nur ihr Gesicht erschien haar- und bartlos. Sie hatten einen außerordentlich kräftigen Brustkorb und große Hände. Nach einigen Tagen Gefangenschaft konnte ich die Verwirrung ausnutzen, dass einer meine Schnupftabakdose verschluckte und daraufhin krank wurde, und verschwand.

Ostman schildert weiter, dass er auf dem Rückweg fünf Kilometer bis zur nächsten Siedlung benötigt habe.

In den Tagen bei der Familie der Bigfoots konnte er beobachten, dass die Tiere unter einem Felsvorsprung schliefen und sich mit Moos “zudeckten”. Außerdem will er erkannt haben, dass der “junge Bursche” der Sippe zwischen 11 und 18 Jahre alt war, über zwei Meter maß und sicher schon 130 Kilogramm wog. Das Muttertier war weit größer und sicher 250 Kilogramm schwer.

Eine unglaubliche Geschichte, für die Ostman nicht die Spur eines Beweises vorlegen konnte. Auch wenn ihn Freunde, Bekannte, Bigfoot-Forscher und Journalisten, wie etwa John Green, der Ostman 12 Jahre kannte, als aufrichtigen und ehrlichen Menschen bezeichnen, so ist es doch nur eine Geschichte. Dass er eine eidesstattliche Erklärung über den Wahrheitsgehalt seines Erlebnisses abgegeben hatte, ändert daran nicht sehr viel.

Was soll man also davon halten?

Im heutigen Zeitalter der jedem bekannten Gentechnik würde ein Bigfoot-Entführungsopfer sich sicher die Taschen voller genetischem Material des Bigfoot stopfen. Vor allem dann, wenn er wie Ostman in seiner Story “einige Tage” dort gefangen gehalten wurden.

Weitere Entführungen durch Bigfoots

Eine sonderbare Erfahrung dieser unheimlichen Art will aber auch eine 17 Jahre junge Indianerin gemacht haben. Ebenfalls in British Columbia. Bereits 50 Jahre vor Albert Ostman erzählte sie, dass ein Bigfoot sie verschleppte und zu seiner Sippe brachte. Viel bekannt ist über diese Indianerin allerdings nicht.

Ein dritter angeblicher Entführungsfalls, der erstaunlicher Weise ebenfalls wieder in British Columbia stattgefunden haben soll, mag hier noch zusammengefasst werden.

Im Jahr 1928 widerfuhr dem Indianer Muchalat Harry vom Stamm der Nootka etwas Seltsames: Er lebte damals als Trapper nahe den Wäldern um Vancouver Island als ihn eines Tages ein Affenmensch nur in seiner Unterwäsche aus dem Lager verschleppte. Nach einem mehrere Kilometer langen Marsch fand sich Harry dann in einer Gruppe von 20 Bigfoot wieder, die ihn alle neugierig beäugten.

Nachdem die Tiere später das Interesse an dem Indianer verloren hatten, konnte Harry wieder fliehen. Rund 20 Kilometer schlug er sich zurück zu seinem Trapperlager, von dem er nochmals fast 70 Kilometer mit dem Boot zurück in die Zivilisation benötigte. Vollkommen entkräftet, aufgelöst und von den Strapazen gezeichnet, schilderte er seinen Freunden, was er erlebt haben will.

Niemand konnte ihn jedoch dazu bewegen, nochmals zurück zu seinem Lager zu fahren um seine Habseligkeiten wiederzuholen, die er bei seiner Flucht einfach liegen lies.

Ohne Frage: Es sind sehr seltsame Geschichten aus dem Bereich der Kryptozoologie, die wir glauben können oder auch nicht. Beweise gibt es nicht; kein Stück Fell, kein Bigfoot-Kot oder Ähnliches. Auch die zahlreichen Bigfoot-Forscher von heute sehen derartige Schilderungen sehr skeptisch. Vor allem natürlich jene umfangreichen Erzählungen von Albert Ostman.

Der US-Skeptiker Joe Nickell vom “Skeptical Inquirer” meinte beispielsweise in der Ausgabe 1/2007, dass Ostman sein angebliches Erlebnis wohl “eher das Ergebnis der Vorstellungskraft als der Erinnerung” sei. Vor allem natürlich auch deshalb, da er erst 30 Jahre später damit quasi an die Öffentlichkeit ging.

YouTube-Video zum Thema vom 7. August 2015 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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Lars A. Fischinger

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Inschrift in Kanada gibt Rätsel auf: Waren Kelten aus Europa 1000 Jahre vor den Wikingern in Nordamerika?

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"Keltenkreuz": Erreichten die Kelten in Nordamerika? (Bild: L. A. Fischinger)
“Keltenkreuz”: Erreichten schon die Kelten in Nordamerika? (Bild: L. A. Fischinger)

Besuchten europäische Kelten als erste Menschen der “Alten Welt” Amerika? Der Kanadier Robert Burcher glaubt, dass Europäer über 1000 Jahre vor den Wikingern in Nordamerika den neuen Kontinent betraten. Eine Inschrift in Neufundland (Nordost-Kanada) deutet nach Burcher jedenfalls auf Entdecker aus dem legendären Königreich Tartessos hin. Der angeblich authentische Fund in Nordamerika weckt jedoch Zweifel in der Fachwelt.

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Watson Brake Rätsel um älteste Erdhügelanlage in Nordamerika

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Von Gisela Ermel aus Q’Phaze, Nr. 18, Kassel 2010

Reca Bamberg Jones wuchs auf in Louisiana, wo sie schon früh von zwei, drei Erdhügeln im nahen Wald erfuhr, die den Bewohnern der Region nahe Monroe bekannt waren als Beispiele für künstliche Mounds. Mehrmals besuchte sie die Örtlichkeit und begann, sich für die Vergangenheit ihrer Heimat zu interessieren. Als dann Anfang der 1980er Jahre Holzfäller anfingen, den Platz zu säubern und Bäume zu fällen, war auch Reca Jones immer wieder vor Ort, um nach “ihren Mound” zu schauen.

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“Panne” in der Archäologie: Ein angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (+ Videos)

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Panne in der Archäologie: Ein angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (Bild: Twitter/Aberdeenshire)
Panne in der Archäologie: Dieser angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (Bild: Twitter/Aberdeenshire)

Megalithanlagen wie Steinkreise, Dolmen, Menhire und andere monumentale Bauten aus der Urzeit der Menschheit ziehen viele Menschen in ihren Bann. Tonnenschwere Monolithen, die von Steinzeitmenschen zu noch immer rätselhaften Zwecken in vielen teilen der Welt errichtet wurden, wobei die sogenannten Megalithiker (Megalithkultur) in Europa besonders aktiv waren. Zum Beispiel auf den Britischen Inseln. Jetzt haben sich Archäologen bei einem Steinkreis in Schottland (kurzzeitig) in einen besonders groben “Schnitzer” erlaubt. Ein auf rund 3.000 Jahre geschätzter Steinkreis in Aberdeenshire stammt in Wahrheit aus den 1990ger Jahren und ist erst rund 20 – 25 Jahre alt! Wie es zu diesem archäologischen “Flop” kam, wie er aufgelöst wurde und warum man die Sache positiv sieht, lest Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Megalithiker, Mythen und Monolithen

Im gesamten Gebiet von Nord-West-Europa finden sich Jahrtausende alte Spuren einer lange vergessenen Welt. Zum Teil gewaltige Steine, die vor tausenden von Jahren von uns vollkommen fremden Menschen errichtet wurden, und die Forscher wie Laien bis heute vor zahllose Rätsel stellen. Überall errichteten sie Steinkreise, Hünengräber, Dolme oder einfach nur einzeln aufgerichtete Riesen-Steine (Menhire).

Solche Bauten finden sich in vielen Teilen der Welt und ähneln sich dabei zum Teil sehr. Ein weiterer Grund, warum diese teilweise 5.000, 7.000 und mehr Jahre alten Bauwerke der Megalithkultur – wie sie in Europa genannt wird – bei Archäologen unzählige Frage aufwerfen. Schriftliche Hinterlassenschaften der Erbauer existieren nicht. Ein einheitliches Volk, das über Jahrtausende hinweg solche Monumente der Steinzeit schuf, gab es nicht.

Zu welchem Zweck?

Auch einen Sinn und Nutzen lässt sich bei unzähligen dieser Werke nicht oder nicht immer erkennen.

Vor allen in den weltweit zu findenden Steinkreisen sehen die Forscher aber einen Sinn und Zweck. Also genaue jene Bauten, die eben vor allem aus Europa bekannt sind. Hier lassen sich astronomische Bezüge und Beobachtungspunkte nachweisen, was darauf hinweist, dass sie zumindest irgendwas mit dem Himmel/Firmament/Sternen zu tun hatten. “Kultbauten”, wie es die Forschung lapidar sagt. Ohne aber den eigentlich Kult dahinter wirklich erklären oder verstehen zu können.

Hünengräber und Dome sind nachweislich in weiten Teilen Grabanlagen gewesen. In grauer Vorzeit fanden hier Bestattungen statt, die Archäologen immer wieder ausgegraben haben. Warum solche Anlagen aber von Schottland über ganz Europa und den Nahen Osten bis nach Fernost und sogar Nordamerika erbaut wurden, wissen sie nicht.

Hundetausende große und kleine Steinkreise erbauten die frühen Europäer in der Steinzeit. Von diesen ist heute nur noch ein Bruchteil wirklich erhalten geblieben. Jahrtausende der Landwirtschaft, der Landgewinnung, der wilden Natur und 2.000 Jahre Christentum haben eine Vielzahl solcher Steinzeit-Bauten vernichtet. So erging es sämtlichen Megalithanlagen in Europa und nicht nur Steinkreisen.

Steinkreise in Nord-Schottland

Trotzdem haben sich einige davon bis heute erhalten. So auch im rauen Schottland, wo noch immer dieses Erbe der Giganten zu finden ist. Selbst auf den kargen und von Wind und Wetter gepeitschten Orkney-Inseln im hohen Norden vor der Küste Schottlands sind sie zu entdecken. Auch hier haben Menschen vor über 5.000 Jahren Megalithanlagen errichtet und Steinkreise aus gewaltigen Steinen erbaut. Zum Beispiel den Steinkreis “Ring of Brodgar” (um 2700 v. Chr.) sowie noch ältere Bauten.

Unter der Bezeichnung “Das Herz des neoliothischen Orkney” wurden diese Monumente 1999 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Das zeigt eindrücklich, dass selbst die wilden und einsamen schottischen Orkney-Inseln von der europäischen Megalithkultur besiedelt oder beeinflusst war.

Demnach ist es auch nicht verwunderlich, dass auf dem Festland der Britischen Inseln unzählige uralte Megalithanlagen zu finden sind. Nicht nur das Touristenziel Stonehenge im Süden Großbritanniens. So finden Forscher auch immer wieder dort Spuren dieser “Kathedralen der Steinzeit”, die ihnen zuvor entgangen waren.

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Der Steinkreis von Aberdeenshire: Eine Fälschung

Vor diesen Hintergründen muss man das sehen, was aktuell aus dem Ort Leochel-Cushnie in Aberdeenshire im Nordosten von Schottland berichtet wird. Denn dort wurde ein Steinkreis aus der Steinzeit mal eben an die 3.000 Jahre jünger datiert, als es die Experten zuvor annahmen. In Wahrheit haben nicht die rätselhaften Megalithkultur diese Anlage geschaffen, sondern ein lokaler Landwirt in den 1990ger Jahren.

Ereignet hat sich das übrigens nicht weit von dem “Europäischem Nazca” in Schottland, wo mutmaßlich bisher unbekannte “Bodenzeichnungen” existieren, wie ich es in diesem Video HIER Anfang 2018 berichtet habe.

Laut “BBC” am 21. Januar 2018 hat Adam Welfare vom schottischen “Historic Environment” und des “Aberdeenshire Council’s Archaeology Service” den Steinkreis ursprünglich als “echt” und damit Jahrtausende alt angesehen:

Eine Untersuchung der Stätte in der Gemeinde Leochel-Cushnie ergab, dass die Steine etwa 20 Jahre alt waren. Ursprünglich wurde angenommen, dass dort ein Steinkreis liegt.

So die “BBC” weiter. Dass jetzt der Steinkreis aus der Steinzeit in die Moderne undatiert wurde, “löste bei den Fachleuten Begeisterung aus”, heißt es dazu. Bei den neueren Untersuchungen der Steinanlage habe sich schließlich der ehemalige Besitzer des Landes gemeldet, auf dem der Kreis liegt. Ein Landwirt gab an, dass er selber den Kreis aus Monolithen Mitte der 1990er Jahre aufgestellt habe.

Nicht Jahrtausende sondern Jahrzehnte alt

In der offiziellen Meldung des “Aberdeenshire Council’s Archaeology Service” hieß es dazu:

Was als ein neu identifizierter Steinkreis angesehen wurde, der Tausende von Jahren alt war, erwies sich nach weiteren Untersuchungen als nur wenige Jahrzehnte alte Nachbildung.

Die Archäologen waren anfangs sehr erfreut über die Aufnahme eines weiteren Steinkreises zu den vielen, die bereits in Aberdeenshire identifiziert wurden.

Bei weiteren Untersuchungen des Ortes in der Gemeinde Leochel-Cushnie stellte sich jedoch heraus, dass es sich nur um eine etwa 20-jährige Nachbildung handelt.”

Gemeldet hat diese vermeintlich archäologische Stätte der aktuelle Besitzer des Landes und der Farm. Ungewöhnlich sei dieser Steinkreis den herbeigeeilten Forschern aber direkt vorgekommen, wie sie schreiben:

Bei der Aufnahme wurden einige ungewöhnliche Merkmale festgestellt. Darunter der kleine Durchmesser, die verhältnismäßig kleinen Steine ​​und das Fehlen eines offensichtlichen zugehörigen Steinhaufens oder Bordsteins.

Zwischen liegenden Steinkreisen gibt es jedoch große Unterschiede, so dass das Auffinden solcher Unterschiede anfangs kein Grund zur Besorgnis war.

Steine an sich lassen sich bekanntlich nicht datieren. Und da Steinkreise in Schottland bis zu 4.500 Jahre alt sind, schätze man diesen Fund vorerst ebenso alt ein. Hätte der Landwirt sich nicht gemeldet,  was wäre dann wohl aus dem Steinkreis von Leochel-Cushnie geworden …?

Aus Rückschlägen lernen

“Archäologisches Wissen verbessert sich ständig und reagiert auf neue Informationen und Erkenntnisse”, so die Experten aus Schottland in ihrer Pressemitteilung. Die hier genannten “neuen Informationen” waren die Aussagen des Erbauers der Anlage. So sei dieser Vorgang ein “Beispiel für eine gründliche archäologische Forschung, die es erlaubt, die frühe Interpretation abzulehnen”.

In der Tat brachen die Archäologen weitere Untersuchungen des Steinkreises aufgrund der neuen Informationen aus erster Hand ab. Informationen, die ein Forscher bei uralten und damit “echten” Steinkreisen natürlich niemals hat.

Neil Ackerman vom “Aberdeenshire Council’s Archaeology Service” sieht die ganze Angelegenheit positiv. Immerhin haben hier die Wissenschaftler – nach der Mekldung des Farmers – herausgefunden, dass es eine Fälschung der Moderne ist. So sagt Ackerman:

Dass ein regionaler Monumenttyp so genau kopiert wird, zeigt das lokale Wissen, die Wertschätzung und die Auseinandersetzung mit der Archäologie der Region durch die lokale Gemeinschaft.

Darum hofft er, dass man sich an dem Fake-Steinkreis in seiner fantastischen Lage und Landschaft dennoch weiterhin erfreut. Auch wenn es für ihn enttäuschend sei, dass die Anlage erst 20 bis 25 Jahre alt ist.

Datierungen mittels Feuerzeug …

Wirklich “reingefallen” sind die Wissenschaftler bzw. Archäologen in Schottland auf diesen Steinkreis allerdings nicht. Sie bekamen die Meldung über die Steinsetzung und datierten sie auf 3.000 oder mehr Jahre. Doch nur aufgrund ihrer Erfahrung mit eben solchen Bauwerken und durch Augenschein. Immerhin ist Schottland voll von diesen Megalithbauten.

Erst die weiteren Nachforschungen zeigten, dass der Fund aus der Neuzeit stammt. Zum Glück meldetet sich der Bauer, so dass die Untersuchung abgebrochen werden konnte. Wie hätten die Archäologen den Steinkreis wohl datiert, wenn sie mit Grabungen begonnen hätten? Etwa durch irgendwelche Funde, die dort zutage gekommen wären? Beispielsweise mittels C14-Datierung von zufällig dort liegenden Holzkohleresten eines Feuer, dass vor vielen tausend Jahren dort einmal brannte? Oder durch ein verlorenes Feuerzeug?

Damit aber nicht in vielen Jahren andere Archäologen über diesen Steinkreis stolper und ihn erforschen wollen, wurde auch er registriert. Neil Ackerman dazu:

Diese Art von Denkmälern ist bekanntermaßen schwer zu datieren. Aus diesem Grund nehmen wir alle modernen Nachbildungen antiker Monumente in unsere Unterlagen auf, falls sie später falsch identifiziert werden.

Ein sicherlich sehr wohl überlegter Schritt für die Zukunft der Archäologie (s. a. YouTube-Video HIER). Man denke zum Beispiel auch an die (Osterinsel-)Megalithen von Orrius in Spanien aus dem YouTube-Video HIER. Oder an die “versunkene Megalithkultur von New York” aus diesem Video HIER

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Video-Auswahl zum Thema auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

YouTube-Video vom 23. Sep. 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 31. Jan. 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 3. April 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 4. April 2017 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 28. Juli 2015 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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Lars A. Fischinger

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Oak Island, Kanadas legendäre Schatzinsel: Ein Insel-Besitzer hat seine Fundstücke online gestellt – die Hintergründe

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Die legendäre Schatzinsel Oak Island vor der Ostküste Kanadas: Ein Besitzer hat jetzt alle seine Fundstücke von der Schatzinsel ins Netz gestellt (Bilder: Google Earth / aus L. A. Fischinger "Historia Mystica" / Montage: Fischinger-Online)
Die legendäre Schatzinsel Oak Island vor der Ostküste Kanadas: Ein Besitzer hat jetzt alle seine Fundstücke von der Schatzinsel ins Netz gestellt (Bilder: Google Earth & L. A. Fischinger “Historia Mystica” 2009 / Montage: Fischinger-Online)

Denkt man an Schatzinseln, denkt man gleichzeitig an irgendwelche Piraten, die auf warmen Inseln irgendwo in der Karibik oder im Pazifik Truhen voller Gold und Edelsteine unter Palmen vergraben haben. Ganz anders als diese einsamen und “klassischen Schatzinseln” aus Film und Literatur ist es bei dem winzigen Eiland Oak Island. Diese Schatzinsel liegt im kalten Nord-Atlantik an der Ostküste Kanadas und ist alles andere als einsam und weit abgelegen. Und trotzdem suchen auf Oak Island seit Jahrhunderten Schatzsucher, Neugierige und ganze Bergungsgesellschaften nach einem mutmaßlichen Schatz. Zumindest nach einem dort verborgenen Geheimnis, von dem nicht mal klar ist, was und von wem dieses eigentlich stammt. Ein Landbesitzer der kleinen und geheimnisvollen Insel hat jetzt alle Fundstücke von seinem Grundstück dokumentiert und ins Netz gestellt. Für alle an dem Mythos von Oak Island Interessierte ein Glücksfall. Was es damit genau auf sich hat, die Hintergründe und Details erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Oak Island

Klein, kalt, öde und vollkommen unspektakulär. Nur eine Insel von insgesamt rund 350 weiteren Inseln in der Mahone Bay, die sich an der Ostküste von Nova Scotia, Kanada, befindet. Sie ist gerade einmal 1,3 Kilometer lang und rund 600 Meter breit udn liegt nur knapp 200 Meter vom Festland entfernt.

Mit diesen Worten könnte man die Insel Oak Island auf den ersten Blick treffend beschreiben. Wenn sie nicht schon vor Jahrhunderten zu einem Mythos geworden wäre, da seit 1795 dort nach einem Schatz oder einem vergrabenen Geheimnis gesucht wird. Eine Suche, an der seit dem tausende Menschen beteiligt waren, die unzählige Millionen Dollar kostete, mehre Todesopfer forderte, Bergungsfirmen in den Ruin stürzte und letztlich doch (fast) nichts brachte!

Auslöser des Mythos waren drei Freunde.

1795

Daniel McGinnis, John Smith und Anthony Vaughan erkundeten 1795 die Insel und stieße dabei auf eine Art von Senke im Boden. Irgendwie erschien sie den drei Männern künstlich angelegt, so als sei hier etwas vergraben worden. Ein Schatz! – so ihre erste Vermutung. Also begannen sie zu graben und stießen Meter für Meter weiter in das Innere von Oak Island vor. Sie waren sicher, dass sie einen von Menschenhand angelegten Schacht entdeckt haben, auf dessen Grund sich etwas Wertvolles verbergen müsse.

Gefunden haben die drei ersten Oak Island-Jäger keinen Schatz. Sie fanden keine unermesslichen Reichtümer oder irgendwas, das vor unbekannten Zeiten von unbekannten Menschen dort verborgen wurde. Sie gaben schließlich auf. Obwohl sie fest glaubten, dass sie hier ein Versteck gefunden haben.

Seit diesem Ereignis pilgerten unzählige Menschen auf die kleine Insel Oak Island. Es wurden Gesellschaften gegründet, Teams von Bergbauexperten zusammengestellte, Millionen Gelder besorgt, schwere Bohr- und Grabungsgeräte auf die Insel gebracht und Oak Island im Laufe der Jahre wortwörtlich durchlöchert. Am Ende sah die geschundene Insel aus wie ein Schweizer Käse und war in weiten Teilen vollkommen umgepflügt.

Schätze und Geheimnisse der Insel

Die Geschichte der Arbeiten und Suchen auf Oak Island ist seit 1795 zu einer unendliche Geschichte geworden. Ausnahmslos niemand der dort tätigen Schatzsucher und Gesellschaften hat je einen Schatz gefunden. Nicht die Spur eines wertvollen Versteckes brachte man nach über 220 Jahren ans Tageslicht. Was aber die emsigen Oak Island-Forscher immer wieder in den Jahrhunderten fanden waren Hinweise oder Indizien für ein dort verborgenes Geheimnis. Vielleicht eben sogar ein Schatz von enormen finanziellen Wert.

Immer wieder kamen Objekte oder angebliche Hinweise auf ein Versteck in der Landschaft oder Geologie der Insel hervor. Mal Objekte, die ganz real ausgegraben oder durch Bohrungen gefunden wurden, mal auch solche Spuren, die mittels Bodenradar und ähnlichen modernden Technologien aufgespürt wurden.

Dutzende Thesen, was hier in Wahrheit einst von wem auf Oak Island versteckt worden sein könnte, wurden in de letzten 200 Jahren vertreten. Quasi jeder Fund verleitet zu einer neuen Spekulation um das Mysterien der Insel. Fast jeder vermutet die angeblich existierenden geheimen Kammern udn Tunnel unter der Erde woanders. Andere glauben sogar alles sei nur Tarnung udn Ablenkung der Erbauer des Versteckes, da der wahre Schatz (oder was auch immer dort verborgen liegen mag) auf einer anderen Insel in diesem Gebiet liegt …

Thesen, Thesen, Thesen

Der Mythos von Oak Island fasziniert heute viele Menschen (mich eingeschlossen, z. B.  HIER & HIER). Irgendwer muss irgendwann hier irgendwas auf/in dieser winzigen Insel verborgen haben. Reichtümer finanzieller Art oder vielleicht sogar ein so brisantes Geheimnis, dass es dort für allezeit vor der Welt versteckt bleiben sein sollte.

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Ich selber habe in einige Veröffentlichungen, Büchern und Vorträgen immer mal wieder das Thema Oak Island aufgriffen und diskutiert. Unlängst ist es zu einer ganzen “Themen-Krake” herangewachsen, wenn man sich all die Spekulationen zu dieser Insel heute anschaut. Vermutungen, wer hier einst ein Versteckte anlegte oder was sich dort befinden könnte, sind zahllos:

  • Piraten der Karibik (vor allem Captain Kidd & Francis Drake)
  • Die Inka aus Peru
  • Außerirdische
  • Die Azteken aus Mexiko
  • Die Wikinger
  • Die Original-Manuskripte von Francis Bacon (Texte, die William Shakespeare zugeschrieben werden)
  • Die Tempelritter aus Europa
  • Britische Soldaten
  • Die Bundeslade aus dem Alten Testament
  • Der Heilige Gral
  • Der Schatz der Tempelritter / Templer
  • Ein Alien-Raumschiff
  • Lokale Indianerstämme (Micmac-Indianer)
  • Die Maya aus Mexiko
  • Die Phönizier aus dem Mittelmeerraum
  • Bewohner des versunkenen Atlantis
  • Irgendwelche Geheimbünde wie die Freimauer,  Illuminaten etc.
  • Die Manna-Maschine (ein Gerät, dass angeblich von Astronautengöttern den Hebräern beim biblisches Exodus übergeben wurde, und für diese bei ihrer Wanderung die Nahrung “Manna” produzierte . s. d. Video mit Erich von Däniken HIER)

Es wäre müßig die gesamte Geschichte von Oak Island an dieser Stelle darzulegen und zu diskutieren. Dafür ist sie zu umfangreich geworden. Wie auch die Spekulationen, was hier eigentlich versteckt ist. Und wann, von wem, warum und ob es überhaupt ein derartiges Geheimnis gibt. Denn in der Auflistung der Beispiele oben fehlt der Punkt, dass alles um Oak Island nur ein Märchen ist. Demnach seien alle “ungewöhnlichen Funde” entweder natürlichen Ursprungs, durch Stürme angeschwemmt und dann verschüttet worden, nur Zufall oder wurden irgendwann einmal von irgendeinem Besucher dort verloren.

Rick und Marty Lagina und Oak Island

Auf keinen Fall unerwähnt bleiben dürfen aber die beiden Brüder Rick und Marty Lagia und ihr Team. Die beiden unermüdlichen Oak Island-Forscher sind seit Kindertagen von der Insel fasziniert und erwarben bereits im Jahr 2006 große Anteile von Oak Island. Seit dem suchen die wohlhabenden Geschäftsleute mit allen heute nur erdenklichen Mitteln und Techniken nach dem Geheimnis von Oak Island.

Ihre Begeisterung nahm ihren Anfang, als sie 1965 in “Reader’s Digest” erstmals von der Insel und dem dortigen Versteck “Mony-Pit” (“Geld-Loch”) lasen.

Bei ihren Forschungen werden die beiden nicht nur von Forscherkollegen und Expertenteams unterschiedlicher Richtungen begleitet, sondern auch von dem US-TV-Sender “History Channel”. Anfang Januar 2014 startete dieser die Doku-Reihe “The Curse of Oak Island” rund um die Laginas und ihren Arbeiten auf dem Eiland. Aktuell läuft die TV-Reihe in der 6. Staffel mit etwa 30 Folgen. In diesem Internet-Forum HIER wird das Thema und die TV-Reihe übrigens sehr aufmerksam verfolgt und umfangreich diskutiert (dort vor allem die Beiträge des Users “s..zwerg05” beachten).

The Curse of Oak Island”

The Curse of Oak Island” mit Rick und Marty Lagia & Co. ist eine typische Doku-Reihe der USA. Spektakulär aufgemacht, gespickt mit vermeintlich sensationelle Entdeckungen und auf Sensation gedrillt. Das kennt man nur zu gut von entsprechenden UFO-Dokumentationen aus Amerika. Doch streicht man diese unvermeidlichen US-Doku-Beigaben (schließlich will der Sender die Serie auch verkaufen) heraus, bleibt eine überaus spannende TV-Reihe zum Thema. Bedenken sollte man auch, dass die Brüder beträchtliche Summen ihres Privatvermögens für ihre Leidenschaft investierten.

Kritiker der Sendung übersehen das sehr gerne.

Sie übersehe auch, dass der “History Channel” erst Jahre nachdem die Lagias auf Oak Island Land und Grabungslizenzen erworben dazu kam. Die enormen Kosten der Arbeiten für Mensch, Material und Maschine sind in “The Curse of Oak Island” unübersehbar. Wenn (davon ist auszugehen) die Familienväter finanziell vom “History Channel” unterstützt werden, ist dagegen nichts einzuwenden. Immerhin besser, als wenn es eines Tages heißt “entschuldigt, liebe Familie, wird sind pleite. Alles Geld wurde für unseren Kindheitstraum in Oak Island versenkt” …

Und je mehr Finanzmittel, je mehr kann gesucht und geforscht werden und je mehr Ergebnisse können der rätselhaften Insel entlockt werden. Auch wenn diese Resultate eben vor allem für Mystery-Jäger und an den Rätseln der Welt Interessierte spannend sind.

Artefakte von Oak Island im Internet

Einer der seine ganz eigenen Ergebnisse bzw. Fund  jetzt ins Netz stellte ist Robert Young. Young ist ein Grundstücksbesitzer auf Oak Island, der 1996 eine Parzelle der Insel kaufte. Damals herrschte eine Art von kalten Krieg auf der Insel,  da die Haupteigentümer Fred Nolan und Dan Blankenship einen erbitterten Streit um die Insel führten. Begonnen hatte dieser bereits 1983, als Nolan Land auf der Insel kaufte. Unbemerkt von der damals auf der Insel aktiven “Triton-Allianz” von Dan Blankenship, der bereits seit Ende der 60ger Jahre auf der Insel wohnte.

Von diesem Fred Nolan erwarb Young das Grundstück “Lot 5”. Bis heute darf er nicht den 1965 erbauten Fahrdamm zum Festland benutzen und muss das Boot nehmen. Trotz dieser Streitigkeiten hat aber auch Young auf seinem Grundstück im Laufe der Jahre diverse Funde gemacht. Da sein Land für die Brüder Lagina und dem “History Channel” natürlich tabu sind, präsentiert Young seine Entdeckungen auf einem anderen Weg. Auf seiner Webseite OakIslandlotfive.com, die er nach seinem Grundstück benannt hat.

Durch die Streitigkeiten auf der Insel bleibt Young auch nicht viel anderes übrigen, wenn er seine gefundenen Objekte präsentieren will. Denn in der aktuellen TV-Reihe “The Curse of Oak Island” ist von Young niemals die Rede. So, als existiere er gar nicht …

Das ändert natürlich nichts daran, dass er seit 1996 auf seinem Grund und Boden auch diverse Funde machte. Wie die kanadische Tageszeitung “The Chronicle Herald” am 10. Januar 2018 über Robert Youngs Funde berichtete, haben diese ihn selber überrascht:

Ich war überrascht, wie viel ich wahrheitsgemäß gefunden habe. Ich dachte, ich würde verbogene Taschenmesser oder was auch immer finden, aber es war einfach wunderbar. Von Tag zu Tag wusste ich nie, was ich finden würde.

Lot 5

Ergebnis sind rund 100 Fotos verschiedenster Fundobjekte von seinem Grundstück “Lot 5”, die Ihr HIER online sehen könnt. Alle diese Objekte – von Münzen bis verbogenem Metall – sind von ihm, so betont er, ganz legal ausgegraben worden. Seit 1998 besaß er eine “Treasure Trove License” für seien Parzelle 5 der Behörden im nahen Halifax. Das ist eine Art offizielle Schatzsucherlizenz, die Young auch auf seiner Internetseite als Pdf vollständig online gestellt hat.

Für Fans des Mythos um Oak Island sind diese zahlreichen Artefakte von der Insel mehr als spannend. Immerhin ist seit Jahren die einzige wirkliche Quelle für Funde aller Art und Unart die US-TV-Serie des “History Channel”. So zitiert “The Chronicle Herald” ihn auch mit den Worten:

Ich bin eine Ein-Mann-Operation. Und als ich diese Arbeit machte, hatte ich nicht einmal einen Computer, um auf das Internet zuzugreifen, also musste ich in die Innenstadt zur Bibliothek gehen und alles über Cricket-Abzeichen oder was auch immer herausfinden. (…)

Ich betrachte diese Website immer als eine Art Geschenk für die Menschen in Nova Scotia. Ein Dankeschön, dass sie mich hier leben lassen und ich in den Laden gehen kann, ohne meine Tür und dergleichen verschließen zu müssen Im Grunde sag ich, ich war hier, das ist, was ich getan habe, und jetzt müssen sie herausfinden, was das alles bedeutet.

Eine kleines Stück Schatzinsel

Gefunden hat Young alle Objekte nach seinen Angaben ausschließlich auf seinem kleinen Stückchen Oak Island im Nord-Westen der Insel. Weit weg von all den Arbeiten, Grabungen, Tätigkeiten, Bohrungen usw. der Brüder Lagina und ihren Teams, die sich hauptsächlich 700 oder mehr Meter von seinem Grund und Boden abspielen. Denn dort befindet sich das “Haupt-Suchgebiet”, da in dieser Ecke der angeblich ursprüngliche Versteck lag, das 1795 entdeckt wurde. Auch wenn natürlich auf der gesamten Insel gesucht, geforscht und gegraben wird.

Auf diesem Screenshot der Insel von Google Earth habe ich das einmal grauer eingezeichnet (zur Großsicht anklicken):

Oak Island - Aktuelle Übersicht mit dem Grundstück Lot 5 von R. S. Young (Bilder: Google Earth Sceenshot & oakislandlotfive.com / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Oak Island – Aktuelle Übersicht mit dem Grundstück Lot 5 von R. S. Young [Großansicht] (Bilder: Google Earth Sceenshot & oakislandlotfive.com / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Insgesamt ist Oak Island in 32 Lot unterteilt. Ganz unten rechts auf dem Google Earth-Bild findet sich Lot 32; ganz oben links Lot 1.

Die Lot 5-Funde

In “The Curse of Oak Island” des “History Channel” sind die Objekte von Young nicht zu sehen. Die genannten Unstimmigkeiten sind der Grund. Für Oak Island-Interessierte sind sie gerade deshalb interessant, da jede Neuigkeit wissbegierig aufgenommen wird. So hat auch die Lokalzeitung “The Chronicle Herald” vor wenigen Tagen die veröffentlichten Fotos der Lot 5-Funde Professor Jonathan Fowler von der Universität Saint Mary in Halifax gezeigt, und ihn um eine Stellungnahme gebeten:

“Ich würde sagen, auf den ersten Blick ist das Material, das wir hier betrachten, eine typische Kolonialzeit-Artefaktsammlung. Es gibt eine Reihe funktionaler Kategorien, von Küchengeräten, Bekleidungselementen und persönlichen Elementen. Es gibt dort einen Schlüssel, ich sehe ein oder zwei Fingerhüte, einen Kochtopf und einige Werkzeuge. Dies ist ziemlich normal. Nun, es gibt einige Dinge, die ein bisschen seltsam sind, zum Beispiel dieses Cricket-Abzeichen und solche Dinge Aber selbst das ist nicht untypisch (…) Es gibt Leute, die zurückkommen und dort Sachen fallen lassen.”

Professor Fowler ist weiter sicher, dass es “eine echte archäologische Geschichte zu Oak Island gibt, die sich von der abenteuerlicheren Erzählung der populären spekulativen Geschichte unterscheidet.” Aus diesem Grunde findet er die Online-Bildergalerie der Objekt “nützlich”.

Etwas wirklich Spektakuläres sucht der Betrachter unter diesen Artefakten vergeblich. Auch der Archäologie Dr. Jonathan Fowler sieht das so. Fowler selber ist von der Athropolischen Abteilung der Universität Saint Mary und unter anderem auf die Archäologie des Kolonialismus Nordamerikas spezialisiert. Damit sind Robert Young seine Fundstücke für einen Forscher wie ihn fraglos interessant aber alltägliche Artefakte. Zynische Oak Island-Skeptiker würden sie vielleicht sogar schlicht als Müll aus zwei Jahrhunderten bezeichnen …

Ein enttäuschter Oak Island-Besitzer?

Robert Young äußerte sich in dem Zeitungsartikel auch zu den aktuellen Vorgängen auf Oak Island rund um die Brüder Lagina. Er gehört nicht zu dessen Team und habe auch keine Einigung über die Nutzung des Fahrdamms zum Festland erzielen können, schreibt “The Chronicle Herald”. Mehr noch, Young glaubt, so heißt es weiter, “dass die beliebte Fernsehserie ‘Curse of Oak Island’ andere wie ihn und seine Funde zur Seite gestoßen haben könnte”.

Klingt hier Unmut angesichts des Erfolges der TV-Serie und der enormen zur Verfügung stehenden Mittel heraus? Meiner Meinung durchaus denkbar. Ebenso sagt Young selber, dass der seine Schatzsucherlizenz “Treasure Trove License” bereits im Jahr 2008 auslaufen lies. Er habe sie nicht verlängert, da die “damit verbundenen Bestimmungen dazu führen könnten, dass sein Eigentum als Special Place ausgewiesen” werden könnte. Aus diesem Grunde habe er sich zurückgezogen, da es ihm “das Risiko nicht wert” war.

Ferien auf Oak Island

Seine Parzelle nutze er nur noch als “Ferienobjekt” und Young sei “grundsätzlich zufrieden mit dieser Entscheidung“, die Lizenz nicht verlängert zu haben. Letztlich haben Rick und Marty Lagia mit ihren Arbeiten und der TV-Serie das ganze Thema Oak Island zerstört und missbraucht, meint Young:

Ich bin überhaupt nicht damit einverstanden, was in den letzten Jahren dort vor sich gegangen ist. Ich denke, sie haben die Insel irgendwie missbraucht. Mein ganzes Thema ist es, es so original wie möglich zu halten.

Sehr gut möglich, dass Young es heute bereut, dass er zwei Jahre nach dem Landkauf der Lagina-Brüder hat seine eigene Lizenz auslaufen lassen. Jetzt gehört ihm nur ein kleines Waldgrundstück, mit dem er eigentlich nichts anfangen und das er nur mit einem Boot erreichen kann. Während andere mit LKWs, Kranwagen, Baggern, Bohrmaschinen und Kettenfahrzeugen über den Damm anreisen und auf Oak Island herumfahren und lärmen.

Vielleicht ein Teil des “Fluch von Oak Island, von denen einige Menschen sprechen. Aber vielleicht ist die Veröffentlichung seiner Artefakte von Lot 5 ja ein Anfang für ein Entgegenkommen …

Was denkst DU über das Thema? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die Osterinsel möchte die von Thor Heyerdahl “gesammelten” archäologisch Artefakte von Norwegen zurück – und nicht nur die (plus Video)

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Die Osterinsel möchte die von Thor Heyerdahl "gesammelten" Objekte von Norwegen zurück (Bild: Fischinger-Online)
Die Osterinsel möchte die von Thor Heyerdahl “gesammelten” Objekte von Norwegen zurück (Bild: Fischinger-Online)

Die Museen der ganzen Welt sind voll mit Artefakten und archäologischen Objekten aus aller Herren Länder. Gesammelt – oder besser: eingesammelt – von den ersten Forschern der sich neu entwickelnden Wissenschaft der Archäologie, die sich vor allem im 18., 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts schamlos an fremden Ländern und deren Kulturen bedienten. Man denke an Ägypten, deren Relikte und Schätze die ersten Grabräuber-“Archäologen” Schiffsladungenweise nach Europa und in alle Welt schafften. Nicht viel anders war es auf der Osterinsel im Pazifik, die durch den Norweger Thor Heyerdahl berühmt wurde. Auch er schaffte archäologische Relikte und Funde von der Insel fort, die heute im weltbekannten “Kon-Tiki-Museum” in Oslo zu bestaunen sind. Doch jetzt möchte die Osterinsel ihr von Heyerdahl gesammeltes Eigentum von Norwegen zurück. Alles dazu erfahrt Ihr in diesem Posting und einem YouTube-Video aus dem “Kon-Tiki-Museum”. Aber auch, was sich hinter dieser scheinbar einfachen Bitte der Osterinsulaner für Abgründe auftun …


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Plündernde “Archäologen”

Wohl die wenigstens Besucher eines archäologischen oder ethnologischen Museums irgendwo auf der Welt fragen sich, woher eigentlich all die Ausstellungsobjekte ferner Länder kommen. Egal ob in Paris, Berlin, London oder New York: Museen sind voll von Diebesgut, das Hau-Ruck-Archäologen einst in der ganzen Welt zusammen klauten oder sich schenken ließen.

Auch den jeweiligen Museen hinterlassene Privatsammlungen gehören dazu. Sammlungen, die zum Teil beträchtlichen Umfang haben und selbst in kleinen Dorf-Museum zu finden sind (zum Beispiel in Waldenburg in Deutschland). Die Herkunft solcher Objekte ist dabei fast immer “unklar”, um es politisch korrekt auszudrücken. Auf den Punkt gebracht ist es jedoch so gut wie immer Raubgut.

Vor allem zu Beginn der heutigen Ägyptologie wurde es den ersten Raub-Archäologen aber auch mehr als leicht gemacht, an solche Stücke zu kommen. Ein regelrechter Wettbewerb im Land der Pharaonen entbrannte, wer im Auftrag seines Museums oder Landes die spektakulärsten Hinterlassenschaften “besorgen” konnte. Zum Teil konnte sogar bequem direkt aus dem Keller des Ägyptischen Museums heraus Artefakte, Mumien und Kunstgegenstände kaufen. Wenn nicht, dann nahm sich einfach, was man will.

Einige der ersten Entdecker sprengten sich übrigens einfach ihre Wege in diverse Altertümer frei. Selbst in der Cheops-Pyramide

Das begann schon mit der Eroberung Ägyptens durch Napoleon ab 1798. Beziehungsweise durch seine “Ägyptische Expedition” wurde Ägypten und alles, was aus dem Land stammt, in ganz Europa schick und populär. Der 250 Tonnen schwere und 23,5 Meter hohe Obelisk auf dem Place de la Concorde in Paris ist bis heute ein Zeugnis dieser Epoche, denn dort steht er erst seit 1836.

Eigentlich gehörte er dem weltberühmten und legendären Pharao Ramses II.,der ihn vor fast 3.200 Jahren an seinem Tempel in Luxor aufstellen ließ. Genau jenem Pharao, den das biblische Buch Exodus als Herrscher benennt, unter dessen Regierung die Israeliten unter Moses das Land verließen. Ali Pascha, damals Vizekönig von Ägypten, schenke den Ramses-Obelisken einfach dem französischen König. Auch wenn die Osmanen da schon längst die Franzosen aus Ägypten geworfen hatten.

Auf diese Weise plünderten Europäer und Nordamerikaner die alten Kulturländer wie eben Ägypten  aus. Aber auch Mittelamerika (Maya, Azteken etc.), Südamerika (Inkas etc.) oder auch Mesopotamien (Assyrer, Babylonier etc.). Das legendäre “Ischtar-Tor” von König Nebukadnezar II. (605 bis  562 vor Christus) aus Babylon, das heute im Pergamonmuseum in Berlin zu bestaunen ist, ist zum Beispiel kein Nachbau. Es ist das Original aus dem Irak, dass in Bruchstücken in an die 1.000 Kisten verpackt ab 1927 nach Berlin geschickt wurde. Mit Erlaubnis der Altertümerverwaltung des damaligen Osmanien in Istanbul.

König Nebukadnezar II. ist wiederum selbst eine Legende: Seine Truppen waren es, die 597 vor Christus Jerusalem und den heiligen Tempel zerstörten und die Bewohner in das babylonische Exil verschleppen. Dorthin, wo dann im laufe der Jahre das Alte Testament und die fünf Bücher Moses in ihrem Kern niedergeschrieben wurden. Aber vor allem ist seit dem die Bundeslade spurlos verschwunden, wie zum Beispiel in diesem YouTube-Video HIER erläutert.

Heute sind solche “Besorgungen” undenkbar!

Und doch ließe sich eine mehr als endlose Liste solcher erlaubten, gestohlenen, geschenkten und (damals) legal gekauften Objekte anführen. Große und kleine, schwere und leichte, kostbare und “wertlose”.

Thor Heyerdahl und die Osterinsel

Vor diesem Hintergrund und geschichtlichen Fakten muss man auch Thor Heyerdahl und seine Expeditionen ab 1947 zur Osterinsel (“Kapa Nui” bei den Einheimischen) sehen.

Auch wenn Heyerdahl Jahrzehnte und Jahrhunderte nach diesen ersten “Alles-Meins-Archäologen” lebte und arbeitete, nahm auch er unzählige Objekte von der Osterinsel (und anderswo) mit nach Norwegen. Nicht nur kleine Vasen oder irgendwelche Alltagsgegenstände, sondern er packe sogleich auch einige der weltweit bekannten Moai-Figuren ein. Jene menschlichen Statuen, von denen heute noch fast 900 auf der kleinen Insel verteilt stehen und liegen, und die der Insel ihren legendären Ruf einbrachten.

Eine steht übrigens auch im Britischen Museum in London. Dazu aber gleich mehr.

Alle diese von Heyerdahl seit seiner ersten Expedition mit dem Holzfloß “Kon Tiki” (s. z. B. HIER, HIER oder auch HIER) mitgenommenen “Andenken” befinden sich heute im “Kon-Tiki-Museum” in Oslo (s. Video unten). Ein zweifellos überaus beeindruckendes Museum, dass sich nicht nur der Osterinsel und Heyerdahl seiner ersten Expedition “Kon Tiki” von 1947 widmet, sondern allen Forschungen und Projektes von ihm.

Im Museum selber wimmelt es aber eben auch und vor allem an Artefakten und Objekten, die der norwegische Abenteurer auf der Osterinsel einsammelte. Inklusive Moai-Figuren als schwergewichtige Mitbringsel. Darunter sind gleichfalls auch überaus wertvolle da seltene Stücke wie Schrifttafeln mit der Schrift “Rongo Rongo”. Ebenso zahllose steinerne Schätze wie diese, die sich im Keller des “Kon-Tiki-Museum” befinden:

"Sammlerstücke" von Thor Heyerdahl im Keller des Kon-Tiki-Museum in Oslo (Bild: Fischinger-Online)
“Sammlerstücke” von Thor Heyerdahl im Keller des Kon-Tiki-Museum in Oslo (Bild: Fischinger-Online)

Chile und die Osterinsel bitten um Rückgabe!

Heute gehört die Osterinsel politisch zu Chile. Roberto Ampuero, Außenminister von Chile, erklärt laut einer “APA”-Meldung vom 2. November 2018, was sein Land bzw. die Osterinsel gerne alles von Norwegen zurück haben möchte:

Archäologische und ethnografische Stücke, Skulpturen, genetisches Material sowie eine große Anzahl Fotos aus den 1950er Jahren.

Demnach eigentlich – alles.

Übrigens auch von den Briten, denn die im Britschen Museum befindliche Moai-Statue möchte Chile auch zurück. Sie trägt heute den Namen “Hoa Hakananai’a”, was soviel wie “verlorener” oder “gestohlener Freund” bedeutet. Obwohl sie mit nur 2,42 Metern Höhe und einem Durchmesser von nur 47 Zentimetern recht klein ist, ist sie aufgrund von eingeritzten “Vogel-Männern” und anderen Abbildungen auf der Rückseite eine Besonderheit unter den einst fast 1.000 Moai. Zeugnis der “Vogel-Mann-Religion” (“tangata manu”) auf der einsamsten Insel der Welt, wie die Osterinsel gern genannt wird.

“Hoa Hakananai’a” ist auch eines jener fragwürdigen “archäologischen Souvenirs” aus dem 19. Jahrhundert. Eine britischen Osterinsel-Expedition nahm sie 1868 als Geschenk für Königin Victoria mit, die sie ein Jahr später dem Britischen Museum überließ.

“Hoa Hakananai’a”

Für die Osterinsulaner ist der Moai in London durch seine direkte Verbindung zum einstigen “Vogel-Mann-Kult” spirituell und historisch sehr bedeutsam. Schon länger hätten sie ihr kulturelles Erde vom Britischen Museum zurück. So zitiert zum Beispiel der britische “The Telegraph” bereits am 8. August 2018 eine Museumssprecherin mit den Worten:

Wir haben hier im British Museum keinen offiziellen Antrag auf Rückgabe der Statue auf die Osterinsel erhalten.

Laut “APA” hat sich das nun geändert. Wobei das Museum in London das einstige Geschenk von Königin Victoria in einen etwas anderem Licht sieht, wie “The Telegraph” im August zitierte:

Die Moai-Skulptur, die wir im Museum haben, ist für die sechs Millionen Menschen, die jedes Jahr durch unsere Türen gehen, permanent ausgestellt. Wir glauben, dass es von großem öffentlichen Nutzen ist, sie für alle Menschen hier zu sehen und zu schätzen.

Wir glauben auch, dass es wichtig ist, die Geschichte der indigenen Gemeinschaft der Osterinseln im Britischen Museum darzustellen.

Wer möchte schon ein beliebtes bzw. so besonderes Museums-Stück freiwillig wieder abgeben? Vor Ort ist “Hoa Hakananai’a” als Blickfang für die Millionen Touristen des Museums in Szene gesetzte.

Übrigens auch der weltberühmte und archäologisch kaum zu bedeutend einzustufende “Stein von Rosette”, mit dem es einst gelang, die ägyptischen Hieroglyphen zu übersetzten. Mitgebracht als “Andenken” von Napoleon aus Ägypten, wo er am 15. Juli 1799 gefunden wurde und heute das Glanzstück des Museum. Als wertvollstes Objekt des Museum steht es im Eingangsbereich fast schon im Weg und ist als Motiv auf zahllosen Dingen im Museums-Shop zu kaufen. Vom Maus-Pad für den PC bis zu kleinen Kopien für die Wohnzimmerwand.

In Ägypten selber steht am Fundort des Stein bei Rashid ein Denkmal mit einer Kopie …

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Verhandlungen …

In seiner Funktion als Außenminister von Chile hat sich Roberto Ampuero bereits mit seiner norwegischen Amtskollegin Ine Eriksen Soreide getroffen, um die Rückführung der Objekte aus dem “Kon-Tiki-Museum” zu besprechen. Es hieß hierzu, dass das Museum in Oslo dazu durchaus auch bereit wäre. Wobei es fraglos noch zahlreicher weiterer Verhandlungen bedarf, bis Norwegen das kulturelle Erde der Insulaner wieder abgeben wird. Sollten sie es letztlich denn auch tun.

Sicher wird auch das “Kon-Tiki-Museum” nicht gerne Highlights ihrer Dauerausstellung zurück geben wollen. Zum Beispiel die beiden großen ausgestellten Original-Moai. Tarita Alarcon, Gouverneurin der Osterinsel, “trifft sich in zwei Wochen mit dem Direktor des Kon-Tiki-Museums, Martin Biehl, um ihn um die Rückgabe der Kollektion zu bitten”, heißt es in der aktuellen Meldung.

Felipe Ward wiederum, Minister für Nationalgüter von Chile, wird die Rückgabe der in London stehenden Moai “Hoa Hakananai’a” in Angriff nehmen. Am 15. November wird er deshalb nach Großbritannien reisen, um mit dem Britischen Museum “die Verhandlungen aufzunehmen”. Leicht sind solche Verhandlungen entgegen aller menschlichen Logik ganz und gar nicht. Man denke an die gigantischen Goldmengen und Schätze, die die Spanier bei ihrer Eroberung Südamerikas raubten.

“Wie die Affen”

Zum Beispiel ein Fall von 2007:

Da wurde von der US-Firma “Odyssey” in einem 200 Jahre alten spanischen Schiffswrack ein Schatz von 23 Tonnen(!) Gold, Silber und anderen Kostbarkeiten im Atlantik gefunden. Was folgte war ein Rechtsstreit, wem die Kostbarkeiten im Wert von ca. 380 Millionen Euro jetzt gehören…den Spaniern oder der Bergungsgesellschaft. Recht bekamen die Spanier vor einem US-Gericht und wessen Antrag erst gar nicht zur Debatte stand, war jener der Peruaner. Das Gold und Silber stammte nämlich ursprünglich aus ihrem Land und war Eigentum ihrer Vorfahren.

Es wurde von den Spaniern, dessen Kolonie Peru damals war, von den Inka und anderen Kulturen Perus brutal geraubt. Wer sein Gold in Peru und anderswo den Spaniern nicht freiwillig schenkte, der wurde gefoltert, verbrannt, zerstückelt, geköpft, massakriert, versklavt oder direkt ermordet. Nach solchen Argumenten und “netten Bitten” der christlichen Europäer schenkten die Inka ihnen natürlich “gerne” ihre heiligen Schätze.

Bei den Azteken in Mexiko war es im 16. Jahrhundert exakt dasselbe. “Wie die Affen”, so eine zeitgenössische Chronik wörtlich (mehr HIER), rafften die spanischen Eroberer selbst dann noch Gold zusammen, wenn sie vor den Azteken um ihr Leben rennen mussten. Unglaublich. Das Kulturgut des Volkes der Inka & Co. wurde daraufhin eingeschmolzen, in Münzen und Barren gegossen und nach Europa verschifft. Ganz zur Freude des spanisches Königshauses. Peru ging 2007 trotzdem leer aus …

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Kon-Tiki und die Seefahrt vor Jahrtausenden: Zu Besuch im Thor Heyerdahl Museum in Oslo - YouTube-Video auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

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Lars A. Fischinger

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Falsch datiert und interpretiert: Archäologen identifizieren eine riesige Pyramide in China – und verdoppeln fast ihr Alter

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Archäologen identifizieren eine riesige Pyramide in China - und verdoppeln ihr ursprünglich geschätztes Alter (Bild: Z. Sun & J. Shao)
Archäologen haben in China eine riesige Stufenpyramide identifiziert, die sie zuvor für einen Teil der chinesischen Mauer hielten – in Wahrheit ist das Bauwerk viel älter (Bild: Z. Sun & J. Shao)

Pyramiden in China sind in der westlichen Welt inzwischen lange bekannt. Wo zuvor noch Gerüchte und Spekulationen über chinesische Pyramiden kursierten, liegen heute viele Antworten dazu vor. Doch auch weiterhin sind die Pyramiden im Reich der Mitte von Geheimnissen und offene Fragen umweht, die Archäologen erst nach und nach ans Licht bringen. So auch bei aktuellen Ausgrabungen  unweit der nordchinesichen Stadt Shimao, wo Forscher jetzt eine 4.300 Jahre alte Stufenpyramide identifiziert haben. Über 40 Jahre lang haben Archäologen das Bauwerk falsch datiert und interpretiert, so dass sie jetzt von einer archäologischen Sensation sprechen. Warum, dass erfahrt Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Pyramiden in China

In Ägypten als “Land der Pyramiden” finden sich rund 100 solcher Monumente der Geschichte im ganzen Land verteilt. Uralte Steinbauten, die Ägyptologen ein Alter von fast 5.000 Jahren zuschreiben und die in der ganzen Welt bekannt sind.

China ist in Sachen Pyramiden aber eher ein weißer Fleck auf der Landkarte. Zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung, denn dort stehen nicht weniger Pyramiden als im “Land der Pyramiden” am Nil. Die genaue Anzahl der chinesischen Pyramiden ist heute (noch) unbekannt, wobei einige jedoch davon sprechen, das er dort mehr solcher Bauten als in Ägypten geben könnte.

Geschichtlich, archäologisch und natürlich auch grenzwissenschaftlich interessierte Menschen kennen die Pyramiden von China durchaus. Sie unterscheiden sich allerdings von ihren ägyptischen Verwandten zum Teil gewaltig. Schon beim Baumaterial beginnt dieser Unterschied, da in China solche Monumente aus Erde, Geröll und Schutt errichtet wurden. Nicht wie in Ägypten aus massiven Steinblöcken. Chinesischen Pyramiden sind damit Erd-Pyramiden, die einst Herrscher und der Oberschicht als Grabanlagen dienten.

Pyramiden in China sind auch kleiner als Pyramiden in Ägypten oder auch Mittelamerika. Und sie sind zum größten Teil längst nicht so alt wie die steinernen Monumente am Nil.

All das nimmt den chinesischen Pyramiden aber nicht ihre Faszination und ihre Geheimnisse. Das zeigen die jüngst veröffentlichten Forschungen von chinesischen Wissenschaftlern der “Zhengzhou University”, des “Shaanxi Provincial Institute of Archaeology” (Xian) und dem “Department of Anthropology” (Los Angeles, USA).

Eine riesige Pyramide aus der Steinzeit

Die Forscher Li Jaang, Zhouyong Sun, Jing Shao und Min Li veröffentlichten am 22. August in dem Fachmagazin “Antiquity” (Vol. 92, Issue 364) die neuesten Ergebnisse ihrer Ausgrabungen bei der Stadt Shimao. Sie liegt rund 500 Kilometer westlich der Hauptstadt Peking in der Provinz Shaanxi und wurde bereits 1976 entdeckt. Doch bisher immer falsch eingeschätzt, wie die Forscher in “Antiquity” berichten.

Bisher gingen die chinesischen Archäologen immer davon aus, dass die Ruinen und die Pyramide von Shimao einstmals Teil der weltberühmten chinesischen Mauer waren. Selbst nach Ausgrabungen im Jahr 2011 ging man von dieser Annahme aus. Baubeginn der großem Mauer von China war etwa vor 2.700 Jahren, wobei es “die Mauer” nicht gibt. Zahlreiche Herrscher haben über lange Zeitträume an der Mauer gearbeitet und immer wieder Teile und weitere Mauern hinzugefügt.

Shimao und die dortigen Ruinen galten als Teil dieser Bauten.

Jetzt revidieren die Wissenschaftler um Li Jaang diese Annahmen und Datierungen. Vielmehr handelt es ich hier um eine gewaltige Stufenpyramide mit 11 Plattformen, die bereits zum Ende der Steinzeit bzw. Anfang der Bronzezeit erbaut worden sein muss. Die neue Datierung spricht der Pyramide ein Alter von 4.300 Jahre zu, und macht sie damit mindestens 1.600 älter.

Auch die Größe der chinesischen Pyramide ist beeindruckend: Einst war sie stolze 70 Meter hoch und hatte eine Kantenlänge von einem halben Kilometer. Ein halbes Jahrtausend, von ca. 2.300 bis 1.800 vor Christus war sie sogar das Zentrum einer gewaltigen Metropole aus der Frühzeit Chinas. Rund vier Quadratkilometer habe dieses kulturelle Zentrum in der Blütezeit umfasst. Damit wäre sie eine der größten Städte der damaligen Welt gewesen.

Geschützt wurden dessen Bewohner von einer doppelten Stadtmauer.

Muss die Geschichte Chinas umgeschrieben werden?

Wie andere Pyramiden in China auch, so besteht auch die Pyramide von Shimao aus gestampfter Erde. Hier jedoch mit dem Unterschied, dass sie aus insgesamt 11 Stufen besteht, die ihre Erbauer vor Jahrtausenden mit steinernen Stützpfeilern befestigten. Vielleicht, so vermuten Li Jaang und sein Team, sei es Teil eines religiösen Zentrums gewesen.

Dafür sprechen nach Angaben der Forscher unzählige Darstellungen von Augen-Symbolen, Mensch-Tier-Wesen und mehr auf den Pfeilern der Pyramide. Gleichfalls haben sie eine Vielzahl von menschlichen Schädeln gefunden, die offenbar abgeschlagen wurden. Vielleicht sind sie die grausigen Spuren von Menschenopfern an, auf oder um die Pyramide von Shimao, vermuten Jaang und seine Co-Autoren.

Weiter glauben die Forscher anhand der Befunde, dass auf der Pyramide die Herrscherkasten des Ortes oder sogar der ganzen Region wohnten. Spuren von Bauten (Palästen) und anderen architektonischen Spuren seien Belege für diese Vermutung. Selbst Wasserreservoirs konnten auf der Stufenpyramide gefunden werden.

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Ungewöhnlich ist das nicht. Allerdings sind Pyramidenbauten, auf denen Herrscher oder Priesterkönige ihre Paläste errichteten, eher aus anderen Teilen der Welt bekannt. Etwa aus dem alten Peru oder auch von den Indianern der heutigen USA, die die sogenannte “Mississippi-Kultur” mit ihren pyramidenförmigen Bauten schufen. Solche süd- und nordamerikanische “Herrscher-Pyramiden” sind im Vergleich zu Shimao zum Teile jedoch wesentlich jünger. Vor allem jene der “Mississippi-Kultur”.

Obwohl die mysteriöse Stufenpyramide von Shimao heute eher ein trauriger Anblick ist, sorgen die Arbeiten von Jaang und seinem Team in Archäologen-Kreisen für Diskussionen. Vor allem natürlich in China selber, da die jüngsten Entdeckungen eine andere Entwicklungen des alten China vermuten lassen. Bis dato wurde das heutige Zentral-China als Ursprungsgebiet der chinesischen Kultur angesehen. Jetzt belegen die Arbeiten der Archäologen, dass bereits zu Beginn der Bronzezeit im Gebiet um Shimao eine komplexe wie auch große ausgedehnte Kultur existierte.

Diese Gesellschaft in Nordchina könnte nach Meinung der Forscher durchaus der Kern und Ausgangspunkt der chinesischen Zivilisation gewesen sein.

Auch die heute bekannten aufgeschütteten Pyramiden im Reich der Mitte sind allesamt wesentlich jünger als die Stufenpyramide vom Shimao. Beispielsweise die überaus zahlreichen Erdpyramide um die Stadt Xian, die vor allem auch in der Welt der Grenzwissenschaft und Mystery Files weithin sehr bekannt sind. Diese Monumente sind gerade mal um die 2.000 Jahr alt. Andere sogar nur knapp über 1.000 Jahre (Tang-Dynastie).

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Lars A. Fischinger

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Gen-Analyse: Die Alien-Mumie “Ata” aus Chile ist ein Mensch! Doch niemand spricht von dem verschollenen Bruder aus Peru

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Der "Mini-Alien" aus Chile - und sein verschollener Bruder (Bilder: A. Kramer / ripleys.com / Montage: Fischinger-Online)
“Ata”, der “Mini-Alien” aus Chile – und sein verschollener Bruder (Bilder: A. Kramer / R. Ripley / Montage: Fischinger-Online)

Angebliche “Alien-Mumien“, “Monster-Kadaver” und “Alien-Leichen” gibt es immer wieder in der Grenzwissenschaft und UFO-Forschung. Sie wird es auch immer wieder geben. Gelegentlich schaffen es einige von diesen  seltsamen Leichen auch in die Mainstream- und Boulevardpresse. So auch eine winzige Mumie, die vor rund 15 Jahren in Chile in Südamerika gefunden wurde und über die ich in den letzten zehn Jahren bereits vielfach berichtet habe. Bekannt wurde die kleine Mumie mit dem Namen “Ata” aber erst ab 2012 durch Steven Greer, der den Geheimnissen der vermeintlichen Alien-Mumie medienwirksam auf den Grund gehen wollte. In der Mystery-Community ein viel diskutiertes Thema. Jetzt jedoch hat es “Ata” erneut in die Schlagzeilen geschafft, da Gen-Untersuchungen seine rein irdische Herkunft aufdeckten. Was aber bei alle den Kontroversen um die “Alien-Leiche” bisher übersehen wurde, ist die Tatsache, dass bereits vor ca. 85 Jahren ein Bruder von “Ata” in Südamerika gefunden wurde. Grund genug, diesen “Bruder” an dieser Stelle erneut ins Gedächtnis zu rufen, und seine Geschichte zu erzählen, wie Ihr es hier lesen könnt.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

“Ata”, die zwergenhafte Alien-Mumie aus Chile

Die Diskussion über die seltsame Mumie “Ata” aus der Atacama-Wüste in Chile, die Dr. Steven Greer in seinem Doku-Film “SIRIUS”  genetisch untersuchen ließ, zieht sich schon einige Jahre dahin. Auch ich habe über diese nur rund 7 Zentimeter kleine “Alien-Leiche” an verschiedenen Stelle schon ab 2002 berichtet (s. z. B. HIER, HIER, HIER und HIER ). Gleichzeit war sie mit anderen sonderbaren Mumien und Leichen aus aller Welt 2010 Thema in einem Buch von mir.

Warum ist nachvollziehbar: Derartige Funde sind für grenzwissenschaftlich Interesse immer spannend, vor allem wenn sie in den Medien ein großes Echo erfahren. Auch wenn bisher nie wirklich irgendwas handfestes dabei heraus kam.

Heraus kam aber jetzt, dass die Mini-Mumie “Ata” aus Südamerika durch und durch ein Mensch ist. Das haben genetische Untersuchungen und Analysen ergeben, von denen in der letzten Woche weltweit berichtet wurde. Erstaunlich viele Meldungen dazu erschienen in der Mainstreampresse. Von “etablierten Medien” bis zur Regenbogenpresse schienen sich die Redaktionen geradezu zu überschlagen, um über diese Ergebnisse der Gen-Untersuchungen zu berichten.

Heute, wo quasi jeder seltsame Leichnam oder Kadaver sogleich ein Außerirdischer oder ein Monster wie der Ziegensauger sein soll, war das mediale Interesse an “Ata” der letzten Tage/Wochen schon verwunderlich. Selbst die unsäglichen Machenschaften um die “Alien-Mumien aus Nazca in Peru” kommen da kaum hinterher ..

Ob die Spekulationen um “Ata” damit beendet sind, steht auf einem anderen Blatt der Grenzwissenschaft und Mystery Files.

“Ata” hat einen Bruder aus Peru!

Am 27. Mai 2013 fragte ich ich in einem Artikel auf diesem Blog, ob der “Atacama Humanoid ‘Ata’ einen Bruder hat”. Denn ebenfalls aus Südamerika, und zwar in Peru, wurde bereits vor rund 85 Jahren eine andere Mumie gefunden, die fraglos große Ähnlichkeiten mit der winzigen Mumie des “Ata” hat. Ihr Name: “Atta-Boy”.

Mystery Files Gerüchteküche, Folge #3: Mini Alien Mumien und UFOs in Peru gefunden? (Bild: gemeinfrei / L. A. Fischinger)
VIDEO: Mystery Files Gerüchteküche, Folge #3: Mini Alien Mumien und UFOs in Peru gefunden? (Bild: gemeinfrei / Fischinger-Online)

Zum Beispiel berichtet der Autor Neal Thompson in seinem 2013 erscheinenden Buch “A Curious Man” von dieser winzigen Mumie, die “Ata” so ähnlich sieht (s. Titelbild). Dieser Bruder der winzigen Mumie “Ata” trägt den schon sehr ähnlich klingenden Namen “Atta Boy” und stammt sogar grob aus der gleichen Region. Der Zwerg “Atta Boy” soll jedoch aus Bolivien oder Peru stammen, also nördlich von Chile, der Heimat von “Ata”.

Finder bzw. Besitzer dieser “Alien-Leiche” war der 1949 verstorbenen Reporter, Cartoon-Zeichner und Globetrotter Robert Ripley aus Kalifornien. LeRoy Robert Ripley war schon zu Lebzeiten eine Art Legende, was seltsame Artefakte, Geschichten und Objekte angeht. Er sammelte vor allen in den 1920ger und 30ger Jahren zahlreiche Kuriositäten, die er ab 1933 in einem eigenen Museum der Kuriositäten in Chicago ausstellte. Weitere solcher Ausstellungen folgten.

“Glaube es, oder nicht!”

Gelang es Ripley nicht, eines der von ihm irgendwo in der Welt gefundenen Kuriosa mitnehmen zu können, zeichnete er von diesen Comics und stellte sie in Radioshows vor. “Ripley’s Believe It or Not!” nannte er diese Veröffentlichungen, mit denen er schon 1918 in New York begann. Die TV-Serie „Ripleys unglaubliche Welt“, die hier in Deutschland zum Beispiel einst auf RTL2 lief, beruht darauf.

Und genau unter diesen Sammlungen des Kuriosen und Phantastischen aus der ganze Welt befand sich auch der Bruder der Mumie “Ata” aus Chile. Thompson berichtet zum Beispiel, dass Ripley zeitlebens „fasziniert von der Miniaturisierung von menschlichen Formen“ war. Etwa „in den Kulturen, wo das Schrumpfen von Köpfen praktiziert wurde“. Eben die bekannten „Schrumpfköpfe”, die bis heute in vielen Museen rund um die Erde verstreut zu sehen sind.

Offen sei, so Thompson weiter, ob diese Mumie ein auf diese Art geschrumpfter Fötus oder sogar ein bereits geborener Mensch sei. Wobei man aber auch bedenken muss, dass sich “Schrumpfköpfe” aus dem Gebiet des Amazons im 19. und 20. Jahrhundert in der westlichen Welt einer makaberen Beliebtheit erfreuten. Reisende und Seeleuten kauften sie genau so, wie Museen für Völkerkunde in Nordamerika oder Europa.

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Das hatte zur Folge, dass solche gruseligen Schädel auch absichtlich gefälscht wurden. Gefälscht in dem Sinne, dass man schlicht und einfach Menschen nur deshalb ermordete, um ihre Köpfe zu schrumpfen und dann zu verkaufen. Selbst Europäer in Südamerika waren davor nicht sicher, dass sie als derartige “Kopf-Souvenir” enden. Mit dem ursprünglichen religiösen Brauch dieser Kopftrophäen von einigen Stämmen im Amazonas hatte das nichts mehr zu tun.

Ist auch der “Atta Boy” von Ripley ein solche bizarre “Schrumpf-Mumie”?

Der geschrumpfte “Atta Boy”: Kein Alien

„Es scheint mir eher ein mumifizierter Fötus zu sein, als ein geschrumpften Körper“, glaubt Edward Meyer, der Vizepräsident der Exponate des Sonderbaren und des Ripley-Archiv. „Nachdem wir tatsächliche geschrumpfte Körper gesehen haben“, so Meyer, “sieht dies sehr, sehr unterschiedlich aus”.“

800 Mio. Jahre alte Mumie in Sibirien gefunden? Eine Spurensuche (Bild: W. Da-Gang)
VIDEO: 800 Mio. Jahre alte Mumie in Sibirien gefunden? Eine Spurensuche (Bild: W. Da-Gang)

Auch seien ihm selber nur drei Fälle bekannt, wo der ganzer Körper eines Menschen geschrumpft wurde. Meyer vermutet, dass jemand einem Deutschen Arzt die Technik der Schrumpfköpfe zeigte, und dieser es dann an einem Fötus ausprobierte …

Die Ähnlichkeit mit der Mumie des “Ata” aus Chile ist schon erstaunlich. Der Zwerg aus Chile wurde immer wieder in den letzten zehn Jahren als “Alien-Mumie” angesehen und hitzig diskutiert. Bei seinem Bruder dem “Atta Boy” ist es eigentlich nicht der Fall. “Ata”, der seinen Namen von der Atacama-Wüste in Chile hat, liegt bekanntlich bis heute vor. Sein Bruder aus dem Besitz von Ripley ist aber spurlos verschollen.

Ob sie ein Deutscher Arzt anfertigte, ist reine Spekulation. Aber schon Ripley selber hat 1931 und 1933 bei der Präsentation seiner Mini-Mumie für Widersprüche gesorgt. So zeichnete er am 8. März 1931 einen Cartoon des “Atta Boy” und nannte es “das bolivianische Baby”, das “geschrumpft und mumifiziert” wurde. Nur 6,5 Inch (ca. 16,5 Zentimeter) groß sei die Mumie, so Ripley 1931.

1933 sah das dann etwas anders aus. Bei der Eröffnung des Kuriositäten-Museums in Chicago entstanden 3 Fotos von Robert Ripley mit dem “Atta-Boy”, von dem eines handschriftlich von ihm beschriftet wurde. Darauf steht, dass die Herkunft der Schrumpf-Mumie sei “Jivaro – Peru”. Kein Wort mehr von Bolivien, wie auf der Zeichnung von 1931, die übrigens die Mumie mit Haaren und einem Lendenschurz zeigt.

“Jivaro” ist allerdings kein Ort in Peru, sondern die Bezeichnung eines Indianer-Volkes, die diesen Namen den spanischen Eroberern verdanken. Eigentlich sind es vier unterschiedliche Stämme aus dem Gebiet des Flusses Marañón in Peru und Ecuador, die man “Jivaroan Leute” nennt. Und diese indigenen Stämme der Shuar, Achuar, Humabisa und Aguaruna waren – Kopfjäger, die Schrumpfköpfe anfertigten!

Angesicht der mutmaßlichen Herkunft des “Atta Boy” bei den “Jivaroan Leuten” in Südamerika, wird wohl die Beschreibung von Ribley als “geschrumpft und mumifiziert” zutreffen. Kein Alien, wie eben auch “Ata” aus Chile, wie wir jetzt wissen.-

Verschollen – oder identisch?

ARTIKEL: Dr. Steven Greer, die angebliche Alien-Mumie “Ata” aus der Wüste von Chile und das UFO-Filmprojekt “Sirius” (Bild: A. Kramer / Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Dr. Steven Greer, die angebliche Alien-Mumie “Ata” aus der Wüste von Chile (Bild: A. Kramer / Montage: Fischinger-Online)

Der „Atta Boy“ ist heute verschollen – wohl in irgendeiner privaten Sammlung verborgen. Nur die Fotos von 1933 aus Chicago existieren. Die Mumie selber sei der „persönliche heilige Gral“ von Edward Meyer, wie er sagt, und die Story um sie „ist besser als die des modernen Ata“ …

Aber sind nicht vielleicht bei ein und die selbe Mumie? Ist der “Atta Boy” in Wahrheit “Ata” aus Chile und damit nicht spurlos verschwunden?

Bei zwei derart bizarren und sich so ähnelnden Mini-Mumien, könnte man das vermuten. In der Tat wird es auch hin und wieder. Aber vergleicht man Bilder beider Mumien miteinander, ist das ziemlich sicher ausgeschlossen, wie es auch Meyer glaubt. Trotz aller Ähnlichkeiten und Parallelen, zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den beiden Zwergen, die sie als zwei Individuen ausweisen.

Dieser Bild-Vergleich von mir soll das verdeutlichen:

"Ata" aus Chile /li.) und der "Atta Boy" aus Peru (re.) im Vergleich: Sie sind nicht identisch! (Bilder: A. Kramer / ripleys.com / Montage: Fischinger-Online)
“Ata” aus Chile /li.) und der “Atta Boy” aus Peru (re.) im Vergleich: Sie sind nicht identisch! (Bilder: A. Kramer / ripleys.com / Montage: Fischinger-Online)

Ich bin sicher, dass es sich hierbei um zwei unterschiedliche Mumien handelt. Der “Ex-Alien” aus dem Doku-Fim “SIRIUS” von Dr. Steven Greer und der verschollenen “Atta Boy” sind nicht die selben Menschen/Föten/Babys.

Hier ein Mystery-Review zu Greer auf meinem YouTube-Kanal Grenzwissenschaft und Mystery Files

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft [klick] hier.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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von Lars A. Fischinger

 

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Das Böse im All heißt “Hercólubus”: Was uns die “Alcione-Gesellschaft” sagen will und warum das ein Problem für die Grenzwissenschaft werden könnte

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Das Böse im All heißt "Hercólubus oder roter Planet": Was uns die Alcione-Gesellschaft sagen will (Bilder: NASA / Montage/Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Das Böse im All heißt “Hercólubus oder roter Planet”: Was uns die Alcione-Gesellschaft sagen will (Bilder: NASA / Montage/Bearbeitung: L. A. Fischinger)

(+++Artikel+++) Kaum etwas ist thematisch so komplex und vielschichtig, wie das weite Feld der Grenzwissenschaft und allgemein der Rätsel der Menschheit. Auch der “dienstälteste Mystery-Interessierte und -Jäger” wird mit Sicherheit nicht die zahllosen Facetten, Aussagen, Spekulationen, Themengebiete und Ideen in dieser Welt kennen. Dafür sind die Themen zu umfangreich und deren Übergänge oftmals fließend. Ein sehr fragwürdiges Thema, über das ich bereits vor über 5 Jahren berichtet habe, scheint aber im Aufschwung zu sein: Die “Alcione-Gesellschaft” um die “spirituelle Leitfigur von Weltruf” V. M. Rabolú aus Südamerika. Da diese Gesellschaft inzwischen auch unter zahlreichen weiteren Namen online agiert (und damit die Grenzwissenschaft durchaus beeinflusst), ist es an dieser Stelle Zeit für ein Update und einen genaueren Blick auf diese UFO-Sekte …


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Gurus aller Art und Unart gab und gibt es viele auf der Welt. Dabei haben die allermeisten dieser “spirituellen Menschen” oder “weisen Lehrer” mit  Grenzwissenschaft und Mystery Files in der Regel nichts zu tun.

Ab er keine Regel ohne Ausnahme. Eine solche Ausnahme bildetet sich um den 1926 in Kolumbien geborenen Joaquin Enrique Amortegui Valbuena. Einem lateinamerikanischen Lehrer der sog. Gnosis, der unter den Namen V.M. Rabolú bekannt wurde. Im Jahr 2000 ist der Südamerikaner verstorben und auf ihn fußt die “Alcione-Gesellschaft”, die heute ihren Hauptsitz in Burgos in Spanien hat.

Die Gnosis bzw. den Gnostizismus kann man ganz vereinfacht ausgedrückt als eine spirituelle Mischung aus verschiedenen Religionen bezeichnen, bei deren einzelnen Gruppen keine klare Grenzen oder Abgrenzungen gezogen werden können. Den einen Gnostizismus gibt es so nicht, da viele “Gnostiker”, die sich als Teil eines hören Verständnisses über Gott und die Welt verstehen, unterschiedliche Lehren vertreten. Heidnische, griechische, christliche, jüdische und andere Vorstellungen mischen sich hier zu einem individuellem Ganzen.

Eigentlich könnte ein religiös-spirituelle Gruppe um einen verstorben Südamerikaner den GreWi- und Mystery-Interessierten egal sein. So wäre es auch, wenn diese Gesellschaft nicht auch Weltuntergangszenarien verbreitet, die sich mit bekannten Themen wie “UFOs/Aliens” und “Planet Nibiru” vermischen würden!

Autor, Guru, weiser Lehrer:  V. M. Rabolú

Die “Alcione-Gesellschaft” wurzelt allein auf ihren Lehrer Rabolú, über den sie zum Beispiel schreibt:

V.M. Rabolú (1926 – 2000) wurde in Tolima, Kolumbien geboren. Im Jahre 1952 erlangte er die wahre Erkenntnis und dank langjähriger esoterischer Praxis gelang es ihm schließlich, außergewöhnliche Fähigkeiten zu entwickeln, die ihn zu einer spirituellen Leitfigur von Weltruf haben werden lassen.
 

Angesichts seiner Kenntnis der uns bevorstehenden Zukunft hat Rabolú sein Leben der Lehre gewidmet, um der Menschheit die Formeln zu ihrer eigenen geistigen Erneuerung zu vermitteln. So beginnt er in den 70er Jahren in altruistischer, uneigennütziger Weise auf Versammlungen, Kongressen und in Kursen mit dem unermüdlichen Werk der internationalen öffentlichen Verbreitung der wahren Weisheit.

Auf Grundlage seiner direkten, bewussten Erfahrung schreibt er 1998 schließlich ,Hercolubus oder roter Planet’. In diesem Werk beschreibt der Autor die furchtbaren Ereignisse, die auf unserem Planeten in Kürze eintreten werden. Zugleich zeigt er aber auch den Weg auf, eine tiefgreifende Wandlung des Menschen zu erzielen. Heute werden die Aussagen dieses Werks von einer Vielzahl von Lesern in über 80 Ländern anerkannt, die sich diese Kenntnisse dieses Werks zu nutzen gemacht haben.”

Rabolú bzw. seine Gesellschaft, die der Menschheit warnende Weisheiten übermitteln will, kann man aber nicht als eine der zahllosen Guru-Gruppen ansehen. Die Lehren des weise Kolumbianers haben nämlich weltweit noch immer Erfolg. Nach meinem Empfinden erhalten sie sogar Zulauf, was vor allem auf das Medium Internet zurückzuführen sein dürfte. Die portugiesische Wikipedia, die  Rabolú einen “kolumbianischen Okkultist” nennt, schreibt zum Beispiel über ihn:

1998 schrieb er das Buch ,Hercolubus oder Roter Planet’, in dem er seine Ideen zusammenfasst. Seine Lehren werden weiterhin in Ländern wie Brasilien, Ecuador, Kanada, Chile, El Salvador, Spanien, den Vereinigten Staaten, Frankreich, Mexiko, den Niederlanden und der Schweiz praktiziert. Diese Arbeit wurde in einem einzigen Band veröffentlicht.”

“Die wahre Erkenntnis”, die laut Vita der Gesellschaft der Meister Rabolú 1952 erlangt haben will, ist indes erschreckend. Auch wenn sich die oben zitierte Beschreibung und Vita auf der (in 11 Sprachen angebotenen) Internetseite der “Alcione-Gesellschaft” eigentlich ganz harmlos anhören mögen. Ebenso harmlos, wie die selbstlose Bitte auf deren Webseite, man möge doch mit der Gesellschaft zusammenzuarbeiten und Kontakt aufnehmen …

Bei einem Blick hinter dem schönen Schein öffnen sich jedoch Abgründe! Es handelt sich bei dem Verein offenkundig um eine (noch versteckte) UFO-Sekte …

Die “Alcione-Gesellschaft”: vom Weltuntergang und “astraler Loslösung”

Was genau will uns der Meister, der “in über 80 Ländern anerkannt” sein soll, eigentlich sagen? Das steht in seinem Buch, zu dem es heißt:

“Aufgrund der fundamentalen Bedeutung dieser universellen Botschaft für die Menschheit versendet die Alcione-Gesellschaft das gesamte hindurch Exemplare des Buchs ,Hercólubus oder roter Planet’ weltweit gratis.

“Es sind Übersetzungen in viele Sprachen vorhanden”, ergänzt die Gruppe und obwohl das Buch kostenlos sein soll, hat die Gesellschaft längst das Medium “YouTube” für sich entdeckt. Hier kann man (das weiß ich natürlich auch) weit mehr Menschen erreichen, als wenn man “nur Bücher schreibt“. Dazu aber weiter unten mehr.

Und so heißt es in der Beschreibung zu einem der zahllosen Videos der “Alcione-Gesellschaft”:

Der von den Weisen des Altertums Hercolubus genannte Planet nähert sich unserem Sonnensystem, – ein Grund größter Besorgnis für alle, die Kenntnis von diesem kosmischen Phänomen haben.

Bei seiner letzten Annäherung löste Hercolubus den Untergang der Zivilisation von Atlantis aus. Diese Umstände wurden uns in Form der in verschiedenen Religionen und Kulturen bekannten Sintfluten übermittelt.

Die Ankunft von Hercolubus wird große Umwälzungen überall auf unserem Planeten zur Folge haben.

Das innere Feuer wird unzählige Vulkane hervorbringen und allerorts werden immer mehr Beben die Erde erschüttern.

Wenn Hercolubus seinen größten Annäherungspunkt an die Erde erreicht hat, werden sich deren Achsen vollständig verschieben.

Durch die Zeiten hindurch haben die Weisen die Rückkehr des roten Planeten eingehend erforscht und immer wieder auf dieses kosmische Phänomen hingewiesen.

Das letzte große Zeugnis war das des Meisters Rabolú, der der Menschheit durch sein Werk ,Hercolubus oder roter Planet’ eine universelle Botschaft hat zukommen lassen.

In seiner Botschaft zeigt V. M. Rabolú die Überwindung psychologischer Defekte sowie die bewusste astrale Loslösung als einzige bestehende Formel auf, der nahenden Katastrophe zu entgehen.

Ein jeder, der an seiner spirituellen Erneuerung arbeitet, wird an einen sicheren Ort geführt werden…

Diese Videobeschreibung stammt von einem YouTube-Film, der am 23. März 2014 hochgeladenen wurde. Allerdings war die “Vorversion” des Video schon im Februar 2009 online, weshalb ich im August 2012 erstmals über die “Alcione-Gesellschaft” auf meinem alten Blog berichtet habe (altes Posting hier und mit Videos hier).

Es droht also, da sind sich die Anhänger von V. M. Rabolú bis heute sicher, ein Ende der Welt – ein Weltuntergang. Genauer gesagt, eine Art Wandel der Welt, wie es ihn in der Vergangenheit bereits gegeben haben soll. Stichworte sind hier Atlantis und Sintfluten. Das ist nicht neu.

Neu ist auch nicht, dass die Gesellschaft des Meisters von der Annäherung eines riesigen Planeten spricht, der diese Katastrophen etc. bringen soll. Das kennen wir von dem Planeten Nibiru des Autoren Zecharia Sitchin aus den USA, dessen Spekulationen seit Jahren aus dem Zusammenhang gerissen werden, um Weltuntergangs-Unsinn zu verbreiten.

Neu ist aber der Name dieses Killerplaneten, die die Gemeinschaft “Hercolubus” nennt und der nicht – wie eben Nibiru – aus unserem eigenen Sonnensystem stammen soll.

UFOs und erleuchtete Super-Aliens

In einem Video des Rabolú-Fanclub  heißt es:

Wesen au den Weiten des Universums besuchen uns seit Jahrtausenden. Diese Großen Brüder aus dem sternenreichen All wollen stets unser Bestes. Sie besitzen profunde Kenntnis unserer Vergangenheit, wissen aber auch um das furchtbare Schicksal, das uns erwartet.

Uns äußerlich ähnelnde Wesen bewegen sich unerkannt durch unsere Straßen, um jeden Aspekt der Menschheit eingehend zu studieren, um uns besser kennen zu lernen und uns zu Hilfe zu eilen.”

Natürlich wissen “die Machthaber dieser Welt” von diesen Außerirdischen, doch sie vertuschen alles. Die Eliten wollen nämlich nicht, so heißt es weiter, “dass diese uns unterweisen und belehren”. Vielmehr setzen die Machthaber alles daran selber die Technologie dieser Aliens und deren UFOs in die Finger zu bekommen.

Und wir auf der Erde sind dabei schon etwas Besonders. Aber im negativen Sinn, denn die Menschheit würde durch ihren “extremen und erhörten Dekadenzgrad” die Neugier und das Interesse “von Wesen aus dem gesamten Kosmos” erregen. Und trotzdem wollen sie uns helfen. Bei den UFOs handelt es sich also in den Augen dieser Gruppe um Fahrzeuge diese Super-Aliens.

Diese Außerirdischen sind nach Überzeugung der “Alcione-Gesellschaft” jene Astronautengötter der Prä-Astronautik. So schreibt der “Verein” auf der englischen Version ihrer Internetseite unter anderem:

Außerirdische Wesen besuchen uns seit Jahrtausenden und knüpfen Kontakte zu verschiedenen Kulturen, wie zahlreiche Berichte aus der Geschichte beweisen. Diejenigen, die sie kontaktiert haben, behaupten, dass sie weise und bewusste Menschen sind, deren Fähigkeiten voll entwickelt sind. (…)

Die Außerirdischen haben es geschafft, geschickt die Wissenschaft der Materie und die Wissenschaft des Geistes zu kombinieren. Ihre interstellaren Reisen sind das Resultat einer sehr fortschrittlichen Technologie, die auch durch eine hohe spirituelle Entwicklung unterstützt wird.

(…)

Obwohl Aliens sich nicht in großem Ausmaß einmischen können, können sie jenen Menschen, die eine ernsthafte spirituelle Entwicklung beginnen, individuell helfen. Die außerirdischen Zivilisationen sind zutiefst besorgt über die Experimente und die Benutzung von Atomwaffen auf der Erde und ihre Installation im Weltraum.

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Wir, die Menschheit, befinden uns also in großer Gefahr und das wissen die Aliens. Auch ein atomarer Holocausts stehe uns bevor, der natürlich “äußerst ernste Konsequenzen auf unseren Planeten” haben wird. Aussagen, die seit Jahrzehnten klassisch für UFO-Sekten und UFO-Propheten sind.

Wir, die “Verlorene Ernte”!

Die “Großen Brüder” aus dem All sind unsere Rettung, da die Apokalypse unausweichlich sein wird.

Sie sind nicht nur liebevoll, friedlich und übermenschlich-fortschrittlich, sondern können “nicht einfach unbewegt zuschauen”, was die Menschheit hier treibe. Darum wollen diese Super-Aliens, “die Völker der Übermenschen”, wie sie genannt werden, uns retten! Wir haben eine “zweite Gelegenheit” verdient, obwohl wir im Universum bis dato noch als “Verlorene Ernte” bezeichnet werden. Der Menschheit muss sich auf die Ankunft dieser Außerirdischen vorbereiten, mit Hilfe der “Alcione-Gesellschaft”, natürlich.

Der Riesenplanet Hercólubus, den “die Sumerer Nibiru nannten“, wird unser Ende sein und “in Wahrheit steht uns die Ankunft des roten Giganten unmittelbar bevor”. Nur die Götter (Aliens) wissen den genauen Tag. Selbstverständlich, dass wird jedem klar sein, führt der Weg in die Erleuchtung über die Lehren des Gurus V. M. Rabolú bzw. der “Alcione-Gesellschaft”.

Nur so können wir “an einem sicheren Ort” das Ende der Welt und den Wandel des Planeten und der Menschheit überleben.

Die Geburt einer neuen UFO-Sekte

Wie oft haben Mystery-Fans und meinetwegen auch Esoteriker solche Aussagen von Gruppen und irgendwelchen “Meistern” schon gehört? Niemand wird es zählen können. Grundsätzlich versprechen ja so oder so ausnahmslos alle Religionen und Sekten die Erlösung durch ihre “wahren Lehren” und Botschaften. Jede Religion und Sekte besitzt ja nach eigenen Angaben die ultimative Wahrheit und den echten Glauben.

Die “Alcione-Gesellschaft” bildet somit keine Ausnahme. Anders ist bei diesem im “Nationalen Vereinsregister des Innenministeriums” in Spanien eingetragenen Verein, dass er sich ganz klar zu einer UFO-Sekte entwickelt hat. Ganz klar sagt die Gruppe, dass nicht nur hohe außerirdische Wesen uns retten können, sondern auch und vor allem die spirituellen Lehren ihres Gurus, wie sie auf ihrer Internet schreibt:

Auf der anderen Seite wird die Menschheit bald in einen atomaren Holocaust starten, und als Folge davon werden sich äußerst ernste Konsequenzen auf unserem Planeten ergeben. Außerirdische Wesen wissen das und sind bereit, diejenigen zu retten, die eine aufrichtige Arbeit der inneren Wandlung, der spirituellen Verbesserung, wie von V. M. Rabolú gelehrt, auf eine klare und einfache Weise in seinem Buch ‘Hercolubus oder Roter Planet’ begonnen haben.”

Obwohl also der vor 17 Jahren verstorbene Meister V. M. Rabolú auf den ersten Blick immer als eine Art “spiritueller Gnostiker” erscheint, ist die Gesellschaft Alcione fraglos zu einer UFO-Sekte geworden. “Geworden” ist dabei allerdings nicht ganz richtig, denn Alien-Lehren hatte die Gemeinschaft bereits seit ihrem Guru im Angebot:

Während unsere Wissenschaftler versuchen, irgendwelche Zeichen von außerirdischem Leben zu finden, gibt es Menschen, die sich der Existenz von Leben auf anderen Planeten voll bewusst sind und einige aufschlussreiche Informationen veröffentlicht haben. Einer dieser Leute war V.M. Rabolu, der in seinem Buch ‘Hercolubus oder Roter Planet’ seine eigene direkte und persönliche Erfahrung mit Wesen aus anderen Welten beschreibt.

Diese Bibel oder das Lehrbuch der Gesellschaft erschien bekanntlich schon 1998. Eben jenes Buch, dass Anhänger des Gurus und Weisen über ihre Internetseite in vielen verschiedenen Sprachen verbreiten (wollen).

Wahrheit, nichts als die Wahrheit

In dem nicht mal 60 Seiten dünnen Buch von Meister Rabolú persönlich heißt es zum Beispiel über die Alien-Götter aus dem All:

“Ich hatte schon oft Kontakt zu Außerirdischen und kann diese wunderbaren Bewohner bezeugen. Ich kann keine Worte finden, um ihre Weisheit, ihre Kultur und das engelhafte Leben, das sie leben, zu beschreiben.

(…)

Sie respektieren den freien Willen jeder Person. Es ist nicht dasselbe wie die Bewohner der Erde, die die Welt nur mit Hilfe von Kugeln und Drohungen kontrollieren wollen. Die Nordamerikaner irren sich in den Filmen, die sie veröffentlichen und in den Magazinen, die sie veröffentlichen.

Wenn eine Gruppe die “Wahrheit” kennt und diese in einem (kostenlosen) Buch ihres Meisters verbreiten will, denke ich sofort an die UFO-Sekte Rael-Bewegung und ihre Bibel “Das Buch, das die Wahrheit sagt”. Geschrieben wurde das Buch von ihrem Meister “Rael”, der quasi aus den Ideen von Erich von Däniken und der Prä-Astronautik schon vor Jahrzehnten eine eigene Sekte schuf.

Die “Alcione-Gesellschaft” gesellt sich klar zu der illustren Gesellschaft der UFO-Sekten. Da besteht für mich kein Zweifel. Währen die Gläubigen der Rael-Bewegung als Ancient-Aliens-Sekte ohne Umwege aus der Prä-Astronautik eine Pseudo-Religion machten, ist es bei den Anhängern von Rabolú etwas anders. Vor allem wenn man sich die letzten Jahre ansieht, in denen diese Gruppe augenscheinlich verstärkt auf die “Neuen Medien” zur Werbung setzt.

YouTube und die “internationale öffentliche Verbreitung der wahren Weisheit”

Auf YouTube finden sich inzwischen sehr viele Videos und Filme rund um den Guru V. M. Rabolú und seiner Gemeinde. Meistens sind es gut gemachte Videos, die vor dem Ende der Welt warnen, das Thema UFOs und die UFO-Vertuschung der Regierungen zum Thema haben und allerlei kommendes Unheil ankündigen. Dieses Unheil reicht von Seuchen und den gesellschaftlichen Kollaps bis zum Atomkrieg etc. Untermalt sind diese Filme dabei mit Bildern und Videos von verschiedensten Katastrophen aus aller Welt.

Das aber sind Aussagen, die in der Welt der Mysterien der Menschheit und Grenzwissenschaft grundsätzlich allgegenwärtig sind. Verschwörungstheorien um Aliens der Kollaps der Gesellschaft durch Naturkatastrophen oder einem Zusammenbuch der (Wirtschafts)systeme usw. sowie der Crash der Erde sind uralte Themen. Aber sie boomen – und zwar eben online und in Videos auf YouTube.

Als Betreiber eines eigenen YouTube-Kanal weiß ich, dass sich Menschen auf dieser Plattform unzählige Videos zu solchen und ähnlicher Themen ansehen. Es ist eben einfacher, als ein Buch zu lesen. Auch wenn es kostenlos ist. Je absurder oder auch “sensationeller” solche Videos dort sind, je mehr Zuschauer erreichen diese.

Genau in dieses “Milieu” sticht die “Alcione-Gesellschaft”, die ja, so deren eigene Aussage, die “wahre Weisheit” weltweit öffentlich verbreiten will. YouTube bietet sich für die UFO-Sekte da klar an, da dort Alien-Videos & Co. eben gerne gesehen werden. Irgendwann treffen diese Mystery-Freunde dann auf Filme der Rabolú-Gemeinde, die sich dort in vielen verschiedenen Sprachen finden.

Allerdings bemerkt der unbedarfte Laie erst mal nicht, von wem diese Videos eigentlich stammen. Die “Alcione-Gesellschaft” betreibt auf YouTube eine nicht zu überschauende Anzahl von Kanälen, die alle andere Namen haben. Nur einer dieser vielen Channel davon nennt sich “Alcyone Association” – alle anderen haben Kanal-Namen in allen möglichen Sprachen. Sowie die Videos selber, die in Arabisch bis Deutsch online zu sehen sind.

Erst wenn sich jemand die Beschreibungen und Links der einzelnen Videos und Kanäle ansieht, wird man feststellen, dass überall die “Alcione-Gesellschaft” aus Spanien dahinter steckt. Es ist ja auch die “Mission” dieser UFO-Gemeinde die wahre UFO-Weisheit ihres Meisters zu verbreiten, weshalb man über alle ihre Videos aller Kanäle zu deren Webseite gelangt. Ob es um UFOs oder den Weltuntergang durch den Planeten Hercolubus geht: Alle Wege führen nach Spanien.

Das ist aber kein verborgenes Geheimnis, da jeder die Links und Texte bei den Videos lesen und anklicken kann. Aber, das weiß ich wieder auf meiner eigenen Erfahrung mit meinem YouTube-Kanal, die User dort schauen fast nie auf die Beschreibungen und Link unter den Videos. Bei der UFO-Sekte “Alcione-Gesellschaft”  ist hier wohl das Motto “die Masse macht es”, was ja auch so stimmt ist.

Ein Problem für die “seriöse Grenzwissenschaft”?

Die meisten Menschen, die sich für UFOs, Prä-Astronautik, Sitchins Planet Nibiru, Aliens, “Welt im Wandel” oder meinetwegen für Erich von Däniken interessieren, wird eine UFO-Sekte wie die “Alcione-Gesellschaft” schlicht egal sein. Ich bin da seit über zwei Jahrzehnten anders, da ich immer wieder mit Bedenken und Sorge solche Gruppen und Menschen sehe. Meine treuen Leserinnen und Leser wissen das.

Es besteht immer die Gefahr, dass solche Vereine mehr und mehr in das öffentliche Bild der Grenzwissenschaft gelangen und so diese immer weiter “zerstören”. Das öffentliche Bild der GreWi muss jetzt nicht das Massenmedium Fernsehen sein. Es reichen eben Filme auf YouTube , die von vielen Menschen in einen Topf mit anderen Themen der Mysterien der Welt geworfen werden. Ausnahmelos jede UFO-Sekte ist ein Problem für die UFO-Forschung und Grenzwissenschaft!

Diese Tatsache trifft mit Sicherheit auch auf die “Alcione-Gesellschaft” zu, da sie in den “Neuen Medien” augenscheinlich immer aktiver wird. Neben YouTube-Auftritten unter zahllosen verschiedenen Namen besitzt diese Gemeinschaft auch eine ganze Reihe Internet-Adressen und Facebook-Auftritte. Man kommt also an dieser “religiösen UFO-Gruppe” nicht mehr vorbei, sofern man sich natürlich für derartige Themen interessiert.

Angst und Panik vor einem Ende der Welt zu schüren, können Sekten etc. immer ganz wundervoll. Parktisch ist dabei, dass diese quasi rein zufällig auch ein Entkommen oder ein Lösung dafür anzubieten haben. Genau so so, als erfinde die mächtige Pharmaindustrie eine Krankheit und hat – et voilà – “plötzlich” auch ein entsprechendes Mittel dagegen im Angebot.

Mischen sich dann noch Aliens, UFOs und die Prä-Astronautik in diese angebotene angebliche Lösung und Erlösung, habe ich als Jäger des Phantastischen ein Problem. Nicht nur dass ich Nachrichten besorgter Menschen bekommen (diese Woche waren es sechs eMails und ein Anruf dazu), sondern die gesamte GreWi wird damit immer weiter lächerlich gemacht. Das ist weder im Sinne der “normalen Interessierten” noch der “aktiven Mystery-Jäger”.

Aufgrund der vielfältigen und internationalen Öffentlichkeitsarbeit der “Alcione-Gesellschaft” befürchte ich, dass wir von dieser in Zukunft noch viel hören werden …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Das Phantom aus dem Dschungel von Afrika: Der Mythos vom Mokele-Mbembe +++ Artikel +++

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Dinosaurier im Dschungel Afrikas – noch heute? Der Mythos vom Mokele-Mbembe (Bild: Mystikum Magazin)
So etwa soll er aussehen: Der Mokele-Mbembe aus Zentralafrika (Bild: Mystikum.at)

Meldungen, dass irgendwo in Nordamerika wieder ein Bigfoot gesehen worden sein soll, kommen regelmäßig an die Öffentlichkeit. Und Videos bei YouTube, die angeblich Filme oder Bilder von solchen Wesen präsentieren, erreichen die Interessierten beinahe täglich. Viele Kryptozoologen, die auf der Suche nach unbekannten Lebewesen sind, ermüden solche “Belege” inzwischen nicht selten. Doch in vielen Regionen der Erde soll es angeblich Lebewesen geben, die aus grauer Vorzeit stammen können. In diesem Beitrag, der 2010 in ähnlicher Form in einem Buch von mir erschien, soll es genau um so eine Kreatur gehen: Den Mokele-Mbembe aus Zentralafrika, den viele für einen leibhaftigen noch lebenden Dinosaurier aus der Urzeit halten …


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

“Kryptozoologie” ist die Suche nach Tieren, die als ausgestorben gelten oder heute schlicht (noch) nicht bekannt sind. Eine durchaus seriöse und ernstzunehmende Wissenschaft, die sich eben keineswegs nur auf den Bigfoot beschränkt.

Auch wenn Bigfoot, Nessie und der Yeti in der Öffentlichkeit als die Top drei der unbekannten “Monster” der Welt gelten, so gibt es eigentlich hunderte weiterer Wesen, die die Kryptozoologie kennt. “Kennt” ist vielleicht das falsche Wort, da man sie eben nicht kennt. Lediglich Berichte und Erzählungen über diese fremdartigen Geschöpfe kursieren und faszinieren so die Jäger des Phantastischen.

Eines dieser Lebewesen ist der Mokele-Mbembe aus Afrika.

Mokele-Mbembe: der lebende Dinosaurier

Anders als der Bigfoot oder der Schneemensch, die vielfach als eine voreiszeitliche Menschenaffen-Art gedeutet werden, handelt es ich bei diesem Mokele-Mbembe um etwas vollkommen anderes. Denn im Dschungel Zentralafrikas soll es Berichten nach noch heute einen leibhaftigen und quicklebendigen Dinosaurier geben. Eine Kreatur, die das Aussterben seiner Art vor etwa 65 Millionen Jahren damit verpasst hat und im Bereich des Kongo eine Lebensraumnische gefunden haben soll. Und das, obwohl das Tier groß wie ein Elefant sei!

Im undurchdringlichen Dickicht des afrikanischen Dschungels entdeckten Zoologen zwar immer neue Lebewesen, aber diese sind wenig spektakulär. Spektakulär sind allerdings die abenteuerlichen Legenden der lokalen Bewohner und einiger Forscher, die beweisen sollen, dass dort eine Art Saurier lebt. Eine dieser Kreaturen, so heißt es, wurde sogar getötet und verspeist.

Das große Tier habe nach den Schilderungen einen sehr langen und etwa 30 Zentimeter dicken Hals und darauf einen recht kleinen Kopf. Wie die bekannten Sauropoden der Urzeit habe auch der Mokele-Mbembe einen langen Schwanz und läuft auf vier stämmigen Beinen. Die männlichen Mokele-Mbembe haben außerdem auf ihren Köpfen so etwas wie ein Horn.

Ein Brontosaurus: so ähnlich (nur kleiner) soll der Mokele-Mbembe in Zentralafrika aussehen (Bild: gemeinfrei)
Ein Brontosaurus: so ähnlich (nur kleiner) soll der Mokele-Mbembe in Zentralafrika aussehen (Bild: gemeinfrei)

Ein Tier also, das fraglos einem längst ausgestorbenen Dinosaurier ähnelt. Und ein Tier, dass zum Beispiel für die Bangombe, einem dort lebenden Pygmäenstamm, vollkommen real ist. Aber ist es auch real?

Aber von Anfang an, denn die Geschichten um den „Nyamala“, wie Ortsansässige diese Kreatur auch nennen, könnten tatsächlich einem Abenteuerroman entsprungen sein.

Der Mythos vom Mokele-Mbembe

Es dauerte Jahrzehnte, Jahrhunderte, bis das Phänomen dieser zentralafrikanischen Sumpfgegend auch bis in die zoologische Gilde Europas drang.

Die vermutlich erste Erwähnung eines „unbekannten Wesens“ in den Sümpfen Zentralafrikas (Kongo-Becken) stammt wahrscheinlich von dem Franzosen Abbe Liévin Bonaventure Proyart. Dieser hat 1776 berichtet, dass in den Likouala-Sümpfen gigantische, nicht erklärbare Fußabdrücke gefunden wurden, die von einem unbekannten Riesentier stammen sollen.

Stütze seiner Behauptung waren vor allem Berichte von Missionaren, die den Urwald durchzogen um Eingeborene zum Christentum zu bekehren. In diesen einsamen Gebieten lagen im feuchten Boden (Fuß?)Abdrücke von fast einem Meter Umfang in einem Abstand von rund 2,50 Metern. Keiner der Missionare konnte damals diese Spuren deuten. Selbst eine Höhlenzeichnung wurde bei diesen Expeditionen entdeckt, die eine fremdartige Kreatur mit ihrem langen Hals zeigt. Diese Abbildung habe Ähnlichkeit mit den „Drachen“, die das Ischtar-Tor aus Babylon, Irak, (heute in Berlin) schmücken. Und tatsächlich sind Abbildungen und Figuren solcher “Drachen” praktisch aus allen Teilen der Welt bekannt. Aber wurden diese Kreaturen auch von Menschen wirklich gesehen?

Drache“ ist ein gutes Stichwort:

Die berühmte Zoolegende und Tierfänger Carl Hagenbeck (1844 bis 1913) berichtet in seinem Tier-Buch „Von Tieren und Menschen“ 1909 von dem Untier in Afrika. Hagenbeck, der zahllose exotische Wildtiere nach Europa holte, schreibt darin, dass er und Kollegen oft von Eingeborenen Berichte von unbekannten Tieren bekam. Das führte nach „gewissenhafter Prüfung ihrer Berichte häufig zu neuen Entdeckungen“. Ab 1871 erhielt er auch von europäischen Reisenden Berichte, die von Eingeborenen Afrikas stammen. Sie handelten von einem Ungeheuer, „halb Elefant, halb Drache“, das „in den unzugänglichen Sümpfen hauste“. Der Zoologe berichtete auch, dass Eingeborene zahlreiche Bilder davon „auf die Wände von Höhlen gemalt“ hätten.

Hagenbeck glaubte aufgrund der Vielzahl der Berichte, dass das Biest wirklich dort lebt. Weiter schrieb er, dass „es sich nur um eine Art Brontosaurus handeln“ könne. Unter enormen Kosten sandte er eine Expedition aus, um den von ihm vermuteten afrikanischen Dinosaurier zu fangen. Doch „Fieberanfälle“ und „sehr tückische Eingeborene“ ließen das Vorhaben scheitern.

Das war sicher spannend für den Abenteurer, der weltweite Expeditionen durchführte um wilde Tiere zu fangen.

In den Jahren vor dem ersten Weltkrieg war der Lebensraum des Monsters die belgischen Kolonie Kamerun (heute gehört dies Gebiet zum Norden und Westen des Kongo). Der der deutsche Offizier Ludwig Freiherr von Stein zu Lausnitz (1868 bis 1934) führte in den Jahren 1913 und 1914 eine Expedition an, die den Auftrag hatte, die lebensfeindliche Region näher zu erkunden.

Artikel: Sind die Wikinger “Dinosauriern” begegnet? Seltsames Fundstück gibt Anlass zu Spekulationen über Menschen und Saurier … (Bild: gemeinfrei / F. Calvo/Terra-Mystica.jimdo.com / Montage: L. A. Fischinger)
Artikel: Seltsames Fundstück: Sind die Wikinger “Dinosauriern” begegnet? (Bild: gemeinfrei / F. Calvo/Terra-Mystica.jimdo.com / Montage: L. A. Fischinger)

Er verfolgte dabei im Flussgebiet des Likouala-aux-herbes bewusst auch Hinweisen auf Mokele-Mbembe, die er von den einheimischen Pygmäen bekam. Sein in die Hauptstadt Berlin geschickter Bericht enthält einige interessante Punkte. So berichtet zu Lausnitz, dass zwischen den Flüssen Sangha und Likouala-aux-herbes ein großes und rätselhaftes Tier lebe, das von den Eingeborenen immer wieder gesehen wurde.

Das Wesen, so Lausnitz, wird von den Einheimischen “Mokele-Mbembe” genannt und soll mindestens so groß wie ein Elefant sein. Darauf deutet auch der Name hin, der soviel wie „Der den Lauf des Flusses anhält“ in der Sprache des Stammes der Bangombe bedeutet. Der Mokele-Mbembe habe sogar zahlreiche Menschen angegriffen und getötet, diese jedoch nie gefressen. Auch berichteten die Einheimischen, dass das Untier dann und wann ihre Kanus umwirft und so für Angst und Schrecken sorgt.

Vor allem nach diesem Bericht mit seinen phantastischen Erzählungen, haben sich zahlreiche Expeditionen auf die Suche nach dem letzten noch lebenden Dinosaurier gemacht. Fast alle mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Wo ist der “Der den Lauf des Flusses anhält”?

In den Jahrzehnten nach Freiherr von Lausnitz wurde es vorerst mehr oder weniger still um die monströsen Kreaturen in Zentralafrika. Hin und wieder wurden aber aus verschiedenen Teilen der Region erneute Begegnungen mit dem unerklärlichen Saurier gemeldet. So berichtet zum Beispiel der Kryptozoologe Karl P. N. Shuker in seinem 1996 veröffentlichten Buch „In Search of Prehistoric Survivors: Do Giant ‚Extinct’ Creatures still exist?“ („Auf der Suche nach prähistorischen Überlebenden: Haben riesige ,ausgestorbene‘ Kreaturen überlebt?“) über verschiedenen Berichte aus den vergangenen Jahrzehnten.

Im Mai 1954 etwa verbrachte ein englischer Arbeiter aus dem heutige Sambia seinen Angelurlaub am Bangweulu-See, als er plötzlich einen langen, rund 30 Zentimeter starken Hals aus dem Wasser ragen sah, der einen schlangenähnlichen Kopf trug. Andere Zeugen gaben an, sie konnten beobachten wie langhalsige Wesen aus dem Wasser stiegen.

Ein mehr als erstaunlicher Bericht besagt, dass etwa 1959 die lokalen Fischer die ewigen Störungen durch das Biest nicht länger hinnehmen wollten. Es galt dem Wesen eine Falle zu stellten. Man errichtete um eine Lagune, in der die Kreaturen lebten, eine Palisade aus angespitzten Baumstämmen, so dass die Mokele-Mbembes am Verlassen ihres Quartiers gehindert wurden. Als eines dennoch versuchte, sein Gefängnis zu verlassen, wurde es mit Lanzen erstochen und – verspeist.

Keiner derer, die von seinem Fleisch aßen, habe dies überlebt. Heißt es…

In den 20ger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde ebenfalls im heutigen Sambia ein Monster mit dicken Beinen, langem Hals und großen Körper beobachtet, das größer als ein Mann war. Die prähistorisch erscheinende Kreatur befand sich nahe eines Sumpfes, wo später tatsächlich seltsame Fußstapfen und eine etwa 1,50 Meter breite Schneise im Dickicht gefunden wurden. Shuker vermutet, dass es sich bei diesen Beobachtungen durchaus um den Mokele-Mbembe gehandelt haben könnte.

Aufregung und Panik in einem Dorf in Indien über nachts aufgetauchte Fußspuren - waren es Aliens oder der Bigfoot? (Bild: WikiCommons / Archiv / L. A. Fischinger)
Video: Aufregung und Panik in Indien: waren es Aliens oder der Bigfoot? (Bild: WikiCommons / Archiv / L. A. Fischinger)

Vor fast 40 Jahren startete die ehrgeizigste Expedition, die sich auf die Suche nach Mokele-Mbembe und dem (wahrscheinlichen identischen) „Nyamala“ aus Gabun machte. Der „Monsterjäger“ Professor Roy P. Mackal lernte nach einem Vortrag über die kryptozoologische Forschung James Powell kennen, der ihm von den afrikanischen Sauriern berichtete. Mackal war fasziniert. James Powell, der 1976 in Gabun lebte und dort die Geschichten aus erster Hand von den Einheimischen erfuhr, und Mackal beschlossen gemeinsam eine Forschungsreise in die Gegend der mutmaßlichen Saurier zu unternehmen. James Powell reiste im Januar 1979 vorerst alleine zurück nach Gabun, von wo er interessante Neuigkeiten für seinen Kollegen mitbrachte.

So gelang es Powell einen Schamanen kennenzulernen, dem er eine Reihe von Bildern von verschiedenen Tieren des Urwalds vorlegte. Ganz ähnlich, wie man heute Bilder unserer humanoiden Vorfahren mutmaßlichen Yeti-Zeugen im Himalaja vorlegt. Der Schamane erkannte alle, bis auf einen Bären, denn dieser lebt nicht in der Gegend. Doch ein Bild des Saurier Diplodocus identifizierte er als – „Nyamala“.

Andere Bilder mit anderen Saurier der Urzeit konnte der Ureinwohner jedoch nicht zuordnen. Powell wiederholte diese Versuche an verschiedenen Orten mit verschiedenen Zeugen, immer mit denselben Ergebnissen. Auch wurde Powell bei seinen Recherchen gesagt, dass Tier sei zehn Meter lang, lebe in Flüssen oder Seen und ernähre sich von den Früchten des Waldes. Mokele-Mbembe wären demnach ein Pflanzenfresser.

Der Fall war für Powell und Mackal klar: Man wollte den mysteriösen Mokele-Mbembe finden, ihn fangen oder wenigstens ein Foto von ihm schießen. So machten sich beide mit einem Team am 30. Januar 1980 von Chicago aus auf die Suche im Dschungel des Kongos. Die Expedition der beiden überzeugten Kryptozoologen erbrachte leider nicht den Beweis für die Existenz des Sauriers. Aber Powell und Mackal konnten eine Reihe zum Teil faszinierender Zeugenaussagen sammeln und auswerten. Deutlich zeigten ihre Auswertungen, dass sich zahlreiche der Aussagen der angeblichen Zeugen glichen.

Waren es wirkliche Augenzeugen? Oder waren es nur „Ohrenzeugen“, die lokale Geschichten über die Kreatur hörten und weitererzählten? Mokele-Mbembe – nichts als ein Wandermärchen?

Rund 30 Zeugenaussagen wurde von Mackal und seinem Team 1980 gesammelt. Die Forscher sichteten Spuren und notierten penibel, was die Eingeborenen in Afrika ihnen erzählten. Immer wieder war von Fußspuren wie die eines Elefanten die Rede und man beschrieb das Wesen immer sehr ähnlich. Handfeste Beweise gab es keine und Mackal selber hat den Mokele-Mbembe nie selbst gesehen. Nur einmal fast. Da war er mit einem Kanu auf dem Fluss Likouala unterwegs, als er ein lautes „Plop“ neben ihm Wasser vernahm. Sein einheimischer Begleiter schrie sofort „Mokele-Mbembe! – Mokele-Mbembe!“ und tatsächlich konnte Mackal „etwas“ unter der Wasseroberfläche erkennen. Aber: was?

Ebenfalls 1980 berichte das Ehepaar Kia und Herman Regusters, dass sie von Oktober bis Dezember seltsame Laute und Bewegungen des Wassers sahen. Ein großes Tier war ihrer Meinung nach die Ursache, von dem sie einen langen Hals aus dem Wasser ragen sahen.

Auf Dino-Jagd

Inzwischen folgten der Suche von Mackal und seinen Leuten mehr als ein Dutzend weitere Expeditionen.

Mokele-Mbembe, das Phantom Zentralafrikas: Neue Suchexpedition geplant (Bild: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: L. A. Fischinger)

So etwa unternahm der aus dem Kongo stammende Biologe und einst Begleiter vom Mackal, Marcellin Agnagna, 1983 seine eigene Forschungsreise auf der Suche nach dem “Urvieh” des Urwaldes. Dabei will er im Tele-See das Wesen für 20 Minuten selber gesehen haben. Obwohl er eine Kamera dabei hatte und auch Fotoapparate (schließlich befand er sich auf eine Suchexpedition nach dem angeblichen Tier), konnte er später nichts vorzeigen. Kritiker unterstellen ihm deshalb, er habe überhaupt nichts gesehen. Angeblich seien die Einstellungen seiner Kameras falsch gewesen, argumentierte Agnagna dagegen. Der noch dazu mehrfach seine Aussagen änderte. Beweise? Also keine! Man kann ihm glauben oder nicht.

Die Expedition „Operation Kongo“ brachte von Januar bis Juni 1986 tatsächlich Beweise für fremde Tiere im Tele-See. Doch dies waren große Schlangen und Krokodile sowie Schildkröten. Den mutmaßlichen Saurier fand die Expedition auch nicht.

Die Japaner haben bis heute mehrere Expeditionen unternommen. So machte sich beispielsweise auch 1992 eine japanische Filmcrew um Tatsuo Watanabe auf die Suche nach dem Ding aus dem Sumpf. Auch diese Expedition wurde am Tele-See mutmaßlicher weise fündig. Mit einem kleinen Flugzeug kurvten sie über dem Gewässer, um Aufnahmen für ihre Dokumentation zu machen. Plötzlich sahen sie einen großen „Körper“ im Wasser und der Kameramann belichtete 15 Sekunden Film, bevor das Etwas für immer im See verschwand. Was es war, weiß man nicht.

Das Filmmaterial an sich ist sehr ruckartig und unscharf, scheint aber mit gutem Willen ein Wesen mit langem Hals zu zeigen. In einer Sequenz glaubt man auch einen Schwanz zu erkennen und die Geschwindigkeit der Bewegung entspricht in keinem Fall einem Boot ohne Motor, wie etwa einem Kanu. Irgendwie erinnerte mich der Film an die zahllosen Filme mit Nessie – kurz, unscharf, mehrdeutig, verschwommen…irgendwie nichtssagend.

Das Rätsel um dieses “saurierähnliches Urvieh“ ist bis heute nicht wirklich gelöst.

Auch eine Expedition von 2009 unter Leitung von Bill Gibbons für die „History Channel“-Serie „Monster Quest“ und wieder mit Professor Dr. Roy Mackal, blieb den Beweis schuldig. Obwohl zahlreiche Augenzeugen von ihren Erfahrungen mit dem Mokele-Mbembe berichten, gibt es keine Beweise. Daran ändern auch Gipsabdrücke angeblicher Fußspuren des Monsters nichts, wie sie zum Beispiel auch die Kryptozoologen Milt Marcy, Peter Beach und Rob Mullin bei ihren Nachforschungen 2006 im Kongo genommen haben.

Mokele-Mbembe vs. Nessie

Einige Kryptozoologen lehnen die Existenz der Kreatur nicht kategorisch ab. Doch es fehlten, wie bei vielen anderen „Rätsel“ oder „Entdeckungen“ in der Welt des Unerklärlichen, auch hier eindeutige Belege. Zeugenaussagen sind Hin-weise aber keine Be-weise.

Die Beschreibungen der einheimischen Ureinwohner erinnern durchaus an einen Sauropoden. Wenn auch in einer kleineren Version, da diese Urzeit-Geschöpfe zum Teile riesig wurden. Geschätzt mehr als 30 Meter Länge und 73 Tonnen Gewicht erreichte zum Beispiel die Art Argentinosaurus, die vor knapp 95 Millionen Jahren ausstarb. Sie waren die größten Landlebewesen, die jemals über unseren Planten streiften.

Popobawa - Das Batman-Monster von Afrika
Artikel: Der Mothman und das „Batman-Monster“ Popobawa von Sansibar (Bilder: gemeinfrei / mothmanfestival.com / CNN.com / Montage: L. A. Fischinger)

Auch wenn die Wissenschaft inzwischen über 150 Arten solcher Sauropoden kennt, waren es alle Tiere, die das Aussterben der Dinosaurier vor rund 65 Millionen Jahren eigentlich nicht überlebt haben sollten. Kein Mensch kann demnach eigentlich jemals einen lebenden Sauropoden gesehen haben. Unsere Spezies betrat erst dutzende Millionen Jahren später die Bühne des Lebens auf der Erde.

Fossilienfunde belegen aber, dass auch in Afrika diese Urzeitgattung vor Jahrmillionen heimisch war. Allerdings ist Afrika da keine Ausnahme, da auf der ganzen Welt ihre Fossilien gefunden werden. Sauropoden waren eine weltweite Gattung, die etwa in der Zeit vor 228 bis 65 Millionen Jahren lebten und am Ende der Kreidezeit vom Antlitz des Planeten verschwanden.

Wenn man einen leibhaftigen Dinosaurier in Zentralafrika vermutet, muss man auch folgendes bedenken. Es kann nicht nur einen solchen Mokele-Mbembe in den Urwäldern Mittelafrikas geben. Es muss dort eine ganze Population solcher bisher unbekannter Tiere leben, damit die genetische Vielfalt gegeben ist. Wäre es tatsächlich eine kleine Dinosaurier-Gruppe, wäre diese ganz einfach von Inzucht und ihrem genetischen Ende bedroht. Sie würden aussterben. Also würde diesen Lebewesen in Afrika genau das widerfahren, dass eigentlich allen Sauropoden am Ende der Kreidezeit widerfahren ist.

Dieses Problem wird bei fast allen Tieren aus dem Bereich der Kryptozoologie oft vollkommen übersehen. Zum Beisiel auch bei Nessie, dem Ungeheuer von Loch Ness in Schottland. Auch Nessie, wäre es ein überlebender Saurier oder ein bisher unentdecktes Lebewesen der Vorzeit, würde als Population im Loch Ness genetisch kaum überlebensfähig sein.

Große Populationen von Nessies und natürlich von Mokele-Mbembes müssten aber auch Knochen und Kadaver in ihrem Lebensraum hinterlassen. Da sollte man meinen, dass solche längst gefunden wurden. Sie sind es aber bisher nicht. Skeptiker denken eher an Verwechslungen mit Nashörnern, Flusspferden, Elefanten oder afrikanische Seekühen (Manati genannt). Solche Berichte vermischten sich im afrikanischen Aberglauben, vielleicht vermengt durch schlechte Sicht bei der Beobachtung und Weitererzählungen, zum Mokele-Mbembe.

Ob aber das stimmt, wissen wir auch nicht. Bereits vor über 100 Jahren hatte schon Hagenbeck die Hoffnung, dass die Zoologie den Beweis eines Tages erbringen wird.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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