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Katholiken in Aufruhr: Heidnische Götzen und Hokuspokus bei der Amazonas-Synode im Vatikan und beim Papst verehrt?

Katholiken in Aufruhr: Heidnische Götzen und Hokuspokus bei der Amazonas-Synode im Vatikan und beim Papst verehrt (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & Screenshot EWTN News)
Katholiken in Aufruhr: Heidnische Götzen und Hokuspokus bei der Amazonas-Synode im Vatikan und beim Papst verehrt (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & Screenshot EWTN News)

Dass die Katholische Kirche von vielen Seiten Kritik erfährt und auch angegriffen wird, ist seit vielen Jahren verstärkt zu sehen. Diese Angriffe und Kritiken kommen von vielen unterschiedlichen Seiten. Auch aus den eigenen Reihen der Gläubigen bzw. der Christen. Derzeit betrifft dies auch die aktuelle “Amazonas-Synode” im Vatikan, über die in medial meist nur zu Themen wie “Erneuerung der Kirche” usw. berichtet wird. Anders auf katholischen und christlichen Medienseiten und unter Gläubigen, die in diesem Zusammenhang von einem regelrechten Skandal sprechen. Grund sind zwei nackte Figuren von schwangeren Frauen aus Südamerika während der Synode, die im Vatikan geradezu angebetet und verehrt wurden. Von Schamanen und der Kirche selber. Für viele Gläubige hielt hier Heidentum, Götzendienst, Teufelszeug und Hokuspokus Einzug in den Vatikan. Sogar von einer “Täuschung des Vatikan” selbst wird gesprochen, wie Ihr es in diesem Beitrag lesen könnt.


Streitfall Katholische Kirche

Die Katholische Kirche steht seit Jahren unter Druck. Unter enormen Druck. Nicht nur deshalb, dass ihr die Mitglieder und Gläubigen (oder solche, die sich dafür halten) in Scharen davonlaufen. Auch und vor allem Skandale, über die Medien weltweit immer wieder berichten, belasten den Vatikan und das Papsttum schwer.

In den Mainstreammedien fallen hierbei mehr als oft die Stichworte “Reformen”, “Erneuerung” oder “Modernisierung”. Offenbar die Hauptinteressenten der Allgemeinheit. Hinter den Kulissen sieht das aber häufig ganz anders aus. Und zwar bei christlichen und katholischen Internetseiten, Nachrichtendiensten, Medienseiten und News-Portalen, von denen es weltweit erstaunlich viele gibt. So sollte es allerdings auch nicht verwundern, dass hier Fragen rund um die Kirche weit mehr ins Detail gehen, als es in den üblichen Nachrichtensendungen der Fall ist.

Liest man auch auf diesen Nachrichtenseiten und vor allem in den dortigen Diskussionen, wird der Streit und Zwiespalt unter den Christen oder Gläubigen noch weit deutlicher, als es es durch den Mainstream den Anschein hat. Denn hier werden auch die kleinsten und geradezu winzigsten Details der katholischen Kirche und des Vatikan debattiert und auch kritisiert. “Antichrist” ist hierbei ein durchaus gängiges Schlagwort. Gemeint ist damit nicht selten der Papst selber! Er sei dieser “Antichrist”.

Andere sprechen davon, dass der Antichrist oder Satan Einzug in die Katholische Kirche genommen hat. Wieder andere lehnen den Vatikan oder auch das Papsttum sowie die Institution Kirche mit allen Facetten ganz ab. Auch (oder gerade?) wenn sie sich selber als Christen sehen. Von allen Seiten hagelt es Kritiken und Streitereien unter den Anhängern des Jesus Christus dort. Auch “Verschwörungstheorien” kursieren unter den Christen, was man sonst eher aus dem Bereich der Grenzwissenschaft, UFOs und Mystery kennt.

Und diese christlichen oder katholischen Verschwörungstheorien unter den Christus-Anhängern müssen sich keinesfalls hinter den üblichen Verschwörungen verstecken.

Die “Antichrist-Verschwörung”

Eine der verbreiteten Annahmen ist dabei die Ansicht, dass der Antichrist die Katholische Kirche übernommen oder manipuliert habe. Der Vatikan sei “abgefallen” und der viel beschworene Heilige Geist habe sich unlängst in Wohlgefallen aufgelöst. Auch von einer Verschwörung gegen die Kirche selbst wird viel diskutiert. Meistens mit dem Grundtenor, dass sich “Mächtige” gegen sie verschworen haben. Ihr Ziel sei deren Zerstörung und die Mainstreammedien würden durch ihre Berichterstattung hierbei blind mitspielen.

Macht, Gier, Geld und Intrigen haben die Kirche zerfressen, heißt es vielfach. Das Konstrukt Katholische Kirche sei längst nichts weiter als ein Unternehmen, das Milliarden Gelder scheffelt. Für “wahre Christen” und “Gläubige”, denn so bezeichnen sich ausnahmslos alle der Kritiker aus den eigenen Reihen, habe das dem Satan und Antichristen das Einfallstor geöffnet. Und immer wieder sehen sich diese Menschen in unzähligen Details, Handlungen und Aussagen der Kirche und ihrer Vertreter in ihren Annahmen bestätigt.

Es ist ein überaus leidenschaftlich geführter Streit, von dem die breite Öffentlichkeit direkt nichts mitbekommt. Außer dann, wenn es um die besagten “großen Themen” geht, zu dem sich dieser oder jener Kirchenvertreter in einem TV-Interview äußert.

Die “Antichrist-Verschwörung”, wenn man sie so nennen mag, findet für viele kritische Gläubige immer wieder ihre Bestätigung. Bei der riesigen und vor allem komplexen Institution Kirche eigentlich kein Wunder. Und vor genau diesen hier kompakt zusammengefassten Hintergründen muss man das sehen, was momentan für heftigen Streit unter den Katholiken sorgt.

Der Papst als Götzendiener

Auslöser des Streites war eine Zeremonie Anfang Oktober in den Gärten des Vatikan, bei denen ein “heidnisches Ritual” von Schamanen aus Südamerika zu Beginn der aktuellen Amazonas-Synode veranstaltet wurde. In Anwesenheit von Papst Franziskus und anderen hohen Würdenträgern der Kirche.

Hierbei haben Tänzer bzw. Schamanen zwei Figuren von nackten Frauen in den Mittelpunkt gestellt, die beide offensichtlich schwanger sind (s. Titelbild). Abgehalten wurde die Zeremonie von der “Globalen Katholischen Klimabewegung” und dem Pan-Amazonischen Kirchlichen Netzwerk REPAM. Auch der Franziskaner-Orden war mit verantwortlich, wie es die “Catholic News Agency” am 5. Oktober berichtete.

Weiter heißt es unter anderem:

Bei einer Veranstaltung in den vatikanischen Gärten am gestrigen Freitag wurden Beobachtern zufolge Darstellungen geschnitzter schwangerer Frauen beschworen, Tänze abgehalten und ein symbolischer Baum gepflanzt.

Eine Gruppe von Menschen, darunter offenbar einheimische Amazonas-Bewohner in ritueller Schamanen-Kleidung, Europäer in ziviler Kleidung sowie ein Franziskanerbruder, knieten und verbeugten sich im Kreis um Darstellungen von zwei halbnackten schwangeren Frauen und anderen Gegenständen in Anwesenheit des Papstes und Mitgliedern der Kurie, inmitten der Vatikanischen Gärten in Rom.

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Die Teilnehmer sangen und hielten Händchen, während sie im Kreis um die Bilder tanzten, in einem Tanz, der dem ‘pago a la tierra’ ähnelt, einem traditionellen ‘Opfertanz für Mutter Erde’, der in einigen Teilen Südamerikas unter indigenen Völkern üblich ist.

Auf einer Decke wurden anschließend Obst, Kerzen und geschnitzte Darstellungen platziert, vor denen sich der Kreis der Menschen verbeugte. Dann näherte sich eine Frau in Indianer-Kleidung dem Papst: Sie überreichte ihm einen schwarzen Ring.

Am Ende dieser “heidnischen Zeremonie” segnete Papst Franziskus offensichtlich eine dieser Figuren, als diese von Schamaninnen mit Rasseln zu ihm gebracht wurde, wie es auf Videos der Presse zu sehen ist. Als sei diese Götzenverherung noch nicht genug für viele Gläubige, wurden später diese Götzen feierlich während einer kleinen Prozession in den Vatikan bzw. Petersdom getragen.

Hokuspokus und Heidentum im Vatikan

“Hokuspokus in den Vatikanischen Gärten: Leichtgläubiger Franziskus spielt mit”, titelte beispielsweise Gloiria.tv direkt nach der Zeremonie. Weiter schreibt die christliche News-Seite entsetzt dazu:

Franziskus nahm am 4. Oktober an einem peinlichen heidnischen Ritual in den vatikanischen Gärten teil. Um die Gläubigen zu täuschen, wurde die Veranstaltung als “Weihe der Amazonas-Synode an den Heiligen Franziskus” bezeichnet.

Der Hokuspokus begann mit einem Tanz um eine Decke, die auf den Rasen gelegt wurde und ‘Mutter Erde’ symbolisierte. In der Mitte der Decke befanden sich Statuen zweier nackter Frauen und eines Mannes mit einer Erektion.

Eine Schamanin mit Federn im Haar erhob ihre Hände für eine Art ‘Anrufung’, während sich sechzehn Konzelebranten hinknieten und vor der Decke verneigten.

Franziskus saß in der Nähe, umgeben von Kardinälen, Bischöfen und normalen Menschen. Er schloss die Augen, als ob er ‘betete’. Schließlich schüttelte die Schamanin eine Rassel, ging zu Franziskus hinauf und veräppelte ihn, indem sie einige Zaubersprüche über seine Hände sprach.

Viele Katholiken sind darüber entsetzt und machen im Internet ihrem Ärger Luft. Ein User bei Gloria.tv kommentiert beispielsweise zum Papst und dem Ereignis, dass “der Typ vor nichts halt macht”. Er sei nichts weiter als ein “Betrüger” und “Götzendiener” und es sei ein “Skandal” und “Gotteslästerung”. Aussagen, die in dieser und ähnlicher Form auf unzähligen katholischen Seiten dieser Tage zu finden sind.

Andere Gläubige sehen das gelassener, auch wenn hier das Heidentum mit einer Muttergöttin oder der Göttin der Erde im Vatikan verehrt worden sein soll. Daran änderte auch nichts, dass die beiden Frauenfiguren als Mutter Maria und Elisabeth, die Mutter von Johannes dem Täufer, interpretiert wurden. Zumal eine Pressekonferenz am 16. Oktober zur Amazonas-Synode den heidnischen Skandal um den Papst nicht besser machte.

“Heiden im Tempel”

Pater Giacomo Costa, ein Sprecher der Amazonas-Synode des Vatikan, erklärte in dieser Pressekonferenz, dass die nackte Holzfigur “nicht die Jungfrau Maria” sei. “Es ist eine indigene Frau, die das Leben repräsentiert”, hieß es gegenüber der “Catholic News Agency” am 16. Oktober. Sie sei auch “weder heidnisch noch heilig”. Andere Vertreter wollten sich gar nicht zu den Figuren äußern. Sicher um nicht noch Öl in das Feuer der aufgeregten Gläubigen zu geben.

Paolo Ruffini, Vatikanpräfekt des Dikasteriums für Kommunikation, wiederum gab an, dass Gläubige meinen hier “das Böse zu sehen, wo es kein Böses gibt”. Vieles in der Geschichte habe nun mal Spielraum für “viel Interpretationen”, so Ruffini weiter.

Faule Ausreden, denken einige. “Vatikan täuscht Unwissenheit über die Pachamama-Statue vor”, hieß es dazu beispielsweise. Und die Seite “Tradition und Glaube” spricht im Zusammenhang mit der feierlichen Überführung der Götzen in den Vatikan sogar von “Heiden im Tempel”. Einige erschrockene Christen scheuen auch nicht davor diesen Hokuspokus um die Götzen im Vatikan mit dem legendären Goldenen Kalb aus dem Buch Exodus zu vergleichen. Jene Götze, die das Volk Israel beim Auszug aus Ägypten anfertigte und anbetete, als ihr Führer Moses 40 Tage und Nächte auf dem Berg war, um von Gott die Zehn Gebote zu empfangen.

Geendet hat dieser Abfall von Gott im 2. Buch Moses mit tausenden von Gott getöteten Ungläubigen, der Zerstörung der ersten Tafeln mit den Zehn Geboten und weiteren drakonischen Strafen des Herrn.

“Teufelszeug”: Im Christentum Alltag

Bisher fehlt eine eindeutige und klare Stellungnahme aus Rom, was es mit diesen Figuren auf sich hatte. Wenn es nicht die Mutter Gottes sein soll, dann doch wohl die “Mutter Erde” und damit ein heidnisches Bildnis. Ein Dämon, eine Götze, und damit fehl am Platz beim Papst und im Vatikan an sich.

Andere Gläubige beschwichtigen die zum Teil mit harten Worten geführte Diskussion im Netz. Sie verweisen zum Beispiel auf dem Umstand, dass sich Papst und Schamaninnen bekreuzigten. Also ein klares Zeichen und Bekenntnis für das Christentum? Auch das sehen wieder andere als Show des vatikanischen Antichristen. Allerdings ist den Meldungen und Berichten auch klar zu entnehmen, dass der Papst wohl selber von diesem teuflischen “Götzendienst” zur Eröffnung der Amazonas-Synode überrascht gewesen schien. Zumindest änderte er direkt das Protokoll. Statt seine vorbereitete Rede oder Erklärung vorzutragen betete er das Vaterunser.

Auch das ist für viele Schäfchen des Christentums nur eine Ausrede oder “Flucht nach vorne”.

Es ist erstaunlich, wie genau Christen oder angebliche Christen jedes Zucken im Vatikan beobachten und so oder so auslegen. Man möchte nicht in der Haut irgendeines hohen Vertreters der Kurier oder sogar des Papst strecken. Dennoch muss man klar unterstreichen, dass hier offensichtliche Symbole des angeblichen “Heidentums” der südamerikanischen Ureinwohner Einzug in den Vatikan gehalten haben! Auch wenn die Figuren ganz einfach als Symbol des Lebens angesehen werden können. Das scheint vielen Menschen aber schon zu viel zu sein.

Wohl aber nur in der westlichen Welt.

In Südamerika und vielen anderen Teilen der Welt ist es schlicht und einfach religiöser Alltag, dass dort das Christentum mit “heidnischen” Ansichten, Elementen und Ritualen vermischt existiert. Zum Beispiel in Peru mit spirituellen Weltanschauungen aus der Zeit der Inka. Oder in Mexiko mit religiösen Ansichten der Azteken oder Maya. Genaugenomen müssten all jene Christen, die aktuell Heidentum und Teufelszeug schreien, den bei weitem größten Teil der weltweit Christen verteufeln.

Sinngemäß könnte man auch sagen: Der Unterschied zwischen einer Sekte und einer “anerkannten Religion” besteht nur in der Anzahl ihrer Mitglieder …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Erich von Däniken goes YouTube: Der Altmeister der Prä-Astronautik geht mit einem offiziellen YouTube-Kanal online (+ Videos)

Erich von Däniken goes YouTube: EvD geht mit einem offiziellen YouTube-Kanal online (Bilder: E. V. Däniken / Montage: Fischinger-Online)
Erich von Däniken goes YouTube: EvD geht mit einem offiziellen YouTube-Kanal online (Bilder: E. V. Däniken / Montage: Fischinger-Online)

Erich von Däniken, der Altmeister und Pionier der Prä-Astronautik und Ancient Aliens, hat nunmehr seit 1968 über 40 Bücher veröffentlicht und ist auch mit 84 Jahren unermüdlich unterwegs. Weltweite Vorträge, Kongresse, Lesereisen und Recherchen treiben den unermüdlichen Jäger der Astronautengötter in alle Welt. Doch von Däniken ist ein Kind der analogen Welt und online findet man sehr wenig Offizielles von ihm. Und wenn, dann kommt es vielen seiner Fans vor, als stamme es noch aus der Steinzeit des Internet. Das soll sich jetzt zumindest bei YouTube ändern, wo vor wenigen Tagen der erste offizielle Video-Kanal von Erich von Däniken gestartet ist. Was die User dort erwartet, wer genau dahinter steckt, wie der Trailer aussieht und was von Däniken selber dazu sagt, erfahrt Ihr hier. Aber auch was das Problem mit der Online-Arbeit ist.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Digitale Götter der Vorzeit

Erich von Däniken feierte kürzlich seinen 84. Geburtstag. Doch an Ruhestand ist bei ihm nicht zu denken. “Die Götter lieben mich”, pflegt von Däniken gerne zu sagen, wenn er auf seine unermüdlichen Aktivitäten und die Rente angesprochen wird. Und solange die “Götter” ihn lieben, ist an ein Ruhestand in den Schweizer Bergen bei von Däniken nicht zu denken.

Der Bestsellerautor machte auch nie einen Hehl daraus, dass er vom Internet nicht wirklich viel hält. Zu viel Lug, Trug, Schwachsinn und Falschbehauptungen kursieren (nicht nur) seiner Meinung nach dort. Auch und vor allem über ihn und seine Person. “Jeder A…” könne dort eben schreiben was er will, so von Däniken häufig. Hinzu kommt die schamlose illegale Verbreitung seiner Arbeiten, Bücher, Dokumentationen und Videos. Ein Problem, dass natürlich alle Autoren, Videomacher, Künstler, Musiker & Co. haben. Vom Kleinsten bis zu Hollywood. Er selber ist auch nicht aktiv im Netz unterwegs bzw. pflegt dort eine Community.

Zumindest bei YouTube könnte sich das jetzt etwas ändern. Denn am 28. April 2019 ging dort der Kanal “Erich von Däniken Official” online, dessen Trailer und die Ankündigung von EvD ich unten eingebunden habe. Dazu heißt es:

Hier finden Sie Vorträge, Interviews, Präsentationen und Dokumentationen in deutscher Sprache vom weltbekannten Bestsellerautor von ‘Erinnerungen an die Zukunft’, ‘Zurück zu den Sternen’ und über 40 weiteren, weltweit sehr erfolgreichen Publikationen.”

Auch Erich von Däniken selber sagt in seiner Ankündigung, dass auf seinem neuen offiziellen Video-Kanal “die besten Filme und Dokumentationen” von und mit ihm zu finden sein werden. Und zu mir hieß es in einem Kommentar zum neuen Kanal:

Wir ziehen auf einen neuen Markenkanal um und wir werden viele Videos von klassischen Shows bis hin zu alten TV-Serien und auch neue Live-Stream-Events direkt mit Erich haben.”

Erich von Däniken offiziell

Der ein oder andere Däniken-Fan wird sich vielleicht wundern. Immerhin hat von Däniken seit dem 21. Februar 2011 bereits auf der Videoplattform einen Kanal. “Dies ist der offizielle und persönliche Kanal von Erich von Däniken”, heißt es auf diesem in der Beschreibung. Auch die unten eingebundene Ankündigung von EvD vor der Sphinx und den Pyramiden stammt von eben diesem Kanal.

Doch der bisherige “offizielle Kanal” wird wohl auf absehbare Zeit vollständig vom Netz genommen. Insgesamt gab es hier in knapp über acht Jahren auch nur rund 1.500 Abonnenten und bescheidene 45.000 Video-Aufrufe. Wobei die dortigen Videos bis auf die Ankündigung bereits entfernt wurden. Der neue Channel hat zum Vergleich schon jetzt über 500 Abonnenten.

Von Däniken wird aber eben nicht im hohen Alter noch zum YouTuber werden. Vielmehr ist es so, dass für den neuen Kanal unter anderem eine Agentur aus Großbritannien engagiert wurde. “Zohar Global Group“, “Media Invest Entertainment” und die “Erich von Däniken Stiftung” sind die Betreiber des neuen Kanal bei YouTube. Bereits 2016 arbeiteten diese bei der “Erich von Däniken Legacy Night” in London zusammen, bei der das Jubiläum von Dänikens ersten Buch “Erinnerungen an die Zukunft” gefeiert wurde.

Es wäre aber auch absurd anzunehmen, dass EvD zukünftig auf YouTube selber einen Kanal und eine dortige Community persönlich pflegt oder sogar Videos schneidet und hoch lädt.

Nur die Besten werden kopiert!

Da aber Videos und Filme von ihm bei YouTube ständig unerlaubt online gestellt werden (und nach einer Löschung durch die Plattform kurz darauf wieder woanders online sind), könnte durch diesen neue Channel bzw. die Agentur dahinter vielleicht diese Unart unterbunden werden. Zumindest teilweise. Von dem Schreckgespenst “Uploadfilter” ganz zu schweigen.

“Nur die Besten werden kopiert” hieß es in meiner YouTube-Community einst, da auch meine bald an die 400 dortigen Videos zeitweise auf Teufel komm raus kopiert wurden. Sie wurden dazu einfach eins zu eins von meinem Kanal heruntergeladen und auf verschiedenen winzigen anonymen Kanälen neu online gestellt. Teilweise gleich mehre Dutzend auf einmal, so dass hier System hinter steckt(e).

Die Däniken-Produktionen sind dabei noch ein anderes Format, da diese beispielsweise von DVDs geklaut wurden. Und die Produktion dieser Sendungen und Filme kosteten eben Geld. Nicht wie bei mir, da ich 100 Prozent allein ohne Hilfe oder Profi-Agenturen hinter meinen Videos stehe. Die “Generation Kostenlos” von heute sieht das schon lange nicht mehr ein. Alles muss kostenlos im Netz sein! Und selbst Werbung bzw. Werbeeinblendungen ist für diese Kostenlos-Gierer schon zu viel. Bei kostenpflichtigen Abos fühlen diese sich dann sogar persönlich beleidigt.

Auch für Zeitschriften, Zeitungen und natürlich Bücher möchte “Generation Kostenlos” nichts bezahlen. Dass Produktionskosten oder Kosten für Recherche entstehen, ist ihnen egal. Klassische Abos von Magazinen aus dem Bereich Grenzwissenschaft und Mystery Files (andere natürlich auch) sind für sie so oder so indiskutabel.

Will man Menschen erreichen, muss man online arbeiten. Auch wenn dann wieder ewig-gestrige behaupten, dass man nur “Klicks” und “Likes” haben möchte. Das ist eben die neue Art von Auflagen, die früher Magazine, Bücher und Zeitungen analog hatten, als Interessierte dafür noch zahlen wollten (HIER könnt Ihr meinen YouTube-Kanal direkt kostenlos abonnieren).

Und vor genau diesem Hintergrund muss man meiner Meinung nach auch den Kanal “Erich von Däniken Official” sehen. Und das ist mit Sicherheit nicht verkehrt.

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Videos von “Erich von Däniken Official”

Kurze Ankündigung von Erich von Däniken zum neuen Video-Channel vom 28. April 2019

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Trailer von Erich von Dänikens offiziellen YouTube-Kanal

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Lars A. Fischinger

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Wunderzeichen und Zeichen am Himmel: Seltsame Erscheinungen in der Vergangenheit (Vortrag 2019) +++ YouTube-Video +++

VIDEO: Wunderzeichen - Rätselhafte Erscheinungen am Himmel und darüber hinaus - Vortrag von Fischinger-Online 2019
VIDEO: Wunderzeichen – Rätselhafte Erscheinungen am Himmel und darüber hinaus – Vortrag von Fischinger-Online 2019 (Bild: gemeinfrei)

Wunderzeichen, Zeichen am Himmel oder auch schlicht Himmelszeichen – so nannte man im Mittelalter allerlei unerklärliche Dinge. Am Himmel ebenso, wie auch auf der Erde. Dabei reichen diese Zeichen des Himmels von (natürlichen) Kometen über seltsame Wesen wie Zwerge, Riesen oder “Monster” bis hin zu allerlei fliegenden Objekten am Himmel. Vieles lässt sich ganz natürlich erklären, anderes scheint aber nicht so leicht wegzudeuten zu sein. In diesem Vortrag vom März 2019 geht es genau um diese Wunderzeichen. Phänomene, Beschreibungen und Überlieferungen, die heute auch von der UFO-Forschung diskutiert werden. Denn diese fragt: Wer waren die “Urheber” einiger dieser Zeichen des Himmels …? Mehr dazu in diesem Video auf Fischinger-Online bei YouTube.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Zeichen am Himmel waren im Mittelalter praktisch ausnahmslos überirdisch. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Doch immer waren es in den Augen der damaligen Menschen auch Zeichen von Gott. Vielleicht aber auch von dunklen Mächten, wie etwa dem Teufel und seiner Helfer.

In diesem Vortrag vom März 2019 geht es genau um diese Wunderzeichen. Phänomene, Beschreibungen, Wunder und Überlieferungen, die heute auch von der UFO-Forschung diskutiert werden. Denn diese fragt: Wer waren die “Urheber” einiger dieser Zeichen des Himmels …?

Alle Details dazu erfahrt Ihr in diesem Vortags-Video bei YouTube (mehr Vorträge HIER).

Bleibt neugierig …

YouTube-Video vom 15. März 2019 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

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Himmelszeichen über Hamburg und Lübeck: UFOs im Jahre 1697 über Norddeutschland +++ YouTube-Video +++

Zeichen am Himmel: Rätselhafte "UFO-Sichtungen" im Jahre 1697 über Norddeutschland (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
Zeichen am Himmel und UFOs: Rätselhafte “UFO-Sichtungen” im Jahre 1697 über Norddeutschland (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Das UFO-Phänomen ist uralt. Jahrhunderte oder vielleicht sogar Jahrtausende sagen UFO-Forscher und -Interessiere. Dabei deuten sie unter anderem seltsame Erscheinungen am Himmel im Mittelalter in dieser Hinsicht. Kritiker verweise dabei gerne auf den Umstand, dass solche Himmelszeichen oder Wunderzeichen natürliche Phänomene waren. Sie verweisen beispielsweise Kometen und Asteroiden. Folglich also auf Erscheinungen, die von den damaligen Menschen als Zeichen von Gott oder dem Teufel interpretiert wurden. Ein Beispiel von seltsamen “Kugeln am Himmel” aus dem Jahr 1697 soll das Problem der mittelalterlichen UFOs verdeutlichen. Denn in diesem erstaunlichen Fall scheint eine natürliche astronomische Deutung ausgeschlossen zu sein. Mehr über diese wundersame Erscheinung erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Man nannte sie einst Wunderzeichen oder Himmelzeichen: unerklärlichen Himmels-Phänomene. Aber waren sie wirklich UFOs oder doch nur rein natürliche “Wunder”?

Indes sind solche Zeichen am Himmel für Skeptiker vollkommen natürliche Vorkommnisse. Dabei haben Kritiker der UFO-Forschung und Prä-Astronautik sicherlich Recht. Besser gesagt, sie haben zum Teil recht. Andererseits lassen sich nicht alle diese Erscheinungen und „Zeichen am Himmel“ so einfach erklären.

Das soll ein Beispiel von seltsamen “Kugeln am Himmel” verdeutlichen. Wobei es sich hierbei um eine Erscheinung aus dem Jahr 1697 aus Norddeutschland handelt. Denn in diesem erstaunlichen Fall scheint eine natürliche astronomische Deutung ausgeschlossen zu sein. In diesem scheinen tatsächlich UFOs vor Jahrhunderten am Himmel gestanden zu haben.

Warum und was damals geschehen sein soll, das erfahrt Ihr in diesem Video auf Grenzwissenschaft und Mystery Files.

Bleibt neugierig …

YouTube-Video vom 14. März 2019 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

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Paranormales aus dem 19. Jahrhundert: Das dämonische Spukhaus von Dublin und die zwei Studenten

Paranormales im 19. Jahrhundert: das Spukhaus von Dublin (Bild: PixaBay/gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Paranormales im 19. Jahrhundert: das Spukhaus von Dublin (Bild: PixaBay/gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Paranormale Phänomene wie Geister-Erscheinungen oder Spukorte sind Klassiker in der Welt der Grenzwissenschaft und Mystery Files. Denn auch der Glaube an solche Phantome, Seelen Verstorbener und übersinnliche Kreaturen an sich ist sie alt wie die Menschheit. Ein interessantes Beispiel einer solchen „Heimsuchung“ wurde im Jahr 1862 in Irland veröffentlicht. Dabei handelt es sich um unheimliche Spuk-Erscheinungen, die zwei Studenten der Universität während ihres Studiums in Dublin selber erlebten. Erlebnisse in einem scheinbar “verfluchten Haus”, die heute bereits in den Bereich der Märchen gefallen sind. Was damals geschehen und was der Auslöser gewesen sein soll, lest Ihr in diesem Artikel.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die Welt des Unfassbaren

Die Welt des Paranormalen gehört wohl zu den ältesten Themen der Grenzwissenschaft an sich. Egal ob man sie Paranormale Phänomene, Spuk, Geistererscheinungen, Parapsychologie oder kurz PSI nennt, beschäftigen sich seit Jahrhunderten Menschen mit diesen Phänomenen. Lange bevor es die „modernen“ grenzwissenschaftlichen Themen wie Prä-Astronautik, UFOs oder die populäre Form der Esoterik gab.

Geisterjäger“ sind dabei natürlich auch keine moderne Erfindung. Ebenso wie Erscheinungen von mutmaßlichen Geistern, Dämonen oder anderen unheimlichen Wesen und Entitäten. Immer schon gab es Menschen und durchaus auch Orte, die von  solchen Phänomenen und Erscheinungen „heimgesucht“ worden sein sollen.

Ein sehr interessantes Beispiel einer solchen „Heimsuchung“ wurde im Jahr 1862 im „Dublin University Magazin“ veröffentlicht. Dabei handelt es sich um paranormale Ereignisse oder Spuk-Erscheinungen, die nicht genau datiert wurden. Erfahren haben sie zwei Studenten der Universität, die während ihres Studiums in der Aungier Street in Dublin (Irland) lebten.

Das vermeintliche Märchen „Bericht über einige seltsame Turbulenzen in der Aungier Street“ stammt von Joseph Sheridan LeFanu. Er lebte mit seinem Cousin Tom Ludlow während seines Medizinstudiums in einem scheinbar „verfluchten“ Haus in Dublin.

Mehrfach, so LeFanu, erschienen ihm und Ludlow Geister in dem Gebäude, deren Manifestationen von paranormalen Begebenheiten begleitet worden sein sollen. Seltsame Fratzen, „Dämonen“ und erschreckende Erscheinungen spukten hier herum. Und beide Studenten wurden im Schlaf von sonderbaren Träumen und Emotionen geschüttelt. Ein, wie in dem über 20 Seiten umfassenden Bericht betont wird, sehr altes Haus, in dem es offenkundig spukt.

Heimsuchungen!

Eines Tages nahmen die „Heimsuchungen eine regelmäßige Form an“, schreibt LeFanu. Er durchlebte „immer wieder denselben schrecklichen Traum“. „Trotzt tiefster Dunkelheit“ und „mit widerwärtiger Genauigkeit“ erschien permanent eine erschreckende Fratze am Fenster. LeFanu war sich nach einiger Zeit sicher:

Dort ging in unbekannten Räumen, und aufgeführt von unbekannten Wesen, etwas vor sich, was wohl dazu gedacht war, mich zu quälen.

Eines Tages dann konnte der gequälte Zeuge dieses Gesicht am Fenster genauer sehen. Er beschreibt dieses Dämon mit den Worten:

Nach einer Pause von einer bestimmten Länge folgt ein Bild auf das Fenster und blieb dort wie ein Magnet angezogen haften. Bei dem Bild, das auf so geheimnisvolle Weise auf die Scheibe geheftet wurde, handelte es sich um das Porträt eines alten Mannes in einem scharlachfarbenen, mit Blumen bedruckten Morgenmantel. Der Gesichtsausdruck des Mannes stellte eine seltsame Mischung von Verstand, Sinnlichkeit und Kraft dar. Er war düster und voll Bösartigkeit. Die Nase war wie bei einem Raubvogel gebogen. Die Augen, grau und kalt, blickten mit einer tödlichen Grausamkeit drein.

(…) Ich erinnere mich an jede Linie, jeden Schatten, jede Pore dieses steinernen Gesichts. Der Blick dieser höllischen Visage ruhte auf mir, und ich schaute zu dem Gesicht hin, angezogen von der unerklärlichen Faszination, die von solch einem Schreckensbild ausgehen kann.

Was war das für eine „höllische Visage“, nur ein Traum?

Die „höllische Visage“

Diese paranormal anmutende Erzählung erinnert zum Teil durchaus an das bekannte Phänomen der „Bedroom-Visitors“ aus der UFO-Forschung. Das sind jene Berichte aus dem Gebiet der UFO-Entführungen, bei denen mutmaßliche Außerirdische nachts in die Schlagzimmer ihrer Opfer eindringen. Auch sie – die angeblichen Aliens – werden den Berichten/Erzählungen nach häufig als fremdartig-menschlich bis dämonisch geschildert …

Auch LeFanu assoziierte das Gesicht mit etwas Bösem und Sturem, da, so kann man vermuten, die Fratze fremdartig und nicht-menschlich, aussah.

Die seltsame Aussage „angezogen von der unerklärlichen Faszination“ ist heute umso interessanter. Wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass heutige UFO-Entführungsopfer bzw. Zeugen einer nahen Begegnung berichten, sie seien von den Fremden irgendwie „paralytisch“ angezogen worden. Kaum jemand der angeblich in ein UFO verschleppten Menschen konnte sich den hypnotischen Blicken der “Anderen” entziehen.

Am anderen Morgen, so heißt es weiter, sei der Beobachter dieser Fratze „zerschlagen und nervös“ gewesen, was ihm Probleme bereitete „den Pflichten des Tages nachzukommen“. Die Erklärung war für ihn, dass dies wohl irgendwie „mit der Ausstrahlung von Angst zusammenhing, die von diesem seltsamen Phantasiemagorie ausging“.

Und obwohl es zwischen paranormalen Erscheinungen wie eben Geister & Co. und dem UFO-Phänomen Parallelen gibt, entwickelt sich dieser Bericht zu einer klassischen Spuk-Erzählung.

Der skeptische Mitbewohner

Der Mitbewohner Tom Ludlow bekam von diesen schaurigen Erscheinungen udn Phänomenen nichts mit. Allerdings machte er sich „stets über meine Ängste lustig“, wie LeFanu notiert. „Ein Skeptiker, wie er es war, musste einmal ein Lektion erteilt bekommen, und wie das zuging.“ Und die bekam er auch, da auch er das dämonische Wesen sah. Doch, so stellte sich später heraus, nachdem beide das Spukhaus lieber wieder verlassen hatten, es soll der Geist eines Richters Horrock gewesen sein.

Ein Richter, der wie kein anderer Angeklagte zum Galgen brachte und sich letztlich in dem Haus erhängt habe. Durch diesen Suizid wurde das Haus zu einem jener seit undenklichen Zeiten bekannten Spukhäuser. Denn auch nach dem Freitod des Richters hatten zahllose weitere Bewohner und Mieter in der Aungier Street alles andere als Glück. Mehrere Menschen kamen hier ums Leben. Unfälle, Morden und Selbstmorde häuften sich.

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Dreimal will der Skeptiker Ludlow selber den teuflischen Geist gesehen haben, wie er es später erst seinem Cousin umfangreich schilderte. Anders als bei LeFanu war es bei ihm aber so, dass die Gestalt als Ganzes in seinem Zimmer schien. Mal saß sie mit ihrer unheimlichen Fratze nachts in einem Sessel, mal schritt sie für ihn eindeutig und klar erkennbar durch das Zimmer. Ein schreckliches Gesicht, das ich nie vergessen werde“ habe der Geist gehabt. Dieser „teuflische Anblick“ schockierte ihn.

Nach einer Begegnung mit dem „schrecklichen Phantom“ im Treppenhaus, bei dem es eine Galgenschlinge trug, stand fest: In diesem Geisterhaus kann man nicht mehr weiter leben und arbeiten – und so wurde ein neue Wohnung gesucht.

Laut dem Artikel von 1862 haben die beiden erst einige Zeit später erfahren, was es mit dem Haus auf sich hatte. Erst ihre frühere Haushälterin in Dublin erzählt ihr von dem Richter und all den anderen Unglücken, die sich in diesem Anwesen ereignet haben sollen.

Nächtliche und dabei deutliche Schritte, „Monster-Erscheinungen“ (etwa eine riesige „Ratte“ mit menschlichem Gesicht), die Erscheinungen des dämonischen Geistes – all das machte das Haus für die beiden Studenten unbewohnbar.

Gruselhäuser und unruhige Seelen

Die Veröffentlichung mit den Ereignissen ist überaus umfangreich und an dieser Stelle natürlich sehr zusammengefasst. Zweifellos ist sie aber eine klassische Geschichte eines ebenso klassischen Spukhauses. Inklusive unruhiger Seelen, wie Geister-Erscheinung klassische interpretiert werden.

Doch entspricht sie auch der Wahrheit? Das kann niemand sagen. Der Autor des Berichtes betont mehrfach, dass man sie gar nicht beweisen will. Man wolle nur erzählen, was man in diesem Haus als Studenten erlebt habe.

Der Richter, „der in dem Ruf stand, besonders viele Angeklagte zum Galgen geschickt zu haben“, sei hier der Auslöser für all die Ereignisse. „In einem Anfall von geistiger Umnachtung, wie der Leichenbeschauer schrieb“, habe er sich am Treppengeländer des Hauses erhängt. Wurde er so zu einer der viel zitierten  verlorenen Seelen?

Die Geschichte wurde zwar erst vor 157 Jahren von den Augenzeugen selber veröffentlicht, aber eines ist jetzt schon bemerkenswert: In einem Buch mit irischen Sagen und Märchen ist sie wie ganz selbstverständlich neben Erzählungen über Feen, Riesen und anderen Fabelwesen bereits heute zu finden …

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Engel sind wahrlich keine Engel: Das völlig falsche und verzerrte Bild der lieblichen “Boten Gottes” der Bibel

Engel – In Wahrheit waren sie alles andere als Engel. Im Gegenteil! (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In diesen Tagen kurz vor Weihnachten sind sie wieder allgegenwärtig: Die Engel. Niedliche oder besser gesagt kitschige Darstellungen der Boten und Diener Gottes, die wir alle aus der Bibel kennen. Glauben zumindest die meisten Menschen und “Gläubigen”. In Wahrheit sind Engel alles andere als Engel in den alten Schriften und Überlieferungen. Fast alles, was heute als “Engel” gehandelt wird, ist nicht nicht nur falsch und verzerrt, sondern schlicht erfunden und falsch. In diesem Artikel erfahrt Ihr, warum die heutigen Engel schon lange nichts mehr mit ihrem wahren Ursprung zu tun haben – und dass diese Himmelswesen aus dem Hofstaat Gottes das genaue Gegenteil von dem waren, als was sie heute angesehen werden. Eine unangenehme Wahrheit, die von der Kirche längst verdreht wurde …


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Engel sind keine Engel

Jahrtausende alte Schriften und Texte aus dem Nahen Osten erzählen uns von seltsamen Wesen aus dem Himmel. Meistens werden sie darin Himmlische, Söhne Gottes, Gesandte, Göttersöhne, Wächter, himmlische Heerscharen etc. genannt. Heute kennt sie jeder unter ihrem allgemeinen Namen „Engel“.

Das Problem ist nur, dass diese „Abgesandten Gottes“ lange schon ihre wahre Identität verloren haben. Engel von heute sind nur noch Karikaturen ihres wahren Ursprungs. Ein erster flüchtiger Blick genügt hier schon:

Die mythischen Himmlischen sahen in den alten Texten alle ausnahmslos wie wir Menschen aus. Und ohne Ausnahme waren es Männer wie die irdischen Männer. Mit dem Unterschied natürlich, dass ihre Welt eben nicht die Erde gewesen sei, sondern sie vom Himmel kamen. „Engel“ waren demnach alles andere als die asexuellen Gestalten mit Flügeln, Harfe oder Trompete in der Hand, dicken Kinderbäckchen und niedlichen Babygesichtern von heute.

Es ist ein vollkommen verzerrtes oder besser gesagt falsches und erfundenes Bild, dass heute von Engeln in der westlichen Welt vorherrscht. Gerade in der Weihnachtszeit, in der allerorten solche kitschigen Engel-Darstellungen zu sehen sind. Ob in Kirchen, heimischen Wohnungen oder in den Innenstätten: Überall Zerrbilder, die rein gar nichts mit den Engel der alten Schriften zu tun haben.

Gleiches gilt auch für die „moderne“ Art der Engel als Lichtwesen, Schutzengel oder „spirituelle Begleiter“ usw. Solche Ansichten sind ebenfalls Erfindungen und Wunschdenken, die sich aus keinen alten Überlieferungen wirklich herleiten lassen.

Aus diesem Grund lohnt es sich immer mal wieder in Erinnerung  zu rufen, was die alten Texte von diesen Engeln eigentlich so alles erzählen.

Männer sind auch nur Engel

Schauen wir zuerst auf eine spannende Aussage des Propheten Henoch, die wohl kaum jemand kennt. Henoch hält in den nach ihm bekannten Schriften zum Beispiel fest, dass er einst von den „Glorreichen“ von der Erde in die Gefilde des „Höchsten“ entrückt wurde. Engel bzw. „Wächter des Himmels“ nahmen ihn fort und brachten ihn zu Gott. Oder, da Henoch nie den Terminus „Gott“ nutzte, zum „Höchsten“ oder auch den „Alten, des Regenten der Sternenreihen“ (Slawisches Buch Henoch 4,1).

Hier oben im Himmel – außerhalb der irdischen Welt der Menschen – zog er dann die Kleidung der vermeintlichen „Engel“ an, um dann erstaunt an sich festzustellen:

Als ich mich beschaute, war ich wie einer der Glorreichen ohne Unterschied. Furcht und zittern viel von mir ab.“ (Slawisches Buch Henoch 22,10)

Folgerichtig hat der Mensch und Mann Henoch sich nur umziehen müssen, um wie ein Engel auszusehen. Schon das ist mit Blick auf die Engel von heute eine staunenswerte Feststellung.

Eine Ausnahme dieser Männer aus dem All ist aber im Jahrhunderte später entstandenen Koran zu finden. Dort wird von eindeutig weiblichen Engeln gesprochen, die sich sonst nirgendwo finden. So heißt es in Sure 43, Vers 19:

Und sie machen die Engel, die des Gnadenreichen Diener sind, zu weiblichen Wesen.

Solche “weiblichen Engel” sind den älteren Texten des Nahen Osten vollkommen fremd. Eigentlich aber haben Engel im Islam keine festen Körper. Sie seien auch Licht erschaffen worden und damit nicht-materiell.

Thomas von Aquin (1225 – 1274), einer der bedeutendsten Kirchenlehrer und Theologen der Katholischen Kirche, sieht das in seinen Lehren sehr ähnlich. In seinem Werk “Summa theologica, also der “Summe der Thologie” legte r fest, dass Engel immaterielle Wesen des Himmels seien. Sie haben keine Materie, so der Theologe in seinem bedeutenden Standartwerk.

Im Buch Tobit aus dem 2. Jahrhundert vor Christus lesen wir dann aber wiederum, dass die Himmlischen den Menschen glichen. Nicht nur glichen – sie waren identisch mit uns Menschen bzw. den Männern der Menschen:

Tobias ging hinaus, um jemanden zu suchen, der mit ihm nach Medien reisen könnte und dem der Weg vertraut war. Er ging also hinaus und fand Rafaël, den Engel, vor sich stehen. Er wusste aber nicht, dass es ein Engel Gottes ist.“ (Tobit 5,4)

„Junger Mann“ und „Bruder“ nannten Tobias und andere im Verlauf des Textes im Buch Tobit den Engel. Offensichtlich sah er demnach nicht aus, als stamme er nicht der Erde. Flügel, eine Trompete dicke Bäckchen und ein asexuelles und babyhaftes Aussehen war an ihm ebenso wenig zu erkennen. Das wäre Tobias und den anderen Personen der Überlieferung sicherlich aufgefallen.

Engel-Besuch in Sodom

Wie auch bei den drei Engeln von Sodom im 1. Buch Mose.

Laut dem Buch Genesis (Kapitel 18) kamen drei Männer in das Lager von Stammvater Abraham und seiner Frau Sara. Abraham lebte in diesen Tagen als Nomade und Schäfer unweit der verruchten Stadt Sodom. Dass die drei Männer in Wahrheit aber Engel waren, erkannten sie vorerst nicht. Im Gegenteil, da die Familie Abraham die drei Herren erst einmal freundlich als Gäste in ihren Zelten willkommen hieß.

Wie wir wissen, war die zu überprüfende Stadt Sodom eine Stadt voll Sünde und Gotteslästerung. Sie und einige andere Orte der Region wurden letztlich durch den Zorn Gottes vernichtet. Mit fast allen Bewohnern.

Zum Teil wird einer der Männer/Engel später sogar als Gott persönlich angesprochen. Was recht interessant ist, da die Bibelforschung die drei Männer als „Vorzeichen der Dreifaltigkeit Gottes“ deutet. Also Gott, Sohn und Heiliger Geist (was aber eine Erfindung des Christentums ist, die nicht durch die Bibel belegt ist).

Abraham und Sara bewirteten im Folgenden gastfreundlich die drei Engel, die dann weiter Richtung Sodom zogen. Es galt vor Ort zu prüfen, ob die Stadt tatsächlich so sündig und ungerecht sei, wie es den vollkommen menschlichen Engeln zu Ohren gekommen war.

Übrigens sagt die Bibelforschung zu dieser Bewirtung wiederum, dass die Autoren der Geschichte damit lediglich die unter Nomaden verbreitete Gastfreundschaft betonen wollten. Den Umstand, dass Abraham im weiteren Verlauf der Erzählung dann mit Gott/den Engeln um die Anzahl der in Sodom lebenden Gerechten feilscht und handelt – ist nach Bibel-Exegese Ausdruck der im Nahen Osten beliebten Feilscherei …

Zurück zu der Erzählung:

Am Stadttor von Sodom angekommen saß Lot – der Neffe von Abraham – davor (Gen. 19,1ff.). Mit den Worten „meine Herren! Kehrt doch ein in das Haus eures Knechtes“ lud er sie in sein Haus ein. Gastfreundlich eben.

Auf sein Drängen gaben die Engel schließlich nach und kamen mit. Eigentlich wollten sie auf dem Markplatz von Sodom übernachten. Was dann geschah, kennen viele Menschen aus aller Welt:

Noch hatten sie sich nicht niedergelegt, da umringten die Männer der Stadt, die Männer von Sodom, das Haus, vom Knaben bis zum Greis, das ganze Volk von allen Enden der Stadt.

Und sie riefen nach Lot und sagten zu ihm: Wo sind die Männer, die diese Nacht zu dir gekommen sind? Führe sie zu uns heraus, dass wir sie erkennen!“ (Gen. 19,4-5)

Auch hier: Eindeutig vollkommen menschliche Männer diese Engel des Himmels. Immerhin wollten die (männlichen und homosexuellen) Bewohner von Sodom mit ihnen sogar Sex („erkennen“) haben. Selbst als Lot anbot, dass er seine beiden jungfräulichen Töchter zum Sex herausbringen würde, damit man seine Engel in Ruhe ließe, lehnte der Pöbel vor dem Haus ab.

Was sagt die Bibelforschung dazu? Es sei ein indirekter oder verspielter Hinweis darauf, dass Homosexualität gegen Gottes Gebote und eine schwere Sünde sei.

Auf der Suche nach den Engeln der Bibel

Engel des Himmels, die hin und wieder als „Glorreiche“ oder „Wächter“ bezeichnet werden, waren nach diesen Textbeispielen zweifellos Männer. Nicht oder kaum zu unterscheiden von den Männern der Menschen, die damals über die Erde liefen. Und doch glaubt jeder „anständige Christ“ genau zu wissen, was es mit diesen Wesen auf sich hat. Immerhin berichtet ja die Bibel vielfach von ihnen – glauben sie zumindest – und schon die Geburt von Jesus Christus wurde ja von einem Engel verkündet.

Mit diesem „Wissen“ ist die Tatsache erstaunlich, dass man in den Schriften der kanonischen Bibel meist vollkommen vergeblich nach Engeln sucht. Namentlich genannt werden sogar nur vier Männer: Michael, Gabriel, Rafael und den später gegen den Höchsten auflehnenden Rebellenführer Luzifer (s. weiter unten).

Alle Engel von heute wurden später erfunden oder stehen in alten Schriften, die wir heute nicht in der Bibel finden. Wie die Bücher Henoch oder auch das Buch der Jubiläen. Von dort bedienten sich die gläubigen Kirchenväter mit vollen Händen im Pool der Himmlischen. In ihren Lehren oder besser gesagt Irrlehren unterschlagen sie dabei bis heute, was in diesen Texten die Wesen Gottes eigentlich so alles machten.

Sehr umfangreich und im Detail beleuchtet habe ich das im meinem Buch „Rebellion der Astronautenwächter“. Aufgrund des gewaltigen Umfangs des Themas, möchte ich an dieser darauf verweisen.

Der Hofstaat des Herrn

Es soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bibel ganze Scharen von Engeln kennt. Zwar nennt sie keine Namen, aber immer wieder findet der aufmerksame Leser die „himmlischen Heerscharen“. Einen Hofstaat des Herrn voller Engel, deren Anzahl an keiner Stelle exakt benannt ist. Der „Herr der Heerscharen“, wie Gott im Alten Testament auch genannt wird (z. B. in 1. Sam. 4,4), habe tausende von Engeln unter und um sich gehabt. Sagen zumindest einige Texte außerhalb der Bibel.

Konkreter wird es im bereits oben zitierten Buch Tobit. Dort lesen wir in 12,15 zumindest von sieben Anführern (ohne Namen):

Denn ich bin Rafaël, einer von den sieben Engeln, die vor die Herrlichkeit des Herrn treten dürfen.“

Nur sieben dürfen das? Eine klare Hierarchie der Engel im Himmelreich der Glückseligkeit. Was aber auch nicht von der modernen Bibel-Lehre abgestritten wird. Warum sich aber niemand der Gläubigen fragt, weshalb es im himmlischen Reich Gottes eine Hierarchie unter den Glorreichen geben soll, ist zumindest mir schleierhaft.

Der Hofstaat des Herrn aus seinen Helfern und Helfershelfern ist gleichzeitig eine himmlisches Ratsversammlung. Eine Glaubensvorstellung, die wir von den alten Völkern Mesopotamiens bis zu den Römern und Griechen überall vorfinden: Ein Chef-Gott und ein Stab von Beratern, Unter-Göttern, Himmlischen oder eben Engeln. Dazu mehr in dieser Artikel-Reihe HIER.

Im Neuen Testament ist dazu eine recht interessante Spur zu finden, da dort eventuell die Anzahl der Berater am Himmels-Hof genannt ist. In der Offenbarung heißt es, dass der Herr einen Ältestenrat von 24 Getreuen um sich versammelt hatte:

Und rings um den Thron waren 24 Throne, und auf den Thronen saßen 24 Älteste, bekleidet mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern goldene Kronen.“ (Off. 4,4)

Solche Überlieferungen passen natürlich auch nicht in das heutige Bild der Engel, die ihren Herrn umgeben. Der Allmächtige bedarf doch eigentlich keinen Ältestenrat, Berater oder überhaupt Boten als Mittler seines Willens. Sollte man denken.

In einem beliebten viel genutzten Handbuch zur Bibelforschung liest sich das so:

Im Alten Testament bedeutet Söhne Gottes immer die Wesen, die zum Hof oder Heer Jahwes gehören ihm dienen und seine Boten sind.“

Beispielsweise im 1. Buch der Könige in Vers 22,19:

Ich sah Jehova auf seinem Throne sitzen, und alles Heer des Himmels bei ihm stehen, zu seiner Rechten und zu seiner Linken.“

Ein Angehöriger des Stabes um Gott war natürlich auch der Engel Luzifer. Bevor man ihn verteufelte. So erfahren wir im Buch Hiob 1,6 über eine Versammlung des Herrn mit seinem Engel-Hofstaat Folgendes:

Es begab sich aber eines Tages, da die Söhne Gottes vor den Herrn zu treten pflegten, dass auch der Satan unter ihnen kam.“

Hier steht die Bezeichnung „Satan“ für den Engel Luzifer.

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Guter Bote …

Göttersöhne“ (s. weiter unten), „Söhne des Höchsten“, „Wächter“ … alle diese Bezeichnungen für Engel und ihren Staat sind zwar selten in der Bibel, aber durchaus vorhanden. Sie finden sich ausführlich bei Henoch & Co. Zugleich sind es eben die Boten Gottes, wie es auch der Name „Engel“ sagt, was vom griechischen „ángelos“ stammt und so viel wie „Bote“ oder „(Ab)Gesandter“ bedeutet. Wer diese Schriften und biblischen Texte auch nur etwas genauer kennt, der weiß, dass die Bezeichnung als „Bote“ durchaus zutreffend ist. Immerhin treten diese Himmels-Männer als Botschafter des Herrn auf.

Im Koran sind Engel ebenfalls Diener. Mittler und Boten Gottes. (z. B. Sure 43:19 Sure 16:2 oder Sure 21:26), was eigentlich nicht weiter verwundern sollte. Immerhin entstand der Koran nach und aus den jüdisch-christlichen Texten und der Bibel. Das Judentum und das Christentum sind die Grundlage des Koran und Islam.

Besonders erfreulich war ihre Botschaft natürlich im Neuen Testament, wo sie die berühmte „Frohe Botschaft“ verkündet haben.

Als laut der „Weihnachtsgeschichte“ das leere Grab Jesus Christus entdeckt wurde, waren sie da, um die Botschaft der Auferstehung zu überbringen. Ein oder zwei von ihnen. Laut dem Evangelium des Markus (16,5) trafen die drei Frauen Maria, Maria Magdalena und Salome im Grab „einen jungen Mann“ an, „der mit einem weißen Gewand bekleidet war“. Ein Engel, der vom Himmel kam und laut Matthäus Evangelium (28,3) „wie der Blitz“ ausgesehen haben soll und ein „Gewand weiß wie Schnee“ trug. Lukas indes erzählt in 24,4 von „zwei Männer in strahlendem Gewand“, die am leeren Grab erschienen seien.

Auch hier zeigt sich die Betonung der fremdartigen oder zumindest außergewöhnlichen Kleidung dieser Männer vom Himmel.

Übrigens konnte auch Luzifer als rebellierender Engel gegen Gott wie ein Blitz vom Himmel fahren. Jesus selber habe das gesehen, wie er es zu Lebzeiten seinen Jüngern sagte:

Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen.“ (Lk. 10,18)

Die Männer des Himmels standen laut Bibel zum Teil sogar unter Termindruck. Zumindest kann man so Daniel 10,13-14 deuten. Hier offenbart sich Daniel ein ihm fremder Engel, obwohl zuvor „Michael, einer der ersten Fürsten“ mit ihm Kontakt hatte. Jetzt aber kam dieser andere Himmlische, um die Mission weiter zu führen. „Einer, den Menschenkindern gleich“ übrigens.

… schlechter Bote

Wenn die Bibel und verwandte Überlieferungen Gott als „Herr der Heerscharen“ benennt, sollte der genaue Leser eigentlich ebenfalls stutzig werden. Hier ist nicht von den Scharen des Herrn im Sinne von Gott die Rede, sondern von einem Herr – und damit von einer kriegerischen Organisation! Ein Heer ist nichts anders als Militär oder eine Armee.

Überspitzt aber dennoch wahrheitsgemäß ausgedrückt, stellen wir uns also zu Weihnachten Soldaten/Krieger in die Wohnzimmer und Kaufhäuser. Mit ihren goldenen Haaren, Flügelchen und kindlichen Aussehen mag man es gerne vergessen. Vor allem angesichts der Botschaft, die schließlich ein oder zwei der Himmels-Krieger am leeren Jesus-Grab nach der Auferstehung den Anwesenden verkündet haben.

Anders erging es erneut dem Propheten Henoch, als dieser von zwei Wächtern in den Himmel geholt wurde. Er sah dort nämlich beispielsweise das:

Inmitten des Himmels sah ich bewaffnete Scharen, die dem Herrn mit Pauken und Zhmbeln fortwährend Lob sangen. Ich ergötzte mich an ihnen.“ (Slawischens Buches Henoch 17,1)

Wer sich bis hierhin noch nicht von dem Bild der Engel in den Köpfen der westlichen Welt verabschiedet hat, sollte es spätestens jetzt. Bleiben wir aber bei der Bibel als „Quelle“ des Engel-Bildes.

Im Buch Numeri lesen wir die Geschichte von Bileam, wie er zu König Balak reisen wollte. Kein König, der dem Volk Israel wohlgesonnen war, wohlgemerkt. Der Herr wollte dieses Treffen unterbinden „und wurde zornig, weil Bileam mitging“. Also sandte er einen seinen Botschafter aus „und der Engel des Herrn trat Bileam in feindlicher Absicht in den Weg“ (Num. 22,22). Und Bileam „sah den Engel des Herrn auf dem Weg stehen, mit dem gezügten Schwert in der Hand“, heißt es daraufhin später im Buch Numeri 22,31.

Während das Erlebnis von Bileam noch harmlos war, ist das, was das 2. Buch der Könige überliefert, schon eine ganz andere Kategorie. In den Texten heißt es, dass der assyrische König Sanherib 701 vor Christus den Jerusalemer König Heskija/Hiskia bedrohte und ihm eine Art Ultimatum zukommen ließ. Laut 2. Kön. 19,14-16 aber auch Jes. 37,14-20 nahm König Hiskia die Drohschrift der Assyrer und trug sie mit der Bitte um Hilfe Gott mittels der Bundeslade im Tempel vor.

Laut der Überlieferung in der Bibel hat der Höchste den Hilferuf des Königs auch gehört. Also schickte der Herr einen seiner Engel, der die Sache auf „göttliche Art“ erledigen sollte:

In jener Nacht zog der Engel des Herrn aus und erschlug im Lager der Assyrer 125.000 Mann. Als man am nächsten Morgen aufstand, fand man sie alle als Leichen.“ (2. Kön. 19,35)

Ob Wahrheit oder Fiktion: Das sind die Geschichten, die die Bibel über Engel aus dem Hofstaat Gottes überliefert!

Sex-Lüsterne Engel

Auch wenn im Zeitalter der Aufklärung bzw. im 19. Jahrhundert einige Künstler Engel weiblich darstellten, waren sie es nicht. Ganz besonders zeigt sich das bei ihrem allerersten Auftreten in der Bibel überhaupt, wo sie direkt das moderne Engel-Bild zunichte machten.

Dort lüsterte es ihnen nach Sex mit den Frauen der Menschen auf der Erde, mit denen sie unbedingt Kinder zeugen wollten. Für angeblich aus Licht von Gott geschaffene und nicht-materielle Wesen schon eine durchaus verblüffend menschliche Schwäche dieser Engel.

Beschrieben ist das im 1. Buch Moses ab 6,1 in nur vier Versen. Wir erfahren dort, dass sich vor der Sintflut die Menschheit verbreitete und die „Töchter der Menschen schön waren“. Da „sahen die Göttersöhne, wie schön die Menschentöchter waren, und sie nahmen sich von ihnen allen Frauen, die sie auswählten“, wie es die Bibel weiß. Riesen habe es damals gegeben, „nachdem sich die Göttersöhne mit den Menschentöchtern eingelassen und diese ihnen Kinder geboren hatten“, so Gen. 6,4.

Da im Zuge dieser Vermischung der abtrünnigen Engel mit menschlichen Frauen angeblich die „Bosheit des Menschen zunahm und das alles Sinnen und Trachte seines Herzens immer nur böse war“, wollte Gott alle töten. Deshalb habe er die Sintflut geschickt, denn es „reute es den Herrn, auf der Erde den Menschen gemacht zu haben“ sagt Gen. 6,6.

Überaus detailliert schildern diese Geschehnisse biblische Texte außerhalb der Bibel und auch Schriften aus den Höhlen von Qumran. Auslöser für alle diese Ereignisse war der Wunsch einer Gruppe von himmlischen Engeln nach Sex mit Menschenfrauen. Sie planten eine Rebellion gegen den Höchsten der Ratsversammlung und „diesen Plan nicht aufzugeben, sondern ihn auszuführen“. So sagt es das äthiopische Buch Henoch in 6,4 beispielsweise. Oder an anderer Stellen:

Sie gingen zu den Menschentöchtern auf der Erde, schliefen bei den Weibern und verunreinigten sich; dann machten sie sie mit allen Arten von Sünden bekannt. Die Weiber gebaren Kinder und dadurch ward die ganze Erde von Blut und Ungerechtigkeit erfüllt.“ (Äthiopische Buch Henoch 9,8-9)

Alle anderen bei ihnen nahmen sich Weiber, und jeder von ihnen wählte sich eine aus. Dann begann sie, zu ihnen zu gehen und sich an ihnen zu verunreinigen. (…) Sie wurden schwanger und gebaren Riesen, die 3.000 Ellen groß waren. Diese verzehrten alle Vorräte der anderen Menschen. Als aber die Leute ihnen nichts mehr geben konnten, wandten sich die Riesen gegen diese und fraßen sie auf.“ (Äthiopische Buch Henoch 7,1-4)

Insgesamt seien es 200 Himmlische gewesen, „die in Jareds Tagen zum Gipfel des Hermonsberges herabstiegen“ erzählt Henoch. Diese Engelschar wurde von 19 namentlich genannten Anführern befehligt, wobei sich ihnen auch „Semjasa, ihr Oberster“ trotz anfänglicher Bedenken anschloss.

Wirklich kein „engelhaftes“ Verhalten der Himmlischen.

Göttersöhne

„Göttersöhne“ sind eine uralte Bezeichnung für die heutigen Engel. Im frühen Judentum bzw. den Schriften der Bibel steht sie für ein Pantheon von himmlischen/göttlichen Wesen. Den Hofstaat oder die die Entourage von Gott als Höchsten. Hierzu finden sich zahlreiche sehr deutliche Parallelen zu benachbarten Völkern der biblischen Autoren. Erinnerungen an urzeitliche Götterwesen im Himmel, wie es die Bibelforschung sieht.

Allerdings sollen diese Göttersöhne nicht nur vor der Flut auf der Erde gewesen sein, sondern auch in historischer Zeit. So heißt es im Buch Daniel in 3,25:

Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen und sie sind unversehrt; und der vierte sieht aus, als wäre er ein Sohn der Götter.

Angeblich soll das der babylonische König Nebukadnezar gesagt oder gesehen haben. Eine geschichtlich belegte Person also. Wobei das Buch Daniel aber fraglos eine apokalyptische Schrift ist, die bekanntermaßen angeblich „codierte Visionen“ beinhalten. Daniel nennt wie andere Propheten auch die Göttersöhne aber auch Wächter. „Und siehe, ein heiliger Wächter fuhr vom Himmel herab“, lesen wir dort in 4,10. Und in 4,20 heißt es, „dass aber der König einen heiligen Wächter gesehen hat vom Himmel herabfahren“ wäre.

Verständlich, dass „Söhne der Götter“ (vor allem wenn sie Sex mit Menschenfrauen haben) im Monotheismus der Bibel bei Juden und Christen ein Problem sind. In der Septuaginta, der ältesten bisher bekannten durchgehende Übersetzung der hebräisch-aramäischen Bibel, war man deshalb ganz geschickt bei der Verschleierung dieser unangenehmen Aussagen. Hier setzte man einfach „Engel Gottes“ als „Übersetzung“ ein. Zum Beispiel bei Hiob in 1,6, wo der Höchste seinen Hofstaat inklusive Luzifer zusammenkommen lässt.

Bei anderen erhaltenen Übersetzungen wie etwa Texten in Griechisch sind unliebsame Feststellungen mit „Söhne des Himmels“ wiedergegeben. Etwa jene, in denen die Göttersöhne sich mit den irdischen Frauen vereinigten in Gen. 6,1-4. Jüdische Rabbiner haben diese sogar als „Söhne der Richter“ gedeutet, um ihnen so jegliche Verbindung zu Gott und dem Himmel abzuerkennen.

Damit wurden aus diesen außerirdischen und göttlichen Wesen des Himmels – Menschen. Nur wären dann auch die Engel der Christenheit Menschen …

Gefallene Engel

All dies taten die Göttersöhne in den Tagen vor der Sintflut, als laut Buch Genesis Henoch lebte. Der Anführer dieser Rebellen ist heute unter den Namen Luzifer, Teufel oder schlicht Satan jedem einen Begriff. Jener Engel vom Hofstaat Gottes, der sich gegen seinen Herrn aufrührte und so vom Himmel verstoßen wurde. In der christlichen Tradition wurde daraus später der „Fall der Engel“.

Hier ist sich die Bibelforschung einig, dass sich die „gefallenen Engel“ auch und vor allem aus den Texten außerhalb der Bibel herleiten. Die vier knappen Verse im Buch Genesis sind nur „mythologische Reste“ dieser himmlischen Sünder und ihrer Menschenfrauen. Auch darin ist man sich einig. Einig ist man sich auch, dass Luzifer ihr Anführer war und dessen „Fall“ mit Textstellen in der Bibel über den Sturz des „Morgenstern“ verbunden wurde.

Luzifer beutet vom Lateinischen „Lichtbringer“. Einer der vielen Gründe, weshalb verschiedene Übersetzungen der Bibel und einige der ersten Kirchenväter Luzifer mit dem Morgenstern gleichstellen oder direkt übersetzten. Oder umgekehrt.

Ohne hier zu sehr ins Detail gehen zu wollen, wandelte sich der Engel Luzifer und der Morgenstern im Laufe der Zeit bei den Übersetzern zum Satan. Wirklich Gleichgestellt wurde der Lichtbringer Luzifer mit dem Satan aber erst in späterer Zeit. Hier vor allem in außerbiblischen Büchern, wie etwa „Leben Adam und Evas“. Wieder ein Buch also, das nicht in der Bibel zu finden ist, doch dessen Inhalt in den kirchlichen Lehren und Traditionen übernommen wurde.

Was aber in diesem Zusammenhang am Rade durchaus interessant ist, ist der Umstand, dass sich Jesus Christus in der Offenbarung (22,16) selber als „strahlender Morgenstern“ bezeichnet. Tatsächlich sah man deshalb im frühen Mittelalter Luzifer sogar als einen Beinamen von Jesus selber an.

Im Evangelium des Lukas sagt Jesus wiederum:

Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen.“ (Lk. 10,18)

Passend für einen Lichtbringer.

„Satan“ ist eigentlich für den Anführer dieser rebellierenden Engel ein nicht minder treffender Name. Im Hebräischen bedeutet „ha-Satan“ so viel wie „Widersacher“. Genau das war er mit seiner  Schar Engel, die vom Himmel zu den Menschenfrauen kamen, ja auch. Erst die aufkommende christliche Engelslehre im 4. und 5. Jahrhundert formte nach und nach das heute bekannte Bild der „gefallenen Engel“.

Sie fielen ja durchaus tatsächlich.

Und zwar vor den Augen ihres Höchsten, gegen die sich meuterten um auf die Erde zu kommen. Ein Zurück gab es für diese 200 Wächter nicht mehr, wie es die Schriften und jüdische Sagen berichten. Henoch als weiser und tugendhafter Mann wurde sogar vom obersten Herrn dazu berufen, dass er als Mensch als Mittler zwischen herabgestiegenen Engeln und ihm fungieren solle. Als Diplomat und Botschafter zwischen Himmel und Erde.

So preist zum Beispiel auch das Buch der Jubiläen in 4,22 Henoch aufgrund seiner Taten mit den Worten:

Er zeugte gegen die Wächter, die mit den Menschentöchtern sündigten. Denn jene begannen, den Menschentöchtern beizuwohnen, so dass sie befleckt wurden, und Henoch zeugte gegen sie alle.“

Keine Gnade für die Engel!

Dass der Höchste über den Fall oder besser Abfall seiner Engel von ihm mehr als nur zornig war, lesen wir etwa in drastischen Gottesworten wie diesen:

Henoch, du Schreiber der Gerechtigkeit, geh hin und verkünde den Himmelswächtern, die den hohen Himmel, die heilige ewige Stätte verließen, sich mit Weibern nach Menschenart verunreinigten, sich Weiber nahmen und so großes Verderben auf die Erde brachten:

Sie werden weder Frieden noch Verzeihung finden. So oft sie sich über ihre Kinder freuen, werden sie die Ermordung ihrer Lieblinge erleben und über den Untergang ihrer Kinder seufzen; sie werden immerdar bitten, aber weder Gnade noch Frieden erlangen!“ (Äthiopisches Buch Henoch, 12,4)

Und so führte der „Fall der Engel“ auch laut Alten Testament zu Sintflut und „das Ende allen Fleisches“, wie es der Herr beschloss.

Schon sonderbar, was die „Ur-Engel“ getrieben haben sollen, und was die christliche Engelslehre aus ihren und ihrem „Fall“ machte. Dabei sagt schon das Alte Testament selber, dass Gott seinem Hofstaat nicht traute:

Siehe, selbst seinen Dienern vertraut er nicht, und seinen Engeln legt er Irrtum zur Last.“ (Hiob 4,18)

Auch das offensichtlich eine unpassende Aussage für ein (christliches) Himmelreich der Glückseligkeit bei Gott. Wobei es aber nicht so war, dass die Engel, Wächter, Göttersöhne, Boten – oder welchen ihrer Namen man auch bevorzugen mag – nicht wieder versuchten zurück in den Himmel kommen. So lesen wir bei Henoch in seiner Funktion als Mittler zwischen Erde und Himmel unter anderem folgende Passage:

Sie (die Wächter des Himmels, L.A.F.) baten mich (Henoch, L.A.F.), für sie eine Bittschrift zu schreiben, damit ihnen Verzeihung zuteil würde, und ihre Bittschrift vor dem Herrn des Himmels vorzulesen. Denn sie konnten von da an nicht mehr mit ihm reden, und ihre Augen zum Himmel erheben aus Scham über ihre Sünden, derentwegen sie gestraft wurden. So verfasste ich ihre Bitt- und Flehschrift (…).“ (Äthiopisches Buch Henoch 13,4-6)

Genutzt hat es bekanntlich nichts. Schließlich sind Engel eigentlich auch nur Menschen, wenn es heißt:

Es wurden ja die Menschen ganz gleich wie die Engel geschaffen (…)“ (Äthiopisches Buch Henoch 69,11).

Da sollte es auch nicht verwundern, dass diese Wesen sich nach den Frauen der Irdischen sehnten. Nicht nur weil es offensichtlich keine Frauen unter den Engeln gab. Auch deshalb, da beide „Spezies kompatibel“ waren. Die Söhne des Himmels waren aber laut einigen Schriften „Riesen“. Sicher nicht hoch wie ein Kirchturm, wie man sie aus Märchen und Sagen kennt, aber offenkundig größer als die Menschen der damaligen Zeit. Schon 2 Meter Körpergröße war von Jahrtausenden durchaus ein Riese.

Im Slawischen Buch Henoch (18,1) erfahren wir auch dazu etwas.

Als der Prophet auf dem Weg zum Höchsten durch die Himmelsregionen flog sah er „viele Scharen Wächter; ihr Aussehen glich den Menschen; sie waren größer als die größten Riesen.“ So sollte es nicht verwundern, dass laut 1. Buch Moses und zahllosen außerbiblischen Überlieferungen die Kinder der Engel mit den Menschenfrauen zu Riesen heran wuchsen. Halb-Engel vom enormen Wuchs, der mit Sicherheit nicht 3.000 Ellen betrug, wie weiter oben zitiert.

Dies wären immerhin rund 1,5 Kilometer Körpergröße …

Und die guten Erzengel?

Jetzt könnte man einwenden: Gut, diese Engel waren nun wirklich keine Engel. Aber es gibt ja in der Bibel die Erzengel; also die Guten.

Leider stimmt auch das so nicht.

Von den drei in der Bibel genannten Engeln (plus Luzifer) ist einer ausdrücklich der Chef. Es ist der Engel Michael, der in Judas 9,9 als „Erzengel Michael“ bezeichnet wird. Rafael und Gabriel werden zwar in der Bibel ausdrücklich als Engel bezeichnet, aber nur als einfache Engel. Alle anderen Erzengel, die man heute vor allem in der weltweiten Tradition unterschiedlicher christlicher Strömungen findet, sind pure Erfindungen.

Die christliche Tradition machte aber auch Rafael und Gabriel kurzerhand einfach so zu Erzengeln. Ebenso Uriel, den wir natürlich nirgends in der Bibel finden. Wie auch die ganze Armee von Engel-Namen bzw. Erzengeln wie Zedakiel, Anael, Sychael, Phlogotheel ,Rumiel, Pantasaron und viele weitere mehr. Ausnahmslos alles Fake-Engel.

Erst im 6. Jahrhundert erfanden die frühen Christenväter die heutige Engelslehre, die sich „Pseudo-Dionysius Areopagita“ nennt. Hierin wurde versucht der Welt der himmlischen Boten eine Struktur und vor allem eine Hierarchie zu geben. Eine Ordnung mit Gott an der Spitze und von da weiter abfallenden niederen Engeln. In den heute erhaltenen frühen Kirchen erkennt man diese erfundene Hierarchie sehr gut an den prachtvollen Innengemälden.

Bei den ersten Engel-Darstellungen ist es interessant, dass diese auch keine Flügel haben. Zum Beispiel zu finden in den Katakomben von Rom aus dem 3. Jahrhundert, in denen die ersten Christen auch ihre Toten bestatteten.

Nur findet man bekanntlich eine Vielzahl an Wächtern inkl. Namen in den Texten außerhalb der Bibel, von denen bei Henoch 19 explizit als „Anführer“ bezeichnet werden. Ein Chaos unter den Himmlischen, denn auch die außerbiblischen Schriften wurden selbstverständlich von den frühen Christen gelesen. Und selbst Jesus zitiert Henoch.

Im Jahr 745 wollte Papst Zacharias mit all dem Schluss machen. Er verbot auf einem Konzil in Rom kurzerhand die Anbetung irgendwelcher Engel/Erzengel von außerhalb der Bibel. Offizielle Lehre des Christentums sei es fortan, dass ausschließlich die drei Engel der Bibel namentlich bekannt sein dürfen und damit auch verehrt werden sollen. Und zwar als Erzengel.

Erzengel sind Befehlsgeber

„Erz“ bedeutet „Beginn“ oder „Führung“, weshalb ein Erz-Engel nichts weiter als ein „Führungs-Engel“ ist. Eben exakt wie jene 19 Anführer bei Henoch. In der Bibel wird es aber recht mühsam eine echte Hierarchie und überhaupt Erzengel namentlich zu finden. Rafael und Gabriel sind es schon mal nicht, auch wenn es die Kirche heute so lehrt. Dass es aber Führer-Engel gab, dass weiß die Bibel in der Tat, weshalb Erzengel an sich richtig sind.

Im Buch Sacharja 2,7-8 findet sich im Alten Testament dazu ein erster Hinweis. Hier steht eindeutig geschrieben, dass ein Engel dem anderen Engel einen „Befehl“ erteilt:

Und siehe, da trat der Engel, der mit mir redete, hervor und ein anderer Engel trat auf, ihm entgegen. Er sagte zu ihm: Lauf und sag dem jungen Mann dort (…)“

Zumindest in den Augen des Kirchenvaters Isidor von Sevilla um das Jahr 600 zeugt diese Passage von einfachen und befehlenden Engeln. Zweifellos nachvollziehbar, was auch folgende Passage aus dem biblischen Buch Josua 5,13-15 unterstreicht:

Als Josua bei Jericho war und die Augen erhob, schaute er und siehe: Ein Mann stand vor ihm, mit einem gezückten Schwert in der Hand. Josua ging auf ihn zu und fragte ihn: Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden?

Er antwortete: Nein, ich bin der Anführer des Heeres des Herrn. Ich bin soeben gekommen. Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde nieder, um ihm zu huldigen, und fragte ihn: Was befiehlt mein Herr seinem Knecht?

Der Anführer des Heeres des Herrn antwortete Josua (…)“

Ein Name dieses Soldaten-Engel wird leider nicht verraten. Aber dieser führt das Heer Gottes, da schließlich auch der „Allmächtige“ Krieger besaß, wie oben gesehen. Vielleicht war es sogar der Engel Michael, da dieser im Slawischen Buch Henoch 33,10 als „Heerführer“ bezeichnet wird. Da Michael in der Bibel der einzige Himmlische mit der Stellung „Erzengel“ ist, könnte das sehr gut zutreffen. „Michael und seine Engel kämpften“ weiß denn auch die Offenbarung in Vers 12,7.

Auch wenn er nur einer von vielen ist oder war. So sagt das Bibel-Buch Daniel in 10,13, dass „Michael, einer der ersten unter den Fürsten“ sei. Folgerichtig gab es noch andere Führer der Heerscharren des Herrn, dessen Namen die Bibel leider ungenannt lässt.

Erzengel sind damit lediglich Befehlshaber, die den niederen Engeln Aufgaben und Aufträge erteilen. Wie es die Engelslehre der Kirche auch sagt. Sie führt auch weiter aus, dass normale Engel für die einfachen Botschaften von Gott an einen Menschen zuständig sind. Erzengel für Botschaften an ganze Völker oder die Menschheit selbst. Und natürlich gehört dieser Erzengel, da es nur einen davon in der Bibel gibt, nicht zu den „gefallenen Engeln“. Er steht in der Bibel bekanntlich weiterhin im Dienst des Höchsten.

Unheimliches aus dem Neuen Testament

Ein durchaus mulmiges Gefühl sollten Gläubige bekommen, wenn sie im Neuen Testament nachschlagen. Da Michael als Führungs-Engel laut Dogma als Künder von Botschaften für die ganze Menschheit fungiert, warum sucht man ihn dann bei Jesus Auferstehung vergeblich? Keine Spur von seinem Namen als Erzengel am leeren Grab Jesus Christus, wo nur von „Männern“ die Rede ist.

Es wird aber noch unheimlicher, sofern man es so ausdrücken möchte:

Im Evangelium des Lukas (1,26-38) lesen wir von der wundersamen Ankündigung, dass Maria schwanger werden und einen Sohn bekommen wird. Gott habe sie „unter allen Frauen auserwählt“ und sie werde „einen Sohn zur Welt bringen“. „Jesus soll er heißen“, offenbart es der Engel der erschrockenen Maria. Scheinbar eine eher „einfache Botschaft“ für einen niederen Boten des Herrn. Warum sonst schickte er nicht Erzengel Michael zu der kommenden Mutter von seinem Sohn, sondern den Engel Gabriel, wie es dort zu lesen ist?

Schaut man im „bedeutendstes Lexikon der wissenschaftlichen katholischen Theologie im deutschsprachigen Raum“ nach, findet man eine erstaunliche Aussage in diesem Zusammenhang. Im „Lexikon für Theologie und Kirche“, einer Standardwerk von rund 2.700 Theologen und Mitarbeitern, erfährt man zu Erzengel, dass diese im Neuen Testament überhaupt nicht vorkommen können. Im Aramäischen und Hebräischen, den Sprachen des Neuen Testaments, gibt es keine Entsprechung für das aus dem Griechischen stammende Wort „Erzengel“.

Was es nicht gibt – kann man auch nicht in Worte fassen.

Und die guten Schutzengel?

Es gibt natürlich noch eine weitere Kategorie der himmlische Heerscharen, die heute vor allem in der Esoterik bis auf das Äußerste strapaziert werden: Die Schutzengel.

Von diesen Schutzengeln finden wir natürlich auch keine Namen in den Schriften der Bibel. Keiner der drei bekannten Bibel-Engel noch Luzifer wird irgendwo als „Schutzengel“ oder ähnliches bezeichnet. Es ist aber nicht schwer anhand zahlreicher Aussagen des Neuen und des Alten Testament solche Schutzengel herzuleiten. Immer wieder griffen Engel bei diversen Gelegenheiten schützend, helfend oder rettend ein. In der Apostelgeschichte „öffnete während der Nacht“ ein Engel sogar „die Türen des Gefängnisses und führte sie hinaus“ und verhalf so den Jüngern Jesu zu Flucht.

So haben laut Bibel immer wieder Engel irgendwie in die Geschicke der Menschen eingegriffen: Mal Feine ermordet, mal Nahrung gebracht, mal Propheten in misslichen Situationen geholfen usw. Es gehörte auch zu ihren Aufgaben, die der Herr ihnen gegeben haben soll:

Denn er bietet seine Engel für dich auf, dich zu bewahren auf allen deinen Wegen.“ (Ps. 91,11)

Von solchen Aussagen auf die Idee einer Engel-Klasse der „Schutzengel“ zu kommen, war vor allem für die frühen Christen ein Leichtes. Immerhin hat Jesus selber in seinem berühmten „Gleichnis vom verlorenen Schaf“ laut Matthäus-Evangelium 18,10 gepredigt:

Seht zu, dass ihr keines dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.“

Zur Ehrenrettung der Engel gibt es sie also – die guten Wächter des Himmels. Aber das stand niemals in Abrede. Im Gegenteil, denn der hinterhältige Plan den Höchsten zu umgehen, um sich mit den Frauen der Menschen einzulassen, wurde nicht von allen durchgeführt. Die Überlieferungen lassen keinen Zweifel daran, dass einige im Himmel bei ihrem Obersten blieben. Im Kern eine Aussage, die schon Jahrtausende vor der Bibel von anderen Kulturen des Nahen Ostens überliefert wurde, wie detailliert HIER ausgeführt.

Engel – Eine Bilanz

Mit Sicherheit ist in diesem Beitrag das schwierige Thema nicht in all seinen Punkten umfangreich durchleuchtet. Sollte es auch nicht, da es an anderen Stellen bereits getan wurde ( z. B. HIER, HIER, HIER , HIER, HIER & HIER). Einige Punkte wurden auch ganz ausgelassen. Trotz vieler nachträglicher Streichungen in diesem Artikel werden auch die wenigsten alles oder bis hierher gelesen haben …

Resümierend ist die Bilanz aber ernüchternd.

„Engel“ waren ursprünglich nichts weiter als außerirdische/himmlische Männer aus dem Hofstaat Gottes, die sich Sex mit menschlichen Frauen wünschten, um so Kinder zu zeugen. Natürlich gegen den Willen ihres Höchsten, so dass eine Gruppe der Himmlischen unter ihrem Anführer „Satan“ sich gegen diesen verschworen.

Von diesem sündigen Plan waren die Wächter vom Hof Gottes  nicht abzubringen und schworen diesen „nicht aufzugeben, sondern ihn auszuführen“. Ihren Weg zurück in die Reihen der im Himmel gebliebenen Engel und vor allem zum Höchsten hatten sie sich damit für immer verbaut.

Sie, ihre Kinder und die ganze Menschheit einschließlich aller auf der Welt lebenden Riesen mussten vernichtet werden. Tiere inklusive, da der Herr eine Flut zu deren Untergang schicken wollte.

Im Verlauf des Christentums wurde aus diesen alten Überlieferungen der „Fall der Engel“ und aus ihrem Anführer der Fürst der Hölle – Satan. Trotzdem pflegt man bis heute den Glauben an die guten Engel, von denen sich aber nur bescheidene drei in der Bibel finden. Von diesen wiederum ist nur einer ein machtvoller Erzengel und damit ein Chef-Himmlischer. So ein richtiger „Engel“ im heutigen Sinn war aber auch er ebenso wenig, wie alle anderen namenlosen Engel der Bibel. Erzengel Michael ist als Soldatenführer beschrieben, als ein Befehlsgeber des Heeres des liebenden und friedlichen Allmächtigen …

Urtümlich stammt der vielschichtige Engels-Glaube aus Schriften außerhalb der Bibel, worin sich die Bibelforschung einig ist. (Noch früher aus Mythen Mesopotamiens, was hier außen vor blieb!) Genau das sind aber die Quellen, die von den sündigen Machenschaften dieser Gottessöhne erzählen und die Gott damit nicht unter Kontrolle hatte. Und genau das erfährt weder der angeblich fromme Kirchengänger noch der Bibelleser überhaupt in den Schriften. Nur im 1. Buch Moses in wenigen Versen, die so gar nicht nach Engeln klingen und überlesen werden. Obwohl in diesen exakt das steht, was zur Rebellion im Himmel gegen den Herrn führte.

Industrienationen-Engel von heute sind nichts als Phantasie, Propaganda und sogar Lügen. Niedliche und bis zur Unkenntlichkeit verzerrte Darstellungen, die keine Entsprechung in der Bibel haben. Obwohl es selbstverständlich Texte mit geflügelten Wesen um den fliegenden Thronwagen des Herrn gibt, die mit Posaunenlärm und Lobgesagt seine Landungen ankündigen usw. Nur am Rande: Das sollen laut Engellehre Himmlische sein, die noch weiter in der Hierarchie oben stehen.

Kein einziger Engel in den Schriften ist eine Frau oder trägt einen Frauennamen. Es finden sich auch nirgends Kindlein, Babys, Mädchen, Jungen oder geschlechtlich undefinierbare Kreaturen, wie wir sie heute allerorten sehen müssen. Alle Diener des Herrn waren männlich und sahen aus wie die Männer der Menschen. Wahrscheinlich sogar nahezu identisch, wenn auch größer. Ihre hier und dort erwähnte „strahlend weiße“ Kleidung passt erfrischender Weise zu den beliebten Weihnachtsengeln. Schließlich war der Mann oder Jüngling im leeren Jesus-Grab auch so angezogen.

Doch ein „Engel“ war eigentlich keiner der Engel …

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Der John Frum-Kult der Südsee: Wer war der Gott “John Frum” aus dem “Paradies” USA? +++ Gast-Artikel +++

Der John-Frum-Kult der Südsee: Wer war der Gott aus dem "Paradies namens USA"? (Bilder: W.-J. Langbein / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Prozession zu Ehren des John Frum-Kult auf der Insel Tanna in der Südsee: Wer war der Gott aus dem “Paradies namens USA”? (Bilder: W.-J. Langbein / Bearbeitung: Fischinger-Online)

In einem bisher unveröffentlichten Artikel berichtete ich vor einigen Jahren unter anderem über einen ganz  besonderen religiösen Kult auf der Insel Tanna im Pazifik: Prinz Philip, Herzog von Edinburgh und Ehemann der Königin von England, wird in diesem als eine Art Gottheit bzw. Sohn eines lokalen Berggeistes verehrt. Ein überirdisches hellhäutig Wesen, dass einst über das Meer auf die Insel kam. So, wie es Prinz Philip einst tatsächlich tat. Solche Religionen nennt man allgemein hin “Cargo-Kulte” und sie sie fußen zum Teil in den früheren Kolonialbestrebungen der Europäer. In diesem Gast-Artikel berichtet mein Kollege Walter-Jörg Langbein von einem  ähnlichen Kult in der Südsee, den er sich vor Ort angesehen hat. Der Kult um den Gott, Geist, Messias “John Frum”, der einst aus einem gelobten Land “USA” auf die Insel gekommen sei. Ein spannender Ausflug in die Welt der religiösen Bewegungen, die möglicherweise nicht ganz umsonst an die Ideen der “Götter aus dem All” anklingt. Warum – lest Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Der rätselhaft “John Frum-Kult” der Südsee

Gast-Artikel von Walter-Jörg Langbein nach dem Buch “Monstermauern, Mumien und Mysterien(Zusammenfassung und zu Beginn leicht gekürzt)

Reise in die Südsee

Die Anreise war eine Tortur: Frankfurt – Amsterdam –Tokio – Guam – Pohnpei – Kosrae – Honolulu – Sydney – Port Vila (Vanuatu) – Tanna.

Nicht die Sehnsucht nach sandigen Südseestränden hat mich mit einigen wackeren Reisegefährten ins ferne Melanesien geführt. Es waren auch keine archäologischen Rätsel, die vor Ort zu ergründen waren. Es war ein geheimnisvoller Kult, der uns die weite Reise hat antreten lassen: der ominöse John-Frum-Kult lockte uns nach Tanna.

Jedes Jahr wird diesem John Frum am 15. Februar gehuldigt. Wie lange noch? Langsam aber sicher passt sich das Christentum der seltsamen Religion an, um irgendwann den fremden Glauben dem christlichen einzuverleiben.

Anno 1774 wurde James Cook auf das Eiland von Tanna gelockt: von nächtlichem Glühen „in den Wolken“. Die Quelle des rötlichen Lichts war rasch ausgemacht: Es rührte von Yasur, einem Vulkan. James Cook wollte mit seiner Mannschaft den Vulkankegel erklimmen. Doch die einheimische Bevölkerung hinderte ihn daran. Das Gebiet sei durch ein mächtiges Tabu geschützt und dürfe nicht entweiht werden. „Dort hausen die Seelen der Verstorbenen!“ erfuhr James Cook.

Yasur – Der Mittelpunkt der Welt

Die Anhänger des John-Frum-Kults sind überzeugt, dass der Yasur-Vulkan den Mittelpunkt der Welt darstellt. Aus der glühenden Lava, die der Yasur einst ausgespuckt hat, sei die Welt entstanden. Auch heute ist der Yasur noch mehr als imposant. Sein Hauptkrater hat einen Durchmesser von etwa 300 Metern und ist rund 100 Meter tief. Durchschnittlich alle drei Minuten wird ein glühender Klumpen zähflüssigen Materials empor gespuckt. Abends und nachts ist dieses natürliche Feuerwerk wirklich sehr imposant.

Unter dem Krater des Yasur-Vulkans lebt nach Überzeugung der Anhänger des John-Frum-Kults nicht etwa der von den Christen verteufelte Satan… sondern der göttliche Sohn. Und diesem positiven Wesen wird jeden Freitag gehuldigt. In einer größeren Hütte versammeln sich die Gläubigen. Sie lauschen andächtig Musikanten… Gitarren kommen zum Einsatz. Es erklingen aber keine schleppenden Kirchenlieder. Stattdessen erschallt frohe, mitreißende Musik. Die Menschen strahlen ruhige Gelassenheit, aber auch frohe Heiterkeit aus.

Uns wenige fremde Besucher nehmen sie wie selbstverständlich in ihren Kreis auf. Jung und alt tanzen um die Hütte herum. Schon kleine Kinder sind dabei.. wie auch altehrwürdige Greise. Die Feiern dauern bis zum Morgengrauen.

John Frum-Kult Bild 1
John Frum-Kult auf Tanna (Bild: W.-J. Langbein)

Alle Jahre aber werden am 15. Februar besondere Rituale gefeiert. Mehr oder minder die gesamte Anhängerschaft John Frums ist dann zugegen, wenn verschiedene Gruppen stampfenden Schritts um den Festplatz marschieren. Sie vollführen dabei Sprünge im Rhythmus der Musik. Und alles geschieht in einer seltsamen Mischung aus heiterer Gelassenheit und stillem Ernst… zu Ehren von John Frum. Die stechende Sonne scheint den Anhängern John Frums nichts auszumachen.

Wer war John Frum?

Wer aber war dieser John Frum?

Ein göttlicher Sohn, der unter dem Vulkankrater lebte… wird immer wieder von seinen Anhängern verkündet. Ein Messias-Wesen, das den Menschen den ursprünglichen Glauben brachte. Eine göttliche Gestalt, die einst zu den Menschen von Tanna kam. Sie werde, so habe John Frum versprochen, dereinst wieder kommen und den Menschen von Tanna eine paradiesische Zeit bescheren. Ein rotes Kreuz auf weißem Grund sei, so hört man oft von seinen Anhängern, sei das heilige Zeichen John Frums.

Ein christlicher Missionar fragte einen John-Frum-Anhänger herablassend: „Du wartest auf die Rückkehr von John Frum? Wie lange schon?“ – „Seit fast fünfzig Jahren!“ Der Missionar erkundigte sich weiter: „Dein Vater… wie lange wartet der schon auf die Wiederkehr John Frums?“ – „80 Jahre!“ Kopfschüttelnd lachte der Missionar: „Du glaubst immer noch, dass John Frum wieder erscheinen wird… nachdem er 80 Jahre ausgeblieben ist?“ Die Antwort des John-Frum-Anhängers ließ das Gelächter des Missionars verstummen: „Man sagt, dass ihr Christen seit 2.000 Jahren auf die Wiederkehr eures Messias wartet. Und ihr meint immer noch, dass er doch noch erscheinen wird, obwohl er sich schon zwei Jahrtausende nicht hat blicken lassen?“

John Frum-Kult Bild 2
Prozession des John Frum-Kult auf Tanna (Bild: W.-J. Langbein)

Wer war John Frum? Oder: Wer ist John Frum? Beim Jahresfest der John-Frum-Anhänger am 15. Februar fällt auf, wie die einzelnen Männer-Gruppen marschieren: im Gleichschritt, mit geschulterten Fahnen und Holzstangen. Die Männer-Gruppen haben ganz und gar nichts Tänzerisches an sich. Sie wirken kriegerisch-militärisch. Manche scheinen sich dabei um einen grimmig-ernsten Gesichtsausdruck zu bemühen. Alkohol trinken sie keinen. Und so klappt es mit geradezu preußisch exaktem Gleichschritt.

Ohne Frage: Die Umzüge der Männer haben etwas Strenges, Militärisches an sich, auch wenn die „Soldaten“ barfuß und mit bloßem Oberkörper marschieren. Hat John Frum etwas mit Militär zu tun?

GI John

Zum Jahresfest der John-Frum-Bewegung marschieren bei den Feierlichkeiten auf dem Festplatz immer wieder Männergruppen auf, bei denen es sich um Kopien von Parademärsche zelebrierende Soldaten zu handeln scheint. Die Männer sind allerdings eher leger gekleidet (barfuß, bloßer Oberkörper). Und anstatt von Gewehren schultern sie Holzstöcke.

Und in der Tat: die John-Frum-Anhänger imitieren US-Soldaten. Warum?

Um 1940 wurden in der Südsee, wohl auch auf Tanna, amerikanische Soldaten stationiert. Die Fremden zeigten sich den Einheimischen gegenüber freundlich. Sie beschenkten sie reichlich. Die Einheimischen nahmen die Gaben – vom Kaugummi bis zur Konservendose – gern entgegen. Und sie staunten nicht wenig über die scheinbare Allmacht dieser Besucher. Kamen sie nicht mit metallenen Vögeln vom Himmel? Offenbar verfügten sie über Zauberkräfte! Ohne Magie kann kein Mensch fliegen. Und ohne Zauber konnte niemand aus den Leibern dieser künstlichen Vögel unerschöpfliche Mengen an kostbarem Frachtgut zu Tage fördern.

Die Verständigung zwischen den Einheimischen und den amerikanischen Soldaten erfolgte in erster Linie über Zeichensprache. Man redete mit Händen und Füßen. Und die amerikanischen Soldaten stellten sich immer wieder vor… „I’m John from America!“ mag so mancher GI verkündet haben, denn der Vorname John ist sehr häufig. „I’m John frum Idaho…“ mag der eine GI verkündet haben, „I’m John From Michigan…“ ein anderer. Und so hörten die Einheimischen immer wieder „John from…“ Also verpassten sie den Besuchern aus einer fremden Welt den Namen „John from“, woraus schließlich „John Frum“ wurde.

„John Frum“ marschierte mit geschultertem Gewehr. John Frum trug Uniform. Auf dieser Uniform standen Zeichen, Buchstaben: „USA“. Die Einheimischen imitieren seither die amerikanischen Soldaten, indem sie „uniformiert“ mit Holzstöcken über der Schulter auf und ab marschieren. Und sie schreiben sich „USA“ auf Brust oder Rücken: große wie kleine John-Frum-Anhänger tragen stolz auf nackter Haut die goldenen Lettern „USA“.

Göttliche US-Soldaten

Die Bewohner von Tanna und anderen Südseeinseln kombinierten: Einst wurden sie von einem mächtigen göttlichen Wesen besucht. Dieses Wesen konnte zaubern. So wie die amerikanischen Soldaten. Also identifizierten sie die amerikanischen GIs mit göttlichen Wesen. Eines Tages verabschiedeten sich die Besucher, von denen sie so viele Geschenke erhalten hatten. Sie versprachen, wieder zu kommen. Doch die spendablen Fremden blieben aus.

Prozession des John Frum-Kult auf Tanna (Bild: W.-J. Langbein)
Prozession des John Frum-Kult auf Tanna (Bild: W.-J. Langbein)

Jetzt fingen die Einheimischen an, John Frum zu imitieren. Er sollte erkennen, dass man ihm huldigte. Also marschierte man auch so wie er. Man versuchte sich so zu kleiden wie er, tätowierte oder malte sich „USA“ auf den Rücken und erhob ein mythisches Vogelwesen zum Kultobjekt. Und wie einst von “John Frum“ wurden Fahnen gehisst, es wurde salutiert und man marschierte vor den Fahnen auf und ab.

John Frum aber blieb aus. Schließlich erinnerten sich jene, die John Frum noch leibhaftig erlebt hatten: John Frums metallenes Flugvehikel landete auf straßenartigen Bahnen. Konnte John Frum nicht wieder auf die Insel zurückkehren, weil es keine Landebahnen mehr gab? Also legten die Einheimischen Landebahnen an. Sie imitierten nicht nur die Soldaten, sondern auch die Techniker der Amerikaner. So bastelten sie aus Holz Walkie talkies, sprachen in die Kästchen hinein, in der Hoffnung, John Frum würde sie erhöhen.

Der frühere Neuguinea-Missionar Dr. Friedrich Steinbauer erkannte nach langen Jahren der intensiven Forschung, dass der John-Frum-Kult von Tanna kein lokales Kuriosum einer einzelnen Insel darstellt. Es handelt sich vielmehr um eine in der Südsee weit verbreitete Heilserwartung. Dr. Steinbauer machte immerhin 185 ganz ähnliche Kulte ausfindig, in deren Zentrum stets ein Heilsbringer mit magischen Kräften steht.

Und diesen spendablen Heilsbringer möchte man zur Rückkehr auf die Insel bewegen.

Cargo-Kulte

Weil es bei all diesen Kulten um die erhofften Gaben geht, die sich die Anhänger der verschiedenen Gruppen erhoffen, bezeichnet man sie alle als „Cargo-Kulte“. Cargo steht dabei für das Frachtgut, das John Frum einst gebracht haben soll… und das er morgen oder übermorgen wiederum seinen Anhängern schenken soll.

Ein christlicher Missionar erklärte mir eines Abends auf Tanna den angeblichen wesentlichen Unterschied zwischen John-Frum-Glauben und Christentum. Der John-Frum-Kult sei profan und primitiv, ziele er doch – ganz anders als der christliche Glaube – nur auf materiellen Gewinn. Dabei hat der fromme Mann wohl vergessen, dass auch der christliche Glaube stark materialistisch geprägt ist. So lesen wir in den Evangelien nach Markus (Kapitel 10, Verse 29 und 30) und nach Lukas (Kapitel 18, Verse 28-30), dass den Anhängern des Messias Jesus irdischer Reichtum versprochen wird. Wer sich dazu entschließt, Jesus zu folgen, wer als Jünger des Jesus irdischen Besitz aufgibt, der wird bald – noch zu Lebzeiten – „hundertfach empfangen Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter und Äcker“.

Mitte der Vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts erklärte sich ein gewisser Neloiag zum „wiedergeborenen John Frum“. Er verkündete: die Wundervögel mit unermesslichen Reichtümern werden uns wieder besuchen, wenn wir sie einladen. Nach den Anweisungen von Neloiag wurden breite und lange Straßen für die künstlichen Vögel geschaffen. Mit Feuereifer wurde gearbeitet. Die Landebahnen wurden immer wieder verlängert und breiter gemacht… ohne Erfolg.

Als immer mehr Gefolgsleute Neloiag den Gehorsam versagten, drohte er mit drakonischen Strafen. Die Abtrünnigen würden ein schlimmes Ende finden. Aus den metallenen Vögeln würden Bomben abgeworfen, um sie zu vernichten. Die Strafe blieb aus, die Arbeiten wurden eingestellt.

Andere Gruppen kam zu der Überzeugung, sie seien zu reich. John Frum, so glaubten sie, komme nur zu Armen. Also versuchten sie, so mittellos wie nur möglich zu leben. Es kam sogar vor, dass die eigenen Hütten niedergebrannt wurden… in der Hoffnung, dass dann John Frum wieder erscheint und die wahren Anhänger reich beschenkt. Auch derlei drastische Maßnahmen veranlassten John Frum nicht, zu seinen Anhängern zurückzukehren.

John Frum vs. Jesus Christus

Der John-Frum-Kult aber lebte weiter… bis in unsere Tage. Und immer wieder werden die Buchstaben „USA“ auf die Rücken von John-Frum-Anhängern gemalt. Offenbar ist das Zeichen „USA“ zu einem Symbol für John Frum geworden, für das magische Wesen, das dank Zauberkraft Reichtum schenken kann.

Der John Frum-Kult - zu Ehren der Heimat des "Gottes" USA (Bild: W.-J. Langbein)
Der John Frum-Kult – zu Ehren der Heimat des “Messias”: USA (Bild: W.-J. Langbein)

Sehr zum Verdruss christlicher Missionare ließ sich der John-Frum-Glaube nicht verbieten noch verdrängen. Zu stark ist er im Bewusstsein der Bevölkerung verankert. Also änderten die Missionare ihre Methodik. Sie bekämpften nicht mehr den John-Frum-Glauben. Sie verkünden seit Jahren, John Frum sei nicht ein beliebiger Messias, der den Menschen Glückseligkeit bringen wird. John Frum sei kein anderer als Jesus, der von den Christen erwartete Messias. Und die christlichen Verkünder beteiligen sich an den Jahresfeiern der John-Frum-Bewegung.

Und so marschieren John-Frum-Anhänger der alten Schule als Pseudo-Soldaten in Uniform zum Jahresfest auf… gefolgt von Anhängern eines christlichen „John Frum“. Letztere stellen John Frum passionsspielartig als Gekreuzigten dar, der zu den Menschen von Tanna kommt. Ich beobachtete vor Ort folgendes kleines Theaterstück auf dem „großen Festplatz“:

Menschen arbeiten auf ihrer Insel (Tanna) auf dem Felde. Sie schuften, fristeten ein kärgliches Dasein. Ein Schiff taucht auf. Die Insulaner werden überfallen. Sie sollen als Sklaven verschleppt werden. Doch Hilfe naht. Jesus erscheint. Er trägt sein Kreuz.. er ist der Gekreuzigte. Die Menschen sehen ihn. Sie streben auf ihn zu. Schließlich fallen sie vor Jesus auf die Knie. Sie beten ihn an. Sie wenden sich Jesus als dem Messias zu. So verschmelzen nach und nach John Frum und Jesus zu einer Person.

Als ich den Jahresfeiern der John-Frum-Religion beiwohnte, war mir nicht klar, wer da auftrat: John Frum als Jesus oder Jesus als John Frum? Am Ende wird dann wohl aus dem John Frum namens Jesus… der Jesus der christlichen Kirche werden. Ob dann die fröhlichen Tänze zu Ehren von John Frum noch aufgeführt werden?

Wohl kaum!

Ein Chamäleon namens Kirche

Auch am Abend ist es noch schwül. Die drückende Hitze macht das Atmen schwer… die hohe Luftfeuchtigkeit lässt die Kleidung am Körper kleben. Ich stehe in einer großen Gruppe von Anhängern des John-Frum-Kults. Wir beobachten die Jahresfeierlichkeiten der Glaubensgemeinschaft. Die Menschen sind fröhlich und doch auch ernst. Unsere kleine Gesellschaft wird vorbehaltlos aufgenommen. Wir, in der aus unserer Sicht exotischen Südsee, sind hier die Exoten. Wir sind hier die „Heiden“.

Es wäre erfreulich, wenn wir in unseren Gefilden Fremde so freundlich behandelt würden… wie uns das in der Südsee widerfahren ist! „Die Kirche hat einen guten Magen, hat ganze Länder aufgefressen, und doch noch nie sich übergessen.“ So lässt Johann Wolfgang von Goethe Mephistopheles im Faust (Faust 1, Spaziergang) sagen.

Viele Jahrhunderte bedeutete Kirchenpolitik irdisches Machtstreben. Möglichst viele fremde Länder galt es zu erobern und mit dem eigenen Glauben zu beglücken. Die Zeiten haben sich geändert. Aber nach wie vor wird missioniert. Nach wie vor will jede Kirche die Zahl der eigenen Gläubigen erhöhen. Aber oft ist in fernen Gefilden ein eigener Glaube heimisch, den man dort nicht so gern aufgeben möchte. Da hat das Christentum eine wirksame Methode entwickelt. Heute werden Andersgläubige nicht mehr wahlweise zwangsgetauft oder als Ketzer verbrannt.

Wie ein Chamäleon passt die Kirche den eigenen Glauben dem fremden an, wo sie den fremden Glauben nicht verdrängen kann. Auf Tanna wird ein Messias „John Frum“ verehrt. Christliche Missionare machen aus John Frum den christlichen Messias Jesus… und hoffen, dass so der ursprüngliche Messias nach und nach vergessen wird.

Der Messias aus den USA

Gern verlachen gerade christliche Kritiker den John-Frum-Kult. Gehe er doch eindeutig auf den Besuch von amerikanischen Soldaten auf Tanna zurück. Nicht bestritten werden kann die militärische Prägung der John-Frum-Feierlichkeiten. Da wird militärisch marschiert, da werden Fahnen gehisst und durch Strammstehen geehrt.

Die „Uniformen“ der gewöhnlichen John-Frum-Jünger sind eher schlicht und ohne Pomp. Die Männer tragen mehr oder minder einheitliche Hosen von mehr oder minder ähnlicher Farbe. Sie gehen mit energischen Schritten barfuß und mit bloßem Oberkörper um den Festplatz. Die Zuschauer harren geduldig am Rand des Zeremonialplatzes aus. Einige suchen Schatten in schilfgedeckten Unterständen. Alkohol trinkt niemand. Alle bleiben nüchtern.

Eine Ausnahme in Sachen Kleidung stellt der Chief der Jahresfeier dar: Er trägt eine geradezu imposante Uniform, stets würdevoll und ernst dreinblickend. Eine breite Schärpe schmückt die breite Brust, an der Orden auszumachen sind.

Was uns merkwürdig vorkommen mag: Warum wurde aus dem US-Soldaten „John Frum“ so etwas wie eine Messiasgestalt, auf die die Anhänger des Kults heute noch warten? Der Journalist Albrecht Joachim Bahr beschrieb die ersten Kontakte von Tanna-Bewohnern mit Flugzeugpiloten im 20. Jahrhundert so:

Der Chief der Jahresfeier zu Ehren von John Frum (Bild: W.-J. Langbein)
Der Chief der Jahresfeier zu Ehren von John Frum (Bild: W.-J. Langbein)

Sie tragen Fliegermontur. Ihre Sonnenbrillen blitzen in der gleißenden Sonne. Für die Einheimischen müssen sie wie Götter erscheinen, die Hilfsgüter bringen und versprechen, wiederzukommen und sodann mit ihren Flugmaschinen wieder verschwinden. Die Eingeborenen warten bis heute auf die Wiederkehr der Besucher aus einer ganz anderen Welt.

Der „John-Frum-Kult“ entstand keineswegs aus dem Nichts, als amerikanische Soldaten zu den Menschen von Tanna kamen. Gewiss, eine religiöse Bewegung wurde um 1940 unter dem Namen „John-Frum-Kult“ bekannt. Die Regierung verbot den Glauben zunächst. Christliche Missionare bekämpften ihn wütend. Konkurrenz, die sich großer Beliebtheit erfreute, empörte die Vertreter jener Religion, die sich Toleranz und Nächstenliebe auf die wehenden Fahnen geschrieben haben. 1952 wurden Anhänger der John-Frum-Bewegung ins Gefängnis gesteckt.

Dessen ungeachtet wurde fünf Jahre später ganz offiziell die „John-Frum-Glaubensgemeinschaft“ gegründet. Erst 1957 bekam eine alte religiöse Bewegung nur ihren neuen Namen als „John-Frum-Religion“.

Kapitän James Cook: Ein Gott

In der Südsee muss es einen uralten Glauben gegeben haben, in dessen Zentrum ein hilfreicher, den Menschen wohlgesonnener Gott stand. Er kam offenbar in uralten Zeiten zur Erde und verabschiedete sich wieder… nicht ohne zu versprechen, dereinst wieder zu kommen. So hielt man im 18. Jahrhundert Kapitän James Cook für einen göttlichen „John Frum“ als er am 13. April 1769 mit seinem Schiff „Endeavour“ vor Tahiti ankerte. Damals glaubten die Einheimischen, Gott Rongo sei zurückgekehrt. Einst habe sie Rongo mit seinem Wolkenschiff besucht… und nun sei er wieder erschienen.

Rongo, so wird überliefert, gehörte einer göttlichen Trinität an: Rongo, Rangi und Papa. „Rangi“ war Vater Himmel, „Papa“ war „Mutter Erde“ und „Rongo“ war der göttliche Sohn.

Am Abend löste sich die Veranstaltung langsam auf. Eine Gruppe von teilweise noch kleinen Kindern und Jugendlichen marschierte in die Dunkelheit. Der John-Frum-Kult soll überleben… Dafür wollen die führenden Männer und Frauen dieser religiösen Bewegung sorgen…

Bei strömendem Regen trat ich die „Rückreise“ vom Festplatz von Tanna zu meinem „Urwaldbungalow“ an… zu nächtlicher Stunde. Nach einem glutheißen Tag und einem kaum kühleren Abend schaukelte der alte Pickup über die marode „Straße“ durch die Nacht. Es regnete… immer stärker. Die Scheinwerfer tasteten sich wie zu kurz geratene schwächliche Finger durch die Dunkelheit. Ich stand auf der glitschigen Ladefläche und hielt mich krampfhaft fest. Ein orkanartiges Gewitter setzte ein. Es goss wie aus gewaltigen Kübeln und wenige Minuten später war ich bis auf die Haut durchnässt. Ich genoss die Abkühlung… und den abenteuerlichen Transport.

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Die Fahrt zog sich hin. In Kilometern gemessen war die Entfernung bescheiden. Aber bei den erbärmlichen Straßenverhältnissen und dem schauderhaften Wetter wurde daraus eine größere Reise. Wir kamen wir nur sehr langsam voran.

In den Monaten vor meiner Reise in die Südsee hatte ich unzählige Werke über die dortigen Religionen, Mythen und Mysterien gelesen. In jener Nacht kamen mir verblüffende Gedanken…

Rongo bedeutet in der Maori-Sprache: Frieden! Wie sich doch die Bilder ähneln: „Rongo“ alias „Frieden“ entspricht Jesus, dem göttlichen Sohn, der den Menschen Frieden bringen wollte. Gott Rongo war aber nicht das „Original“. Ihm vorausgegangen war Karaperamun. Karaperamun soll einst das erste Leben hervorgebracht gebracht haben. Zu Ehren von Karaperamun tanzten seine Anhänger… so wie „John Frum“ auch heute noch in Tänzen gehuldigt wird.

Die erfundene Dreifaltigkeit Gottes

Es lohnt sich, über die christliche Trinität („Dreifaltigkeit“) nachzudenken.

Sie ist um Jahrtausende älter als das Christentum. Erst seit dem fünften nachchristlichen Jahrhundert wird sie als reine „Männergruppe“ angesehen. Fakt ist: Das biblische Dreiergespann Gott, Sohn und Heiliger Geist hatte Vorläufer: In der uralten sumerischen Religion wird die Götterhierarchie durch ein Dreigespann, bestehend aus An, Enlil und Enki, angeführt.

Die Priesterschaft im babylonisch-assyrischen Raum übernahm die göttlichen Drei als Anu, Ellil und Ea. Auch die alten Ägypter verehrten ein göttliches Dreigespann: Osiris, Isis und Horus.

Bei den Römern dominierten zunächst Jupiter, Mars und Quirinus. Und in den ältesten indischen Texten, in den so genannten Veden, bestimmen Agni, Vayu und Surya die kosmischen wie die irdischen Geschicke. Selbst im Buddhismus sind eindeutig vergleichbare Strukturen zu erkennen.

Im christlichen Volksglauben allerdings wird die Dreifaltigkeit, die niemand wirklich zu verstehen vermag, als eine fromme Lehre christlichen Ursprungs gesehen. Gegen diesen Irrglauben geht die Kirche allerdings nicht vor…und das, obwohl es in der Theologie keinen Zweifel daran gibt, dass die Trinität weit älter als die Bibel ist. Mehr noch: Die wissenschaftliche Theologie lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass in der Bibel selbst die Trinitätslehre gar nicht vorkommt!

So muss der Theologe M. R. De Haan in seinem Werk „508 Answers to Bible Questions“ (ohne Ortsangabe 1982) zugeben:

Es gibt keinen Vers in der Bibel, der aussagt, dass Gott eine Dreifaltigkeit ist, bestehend aus drei Personen.

Damit vertritt er keine moderne Außenseiterposition, sondern die allgemeine wissenschaftliche Lehrmeinung, die auch der Theologe Karl-Heinz Ohlig teilt. 1999 brachte er es in seinem Buch „Ein Gott in drei Personen?“ (Mainz 1999) auf den Punkt. Kurz und bündig: Die Lehre von der Dreifaltigkeit „besitzt keinerlei biblische Grundlage“.

Ihren Ursprung hat die Lehre von der Dreifaltigkeit in uralten Zeiten… als Göttinnen Himmel und Erde beherrschten. Zu Zeiten des Matriarchats gab es Göttinnen-Triaden. Damals bestand die Dreifaltigkeit aus drei Göttinnen. Über alle Grenzen der Kulturen hinweg gab es sie. Mannigfaltig sind ihre Namen: Ereshkigal, Inanna und Nana zum Beispiel. Die drei Göttinnen wurden vor Jahrtausenden von den alten Sumerern verehrt und angebetet.

Der “Heilige Geist” war eine Frau

Auf Tanna hat die Göttin „Papa“ („Mutter Erde“) überlebt. Die christliche Trinität besteht aus Gottvater, Sohn und Heiligem Geist. Was kaum jemand weiß: der „Heilige Geist“ war ursprünglich weiblich. Was kaum jemand weiß: In einer uralten christlichen Kirche wird die Dreifaltigkeit dargestellt als Gottvater, Gottsohn und als eine – Frau.

Der “Heiligen Geist” in der Kirche von Urschalling aus den Jahren 1160 bis 1200: eine Frau! (Bild: W.-J. Langbein)

Unweit von Prien am Chiemsee liegt das Dörfchen Urschalling. Der ländliche Weiler bietet im kleinen Kirchlein eine echte Sensation. Errichtet wurde das Gotteshaus zwischen 1160 und 1200. Nicht ganz klar ist, wann die frommen Fresken angebracht wurden. Um 1550 jedenfalls wurden sie jedenfalls übermalt… und erst 1923 zufällig wieder entdeckt. Im Verlauf der Jahrhunderte wurden einige von ihnen stark beschädigt oder ganz zerstört, als die kleinen Fenster vergrößert wurden.

Warum wurden die kostbaren Malereien übertüncht?

Als ein „Sakrileg“ wurde wohl die „heilige Dreifaltigkeit“ hoch oben im Gewölbe erachtet: Da wurde vor mehr als einem halben Jahrtausend eine seltsame „Gestalt“ verewigt, bestehend aus einem Unterkörper und drei Oberkörpern. Das Wesen hat nur zwei Hände und ein Übergewand, aber drei ganz unterschiedliche Oberkörper. Man erkennt rechts „Gott Vater“ mit weißem Bart, links Jesus mit blondem Bart und – in der Mitte – den „Heiligen Geist“.

Und der „Heilige Geist“ ist eindeutig als Frau dargestellt: mit weichen weiblichen Formen, langem femininen Haaren und vollem Busen.

Auf Tanna erkannte ich: Religionen sind nichts Statisches. Sie verändern sich ständig gehen ineinander über. Glaubensinhalte sind nicht auf alle Ewigkeiten fixiert. Sie sind stetigem Wandel unterworfen. Einst herrschten Göttinnen am Himmel. Mit dem Monotheismus kam der Herrschergott.

Und doch leben die Göttinnen weiter: im uralten Südseeglauben als „Mutter Erde“, im Christentum als „Heiliger Geist“, der eigentlich eine „Geistin“ war!

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Märchen oder mehr? Ein Geschenk des Himmels, unsichtbare Menschen und rätselhafte Flugreisen zu Feen-Festen in eine fremde Welt

Ein Geschenk des Himmels, unsichtbare Menschen und rätselhafte Flugreisen zu Feen-Festen in einer anderen Welt (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Die einen nennen sie schlicht Sagen und Märchen. Andere Mythen oder einfach (europäische) Folklore. Wieder andere verborgene Wirklichkeiten und Erinnerungen aus einer längst vergangenen Zeit. Recht haben sie dabei alle. Die meisten Märchen und Sagen beinhalten “versteckte Wahrheiten” aus grauer Vorzeit, die heute immer wieder in den entsprechenden Überlieferungen aus aller Welt gesucht werden. Eingehüllt in einem Schleier von Symbolen, Gleichnissen und  Metaphern suchen nicht nur Märchen-Forscher diesen wahren Kern hinter den Geschichten. Auch Grenzwissenschaftler und Mystery-Forscher fahnden nach diesen und werden dabei nicht selten fündig. So auch bei einem überaus sonderbaren Märchen aus Ungarn, das an dieser Stelle vorgestellt werden soll. Auch in dieser Sage finden sich Kern-Elemente, die im Sinne der Prä-Astronautik vielleicht wahr sein könnten. Welche das sind, lest Ihr in diesem Artikel.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Vorab: Etwas geschichtlicher Kontext

Im Jahr 1850 veröffentlichte Heinrich Christoph Gottlieb Stier seine Sammlung “Ungarische Sagen und Märchen” in Berlin. Stier hatte diese Erzählungen aus dem Erdelyischen selber ins Deutsche übertragen.

Erdelyischen? Erdelyisch, in ungarisch Erdély, ist eine Region im heutigen Rumänien. Genauer gesagt im legendären Gebiet von Transsylvanien in den südlichen Karpaten, wo einst der Roman-Graf Dracula gelebt haben soll. Siebenbürgen ist ein weiterer bekannter Name der rumänischen Region, in der in der Mitte des 19. Jahrhunderts die berühmten Habsburger herrschten.

Weite Gebiete des südlichen Nachbarlandes Ungarn waren einst Teil dieses Großfürstentum Siebenbürgen. Um 1848 kam es in Ungarn und auch Rumänien zu Revolutionen, die sich gegen die Vorherrschaft von Österreich(-Ungarn) und damit der Habsburger wandten. Ein Land und eine Region mit einer überaus wechselhaften Geschichte, weshalb wir in Rumänien beispielsweise bis heute deutschsprachige Ortsnamen etc. finden.

In Ungarn wiederum leben bis heute Nachfahren aus dieser österreichisch-ungarischen Epoche, die selbst Jahrzehnte des Kommunismus mit ihren Familien überstanden haben. Andere Konflikte sowie die beiden Weltkriege natürlich ebenso.

Genau jene Jahre in der Mitte des 19. Jahrhunderts waren auch die Jahre einer gewissen Elisabeth Amalie Eugenie, Herzogin von Bayern. Sie wurde nach der Hochzeit mit ihrem Cousin Franz Joseph I. aus dem Haus Habsburg-Lothringen im Jahre 1854 Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn. Heute kennt Elisabeth Amalie Eugenie in Deutschland wohl jeder unter ihrem Kino-Namen: “Sissi”.

Rumänien, Österreicher und Ungarn langen im Jahr der Veröffentlichung des Märchens von Stier längst im Streit. Die “Ungarnesierung” des Landes, nach dem ungarischen Wort für ihr Land Magyarisierung genannt, erregte landesweit Widerstand und Unruhe. Die mehr als wechselvolle Geschichte dieser Regionen wirft auch ein etwas anders Licht auf das Märchen. Es stammt nicht aus dem Land Ungarn, so wie wir es heute kennen, sondern aus den Karpaten bzw. Transsylvanien.

Eine gebirgigen Region, mit teils schroffen, hohen und schwer zugänglichen Bergen und schier endlosen und undurchdringlichen Wäldern. Das Gegenteil des heutigen Ungarn. Aber für den Verlauf der folgenden Erzählung ein interessanter geographischer und landschaftlicher Kontext.

Der fromme Schafhirte und der Zauber-Pelz

Heinrich Stier sein “ungarisches” Märchen erzählt, wie ein armer Mann einen frommen Sohn hatte, der seinem Tagewerk als Schafhirte nachging. Irgendwie war der Hirte aber mit sich und der Welt unzufrieden und “stieß er tiefe Seufzer gegen den Himmel aus”. Die blieben nicht ungehört:

Auf ein leises Geräusch sah er hinter sich, und der heilige Petrus trat ihm entgegen als ein alter grauer Mann.

“Petrus”, also eine Figur, die christlicher kaum sein könnte, fragte dem seufzenden Schäfer, was er sich wünschen würden. “Einen Pelz, in dem man einen nicht sieht, wenn man sich drein wickelt”, war einer seiner Wünsche, die ihn der “alte graue Mann” gerne erfüllte. Auch einen gewünschten Ranzen bekam er geschenkt, vermehrt das Märchen. “Und der graue Petrus verschwand” so plötzlich, wie er aus dem Nichts gekommen war.

Der fromme Hirtenjunge lies seine Arbeit hinter sich und machte sich auf dem Weg in die Hauptstadt. Dort wollte er sein Glück versuchen. Nicht in einem neuen Beruf, sondern sogleich beim König selber. Von diesem Herrscher wird in der Geschichte erzählt, dass er 12 Töchter habe, “von denen 11 alle Nacht mindestens sechs Paar Schuhe verbrauchten”. Niemand konnte bisher hinter das Mysterium der Prinzessinnen kommen, so dass die Leute schon zu reden begannen. Mehr noch, denn der gewaltige Schuh-Verschleiß seiner Töchter verzehrte “einen guten Teil seiner Einkünfte”.

Wie es sich für ein anständiges Märchen gehört, versprach der König “seine jüngste Tochter dem, der das Geheimnis ans Tageslicht brächte”. Mit allerlei List hatten es unzählige Männer bereits versucht. Keiner konnte das Geheimnis lüften. Alle wurden nur von den Töchtern verlacht, weshalb sie “beschämt wieder abzogen”. Hier sah der Schäferjunge die Gunst der Stunde gekommen und meldetet sich “im Vertrauen auf seinem Pelz” beim König.

Nächtliche Aus-Flüge

Der Ex-Schäfer schlich sich nun – unsichtbar durch seinen Zauber-Pelz – nachts mit den 12 Töchtern in ihr Schlafgemach und wartetet einfach ab. Tatsächlich geschah es zur Mitternachtsstunde:

Es war Mitternacht geworden, da kam ein Geist, ging bei ihnen herum und weckte sie. Jetzt war große Tätigkeit; sie zogen sich an, putzten sich und stopften einen Reisesack voll Schuhe. Die Kleinste aber wusste von all diesem Getreibe nichts. Darum weckte der unsichtbare Schäferjunge unvermerkt auch diese, was die übrigen Schwestern mit Schrecken wahrnahmen. Da es aber nun einmal geschehen war, hielten sie es für das Beste, sie auch zu sich zu locken, wozu sich das Mädchen auch nach einigem Zögern verstand.

Als so alles fertig war, stellte der Geist ein Becken auf den Tisch, jede bestrich daraus ihre Schultern und alsbald wuchsen ihnen Flügel an. Der Schäferjunge tat desgleichen, und wie sie alle zum Fenster hinaus flogen flog er ihnen nach.

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Ohne Frage ein sehr interessanter “Geist”, der da mit einer Art magischen “Becken” zu den 12 Königstöchtern kam. 11 der Hofdamen waren offensichtlich mit diesem “Geist” bekannt, nur die 12. nicht, da sie erst von dem unsichtbaren Jungen geweckt wurde. Dem Anschein nach dufte sie gar nicht mitfliegen. So war es auch, denn die 12. Tochter war in dieser Nacht zum ersten Male dabei:

Nachdem sie einige Stunden geflogen waren, kamen sie in einen großen kupfernen Wald und darin an einen Brunnen mit kupferner Einfassung, auf der zwölf kupferne Becher standen. Hier erfrischten sie sich und die Mädchen tranken, aber die Jüngste, die die Reise zum ersten Male mitmachte, sah sich immer ängstlich um.”

Der unsichtbare Verfolger “steckte einen Becher und etwas abgestreiftes Laub in seinen Ranzen” und wurde dabei von der jüngsten Königstochter gehört. “Da klirrte der Baum und zuletzt zog ein Klang durch den ganzen Wald”, so das sie ihre 11 Schwestern drauf aufmerksam machte, dass sie offenbar jemand verflog. Sie lachten ihre kleine Schwester aber nur aus, hielten den Weg für sicher und alle flogen weiter. Natürlich auch der unsichtbare Emitter im Auftrag des Königs.

Zweimal wiederholte sich exakt das gleiche Geschehen in zwei weiteren, ähnlichen Wäldern, in dem die Flugreise-Gruppe jeweils eine Pause machte. Einmal allerdings statt Kupfer ein Wald mit mit Silber und bei der dritten Rast mit Gold. Auch hier sammelte der unsichtbare Reisende entsprechende Souvenirs wie bei der ersten rast im “Kupfer-Wald”.

Feier mit den Feen-Jünglingen

Nach den drei Abstechern in den Wäldern aus Metall war die Flug-Gruppe um den “Geist” im Ziel. In der Sage heißt es zu den weiteren wundersamen Ereignissen:

Als sie aus dem Wald heraus waren, kamen sie an einen ungeheuren Felsberg, dessen moosige Gipfel mit entsetzlicher Steile gen Himmel ragten. Hier machten sie alle Halt, der Geist schlug mit einer goldenen Rute an den Felsen, worauf er aufsprang und alle durch die Öffnung hinein gingen, aber auch der Jüngling mit ihnen.

Jetzt traten sie in ein prachtvolles Zimmer, welches sich in einen Saal öffnete, der mit noch weit feenhafterem Glänze ausgeschmückt war.

Wirklich ein mehr als seltsamer Berg oder Felsen, zweifellos. Aber in diesem wundersamen Saal im Inneren ging die Party erst richtig los, wie man salopp sagen würde. Wir erfahren weiter:

Von hier kamen ihnen 12 wunderschöne Feenjünglinge entgegen. Die Dienerschaft vermehrte sich von Minute zu Minute und war eifrig beschäftigt, alles einzurichten, was zu einem prächtigen Balle gehört. Jetzt ertönte eine zauberische Musik, die Türen eines ungeheuer großen Tanzsaales öffneten sich und nun floss die rauschende Lust ohne aufhören.

Erst gegen Morgen machte sich die adelige Truppe und der unsichtbare Schäfer wieder auf dem Heimweg. Dass er bei diesem unheimlichen Gelage in einem verzauberten “Berg” die ganze Zeit anwesend war, wusste niemand von ihnen. Zuhause taten sie Prinzessinnen so, als sei in der Nacht nichts vorgefallen. “Was aber die ganz zerlumpten Schuhe widerlegten”, wie es im Märchen heißt. Gleichfalls natürlich die Zeugenaussage des Schäferjungen, denn “alles was vorgefallen war” schilderte er dem König. Auch die jüngste der 12 Töchter, die eigentlich gar nicht mitfliegen sollte, zeugte gegen ihre 11 Schwestern. Und “die Becher und Baumzweige” aus Kupfer, Silber und Gold, die der Hirtenknabe bei den drei Pausen mitnahm, bewiesen letztlich eindeutig, dass die Prinzessinnen gelogen hatten.

Es kam, wie es kommen musste: Der arme Schäfer bekam die jüngste Prinzessin zur Frau, “die 11 Mädchen aber wurden als Zauberinnen verbrannt”.

Christliche Moral und mythische Orte

Was sind schon Märchen? – denken viele Menschen heute. Für Mystery-Jäger, Prä-Astronautiker und auch UFO-Forscher waren und sind sie immer mehr als nur Phantasie. So auch möglicherweise in dieser Geschichte, die ohne Frage stark vom Christentum geprägt ist.

Diese Prägung zeigt sich gleich zu Beginn durch die Identifizierung des “altern grauen Mann” als den heiligen Petrus. Weiter auch durch die Anzahl der Schwestern in dieser Erzählung. Zwölf ist in der Bibel eine der bekannten heiligen Zahlen; etwa wie auch die Sieben oder die Vierzig. Vor allem aber Jesus Christus laut dem Neue Testament 12 Apostel als Kern seiner Anhängerschaft, die er selber als Verkünder seiner Lehren auserwählte.

(Simon) Petrus war dabei wohl der wichtigste unter allen Jüngern, der im Neuen Testament als die “Säulen” der ersten Christen dargestellt wird. Bis heute sehen sich die katholischen Päpste im Vatikan als die direkten Nachfolger Petrus (Petri) und damit als erste Verkünder der Lehren Jesus. Einen wichtigeren Jünger als Petrus gab es nicht. Genau dieser 1. Papst oder 1. Verkünder des Glaubens soll dem Märchen nach also dem armen Hirtenjungen erschienen sein, um ihn unter anderem den Zauber-Pelz zu schenken.

Unter den 12 Aposteln befand sich letztlich natürlich auch ein (angeblicher) Verräter mit Namen Judas Iskariot. Wie bei den 12 Prinzessin im Märchen, die von einer der ihren an den Vater (König) verraten wurden. Warum wurden sie verraten? Weil sie sündigten! Sie feierten nachts wilde Feste in einer anderen und wundersamen Welt, zu der sie mit Hilfe eines Geistes flogen. In einem verzauberten “Berg” lag diese Anderswelt mit ihrem “Ballsaal”, in dem sich gleich passend 12 fremde Wesen befanden. Männliche Feen.

Ein fliegender “Geist” wiederum hatte allein die Macht, “mit einer goldenen Rute” diese Anderswelt für die Schwestern zu öffnen. Die dort mit ihrer Dienerschaft lebenden “Feenjünglinge” verbrachten nicht nur diese eine Nacht mit den Schwestern in “rauschende Lust ohne aufhören”. Immerhin soll es jede Nacht zu diesen Gelage gekommen sein – was ja auch den König veranlasste, den unsichtbaren Spion zu engagieren.

Mehr christliche Moralvorwürfe und “Teufelszeug” in einem so kurzem Märchen gehen kaum. Nur was ist daran wahr und was nicht?

Märchenhafte Wahrheiten …

Heidnische Vorstellungen von Geistern, fremden Wesen und einer Anderswelt dieser Kreaturen sind hier klar als “Teufelszeug” verurteilt. Die 11 sündigen Schwestern wurden schließlich auch “als Zauberinnen verbrannt” und nur die “Verräterin” unter den Zwölf durfte weiterleben. Sie ist in der Geschichte aus christlicher Sicht ja auch die gute Verräterin, da sie sich nie an diesen heidnischen Festen beteiligte, bis der unsichtbare Hirte das Mädchen quasi irrtümlich weckte.

Eine Warnung von heidnischen, unsittlichen und vermeintlich ungöttlichen Verhalten und Bestrebungen im Gewand eines moralisch korrekten Märchens. Angesiedelt in den weiten Wäldern und schroffen, unwegsamen Bergen Rumäniens. Ein durchaus üblicher und oft wiederzufindender Kern solcher Geschichten unserer Ahnen. Was aber auch immer wieder zu finden ist, und das sogar nicht selten, ist das Erdzählmotiv von Festen, Bällen oder gleich ganzen Gelagen in der Anderswelt. In einigen Beiträgen auf Grenzwissenschaft und Mystery Files wurde darauf bereits verwiesen.

Das heißt, dass Menschen von fremden Kreaturen wie Feen oder schlicht Geistern in der Märchen- und Sagenwelt immer wieder zu solchen Orten gebracht worden sein sollen. Häufig ging es ihnen da gut und es gefiel ihnen sogar in der Anderswelt genannten Umgebung. Nicht selten bemerkten die Entführten dabei nicht einmal, wie schnell die Zeit in ihrer normalen Welt in ihrer Abwesenheit verging. Auch dieses Märchen um die 12 Schwestern scheint das durchaus anzudeuten.

Immerhin dauerte der Flug “einige Stunden”, bis sie eine erste Pause machten. Und der “Geist” weckte die Prinzessinnen auch erst um Mitternacht, woraufhin sie sich erst zurecht machten und ihre Sachen für die Reise packen, wie es das Märchen sagt. Erst “gegen den Morgen machten sich die Mädchen auf den Weg” zurück, heißt es, und daheim angekommen taten sie so, “als wäre gar nichts vorgefallen”. Die Prinzessinnen waren auch nicht müde oder erschöpft von ihrem Ausflug und dem Fest mit den Feen-Männern, sondern “standen zur gewöhnlichen Zeit auf”.

Märchen und Aliens

Modern UFO-Forscher sehen in derartigen Märchen und Sagen schon lange mögliche Hinweise auf frühe UFO-Entführungen. Inklusive der fremdartigen Umgebung (Oz-Faktor), rätselhafter “Flüge” (schweben), Zeitverlusten oder sogar Zeitanomalien und natürlich die fremden Wesen selbst, in diesem Falle Feen. Zweifellos ist dieser Kern in alten Erzählungen der Folklore immer wieder zu finden!

Der “Pelz”, den der junge und betont fromme Schafhirte von “Petrus” als Geschenk bekam, ist ein weiterer Kern des Phantastischen in diesem Märchen. Tarnkappen, Mäntel oder Umhänge in Sagen, die ihren Träger unsichtbar machen konnten, kennen heute sogar Menschen, die sich überhaupt nicht mit derartigen Geschichten auseinander setzten. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein anders Märchen, dass ausführlich im Posting HIER behandelt wurde. Darin heißt es nämlich klipp und klar, dass diese “Technik” der Unsichtbarkeit von Außerirdischen (“Wesen von anderen Sternen”) zur Erde gekommen ist …

Natürlich kann niemand beweisen, dass dieses Märchen – oder andere Geschichten dieser Art – irgendwas mit Außerirdischen zu tun haben. Es lässt sich nicht mal belegen woher genau aus Rumänien das “ungarische” Märchen stammt und wie alt es sein mag. Oder auch, ob es ältere Versionen und variierende Erzählungen von diesem gibt. Bei Sagen und Märchen, die über Jahrhunderte wenn nicht Jahrtausende nur mündlich weitergegeben wurden, ist das sehr wahrscheinlich.

Man muss sich aber immer wieder fragen, warum unsere Ahnen solche “Phantasiegeschichten” mit vielfach sogar identischen Kern-Aussagen erzählten. Dienten sie wirklich nur der Unterhaltung oder der Warnung vor diesem und jenem? Und enthalten sie vor allem mehr Wahrheiten, als jene, die Märchen-Forscher so oder so hinter vielen dieser Erzählungen sehen? Nicht nur in einem historischen Kontext, sondern auch in einem Phantastischen …?

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Stimmen im Kopf schickten eine gesunde Frau zum Arzt: Gehirntumor! Netzfundstück in einem medizinischen Fachmagazin

Netzfundstück: Stimmen im Kopf schickten Frau zum Arzt - Und man fand einen Gehirntumor (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Netzfundstück: Stimmen im Kopf schickten Frau zum Arzt – Und man fand einen Gehirntumor (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Der menschlich Körper verfügt bekanntlich über zum  Teil ganz erstaunliche Fähigkeiten, sich selber zu heilen oder zu regenerieren. In der modernen Medizin, so fortschrittlich und ausgeklügelt sie auch ist, staunen Mediziner immer wieder über die Selbstheilung des Menschen. Manche sprechen hier sogar hin und wieder von “Wundern“, die vielleicht sogar göttlichen Ursprungs sind. Ein sehr seltsamer Fall aus der Medizin ereignete sich 1984 und wurde von dem angesehenen “British Medical Journal” dokumentiert: Den einer scheinbar gesunden Frau, der plötzlich eine Stimme im Kopf sagte und sogar erklärte, dass sie zum Arzt gehen sollte. Was dann geschah, lest Ihr in diesem Netzfundstück.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Stimmen aus dem Nichts

Hört ein Mensch “Stimmen im Kopf” galt er einstmals als göttlicher Prophet. Oder als vom Teufel heimgesucht, von Dämonen besessen oder auch als Hexe/Hexer. Heute würden man salopp solche Menschen als “Irre” bezeichnen. Als Kranke, denen geholfen werden muss.

Es gab und gibt in der Grenzwissenschaft und den Mystery Files jedoch auch solche Menschen, die angeblich Stimmen von Verstorbenen, “Engel” oder Außerirdischen hören oder empfangen wollen. Stark religiöse Menschen wiederum berichten seit Anbeginn der Religionen bis heute, dass sie die “Stimme Gottes” hören, dass Jesus mit ihnen spricht oder irgendwelche Heilige. Schlicht gesagt: metaphysische Wesen.

Anders in einem doch sehr sonderbaren Fall aus Großbritannien aus dem Jahr 1984. Denn hier “plauderte” eine Stimme aus dem Nichts plötzlich im Kopf einer scheinbar gesunden Frau einfach drauf los. Aus gutem Grund, wie sich später im Krankenhaus herausstellen sollte.

Dokumentiert wurde das Ereignis im Fachmagazin “British Medical Journal” (vol. 315, 20. – 27.  Dezember 1997) von dem Psychiater Ikechukwu Obialo Azuonye (“Adult Mental Health Unit, Lambeth Healthcare NHS Trust”, London).

“Wir würden Dir gerne helfen!”

“Ein schwieriger Fall: Diagnose durch halluzinatorische Stimmen”, so hieß es im “British Medical Journal”. Einleitend erfuhren die sicher erstaunten Leser:

Eine zuvor gesunde Frau hörte halluzinatorische Stimmen, die ihr sagten, dass sie nach einem Tumor suchen sollten. Die Voraussage war wahr; Sie wurde operiert und erholte sich unauffällig.

Die Frau, so Azuonye in seinem Artikel weiter, wurde 1940 geboren, zog in den 1960er Jahren nach Großbritannien und war nach ihrer Hochzeit und Familiengründung Hausfrau und Mutter. “Sie ging selten zu ihrer Hausärztin, da sie eine gute Gesundheit hatte und noch nie in einem Krankenhaus behandelt worden war”, so Azuonye weiter. Auch ihre Kinder seinen kerngesund.

Bis zum Winter 1984. Als sich die (spätere) Patientin zu Hause aufhielt und ein Buch las, hörte sie plötzlich “eine deutsche Stimme in ihrem Kopf“, die sagte:

Bitte hab keine Angst. Ich weiß, es muss schockierend sein, wenn du mich so mit dir sprechen hörst, aber das ist der einfachste Weg, den ich mir vorstellen kann. Mein Freund und ich haben früher im Kinderkrankenhaus in der Great Ormond Street gearbeitet, und wir möchten dir gerne helfen.

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Von diesem Kinderkrankenhaus habe die Frau mal gehört, aber wo es genau ist, wusste sie nicht. Doch dann “mischte sich die Stimme erneut ein”:

Um dir zu zeigen, dass wir aufrichtig sind, möchten wir, dass du Folgendes überprüfst’ – und die Stimme gab ihr drei verschiedene Informationen, die sie  zu der Zeit nicht besaß.

Jetzt dachte die Frau, dass sie “verrückt geworden” war, schreibt der Psychiater Azuonye in seinem Bericht weiter. “AB”, so nennt der Mediziner die Patientin in seinem Artikel, ging zu ihrem Arzt, der sie an Ikechukwu Obialo Azuonye überwies:

Ich sah sie in der ambulanten psychiatrischen Klinik und diagnostizierte eine funktionelle halluzinatorische Psychose. Ich bot allgemeine unterstützende Beratung sowie Medikamente mit Thioridazin. Zu ihrer großen Erleichterung verschwanden die Stimmen in ihrem Kopf nach ein paar Wochen der Behandlung und sie ging in den Urlaub.

Allerdings war das nur der Anfang, denn die Stimmen im Kopf ließen nicht locker!

Stimmen im Kopf

Während sie im Ausland war und immer noch das Thioridazin nahm, kehrten die Stimmen zurück”, schreibt Azuonye weiter. Die wiedergekehrte Stimmen “sagten ihr, sie solle sofort nach England zurückkehren, da mit ihr etwas nicht in Ordnung war” Sie müsse “sofort behandelt werden”, so die Stimmen aus dem Nichts.

Zurück in London fuhr sie ihr Mann zu einer Adresse in der Stadt, die die Stimmen ihr gesagt haben. “Es war die ComputerTomographieabteilung eines großen Londoner Krankenhauses”, so berichtet Azuonye weiter:

Als sie dort ankam, sagten die Stimmen ihr, dass sie hineingehen und aus zwei Gründen nach einem Gehirn-Scan fragen solle – sie hatte eine Tumor in ihrem Gehirn und ihrem Hirnstamm war entzündet.

Azuonye setzte einen Brief auf, in dem er seinen Medizinerkollegen erklärte, dass seine Patientin eine Gehirnuntersuchung (CT-Scan) benötige. “Halluzinatorische Stimmen hätten ihr gesagt, dass sie einen Gehirntumor habe” und er selber konnte “keine körperlichen Anzeichen” finden. Vor allem wollte der Psychiater Azuonye “AB” durch diese Untersuchung nur beruhigen, wie er in seinem Artikel schreibt.

Die Klinik lehnte die Untersuchung aber ab. “Zu teuer” hieß es. Immerhin bestünde keine medizinische Notwenigkeit, nur, weil die Frau Stimmen im Kopf hörte, die vor einem Tumor warnten. Nach einigen Verhandlungen wurde der Scan im April 1984 dann doch durchgeführt. Eine zweite Untersuchung folgte im Mai, die dann Gerissenheit brachte: “AB” hatte einen Gehirntumor (“Meningeoms“)!

Der behandelnde Neurohchirurg zeigte sich erstaunt über die Ergebnisse der Scans. Keine Kopfschmerzen “oder anderen fokale neurologischen Defizite” waren bei der Frau festzustellen. Trotz einer nicht unerheblichen Größe (2,5 x 1,5 Zoll) und Verbreitung des Tumors über das Gehirn. So entschloss man sich zu einer Operation, und die “Stimmen sagten ihr, dass sie dieser Entscheidung voll und ganz zustimmten”.

“Auf Wiedersehen” …

Die OP an der seltsamen Patientin verlief ohne Probleme. Der Gehirntumor wurde entfernt, es kam zu keinerlei nachträglichen Komplikationen und “AB” erholte sich vollkommen. Noch einmal kamen nach der Entfernung des Tumor die Stimmen aber wieder. Sie verabschiedeten sich mit den Worten:

Wir freuen uns, dir geholfen zu haben. Auf Wiedersehen.

“AB” hörte nie mehr Stimmen und war froh und dankbar, dass diese verschwanden, betont Azuonye, der diesen Fall auch auf einer Mediziner-Konferenz präsentierte. Doch weder er noch die anwesenden Kollegen konnten wirklich verbindlich erklären, was hier geschehen war und wie man diesen Fall einzuordnen habe. Ein Anruf der Patientin zu Weihnachten – 12 Jahre nach der Operation – habe Azuonye den Fall wieder ins Gedächtnis gerufen. Azuonye:

Es ist bekannt, dass intrakranielle Läsionen mit psychiatrischer Symptomatik in Verbindung gebracht werden können. Aber dies ist der erste und einzige Fall, in dem halluzinatorische Stimmen die Patientin auf ihr wahres Interesse an ihrem Wohlergehen hinwiesen und ihr eine spezifische Diagnose boten (es gab keine klinischen Anzeichen, die jemanden auf den Tumor aufmerksam gemacht hätten).

Sie wandte sich an die Art von Krankenhaus, das bestens für ihr Problem gerüstet war, und äußerte sich erfreut darüber, dass sie endlich die Behandlung erhalten hatte, die sie für sie verlangte (…)”

Diskussion auf Mediziner-Tagung

Auf der genannten Mediziner-Tagung waren die Anwesenden geteilter Meinung über diese fraglos sonderbaren Ereignisse. Einige sprachen von Telepathie und damit von einer Art Paranormalem Phänomen. Andere meinten, dass sie in ihrem Heimatland bereits “die Diagnose eines Gehirntumors erhalten” habe, diese aber irgendwie verdrängte. Mehr noch, sie habe all das erfunden, um kostenlos behandelt und operiert zu werden.

Hier wendet Azuonye ein, dass das unwahrscheinlich sei, da sie zu der Zeit schon 15 Jahre in Großbritannien lebte und so oder so Anspruch hatte. “Außerdem war sie so erleichtert gewesen, als die Stimmen im Thioridazin verschwanden, dass sie in den Urlaub gegangen war, um die Genesung ihrer Gesundheit zu feiern”, so der Psychiater.

Wieder andere Teilnehmer waren überzeugt, dass ein Tumor dieser Größe auf jeden Fall im Kopf zu spüren gewesen sein muss. “Ein komisches Gefühl” im Schädel habe die Frau vielleicht dazu gebracht einen Gehirntumor zu befürchten. Die Angst davor haben zu den halluzinatorischen Stimmen in ihrem Kopf geführt. Unbewusst aufgenommenen Informationen über verschiedene Krankenhäuser in London seien dabei die Quelle der Informationen der Stimmen gewesen. Und:

Die Stimmen, die mit dem Ergebnis ihrer Behandlung zufrieden waren, waren ihre eigenen Gedanken und brachten ihre Erleichterung zum Ausdruck, dass der Notfall vorüber war.

Man konnte sich nicht auf eine einheitliche Diagnose oder besser Erklärung des Falles von “AB” einigen. “Das völlige Verschwinden psychiatrischer Symptome nach Entfernung des Tumors zeigte”, so Azuonye in “”British Medical Journal” abschließend, “dass diese Symptome zumindest direkt mit dem Vorhandensein der Läsion zusammenhingen”. Der Tumor könnte selber die Stimmen verursacht haben …

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Lars A. Fischinger

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5 Jahre danach: Was wurde eigentlich aus der christlichen “Prügel-Sekte” der “Zwölf Stämme” und deren Kinder?

Was wurde eigentlich aus der christlichen "Prügel-Sekte" der "Zwölf Stämme" und deren Kindern? (Bilder: gemeinfrei/Symbolbild / Montage: Fischinger-Online)
Was wurde eigentlich aus der christlichen “Prügel-Sekte” der “Zwölf Stämme” und deren Kinder? (Bilder: gemeinfrei/Symbolbild / Montage: Fischinger-Online)

Es ist jetzt genau 5 Jahre her, da machte die christliche Sekte der “Zwölf Stämme” wochenlang Schlagzeilen in der Presse und den Medien. Der Vorwurf: Die Bibelfundamentalisten sollen in Deutschland ihre Kinder misshandeln und durch Schläge und andere physische Misshandlungen “gefügig” machen. Ein Aufschrei ging durch Deutschland, Dutzende Kinder der Sekte wurden in Obhut genommen, Haftstrafen für die Eltern folgten und die Presse stürzte sich auf die “Zwölf Stämme” (HIER). Was aber ist aus der fundamentalistischen Glaubensgemeinschaft und vor allem auch deren Kindern 5 Jahre danach geworden? Die Antworten sind leider wenig erfreulich, wie Ihr es hier erfahren werdet. Antworten, die alle Eltern unter Euch vielleicht besser nicht lesen sollten …


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Fundamentales Christentum

Fundamentalisten gibt es in jeder Region. Das Christentum macht da keine Ausnahme, auch wenn im Deutschen Raum solche Gruppe eher selten sind. Nicht wie etwa in den USA, wo Bibelfundamentalisten überaus weit verbreitet sind.

So ging im September 2013 auch ein Aufschrei durch die Deutsche Presselandschaft und Bevölkerung, als die christliche Sondergruppe “Zwölf Stämme” aus Bayern in den Fokus der Öffentlichkeit rückte. Schwere Kindesmisshandlungen, wie Prügelstrafen oder sogar Züchtigungen mit dem Stock, wurde ihnen vorgeworfen. Es folgten Razzien und den Eltern von etwa 40 Kindern der Sekte wurde (meist vorläufig) das Sorgerecht entzogen. Einige Eltern bekamen in späteren Gerichtsverfahren Haftstrafen ohne Bewährung.

“Modernen” Strömungen oder Weltanschauungen sind in nach Ansicht der Fundamentalisten tabu. Natürlich und vor allem auch bei der Erziehung ihrer Kinder, die streng nach den Lehren der Bibel aufwachsen sollen. Die staatliche Schulpflicht wird unter anderem von ihnen  deswegen abgelehnt, da die Kinder dort Sexualkundeunterricht haben oder auch die Evolutionstheorie lernen. Evolution steht im Widerspruch zur Schöpfungsgeschichte der, was auch der Kreationismus sagt.

Gerade der Kreationismus ist in den USA oder Australien weit verbreitet. Das heißt, dass hier beispielsweise die Schulkinder gewarnt werden müssen, dass die Evolution nur eine “Idee” sei. Oder auch, dass in den Lehrbüchern die Schöpfung vor wenigen Jahrtausenden durch Gott gleichberechtigt mit der Evolutionstheorie angeführt werden sein muss.

Verständlich, dass die Bibelfundamentalisten der “Zwölf Stämme” deshalb schon früh in Deutschland mit den Behörden in Konflikt gerieten, als diese ihre Kinder nicht mehr in die Schule schickten. Trotz Schulpflicht wollten die Eltern ihre Kinder daheim unterrichten. Treu nach der Bibel und nach deren Ansichten über Sitte, Gesetzt und eben auch – Bestrafungen. Immerhin lautet auch der Teufel überall, wie es fundamentale Christen oft glauben und meinen.

Auf diesem Blog habe ich HIER über die “Zwölf Stämme” und ihren Glauben umfangreich berichtet.

Aber was geschah nach dieser medialen und juristischen “Hetzjagd” gegen die Gemeinschaft, wie sie es in ihren Augen ansehen? Leider nichts Gutes …

Die “Zwölf Stämme” wanderten aus, aber …

Nachdem es eine ganze Reihe Gerichtsverfahren gegen Eltern der Sekte in Bayern und Sachsen-Anhalt und Urteile wegen Kindesmisshandlungen und Sorgerechtsverfahren gegen sie gab, resignierten die Mitglieder der “Zwölf Stämme”. Nicht etwa, da sie ihre Fehler einsahen, sondern da sie dem Deutschen Staat nicht mehr trauten. Sie fühlten sich unfair behandelt und waren sich keiner Schuld bewusst. Bis heute ist das so, wie es in zahllosen Texten auf deren Internetseite zu lesen ist.

Etwa in dem Sinne, dass schließlich die “Zwölf Stämme” selber nichts dafür können, dass es in Deutschland Schulpflicht gibt und die Prügelstrafe an Kindern verboten ist. Daran änderte auch die Tatsache nicht, dass beispielsweise das Oberlandesgericht in Nürnberg am 15. Juni 2015 verschiedenen Eltern das Sorgerecht entzog, da weitere Gewalttätigkeiten gegen die Kinder zu befürchten wären. Auch ein eigener Schulbetrieb wurde der Sekte natürlich untersagt, lediglich eine “private Ergänzungsschule” dürfe sie betreiben.

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Was also macht eine christlich-fundamenalistishe Sekte nach dieser “Hetzjagd” gegen sie und ihre Brüder und Schwestern? Nicht etwa ihre Methoden und Lehren einmal überprüfen, sondern aus Deutschland auswandern. Und war in ein Land, in dem man “maßvoll” ungestraft die Kinder züchtigen und schlagen kann.

Ungeheuerlich, aber das taten die “Zwölf Stämme” ab September 2015 tatsächlich.

Im Spätsommer 2015 teilte die Gruppe mit, dass sie nach Tschechien und auch Frankreich auswandern werde. Sie besäßen zum Beispiel nahe Prag bzw. in Skalná Grund und Boden, wo sie sich neu ansiedeln wollen. Das begann schon 2013, als die Behörden den “Zwölf Stämmen” vorwarfen, dass sie etwa zehn schulpflichtige Kinder von ihrem Anwesen in Dolchau im Altmarkkreis Salzwedel nach Tschechien gebracht hätten.

Zum Jahresbeginn 2017 zogen die letzten Anhänger der Sekte mit ihren Kindern aus Deutschland fort. In Tschechien sei es einfacher, “Kinder zu Hause zu unterrichten und nach ihren Wertvorstellungen zu erziehen”, hieß es damals. Die “Zwölf Stämme” schrieben am 13. September 2015 selber dazu:

Wir müssen leider zum traurigen Fazit kommen, dass wir hier nicht mehr ein Leben in Verantwortung vor unserem Schöpfer führen können.

So brechen wir nach 20 Jahren Präsenz in diesem Land unsere Zelte ab, um in der Tschechischen Republik und anderen europäischen Nachbarländern eine neue Heimat zu finden. Wir hoffen, dort wieder ein Zuhause für Familien zu schaffen, wo wir unbehelligt unser friedliches und gemeinschaftliches Leben nach Gottes Wort leben können.

“Gut angekommen in Tschechien…” schrieben die Fundamentalisten am 8. Januar 2017 auf ihrer Webseite, als sie ihre neue Page in tschechischer Sprache vorstellten.

Weiter “züchtigen” in Tschechien

Natürlich wehren sich die “Zwölf Stämme” vehement, dass sie ihre Kinder geschlagen und misshandelt haben. Trotz Gerichtsurteile, verweise sie auch auf Fälle, bei denen der Nachweis nicht erbracht werden konnte. Schläge mit dem Rostrock – auch mehrfach am Tag – sei scheinbar “Gottes Wille” bei der Erziehung von Kindern.

Es wird aber noch erschreckender – für die Kinder der Prügel-Sekte. Nachdem die Deutschen Behörden andere europäischen Länder mit Niederlassungen der “Zwölf Stämme” in über die Vorwürfe und Verfahren hierzulande gegen sie informierten, wurden auch hier einige Prüfungen vorgenommenen. So konnte die Sekte stolz verkünden:

Bei den Besuchen der tschechischen Behörden wurde deutlich, dass es dort noch normal ist, dass Eltern ihre Kinder zu Gehorsam und Respekt erziehen.

Das liest sich sehr liebevoll. Gemeint ist aber, dass in Tschechien die Prügelstrafe und körperliche “Zurechtweisungen”von Kindern eben normal und straffrei sind. Kein Wunder also, dass in den Augen der “Zwölf Stämme” in diesem Land ein Neuanfang sicher ganz ausgezeichnet funktioniert wird. So traurig das auch klingt und ist.

Sehr deutlich wird Matthias Pöhlmann in einem Beitrag im “Materialdienst” der “Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen” in Berlin. Er schreibt in der “Zeitschrift für Religions- und Weltanschauungsfrage” (Nr. 11/2015), dass die Auswanderung nach Tschechien und Frankreich “offensichtliches Kalkül” sei. In beiden Ländern sei es unter gewissen Voraussetzungen erlaubt, dass man seine Kinder zu hause selber unterrichtet oder unterrichten lässt, so Pöhmann. Und weiter:

Hinzu kommt, dass in Frankreich und Tschechien die körperliche Züchtigung von Kindern nicht verboten ist. So sind in Frankreich ‘leichte’ Züchtigungen zu erzieherischen Zwecken erlaubt. In Tschechien ist die Prügelstrafe an Kindern nicht verboten. Einer Umfrage zufolge sind drei Viertel aller tschechischen Eltern  Anhänger dieser Bestrafungsmethode. Wie es heißt, nehme die große Mehrheit gerne den Kochlöffel oder den Gürtel zur Hand, um die Kinder zu züchtigen.

Im März 2015 wertete das Komitee für soziale Rechte des Europarats die Tatsache, dass Frankreich Prügelstrafen für Kinder nicht völlig verboten hat, als Verstoß gegen die Europäische Sozialcharta. Auch die Tschechische Republik wurde gerügt.”

Spätestens nach diesen Worten kann sich jeder denken, warum die “Zwölf Stämme” sich gerade diese Länder als neue Heimat auswählten.

Sorgen um die Kinder der Sekte

Auch Gabriele Hoidn, Sprecherin der Kreisbehörde des Landratsamt Donau-Ries, von wo die Sekte abwanderte, befürchtet, dass die Gruppe jetzt jeder Kontrolle entzogen ist. Man sieht diese Entwicklung mit Sorge und nicht mit Erleichterung, dass die Glaubensgemeinschaft ihren Landkreis verlassen habe, so die “Süddeutsche Zeitung” am 4. Januar 2017.

Matthias Pöhlmann fand in seinem Beitrag 2015 hierzu warnenden Worte:

Im europäischen Ausland dürften sie nun von der staatlichen Duldung des häuslichen Unterrichts profitieren, womit die Abschottung der Kinder und Jugendlichen wohl weiter vorangetrieben werden wird. Schwerer wiegt jedoch die Züchtigung von Kindern mit der Rute innerhalb der Gemeinschaft, die in den beiden Nachbarstaaten keine Sanktionen befürchten müsste.

Damit endet also das traurige Kapitel der Kinder der “Zwölf Stämme” nicht, sondern verlagert sich nur aus unserem Blickenkel. Und entzieht sich dadurch den Deutschen Gesetzten zum Schutz des Kindeswohls in Länder, in denen auch mal “gezüchtigt” werden darf …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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