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Forscher auf den Spuren der Himmelsscheibe von Nebra: Geheimwissen aus Mesopotamien? +++ Video +++

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VIDEO: Forscher auf den Spuren der Himmelsscheibe von Nebra: Geheimwissen aus Mesopotamien? (Bilder NASA/gemeinfrei & Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Forscher auf den Spuren der Himmelsscheibe von Nebra: Geheimwissen aus Mesopotamien? (Bilder NASA/gemeinfrei & Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle / Montage: Fischinger-Online)

Im Jahr 1999 entdeckten Schatzsucher die weltberühmte “Himmelsscheibe von Nebra” mitten in Deutschland. Ein “Jahrtausendfund” für die Archäologie und mit einem Alter von über 3.600 Jahren die erste konkrete Darstellung von astronomischen  Vorgängen am des Himmel. Woher aber stammt dieses astronomische Wissen, das auf der Himmelsscheibe dargestellt wurde? Archäologen wie Laien spekulieren darüber seit Jahren? Ein Team aus deutschen und italienischen Wissenschaftlern ist diesen Fragen im Sommer 2019 erneut nachgegangen. Was sie entdecken und was sie vermuten, erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video.


Jahrtausendfund Himmelsscheibe von Nebra

Im Jahr 1999 entdeckten Schatzsucher die weltberühmte “Himmelsscheibe von Nebra” mitten in Deutschland.

Ein Jahrtausendfund für die Archäologie, wie viele Forscher meinen. Und mit einem Alter von über 3.600 Jahren die erste bekannte konkrete Darstellung des Himmels bzw. der Himmelsmechanik.

Doch woher stammt das astronomische Wissen, das auf der heute in Halle verwahrten “Himmelsscheibe von Nebra” dargestellt wurde? Aus Griechenland, dem Nahen Osten, Deutschland, Ägypten oder sogar aus Mesopotamien, wie Archäologen spekulieren?

Ein Team aus deutschen und italienischen Wissenschaftlern ist diesen Fragen im Sommer 2019 nachgegangen.

Was sie entdecken und was sie vermuten, erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video.

Bleibt neugierig …

YouTube-Video vom 6. Nov. 2019 von Fischinger-Online

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Lars A. Fischinger

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Ein moderner Henoch? Mormonen-Religionsgründer Joseph Smith Jr. und seine Kontakte mit “Lichtwesen” und dem außerirdischen Engel Moroni

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Der moderne Henoch - Joseph Smith Jr. und sein erster Kontakt mit dem außerirdischen Engel Moroni (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Der moderne Henoch – Joseph Smith Jr. und sein erster Kontakt mit dem außerirdischen Engel Moroni (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Seit tausenden von Jahren berichten Menschen, dass sie seltsame Erscheinungen hatten. Fremde Wesen vom Himmel oder aus anderen Sphären, die mal als Engel, mal als Feen, mal schlicht als Lichtwesen und mal auch gleich als Gott gedeutet werden. vielfach überbringen diese Fremden dabei auch Botschaften und erteilen den Auserwählten Aufträge. So wie bei Joseph Smith Jr., dem Gründer der Religion der Mormonen. Seine Erfahrungen und angeblichen Kontakte mit fremden Wesen sind auch für die Prä-Astronautik und UFO-Forschung überaus interessant, wie Ihr es in diesem Artikel erfahrt.


Der “moderne Henoch”

Ein guter Prä-Astronautiker schaut bei alten Überlieferungen und Texten aller Art immer zweimal hin. Mindestens. Denn nicht selten verbergen sich “zwischen den Zeilen” Hinweise darauf, dass hier “die Fremden” am Werk gewesen sein könnten. Spuren jener überirdischen Erscheinungen und Wesenheiten, die als antike Raumfahrer interpretiert werden. Ein faszinierendes Betätigungsfeld in den Tiefen uralter Mythologien und Aufzeichnungen , die dabei mal schnell viele tausend Jahre in die Vergangenheit reichen können.

Im Zusammenhang mit diesen Überlieferungen ist eine andere Geschichte durchaus sehr interessant. Vor allem deshalb, da sie sich in einem Punkt klar von den zahllosen Mythen der Vergangenheit um Götter, Himmelswesen, Lehrmeister aus dem All oder Engel unterscheidet. In diesem Fall kennen wir den Protagonisten. Wir wissen ganz genau, wer er war, wann er erlebte, was dieser zu Lebzeiten tat und auch, dass er seine angeblichen Kontakte mit fremden bzw. außerirdischen Wesen selber niederschrieb.

Die Rede ist natürlich von Joseph Smith Jr., dem Gründer der “Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage” (Mormonen), der 1844 in den USA starb. Hierzulande wird ihn kaum jemand kennen, doch Millionen Menschen bekennen sich heute vor allem in den USA zum “Mormonentum”. Eine vom Christentum hergeleitete Religion, die auf angebliche Kontakte des Gründers Smith mit außerirdischen Wesen zurück geht. Für ihn waren es Engel, keine Aliens. Denn auch “Religionen”, UFO-Sekten, die konkret auf reale Kontakte mit uns überlegenden Aliens gründen, gibt es bis heute.

Joseph Smith und das “Buch Mormon”

Smith ist der unangefochtene Gründer der Mormonen, wie man die Glaubensrichtungen dieser Religionen zusammenfassen nennt. Er ist zugleich der Verfasser des “Buch Mormon”, die als Bibel dieser Religionsgemeinschaft gilt. Angeblich habe nicht Smith dieses Werk selber geschrieben, sondern nur übersetzt. In Wahrheit, so die Lehre dieser Kirche, sei das Werk auf rätselhaften “goldenen Platten” in einer unbekannten Schrift vor langer, langer Zeit geschrieben und versteckt worden. Erst Smith  konnte sie mit Hilfe himmlischer Wesen wiederfinden. Sie wollten, dass er sie übersetzt, wozu ihm entsprechende Instrumente zur Übersetzung ebenfalls von den Engeln überlassen wurden.

Das Titelbild dieses Beitrages zeigte dieser Übergabe durch einen Engel namens “Moroni”.

Auf diesen Goldplatten, deren Existenz Zeugen schriftlich in eidesstattlichen Erklärungen bestätigten, habe das “Buch Mormon” gestanden. Ein Werk mit fraglos faszinierenden Inhalten, dessen Kernaussagen auf der Bibel beruhen. Etwa, dass in Zeiten des Alten Testamentes Hebräer nach Amerika kamen. Oder auch, dass Jesus nach der Wiederauferstehung in Amerika war. Grund dafür, dass Smith diese Überlieferungen und Erzählungen übersetzten sollte, war laut Aussage der Fremden des Himmels die Wiederherstellung des wahren Christentums. So erschien 1830 das “Buch Mormon” und Smith gründete mit einigen Weggefährten seine Kirche.

Bis heute sind die Mormonen überaus aktiv wenn es darum geht wissenschaftlich Belege für deren Geschichte(n) zu finden. Ganze Armeen von eigenen Historikern forschen und publizieren hierzu wissenschaftlich mehr oder weniger plausible Untersuchungen, Studien und Erkenntnisse. Setzt man sich mit diesen Veröffentlichungen und Forschungen intensiv auseinander, ist man schnell angesichts dieser Hartnäckigkeit beeindruckt.

Wenige Forscher der Prä-Astronautik haben sich bisher mit Smith und den zahlreichen Schilderungen rund um ihn, seine angeblichen Kontakte und seine Kirche auseinandergesetzt. Meistens wurde sich dabei auf die “Hauptkontakte” des Smith  mit den angeblichen Gottesboten konzentriert. Andere Schriften von Smith und rund um die Kirche wurden dabei praktisch nie beachtet. Ebenso wenig wie der Inhalt der Mormonen-Bibel. Bis auf Auszüge, von denen ich auch einige 1998 in “Götter der Sterne” anführte.

Die “Vision” des Joseph Smith

Als “Hauptkontakt” gelten vor allem die Erscheinungen, bei denen Smith angeblich die Gegenstände und Goldplatten bekam. Die Grundlage des “Buch Mormon”. Dabei hatte er nach eigenen Bekunden bereits am 21. September 1823 eine Begegnung mit einer fremden Erscheinung, die bis heute bei den Mormonen hoch angesehen ist. Bei den Anhängern dieser Kirche heißt sie schlicht “Vision”. Sie sei das “Zeugnis” des Joseph Smith, dass heute dem “Buch Mormon” meistens voran gestellt ist.

Widerfahren sei ihm während eines “flehentlichem Gebet” demnach angeblich unter anderem:

Am Abend des … 21. Septembers (1823) … wandte ich mich in flehentlichen Gebet an Gott den Allmächtigen…

Während ich so im Begriff war, Gott anzurufen, bemerkte ich, wie in meinem Zimmer ein Licht erschien, das immer stärker wurde, bis der Raum schließlich heller war als am Mittag. Gleich darauf wurden an meinem Bett eine Gestalt sichtbar, und der Betreffende stand in der Luft, denn seine Füße berührten den Boden nicht.“

Er hatte ein loses Gewand von außergewöhnlicher Weiße an. Es war weißer als alles, was ich auf Erden je gesehen hatte; auch glaube ich nicht, dass irgendetwas Irdisches derart gemacht werden kann, dass es so überaus weiß und hell leuchtend erscheint. Seine Hände waren unbedeckt, auch seine Arme bis knapp über dem Handgelenk; ebenso waren seine Füße nackt und auch die Beine bis knapp über den Knöcheln. Sein Haupt und sein Hals waren auch nicht bedeckt. Ich konnte erkennen, dass er außer diesem Gewand keine andere Kleidung trug, denn es war offen, sodass ich seine Brust sehen konnte.

Nicht nur sein Gewand war überaus weiß, sondern seine ganze Gestalt war unbeschreiblich herrlich und sein Antlitz leuchtend wie ein Blitz. Im Zimmer war es überaus hell, aber doch nicht so hell wie in seiner unmittelbaren Nähe. Als ich ihn erblickte, fürchtete ich mich zuerst; aber bald verließ mich die Furcht. Er nannte mich beim Namen und sagte zu mir, er sein ein Bote, aus der Gegenwart Gottes zu mir gesandt, und heiße Moroni; Gott habe eine Arbeit für mich (…)”

Der Prophet Henoch

Eine schwebende Lichtgestalt von einem geradezu leuchtenden Weiß sahen auch zahllose andere Menschen erscheinen oder vom Himmel kommen. Juan Diego, der Seher der Marienerscheinungen von Guadalupe in Mexiko 1531 ebenso, wie auch die Kinder von Fatima in Portugal vor rund 100 Jahren. Alle diese Boten kamen, da sie oder Gott eine “Arbeit” oder “Aufgabe” für den jeweiligen Menschen hatten.

Bei Smith war es nicht anders. Seine Aufgabe bestand unter anderem in der “Schaffung” des “Buch Mormon”

Jahrtausende bevor Smith diese Erscheinung an seinem Bett sah, erging es einem anderen Auserwählten allerdings bereits sehr ähnlich. Und zwar dem biblischen Propheten Henoch, dessen Bücher in der Prä-Astronautik seit Jahren zitiert werden. Nur wurde dabei häufig die eigentliche Berufung des Henoch überlesen, worauf ich kürzlich in diesem Artikel HIER verwies. Gerade mit Blick auf Joseph Smith ist diese aber besonders spannend. So erfahren wir im Slawischen Buch Henoch dazu:

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Ich war in großer Kümmernis und weinte; dann schlief ich ein. Da erschienen mit zwei sehr große Männer, wie ich nie auf Erden gesehen. Ihr Antlitz leuchtete wie die Sonne, ihr Augen wie brennende Fackeln; aus ihrem Munde sprühte Feuer: ihre Kleidung und ihr Gesang waren herrlich, ihre Arme wie goldene Flügel. Sie standen zu Häupten meines Bettes und riefen mich mit Namen.

Ich erwachte vom Schlaf und stand von meinem Lager auf; dann verneigte ich mich vor ihnen, mein Antlitz bleich vor Schrecken. Da sprachen die zwei Männer zu mir: Sei getrost, Henoch! Fürchte dich nicht! Der ewige Herr hat uns zu dir gesandt. Du sollst mit uns heute in den Himmel gehen. Gib deinen Söhnen und deinen Gesinde Anweisung für das, was sie in deinem Haus tun sollen! Keiner soll dich suchen, bis der Herr dich ihnen wieder zuführt!” (1,1-9)

Die Parallelen zu der Geschichte vom Smith sind zu augenfällig, als dass sie bloß Zufall sein können.

Hat Smith abgeschrieben?

Hat Joseph Smith etwa bei Henoch abgeschrieben? Wollte er so seiner phantastischen Geschichte mehr Glaubwürdigkeit verleihen? Studierte er die Texte von Henoch aufmerksam und fand dabei, dass dies auch gut in seine Vita als Religionsgründer passen würde? Gedanken, die aufgrund der Ähnlichkeit durchaus sehr nahe liegen. Aber doch wohl eher unwahrscheinlich sind.

Heute kann jeder das Slawische Henochbuch zum Beispiel in deutscher Übersetzung kaufen. Die ersten Ausgaben erschienen 1900 und 1928 durch Emil Kautzsch und Paul Rießler. Ein paar Klicks bei einem Online-Buchhändler oder der Besuch einer entsprechenden Bibliothek reichen aus, und schnell hat man diese Schriften selber vorliegen. Anders war es in Tagen des des Smith.

Zu seinen Lebzeiten Anfang des 19. Jahrhundert war dieser Text in der westlichen (englischen) Welt noch unbekannt. Es gab zwar im 10. oder 11. Jahrhundert wahrscheinlich Übersetzungen aus dem griechischen Original ins Bulgarische, aber der Rest der Welt erfuhr erst Ende des 19. Jahrhunderts von diesem Henochbuch. So dokumentiert es Christfried Böttrich in seiner Untersuchung des Slawischen Buch Henoch, die 1995 in “Jüdische Schriften aus hellenistisch-römischer Zeit” (Bd. V, Lieferung 7: “Das slavische Henochbuch”, S. 800ff.) erschien.

Da lebte Joseph Smith schon nicht mehr und seine “Bibel” und sein “Zeugnis” erschienen bereits erstmals 1830. Es ist sehr fraglich, aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen, dass er Bulgarische Übersetzungen des “2. Henoch” hatte oder diese beschaffen konnte.

Wer aber waren dann dieses leuchtenden Wesen? Vielleicht gibt der weitere Verlauf der Ereignisse hierzu mehr Auskunft.

Riss in der Zeit?

Smith schreibt in seinem “Zeugnis” weiter:

Nach dieser Mitteilung sah ich, wie das Licht im Zimmer um ihn, der zu mir gesprochen hatte, sogleich zusammenzog, bis es im Raum wieder finster war, außer ganz nahe um ihn herum. In diesem Augenblick sah ich gleichsam einen Schacht sich bis in den Himmel öffnen, und der Besucher fuhr in die Höhe auf, bis er ganz verschwunden war; im Zimmer war es wieder so wie vorher, bevor das himmlische Licht sich gezeigt hatte.”

Und in seiner “Lebensgeschichte” beschreibt Smith das Wesen ergänzend mit folgenden Worten:

Nicht nur sein Gewand war überaus weiß, sondern seine ganze Gestalt war unbeschreiblich herrlich und sein Antlitz leuchtend wie ein Blitz. Im Zimmer war es überaus hell, aber doch nicht so hell wie in seiner unmittelbaren Nähe. Als ich ihn erblickte, fürchtete ich mich zuerst; aber bald verließ mich die Furcht.” (1,32)

Noch zutiefst beeindruckt von diesem Besuch, “stand derselbe Himmelsbote wieder an meinem Bett”, schreibt Smith weiter. Danach sogar direkt noch ein drittes Mal. “Ohne die geringste Abweichung” habe der leuchtende Himmlische ihm dabei dreimal dieselbe Botschaft überbracht. Als seien die drei direkt hintereinander erfolgten Besuche nicht erstaunlich genug, notierte Smith im Anschluss folgende spannende Bemerkung über diese:

Aber kaum war der Himmelsbote zum dritten Male von mir aufgefahren, da krähte der Hahn, und ich wurde gewahr, dass es Tag wurde. Diese Besuche mussten somit die ganze Nacht gedauert haben.”

Was hier beschrieben ist, ist ein offensichtlicher Zeitverlust. Smith selber erkannte erst bei Tagesanbruch, dass plötzlich “die ganze Nacht” um war. Während der Kontaktaufnahme durch den Boten war ihm das nicht klar. Ihm fehlte Zeit – was in der UFO-Forschung ein überaus bekanntes Phänomen ist. Geprägt als “Missing Time”, als “Fehlende Zeit”, von der zahllose UFO-Zeugen sprechen. Nicht nur beim Thema UFO-Entführungen. Zugleich ist es auch ein sehr häufiges Motiv in der Welt der Sagen, Mythen und Märchen, in denen von Begegnungen mit Wesen aus der Anderswelt gesprochen wird. Etwa mit Feen, Zwergen oder anderen überirdischen Wesen.

Seltsame Nachwirkungen der Begegnung

In derartigen phantastischen Geschichten “verloren” Menschen auf unerklärliche Weise Zeit, nachdem diese solchen Erscheinungen begegnet sind. Oder sogar von ihnen entführt wurden. Auf diesem Blog und in einer Reihe von Büchern habe ich dazu in den letzten Jahrzehnten zahllose Beispiele veröffentlicht und diskutiert. Ein gemeinsames Merkmal dieser nur scheinbar unterschiedlichen Phänomene, Erfahrungen und Erscheinungen sind auch die Nachwirkungen. Sie reichen von “Verwirrtheit” bis “Schwäche”. Bei Smith war es nicht anders, nachdem er plötzlich den Hahn krähen hörte:

Kurz darauf erhob ich mich von meinem Bett und ging wie gewöhnlich an die notwendige Tagesarbeit; als ich aber zu arbeiten anfing, war ich derart erschöpft, dass ich zu nichts fähig war. Mein Vater, der mit mir zusammen arbeitete, bemerkte, dass mit mir etwas nicht in Ordnung war, und schickte mich nach Hause. Ich machte mich auf und wollte zum Haus hingehen; als ich aber am Rande des Ackers, auf dem wir arbeiteten, den Zaun übersteigen wollte, verließen mich die Kräfte, und ich fiel hilflos zu Boden; eine Zeit lang war ich gänzlich bewusstlos.”

Jahrzehnte später erging es den Seher-Kinder von Fatima ebenso, als diese eine leuchtende Erscheinung hatten. Die “Jungfrau Maria”, wie bis heute geglaubt wird, die strahlend über den Boden schwebte, ohne ihn mit den Füßen zu berühren. Auch sie brachten vor Erschöpfung von ihrem “normalen Tagwerk” anschließend “kaum etwas zustande”, wie es der bekannte UFO-Forscher Dr. Jacques Vallée in seinem Buch “Dimensionen” vergleicht. Auch die indianische Seherin Odschi Wein Akwot Okwä, deren erstaunliche Berichte über Begegnungen mit fremden Wesen ich zum Beispiele HIER bereits darlegte, erging es ebenso. Auch sie war vollkommen matt, schwach oder, wie man heute sagen würde, ausgelaugt.

Ob Henoch irgendetwas in diese Art erlebt haben soll, ist hingegen unbekannt. Bekannt sind hingegen solche Lichtwesen durchaus bei nordamerikanischen Indianern. “Diese Leuchtenden Wesen erschienen den Indianern bei geheimen Ritualen, die an hochgelegenen Stellen oder auf heiligen Bergen abgehalten wurden”, schreibt etwa Jacques Vallée. “Solche Visionssuchen sind bei allen Indianern Amerikas bekannt, auch wenn sie bei manchen Stämmen auf die Priester und Initianden beschränkt sind.”

“Das größte Ereignis in der Geschichte der Menschheit”

Ob Lichtwesen aus der spirituellen Welt der nordamerikanischen Indianer (und anderer Völker) oder eine außerirdische Intelligenz, Smith sah darin Boten des biblischen Gottes. Wobei das eine das andere eigentlich nicht ausschließt! Man muss sich fragen, wo eigentlich genau der Unterschied liegt oder liegen soll? Sicherlich im berühmten “Auge des Betrachters”. Was die Mormonen natürlich bei ihren Religionsgründer ebenso sehen.

Die bei den Mormonen als “erste Vision” verehrte Begegnung des Smith – dazu gleich mehr –  wird von dieser Kirche als welthistorisch angesehen. Über dieses wichtigste Ereignis im Leben des Kirchenvaters Smith schrieb etwa Sonntagszeitung “Church News” der Mormone in Salt Lake City am 7. April 1990 bescheiden:

Die erste Vision – nicht die Landung von Menschen auf dem Mond – ist das größte Ereignis in der Geschichte der Menschheit seit der Auferstehung Christi.

Mit Sicherheit sehen das Andersgläubige mitnichten so, wie es die Mormonen lehren. Auch wenn man Zweifel an Smith Geschichten hat, seine Berufung und Erscheinungen stehen auf gleicher Ebene, wie all jene, die man aus anderen Religionen kennt. Davon ist unter anderem auch Vallée überzeugt, wenn er schreibt:

Der Wendepunkt im Leben dieses Mannes, die Sichtung des seltsamen Lichts und der Kontakt mit einem Wesen im Licht, steht meiner Ansicht nach gleichrangig neben den Berichten, die wir in anderen Religionen und in anderen Ländern finden können.

Die “Verwandlung eines gewöhnlichen Bauernjungen (…) in den unangefochtenen Anführer vieler Menschen”, sei eine “ungewöhnliche Tatsache”, so Vallée, “die unsere Aufmerksamkeit verdient”. Ich als Prä-Astronautiker und Mystery-Jäger sehe das genauso. Deshalb lohnt sich ein kurzer Blick auf diese “erste Vision” des Joseph Smith.

Die “erste Vision”

Offizielles Mormonen-Dogma dieser Erscheinung ist, dass Gott Vater und Jesus Christus an diesem Tage vom Himmel erschienen sind, da Smith an den Konfessionen zweifelte. Niedergelegt ist dieser anerkannte Bericht in der “Lebensgeschichte” von Smith in dem Buch “Die köstliche Perle“. Obwohl es verschiedene Darstellungen dieser Begegnung gibt, die zum Teil erheblich variieren. Auch von Smith selber sowie von verschiedenen Weggefährten. Die von den Mormonen anerkannte Version in Textform dieser Begegnung mit dem Unfassbaren stammt aus dem Jahr 1838.

Doch erst 1965 fand ein Student der Mormonen von der Brigham-Young-Universität in Provo in den “Church Archives” in Salt Lake City eine weitere Version der “Ersten Vision”. Das Dokument stammt aus dem Jahre 1832 und beinhaltet eine bis dato unveröffentlichte Fassung in der Handschrift von Smith. Sie wurde also von ihm persönlich verfasst und ist damit die bisher älteste Aussage über seine erste Begegnung mit himmlischen Mächten. Von den Historikern der Mormonen ist dieses Smith-Dokument als “echt” anerkannt.

In der fünfseitigen Handschrift findet sich keine Silbe davon, dass die Lehren der Kirchen “ein Gräuel” in Gottes Augen wären, wie es in anderen Versionen steht. Es heißt hier nur vorwurfsvoll, dass die Menschen sich nicht mehr als die Gebote Gottes halten. Grundsätzlich eine Aussage aller derartiger Erscheinungen christlicher bzw. biblischer Prägung, vom Alten Testament bis modernen Marienerscheinungen.

Des Weiteren berichtet Smith in dem Dokument nur von der Erscheinung von Jesus Christus. Kein Wort davon, das angeblich auch “Gott Vater” dabei war; also zwei “Personen” ihn kontaktierten. Diese gewaltige Diskrepanz verschweigen die Mormonen-Gläubigen jedoch nicht:

Die Mormonen bestätigen inzwischen die Tatsache, dass es mehrere inhaltlich nicht identische Schilderungen der ‚Ersten Vision‘ gibt, die J. Smith teils selbst verfasst, teils anderen diktiert habe. Sie erklären dies damit, dass er sein ‚Erlebnis‘ mehrfach und verschiedenen Adressaten mit unterschiedlichen Betonungen und anderen Schwerpunkten dargelegt habe.

So beispielsweise Hand Rech und Matthias Kleiminger im “Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen” (6. Auflage, 2006). Bezeichnend an den handschriftlichen Ausführungen von Smith ist, dass er selber aufgrund seiner Sünden an sich zweifelte. Deshalb habe er “die heiligen Schriften durchsucht” und festgestellt, dass die Menschheit “vom wahren und lebendigen Glauben abgefallen waren”.

“Eine Säule aus Licht”

Er selber – und nicht Gott und Jesus, wie in der offiziellen Version der Ereignisse dargelegt, beklagte also den Abfall vom “wahren Evangelium”. Ein im wahrsten Sinne des Wortes himmelweiter Unterschied. Auch wenn die “Erste Vision” nach Erscheinen ihn in dieser Ansicht beipflichtete. So widerfuhr Smith damals an diesem schicksalhaften Tag:

“(…) da kam eine Säule aus Licht über die Helligkeit der Sonne am Mittag von oben herab und ruhte auf mir, und ich war erfüllt vom Geist Gottes und der (Herr) öffnete den Himmel über mir und ich sah den Herrn und er sprach zu mir und sagte: Joseph (mein Sohn), deine Sünden sind dir vergeben. (…) ich bin der Herr der Herrlichkeit. Ich wurde für die Welt gekreuzigt, damit alle, die an meinen Namen glauben, ewiges Leben haben. (Siehe), die Welt liegt in Sünde und zu dieser Zeit und niemand tut Gutes, niemand, dem sie sich vom Evangelium abgewandt haben, und hält sich an (meine) Gebote (…).”

Die leuchtende Erscheinung gab sich als Jesus aus. Nicht namentlich, aber da sie “für die Welt gekreuzigt” worden sein soll, ist das deutlich. Wie genau dieses “Wesen” aus dem geöffneten Himmel kam, war Smith 1832, als er diesen Text niederschrieb, wohl nicht mehr ganz klar. Wie an der Handschrift zu erkennen ist, hatte er zuvor von “Feuer”, also eine Feuersäule, geschrieben. Das Wort strich er daraufhin durch und ersetzte es durch das Wort “Licht”.

Für die Mormonen ist das das alles kein Problem, da diese fünf Seiten handschriftlicher Text bei ihren eigenen Historikern natürlich Gegenstand der Forschung ist. Bei den Mormonen wird alles erforscht und analysiert, was irgendwie mit ihrem Glauben zu tun hat. So kann diese Gemeinschaft inzwischen auf eine ganz erstaunliche Fülle an entsprechenden Publikationen zu ihren entsprechenden Analysen blicken. So auch zu diesem Dokument.

Smith war nicht der erste – sagen die Mormonen

Dem “Institut for Religious Research” (IRR), einem Forschungsinstitut der Mormonen, entging dabei nicht, dass Joseph Smith längst nicht der erste war, der von solchen Begegnungen geschrieben hat. Unter dem Titel “Inventing Mormonism” erschien dazu von H. Michael Marquardt und Wesley P. Walters 1994 sogar eine entsprechende Veröffentlichung. “Traditionen und historische Aufzeichnungen” wurden darin untersucht und mit entsprechenden Beispielen aufgeführt.

So bemerkt auch das IRR in der Veröffentlichung “Changing First Vision Accounts – 1832 First Vision Account by Joseph Smith, Jr.” vom 26. Juli 2011:

“Viele Aspekte dieses Berichts entsprechen anderen visionären Berichten, die von jungen Männern veröffentlicht wurden, die aus Überzeugung der Sünden behaupteten, eine übernatürliche Begegnung mit Jesus Christus zu haben, in der ihnen Vergebung zugesichert wurde. Diese Berichte wurden in lokalen Nachrichtenquellen veröffentlicht und wären Joseph Smith zugänglich gewesen.”

Ein, wie ich finde, überaus beachtliches Eingeständnis der Mormonen-Kirche! Dazu schreibt der Mormonen-Historiker Dan Vogel in seiner Analyse “Early Mormon Documents” (Vol. 1, 1996) der frühsten Texte von Smith:

Es handelt sich also nicht nur um eine autobiografische Fassung, sondern um eine entschuldigende Einstellung, in der Smiths Referenzen als Führer der Kirche dargelegt werden. Die Geschichte (von Josephs Leben) enthält daher den frühesten Bericht über das, was als seine ‚erste Vision‘ bekannt ist, und die früheste Erwähnung von Priesterweihen des Engels.”

Somit hatte Smith nach eigenen Angaben nur Kontakt mit dem angeblichen Jesus. Dieser wurde später von dem himmlischen Boten Moroni abgelöst, dessen Erscheinungen grundsätzlich ähnlich lichtvoll und hell wie die “Erste Vision” verliefen.

Die Dogmatische “Erste Vision”

Keine Kirche ohne Dogma, festgelegte Glaubensbekenntnisse, grundlegende Lehren oder prinzipielle “Kernwahrheiten” deren Glauben. Die katholische Kirche hat neben der Bibel beispielsweise den “Katechismus der katholischen Kirche“. Und auch die Mormonen haben solche “Heiligen Schriften”, wie sie sie nennen, wozu auch das Werk “Die Köstliche Perle” gehört. Die darin in “Joseph Smith Lebensgeschichte” enthaltene Erzählung der “Erste Vision” gilt als Glaubensgrundsatz. Als wahres Dogma und damit Fundament dieser Religionsgemeinschaft.

Auch wenn verschiedene Versionen dieses Ereignisses bei den Mormonen bekannt sind – und von diesen auch in einer kaum überschaubaren Anzahl an Veröffentlichungen diskutiert werden. Anerkannt sind von dieser Kirche grundsätzlich (fast) alle. Variationen werden auf die unterschiedlichen Niederschriften zurückgeführt, die aber alle im Kern dasselbe besagen. So der Mormonen-Forscher Steven C. Harper in seiner Arbeit “Die erste Vision: Eine Schilderung anhand der Berichte von Joseph Smith” vom 27. April 2016. Demnach erlebte Smith etwas sehr Sonderbares:

Ich nahm aber alle Kraft zusammen und rief Gott an, er möge mich aus der Macht dieses Feindes befreien, der mich gepackt hatte; und gerade in dem Augenblick, als ich in Verzweiflung versinken und mich der Vernichtung preisgeben wollte – und nicht etwa einem eingebildeten Verderben, sondern der Macht eines wirklichen Wesens aus der Welt des Unsichtbaren, das eine so unglaubliche Macht hatte, wie ich sie nie zuvor bei irgendeinem Wesen verspürt hatte –, eben in diesem Augenblick höchster Angst sah ich gerade über meinem Haupt, heller als das Licht der Sonne, eine Säule aus Licht, die allmählich herab kam, bis sie auf mich fiel.

Kaum war sie erschienen, da fand ich mich auch schon von dem Feind befreit, der mich gebunden gehalten hatte. Als das Licht auf mir ruhte, sah ich zwei Personen von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit über mir in der Luft stehen. Eine von ihnen redete mich an, nannte mich beim Namen und sagte, dabei auf die andere deutend: Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn höre!” (1,16-17)

Die ist das unerschütterliche, offizielle Fundament der Gläubigen, das genau in dieser Form gelehrt wird. In der handschriftlichen Version aus dem Sommer 1832 von Smith selber, archiviert in den “The Church Historian’s Press: The Joseph Smith Papers” der Mormonen, erfahren wir:

Und der Herr hörte mein Rufen in der Wildnis, und als ich in meinem sechszehnten Lebensjahr zu ihm rief, kam eine Säule aus Licht herab, heller als die Mittagssonne, und ruhte auf mir; und ich wurde vom Geist Gottes erfüllt. Und der Herr öffnete mir die Himmel und ich sah den Herrn.

Sah Joseph Smith ein UFO?

Andere Übersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche nennen hier einen “Lichtbalken” der “langsam herab kam”, bis Smith dann die strahlenden Wesen “über mir in der Luft schweben” sah. Gedeutet werden von Smith seinen Anhängern alle Variationen der Lichtwesen als Gott und/oder Jesus Christus. Hollywood würde hier mit Sicherheit ein strahlendes UFO mit einem hellen Licht oder Lichtstahl sehen, in dem Aliens einem Zeugen erscheinen, um diesen Botschaften zu überbringen. Oder diesen zu entführen.

Film und Fernsehen haben das in den letzten Jahrzehnten auch in einem riesigen Ausmaß genauso dargestellt. Inspiriert durch die UFO-Forschung. Nicht etwa durch Smith und andere Propheten, Marienerscheinungen oder Erzählungen aus vermeintlichen “Märchen” mit dem Feenvolk. Smith selber konnte bei diesem Erlebnis mit irgendwelchen Außerirdischen in UFOs natürlich nichts anfangen. Das Thema lag zu seiner Zeit noch über 100 Jahre in der Zukunft. Wie anders sollte er also ein derartiges Phänomen interpretieren, das ihm genau dann erschien, als er im innigen Gebet zum biblischen Gott verbrachte?

Joseph Smith wurde durch diese fremden vom Himmel berufen. Nicht anders als all die zahllosen Propheten der Vergangenheit. Mit dem Unterschied, dass deren Lehren oder Schriften meistens von der Kirche als “Gotteswerk” anerkannt sind. Ich sehe da nun wirklich keinen Unterschied zu Smith. Gott oder Astronautengötter beriefen laut den Texten und Berichten aber (wahrscheinlich) nicht einfach so aus Spaß irgendwelche Menschen “zu Höherem”. Ausnahmslos allen wurde von den Himmlischen dabei eine Aufgabe gegeben, die sie fortan zu erfüllen haben. Die genaue Art dieser erteilten Aufgaben, Missionen oder für sie von dem Auserwählten zu erledigten Aufträge kann dabei vielfältiger nicht sein.

Aufgaben der Himmlischen

Angenommen, dass hinter Phänomenen der Erscheinungen von Engeln, Lichtwesen, Gott, Göttern, Aliens oder der Mutter Gottes tatsächlich eine außerirdische Intelligenz steckt, scheinen diese zu glauben, dass unsere Erde ein Planet von Verrückten ist. Das sage ich absichtlich überspitzt und voller Ironie, denn wer sich (wie ich) mit solchen “Wundern” intensiv auseinander gesetzte hat, stellt schnell die Sinnlosigkeit und vor allem Widersprüchlichkeit solcher “Aufgaben” fest.

Beispiele dafür würden Büchern füllen. So reichen die Aufträge, die übernatürliche Erscheinungen den von ihnen ausgesuchten Menschen erteilen, von “Baue mir genau hier eine Kapelle” über “warne die Menschheit vor der Apokalypse” bis “schreibe die Geheimnisse, die ich dir offenbare werde, in Büchern nieder und gibt sie der Nachwelt”. Hinzu kommen “Standard-Forderungen” wie, dass der Auserwählte die Menschen mahnend an den “rechten Weg des Glaubens” erinnern soll. Oder, dass er gleich eine ganze neue Religion etablieren müsse. Nicht erwähnt sind hier all die angeblichen UFO-Kontaktler, die plötzlich irgend eine Art “neue Physik” erfinden oder “Antigravitations-Warp-Triebwerke” und ähnliches konstruieren wollen …

Da habe ich es lieber mit den Befehlen der Fremden, dass die kontaktierten Propheten Bücher mit (angeblichen) Wissen und Weisheit für kommenden Generationen niederschreiben sollen. So wie es es unzählige Propheten der jüdisch-christlichen Schriften angeblich taten. So schrieb laut dem Apokryph “4. Buch Esdra” (12,38ff.) der Prophet Esdra 94 Bücher, nachdem er von himmlischen Wesen “Einsicht” und “Weisheit” verliehen bekam. Durch einen magischen Trank übrigens, den auch andere Propheten erwähnen. Ezechiel (Ez. 40,4) und Johannes (Off. 1,11 und Off. 1,19) hatten diese Mission ebenfalls. Und natürlich Henoch, wie es im Slawischen Henochbuch (22,11ff.) geschrieben steht. Mehr dazu erfahrt Ihr umfangreich HIER.

Hier ist zu erfahren, dass der “Höchste”, wie er genannt wird, dem Engel Bretil befahl, dass er im Himmel “die Bücher aus den Behältern” nehmen und Henoch diktieren soll. So tat es der himmlische Diener des “Höchsten” auch und Henoch schrieb alle Weisheiten und Dinge der Welt und des Universums nieder. “Als ich fertig war, hatte ich 360 Bücher geschrieben”, heißt es dazu im zweiten Buch Henoch.

Die 360 Bücher des Henoch

Nach dieser gewaltigen Arbeitsleistung war der Oberste der Himmlischen überaus zufrieden mit dem Werk des Henoch. Sein Auftrag war erledigt. Und so heißt es in “2. Henoch” weiter:

Henoch! Ich habe dir alles gesagt, und du hast alles auf Erden gesehen, und alles hast du in diese Bücher geschrieben. Ich habe die Erschaffung von all dem ersonnen; ich schuf vom Höchsten bis zum Niedrigsten. Mein Ratgeber war dabei (…)

Nimm dich zusammen, Henoch, und erkenne den, der mit dir spricht! Nimm die Bücher, die du geschrieben! Ich gebe dir die Engel Semiel und Rafuel und den, der dich zu mir gebracht. Seh auf die Erde hinab und sag deinen Söhnen alles, was ich dir erzählte, und alles was du gesehen vom unteren Himmel bis zu meinem Thron!” (33,3-6)

Die Worte des “Höchsten” besagen hier sogar deutlich, dass Henoch sich nicht auf der Erde befand, sondern darüber. Er soll auf die Erde herunter schauen, doch gleichzeitig auch erkennen, wer da mit ihm sprach. So als wolle “Gott” dem Erdling über seine wahre Identität aufklären. Nun bekam Henoch von diesem Himmelswesen einen Engel eingeteilt, die ihn wieder zur Erde bringen sollten. Dabei wurde ihm geboten, alles, was er erlebte und erfahren hatte, an seine Kinder weitergeben:

Gib ihnen die Bücher mit deiner Handschrift und die Kinder sollen sie den Kindern geben, die Verwandten den Verwandten, das Geschlecht dem Geschlecht! Henoch! Sei der Mittler meines Heerführers Michael! Denn deine Handschrift und die deiner Väter Adam und Seth werden nicht vernichtet bis zum Ende der Zeiten.” (33,8-11)

Wir wissen natürlich nicht, ob es diese 360 Bücher mit Geheimwissen des Himmels jemals gab oder wo sie heute sind. Hier öffnet sich sehr viel Spielraum für weitreichende Spekulationen. Wir wissen aber, dass Joseph Smith von seinem himmlischen Wesen grundsätzlich einen identischen Befehl oder Auftrag bekam.

“Gottes” Auftrag für die letzten Tage

Nach den Lehren der Mormonen und der überlieferten Entstehungsgeschichte des “Buch Mormon” entstand das Werk ebenfalls mit “übernatürlichen” Mitteln. Abgesehen davon, dass es auf mysteriösen Goldplatten in einer fremden Sprache geschrieben gewesen sein soll, die Smith übersetzte. Dazu nutze er magische “Steine” und eine seltsame “Brille”, die es ihm erst ermöglicht haben sollen, diese fremdartige Schrift zu lesen und zu verstehen. Sie habe, so damaligen Zeugen, ähnlich wie Hieroglyphen ausgesehen.

Die “Berufung” des Smith in jener Nacht, als er sich am folgenden Tag nicht mehr auf den Beinen halten konnte, verlief durchaus ungewöhnlich. Der “Bote”, wie Smith ihn nennt, sei ihm dreimal nachts am Bett erschienen. Am Folgetag kam das Wesen sogar nochmal vom Himmel. Smith sagte über die nächtliche Begegnung unter anderem in seinem “Zeugnis”:

Nach dieser Mitteilung sah ich, wie das Licht im Zimmer begann, sich unmittelbar um die Person dessen, der zu mir gesprochen hatte, zusammenzuziehen, und das setzte sich fort, bis es im Zimmer wieder finster war, außer ganz nahe um ihn herum. In diesem Augenblick sah ich gleichsam einen Schacht sich bis in den Himmel öffnen, und der Besucher fuhr in die Höhe auf, bis er ganz verschwunden war; und im Zimmer war es wieder so wie zuvor, ehe das himmlische Licht sich gezeigt hatte.

Diese “Mitteilung” bestand darin, dass bald die Zeit kommen werde, in dem seine göttliche Mission beginnt. Fortan wurde er angeblich regelmäßig von dieser Erscheinung geschult. Er “empfing von ihm bei jeder Unterredung Anweisungen und Auskunft darüber, was der Herr vorhabe und wie und auf welche Weise sein Reich in den letzten Tagen zu leiten sei”, so behauptete Smith. “Gott habe sie bereitet, damit das Buch übersetzt werden könne”, so der Mormonen-Prophet in seiner “Lebensgeschichte” (1,35) über die Hilfsmittel zur Übersetzung der Tafeln.

Der Auserwählte durfte fortan “keinen anderen Beweggrund haben als den, sein Reich aufzubauen”, so Smith weiter (“Lebensgeschichte”, 1,46). Nur die kommende Übergabe, Übersetzung und Verbreitung des “Buch Mormon” war fortan wichtig und bestimmend.

Machenschaften des Satan

Das “Buch Mormon” erschien im März  1830 in einer ersten, noch sehr kleinen Auflage. Finanziert durch einen Sponsor.Hierbei spielt die Person Oliver Cowdery eine entscheide Rolle. Ein Lehrer, der von den Platten in Smith seinem Besitz erfuhr, und der sich am 5. April 1829 erstmals bei Smith vorstelle. Schon am 7. April 1829 begannen Smith und Cowdery mit der Übersetzungsarbeit am “Buch Mormon”, wie es seine “Lebensgeschichte” (1,66f.) verrät. Smith übersetze, Cowders schrieb es nieder.

Ein gutes Team, wie es offenbar das Himmelswesen empfand. Denn angeblich kam schon am 15. Mai 1829 “ein Bote vom Himmel in einer Lichtwolke herab” und berief beide zu “Priestern”. Unter anderem durch eine Art neue Taufe, da sich der Bote als Johannes der Täufer aus dem Neuen Testament den beiden Männern vorstellt (“Lebensgeschichte”, 1,68ff.). Das war auch dringend notwendig, denn Joseph Smith erlitt zuvor einen schweren Rückschlag bei seiner Schreibarbeit. Sein frühere Schreiber, der Unterstützer Martin Harris, nahm das in Arbeit befindliche Manuskript mit heim, wo er es seiner Frau zeigen wollte. Da habe der Text des Buches bereits 116 Seiten umfasst.

Harris Frau war mit dem religiösen Treiben ihres Mannes und Smith ganz und gar nicht einverstanden. So soll, wie in “Lehre und Bündnis”, Abschnitt 10, der Mormonen gelehrt wird, das Manuskript “verloren gegangen” sein. “Der Satan stachelt schlechte Menschen dazu auf, sich dem Werk des Herrn zu widersetzen”, wie es darin heißt, womit die Frau von Harris gemeint ist. Angeblich habe sie das Manuskript beseitigt.

Schlimmer noch, denn nach dieser satanischen Untat habe Smith die Gabe und den Verstand zur Übersetzung der rätselhaften Schriften verloren. Die Arbeit an der “neuen Bibel” musste vorerst ruhen. Da kam Cowdery zur rechten Zeit …

Übersetzung aus dem Nichts?

Am 7. April 1829 begann die Übersetzung des religiösen Bestsellers von Smith und seinem neuen Schreiber Oliver Cowdery. Im Juni 1829 waren sie damit fertig, tippten eine Kopie für die Druckerei und im März 1830 erschien das Werk in New York.

Das sind gerade mal rund zwei Monate. Angesichts des Umfanges und des Inhaltes des “Buch Mormon” ist das überaus beachtlich! Zumal man sich vor Augen führen muss, dass der Inhalt zumindest von der Story her ein sehr komplexes und in sich stimmiges Ganzes ergibt. Auch wenn historisch, archäologisch oder auch theologisch darin natürlich zahlreiche Aussagen zu finden sind, die nicht dem Strand der Wissenschaft entsprechen. Etwa, dass es zu biblischen Zeiten Pferde in Amerika gab oder diverse Orte bis heute unbekannt sind. Grundsätzlich aber geht die Geschichte auf – wenn man sie als “Roman” ansehen würde.

Natürlich haben sich die zahllosen Wissenschaftler bzw. Historiker der Mormonen bereits mehrfach auch Gedanken über die eigentliche Niederschrift ihrer Bibel durch Smith und Cowdery gemacht. Sie untersuchen, analysieren und erforschen ausnahmslos alles, was irgendwie mit ihrem Glauben und ihrem Prophet zu tun hat. So etwa in der Analyse “Timing the Translation of the Book of Mormon: ‘Days [and Hours] Never to Be Forgotten'” des Moronen-Forschers John W. Welch. Darin untersucht Welch bis ins Detail wann die beiden was schrieben. Wie viele Worte die einzelnen Bücher des “Buch Mormon” haben, welche Leistung hier zugrunde liegen muss und an welchen Tagen diese erfolgt sein könnten. Grundlage sind auch hier wieder die zahlreichen archivierten Dokumente dieser Kirche.

269.510 Wörter umfasst das Werk, so Welch, und sei am 30. Juni 1829 fertig gewesen. Da ungefähr wurde auch das Vorwort verfasst, wie seine Untersucht ergab. Ohne die wundersamen Gegenstände, die der Engel Moroni leihweise übergeben haben soll, seiner Meinung nach kaum vorstellbar.

Götter vs. Glauben

Religion ist eine Sache des Glaubens. Das will niemand leugnen. Und schaut man auf die Thesen und Spekulationen der Prä-Astronautik, die hinter Kulten und solchen Religionen das Wirken von Außerirdischen vermuten, ergeben sich zahlreiche Fragen und Probleme. Vor allem dann, wenn diese außerirdischen Intelligenzen scheinbar ganz bewusst und nach Plan derartige “Bewegungen” etablieren.

Wenn bei den Mormonen solche Kontakte stattfanden: Was wollten die Fremden damit erreichen? Welche Ziele mögen diese Götter des Alls damit verfolgen? Was bringt es diesen Außerirdischen, dass sie einigen Auserwählten Botschaften übermitteln, die sich in sehr vielen Fällen auch untereinander widersprechen? Und das seit tausenden von Jahren.

Diese Probleme sind Forschern aus dem Bereich UFOs und Prä-Astronautik nicht neu. Eine Lösung hat bisher niemand wirklich liefern können. Höchstens für jene mutmaßlichen Kontakte, die von den Zeugen selber als religiöse Erfahrung gedeutet wurden. Eine Art “Masterplan” vermuten die allermeisten Autoren hinter diesen vollkommen undurchdringlichen Verhaltensmustern der Fremden. Die Frage ist nur, wann und ob wir diesen erkennen werden.

Ob die Erlebnisse und Aussagen des Joseph Smith und seines Buches, die hier natürlich nicht alle dargelegt wurden, der Wahrheit entsprechen, wissen wir letztlich nicht definitiv zu sagen. Warum aber sollten sie nicht?

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Mischwesen aus Mensch und Affe: Genetiker erschaffen Chimäre-Embryos – doch schon die “Götter” schufen Monster, Menschen und Mischwesen

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Mischwesen aus Mensch und Affe - Genetiker erschaffen Chimäre-Embryos: Alles schon mal dagewesen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Mischwesen aus Mensch und Affe – Genetiker erschaffen Chimäre-Embryos: Alles schon mal dagewesen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Wie eine jetzt Veröffentlichte Untersuchung berichtet, haben Genetiker in China mal wieder “Gott gespielt”. Sie erschufen über 130 Embryo-Mischwesen, sogenannte Chimäre, aus der DNA von Affen und Menschen, die sie rund drei Wochen wachsen ließen. Auch wenn das Experiment aus ethischen Gründen abgebrochen wurde, so manipuliert der Mensch schon seit tausenden von Jahren den Genpool des Lebens und erschafft damit “Kreuzungen”. Und nicht nur die, wenn wir den alten Mythen glauben wollen. Mischwesen und regelrechte Monster waren einst Teil von Experimenten der Götter, wie es weltweit Mythologien behaupten. Und genau diese sollen hier einmal genauer betrachtet werden.


Hybride aus Mensch und Affe

In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins “Cell” vom 14. April 2021 berichten Genetiker um Tao Tan, dass sie (mehr oder weniger) erfolgreich Menschen und Affen gekreuzt haben. Dafür nahmen die Forscher sechs Tage junge Affenembryonen, von denen jedes mit 25 menschlichen Stammzellen “geimpft” wurde. Hierdurch erhielten sie 132 Embryo-Mischwesen, die später in der Gebärmutter zu fast 8 Prozent aus menschlichen Zellen bestanden.

Diese Chimäre genannte Mutanten, Mischwesen, Hybride oder schlicht Kreuzungen ließ man 19 Tage lang sich entwickeln. Da waren nur noch 3 der “Monster” am Leben und das Gen-Experiment wurde abgebrochen. Aus ethischen Gründen, wie es heißt.

Solche Mischwesen aus Mensch und Affe oder auch anderen Tieren wie Schweinen gibt es in der modernen Genforschung schon seit Jahren. In vielen Ländern sind solche Experimente grundsätzlich verboten, während andere sie in sehr kleinem Umfang erlauben. So hat beispielsweise Großbritannien schon 2008 die Schöpfung von Schwein-Mensch-Hybriden erlaubt. Einige Länder haben für derartige Gen-Experimente oder sogar das Klonen von Lebewesen und sogar Menschen überhaupt keine Regelungen.

Grundsätzlich sind derartige Experimente scharfer Kritik ausgesetzt. Nicht nur von kirchlicher Seite, die hier einen Eingriff in die Schöpfung sieht. Womit die Kirchen aber auch andere Kritiker solcher genetischen Forschungen grundsätzlich Recht haben. Auch wenn die Befürworter aus den möglichen Nutzen für die Medizin der Zukunft verwiesen. So ist es wenig verwunderlich, dass seit Jahrzehnten über derartige Experimente erbittert gestritten wird und die Gesetzgeber oft überfordert zu sein scheinen.

Dabei macht der Mensch dies seit tausenden von Jahren. Klonen und Kreuzen ist Alltag und überall um uns herum. Allerdings fast nur bei Pflanzen, in deren DNA der Mensch seit jeher eingreift. Bei Blumen ebenso wie bei Obstbäumen oder Getreide:Überall wird genetisch Gekreuzt. Geht es um die DNA des Menschen oder sogar Kreuzungen menschlicher Gene und Zellen mit anderen Lebewesen, überwiegen die Bedenken. Hier kann aber niemand sagen, ob nicht in irgendwelchen Laboren solche hybriden Monster im Geheimen längst das Licht der Welt erblickten! Ob und wie lange diese Überlebensfähig sein würden, steht dabei in einer anderen DNA …

 “Lassend uns Menschen und Monster machen…”

Prä-Astronautiker horchen bei derartigen Meldungen und Experimenten schnell auf. Wie schon 1996, als  in Schottland das Klon-Schaf “Dolly” geboren wurde. Das erste geklonte Säugetier der Welt. So zumindest hieß es offiziell.

So wurde schon damals darauf verwiesen, dass nach alten Mythen und Überlieferungen schon die Götter an Menschen und Tieren experimentierten. Diese Himmelswesen, die Raumfahrer der Antike, hätte einst selber genetische Experimente durchgeführt. Sie haben laut alten Mythologien Menschen mit Tieren und Tiere mit anderen Tieren gekreuzt. Und letztlich sollen diese Himmlischen laut entsprechenden uralten Überlieferungen sogar den modernen Menschen an sich durch solche Gen-Experimente geschaffen haben. Aus einem Urmenschen, der genetisch “verfeinert” oder “zellular gekreuzt” wurde.

Perverse Gedanken der Grenzwissenschaft, denken die Laien dabei sicher. Doch “lassend uns Menschen und Monster machen” war tatsächlich der Wunsch dieser Götter. Solche Überlieferungen finden wir auf der ganzen Welt. Wobei jene aus dem Buch Genesis dabei sicher die bekanntesten sind.

Bei diesen angeblichen Experimenten der Astronauten aus dem All lief nicht immer alles nach Plan, wie es die Mythen sagen. Es sollen immer wieder “Monster” gezüchtet worden sein. Oder sogar Menschen, die irgendwie misslangen und daraufhin durch eine neue Schöpfung mit anderen Voraussetzungen ersetzt wurden. Solche Ideen entstammen nicht irgendwelche “kranken Gehirnen” diverser Autoren, sondern sind tatsächlich so überliefert. Mystery- und Prä-Astronautik-Forscher vermuten hier lediglich, dass diese Geschichten reale Hintergründe haben. “Etablierte Mythenforscher” oder Theologen nehmen solche Mythologien natürlich nie wörtlich.

Auch ich habe ich verschiedenen Büchern solcher spannenden Überlieferungen aus aller Welt in diesem Sinne durchleuchtet udn werde es auch weiterhin tun. Zum Beispiels schon 1998 in “Götter der Sterne“, 1999 in “Begleiter aus dem Universum” und 2015 in “Rebellion der Astronautenwächter“.

“Fehlschöpfungen” der Götter

Hybridwesen oder Gen-Experimente sind natürlich auch in der UFO-Forschung seit Jahrzehnten ein Thema. Auch hier verweisen verschiedene Autoren darauf, dass Außerirdische angeblich genetische Kreuzungen und Versuche am Menschen durchführen. Mehr dazu zum Beispiel in diesem Video HIER auf meinem YouTube-Kanal.

Auf irgendwelche Experimente der Astronautengötter am irdischen Leben zu verweisen, ist einfach. Es ist leicht daher gesagt, dass dies geschehen sei, da diverse Mythen das so sagen. Wenige konkrete Beispiele mit vor allem ebensolchen (seriösen!) Quellen werden dabei immer genannt. Obwohl die Fülle an entsprechenden Quellen und mythologischen Aussagen erstaunlich groß ist. Gerne nennt man die Schöpfung des Menschen in der Tradition der Völker Mesopotamiens. Denn auch hier heißt es, dass der Mensch durch eine Kreuzung aus Urmensch und Götter erschaffen wurde. Wir alle wären demnach Hybriden oder Chimäre.

Dabei muss man nicht mal sehr zweifelhafte “Übersetzungen” der alten Texte gewisser Autoren heranziehen. Auch die Nutzung seriöser Quellen liefert dazu genug spannenden Stoff, wie HIER belegt. Mit dem Unterschied, dass Kritiker nicht von “Fehlübersetzungen” oder “Phantasie” sprechen können. Auch wenn diese Quellen weniger “sensationell” ist. Für die Völker des Zweistromlandes waren die Menschen zwar durch Kreuzungen “göttlich geschaffen”, aber es gelang auch hier scheinbar erst nach diversen Rückschlägen, den endgültigen Menschen zu kreieren. Sehr ähnlich wie es die Maya in ihrem Epos “Popul Vuh” schilderten.

Im Mythos “Enki und Ninchursang” über den Schöpfergott Enki und die machtvolle Urgöttin Ninchursang vermuten einige Forscher einen Hinweis auf diese Fehlschöpfungen der Götter. Nicht nur Forscher der Prä-Astronautik. So schreibt etwa der bekannte Sumerologe Hartmut Schmökel in seinem Standartwerk “Kulturgeschichte des Alten Orient“:

Wahrscheinlich darf aus einem leider sehr zerstörten Text geschlossen, dass man Enki auch die Erschaffung des Menschen als Diener der Götter zuschrieb – bei welchem Werk freilich Fehlschöpfungen nicht ausblieben.”

Was aber mögen diese “Fehlschöpfungen” gewesen sein? Missglückte Menschen oder sogar Monster aus der Retorte der Götter?

Die Götter von Eden

Monster oder missglückte Experimente kennt die Schöpfung der Bibel nicht direkt. In der Thematik der Astronautengötter werden die dortigen Aussagen eher dahingehend betrachtet, dass hier die Götter von Eden mit künstlicher Befruchtung arbeiteten. So geschehen bei Eva, der Frau Adams, als sie ihren dritten Sohn Seth von Gott “eingesetzt” bekam. Und natürlich die Erschaffung der Eva aus einer “Rippe” ihres Gatten an sich. Weiter wird sehr viel auf die Riesen hingewiesen, die laut dem 6. Kapitel der Genesis auf der Erde lebten, als sich Söhne des Himmels mit Menschenfrauen paarten.

Dazu gibt es jedoch einige unheimliche Ergänzungen, auf die ich bereits in “Rebellion der Astronautenwächter” und in Artikeln 1996 hinweisen habe.

Auch Texte aus Qumran kennen offensichtlich diese Herabgestiegenen und die Vermischung mit den Menschen. Darauf wies ich bereits 1996 in einigen Artikeln hin. Denn auch die weltberühmten Texte aus Qumran kennen offensichtlich diese Herabgestiegenen und die Vermischung mit den Menschen. Hier findet sich in dem Text 4Q531 Fragment 3 ebenfalls die Aussage, dass diese Himmlischen die Erde ins Unglück stürzten. Ebenso wie bei Henoch 200 dieser Gestalten auf die Erde niedergekommen sein sollen, nennt auch der Qumran-Text 1Q23 Fragment 1 und 6 des sogenannten “Buch der Giganten” diese Zahl.

Monster in biblischen Tagen

“Sie kannte die Geheimnisse” und brachten Sünde und die Riesen. Und, so die Wissenschaftler Michael Wise, Martin Abegg jr. und Edward Cook in den Kommentaren dazu schon 1997 in “Die Schriftrollen von Qumran“, diese 200 Engel suchten sich Tiere und Menschen aus “mit denen sie perverse Dinge taten”. Es ist zu erfahren:

“[… zweihundert] Esel, zweihundert Wildesel, zweihundert … Schafböcke der] Herde, zweihundert Ziegen, zweihundert [… Tiere des] Feldes von jedem Tier, von jedem [Vogel …] […] für Rassenvermischung […]

Was mag man unter der Angabe “für Rassenvermischung” verstehen? Ein Hinweis, dass die Wesen des Himmels Tiere und Menschen kreuzten? Zwitter, wie sie praktisch alle Völker der Erde in Wort und Bild beschrieben? Oder sind mit der vermischten Rasse die Kinder zwischen den Rebellen und den Menschenfrauen gemeint? Eine Klärung dieser Frage ergibt sich aus einer anderen Stelle im “Buch der Giganten“, denn in 4Q531 Fragment 2 ist ein wesentliches Detail erhalten geblieben:

[…] sie (die Himmlischen, Anm. LAF) besudelten […] [… sie zeugten] Riesen und Ungeheuer […] […] zeugten sie, und sahen, die ganze [Erde war verdorben …] […] in seinem Blut und durch die Hände von […] [Riesen] die ihnen nicht genügten und […] […] und sie suchten viele zu verschlingen […] […] […] die Ungeheuer griffen sie an.”

Der fragmentarische Text besagt klar: Die Wächter zeugten “Riesen und Ungeheuer”. Die Kinder der Herniedergestiegen sind demnach nicht identisch mit den “Ungeheuern”, sondern die Wächter schufen (zeugten) Riesenkinder und auch Monster – durch “Rassenvermischung” ausgesuchter Tiere, wie es der Qumran-Text besagt. Gentechnik in der Urzeit? Tausende Jahre bevor die chinesischen Genetiker jetzt ihren fragwürdigen Erfolg bekanntgeben konnten?

Monster in Griechenland

Selbst der große Grieche Platon, bekannt durch die Erzählung der mythischen Insel Atlantis, berichtet in seinem Werk “Das Gastmahl” (“Symposion”) ausführlich von einem anderen Geschlecht. Letztlich habe dieses sogar versucht die Götter im Himmel zustürzen. Durchaus ähnlich wie die rebellischen Engel der jüdisch-christlichen Tradition. So schreibt Platon beispielsweise über dieses “dritte Geschlecht” unter anderem:

Unsere ehemalige Naturbeschaffenheit nämlich war nicht dieselbe wie jetzt, sondern von ganz anderer Art. Denn zunächst gab es damals drei Geschlechter unter den Menschen, während jetzt nur zwei, das männliche und das weibliche; damals kam nämlich als ein drittes noch ein aus diesen beiden zusammengesetztes hinzu, von welchem jetzt nur noch der Name übrig ist, während es selber verschwunden ist. (…) Ferner war damals die ganze Gestalt jedes Menschen rund, indem Rücken und Seiten im Kreise herumliefen, und ein jeder hatte vier Hände und ebenso viele Füße und zwei einander durchaus ähnliche Gesichter auf einem rings herumgehenden Nacken, zu den beiden nach der entgegengesetzten Seite von einander stehenden Gesichtern aber einen gemeinschaftlichen Kopf, ferner vier Ohren und zwei Schamteile, und so alles übrige, wie man es sich hiernach wohl vorstellen kann.

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(…) Sie waren daher auch von gewaltiger Kraft und Stärke und gingen mit hohen Gedanken um, so dass sie selbst an die Götter sich wagten; denn was Homeros von Ephialtes und Otos erzählt, das gilt von ihnen, dass sie sich einen Zugang zum Himmel bahnen wollten, um die Götter anzugreifen.”

Auch der bekannte Grieche Hesiod in seiner “Theogonie” um 700 vor Christus weiß von solchen Wesen. Er gilt neben Homer, dem Autor der “Ilias” und “Odyssee”, als wichtigste Quelle über unser heutiges Wissen über die Mythologie der damaligen Griechen. Hesiod kennt in seinen niedergeschriebenen Überlieferungen ein ganzes Füllhorn an Mischwesen und Monstern,wie sie beispielsweise G. F. Schoemann 1898 in “Die Hesiodische Theogonie” wiedergibt.Alle diese Bestien waren das Werk der Götter, so Hesiod.

Die bekanntesten Kreaturen sind hierbei wohl die Kyklopen, bei denen “ein einziges Auge mitten in der Stirn lag”.

Unaussprechliche Kreaturen

Unaussprechliche Wesen haben die griechischen Ur-Götter nach Hesiod einst geschaffen oder geboren. Gewaltige Riesen (Titanen) ebenso wie Monster, bei denen “100 Arme zugleich sich ihren Schultern entstreckten”. Gleichfalls Wesen, bei denen “50 Häupter aus den Schultern gewachsen” waren. So notierte Hesiod unter anderem diese Taten und Abkömmlingen der Götter. In “Hesiod’s Werke verdeutscht im Versmaße der Urschrift” (1858) gibt der Übersetzer Eduard Eyth Hesiod mit den diesen Worten wieder:

Kraft und Stärke jedoch und Kunst – das hatte die Arbeit! Aber noch andere waren der Erde und dem Himmel entsprossen (…) Unnahbar war ihre Gewalt bei mächtigem Aussehen. Denn von Sämtlichen, welche die Erde gezeugt mit dem Himmel, waren sie die Schrecklichsten (…)”

Die Mythen der Griechen über solche Monster, Riesen und Titanen sind heute auch dank der Aufzeichnungen von Hesiod durchaus populär. Hollywood und die Populärkultur der Moderne haben das Thema längst für sich entdeckt. Doch ob jemals darüber nachgedacht wurde, dass zumindest nach den Behauptungen der Chronisten diese Wesen wirklich gelebt haben sollen?

Einige Geschichtsschreiber berufen sich auch auf den Chronisten Manetho. Er verfasste etwa in der Zeit 285 bis 246 vor Christus in seiner Funktion als  altägyptischer Priester und Geschichtsschreiber eine Chronik über die Götter und Pharaonen Ägyptens. Für Ägyptologen ist die Chronologie der ägyptischen Könige in seinem Werk “Aegyptiaca” noch heute eine unschätzbare Quelle. Allerdings nur dafür und nicht für das, was Manetho über die Zeit vor diesen Pharaonen überliefert hat. Denn Manetho ist jener Geschichtsschreiber, der die Geschichte Ägyptens sehr weit in die Vergangenheit verlagerte, als noch Götter und nach diesen Halbgötter das Land regiert haben sollen.

Auf Manetho wiederum beruft sich unter anderem der spätere Geschichtsschreiber Eusebius von Caesarea (ca. 260/64 bis  339 nach Christus). Eusebius ist nicht nur einer der ersten Kirchenhistoriker, sondern auch Verfasser von gleich dutzenden Geschichtswerken. Ihm stand umfangreiches Quellenmaterial zur Verfügung,  weshalb er auch als “Vater der Kirchengeschichte” gilt. Obwohl ein früher Christ, enthalten seine Werke “Chronik” eine gewaltige Sammlung der Geschichte vieler Völker. Inklusive detaillierter Chronologien von Königen, Regierungszeiten etc.

“Eine Menge von Wunderwesen”

Unheimlich wird es bei Eusebius aber, als dieser über seltsame Taten der Götter in der Urzeit schreibt. Denn diese haben wahre Monster erschaffen, Mischwesen und Zwitter kaum vorstellbarer Art und Weise. In “Eusebius Werke” (Bd. V, 1911) von Josef Karst erfahren wir dazu von Eusebius, dass in der Vorzeit bizarre Kreaturen existiert haben sollen. Angeblich stamme dieses Wissen sogar von Oannes persönlich:

Es war, sagt er (Oan/Onannes, Anm. LAF), einstens, da durch das das (Welt-)All hin Finsternis und Wasser war. Und es waren daselbst gewisse andere Untiere, von denen ein Teil selbsterzeugte waren, und mit lebenerzeugenden Formen ausgestattete; und sie hätten erzeugt Menschen, doppeltbeflügelte; dazu auch andere mit vier Flügeln und zwei Gesichtern und einem Leib und zwei Köpfen, Frauen- und Männerköpfen, und zwei Naturen, männlichen und weiblichen; weiter noch andere Menschen, mit Schenkeln von Ziegen und Hörnern am Kopfe; noch andere, pferdefüßige; und andere von Pferdegestalt an der Hinterseite und Menschengestalt an der Vorderseite, welche der Hippokentauren Formen haben; erzeugt hätten sie auch Stiere, menschenköpfige, und Hunde, vierleibige, deren Schweife nach Art der Fischschwänze rückseits aus den Hinterteilen hervorliefen; auch Pferde mit Hundeköpfen; und Menschen sowie noch andere Ungeheuer, pferdeköpfige und menschenleibige und nach Art der Fische beschwänzte; dazu weiter auch allerlei drachenförmige Unwesen; und Fische und Reptilien und Schlangen und eine Menge von Wunderwesen, mannigfaltig gearteten und untereinander verschieden geformten, deren Bilder sie im Tempel des Belos eins neben dem andern dargestellt aufbewahrten.”

Eine rund 1.700 Jahre alte Aufzählung, die man sicher zweimal lesen muss. Bizarre und zweifellos grausige Kreaturen als Produkt “göttlicher” Schöpfungskraft haben demnach einstmals existiert. “Eine Menge von Wunderwesen”, die lange, bevor der Mensch auf der Bühne der Schöpfung erschien, existiert haben sollen. Beherrscht wurden diese, auch das überliefert Eusebius, von einer Göttin:

Und es habe über alle diese ein Weib geherrscht, dessen Name Markaye heiße, das auf chaldäisch Thalattha genannt werde und auf Griechisch verdolmetscht werde Thalattha (das ist Meer).”

Diese Thalatta oder auch Thalassa aus der griechischen Mythologie ist eine Muttergöttin, die unter anderem mit dem Meer identifiziert wurde. Sie hatte verschiedene Funktionen, ist jedoch immer als eine Art Ur-Mutter zu erkennen. Bei Nonnos von Panopolis, einem Dichter und Denker des 5. Jahrhunderts, ist sie sogar die Mutter der bekannten Göttin Aphrodite.

Göttliche Hybride

Solche Monster und Zwitter aus der Retorte der Götter will aber auch ein biblischer Prophet gesehen haben. In der griechischen “Apokalypse des Baruch” heißt es, dass der Prophet eines Tages von einem Himmlischen im Auftrag Gottes mit in den Himmel genommen wurde, wo ihm ungeahnte Geheimnisse offenbart wurden. Bereits im “ersten Himmel” seiner Reise begannen diese Offenbarungen, denn hier lebten ausschließlich Zwitterwesen:

Er zeigte mir im Himmel eine Ebene. Da waren viele Menschen drauf, Gesichter wie die Rinder und Hörner wie die Hirsche und Füße wie die Ziegen und Hüften wie die Lämmer.” (2,3)

Kirchenvater Eusebius wiederum schöpfte sein Wissen aus zahllosen Quellen. Als Universalgelehrter ist es sicher, dass er Zugriff auf umfangreiche antike Texte und Schriften hatte, die er oft auch zitiert. Eine seiner zahllosen Quellen war der Historiker Berossos, einer der wichtigsten Astronomen und Priester des Gottes Marduk von Babylon. Dieser Berossos verfasste etwa um das Jahr 290 vor Christus eine Chronik der Babylonischen Geschichte, in der er auch von der Urzeit berichtet.

Auch Berossos berichtet in seiner Chronik von einer Zeit, als eine rätselhafte Art von Kreaturen existiert haben soll. Oannes nennt er diese, die bei Eusebius unter den Namen Oan zu finden sind. Göttliche Zwitter-Kreaturen aus Mensch und Fisch, die aus dem Meer (meist Persischer Golf) kamen, die Zivilisation brachten und zum Teil unter den Menschen lebten. Auch wenn Oannes meist als ein einzelner Gott angesehen wird, so ist diese Art der Kulturbringer von Babylon bzw. Mesopotamien auf zahlreichen Abbildungen mehrfach zu sehen. Menschen mit Fischschwänzen, die in ganzen Gruppen abgebildet wurden, allerdings nicht eins zu eins den späteren Beschreibungen von Berossos entsprechen.

In Band V von “Eusebius Werke” heißt es dazu, dass “ein furchtbares Untier, dessen Name Oan heiße”, dem Meer entstieg. Über diese heiße es, “dass sein ganzer Körper der eines Fisches war, und unter dem Kopfe des Fisches ein anderer Kopf an jenen angefügt; und am Schweife Füße wie die eines Menschen, und die Stimme gemäß der Stimme der Menschen; dessen Bild noch bis jetzt in Zeichnung aufbewahrt werde”. So Eusebius.

Diese Wesen kennt man heute meist unter den Namen Oannes. Es sind Mischwesen, die als Kulturbringer in Mesopotamien angesehen wurden. Vor allem bei den Babyloniern. Vielfältige bildliche Darstellungen von diesen Kreaturen haben die Archäologe inzwischen ausgegraben.

Fisch-Menschen und Sintflut

Selbst die Mythologie aus dem fernen Indien kennt etwas Ähnliches wie Oannes bzw. Oan. Und zwar über die bekannte Gottheit Vishnu. Eine der Hauptformen Gottes im Hinduismus, von denen schon die alten Veden Indiens sprechen. Von dieser höchsten Offenbarung der Göttlichkeit wird …

“…ausführlich erzählt, wie der Gott Vishnu als Fisch die verlorenen Vedas aus der Tiefe des Meeres wieder heraufholte, und dadurch den Menschen das Gesetz aufs Neue offenbart habe (…).

So beschreibt es schon Friedrich Creuzer 1836 in “Symbolik und Mythologie der alten Völker besonders der Griechen”. Vishnu tat dabei nichts anders als die Oannes-Kreaturen: Aus dem Meer kommen und den Menschen das Gesetzt (die Kultur) bringen.

Im Alten Testament wird die große Sintflut als Strafgericht für böse Menschen und/oder Mischwesen angesehen. Mythen anderer Völker weltweit sehen das teilweise sehr ähnlich, um diese Vernichtung irgendwie deuten oder erklären zu können. Gleichgültig ob Legenden der Bibel, Mesopotamien, Indiens, der Maya oder sonst wo auf der Welt. Sie alle haben häufig den Kern, dass Götter Mischwesen schufen, die dann wieder vernichtet wurden.

Die Häufigkeit dieses Motivs in den Mythologien ist zu frappierend, als das sie meiner Meinung nach reiner Zufall sein kann. Von den großen Zivilisationen der Vergangenheit bis zu den weniegr bekannten Kulturen, Völkern und Stämmen. Ein Beispiel: In einem Mythos der Wyot Indianer aus Kalifornien in den USA wird erzählt, dass die erste Erschaffung des Menschen auch hier daneben ging:

Als die ersten Menschen geboren waren, konnten sie nicht richtig sprechen. Es war gar nicht richtig, was sie sprechen. Auch waren sie behaart. Da hörte er sie, der Alte-Mann-Droben. Er dachte: Wie kann ich sie wieder loswerden? Schließlich wusste er es. (…) Wasser würde kommen

Auch bei den Wyot überlebte natürlich jemand die Katastrophe.

Zwitter-Monster in Ur

Durchaus interessant ist mit Blick auf die Bibel im Zusammenhang mit “Fischmenschen” die Figur des Stammvaters Abraham. Abraham wiederum stammte aus der Stadt Ur im Süden Mesopotamiens, wie es die Bibel erzählt (Gen. 11,31). Ein Ort, den schon die alten Sumerer gründeten. Hier hat der Herr seinen Vater durch Feuer vom Himmel getötet, um Abraham als “Auserwählten” für sich zu gewinnen, wie ich es unter anderem in diesem YouTube-Video HIER erkläre.

Eusebius wie natürlich Berossos siedeln die beschriebenen Mischwesen in Chaldäa an. Chaldäa ist exakt das Gebiet im Süden des Zweistromlandes am Persischen Golf, wo auch die Stadt Ur lag. Römische und Griechische Geschichtsschreiber sowie die Bibel nennen es oft schlicht Babylon. Wobei Abbildungen dieser Gestalten bei allen Kulturen der Region zu finden sind. Gleichgültig ob Babylonier, Sumerer, Assyrer oder Akkader.

So sehen wir beispielsweise auf Rollsiegeln aus Ton sehr häufig geflügelte Menschen oder geflügelte Löwen. Aber auch menschliche Kreaturen mit Ziegenbeinen, Schwänzen sowie Tierköpfen. Also genau jene Bestien, wie sie Eusebius beschrieben hat. Siegelabrollungen mit diesen Wesen wurden unter anderem in den Ruinen von Abrahams Heimatstadt Ur gefunden. In Gräbern aus der I. Dynastie, die zum großen Teil von dem berühmten Archäologen Leonard Woolley zwischen 1926 und 1928 freigelegt wurden, lagen bis zu 5.000 Jahre alte Darstellungen genau dieser grausigen Zwittern.

Existierten diese also tatsächlich in diesem Gebiet, oder hat der Chronist Eusebius nur solche Abbildungen gesehen und von entsprechenden Mythen gehört? Starben diese in der Sintflut, oder kannte Abraham als bekanntester Sohn der Stadt Ur diese sogar noch? Angeblich ja. Und nicht nur das.

Abraham und die “Krebsfrau”

Über Abraham überliefert wiederum der heilige Sohar (Zohar), dass er einst mit einer seltsamen “Krebsfrau” ein Kind zeugte. Im Sohar (II. fol. 147a-148b) heißt es darüber, “dass Abraham mit seiner Krebsfrau einen Sohn zeugte, den er Tachasch nannte (…)”. Tachasch wiederum soll laut Sohar etwas mit himmlischen Wesen gemein haben. Sollte das etwa bedeuten, dass Abraham Kontakt zu solchen Zwittern der Götter  hatte? Jene, wie sie bildlich in seiner Heimatstadt ausgegraben und von den Chronisten überliefert wurden?

Der Name oder die Bezeichnung “Tachasch” ist noch in anderer Hinsicht sehr seltsam. Laut Bibel soll die Bundeslade aus dem Buch Exodus mit einer Haut oder einem Fell aus “Tachasch” beim Transport abgedeckt worden sein. Auch Teile des Allerheiligsten beim Exodus, der Stiftshütte, in dem die Lade verwahrt wurde, sollen aus “Tachasch” bestanden haben.

Was aber genau dieses Material war, ist unbekannt und umstritten. Von Seehund-Fell über Delphin-Haut bis zur Haut von Wesen, die Gott extra für diesen Zweck geschaffen (gezüchtet) hat, reichen die Deutungen der Bibelforschung. Selbst von Einhörner wird hierbei gesprochen. An anderen Stellen habe ich das genauer ausgeführt. Etwa in “Götter der Sterne“, in diesem YouTube-Video HIER und diesem Vortrag auf YouTube HIER.

Der Sohar wiederum ist das bedeutendsten Werk der mystische Traditionen des Judentums der Kabbala. Allgemein wird das Werk als eine recht junge Schrift angesehen, die erst im 13. Jahrhundert entstand. Es soll die Geheimnisse der Kabbala vertiefen, deuten und weiter erörtern, der bekanntlich von vielen Seiten enormes Geheimwissen zugesprochen wird. Gerade in der Moderne erfuhr die Kabbala eine regelrechte Renaissance unter Mystikern und Sinnsuchern auch außerhalb des Judentums.

Sind Mythen Reportagen?

In der Prä-Astronautik werden seit jeher Mythen, Überlieferungen, Sagen, Legenden, alte Schriften, heilige Texte usw. im Sinne der Idee der Astronautengötter abgeklopft. Überall gibt es Hinweise auf diese Astronauten aus dem All, sofern man diese Mythologien so deuten möchte. Ob diese Himmelswesen oder andere Übernatürliche darin wirklich physische Außerirdische waren, wissen wir defensiv nicht! Dafür gibt es nicht einen einzigen unstrittigen Beweis. Vielleicht finden wir sogar eines Tages eindeutige “Alien-DNA” in unseren Genen.

Wenn man mit der Prä-Astronautik liebäugelt oder sogar überzeugt ist, dass die Götter Aliens waren, dann darf man solche und viele weitere Überlieferungen über “Gen-Experimente der Götter” nicht ignorieren. Von diesen gibt es weit mehr, als in diesem Online-Beitrag als Beispiele angeführt wurden.

Die jetzt publizierten Experimente der Chinesen beweisen, dass wir längst Gott spiele. Da die Geschichte beweist, dass der Mensch alles, was möglich sein wird, auch in die Tat umsetzt, wird es auch bei solchen genetischen Kreuzungen so sein. Wenn es nicht schon geschehen ist. Der Mensch wird bizarre Mischwesen erschaffen. Ethische Bedenken oder Einwände von Humanisten oder Kirchen spielen dabei keine Rolle. Was der Mensch imstande ist zu tun, wird er tun. Aus Neugierde oder ganz einfach nur, weil er es kann.

Sofern jene Außerirdische, die vor Jahrtausenden als Götter angesehen wurden, ähnlich dachten, taten sie es auch. Und so finden wir ihre Werke und Taten in mythologisch-verzerrten Überlieferungen bis heute auf der ganze Welt.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Wenn am Brocken die rote Sonne im Wald versinkt: Stimmt die astronomische Ausrichtung der Himmelsscheibe von Nebra? ( + Videos)

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Wenn am Brocken die rote Sonne im Wald versinkt: Stimmt die astronomische Ausrichtung der Himmelsscheibe von Nebra? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Wenn am Brocken die rote Sonne im Wald versinkt: Stimmt die astronomische Ausrichtung der Himmelsscheibe von Nebra? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Die Rund 4.000 Jahre alte “Himmelscheibe von Nebra” soll genau das sein, was ihr Name sagt: Eine Art Darstellung des Himmels, ein Kalender mit astronomischen Ausrichtungen und Daten. “Justiert” wurden diese von ihrem Fundort aus am Brocken im Harz. Doch eine scheinbar vollkommen übersehende Meldung bestreitet jetzt diese Ausrichtung der “Himmelsscheibe von Nebra”.


Mythos “Himmelscheibe von Nebra”

Über die 1999 von Raubgräbern gefundene “Himmelsscheibe von Nebra” (rund 4.000 Jahre alt) wurden auf diesem Blog und auch in Videos auf meinem YouTube-Kanal schon vielfach berichtet. Einige der Videos findet Ihr am Ende angeführt. Nicht zuletzt sorgte vor einigen Monaten eine veröffentlichte Untersuchung für Aufsehen, die den deutschen Jahrtausendfund aus Sachsen-Anhalt um eben diese 1.000 Jahre jünger datierte.

Ein Expertenstreit entbrannte, über den zum Beispiel HIER, HIER und in diesem Video HIER berichtet wurde (s. 1. Video unten). Einher mit dieser “Neudatierung” ging  auch die daraus resultierende Aussage, dass es eine Art “Königreich” um diese Himmelsscheibe damit auch nie gegeben haben kann. Selbst die Beifunde wie Schwerter und Schmuck wurden in Zweifel gezogen. Für den Landesarchäologen Harald Meller aus Halle geradezu eine Provokation gegen ihn persönlich. Immer war er es, der die Scheibe für die Archäologie zugänglich machte und unter anderem von ihr sein “Reich” um die Himmelsscheibe herleitete. Ein Königreich der Bronzezeit in Sachen-Anhalt.

Ob es so etwas wirklich gab, ist fraglich. Zumindest nach den Vorstellungen, die wir alle mit einem Königreich verbinden.

Anders ist es bei den astronomischen Ausrichtungen, Daten und Informationen, die anhand der Himmelsscheibe abgelesen wurden. Obwohl die “Himmelscheibe von Nebra” auf rund 3.600 Jahre datiert wird und in mehreren Etappen erweitert und umgestaltet wurde, ist man sich sicher, dass sie älteste Darstellung des Himmels überhaupt ist. Betont wird hierbei aber meistens, dass die älteste konkrete Darstellung sei. Denn es gibt Himmelsdarstellungen, die zehntausende Jahre älter sind.

Wenn am Brocken die Sonne im Wald versinkt …

Vor allem Sonnenwenden lassen sich an der Scheibe ablesen und Bestimmen. So die vorherrschende Meinung. Dies lässt sich an beiden goldenen Bögen, “Horizontbögen” genannt, ablesen, die in einem Winkel von 82 Grad an den Seiten der Scheibe angebracht sind. Dabei spielt der Brocken im Harz eine entscheidende Schlüsselrolle. Jener mythische Berg, der seit jeher von Sagen und Legenden umrankt ist.

Nach der üblichen Lesart der Archäologen, wurde die Scheibe vom Mittelberg in Nebra aus anhand des weit entfernten Brocken justiert. Exakt an jenem Platz, wo sie 1999 auf gefunden wurde und wo sich heute ein 30 Meter hoher Aussichtsturm befindet. Er ist Teil des Besucherzentrums “Arche Nebra” und der archäologischen Tourismusroute “Himmelswege”. Dort sind für Besucher auch entsprechende Visirlinien angebracht, die von der Himmelsscheibe übertragen wurden.

Bei Sonnenuntergang am Tag der Sommersonnenwende geht die Sonne über den ca. 85 bis 90 Kilometer entfernten Brocken unten. Um die “Himmelsscheibe von Nebra” zu justieren, richtet man sie an diesem Tag waagerecht so aus, dass eine Seite des neben der mutmaßlichen “Mondsichel” liegenden Goldbogens exakt auf den Sonnenuntergang am Brocken weist. Den unteren “Peilpunkt” bildet ein Ende des zweiten Bogen. Das Titelbild zeigt diese Justierung am 21. Juni.

Auf der Internetseite der “Himmelswege” heißt es dazu:

Ein senkrechter Schnitt teilt das Bauwerk und markiert die Sichtachse zum Harzmassiv mit dem Brocken. Auch heute kann man beobachten, wie hinter dieser markanten Landmarke zur Sommersonnenwende, am längsten Tag des Jahres, die Sonne untergeht. Auf diese Weise ließ sich wohl schon vor 3.600 Jahren die Himmelsscheibe einordnen und als Sonnenkalender nutzen. Vom Aussichtsturm aus lassen sich so auch über die heutigen Baumkronen hinweg die bronzezeitlichen Himmelsbeobachtungen wieder nachvollziehen.”

Solche und ähnliche Erklärungen finden sich in allen Veröffentlichungen, die sich mit der “Himmelsscheibe von Nebra” befassen. Es ist ein Fundament der astronomischen Untersuchungen der Scheibe. Stimmt das aber auch?

Falsche Ausrichtung?

Zweifel an der Ausrichtung aus den Brocken scheint kaum jemand zu haben. Er gilt als “markante Landmarke”, die in 85 Kilometern Entfernt von unseren Ahnen am Mittelberg angepeilt wurde. Wie aber konnte man von dort durch die Wälder den Brocken vor Jahrtausenden überhaupt sehen, um diesen anzupeilen? Gar nicht.

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Heute versperren die dichten Wälder den Blick zum höchsten Berg des Harz. die natürlich zur Sommersonnenwende und damit am Tag der Ausrichtung der Scheibe am 21. Juni in dicht belaubtem Grün standen. Ebenso versperren Hügel im Vordergrund den freien Blick zum Brocken, wie es “Deutschlandfunk” in einer Meldung vom 12. März schreibt. Selbst wenn damals das Gebiet nicht bewaldet war, “war der Brocken damals sicher keine auffällige Horizontmarke”. Und vom heutigen Aussichtsturm “ist der Brocken nur vage auszumachen”, wie es bei “Deutschlandfunk” weiter heißt. Weiter heißt es:

Zum einen geht die Sonne zur Sommersonnenwende vom Mittelberg aus nicht genau hinter dem Brocken unter, sondern etwa zwei Grad weiter links.

Zum anderen ist der 85 Kilometer entfernte Brocken von dort praktisch nicht zu sehen. Ihn verdecken Hügel im Vordergrund. Das zeigt der Anblick vom Mittelberg, der sich mit Hilfe von dreidimensionalen Geländekarten simulieren lässt. Sie basieren auf den metergenauen Daten von Radarsatelliten.

Dies sind erstaunliche Aussagen, die bisher scheinbar übersehen wurden. Meiner Meinung nach ist bei astronomischen Thesen über Kalender etc. von uralten Stätten (wie Stonehenge und andere) viel zu selten die Lage bedacht worden. In Artikeln oder Vorträgen verwies ich immer wieder auf den Umstand, dass bei “Kalenderbauten für die Landwirtschaft” und ähnlichen Deutungen scheinbar die Umwelt zu wenig beachtet wird. Jahrzehntelang den Himmel beobachten, wenn Wolken, Wetter, Bäume und mehr diese Bobachtungen oft unmöglich machen – nur für einen Kalender …?

Quelle?

“Der Brocken ist vom Mittelberg aus kaum zu erkennen und die Sonne ging auch schon vor fast 4.000 Jahren deutlich links von ihm unter”, schreibt der Autor Dirk Lorenzen in seinem Beitrag bei “Deutschlandfunk“. Dazu wird eine einfache Grafik gezeigt, deren Quelle mit “OpenStreetMap-Mitwirkende/ESA/Stellarium” angeben wurde. Weitere Quellen oder Personen, die diese Ausrichtung überprüft haben, finden sich nicht.

“Stellarium” ist eine sehr verbreitete und beliebte Astronomie-Software, die ich selber vor Jahrzehnten nutzte. Die ESA ist bekannt und “OpenStreetMap” findet Ihr HIER. Vielleicht kein ein Mystery-Fan, der diese oder andere Software nutzt und beherrscht, diese Angaben einmal überprüfen und sich bei mir melden?

Stutzig sollte man bei der Meldung von “Deutschlandfunk” durchaus werden. Zumal es schon zahlreiche Publikationen gab, die sich eben genau mit den astronomischen Bezügen der Scheibe befassten. Nicht umsonst heißt sie ja “Himmelscheibe”. Etwa auch Theodor Schmidt-Kaler und Wolfhard Schlosser in diversen Veröffentlichungen, die unter anderem in “Archäologie in Sachsen-Anhalt” oder auch in der “Jahresschrift für Mitteldeutsche Vorgeschichte” erschienen.

Hat die Präzession die Himmelsscheibe “verstellt”?

In der Untersuchung “Zur astronomischen Deutung der Himmelsscheibe von Nebra” wies Schmidt-Kaler beispielsweise bereits 2006 auf geringe Abweichungen der Ausrichtung hin.

Schmidt-Kaler ist aber auch sicher, dass durch die , dem “Schwanken” der Erdachse ca. alle 25.784 Jahre, eine Art “Kalenderreform” nachzuweisen ist. Durch das Eintreten der Sonne in das Sternbild der Plejaden, wie er schreibt. “Dementsprechend dürfte die Nebra-Scheibe sicher um oder nach 2320, aber deutlich vor 1700 v. Chr. geschaffen worden sein”, ist er sich in seiner Studie sicher.

Die kleine Meldung über Zweifel an der astronomischen Ausrichtung der Scheibe scheint irgendwie allein im weiten Raum der Nebra-Veröffentlichungen zu stehen. Auch wird an keiner Stelle erwähnt, ob die Präzession überhaupt bei der Feststellung, dass die Sonne “etwa zwei Grad weiter links” am 21. Juni untergeht, berücksichtigt wurde. Deshalb bleibt wohl der einzige Zweifel, der Umstand, dass der Brocken durch die Wälder und/oder Entfernung vom Fundort in Bodennähe aus kaum bis gar nicht sehnen kann.

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Eduard Albert Meier, besser bekannt als Billy Meier, aus der Schweiz ist bekannt als UFO-Kontaktler, der seit Jahrzehnten angeblich auch physischen Kontakt mit Aliens hat. Diese kommen von den Plejaden und hätte ihn – und zwar nur ihn – als Sprachrohr ihrer Botschaften auf der Erde ausgesucht. All die zahlreichen anderen Personen, die angeblich Kontakt mit Aliens hatten oder haben, sind für Meier und seine 1975 gegründete UFO-Sekte FIGU (“Freie Interessengemeinschaft für Grenz- und Geisteswissenschaften und Ufologiestudien”) Betrüger.


Billy Meier: Kontakt mit den Plejaden

Zahlreiche Bücher und hunderte sogenannten “Kontaktberichte” (auch: “Plejadisch-plejarische Kontaktberichte”) sind seit dem von Billy Meier erschienen. Botschaften der Aliens, die er meist Plejadier nennt und in deren Auftrag er zur Welt spricht. Damit nicht genug, denn Meier flog auch mehrfach mit den Raumschiffen seiner außerirdischen Freude mit durch das Universum und durch die Zeit. Als Auserwählter, der einst auf der Erde als Henoch, Mohammed oder auch Elija lebte, traf er bei einer dieser Reisen durch Raum und Zeit sogar Jesus Christus.

Wenig verwunderlich, dass Meier von Jesus angeblich bestätigt bekam, dass er ein Auserwählter und Prophet sei. Auch die vielen anderen UFO-Kontakler seien ohne Zweifel Schwindler und sogar “Sektierer aller Art”. Ausschließlich mit ihm haben die Plejadier Kontakt aufgenommen. So etwa heißt es von der FIGU selbst:

Außerdem sei festgestellt, dass ausnahmslos alle Behauptungen von Personen, mit Wesen von den Plejaden/Plejaren in irgendeinem Kontakt zu stehen, nicht der Wahrheit entsprechen.

Um seien nicht selten irrwitzigen Behauptungen, Thesen und Abenteuer mit seinen Außerirdischen zu untermauern, legte Meier im Laufe der Jahrzehnte nicht nur seine angeblichen “Kontaktberichte” vor. Er lieferte seinen Gläubigen auch zahllose Fotos, die er von den Raumschiffen der Plejaden-Menschen gemacht haben will. Selbst Bilder von seinen UFO-Zeitreisen und Reisen durch den Kosmos legte er vor.

Wie in meinem Buch “UFO-Sekten”, dass ich zusammen mit meinem Kollegen Roland M. Horn 1999 veröffentlichte, dargelegt, wird Meier und seine Sekte FIGU seit Jahrzehnten innerhalb der UFO-Forschung aufgrund solcher Lehren angegriffen. Kaum ein UFO-Forscher nimmt Billy Meier oder auch nur seine Fotoaufnahmen von UFOs in der Schweiz ernst. Auch wenn es durchaus bis heute Ausnahmen innerhalb der UFO-Szene gibt.

Neben den mehrheitlichen Kritikern und Skeptikern hat Meier aber weltweit auch Fans, die seine bizarren Aussagen glauben. Ein Beispiel seiner Behauptungen, die seine Anhänger für wahr nehmen, besagt, dass er unter den Pyramiden von Gizeh einen gigantischen UFO-Hangar gesehen habe. Ein Beispiel, dass ich immer gerne anführe, da es viele seiner Lehren in sich vereint. Verschwörungen, Reisen durch Raum und Zeit mit seinen Außerirdischen in deren UFOs oder auch Meiers “Geheimwissen” um die Wahre Weltgeschichte.

Ein UFO-Flughafen in einem riesigen Hangar unter der Erde von Gizeh ist aber nur eine Art Randnotiz in seinen unzähligen Abenteuer, die er mit den Aliens erlebt haben will. Bedeutender sind seine unzähligen Fotos, die er bei seinen Treffen mit den Plejadiern in der Schweiz gemacht haben will. Bilder sagen bekannt mehr als 1.000 Worte. Und es wenig wahrscheinlich, dass UFO-Fans oder auch UFO-Kritiker seine Bücher und vor allem seine hunderten “Kontaktberichte” mit den “Gesprächen” zwischen den Aliens und ihm gelesen haben. So liegt der Fokus rund um die UFO-Welt des Meier längst auf seine Fotos, die vor allem ab den 1970er Jahren veröffentlicht wurden.

Aufgrund der Qualität der Bilder, das heißt, dass man darauf eindeutig UFOs erkennt, weckten diese schon sehr früh das Interesse der UFO-Gemeinde. Was selbstverständlich nichts über deren Echtheit verrät. Dennoch kann man diese Aufnahmen kaum mit jenen “modernen” UFO-Bildern und -Filmen vergleichen, die heute vor allem im Internet veröffentlicht werden …

Verwunderlich ist es trotzdem, dass für einige wenige der Original-Bilder (nicht die Negative!) beim Auktionshaus Sotheby’s über 16.000 Dollar bezahlt wurden. Darüber habe ich auf diesem Blog HIER und HIER bereits berichtet.

“Semjase”, die Alien-Frau aus dem UFO

Billy Meier fotografierte nach seinen Lehren nicht nur UFOs am Himmel. Er dokumentierte auch deren Landespuren am Boden – etwas runde Abdrücke im Gras – und sogar die Aliens selber. Vor allem die Alien-Frauen “Asket” und “Semjase”, wie sie angebliche heißen. Letzte ist dabei besonders interessant. Nach ihr ist auch das “Semjase-Silver-Star-Center”, das Hauptquatier der UFO-Sekte FIGU, benannt worden.

Laut den Lehren der FIGU bzw. von Meier ist sie eine “Halb-Weisheitskönigin” von heute 374 Jahren und nahm am 28. Januar 1975 erstmals Kontakt mit Meier auf. Als Witwe, denn “ihr Ehemann auf einer Expedition wegen eines Steuerschadens mit seinem Raumschiff in eine Sonne gestürzt und ums Leben gekommen”. Das sei in diesem Jahr schon 244 Jahre her. Ihr “Arbeitsbereich” wäre Europa und es sei ihr untersagt mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen oder sich “in irgendwelche Belange einzumischen”. Außer natürlich mit Billy Meier.

Dann kam es zu einer ungewollten Unterbrechung des Kontaktes von Meier mit der außerirdischen Frau:

Am 15. Dezember 1977 hatte Semjase einen lebensgefährlichen Unfall im Semjase-Silver-Star-Center, worauf sie zur ärztlichen Behandlung und Genesung nach Erra gebracht wurde und am 20. Mai 1978 (107. Kontakt) wieder zurück zur Erde kam. Bis zum 26. März 1981 (144. Kontakt) hatte sie laufend Kontakte mit Billy.

“Offenbar hatte sie während dem Fallen den Knopf ihres Transmitters gedrückt”, so dass ihr im Universum der Außerirdischen ihr Leben gerettet werden konnte, hieß es dazu im 95. “Kontaktbericht” vom 17. Dezember 1977.

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Anfang Februar war dann der letzte Kontakt, den Billy Meier mit der Alien hatte. Einige Monate später erlitt sie einen “Gehirnkollaps” aufgrund ihres angeblichen Unfalles in der Schweiz bei Meier. Meier selber hatte aber noch weiter “offizielle” Kontakte mit anderen Abgesandten von den Plejaden. Zum Beispiel den wichtigen Kontakt-Alien “Ptaah”. So häuften sich hunderte “Kontaktberichte” an, bis 1995 “die Mission der Plejadier/Plejaren auf der Erde offiziell beendet” wurde. “Alle Stationen wurden eliminiert und die Örtlichkeiten in den Urzustand zurückverwandelt”, ist im 251. “Kontaktbericht” zu lesen.

Trotzdem bleibe man in Freundschaft verbunden, beteuert Meier. Auch mit seiner kosmischen Freundin “Semjase”, die ihn noch am 3. Februar 2004 zusammen mit der Alien-Frau “Asket” “überraschend in seinem Büro” besuchte. Bis zum Tode von Meier, so erfuhren es seine Anhänger 2007 in seinem 443. Bericht, bleiben die Plejadier aber mit ihrem Auserwählten “auf privater und freundschaftlicher Basis” in Kontakt.

Was, ganz nebenbei “zufällig” interessant ist, ist, das zahlreiche Kontakte oder wichtige Ereignisse jeweils am 3. Februar stattfanden. Das ist der Geburtstag von Billy Meier, der 1937 geboren wurde.

“Semjase” und ihr Raumschiff in der Schweiz

Wenn “Semjase” schon so früh Kontakt mit ihrem Freund Billy Meier aufnahm, hat sie dann nicht irgendwo “Spuren” hinterlassen? Seine Anhänger glauben das. Und zwar in Form von einem oder mehren Fotos, die Meier ja so zahlreich von den fliegenden Untertassen anfertigte. Auf diesen sei auch sie zu sehen, wie sie mit ihrem UFO, einem sogenannten “Beamship”, Billy Meier besuchte. Von diesem denkwürdigen Ereignis – “Semjase” mit dem UFO zusammen – sowie von der blonden Schönheit selbst existieren bis heute nur Gemälde (das Titelbild zeigt ein Beispiel).

1976 ereignete sich laut Aussagen von Meier und seine Gläubigen diese Begegnung. Dabei wurde ein Film mit 36 Fotos belichtet, die zum Beispiel die ankommenden UFOs in der Luft zeigen, wie sie über eine typische Schweitzer Landschaft mit Wiesen, Wäldern und Bergen schweben. Heute sind es Klassiker von Meier, die am 28. Juni 1976 bei seinem 59. Kontakt nahe Altmatt im Kanton Schwyz aufgenommen worden sein sollen. Unter anderem entstanden dabei einige Bilder der “Landespuren” der UFOs von “Semjase” und dem ebenfalls gelandeten Plejaden-Alien “Quetzal”. Auf einem steht Billy Meier selber in einer der “Landespuren” im Gras.

Solche Fotos sind nichtssagend und haben keinerlei Wert. Kreise im Gras einer Wiese kann jeder anlegen und dann als Spuren der Landebeine von UFOs verkaufen. Obwohl diese Abdrücke auf Wunsch von Meier von den Außerirdischen als “Beweis” absichtlich zurückgelassen wurden. Seine Gläubigen erfahren dazu im 59. “Kontaktbericht” vom 28. Juni 1976:

Billy: ‘Okay, aber noch eine Frage: Es wäre für uns sehr wertvoll, wenn wir einmal gute Spuren von euren Schiffen filmen und photographieren könnten. Wäre es nicht möglich, dass ihr die beiden Kähne ‘auf Grund setzt’ statt sie schweben zu lassen, so sich die Tellerabdrücke im Gras abzeichnen würden, die wir dann auf Filme bannen können?’

Eigentlich unnötig als “Beweis”, da Meier zu dieser Zeit auch mindestens ein Bild geschossen haben soll, auf dem er, “Semjase” und ihr “Strahlenschiff” im Hintergrund zu sehen wären. Gesehen hat dieses Foto nur bis heute niemand. Fast niemand, denn der Meier-Anhänger Michael Horn, Betreiber eines Blog über Meiers UFO-Lehren, veröffentlichte am 24. Oktober 2020 ein ganz erstaunliche Meldung. “5.000 Dollar Belohnung für vermisstes UFO-Foto von Billy Meier!”

Belohnung für UFO-Foto mit Alien-Frau

Damit ist das “Semjase-UFO-Bild” gemeint, dass angeblich in den USA im Fernsehen gezeigt wurde. Demnach existiert es, so Horn, wurde aber einst von unbekannte bei Meier gestohlen. Er schreibt:

Vor einigen Tagen erhielt Billy Meier einen Anruf von einem unbekannten Mann, der sagte, er habe vor einiger Zeit im US-Fernsehen ein Foto von Billy Meier und Semjase gesehen, die vor einem Strahlenschiff standen. Obwohl er sich nicht an den Namen der Show oder des Dokumentarfilms erinnerte, wollte der Mann wissen, ob er eine Kopie des Fotos erhalten könnte, da Billy Meier bisher kein solches Foto veröffentlicht hat.

Meier sagte dem Mann, dass es ihm leid tut, dass er keine Kopie zur Verfügung stellen könne, da dieses und viele andere Fotos gestohlen wurden, bevor er die Gelegenheit hatte, sie zu veröffentlichen.

Sarkastisch könnte man hier einfach sagen “dumm gelaufen”. Ein derartiges Foto hätte zumindest weit mehr Beweiskraft, als irgendwelche Bilder von niedergedrücktem Gras auf einer Wiese in der Schweiz. Aus diesem Grund rief Horn in seinem Artikel zur Suche nach dem ominösen Bild auf und verspricht eine Belohnung von 5.000 Dollar für die Wiederbeschaffung. Bereitgestellt “von einem anonymen Unterstützer der Billy Meier-Kontakte”, wie es heißt. Meier-Anhänger Horn unterstreicht in seinem Aufruf weiter:

Eine Belohnung in Höhe von 5.000 US-Dollar wird an die Person vergeben, die ein oder mehrere seiner Fotos aus dem Jahr 1976, oder das Einzelbild, das Semjase, Billy Meier und Semjases Beamship (UFO) zeigt, an Billy Meier zurück gibt oder Informationen liefert, die zur Rückgabe führen.

Gegen die Person oder Personen, die an der sicheren Rückgabe der Fotos beteiligt sind, werden keinerlei rechtliche Anklagen erhoben. Die Fotos müssen in gutem Zustand sein, damit Billy Meier, Semjase und das Beamship (UFO) eindeutig identifiziert werden können.“

Aus sich der Gläubigen von Meier und seiner Anhängerschaft sind 5.000 Dollar mit Sicherheit nicht zu viel “Finderlohn” für ein derart bedeutendes Fotodokument. Persönlich bezweifle ich aufgrund meiner intensiven Beschäftigung mit dem “Fall Meier” schon seit über 20 Jahren, dass diese Aufnahme jemals existierte. Was aber sah dann der “unbekannte Mann” im US-Fernsehen? Hat es diesen Anruf bei Meier überhaupt wirklich gegeben? War der Mann nur der FIGU in der Schweiz namentlich unbekannt, oder ist damit “anonym” gemeint? Immerhin hat die FIGU schon vor Jahren aufgrund von Telefonterror und zahlloser anonymer Anrufe usw. ihren Telefonkontakt (verständlicherweise) stark eingeschränkt.

Wer weiß, was der Mann im amerikanischen Fernsehen gesehen hat. Vielleicht nur eines der vielen gemalten Bilder dieser angeblichen Alien-Begnung von Meier 1976, das im Rahmen einer der zahllosen UFO-TV-Dokumentationen gezeigt wurde. Oder doch das behauptete Diebesgut von Billy Meier?

Ich bin sehr gespannt wie und ob sich dieser Fall in der Welt des Meier und der FIGU mit seiner “Semjase” weiter entwickeln wird!

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Lars A. Fischinger

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1.000 Jahre jünger? Kontroverse um die “Himmelsscheibe von Nebra”: Stellungnahme der Archäologen (+ Video)

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1000 Jahre jünger? Kontroverse um Himmelsscheibe von Nebra: Stellungnahme der Archäologen (Bilder: LDA Sachsen-Anhalt/LAF / Montage: Fischinger-Online)
1000 Jahre jünger? Kontroverse um die Himmelsscheibe von Nebra: Stellungnahme der Archäologen (Bilder: LDA Sachsen-Anhalt/LAF / Montage: Fischinger-Online)

Eine kürzlich veröffentlichte Studie über die “Himmelsscheibe von Nebra” aus Sachsen-Anhalt sorgt für Kontroversen. Wie berichtet (Video dazu im Beitrag) kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass der erstaunliche Jahrhundertfund von 1999 falsch datiert und interpretiert worden sei. In Wahrheit sei die Himmelscheibe kein 3600 Jahre alt sondern 1.000 wenn nicht mehr Jahre jünger. Auch die Fundumstände wurden in Zweifel gezogen. Damit seien die bisherigen Forschungen und Deutungen des Fundes durch die Archäologie, falsch so die Quintessenz der Studie. Das “Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt”, wo der Fund verwahrt wird, hat nun auf mit einer “Richtigstellung” auf diese Untersuchung reagiert.


“Himmelsscheibe von Nebra”: Die Kontroverse!

Nach der Veröffentlichung der Studie “Kritische Anmerkungen zum Fundkomplex der sog. Himmelsscheibe von Nebra” von Prof. Rupert Gebhard und Prof. Rüdiger Krause (s. Posting HIER und  Video unten) ging ein Schock vor allem durch die deutsche Archäologie-Landschaft! So kommen die Autoren der Untersuchung vor allem zu drei Ergebnissen:

  1. Die “Himmelsscheibe von Nebra” stammt nicht aus der Bronzezeit. Vielmehr sei sie der Eisenzeit zuzuordnen und wäre damit 1.000 Jahre jünger
  2. Alle bisherigen Deutungen und Interpretationen der Scheibe seien damit hinfällig und müssen neu bewertet werden.
  3. Die Begleitfunde wie Schwerter und Beile gehören (möglicherweise?) überhaupt nicht zur Himmelscheibe.

Da die etwa 32 Zentimeter große “Himmelscheibe” als einmaliger Jahrhundert- wenn nicht Jahrtausendfund angesehen wird, ist für viele Archäologen und Interessierte die Studie mehr als erstaunlich. Immerhin zieht sie rund 20 Jahre Forschung der Wissenschaftler in Sachsen-Anhalt und ihrer internationalen Kollegen an diesem erstaunlichen Artefakt in Zweifel.

Das “Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt” reagierte umgehend auf die Ergebnisse bzw. Behauptungen von Krause und Gebhard. Im Rahmen einer Presseerklärung des Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle veröffentlichte der stellvertretende Landesarchäologe Dr. Alfred Reichenberger folgende Richtigstellung:

“Himmelsscheibe von Nebra” eisenzeitlich? Eine Richtigstellung

In einem heute erschienenen Artikel von Rupert Gebhard und Rüdiger Krause in der Zeitschrift »Archäologische Informationen« wird postuliert, dass die in die frühe Bronzezeit (um 1600 v. Chr.) zu datierende Himmelsscheibe von Nebra erst 1000 Jahre später in die Eisenzeit zu datieren sei. Die Kollegen ignorieren nicht nur die Fülle an publizierten Forschungsergebnissen der letzten Jahre, sie führen dafür verschiedene Argumente ins Feld, die indes leicht zu widerlegen sind.

Als Grundlage für diese These werden von Gebhard und Krause mehrere Hauptpunkte ins Feld geführt.

Insbesondere sei die Zusammengehörigkeit der Himmelsscheibe mit den übrigen Funden des Ensembles, deren bronzezeitliches Alter nicht in Frage gestellt wird, nicht gesichert. Als Behauptung wird aufgestellt, dass die Erdanhaftungen an der Himmelsscheibe nicht mit denen der übrigen Funde übereinstimmen würden und auch die geochemischen Analysen der Metalle die Zusammengehörigkeit der Funde nicht unterstützen sollen.

Beides ist nachweislich falsch. Nach einem von den beiden Autoren nicht zitierten Aufsatz von Dr. Jörg Adam (damals Landeskriminalamt Brandenburg), der für das Landgericht Halle als Sachverständiger die Untersuchungen der Erdanhaftungen durchführte, »[ist] insgesamt … somit eine Herkunft sowohl der Erdanhaftungen an der Himmelsscheibe (Sp 1) als auch am Schwert (Sp 2) von deren vermutlichem Fundort (Entnahmestelle des VM 1) als sehr wahrscheinlich anzusehen… Eine Sonderstellung nehmen die Erdreste am Beil (Sp 3) ein.

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Ein großer Teil der ermittelten Eigenschaften und Merkmale lassen ebenfalls eine Herkunft dieser Erdanhaftungen vom Mittelberg als möglich erscheinen«. Da sich der Untersuchungsauftrag des Gerichtes damals auf diese drei Gegenstände beschränkte, wurden die übrigen Beifunde vom Sachverständigen seinerzeit nicht untersucht und sind daher auch nicht als Argument gegen eine Zusammengehörigkeit aller Funde brauchbar. Insofern ist die Forderung der beiden Autoren, der Meißel müsse als nicht zugehörig ausgesondert werden, nicht nachvollziehbar.

Ebenso führt die Behauptung, die geochemische Untersuchung der Metalle spräche gegen eine Zusammengehörigkeit der Funde in die Irre. Schon 2008 und 2010 haben Prof. Dr. Ernst Pernicka und Kollegen dargelegt, »dass das Kupfer aller Teile des Hortes aus derselben Lagerstätte stammt.« Als Lagerstätte hingegen ist seit langem der Mitterberg im Salzburger Land nachgewiesen, dessen Kupferproduktion zu Beginn des 1. Jahrtausends v. Chr. geendet hat. Zusätzlich stellt Pernicka fest: »Analysen von keltischen [eisenzeitlichen] Kupferlegierungen zeigen ganz andere Zusammensetzungen sowohl der Hauptbestandteile als auch der Spurenelemente und Bleiisotopenverhältnisse«. Damit scheidet auch aus metallurgischer Sicht eine Datierung der Himmelsscheibe in die Eisenzeit klar aus.

Ein letztes von Gebhard und Krause bemühtes Argument ist der Hinweis, die Himmelsscheibe von Nebra im damaligen Symbolgut würde als »ein vollkommener Fremdkörper« erscheinen. Dies ist zwar richtig, trifft aber auf jeden einzigartigen Fund zu. Die Himmelsscheibe von Nebra wäre in jeder vorgeschichtlichen Periode ein Fremdkörper.

Auf viele weitere inhaltliche Unstimmigkeiten des Artikels gehen wir hier aus Platzgründen nicht ein.

“Herren der Himmelsscheibe”

Damit zeigt sich, was zu erwarten war: Die Veröffentlichung von Rupert Gebhard und Rüdiger Krause wird Kontroversen nach sich ziehen. Das wussten sie sicher im Vorfeld selber sehr genau.

Obwohl Kritiken an der “Himmelscheibe von Nebra“, dessen Einordnung und Deutung sowie ihrer Fundsituation nicht neu sind. Schon in den vergangenen Jahren gab es immer wieder kritische Stimmen, die diese “älteste Darstellung des Himmels” anders interpretierten.

Dies bezog sich meist jedoch auf die Thesen, die von diesem Objekt hergeleitet wurden. Etwa, dass es vor 3.600 Jahren in der Region um den Fundort eine regelrechtes Art “Königreich” der Bronzezeit gab. Geführt von Eingeweihten – den “Herren der Himmelsscheibe”. Ebenso ist eine Debatte darüber im Gange, ob das astronomische Wissen, das sich “codiert” auf der Scheibe befindet, ursprünglich von den Kulturen im Nahen Osten (Mesopotamien) stammt. Es wäre demnach “importiert”, wie auf Fischinger-Online in diesem Video HIER berichtet.

Wäre das einmalige archäologische Artefakt tatsächlich aus der Eisenzeit und damit sehr viel jünger, wären all diese Thesen falsch. Sehr richtig bemerkt aber auch die Stellungnahme der Archäologen aus Halle:

Die Himmelsscheibe von Nebra wäre in jeder vorgeschichtlichen Periode ein Fremdkörper.”

Video zum Thema bei YouTube

Video vom 4. Sep. 2020 auf Fischinger-Online

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Neue Untersuchung zur Himmelsscheibe von Nebra: Ist sie in Wahrheit 1.000 Jahre jünger und wurde falsch gedeutet? +++ Video +++

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VIDEO: Neue Untersuchung zur Himmelsscheibe von Nebra: Ist sie in Wahrheit 1000 Jahre jünger und wurde falsch gedeutet? (Bilder: gemeinfrei/LAF / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Neue Untersuchung zur Himmelsscheibe von Nebra: Ist sie in Wahrheit 1000 Jahre jünger und wurde falsch gedeutet? (Bilder: gemeinfrei/LAF / Montage: Fischinger-Online)

Seit rund 20 Jahren ist nun die “Himmelsscheibe von Nebra” weltberühmt. Gefunden mitten in Deutschland von Sondengängern gilt sie heute längst als ein Jahrhundertfund der Archäologie. Datiert wurde das einmalige Artefakt und die mit ihr entdeckten Objekte auf ein Alter von an die 3.600 Jahre. Eine Art nationaler Schatz, der heute in Halle in Sachsen-Anhalt sicher verwahrt wird. Doch nun stellt eine neue Studie alle Datierungen und Interpretationen der “Himmelsscheibe von Nebra” in Frage. Demnach seien nicht nur die durch diesen Fund abgeleiteten Deutungen allesamt falsch, sondern in Wahrheit sei das Objekt auch 1.000 oder mehr Jahre jünger! Ein Archäologen-Streit bahnt sich an. Denn die Studie wirft noch weit mehr Fragen auf, wie Ihr in diesem YouTube-Video erfahrt.


Himmelsscheibe von Nebra

1999 machten Raubgräber in Sachsen-Anhalt einen Jahrhundertfund: Die Sondengänger fanden mit dem Metalldetektor auf dem sogenannten “Mittelberg” die heute weltberühmte “Himmelsscheibe von Nebra“. Ein ganzer Fundhort, wie man es nennt, bei dem sich Schmuck, Beile, Schwerter usw. fanden.

Seit 2002 sind die “Himmelsscheibe” und die Beifunde im Besitz der Archäologen. Sicher verwahrt in Halle und seit dem Gegenstand von Untersuchungen und Spekulationen. Der einmalige Fund stellt die älteste Darstellung des Himmels und astronomischer Vorgänge dar, heißt es seit dem. Ihr Alter: an die 3.600 Jahre. Und damit eine archäologische Sensation, die auf Fischinger-Online bei YouTube und auf diesem Blog bereits mehrfach thematisiert wurde.

Ein ganzes “Königreich” der Bronzezeit wird zum Teil seit dem in der Region um den Fundort vermutet. Ein Zentrum von Eliten mit enormen Wissen. Möglicherweise sogar “Wissen aus dem Osten”, wie in diesem Video HIER dargelegt.

Das bezweifelt jetzt eine neue Studie zu diesem einmaligen archäologischen Artefakt und dessen Beifunden. Darin wird behauptet, dass die Funde nicht zusammengehören, der Fundort selber unklar sei, die Himmelsscheibe 1.000 Jahre jünger ist und damit alle Deutung und Interpretationen der Scheibe hinfällig wären.

In Wahrheit, so die Studie, stamme das einmalige archäologische Artefakt sogar aus der Eisenzeit. Alle bisherigen Deutungen seine, so weiter, seien mehr Fantasie und wissenschaftlich sei der “Archäologie-Krimi” unhaltbar! Eine neue Kontroverse bahnt sich an, wie Ihr in diesem Video erfahrt.

Bleibt neugierig …

Video vom 4. Sep. 2020 auf Fischinger-Online

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Ringheiligtum Pömmelte, das “deutsche Stonehenge”: Ausgrabungen gehen trotz Corona noch diesen Monat in Deutschlands “sakraler Landschaft” weiter (+ Videos)

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Ringheiligtum Pömmelte, das "deutsche Stonehenge": Ausgrabungen gehen trotz Corona noch in diesem Monat weiter (Bild: WikiCommos / T. Maue / CC BY-SA 2.0)
Ringheiligtum Pömmelte, das “deutsche Stonehenge”: Ausgrabungen gehen trotz Corona noch in diesem Monat weiter (Bild: WikiCommos / T. Maue / CC BY-SA 2.0)

Trotz der zahlreichen Einschränkungen, die das grassierende Corona-Virus COVID-19 auf das öffentliche Leben derzeit hat, scheint das “Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt” in Halle davon nicht betroffen zu sein. Wie jetzt mitgeteilt wurde, startet noch im April die neue Ausgrabungssaison 2020 am bzw. um das Ringheiligtum Pömmelte nahe Magdeburg. Unweit der auch “deutsches Stonehenge” genannten Ringanlage haben die Archäologen bereits zuvor ein rund 4.000 Jahre Siedlung entdeckt, die nach Ansicht der Forscher mehr über den Gesamtkontext Anlage von Pömmelte und ähnlichen Bauten der Region verraten könnte. Auch über die “Himmelsscheibe von Nebra“. Was sich die Archäologen erhoffen, welche Entdeckungen bereits gemacht wurden und warum sie von einer mit Stonehenge vergleichbaren “sakralen Landschaft” sprechen, erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Die Kreisgrabenanlage von Pömmelte

Das “Kreisgrabenanlage von Pömmelte” genannte Ringheiligtum aus dem Ende des 3. Jahrtausend vor Christus wurde erst 2005/2006 durch Luftbildaufnahmen entdecken. Nachforschungen am Boden bestätigten, dass hier im Erdreich eine uraltes Heiligtum in Form einer Kreisanlage befindet, die daraufhin in den Folgejahren systematisch ausgegraben wurde. Wie auch die steinzeitliche Anlage von Goseck der Region (s. 1. Video unten) wurde auch die Ringanlage von Pömmelte 2016 als Rekonstruktion wieder aufgebaut.

Die Kreisanlage von Pömmelte geht bis in die Steinzeit zurück, hat 115 Meter Durchmesser und ist in sieben einzelne Ringanlagen unterteilt. Die bisherigen Ausgrabungen zeigten, dass dieser “Kultplatz” offensichtlich über sehr lange Zeiträume hinweg genutzt und auch umgebaut wurde. Knochen von Menschen, Tiere sowie Reste von Gefäßen und entdeckte Steinwerkzeuge lassen vermuten, dass hier nicht nur Bestattungen eines Totenkult vorgenommen wurden. Auch “rituell” sollen die Nutzer der Kreisgrabenanlage hier vor Jahrtausenden Gegenstände vergraben haben.

Als eine Art von Opfer an spirituelle, himmlische oder jenseitige Mächte und/oder Ahnen. Ein Brauch an sakralen Bauten und Plätzen, der weltweit nachweisbar ist. Von der Steinzeit bis heute. Der Kult an dem Heiligtum von Pömmelte sei allerdings mehr oder weniger einzigartig, da die entsprechenden vorgefunden Schachtlöcher erst am Ende der Bronzezeit und zum Beginn der Eisenzeit “in Mode” kamen.

Die Archäologen des “Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt” in Halle sowie britische Kollegen sind überzeugt, dass ab 2800 vor Christus hier ein heiliger Platz existierte. Eine Ringanlage, die an verschiedene Kulturen weitergegeben wurde, da durch die Ausgrabungen dessen Nutzung von unterschiedlichen Kulturen nachweisbar ist. Besonders auffällig ist dabei, dass in der Zeit zwischen 2135 bis 1985 vor Christus das Heiligtum gezielt abgebaut wurde. Warum unsere Vorfahren das taten, bleibt offen.

Ein deutsches Stonehenge für den “Kult”

Geklärt ist aber, dass auch diese Ringanlage einst astronomischen Zwecke diente. Auch hier wurden in der Architektur der umgebenen Palisaden spezielle Auf- und Untergängen der Sonne berücksichtigt. Ein Brauch, der bei nahezu allen archaischen Bauten dieser Art nachweisbar ist. Inklusive Stonehenge in England, als bekanntestes Beispiel aus der Steinzeit.

Wirklich verstehen, warum unsere Vorfahren in Mitteldeutschland und zahllosen anderen Orten derartige Heiligtümer errichteten, kann bis heute niemand. Irgendwelche “Kulte” waren sicher der Grund. Hier reichen die Interpretationen von Kultstätten für Verstorbene, dem Mond, die Sonne, dem Himmel mit den Sternen, dem Kalender bis zu spirituellen Machtplätzen einer Herrscherkaste. Letztes in dem Sinne, dass diese Eingeweihten durch solche Anlagen Himmelszeichen deuten und vorhersehen konnten.

Wahrscheinlich war der Sinn in den meisten Fällen eine Kombination aus alle diesen “kultischen Nutzungen”. Zumal solche Anlagen über Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende hinweg genutzt wurden. Auch von verschiedenen Kulturen, wie man es bei der “Kreisgrabenanlage von Pömmelte” belegen konnte. Weltanschauungen, Religionen und damit die Verwendung entsprechender Bauten ändern sich dadurch durchaus.

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Die gefundene Anlage von Pömmelte steht nach Ansicht der Archäologen auch nicht allein in der Gegend. Sie ist eingebettet in eine riesige “sakrale Landschaft”, wie es die Archäologen bezeichnen. Verschiedene Stätten seien Teil dieses fast schon religiösen Gebietes der Vorzeit, was damit die Forscher an das englische Stonehenge erinnert. Es sei einst “eine mit dem Umfeld von Stonehenge vergleichbare sakrale Landschaft” gewesen, die “hier irgendwo im heutigen Nirgendwo” vor tausenden von Jahren entstand, so Franziska Knoll von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Auch sei ein Vergleich von Pömmelte zu Stonehenge trotz der augenscheinlich vollkommen unterschiedlichen Bauweise durchaus gerechtfertigt. So schreibt “Deutsche Welle” unter Berufung auf die Archäologin Knoll:

Der Blick zum weltberühmten Monument in Südengland ist durchaus nachvollziehbar, denn beide Ringheiligtümer – Stonehenge wie Pömmelte – wurden von Vertretern der Glockenbecher-Kultur vor über 4.300 Jahren erbaut, also am Ende der Jungsteinzeit.

Beide Anlagen haben einen sehr ähnlichen Grundriss, in beiden wurden astronomische Bezüge entdeckt, in Stonehenge zur Winter- und Sommersonnenwende, in Pömmelte zu den Mittviertelfesten, Mitte Februar und Ende Oktober/Anfang November, wenn die Sonne in den zentralen Einlässen auf- bzw. unterging. Zwar fehlen in Pömmelte die tonnenschweren Steine, aber kulturhistorisch ist das Ringheiligtum Pömmelte südlich von Magdeburg durchaus mit Stonehenge vergleichbar.

Großflächige Ausgrabungen geplant

Da ein Vergleich mit Stonehenge und Umgebung nicht gescheut wird, arbeiten die deutschen Forscher auch mit Kollegen aus Großbritannien zusammen. Die Archäologen der der Universität Southampton arbeiten und graben seit Jahren im Gebiet von Stonehenge und so profitieren beide Seiten von der Zusammenarbeit. Ob sie allerdings in der jetzt beginnenden Saison 2020 so reibungslos funktioniert,  wie in den Jahren davor, ist noch unsicher. Durch die Corona-Pandemie sei es unklar, ob ab Juli auch Studenten der Universität Southampton in Deutschland bei den Ausgrabungen dabei sei können.

Dennoch startet dieser Tage die weitere Erforschung des Gebietes um die Ringanlage durch die deutschen Forscher. Hauptaugenmerk der Archäologen aus Halle liegt dabei auf eine Siedlung, die bereits vor einigen Jahren unmittelbar bei dem Heiligtum gefunden wurde. Das unterscheidet Pömmelte von Stonehenge, wie sie betonen. Denn in England liegen zwar zahllose Gräber, Grabhügel und weitere Anlagen um den Steinkreis verteilt, aber keine ganzen Dörfer wie hier.

Etwa 29.000 Quadratmeter sei nach Angaben der Archäologen diese Siedlung groß. Und 37 sogenannte “Langhäuser” Bewohner konnten bereit gefunden werden. Weiter werden sicher folgen, ist sich Knoll sicher. Für Mitteleuropa ist das bisher einzigartig. Wofür dieses Dorf aber errichtet wurde, sei weiterhin vollkommen unklar. Ebenso, was die Bewohner dort eigentlich machten. Vielleicht, so spekulieren die Ausgräber, “kümmerten sie sich um das Heiligtum oder versorgten Besucher des Ringheiligtums bei Ritualen”, so “Deutsche Welle”.

Offensichtlich wird es auch nicht die letzte große Grabung in diesem Gebiet sein, da auf Luftbildaufnahmen südlich der Ringanlage eine weitere Anlage dieser Art entdeckt wurde. Sie stamme von der Baalberger-Kultur und sei angeblich 6.000 Jahre alt. Unweit der rund 4.000 Jahre alten Kreisgrabenanlage bei Schönebeck, nur ca. 1,3 Kilometer von Pömmelte entfernt, wurden ebenfalls Umrisse von Gebäuden auf Luftbildern nachweisen. Auch die sollen jetzt genauer untersucht werden.

Auf den Spuren unserer eigenen Wurzeln in Pömmelte

Bereits 2019 schrieb Dr. Alfred Reichenberger vom “Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt” in einer Pressemitteilung zu den damaligen Ausgrabungen:

Auf eben jene Glockenbecher Leute geht die Anlage des Ringheiligtums zurück. Auch zeitgleiche Bestattungen konnten dokumentiert werden. Die Verstorbenen wurden teils aufwändig in Holzkammern oder Baumsärgen bestattet. (…) Auch Stonehenge wurde durch die Glockenbecher Leute erbaut. Sie trugen die Kenntnis über die Metallverarbeitung über ganz Europa und legten so den Grundstein für die Kommunikationsnetzwerke der folgenden Bronzezeit. 

Das Areal in und um das Ringheiligtum in Pömmelte bietet damit einen einzigartigen Einblick in das kulturelle Gefüge des 3. Jt.s v. Chr. Diese Epoche prägten Migration und Innovation maßgeblich. Eben jene Glockenbecher Leute und Schnurkeramiker verliehen uns heutigen Europäern einen Großteil unseres Gensatzes.

Die Befunde und Funde aus Pömmelte ermöglichen aber auch, das soziale und religiöse Umfeld der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur, für das die Himmelsscheibe von Nebra das eindrücklichste Beispiel bietet, besser zu verstehen. Die wissenschaftlichen Untersuchungen in Pömmelte sind Teil des von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten Projektes ‘Kontextualisiertes Erleben der Himmelsscheibe von Nebra’. (…)

Das Ringheiligtum ist neben der unweit gelegenen Kreisgrabenanlage von Schönebeck Teil einer Rituallandschaft an der Elbe und spielt für das Verständnis der kulturgeschichtlichen Grundlagen am Ende der Jungsteinzeit und für den Beginn der sozialen Komplexität in der frühen Bronzezeit eine zentrale Rolle.”

Eine deutsche “Rituallandschaft”

Eine “Rituallandschaft an der Elbe” mitten in Deutschland. Vor wenigen Jahren noch hätte daran kein hiesiger Archäologe geglaubt. Von daher ist es auch wenig verwunderlich, dass Archäologen diese “Rituallandschaft” mit der “Himmelscheibe von Nebra” in Verbindung bringen. Als “Jahrtausendfund” der Archäologie mitten in eben genau diesem Gebiet wurde sie unlängst selbst zu einem “Heiligtum” der deutschen Archäologen.

Betrachtet man diese heilige Region in Sachsen-Anhalt in ihrer bisherigen Gesamtheit, wirft sie unzählige Frage auf. Von denen werden Archäologen viele wohl niemals eindeutige beantworten können. Das fängt bereits bei dem eigentlichen Grund an, warum Menschen der Steinzeit überhaupt damit anfingen solche Ringanlagen, Kreisbauten und Steinkreise zu errichten. Weiter stellt sich die Frage, warum sich dieser Brauch über ganz Europa und darüber hinaus ausbreitete. Auch wenn es lokale Abweichungen in der Art und Weise dieser Kathedralen der Steinzeit gibt.

Offen ist auch, warum tausende von Jahren an dieser “Religion” festgehalten wurde. Beispielsweise ist das immer wieder in diesem Zusammenhang genannte Sonnenobservatorium von Goseck als Teil dieser “Rituallandschaft” rund 7.000 Jahre alt. Die viel zitierte und nach Meinung der Archäologen dazugehörige “Himmelsscheibe von Nebra” indes nur 3.700 bis 4.100 Jahre. Die “Kreisgrabenanlage von Pömmelte” bis zu 4.800 Jahre. Und jene bei Schönebeck sogar nur 4.000 Jahre.

Dass die Parallelen beispielsweise zwischen Goseck und Pömmelte trotz des Altersunterschied eindeutig sind, steht außer Frage. Warum das so ist, wird sich wohl niemals belegen lassen.

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Studie: Gen-Forscher auf den Spuren der ersten Seefahrer und Siedler der Steinzeit im Mittelmeer (+ Videos)

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Neue Studie: Gen-Forscher auf den Spuren der ersten Seefahrer und Siedler der Steinzeit auf den Mittelmeerinseln (Bild: PixaBay/gemeinfrei)
Neue Studie: Gen-Forscher auf den Spuren der ersten Seefahrer und Siedler der Steinzeit auf den Mittelmeerinseln (Bild: PixaBay/gemeinfrei)

Wann kamen die ersten Siedler vor 7.000 Jahren auf den Inseln des Mittelmeeres an? Und woher kamen die Seefahrer der Steinzeit? Genau das wollen Gen-Forscher anhand von auf verschiedenen Inseln gefunden menschlichen Überresten mittels DNA-Analysen herausfinden. Die internationalen Experten erhoffen sich dadurch die prähistorischen Siedlungswege der frühen Bewohner der Balearen und anderer Mittelmehrinseln rekonstruieren zu können. In einem Fachmagazin haben sie nun ihre Ergebnisse veröffentlicht, die selbst für die Forscher einige Überraschungen bereit hielten, wie Ihr es in diesem Beitrag erfahrt.


Siedler der Steinzeit im Mittelmeer

Dass zum Beispiel die Insel Mallorca im westlichen Mittelmeer schon in der Steinzeit von Seefahrern besiedelt wurde, ist durch archäologische Funde belegt. Woher aber diese Siedler nach Mallorca kamen, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Ebenso wie bei anderen Inseln wie Sizilien und Sardinien, werden dazu verschiedene Thesen diskutiert (siehe dazu das 1. Video unten).

Wie jetzt ein internationales Forscherteam um Daniel M. Fernandes von der “Abteilung für evolutionäre Anthropologie” der Universität Wien in dem Fachblatt “Nature Ecology & Evolution” (24. Februar 2020) berichten, sind sie diesen Siedlern ein großes Stück näher gekommen. Ihre genetischen Untersuchungen des Erbgutes von auf den Inseln entdeckten sterblichen Überreste von bis zu 7.000 Jahre alten Individuen, ist die bisher größte Ihrer Art.

Die Forscher kommen in ihrer Analyse der DNA von insgesamt 66 Menschen der Bronze- und Steinzeit zu dem Resultat, dass die Inseln lange vor der Entstehung der Seefahrerkulturen Ziele verschiedener Siedlerwellen waren. Hierbei kamen die Einwanderer aus Afrika, Europa und sogar Asien, wie die Gen-Untersuchungen offenbarten. Je nach Alter und Herkunft der Proben zeigte sich auch, dass die Siedler aus Unterschiedlichen Regionen einwanderten.

In der Bronzezeit zum Beispiel, als vor rund 3.500 Jahren die Kultur im heutigen Griechenland expandierte und ein Handelsnetz zur See ausbaute, kamen mehr Siedler aus dem östlichen Mittelmeer nach Sizilien. Deren Ahnen wiederum entstammen den Gebieten des heutigen Iran im Nahen Osten. Ein untersuchtes Individuum von Sizilien war für die Forscher eine Überraschung. Die Person verstarb vor etwa 4.350 Jahren und ein Großteil dessen Erbgut stammte aus Nordafrika.

Seefahrt im Altertum

Eine andere Person wiederum stammte aus dem heutigen Spanien. Für die Wissenschaftler ein Beleg, dass nicht nur Völker aus den steppen Asien von Ost nach West bis Spanien wanderten, sondern auch in umgekehrter Richtung sich Siedler auf dem Weg machten. Der an der Studie beteiligte Genetiker David Reich von der “Harvard Medical School” in Boston, USA, dazu:

Demnach fungierte die iberische Halbinsel nicht nur als wichtiger Zielort für Ost-West-Wanderungen, sondern war auch Ausgangspunkt für West-Ost-Bewegungen.

Ron Pinhasi von der Universität Wien:

Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Seewanderungen aus Nordafrika lange vor der Ära der Seefahrerzivilisationen des östlichen Mittelmeers begannen und darüber hinaus in mehreren Teilen des Mittelmeers stattfanden.

Erst als Griechen und Phönizier vor etwa 2.800 Jahren durch ihren internationalen Seehandel auf den Inseln im westlichen Mittelmeer Stützpunkte und Kolonien errichteten, änderte sich der Genpool auf diesen. Die Studie belegt demnach, dass bereits lange vor den berühmten Seevölkern wie den Phöniziern Menschen das Mittelmeer befuhren. Vor Jahrtausenden über weite Strecken hinweg.

Erstaunliches stellten die Forscher aber auch an der heutigen Bevölkerung von Sardinien fest. Deren DNA enthält noch immer 56 bis 62 Prozent Erbgut der ersten Bauern der Steinzeit, die vor etwa 8.000 Jahren in Europa einwanderten. Hier war eine genetische Vermischung mit Seefahrern der Bronzezeit, etwa Händlern aus dem Mykenischen Griechenland, vergleichsweise sehr gering. Obwohl vor allem auch ihre Insel fest in das Handessnetz der Seevölker eingebunden war.

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Das Geheimnis von “Coral Castle” und die Antigravitation +++ Artikel +++

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ARTIKEL: Das Monument "Coral Castle" von Edward Leedskalnin in den USA - Angeblich durch Antigravitation erbaut (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
ARTIKEL: Das Monument “Coral Castle” von Edward Leedskalnin in den USA – Angeblich durch Antigravitation erbaut (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Seit Jahrhunderten rätseln Menschen darüber, wie unsere Ahnen scheinbar mühelos gigantische Steine transportieren konnten. Etwa die mehrere Dutzend Tonnen schweren Giganten der Megalithkultur oder auch die Granitsteine in der Cheops-Pyramide (Grabkammern). Oder so rätselhaft Steingiganten, die bis/um/über über 1.000 Tonnen wiegen. Aber wie war all das vor zum Teil vielen Jahrtausende möglich? Und hat tatsächlich der Erbauer von “Coral Castle” in den USA Mitte des letzten Jahrhunderts “das Geheimnis der Pyramiden entdeckt”, durch das er allein seine Monolithanlage bauen konnte? Und das angeblich ganz allein? Ein seltsames Mysterium, dem in diesem Blog-Artikel genauer nachgegangen werden soll.


Groß, größer, gigantisch

Archäologen sagen: Unsere Vorfahren waren eben erfinderisch, hatten genügend Arbeiter mit Muskelkraft und natürlich Zeit zur Verfügung. Sie waren nicht minder einfallsreich oder sogar intelligent als die Menschen heute. Und das ist zweifellos richtig. Verschiedene Berechnungen oder auch experimentelle Archäologen versuchen deshalb immer wieder die eine oder andere Methode zu belegen bzw. zu untermauern. Zum Beispiel bei den Monolithen von Stonehenge in England.

Kritiker sagen, dass das alles so nicht sein kann. Sie wiederum legen Berechnungen vor, die belegen sollen, dass diverse Transport-Thesen der Archäologie nur Humbug seien. Vor allem am Beispiel der Cheops-Pyramide wird dies immer wieder versucht.

Die etablierte Wissenschafts-Community – sofern sie reagiert –  legt daraufhin erneut nach. Sie präsentiert nun wieder andere oder verfeinerte Methoden, Berechnungen und Thesen, wie es denn doch in einer entsprechenden Zeit möglich gewesen sein

Es geht hin und her, so dass sich hier ein endloser Streit zwischen „Pro“ und „Kontra“ durch die Literatur zieht. Ebenso in endlosen Debatten im Internet und Sozialen Netzwerken.

Unvoreingenommene Forscher und Autoren sprechen dabei seit langem davon, dass unsere Vorfahren ein heute verlorenes Wissen hatten. Ein Wissen, wie das eine oder andere Mysterium in Stein letztlich „in Wahrheit“ erbaut sein soll. Wirklich handfeste Beweise fehlen prinzipiell beiden Seiten sehr oft.

Einige spekulieren sogar, dass zum Beispiel die alten Ägypter sowie andere Völker rund um die Erde vor Jahrtausenden mit uns fremden Technologien hantierten. Augenscheinlich ist es ja eine Tatsache, dass gigantische Bausteine vor Jahrtausenden verbaut wurden. Selbst Außerirdische werden hier teilweise ins Spiel gebracht, die hier und dort geholfen haben sollen. Oder „magische Kräfte“, die von einem mythischen Ur-Volk wie Atlantis stammen …

Antigravitation vor Jahrtausenden?

Aber was sollen das für Technologien gewesen sein? Ich traf dazu beispielsweise Anfang März 2010 den Ingenieur Dr. Peter Hattwig. Er ist einer jener „alternativen Historiker“, die sich schon seit langem intensiv mit den Transportproblemen der Vergangenheit befassten. Seinen Berechnungen nach sei nämlich der von der Archäologie favorisierte Transport gigantischer Monolithen mit Schlitten, Seilen, zahllosen Arbeitern & Co. schlicht nicht möglich.

Hattwig kommt, wie viele andere auch, zu dem Ergebnis, dass unsere Vorfahren vielleicht das Geheimnis der Antigravitation kannten.

Antigravitation? Das soll eine Kraft sein, die einfach gesagt das Gegenteil der Gravitation ist. Eine Art „Gegenkraft“, die die bekannte und alles durchdringende Gravitation abschirmt oder sogar – aufhebt. Gerne spekulieren Autoren in diesem Zusammenhang auch darüber, dass UFOs mit solchen Antrieben herum fliegen. Die Konsequenz wäre sensationell. Es hieße nämlich, dass man praktisch mühelos fliegen und natürlich auch gewaltige Gewichte praktisch schwerelos machen könne. Ein Transport wäre dann überhaupt kein Problem mehr. Eben wie die gigantischen Monolithen der Vergangenheit.

Es gibt einige Experimente die Antigravitation erzeugt haben sollen. Oder wollen.

Experimente mit der Gravitation

Dr. Jewgeni Nikolajewitsch Podkletnow (= Eugene Podkletnov) vom „Moscow Chemical Scientific Research Centre” zum Beispiel behauptet, das er in Versuchen 1996 Antigravitation an der Universität Tampere, Finnland, erzeugte. Der „Sunday Telegraph“ berichtete damals am 1. September 1996 als eine der ersten Zeitung überaus erstaunt von den Versuchen Podkletnows.

Kritiker bzw. Forscherkollegen, die seine Versuche nachbauten, winken ab: alles Unsinn, denn sie erzielten nicht die entsprechenden Ergebnisse. Auch wenn Podkletnow von seinen Experimenten überzeugt ist und die Namen der daran beteiligen Forscher geheim hält. Angeblich zu ihrem Schutz, wie er behauptet.

Neben Podkletnow gab und gibt es eine Reihe von Forschern, die von sich behaupten, Antigravitation „erzeugt“ zu haben. Sie alle scheiterten an der wissenschaftlichen Reproduzierbarkeit ihrer Experimente. Die etablierte Forschung erkennt sie deshalb nicht an. Denn Antigravitation oder eine Abschirmung der Schwerkraft soll es nach der etablierten Wissenschaft so nicht geben. Folglich hätten natürlich auch unsere Ahnen niemals mit dieser Technik arbeiten können.

Und wem es dennoch gelingen sollte, dem winkt seit rund 15 Jahren ein Preisgeld von einer Millionen Euro von der „Göde-Stiftung“. Dazu am Ende mehr.

“Coral Castle”

Aber wir brauchen nicht Jahrtausende in die Vergangenheit zu gehen oder irgendwelche fragwürdigen Experimente bemühen. Auch ein Mann in Florida hatte scheinbar eine „Wundertechnik“ erfunden um gewaltige Steinmonolithen allein zu bewegen.

Der seltsame Mann war der Lette Edward Leedskalnin (Edvards Liedskalniņš, 1887 bis 1951). Ein Bildhauer und Ingenieur, den sein Leben lang der Liebeskummer plagte, was ihn letztlich zu seinen „wundersamen“ Techniken führte. Seine Verlobte Agnes Scuffs bekam einen Tag vor der Hochzeit kalte Füße und ließ Leedskalnin sitzen. Leedskalnin verließ nach der unerwiderten Liebe 1913 Lettland und kam nach ruhelosen Jahren in Florida an, wo er 1923 ein Grundstück erwarb.

Von Kummer zermürbt machte er sich nun daran, auf seinem Land eine megalithische Anlage aus Korallenfelsen in Homestead, USA, zu errichten. In Erinnerung an seine „Sweet sixteen“, da Scuffs damals 16 Jahre war. Die folgenden 26 bis 28 Jahre (die Angaben variieren) arbeitete der verschmähte Bräutigam wie ein Besessener an der Megalith-Anlage „Rock Gate Park“ zu ehren seiner Exverlobten Agnes. Heute heißt das Monument „Coral Castle“ und inspirierte den Sänger Billy Idol nach einem Besuch der sonderbaren Anlage zu seinem Song „Sweet sixteen“.

Heute ist das Bauwerk es eine Attraktion für Florida-Touristen. Es sei das 8. Weltwunder, da es nur einen einzigen Baumeister hatte …

Doch das Ganze ist sehr seltsam. Leedskalnin baute die gewaltige Anlage immer nachts in der Dunkelheit. Schon das brachte ihm den Ruf eines „Sonderlings“ ein, der irgendwelche unheimliche Dinge auf seinem Grundstück treibe.

Von Mitternacht bis Sonnenaufgang werkelte er angeblich ganz allein und vollkommen ohne nennenswerte technische Hilfsmittel an seinem Mahnmal der Liebe herum. Leedskalnin behauptete bis zu seinem Tode 1951, dass er das Mysterium der Pyramiden Ägyptens gelüftet habe. Mit diesem „Geheimwissen“ sei es ihm möglich gewesen, die zusammen rund 1.100 Tonnen Gestein des „Coral Castle“ zu bearbeiten und vor allem zu bewegen. Hilfe benötige er dabei angeblich nicht.

Der sonderbare Edward Leedskalnin

Keine Zeugen wollen den emsigen Mann jemals bei der Arbeit gesehen haben. Immer, wenn jemand sein Grundstück nachts betrat, hörte er auf zu arbeiten. Doch die, die angeblich etwas gesehen haben wollen, sprachen von phantastischen Erlebnissen. So etwa sollen sich die Steine „wie mit Gas gefüllte Ballons“ von selbst bewegt haben. Und was dabei geschaffen wurde, ist durchaus beeindruckend.

Viel zitiert wird vor allem eine drehbare Felsentür, die ca. neun Tonnen wiegt, sich aber ganz leicht mit einem Finger öffnen lässt. Er errichtete auch eine Art „Tafelrunde“ mit einem Tisch in Herzform von 2,25 Tonnen Gewicht.

Als die Drehtür vor einigen Jahren sich einmal verklemmte, mussten sechs Arbeiter einen Kran heranschaffen um den Stein wieder zu reparieren. „Es ist nicht wirklich schwierig, man muss nur wissen wie“, sagte Leedskalnin zu Lebzeiten immer, wenn man fragte wie er das alles alleine bauen konnte.

Zahlreiche kleine und große Monolithen sind von ihm in all den Jahren verarbeitet und verbaut worden. Heute ist das „Castel“ ein Museum, und auf der Internetseite CoralCastle.com sind die Arbeiten in beeindruckenden Bildern zu bewundern. Welches Geheimnis verbirgt sich dahinter?

“… das Geheimnis der Pyramiden entdeckt…”

Ein Prospekt für Besucher der Anlage zitiert den seltsamen Erbauer mit den kryptischen Worten:

Ich habe das Geheimnis der Pyramiden entdeckt und weiß, wie die Ägypter und die alten Baumeister in Peru, Yucatan und Asien ihre riesigen Monumente erbauen konnten, unter Verwendung einfachster Werkzeuge“.

Was waren das für Kräfte? Antigravitation oder Levitation? Leedskalnin behauptete zu Lebzeiten, dass er den Magnetismus „sehen“ könne. Lichtpunkte um seine Monolithen würde er wahrnehmen, die ihm verraten, wie das entsprechende Objekt zu bewegen sei. Auch habe er die Naturgesetze der „Heiligen Geometrie“ und des Gewichts wieder entdeckt.

Das glaubten 1936 bestimmt auch jene Männer, die Leedskalnin bei einem Umzug helfen wollten. Damals zog er mit seiner gesamten im Bau befindlichen Anlage rund 15 Kilometer um. Der bestellte LKW-Fahrer durfte dabei nicht helfen oder zusehen. Immer, wenn der Fahrer am Morgen zur Baustelle kam, lagen die Monolithen bereits auf der Ladefläche!

Der Fahrer erzählte auch, dass er Vorbereitungen traf einen 20 Tonnen schweren Koloss auf sein Fahrzeug zu bugsieren. Leedskalnin bat ihn dann jedoch ihn kurz allein zu lassen. Dann plötzlich ein Krachen – und als der Fahrer eilig zu seinem LKW lief lag der 20 Tonnen-Monolith bereist auf der Ladefläche. Er konnte angeblich nur noch sehen, wie Leedskalnin seine Hände vom Stein nahm und sich den Schmutz abklopfte. Wie kam der Monolith auf den LKW? Stimmt die Geschichte überhaupt?

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Wie von Zauberhand

„Coral Castle“ ist durchaus rätselhaft. Wenn man bedenkt, dass hier nur ein Mann arbeitete. Denn trotz der offenkundig geleisteten Arbeit kann man die Anlage natürlich nicht mit diversen Megalithanlagen oder Riesenbauten der Vergangenheit vergleichen. Etwa Pyramiden in Mexiko und Ägypten oder Monumenten der frühen Bewohner von Peru.

Es existieren auch Fotos von einfachen Seilwinden und „Hebegestellen“ auf drei Beinen. Ohne Zweifel Hilfsmittel Leedskalnin, die zum Teil auch im Museum selber online gezeigt werden. Doch mit diesen ist es wohl kaum möglich, die schweren Objekte zu bewegen. Ganz zu schweigen davon, dass einige Monolithen größer als die „Hebegestelle“ von Leedskalnin sind.

Der Autor und Pyramidenforscher Christopher Dunn besuchte mehrfach das „Korallenschloss“. Er vermutete nach seinen Erkundungen, dass der seltsame Erbauer elektromagnetische Felder nutzte und den Magnetismus beeinflussten konnte. Eben eine Art Antigravitation. Eine Reihe elektrotechnischer Gerätschaften, die noch heute vor Ort herumliegen, interpretiert Dunn als elektromagnetische Vorrichtungen.

Dunn selber gehört zu den Forschern der alternativen Ägyptologie und Pyramidenforschung, worüber er auch einige Bücher und Veröffentlichungen publizierte. Der Ingenieur ist sicher, dass schon im alten Ägypten Hochtechnologie und sogar „Spirituelle Technologie“ zum Einsatz kam. Zum Teil sollen seiner Überzeug nach Steinbearbeitungen genutzt worden sein, die im heutigen Bauwesen ihresgleichen suchen. Allerdings kann beim rätselhaften „Coral Castle“ augenscheinlich davon keine Rede sein.

Die hier geleistete Arbeit ist zwar gewaltig, aber alles andere als präziser High-Tech mit feinen Schnitten, Kanten, Fugen und glatten Flächen in hartem Gestein.

Geheimnisse der Antigravitation?

Auch die Autoren Bruce L. Cathie und Peter N. Temm sind von „Coral Castle“ begeistert. Autoren, die sich beispielsweise in ihrem Buch „Harmonic 695 – The UFO an anti-gravity“ (1971) mit dem Phänomen der Antigravitation beschäftigen. Darin und in „The Energy Grid“ (1990) wird Carrol A. Lake, ein Cornel des United States Army Corps of Engineers, mit den Worten zitiert:

Leedskalnin bewies, von aller Welt heute zu sehen, dass er die Baugeheimnisse der Alten kannte. Er brach und setzte, alleine und ohne moderne Maschinen, Steine mit dem doppelten Gewicht der größten Blöcke der Cheops-Pyramide.

Insgesamt  schnitt und verbaute er über 1.000 Tonnen Korallengestein. Die größte Leistung durch einen einzelnen Menschen in der gesamten Geschichte der Menschheit. Hier ist eins der großen Wunder der Welt, in einer Reihe mit den Pyramiden Ägyptens, mit Stonehenge in England, mit dem erstaunlichen Jupitertempel in Baalbek nahe Damaskus in Syrien und mit dem großen steinernen Mysterien der Osterinsel.“

Antigravitation bei den Pharaonen ….

In der Grenzwissenschaft wird beim Thema von „wundersamen“ Steinbearbeitungen und vor Transportmethoden auch die alte Schrift Hitat hin und wieder erwähnt (mehr dazu in diesen Artikeln und Beiträgen HIER). Ein mittelalterlicher Text mit Sammlungen von Legenden und mythischen „Märchen“ rund um die Pyramiden in Ägypten. Vor allem um die Cheops-Pyramide. Wenn Leedskalnin nach eigenen Worten „das Geheimnis der Pyramiden entdeckt“ haben will, lässt eine Stelle im Hitat aufhorchen. Darin heißt es:

Sie (die Pyramidenbauer, Anm. LAF) hatten beschriebene Blätter, und wenn der Stein herausgehauen und seine sachgemäße Bearbeitung erledigt war, so legten sie jene Blätter darauf, gaben ihm einen Stoß, und bewegten ihn durch diesen Stoß um 100 Sahm fort; dann wiederholten sie dies, bis der Stein zu den Pyramiden gelangte.“

Das klingt mehr als phantastisch und klar nach fliegenden oder schwebenden Steinen! Wie durch Zauberhand oder eben – Antigravitation. 100 Sahm (besser: Qașaba) sollen umgerechnet 600 Ellen sein (obwohl es ursprünglich ein ägyptisches Flächenmaß war), was gerundet 300 Metern entspricht. Doch egal wie weit die Bausteine auch immer geflogen oder geschwebt sein sollen: Ägyptologen sehen hier reine Märchen ohne historischen Hintergrund. Wie bei den allermeisten Aussagen im der Sammlung Hitat.

Ist das aber vorstellbar? Und ist es vorstellbar, dass ein Einwanderer in den USA „irgendwie“ dieses Geheimnis ergründen konnte?

Wenn Leedskalnin kein Lügner war, also bei seiner nächtlichen Arbeit doch menschliche und technische Hilfe hatte, bleibt sein Monolithen-Schloss ein Rätsel. Fraglich ist auch, warum sich angebliche Helfer in all den Jahren niemals zu Wort gemeldet haben. Kannte der Mann aus Lettland tatsächlich das Geheimnis der Antigravitation und unserer Vorfahren und nahm dies mit in sein Grab?

Die Aufhebung der Schwerkraft

Trotz vielfacher Behauptungen in der Esoterik und Grenzwissenschaft ist Antigravition nicht belegt. Da es aber eben keinen Beweis in der Wissenschaft gibt, steht auch noch das oben genannte Preisgeld der „Göde-Stiftung“ zur Abholung bereit.

Insbesondere in den ersten Jahren seit ihrem Bestehen hatte es sich die Göde-Stiftung zur Aufgabe gemacht, Experimente, in denen eine Beeinflussung der Gravitation postuliert wurde, nach wissenschaftlichen Standards kritisch zu überprüfen.“

So die Stiftung auf ihrer Webseite. Weiter heißt es dort sehr deutlich:

Seit ihrer Gründung 1998 beschäftigt sich die Göde-Stiftung sowohl mit Anfragen und Experimenten von Hobby-Forschern als auch mit Experimenten von ausgebildeten Wissenschaftlern, die glaubten, eine Beeinflussung der Gravitation aus ihren Versuchsergebnissen herauslesen zu können.

Bislang zeigten von uns replizierte oder überprüfte Experimente keine Effekte, die auf eine Möglichkeit hindeuten, die schwächste aller Grundkräfte irgendwie manipulieren zu können. Alle proklamierten Effekte waren entweder unberücksichtigte Einflüsse von außen, Messfehler oder konnten überhaupt nicht nachgewiesen werden.

Die Vielzahl an Einsendungen, Theorievorschlägen und Ideen zu dieser Fragestellung, die unsere Wissenschaftler erhalten, zeigt uns, wie groß das Interesse und zum Teil auch das Engagement bei vielen Personen ist – egal ob in Deutschland oder international.

Seit 2004 hat die Göde-Stiftung daher den Göde-Preis für Gravitationsforschung ausgeschrieben. Kandidaten, die sich für diesen Preis bewerben, müssen die nachfolgende Aufgabe erfüllen und dabei nachweisen, dass sie diesen Effekt einzig durch Beeinflussung der Schwerkraft erreicht haben. Alle bekannten Phänomene wie beispielsweise magnetische Levitation oder Auftrieb sind dabei ausgeschlossen.“

1 Mio. Euro für den Beweis!

Dies zeigt deutlich, dass das Thema Antigravitation weit verbreitet und mit viel Engagement verfolgt wird. Eine wissenschaftliche Anerkennung steht aus. Und das, obwohl die Voraussetzungen für den Erhalt des Preises sich eher mickrig anhören. Zumindest mit Blick auf „Coral Castle“:

Die Göde-Stiftung schreibt ein Preisgeld von 1.000.000 € aus für die Lösung der folgenden Aufgabenstellung:

Ein Objekt mit einem Gewicht von mind. 20 g soll für eine Dauer von 1 Minute oder mehr ca. 10 cm über einer Auflage schweben.“

Zu Lebzeiten von Leedskalnin gab es diese Ausschreibung noch nicht. Angenommen er hätte – wie auch immer! – das Mysterium entschlüsselt, ist es aufgrund seiner Geheimniskrämerei fraglich, ob er es preisgegeben hätte. Ihm schien es zu genügen sein „Liebes-Castle“ zu bauen und für 10 bzw. 25 Cent Besuchern die Anlage zu zeigen …

Und obwohl das Angebot der “Göde-Stiftung” verlockend klingt, muss man eines bedenken: Eine Million Euro für den Beweis, dass man die Gravitation kontrollieren, manipulieren und steuern kann, ist kaum der Rede wert. Eine solche Technologie wäre unbezahlbar und letztlich die gesamte menschliche Zivilisationen in nahezu allen Bereichen grundlegend verändern. Auch und vor allem wirtschaftliche Interessen wären davon unmittelbar betroffen.

Das Argument all jener, die meinen, dass dies längst möglich ist, aber vertuscht wird, ist von daher überaus nachvollziehbar.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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