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Konferenz zur Gefahr aus dem All: Auch die ESA will Weltraumschrott und Asteroiden abwehren und kontrollieren (+ Video)

Gefahr aus dem All - Auch die ESA will Weltraumschrott abwehren und kontrollieren (Bild: PixaBay/gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Gefahr aus dem All. Auch die ESA will Weltraumschrott abwehren und kontrollieren (Bild: Pixabay/gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Seit dem Beginn des Raumfahrtzeitalters hat die Menschheit tausende Raketen, Satelliten und Raumfahrzeuge in das All geschickt. Vor allen in den sehr nahen Erdorbit, wo diese Technologien der Raumfahrt mehr und mehr zu einem Problem werden. Inzwischen wimmelt es im Orbit von Weltraumschrott, der sich dort oben in über fünf Jahrzehnten angesammelt hat. Ein wachsender außerirdischer Schrottplatz umkreist unseren Planeten, der zunehmend zu einem handfesten Problem für die Raumfahrt wird. Während US-Präsident Donald Trump 2018 noch verlacht wurde, als er unter anderem gegen diese Bedrohung eine “Weltraum-Armee” ins Leben rufen wollte, diskutiert aktuell auch die ESA, wie man diese wachsenden Bedrohung im und aus dem All kontrollieren kann. Mehr erfahrt Ihr in diesem Beitrag


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Gefahr aus dem All

Während einst die reale Gefahr aus dem All ausschließlich von Asteroiden und Kometen ausging, sieht das heute ganz anders aus. Nicht nur die Gallier hatten Angst, dass ihnen der “Himmel auf dem Kopf fällt”, sondern auch die heutige Raumfahrt.

International wird in den letzten Jahren verstärkt auf das hausgemachte Problem des Weltraummüll hingewiesen. Durch tausende Raketen mit Satelliten & Co., die wird Menschen inzwischen in das All geschossen haben, haben wir unseren Erdorbit wortwörtlich zugemüllt. Millionen künstliche Objekte umkreisen inzwischen unseren Planeten, die durch Raumfahrt und Weltraumforschung im All zurückgeblieben sind.

Dieser Müll ist eine Gefahr. Für uns Menschen auf der Erde ebenso, wie für Astronauten und Satelliten im Orbit. Die allermeisten Müllteile sind klein und damit keine Gefahr aus dem All hier auf der Erde. Zum Beispiel Schrauben oder Metallstücke. Diese verglühen in der Atmosphäre und treffen nicht die Erde. Auch die meisten defekten oder ausgemusterten Satelliten im Orbit verglühen beim Wiedereintritt und schaffen es deshalb nicht bis zur Erdoberfläche.

Hier kommt es auf Größe, Masse, Material und den Eintrittswinkel der Objekte an, denn hin und wieder schafft es dieser Schrott tatsächlich bis auf die Erde. Beispielsweise machen im Netz nicht selten Fotos von Treibstofftanks die Runde, die plötzlich vom Himmel gefallen sind.

Gefahr im All

Die wirklich Gefahr besteht im All selber. Weltraummüll aller Art und Größe rast mit mehreren zehntausend Stundenkilometern um unseren Planeten. Aufgrund dieser Geschwindigkeiten sind solche Objekte wahre Bomben, wenn sie beispielsweise die Internationale Raumstation ISS oder einen  Satelliten treffen. Schon ein von einem Astronauten versehentlich verlorenes Werkzeug kann bei einer Kollision mit einem Satelliten diesen vollkommen zerstören.

Raketenstufen oder inaktive und defekte Satelliten sind große Objekte im All. Zu tausenden umrunden sie unseren Planeten und werden dabei überaus aufmerksam von den Raumfahrtbehörden beobachtet. Diese Geschosse sind meistens erfasst und ihre Bahnen werden sehr genau verfolgt. So muss etwa auch beim Start einer Rakete in den Orbit erst auf ein Startfenster gewartet werden, damit die Flugbahn frei von derartigen Weltraummüll ist.

Solche Objekte werden mit der Ausweitung der Raumfahrt immer mehr. Nicht nur die USA, China oder die Europäer schicken bekanntlich Raketen ins All, sondern auch die private Raumfahrt nimmt stetig zu. Und damit wächst auch die Müllhalte im All kontinuierlich. Hier muss dringend aufgeräumt werden!

Müllsammeln mit der US-“Space Force”

Die großen Müllteile im All sind nicht unbedingt das Problem. Sie könne beobachtet und deren Bahnen verfolgt werden. Trotzdem müssen auch sie eines Tages von dort oben verschwinden, wenn Raumfahrt nicht irgendwann zu einem vollkommen unkalkulierbaren Risiko werden soll. Hier könnte sich tatsächlich ein ganzer Geschäftszweig einer Müllbeseitigung im All entwickeln. Ein Milliardengeschäft.

Wer aber wird führend bei diesem Geschäft sein? Die USA mit der NASA, eine private Raumfahrfirma wie “SpaceX” oder irgendein anderes Land? Genau das dachte sich auch US-Präsent Donald Trump im Sommer 2018, als dieser die Schaffung einer “Space Force” der USA beschloss. Was darauf folgte war ein allgemeines Kopfschütteln in den Massenmedien über den Präsidenten. Doch nur deshalb, weil sie bei der durchaus ungeschickten Bezeichnung “Space Force” sogleich an Militär, Abwehr von Aliens oder “Krieg der Sterne” dachten.

Genau genommen, wie im Juni 2018 in diesem Blog-Beitrag HIER ausführlich dargelegt, will der US-Präsident damit aber nur den Löwenanteil an der zukünftigen Raumfahrt für sein Land sicher. Dazu zählt neben anderen wirtschaftlichen Interessen im All eben auch das Thema Weltraumschott. Ein Zukunftsgeschäft, das Trump nicht Europa oder Russland überlassen will.

“Weltraumsicherheitskonferenz”

Obwohl eine ganze Reihe von “Weltraumverträgen” existieren, wie in diesem Blog-Artikel HIER vom 14. Mai 2018 ausgeführt, muss beim Thema Weltraumschott gehandelt werden.

Hierzu gibt es seit Jahren verschiedene Überlegungen, die eines gemeinsam haben: Kleine Objekte im Erdorbit sind schon lange außer Kontrolle. Sie sind einfach zu klein, als das man diese registrieren, kontrollieren und notfalls anwehen kann. Leider ist das aber die überwiegende Mehrzahl, aus dem der Weltraumschott besteht. Eine heranrasende kleine Bombe dieser Art bemerkt man erst, wenn es zu spät ist …

Also heißt es im Fall Welttraumschott nicht klein anfangen, sondern groß. Deshalb debattierte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) am 21. und 22. Januar genau über dieses Problem auf deren “Weltraumsicherheitskonferenz” in Darmstand. Die ESA erklärte dazu in ihrer Pressemitteilung vom  11. Januar 2019:

Die Weltraumumgebung weist zahlreiche natürliche und menschengemachte Bedrohungen auf, die ein Risiko für Leben und Eigentum darstellen und Infrastrukturen in der Umlaufbahn und auf der Erde beeinträchtigen können.

Die ESA arbeitet an neuen Vorhaben und Missionen wie der Mission Hera zu einem binären Asteroidensystem, der Weltraumwettermission L5 zum Lagrangepunkt L5 und Konzepten für die Überwachung und Entfernung von Weltraumtrümmern, um sich diesen Problemen zu stellen. Führende ESA-Experten in den Bereichen Planetenschutz, Weltraumwetter und Weltraumtrümmer werden eine umfassende Einführung in diese Themenkreise geben.”

Bis zu 1.600 Satelliten sind augenblicklich im Erdorbit unterwegs, so Rüdiger Jehn von der ESA. “Mehrere tausend Objekte” sind es inzwischen oder kommen in den nächsten Jahren hinzu. Die Kollisionsgefahr im All steige deshalb ständig und es muss dringend etwas dagegen getan werden, so Jehn.

Aufräumen im Erdorbit

200 Millionen Euro sind erst vor Kurzem für ein Programm eingeplant worden, um gefährliche Objekte im All abzuwehren. Eine europäische “Space Force”, wenn man so will. Angesichts der Kosten für die Raumfahrt allgemein, ein eher normaler Betrag.

Konzepte für eine Abwehr von Weltraumschrott liegen unlängst in der Schublade. Zum teil sind sie sogar bereits erprobt. So könnte man beispielsweise inaktive, zerstörte oder aufgebrauchte Satelliten mit einem Netz einfangen und so sicher. Auch wenn das fast schon “primitiv” klingen mag, funktioniert diese Methode im All. Sie funktioniert aber nur, wenn man weiß wann und wo sich ein solches Objekt im Orbit befindet. Bekanntermaßen ist das längst nicht bei allen so.

Wie allerdings kleine Objekte Weltraumschott beseitigt werden können, ist bisher vollkommen offen. Auch wenn Kollisionen selten sind, sind sie möglich. Man muss auch bedenken, dass es nicht immer klar ist, wer was genau in eine Umlaufbahn schießt. Schließlich gibt es auch genügend geheime Weltraumprojekte, wenn allein an das Thema Spionage denkt.

Überhaupt keine Kontrolle hat man auch dann, wenn zwei Objekte miteinander kollidieren. Stoßen zwei Satelliten zusammen erzeugen sie geradezu eine Wolke aus aus großen, kleinen und kleinsten Trümmern, die sich unvorhersehbar im All verteilt. Stößt eines dieser Stücke mit der Internationalen Raumstation zusammen, kommt es im schlimmsten Fall zur Katastrophe. Ein faustgroßes Metallteil mit einer Aufprallgeschwindigkeit von rund 30.000 Stundenkilometern ist schlicht und einfach eine Bombe!

Weltraumsicherheit

Weltraumschott ist nicht die einzige Gefahr “da oben”. So schreibt die ESA in ihrer Mitteilung zur “Weltraumsicherheitskonferenz”:

Die Weltraumsicherheit ist mit zahlreichen Themen wie dem Umgang mit Weltraumtrümmern, der rechtzeitigen Warnung vor Auswirkungen des Weltraumwetters oder der Aufspürung und der Bahnablenkung von Asteroiden ein aufstrebendes Gebiet, dem im Vorschlag des ESA-Generaldirektors für die nächste Ministerratstagung ‘Space19+’ im November 2019 Rechnung getragen wird.

Asteroiden sind im All eine Gefahr und selbstverständlich auch hier auf der Erde. Auch diese Bedrohung wird seit Jahren diskutiert, nicht nur von der ESA und nicht erst seit seit dieser Konferenz. Vielmehr ist es so, dass die Gefahr durch Asteroiden wesentlich früher in den Fokus rückte, als Gefahren durch “modernen” Weltraumschott.

Hierfür gibt es ganz einfache Gründe. Einschläge von Asteroiden auf der Erde oder deren Detonation in der Atmosphäre sind um ein Vielfaches verehrender, als der Niedergang von Weltraumschott. Obwohl es bei Asteroiden natürlich ebenfalls auf ihre Größe und Beschaffenheit ankommt. In der Regel sind Asteroiden jedoch wesentlich größer und massiver als ein Stück Weltraumschott, dass es bis zum Erdboden schafft. Im schlimmsten Fall kann so ein Geschoss aus dem All hunderte Meter oder sogar einige Kilometer Durchmesser haben. Eine Gefahr für Millionen Menschen!

Bomben aus dem All

Solchen natürlichen Gefahren stehen wir bisher praktisch wehrlos gegenüber. Erdnahe Asteroiden, sogenannte “Near Earth Objects” (NEO), werden auch überwacht. Ähnlich wie Weltraumschott. Plötzlich ankommenden Asteroiden auf Kollisionskurs sind ein unkalkulierbares Risiko, dass schon Jahrzehnte im Fokus der Weltraumforschung steht.

Theoretische Konzepte zur Asteroiden-Abwehr existieren bereits seit Jahrzehnten. Von einer Bahnablenkung bis zur Sprengung der Objekte wurde dabei bereits gedacht. In der Theorie ist das alles wunderbar durchdacht. Genau deshalb gehören auch diese Bomben aus dem Kosmos zum Thema der “Weltraumsicherheitskonferenz” der ESA bzw. deren Forschungen. Die NASA ist hierzu natürlich ebenfalls aktiv, wie zum Beispiel in diesem Blog-Beitrag HIER bereits im Januar 2016 berichtet.

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Schon zu Beginn der Raumfahrt machten sich Weltraumforscher Gedanken über eine Asteroiden-Abwehr. Und so sind die Konzepte, die wir heute haben, in vielen Teilen identisch mit denen, die schon vor 50 und mehr Jahren erdacht wurden. Beliebt ist dabei in Hollywood vor allem die alte Idee, dass man ein gefährliches Objekt mit Atomraketen zerstört. Von solchen Überlegungen ist man heute weitestgehend ab.

Heute stellt man sich weit weniger zerstörerische Methoden zur Asteroiden-Abwehr vor. Etwa, in dem man ihn einfach ablenkt, in dem man dem Asteroiden einen “Stoß” versetzt.

“Asteroid Impact Mission“

Die ESA selbst hatte in diesem Zusammenhang einst große Pläne, über die HIER berichtet wurde. Sie plante das Projekt “Asteroid Impact Mission” (AIM), mit der Techniken zur Asteroiden-Abwehr entwickelt und erforscht werden sollten. Das Projekt sollte erproben, ob und wie es möglich ist, Asteroiden aus Kollisionskurs abzulenken, um so einen vielleicht sogar verehrenden Einschlag zu verhindern.

Geplant während der “Asteroid Impact Mission“ zwei Mini-Satelliten und ein Lander zu dem Asteroiden “Didymos” zu schicken. Ziel war der 150 Meter kleine Mond mit Namen “Didymoon” des Asteroiden, den man mit AIM ablenken und in “Didymos” einschlagen lassen wollte. Die Wissenschaftler versprachen sich daraus Erkenntnisse, ob und wie sich die Flugbahn des Asteroiden durch diesen Einschlag ändert. So ließen sich Rückschlüsse ziehen, wie man in Zukunft einen Asteroiden auf Erdkurs an unserem Planeten vorbei lenken könnte.

Die Ironie ist mit Blick auf die aktuelle “Weltraumsicherheitskonferenz” der ESA, dass das Projekt Anfang Dezember 2016 gestrichen wurde. Es viel Sparmaßnahmen zum Opfer, obwohl es “nur einige zehn Millionen Euro” gekostet hätte, so der Planetenforscher Patrick Michel vom französischen Zentrum für Wissenschaftliche Forschung in Nizza. Er kommentiere die Streichung der Mission damals unter anderem mit den treffenden Worten:

Ein cooles Projekt wurde gekillt, weil es – auch kurzfristig – an Vision und Mut fehlt. Und das ist wirklich traurig.

Andere Missionen dieser Art werden sicher kommen. Hoffentlich wesentlich eher als ein Asteroid …

Was denkst DU über das Thema? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

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Lars A. Fischinger

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Die Osterinsel möchte die von Thor Heyerdahl “gesammelten” archäologisch Artefakte von Norwegen zurück – und nicht nur die (plus Video)

Die Osterinsel möchte die von Thor Heyerdahl "gesammelten" Objekte von Norwegen zurück (Bild: Fischinger-Online)
Die Osterinsel möchte die von Thor Heyerdahl “gesammelten” Objekte von Norwegen zurück (Bild: Fischinger-Online)

Die Museen der ganzen Welt sind voll mit Artefakten und archäologischen Objekten aus aller Herren Länder. Gesammelt – oder besser: eingesammelt – von den ersten Forschern der sich neu entwickelnden Wissenschaft der Archäologie, die sich vor allem im 18., 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts schamlos an fremden Ländern und deren Kulturen bedienten. Man denke an Ägypten, deren Relikte und Schätze die ersten Grabräuber-“Archäologen” Schiffsladungenweise nach Europa und in alle Welt schafften. Nicht viel anders war es auf der Osterinsel im Pazifik, die durch den Norweger Thor Heyerdahl berühmt wurde. Auch er schaffte archäologische Relikte und Funde von der Insel fort, die heute im weltbekannten “Kon-Tiki-Museum” in Oslo zu bestaunen sind. Doch jetzt möchte die Osterinsel ihr von Heyerdahl gesammeltes Eigentum von Norwegen zurück. Alles dazu erfahrt Ihr in diesem Posting und einem YouTube-Video aus dem “Kon-Tiki-Museum”. Aber auch, was sich hinter dieser scheinbar einfachen Bitte der Osterinsulaner für Abgründe auftun …


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Plündernde “Archäologen”

Wohl die wenigstens Besucher eines archäologischen oder ethnologischen Museums irgendwo auf der Welt fragen sich, woher eigentlich all die Ausstellungsobjekte ferner Länder kommen. Egal ob in Paris, Berlin, London oder New York: Museen sind voll von Diebesgut, das Hau-Ruck-Archäologen einst in der ganzen Welt zusammen klauten oder sich schenken ließen.

Auch den jeweiligen Museen hinterlassene Privatsammlungen gehören dazu. Sammlungen, die zum Teil beträchtlichen Umfang haben und selbst in kleinen Dorf-Museum zu finden sind (zum Beispiel in Waldenburg in Deutschland). Die Herkunft solcher Objekte ist dabei fast immer “unklar”, um es politisch korrekt auszudrücken. Auf den Punkt gebracht ist es jedoch so gut wie immer Raubgut.

Vor allem zu Beginn der heutigen Ägyptologie wurde es den ersten Raub-Archäologen aber auch mehr als leicht gemacht, an solche Stücke zu kommen. Ein regelrechter Wettbewerb im Land der Pharaonen entbrannte, wer im Auftrag seines Museums oder Landes die spektakulärsten Hinterlassenschaften “besorgen” konnte. Zum Teil konnte sogar bequem direkt aus dem Keller des Ägyptischen Museums heraus Artefakte, Mumien und Kunstgegenstände kaufen. Wenn nicht, dann nahm sich einfach, was man will.

Einige der ersten Entdecker sprengten sich übrigens einfach ihre Wege in diverse Altertümer frei. Selbst in der Cheops-Pyramide

Das begann schon mit der Eroberung Ägyptens durch Napoleon ab 1798. Beziehungsweise durch seine “Ägyptische Expedition” wurde Ägypten und alles, was aus dem Land stammt, in ganz Europa schick und populär. Der 250 Tonnen schwere und 23,5 Meter hohe Obelisk auf dem Place de la Concorde in Paris ist bis heute ein Zeugnis dieser Epoche, denn dort steht er erst seit 1836.

Eigentlich gehörte er dem weltberühmten und legendären Pharao Ramses II.,der ihn vor fast 3.200 Jahren an seinem Tempel in Luxor aufstellen ließ. Genau jenem Pharao, den das biblische Buch Exodus als Herrscher benennt, unter dessen Regierung die Israeliten unter Moses das Land verließen. Ali Pascha, damals Vizekönig von Ägypten, schenke den Ramses-Obelisken einfach dem französischen König. Auch wenn die Osmanen da schon längst die Franzosen aus Ägypten geworfen hatten.

Auf diese Weise plünderten Europäer und Nordamerikaner die alten Kulturländer wie eben Ägypten  aus. Aber auch Mittelamerika (Maya, Azteken etc.), Südamerika (Inkas etc.) oder auch Mesopotamien (Assyrer, Babylonier etc.). Das legendäre “Ischtar-Tor” von König Nebukadnezar II. (605 bis  562 vor Christus) aus Babylon, das heute im Pergamonmuseum in Berlin zu bestaunen ist, ist zum Beispiel kein Nachbau. Es ist das Original aus dem Irak, dass in Bruchstücken in an die 1.000 Kisten verpackt ab 1927 nach Berlin geschickt wurde. Mit Erlaubnis der Altertümerverwaltung des damaligen Osmanien in Istanbul.

König Nebukadnezar II. ist wiederum selbst eine Legende: Seine Truppen waren es, die 597 vor Christus Jerusalem und den heiligen Tempel zerstörten und die Bewohner in das babylonische Exil verschleppen. Dorthin, wo dann im laufe der Jahre das Alte Testament und die fünf Bücher Moses in ihrem Kern niedergeschrieben wurden. Aber vor allem ist seit dem die Bundeslade spurlos verschwunden, wie zum Beispiel in diesem YouTube-Video HIER erläutert.

Heute sind solche “Besorgungen” undenkbar!

Und doch ließe sich eine mehr als endlose Liste solcher erlaubten, gestohlenen, geschenkten und (damals) legal gekauften Objekte anführen. Große und kleine, schwere und leichte, kostbare und “wertlose”.

Thor Heyerdahl und die Osterinsel

Vor diesem Hintergrund und geschichtlichen Fakten muss man auch Thor Heyerdahl und seine Expeditionen ab 1947 zur Osterinsel (“Kapa Nui” bei den Einheimischen) sehen.

Auch wenn Heyerdahl Jahrzehnte und Jahrhunderte nach diesen ersten “Alles-Meins-Archäologen” lebte und arbeitete, nahm auch er unzählige Objekte von der Osterinsel (und anderswo) mit nach Norwegen. Nicht nur kleine Vasen oder irgendwelche Alltagsgegenstände, sondern er packe sogleich auch einige der weltweit bekannten Moai-Figuren ein. Jene menschlichen Statuen, von denen heute noch fast 900 auf der kleinen Insel verteilt stehen und liegen, und die der Insel ihren legendären Ruf einbrachten.

Eine steht übrigens auch im Britischen Museum in London. Dazu aber gleich mehr.

Alle diese von Heyerdahl seit seiner ersten Expedition mit dem Holzfloß “Kon Tiki” (s. z. B. HIER, HIER oder auch HIER) mitgenommenen “Andenken” befinden sich heute im “Kon-Tiki-Museum” in Oslo (s. Video unten). Ein zweifellos überaus beeindruckendes Museum, dass sich nicht nur der Osterinsel und Heyerdahl seiner ersten Expedition “Kon Tiki” von 1947 widmet, sondern allen Forschungen und Projektes von ihm.

Im Museum selber wimmelt es aber eben auch und vor allem an Artefakten und Objekten, die der norwegische Abenteurer auf der Osterinsel einsammelte. Inklusive Moai-Figuren als schwergewichtige Mitbringsel. Darunter sind gleichfalls auch überaus wertvolle da seltene Stücke wie Schrifttafeln mit der Schrift “Rongo Rongo”. Ebenso zahllose steinerne Schätze wie diese, die sich im Keller des “Kon-Tiki-Museum” befinden:

"Sammlerstücke" von Thor Heyerdahl im Keller des Kon-Tiki-Museum in Oslo (Bild: Fischinger-Online)
“Sammlerstücke” von Thor Heyerdahl im Keller des Kon-Tiki-Museum in Oslo (Bild: Fischinger-Online)

Chile und die Osterinsel bitten um Rückgabe!

Heute gehört die Osterinsel politisch zu Chile. Roberto Ampuero, Außenminister von Chile, erklärt laut einer “APA”-Meldung vom 2. November 2018, was sein Land bzw. die Osterinsel gerne alles von Norwegen zurück haben möchte:

Archäologische und ethnografische Stücke, Skulpturen, genetisches Material sowie eine große Anzahl Fotos aus den 1950er Jahren.

Demnach eigentlich – alles.

Übrigens auch von den Briten, denn die im Britschen Museum befindliche Moai-Statue möchte Chile auch zurück. Sie trägt heute den Namen “Hoa Hakananai’a”, was soviel wie “verlorener” oder “gestohlener Freund” bedeutet. Obwohl sie mit nur 2,42 Metern Höhe und einem Durchmesser von nur 47 Zentimetern recht klein ist, ist sie aufgrund von eingeritzten “Vogel-Männern” und anderen Abbildungen auf der Rückseite eine Besonderheit unter den einst fast 1.000 Moai. Zeugnis der “Vogel-Mann-Religion” (“tangata manu”) auf der einsamsten Insel der Welt, wie die Osterinsel gern genannt wird.

“Hoa Hakananai’a” ist auch eines jener fragwürdigen “archäologischen Souvenirs” aus dem 19. Jahrhundert. Eine britischen Osterinsel-Expedition nahm sie 1868 als Geschenk für Königin Victoria mit, die sie ein Jahr später dem Britischen Museum überließ.

“Hoa Hakananai’a”

Für die Osterinsulaner ist der Moai in London durch seine direkte Verbindung zum einstigen “Vogel-Mann-Kult” spirituell und historisch sehr bedeutsam. Schon länger hätten sie ihr kulturelles Erde vom Britischen Museum zurück. So zitiert zum Beispiel der britische “The Telegraph” bereits am 8. August 2018 eine Museumssprecherin mit den Worten:

Wir haben hier im British Museum keinen offiziellen Antrag auf Rückgabe der Statue auf die Osterinsel erhalten.

Laut “APA” hat sich das nun geändert. Wobei das Museum in London das einstige Geschenk von Königin Victoria in einen etwas anderem Licht sieht, wie “The Telegraph” im August zitierte:

Die Moai-Skulptur, die wir im Museum haben, ist für die sechs Millionen Menschen, die jedes Jahr durch unsere Türen gehen, permanent ausgestellt. Wir glauben, dass es von großem öffentlichen Nutzen ist, sie für alle Menschen hier zu sehen und zu schätzen.

Wir glauben auch, dass es wichtig ist, die Geschichte der indigenen Gemeinschaft der Osterinseln im Britischen Museum darzustellen.

Wer möchte schon ein beliebtes bzw. so besonderes Museums-Stück freiwillig wieder abgeben? Vor Ort ist “Hoa Hakananai’a” als Blickfang für die Millionen Touristen des Museums in Szene gesetzte.

Übrigens auch der weltberühmte und archäologisch kaum zu bedeutend einzustufende “Stein von Rosette”, mit dem es einst gelang, die ägyptischen Hieroglyphen zu übersetzten. Mitgebracht als “Andenken” von Napoleon aus Ägypten, wo er am 15. Juli 1799 gefunden wurde und heute das Glanzstück des Museum. Als wertvollstes Objekt des Museum steht es im Eingangsbereich fast schon im Weg und ist als Motiv auf zahllosen Dingen im Museums-Shop zu kaufen. Vom Maus-Pad für den PC bis zu kleinen Kopien für die Wohnzimmerwand.

In Ägypten selber steht am Fundort des Stein bei Rashid ein Denkmal mit einer Kopie …

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Verhandlungen …

In seiner Funktion als Außenminister von Chile hat sich Roberto Ampuero bereits mit seiner norwegischen Amtskollegin Ine Eriksen Soreide getroffen, um die Rückführung der Objekte aus dem “Kon-Tiki-Museum” zu besprechen. Es hieß hierzu, dass das Museum in Oslo dazu durchaus auch bereit wäre. Wobei es fraglos noch zahlreicher weiterer Verhandlungen bedarf, bis Norwegen das kulturelle Erde der Insulaner wieder abgeben wird. Sollten sie es letztlich denn auch tun.

Sicher wird auch das “Kon-Tiki-Museum” nicht gerne Highlights ihrer Dauerausstellung zurück geben wollen. Zum Beispiel die beiden großen ausgestellten Original-Moai. Tarita Alarcon, Gouverneurin der Osterinsel, “trifft sich in zwei Wochen mit dem Direktor des Kon-Tiki-Museums, Martin Biehl, um ihn um die Rückgabe der Kollektion zu bitten”, heißt es in der aktuellen Meldung.

Felipe Ward wiederum, Minister für Nationalgüter von Chile, wird die Rückgabe der in London stehenden Moai “Hoa Hakananai’a” in Angriff nehmen. Am 15. November wird er deshalb nach Großbritannien reisen, um mit dem Britischen Museum “die Verhandlungen aufzunehmen”. Leicht sind solche Verhandlungen entgegen aller menschlichen Logik ganz und gar nicht. Man denke an die gigantischen Goldmengen und Schätze, die die Spanier bei ihrer Eroberung Südamerikas raubten.

“Wie die Affen”

Zum Beispiel ein Fall von 2007:

Da wurde von der US-Firma “Odyssey” in einem 200 Jahre alten spanischen Schiffswrack ein Schatz von 23 Tonnen(!) Gold, Silber und anderen Kostbarkeiten im Atlantik gefunden. Was folgte war ein Rechtsstreit, wem die Kostbarkeiten im Wert von ca. 380 Millionen Euro jetzt gehören…den Spaniern oder der Bergungsgesellschaft. Recht bekamen die Spanier vor einem US-Gericht und wessen Antrag erst gar nicht zur Debatte stand, war jener der Peruaner. Das Gold und Silber stammte nämlich ursprünglich aus ihrem Land und war Eigentum ihrer Vorfahren.

Es wurde von den Spaniern, dessen Kolonie Peru damals war, von den Inka und anderen Kulturen Perus brutal geraubt. Wer sein Gold in Peru und anderswo den Spaniern nicht freiwillig schenkte, der wurde gefoltert, verbrannt, zerstückelt, geköpft, massakriert, versklavt oder direkt ermordet. Nach solchen Argumenten und “netten Bitten” der christlichen Europäer schenkten die Inka ihnen natürlich “gerne” ihre heiligen Schätze.

Bei den Azteken in Mexiko war es im 16. Jahrhundert exakt dasselbe. “Wie die Affen”, so eine zeitgenössische Chronik wörtlich (mehr HIER), rafften die spanischen Eroberer selbst dann noch Gold zusammen, wenn sie vor den Azteken um ihr Leben rennen mussten. Unglaublich. Das Kulturgut des Volkes der Inka & Co. wurde daraufhin eingeschmolzen, in Münzen und Barren gegossen und nach Europa verschifft. Ganz zur Freude des spanisches Königshauses. Peru ging 2007 trotzdem leer aus …

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Vertane Chance zur Rettung der Menschheit? ESA streicht Asteroiden-Abwehr-Projekt “Asteroid Impact Mission”

Vertane Chance zur Rettung der Menschheit? ESA stoppt Asteroiden-Abwehr-Projekt "Asteroid Impact Mission" (Bild ESA-Science Office)
Vertane Chance zur Rettung der Menschheit? Asteroiden-Abwehr-Projekt “Asteroid Impact Mission” der ESA wurde eingespart (Bild: ESA-Science Office)

Die Vergangenheit unseres Planeten hat gezeigt, dass die Existenz der Menschheit permanent vor ihrem Ende stehen könnte. Asteroiden und Kometen aus dem All bedrohen theoretisch jeden Tag das Leben auf Erde. Die Massensterben der Vergangenheit könnten sich wiederholen und das Leben auf der Erde wird eines durch den Einschlag eines Asteroiden aus dem Kosmos bedroht werden. Da sind sich Astronomen einig. Einig sind sie aber auch darin, dass unsere Spezies ein solche Bedrohung abwehren könnte. Das Projekt “Asteroid Impact Mission” (AIM) der europäischen Weltraumorganisation ESA sollte ein Schritt in Richtung Asteroiden-Abwehr sein. Doch AIM fiel jetzt Sparmaßnahmen der ESA zum Opfer. Eine vertane Chance für die Zukunft der gesamten Menschheit?

 

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Überall muss gespart werden – auch in der Raumfahrt. Das ist kein Geheimnis und unzählige ehrgeizige Missionen im All,. die man hätte durchführen können und wollen, wurden bisher nie in die Tat umgesetzt. Man denke da an all die Träumereien von Mondbasen oder Missionen zum Mars.

Doch jetzt hat auch die Europäische Weltraumagentur ESA bei einem Treffen am 2. Dezember in Luzern in  der Schweiz den Sparstift angesetzt. Dabei hat der Ministerrat der ESA über ihre zukünftigen Ausgaben debattiert und hierbei ein Weltraumprojekt gestrichen, dass Teil der Erforschung zur Abwehr von Asteroiden sein sollte.

ISS und Mars: ja – AIM: nein

Diktiert wurden in Luzern eine Reihe von Finanzierungen der ESA in der nahen Zukunft. Beschlossen wurde etwa, dass sich die ESA-Weltraumagentur bis zum Jahr 2024 an der Nutzung der Internationalen Raumstation ISS weiter beteiligen wird. Die Mitgliedsländer der ESA, immerhin 22 Staaten, haben für die weitere Nutzung der ISS 960 Millionen Euro freigegeben. Eine enorme Summe, ohne Frage.

Das „Auge Afrikas“ in Mauretanien: ist die ca. 40 Kilometer riesige Kreisstruktur wirklich von Menschenhand? (Bild: Google Earth / static.panoramio.com)
Das „Auge Afrikas“ in Mauretanien: ist die ca. 40 Kilometer riesige Kreisstruktur wirklich von Menschenhand? (Bild: Google Earth / static.panoramio.com)

10,3 Milliarden Euro Ausgaben haben die Mitglieder der ESA insgesamt für die nächsten Jahre geplant und beschlossen. 11 Milliarden waren eigentlich angedacht. “Ein großer Betrag”, wie ESA-Chef Jan Wörner betont. Aber eben nicht groß genug. Denn gespart werden soll bei der “Asteroid Impact Mission” (AIM), mit der eigentlich Techniken zur Asteroiden-Abwehr entwickelt und erforscht werden sollten. Die ESA wollte mit AIM erproben, ob und wie es möglich ist, Asteroiden, die auf der Erde einzuschlagen drohen, von ihrem Erd-Kurs abzulenken, um so einen vielleicht sogar verehrenden Einschlag zu verhindern. In letzter Konsequenz sogar den Weltuntergang.

Geplant war im Rahmen der “Asteroid Impact Mission“, dass von der ESA zwei Mini-Satelliten und ein Lander zu dem Asteroiden “Didymos” geschickt werden. Dieser Asteroid selber hat wiederum eine Art Mond mit Namen “Didymoon” von rund 150 Metern Durchmesser, der ihn umrundet. Und genau diesen Mini-Mond wollte man mit AIM auf den Asteroiden “Didymos” einschlagen lassen und so feststellen, wie und ob sich die Flugbahn des Asteroiden ändert. Vereinfacht gesagt wollte die ESA den Asteroiden von seiner Flugbahn durch den “Beschuss” mit seinem eigenen Mond ablenken.

Leider aber fehlten innerhalb der 22 Mitgliedsstaaten ausreichende Zusagen für die Finanzierung der Mission. Obwohl, zumindest laut dem Magazin “Nature” am 2. Dezember, “nur einige zehn Millionen Euro” für das Asteroiden-Projekt fehlten. Der Planetenforscher Patrick Michel vom Französischen Zentrum für Wissenschaftliche Forschung in Nizza wird in “Nature” mit den Worten zitiert:

Ein cooles Projekt wurde gekillt, weil es – auch kurzfristig – an Vision und Mut fehlt. Und das ist wirklich traurig.

Prof. Stephen Hawking warnt in einem Interview vor dem Untergang der Menschheit - Und spekuliert auch, wie wir den Weltuntergang überleben können ... (Bild: NASA/JPL / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
VIDEO auf YouTube: Stephen Hawking warnt: Die Menschheit wird untergehen! Und wie unsere Spezies das Ende der Welt doch überleben könnten. (Bild: NASA/JPL / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Immerhin geht es aber mit der Erforschung des Mars durch die ESA weiter. Die Mission “Exomars“, bei der die Europäer in Zusammenarbeit mit Russland 2020 einen Rover auf dem Mars landen wollen, bekam 440 Millionen Euro zusätzlich zugesprochen. Die mit großer Spannung erwartete Landung der ESA-Mars-Sonde “Schiaparelli” am 19. Oktober 2016 ist hier sicher vielen noch im Gedächtnis. Bekanntlich schlug diese auf dem Mars auf und explodierte dabei wahrscheinlich, so dass die Mission ein zu einem Fehlschlag wurde. Diese gescheiterte Lander-Mission war Teil der Mission “Exomars”, deren Fortführung nun also gesichert ist.

Chance vertan?

Millionen und Milliarden Euro und Dollar werden im wahrsten Sinne des Wortes in den Himmel geblasen. Da müssen auch die größten Weltraum-Enthusiasten der Weltraumbehörden Abstriche machen. Das war schon immer so und wird immer so sein. Aber hat die ESA mit ihrer Sparmaßnahme an der “Asteroid Impact Mission” eine echte Chance vertan? Eine Chance zur Rettung des Planten und der gesamten Menschheit?

Grundsätzlich ja.

Die durch die Mission gewonnen Erkenntnisse über die Beschaffenheit von Asteroiden oder auch der Entstehung des Sonnensystems einmal außen vor gelassen, wäre die AIM ein wichtiger Schritt zur Abwehr von Bomben aus dem All gewesen. Auch wenn wir wissen, dass Asteroideneinschläge bereits das Leben auf der Erde an den Rand der absoluten Vernichtung brachten, wissen wir nicht, wann es wieder soweit sein wird. “Kosmische Killer”, die fast alles höre Leben unseres Planten auslöschten, kann es aber immer wieder geben. Aber auch Einschläge kleine Killer-Asteroiden von einigen hundert Metern Durchmesser wären für die Menschheit je nach Einschlagsort verehrend. Und solche Himmelskörper gilt es eben abzuwehren um uns auf der Erde vor solchen Katastrophen zu schützen.

Das Ende der Welt - So will die NASA den Weltuntergang verhindern (Bilder. NASA / Montage: L. A. Fischinger)
Das Ende der Welt – So will die NASA den Weltuntergang verhindern (Bilder: NASA / Montage: L. A. Fischinger)

Ein zehn Kilometer großer Brocken aus dem All, ein sogenannten “Planeten-Killer”, muss ebenso abgewehrt werden, wie ein Asteroid mit “nur” 100, 300 oder 1000 Meter Durchmesser. Wie das geht, wissen wir in der Theorie sehr genau. Eben zum Beispiel dadurch, dass man die Umlaufbahn dieses Objektes dadurch ändert, dass ein Projektil auf diesen geschossen wird. Wenn genug Zeit bis zum Impakt bliebe, könnte schon eine geringe Änderung der Flugbahn dieses Asteroiden dafür sorgen, dass er die Erde verfehlt.

AIM wäre zu einer derartigen Maßnahme ein Schritt gewesen. Natürlich nicht der einzige zur Rettung unserer Zivilisation, da es eine ganze Reihe Überlegungen zur Asteroiden-Abwehr gibt. Grundsätzlich haben wir diese Technologien auch schon, wobei aber eben die praktischen Erprobungen fehlen. Ob in 100 Jahren, in 1000 Jahren oder in nur 10 Jahren eine solche Gefahr auf die Erde zu rast: sie wird es eines Tages wieder.

Für Schwarzmalerei ist jedoch kein Platz. Andere Missionen werden folgen und AIM ist auch nicht für immer und ewig begraben, wie es nach einem Asteroiden-Einschlag vielleicht unsere Zivilisation wäre. Nur muss man immer im Hinterkopf behalten, dass derartige Forschungsprojekte notwendig sind, um vielleicht eines Tages die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die Grenzwissenschaft und die Faszination des Unbekannten im Bild.

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Haben die Kreationisten nun ein Problem? Jerusalem ist älter als die Schöpfung des gesamten Universums durch Gott

Ein Problem der Kreationisten? Jerusalem ist älter als die Schöpfung des Universums (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / NASA / Montage: L. A. Fischinger)
Ein Problem der Kreationisten? Jerusalem ist älter als die Schöpfung des Universums (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / NASA / Montage: L. A. Fischinger)

Kreationisten, also jene Christen, die wortwörtlich an den Inhalt der Bibel und damit auch an die Schöpfung durch Gott in sieben Tagen glauben, lehnen bis heute zahllose Erkenntnisse der Naturwissenschaft strickt ab. Darunter auch das Alter der Erde von fast fünf Milliarden Jahren, da nach deren Ansicht die Welt und das gesamte Universum erst rund 6.000 Jahre alt ist. Erst da habe Gott alles erschaffen: Das All, den Menschen, die Erde, Dinosaurier und alles was keucht und fleucht. Aber nun wurden Siedlungsspuren in der heiligen und göttlichen Stadt Jerusalem gefunden, die älter als der gesamte Kosmos durch die Kreationisten datiert wurden.

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Kreationisten und andere fundamentale Christen haben im Gegensatz zu den Naturwissenschaftlern eine einfach Erklärung für alles. Die sog. “Weltformel” der Naturwissenschaft, also eine Art Formel die alles und jedes im Universum erklären kann, ist im Kreationismus längst gefunden: Die Bibel.

Das Einmal-eins der fundamentalen Christen

Anhand der Auflistung der Urväter und deren angebliche Lebensalter im Buch Genesis sowie anderer Geschlechterfolgen und Lebensspannen glauben fundamentale Bibelgläubige, dass die Welt erst ca. 6.000 Jahre alt ist. Nicht nur die Welt, sondern alles um uns herum inklusive das Universum, die Tiere und wir Menschen. Beispielsweise haben die legendären Dinosaurier nicht etwa vor rund 65 Millionen Jahren ihr Ende gefunden, sondern auch sie waren Teil der Schöpfung durch Gott vor 6.000 Jahren. Erst die Sintflut brachte sie alle quasi erst gestern um. So die Argumente vieler Kreationisten.

Vorstellungen, über die ich immer mal wieder auf diesen BLOG-Seiten und ausführlich in meinem Buch “Rebellion der Astronautenwächter” 2015 berichtet habe.

Jerusalem ist älter als das Weltall selbst!

Bis vor 6.000 Jahre gab es diesen Ansichten nach natürlich auch noch keine Erde. Erst der Gott hat diese inkl. Menschen in sieben Tagen erschaffen, wie es das 1. Buch Moses im Alten Testament erzählt.

Aber weltliche Archäologen haben nun scheinbar in der natürlich auch für Kreationisten heiligen Stadt Jerusalem Funde gemacht, die diesen Glaubenslehren widersprechen. Sie gruben in Jerusalem Reste von Ansiedlungen aus, die aus dem 5. Jahrtausend vor Christus stammen.

Familiengrab von Jesus inkl. Frau und Sohn wissenschaftlich belegt? Das „Jesus-Grab“ von Talpiot und die Jäger der Gebeine Jesu (Artikel)(Bild: L.A. Fischinger & gemeinfrei)
Auch um das angebliche “Familiengrab von Jesus Christus” in Jerusalem gab/gibt es immer wieder Streit (Bild: L.A. Fischinger & gemeinfrei)

Dabei war der Fund des “Dorfes” reiner Zufall gewesen, wie die israelitische Altertumsbehörde berichte. Bei Straßenarbeiten in Schuafat im nördlichen Jerusalem seien die Arbeiter auf diese Spuren gestoßen. In Jerusalem ist das eigentlich Alltag, doch niemand ahnte, was man genau hier vor sich habe.

Die Archäologen haben bei ihren folgenden Grabungen Reste von Häusern, Sichelklingen, Bohrwerkzeugen, Meißel, Äxte und Mörser ausgegraben, die die erste Besiedlung der Region von Jerusalem 2.000 Jahre weiter in die Vergangenheit verlegen. Ebenso wurden zahlreiche Knochen von Nutztieren wie Ringer und Schafen gefunden.

Nach diesen neuen Funden in Israel wäre bereit vor 7.000 Jahren die spätere Stadt Jerusalem besiedelt gewesen, wie etwa “The Times of Israel” am 17. Februar berichtete. Im Vergeblich zu anderen Siedlungen und Ruinenstätten klingt das nicht alt – für den Kreationismus schon. Denn wie soll Gott das Universum, die Menschen, die Erde und das heilige Jerusalem vor 6.000 Jahren erschaffenen haben, wenn Archäologen in der “Stadt Gottes” 1.000 Jahre ältere Funde machen?

Auch dafür haben Bibelfundamentalisten, die Kreationisten als “Krieger für den Glauben” oft eine einfache Lösung: Falsche Datierungen der weltlichen Forscher …

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Raumsonde Rosetta und ihr Lander Philae: Angebliche Alien-Beweise auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko durch die ESA vertuscht?

Der Komet 67P. Aufgenommen am 3. 8. 2014 von der Raumsonde "Rosetta": Spuren von Aliens? (Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)
Der Komet 67P. Aufgenommen am 3. 8. 2014 von der Raumsonde “Rosetta”: Spuren von Aliens? (Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

Bahnt sich eine Verschwörung an? Derzeit freuen sich Astronomen weltweit über den Erfolg der ESA-Raumsonde “Rosetta”, die den fernen Kometen “67P/Tschurjumow-Gerasimenko” Anfang August 2014 erreichte und (laut ESA-Plan) am 11. November 2014 den Lander “Philae” darauf absetzten soll. Doch ein “Informant” verschickte nun Raumsonden-Fotos des Kometen, die angeblich außerirdische Strukturen auf 67P zeigen. Diese wurden, so weiter, aber von der ESA für die Öffentlichkeit retuschiert, um die mutmaßliche Sensation zu vertuschen.

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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

(Update 13. 11. 2014: “Philae” ist inzwischen auf dem Kometen gelandet – von Außerirdischen hört man derzeit aber nichts …)

Verschwörungen tauchen immer wieder auf. Gerade und vor allem beim Thema “Außerirdische”, Alien-Funde auf anderen Planeten oder einfach den Mysterien der Welt. Leserinnen und Leser dieser Webseiten wissen das zu genüge. Der Nachteil an den meisten dieser Verschwörungstheorien ist der Umstand, dass sie eben verschworen sind. Ohne Zweifel wissen die “normalen Menschen” in aller Welt nicht alles von ihren Regierungen oder anderen Organisationen. Doch es gibt auch und oft überaus fragwürdige Spekulationen, die von geheimen Machenschaften von “denen da oben” sprechen. So auch eine aktuelle Verschwörung rund um die bisher sehr erfolgreiche Mission der Raumsonde “Rosetta” der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die am 2. März 2004 gestartet wurde.

Ein Internetvideo vom 11. August 2014 zeigt Bilder des Kometen “67P/Tschurjumow-Gerasimenko”, die offensichtlich manipuliert wurden. Angeblich sind aber die von der ESA veröffentlichten Aufnahmen der Raumsonde “Rosetta” jene, die manipuliert sind. Jene Bilder, die nun aus einer mehr als fragwürdigen Quellen aufgetaucht sind und “außerirdische Bauwerke” auf dem Kometen zeigen sollen, sind die nicht manipulierten Fotos. Die ESA will uns hier einen Bären aufbinden und die ganze Sache durch retuschierte Sonden-Aufnahmen für die Öffentlichkeit unter dem Tisch kehren. Zahlreiche Aufnahmen aus dem All sollen bekanntlich etwas Außerirdisches zeigen, ohne dass diese von der NASA oder ESA verfälscht wurden. Doch beim Kometen 67P soll es eine bewusste Unterdrückung von Alien-Beweisen gewesen sein.

Fact or Faked: Anomalien auf Mars und Mond - Künstliche Spuren und Artefakte von Außerirdischen? (Bild: NASA/JPL / L.A. Fischinger)
VIDEO: Fact or Faked: Künstliche Spuren und Artefakte von Außerirdischen auf Mars und Mond? (Bild: NASA/JPL / L.A. Fischinger)

Es fragt sich jedoch, welche Bilder in dem Internetvideo bearbeitet wurden – und von wem? Von der ESA um Alien-Basen auf dem Kometen zu vertuschen? Oder doch eher der anonyme Absender der angeblichen “Originalbilder”, auf denen man diese sehen kann? Der Absender der E-Mail mit den “echten” Bildern der ESA blieb anonym und ist nicht auffindbar.

Damit bleibt abzuwarten, ob sich diese “Enthüllung” weiter verbreiten und der “Informant” ausfindig gemacht wird …

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"Grass hat etwas Vernünftiges gesagt"

Der deutsch-französische Publizist Alfred Grosser, Sohn jüdischer Eltern, stellt sich in der Debatte um die Äußerungen von Günter Grass auf die Seite des Schriftstellers. Ein Gespräch über den Verlauf der Diskussion in Deutschland und Frankreich, über Kritik an Israel und “jüdischen Selbsthass”.
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Was die Science Fiction für 2012 "vorhergesagt" hatte

Theokratie in den USA und Zombie-Apokalypsen – fiktive historische Ereignisse von Arthur C. Clarke bis zu “Star Trek” und “Futurama”.

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10 (erstaunliche) Dinge, die man wissen muss – über: Die TV-Serie “Ancient Aliens” +++ Blog-Serie, Teil #4 +++

Blog-Serie, Teil #4: "10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss - über die TV-Serie "Ancient Aliens" (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Blog-Serie, Teil #4: “10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss – über die TV-Serie “Ancient Aliens” (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

“10 (erstaunliche) Dinge, die man über wissen muss” – vierter Teil meiner Blog-Serie auf Grenzwissenschaft und Mystery Files für Euch. Teil #4 der erstaunlichen “10 Dinge, die man wissen muss”, widmet sich diesmal der TV-Doku-Reihe “Ancient Aliens”. Eine US-Serie des History Channel, die seit nunmehr 10 Jahren in bald 200 Folgen über Themen aus der Grenzwissenschaft und Prä-Astronautik berichtet. Und die einen neuen Boom dieser Ideen und Spekulationen auslöste.

Hier also “10 (erstaunliche) Dinge, die man über die TV-Serie Ancient Aliens wissen muss”!


10 (erstaunliche) Dinge, die man über die TV-Serie “Ancient Aliens” wissen muss

Wissen zum Angeben, Mitreden, Auffrischen und Nachdenken!

1.:

Die US-Doku-Serie „Ancient Aliens“ wird von dem Produzenten und Regisseur Kevin Burns für den History Channel produziert. Burns gründete im März 1999 die Produktionsfirma „Prometheus Entertainment“, die seit 10 Jahren „Ancient Aliens“ produziert. Ein überaus passender Name, denn Prometheus ist eine sehr bekannte Figur der griechischen Mythologie.

Sein Name bedeutet so viel wie „der Vorausdenkende“ und er gehört dem Geschlecht der Titanen oder Riesen an. In den zahlreichen Legenden und Mythen ist Prometheus der Lehrmeister der Menschheit, der auch das Feuer zu den Menschen brachte. Einige Variationen erzählen über das göttliche Himmelswesen, dass er die Menschheit sogar erschaffen habe.

Ein Lehrmeister aus dem Himmel also, die in der Prä-Astronautik bzw. in der Serie „Ancient Aliens“ als Astronautengötter interpretiert werden. Auch in den Science-Fiction-Filmen „Prometheus“, die zur berühmten „Alien“-Reihe gehören, ist die Idee der Astronauten der Vorzeit eine Kernaussage der Filme.

2.:

Die erste Folge der Serie „Ancient Aliens“ lief in den USA am 8. März 2009 auf dem beliebten History Channel.

Doch sie war gar nicht als Serie geplant, sondern die erste Folge war ein TV-Spezial des Senders zu den Thesen rund um die Astronauten der Antike und die Ideen von Erich von Däniken. Es war eher eine „klassische Prä-Astronautik-Doku“ mit Themen wie die Nazca-Linien, die Cheops-Pyramide, biblischen Mythen und andere Rätsel der Archäologie und Mythologie rund um von Däniken.

Ausgestrahlt wurde dieses Spezial unter dem Titel „Chariots, Gods & Beyond“, angelehnt an den englischsprachigen Titel „Chariots of the Gods“ von Dänikens Weltbestseller „Erinnerungen an die Zukunft“ aus dem Jahr 1968. Durch den gewaltigen Erfolg dieses TV-Spezial ermuntert wurde die eigentliche Serie „Ancient Aliens“ produziert.

Die eigentlich erste Folge der Staffel 1 kam dann am 20. April 2010 mit dem Titel „The Evidence“ („Hinterlassenschaften“ in der deutschen Version) in das US-Fernsehen. Mehr oder weniger passend zu Erich von Dänikens 75. Geburtstag am 14. April 2010.

3.:

Der History Channel war vor rund 10 Jahren noch recht „vorsichtig“ mit ihrer neuen Serie. Die erste Staffel, in den USA ausgestrahlt von April bis Mai 2010, war nur fünf Folgen lang. Jedoch dauerten diese damals noch jeweils 88 Minuten. Erst ab Staffel 2 wurden sie auf je 44 Minuten halbiert, wie sie bis heute zu sehen sind.

Da der Sender mit der Doku-Reihe aber ein Millionenpublikum erreichte, war eine Fortsetzung schnell beschlossen. Mitte Dezember 2010 sahen beispielsweise über zwei Millionen Zuschauer eine “Ancient Aliens”-Folge.

Was folgte waren im Zuge des Erfolges zahlreiche und oft sehr harsche Kritiken von Seiten der etablierten Wissenschaften an der Serie und am History Channel an sich. Am 11. November 2011 nahm auch die bekannte und sehr beliebte Satiereserie “South Park” die Doku-Reihe scharf aufs Korn (s. Blog-Beitrag HIER).

4.:

Jeder Fan oder Interessierte verbindet mit der Serie „Ancient Aliens“ heute untrennbar den History Channel.

Doch die Serie lief nicht immer dort. Nach den ersten drei Staffeln startete die vierte Staffel auf dem Sender H2 (History 2), wo sie bis zur Mitte der siebten Staffel ausgestrahlt wurde. Am 10. April 2015 war die Serie aber wieder zurück beim History Channel, wo sie bis heute geliebten ist.

5.:

Schon im ersten TV-Spezial von 2009 waren neben von Däniken selber die „üblichen Verdächtigen“ in der Serie vertreten. Allen voran natürlich Giorgio A. Tsoukalos, David Childress und Philip Coppens.

Ab der ersten regulären Folge 2010 jedoch auch noch deutsche Autoren und Prä-Astronautiker auf. Zum Beispiel Peter Fiebag und Algrund Eenboom.

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6.:

Giorgio A. Tsoukalos ist zweifellos das Gesicht der Serie und der „Ancient Aliens Guy“, der in keiner Folge fehlen darf.

In den USA wurde er durch seine Mitarbeit bei „Ancient Aliens“ sehr schnell zu einer Art Kultfigur. Zahlreiche der vor allem im englischen Internet sehr beliebte sogenannte „Memes“ verbreiteten sich daraufhin mit/über ihm.

Das dabei genutzte Bild von Tsoukalos ist ein Schnappschuss, der bereits in der zweiten Folge der Staffel 1 vom 27. April 2010 von ihm gemacht wurde. Es hat sich geradezu unauslöschlich in Zusammenhang mit ihm und der Serie „viral eingebrannt“ – und wird längst für Fan-Artikel genutzt.

Und trotz des Alters des Bildes erkennt man ihn immer noch …

7.:

Erich von Däniken, dessen Ideen und Spekulationen die Grundlage der Erfolgsserie des History Channel sind, ist vom Erfolg der Serie natürlich begeistert.

Er hat jedoch immer wieder betont, dass er längst nicht alle in der Serie gemachten Aussagen usw. teilt. Sie seine „nicht auf seinen Mist“ gewachsen und er halte diverse Spekulationen und Behauptungen, die darin gemacht werden, für „bekloppt“. (s. a. HIER , HIER HIER) Um es freundlichen auszudrücken.

Ebenso beinhalten inzwischen sehr viele Folgen Themen, die zwar daraus zur Grenzwissenschaft allgemein gehören, aber mit der Prä-Astronautik an sich nichts mehr zu tun haben. Einige der letzten Folgen der 14. Staffel vom November 2019 zeigen dies erneut sehr gut (Exoplaneten, Sturm auf die Area 51 …).

8.:

Der „Ancient Aliens Guy“ Giorgio A. Tsoukalos tauchte in den USA nicht plötzlich aus dem Nichts als Prä-Astronautiker in der Serie auf. Quasi als „gekaufter Experte“. Das wird bis heute sehr gerne über ihn behauptet. Er ist in Luzern in der Schweiz geboren und war schon Anfang der 1990ger Jahre in der Prä-Astronautik aktiv. Von fast 30 Jahren begegnete ich ihm bereits in der „Szene“ und lernte ihn so gut kennen.

Nach seinem Studium in New York und seiner Auswanderung in die USA übernahm er dort auch die Redaktion des Prä-Astronautik-Magazins „Legendary Times“. Im deutschen Sprachraum als „Sagenhafte Zeiten“ bekannt, die zuvor unter dem Titel „Ancient Skies“ des Vereins „Ancient Astronaut Society“ erschien. Dieses Magazin brachte auf den letzten Seiten auch englische Beiträge und wurde ab der Ausgabe 1/1998 in ein deutschsprachiges und englisches Magazin geteilt.

In der Ausgabe 2/1998 von „Sagenhafte Zeiten“ wurde diese Veränderung ebenso umfangreich vorgestellt, wie die Person Tsoukalos selber. Denn dieser übernahm fortan der englischen Ableger der A.A.S., der „Forschungsgesellschaft für Archäologie und SETI“ (wie sie seit dem heißt), der dafür von Ulrich Dopatka und Tsoukalos am 17. Juni 1998 in den USA gegründet wurde.

Sitz war damals noch Ithaca im US-Bundesstaat New York, wo der „Ancient Aliens Guy“ studierte. Heute ist das Clendale im Großraum Los Angeles in Kalifornien.

Als verantwortlicher der amerikanischen A.A.S. in unmittelbarer Nähe zum Film-Mekka Los Angeles sollte sein Mitwirken eigentlich niemanden mehr wundern.

9.:

Die zahlreichen in verschiedenen Folgen der Doku-Serie zu sehenden Wissenschaftler haben sehr oft mit Prä-Astronautik nichts zu tun. Sie entstammen der sogenannten etablierten Wissenschaft und geben Statements zu bzw. aus ihren jeweiligen Fachgebieten ab, die zum Thema der jeweiligen Folge passen.

Der Gesamtkontext der ganzen Serie ist dabei einigen erst später klar geworden. Andere sind mit ihren Auftritten sehr zufrieden und wieder andere kritisieren, dass durch den Schnitt der Eindruck erweckt wird, dass sie die Thesen von „Ancient Aliens“ teilen. Einige fügten ihre dortigen Auftritte auch in ihre wissenschaftliche Vita ein.

In Dokumentationen aus den USA ist ein solches TV-Format für Wissenschaftssendungen allerdings vollkommen normal (wie mehrfach auf diesem Blog ausgeführt). Es ist auch von Vorteil, dass Wissenschaftler des „Mainstream“ Präsenz in den dortigen TV-Medien zeigen. Ein Umstand, der sich auch in Deutschland offensichtlich mehr und mehr verbreitet.

10.:

Heute umfasst die Serie „Ancient Aliens“ inkl. des TV-Spezial von 2009, 180 Folgen in 14 Staffeln. Insgesamt 8.184 Minuten der Reihe wurden bereits gesendet, was rund 136,5 Stunden entspricht. Etwa 5,7 Tage Zeit benötigt man, um alle Folgen hintereinander ohne Pause und Unterbrechung zu sehen.

Dazu kommen zehn Folgen der Sonder-Reihe „Auf den Spuren der Aliens“ von und mit Tsoukalos mit 400 Minuten Umfang, sowie acht Episoden der Serie „Ancient Aliens – Neue Erkenntnisse“ von 2015 mit 328 Minuten Spieldauer. Mehr als 148,5 Stunden pausenloses TV-Vergnügen für den Fan …

Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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INRI, die Kreuzinschrift Jesus: Ist die in Rom verehrte “Jesus-Tafel” vom Kreuz Jesus authentisch? (Artikel)

INRI - Die Kreuzinschrift Jesu: Ist die Tafel vom Kreuz Jesus in Rom authentisch? (Bilder: gemeinfrei & Fischinger-Online)
INRI – Die Kreuzinschrift Jesu: Ist die Tafel vom Kreuz Jesus in Rom authentisch? (Bilder: gemeinfrei & Fischinger-Online)

Reliquien gibt es in der katholischen Kirche unzählige. Seit den ersten Jahrhunderten des Christentums verehren die Gläubigen solche Objekte, die von Heiligen bis Jesus Christus selber stammen sollen. Bekannt sind vor allem auch Splitter oder Nägel vom Kreuz Jesus, die sich in der ganzen Antiken Welt finden. Doch in Rom liegt in einer Kirche neben eben solchen Reliquien auch ein ganz besonders Objekt. Es ist eine Holztafel, die im Jahr 325 mit dem Kreuz von Jesus in Jerusalem gefunden worden sein soll. Angeblich ist es genau jene Tafel, die die Römer bei der Kreuzigung am Kreuz befestigt haben, und heute jeder unter dem Kürzel “INRI” von unzähligen Kunstwerken her kennt. Aber ist diese “Jesus-Tafel” wirklich authentisch, wofür es tatsächlich zahlreiche Hinweise gibt? In diesem Blog-Artikel soll dieser Reliquie aus Rom und ihrer spannenden Geschichte einmal genau auf den Grund gegangen werden.


Jesus am Kreuz

Das Leben Jesu ist eine Geschichte voller Wunder und Rätsel. Seine Taten und seine Mission sind weltberühmt und Milliarden Menschen kennen heute Jesus Christus. Die Sekte der Christen entwickelte sich zur führenden Weltreligion der Erde und über kaum eine Person der Geschichte wurde so viel geschrieben und debattiert.

Betreten wir Kunstmuseen und Kirchen finden wir zahllose Darstellungen von Jesus Christus am Kreuz in Jerusalem. Denn mehr oder weniger umfassend schildern die vier anerkannten Evangelien des Neuen Testamentes das Leben, Leiden, Sterben und die Auferstehung von Jesus vor rund 2.000 Jahren.

Entstanden ist daraus das heutige Ostern als höchstes religiöses Fest der christlichen Welt. Auch wenn viele Menschen denken, dass dies Weihnachten sei; also die Geburt von Jesus.

Blicken wir auf die ungezählten Darstellungen des Jesus am Kreuz, fällt bei genauerer Betrachtung ein unscheinbares Detail auf: Über dem Kopf des leidenden und sterbenden Jesus findet sich auf vielen Darstellungen und Bildern eine Tafel mit einer Einschrift. „INRI“ ist auf dieser sehr knapp zu lesen. Doch was hat es damit genau auf sich?

INRI

Diese beschriebene Tafel ist keine „künstlerische Freiheit“, sondern eine überaus spannende Story.

Die Evangelisten Markus, Lukas, Johannes und Matthäus schildern alle, wie Jesus gekreuzigt wurde. Er wurde von den Römern gegeißelt, gequält und mit der berühmten Dornenkrone als „König der Juden“ verspottet. Geschunden und verletzt schleppte Jesus daraufhin sein Kreuz – oder ein Teil davon – zum Ort seiner Hinrichtung. Auch dort wurde Jesus von den Römern weiter verhöhnt. Und dabei, das berichten alle vier Evangelien übereinstimmend, haben die Römer sein Verbrechen auch schriftlich festgehalten und über seinem Kopf am Kreuz befestigt. Jeder Zuschauer und Schaulustige des makabren Martyriums sollte lesen können, was dem Verurteilten zur Last gelegt wurde.

So lesen wir bei Lukas zum Beispiel über Jesus Christus:

Es stand auch eine Aufschrift über ihm in griechischer, lateinischer und hebräischer Schrift: ,Dieser ist der König der Juden’.“ (Lk. 23,38)

„Und über seinem Haupte hefteten sie eine Inschrift an mit der Angabe seiner Schuld“, weiß Matthäus (27,37) zu berichten. Der Evangelist Johannes berichtet denn auch (Joh. 19,19f.), dass Pontius Pilatus, 26 bis 36 nach Christus Stadthalter des Kaisers Tiberius in Judäa, die Anbringung dieser Inschrift in drei Sprachen selber befohlen hatte.

“König der Juden”

„Viele von den Juden“ konnten es lesen, heißt es, und waren damit informiert, warum dieser Mann namens Jesus sterben musste. Er habe nämlich behauptet, dass er der „König der Juden“ sei. Für den Kaiser in Rom ein Verbrechen.

Seit einem Erlass von Kaiser Augustus (63 vor – 14 nach Christus) galt es als Aufrührerei und persönlichen Angriff auf den Herrscher in Rom, sich „König der Juden“ zu nennen. Es war schlicht Hochverrat am Kaiser.

Publius Quinctilius Varus (etwa 46 vor – 9 nach Christus), durch die Varusschalacht im Teutoburger Wald bekannter Senator und Kriegsherr, ließ eine Vielzahl selbsternannter „Judenkönige“ kreuzigen. Jesus wurde also als Aufrührer hingerichtet, wie es die Tafel dem Volk mitteilen sollte. Als einer von vielen und nach römischem Recht. Da sich Jesus bei Pilatus nicht einmal verteidigte, war die Hinrichtung rechtmäßig.

Es war vor 2.000 Jahren nicht ungewöhnlich, dass verurteilte Verbrecher am Kreuz eine Inschrift angebracht bekamen, die den Schaulustigen den Grund für die Strafe mitteilte. So also auch bei Jesus. Zum Beispiel hängte man diese dem Verbrecher um den Hals. Nicht nur bei so drastischen Strafen wie die Todesstrafe durch Kreuzigung.

Der römische Senator und Geschichtsschreiber Lucius Cassius Dio Cocceianus (etwa 163 – 230) erwähnt diesen Brauch in seiner „Römischen Geschichte“ (Buch LIV, 3,7) aber auch bei einer Kreuzigung. Historisch wären also die Abbildungen von Jesus am Kreuz mit der Tafel in diesem Zusammenhang korrekt. Gleiches gilt demnach auch für die entsprechenden Überlieferungen in den Evangelien.

Was aber bedeutet dieses „INRI“ überhaupt?

325 in Jerusalem

Das heutige „INRI“ ist nur ein Kürzel, das so nicht in der Bibel vorkommt, und auch so nicht auf dem Kreuz gestanden hat. Es steht für „Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum“ = „Jesus von Nazareth, König der Juden“ und stammt aus dem Evangelium des Johannes (19,19). Seit etwa dem 4. Jahrhundert setzte sich diese Inschrift durch und wurde Teil der Jesusdarstellungen am Kreuz. Darum verlängerten die Künstler auch den senkrechten Kreuzbalken über den Kopf Jesus hinaus, um Platz für diese Jesus-Tafel zu haben.

Vermuten zumindest einige Kunsthistoriker. Üblich waren bei den Römern nämlich (meistens) Kreuze in einer einfachen „T-Form“.

Doch jetzt wird es spannend: Diese 2.000 Jahre alte Inschrift vom echten Kreuz des echten Jesus soll es heute noch geben. Sie liegt sicher verwahrt in einer Kirche in Rom, kann dort von jedem gesehen werden und soll authentisch sein. Nicht wie zahllose andere Reliquien der Christenheit, die kaum authentisch sind oder überhaupt sein können.

Woher diese (heutige) Tafel in Rom stammen soll, ist sehr gut überliefert. Demnach fand sie die berühmte Flavia Iulia Helena (etwa 250 – 330) bei einer Pilgerreise im Jahre 325 in Jerusalem wieder. Sie war die Mutter des nicht minder berühmten Kaiser Konstantin dem Großen (272 – 285), dem ersten christlichen Kaiser. Zusammen mit Nägeln der Kreuzigung und Resten des echten Kreuz von Jesus Christus habe Helena diese Kreuzigungstafel am Ort der Hinrichtung von Jesus entdeckt.

Eine Reihe Historiker und Autoren erwähnt die Auffindung der Reliquien durch Helena am Ort Golgatha in Jerusalem.

Gelasis von Caesara schrieb in seiner „Kirchengeschichte“ im Jahr 388 sogar davon, dass Helena dort unter anderem gleich drei Kreuze fand. „Eines war das Kreuz Christi und die anderen jene der Diebe, die mit ihm gekreuzigt wurden“, so Gelasius. Er ergänzt, dass „eine wunderbare Kirche über der Stelle, an der das Kreuz gefunden wurde“ erbaut wurde. Heute kennt man diese als die berühmte Grabeskirche in Jerusalem. In der übrigens bis heute die exakte Stelle besichtigt werden kann, wo genau Helena ihre Funde gemacht haben soll …

Ausgegraben in der Grabeskirche

Der berühmte Geschichtsschreiber Eusebius von Caesarea (ca. 260 – 340) wiederum zitiert Kaiser Konstantin 325 selber:

„(Dass) das Zeugnis seiner allerheiligsten Passion, das so lange unter der Erde begraben lag, jetzt befreit wurde.

Damit kann natürlich nicht der Fels oder Hügel Golgatha selber gemeint gewesen sein. Dieser war immer über der Erde zu sehen, und musste nicht erst ausgegraben werden. Und nur 23 Jahre nach den Funden erwähnt Bischoff Kyrill von Jerusalem im Jahr 348, dass in der Grabeskirche „heiliges Holz vom Kreuz“ von den Gläubigen verehrt wurde. Pilger bekamen bei ihren Besuchen dort sogar von den Geistlichen Fragmette oder kleine Splitter des Kreuzes mit.

Die heiligen Funde aus Jerusalem wurden schließlich zum Teil in den Palast bzw. der Kapelle der Helena nach Rom gebracht. Zum Teil deshalb, da unter anderem Kreuzteile in Jerusalem geblieben sein sollen und vor allem auch die Jesus-Tafel geteilt wurde. Wobei man sich fragen muss, warum ein so bedeutender Fund wie die Inschrift-Tafel des Jesus von den Christen um Helena damals einfach zersägt wurde.

Von jenem Stück, das in Jerusalem verblieben war, verliert sich die Spur im Jahr 614. Da eroberten die Perser Jerusalem und plünderten die Stadt und ihre Heiligtümer und raubten kostbare Reliquien. Bei der der Rückgabe diverser und nicht eingeschmolzener oder zerstörter Reliquien 628 durch die Perser war die Jesus-Tafel nicht mehr dabei. Diese Hälfte wird wohl für immer verloren sein und auch Jerusalem-Pilger erwähnten nach dem Einfall der Perser die Inschrifttafel nicht mehr.

1492 in Rom

Letztlich jedoch ging auch die Tafel des Kreuzes in Rom im Laufe der Jahrhunderte verloren. Doch nur bis zum Jahre 1492.

In diesem Jahr wurde bei Bauarbeiten ein Ziegel gefunden, der die Inschrift „Titulus Crucis“ („Kreuz-Inschrift“) trug und im Jahre 1143 dort versteckt worden ist. Mit bzw. hinter diesem Stein tauchte auch der zweite Teil der Jesus-Tafel wieder auf. Um der Bedeutung des Fundes mehr Authentizität zu verleihen trug das Versteck auch das offizielle Siegel von Papst Lucius II., der allerdings erst ab März 1144 Papst war. 1143 war er noch Kardinal bzw. Bischof von Bologna in Italien.

Die Christenheit jedenfalls hatte eine neue alte Reliquie mehr.

Die römische „Basilika Santa Croce in Gerusalemme“, so ihr Name heute, die sich aus der Kapelle der Helena entwickelte, verwahrt diese Tafel bis heute in einem Seitenschiff. Und es dauerte nach der Wiederentdeckung des Artefaktes auch nicht lange, bis die Kirche die Reliquie offiziell anerkannte. Dies geschah durch Papst Alexander VI. (1431 – 1503) am 29. Juli 1496.

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Viel Aufsehens für eine im Neuen Testament nur kurz erwähnte Tafel. Doch sollte die Reliquie tatsächlich echt bzw. 2.000 Jahre alt sein? Als ich im Zuge diverser Recherchen in Rom und Jerusalem (dem angeblichen Auffindungsort der Reliquie) war, interessierte mich unter anderem auch genau diese Frage. Und zwar, was die Meinungen der zahllosen “normalen” Besucher und Pilger dazu war. Zweifel hatten dabei die wenigstens Menschen. Zurecht?

Denn es war auffallen, das fast niemand der Befragten auch nur die groben oder wichtigsten Details zu der Reliquie kannte. Macht Glaube also ganz einfach blind? Auch in der „Santa Croce in Gerusalemme“ in Rom, wo sich einige Kreuzreliquien befinden? Und die gesuchte Jesus-Tafel ist noch heute darunter. Sie ist sehr verwittert, von Holzwürmern und Pilzen zerfressen und in einem prachtvollen Rahmen gebettet. Beschriftet ist sie mit drei Zeilen in drei Sprachen – Hebräisch, Griechisch und Latein.

Ein Stück vom “echten Kreuz”?

Bereits 1870 legte der Franzose Ch. Rohault de Fleury seine bebilderte Untersuchung „Memoire sur des Instruments de la Passion de N.-S. J.-C“ der dreisprachigen Tafel in Rom vor. Er konnte belegen, dass bereits im 3. Jahrhundert die Charakteristika zumindest der griechischen Zeile der Tafel nachzuweisen sind.

Am 25. April 1995 wurde die verehrte Reliquie schließlich genauer untersucht. Maria-Luisa Rigato von der Päpstlichen Universität Gregoriana (Rom) bekam dafür die Erlaubnis und den Auftrag, die Reliquie zu dokumentieren. Mit sehr ähnlichen Ergebnissen wie de Fleury.

Das Objekt selber ist recht klein, nur 25 Zentimeter lang, 14 Zentimeter hoch und 2,6 Zentimeter dick. Das beschädigte und dunkle Stück besteht aus rund 700 Gramm Nussholz und die Inschriften sind mehr oder weniger deutlich zu sehen. Der Botaniker Professor Elio Corona aus Italien ist sicher, dass das Holz von der „Juglans regia“ aus dem Nahen Osten und östlichen Mittelmeer stammt. Das würde zumindest zu einer Herkunft der Inschrift aus Jerusalem passen.

Hierzu passt die Aussage des Pilger Antonius von Piacenza, der etwa 570 im Jerusalem war. Antonius habe dort selber die Tafel vom Kreuz Jesus gesehen, in den in Händen gehalten und sogar geküsst haben. „Dieses Kreuzesholz ist von Nussbaum“, so berichtete er über seine Pilgereise. Die Pilgerin Egeria beschrieb schon im Jahr 383 eine Verehrung einer Kreuz-Tafel in Jerusalem. Eben das heute fehlende Pendant zur Tafel in Rom.

Der deutsche Historiker Michael Hesemann machte vor rund 20 Jahren Schlagzeilen um diese Tafel in Rom. Ihm wurde 1998 gestattet die Kreuztafel genauer zu untersuchen. „Der deutsche Historiker Michael Hesemann sieht in ihr den einzigen schriftlichen Beweis für den Kreuzestod von Jesus“, schrieb beispielsweise der „FOCUS“ (Nr. 1/2000) damals zu seinen Forschungen. Die „BILD“ titelte am 1. Oktober 1999 denn auch: „Deutscher Wissenschaftler ist sich sicher: Dies ist ein Stück vom Kreuz Jesu.“

Was war geschehen?

Die Jesus-Tafel

Hesemann wurde 1997 auf die Tafel aufmerksam und reiste nach Israel um dort Experten für Paläograhie zu konsultieren. Zahlreiche Kenner der alten Schriften des Nahen Ostens bestätigten dem Historiker, dass die Inschriften auf der Kreuz-Tafel durchaus aus dem 1. Jahrhundert stammen können. Auch wies Professor Dr. Israel Roll darauf hin, dass die lateinische Zeile des „Titulus Crucis“ Parallelen zu einer römischen Weihe-Inschrift aus dem ersten Jahrhundert hat, die 1961 gefunden wurde. Und diese Inschrift stammt von Pontius Pilatus, der laut Neuem Testament auch die Tafel am Kreuz Jesus anfertigen ließ.

Hat also Helena neben dem Kreuz Jesus 325 auch die heute in Rom verehrte Tafel gefunden? Die Tafel ist den Berichten nach geteilt worden und dabei ging im Laufe der Zeit ein Teil in Jerusalem verloren. Auch die Tafel in Rom zeigt, dass sie offenbar nur ein Teil einer größeren Inschrift ist. Links hat sie eine saubere Schnittkante, während die anderen drei Seiten stark verwittert sind.

Der Historiker und Papyrologe Professor Carsten Peter Thiede, den Hesemann ebenso zu der Inschrift befragte, war ebenfalls sicher, dass die Tafel aus dem 1. Jahrhundert stammen kann. Er legte ein Jahr nach Hesemann seinem Buch “Die Jesus-Tafel” selber eine Arbeit zum „Jesus-Fragment“ vor, in der auch er sich für die Echtheit des Stückes aussprach.

Alles Schwindel?

Hesemann wiederum, der mit Erlaubnis der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften die Reliquie untersuchte, stellte seine Ergebnisse 1999 auf einem Kongress der Päpstlichen Lateran Universität (Rom) vor. So wurde die Tafel wurde berühmt.

Zwei Jahre nach Thiedes Arbeit „Das Jesus-Fragment“ jedoch wurde der graphologische und historische Befund der „I.N.R.I.-Tafel“ aus Rom erschüttert. Radiokarbondatierungen der Tafel durch die Universität „Roma Tre“ ergaben 2002, dass sie nur etwa 1.000 Jahre alt ist. Zwischen den Jahren 950 und 1010 oder sogar auf 1146 wurde das Holz datiert. Das sind mindestens 920 Jahre nach dem Tod Jesus in Jerusalem.

Die Forscher Francesco Bella und Carlo Azzi schreiben in ihrer entsprechenden Veröffentlichung „14C Dating the ‚Titulus Crucis‘“ in dem Fachmagazin „Radiocarbon“ (vol. 44, Nr. 3/2002) unter anderem:

Ein Vergleich zwischen den 14C-Daten und den historischen Daten der Kontrollproben zeigt die gute Funktionsweise des Analysesystems an und validiert das berechnete Alter des ‚Titulus Crucis‘.“

Alles nur ein Schwindel gläubiger Jesus-Anhänger also?

Wusste das ein Fälscher?

Hesemann verteidigte am 2. Mai 2009 in seinem Vortrag „Titulus Crucis“ bei einem Kongress an der „Universidad CEU San Pablo“ (Madrid) seine Forschungsergebnisse. Er spekulierte, dass die Radiokarbondatierung falsch ist oder die Proben kontaminiert gewesen sein könnten. Immerhin, so die Befürworter der Echtheit, ist eine Kreuz-Inschrift-Verehrung bis ins 4. Jahrhundert nachweisbar und die Schriftanalyse zahlreicher Experten lege eine Entstehung in das 1. Jahrhundert nahe. Und damit in die Zeit Jesus.

Konnte ein Fälscher im Mittelalter eine Inschrift in drei verschiedenen Sprachen aus dem 1. Jahrhundert tatsächlich fehlerlos fälschen?

Schaut man sich vor Ort in Rom das Holzstück genauer an, fällt etwas auf den ersten Blick nicht sehr bemerkenswertes auf. Vor allem mittig der Tafel finden sich gräulich-weiße Farbspuren (Kalk) und in einigen Buchstaben sind schwarze Farbreste zu erkennen. War das Objekt also früher einmal bemalt? Gut möglich, wie die Archäologin Maria Grazia Siliato in ihrem viel beachteten Buch „Und das Grabtuch ist doch echt“ (1998) schreibt:

Wie bei jeder anderen Schrift auf Runde oder auf Holz üblich, wurde aus der Tafel zunächst ein rauer, weißer ‚Untergrund‘ aus Kreise oder Leim aufgetragen, auf den der Exactor des Verfahrens, der die Ausführung des Urteils überwachte, in schwarzen oder roten Buchstaben den Urteilsgrund schrieb.“

Auch geben die Befürworter folgendes zu bedenken: Bei Johannes heißt es, dass die Tafel am Kreuz Jesus in Hebräisch, Lateinisch und Griechisch verfasst wurde. Das Objekt im Rom ist aber in Hebräisch, Griechisch und Lateinisch beschrieben. In einer anderen Reihenfolge also.

Falsche Datierungen?

Würde ein mittelalterlicher Schwindler mit der Bibel als Vorlage sich aber nicht exakt an den biblischen Wortlaut halten? Ist folglich das Ergebnis der Radiokarbondatierung falsch, da die Inschrift an sich eine Entstehung vor 2.000 Jahre nahelegt? Kann es sein, so fragt auch Michael Hesemann in seine Buch „Jesus von Nazareth“ (2009), dass die Datierung „darauf zurückgeht, dass die Tafel rund 1.100 Jahre in einer Bleikassette steckte“? Eben bis zu ihrer Auffindung 1492.

Weiter schreibt er dazu:

Blei ist der effektivste Strahlenschutz. Die Radiokarbonmethode misst aber den radioaktiven Zerfall von C14, wenn es der natürlichen kosmischen Strahlung ausgesetzt ist. Eine konstante Abschirmung müsste diesen Prozess eigentlich aufhalten und das Material scheinbar ‚verjungen‘.“

Das Blei könnte demnach den natürlichen radioaktiven Zerfall aufgehalten, und damit auch die Radiokarbondatierung verfälscht haben. Die Tafel in Rom wäre demnach eine der größten Sensationen der Welt. Sie würde nicht nur das Neue Testament bestätigen, sondern auch den Kreuztod eines Mannes namens Jesus von Nazareth. Einem „König der Juden“.

Insgesamt bestätigten sieben Schriftexperten von drei Universitäten in Israel, die Expertin Maria-Luisa Rigato und der Historiker Carsten Peter Thiede die Datierung des Schrifttyps in das 1. Jahrhundert. Viele Menschen, die an die Echtheit der Inschrift glauben wollen, verweisen immer wieder darauf.

Kopie, Fälschung oder echt?

Hierbei geht aber ein interessantes Detail oft unter.

Die sechs nicht ganz erhaltenen hebräischen Buchstaben der ersten Zeile identifizierte die Historikerin Rigato als Aramäisch. „Jesus Nazara euer König“, so ihre Übersetzung. In ihrer Arbeit „Il titolo della croce di Gesù“ (2005) schreibt sie aber auch, dass sie die Jesus-Tafel von Rom für eine exakte Kopie hält. Angefertigt von einer echten Inschrift vom Kreuz Jesus, die Helena mit den anderen Reliquien in Jerusalem fand. Demnach wäre es auch nicht verwunderlich, dass die kopierten Texte in das 1. Jahrhundert passen.

Ebenso übersehen wird der Umstand, wie genau die Zeilen in Latein und Griechisch auf der Jesus-Tafel angebracht wurden. Sie wurden von rechts nach links geschrieben, wie die oberste Zeile in hebräischen Buchstaben. Aramäisch bzw. Hebräisch sind bekanntlich tatsächlich linksläufige Schriften; Latein und Griechisch aber nicht.

Spott oder Lohnschreiber?

Warum ist das so? Ob die Tafel nun von der Kreuzigung Jesus stammt, ein Fake mittelalterlicher Christen ist, oder von Gläubigen vom Original 1 zu 1 kopiert wurde: in allen drei Fällen ist das mehr als ungewöhnlich! Eine wirkliche Erklärung dafür gibt es nicht.

In diesem Zusammenhang wird vermutet, dass Pilatus die Inschriften von einem jüdischen Schreiber verfassen ließ. Einem sogenannten „Lohnschreiber“, der es schlicht nicht besser wusste, da seine Muttersprache Hebräisch/Aramäisch eben von rechts nach links geschrieben wurde. So schrieb er auch die anderen zwei Zeilen in diese Richtung. Zwar lesbar und sinnvoll, aber doch verkehrt herum. Ebenso wird die falsche Schreibweise dahingehend interpretiert, dass der Schreiber nach Diktat schrieb. So zumindest Professor Thiede in seinen Untersuchungen.

Andere vermuten hier einen ganz profanen Grund. Die Schreibweise des Griechischen und Lateinischen von rechts nach links wie das Hebräische der Juden diente lediglich dazu den Verurteilten weiter zu verspotten. So, wie es am Deutlichsten ja bekanntlich laut Bibel mit der Dornenkrone getan wurde.

Ob das stimmt?

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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