Die Kollision des US-Atom-U-Bootes „Connecticut“ mit eine unbekannten Unterwasser-Objekt: Die Besatzung soll einen Berg übersehen haben (+ Video)

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Die Kollision des US-Atom-U-Bootes "Connecticut" mit eine unbekannten Unterwasser-Objekt: Die Besatzung soll einen Berg übersehen haben (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
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Die Kollision des US-Atom-U-Bootes „Connecticut“ mit eine unbekannten Unterwasser-Objekt: Die Besatzung soll einen Berg übersehen haben (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Am 7. Oktober gab die US-Navy bekannt, dass es fünf Tage zuvor zu einem Zwischenfall im Westen des Pazifik mit einem Atom-U-Boot gekommen sein. Das Boot „USS Connecticut“ kollidierte, wie in einem Mystery Files-Video damals berichtet, demnach im Indopazifik mit einem unbekannten Objekt unter Wasser, so die US-Navy in einer Mitteilung. Inzwischen gab die Marine der USA eine Erklärung für den Vorfall bekannt. Nach dieser habe die Besatzung des U-Bootes einen Unterwasserberg übersehen, mit dem das Boot kollidierte. Ist das glaubhaft?


Atom-U-Boot „Connecticut“ kollidierte mit einem USO

Kollisionen unter dem Meeresspiegel kommen genauso vor, wie an der Oberfläche. Immer mal wieder übersieht irgendwer ein Hindernis, ein anderes Boot oder ein Schiff aus Kollisionskurs. Das ist so alt wie die Geschichte der Seefahrt selbst. Trotz modernster Hightech-Ausrüstung bleibt immer ein Restrisiko. Gerade auf den überfüllten Weltmeeren.

Interessant wurde es aber am 7. Oktober, als die US-Marine in einer kurzen Meldung verlautbaren ließ, dass ihr U-Boot „USS Connecticut“ unter Wasser mit „etwas“ zusammengestoßen sei. Einem „unbekannten Objekt“, also einem USO –  einem „unidentified submerged object“. Irgendwas habe das Jagd-U-Boot der „Seawolf“-Klasse gerammt. Ein Hindernis, das die Besatzung des Bootes – immerhin eines der besten seiner Art – nicht hat kommen sehen oder nicht mehr ausweichen konnte.

Bei dem Unfall gab es 11 verletzte Matrosen an Bord.

Am 12. Oktober 2021 war dieser Vorfall im Südchinesischen Meer Thema eines Videos auf Mystery Files, das ich Euch unten nochmals eingebunden habe. Denn sofern über den Grund berichtet wurde, waren sämtliche Ursachen nur Spekulation. Etwa, dass das USO ein Schiffscontainer war. Oder auch, dass hier das US-Boot mit einem anderen U-Boot (etwa aus Russland oder China) „Katz und Maus“ spielte. Was alles andere als ungewöhnlich wäre, wie im Video unten erklärt.

Hinzu kommt, dass der Indopazifik, das Südchinesische Meer, seit Jahrzehnten eine politisch hoch brisante Zone ist. Unfälle von Militärs jeglicher Art dort sollte man mit dem notwendigen „politischen Fingerspitzengefühl“ handhaben.

„Es ist an der Zeit, dass die Navy zu reden beginnt“

Natürlich ermittelte die US-Navy nach dem Vorfall am 2. Oktober nach der Ursache der Kollision ihres Bootes. So berichte einen Monat später „Forbes“ am 3. November, dass das U-Boot bei dem Zwischenfall offenbar doch erheblicher beschädigt worden sei, als es offiziell behauptet wurde. Die Navy selber würde in vielen Details schweigen, aber es sei durchgesickert, das „die USS Connecticut für Jahre außer Betrieb sein“ werde. Der Schaden könnte sogar so groß sein, „um die USS Connecticut zu einer vorzeitigen Pensionierung zu zwingen“, so „Forbes“. „Es ist an der Zeit, dass die Navy zu reden beginnt.“

Selbst China würde Druck machen und das Schweigen der Marine verschlimmre die Angelegenheit jeden Tag mehr. „Forbes“ konzentriert sich in dem dortigen Artikel auf den Schaden und die Zukunft des U-Bootes. Immerhin ein „einzigartiger Kämpfer des Kalter Krieg“, das „mit beneidenswerten Fähigkeiten“ ausgestattet ist. „Je nach Schaden kann es wohl der einzig sinnvolle Weg sein, die USS Connecticut vorzeitig außer Dienst zu stellen und sie in eine ‚Teilspender'“ für die noch verbliebenen U-Boote dieser Klasse nutzen, spekuliert das Magazin sogar.

Weiter heißt es:

Während der ‚Stille Dienst‘ seinem Namen alle Ehre macht, sickern nach und nach Informationen über den Zustand des U-Bootes durch.(…)Zwei Verteidigungsbeamte sagten USNI („U.S. Naval Institute“, Anm. LAF), dass der Aufprall ‚die vorderen Ballasttanks des U-Bootes beschädigt hat‘.

Andere teilten USNI News mit, dass das U-Boot einen unbekannten Seeberg im Südchinesischen Meer getroffen habe und auf Grund gelaufen sei.“

Nur ein unbekannter Berg?

Bereits am 1. November hat der Kommandeur der 7. US-Flotte eine sehr knappe Erklärung zu dem Unfall des U-Bootes veröffentlicht.  Darin heißt es, dass die Untersuchung des Unfalles „dem Kommandanten der 7. US-Flotte zur Überprüfung und Bestätigung vorgelegt“ worden sei. Das U-Boot habe schlicht und einfach einen Berg übersehen:

Die Untersuchung ergab, dass Connecticut auf einem unbekannten Seeberg gestrandet war, während er in internationalen Gewässern in der Indopazifik-Region operierte.

Diese offizielle Erklärung wurde von einigen Medien aufgriffen. Unter anderem einen Tag später von „npr“, wo über einen Fehler der Besatzung spekuliert wurde:

(Das Kommando der 7. Flotte) fügte hinzu, dass der Kommandant der Flotte nun abwägen werde, ‚ob Folgemaßnahmen – einschließlich der Rechenschaftspflicht – angemessen sind‘, was darauf hindeutet, dass menschliches Versagen irgendwie eine Rolle bei der Krise des U-Bootes gespielt haben könnte.“

Hier beruft man sich eben auf das winzige Statement, dass die Navy dazu veröffentlichte. Es war demnach also nur „ein unbekannten Seeberg“, ein Unterwasserberg, der vielleicht ein erloschener Vulkan sein könnte. Bekanntlich gibt es von diesen Vulkankegeln unzählige auf dem Meeresgrund. Vor allem auch im Pazifik, der für seinen „Pazifischen Feuerring“ bekannt ist. Eine kette aktiver Vulkane, die sich rund um diesen riesigen Ozean zieht.

Faule Ausreden der US-Navy?

Wie glaubwürdig aber ist die Erklärung der US-Marine? Möchte man hier mit fadenscheinigen Ausreden die Sache auf sich beruhen lassen? Lieber schiebt man der Crew der „USS Connecticut“ den Unfall in die Schuhe, die einen Navigationsfehler machten. Sie haben trotz der modernsten Technologie an Bord den Unterwasserberg nicht kommen sehen, so sei die Kollision geschehen. Solche Kollisionen sollen aber in der Vergangenheit schon vorgekommen sein.

Längst nicht alle Unterwasserberge sind heute kartographiert und dokumentiert. Dazu schreibt die „National Oceanic and Atmospheric Administration“ auf ihrer Internetseite zur Frage „Was ist ein Seeberg?“ unter anderem:

Seamounts kommen in jedem Ozeanbecken der Welt vor und obwohl nicht genau bekannt ist, wie viele Seamounts es gibt, sind sie sehr zahlreich. Basierend auf Daten aus der Satellitenaltimetrie und bathymetrischen Kartierungsdaten von Vermessungsschiffen wird angenommen, dass die Anzahl der mindestens 1.000 Meter hohen Seeberge mehr als 100.000 beträgt. Trotz ihres Überflusses sind jedoch weniger als ein Zehntel der Seamounts der Welt erforscht.“

Nicht mal ein Zehnten der über 100.000 Berge unter Wasser ist demnach „erforscht“. Ob sie deshalb auch unbekannt und nicht auf Karten verzeichnet sind, ist eine ganz andere Frage. Was übrigens ganz nebenbei auch zeigt, wie wenig wir noch heute über den Grund der Ozeane wissen …

Ob die Erklärung der USA für diesen Zwischenfall der Wahrheit entspricht, muss jeder für sich entscheiden. Man kann glauben, dass die Matrosen in ihrem U-Boot blind auf den Berg zu fuhren, muss man aber nicht. Ebenso wahrscheinlich bleibt weiter die Kollision mit einem Unterwasserfahrzeug eines anderen Staates bei einem „Katz und Maus-Spiel“. Das würden beide Seiten auf der internationalen politischen Bühne sicher lieber verschweigen.

Bleibt neugierig …

Video vom 12. Oktober 2021 auf Mystery Files

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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