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Grenzwissenschaft Classics, Folge #27: Auf den Spuren des Yeti +++ Video +++

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Grenzwissenschaft Classics Videos, Teil #26: Auf den Spuren des Yeti (Bild: PixaBay/gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Grenzwissenschaft Classics Videos, Teil #27: Auf den Spuren des Yeti (Bild: PixaBay/gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Was steckt hinter den Geschichten über den „Schneemenschen“ alias Yeti, dem asiatischen Bigfoot? Hat tatsächlich in den Bergen des Himalaja ein solcher Affenmensch bis heute von der Wissenschaft unentdeckt überlebt? In Folge #27 der „Grenzwissenschaft Classics Videos“ begibt sich eine Expeditionen „auf den Spuren des Yeti“. Begleitet von einem Kamerateam werden lokale Zeugen befragt und möglichen Hinweisen und Belegen für den Yeti nachgegangen. Eine spannende Doku für alle Kryptozoologie-Interessierte aus dem Jahr 2000, wie Ihr es hier sehen könnt.


Auf den Spuren des Yeti in Asien

Was steckt hinter den Berichten über den Yeti – den Sasquatch oder Bigfoot aus Asien und dem Himalaja? Lokale Zeugen wollen immer wieder dieses riesige und behaarte Wesen in verschiedenen Regionen von Tibet, Indien, Pakistan und anderen Ländern gesehen haben.

In Folge #27 der „Grenzwissenschaft Classics Videos“ begibt sich eine Expeditionen „auf den Spuren des Yeti“. Begleitet von einem Kamerateam. Zeugen werden befragt und möglichen Hinweisen und Belegen für den „Schneemenschen„nachgegangen.

Eine für jeden an der Kryptozoologie Interessierten spannende Doku vom 4. März 2000 mit Seltenheitswert.

Bleibt neugierig …

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Lars A. Fischinger

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Spuren im Schnee: Die indische Armee veröffentlicht „Beweise für den Yeti im Himalaya“ (+ Videos)

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Spuren im Schnee: Die indische Armee veröffentlicht "Beweise" für den Yeti im Himalaya (Bilder: ADG PI / Indian Army/twitter)
Spuren im Schnee: Die indische Armee veröffentlicht „Beweise“ für den Yeti im Himalaya (Bilder: ADG PI / Indian Army/twitter)

Hat die Armee von Indien wirklich „Beweise für den Yeti“ im Gebirge des Himalaya entdeckt? Laut einem offiziellen Twitter-Post der Armee und indische Medien wurden bei einer Expedition bereits am 9. April 2019 diese Beweise in Form von Fußspuren im Schnee entdeckt. Diese riesigen Spuren seien nach Angaben der indischen Armee Beweise für die Existenz des legendären Schneemenschen Yeti im Himalaya. Mehr zu diesen Entdeckungen sowie Videos zum Thema von Grenzwissenschaft und Mystery Files in diesem Posting.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Spuren des Yeti

Am 29. April twitterte die indische Armee, dass es ihnen bereits rund drei Wochen vorher gelungenen sei „mysteriöse Fußabdrücke des legendären Biest Yeti“ zu fotografieren. In dem Tweet hieß es dazu wörtlich:

Zum ersten Mal hat ein Bergsteiger-Expeditionsteam der indischen Armee am 9. April 2019 in der Nähe des Basislagers Makalu mysteriöse Fußabdrücke des legendären Biest ‚Yeti‘ von 81 mal 38 Zentimetern Größe entdeckt. Dieser schwer fassbare Schneemann wurde in der Vergangenheit bisher nur im Nationalpark Makalu-Barun gesehen.

Angesichts der Quelle dieses Tweet und der Fotos (s. Titelbild) eine sicherlich spannende Aussagen für alle Mystery-Jäger. Vor allem natürlich für all jene Menschen, die sich mit dem Thema Kryptozoologie beschäftigen. Also der Suche nach unbekannten oder als ausgestorben geltenden Tieren und Pflanzen. Aber auch für die ganz normale Netzgemeinde, die den Tweet der Indian Army bereits über 19.000-mal likete und fast 9.000-mal teilte.

Für einen Twitter-Beitrag des „Additional Directorate General of Public Information“ der indischen Armee ist das enorm. Andere Tweets werden meist (mit Ausnahmen) nicht einmal 300-mal geteilt oder erreichen nur 1.000 bis 2.000 „gefällt mir“.

Auch die bisher über 2.000 Kommentaren bei Twitter sind weit über den Durchschnitt, da sonst keine 50 erreicht werden. Daran sieht man, dass das Interesse an den „Yeti-Beweisen“ der indischen Armee im Internet auf reges Interesse stößt. Schnell sieht man aber auch, was die User von den Fotos der angeblichen Yeti-Fußspuren der Expedition halten: nichts. Die meisten Kommentare witzeln über die Bilder, überschütten die Army mit Ironie oder finden es schlicht und einfach lächerlich.

„Beweise für den Yeti“

Die Fotos vom Berg Makalu, der südöstlich des weltberühmte Mount Everest liegt, sind alles andere als Beweise für die Existenz des Schneemenschen alias Yeti. Auf den von der indischen Armee veröffentlichten Bilder ist nicht einmal zu erkennen, ob es sich um Abdrücke von Füßen handelnd. Irgendwelche Spuren im Schnee. Mehr nicht.

Zwar hat das indische Militär in seinem oben zitierten Tweet an keiner Stelle von „Yeti-Beweisen“ gesprochen, aber das übernahmen dafür indischen Medien. Vor allem die Zeitung „The Times of India“ in einem Artikel vom 30. April 20419, in dem sie von „fotografischen Beweisen“ spricht. In diesem Bericht wird „die Armee“ zu diesen Funden bzw. Fotos zitiert, ohne jedoch einen Namen zu nennen.

Nach der Zeitung habe „die Armee“ gesagt, dass trotz des ablehnenden Spots gegenüber dieser Aufnahmen diese eine „Angelegenheit für Experten seien“, denen man diese „Fotos übergeben“ habe. Eine „wissenschaftliche Auswertung“ der aufnahmen solle durch diese (ebenfalls nicht genannten) Fachexperten vorgenommen, so die „The Times of India“. Weiter heißt es von der indischen Armee in dem Bericht zu den Yeti-Bildern:

Also hielten wir es für klug (an die Öffentlichkeit zu gehen), um das wissenschaftliche Temperament zu erregen und das Interesse wieder zu wecken.

Was also zeigen die Fotos aus der unwirklichen Region des 8.485 Meter hohen Berges Makalu zwischen Nepal und Tibet? Sie können entweder von gewitzten Angehörigen der Expedition selber stammen, von irgendwelchen Tieren oder vom Yeti. Beweiskraft haben sie in keinem Fall!

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Videos von Grenzwissenschaft und Mystery Files zum Thema Yeti, Bigfoot & Co.

YouTube-Video auf Grenzwissenschaft und Mystery Files vom 7. Juli 2014

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YouTube-Video auf Grenzwissenschaft und Mystery Files vom 6. August 2015

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YouTube-Video auf Grenzwissenschaft und Mystery Files vom 27. Juli 2017

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Vom Yeti bis Wiedergeburt: Die „BILD“ präsentiert die angeblich „10 größten Rätsel Indiens“ – sogar mit Quellen. Doch ich vermisse was …

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Vom Yeti bis Wiedergeburt: Die "BILD" präsentiert die angeblich "10 größten Rätsel Indiens" - und verlinkt sogar Quellen (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Vom Yeti bis Wiedergeburt: Die „BILD“ präsentiert die angeblich „10 größten Rätsel Indiens“ – und verlinkt sogar Quellen (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Indien ist das „Land der tausend Götter“. Ein Land, in dem es vor sonderbaren Geschichten und angeblichen Mysterien nur so wimmelt. Nicht nur fliegende Teppiche oder Yogis mit scheinbar übernatürlichen Kräften – die Grenzwissenschaft kennt Indien schon seit Jahrzehnten. Etwa die fliegenden Wagen der Götter, die Vimaana. Oder auch durch versunkene Kulturen. Ebenso die Berichte von Reinkarnation (Wiedergeburt), die in Indien weit verbreitet sind. Nun hat die legendäre Zeitung „BILD“ sich der angeblich zehn größten Mysterien Indiens angenommen, und sie online aufgelistet. Erstaunlicherweise mit Direktlinks zu den Quellen dieser Rätsel Indiens …

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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Mein „Google Alert“ zu dem Suchstichwort „UFO“ schickte mir jüngst einen Link zu der berühmt-berüchtigten „BILD“-Zeitung. So hat die „BILD“ am Abend des 19. Januar 2016 in deren Sparte „Mystery“ den Beitrag Die 10 größten Rätsel Indiens“ veröffentlicht. Rätsel und Sonderbarkeiten, die nach Meinung der Redaktion bzw. der Autorin Ingrid Raadaad eben die Top Ten der indischen Mysterien darstellen sollen.

Mit Sicherheit sehen zahlreiche Freundinnen und Freunde des Phantastischen diese „Charts“ ganz anders! Ich schließe mich da nicht aus. Die „BILD“ schreibt:

Indien ist das Land der Märchen, der unterschiedlichen Kasten – und der großen Mysterien. Bis heute gibt es auf dem Subkontinent gruselige Erzählungen, Geister-Legenden und seltsame Überlieferungen.

BILD dokumentiert die zehn größten Mysterien des südasiatischen Landes mit 1,3 Milliarden Einwohnern.

Was die „BILD“-Zeitung als Indiens größte Rätsel ansieht

Sicherlich kommen dem ein oder anderen die zehn Mysteries der Zeitung bekannt vor. Doch da die „BILD“ Direktlinks eingebunden hat, woher sich die Redaktion diese Top Ten zusammengegoogelt hat, möchte ich sie hier mal wieder geben (die eingefügten Links sind nicht die Quellen):

  1. Verbirgt der Taj Mahal ein düsteres Geheimnis?
    Wurde eine gewaltige UFO-Basis auf dem Meeresbodengefunden? (Bild: L. A. Fischinger / WikiCommons)
    VIDEO: Auch vor Los Angeles soll eine gewaltige UFO-Basis existieren – auf dem Meeresboden (Bild: L. A. Fischinger / WikiCommons)
  2. Gibt es in Indien einen Beweis für eine Wiedergeburt?
  3. Wurde die Region Kuldhara verflucht?
  4. Was macht der Geist von Baba Harbhajan Singh?
  5. Gibt es im Himalaya eine UFO-Basis?
  6. Lebt ein Mann seit 1940 ohne Nahrung und Wasser?
  7. „Die neun unbekannten Männer“ – der Geheimbund von Kaiser Ashoka
  8. Was geschah mit der Kultur der Indus?
  9. Was verursachte den Knall von Jodhpur?
  10. Der Yeti – lebt er im Himalaya?

Damit kann man einverstanden sein – muss man aber nicht.

Ich als Prä-Astronautiker vermisse natürlich die Mythen über Götter, Kriege von Göttern und Dämonen und natürlich die Flugwagen Vimaana. Auch könnte man noch die (angeblichen!) Beschreibungen von Atombomben in den uralten Texten Indiens anführen. Ebenso Sagen und Mythen über versunkene Welten der Götter in Indien und auf der Insel Sri Lanka.

Ein Beispiel:

Wenn ein Held mit einem Fluggerät der „Götter“ in den Himmel reist …

Nennenswert für mich als Prä-Astronautik-Autor und Jäger des Phantastischen ist die Reise des mythischen Helden Ardschuna in den „Himmel“. Beschrieben wird diese Reise mit einem Fahrzeug der Götter im Buch Vana Parva, einem der Bücher des berühmten indischen Nationalepos Mahabharata.

Dieser Ardschuna flog mit einem feurigen, donnernden, tosenden, glänzenden und windesschnellen Wagen (Vimaana) in dem Himmel. In ein Gebiet, das „unsichtbar den Sterblichen, Erdenwandelnden“ gewesen sei. Angeblich sah er bei seiner Reise in den Himmel wundersame Dinge und zahllose weitere dieser Wagen der Götter und/oder Dämonen.

Das uralte Buch "Die Apokalypse des Abraham" erzählt: Engel brachten Abraham in das "All". (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger / WikiCommons)
VIDEO: Ein uralter Text erzählt: „Engel“ brachten Abraham in das All – zu einer Raumstation?! (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger / WikiCommons)

Für Kritiker sind das alles reine Erfindungen oder bestenfalls falsche Übersetzungen, was aber nachweislich nicht stimmt, da der Kern der Überlieferung tatsächlich vorhanden ist. Inklusive eines strahlenden Himmelswagen („celestial car”) der Götter, mit dem der indische Held Ardschuna die Erde verlassen haben soll …

Und damit wird sicher jeder seine eigene Top Ten der der „10 größten Rätsel Indiens“ haben. Nicht aber unbedingt jene zehn Beispiele, die uns da die „BILD“ in ihrem Online-Ressort der Phänomene und angeblichen Phänomene präsentiert. Denn „präsentieren“ kann die „BILD“-Zeitung ja immer sehr gut und viel

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

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(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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Yeti, Bigfoot & Co.: DNA-Analysen angeblicher Yeti-Beweise veröffentlicht – und warum der Yeti KEIN Bär ist, wie es die Medien behaupten +++ YouTube-Video +++

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Der Yeti nur ein Bär? (Bild: L. A. Fischinger / WikiCommons)
Der Yeti nur ein Bär? (Bild: L. A. Fischinger / WikiCommons)

Seit einigen Jahren wird eine DNA-Studie in der Grenzwissenschaft mit großer Spannung beobachtet: Die genetische Analyse von einigen Dutzend biologischen Proben, die von Bigfoot, Yeti & Co. stammen könnten. Das Projekt um den Genetiker Dr. Bryan Sykes (Uni Oxford) wurde nun veröffentlicht und in den Massenmedien lesen wir: „Der Yeti ist ein Bär!“ – stimmt das aber auch tatsächlich? Dazu ein neues Video auf meinem Mystery-Kanal des Unfassbaren bei YouTube.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Das moderne Feld der Gen-Forschung sollte Beweise liefern, dass es vielleicht „Affenmenschen“ nach Art des Yeti in Asien gibt (oder eben nicht – s. a. hier, hier & Video hier).

Die Studie wurde nun im Magazin „Proceedings of the Royal Society B“ (B = Biological Science) publiziert … doch die Mainstreammedien berichten sehr „irreführend“ darüber.

Warum „irreführend“ und mehr zum Thema erfahrt Ihr in diesem Video.

Bleibt neugierig!

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren?

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Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: E. H. Colbert)
Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: E. H. Colbert)

Jene Forscher, die sich mit der Kryptozoologie befassen, suchen nicht nur heute nach Tieren, die als ausgestorben oder unbekannt gelten. Sie verweise auch immer wieder auf Tierdarstellungen der Vergangenheit, die an ausgestorbene Tiere erinnern. Hierzu gehört eine fast 5000 Jahre alte Bronze-Figur der Sumerer, die vor rund 100 Jahren in den Ruinen der Stadt Kish in Mesopotamien entdeckt wurde. Vergleiche zeigen, dass das dargestellte Tier starke Parallelen zu einer Gattung zeigt, die eigentlich tausende Jahre zuvor schon ausstarb. Wie kann das sein? Oder wurde hier nur ein normaler Hirsch mit Phantasie vermischt?


Kryptozoologie

Die uralte Zivilisation der Sumerer aus Mesopotamien verbindet heute wohl kaum jemand mit der Kryptozoologie. Denn der zoologische Forschungszweig der Kryptozoologie sucht nach Tieren, die als längst ausgestorben gelten. Oder solche, die bisher noch nicht für die Wissenschaft entdeckt wurden.

So hat wohl jeder schon mal von dem Bigfoot und dem Yeti gehört. Große „Affenmenschen“, von denen in vielen Regionen der Erde immer wieder Exemplare gesehen worden sein sollen. Entdeckt, belegt und wissenschaftlich klassifiziert hat diese offenbar nahen Verwandten des Menschen bisher niemand. Und doch sind viele Forscher sicher, dass es sieht gibt.

Tatsächlich wurden und werden immer wieder Tierarten entdeckt, die der Forschung zuvor unbekannt waren. Oder die als unlängst ausgestorben galten. So spektakulär wie ein riesiger behaarter Affenmensch wie etwa der Bigfoot sind diese natürlich nicht.

Kryptozoologen und auch Autoren des Phantastischen verweisen in ihren Veröffentlichungen aber auch immer wieder auf sonderbare Tierdarstellungen aus längst vergangenen Zeiten. Diese scheinen Wesen zu zeigen, die es heute nicht oder nicht mehr gibt. Selbst Darstellungen von Kreaturen oder „Monstern„, die sehr an Dinosaurier erinnern, sind darunter. Und das in aller Welt, wo solche Abbildungen oder sogar Figuren von den unterschiedlichsten Völkern hinterlassen wurden.

Sie alle sind meistens eine Frage der Interpretation und des Deutungs-Willens. Während die einen beispielsweise solche Tiere auf Felszeichnungen als „Fabelwesen“ oder „mythische Tiere“ interpretieren, sehen andere hier Hinweise, dass sie reale Lebewesen zeigen. Zum Beispiel Saurier, die von Menschen selber gesehen wurden und damit nicht vor 65 Millionen Jahren ausstarben.

Andere Funde – vor allem von eindeutigen Dinosaurier-Figuren und –Abbildungen – werden meist pauschal als Schwindel bezeichnet.

Kryptozoologie, Dinosaurier und Huftiere

Und so hat man bei all den mutmaßlichen Hinweisen, dass unsere Ahnen vor zum Teil Jahrtausenden Tiere abgebildet haben, die es eigentlich nicht mehr gegeben haben kann, seit Jahrzehnten eine nie endende Diskussion. Darstellungen von eindeutigen Dinosauriern werden dabei von der etablierten Forschung meist pauschal als Fake beiseite geschoben. Menschen und Saurier verpassten sich um fast 65 Millionen Jahre auf diesem Planeten, so die übliche Lesart der Erdgeschichte.

Damit kann kein Mensch diese Giganten der Urzeit mit eigenen Augen gesehen haben, da diese lange vor den ersten Menschen vom Antlitz der Erde verschwunden waren. Oder überlebten sie doch bis in historische Zeiten, fragen andere Autoren.

Zweifellos sollte jeder skeptisch werden, je spektakulärer die vorgezeigten Funde erscheinen. Vor allem dann, wenn sie als „Beweise“ angepriesen werden – und dann eine mehr oder weniger fragwürdige Fundgeschichte ausweisen. So etwa bei vielen der „Steine von Ica“ aus Peru, zu denen HIER ein Mystery Files-Video eines Vortrages online ist.

Sind also alle angeblichen Beweise, dass Menschen vermeintlich ausgestorben Tiere in der Vergangenheit gesehen haben, hinfällig? Ich denke nicht.

Kryptozoologen dokumentieren immer wieder interessante Tiere und die nicht minder spannenden Hinweise auf diese. Einer von ihnen ist der bekannte Forscher und Autor Dr. Karl Shuker. Er legte unter anderem schon 1995 das Standardwerk „In Search of Prehistoric Survivors“ vor, das seit dem in verschiedenen Auflagen erschien.

In diesem Buch berichtet er unter anderem von einem „rätselhaften Wagenring sumerischen Ursprungs“. Dieser sei „mit der Skulptur eines großen Geweihtieres verziert ist, dass eine verblüffende Ähnlichkeit mit einer sehr großen asiatischen und afrikanischen Sivathere, dem Sivatherium, aufweist“, so Shuker. Dieser Fund sei „fesselnd“ aber auch „umstritten“.

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: Field Museum of Natural History/ CC BY-NC 4.0 & deviantart.com/nankeyike)
Rätselhafte Figur: Links die fats 5000 Jahre alte Darstellung der Sumerer, rechts eine Rekonstruktion einer „Rindergiraffe“ (Bilder: Field Museum of Natural History/CC BY-NC 4.0 & deviantart.com/nankeyike)

Vor 8000 Jahren ausgestorben

Hierbei hat Shuker nicht untertrieben. Auch wenn ein Sivatherium alles andere als ein Dinosaurier ist.

Dieses Tier gehört zu den „Rindergiraffen“, die eine Art Mischung aus Giraffe, Kuh und Hirsch waren. Heute gibt es sie nicht mehr, denn diese Huftiere lebten vor etwa 12 Millionen Jahren und starben offiziell vor 8000 Jahren aus. Sie leben in Asien ebenso wie in Afrika und den warmen gebieten Europas. Durchaus beeindruckende Tiere, da sie bis zu drei Meter groß wurden und einige aus der Familie an die 400 Kilogramm auf die Waage brachten. Aktuellere Schätzung sprechen sogar von einem Gewicht von über 1,2 Tonnen.

Unsere Vorfahren haben dieses Tier also noch mit eigenen Augen sehen können. Die genannte Figur von Shuker passt aber ganz und gar nicht zu der üblichen Datierung dieser Tiere. Sie stammt von den Sumerern und heutige Irak und entstand erst tausende Jahre nachdem das Sivatherium angeblich ausstarb.

Deutlich ist nach all den Jahrtausende ein Huftier („Paarhufer“) zu erkennen, dass vier Hörner am Kopf trägt. Zwei große und nach außen abstehende Hörner seitlich am Hinterkopf und zwei kleine direkt über den Augen auf dem Schädel. Seitlich abstehend erkennt man die Ohren und in der Nase so was wie ein Ring mit einem Strick, der zu einem der Vorderbeine führt. Das dargestellte Tier war demnach offensichtlich domestiziert.

Gefunden wurde diese Figur bereits 1928 bei Ausgrabungen des „Field Museum of Natural History“ (Chicago) und der Universität Oxford in der uralten sumerischen Stadt Kish. Vor Jahrtausenden war das rund 18 Zentimeter große Fundstück aus Bronze ein dekoratives Teil eines Schreitwagens der alten Sumerer. Ersten Datierungen nach war das vor 5500 Jahren. Wobei nachfolgende Untersuchungen des Fundes die Figur auf 2800 bis 2750 vor Christus datieren, so David S. Reese 1990 in dem Magazin „Cryptozoology“ (Nr. 9).

Nur ein normaler Hirsch der Sumerer?

Da diese Tierart vor 8000 Jahren ausgestorben sein soll, macht eine jüngere Datierung das Objekt in diesem Fall sogar noch interessanter.

Erstmals beschrieben wurde die Figur schon 1930 und 1931 von den Forschern Dr. Berdhold Laufer („Field Museum News“, Vol. 1, No. 3, 1930) und Henry Field („Art and Archaeology“, Vol. 31, No. 5, 1931). Laufer, der ehemalige Kurator für Anthropologie am „Field Museums“, schrieb damals unter anderem:

„(…) ein langes und schweres Seil von der Schnauzte des Tieres deutet darauf hin, dass Hirsche von den frühen Sumerern lebend gefangen und gezähmt worden sein müssen.“

Somit war die Identifizierung des Tieres mit seinem Geweih als Hirsch beziehungsweise Dammhirsch „in trockenen Tüchern“, wie man so schön sagt.

Jedoch nicht sehr lange, denn bereits 1936 meldete der Paläontologe Edwin H. Colbert in dem Fachmagazin „American Anthropologist“ (Nr. 38) Zweifel an der Deutung als Hirsch an. In seinem Artikel stellte er die Frage ob „existierende Sivatherium den frühen Sumerern bekannt“ waren und listet insgesamt 7 Punkte auf, die seiner Meinung gegen einen Hirsch sprechen. Und damit für eine Darstellung eines Sivatherium.  Er glaubt nicht, dass „der sumerische Künstler seiner Fantasie freien Lauf ließ und zufällig ein Tier schuf, das Sivatherium verblüffend ähnlich sieht“.

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: Field Museum of Natural History/ CC BY-NC 4.0 & deviantart.com/nankeyike)
Nur ein Hirsch? (Bilder: Field Museum of Natural History/CC BY-NC 4.0)

Vor allem sind es die vier erkennbaren Hörner der Figur. Kein lebendes Huftier in dieser Größe hat solche Merkmale. Ein Hirsch so oder so nicht. Damit ähnelt das Artefakt in seinen Details weit mehr einem Sivatherium, was kaum Zufall sein kann, so Colbert. Diese Tiere wären folglich noch in den Zeiten der Sumerer, die als erste Zivilisation der Menschheit gelten, über die Erde gestreift. Und von diesem Volk gefangen und domestiziert worden.

Überlebt und vergessen?

Was allerdings wieder erstaunlich ist. Denn egal ob Hirsch oder riesige „Rindergiraffen“: Warum versah man das Tier mit einer „Leine“ und wozu dienten die Geschöpfe letztlich den Menschen? Hielten die Sumerer es in Gehegen, vielleicht als Nahrung?

Colbert verwies schon damals auf Funde in Afrika, die darauf hindeuten könnten, dass diese Sivatherium dort noch in mehr oder weniger historischer Zeit lebten. Eingewandert von Indien über den Nahen Osten beziehungsweise Mesopotamien und damit quer durch das Land der Sumerer. Und so resümiert Colbert am Ende seiner Untersuchung folgendes:

Ist es also nicht möglich, dass irgendwo in Kleinasien Sivatherium bis in die jüngste Zeit überlebt hat? Diese Frage ist gegenwärtig mehr oder weniger im Bereich der Spekulation, aber sie muss nicht als völlig hypothetisch verworfen werden hypothetisch verworfen werden, vor allem angesichts der Beweise, die die kleine Figur, die an einem Zügelring in Kish gefunden wurde.“

„Ob die Ähnlichkeiten echt oder nur zufällig sind, ist eine höchst umstrittene Frage“, unterstreicht Colbert in seiner Untersuchung. Das sieht auch Shuker so, den die Ähnlichkeit dennoch beeindruckt. So schreibt er in „In Search of Prehistoric Survivors“:

„(…) aber die morphologische Übereinstimmung zwischen der Figürchen und der wahrscheinlichen Aussehen von Sivatberium (basierend auf Rekonstruktionen aus fossilen Beweisen) ist überzeugend genug, um diesen Gedanken ernsthafte Erwägung zu ziehen.“

Dann wurde es bis 1977 still um diesen außergewöhnlichen Fund. Bis der Doktorand Michael Miiller-Karpe von der Universität Heidelberg eine „bemerkenswerte Entdeckung“ im „Field Museum“ machte.

„Fabelwesen“ der Sumerer?

So berichtete das „Field Museum of Natural History Bulletin“ (Vol. 48, No. 10, November 1977) in einer kleinen Notiz, dass Miiller-Karpe „in einer kleinen Kiste mit getrocknetem Schlamm in einem Field Museum-Lagerraum“ zufällig bei der Durchsicht von „hunderten Metallgefäßen aus dem Alten Orient“ Stücke der Tierfigur wiederfand. Es war „das korrodierte Geweih des Hirsches“, so das Museum in seiner Mitteilung.

Durch diesen Zufallsfund konnten die Experten die Figur der Sumerer wieder komplettieren. Heraus kam ein Huftier mit einem Geweih, das nicht den meisten früheren Interpretationen und Rekonstruktionen eines Sivatherium entsprach. Diese verzweigten Hörner erinnern nun wieder an einen Hirsch.

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren?
Ruinen von Kish und Karte von Mesopotamien (Bilder: gemeinfrei & Archiv Autor)

Die Diskussion war damit aber noch lange nicht beendet.

So erschien beispielsweise 1990 in „Cryptozoology“ (Nr. 9) der Beitrag „Sivatherium defended“ von Christine Janis, in dem sie die Deutung der Figur als ausgestorbenes Vorzeit-Tier verteidigte. Denn der massive Körperbau der Figur entspräche nicht dem eines Hirsches. Und natürlich haben Hirsche keine doppelten Hörner zusätzlich auf dem Schädel über den Augen. Außerdem gab es Variationen der großen Hörner oder des Geweihs von „Rindergiraffen“, wie es Fossilienfunde aus Afrika beweisen.

Auch spätere Veröffentlichungen diskutierten den Fund weiter. Einheitlich und vor allem verbindlich einigen, was man da letztlich sieht, konnte man sich bisher nicht. Auch Argumente wie „künstlerische Freiheiten“ oder einfach „Fabelwesen“ der Sumerer wurden ins Spiel gebracht. Demnach habe der Künstler sich von realen Tieren seiner Umgebung inspirieren lassen und so ein Phantasiewesen erschaffen.

Ob diese Deutung zutreffen ist, bleibt dahingestellt. Nicht weniger wie der Erklärungsversuch, dass der sumerische Schöpfer der Figur von tausenden von Jahren seine Vorlage nicht genau gesehen hat. In diesem Fall also einen Hirsch. Er habe das Tier deshalb mit zwei zusätzlichen Hörnern und einem derart massiven Körper angefertigt.

Vielleicht ja, vielleicht nein …

Was in der Folge bleibt, ist, dass niemand bisher diese Figur erklären kann. Jede Interpretation hat ihr Für und Wider.

Die Figur selber wurde auf etwa 4800 Jahre datiert. Demnach wurde sie rund 3200 Jahre nach dem angenommenen Aussterben der „Rindergiraffen“ in Sumer geschaffen. Sicher muss deshalb die „Geschichte der Menschheit“ nicht umgeschrieben werden, wie es vielfach bei archäologisch sonderbaren Funden heißt. In diesem Fall wäre es so oder so eher die Geschichte der Zoologie.

Eigentlich jedoch klingt es durchaus nachvollziehbar, dass wenige oder kleine Populationen dieser Spezies ihr eigenes Aussterben „verpasst“ haben. Auch das Mammut, ein Gigant der Eiszeit und wohl das bekannteste Tier der damaligen Welt, verpasste in einer einsamen Region der Welt das große Aussterben seiner Art.

Ihr Aussterben begann vor 14.000 Jahren und in den heutigen USA verschwand es vor rund 12.000 Jahren. Ganz anders erging es dem Wollhaarmammut auf der Wrangelinsel im Osten von Sibirien, wie dort gefundene Fossilien belegen. Hier lebten noch vor 3700 bis 4000 Jahren Mammuts. So das Ergebnis einer Studie um Anthony J. Stuart von der Durham University über „die letzten Wollhaarmammuts“, die in „Quaternary Science Reviews“ (Vol. 21. Issues 14-15, August 2002) erschien.

Demnach lebten noch 2000 oder 1700 vor Christus Mammuts in Sibirien, als viele tausend Kilometer weiter in Ägypten die Pharaonen bereits in der 11. und 12. Dynastie herrschten. Und die Pyramiden von Gizeh bereits mindestens 500 Jahre standen. Da erscheint die Szene aus dem Spielfilm „10.000 BC“ von Roland Emmerich von 2008, in der Mammuts beim Pyramidenbau eingesetzt werden, in einem anderen Licht. Auch wenn hier von 10.000 vor Christus erzählt wird …

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Das „Netzwerk für Kryptozoologie“ veröffentlicht das neue „Jahrbuch für Kryptozoologie 2021“

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Das "Netzwerk für Kryptozoologie" veröffentlicht das neue "Jahrbuch für Kryptozoologie 2021" (Bilder: gemeinfrei & NfK / Montage: Fischinger-Online)
Das „Netzwerk für Kryptozoologie“ veröffentlicht das neue „Jahrbuch für Kryptozoologie 2021“ (Bilder: gemeinfrei & NfK / Montage: Fischinger-Online)

Im Herbst 2020 erschien erstmals vom „Netzwerk für Kryptozoologie“ (NfK) ein „Jahrbuch zur Kryptozoologie“. Ein Sammelband mit Fachbeiträgen verschiedener Autoren und Forscher, die sich darin auf Spurensuche nach unbekannten Lebewesen begaben. Jetzt erschien der Folgeband für das Jahr 2021 mit über einem Dutzend Beiträgen, den ich Euch hier vorstellen möchte.


Kryptozoologie: Tiere, die wir nicht (mehr) kennen

Wie HIER berichtet veröffentlichte im September 2020 das „Netzwerk für Kryptozoologie“ (NfK) erstmals ein „Jahrbuch für Kryptozoologie“ in Buchform aus Papier. Jetzt legten die Forscher und Autoren nach und veröffentlichten für 2021 ein weiter Jahrbuch.

Auch darin begeben sich die Autoren auf die Spuren unbekannter oder als ausgestorben geltender Tiere. Dabei handelt es sich um Lebewesen, die weit über die Klassiker Bigfoot, Nessie und Yeti hinausgehen.

Zum neuen Forschungsband schreibt auf der Webseite des Netzwerkes (Text von dort übernommen):

Lang erwartet, jetzt ist es endlich da: Das 2. Jahrbuch für Kryptozoologie 2021. Nachdem die Redaktion mit der Erstausgabe im vergangenen Jahr die Ansprüche hochgeschraubt hat, liefert sie dieses Jahr erneut. Um es direkt zu sagen: Die hoch gesteckten Erwartungen hat die Redaktion aus Natale Guido Cincinnati, Reena Pöschel, André Kramer und Hans-Jörg Vogel nicht nur voll erfüllt, sondern wieder übertroffen.

Mein erster Eindruck war: Das Jahrbuch ist erwachsener geworden. Nachdem die Redaktion im vergangenen Jahr die Beiträge „ins Blaue hinein“ einwerben musste, konnte sie diesmal das Jahrbuch vom letzten Jahr vorweisen. Die Referenz hat einen spürbaren Effekt gehabt. So konnte die Redaktion auch Autoren anwerben, die weit außerhalb der doch recht kleinen „Internet-Kryptozoologie-Szene“ angesiedelt sind.

Auf diese Weise gewinnt die Vielfalt im Netzwerk deutlich.

8 große Beiträge

Beinahe schon abendfüllende Themen haben die Autoren in den „Großen Beiträgen“ behandelt. Jedes Thema reicht aus, sich einen oder mehrere Abende mit weitergehender Recherche und das ein oder andere Getränk bei der anschließenden Diskussion zu leeren:

  • Kramer, André: Der Rattenkönig und die erhaltenen Präparate in Deutschland
  • Muirhead, Richard: The Flying Snake of Namibia: An investigation
  • Hemmler, Markus / Magin, Ulrich: Tiefgefrorene Saurier im Eis – viel Fiktion und ein paar Fakten
  • Pietralla, Arnim / Reischel, Nicole: Existierte das Wollhaarmammut bis in historische Zeit?
  • Meurger, Michel: Die „Wilden“ aus den französischen Alpen. Zwischen Wunder und anthropologischen Fragen
  • Schmied, Hartmut: Das sagenhafte Ungeheuer im Schweriner See
  • Cincinnati, Natale Guido: Forteanisch-zoologische Trouvaillen
  • Ehret, Peter / Möser, Tobias: Der Chichibu-Yaken des Hiroshi Yagi. Eine einmalige Gelegenheit für die Kryptozoologie?

Nicht alle Themen ergeben 20 Seiten und mehr Text. Viele kryptozoologische Topics stehen erst am Anfang der Recherche, andere sind aufgrund ihrer Singularität oder des Hintergrundes nicht so ergiebig. Diese Inhalte stellen:

5 kleine Beiträge

  • Poeschel, Reena: Steinkatz, Bergstutz, Tatzelwurm. Ein Kryptid aus linguistischer Sicht
  • Raynal, Michel: Ein atlantischer Grauwal?
  • Brandstätter, Frank: Landwang – ausgerottet und vergessen
  • Hensiek, Joerg: Wie ein Belgier die Existenz des Elefantenkönigs bewies
  • Abram, Sergio: Nachtrag zu: Der Marderhund Nyctereutes procyonoides (Gray, 1834) in Trentino-Südtirol und Italien. Sichtungen von 1985 bis 2019 (JfK, Jg. 1, Nr. 1 (2020), S. 203-207)

Und auch der „Rest“ ist erwachsen geworden

Das „Netzwerk für Kryptozoologie“ hat sich weiter professionalisiert, nicht nur das Jahrbuch im vergangenen Jahr hat hierzu entscheidend beigetragen. So hat sich hier auch die Korrespondenz zu einem wesentlichen Teil der Arbeit des Netzwerkes entwickelt. Dem entsprechend viel Raum nimmt der Teil der Mitteilungen an und aus dem Netzwerk ein. Doch niemand soll behaupten, es sei langweilig, was dort geschrieben wird.

Ungewöhnliche Sichtungsberichte, von einem unbekannten Caniden über klassische Kryptide bis zu Bären in Schleswig-Holstein stehen ebenso auf dem Plan wie Exkursions- und Tagungsberichte. Hier führten die Reisen nicht nur nach Schottland und Südfrankreich, sondern auch über das Sauerland nach Afrika.

Optisch verfolgt das Jahrbuch den schon im vergangenen Jahr eingeschlagenen Weg. Es ist betont schlicht gehalten und wirkt dadurch wie ein Symposiumsband eines Uni-Institutes. Das lichtgraue Cover und die strenge Zurückhaltung bei der grafischen Gestaltung unterstreichen den hohen Anspruch der Herausgeber an die Seriosität der Publikation.

Das „Jahrbuch für Kryptozoologie 2021″ hat 280 Seiten, ist durchgehend farbig bebildert und ist über das „Netzwerk für Kryptozoologie“ für nur 12,90 Euro (zzgl.. Versand) erhältlich.

Videos zum Thema findet Ihr auch HIER auf dem YouTube-Kanal von Fischinger-Online.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Durchquert hier ein Sasquatch einen Fluss? Neues Video eines angeblichen Bigfoot aufgetaucht (+ Video)

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Durchquert hier ein Sasquatch einen Fluss? Neues Bigfoot-Video aufgetaucht (Bild: YouTube-Screenshot)
Durchquert hier ein Sasquatch einen Fluss? Neues Bigfoot-Video aufgetaucht (Bild: YouTube-Screenshot)

Wieder sorgt der Bigfoot für Diskussionen. Auslöser ist ein Video, das klar ein stämmiges, braunes Wesen bei der Durchquerung eines Flusses in Michigan zeigt. Dem Aussehen nach offenbar ein Bigfoot bzw. Sasquatch. Gäbe es bei der Herkunft des Videomaterials nicht einige Ungereimtheiten, wie Ihr hier erfahrt.


Der Bigfoot um Cass River

Am 7. Juli 20211 veröffentlichte die „Rocky Mountain Sasquatch Organisation“ (RMSO) auf ihrem Blog ein neu aufgetauchtes Video mit einem angeblichen Bigfoot. Entstanden ist es am Cass River in Michigan. Nur knapp 120 Kilometer nordwestlich von Detroit und etwas südlich des Lake Huron.

Zu sehen ist deutliche eine robuste Gestalt mit scheinbar bräunlichem Fell, die durch das Wasser des Flusses geht. Etwa bis zu den Knien reicht der Gestalt dabei das Wasser des Cass River an dieser Stelle. Klar zu erkennen ist die Bewegung des Bigfoot (Sasquatch), seine kräftigen Beine und die teilweise angewinkelten Arme. Das Video selber ist offenbar echt. Die Gestalt spiegelt sich im Flusswasser und die Schatten scheinen korrekt zu fallen. Außerdem verursacht die Gestalt vor den Beinen und hinter sich Wellen, wie man sie erwartet, wenn jemand durch das Wasser geht.

Einige glauben, dass das Wesen weiblich ist, da sie eine Brust zu erkennen meinen. Andere vermuteten sogar, dass der Bigfoot ein Baby auf dem Arm trägt. Einer kommentierte, dass es „aussieht wie ein Typ, der ein totes Reh trägt“. Was meiner Meinung nach aber von den Größenverhältnissen nicht passen würde. „Ich glaube auch nicht, dass es jemand in einem Kostüm ist“, so kommentierte ein anderer User das zu sehende Wesen.

Kryptozoologen sind von dem Video durchaus begeistert. Zumindest zeigen sie sich naturgemäß sehr interessiert. Auch wenn niemand weiß, was da gefilmt wurde. Wie bei vielen anderen Begegnungen der fremden Art auch, so soll auch dieses Video zufällig entstanden sein. Auf dem Blog der RMSO wird die Quelle der Aufnahmen mit den Worten zitiert:

Mein Cousin ist hier in Michigan auf dem Cass River Kajak gefahren,  als er dieses Bild machte. Ich bin mir nicht sicher, was es ist, aber ich habe es einigen Leuten geschickt, um zu sehen, was sie sagen. Manche sagen, es ist Bigfoot, der ein Baby-Bigfoot trägt. Andere sagen, es ist Bigfoot, der ein Reh trägt.

Einige Tage später wurde das Video auch auf dem YouTube-Kanal der RMSO online gestellt (s. unten). Weitere folgten, in denen auch Analysen gewagt wurden. In den hunderten Kommentaren der Videos herrscht alles andere als Einigkeit darüber, was hier zu sehen ist. Verständlich, da man alles und nichts in das Bildmaterial deuten kann.

Kein Zweifel dürfte allerdings darin bestehen, dass hier ein menschliches Wesen durch den Fluss schreitet. Eine humanoide Gestalt, die exakt wie ein Bigfoot nach den zahllosen Augenzeugenberichten aussieht. Ebenso gut kann es ein Witzbold sein, der in einem Kostüm steckt. Oder eben doch ein derartiges Tier …

Mehr Zweifel als Fakten

Denn Zweifel an der Herkunft des Filmes sind überaus berechtigt. Was schon allein bei dem Umstand beginnt, dass das Filmchen nur 4,7 Sekunden lang ist. Sekunden, nicht Minuten.

Das „Netzwerk für Kryptozoologie„, ein Verbund verschiedener Interessierter und Kryptozoologen (mehr HIER), sieht das Bildmaterial ebenfalls sehr kritisch. In einer ersten Analyse dort bemängelt auch Tobias Möser die Kürze des Materials:

Angeblich ist der Film länger, aber die Filmer haben technische Probleme, so große Dateien zu versenden.

Das als Ausrede erscheint mir zu Zeiten von Dropbox, Wetransfer, Cloud-Speicher oder der Möglichkeit, eine Speicherkarte per Post zu verschicken, ohne sich direkt in immense Kosten zu stürzen, unwahrscheinlich. Wir werden also über den tatsächlichen Grund spekulieren müssen, und den Rest des Videos möglicherweise niemals zu Gesicht bekommen.

Dieser Einschätzung kann man nur zustimmen.

Noch ein weiteres Detail ließ Möser „misstrauisch werden“. Und zwar die Brust des „Affenmenschen„, die er und auch andere zu erkennen glauben. Wenn es eine weibliche Brust ist, so Möser, „stimmt mit der Sache höchstwahrscheinlich etwas nicht“. Er führt weiter aus:

Alle nicht-menschlichen Primaten-Weibchen tragen vergleichsweise kleine, flach anliegende Brüste, selbst wenn sie stillen. Nur beim Menschen sind sie außerhalb der Stillzeit in der Silhouette deutlich sichtbar, so war es vermutlich auch bei unseren näheren Verwandten. Mangels Skelettbestandteile ist das aber nicht überliefert. Da aus geologischen Gründen der Bigfoot (sofern es ihn gibt) den Menschenaffen und nicht den Menschen im weiteren Sinne zugeordnet werden müsste, ist eine pralle Brust nicht zu erwarten. Dies könnte auf einen Fehler des Kostümbauers und damit auf einen Hoax hinweisen.

In der Tat spricht mehr für einen Gag als für einen echten Bigfoot. Zumal ein gut gemachtes und von einer entsprechenden Person richtig in Szene gesetztes Kostüm in einem Video wohl niemals als genau das erkannt würde. Umgekehrt würde wohl ein tatsächlich existierender und gefilmter Bigfoot schnell als „Mann im Affenkostüm“ angesehen werden. Außer der Filmer ist nahe genug an dem „Biest“ dran, so dass kein Zweifel an der wahren Natur des Tieres bestünde.

Darauf ist weiter zu warten …

Video

Video vom 12. Juli 2021

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Die Visionen und Botschaften des „Propheten“ Christoph Kotter: Religiöse Halluzinationen oder doch mehr?

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Die Visionen und Botschaften des "Propheten" Christoph Kotter: Religiöse Halluzinationen oder doch mehr? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die Visionen und Botschaften des „Propheten“ Christoph Kotter: Religiöse Halluzinationen oder doch mehr? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

„Propheten“ waren nicht nur greise Männer mit langen Bärten, die die Bücher der Bibel vor Jahrtausenden geschrieben haben. Menschen, die angeblich im „Namen Gottes“ oder einer anderen „Macht“ handelten, gab es schon immer. Bis heute. Und einige werden – meistens von der Nachwelt – als Propheten bezeichnet. Einer von ihnen war der Apokalyptiker Christoph Kotter aus Langenau bei Görlitz, der 1616 unverhofft von einem „Engel“ zum Sprachrohr des Himmels berufen worden sein soll. Und seine „Visionen“ werfen heute mehr denn je Fragen auf. Warum erfahrt Ihr hier.


Propheten als Mittler „fremder Mächte“

Bei dem Wort „Propheten“ denken die allermeisten Menschen sicher an greise Männer mit langen Bärten, die die Bücher der Bibel geschrieben haben. Menschen, die vor tausenden von Jahren lebten und „im Namen Gottes“ handelten. Ein klarer Irrtum!

Propheten gab es nicht nur in biblischen Zeiten, sondern sie gab es durch die Jahrhunderte hinweg. Und es gibt sie durchaus bis heute. Ob sie sich selber so nannten, ihre Anhänger oder Kritiker sie so bezeichnen, die Nachwelt ihnen diesen „Titel“ verlieh, spielt dabei keine Rolle. Auch nicht, ob sie „echte“ oder „falsche“ Propheten waren oder sind.

Die Grundeinstellung solcher Propheten selber ist jedoch seit tausenden von Jahren gleich geblieben. Sie glauben oder behaupten, dass sie in Namen einer „hören Macht“ sprechen und handeln. Hierbei ist diese „Macht“ an sich eine Variable. Von „Gott“/„Göttern“, „Außerirdischen“ bis „Satan“ kann hier nahezu alles eingesetzt werden.

Ein solcher Prophet war Christoph Kotter, der 1585 in Langenau bei Görlitz geboren wurde. Heute die Stadt Piensk im Westen von Polen an der Grenze zu Deutschland. Kotter war ein einfacher Mann, der im nur wenige Kilometer entfernten Görlitz den Beruf des Gerbers erlernte. Nach seiner Ausbildung lebte und arbeitete er als Gerber in Sprottau, dem polnischen Szprotawa.

Ein unspektakuläres Leben in den schweren Jahren des dreißigjährigen Krieges in der Provinz. Das änderte sich schlagartig, als Kotter bereits 31 Jahre alt war.

Der „Engel“ des Christoph Kotter

Am 11. Juni 1616 war er in Richtung Görlitz unterwegs, als ihm plötzlich wie aus dem Nichts ein „Engel“ des Himmels erscheint. Der Beginn einer ganzen Reihe von Visionen bzw. Begegnungen mit diesem Himmelsboten. Ein Engel, der überaus ungewöhnlich ausgesehen haben soll. Zumindest nicht wie ein Engel, wie man sich ihn heute gerne vorstellt:

„(…) eine Person in gestalt eines Hammermanns / in einem grawen Rock / vnd schwarzen Stieffeln / (…) eine schöne Person / vnd lieblich anzusehen.

Ein „Hammermann“ war ein Bergmann. Auch wenn das nicht gerade nach einem „klassischen Engel“ klingt, verlangte die Erscheinung von Kotter, dass er fortan durch das Land ziehen und predigen solle. Apokalyptische Botschaften von einem Strafgericht und die Aufforderung zur Buße vor Gott, langen dem Engel auf dem Herzen.

Hierzu fehlte Kötter scheinbar aber die Motivation, da er sich weigerte, diese Mission anzunehmen. Er schien die himmlische Erscheinung offenbar nicht ernst genommen zu haben. Der Himmelsbote indes nahm seine Mission sehr ernst, denn nach mehrmaligen Erscheinungen und Drohungen gab Kotter schließlich nach. Er begann zu predigen und wurde zum Propheten.

Christoph Kotter zog fortan durch das Land und verbreitete seine Botschaften. Mehrfach kontaktierte ihn während seiner Tätigkeit als Wanderprediger auch der Engel erneut. Mit seltsamen Folgen: Nach jedem Treffen mit seinem himmlischen Lehrmeister, fand sich Kotter an fremden Orten wieder. Nicht selten lagen diese kilometerweit von seinem vorherigen Standort entfernt in der Fremde. Wie kam er dahin, wird er sich wohl jedes mal selber gefragt haben.

Himmlische Botschaften

Kotters Visionen, Mahnungen und Prophezeiungen fanden im 17. Jahrhundert immer mehr Verbreitung. Schon 1623 erschien ein erstes Flugblatt in Deutsch. 1632 erschien eine ganze Sammlung seiner Weissagungen und selbst 1664 erschienen seine gesammelten Aussagen noch in London und Amsterdam.



Da lebte der Prophet Kotter längst nicht mehr. Seine angeblich vom Himmel stammenden Visionen und Mahnreden brachten ihm nichts als Ärger ein. Sie wurden als Kampf zwischen den katholischen und protestantischen Glauben im dreißigjährigen Krieg gedeutet. Die Aussagen wurden demnach auch immer politischer.

Deshalb landete er bereits 1625 für einige Monate im Kerker, als er eine Prophezeiung vom 25. August 1622 verbreitete, die sich gegen das Haus Habsburg richteten. Darin wurde dessen Niederlage geweissagt. „Der Sinn der Vision ist eindeutig“, so Wilhelm Schmidt-Biggemann in „Apokalypse und Millenarismus im Dreißigjährigen Krieg“ („1648: Krieg und Frieden in Europa“, Bd. 1, 1998)

So wurde Kotter nach seiner Kerkerhaft an den Pranger gestellt und verbannt. Er floh und äußerte fortan keine einzige Prophezeiung mehr. Arm, krank und von Hunger gezeichnet starb er 1647. Dass er bei seiner ersten Begegnung mit dem Engel keine Lust hatte als Prophet tätig zu werden, kann man so durchaus verstehen. Gerade in diesen Jahren des Krieges der Konfessionen.

Ein „religiöser Psychopath“?

Die Drohung des Himmlischen, dass er seinen Namen „aus dem Buch des Lebens löschen“ werde, wenn er die Mission verweigere, zeigte Wirkung. Interessant ist dabei auch der Umstand, der Kotter seien Visionen immer von diesem seltsamen Engel bekommen haben will. Nie von Jesus Christus oder Gott selber, wie es bei Katholiken eigentlich „üblich“ ist. Auf diesem Umstand verwies schon 1993 der Mystery-Autor Ulrich Magin in seinem Buch „Trolle, Yetis, Tatzelwürmer“. Ebenso darauf, dass Kotter „zahlenmystische Abhandlungen und astronomische Legenden“ schrieb, die durch Abschriften in mehreren Ländern Veröffentlichungen fanden.

Was sollte dieser vom Himmel gekommene Botschafter des Herrn sich dabei gedacht haben? War Kotter ein „Träumer“, „Visionär“ oder nur ein „religiöser Psychopath“? Ein „frommer Spinner“? Erhielt er seine Prophezeiungen in einer Art psychologischen Ausnahmezustand, während derer er kilometerweit durch die Gegend lief, ohne sich danach an den Wanderung zu erinnern? So deutet es zumindest der Folklorist Will-Erich Peuckert.

„Psychopathische ‚Reisen ins Dämmerreich‘“ habe Kotter erlebt, so Peuckert im „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“. Denn bis in diese berühmte 10-bändige Enzyklopädie (Bd. VI. und IX.) hat es Kotter mit seinen mutmaßlichen Halluzinationen geschafft. Sie erschien bereits zwischen 1927 und 1942.

Psychologische Streiche des Gehirns?

Was ist von diesen Visionen und vor allem Ortsversetzungen zu halten, die Kotter widerfahren sein sollen? Stehen sie mit UFO-Entführungen in Zusammenhang, wie sich beispielsweise der UFO-Forscher Dr. Johannes Fiebag in seinem Buch „Die Anderen“ 1993 fragte.

Auch Ulrich Magin sieht durchaus eine Verbindung mit dem „modernen“ UFO-Phänomen der Entführungen. Er ist jedoch der Meinung, dass bei Kotter ebenso psychologische Ursachen vorliegen, wie bei angeblichen Entführungen durch Außerirdische. Beides wäre demnach eine Kopfsache, bei denen das Gehirn Streiche spielt. Magin schreibt in seinem Buch „Trolle, Yetis, Tatzelwürmer“ unter anderem dazu:

Bei diesem Fall zeigt sich, was auf Visionen religiöser Natur allgemein zutrifft: sie sind kaum unterscheidbar von heutigen Begegnungen mit Außerirdischen und angeblichen Entführungen durch sie. Aus einem einsamen Weg verliert ein Zeuge das Bewusstsein; als er sich später zu erinnern glaubt oder versucht, den Zeitverlust zu rekonstruieren, entsteht eine Geschichte von einem Kontakt zu übernatürlichen Wesen, die den Wahrnehmer in ein anderes Land oder eine andere Wirklichkeit getragen haben, wo der Zeuge Botschaften hört, die er weitergeben soll. Die Begegnung macht ihn zum ‚Auserwählten‘.

Von der Hand zu weisen ist es nicht, das „religiöse Visionen“ und „Alien-Begegnungen“ klare Parallelen zeigen. Das gilt auch für Begegnungen mit fremden Wesen wie Zwerge, Elfen, Feen oder Trolle, von den Märchen und Sagen erzählen. In verschiedenen Büchern habe ich diese Ähnlichkeiten und mutmaßlichen Zusammenhänge mehrfach dargelegt.

UFOs und religiöse Visionen

Im Fall Kotter wäre es demnach so, dass er während seiner Visionen und dem Empfang der himmlischen Botschaften des Engels geradezu in Trance durch die Landschaft lief. Das kann sein, nur wird es wird niemand mehr mit Gewissheit nachprüfen können.

Ähnlichkeiten und gleiche Kerne bedeuten aber nicht gleich, dass sie real und physisch sind und waren. Dennoch kann man nicht ausschließen, dass in ihrer Substanz gleiche Erlebnisse und Erzählungen eben ganz einfach auch auf gleiche Erfahrungen beruhen. Nämlich den Kontakt mit realen „fremden Wesen“. Was diese dann wiederum mit solchen Kontakten bezwecken wollten, darüber streiten sich UFO-Forscher und Mystery-Jäger.

Und wäre Kotter tatsächlich nur einer spirituellen Halluzination und damit einem psychologischen Ausnahmezustand erlegen: Warum hat ihn scheinbar niemand bei diesen „visionellen Wanderungen“ gesehen? Zumindest liegen solche Zeugenaussagen nicht vor. Niemand scheint ihm begegnet zu sein, als er geradezu „high“ während seiner Erfahrungen durch die Gegend streifte. Oder, ganz anders, hat Kotter schlicht und einfach gelogen?

Die Geschichte Kotters ist wohl niemals eindeutig zu erklären.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Prä-Astronautik, Mysterien der Vergangenheit und die „Science-Fiction-Archäologie“ von „Ancient Aliens“: Immer nur Feinde in den Mainstreammedien?

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Prä-Astronautik, Mysterien der Vergangenheit und "Science-Fiction-Archäologie" in den Mainstreammedien: immer nur Feinde? (Bilder: LAF/E. v. Däniken/Archiv / Montage: Fischinger-Online)
Prä-Astronautik, Mysterien der Vergangenheit und „Science-Fiction-Archäologie“ in den Mainstreammedien: immer nur Feinde? (Bilder: LAF/E. v. Däniken/Archiv / Montage: Fischinger-Online)

Die sogenannten Mainstreammedien standen schon vor 50 Jahren der Prä-Astronautik meistens „feindlich“ gegenüber. In den Boomjahren der Idee, dass die Götter der Vergangenheit Raumfahrer aus dem All waren, hagelte es Kritik in den Massenmedien an diesen Spekulationen. Das ebbte mit dem Rückgang des öffentlichen Interesses an diesen Ideen ab. Bis vor rund 10 Jahren die TV-Serie „Ancient Aliens“ aus den USA ins Fernsehen kam und damit dieser Thematik eine neue Beliebtheit verschaffte. Für die Medien erneut ein gefundenes Fressen, da seit dem die fragwürdige Serie „Ancient Aliens“ als „die“ Prä-Astronautik gilt. Sind sich also etablierte Medien und Themen aus der Welt der Rätsel der Archäologie erneut spinnefeind? Ja und nein, wie es zwei Beispiele aus ein und derselben Zeitung hier zeigen werden.


Ancient Aliens und der Mainstream

Die Idee, dass irgendwann vor Jahrtausenden Außerirdische auf der Erde waren, ist seit rund 50 Jahren weltweit als Prä-Astronautik bekannt. Seit den 1990ger Jahren auch häufig Paläo-SETI genannt und heute vor allem als „Ancient Aliens“ weithin ein Begriff. Hergeleitet von der erfolgreichen TV-Dokuserie aus den USA.

Gerade die TV-Dokumentationen von „Ancient Aliens“ sind es, die der Prä-Astronautik in den letzten 11 Jahren eine unverhoffte neue Bekanntheit bescherten. In bisher 15 Staffeln mit aktuell 191 Folgen seit dessen Start 2009. Ein neuer Boom, der das Thema für eine neue Generation kostenlos in das TV brachte, die sich dadurch über allerlei Mysterien der Welt und den Raumfahrern der Antike „informieren“ könne. Ohne, dass sie teure Bücher kaufen müssen.

Natürlich geht der Erfolg der Serie nicht unbemerkt an der etablierten Archäologie und den Mainstreammedien vorbei. Mit einem praktisch ausnahmslos kritischen Grundtenor gegenüber der Dokuserie. Vor allem online finden sich deshalb für jeden frei zugänglich diverse Kritiken und Beiträge, die der Fernsehserie mehr als skeptisch gegenüber stehen.

Auch auf diesem Blog war in der Vergangenheit „Ancient Aliens“ immer wieder Thema. (Link dazu HIER)

Innerhalb der „Anhänger“ der Prä-Astronautik sieht wohl die Mehrheit diese US-Serie ebenfalls mehr als kritisch. Zumal sie sich inhaltlich schon sehr lange vom eigentlichen Thema – kamen die Götter au dem All? – entfernt hat. Längst werden dort sämtliche Rätsel und Mysterien der Welt thematisiert. Angereichert mit oftmals nicht mehr nachvollziehbaren Spekulationen, Behauptungen und Aussagen rund um Außerirdische in der Vergangenheit und diverse ungelöste Rätsel der Menschheit.

Prä-Astronautik = „Ancient Aliens“

Für sehr viele „alte Hasen“ und offen an der Thematik interessierte Menschen ist deshalb die US-Dokuserie längst indiskutabel geworden. Befürworter der Überlegungen um Aliens in der Vorgeschichte sahen die 1. Staffel der Reihe (s. Link unten) noch vielfach mit Wohlwollen. Was sich aber im Laufe der Serie schnell änderte, wie man zumindest sehr deutlich im deutschen Sprachraum innerhalb der Interessierten erkennt.

Obwohl sicher Zuschauer der Sendung erst durch diese  ihr Interesse für Prä-Astronautik, UFOs und ähnliche Themen entdecken werden. Denn ein immer wiederkehrender Vorwurf ist, dass „Ancient Aliens“ das gesamte Feld der Grenzwissenschaft und der „Raumfahrt im Altertum?“ nur noch ins Absurde führt. Das heißt, dass dadurch eine sachliche Beschäftigung damit nicht mehr möglich ist. Die Öffentlichkeit und damit vor allem der Mainstream sehen nur noch: Prä-Astronautik = „Ancient Aliens“.

Tatsächlich zeigt sich in den letzten Jahren, dass die sogenannten „etablierten Medien“ ihr „Wissen“ rund um solche Phänomene vielfach aus genau dieser Serie herleiten. Was übrigens im wesentlich stärkerem Maße für die „neue Generation“ der Prä-Astronautiker gilt!

Objektive und neutrale Berichte, Artikel und Meldungen rund um Mythen und Rätsel der Menschheit waren schon immer Mangelware. Hier wird gerne schwarz-weiß gedacht. Entweder ist alles rund weg Quatsch von Phantasten oder eine „sensationelle Enthüllung“, wie es Boulevardmedien gerne anpreisen.

Ausnahmen sucht man meistens vergeblich. Und doch findet man sie – man muss nur lange genug nach ihnen suchen. Umso mehr freut es alles Freunde des Phantastischen, der Grenzwissenschaft und vor allem der Prä-Astronautik, wenn eine solche Ausnahme in den Mainstreammedien gefunden wird.

Rätselhafte Vergangenheit

So wie der Artikel „Rätselhafte Vergangenheit“ der Redakteurin Christina Mondolfo, der am 22. Mai in der „Wiener Zeitung“ erschien. Immerhin eine österreichische Tageszeitung mit einer über 300-jährigen Geschichte.

Offensichtlich ist die Autorin des umfangreichen Beitrages um Neutralität bemüht, während sie diverse Rätsel der Archäologie und Vergangenheit thematisiert. Aufgrund der dort ausgewählten Beispiele lässt sich erkennen, dass hier mehrere Quellen herangezogen wurden. Unter anderem entsprechende Dokus des ZDF, die bereits HIER vorgestellt wurden.

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Doch auf den so oft üblichen Hohn und Spott wurde hier verzichtet. Auch gegen die „Anhänger der Prä-Astronautik“, wie es dort heißt. Eine neutral verfasste Vorstellung großer und kleiner Mysterien, zu denen Mondolfo abschließend schreibt:

Die Liste mit rätselhaften Bauwerken, Artefakten oder Schriftstücken könnte vermutlich eine vielbändige Enzyklopädie füllen und da man vermutet, dass bisher erst ein kleiner Teil aller möglichen archäologischen Funde ausgegraben ist, kann dieses Lexikon des Geheimnisvollen noch viel umfangreicher werden. Doch schon Albert Einstein wusste: ‚Das Schönste, das wir entdecken können, ist das Geheimnisvolle.‘ So gesehen können wir nur hoffen, dass Wissenschaft und Forschung noch viel Rätselhaftes finden.

Die Science-Fiction-Archäologie

Wer jetzt aber glaubt, dass die „Wiener Zeitung“ die Prä-Astronautik nicht auch ganz anders darstellen kann, der irrt. Geschehen bereits 2014 in dem Artikel „Die Science-Fiction-Archäologie“ von Edwin Baumgartner. Dessen scharfe Kritik an den Ideen der Prä-Astronautik leitet sich augenscheinlich von der Serie „Ancient Aliens“, da er dazu schreibt:

Prinzipiell wäre diese Science-Fiction-Archäologie kein Wort wert, würde sie nicht, nach merklichem Abflauen in den Achtzigerjahren, derzeit wieder an Boden gewinnen. Nicht nur das Internet macht’s möglich, wo ohnedies jede Verschwörung, jede fliegende Untertasse und selbstverständlich auch der Yeti Anhänger findet – die Präastronautik hat es sogar in einen Wissenschaftskanal des Fernsehens geschafft: ‚Ancient Aliens‘ (…)

Die totale Desinformation jenseits aller Wissenschaftlichkeit und Wahrheit ist dem History Channel im Grunde fremd. ‚Ancient Aliens‘ ist die Ausnahme.

Baumgartners Artikel beschreibt in weiten Teilen den Anfang der Prä-Astronautik und einige ihrer Vertreter bzw. Ideengeber um dann direkt festzustellen:

Damit sind wir bei der Gretchenfrage: Was ist dran an der Präastronautik? Die Antwort ist einfach: nichts.

Nicht, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, sondern, weil die gesamte Präastronautik auf einem Konglomerat von ignorierten Fakten und ignorierter Wissenschaft beruht – und auf einer fehlerhaften Erkenntnisfindung: Statt die beim Ansatz unbekannte These aus den Fakten abzuleiten, werden zur als Wahrheit angenommenen These Beweise gesucht.“

Hierzu nennt er einige wenige Beispiele, die er offensichtlich aus der Serie „Ancient Aliens“ hat. Zum Beispiel die Fakes des Autors Zecharia Sitchin, die auf diesem Blog bereits mehrfach zur Sprache kamen. Ebenso angeblich fragwürdige Interpretationen „der Präastronautiker“ von alten Darstellungen als Astronauten oder die Behauptungen um die Ruinenstätte von Puma Punku unweit des Titicacasee in Bolivien.

Alles in einen Topf?

Obwohl der Artikel nur am Ende leicht spezielle Themen der Prä-Astronautik anspricht, steht für den Autor fest, dass „Ancient Aliens“ und damit schlicht und einfach die gesamte Prä-Astronautik nichts als Unsinn ist:

Nicht ein einziger dieser sogenannten Beweise der Präastronautik hält auch nur diesem genauen Hinschauen stand. Unsere Vorfahren waren vielmehr clevere Kerlchen, die zu erstaunlichen Leistungen fähig waren. Sie waren weder eine tumbe Sklavenrasse noch brauchten sie Entwicklungshilfe von Raumfahrern aus hintergalaktischen Gefilden.“

An diesem nunmehr sechs Jahre alten Artikel in der „Wiener Zeitung“ sieht man sehr schön, wie aufgrund einer TV-Serie das gesamte Feld der Astronautengötter samt und sonderst im Mainstream „verteufelt“ wird. Auch wenn in Baumgartners Artikel nur im letzten Drittel auf das eigentliche Thema eingegangen wurde. Schon 2014, als der Artikel von Baumgartner erstmals auf diesem Bog in einem Posting vorgestellt wurde, schrieb ich:

Damit ist leider (zumindest in diesem Zeitungsartikel) genau das passiert, was ich immer mit Argwohn sehe: Die Ancient Aliens-Serie wurde mit der ‚eigentlichen Prä-Astronautik‘ in einen Topf geworfen! Somit ist es auch kein Wunder, dass in dem Beitrag auch darauf hingewiesen wird, dass die Prä-Astronautik sehr oft an völlig überholten Ideen festhält. Es dürfte sicherlich ja auch kein Geheimnis sein, dass es wirklich neue große Themen bei den Ancient Astronauts schon lange nicht mehr gibt. Zumindest für all jene Mystery-Freunde, die sich schon lange mit diesen Ideen befassen oder sich intensiv diesem Hobby widmen …

Besser wurde es in den letzten sechs Jahre dabei nicht!

Zwei Veröffentlichungen in ein und derselben Zeitung „des Mainstream“ – und doch mit zwei vollkommen unterschiedlichen Grundaussagen. Und damit ein ausgezeichnetes Beispiel, dass der Mystery-Jäger oder „der“ Prä-Astronautiker immer alle Seiten der Medaille lesen sollte.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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