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70 Jahre UFOs: Am 24. Juni 1947 wurden die “Fliegenden Untertassen” geboren – durch einen Irrtum in der Presse?

70 Jahre UFOs: Am 24. Juni 1947 wurden die Fliegenden Untertassen geboren (Bilder: gemeinfrei)
70 Jahre UFOs: Am 24. Juni 1947 wurden der Begriff “Fliegende Untertassen” in die Welt gesetzt (Bilder: gemeinfrei)

Kein UFO-Forscher der Welt benutzt heute noch den Begriff “Fliegende Unterassen” für UFOs. Doch diese Bezeichnung ist in der Bevölkerung noch immer sehr weit verbreitet und den meisten Menschen bekannt. In den 1950er und 1960er Jahren trug vor allem auch Hollywood durch zahlreiche Science-Fiction-Filme stark zur Verbreitung der Bezeichnung “Fliegenden Unterassen” bei, über den man heute eher schmunzeln muss. Diese fliegen Scheiben feiern aktuell ihren 70. Geburtstag, da erst die UFO-Sichtung des Piloten Kenneth Arnold am 24. Juni 1947 zur eigentlichen Geburtsstunde der flying saucer wurde. Und dabei hatte Kenneth Arnold damals überhaupt keine “Fliegenden Untertassen” gesehen – die Presse erfand sie. Behauptetet er zumindest später …

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Happy Birthday, fliegende Unterassen!

Nun gibt es sie am 24. Juni 2017 bereits 70 Jahre und spätestens seit diesem denkwürdigen Sommertag 1947 haben alle, die sich mit dem Thema “Fliegende Untertassen beschäftigen, nicht mehr alle Tassen im Schrank. Zumindest in in Augen all jener, die sich damit nicht beschäftigen.

Die breite Masse der Bevölkerung denkt bei UFOs bis heute an fliegende Unterassen. Diese Form von fliegenden Scheiben am Himmel ist genau jene, an die die meisten Menschen sofort denken, wenn sie irgendwie etwas von UFOs hören. Natürlich weiß jeder UFO-Forscher von der Vielzahl an Formen, die unbekannte Objekte am Himmel (oder sonst wo) haben können, aber die Scheibe ist der Klassiker. Obwohl schon in den ersten Jahrzehnten der UFO-Forschung nicht nur Objekte gesehen wurden, die wie zwei übereinander gelegte Untertassen ausgesehen haben sollen.

Wie die fliegenden Unterassen in den Himmel kamen

Im Juni 1947 erblickten die Untertassen das Licht der Welt. Durch die vermeintlich erste UFO-Sichtung der Geschichte, die Kenneth Arnold am 24. dieses Monats nahe dem Mount Rainer, US-Bundesstaat Washington, machte. Zwar gab es bereits vor dem 24. Juni 1947 Sichtungen von unbekannten Objekten am Himmel, doch erst der Fall Arnold prägte durch die Presse den Begriff der “Fliegenden Unterasse”.

Was war geschehen?

YouTube-Video, diesmal zur Frage „Warum sehen UFO-Zeugen scheinbar immer andere Modelle bzw. UFO-Typen?“ (Bild: Lars A. Fischinger)
YouTube-Video: Warum sehen UFO-Zeugen scheinbar immer andere Modelle bzw. UFO-Typen? (Bild: L. A. Fischinger)

Der Privatpilot Kenneth Arnold sah an diesem Tag währen eines Fluges neun fremdartige Objekte am Himmel, die er sich nicht erklären konnte. Seiner Schätzung nach flogen die Objekte mit über 1000 Meilen pro Stunde, was über 1600 Kilometer pro Stunde entsprechen würde. Und das im Jahre 1947.

Dieser Sichtung des “Privatpiloten und seriösen Geschäftsmann”, so die CIA über ihn, “folgte eine Flut von weiteren Sichtungen, darunter auch Berichte von Militär- und Zivilpiloten und Fluglotsen, überall in den Vereinigten Staaten”.

Acht dieser Objekte sollen nach Arnold rund und flach gewesen sein. Das andere Objekt habe die Form einer Sichel gehabt. Die Presse formte damals aus  Bezeichnungen wie “saucer-like aircraft” oder “shaped like saucers” die “Fliegenden Untertassen”, die flying saucer, waren geboren.

Von nun an wurde der Terminus der “Fliegenden Untertassen” für Beobachtungen von unbekannten Objekten fester Bestandteil der UFO-Forschung. Ein Terminus, den aber heute natürlich kaum einer mehr verendet.

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UFOs in Unterrassenform waren jedoch schon viele Jahre vor Arnold seiner Begegnung 1947 in der Science-Fiction bekannt. Beispielsweise als Raumschiffe für diverse Helden im All. Das “National Investigations Committee on Aerial Phenomena” (NARCAP) hat dazu im Zusammenhang mit der Arnold-Sichtung bereits 2010 eine sehr umfangreiche Studie veröffentlicht, die HIER zu finden ist.

Von der Presse falsch zitiert?

Der durch die UFOs von Kenneth Arnold bzw. der medialen Berichterstattung danach losgetretenen Untertassen-Boom in den USA, ließ sich nicht mehr stoppen. Da nutzte es auch nicht, dass Arnold selber beispielsweise am 7. April 1950 in einem Radiointerview mit Edward R. Murrow von CBS etwas anders sagte. So berichtete Arnold in der Radiosendung “The Case for the Flying Saucers” unter anderem:

“(…) als ich beschrieben habe, wie sie flogen, sagte ich, dass sie fliegen, wie wenn Du einen Teller nehmen würdest und ihn über das Wasser springen lässt. Die meisten Zeitungen haben das missverstanden und zitierten mich falsch. Sie schrieben, dass ich gesagt hätte, sie seien tellerartig. Ich sagte, sie flogen tellerartig.”

Damit wäre also “hüpfen” oder “springen” gemeint oder auch eine Art “Sinuskurve”. Jedenfalls nicht gradlinig auf einer konstanten Flughöhe.

Arnold habe, so sagte er, den Begriff “Scheibe” (disk) benutzt und eben nicht “Untertasse”(saucer). Es scheint, als habe Arnold in dem Radiointerview im April 1950 irgendwie versucht zu “revidieren”, dass er an dem Boom der fliegenden Untertassen verantwortlich sei. Zumindest aber an der 1950 unlängst in aller Munde befindlichen Bezeichnung der unbekannten Objekten am Himmel.

Rückblickend war das aber so nicht ganz richtig, was Arnold gegenüber CBS sagte.

Kenneth Arnold, ein Artikel und die US-Air Force

In dem Magazin “FATE” jedenfalls schildert Arnold die Sache selber etwas anders. In der sehr bekannten Ausgabe vom Februar 1948, in der Arnold in dem Artikel “I Did See the Flying Disks” von seiner Sichtung berichtete, nutzte er auf Seite 7 die klare Formulierung “saucer-like objects”.

Er sprach also rund zwei Jahre vor dem CBS-Interview in seinem Artikel in “FATE” von “untertassen-ähnlichen Objekten”. Auf Seite 8 wiederum nennt er in seiner Veröffentlichung die Flugobjekte eindeutig “saucer-like disks”: “untertassen-ähnliche Scheiben”. Das kling schon sehr deutlich nach den “Fliegenden Untertassen”, wie ich finde.

Doch damit nicht genug:

Auszüge aus dem Schreiben von Kenneth Arnold an die US-Air Force von 1947 (Bilder: gemeinfrei)
Auszüge aus dem Schreiben von Kenneth Arnold an die US-Air Force von 1947 (Bilder: gemeinfrei)

Vor der Veröffentlichung des Artikel “I Did See the Flying Disks” in der Erstausgabe von “FATE” meldetet Kenneth Arnold seine UFO-Bobachtungen nahe dem Mount Rainer 1947 auch der US-Air Force in Form eines neun Seiten langen Schreibens. Dabei handelt es sich grundsätzlich um eine Art 1. Version seines Artikels, der später in “FATE” erschien. Lediglich geringe Abweichungen sind zu finden. Arnold hat diesen Brief genommen und leicht geändert im Februar 1948 als Artikel veröffentlicht.

Der Brief von Arnold fand damals Einzug in das UFO-Forschungsprojekt “SIGN” der US-Air Force. “SING” war eine offizielle UFO-Untersuchung der US-Regierung, die aufgrund der enormen Anzahl an Meldungen von unbekannten Objekten und dem angeblichen UFO-Absturz von Roswell nur ca. einen Monat nach dem Erlebnis von Arnold ins Leben gerufen wurde.

In den für jeden online zugänglichen Akten findet sich auch der Brief von Arnold von 1947. Bereits darin sind die “Untertassen-Beschreibungen” auf Seite 5 und 7 zu finden, die er später so in seinem Artikel übernahm, der aus diesem Text entstand (s. Bild).

Damit können wir ruhigen Gewissens dieses Jahr am 24. Juni, dem Tag der Arnold-Sichtung, “70 Jahre fliegende Untertassen” feiern.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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+++Artikel+++ Eine UFO-Landung und außerirdische “Wesen von an­deren Welten” schon 1661 in Tibet?

Kam es - vor Zeuge - schon im Jahre 1661 zu einer UFO-Landung in Tibet? (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Kam es – vor Zeuge – schon im Jahre 1661 zu einer UFO-Landung in Tibet? (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Die Mystery-Forschung sucht in allen Jahrhunderten nach Spuren  mutmaßlicher Außerirdischer. Nicht nur Wesen der Folklore werden dabei bemüht, sondern auch Berichte von Historikern und Chronisten über rätselhafte Objekte am Himmel. Tatsächlich kam es bekanntlich auch im Mittelalter zu Sichtungen von unbekannten “Dingen” am Himmel und fremden Wesen. Doch die Geschichte einer solchen UFO-Sichtung aus dem Jahre 1661 ist dabei von ganz besonderem Interesse in der grenzwissenschaftlichen Literatur: Die UFO-Sichtung von Pater Albert d’Orville in Tibet, bei der er von einem tibetanischen Lama auch von “Wesen von an­deren Welten” erfahren haben soll. Wesen, die seit Jahrhunderten das All bereisen und den ersten Menschen Wissen und Weisheit brachten. Was genau hinter diesem frühen UFO-Bericht steckt und was wir daraus lernen können, erfahrt Ihr hier.

 

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(Posting vom 21. April 2012 nach einem Artikel von ca. 2006)

Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Angeblich, so die Ansicht der modernen Medien, ist das Geburtsjahr von UFOs im Sinne von “fliegenden Untertassen” das Jahr 1947. Herkunft der UFO-Geschichten sein dabei die USA. 1947 war jedoch in der Tat ein besonderes Jahr für die UFOlogen, denn damals kam es zum legendären Zwischenfall in Roswell, USA, wo angeblich ein UFO abgestürzt ist und die Regierung das außerirdische Vehikel barg und versteckte. Bis heute.

Ebenso kam es im Jahre 1947 zu der UFO-Sichtung des Privatpiloten Kenneth Arnold aus den USA, der neun seltsame Objekte aus seinem Flugzeug beobachtete. Die Presse prägte damals den Begriff “fliegende Untertassen”.

UFOs sind uralt

In gewisser Hinsicht ist also der Mythos der fliegenden Unterassen tatsächlich erst rund 70 Jahre alt. Doch, dass das nicht so ist, haben UFO-Autoren unlängst belegt. Denn schon vor dem Wendejahr 1947 kam es in aller Welt zu Sichtungen von seltsamen Dingen am Himmel. Ausgehend von der Tatsache, dass die Erde mit etwa 4,5 Milliarden Jahren und unsere Zivilisation im Vergleich zum Alter anderer Sterne und dem gesamten Universum mit 13,7 Milliarden Jahren ausgesprochen jung sind – verlegen viele Autoren die Sichtungen von “UFOs” zum Teil sehr, sehr weit in die Vergangenheit.

Artikel von ca. 2006
VIDEO zum Thema: UFOs und fremde Wesen im Mittelalter und seit Jahrtausenden (Bild & Montage: L. A. Fischinger)

So ist es theoretisch durchaus möglich, dass schon vor Jahrtausenden außerirdische Zivilisationen existierten und diese auch unsere Erde besucht haben könnten.

Berühmt ist der Kollege Erich von Däniken, der vor Jahrzehnten damit begann die These zu verbreiten, dass die “Götter” Astronauten waren. Jahrtausende alte Mythen von Wesen des Himmels, so die Idee von Däniken und anderen, seien versteckte Hinweise auf die Anwesenheit von Aliens vor tausenden von Jahren. Ich selber teile diese Idee seit 1989.

Auch im Mittelalter wurde deshalb natürlich nach Spuren dieser mutmaßlichen Aliens gefahndet. Nicht nur die Wesen der Folklore wie Feen und Trolle & Co. wurden bemüht, sondern auch Berichte von Historikern und Chronisten über rätselhafte Objekte am Himmel. Tatsächlich kam es auch im Mittelalter und noch weiter in der Vergangenheit zu Sichtungen von unbekannten Dingen am Himmel. Oder zu Vorfällen, die man als eine UFO-Landung deuten könnte.

Bekannt ist hier vor allem auch in der “Mainstream-Grenzwissenschaft” das berühmte Flugblatt aus dem Jahre 1561 aus Nürnberg. Darin wird von “Rohren” und “Kugeln” berichtet, die über der Stadt am Himmel erschienen sind. Ebenso weit verbreitet ist das Himmelsphänomen, dass sich am Morgen des 7. August 1566 am Himmel über Basel abgespielt hat. An diesem Tag wurden “viele schwarze Kugeln in der Luft” gesehen, die sehr schnell über dem Himmel rasten …

Der UFO-Bericht von 1661

Eine angebliche Sichtung eines UFOs aus dem Jahre 1661 ist dabei von ganz besonderem Interesse in der grenzwissenschaftlichen Literatur und wird seit Jahrzehnten zitiert. Die UFO-Sichtung von Pater Albert d’Orville in Tibet.

UFO-Sichtungen schon 1884! Ein berühmter Lama sah schon vor über 130 Jahren UFOs am Himmel (Bild: L. A. Fischinger /WikiCommons)
UFO-Sichtung schon 1884! Ein berühmter Lama sah schon vor über 130 Jahren UFOs am Himmel (Bild: L. A. Fischinger /WikiCommons)

Unterschiedliche Autoren der UFO-Forschung in Deutschland berichten in ihren Veröffentlichungen von einer sensationell erscheinenden UFO-Sichtung vor Jahrhunderten am Himmel über Tibet. Gelenkt werden diese Objekt von fremden Wesen aus dem All, und es komme auch immer wieder zu einer Art UFO-Landung dieser Fremden in Tibet, wie es dazu weiter heißt.

Angefangen mit dem Bestsellerautor Johannes von Buttlar, der erstmals 1986 in seinem Buch “Sie kommen von fremden Sternen” und dann noch in einigen weiteren Büchern diesen Vorfall zitiert, ist der sonderbare Bericht heute noch immer sehr verbreitet.

In dem UFO-Fall von 1661 heißt es, dass Pater Albert d’Orville sich in diesem Jahr auf eine Expedition oder Reise in Tibet befand und dabei eine sehr rätselhafte Begegnung erlebt hat. Diese wurde von ihm im November 1661 in sein Tagebuch niedergeschrieben, in dem es zu diesem Ereignis von ihm heißt:

November 1661. Meine Aufmerksamkeit wurde auf etwas gelenkt, das sich hoch oben am Himmel bewegte. Zuerst dachte ich es sei eine unbekannte Vogelart, die in diesem Land lebt, bis sich das Ding näherte und die Form eines doppelten chinesischen Hutes annahm, währen es leise drehend flog, als würde es von den unsichtbaren Flü­gel des Windes getragen. Es war sicher ein Wunder, Zauberei. Das Ding flog über der Stadt (Lhasa), und als ob es be­wundert werden wollte, flog es zwei Kreise, wurde dann von Nebel umgeben. Und sie sehr ich auch meine Augen angestrengt habe, es konnte nicht mehr länger gesehen werden.

Ich fragte mich schon, ob nicht die große Höhe, in der ich mich befand, mir einen üblen Streich gespielt hatte, als ich ganz in der Nähe einen Lama bemerkte und ihn fragte, ob er auch gesehen hätte. Nachdem er kopfnickend meine Frage bejahte, erwiderte er mir:

Mein Sohn, was du gesehen hast war keine Zauberei. Wesen von an­deren Welten befahren seit Jahrhunderten die Meere des Raumes und brachten den ersten Menschen, die die Erde bevölkerten, Erleuch­tung, sie verurteilten alle Gewalt und lehrten die Menschen, ein­ander zu lieben, obwohl diese Lehren wie ein Samenkorn sind, das auf Stein ausgesät wurde, und nicht keimen kann. Diese Wesen, die hellhäutig sind, werden von uns stets freundlich empfangen und landen oft in der Nähe unserer Klöster, wenn sie uns lehren und Dinge enthüllen, die verloren gegangen sind in den Jahrhunderten der Kataklysmen, die das Angesicht der Erde verändert haben.

Eine ohne Zweifel mehr als spannende Geschichte für die heutige UFO-Forschung! Zumal die Person des Albert d’Orville tatsächlich existierte und im besagten Jahr auch wirklich in Tibet gewesen ist. Aber ist sie deshalb auch wahr?

Die UFOs und “Wesen von an­deren Welten” des Albert d’Orville

VIDEO & ARTIKEL: Moderne Raketentechnologien und -Ideen vor 500 Jahren: Drei-Stufen-Raketen und Raumfahrt-Visionen im Jahr 1555 (Bild: /NASA / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
VIDEO & ARTIKEL: Moderne Raketentechnologien und -Ideen vor 500 Jahren: Drei-Stufen-Raketen und Raumfahrt-Visionen im Jahr 1555 (Bild: /NASA / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Wahrscheinlich war es von Buttlar, der 1986 den Bericht im Deutschen Raum bekannt machte. In seinem genannten Buch gab er diese jedoch vor nunmehr genau 30 Jahren ohne Angabe einer Quelle wieder. Dennoch wurde die Geschichte über die Sichtungen des d’Orville und der angeblich von dem Lama erzählten Landungen von da an immer wieder zitiert.

Auch von dem einst in der Grenzwissenschaft sehr bekannten und aktiven Autoren Johannes von Buttlar in einigen seiner folgenden Büchern. Ich selber habe beispielsweise die UFO-Geschichte 1996 in meinem ersten Buch zitiert, sie allerdings Jahre später in einem anderen Buch revidiert.

Grund war eine sorgfältige Untersuchung der Geschichte des Soziologen und Mystery-Forschers Ingbert Jüdt, Universität Heidelberg, von der UFO-Forschungsgruppe DEGUFO e.V. Er machte sich 2005 auf die Spurensuche nach den Hintergründen des Tibet-UFOs von 1661 und kam letztlich zu einem niederschmetternden Ergebnis: Die komplette Story der UFO-Landung etc. ist absichtlich gefälscht worden!

Jüdt kam bei seinen Recherchen der Quellen zu dem Schluss, dass die Geschichte über W. Raymond Drakes Buch “Gods and Spacemen throughout History” von 1977 in die deutsche UFO-Literatur kam. Über dieses Buch fand Jüdt daraufhin auch  die ursprüngliche Quelle. Es handelte sich um einen Artikel von Alberto Fenoglio, Italien, in dem Magazin “Clypeus” der bereits im Jahr 1966 erschienen ist.

In diesem Artikel wiederum werden Literaturquellen genannt, die nach den weiteren Recherchen überhaupt nicht existieren. Jüdt schrieb zu dieser nicht existierenden Quelle 2005:

Aufgrund dieser dreifachen Fehlanzeige hinsichtlich Titel, Erscheinungsjahr und Erscheinungsort dürfen wir meines Erachtens ausschließen, dass das genannte Buch jemals existiert hat.”

Johann Wolfgang von Goethe - eine Deutsche Legende: Sah er als Teennager eine UFO-Landung? (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Johann Wolfgang von Goethe – eine Deutsche Legende: Sah er als Teennager eine UFO-Landung? (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Obwohl Albert d’Orville von 1621 bis 1662 wirklich lebte und auch tatsächlich in Tibet und Lhasa war, so ist ein Tagebuch von ihm bisher gänzlich unbekannt. Auch das grenzwissenschaftliche Magazin “Mysteries” (Nr. 1/2004) berichtete vor rund 12 Jahren , dass von dem Geistlichen keinerlei Aufzeichnungen erhalten geblieben seien. Und in Pater Johann Gruebers (der Reisebegleiter von d’Orville 1661) Berichten der Reise, “sucht man Hinweise auf das himmlische Spektakel vergeblich”.

Eine bewusste Fälschung!

Ingbert Jüdt resümiert in seiner Veröffentlichung “Das UFO des Albert d’Orville, die ungeprüfte Weitergabe einer Fälschung” in dem Magazin “DEGUFOFORUM” (Nr. 45) über die Story des Tibet-UFO:

Da der ursprüngliche Gewährsmann für unser Zitat, Alberto Fenoglio, uns nicht existierende Sekundärliteratur unter geschoben hat (…) sind wir meines Erachtens ermächtigt, den Vorwurf einer bewussten Fälschung zu erheben.”

Diese dreiste Geschichte zeigt deutlich, dass die Idee der Aliens vor Jahrhunderten und Jahrtausenden bis heute unbewiesen ist. Sie zeigt aber auch sehr gut, dass es noch viel Forschung bedarf, um einen möglichen Beweis dieser Astronautengötter wirklich zu erbringen. Und vor allem zeigt sie auch, dass es schon vor der Sintflut an Fakes, Betrügereien und Irrtümern zur Grenzwissenschat im Internet solche Schwindel gab. Immerhin stammt die Fälschung mindestens aus dem Jahre 1966., wo an ein Internet nicht zu denken war …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Das uralte UFO-Phänomen! Jahrhundertealte “UFO-Berichte” und Begegnungen mit der Anderswelt / +++ Artikel +++

Das UFO-Phänomen - Mindestens Jahrhunderte alt (Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)
Das UFO-Phänomen: Mindestens Jahrhunderte alt (Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)

Die UFO-Gruppe “Magonia Exchange” um den Gründer Chris Aubeck ist überzeugt, dass das UFO-Phänomen Jahrhunderte alt ist. Nicht erst seit der legendären UFO-Sichtung von Kenneth Arnold 1947 und dem Roswell-UFO-Absturz im selben Jahr gibt es solche Schilderungen. Recherchen in Zeitungsarchiven aus aller Welt zeigen, dass praktisch zu allen Zeiten unerklärliche Erscheinungen am Himmel gesehen wurde, so die UFO-Forscher vor einigen Monaten in Madrid nach der der Auswertung derartigen Dokumente. Doch schon hinter dem Namen der UFO-Forschungsgruppe verbergen sich unglaubliche Geschichten der Vergangenheit … und das ist nur die Spitze des Eisbergs bei der Beschäftigung mit dem UFO-Phänomen .

Von Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Das moderne UFO-Phänomen ist mit Sicherheit im Jahre 1947 geboren worden. Allein schon der angebliche UFO-Absturz im Sommer 1947 in Roswell in den USA war ein Kernauslöser des heutigen UFO-Phänomens. Das ist für grenzwissenschaftliche Autoren und Forscher kein Geheimnis.

Das UFO-Phänomen: uralt?

Umstrittener hingegen ist die Tatsache, wie Berichte aus vergangenen Jahrhunderten zu bewerten sind, die von unbekannten Objekten am Himmel oder auch von seltsamen Wesen aus Anderswelten erzählen. Themen, die sich auch in meinen eigenen Büchern immer wieder aufgegriffen haben. Die UFO-Forscher der Gruppe “Magonia Exchange” gaben im Mai 2015 in Madrid (Spanien) bekannt, dass sie tausende Quellen aus der Vergangenheit nun systematisch nach derartigen Berichten untersucht haben. Der Grüner Chris Aubeck sagte in Madrid zu dem Quellenmaterial der Untersuchung:

Wir haben weltweit etwa 100 Mitglieder. Wir haben etwa 4000 Dokumente, Ausschnitte, Manuskripte aller Art und sogar einige sehr alte Bücher.”

Das Gruppenmitglied Theo Paijmans ergänzte, dass wir nur die “Spitze des Eisberges” sehen und das es UFO-Sichtungen “seit tausenden von Jahren gibt”. Von der Antike bis zum Beginn des heutigen UFO-Phänomen 1947 hätten die UFO-Forscher um Chris Aubeck systematisch Material nach mutmaßlichen UFO-Zeugnissen durchsucht.

Von Aliens entführt? UFO-Entführungen heute und in der Vergangenheit (Bild: WikiCommons / L. A. Fischinger)
VIDEO: Von Aliens entführt? UFO-Entführungen heute und in der Vergangenheit (Bild: WikiCommons / L. A. Fischinger)

Tatsächlich sind in der Prä-Astronautik und der UFO-Forschung solche Schilderungen der Vergangenheit immer wieder in der Diskussion. Beispielsweise habe ich auf dieser Webseite am 7. Juli 2014 einen interessanten “UFO-Bericht” eines Buddhismus-Meisters aus dem Jahr 1884 diskutiert. Aber auch das Thema der “Entführungen durch Außerirdische” ist mit Sicherheit uralt, wie es dieses Video auf YouTube zeigt und wie es zahlreiche Geschichten des Mittelalters nahelegen.

Die Grenzwissenschaft wirft dabei der etablierten Wissenschaft auch immer wieder vor, dass diese derartige Fakten in Sachen “Berichte über Unerklärliches am Himmel” ignoriert. “Märchen” sind eben Geschichten der Folklore und nicht mit den UFOs oder Aliens von heute zu vergleichen (hinter denen nach deren Meinung eh nichts Ungewöhnliches steckt), argumentiert die wissenschaftliche Community. Aber auch dieser Vorwurf an die bodenständigen Forscher ist nicht neu. Schon die Mystery-Legende Charles Fort hat dies in seinen Büchern über das Phantastische in der Welt vor rund 100 Jahren getan.

Charles Fort – der Wegbereiter der Grenzwissenschaft!

Fort, der meiner Meinung nach bis heute zu wenig Beachtung in der Grenzwissenschaft findet, war Zeit seines Lebens ein emsiger Rechercheur aus dem Bereich der Rätsel und Phänomene. Von Fischen, die vom Himmel regnen, bis zum UFO-Phänomen, wie man es eben heute nennt, spürte er unzählige Mystery-Fälle auf. Zehntausende Dokumente sichtete er und verfasste dazu Reihe Reihe von Büchern. Seine über 60.000 Notizen, die in der New Yorker “Public Library” aufbewahrt werden, sind eine einmalige Sammlung des Seltsamen.

"Bevor die UFOs kamen ..." (Bild: L.A. Fischinger)
Aliens & UFOs sind ein uraltes Phänomen: “Bevor die UFOs kamen …” (Bild: L.A. Fischinger)

Ein Beispiel: Ein dramatischer Fall eines unbekannten Objektes ereignete sich nach Fort seinen Recherchen am 12. November 1887 vor der Küste New Scotlands nahe Kap Race (Neufundland). Gegen Mitternacht an diesem Tag konnte die Besatzung des Schiffes „Le Sibérian“ eine riesige Kugel aus Feuer beobachten. Ein Meteor, könnte man meinen. Doch das leuchtende Objekte stürzte nicht ins Meer, sondern stieg aus dem Ozean herauf. In nur rund 16 Metern Höhe flog das “Objekt” auf das Schiff zu und verschwand dann in Richtung Südosten.

Die Zeugen betonten, dass das seltsame Objekt gegen die Windrichtung geflogen sei. Dieser Vorfall liegt weit über 100 Jahre zurück – er geschah in einer Zeit, als es keinerlei irdische Technologie gab, die hierfür verantwortlich gewesen sein könnte. Heute ist das Phänomen als USO bekannt, ein “Unidentified Submarine Object” (nicht identifizierte unterseeisches Objekt), und durchaus ein Teil des modernen UFO-Phänomen.

Fort war damit eine Art Vorgänger als Einzelkämpfer der UFO-Organisation “Magonia Exchange”. Was aber hat es eigentlich mit den Namen der UFO-Gruppe auf sich? Wer oder was ist “Magonia”?

Reisen nach Magonia

Hinter dem Begriff “Magonia” verbirgt sich ein Mystery-Krimi. Magonia war vor über 1000 Jahren eine Art “Luftreich” oder fremdartige Welt, in denen “Luftgeister” mit Namen Sylphen gewohnt haben. Diese Wesen der Lüfte sollen beispielsweise in der Regierungszeit des Frankenkönigs Pippin der Jüngere (714 bis 768 nach Christus), dem Vater von Karl dem Großen, in Frankreich ihr Unwesen getrieben haben. Ganze Menschenmassen hätten diese Sylphen in ihre Anderswelt verschleppt, wie es spätere Berichte dokumentiert haben. Sie kamen in seltsamen “Luftschiffen” herab, nahmen nach belieben arglose Bewohner der europäischen Städte mit nach Magonia und zeigten ihnen dort teilweise allerlei “Zauber”.

Cover von de Villars "Le Comte de Gabalis" (Bild: L.A. Fischinger)
Cover von de Villars “Le Comte de Gabalis” (Bild: L.A. Fischinger)

Im Jahr 1670 veröffentlichte der Geistliche Nicolas-Pierre-Henri de Montfaucon de Villars aus Frankreich ein Buch, in dem er auch diese Ereignisse um Magonia schilderte. Überspitzt gesagt, eine der ersten Veröffentlichungen zum UFO-Phänomen.

Abbé de Villars beschrieb in “Le comte de Gabalis, ou Entretiens sur les sciences secrètes” diese Sylphen des Himmels, „die sich allem Volk in der Luft“ zeigten, wie folgt:

Sie taten es mit Pracht; man sah diese Geschöpfe in menschlicher Gestalt in der Luft, bald in Schlachtordnung fortrückend oder unter Waffen stehend oder ruhend unter prächtigen, bald in Luftschiffen von bewunderungswürdiger Bauart, deren Segel nach dem Geheiß der Zeyphre schwollen.“

Montfaucon de Villars notierte weiter, dass sich die Menschen, die einst diese sonderbaren Phänomen sahen, nicht „über die Beschaffenheit dieses Schauspiels“ nachdachten. “Der Pöbel hielt es für Zauber“, so der Abbé. Karl der Große und Ludwig der Fromme erließen wegen dieser Sylphen des Himmels sogar Verordnungen, die es ihnen verboten, sich den Menschen in ihren Luftschiffen zu zeigen. Das klingt schon mehr als verwunderlich. Doch de Villars notierte in seinem Bericht zu den Geschehnissen sogar:

Um ihnen [dem Volk, L.A.F.] die üble Meinung, welche sie von ihrer unschuldigen Ausrüstung hegten, zu benehmen, entschlossen sie [die Sylphen, L.A.F.] sich, allenthalben Leute zu entführen, sie ihre schönen Weiber, ihren Staat, ihre Regierungsform sehen zu lassen und sie dann an verschiedenen Orten der Welt niederzusetzten. Sie führten diesen Vorsatz aus. Das Volk, das diese Leute herabsinken sah, lief allenthalben hinzu, hielt sie für Zauberer, die sich von ihren Gefährten trennten […]“

UFO-Sichtung 1884? (Bild: L. A. Fischinger /WikiCommons)
ARTIKEL: Auch der buddhistische Meister Hsu Yun sah 1884 UFOs am Himmel (Bild: L. A. Fischinger /WikiCommons)

Diese Schilderungen sind ohne Frage sehr erstaunlich. So sagt dieser doch nichts anders, dass fremde Wesen über die Städte Europas mit Luftschiffen geflogen kamen und Menschen  entführen. Diese Entführten wurden angeblich dann sogar “an verschiedenen Orten der Welt” wieder von den “Geistern” freigelassen. Das klingt nach einem vermeintlich “modernen” UFO-Phänomen.

So etwa erging es auch einer Frau und drei Männern, die in der südfranzösischen Stadt Lyon von den Sylphen abgesetzt wurden und dessen Erlebnis ebenfalls von dem Abbé de Villars nachträglich dokumentiert wurde. In Lyon, so der Bericht, seinen die vier Menschen nach ihrer Entführung „aus diesen Luftschiffen“ gestiegen, so dass sich „die ganze Stadt versammelte“ und die Fremden als böse Zauberer strafen wollte:

Die vier Schuldlosen rechtfertigten sich, sie wären aus dem Lande selbst, wären vor kurzem von seltsamen Leuten entführt worden, sie ihnen unerhörte Wunder gezeigt, und sie gebeten hätten, Nachricht davon zu erteilen.

Der aufgebrachte Mob wollte die vermeintlichen Zauberer auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Doch „Agobard, Bischof von Lyon, der als Mönch in dieser Stadt viel Ansehen erlangt hatte“, eilte herbei, um den Pöbel zu beruhigen. Er erklärte den Versammelten, dass die vier Menschen niemals die berichteten Dinge in Magonia gesehen haben können, und sie deshalb wohl ganz einfach Lügen erzählen:

Das Volk glaubte den Reden seines guten Vaters Agobard mehr als seinen eigenen Augen, beruhigte sich, setzte die vier Abgesandten der Sylphen wieder in Freiheit.

Diese Geschichte endete mit einem „blauen Auge“ für die unfreiwilligen Entführungsopfer – sie kamen frei. Heute, viele Jahrhunderte nach diesen Ereignissen, sind solche Erzählungen und Überlieferungen rund um die Erlebnisse in Magonia und den Luftschiffen der Sylphen besonders wertvoll. Belegen sie doch eindeutig, dass die Menschen auch in jeden Tagen entweder daran glaubten, von fremden Wesen „fremde Gegenden“ gezeigt bekommen zu haben, oder die Sylphen tatsächlich diverse Menschen nach Magonia brachten. Was immer dieses “Luftreich” auch war oder wie man es Interpretieren mag. Klare Bezüge, nennen wir sie mal so, zum viel verspotteten UFO-Phänomen haben solche Schilderungen dennoch.

Bis wann spricht man von Prä-Astronautik und ab wann von der UFO-Forschung? (Bild: L. A. Fischinger
VIDEO: Bis wann spricht man von Prä-Astronautik und ab wann von der UFO-Forschung? (Bild: L. A. Fischinger)

Erstaunlich ist es natürlich, dass auch heute UFO-Entführungsopfer bei ihren Erlebnissen recht ähnliche Szenarien durchlebten. Also verschiedene Zeugen ebenfalls „Länder“ oder Häuser der Fremden gesehen haben wollen. Und „unerhörte Wunder“, wie bei den vier Personen aus Frankreich, sind in der UFO-Entführungsforschung alltäglich.

Die vielfachen Geschichten über die angeblichen “Luftgeister” in ihren Luftfahrzeugen vor Jahrhunderten sind ohne Frage spannend. Damit finde ich, dass die UFO-Forscher von “Magonia Exchange” mit Blick auf ihre Recherchen in alten Quellenmaterial nach möglichen UFO- und Alien-Berichten ihren Namen hervorragend gewählt haben.

Magonia als “Mutter des UFO-Phänomen”?

Es kling schon sonderbar, was ich vor Jahren einmal während einer Diskussion zu Magonia vernahm. Als ich in einem Buch über derartige “UFO-Mysterien” der Vergangenheit schrieb, tauchte die Idee auf, dass Schilderungen über Magonia und den Sylphen als “Vorlage” für das “moderne” UFO-Phänomen gedient haben könnten.

Doch es ist meiner Meinung nach ein Fehler anzunehmen, die heutigen UFO-Zeugen und Menschen mit Erzählungen von UFO-Entführungen hätten den Bericht von Montfaucon de Villars aus dem Mittelalter gelesen. Oder auch andere Berichte über Magonia allgemein. Es ist unwahrscheinlich, dass diese sich bei ihren Erzählungen ihrer eigenen Erlebnisses an diesem Magonia-Sylphen-Schemata orientiert haben. Diese „Interpretation“ oder “Erklärung” einiger Aussagen bei UFO-Entführungsfällen bzw. einiger der darin enthaltenen Elemente ist sicherlich falsch. So einfach ist es beim UFO-Phänomen dann auch nicht.

Auch wenn der französische Astronom und UFO-Forscher Dr. Jacques Vallée schon 1969 das Buch “Passport to Magonia: From Folklore to Flying Saucers” zu Magonia veröffentlichte. Ein UFO-Buch, dass im Laufe der Jahre immer wieder neu aufgelegt wurde (zuletzt im November 2014).

Sind UFO-Entführungs-Berichte nur "Sexfantasien"? (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei)
ARTIKEL: UFO-Entführungen sind laut “ZDF” nur “sexuelles Wunschdenken” (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei)

Würde jemand gelesen haben, dass es einst Magonia und die Sylphen gegeben haben soll, die in der oben wiedergegeben Art und Weise handelten, dann sollten wir erwarten, dass solche “Magonia-Elemente” deutlicher in den Aussagen vorkommen. Sie sind es aber nicht. Aber ganz auszuschliessen ist das nicht.

Verschiedentlich taucht jedoch UFO-Literatur auf dem Mark auf, die – das sei der Richtigkeit halber erwähnt – von dem Heimatplaneten, den Häusern, der Regierung, dem Sozialleben, der Geschichte und allen anderen Bereichen der Außerirdischen erzählt. Angeblich haben die Außerirdischen all dies den Menschen selber gezeigt oder mittels “medialer Botschaften” gesendet (= “Channeling”). Das ist meiner Meinung nach aber ein vollkommen eigenständiger Teil des UFO-Phänomen bzw. des Themas.

Wenn der große Manitu eine arglose Indianerin entführt …

Es gibt in der europäischen Folklore ungezählte sog. “Märchen” von fremden Wesen aus fremden Welten. Feen, Trolle, Gnome und Zwerge, die nicht nur Schabernack nach dem klassischen Märchenmotiv getrieben haben sollen. Nein, vielmehr haben derartige Geschichten zum Teil viele Parallelen zum UFO-Mythos von heute. Inklusive Entführungen, Begegnungen, einer anderen Welt mit Zauber (wie bei Magonia), paranormalen Phänomenen und mehr.

Ein Märchen, das jedoch nicht von der typischen „Anderswelt“ der europäischen Folklore berichtet, stammt von den Tschigeunegon-Indianer aus Nordamerika und wurde von mir an anderer Stelle bereits umfassender dargelegt. Es ist jedoch ein hervorragendes Beispiel zum Thema “UFOs sind ein uraltes Phänomen”.

Die Geschichte erzählt von einer Indianerin mit dem Namen Odschi Akwot Okwä, die als Kind sehr sonderbare Erlebnisse mit fremden Wesen aus dem Himmel hatte. Odschi Akwot Okwä selber erzählt in dieser Überlieferung, dass ihr als „Mädchen von 12 oder 15 Jahren“ etwas Unglaubliches widerfuhr:

In der sechsten Nacht hörte ich eine Stimme, die aus einer entfernten Hütte zu kommen schien und zu mir sagte: ,Armes Kind, du tust mir leid! Steht auf und folge mir!’ Ich tat wie mir geheißen wurde und fand einen silberglänzenden Weg vor mir, der mich weit hinaus in die Höhe führte. Zu meiner Rechten verbreitete der Neumond seinen blendenden Flammenschein, und zu meiner Linken stand die Sonne.“

Durch diesen „silberglänzenden Weg“ – fraglos eine Parallele zu vermeintlichen UFO-Kontakten und/oder Entführungen – gelangte das Mädchen zu einer „Öffnung des Himmels“. Also eine nicht irdische Gegend oder eine fremdartige Umgebung, in der sie auf seltsame Wesen traf. So etwa sah Odschi in dieser fremden Welt einen „kugelrunden Mann, dessen Kopf mit ,Hörner’ bewachsen“ und eine „Gestalt, deren Kopf mit Sonnenstrahlen umgeben und deren Brust mit dem merkwürdigsten Schmuck behängt war“. Diese Gestalten standen vor der „Öffnung des Himmels“ als schienen sie irgendwie auf sie zu warten.

Auf den Spuren der Anunnaki
ARTIKEL in 2 Teilen: Auf den Spuren der Anunnaki (Bild: Z. Sitchin / L.A. Fischinger)

Wer und was diese fremden Personen waren, einer nannte sich „Oschowod-schigick oder der hellblaue Himmel“, ist natürlich unklar. Aber es ist seltsam, dass zum Beispiel Darstellungen aus dem Nahen Osten vermeintliche „Götter“ mit „Hörnern“ zeigen. Man denke da an die Götterwesen mit Namen Anunnaki. Eigentlich ist das sogar ein weltweites Attribut von göttlichen Wesen.

Doch weiter mit dem Erlebnis der jungen Odschi und dem möglichen Bezug zum UFO-Phänomen.

Als sich die Indianerin Odschi Akwot Okwä in der ihr unbekannten Gegend dieser “Götter” aufhielt, sagten diese ihr, dass sie nun „mit allerlei heiligen Gaben“ beschenkt werden würde. Doch erst dann, sobald sie eine “Prüfung” dieser Fremden bestanden habe. Auch hier ein uraltes Erdzählmotiv von Himmelsreisen, zu dem es aus dem biblischen Textumfeld mehr als nur eine Parallele gibt! Doch die angeblich “Prüfung” der jungen Indianerin war schon sehr komisch, denn es heißt zu dieser weiter:

„Gleich darauf vielen Tausende von leuchtenden nadelähnlichen Punkten auf mich, prallten aber wirkungslos an mir ab. Dies wiederholte sich abermals mit dem selben Resultat. Danach drangen von allen Seiten scharfe nägelartige Körper in mein Fleisch, aber ich verspürte nicht den geringsten Schmerz, und die Strahlen vielen zuletzt unschädlich zu meinen Füßen nieder.

,Gut, gut!’ rief da eine heilige Stimme. ,Du wirst lange Tage sehen und den Meister des Lebens zum ewigen Freund haben. Jetzt geh aber wieder in deine Hütte und nimm nahrhafte, stärkende Speisen zu dir. Ich habe einem meiner Geister befohlen, dich nach Hause zu bringen; darum setze dich getrost auf seinen Rücken.

Darauf wurde ich von einem großen, in der Luft schwimmenden Fisch zu meinem Wigwam zurückgebracht.“

Daheim in ihrem Lager angekommen, fielen Odschi nach ihrer Himmelsreise sonderbare Veränderungen an ihr auf, die die heutige UFO-Forschung durchaus als Folgen von UFO-Entführungen beschreiben würde. Ebenso aber auch Folgen, die in der Folklore Europas von Reisen in die Anderswelt der Feen & Co. erzählt werden. Der Indianerin zumindest ekelte es plötzlich „vor jeder Speise“ und als sie „einige dünne Bäume“ fällen wollte, fiel sie ohnmächtig in den Schnee. Odschi war vollkommen entkräftet…

„[…] es dauerte eine geraume Zeit, bis ich mich wieder in meine Hütte schleppen konnte. Da hatte ich dann mit allen Einzelheiten die selbe Vision wieder wie am Tag vorher […].“

Das uralte Buch "Die Apokalypse des Abraham" erzählt: Engel brachten Abraham in das "All". (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger / WikiCommons)
VIDEO: Auch das uralte Buch “Die Apokalypse des Abraham” erzählt von einer Reise in das “All”! (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger / WikiCommons)

Nach diesem erneuten Erlebnis der fremden Art erhielt die Indianerin wiederum Besuch. Diesmal von einer „runden Gestalt mit äußerst kleinen Händen und Füßen“, die „vom Himmel in meine Hütte geflogen“ kam und ihr die Fähigkeit versprach, zukünftige Ereignisse zu erkennen/sehen. Dann verschwand der himmlische Pummel „wieder in der Luft“ und Odschi war von nun an eine Seherin des Stammes. Eine Prophetin, wie wir sie aus dem biblischen Umfeld her nur zu gut kennen. Auch diese Seher und Propheten wurde von Gott und/oder Engeln berufen und in den Himmel der “Götter der Sterne” entrückt.

Ihre neue Gabe nutzte Odschi erstmals bei einer drohenden Hungersnot ihres Stammes, als sie die “Luftgeister” um Rat ersuchte, wo Jagdwild zu finden sei:

Darauf versammelte sich das ganze Volk; ich schlug meine Trommel, sang meine Medizingesänge und legte den Kopf auf die Erde. Da hörte ich denn bald, wie die Luftgeister herbeigeeilt kamen und die Hütte von oben bis unten schüttelten – das sicherste Zeichen, dass sie bereit waren, meine Fragen zu beantworten.

Ist diese 1871 von Karl Knortz in “Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas” veröffentlichte Sage nur Spinnerei einer indianischen Prophetin? Oder ist es eine Überlieferung à la Magonia und Sylphen, Gott/Engel und Himmelsfahrten, Feen und Anderswelt, dem UFO-Phänomen oder eben Außerirdische und UFOs, die sich nur in einem anderen Gewand zeigt …?

Von Nadeln und Geldmacherei

Nicht nur Odschi will in der fremden Welt erlebt haben, wie “scharfe nägelartige Körper in mein Fleisch” drangen. Auch heute werden UFO-Entführungsopfer angeblich von fremden Wesen mit allerlei „Nadeln“ gepiesackt. Im sehr umstrittenen und ebenso bekannten UFO-Fall von Betty Hill und ihrem Mann Barney Hill von 1961 wurde beispielsweise eine Nadel in den Bauch von Betty eingeführt. Sogar das US-Militär soll bei dieser UFO-Entführung der Hills irgendwie die Finger im Spiel gehabt haben, was auch andere Entführte immer mal wieder geschildert haben.

Für Kritiker Spinnerei oder psychische Probleme, wie das ganze Thema der UFO-Entführungen oder sogar das UFO-Phänomen selbst. Für das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” war es schon vor genau 50 Jahren nur Geldmache. Das Magazin berichtete in der Ausgabe 51/1966 vom 12. Dezember 1966, dass die Hills erst zwei Jahre nach ihrem Erlebnis mit dem Psychiater Benjamin Simon und dem Autoren und UFO-Forscher John G. Fuller zusammenarbeiteten. “Bisheriges Illustriertenhonorar für das Ehepaar Hill: 96 000 Mark”, so “Der Spiegel” vor rund 50 Jahren. Damit stufte das Magazin schon damals das UFO-Phänomen per se als eine Art “Geldmaschine” ein.

Fremde Welten die Betty Andreasson-Luca bei ihren UFO-Erlebnissen beschrieb
Fremde Welten, die Betty Andreasson-Luca bei ihren UFO-Erlebnissen sah. Zur Großansicht (Bild: B. Andreasson-Luca / G. Reichel Verlag / Bearbeitung: L.A. Fischinger)

Wollte auch Odschi oder die möglichen realen Personen, auf denen Märchen und Sagen beruhen könnten, nur Ruhm und Cash?

Beim umfassenden UFO-Entführungsfall der Betty Andreasson-Luca von 1967 war es ähnlich wie bei den Hills. Auch ihr wurde eine „Nadel“ in den Körper gestoßen, was sie bei den Untersuchungen des UFO-Forschers Raymond Flower unter Hypnose so schilderte:

Licht kommt aus den Wänden und […] Drähte, Nadeldrähte. Sie nahmen diese langen Silbernadeln – sie waren biegsam – und stachen eine in meine Nase hinauf, in meinen Kopf!“.

Das war sicher schmerzhaft, sollte man meinen. Doch wie die Indianerin oben keinen Schmerz durch die “Nadeln” vernahm, war es auch bei Andreasson-Luca angeblich sehr ähnlich:

„[…] sie berühren mich oben am Kopf, und nahmen ihn fort [den Schmerz, L.A.F.] – sie berührten meine Stirn.

Interessant an den umfangreichen Hypnose-Schilderungen im UFO-Fall Andreasson-Luca ist auch, dass sie von den fremden Wesen in einer anderen Welt quasi ganze Städte mit Aliens gezeigt bekam. Inklusive “Zauberdingen” wie bei den Sylphen und ihrer Anderswelt Magonia. Selbst an ein “seltsames Ding” am Himmel erinnerte sie sich; von ihr schlicht  “Vogelfisch” genannt.

Und an was erinnerte sich die indianische Seherin Odschi Akwot Okwä? An einen “großen, in der Luft schwimmenden Fisch”, von dem sie zu ihrem “Wigwam zurückgebracht“ wurde …

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

 

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Neues Buch erschienen: Tipp zu den Arbeiten des Phänomene-Forschers John A. Keel

Die Arbeiten des Phänomene-Forschers John A. Keels (1930 – 1932), die bislang dem Großteil der deutschsprachigen Bevölkerung unbekannt geblieben sind, faszinieren wie ein fantastisches Gemälde des Surrealismus. Wo die Schulwissenschaft scheinbar Grenzen setzt, dort ist die Welt keineswegs zuende. Hinter den willkürlich gezogenen Grenzlinien öffnet sich eine fantastische Welt, in der “Ultrairdische” – wie Keel sie nannte – zuhause sind, wo Prophezeiungen und UFOs ebenso zuhause sind wie monströs wirkende Wesen, die am Himmel fliegen und riesige Flugapparate vor weit mehr als 100 Jahren. Der Autor Roland M. Horn hat nun das Buch “John A. Keel und der Stein der Weisen” vorgelegt über den Forscher vorgelegt. Einen Reiseführer in die weite Welt eines “Phantasten” Keel, der viel mehr von der Realität zu erfassen vermag als “biedere Erbsenzähler” …


Von Lars A. Fischinger 

Die UFO-Forschung ist relativ komplex. Neben den ungeklärten Fällen und der Suche nach des Rätsels Lösung ist eine Lagerbildung zu erleben. Die Untersucher sind sich entweder darüber einig, das hinter den nach der Untersuchung zurückbleibenden UFO-Fällen ein bisher unbekanntes, aber intelligentes und exotisches Phänomen steckt, oder aber, dass alle diese unidentifizierten Objekte nur deshalb ungeklärt seien, weil die Zeugen lügen oder aber falsche, bzw. ungenaue Angaben machen würden.

Dazwischen gibt es fast nichts.

Ein amerikanischer Journalist, der durch seine Forschungen Wesen und Phänomene wie den Mothman und die Men in Black bekannt machte, ist John A. Keel. Mit seinen Forschungen und Publikationen brachte er neue Impulse in die UFO-Forschung. In seinem Buch “Our Haunted Planet” (1971) entwickelte er die Theorie der “Ultrairdischen” (als Gegenpart zur Theorie der Außerirdischen). Diese Besucher waren demnach keine wirklichen Außerirdischen. Keel selbst bezeichnete sie als “eine [Art] Kraft”. Mit seinem Buch “The Eighth Tower” (1975) verfeinerte er die Theorie der „Ultrairdischen“ und beschrieb genauer deren Wirken. In “The Mothman Prophecies” beschäftigte er sich mit den rätselhaften Vorfällen in Point Pleasant, West Virginia, in denen zwischen 1966 und 1967 neben UFOs und Prophetie-Fällen vor allem auch Men in Black und Mothman Sichtungen verzeichnet wurden. Der tragische Einsturz der Silver Bridge, der 46 Menschen das Leben kostete, machte diese Geschehnisse weltberühmt. Im Zuge der Verfilmung (mit zum Teil stark abgewandelter Geschichte) der Geschehnisse im Jahr 2002 mit Richard Gere erschien unter dem Titel “The Mothman Prophecies – Tödliche Visionen” das Buch (als einziges Werk von John A. Keel) auch in deutscher Sprache.

Diesem außergewöhnlichem Menschen ist die vorliegende Arbeit von Roland M. Horn (hier) nicht nur gewidmet, sondern sie geht auch tief in dessen Theoriegebilde ein. Doch Roland M. Horn geht weiter, macht sich eigene Gedanken und entwickelt das Konzept Keels weiter. (Verlagstext nach dem Vorwort von Marius Kettmann)

Vorwort

 

Die UFO-Forschung ist relativ komplex. Neben den ungeklärten Fällen und der Suche nach des Rätsels Lösung ist eine Lagerbildung zu erleben. Die Untersucher sind sich entweder darüber einig, dass hinter den nach der Untersuchung zurückbleibenden UFO-Fällen ein bisher unbekanntes, aber intelligentes und exotisches Phänomen steckt oder aber, dass alle diese unidentifizierten Objekte nur deshalb ungeklärt seien, weil die Zeugen lügen oder aber falsche bzw. ungenaue Angaben machen würden. Dazwischen gibt es fast nichts.

Für die meisten in der sogenannten UFO-Szene Involvierten, die etwas Außergewöhnliches hinter den Fällen vermuten ist die ETH (Extraterrestrial Hypothesis, Außerirdische Hypothese) die annehmbarste. Außenseiter sind selten. Und noch seltener ist es, wenn diese einen gewissen Einfluss gewinnen und mit ihren (oft unkonventionellen) Sichtweisen völlig neue Perspektiven eröffnen. Zwei Personen ist dies umfänglich gelungen und beide sind weithin auf dem Gebiet der UFO-Forschung bekannt. Der eine, ein gebürtiger Franzose der sich in den USA als Astronom und vor allem Informatiker einen Namen machte, ist Jacques F. Vallée. Bekannt durch seine enge Freundschaft mit dem Chef-Untersucher des Projects Bluebook, J. Allen Hynek, und seinen Forschungen die weit vor die Zeit der Initial-Sichtung von Kenneth Arnold hinausgingen (z.B. in seinen Büchern „Passport to Magonia“ 1969, „Dimensions“ 1988 oder zuletzt zusammen mit Chris Aubeck in „Wonders in the Sky“ 2010), entwickelte er die Theorie des Kontrollsystems. Der andere, ein amerikanischer Journalist, der durch seine Forschungen Wesen und Phänomene wie den Mothman und die Men in Black bekannt machte, ist John A. Keel. Diesem außergewöhnlichem Menschen, ist die vorliegende Arbeit von Roland M. Horn nicht nur gewidmet, sondern sie geht auch tief in dessen Theoriegebilde ein. 

Um wen handelte es sich und was machte John A. Keels Arbeit aus? 

Keels Buchveröffentlichungen sind überschaubar, was allerdings in Anbetracht seiner Forschungen eher ein Verlust ist. Bereits mit 27 Jahren erschien sein erstes Werk unter dem Titel „Jadoo“ (1957), welches sich jedoch nicht mit dem UFO-Phänomen sondern mit seinen Reisen nach Ägypten und Indien beschäftigte (unter anderem auch mit dem Yeti). Neun Jahre später erschien mit „The Fickle Finger of Fate“ ein Roman aus Keels Feder. Doch mittlerweile hatte das UFO-Thema sein Interesse geweckt. Anfänglich der ETH zugetan, merkte er anhand der Fälle die er sich anschaute und den Einflüssen vor allem der Lektüre von Charles Fort und der daraus entstandenen Forteaner-Bewegung, dass die ETH nicht unbedingt die erfolgversprechendste zu sein schien. Er untersuchte die Orte, an denen sich die Vorfälle ereigneten, bestimmte sogenannte Fensterorte, in welchen sich für einen bestimmten Zeitraum verschiedene Phänomene summierten, und er legte sein Hauptaugenmerk auf UFO-Wellen.

Seine Arbeit konnte man in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre vor allem in der Flying Saucer Review und im Fate Magazine verfolgen, bevor ab dem Jahr 1970 seine fünf Jahre andauernde produktivste Zeit begann. Mittlerweile hatte Keel begonnen sich Vollzeit mit Phänomenen zu beschäftigen. Im Buch „UFOs: Operation Trojan Horse“ (1970) deckte er auf, dass es sich bei der scheinbaren Darstellung der Wesen in den UFOs als Außerirdische um eine Maskerade handle. Diese sei nur vorgeschoben, ein Deckmantel für die eigentlichen Strippenzieher, die er hier als Dämonen oder Geister identifizierte. Dass er sich in einer Zeit in der von denen, die tatsächlich ein exotisches Phänomen hinter UFOs vermuteten, die ETH bevorzugt wurde, massiven Widerständen gegenübersah, lag auf der Hand. Ein Schicksal, welches auch Jacques Vallée ereilen sollte, der sich nach seinen Büchern „The Invisible College“ (1975) und „Messengers of Deception“ (1979) für fast ein Jahrzehnt frustriert aus der UFO-Szene zurückzog. Keel war jedoch zu tief in seinen Forschungen gefangen, als dass er sich vorstellen konnte, das Feld zu räumen. In seinem Buch „Strange Creatures from Time and Space“ welches er ebenfalls 1970 vorlegte, präsentierte er ein Sammelsurium von Phänomenen und Wesenheiten (angefangen vom Mothman über Außerirdische bis hin zu Bigfoot und Nessie).

In seinem Buch „Our Haunted Planet“ 1971 entwickelte er die Theorie der „Ultrairdischen“ (als Gegenpart zur Theorie der Außerirdischen). Diese Besucher waren demnach keine wirklichen Außerirdischen. Keel selbst bezeichnete sie als „eine [Art] Kraft“.

1975 meldete sich Keel mit zwei weiteren wichtigen Werken zurück. In „The Eighth Tower“ verfeinerte er die Theorie der „Ultrairdischen“ und beschrieb genauer deren Wirken. In „The Mothman Prophecies“ beschäftigte er sich mit den rätselhaften Vorfällen in Point Pleasant, West Virginia, in denen zwischen 1966 und 1967 neben UFOs und Prophetie-Fällen vor allem auch Men in Black und Mothman Sichtungen verzeichnet wurden. Der tragische Einsturz der Silver Bridge, der 46 Menschen das Leben kostete, machte diese Geschehnisse weltberühmt. Im Zuge der Verfilmung (mit zum Teil stark abgewandelter Geschichte) der Geschehnisse 2002 mit Richard Gere erschien unter dem Titel „The Mothman Prophecies – Tödliche Visionen“, das Buch (als einziges Werk von John A. Keel) auch in deutscher Sprache.

Die produktivste Zeit Keels (was das Publizieren seiner Forschungen und Ergebnisse in Buchformat betrifft) war nun vorbei. Lediglich mit „Disneyland oft the Gods“ (1988) meldete er sich noch einmal zurück – allerdings eher im Sinne eines modernen Charles Fort, der Fälle sammelt und archiviert. Zudem erschienen teilweise überabeitete Versionen seiner älteren Werke, wie z.B. 1975 „Visitors from Space“ (englische Auflage von „The Mothman Prophecies“), 1978 „The Cosmic Question“ (englische Auflage von „The Eighth Tower“) oder 1994 „The Complete Guide to Mysterious Beings“ (überarbeitete Auflage von „Strange Creatures from Time and Space“).

Eine Kollektion seiner bedeutendsten Beiträge in der Zeitschrift „Fate“, wurde 2006 als „The Best of John Keel“ herausgegeben.

Legendär bleibt seine Form der Untersuchung, die eben vielen Forschern zum Trotz, keine Beschränkungen kannte und nicht von selbstaufgestellten Grenzen kompakt gehalten wurde. So nahm er Fälle, wie den während der 1973er UFO-Welle in den USA vorgekommenen, in welchem eine Frau nicht nur ein Objekt am Himmel entdeckte, sondern an dessen Seite in großen Buchstaben auch das Wort „UFO“ zu lesen war, durchaus ernst und ordnete sie den verwirrenden Spielen der „Ultrairdischen“ zu (die er auch „Cosmic Trickster“ nannte).

John A. Keel und sein freier, uneingeschränkter und erfrischender Geist fehlen heute oft in der UFO-Forschung. Seine Theorie verdient einen tieferen Blick, sie sollte ernsthaft und aufgeschlossen diskutiert werden. Keels Forschungen sind in Deutschland vielen nicht bekannt, da seine Werke hier nicht erschienen. Dies ist sehr traurig und erweist sich als weitere Parallele zu Jacques Vallée, von dessen 13 UFO-Sachbüchern ebenfalls nur drei ins Deutsche übersetzt wurden.

Dabei war Keel nicht nur umstritten und wegen seiner Unangepasstheit an die favorisierte ETH kontrovers gesehen, sondern auch ein Inspirationsquell vor allem für die Forteanische-Szene und Forscher, wie z.B. Loren Coleman. Der Einfluss auf ihn war so stark, dass Coleman sein 2002er Werk „Mothman and Other Curious Encounters“ Keel widmete.

Das vorliegende Buch von Roland M. Horn, der bereits durch seine gemeinsam mit Lars A. Fischinger publizierte Arbeit „UFO-Sekten“ ein wichtiges Handbuch veröffentlichte, ist hoch einzuschätzen, da hier zum größten Teil die Erkenntnisse, Theorien und Vorstellungen von John A. Keel erstmalig in deutscher Sprache zugänglich gemacht werden. Doch Roland M. Horn geht weiter, macht sich eigene Gedanken und entwickelt das Konzept Keels weiter.

Roland M. Horns Buch gehört somit sicherlich zu den wichtigsten und interessantesten UFO-Büchern Deutschlands der letzten 10 Jahre. 

Marius Kettmann 
2. Vorsitzender der DEGUFO
Im August 2012 

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RÄTSEL & MYSTERIEN DER WELT - der YouTube-Themen-Kanal zu diesem BLOG

Zum Thema

      Es muss nicht alles so sein, es kann auch ganz anders sein. Manche Rätsel sind Scheinrätsel, manche werden zu welchen gemacht, manche aber widerstehen ziemlich hartnäckig allzu glatten Erklärungsversuchen.”
      (Walter-Jörg Langbein, 1993 in “Die großen Rätsel der letzten 2500 Jahre”)

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      Neues zum angeblichen "Ende der UFO-Forschung" und der angeblich 100 Prozent-UFO-Aufklärungsrate (2)

      Die UFO-Forschung soll ja mal wieder, so hieß es kürzlich aus Großbritannien, am Ende sein. Während die Medien auch in Deutschland die PR-UFO-Tagung-Mitteilungen von dort zum Ende der UFOs aufnahmen, gab es auch UFO-Vorträge in Deutschland. “BILD Leipzig” berichtete heute kurz nach Mitternacht online darüber. Darin wird nicht nur dargelegt, dass die UFO-Forschung eigentlich am Ende sei – sondern auch, dass 100 Prozent der UFO-Meldungen zu erkären seien. Diese und andere Aussagen lösten hitzige Debatten in der UFO-Szene aus. Teil 2

      Leserbrief von Christan Czech der DEGUFO e.V., der deutschen UFO-Datenbank und der GEP e.V. an die “BILD” bzg. dieses Artikels
      (dort auch die Kommentare beachten)

      • Betr.: Ihr Artikel in der Bild Zeitung, Regionalausgabe Leipzig
      • Bez.: Webartikel: Bild beim Leipziger UFO-Kongress: Haben die noch alle Untertassen im Schrank?


      Sehr geehrte Damen und Herren,

      ich habe soeben Kenntnis von Ihrem oben genannten Artikel bekommen und komme leider nicht drum herum, einige Anmerkungen hierzu zu verfassen.

      Zunächst fällt dem sachkundigen UFO-Forscher gleich im ersten Absatz ein Fehler auf: Das UFO-Phänomen beginnt nicht erst 1947, sondern fand schon bis 21.000 v. Chr. statt. Das sog. moderne UFO-Phänomen hatte seinen Anfang am 24.06.1947, als Kenneth Arnold über dem Mt. Rainier Objekte sah, die er als fliegende Untertassen beschrieb. Dieser Fall wurde als erster großflächig presseöffentlich, weswegen man hier den Beginn des modernen UFO-Phänomens sieht. Richtig ist aber, das bereits in den Monaten zuvor UFOs gesichtet wurden.

      Die Begrifflichkeit “Fliegende Untertasse” ist ebenso falsch, veränderten sich mit fortschreitenem Phänomen auch die Formen der Objekte, exemplarisch seien die Zigarren und Dreiecke genannt. Selbst wenn die Überschrift eher scherzhaft gemeint war, unterstreicht diese nicht die seriöse Absicht der Berichterstattung.

      Eine konkrete Richtigstellung muss aber bei der Aussage Ihres Skeptikers erfolgen. Die Aussage, dass 100% aller Sichtungen erklärbar sind, ist falsch. In der seriösen UFO-Forschung wird ein Wert erreicht, der zwischen 94 und 96% pendelt. Das, was dann übrig bleibt sind Fälle, die in den Bereich Problematic UFO und Good UFO fallen. Das bedeutet, dass es sich um Fälle handelt, die derzeit nicht mit irdischen Phänomenen erklärt werden können. Gleichzeitig heißt dies aber auch, dass die Möglichkeit besteht, dass es sich um noch unbekannte, irdische Phänomene handeln kann. Eine Außerirdische Hypothese wird erst dann in Betracht gezogen, wenn die bislang unbekannten Phänomene ebenfalls ausgeschlossen werden können.

      Im Übrigen sei angemerkt, dass Ihr Skeptiker der offiziellen Statistik seines eigenen Clubs widerspricht, dort findet sich ebenfalls eine Summe, die bei über 95% liegt. Wir (die seriöse deutsche UFO-Forschung) beobachten seit einigen Jahren eine Verzerrung der Wirklichkeit hin zu diesen Aussagen, gepaart mit endlosen Angriffen auf eben diese seriöse UFO-Forschung, wie ein Blick in den Blog dieses Clubs zeigt. Aus jenem Grund haben sich im letzten Jahr alle deutschen UFO-Vereine (e.V.) hiervon distanziert. Die Begründung mit Beispielen der Arbeitsweise dieses Clubs finden Sie auf der Homepage der GEP e.V. ( http://www.ufo-forschung.de). Mittlerweile fand auf den von mir erwähnten Blog auch eine Berichterstattung über die Vorträge statt und sie wurde (wie auch nicht anders zu erwarten) nicht der Realität entsprechend dargestellt.

      Sollten Sie also das nächste Mal eine Berichterstattung über die UFO-Forschung planen, empfehle ich Ihnen, sich kompetente Ansprechpartner zu suchen, die Ihnen auch korrekte Angaben macht. Hierzu empfehle ich Ihnen die Kollegen der DEGUFO e.V., GEP e.V. und MUFON-CES e.V. Wenn Sie Informationen zum Fallgeschehen in Deutschland suchen, lege ich Ihnen die UFO-Datenbank unter http://www.ufo-datenbank.de ans Herz.

      Es ist eben nicht alles seriös, was sich als solches ausgibt, das gilt auch für die UFO-Szene.

      Viele Grüße

      Christian Czech

      Vorstandsmitlied DEGUFO e.V. und GEP e.V.
      Fallermitter DEGUFO e.V. und GEP e.V.
      Administrator UFO-Datenbank.de
      Fachbereichsleiter und Archivar Abt. UFO im DEGUFO-Archiv

      Links:

      Zum Thema:

      Es muss nicht alles so sein, es kann auch ganz anders sein. Manche Rätsel sind Scheinrätsel, manche werden zu welchen gemacht, manche aber widerstehen ziemlich hartnäckig allzu glatten Erklärungsversuchen.
      (Walter-Jörg Langbein, 1993 in “Die großen Rätsel der letzten 2500 Jahre”)

      www.Youtube.com/FischingerOnlineDER MYSTERY-VIDEO-CHANNEL
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      Neues zum angeblichen "Ende der UFO-Forschung" und der angeblich 100 Prozent-UFO-Aufklärungsrate (1)

      Die UFO-Forschung soll ja mal wieder, so hieß es kürzlich aus Großbritannien, am Ende sein. Während die Medien auch in Deutschland die PR-UFO-Tagung-Mitteilungen von dort zum Ende der UFOs aufnahmen, gab es auch UFO-Vorträge in Deutschland. “BILD Leipzig” berichtete heute kurz nach Mitternacht online darüber. Darin wird nicht nur dargelegt, dass die UFO-Forschung eigentlich am Ende sei – sondern auch, dass 100 Prozent der UFO-Meldungen zu erkären seien. Diese und andere Aussagen lösten hitzige Debatten in der UFO-Szene aus.

      Leserbrief von Marius Kettmann der DEGUFO e.V. an die “BILD” bzg. dieses Artikels
      (dort auch die Kommentare beachten)

      Sehr geehrte Bild-Redaktion,
      sehr geehrte Frau Dollmeyer,

      ich habe heute im Leipziger Regionalteil von Bild.de Ihren Artikel mit dem Titel: „Bild beim Leipziger UFO-Kongress: Haben die noch alle fliegenden Untertassen im Schrank?“ gelesen und möchte Ihnen meine Meinung zu diesem nicht vorenthalten.

      Bereits in Ihrer Einleitung, ist Ihnen ein Fehler unterlaufen. Tatsächlich sah der Pilot Kenneth Arnold am 24. Juni 1947 9 fliegende Objekte im US-Staat Washington, die er nicht identifizieren konnte. Durch seine Beschreibung des Flugmusters, nicht wie oft fälschlicherweise behauptet der Objektform, war er zwar in gewisser Weise der „Schöpfer“ des Begriffs „Fliegende Untertasse“, jedoch nicht der erste Sichter unidentifizierter fliegender Objekte.

      Das UFO-Phänomen entstand nicht, wie von Ihnen beschrieben, in der Nachkriegszeit. Zusammenfassungen von Wissenschaftlern wie Dr. Jacques Vallée zeigen, dass es UFO-Sichtungen in allen Menschheitsepochen gab.

      Ihre Aussage, dass die „Untertassen-Forscher“, wie sich übrigens die Untersucher des UFO-Phänomens nicht bezeichnen, in einer Krise stecken, ist zu ungenau und zu pauschalisierend. Er betrifft in erster Linie eine UFO-Forschungsvereinigung in Großbritannien und bezieht sich in deren Äußerungen, auf die geeigneten Methoden der Erfassung, Untersuchung und Auswertung von eingehenden Sichtungsmeldung und der Verifizierung von Erklärungshypothesen. Diese Aussage ist nicht unisono auf andere Vereinigungen zu übertragen und auch nicht auf das Phänomen oder seine Erforscher.

      In einem weiteren Absatz kommen Sie zu der falschen Aussage, dass der anerkannte Diplom-Physiker Illobrand von Ludwiger UFO-gläubig wäre. Diese Aussage zeigt allenfalls öffentlich vorherrschende Fehlurteile zum Untersuchungsobjekt, die jedoch an der Realität vorbeigehen. In einem Falle der „Gläubigkeit“, müssten sie bei anderen Forschern z.B. zu folgenden Aussagen gelangen: „Der Blitz-und-Donner-gläubige Jörg Kachelmann…“, „Der Sonnen-gläubige Stephen Hawking…“ oder „Der verstorbene Sternen-gläubige Carl Sagan…“. Dem Subjekt UFO kann nicht mit einer Glaubenseinstellung begegnet werden. Da es sich um eine neutrale Abkürzung handelt, welche vom Geheimdienst der US-amerikanischen Luftwaffe, Air Force Intelligence Agency (ATIC), in den 1950er Jahren entwickelt wurde. Diese Abkürzung steht für: „Unidentified Flying Object“ – auf Deutsch: „Unidentifiziertes Flugobjekt“. Sämtliche Meldungen die bei UFO-Vereinigungen eingehen, von Objekten die im Luftraum von Personen beobachtet wurden und die von diesen Personen nicht erklärt werden können, sind sogenannte UFOs im weiteren Sinne (UFOs i.w.S.). Diese Meldungen enthalten nichts, woran man glauben kann oder müsste. Der Begriff des Glaubens hat bei der wissenschaftlichen Untersuchung keine Relevanz. Die Titulierung „UFO-gläubig“ hätte dann auch die Untersucher der US Air Force getroffen, die gerade aus wissenschaftlichen Gründen diese neutrale Definition eingeführt hatte. Die Fälle die auch nach der Untersuchung durch UFO-Forscher und Wissenschaftler keine Aufklärung finden, werden UFOs im engeren Sinne (UFOs i.e.S.) genannt. Diese Fälle haben jedoch ebenfalls nichts mit Glauben zu tun. Lediglich die Personen, die hinter den unidentifizierten Fällen bestimmte Erklärungsthesen postulieren, können an diese nur „glauben“ bis diese Thesen durch wissenschaftliche Untersuchungen verifiziert oder falsifiziert wurden. Reine UFO-Sichtungen und die Behandlung nach genau dieser Definition haben mit Glauben jedenfalls nichts zu tun.

      Die von Ihnen gebrachte Aussage, dass Illobrand von Ludwiger nur „alte Zeitungsartikel, CIA-Berichte aus den 1950ern und krakelige Zeichnungen“ präsentiert, ist nicht vollzählig. Neben den von ihnen genannten bildlichen Darstellungsformen, wurden auch Radaraufnahmen gezeigt. Diese sind von der militärischen Luftraumüberwachung zur Verfügung gestellte offizielle, von Radargeräten gespeicherte Flugbewegungen, die keinem bekannten Auslöser zugeordnet werden konnten. Die meist mit sehr großer Sorgfalt und Detailtreue angefertigten Objektskizzen als „krakelig“ zu bezeichnen, mag Ihre subjektive Meinung wiederspiegeln, hat aber in einem neutralen journalistischen Beitrag nichts zu suchen.

      Die größten Falschaussagen kommen jedoch von dem von Ihnen zitierten „Skeptiker“ Jens Lorek, die Sie scheinbar ohne nähere Prüfung übernommen haben. Bei Herrn Lorek, der in keinem der drei in Deutschland ehrenamtlich betriebenen und im Vereinsregister eingetragenen gemeinnützigen Vereinen zur UFO-Forschung, namentlich DEGUFO, GEP und MUFON-CES, Mitglied ist und somit an der Erforschung des Phänomens gar nicht beteiligt ist, handelt es sich offenbar um den einzigen Menschen auf der Welt, der hundert Prozent aller UFO-Sichtungen aufklären kann. Es gibt unterschiedliche Aufklärungsquoten von UFOs i.w.S. – meist liegen diese zwischen 80 und 95 Prozent. Keine der staatlich/wissenschaftlich geführten UFO-Studien in den USA, der ehemaligen Sowjetunion und Frankreich, keine der staatlich/militärisch geführten UFO-Untersuchungen z.B. in den USA, Frankreich, Großbritannien und keine der weltweit aktiven privaten UFO-Untersuchungsgruppen, konnte eine hundertprozentige Aufklärungsquote erreichen. Bei allen blieben und bleiben stets Fälle übrig, die zu UFOs i.e.S. werden. Mehr noch, gerade Fälle in denen sich die Objekte besonders nah an den Zeugen befanden und in denen die Zeugenanzahl besonders groß war, gibt es oft keine natürliche Erklärung.

      Um was es sich bei UFOs i.e.S. handelt bzw. um was es sich nicht handelt, lässt sich von Niemandem genau sagen. An dem Punkt, an welchem ein Objekt identifiziert ist, wird es zum IFO und bleibt kein UFO mehr. Wenn Herr Lorek aussagt, dass er alles irdisch erklären kann (womit er wahrscheinlich meint ohne exotische Ursachen), dann ist dies wissenschaftlich gesehen genauso unhaltbar, wie die Aussage von Personen, die UFOs als außerirdische Raumschiffe identifizieren. Die klare Aussage ist: das man im Moment nicht sagen kann, um was es sich bei UFOs i.e.S. handelt. UFO ist kein Synonym für außerirdische Flugobjekte. Das dies scheinbar in der deutschen Skeptiker-Szene auch im Jahre 2012 noch nicht durchgedrungen ist, ist äußerst kritisch zu sehen. Hingegen der wissenschaftlich orientierten UFO-Forschung in den Vereinen DEGUFO, GEP und MUFON-CES, in welchem keine Aussagen über die Herkunft von UFOs i.e.S. getätigt wird, scheint Herr Lorek, der sich selbst „Alien-Anwalt“ nennt, keine kritische Trennung seiner eigenen Meinung vom tatsächlichen Untersuchungsobjekt vornehmen zu können.

      Die Aussage es gebe nichts Neues, ist ebenso falsch. Allein der DEGUFO wurden im Jahr 2012 ca. 300 Sichtungen gemeldet, was immerhin ca. eine Meldung pro Tag bedeutet.

      Ihre Umfrage hat ebenfalls den Kern der UFO-Forschung komplett verfehlt, weil Sie UFOs als Synonym für außerirdische Raumschiffe verwenden, was wissenschaftlich nicht haltbar ist.

      Ich nehme nicht an, dass Sie meinen Leserbrief veröffentlichen werden, da die gesamte Darstellung des Themas in Ihrem Bild.de Beitrag scheinbar bewusst in eine falsche Ecke gerückt werden sollte, jedoch möchte ich an ihre journalistische Sorgfaltspflicht appellieren, in der es unter anderem heißt: „Bei Konflikten sind die Positionen beider Seiten darzustellen.“ Gerade bei kontroversen Themen, sollten und können Sie sich nicht auf Aussagen einzelner Verlassen, sondern sollten bewusst investigativ vorgehen. Warum Sie sich, obwohl Sie die Möglichkeit besaßen, mit keinem der Referenten unterhielten, bleibt mehr als fraglich.

      Sollten Sie sich hingegen meiner Annahme, doch für eine Veröffentlichung dieses Leserbriefes entscheiden, würde dies sicher die Sachlichkeit des Themas und Ihrer eigenen Glaubwürdigkeit hervorheben.

      Mit freundlichen Grüßen

      Marius Kettmann
      Militärhistoriker
      2. Vorsitzender der DEGUFO
      Mitglied der MUFON-CES

      Links:

      Zum Thema:

      Es muss nicht alles so sein, es kann auch ganz anders sein. Manche Rätsel sind Scheinrätsel, manche werden zu welchen gemacht, manche aber widerstehen ziemlich hartnäckig allzu glatten Erklärungsversuchen.
      (Walter-Jörg Langbein, 1993 in “Die großen Rätsel der letzten 2500 Jahre”)

      www.Youtube.com/FischingerOnlineDER MYSTERY-VIDEO-CHANNEL
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      UFOlogie: Marsmenschen über Mainz und der erste Auftritt des "noch unbekannten Erich von Däniken"

      Das 1. Buch von Erich von Däniken 1968

      Weil sich Menschen ihren Glauben an UFOs nicht nehmen lassen wollen, kommt es in Fernsehsendungen immer wieder einmal zum Eklat. So auch schon vor 40 Jahren im ZDF. Ralf Bülow erinnert an einen denkwürdigen TV-Höhepunkt des UFO-Jahres 1967.

      Montag, 6. November 1967, 20.15 Uhr. Das ZDF eröffnet den Fernsehabend mit der 45-minütigen Dokumentation “Invasion aus dem Kosmos? Die Wahrheit über Fliegende Untertassen”. Autor und Moderator ist Wissenschaftsredakteur Peter G. Westphal. Sein Thema: Unidentifizierte Flugobjekte, kurz Ufos, die seit zwanzig Jahren Schlagzeilen machen. Genauer: seit dem 24. Juni 1947, als der US-Geschäftsmann Kenneth Arnold mit seiner einmotorigen Maschine die Rocky Mountains entlang geflogen war und über den Gipfeln neun “flying saucers” gesehen hatte. 

      Das waren Zeiten! Damals hatte Kollege Erich von Däniken bei dieser Veranstaltung seinen ersten grossen Auftritt untrer dem Titel: “Erhielten unsere Vorfahren Besuch aus dem Weltall?” (Und Raketenpionier Hermann Oberth sprach über “Die Notwendigkeit der UFO-Forschung”)

       Das aktuelle Buch des nimmermüden Erich von Däniken ist derzeit:

      Wer den interessanten Artikel oben gelesen hat – den möchte ich auch und vor allem auf dieses Buch von mir und Roland M. Horn von 1999 hinweisen:

      Denn die Prä-Astronautik und UFO-Esoterik/Sekten sind zwei Paar Schuhe!

      <A HREF=”http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&MarketPlace=DE&ID=V20070822%2FDE%2Fufobooks04%2F8001%2F22b38ed1-fad0-4f2c-a32c-50e265a38854&Operation=NoScript”>Amazon.de Widgets</A>

      <

      Artikel: Aliens im Mittelalter?


      Angeblich, so die Ansicht der modernen Medien, ist das Geburtsjahr von UFOs im Sinne von „fliegenden Untertassen“ das Jahr 1947. Herkunft der UFO-Geschichten sei dabei die USA – und 1947 war in der Tat ein besonderes Jahr für die UFOlogen: Damals kam es zum legendären Zwischenfall in Roswell, USA, wo angeblich ein UFO abgestürzt ist und die Regierung das außerirdische Vehikel barg und versteckte. Bis heute soll dieses UFO versteckt sein. Ebenso kam es im Jahre 1947 zu der UFO-Sichtung des Privatpiloten Kenneth Arnold aus den USA, der neun seltsame Objekte aus seinem Flugzeug beobachtete. Die Presse prägte damals den Begriff „fliegende Untertassen“.

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      Die DEGUFO e.V. stellt sich vor

      ===========
      DEGUFO e. V.
      Deutschsprachige Gesellschaft für UFO Forschung
      Bad Kreuznach
      24-Stunden Hotline: 0049/1621749301
      Telefax: 0049/67169756
      Email: Info@degufo.de
      www.degufo.de
      Die Deutschsprachige Gesellschaft für UFO Forschung Degufo e. V.
      wurde am 05.06.1993 gegründet, um eine Organisation zu schaffen, die
      dem UFO-Thema den Stellenwert ermöglicht, den es in Ländern
      außerhalb des deutschsprachigen Raumes schon längst erreicht hat.
      Die Aufgaben und Ziele der Degufo sind:
      Konkrete Erforschung und Analyse der UFO-Vorkommnisse im
      deutschsprachigen Raum auf rationaler und wissenschaftlich
      nachvollziehbarer Basis. Kategorisierung, Katalogisierung und
      Publikation der entsprechenden Daten und Informationen, um so
      langfristig bestehenden Vorurteilen gegenüber der UFO-Thematik
      entgegenzutreten und entsprechende Aufklärung zu betreiben.
      Kontakt- und Informationsaustausch mit anderen UFOForschungsgruppen
      weltweit. Daraus resultierend Information der
      Mitglieder und anderer Interessierter über weltweite Entwicklungen und
      Tendenzen.
      Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen, Presse, Rundfunk und
      Fernsehen, um durch eine effektive Öffentlichkeits- und
      Aufklärungsarbeit die Glaubwürdigkeit des UFO-Themas hervorzuheben
      – weg vom Image der „Grünen Männchen“.
      Vorträge, Seminare, Workshops und andere Veranstaltungen, die der
      Informationsverbreitung und Fortbildung dienen. So konnte die Degufo e.
      V. im März 1994 die bisher größte und erfolgreichste UFO-Ausstellung
      im deutschsprachigen Raum organisieren, bei der innerhalb 14 Tagen
      mehr als 250 000 Besucher gezählt werden konnten.
      Die Degufo e. V. publiziert die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift
      „Deguforum“. Das Jahresabonnement beträgt 20 € in Deutschland (30 €
      im Ausland) und ist bei Mitgliedern im Mitgliedsbeitrag enthalten. Der
      Mitgliedsbeitrag beläuft sich auf 50 € im Jahr zuzüglich einer einmaligen
      Aufnahmegebühr von 15 € Studenten, Schüler und Arbeitslose etc.
      zahlen jeweils den halben Betrag, so dass der jährliche Beitrag jeweils
      25 € beträgt. Eine monatliche oder vierteljährliche Zahlungsweise ist
      möglich. Die Beiträge sollten möglichst im Abbuchungsverfahren oder
      per Dauerauftrag überwiesen werden.
      Fördermitgliedschaft oder Spende für die Degufo e. V.
      Unterstützen Sie die Arbeit der Degufo ab
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      als Fördermitglied! Füllen Sie noch heute
      den Antragsbogen aus und senden diesen
      an uns!
      Liebe Interessentin, lieber Interessent,
      zuerst einmal freuen wir uns, dass Sie zu uns gefunden haben. Wir
      hoffen sehr, dass die Vielfalt der für Sie zusammengestellten Daten
      Ihrem Informationsbedürfnis zum UFO-Thema entgegenkommt und wir
      im Rahmen unserer Möglichkeiten einen kleinen Beitrag leisten können,
      der mit dazu beiträgt, diese vielfältige und sehr komplexe Thematik in
      der Öffentlichkeit zu präsentieren.
      Die Degufo e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich hauptsächlich
      durch Mitgliedsbeiträge und den Verkauf unserer viermal jährlich
      erscheinenden Zeitschrift „Deguforum“ finanziert. Die Zahl unserer
      Mitglieder und Abonnenten ist – verglichen mit der Anzahl der Besucher
      unserer Internetauftritte – relativ klein.
      Nun sind wir nicht so vermessen, davon auszugehen, dass jeder
      Besucher unserer Homepage oder unserer Seiten bei sozialen
      Netzwerken bei uns Mitglied oder Abonnent unserer Zeitschrift werden
      möchte, obwohl uns dies natürlich freuen würde.
      Es würde uns aber sehr weiterhelfen und die ehrenamtliche Tätigkeit
      unserer aktiven Mitglieder wirklich unterstützen, wenn wir Sie dafür
      gewinnen könnten, Fördermitglied der Degufo zu werden, oder uns
      durch eine einmalige oder regelmäßige Spende zu unterstützen.
      Damit Sie nur einen kleinen Einblick davon bekommen, was an
      Aktivitäten von der Degufo ausgeht, hier nur einige ausgesuchte
      Beispiele:
      • – durch unsere 24-Stunden Hotline erreichen uns Meldungen über
      • UFO-Sichtungen, denen wir nachgehen
      • – wir erhalten Anfragen zu bestimmten Themenkonstellationen, die
      • wir im Rahmen der uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten
      • beantworten
      • – wir veranstalten Tagungen und halten Vorträge zur UFO Thematik
      • – wir betreiben eine aktive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
      • – wir geben viermal jährlich das Deguforum heraus, überwiegend mit
      • Beiträgen unserer eigenen Forschungen, unserer Mitglieder und
      • Abonnenten
      Dies alles ist nicht nur sehr zeitintensiv, sondern kostet Geld, das durch
      Mitgliedsbeiträge und Abonnementgebühren nur unzureichend gedeckt
      werden kann.
      Insofern ist jeder – auch noch so kleine finanzielle Beitrag – für uns eine
      willkommene Unterstützung unserer Arbeit.
      Eine Fördermitgliedschaft bei der Degufo können Sie ab einem
      monatlichen Mindestbeitrag von
      1,00 €
      abschließen. Ein Betrag, den eigentlich jeder aufbringen kann, um die
      UFO Forschung in Deutschland und im deutschsprachigen Raum zu
      unterstützen!
      Sollten Sie sich dazu entschließen, uns ihre Unterstützung zukommen zu
      lassen, möchten wir uns auf diesem Wege recht herzlich bedanken. Auf
      Wunsch stellen wir gerne eine Spendenquittung aus.

      Was bietet die Degufo ihren Mitgliedern?
      Wie sieht es in der Praxis aus?
      Was macht die Degufo? Was können Sie machen, wenn Sie bei uns
      Mitglied werden? Was bietet Ihnen die Degufo?
      Fragen über Fragen – sie alle erschöpfend zu beantworten, würde den
      Rahmen dieser kleinen Informationsschrift sprengen, aber wir wollen
      Ihnen zumindest einen Einblick in unsere Arbeitsweise, unsere
      „Philosophie“ geben, damit Sie eine annähernde Vorstellung von dem
      haben, was zum Thema UFO-Forschung alles dazugehört.
      Der Begriff des UFOs im weitesten Sinne:
      Alle, von einem beliebigen Beobachter zu einem beliebigen Zeitpunkt an
      einem beliebigen Ort gemachten Beobachtungen einer unbekannten und
      nicht näher identifizierbaren Erscheinung im Luftraum, d. h. auch Lichter
      und Leuchterscheinungen gegebenenfalls ohne feste Stukturen.
      Der Begriff des UFOs im engeren Sinne:
      Was nach genauer und sorgfältiger Prüfung durch geschultes,
      fachkundiges Personal unter Berücksichtigung aller Fakten und
      Umstände weiterhin als ein unidentifiziertes Flugobjekt erhalten bleibt.
      Sind dies nicht alles Hirngespinste abgedrehter und ausgeflippter
      Egozentriker und Weltverbesserer?
      Wenn wir nicht davon überzeugt wären, dass es UFOs im engeren Sinne
      gibt, würde es die Degufo nicht geben!
      Der Begriff UFO bedeutet ja zuerst nichts anderes als dass es sich dabei
      um ein beobachtetes Phänomen handelt, dass in die uns bekannten,
      herkömmlichen Raster nicht hinein passt. Also kein Flugzeug, kein
      Zeppelin, kein Wetterballon, kein Ultraleichtflieger, kein erklärbares
      Naturschauspiel, kein Meteorit, etc.
      UFOs demonstrieren erstaunliche Eigenschaften z. B. enorme
      Geschwindigkeiten, abrupte Richtungs- und Höhenänderungen,
      Verschwinden innerhalb von Sekundenbruchteilen, um dann in kürzester
      Zeit an einem anderen Ort wieder aufzutauchen.
      UFOs wurden fotografiert, gefilmt, auf Radarschirmen festgehalten. Also
      kurz und knapp: Es gibt UFOs – nur wir wissen nicht, was sie sind,
      woher sie kommen, welche Intention sie haben.
      Es gibt noch eine Fülle anderer Aspekte, die das UFO Thema so
      faszinierend erscheinen lassen und die man nicht ignorieren darf, wenn
      man wirklich ernsthaft – ohne Scheuklappen und Vorurteile – an dieses
      Thema herangehen möchte. Und darum bemühen wir uns tagtäglich. Wir
      nehmen jeden Bericht der an uns herangetreten wird ernst. Wir
      unterstellen nicht von vornherein, dass der- oder diejenige, die an uns
      herantreten, ein Lügner, Spinner, psychisch krank oder sonst verwirrt ist.
      Wir garantieren jedem absolute Anonymität. Und wir versuchen, eine
      mögliche Erklärung für das jeweilige Phänomen zu geben, soweit dies
      möglich ist.
      Natürlich versuchen wir zu allererst einmal, alle „natürlich erklärbaren“
      Varianten abzuklopfen. Und wenn wir – nach gründlicher Recherche und
      Analyse – festgestellt haben, dass es sich nicht um z. B. einen
      Hubschrauber, ein Flugzeug, die Venus, einen Zeppelin oder ein
      anderes erklärbares Phänomen handelt, erst dann wird die Sichtung
      entsprechend eingestuft. Der Sichtungszeuge wird immer auf dem
      Laufenden gehalten. Ebenso werden die Fälle und Erklärungen in die
      UFO-Datenbank im Internet eingetragen, über die auch jeder
      Sichtungszeuge seine Sichtung melden und der jeweiligen UFO
      Forschungsgruppe zuordnen lassen kann. (www.ufo-datenbank.de)
      Aber es gibt eben auch Fälle, die nicht auf „natürliche Art und Weise“ zu
      erklären sind, für die wir auch keine befriedigende Erklärung haben, die
      wir aber deshalb nicht einfach unter den Tisch fallen lassen.
      Wirkliche Wissenschaft bedeutet eben nicht an diesem Punkt halt zu
      machen, sondern vorurteilsfrei und trotzdem sachlich und kritisch an den
      jeweiligen Fall heranzugehen und dabei bewusst auf eigene
      Interpretationen zu verzichten. Fakten und Informationen, soweit sie
      verfügbar sind zu sammeln, ohne zugleich immer eine Schublade bereit
      zu haben, in die man das jeweilige Phänomen einzuordnen hat.
      Wir sind gegenüber Aspekten zu einem „höheren Bewusstsein“ und
      Kontaktlern offen, aber kritisch eingestellt und bemühen uns auch hier
      aufklärend, wenn notwendig auch im Sinne von entlarvend tätig zu
      werden.
      Eine wichtige Diskussions- und Informationsplattform ist – neben den
      persönlichen Kontakten und unserer Homepage und dem
      Erfahrungsaustausch untereinander – unsere viermal jährlich
      erscheinende Zeitschrift „Deguforum“. Der größte Teil der Artikel
      entstammt der Feder unserer Mitglieder. Hierauf sind wir besonders
      stolz. Denn dies zeigt, dass ein lebendiger und aktiver Dialog stattfindet,
      der die Degufo auszeichnet. Aber auch namhafte Autoren wie Luc
      Bürgin, Ernst Meckelburg, Armin Risi, Jaques Vallee und Prof. Walter
      von Lucadou gehören, um nur einige Namen zu nennen, zu den Autoren
      des Deguforum.
      Facetten der UFO Thematik
      Historische UFOs
      Seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte beobachteten unsere
      Vorfahren den Himmel und seine Erscheinungen. Viele derartige
      Darstellungen sind uns überliefert.
      Ebenso war es schon immer ein Menschheitstraum, fliegen zu können.
      Doch spätestens seit der griechischen Sage von Ikarus wissen wir von
      den damit verbundenen tödlichen Gefahren. Dennoch spornte Mut und
      Forschergeist die Flugpioniere immer wieder zu neuen Versuchen an. So
      erreichte der Mensch nach nicht einmal 70 Jahren seit den ersten
      Motorflügen bereits den Mond.
      Lassen sich erste „UFO-Wellen“ 1896/97 in den USA vielleicht noch als
      Vorläufer der beginnenden Zeppelin-Ära erklären, so stehen wir doch
      fassungslos vor den biblischen Berichten eines Hesekiel! Sein Flugobjekt
      und die Rekonstruktion durch den Ex-NASA Ingenieur Josef Blumrich
      und die dazu passende, vom deutschen Ingenieur Hans Harald Beier
      unabhängig wiederentdeckte Bodenanlage (Tempel Salomon) werfen
      noch heute viele Fragen auf, die vor allem Erich von Däniken, aber auch
      viele andere Forscher publik gemacht haben.
      Der Mythos von den „fliegenden Untertassen“
      Sie Sichtung von Kenneth Arnold am 24.06.1947 bescherte uns diesen
      Mythos als eine Schöpfung der US-Presse. Da scheinbar herkömmliche
      Erklärungen ausgeschlossen waren, inklusive einer als eine deutsche
      Geheimwaffe des Dritten Reiches, blieb als UFO-Herkunftsort nur noch
      der Weltraum. Niemand vermochte bisher einen Beweis dafür oder
      dagegen zu erbringen, dennoch fasziniert uns diese
      Erklärungsmöglichkeit bis heute, ungeachtet der uns bekannten
      interstellaren Entfernungen. Weiterhin halten sich hartnäckig Gerüchte
      von Abstürzen solcher Objekte und der Verschwörung der US-Regierung
      und der NASA mit deren Besatzungen. Seit 1970 klagen US Gruppen
      zum Teil erfolgreich auf die Herausgabe von geheimen Dokumenten. Bis
      zum heutigen Tage spiegelt sich dieser Glaubenskrieg und die Vielfalt
      der verschiedenen Meinungen in der überaus zahlreichen Literatur zum
      Thema wieder.

      Vom Kontaktler zum Entführten
      Bald fanden sich Menschen, die quasi als Mittler zu den UFOs auftraten
      und sich selbst zum Sprachrohr der Außerirdischen machten, so z. B.
      George Adamski als Bindeglied zu den „Venusiern“. Ebenso schnell
      uferte diese Bewegung aus und alsbald waren alle Planeten unseres
      Sonnensystems von menschenähnlichen Wesen bevölkert. Die „großen
      Brüder“ kontakten noch heute „Billy“ Meier in der Schweiz im
      malerischen Örtchen Hinterschmidrüti. Seit dem 19.09.1961 bekam
      diese Art der Beziehung aber eine neue Dimension: Nun waren
      Menschen plötzlich Opfer einer schmerzhaften medizinischen
      Untersuchung, was vielen Untersuchten zunächst gar nicht bewusst
      geworden war. Erst im Laufe der Zeit und/oder nach
      Hypnoserückführungen konnten sie ihre zum Teil erschreckenden
      Erlebnisse schildern. Zwar ist nach wie vor sehr strittig, ob diese
      Erlebnisse etwas mit Außerirdischen zu tun haben, unstrittig sind aber
      die festgestellten posttraumatischen Schockreaktionen.
      Die neuesten Sichtungsmeldungen
      Seit der Wiedervereinigung in Deutschland ist auch eine Verlagerung der
      Aktivitäten der UFOs nach Mitteleuropa feststellbar.
      Beherrschten 1988/89 noch Puerto Rico und Gulf Breeze (Florida)
      vornehmlich die Schlagzeilen der UFO Presse, so sind seit November 89
      über 18 Monate lang die belgischen Dreiecke und im August 1990 die
      Lichtbälle über Greifswald in Deutschland darin bestimmend. Hinzu
      kommt ein Wust an bekanntwerdenden sowjetischen Materialien von
      ganz unterschiedlicher Güte. 2008 überschwemmte eine Welle an
      Miniaturheißluftballonen und deren Sichtungen die UFO Gruppen in
      Deutschland. Tausende dieser sog. MHBs wurden gemeldet und in
      dieser Flut gingen die wenigen UFO Sichtungen, die nicht von diesem
      Urheber ausgelöst wurden, fast unter.
      Geheimnisvolle Spuren im Korn

      Die achtziger Jahre brachten eine wachsende Zahl an Kreisformationen
      auf den südenglischen Feldern in die Schlagzeilen. Obwohl mindestens
      seit Mitte der sechziger Jahre in australischem Sumpfgras bereits
      bekannt, stürzten sich Anfangs die Medien und Fangemeinden auf das
      „neue“ Rätsel.
      Lösungsvorschläge wurden ebenso schnell geboren wie wieder
      verworfen, nur die Kreise blieben. Zwar konnte bisher keine direkte
      Verbindung zu den UFOs nachgewiesen werden, aber ein Auftreten
      beider Phänomene in gleichen Regionen ist feststellbar. Dann
      „exportierten“ sich die Kreise in andere Länder und in Sand, Stein und
      Schnee und ab 1990 traten richtiggehende Bodenkunstwerke in das
      Rampenlicht einer erstaunten Öffentlichkeit (sogenannte Piktogramme).
      Nachdem eine Vielzahl als Fälschung entlarvt wurde, ist die Kornkreis-
      Szene heute stark verunsichert. Fest steht definitiv nur eins: trotz aller
      Anforderungen und einer unübersehbaren Zahl an Fälschungen sowie
      der nachfolgenden Ächtung des Themas durch die getäuschten Medien
      bleibt auch dieses Phänomen immanent und ist im Kern nach wie vor
      ungelöst!

      <

      Spontane menschliche Selbstentzündung: Ein ungeklärtes Phänomen des Paranormalen oder “nur” gruselige Unfälle und Missverständnisse? +++Artikel+++

      Spontane Selbstentzündung - ein ungeklärtes Phänomen oder nur gruselige Unfälle? (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
      Wenn Menschen plötzlich brennen: “Spontane Selbstentzündung” – ein ungeklärtes Phänomen oder nur gruselige Unfälle? (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

      Seit Jahrhunderten rätseln Parapsychologen, Mediziner, Kriminalbeamte  und Mystery-Jäger über das Phänomen der so genannten „Spontaneous Human Combustion“ (SHC ), der „spontanen menschlichen Selbstentzündung“. Einem offenbar überaus seltsamen und (fast) immer tödlichen Rätsel des Menschen, bei dem sich ahnungslose Personen wie aus dem Nichts von selber entzünden. Plötzlich geht ein Mensch in Flammen auf und stirbt! Die Erklärungen für diese “Selbstentzündungen” reichen von Kugelblitzen über zu viel Alkoholkonsum nahe einer offenen Flamme bis hin zu elektrostatische Entladungen oder sogar “chemischen Explosionen” im Inneren des Körpers. Eine wirkliche Erklärung, die von Parawissenschaftlern ebenso wie von Gerichtsmedizinern akzeptiert wird, fehlt bis heute.

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      Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

      Man mag der vorsichtigste Mensch der Welt sein, ja, man mag sogar den Straßenverkehr bewusst meiden und man mag auch nicht nicht rauchen oder trinken. Man mag jedwede Gefahr im Haushalt bestmöglich beseitigt haben oder gar sämtliche Tätigkeiten, die irgendwelche Gefahren verbergen könnten, nicht ausführen …

      … aber dennoch ist jeder Mensch in jeder Situation einer tödlichen Gefahr ausgesetzt, vor der kein Entrinnen und keinerlei Schutz gibt: Die eigene Verbrennung bei lebendigem Leib durch mutmaßlich “unbekannte Kräfte”.

      Spontane menschliche Selbstentzündung

      So etwa geschehen in St. Petersburg in Florida, USA,  am 1. Juli 1951:

      Am Abend dieses Tages sah Richard Reeser, wie schon unzählige Male zuvor, bei seiner allein lebenden 67 Jahre alten und kerngesunden Mutter Mary Reeser vorbei. Im Nachthemd saß sie in ihrem Sessel und las ein Buch – wie so oft. Aber einen Tag später war sie tot.

      John E. Heymer - The entrancing flame
      Das Buch von John E. Heymer gilt als ein “Klassiker” zum Thema “Spontane menschliche Selbstentzündung”: “The entrancing flame”

      Der Hausmeister und ein Handwerker öffneten die Tür zu ihrem Zimmer und fanden einen seltsamen Anblick vor: Das Zimmer war heiß und der Sessel der alten Damen vollständig verkohlt. Ebenso wie Mary selber, von der nur noch Asche und ein Fuß in ihrem Pantoffel über blieb. Seltsam war am Tatort, dass nur an der Decke über dem Sessel Ruß zu finden und lediglich der Boden unter dem Sessel war verbrannt. Einige Zeitungen nahe dem Brandherd waren unversehrt, aber Mary Reeser war vollständig zu Asche verbrannt.

      Der Fall wurde nie eindeutig aufgeklärt, und gilt bis heute als der “Klassiker” dieses “paranormalen Phänomens” (PSI-Phänomene).

      Ein anderes Rätsel dieser Art ist der Tod von Henry Thomas aus Ebbw Vale in walischen Gwent vom Januar 1980, den der Kripobeamte John E. Heymer untersuchte. Der Ort des Todes von Thomas bot dem Beamten einen Anblick des Schreckens. Vor ihm auf dem Teppichboden lag eine Anhäufung von weißer Asche. Aus diesem Haufen guckten eine verbrannter Menschenschädel und zwei Füße mit weißen Socken heraus. Die gruseligen Reste von Henry Thomas!

      Thomas ereilte das unwirkliche Todesschicksal wahrscheinlich auf seinem Sessel, denn dieser war zu rund zwei Drittel verbrannt. Aber alle anderen Objekte in der Umgebung des Geschehens waren in Ordnung und überall fand sich ein Schmierfilm, der den Raum rötlich erhellte, da er sich auch auf den Lampen befand. Ein fraglos unheimlicher Anblick. Unterhalb der Asche des Verstorbenen waren der Teppichboden und eine Fußmatte vom Feuer zwar angesengt worden, aber nicht verbrannt. Doch welches Feuer, das einen Menschen zu Asche verbrennt, lässt leicht entzündliche Gegenstände annähernd intakt?

      Die verantwortlichen Gerichtsmediziner stellten fest, dass der Armsessel nur über so lange Zeit brannte, wie sich der Körper des Henry Thomas auf ihm befand. Auch meinte die Gerichtsmedizin, dass Thomas unglücklich in den Kamin stürzte, sich dann mit brennendem Haar in den Sessel schleppt und dort lebendig verbrannte. Dieser These stimmte auch Kommissar Kenneth Treasure, Leiter der Untersuchung, zu. Ganz zum Ärger von Heymer, der den Fall deshalb wieder aufrollte, und seinen Vorgesetzten abschließend mitteilte, dass der unglückselige Thomas Opfer einer SHC wurde. Kein normales Feuer kann als Ursache in Betracht gezogen werden, da Thomas Asche schneeweiß war Dazu aber bedarf es Temperaturen von rund 2.500 Grad, so John E. Heymer in seinem Buch “The entrancing flame”.

      Wenig blieb auch von einem 58 Jahre alten Mann aus New York über, der 1986 in seiner Wohnung verbrannte. Zwei Kilogramm Asche und ein paar Knochen waren alles, was nach dem Ereignis gefunden wurde. Und auch hier war die Wohnung des Opfer fast vollkommen unbeschädigt.

      Die “BBC” und “The Telegraph” berichteten am 23. September 2011 von einer Selbstentzündung in Irland. Nach dem Feuertod des Rentners Michael Faherty (76), wurde von Dr. Kieran McLoughlin als Todesursache SHC “diagnostiziert”. Spuren dieses tödlichen Feuer konnten lediglich auf dem Boden und an der Decke seines Wohnzimmers in Galway gefunden werden.

      Ganz erstaunlich ist das grausame Ende der 51 Jahre alten Helen Conway aus Pensylvania, USA, die fast vollkommen zu Asche verbrannt war. Lediglich ihre Beine waren erhalten. Erstaunlich gut erhalten sogar, was ein Foto von Larry Arnold vom “Tatort” belegt. Auch sie wurde Opfer einer spontanen Verbrennung. John Heymer meint sogar, dass in Großbritannien jedes Jahr „etwa 20 Menschen an spontaner Selbstentzündung sterben“. Unglaublich, sollten diese Zahlen tatsächlich zutreffen.

      Der unheimliche Tod der Gräfin Bandi 1731

      Johann Andreas Eerdmann Maschenbauer: "Der aus dem Reiche der Wissenschafften" 1750 (gemeinfrei)
      Bericht über die Grafin Bandi in Johann Andreas Erdmann Maschenbauer: “Der aus dem Reiche der Wissenschafften” von 1750 (gemeinfrei)

      Einer der ersten Fälle von einer solchen spontanen menschlichen Selbstentzündung betrifft das Ableben der Gräfin Cornelia Bandi aus der Umgebung von Verona. Ein Vorfall, der ebenso in der Mystery-Literatur über derartige Phänomene nicht wegzudenken ist und der bereits 1750 in dem Buch “Der aus dem Reiche der Wissenschafften wohlversuchte Referendarius, oder auserlesene Sammlungen von allerhand vermischten Schrifften und Versuchen aus der Naturlehre, Arzeneiwissenschafft, natürlichen Theologie und Rechtsgelehrsamkeit” geschildert wurde.

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      Es geschah am 4. April 1731:

      Ein Zeuge berichtet, dass die Gräfin nach dem Abendessen in ihre Gemächer verschwand, wo sie noch eine Weile mit ihrer Zofe plauderte. Dann schlief sie ein und wurde am anderen Morgen von eben dieser Zofe tot aufgefunden. Das Blatt „Gentlemans Magazine“ beschrieb diese unheimliche Entdeckung der verbrannten Gräfin wie folgt:

      “Der Boden dick mit klebriger, feuchter Masse verschmiert, die wegzukratzen schwierig war (…) und vom unteren Rand des Fensters tropfte eine fettige, gelbliche, gar widerliche Flüssigkeit herab, die einen höchst ungewöhnlichen Gestank verströmte.”

      Auch im oben genannten Todesfall von Thomas wurden Stellen auf dem Teppich gefunden, die von offenbar geschmolzenem Fett durchnässt waren und auch in diesem Fall wurde eine seltsame Masse an den Wänden gefunden. So auch bei dem Tod der Gräfin. Das ganze Gemach der Gräfin war nach den Berichten mit Asche- oder Rußpartikel verschmutzt, die sich auf allen Gegenständen im Raum befanden. Aber die Gräfin Bandi starb nicht in ihrem Bett, denn es heißt weiter:

      “Vier Fuß vom Bett entfernt lag ein Aschehaufen, aus welchem zwei Beine ragten, unversehrt, noch mit Strümpfen, dazwischen der Kopf, das Gehirn, die hintere Hälfte der Schädelschale und das Kinn. Ansonsten war alles zu Asche verbrannt, lediglich drei schwarz verkohlte Finger ließen sich noch mit Mühe identifizieren.”

      Rund 30 Jahre später, am 3. Juli 1782, ereignete sich ebenfalls ein solch schauriger Tod. Dieser Fall wurde von dem Chirurgen Merille in Caen näher untersucht und später im „Essay on Drunkenness“ erwähnt. Als Merille 1782 von den königlichen Beamten gerufen wurde, um den Tod der Dame Mademoiselle Thaurs zu untersuchen, die nach dem überschwänglichen Genuss von einer Flasche Schnaps und drei Flaschen Wein einer Selbstverbrennung zum Opfer fiel, berichtete er abschließend:

      “Der Schädel des Toten befand sich (…) 35 cm von Feuer entfernt; der übrige Körper lag schräg vor dem Kamin, vollständig zu Asche zerfallen. Selbst die härtesten Knochen hatten ihre Form und Konsistenz verloren. Der rechte Fuß war bis auf eine verkohlte Stelle oberhalb des Gelenks unversehrt geblieben, der linke war schwerer verbrannt. Es war ein kalter Tag, aber auf dem Kaminrost lagen nur zwei oder drei 2 cm dicke Holzscheite, die in der Mitte angekohlt waren.”

      Auch in diesem ungeklärten Todesfall, war „nicht ein einziges Möbelstück im Zimmer beschädigt“ worden. Dr. Wilton Krogman, ein Kenner der Technologie von Krematorien, meinte, dass er „erst bei 1.500 Grad Celsius (…) jemals einen Knochen verbrennen bzw. so zerschmelzen gesehen (hat), dass er sich auflöste und verflüchtigte“.

      Mademoiselle Thaurs Tod reiht sich damit in die Liste der der rätselhaften Selbstverbrennungen ein.

      Eine spontane Selbstentzündung überlebt?

      "Der Tod - Irrtum der Menschheit" von Lars A. Fischinger (Bild: L. A. Fischinger)
      Mehr über paranormale Phänomene auch in diesem Buch: “Der Tod – Irrtum der Menschheit” von Lars A. Fischinger – alle Infos HIER(Bild: L. A. Fischinger)

      Einer der interessantesten Fälle der unheimlichen SHC-Vorkommnisse ist ohne jeden Zweifel das Erlebnis von Jack Angel aus Georgia, USA, vom November 1974. Angeles nämlich überlebte eine „angefangene“ oder “wenig intensive” Selbstverbrennung. Es heißt zu diesem Fall, den beispielsweise Joe Nickell in seinem Buch “Real-Life X-Files” (2001) beschreibt, dass Jack Angel wie gewohnt abends in sein Bett ging – und dabei eigentlich nichts Ungewöhnliches bemerkte oder fühlte.

      Doch er wachte erst vier volle Tage später wieder auf und bemerkte zu seinem Entsetzten, dass sein rechter Unterarm durch derart intensive Verbrennungen zerstört worden war, dass man ihm diesem amputieren musste. Das Bettlacken und sogar der Schlafanzug von Angel waren unversehrt, keine Spuren einer Verbrennung waren zu sehen und das Opfer selber fehlten jeglicher Erinnerungen an dies Ereignis.

      Hatte er Glück im Unglück?

      Weniger Glück hatte Dr. John Lea Irving aus Coudersport in Pennsylvania, USA. Der einstige Arzt lebte in einer Erdgeschosswohnung in einem größeren Apartmenthaus und wurde am 5. Dezember 1966 von Don Gosnell von der North Pan-Gasgesellschaft fast vollständig zu Asche verbrannt aufgefunden. Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass ein solcher “Feuerunfall” offenbar überall geschehen kann. Und Jack Angel ohne Zweifel enormes Glück hatte. Was immer auch die Ursache für diesen “Brand” war.

      Don Gosnell jedenfalls bot sich 1966 ein Bild des Schreckens, als er das Haus betrat, um dort das Gasometer abzulesen. Sofort nach dem Betreten der Wohnung  wurde er von einem sehr seltsamen Rauch und Geruch überrascht, der ihn entgegen schlug. Auch etwas Asche fand er vor. Gosnell suche nun nach Dr. Irving, den er jedoch nirgends finden konnte – vorerst nicht.

      Doch auch im Schlafzimmer des Doktors schwebte der unheimliche Rauch, und als Gosnell das Badezimmer betrat, fand er dort die schrecklichen Reste von Dr. Irving: Asche, einen Unterschenkel und ein Loch im Boden, durch das die Balken und Rohre zu sehen waren. Erschrocken beschrieb der Finder Gosnell später, was er dort unter anderem sah:

      “(…) ein bräunliches Bein, vom Knie abwärts, wie das von einer Schaufensterpuppe. Weiter hab´ ich nicht hingesehen.”

      Die zuständigen Gerichtsmediziner diagnostizierten, dass Dr. Irving erstickt sei, was von vielen Para-Forschern stark in Zweifel gezogen wird. Auch die Idee, dass ein Kugelblitz dem Mann den Tod brachte, wurde in Betracht gezogen. Wobei aber “Tod durch ersticken” die häufigstes Todesursache bei normalen Feuerunfällen ist. Auch bei den mittelalterlichen Hexenverbrennungen starben die vermeintlichen “Ketzerinnen” und “Ketzer” wahrscheinlich überwiegend durch Ersticken.

      Ursachen …?!

      Spontane Verbrennung von Menschen ist heute, im Gegensatz zu früheren Forschungen, als Tatsache durchaus ernst genommen worden. Was aber die wirkliche und verbindliche Ursache ist, weiß niemand. Ebenso wenig weiß niemand, wie “spontan” eine solche spontane Selbstentzündungen von Menschen sind und ob nicht in jedem Einzelfall eine Erklärung hätte gefunden werden können.

      Dr. Mark Benecke (gemeinfrei)
      Dr. Mark Benecke (gemeinfrei)

      Zu einfach oder besser gesagt ernüchternd sieht der durch das Fernsehen bekannte Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke die spontane Selbstentzündung von Menschen. Dr. Benecke bezeichnet sich in einem interessanten Interview selber als Skeptiker, der die Dinge hinterfragen möchte und er gehört gleichzeitig der Skeptiker-Gruppe “GWUP” an. Einer Vereinigung, die in den Kreisen der Grenzwissenschaft mit Sicherheit vielen Bekannt sein dürfte.

      Und so heißt es auf seiner Internetseite von Dr. Benecke zum Thema SHC:

      Im vorliegenden Fall wurde in mehreren deutschen und amerikanischen Zeitungen, Zeitschriften und Büchern wiederholt über die angebliche Selbstentzündung von Menschen berichtet. Die Zeugenberichte sind mit augenscheinlich nicht gefälschten Fotos belegt, die in der Regel verkohlte Beine ohne den dazugehörigen Oberkörper bzw. Torso zeigen. Die populären Theorien zur Erklärung des Phänomens reichen von der Entzündung im Körper enthaltenen Alkohols bis hin zu Funkenschlägen angeblicher interzellulärer Mikroströme.

      Eine daraufhin angestellte Literaturdurchsicht rechtsmedizinischer und populärer Veröffentlichungen aus den vergangenen 200 Jahren zeigte, dass bereits Justus von Liebig dem Glauben an spontane Selbstentzündungen experimentell begegnete, dass viele der modernen Belegfotografien von (echten) Wohnungsbränden – und hier zum Teil aus rechtsmedizinischen Lehrbüchern – stammen, dass die Interpretation der oft ungewöhnlichen Verbrennungsmuster durch den sogenannten Dochteffekt (Komponenten: Unterhautfettgewebe/Kleidung/Brandrichtung) erklärt werden kann, der bereits von Prokop dargestellt wurde, dass einige Belegfotografien aus dem in der Originalveröffentlichung berichteten situativen Kontext gerissen und dadurch missverständlich wurden, dass insbesondere behauptete Beschädigungen innerer Organe in vielen Fällen nicht mit experimentellen Verbrennungen korrespondieren.

      Dieses Problem der fragwürdigen, unzureichenden oder ungenauen Quellenlage zu den SHC, dass Mark Benecke in einem Artikel für das “GWUP”-Magazin “Skeptiker” (4/2000) genauer ausführte, ist auch hier wieder ein Knackpunkt. Ohne eine gut dokumentierte spontane Selbstentzündung, bleiben nur Spekulationen. Und wenn es tatsächlich einen “inneren Auslöser” für solche Feuer/Verbrennungen geben soll, bleibt auch die Frage, wo und was dieser ist. Immerhin besteht der menschliche Körper aus rund 75 Prozent Wasser. Und Wasser brennt bekanntlich schlecht …

      Warum brennt mein Hund nicht?

      Hier wird oftmals eben der übermäßige Konsum von Alkohol angeführt. Ein Erklärungsvorschlag, der schon lange kursiert. Beispielsweise wird hier der Ritter Polonus Vorstius genannt. Dieser soll im Jahre 1470 in Mailand nach einem ausschweifenden Trinkgelage in Flammen aufgegangen sein.

      Supernase HUND: Der beste Freund des Menschen im Einsatz in der Krebs-Früherkennung (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / L.A. Fischinger)
      VIDEO: Supernase Hund: „Ärzte mit der kalten Schnauze“ – Hunde und ihre Supernasen im Einsatz für die Krebsvorsorge? (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / L.A. Fischinger)

      Wäre diese Erklärung einer der Auslöser (etwa mit Alkohol durchtränkte Kleidung), würde das auch erklären, warum es keine spontane Selbstverbrennung von Tieren zu geben scheint. Zumindest sind mir solche Fälle unbekannt. Denn eine chemische (Ketten-)Reaktion aus Sauerstoff und Wasserstoff, die den Körper praktisch von innen heraus explodieren lassen, so wie es der oben genannte John E. Heymer in seinem Buch “The Entrancing Flame” schildert, sollte doch auch Tieren heimsuchen können.

      Letztlich sei auf den Pharao Tutanchamun hingewiesen, der derzeit wieder in aller Munde ist. Eine Studie aus dem Jahre 2013 spekulierte, dass durch die Einbalsamierung des Tutanchamun sich Harze und Öle im Sarkophag entzündet haben könnten. Dieser “Schwelbrand” der Leichentücher durch eine “unglaubliche chemische Reaktion” habe die Mumie des Königs in seinem Sarg angebrannt. Der Ägyptologen Chris Naunton, der mit seinem Team damals die Untersuchungen an der Mumie des Tutanchamun durchführte, wir hier mit den Worten ziert:

      “Die Möglichkeit, dass eine verpfuschte Mumifizierung zur spontanen Verbrennung des Körpers kurz nach seiner Beisetzung geführt hat, ist vollkommen unerwartet. Es handelt sich tatsächlich um eine Offenbarung.

      Eine fraglos interessante Überlegung. Aber nicht vergleichbar mit echten SHC – wenn es sie denn im Sinne eines “paranormalen Phänomens” gibt.

      Euer Jäger des Phantastischen

      Fischinger-Online

      (Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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