Search Results for: Kairo

„Die Ruinen von Cuicuilco könnten unser Bild des Alten Amerika revolutionieren“: Eine 8000 Jahre alte Pyramide in Mexiko?

Teilen:
Die Pyramide von Cuicuilco in Mexiko - ist sie 8000 Jahre alt? (Bilder gemeinfrei & Google Earth)
Die Pyramide von Cuicuilco in Mexiko – ist sie 8000 Jahre alt? (Bilder gemeinfrei & Google Earth)

Überall auf der Welt stehen die unterschiedlichsten Pyramiden und verschiedene mehrstufige Plattformen der Vergangenheit. Und einige dieser Monumente, die oft pauschal als „Pyramide“ bezeichnet werden, sind viele tausende Jahren alt. Doch ein Bauwerk dieser Art in Mexiko sorgte vor 100 Jahren für eine Sensation. Es ist die Rundpyramide (also kegelförmig) von Cuicuilco bei Mexiko-City, die damals von den Archäologen auf 8000 Jahre datiert wurde. Zu dieser Zeit habe ein Vulkanausbruch das Bauwerk verschüttet, hieß es in ersten Berichten der Forscher. Was aber wurde aus diesen Ausgrabungen, die das „Bild des Alten Amerika revolutionieren“ würden, wie es damals hieß?


„Planet der Pyramiden“

Überall auf der Welt stehen Pyramiden. Wir finden sie in China, in Ägypten, in Mesopotamien, im Sudan, in Mexiko oder auch in Peru. Die Erde ist ein „Planet der Pyramiden“. Auch wenn viele Bauwerke, die heute als „Pyramiden“ bezeichnet werden, in ihrer Form nur entfernt an „echte Pyramiden“ erinnern.

Doch schon seit Jahrzehnten rätseln Forscher, Autoren und „alternative Historiker“, ob es einen Zusammenhang zwischen solchen weit voneinander entfernten Bauten in aller Welt gibt. Hatten etwa die Baumeister derartiger Monumente Kontakte zueinander, fragen diese. Und das lange, bevor es die angeblich ersten Überquerungen der Ozeane durch Seefahrer der Antike gab?

Kritiker wenden zu Recht ein, dass die Pyramiden überall auf der Welt anders aussehen, zum Teil andere Funktionen hatten und vor allem aus vollkommen unterschiedlichen Epochen stammen. Teilweise liegen Jahrtausende zwischen ihren jeweiligen Erbauungsdatum.

Welche Pyramide ist die älteste?

Doch wo steht die älteste Pyramide der Erde? Wo die „Urmutter aller Pyramiden“? Etablierte Archäologen sagen, sie steht in Ägypten: Die Stufenpyramide von Sakkara südlich von Kairo. Wobei wohl kaum ein Ägyptologe dabei behauptet, dass die Stufenpyramide von Pharao Djoser dort als eine Art Vorlage für ähnliche Sakralbauten auf der ganzen Erde diente.

Andere wiederum sagen, nein, die Pyramiden von Gizeh sind die ältesten der Welt. Sie stammen nicht aus der Zeit um 2500 vor Christus, sondern sind vielleicht sogar schon 10.000 Jahre alt.

Ähnliches wird auch immer wieder von angeblichen Pyramiden auf dem Meeresgrund behauptet. In schöner Regelmäßigkeit erscheinen online Berichte, dass solche Monumente auf dem Meeresboden gefunden worden sein sollen. Beispielsweise im Meer vor Mittelamerika.

Andere pyramidenförmige Funde sprengen indes ganz den Rahmen der anerkannten Geschichtsschreibung. Sofern es sie überhaupt gibt. Hierzu zählen vor allem die legendären Rundpyramiden vom Dongting-See in China. Sie sollen, wie in diesem Buch HIER berichtet, unglaubliche 45.000 Jahre alt sein. Kegelförmige und riesige Monumente, die einst an die 300 Meter in den Himmel geragt haben sollen. Gefunden und belegt hat diese unglaublichen Riesen-Bauten bisher niemand.

Doch eine runde Pyramide bei Mexiko-City steht ebenso zur Diskussion bei der Suche nach der ältesten Pyramide der Erde. Sie soll nicht weniger als 8000 Jahre alt sein.

Die älteste Pyramide der Erde?

Die Rede ist von einer Rundpyramide, die bereits ab 1922 von dem Archäologen Byron Cummings freigelegt wurde. Heute kennt man sie unter den Namen „Pyramide von Cuicuilo“. Es ist eine Pyramide mit vier Stufen und einen Durchmesser von etwa 150 Metern. Die genauen Angaben unterscheiden sich hierbei.

An oder in der Pyramide fanden sich keinerlei Inschriften. Der Zweck und die Herkunft waren vollkommen unbekannt, weshalb die ersten Archäologen damals auch auf vollkommen unterschiedliche Datierungen kamen. Viertes Jahrhundert vor Christus, 900 vor Christus oder auch zwischen 600 und 300 vor Christus waren und sind im Gespräch. Auch Datierungen in das vierte Jahrhundert nach Christus wurden im Laufe der Jahre ermittelt. Vor allem mit der Radiokarbondatierung.

Wobei eine Holzkohle-Probe sogar auf ein Alter von rund 4770 Jahre datiert wurde. Vielleicht eine Hinterlassenschaft von kurzzeitig hier ansässigen Nomaden oder das Ergebnis eines frühen Waldbrandes. So zumindest Robert F. Heizer und James A. Bennyhoff in „Archeological Excavations at Cuicuilco – 1957“ („Science, 31. Januar 1958, vol. 127, issue 3292).

Doch die Pyramide hatte noch eine ganz andere Besonderheit. Sie war teilweise von einer acht Meter dicken Schicht aus Lava und Asche überzogen.

Ein Weltbild gerät aus den Angeln

So kam es, dass auch Geologen sich für das Alter des Bauwerkes interessierten. Der Geologe George E. Hyde aus Neuseeland untersuchte den Fund und war sich sicher, dass die Pyramide mindestens 7000 Jahre alt sein muss. Ein unglaubliches Alter!

Mindestens sieben Jahrtausende? Dies interessierte auch C. W. Ceram, der dazu 1949 in seinem Weltbestseller „Götter, Gräber und Gelehrte“ schrieb:

Sie (die Pyramide, Anm. LAF) steht in einer unheimlichen Landschaft, die aussieht, als sei sie gefroren. Die Vulkane Ajusco und Xitli (vielleicht auch nur der letztere) brachen einst aus und wälzten ihre glühenden Ströme gegen dieses Bauwerk, dem der Gott, der auf ihm wohnte, nur halbe Hilfe zuteil werden ließ – nur zur Hälfte nämlich wurde es vom brodelnden Schlamm überflutet.

Und hier nun riefen die Archäologen ein paar Kollegen von einer anderen Fakultät zu Hilfe: die Geologen. Wie alt ist die Lava? fragten sie. Und die Geologen, nicht ahnend, dass sie mit ihrer Antwort ein historisches Weltbild aus den Angeln hoben, antworteten schlicht: ‚Achttausend Jahre!‘

Hyde war sich nicht im Klaren, dass er mit dieser Altersangabe die archäologische Fachwelt in Aufruhr versetzten würde. Es gab damals keine Zivilisation in Mexiko, die ein solches Monument hätte errichten können. Das sah Ceram in seinem Bestseller ganz richtig.

„vor 8000 oder mehr Jahren“

Denn schon 1923 erschien im „National Geographic Magazine“ (vol. 44) der Artikel „Ruinen von Cuicilco könnten unser Bild des Alten Amerika revolutionieren“. Autor war kein anderer als Cummings, der Ausgräber der Pyramide, selber. Cummings war darin sicher, dass die Erbauer in einer unbekannten Vorzeit Mittelamerikas leben. Er schrieb damals unter anderem:

Diese 15 – 17 Fuß (hohen Ablagerungen, Anm. LAF) von Sand, Lehm und Steinen, die sich über dem umgebenden Pflaster von Cuicuilco angesammelt hatten, bevor der Lavastrom kam, zeigen, dass seine Erbauer Tausende von Jahren vor dem Pedregal gelebt und gearbeitet hatten. Es ist also vernünftig anzunehmen, dass dieser Tempel von primitiven Amerikanern erbaut wurde, die vor 8000 oder mehr Jahren lebten.“

Viele tausend Jahre später erst blühte in dieser Region Mexikos das Reich der Azteken. Ein mächtiges Volk, das ebenso Pyramiden baute. Auch die Kultur der gewaltigen Pyramiden-Stadt Teotihuacán unweit von Mexiko-City lag vor 8000 Jahren noch in ferner Zukunft.

Bereits 10 Jahren nach der Veröffentlichung von Cummings gab es ernsthafte Zweifel an dieser Datierung. Cummings selber berichtete etwa 1933 in einer Veröffentlichung (University of Arizona Bulletin, vol. 4, Nr. 8), dass andere Geologen die Lava auf nur rund 2000 Jahre datierten. All die Datierungen stehen und fallen mit dem Jahr des Ausbruchs des Vulkan Xitle. Heute wird dieser – und damit der Untergang der Stadt – auf das dritte Jahrhundert nach Christus datiert. Flüchtlinge aus Cuicuilcom sollen nach der Katastrophe sogar bis nach Teotihuacán geflohen sein. Das liegt keine 60 Kilometer entfernt.

Um 6000 Jahre verschätzt

In seiner Studie „Age and archaeological implications of Xitle volcano, southwestern Basin of Mexico-City“ (Journal of Volcanology and Geothermal Research, vol. 104, Issues 1–4, 30. Dezember 2000) schreibt C. Siebe über die frühen Datierungen unter anderem:

Vor der Einführung der Radiokohlenstoffdatierung war das Alter der Cuicuilco-Pyramide und der Xitle-Lavaströme Gegenstand intensiver Spekulationen. Seit Cummings den künstlichen Charakter des Cuicuilco-Hügels nachgewiesen hat, ist sein Alter ein Thema von Interesse. Aus geologischen und anderen Gründen vertrat er die Ansicht, dass Cuicuilco vor etwa 8000 Jahren vor Christus verfallen ist.

Über 30 Radiokarbondatierungen seien inzwischen erfolgt, so Siebe. „Und anhand dieser Daten wurden mehrere Altersangaben für den Ausbruch vorgeschlagen.“ Und weiter schreibt er:

Die meisten datierten Proben wurden nicht direkt durch den Ausbruch von Xitle erzeugt, sondern sind Artefakte menschlicher Aktivitäten, die dem Ausbruch vorausgingen.

Daher sind diese Altersangaben (meist um 2000 bp) älter als der Ausbruch. Ein neues Alter von (…) 245 – 315 nach Christus aus Holzkohleproben, die direkt unter der Lava gesammelt wurden, wird für den Ausbruch von Xitle favorisiert. Diese Proben entstanden durch die Entzündung der Vegetation während der Ablagerung der heißen Schlackentephra.“

Stimmen diese neuen Datierungen und Deutungen, dann ging das Monument fast 6000 Jahre später unter, als es noch vor 100 Jahren angenommen wurde. Damals war verständlicherweise die Alterseinschätzung eine Sensation – doch heute spricht kaum mehr jemand über sie.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , <

10 (erstaunliche) Dinge, die man wissen muss – über: Die Cheops-Pyramide +++ Blog-Serie, Teil #6 +++

Teilen:
Blog-Serie, Teil #6: "10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss - über die Cheops-Pyramide (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Blog-Serie, Teil #6: „10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss – über die Cheops-Pyramide (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

„10 (erstaunliche) Dinge, die man über wissen muss“ – sechster Teil meiner Serie auf dem Mystery Files-Blog für Euch. Teil #6 der erstaunlichen „10 Dinge, die man wissen muss„, widmet sich diesmal der Cheops-Pyramide. Dieses riesige Weltwunder der Vergangenheit in Ägypten ist wohl das Sinnbild aller Mysterien und Rätsel der Geschichte. Aus diesem Grunde werden nur 10 herausgesuchte Beispiele dem Monument wohl kaum gerecht!

Dennoch hier „10 (erstaunliche) Dinge, die man über die Cheops-Pyramide wissen muss“!


10 (erstaunliche) Dinge, die man über die Cheops-Pyramide wissen muss

Wissen zum Angeben, Mitreden, Auffrischen und Nachdenken!

1.:

Die Cheops-Pyramide ist nach den „klassischen“ Deutungen und Forschungen vor rund 4.500 Jahren als höchste Pyramide der Welt erbaut worden. Nicht ganz 147 Meter reichte sie einstmals in die Höhe. Keine Pyramide davor oder danach war jemals höher. Heißt es. Denn das muss nicht stimmen, da nur wenige Kilometer entfernt einst ein Monument aus Nilschlammziegeln stand, dass einige Meter weiter in den Himmel ragte.

Diese mächtige und fast unbekannte Pyramide ist bis heute ein einziges Rätsel. Die Archäologen wissen nicht einmal wann genau diese von wem erbaut wurde, weshalb sie nicht einmal einen Namen hat. Nicht ein Artefakt fand sich in den Ruinen. Und sie ist schon seit unbekannten Zeiten so gut wie vollkommen zerstört. Als die ersten Archäologen eintrafen, konnten sie noch mit eigenen Augen sehen, wie die Bevölkerung in Massen das Baumaterial abtransportierte. Zum Düngen ihrer Felder und zum Bau ihrer eigenen Häuser.

So blieb nur ein Schutthaufen der Pyramide über. Eine Stufenpyramide, ähnlich wie in Sakkara, sei sie einst gewesen. Oder vielleicht doch eine richtige Pyramide mit glatten Seiten. Es war ein Bauwerk, dass breites rund 500 Jahre vor der üblichen Datierung der Pyramide des Cheops in den Himmel gebaut worden sein könnte. Bis auf über 150 Meter, wie es Berechnungen der traurigen Trümmer in den 1980er Jahren ergaben. (Video dazu HIER).

2.:

Bis heute hält sich mehr als hartnäckig der Mythos, dass „die Prä-Astronautiker“ behaupten, dass Außerirdische die Pyramide bauten. Allen voran wird das Erich von Däniken in den Mund gelegt. Eine Aussage, die seit Jahrzehnten immer wieder aufkommt. In der Presse ebenso wie von Seiten der Prä-Astronautik-Kritiker in Sozialen Netzwerken & Co.

Dabei muss man schon sehr genau suchen um Autoren oder Forscher zu finden, die genau das tatsächlich behauptet haben. Denn mit Abstand die wenigsten „Anhänger der Prä-Astronautik“ haben derartiges jemals publiziert.

Mehr dazu findet Ihr auch in diesem Mystery Files-Video HIER.

3.:

Apropos Baumeister: Jahrzehntelang wurde in der Ägyptologie behauptet, dass 100.000 Sklaven die Große Pyramide in einem unsäglichen Kraftakt für Pharao Cheops bauen mussten. In der Archäologie ist dieser einstige Stand der Forschung lange widerlegt. Jedoch nicht in allen Veröffentlichungen dazu.

Dabei berief sich die Forschung immer auf den Historiker Herodot aus Griechenland, der das in Band 2 seiner „Historien“ im 5. Jahrhundert vor Christus behauptete. Dieser Aussage schenkte man sehr lange Glauben. Der Angabe von Herodot, dass „Maschinen“ beim Bau genutzt wurden, glaubte man allerdings nicht. Ebenso wenig wie seine Behauptung, dass Cheops nahe der Pyramide Geheimkammern anlegte, in denen er sich bestatten ließ. Demnach nicht im Inneren der Pyramide selber.

Herodot galt schon in der Antike auch als „Märchenonkel„. Etwa um 60 vor Christus bei dem Geschichtsschreiber Diodor von Sizilien. Ebenfalls einem Griechen, dessen Werke heute wertvolle Quellen für die Forschung sind. Jedoch schrieb auch der Kritiker Diodor, dass Cheops tatsächlich nicht in der Pyramide mit seinem Namen begraben wurde, sondern in einem geheimen Versteck. Ähnliches also wie sein Vorgänger Herodot.

Als Grund für diese Form des Begräbnisses des Königs führt Diodor aus, dass er die Rache der von ihm versklavten Bauarbeiter beziehungsweise Bevölkerung befürchtet habe. Auch sein Nachfolger Pharao Chephren sei auf diese Weise und genau aus demselben Grund versteckt bestattet worden. Ganz nebenbei nennt Diodor auch noch andere Namen als Bauherren der Großen Pyramide. Zum Beispiel Harmais und Amasis.

4.:

Bleiben wir mal bei diesem Pharao Amasis, den Diodor nennt. Wer war das?

Diesen Pharao wiederum hat es tatsächlich gegeben, auch wenn er rund 2.000 Jahre nach dem Bau der großen Pyramiden lebte. Es handelt sich dabei um den Pharao Ahmose II. (570 bis 526 vor Christus), der erst rund 2.000 Jahre nach Cheops Herrscher wurde. Damit wäre die Pyramide Jahrtausende jünger und von einem König erbaut worden, den Diodor als Pharao von „außergewöhnlicher Klugheit und in seinem Charakter maßvoll und gerecht“ lobt.

Pharao Ahmose II. könnte dennoch tatsächlich etwas mit den Pyramiden zu tun gehabt haben. Seine Herrschaft fiel in die 26. Dynastie des Pharaonenreiches. Das ist genau jene Saiten-Dynastie genannte Epoche, in der Umbauten und Restaurationen an den Pyramiden von Gizeh und anderen Monumenten durchgeführt wurden. Wurde er deshalb vielleicht nachträglich in der Cheops-Pyramide bestattet?



5.:

Nachträglich in der Pyramide bestattet? Tatsächlich stimmt die weit verbreitete Behauptung nicht, das 832, als die Araber unter Kalif al-Mamun „erstmals“ die Cheops-Pyramide aufbrachen, diese vollkommen leer war. Und auch nicht, dass keine Mumie von den Plünderern in ihrem Inneren gefunden wurde.

Heute betreten die Besucher durch diesen Stollen die Pyramide.

Tatsächlich machten sie laut arabischen Chronisten innerhalb der Pyramide sogar sehr zahlreiche Funde. Inklusive einiger Kostbarkeiten, „Mumien“, „Leichen“ und weiteren Gegenständen (Artikel-Serie in 5 Teilen dazu HIER). Diese zahlreichen Funde sind heute alle verschollen und können somit nicht mehr zugeordnet oder erforscht werden. Aufgeschrieben wurden diese erst im Mittelalter im bekannten Werk „Hitat“.

Ein ausführliches Video über die angeblich entdeckten Artefakte finden Ihr HIER.

6.:

Das Buch „Hitat“ ist es auch, in dem an einer einzigen Stelle erwähnt wird, dass ein König Saurid, denn die Hebräer Henoch nennen, die Große Pyramide vor der Sintflut gebaut hat. Eine arabische Behauptung, die vielfach und oft von Mystery-Autoren erwähnt wird (mehr auch zum Beispiel HIER).

Dabei finden sich allein in dem Pyramidenkapitel dieses Buches von al-Makrizi unzählige weitere Namen, die arabische Chronisten als Bauherren der Großen Pyramide(n) nennen. Der dabei am häufigsten erwähnte Erbauer ist Pharao Cheops.

7.:

Die Araber hatten noch im 9. Jahrhundert genaue Kenntnisse, wo sie wie genau in das Innere der Cheops-Pyramide einbrechen konnten. Anders können es sich viele nicht erklären, warum der gemeißelte Tunnel exakt so durch das Kernmauerwerk verläuft, dass er nach einer scharfen Kurve genau da auf den inneren Tunnel trifft, von wo die Sperrsteine umgangen werden. Und diese Sperren waren aus massiven Granit und damit bei weitem schwerer zu durchschlagen, als der weiche Kalkstein der Pyramide.

Folglich kannten die Araber entweder den inneren Bauplan der Cheops-Pyramide oder sie nutzen einen schon vorhanden Gang. Denn schon rund 900 Jahre vor ihnen berichtete der griechische Geschichtsschreiber Strabon in seinem Werk „Geograhika“ von einer offenen Pyramide. Er bereiste um 25 vor Christus Ägypten und erwähnt eine herausklappbare Steinplatte vor dem Eingang. Ein Art Schwingtür, wie man spekulieren könnte.

Nur rund 100 Jahre später berichtete der römische Gelehrte Plinius der Ältere in seiner Enzyklopädie „Naturalis historia“ von einem Schacht im Inneren der Pyramide. Dieser sei 86 Ellen tief gewesen, was grob 43 Metern entsprechen würde. Archäologen vermuten, dass er den sogenannten „Flucht- oder Luftschacht“ mit der „Grotte“ gemeint haben könnte. Dieser Schacht führt vor dem Aufstieg in die Große Galerie steil in die Tiefe bis zum absteigenden Tunnel, der in die untere Kammer führt.

8.:

Ägyptologen schließen fast ausnahmslos heute aus, dass es im Inneren der Pyramide noch Geheimkammern oder verborgene Korridore gibt. Mit Ausnahme von Ägyptens letzten Pharao Dr. Zahi Hawass. Je nach Laune gibt es für ihn keine versteckten Kammern mehr in der Pyramide – oder eben doch.

So sagte er zum Beispiel bei seiner weltweiten Vortragstournee im Juni 2013 gegenüber dem Portal „LiveScience“, dass er glaube, dass „dass die Kammer des Cheops noch nicht entdeckt wurde und alle drei Kammern nur da sind, um die Diebe zu täuschen“. Seiner Meinung nach seien „die Schätze des Cheops (…) immer noch in der Großen Pyramide versteck“. Und das, obwohl er 1999 verkündete, er habe einen Schacht in Gizeh gefunden, den er für das Cheops-Grab hält, dass Herodot beschrieben hat: Ein tiefes System außerhalb der Pyramide mit einem Sarg auf einer Insel im See.

Damit ist das „Osiris-Grab“ weit abseits der Pyramide gemeint, durch das Zahi Hawass übrigens schon 4 Jahre zuvor ein NBC-Kamerateam führt. Dass dieses unterhalb der Cheops-Pyramide gefunden wurde, ist damit falsch. Ebenso falsch wie Hawass seine Aussage, er habe diese Entdeckung gemacht. Als „die aufregendste Entdeckung meines Lebens“. Denn das war der Ägyptologe Professor Dr. Selim Hassan, der das „Osiris-Grab“ schon bei seinen Grabungen in den Jahren 1933 und 1934 entdeckte und in „Excavations at Giza“ (vol. V: 1933-1934, Kairo 1944) dokumentierte.

Mehr dazu in diesem Artikel HIER.

9.:

Vor wenigen Jahren entdeckten Wissenschaftler mittels modernsten Technologien weitere Hohlräume im Pyramiden-Inneren. Vor allem eine große „Kammer“, die sie „Big Void“ nannten und sich oberhalb der Großen Galerie befindet. Dieser Hohlraum soll mindestens 40 Meter groß sein, wie es weitere Untersuchungen ergaben (zum Beispiel Video HIER). Zuvor sprach noch von 30 Metern. Auch nahe dem Eingang fanden die Forscher durch den Scan von kosmischen Teilchen, den Myonen, eine weitere „Anomalie“. Also einen Hohlraum.

Ob diese „Höhlungen“ als ein Ganzes zusammenhängen, ist noch nimmer unklar. Denn dann wurde es still um diese ausgesprochen spannenden Entdeckungen und die Forschungen wurden eingestellt.

Das stimmt so nicht. Unlängst wurde ein erweitertes Projekt vorgestellt, dass die vorherigen Untersuchungen nicht nur ergänzen soll. Vielmehr soll es 100fach genauerer Ergebnisse liefern als die bisherigen Daten. Somit können man auch genau feststellen, was sich im Inneren der mutmaßlichen Geheimkammern befindet und ob diese Hohlräume als absichtliche Kammern gebaut wurden. Diese Forschung geht damit tatsächlich (irgendwann) weiter.

Die Ergebnisse durch die lang andauernden Scans und Datenauswertungen werden aber wohl einige Jahre auf sich warten lassen, wie in diesem Video HIER berichtet.

10.:

Immer wieder wird behauptet, dass die Cheops-Pyramide aus perfekten Steinen gebaut wurde. Millimetergenau bearbeitet und Tonnen schwer wären diese Bausteine gewesen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Die einzelnen Bausteine der Pyramide sind verschieden groß und im Inneren findet sich sogar „Bauschutt“ und einfacher Bruchstein als Füllmaterial. Teilweise kann man in die Fugen gleich sein ganzes Bein hineinstecken. Auch vor Ort kann man sehen, wo diese weichen Kalksteine zum Teil abgebaut wurden.

Wie sie oft ist das aber wieder nur die halbe Wahrheit.

Denn es gibt riesige Blöcke aus hartem Granit, die perfekt bearbeitet und verlegt wurden. Es sind im Vergleich zwar nur verschwindet wenige – aber dafür um ein vielfaches beeindruckender. Diese befinden sich beispielsweise als Bausteine der Königskammer und wiegen bis über 70 Tonnen. Ebenfalls finden sich im direkten Umfeld der Pyramide solche Steine in kleineren Versionen. Doch vor allem nahe der Sphinx sind diese in den Resten des dortigen Tempels zu bestaunen. Also weit abseits der Großen Pyramide und damit auch nicht ein Teil von ihr.

Hier sieht selbst der Tourist, dass die dortigen Granitblöcke quasi ohne Fugen und perfekt verbaut wurden. Hier wird gerne darauf verwiesen, dass die Blöcke so haarfein voneinander getrennt wurden, dass einzelne Kristalle im Inneren dabei durchtrennt wurden. Vor allem Dr. Hans Jelitto machte darauf durch fotografische Vergrößerungen aufmerksam (mehr dazu HIER). Was bei diesen Schnitten „ohne Materialverlust“ (Bild) aber fast kaum beachtet wird:

Wie konnten die Baumeister nach Schnitten im Bereich von Zehntel Millimetern diese Tonnen schweren Steine dann so exakt wieder zusammensetzten, dass die durchtrennten Granitkörner wieder aufeinander liegen?

Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , , <

Endlich: Nach 40 Jahren ist die Sicht auf die Südseite der Cheops-Pyramide wieder frei – Sonnenbarken-Museum in Gizeh abgerissen

Teilen:
"Sonnenbarken-Museum" in Gizeh abgerissen: Nach 40 Jahren hat man wieder einen freien Blick auf die Südseite der Cheops-Pyramide (Bild: Fischinger-Online)
„Sonnenbarken-Museum“ in Gizeh abgerissen: Nach 40 Jahren hat man wieder einen freien Blick auf die Südseite der Cheops-Pyramide (Bild: Fischinger-Online)

An der Südseite der Cheops-Pyramide wurde 1982 ein längliches Gebäude errichtet, dass seitdem den Blick auf das Monument „verunstaltet“. Es war ein Museum für die „Sonnenbarke des Cheops“, die erst 1954 entdeckt wurde. Damit ist es nun vorbei, denn das Museum wurde und wird abgerissen und das Boot darin fand schon vor Monaten einen neuen „Heimathafen“. Warum aber baute man dieses Gebäude überhaupt direkt vor dieses Weltkulturerbe? Was macht dieses Boot so besonders und wo kommt es eigentlich her?


Die „Sonnenbarke“ an der Cheops-Pyramide

Genau vier Jahrzehnte mussten Pyramiden-Fans und  Ägypten-Touristen warten, jetzt ist es soweit: Das sogenannte Bootsmuseum oder auch „Sonnenbarken-Museum“ an der Südseite der Cheops-Pyramide wurde abgerissen. Für viele war es ein architektonischer Schandfleck, der die Kulisse der Großen Pyramide zumindest von dieser Seite ruinierte. Für andere war es mehr oder weniger ein „notwendiges Übel“, da die in diesem Museum ausgestellte Sonnenbarke ein archäologischer Sensationsfund ist.

Wer noch nie selber in Gizeh war und nur Fotos oder Aufnahmen von Google Earth kennt, dem wird dieses längliche weiße Gebilde sicher bereits aufgefallen sein. Warum aber hat man es 1982 überhaupt genau dort hingestellt? Schließlich war von vornherein klar, dass ein Viertel der Pyramiden-Ansicht damit zerstört sein würde. Und dies bei dem letzten erhaltenen der Sieben Weltwunder der Antike und einem UNESCO-Weltkulturerbe.

Dies verdanken wir den Alten Ägyptern vor rund 4.500 Jahren selber. Sie legten auf dem Plateau von Gizeh verschiedene Bootsgruben an, in denen sie riesige Boote vergruben. Insgesamt kennt man heute sieben dieser Bootsgruben. Davon gehören fünf direkt zur Cheops-Pyramide, die parallel zu dessen Seiten angelegt wurden. Zwei weitere gehören zu den sogenannten Königinnenpyramiden direkt neben der Cheops-Pyramide. An der Südseite der Großen Pyramide befinden sich gleich zwei solcher Gruben, die erst im Jahre 1954 entdeckt wurden. Sie lagen Jahrtausende unter Sand und Geröll verborgen.

Genau dort steht oder stand das Museum.

Es sind beeindruckende Gruben, die mit nicht minder beeindruckenden Abdecksteinen überdacht wurden. Sie liegen nur rund 17 Meter von der Cheops-Pyramide entfernt. Die östliche der beiden dortigen Gruben ist über 31 Meter lang und fast 5,5 Meter tief. Abgedeckt wurde sie mit über 40 gewaltigen Monolithen, die bis zu 20 Tonnen wiegen.

Ein 10 Jahre dauerndes Puzzle

Erstaunlicherweise sind diese Steine alle von unterschiedlicher Größe und damit alles andere als perfekt ausgearbeitet. Und anders als die viel zitierten „fugenlosen Megalithen von Gizeh“ hatten diese Abdeckungen zum Teil sogar sehr große Fugen. Sie wurden von den Baumeistern mit kalkhaltigem Mörtel abgedichtet. Viele der Megalithen tragen heute sogar noch Schriftzeichen der einstigen Bauarbeiter, die hier vor tausenden von Jahren schufteten.

Unter diesen Inschriften sind auch fast 20 Kartuschen mit dem Namen des Pharao Djedefre (auch Radjedef) zu finden. Er war als dessen Sohn der Nachfolger von Pharao Cheops und ist heute eher unbekannt. Sein Bruder, der Pharao Chephren, dem die zweite große Pyramide in Gizeh zugeschrieben wird, ist indes aufgrund seiner Pyramide weltbekannt. Und doch war Djedefre der Thronnachfolger von Cheops.

Seine Inschriften könnten ein Hinweis sein, dass er nach dem Tod seines Vaters die Cheops-Bootsgruben anlegen ließ.

Spannend wurde es für die Archäologen nach der Entdeckung 1954, als diese unter die gewaltigen Abdeckungen vorgedrungen waren. Hier türmten sich Berge von Holz, das sich als kostbares Zedernholz aus dem Libanon herausstellte. Insgesamt holten die Ausgräber 1.224 Holzteile aus der Bootsgrube heraus. Balken, Bretter, kleine Leisten, Ruder und mehr, die in 13 Schichten übereinander dort für die vermeintliche Ewigkeit eingelagert waren.

Nach 10 Jahren der Konservierung und des zusammenpuzzeln hatten die Ägyptologen das Schiff wieder zusammen. Eine Barke von mehr als 42 Metern Länge und einer Maximalbreite von fast 6 Metern. Eine Sonnenbarke des Königs, mit dem dieser nach seinem irdischen Leben durch das Meer der Sterne fuhr, so die klassische Deutung.

„Sonnenbarken“ für den Pharao?

Wobei unklar ist, warum dann gleich so viele Boote vergraben worden sind. Denn schon (oder erst) 1987 zeigte sich durch den Einsatz einer Kamera, dass auch in der Grube daneben ein zerlegtes Boot liegt. Andere Gruben waren schon lange offen und leer und wurden teilweise wohl von späteren Ägyptern als Gräber genutzt. Die beiden Gruben nahe des Totentempels sind dabei sogar noch größer. Mehr als 50 Meter lang und 7 Meter breit liegen auch sie parallel zur Ostseite der Cheops-Pyramide. Von Booten war darin nichts mehr zu finden.

Unklar ist auch, ob die restaurierte Sonnenbarke dem Herrscher einst wirklich als Transportmittel auf dem Nil diente. Hier gehen die Meinungen der Ägyptologen auseinander. Einige vermuten auch, dass sie lediglich dazu diente, den Leichnam des Königs zu transportieren. Folglich ein Ein-Weg-Boot. Vielleicht war es auch nie im Wasser und wurde erst vor Ort gebaut, um dann wieder zerlegt zu werden.

Die Entdeckung und vor allem die Rekonstruktion der heiligen Barke mit ihren Rudern und einem Kabinenaufbau ist bis heute einmalig in der Ägyptologie. Zugleich ist sie das älteste Boot der Welt, das in einem derart guten Erhaltungszustand gefunden wurde. Genau deshalb wurde das Schiffsmuseum mehr oder weniger genau über der Bootsgrube 1982 errichtet. Der Besucher kann sich dort nicht nur das herrschaftliche Wasserfahrzeug ansehen, sondern auch die Grube mit ihren Monolithen selber.

Nach meiner Erfahrung finden sich aber in diesem Museum weit weniger Touristen ein, als etwa an der in Blickweite liegenden Sphinx. In diesem Barken-Museum ist es fast schon still und einsam im Vergleich mit dem bunten Treiben auf dem Pyramiden-Plateau um die beiden großen Pyramiden.

Ein neuer „Heimathafen“ in Gizeh

Mit der Stille ist es in diesem Museum jetzt endgültig vorbei, da es frisch abgerissen wurde. Die Barke selber wurde bereits im August 2021 mit großem Pomp von dort weggeschafft. Ihr neuer „Heimathafen“ ist das neue, gewaltige Ägyptische Museum in Gizeh selbst. An diesem wird seit Jahren gebaut, denn das frühere Ägyptische Museum mitten in der quirligen Metropole Kairo genügte längst nicht mehr den Anforderungen.

Von der Cheops-Pyramide sind es gerade mal zwei Kilometer Luftlinie zum neuen Museum. Hier planten und planen die Ägypten in ganz großen Stil, um die Schätze ihres Landes würdig der Welt zu präsentieren. Vor allem auch weit mehr als im bisherigen Museum und auch verschiedene Highlights des Landes. Das klassische Beispiel sind hier sicher die Schätze des Pharao Tutanchamun und zahllose herrschaftliche Mumien der Pharaonen. Da darf natürlich die „Sonnenbarke des Cheops“ nicht fehlen. Eine zentralisierte Schatzkammer für den Tourismus, wenn man so will.

Damit ist auch das unschöne Boots-Museum in Gizeh in der bisherigen Form überflüssig. Da darin das Boot erhört und vollständig aufgebaut zu sehen war, musste auch das Gebäude an sich hoch ausfallen. Selbst Treppen konnte man dort besteigen, um die Barke in all ihrer Pracht von allen Seiten gut sehen zu können.

Die Bootsgrube an sich befindet sich naturgemäß unter der Erde. Um diese weiterhin den neugierigen Besuchern zugänglich zu machen, bedarf es zukünftig kein hohes Museum mehr, das den Blick auf die Cheops-Pyramide trübt. Sicher werden nur wenige Pyramiden-Fans dem Abriss eine Träne nachweinen.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , <

VIDEO: Mythos der Prä-Astronautik: „Außerirdische haben die Cheops-Pyramide von Gizeh gebaut“ – Eine Spurensuche

Teilen:
VIDEO: Mythos über die Ancient Aliens: "Außerirdische haben die Cheops-Pyramide gebaut" (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Mythos über die Ancient Aliens: „Außerirdische haben die Cheops-Pyramide gebaut“ (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Die Pyramide des Cheops fasziniert seit tausenden von Jahren die Menschen. War die wirklich „nur“ ein Grab der Pharaonen, in diesem Fall Cheops? Oder wurde sie sogar von Bewohnern von Atlantis oder einer anderen Kultur erbaut? Vielleicht durch Außerirdische​, wie es bereits mehrfach auf diesem Blog angesprochen wurde. Denn dieser Mythos hält sich seit Jahrzehnten! Vor allem im Mainstream und bei Kritikern der Prä-Astronautik, die das Thema nur sehr am Rande kennen. Was dahinter steckt, erfahrt Ihr in diesem Video auf YouTube.


Cheops-Pyramide – Erbaut von Außerirdischen?

Seit Jahrtausenden stehen sie nun unweit der heutigen Stadt Kairo in Ägypten: die großen Pyramiden von Gizeh. Riesige Monumente, die nach klassischer Deutung  vor rund 4.500 Jahren die Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos der IV. Dynastie errichtet haben, wie es die Archäologie besagt. Und die größte von ihnen ist die Cheops-Pyramide, die einst fast 147 Meter hoch war.

Weltwunder der Antike, um die sich unzählige Mythen, Spekulationen, Thesen, Legenden und Rätsel ranken. Viele davon waren bereits Thema in Videos auf diesem Kanal und auf diesem Blog.

Eine Art „unauslöschlicher Mythos“ dreht sich vor allem um die Große Pyramide – die Cheops-Pyramide. Demnach haben Außerirdische, Ancient Aliens, vor tausenden von Jahren das gewaltige Monument erbaut. Nicht Pharaonen bzw. Menschen – Raumfahrer der Antike waren die Pyramiden-Baumeister. Darüber wurde auf diesem Blog bereits mehrfach berichtet (z.B. HIER , HIER, HIER & HIER)

Eine Spekulation, die angeblich schon in 1968 von Erich von Däniken in seinem ersten Buch in die Welt gesetzt worden sei. Zumindest sagen das auch über 50 Jahre danach noch immer Skeptiker und Kritiker der Prä-Astronautik. Eine reine Fake-News, die zum Beispiel Däniken vor exakt 50 Jahren schon klarstellte.

Ungehört, wie Ihr in diesem Video vom 19. März 2020 erfahrt. Aber: Dennoch gibt es in der Prä-Astronautik durchaus solche Behauptungen. Zum Teil mit mehr als absurden „Begründungen“ ….

Hunderte weitere Mystery-Videos findet Ihr HIER.

HIER Kanal-Mitglied werden.

Bleibt neugierig …

Video vom 19. März 2020 auf Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , , <

Wo ist die Nase der Sphinx wirklich geblieben? (+ Videos)

Teilen:
Wo ist die Nase der Sphinx wirklich geblieben? (Bild: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
Wo ist die Nase der Sphinx wirklich geblieben? (Bild: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Die riesige Sphinx von Gizeh ist heute eigentlich nur noch ein Schatten ihrer selbst. Trotz vieler Restaurierungen ist deutlich zu sehen, dass der Zahn der Zeit arg an ihr nagte. Aber nicht nur der, denn offensichtlich wurde ihr irgendwann von irgendwem die Nase abgeschlagen. Wer aber war wann genau dafür verantwortlich? Was sagen die Ägyptologen und haben sie Beweise? Eine Spurensuche nach dem berühmtesten, fehlenden Riechorgan der Welt.


Die Nase der Sphinx in französischen Aufzeichnungen

Stolz steht sie dank zahlreicher Ausgrabungen und Restaurierungen vor den Pyramiden von Gizeh: Die große Sphinx! Und groß ist sie mit 73,5 Metern Länge inklusive 15 Metern Vorderbeinen, rund 20 Metern Höhe und ihren etwa 6 Meter breiten Kopf (mit Kopftuch) tatsächlich. Erbaut hat sie, so die übliche Zuordnung der Archäologen, der Pharao Chephren, der die gleichnamige Pyramide von Gizeh baute.

Doch die Statue hat offensichtlich ein Schönheitsmakel, da ihr die Nase fehlt. Wo aber ist die Nase der großen Sphinx von Gizeh geblieben? Wer hat sie wann und warum so entstellt?

Historisch bewanderte Gesichts- und Archäologie-Interessierte kennen die Antwort: Die Sphinx stand mindestens 2.500 Jahre samt ihrer Nase vor den Pyramiden von Gizeh. Unter der legendären Königin Kleopatra kam es jedoch um das Jahr 50 vor Christus auf dem Gizeh-Plateau zu einem Vorfall, der der Statue die Nase kostete. Drei Gallier aus dem Norden Frankreichs erreichten Ägypten, da sie im Auftrag einer verdeckten Operation der berühmten Herrscherin Kleopatra und ihrem Baumeister mit ihrem Können bei einem Bauprojekt helfen sollten.

Diese Fremden waren ein Stammeskrieger, ein Magier, ein sogenannter Druide, der in der weltbekannten Bibliothek von Alexandria heute verschollene Dokumente einsehen wollte, und ein Megalithbauer. Letzterer, der laut den Aufzeichnungen der französischen Chronisten Goscinny und Uderzo den Namen „Obelix“ trug, bestieg ohne Erlaubnis die Sphinx – und brach dabei die Nase ab. Eine von dem Megalithbauer vorgeschlagene Reparatur war nicht mehr möglich. Um diese Tat zu vertuschen, verscharrten zwei der nordfranzösischen Germanen die abgebrochene Sphinx-Nase im Sand vor der Statue und behielten es für sich. „Hier macht bestimmt keiner Ausgrabungen“, war man sich sicher.

Kritiker behaupten, dass dieser alten Quelle nicht zu trauen ist, und die Anwesenheit der drei Gallier nicht belegt sei. Sie sehen hier ein Legende.

Zurück zur Wirklichkeit(?)

Mir persönlich ist die oben zusammengefasste Legende die liebste. Und sicher kennt sie jeder Mystery-Fan. Die einzige augenscheinliche Tatsache ist in dieser Geschichte natürlich die fehlende Nase. Dass „bestimmt keiner Ausgrabungen“ vor der Sphinx bzw. zwischen ihren Vorderpranken macht, hatte sich natürlich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil, denn dort sowie im gesamten Umfeld wird seit jeher gegraben.

Unter anderem tauchte bei diesen Ausgrabungen 1816 bis 1818 ein Stück des Bartes der Sphinx auf, das heute im Britischen Museum in London zu sehen ist. Von der Nase aber keine Spur.

Lange hielt sich der Mythos, dass Napoleon bei seinem Ägyptenfeldzug 1798 bis 1801 für die Beschädigung der Sphinx verantwortlich sei. Seine Soldaten hätten bei „Schießübrigen“ mit Kanonen die Nase der Statue abgeschossen. Eigentlich ein Unding, denn bekanntlich war Napoleon ein Freund der Kultur des Alten Ägypten. Nicht nur, dass er zahllose Wissenschaftler und Zeichner mit ins Land brachte, sondern diese „Expedition“ gilt heute für viele als der Beginn der Ägyptologie. Das Land am Nil sei die „Wiege der Wissenschaften“ der Menschheit, so Napoleon Bonaparte. Letztlich verdanken wir dieser Expedition durch den Fund des Steins Rosette im Sommer 1799 sogar die Entzifferung der Hieroglyphen rund 23 Jahre später. Und einen regelrechten Boom des Interesses an Ägypten in Europa.

Die Nase war zu Napoleons Zeiten aber bereits weg. Christian VI., König von Dänemark und Norwegen, schickte bereits vor Napoleon eine „Expedition“ nach Ägypten. Es war der Künstler Frederik Norden, der in seinem Auftrag 1737 und 1738 das Land bereiste und dabei unter anderem zahlreiche Bilder anfertigte. In Band 1 seines Berichtes „Voyage d’Egypte et de Nubie“, der 1752/55 erschien, finden sich auf mehreren Bildtafeln ab Seite XLV auch Zeichnungen der Sphinx. Hier fehlte die Nase bereits, so dass sie unmöglich von Napoleons Truppen zerstört worden sein konnte.

Bilderstürmer

Wo also ist die Nase und wann wurde sie zerstört?

Erstaunlicherweise können das die Ägyptologen nicht mit absoluter Gewissheit sagen. Zumal sie eben nie gefunden wurde oder auch nur Reste von ihr auftauchten. Sie verweisen aber häufig auf einen arabischen Historiker mit Namen al-Maqrizi, den treue Leser dieses Blog sicher kennen werden. Er verfasste unter anderem das mittelalterliche Geschichtswerk „Hitat“, das in Artikeln und YouTube-Videos bereits vielfach thematisiert wurde. Die darin enthaltenen Legenden und Überlieferungen sind, auch wenn das Werk erst rund 600 Jahre alt ist, in der Grenzwissenschaft und „alternativen Geschichtsforschung“ immer wieder Thema.

Etablierte Ägyptologen nehmen die Sagen und angeblichen „Märchen aus 1001 Nacht“ aus dem „Hitat“ nicht wirklich ernst. Ernst nehmen sie aber eine andere Aussage des Historikers al-Maqrizi, in der er über den Verlust der Sphinx-Nase berichtete. Dies sei 1378 geschehen, also zu Lebzeiten des Chronisten al-Maqrizi, als ein vernarrtischer Moslem als „Bilderstürmer“ gegen den Kult um diese Statue ankämpfte. Denn diese wurde in der ägyptischen Bevölkerung zum Teil noch damals als Gottheit verhert. Ein Unding für den strenggläubigen Scheich Mohammed Sajim al-Dahr.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

In ihrem Buch „Mythos Ägypten“ (2006) schreibt die britische Ägyptologin Joyce Tyldesley zu der Überlieferung des al-Maqrizi:

Er (Pharao Thutmosis IV., dem die Sphinx einst im Traum erschienen sein soll, Anm. LAF) hätte jedoch keinerlei Verständnis für die mutwilligen Attacken des Sufi-Scheichs Sajim al-Dahr, des allzeit Fastenden, gehabt, der 1378 Gesicht und Ohren des Sphinx zu zerstören trachtete. Wiederum griff Horemachet („Horus im Horizont“, den die Sphinx nach einigen Deutungen verkörpern soll, Anm. LAF) ein, um seine Statue zu schützen, und diesmal ließ er einem Sandsturm über ein benachbartes Dorf hereinbrechen. Die vom Sand heimgesuchten und über diesen Lauf der Ereignisse äußert aufgebrachten Dorfbewohner rächten sich, indem sie den Übeltäter lynchten.

Anders als viele andere Aufzeichnungen des al-Maqrizi wird dieser von vielen Forscher Glauben geschenkt. Auch wenn natürlich wohl niemand annimmt, dass „Horus im Horizont“ als Rache einen Sandsturm schickte. Eher scheint es so, dass die lokale Bevölkerung noch damals die Statue ehrte, und diese den religiösen Bilderstürmer aus Wut über seine Tat erschlug. Vielleicht stimmt die Geschichte ja…

Abd al-Latif al-Baghdadi, ein 1163 in Bagdad geborener Gelehrter und Reiseschriftsteller, bereiste ab 1189 mehrere Jahren den Nahen Osten. Unter anderem auch Ägypten, als dieser ein paar Jahre in Kairo zu brachte. Er beschrieb unter anderem die Sphinx wie sie halb im Sand vergraben war und bemerkte nichts von einer fehlenden Nase. Sie schien also damals noch soweit intakt gewesen zu sein.

April, April

Während die Überlieferung des al-Maqrizi vielleicht zutrifft, haben Ägyptologen dafür keinen Beweis. Deshalb sorgte 2010 eine Meldung in ihren Kreisen für (kurzes) Aufsehen, die hierzulande unter anderem von „Spektrum der Wissenschaft“ verbreitet wurde. Eine seit Jahrzehnten angesehenes Wissenschaftsmagazin. In dieser Meldung hieß es, dass man die Nase der Sphinx gefunden habe. Und zwar nahezu intakt in der Rosslyn-Chapel bei Edinburgh in Schottland.

Das ist eine weltbekannte Kirche, über die seit Jahrzehnten zahllose Spekulationen kursieren. Von Tempelrittern, einer dort versteckten Bundeslade und christlichen Geheimtexten bis zu der Aussage, dass ihre Gründer von dort später nach Nordamerika segelten. Fast 100 Jahre vor Kolumbus. Hier erreichten sie unter anderem die Insel Oak Island an der Küste Kanadas, in der sie bzw. die Templer ebenfalls Schätze versteckten. Möglicherweise kam letztlich sogar die Bundeslade dorthin. Offenbar ist die Kaptelle ein sehr geeigneter Ort für die Nase der Sphinx.

Denn den Berichten von damals nach befindet sie sich an einer Stelle an der Außenwand als „Nase Gottes“ eingebaut und wurde lange Jahre nicht als das erkannt, was sie ist. Erst geologische Untersuchungen und neue Verfahren der Steinanalyse hätten durch einen Abgleich mit entsprechenden Datenbanken ergeben, dass diese Nase in Wahrheit die Sphinx-Nase ist. Herausgefunden habe dase ein Forscherteam um einen Geologen namens Samuel Gawith, wie es 2010 zu lesen war. Die Ergebnisse dieser „induktorhinalen Kernspinresonanzphlogoskopie“ wurden damals angeblich auf einer Pressekonferenz von Gawith bekannt gegeben.

Das alles war ein Fake, der zum 1. April erschien. Also ein April-Scherz. Auch das Foto der Nase an der Fassade der Rosslyn-Kapelle war ein Schwindel. Ein Bildvergleich zeigte sehr schnell, dass hier überhaupt keine „Nase Gottes“ angebracht ist. Sie wurde mittels Grafikprogramm einfach eingefügt.

Doch wer weiß: Vielleicht findet sich eines Tages das steinerne Riechorgan oder Reste von diesem doch noch. Irgendwo.

Video-Auswahl zum Thema

Video vom 11. März 2020 auf Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

Video vom 3. September 2020

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , <

Spekulationen um „Geheimkammern“: Neue Daten zur Konstruktion der Cheops-Pyramide ermittelt (+ Videos)

Teilen:
Rätsel um die mutmaßlichen Kammern in der Großen Pyramiden: Neue Daten zur Konstruktion der Cheops-Pyramide sind in Vorbereitung (Bild: gemeinfrei)
Rätsel um die mutmaßlichen Kammern in der Großen Pyramiden: Neue Daten zur Konstruktion der Cheops-Pyramide sind in Vorbereitung (Bild: gemeinfrei)

Vor wenigen Jahren wurden innerhalb der Cheops-Pyramide mutmaßlich mehrere „verborgene Kammern“ entdeckt. Durch Messungen der Verteilung von Myonen, kosmischen Teilen, die das Mauerwerk der Pyramiden verschiedenen „stark“ durchdringen, kamen Forscher zu dem Schluss, dass es im Inneren der Großen Pyramide noch unbekannte Hohlräume geben muss. Schnell sprach man von Geheimkammern. Jetzt gibt es Neuigkeiten aus München zu diesem Thema. „Neue Daten zur Konstruktion der Cheops-Pyramide“ seien ermittelt worden. Alles dazu und wie in diesem „Archäologie-Krimi“ weiter geht, erfahrt Ihr hier.


Die Cheops-Pyramide und die „verborgenen Kammern“

Seit langer Zeit ist es still um die Cheops-Pyramide in Gizeh geworden. Vor allem um die mutmaßlich absichtlich angelegten, verborgenen Kammern, die vor wenigen Jahren mittels neuester Messtechniken entdeckt wurden. Durch Messungen der Verteilung von Myonen, kosmischen Teilen, die das Mauerwerk der Pyramiden verschiedenen „stark“ durchdringen, kamen Forscher des „Scan Pyramids Project“ zu dem Schluss, dass es im Inneren der Großen Pyramide noch unbekannte Hohlräume geben muss. Ein davon, genannt „Big Void“, ist etwas mehr als 30 Meter riesig und befindet sich oberhalb der großen Galerie. Eine zweite, wesentlich kleinere, nahe am Eingang.

Die Entdeckung dieser mutmaßlichen Geheimkammern sorgten weltweit für Schlagzeilen, über die ich in zahlreichen Blog-Postings berichtete. Zusätzlich in einigen Videos auf meinem YouTube-Kanal, von denen Ihr am Ende einige findet. Doch die beteiligten Forscher sprachen nicht von geheimen Kammern, unentdeckten Räumen oder sogar bisher ungeöffneten Schatzkammern. Sie sprachen vorsichtig von „Anomalien“, die jedoch klar andeuten, dass es hier verborgene Räume gibt. Ob diese absichtlich im Sinne von tatsächlichen Geheimkammern angelegt wurden, ist bis heute vollkommen unklar.

So groß wie der „Raum“ im Kernmauerwerk der Cheops-Pyramide auch ist – so groß waren und sind die Spekulationen über dessen wahre Natur. Und über deren hypothetischen Inhalt. Vor allem wir Freunde des Unfassbaren warten seit dem auf neue Ergebnisse, Daten, Fakten und Forschungen. Angekündigt wurde bereits das ein oder andere (s. d. das Video HIER). Auch wurden sehr schnell Konzepte erdacht, wie man mit möglichst wenig Aufwand, Kosten und Schaden den riesigen Hohlraum über der großen Galerie genauer untersuchen könnte. Beispielsweise mit einem Mini-Zeppelin, der durch eine kleine Bohrung in die „Big Void“ eingebracht wird, wie in diesem Video HIER berichtet.

Ungeduldige Pyramiden-Fans

Man könnte allerlei Gründe für die Verzögerungen verantwortlich machen. Von Corona bis zu dem Argument, wie mühsam solche Untersuchungen und die Auswertungen der Ergebnisse sind. Vielleicht mag der eine oder andere sogar eine Verschwörung der Archäologie vermuten, die uns hier irgendwelche geheimnisvollen und vor allem unliebsamen Entdeckungen vorenthalten will. Persönlich bin ich sicher, dass Resultate kommen werden. Nur die Frage nach dem Wann strapaziert die Geduld zahlloser Archäologie-Interessierter und natürlich Mystery-Fans sicher gewaltig! Mich eingeschlossen.

Die Technische Universität München (TUM) gab jetzt bekannt, dass „neue Daten zur Konstruktion der Cheops-Pyramide“ ermittelt wurde. Federführend dabei waren Dr. Christian Große, Professor für Zerstörungsfreie Prüfung an der TUM und Professor Dr. Hany Mahfouz Helal von der Universität Kairo. Die gewonnenen Daten seien von „ausgezeichneter Qualität“, so Große, und er ist überzeugt, „dass wir eine Reihe neuer Informationen liefern können. Eine mühsame Auswertung stehe jetzt mit den Kollegen in Ägypten und den Ägyptologen an, betonte er. „Es wird also noch einige Zeit dauern, bis wir die Ergebnisse veröffentlichen können“, resümiert Große.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Die TUM veröffentlichte zu den neuen Forschung folgendes Interview mit Christian Große als Pressemitteilung:

Interview mit Prof. Christian Große zu seinen Forschungen in Pyramiden: Neue Daten zur Konstruktion der Cheops-Pyramide

Die Cheops-Pyramide ist mit einer Höhe von 139 Metern die größte der Pyramiden von Gizeh und gehört zu den ältesten Bauwerken der Welt. Und doch gibt dieses vor 4500 Jahren erbaute architektonische Meisterwerk noch Rätsel auf. Christian Große, Professor für Zerstörungsfreie Prüfung an der Technischen Universität München (TUM), hat in Zusammenarbeit mit der Universität Kairo an der Cheops-Pyramide spannende Messungen durchgeführt. Darüber berichtet er im Interview.

Sie konnten im Rahmen Ihrer Forschung in Bereiche des Bauwerks vordringen, die sonst für die Öffentlichkeit verschlossen sind. Wie kam es zu diesem faszinierenden Projekt?

Unsere Messungen folgen dem ScanPyramids-Projekt, bei dem so genannte Myonen-Anomalien festgestellt wurden, also Dichteunterschiede im Bauwerk. Diese Anomalien wurden mithilfe von Detektionsgeräten sichtbar. Eine Änderung der Dichte innerhalb der Struktur kann ein Hinweis auf verborgene Strukturen sein. Unabhängig davon sollen unsere Messungen dazu beitragen, die Baugeschichte der Cheops-Pyramide und den inneren Aufbau besser zu verstehen. Ziel unseres Forschungsaufenthalts war, mit modernen Geräten aufzuklären, wie die alten Ägypter die Pyramiden gebaut haben. Was sind die Blockmächtigkeiten? Was sind die Größenordnungen zwischen den Fugen der einzelnen Steine?

Wie haben Sie sich auf das Forschungsprojekt vorbereitet?

Zuerst führten wir numerische Simulationen durch – mit all den verfügbaren Daten zur Pyramide, also geometrische Daten und Materialdaten. Auf dieser Basis wählten wir die besten zerstörungsfreien Prüftechniken aus, die man hier einsetzen kann. Wir überlegten, wo man Sensoren hinsetzen muss und was die geeigneten Parameter für die Messung sind – zum Beispiel Frequenzen und Wellenlängen –, damit man die interessantesten Bereiche optimal zerstörungsfrei untersuchen kann.

Nach diesen Vorüberlegungen haben wir die Messmethoden ausgewählt. Dazu zählten neben drei unterschiedlichen Radarverfahren auch die Ultraschalltechnik und die elektrische Widerstandstomografie. Alle diese Verfahren liefern komplementäre Daten die im Rahmen einer Datenfusion miteinander verglichen werden können. Ein vergleichbares Konzept, verschiedene Messtechniken auf Basis von Simulationen parallel anzuwenden, ist in der Pyramide so noch nicht getestet worden.

Wie können die Daten der verschiedenen Messmethoden dann verglichen werden?

Um die Messprofile miteinander vergleichbar zu machen, mussten wir unsere Messpunkte zunächst geodätisch einmessen. Dazu braucht man auch gute Modelle. Die meisten Messpunkte waren ja in der Pyramide und nicht außerhalb. Wir hatten dabei sehr gute Unterstützung durch die ägyptischen Kollegen unter der Leitung von Prof. Hany Helal von der Universität Kairo. Mit ihren geodätischen Messtrupps haben sie diese Messpunkte eingemessen. Außerdem konnten wir auf sehr viel Literatur, auch auf Bildmaterial des Inneren der Pyramide, aufsetzen. In diese existierenden Pläne haben wir unsere Messprofile eingezeichnet.

Ein bisschen schwierig war, dass wir keine Markierungen an der Struktur also an den Wänden machen durften – anders als wir das sonst im Bauwesen machen. Aber wir hatten auch hier in Deutschland an vergleichbaren Objekten Techniken erprobt, um das Einmessen kontaktfrei und ohne Markierungen hinzubekommen und haben das auf der Basis von Kreuzlinienlaser sehr gut hinbekommen. Bei der Kreuzlinienlasertechnik werden Laserlinien an ein Objekt heranprojiziert. Das funktioniert besonders gut, wenn es dunkel ist – und das ist es eben in der Pyramide.

Was haben Sie konkret untersucht?

Wir haben in den drei Hauptkammern der Pyramide Messungen durchgeführt: in der Felsenkammer, die sich im gewachsenen Fels unter der Pyramide befindet, in der Königinnenkammer etwas höher im Kernmauerwerk und in der öffentlich zugänglichen Königskammer, in der sich der Sarkophag befindet, in dem König Cheops bestattet worden sein soll. Außerdem haben wir in dem sehr langen und nur einen Meter hohen Gangsystem sowie im Eingangsbereich zur Pyramide gemessen.

Natürlich haben wir vor allem in verborgenen Bereichen unsere Messungen gemacht, aber auch in bekannten Bereichen, um unsere Messtechniken zu validieren Das ist ganz wichtig, dass man Zutrauen schafft zu der Messtechnik, die man verwendet. Die Techniken sind komplementär hinsichtlich der Parameter Eindringtiefe und Auflösungsvermögen. Man will einerseits tief reinschauen und andererseits eine hohe Auflösung. Wir haben bei jedem Gerät bestimmte Eindringtiefen und können bei Messungen in den vorhandenen Gängen und Räumen unterschiedlich tief in die Struktur „hineinblicken“. Unsere Techniken „scannen“ die Struktur ab. Dabei fahren wir mit unseren Geräten entlang einer Linie, entlang der man kontinuierlich die Messungen durchführt – vergleichbar mit seismischen Messungen.

Wie kamen Sie mit den Gegebenheiten in der Pyramide zurecht?

Den Wagen, mit dem die Radartechnik durch die schmalen Gänge geführt wurde, haben meine Doktoranden selbst gebaut. Oft sind in so einem Projekt auch unkonventionelle Lösungen gefragt. In Ägypten ging einmal ein Messgerät kaputt. Gott sei Dank sind meine Mitarbeiter in der Lage, sowas vor Ort zu reparieren. Die Forschungsumgebung ist tatsächlich nicht die beste für Messgeräte, wie wir sie verwenden. Es ist alles sehr eng und mit Wüstenstaub bedeckt. Man muss sehr robuste Techniken verwenden und trotzdem geht immer mal was kaputt, also braucht man da viel Improvisationstalent. Der Einsatz der Mitarbeiterin und der Mitarbeiter in diesem Projekt war enorm, aber auch von ägyptischer Seite hatten wir viel Unterstützung.

Gibt es schon erste Erkenntnisse aus Ihrem Forschungsaufenthalt?

Wir haben Daten ausgezeichneter Qualität aufgenommen und ich bin mir sicher, dass wir eine Reihe neuer Informationen liefern können. Nun müssen die Daten aber erst einmal gemeinsam mit den ägyptischen Kollegen ausgewertet werden.

Die Interpretation der Daten kann unser Lehrstuhl nicht alleine vornehmen. Dazu bedarf es interdisziplinärer Expertise aus der Archäologie, Ägyptologie, aber auch aus dem Bereich Sensorik und Datenanalyse. Zudem planen wir, neue Auswertetechniken aus den Bereichen Datenfusion und maschinelles Lernen einzusetzen, um Bauwerkskomponenten besser identifizieren zu können. Es wird also noch einige Zeit dauern, bis wir die Ergebnisse veröffentlichen können – und vielleicht bekommen wir ja noch einmal die Gelegenheit zu weiteren Messungen.

Videoauswahl zum Thema auf YouTube

Video vom 11. Dezember 2019 auf Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER
Video vom 16. November 2017 auf Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , <

Archäologen fanden in Sakkara (erneut) dutzende ungeöffnete Sarkophage (+ Video)

Teilen:
Archäologen fanden in Sakkara dutzende ungeöffnete Sarkophage (Bild: Fischinger-Online)
Archäologen fanden in Sakkara dutzende ungeöffnete Sarkophage (Bild: Fischinger-Online)

Am 3. Oktober gab der ägyptische Antikenminister Khalid al-Anani bekannt, dass Archäologen in der Nekropole von Sakkara fast 60 Sarkophage mit Mumien entdeckt haben. Der zweite Fund dieser Art innerhalb weniger Wochen. Sie waren fast 2.600 Jahre verborgen und ungeöffnet geblieben. Für die Ägyptologen eine Sensation. Was die Entdeckungen so spannend macht, was sie sind und was sie nicht sind, erfahrt Ihr hier.


Die Nekropole von Sakkara

Denkt man an Sakkara, dann denken die meisten Menschen an die dortige Stufenpyramide von Pharao Djoser. Sie gilt als ältestes Monument ihrer Art weltweit und als die erste Pyramide Ägyptens. Vielleicht hat der ein oder andere auch mal etwas vom unterirdischen Serapeum (s. a. Video unten) dort gehört.

Mehr weiß der Laie kaum von der Nekropole von Sakkara.

Sie liegt südlich von Kairo und den Pyramiden von Gizeh und kaum ein normaler Tourist verirrt sich hierher. Zumindest im Vergleich mit Gizeh und den dortigen Pyramiden und der Sphinx verschlägt es ungleich weniger Besucher nach Sakkara. In der Archäologie und der Erforschung der Geschichte Ägyptens wiederum kann diese Stätte nicht hoch genug eingestuft werden. Sie gilt als eine der wichtigsten und herausragendsten Stätten der gesamten Geschichte und Kultur des Landes überhaupt.

Deshalb sind hier seit Jahrzehnten Archäologen am Werk. Emsige Ausgräber, die wissen, dass Sakkara weit mehr zu bieten hat, als „nur“ die dortige Stufenpyramide. Und sie wissen, dass sich die Nekropole in der Wüste vor allem durch Eines in nichts von den zahlreichen anderen Stätten dieser Art in Ägypten unterschiedet: Hier waren die alten Ägypter über Jahrtausende hinweg aktiv. Über Dynastien hinweg.

4.000 Jahre lang Kultstätte

Vor genau diesem Hintergrund muss man die neuen archäologischen Funde betrachten, die jetzt für Furore sorgen. Denn das Hauptgebäude, die eigentliche Stufenpyramide des Herrscher Djoser, stammt aus der 3. Dynastie und wurde um 2650 vor Christus erbaut. Damit ist sie nach Meinung der Ägyptologen die erste Pyramide im ganzen „Land der Pyramiden“ am Nil überhaupt. Erst später folgten die Pyramiden von Gizeh in der darauf folgenden Dynastie.

Dabei wurde Sakkara im Volk jedoch nicht vergessen. Wie auch beispielsweise in Gizeh bauten auch Generationen später die Ägypter hier Gräber und weitere Pyramiden. In Sakkara alleine entstanden so im Laufe der Jahrtausende rund 20 Pyramiden und noch mehr Grabanlagen. Sie reichen vor allem bis in die 19. Dynastie hinein. Also in das sogenannte „Neue Reich“, das Ägyptologen auf die Zeit von ca. 1550 bis 1070 vor Christus datieren. Einige Gräber und einfache Pyramiden sind dort erst erbaut worden, als die Djoser-Pyramide schon rund 1.400 Jahre stand.

Verschiedene Anlagen und Bestattungen in Sakkara sind sogar noch jünger. Zum Teil erst aus der 26. Dynastie (etwa 664 bis 525 vor Christus) und damit aus der Spätzeit des Reiches. Unglaubliche 4.000 Jahre nachdem Djoser dort seine Pyramide bauen ließ.

Aufgrund dieser langen Nutzung des Gebietes sind immer neue Funde dort alles andere als ungewöhnlich. 2009 wurden beispielsweise eine Reihe bisher unbekannter und zum Teil riesiger Gräber der 26. Dynastie dort entdeckt. Erst Anfang 2009 fanden Archäologen 30 Mumien aus dieser Dynastie, die in einer Grabanlage der 6. Dynastie (ca. 2318 bis 2168 vor Christus) lagen. Sie wurden also in eine Grabkammer gelegt, die bereits fast 2.000 Jahre zuvor dort angelegt wurde. Auch das ist nicht ungewöhnlich.

Spektakuläre Mumien-Funde

So machen die Forscher dort immer wieder neue Funde aus verschiedenen Epochen. Wie aktuell jene Entdeckung von 59 Sarkophagen, die am 3. Oktober vom ägyptischen Antikenminister Khalid al-Anani bekannt gegeben wurde. Nach seinen Angaben seien diese etwa 2.500 bis 2.600 Jahre alt und wurden seit dem nicht wieder geöffnet. Er selber war bei der Öffnung eines Exemplars dabei, und zeigte sich sich begeistert über den Erhaltungszustand der darin befindlichen Mumie. „Als wäre sie erst gestern mumifiziert worden“, so al-Anani.

Sie reihen sich in einer ganzen Anzahl ähnlicher Funde ein, die bei aktuellen Ausgrabungen in Sakkara in den letzten Monaten gemacht wurden. Im August und September fanden die Archäologen bereits noch verschlossene Sarkophage aus dieser Zeit. Erst 13 Exemplare, dann weitere 14. Und im November 2019 stießen die Forscher dort auf eine ungewöhnliche Grabanlage, in der sich 75 Statuen von Katzen befanden. Eine ungewöhnlich hohe Anzahl, bei sich auch zahlreiche mumifizierte Tiere fanden.

Die Särge lagen unter fast neun Metern von Trümmern in rund 12 Metern Tiefe. Nach einer ersten Einschätzung der Archäologen könnte es sich um die Mumien von Beamten und Priestern handeln, die in Sakkara als heilige Nekropole die Kulte weiterführten. Bald vier Jahrtausende nach Pharao Djoser. Somit stehen die Funde – so spektakulär sie auch sind – nicht in direktem Zusammenhang mit der noch immer geheimnisvollen Stufenpyramide als das herausragende Monument von Sakkara.

Unendliche Arbeit für die Wissenschaft

Sie zeigen aber mehr als eindrücklich, was im Sand Ägyptens noch alles auf seine Entdeckung wartet. Auch die ägyptischen Archäologen sind mehr als stolz auf diese Funde. Vor allem, wie al-Anani und andere betonen, da sie nur von ägyptischen Wissenschaftlern gemacht wurden. Denn auch sie haben aufgrund von „Corona“ mit weitreichenden Einschränkungen bei ihrer Arbeit zu kämpfen.

Die Zeitung „Arab News“ zitierte am 4. Oktober al-Anani mit den Worten:

Wir hatten seit März aufgrund der COVID-19-Beschränkungen keine Gelegenheit mehr, eine Entdeckung anzukündigen, aber wir haben gegen solche Bedingungen gekämpft und seit August härter gearbeitet, um weitere Geheimnisse dieser großen Zivilisation zu graben und aufzudecken.

Für Ägyptologen bedeuten die neuen Funde noch viel Arbeit. Nicht nur, dass diese zumindest teilweise in das neue Ägyptische Museum bei Gizeh kommen sollen, sondern auch, da nach dem Fund immer vor dem Fund ist. Wie die Geschichte zeigt, haben die Wissenschaftler noch nicht mal genug Zeit alle neuen Funde zu untersuchen etc., bis der Sand Ägyptens schon die nächsten Entdeckungen preisgibt.

Video zum Thema

Video vom 19. Jan. 2020 auf Fischinger-Online

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , <

Elon Musk: „Aliens bauten die Pyramiden“ – und die dazu verbreiteten Fake-News von „RT deutsch“ (+ Videos)

Teilen:
Elon Musk: "Aliens bauten die Pyramiden" - und die dazu verbreiteten Fake-News (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Elon Musk: „Aliens bauten die Pyramiden“ – und die dazu verbreiteten Fake-News (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Die Kombinationen „Pyramiden“ und „Aliens“ oder „Außerirdische“ sorgt immer wieder für Schlagzeilen in der Presse. Vor allem dann, wenn bekannte Persönlichkeiten sich dahingehend äußern. So auch kürzlich, als kein geringerer als Tesla-Chef Elon Musk auf Twitter verbreiterte,  dass Aliens die Pyramiden gebaut hätten. Ein gefundenes Fressen für die Mainstreammedien, worauf auch Archäologen in Ägypten reagierten. Doch das war nicht sein einziger Twitter-Post in diesem Zusammenhang. Nur mit dem Unterschied, dass gewissen Medien seine weiteren Tweets vollkommen falsch wiedergaben – und damit Fake-News verbreiteten.


Elon Musk: „Aliens bauten die Pyramiden“

Elon Musk ist als Chef von Tesla und dem privaten Weltraumunternehmen SpaceX längst eine Legende. Millionen Menschen in aller Welt feiern den „Technologie-Vordenker“ als Visionär und Wegbereiter neuer Technologien.

Kein Wunder also, dass Musk allein bei Twitter fast 40 Millionen Follower hat. Ein Mann mit international enormer Reichweite, dessen Tweets Millionen Menschen lesen. So auch seine Nachricht vom 31. Juli 2020, in dem er wie aus heiterem Himmel schrieb: „Aliens bauten die Pyramiden.“ Das zog weltweit eine Vielzahl an Presseberichten und Meldungen nach sich. Vor allem aus dem Grund, da unzählige Menschen bei Twitter diese „Botschaft“ von Musk nicht nur liketen und kommentierten, sondern auch weiter verbreiteten.

Mit Stand heute (17. August) hatte der Tweet zu Ägypten  rund 28.000 Kommentare, 556.000 „gefällt mir-Angaben“ und wurde ca. 90.000-mal weiter geteilt. Auch für einen so bekannten Geschäftsmann wie Elon Musk ist das im Vergleich zu seinen anderen Tweets enorm!

So ließen auch Reaktionen aus Ägypten nicht lange auf sich warten. Archäologen wie Dr. Zahi Hawass und andere luden unter anderem ebenfalls bei Twitter Musk ein, dass er sich selber die Pyramiden und Gräber der Erbauer dort ansehen solle. In Statements aus dem Land der Pyramiden hieß es, das sehr wohl die Pharaonen die Pyramiden erbauten und keine Aliens hier am Werk waren.

Solche Aussagen aus Ägypten verhalfen dem Tweet von Musk sicher noch weit mehr Aufmerksamkeit. Auch in die deutschen Medien und „Promi-News“ im Fernsehen schaffte er es so. Dann wurde es sehr schnell still um diesen Spuk von Musk.

Der „Twitter-Ausrutscher“ von Musk bei „RT deutsch“

Elon Musk beließ es aber nicht bei diesem einen Tweet über die Pyramiden in Ägypten. Er setzte noch zwei weitere ab, die aber von den Medien geschlossen überlesen wurden. Auch bei Twitter selber weckten sie kein großes Interesse mehr, da sie kaum mehr jemand teilte, kommentierte oder mit einem „Like“ versah. Knapp 1.000 bzw. 3.000 sogenannter Retweetes errichten diese. Verschwindet gering zum seiner Aussagen, dass Aliens für Pyramiden bauten (90.000-mal).

Diesen kleinen „Twitter-Ausrutscher“ hat jetzt aber „RT deutsch“ erneut zum Thema gemacht. Der deutsche Ableger des russischen Staatssenders „Russia Today“, der in der Vergangenheit immer wieder für Kritik sorgte. Hauptvorwürfe sind die angebliche Verbreitung von Fake-News und Auslandspropaganda für die russische Regierung um Wladimir Putin. Und Fake-News verbreitet der Sender auch tatsächlich in der entsprechenden Meldung „Trotz Elon Musks Alien-These: Kein Touristenstrom zu den Pyramiden in Ägypten“ vom 17. August.

Eigentlich geht es darin – wie es die Überschrift unschwer erkennen lässt -, dass „dieses fantasiereiche Alleinstellungsmerkmal dem stagnierenden Tourismus vielleicht entgegen“ kommen könnte. So könnte die Aussage von Musk also neue Touristen ins Land locken. Denn, so schreibt „RT deutsch“:

Eine Menge Retweets und Likes hat Elon Musks neuester kontroverser Tweet geerntet, in dem er die steile These teilt, Außerirdische hätten die berühmten Pyramiden in Gizeh gebaut. Die ägyptische Bevölkerung und Archäologen des Landes sind entsetzt.

Die eigentliche Meldung bei „RT deutsch“ ist dabei aber ein knapp dreiminütiges Video, das der Sender einen Tag zuvor auf YouTube hochgeladen hat. Kern des Videos ist der Tourismus in Ägypten und das die Aussage von Musk ihn bis dato nicht ankurbelte.

Fake-News bei „RT deutsch“

Die Flauten im Tourismus beschränken sich bekanntlich vor allem durch Corona auf die ganze Welt, so dass das nicht weiter verwunderlich ist. Doch „RT deutsch“ verbreitet in diesem sehr kurzen Video einige ganz erstaunliche Falschaussagen – Fake-News, die frei erfunden wurden! So etwa heißt es in dem Video schon zu Beginn über den besagten Tweet von Musk:

Hier verbreitet er seine Auffassung, dass die berühmten Pyramiden von Gizeh von Außerirdischen gebaut wurden. Ein möglicher Verdächtiger: Kein anderer als der ägyptische Pharao Ramses der Große.“

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Ramses der Große (Ramses II.) wird hier also als Alien und Pyramidenbauer dargestellt. Es wird sogar suggeriert, dass Musk selber ihn als „möglichen Verdächtigen“ und damit auch Außerirdischen angesehen habe. Leider gelogen, denn das einzige was hier stimmt, ist, dass Ramses der Große in der Tat einer der berühmtesten Pharaonen überhaupt ist. Ganz nebenbei lebte Ramses II. über 1.000 Jahre nach dem Bau der Gizeh-Pyramiden in der 19. Dynastie. In einer Zeit, in der in Ägypten längst keine Pyramiden mehr gebaut wurden.

Vielleicht ein Irrtum von „RT deutsch“? Könnte man denken. Doch dann folgt eine Fake-News, deren exakten Inhalt sich „RT deutsch“ schlicht ausdachte (oder ihn nicht gelesen hat):

Um seine Theorie zu untermauern, postete der Milliardenschwere Unternehmer nur Stunden später einen BBC-History-Artikel, der, wie er schreibt, eine vernünftige Zusammenfassung gibt, wie dies geschehen ist.“

Dieser Tweet zur BBC vom 1. August wird im Video gezeigt und er ist weiterhin bei Musk auf Twitter zu finden. Es ist dieser Artikel HIER von Dr. Joyce Tyldesley von 2012. Mehr als irreführen ist dabei allerdings die Falschaussage, das Musk damit seine Theorie mit dem Pyramidenbau durch Aliens „untermauern“ wolle. Denn wer von den „RT deutsch“-Zuschauern sich die Mühe macht, den von Musk verlinkten BBC-Artikel anzusehen, wird sehr schnell das Gegenteil feststellen.

Von „RT deutsch“ übersehen?

In dem Artikel wird recht detailliert beschrieben wo die Menschen lebten, die die Pyramiden in Gizeh erbauten. Wer diese Menschen und Arbeiter waren, woher sie kamen und wie sie lebten. Der Artikel handelt schlicht und einfach von den Siedlungen der Pyramidenarbeiter und dem Heer von weiteren Arbeitern, wie Bäcker und Schlachter für die Versorgung der Bauarbeiter. Es heißt sogar explizit in dem Artikel:

Nach dem Vergleich von DNA-Proben aus den Knochen der Arbeiter mit Proben aus modernen Ägyptern hat Dr. Moamina Kamal von der Medizinischen Fakultät der Universität Kairo vorgeschlagen, dass die Pyramide von Cheops ein wirklich landesweites Projekt ist, bei dem Arbeiter aus ganz Ägypten nach Gizeh zogen. Sie hat keine Spur einer außerirdischen Rasse entdeckt, menschlich oder intergalaktisch, wie in einigen der einfallsreicheren ‚Pyramidentheorien‘ vorgeschlagen.

Dieser BBC-Artikel bietet eine sinnvolle Zusammenfassung, wie es gemacht wurde„, schrieb Musk dazu. Kein Wort davon, dass dieser seine Alien-Thesen „untermauert“. Weder im Tweet und schon gar nicht im BBC-Artikel selber. Offensichtlich hat sich niemand bei „Russia Today“ bequemt den Link von Musk anzusehen.

Gleiches gilt für einen Tweet, den er direkt nach seinem 1. „Alien-Tweet“ zu den Pyramiden am 31. Juli postete. „Die Große Pyramide war 3.800 Jahre lang das höchste Bauwerk, das Menschen gebaut haben“, heißt es in diesem. Menschen.

Dabei verlinkt Musk auf den Eintrag zur Cheops-Pyramide bei der englischen Wikipedia. Dies Nachricht von Musk erwähnt „RT deutsch“ erst gar nicht.

Offensichtlich versuchte Musk mit diesen zwei Tweets „zurückrudern“, nachdem er mit seiner „Aliens bauten die Pyramiden„-Nachricht ein derart große Lawine lostrat. Dass er bzw. die von ihm verlinkten Seiten von Menschen als Erbauer sprechen, hat „RT deutsch“ bei der „Recherche“ versehentlich „übersehen“. So wie auch „übersehen“ wurde, dass weder Musk noch jemand anders den ein Jahrtausend nach dem Pyramidenbau lebenden Pharao Ramses II. als Alien oder Bauherren ansieht …

Video-Auswahl zum Thema

Video vom 26. Aug. 2019 auf Fischinger-Online

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

Video vom 12. März 2019 auf Fischinger-Online

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

6. Okt. 2018 auf Fischinger-Online

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , <

C14-Datierungen und die Cheops-Pyramide: Alles nur eine Frage der Proben? Von flexiblen Radiokarbondatierungen, phantastischen Daten und verlorenen Artefakten (Artikel)

Teilen:
Die C14-Datierung und die Cheops-Pyramide: Alles nur eine Frage der Proben? (Bilder & Montage: Fischinger-Online)
Die C14-Datierung und die Cheops-Pyramide (Bilder & Montage: Fischinger-Online)

Keine Bauten der antiken Kulturen faszinieren mehr, als die Pyramiden in Ägypten. Vor allem um die Cheops-Pyramiden in Gizeh ranken sich dementsprechend zahlreiche Legenden, Spekulationen und Thesen. Sie stammt laut archäologischer Forschung aus der IV. Dynastie und ist damit rund 4.500 Jahre alt. Erbaut eben von Pharao Cheops, dessen Regierungszeit Ägyptologen sehr gut zu kennen glauben. Und dabei werden ihre Forschungen durch moderne C14-Datierungen (Radiokarbondatierung) untermauert, wie es heißt. Doch was genau ergaben wann und wie diese C14-Analysen? Welche Daten, Zeitangaben und Datierungen wurden ermittelt oder liegen bei den Pyramiden vor? Gab es Abweichungen? Und wenn ja, wie werden diese erklärt? Genau diesen und vielen weiteren Fragen soll in diesem Blog-Artikel genauer nachgegangen werden. Sie reichen von mehr als erstaunlichen Aussagen bis zu unglaublicher Schlamperei bei der Erforschung der Cheops-Pyramide, wie Ihr hier lesen könnt.


Die Cheops-Pyramide und der Gizeh-Komplex

Die Pyramiden in Ägypten, allen voran die Cheops-Pyramide in Gizeh, sind wohl die bekanntesten Bauten der Geschichte. Und dank Generationen von Archäologen und Forschern sind heute viele der Mysterien und Rätseln der Pyramiden bekannt oder entzaubert.

Vor allem was das Alter und die Herkunft der Pyramiden von Gizeh angeht, sind sich Ägyptologen scheinbar ihrer Sacher sehr sicher. Eigentlich hat keiner von ihnen Zweifel daran, wann wer und zu welchen Zweck die Monumente unweit von Kairo errichtet hat. Es waren drei mächtige Pharaonen aus einer Familie vor vielen Jahrtausenden, die sich hier ihre letzte Ruhestätten erbauen ließen, sagen die Archäologen.

Namentlich waren es die Herrscher Cheops, Chephren und Mykerinos aus der IV. Dynastie des sogenannten Alten Reich. Somit wären sie auf der Grundlage der von den Ägyptologen ermittelten Zeiten der drei Pharaonen in den Jahren 2620 bis 2503 vor Christus erbaut worden. Diese drei Hauptbauten waren einst 146,6, 143,5 und die kleinste 65 Meter hoch, zu denen sich noch mindestens 7 keine sogenannten Königinnenpyramiden gesellten. Plus eine enorme Anzahl an Gang- und Schachgräbern, die zum Teil jedoch erst nach den drei großen Pharaonen angelegt wurden.

Gegen Ende der IV. Dynastie, um etwa 2500 vor Christus, kam noch das hin und wieder als „vierte Pyramide“ bezeichnete Bauwerk der Königin Chentkaus I. in Gizeh hinzu. Eine kleine Stufenpyramide mit einst 18,5 Metern Höhe und mit nur zwei Stufen unweit des Taltempels von Mykerinos. Die Pyramide gilt zwar als größtes Grab einer Königin des Alten Reich, doch sehr viel weiß man über Chentkaus I. nicht. Einig ist man sich dahingehen, dass sie während des Überganges von der IV. zur V. Dynastie großen Einfluss auf das politische und wohl auch religiöse Geschehen in Ägypten gehabt haben muss.

Damit nicht genug. Rund acht Kilometer von den Gizeh-Pyramiden entfernt steht die Pyramide des Pharao Radjedef (Djedefre) aus der IV. Dynastie. „Pyramide“ kann man die Ruinen bei Abu Roasch allerdings heute nicht mehr nennen, da unter anderem exzessiver Steinraub sie fast vollständig den Erdboden gleichmachte. Dennoch ist Radjedef alles andere als ein unbekannter Herrscher. Zumindest für Archäologen, denn ein Tourist verirrt sich eigentlich nie hierher.

König Radjedef war ein Sohn von Pharao Cheops und sein direkten Nachfolger. Er bestieg den Thron noch vor dem wesentlich berühmteren Chephren; dem Bauherren der zweiten Pyramide von Gizeh und angeblich auch der großen Sphinx. Radjedefs Pyramide war ursprünglich nur 67 Meter hoch und damit vergleichbar mit der Mykerinos-Pyramide von Gizeh. Lediglich 11 Meter davon blieben allerdings bis heute erhalten. Von den mindestens zwei gleichfalls dort gebauten Königinnenpyramiden ist fast nichts mehr zu sehen.

Gebaut hat sie der Herrscher etwa 2580 bis 2570 vor Christus.

Pyramiden-Wahn

Die Herrscher der IV. Dynastie waren allesamt dem Pyramidenbau-Wahn verfallen. Wahnsinnige auf der Suche nach Unsterblichkeit, könnte man sie guten Gewissens nennen.

Rund zehn Pyramiden plus zahllose Nebenpyramiden wurden in der Zeit geschaffen, die die Ägyptologen auf etwa 2620 bis 2503 vor Christus datieren. Nicht alle lebten bzw. regierten dabei lang genug um sich selber echte Pyramiden bauen zu können. Denn mindestens sieben Pharaonen sollen sich in dieser Zeit das Zepter in die Hand gegeben haben.

Nur die Könige Snofru (der sich gleich drei Haupt-Pyramiden bauen ließ), Cheops, Chephren und Mykerinos gelten hier als relevant. Nur sie herrschten mit jeweils um 20 Jahren lang genug und lebten damit auch entsprechend lange. Was aber schon an dieser Stelle zahllose Fragen aufwirft. Und das beginnt eigentlich schon mit dem Beginn des Pyramidenzeitalters der IV. Dynastie um das Jahr 2620 vor Christus mit Snofru. Denn das ist das Todesjahr des Pharao, der eigentlich schon ab 2670 vor Christus die Herrschaft über Ägypten übernahm. Als Bauherr von drei gewaltigen Pyramiden wird er mit Sicherheit direkt nach seiner Thronbesteigung mit der ersten Grundsteinlegung begonnen haben.

In diesen 50 Jahren baute er seine drei Pyramiden. Die „Pyramide von Meidum“, die „Knickpyramide“ und die „Rote Pyramide“, wie sie heute genannt werden. Sie stehen südlich von Gizeh im Bereich der Nekropole von Dahschur und eine in Sichtweite in Meidum. Rechnet man seine anderen Bauvorhaben und die kleinen Pyramiden (zum Beispiel „Kultpyramiden“) hinzu, eine schier übermenschliche Leistung. Auch in „nur“ rund 50 Jahren. Wenn er denn so lange regierte.

Der legendäre „Königspapyrus Turin“ oder „Turiner Königsliste“ besagt nämlich, dass er nur 24 Jahre regierte. Andere Quellen sprechen von 29 Jahren. Und diese „24 Jahre“ sollen nach dem für die Chronologie des Alten Ägypten heute so wichtigen „Königspapyrus“ auf sogenannte „Zählungen“ beruhen. Landesweite Zählungen, die alles andere als regelmäßig und damit auch nicht jährlich stattfanden. Es können Jahren zwischen diesen „Zählungen“ gelegen haben …

Ein Dilemma für Geschichtsforscher und Archäologen, die versuchen aus zahllosen Quellen die Geschichte der Pharaonen zu rekonstruieren. Und diese widersprechen sich gerne. Teilweise sogar erheblich, um nicht zu sagen: gewaltig. Welche Angaben und Informationen die Forscher von den antiken Chronisten und Geschichtsschreibern übernahmen und als „wahr“ ansehen, ist hierbei durchaus ein Ermessensspielraum.

Man denke, um nur ein Beisiel zu nennen, an Herodot. Einige seiner Aussagen zu Pharao Cheops und seiner Pyramide, wie etwa die Regierungszeit des Königs, akzeptieren die heutigen Forscher. Andere wiederum werden als Fake-News der Antike abgelehnt. Zum Beispiel, dass 100.000 Sklaven die Pyramide bauten, dabei Eisen nutzten oder Cheops selber gar nicht in der Pyramide sondern in dessen Nähe begraben wurde.

Von den oft unglaublichen Pyramiden-Überlieferungen des Hitat aus dem Mittelalter wollen Ägyptologen schon mal gar nichts wissen. Zum Beispiel erfahrt Ihr in dieser Artikel-Serie HIER und auch in diesem Artikel HIER sowie diesem Video HIER dazu mehr.

C14-Datierungen und die Cheops-Pyramide

Kann hier nicht die moderne Wissenschaft Abhilfe schaffen, um dieses Wirrwarr in Sachen Alter und Bauzeiten zu entwirren? Vor allem die C14-Datierung (Radiokarbondatierung)? Obwohl, wie erst kürzlich HIER berichtet, die so gewonnen Daten erneut in der Kritik stehen. Sie seien zu ungenau, hieß es.

Interessant sind derartige Datierungen und vor allen die variierenden Ergebnisse für viele aber erst dann, wenn sie die „großen Bauten“ der alten Zivilisationen betreffen. Eben allen voran die Pyramiden in Ägypten, die bereits tatsächlich mehrfach im Fokus von C14-Anaysen standen. Verwundern sollte das aber nicht. Immerhin sind die Pyramiden von Gizeh aufgrund ihrer Einmaligkeit, ihrer Berühmtheit und als letztes der antiken Sieben Weltwunder für jeden Archäologen ein Highlight.

Zum Beispiel die C14-Datierungen von 1984, als Denkmälern aus der III. Dynastie (Djoser-Pyramide) bis zur V. Dynastie (Unas-Pyramide) datiert wurden. Eigentlich sollten die damaligen Ergebnisse noch heute jeden Ägyptologen schockieren, denn sie waren „durchschnittlich 374 Jahre älter als die Daten der Cambridge Ancient History der Könige, mit denen die Pyramiden identifiziert wurden“. So ein Forscherteam um Shawki Nakla und David Koch zum Beispiel in „Archaeology“ Nr. 5/1999.

Als Ursache für diese eklatanten Abweichungen der anerkannten Chronologie wird bis heute angenommen, dass die datierten Holzproben und Holzkohlerest unter anderem kontaminiert waren. Kontaminiert durch die Verwendung alten Holzes beim Pyramidenbau. Die Forscher, denen übrigens der damals noch recht unbekannte Dr. Zahi Hawass angehörte, schrieben 1999 zu diesen früheren Datierungen:

Trotz dieser Diskrepanz bestätigten die Radiokarbondaten, dass die Große Pyramide zu der von Ägyptologen untersuchten historischen Ära gehörte. Bei der Bewältigung der 374-jährigen Diskrepanz mussten wir das alte Holzproblem berücksichtigen. 1984 hielten wir es für unwahrscheinlich, dass die Pyramidenbauer durchweg jahrhundertealtes ägyptisches Holz als Brennstoff für die Herstellung von Mörtel verwendeten. (…)

Die Ergebnisse von 1984 ließen uns zu wenig Daten, um den Schluss zu ziehen, dass die historische Chronologie des Alten Reiches um fast 400 Jahre fehlerhaft war, aber wir betrachteten dies zumindest als eine Möglichkeit. Wenn unsere Radiokohlenstoff-Altersschätzungen aus irgendeinem Grund fehlerhaft waren, mussten wir alternativ davon ausgehen, dass viele andere Daten aus ägyptischen Materialien ebenfalls verdächtig waren.“

„Dies führte zu einer zweiten, größeren Studie“, die ab 1995 durchgeführt wurde.

Neue Datierungen, neue Unklarheiten

Material für diese C14-Datierungen wurden vor rund 25 Jahren von Gräbern aus der I. Dynastie und der Stufenpyramide von Sakkara ebenso entnommen, wie von den Pyramiden von Gizeh der IV. Dynastie. Einige entnahmen die Experten Pyramiden der V. und VI. Dynastie sowie aus dem Mittleren Reich (bis ca. 1781 vor Christus). Insgesamt waren es 450 Proben von 33 Monumenten, die beim „Pyramids Radiocarbon Dating Project“ schließlich untersucht wurden.

Diese neue Studie des Physikers Professor Dr. Willy Wölfli von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und vor allem David H. Koch und Kollegen brachte noch mehr Verwirrung in die Kohlenstoffdatierungen (s. a. HIER). Denn nach diesen neuen Resultaten wies die Pyramiden des Cheops ein Alter auf, das 52 Jahre höher war, als es in den Geschichtsbüchern steht. Mindestens, denn die gewonnen Daten schwankten enorm (z. B.: Willy Wölfli: „Archäologie mit einem Schwerionenbeschleuniger“, Nr. 2/1994 & Herbert Haas u.a.: „Radiocarbon Chronology and the Historical Calendar in Egypt“, „British Archaeological Reports“, 1987):

Erstens gibt es zwischen 1984 und 1995 erhebliche Unterschiede zwischen Cheops und Chephren, nicht jedoch zwischen Djoser und Mykerinos. Zweitens sind die Daten von 1995 verstreut und variieren sogar für ein einzelnes Denkmal stark. Für Cheops verteilen sie sich über einen Bereich von etwa 400 Jahren. (…)

Acht kalibrierte Daten auf Stroh aus der Pyramide von Sesostris II. (XII. Dynastie, Mittleres Reich, etwa 1845 bis 1837 vor Christus, Anm. LAF) reichten von 103 Jahren älter bis 78 Jahre jünger als die historischen Daten seiner Regierungszeit, wobei vier Daten nur um 30, 24, 14 und drei Jahre verschoben waren.“

Auch die Pyramide des Chephren zeigte einen Widerspruch, der einige Jahrhunderte(!) Jahre umfasste. Die kleinste und Pharao Mykerinos zugesprochene Gizeh-Pyramide wäre nach den Analysen sogar einige Jahrhunderte jünger, als es die Archäologie sagt. Auch ältere Messwerte von bis zu 557 Jahren vor der angeblichen Erbauungszeit der Monumente lieferten die Datierungen.
Für die Experten gibt es dafür bis heute nur eine ausschlaggebende Erklärung:

Die Pyramidenbauer verwendeten älteres Kulturmaterial, sei es aus Gründen der Zweckmäßigkeit oder um eine bewusste Verbindung zwischen ihrem Pharao und seinen Vorgängern herzustellen.“

Recycling für den Pharao

Als Beispiel für diese Wiederverwendung nennen sie unter anderem die Stufenpyramide von Sakkara des Pharao Djoser aus der III. Dynastie. In diesem Monument entdeckten Archäologen insgesamt über 40.000 Steingefäße, dessen Inschriften die Namen der meisten Könige der I. und II. Dynastie trugen. Der Name von Djoser selber kam dabei nur ein einziges Mal vor. „Vielleicht hat Djoser die Vasen aus den 200 Jahre alten archaischen Gräbern in Nord-Sakkara gesammelt“, so die Archäologen. So konnte ein Bauherr Kosten und Mühen sparen, was auch Holz als Bau- und Brennmaterial mit einschloss, wie die Forscher betonen („Radiocarbon“, Nr. 3/2001).

Ebenfalls wird darauf verwiesen, dass die Proben der Analysen von 1984/85, insgesamt 85 an der Zahl, inklusive fünf von der Sphinx, von der Außenseite der Cheops-Pyramide entnommen wurden. Winzige Stroh- und Holzstücke, die im Mörtel eingeschlossen waren.

Aufgrund solcher (hier nur zusammengefasster) Ergebnisse von C14-Datierungen dürfte es nicht verwundern, wenn Laien wie Experten dieser Methode immer wieder kritisch gegenüberstehen. Was im Zusammenhang mit dem genannten „Pyramids Radiocarbon Dating Project“ allerdings auch sehr interessant ist, ist folgendes.

Durchgeführt wurden die Forschungen von einer Reihe Archäologen und anderen Wissenschaftlern. Mit dabei war natürlich auch Dr. Zahi Hawass, der damals noch aktiv im ägyptischen obersten Rat für Altertümer war. Ebenso beteiligt war der sehr bekannte Ägyptologe und Autor mehrerer Bücher über Pyramiden Dr. Mark Lehner. Koordiniert und verwaltet wurden die Untersuchungen von der „Ancient Egypt Research Associates, Inc.“ Und schon damals war Lehner mehr als überrascht über die Ergebnisse:

Die Daten reichen von 3809 vor Christus bis 2869 vor Christus Im Allgemeinen sind die Daten also (…) deutlich früher als das beste ägyptologische Datum für Cheops.

Kurz gesagt, die Radiokarbondaten legen je nach der beachteten Stichprobe nahe, dass die ägyptologische Chronologie zwischen 200 bis 1.200 Jahren schwankt. Ich kann mir vorstellen, dass es einigen stinken wird. Die Pyramide von Gizeh ist 400 Jahre älter als Ägyptologen glauben.“

Eine große mediale Aufmerksamkeit blieb aus. Erstaunlicherweise. Auch sind diese frühen C14-Resultate heute kaum bekannt.

Noch weniger bekannt ist aber, dass das gesamte Projekt von der „Edgar Cayce Foundation“ (ARE – korrekter Name: „Association for Research and Enlightenment“) bezahlt wurde. Immerhin 17.000 US-Dollar. Eine Organisation mit Hauptsitz in den USA, denen man zumindest heute keine Zusammenarbeit mit anerkannten Ägyptologen zutrauen würde. Oder besser gesagt umgekehrt.

Spuren von Atlantis?

Denn diese „Edgar Cayce Foundation“ ist nach dem Seher Edgar Cayce benannt, der unter anderem in seinen „Weissagungen“ von Atlantis und der „Halle der Aufzeichnungen“ in Gizeh sprach (mehr dazu findet Ihr z. B. in diesem Video HIER sowie HIER). Über 10.000 Jahre sei nach Cayce und seinen bis heute aktiven Anhängern Gizeh alt. Das heute in der Grenzwissenschaft in aller Munde kursierende Jahr 10.500 vor Christus für eine Art untergegangene Urkultur usw. stammt von genau diesem Cayce. Obwohl der „Wahrsager“ und „schlafende Prophet“, wie man ihn bis heute nennt, bereits im Jahr 1945 in den USA starb, sind seine Ideen weiterhin populär.

Genau diese Aussagen von Cayce wollte die ARE mit diesem C14-Datierungs-Projekt belegen. Was augenscheinlich nicht gelang, auch wenn die gewonnenen Ergebnisse überaus interessant sind. Auf ein Alter der Monumente oder der Sphinx von 12.500 Jahren wiesen diese aber nicht annähernd hin.

Bei den neueren Datierungen 1995 war der Lehner-Sponsor David H. Koch erneut dabei. Denn Koch hatte zusammen mit der ARE bereits zuvor die Arbeiten gesponsert.  Darunter auch das sehr bekannte „Giza Plateau Mapping Project“ ab 1982 von Lehner.

Dass eine Beteiligung der „Edgar Cayce Foundation“ bei Projekten und C14-Datierungen in Gizeh heute von den Ägyptologen lieber „vergessen“ wird, sollte nicht verwundern. Mit Atlantis und einer vor mindestens 10.000 Jahren in Gizeh anwesenden unbekannten Kultur, möchte die etablierte Archäologie nicht in Zusammenhang gebracht werden. Obwohl David Koch in seinem Artikel „Dating the Pyramids“ in der angesehenen Fachzeitschrift „Archaeology“ 1999 noch explizite die „Edgar Cayce Foundation“ in diesem Zusdammenhang nennt.

Inzwischen hat sich auch der Ägyptologe Lehner selber unlängst von der ARE mehr und mehr entfernt, wie es der bekannte Autor Robert Bauval schon 2002 in einem Artikel schrieb.

Heute wäre eine Kooperation zwischen der ARE und Ägyptologen vor Ort im Land der Pyramiden schon sensationell. Dazu muss man nur auf die zahllosen Aussagen und Statements von Seiten der etablierten Forscher der letzten Jahrzehnte zu dieser Art „Hobby-Pyramidenforscher“ schauen. Etwa von Dr. Rainer Stadelmann, der von 1989 bis 1998 Chef des „Deutschen Archäologischen Institut“ in Kairo (DAIK) war. Und natürlich von Dr. Zahi Hawass selber.

10.500 vor Christus vs. C14-Datierungen

Interessant ist bei diesen C14-Datierungen in Zusammenhang mit der ARE natürlich das Ergebnis für die Organisation selbst. Es widerspricht eindeutig den „Lehren“ von Edgar Cayce über Alter und Herkunft der Cheops-Pyramide und der Sphinx enorm. Grob 7.000 Jahre liegen zwischen der Angabe um 10.500 vor Christus und den Ergebnissen Radiokarbondatierungen. Und das ist gewaltig, auch für die alternative Geschichtsforschung. Wobei natürlich die Zweifel an den ermittelten Daten auch für die ARE gelten dürfen und sollten.

Allerdings ist es bezeichnet, dass die umfangreiche Internetseite der „Edgar Cayce Foundation“ heute nichts von dem damaligen und einmaligen Projekt berichtet.

Private Pyramidenforscher, von der etablierten Archäologie seit dem 19. Jahrhundert auch spöttisch „Pyramidologen“ oder sogar „Pyramidioten“ genannt, zweifel grundsätzlich. Nicht nur, da zwei, drei Überlieferungen im oben erwähnten Hitat existieren, die den Bau der Gizeh-Pyramiden vor die Sintflut datieren. Viel zitiert wird auch der Priester und Geschichtsschreiber Manetho (um 250 vor Christus). Auch wenn dessen Werke nicht mehr vollständig von ihm selber vorliegen, so wird er doch von anderen Geschichtsschreibern immer wieder zitiert. Etwa von Eusebius im 4. Jahrhundert nach Christus.

Unglaubliche Behauptungen finden sich in diesen Chroniken. Denn darin heißt es, dass nach einer 13.900 Jahre andauernden Herrschaft der Götter über Ägypten, ihnen Halbgötter auf den Thron folgten. Diese regierten nochmals 11.000 Jahre über das Land am Nil, bis ihnen dann die eigentlichen Pharaonen folgten. Zusammen also 25.000 Jahre – erst dann übernahmen die Menschen und mit ihnen die anerkannte Geschichtsschreibung die Macht.

Auch Herodot (ca. 490 bis 430 vor Christus) berichtete vergleichbares in seinen „Historien“ über Ägypten. Er habe persönlich vor Ort in Theben von den Priestern erfahren, dass seit 11.340 Jahren die Hohenpriester dort im Amt seien. Dies entspräche 341 Generationen, so Herodot, weshalb man ihm zum Beweis 341 Statuen präsentierte. „Denn jeder Oberpriester stellte dort schon zu Lebzeiten seine eigene Statue auf“, schrieb Herodot bereits im 5. Jahrhundert vor Christus dazu.

Kein Ägyptologe nimmt solche und ähnliche Angaben ernst. Was man sicher mehr als verstehen kann.

Phantastische Daten

Wie gesehen passen aber auch die C14-Datierungen nicht zu diesen unfassbaren Daten. Sofern man sie auf die Cheops-Pyramide übertragen möchte. Hinzu kommt, dass Herodot angeblich nicht nur der „Vater der Geschichtsschreibung“ war, sondern gleichfalls ein „Erzähler zahlreicher Märchen“. So schreibt beispielsweise der Geschichtsprofessor Wolfgang Blösel in seiner umfangreichen Untersuchung „Themistokles bei Herodot: Spiegel Athens im fünften Jahrhundert“ (2004, S. 45):

Je nach Blickwinkel wurde Herodot schon in der antiken, aber dann auch neuzeitlichen Bewertung entweder als ‚Vater der Geschichtsschreibung‘ oder als ‚Vater der Lügen‘ apostrophiert. Bezeichnenderweise jedoch trägt schon Ciceros Loblied auf Herodot als pater historiae, in das die Gelehrten verstärkt seit dem 19. Jahrhundert miteinstimmen, diese starke Ambivalenz in die, moniert Cicero doch im gleichen Atemzug bei ihm ‚zahllose Märchen.

Dies veranschaulicht mehr als deutlich das Problem, dass die anerkannte Ägyptologie mit derart aus dem Rahmen fallen Behauptungen und Daten von Herodot und anderen Historikern haben. Was ist Wahrheit, was ist Lüge? Was sollen oder wollen die modernen Forscher glauben, was lieber nicht?

Anders bei den oben genannten C14-Datierungen. Sie passen zwar nicht wirklich zu der anerkannten Chronologie Ägyptens, aber wenigstens so in Etwa. Fehler in den Messergebnissen seien durchaus akzeptabel, solange sie nicht vollkommen aus der Zeit fallen. Kontaminationen, wiederverwendete Materialien, die üblich Toleranz bei C14-Datierungen oder auch natürliche Abweichungen wären halt die Ursache. Das gilt auch für die Kalibrierung und damit Anpassung der Jahreszahlen mit der „Baumringdatierung“ (Dendrochronologie). Die allerdings, wie sich kürzlich zeigte (s. Artikel HIER), im Zusammenspiel mit der C14-Methode ebenfalls alles andere als perfekt ist.

Schaut man in die zahnlosen einschlägigen Fachbücher über Pyramiden und das Alte Ägypten, finden sich kaum nennenswerte Kritiken an den C14-Daten. Im Gegenteil. In dem erstmals 1974 erscheinenden Klassiker „Das Rätsel der Pyramiden“ von Dr. Kurt Mendessohn (1992, S. 19), heißt es:

Noch vor wenigen Jahrzehnten klafften daher die Ansichten einzelner Ägyptologen über die Regierungszeiten früher Pharaonen bisweilen um mehrere Jahrhunderte auseinander. Inzwischen gelang es jedoch – nicht zuletzt dank naturwissenschaftlicher Methoden (die etwa Radiokarbondatierung), vor allem aber durch sorgfältigsten Vergleich aller verfügbaren Daten -, einen bemerkenswert zuverlässigen Überblick über 3.000 Jahre altägyptischer Geschichte zu gewinnen.“

Raum für Spekulationen

Grenzwissenschaftler und „alternative Historiker“ sehen das ganz anders. Wer will es ihnen verdenken, wenn schon die wissenschaftlichen Datierungen durch Radiokarbon um Jahrhunderte schwanken? Wobei man an dieser Stelle erneut unterstreichen muss, dass Altersangaben wie 12.500 Jahre ein Extrem zu den etablierten 4.500 Jahren sind. Das sieht auch der Physiker und Autor des Buches „Pyramiden und Planeten„, Dr. Hans Jelitto, so. Ein privater Pyramidenforscher, der die Form und Anordnung der Gizeh-Pyramiden mathematisch mit den inneren Planeten in Korrelation bring. Er schreibt:

Während die Ägyptologen den Bauzeitpunkt anhand der überlieferten Königslisten auf etwa 2600 bis 2500 v. Chr. festlegen, ergaben vor einigen Jahren Messungen mit einer verfeinerten Radiokarbon-Methode (Beschleuniger-Massen-Spektroskopie bzw. AMS, Accelerator mass spectrometry) den Zeitraum 3030 bis 2905 v. Chr. für den Bau der Cheops-Pyramide mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 %.

Das ist eine Diskrepanz von immerhin ca. 400 Jahren. Diese Messungen stellen eine der modernsten und genauesten physikalischen Methoden zur Altersbestimmung dar.

So Jelitto auf seiner Internetseite. Er hält Messfehler bei den Datierungen „für unwahrscheinlich, da die Messungen sorgfältig an ca. einem Dutzend Bauwerken des Alten Reiches durchgeführt wurden“. Für Jelitto sind solche Forschungsergebnisse ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Pyramiden von Gizeh mehr waren, als nur Gräber mächtiger Pharaonen.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Dass die zahllosen analysierten Proben aus Gizeh und vielen anderen Orten Ägyptens viel Raum für Spekulationen lassen, steht außer Frage. Nach Meinung der Ägyptologen war es mal nachträglich irgendwie dahin gekommenes Material, oder einfach älteres Recyclingmaterial.  Bei der Cheops-Pyramide beispielsweise zeigt sich das überaus eindeutig, wie Hawass, Lehner, Wölfli und andere in „Radiocarbon Dates of Old and Middle Kingdom Monuments in Egypt“ („Radiocarbon“, Nr. 3/2001) dokumentierten.

Darin listen sie die entsprechenden Radiokarbondatierungen auf, die bei den verschiedenen Projekten in Ägypten an zahlreichen Bauten genommen wurden. Hunderte von Ergebnissen quer durch die Dynastien, die aber keine gewaltigen Überraschungen zeigen. Also beispielsweise keine Probe aus dem Mörtel der Pyramide, die plötzlich mit einem Alter von 10.000 Jahren aus der Reihe fällt. Allein 46 Proben bzw. C14-Datierungen von der Cheops-Pyramide listen die Forscher in ihrer Publikation auf. Bis auf eine aus Schilf war es in allen Fällen Holzkohle.

Ein paar Jahrhunderte Abweichung

Und die Altersangaben bei Cheops?

Sie reichen von zu jung bis zu alt, konkret von 3.810 bis 5.020 Jahre. Und hierbei ist die letzte genannte Datierung, angeben mit einer Fehlerquote von 130 Jahren, doppelt interessant. Nicht nur da sie rund 400 Jahre älter als der angenommene Pyramidenbau selber ist, sondern auch dadurch, wo genau man eben diese Probe entnahm. Es war die Südwestecke des oberen Bereichs der 198. Steinlage. Dort sicherte man die Holzkohle zur Beprobung. In unmittelbarer Nachbarschaft, in der gleichen Ecke der 198. Steinlage, wurde allerdings noch eine weitere Probe entnommen. Sie war mit einer Toleranz von 85 Jahren nur 4.395 Jahre alt.

Seltsam. Hier hätten also die Baumeister Holz bzw. Holzkohle in einem identischen Bauabschnitt und quasi am selben Tag genutzt, deren Bäume als Rohstoffquelle in einem Abstand von rund 700 Jahren gefällt wurden. Theoretisch ist das zwar möglich, aber wie würde sich das belegen lassen?

Man schien bei den C14-Datierungen der „ARCE 10A“ und „ARCE 10B“ genannten Holzkohleproben damals selber etwas irritiert gewesen zu sein. Zumindest wurde die zweite Probe, jene, die im Labor auf 5.020 Jahre datiert wurde, ein zweites mal untersucht. „Im selben Kontext“ wie bei der ersten Untersuchung, wie der Bericht festhält. Diesmal kam man auf ein Alter von nur 4.440 Jahren. Jedoch mit der enormen Toleranz von 320 Jahren. Ungefähr passte dieses Ergebnis nun zum favorisierten Richtfest der Cheops-Pyramide um 2580 vor Christus.

Die Welt war wieder in Ordnung, wie man meinen könnte. Nur leider ist die Welt der Pyramidenforschung alles andere als in Ordnung, wie es weitere Beispiele belegen. So etwa das unrühmliche Ende des Sarkophags aus der Mykerinos-Pyramide. Entdeckt haben ihn 1837 Howard Vyse und John Perring, die sogar mit Sprengungen an der Außenseite der Pyramide nach weiteren Kammern suchten. Zurück blieb „Vyse’s Hole“, ein neun Meter riesiges Loch.

Seltsames aus der Mykerinos-Pyramide

In den Berichten „Operations carried on at the Pyramids of Gizeh in 1837“ (1940) und „Appendix to Operations carried on at the Pyramids of Gizeh in 1837“ (1942) schildern Perring und Vyse, dass der entdeckte Sarg ein prachtvolles Exemplar aus Basalt ohne Deckel gewesen sei. Gewesen deshalb, da sie ihn aus der Mykerinos-Pyramide stahlen und nach Großbritannien verschiffen wollten. Leider kam er dort nie an, da das Schiff „Beatrice“ auf dem Weg 1838 samt Sarkophag und anderer Kostbarkeiten sank. Obwohl die Forschung verständlicherweise über diesen herben Verlust bis heute trauert, wird dabei ein weiterer Fund in der Pyramide gern vernachlässigt.

Perring und Vyse entdeckten bei ihren brachialen Forschungen einen zweiten Sarkophag mit einer Mumie innerhalb der Mykerinos-Pyramide. Dieses Exemplar war nicht nur menschenförmig, sondern auch aus Holz gefertigt. Zudem trug der Sargdeckel den Namen von Pharao Mykerinos.

Eine Mumie bzw. Reste einer Mumie in oder nahe einem Holzsarkophag, der den Bestatteten als Mykerinos ausweist, sind ein mehr als interessanter Fund für die Ägyptologie. So dachte man, denn leider stellte sich diese Bestattung als „Fake“ heraus. Als eine sogenannte Sekundärbestattung aus späteren Epochen. So wurde der Sarg selber schnell in die Spätzeit des Alten Ägypten und damit tausende Jahre nach dem Bau der Mykerinos-Pyramide datiert. Entstanden sei er in der saitischen Epoche, die etwa von 664 bis 332 vor Christus ging.

Bei Mumie wurde es noch seltsamer. Denn sie stammt nach C14-Datieungen aus christlicher Zeit. Folglich wurde selbst der vergleichsweise sehr junge Holzsarg in der Pyramide Jahrhunderte später erneut benutzt. Warum aber der Name des Pharao Mykerinos auf dem Sargdeckel geschrieben wurde, bleibt ein Rätsel.

Die Entdeckung des Waynman Dixon in der Cheops-Pyramide

Blicken wir an dieser zurück auf die Große Pyramide von Gizeh. Und zwar etwas ausführlicher auf durchaus erschreckende Vorkommnisse.

Dass Proben, die für eine Altersbestimmung an der Außenseite eines Monumentes dieser Güte entnommen werden, immer Skeptiker auf den Plan rufen, ist verständlich. Es wäre demnach ein unschätzbarere Vorteil, wenn Wissenschaftler ein entsprechend geeignetes Artefakt innerhalb der Pyramide entdecken würden. Am besten sogar noch in einem seit der Erbauung verschlossenen Raum oder einer Kammer. Damit wäre ein späteres Eindringen des Stückes ausgeschlossen. Nicht wie im Fall des seltsamen Sarkophag der Mykerinos-Pyramide.

Und tatsächlich gibt es ein solches Objekt aus dem Inneren der Cheops-Pyramide, das von den Erbauern zurückgelassen wurde. Ober besser gesagt hat es ein solches gegeben, wie zum Beispiel in diesem Video HIER bereits berichtet.

Gefunden wurde es 1872 von Waynman Dixon in einem der kleinen „Lüftungsschächte“ in der Königinnenkammer der Cheops-Pyramide. Es sind jene längst legendären Schächte, an dessen Ende sich „Blockiersteine“ befinden, die während verschiedener Roboter-Missionen seit 1993 erkundet wurden. Letztlich bohrte man auch durch sie hindurch und schaute auch mit einer kleinen Kamera dahinter. Sie sind nur rund 20 Zentimeter klein, rechteckig und führen rund 65 Meter durch das Pyramiden-Innere. Seit Jahrzehnten sorgen gerade diese winzigen Korridore mit ihre Blockierungen am Ende für Kontroversen und Diskussionen.

Jeder an den Rätseln der Archäologie interessierte Laie kennt sie heute.

Bis in das Jahr 1872 waren die „Gänge“ allerdings vollkommen unbekannt. Niemand wusste von ihrer Existenz, da sie in der Kammer der Königin verschlossen und vor allem nicht sichtbar waren. Bis Dixon kam, die Wände abklopfte und dabei bemerkte, dass es an zwei Stellen merkwürdig hohl klang. Daraufhin meißelte er an der Nord- und Südwand der Kammer die Steine an den hohl klingen Stellen auf und fand so die beiden „Luftschächte“.

Er und sein Partner Dr. James Grant entdeckten dabei aber noch mehr. Im Inneren der Schächte lagen einige Objekte, die heute als „Dixon-Relikte“ bekannt sind. Eine Steinkugel, einen kleinen Haken aus Metall und ein Stück Holzlatte. Wobei anzumerken ist, dass der Fundort des Metall-Hakens in der Pyramide nicht ganz klar ist. Andere Quellen sprechen davon, dass er an einer ganz anderen Stelle des Bauwerkes verborgen lag, als Dixon ihn aufspürte. Mehr dazu aber weiter unten.

Verschollen und wiedergefunden

Die „Dixon-Relikte“ wurden im Dezember 1872 in „Nature“ und „The Graphic“ sowie im Januar 1873 in „Harper’s Weekly“ veröffentlicht. Weitere Publikationen folgten und bis heute ist man sich unter Ägyptologen uneins, was diese Artefakte einst für einen Zweck hatten. Selbst darüber, in welchen der beiden bis 1872 verschlossenen Schächte, dem Nord- oder dem Südschacht, welches Objekt von Dixon genau geborgen wurde, herrscht Unklarheit. Die Angaben wurden im 19. Jahrhundert bis heute immer widersprüchlicher.

Sehr gut hat diesen Umstand Stefan Bergdoll in seiner Untersuchung „Die Dixon-Relikte und die Geheimnisse der kleinen Schächte der Cheopspyramide“ („Göttinger Miszellen: Beiträge zur ägyptologischen Diskussion“, Heft 248, 2016) dokumentiert.

So unscheinbar die Fundstücke auch aussehen mögen, so spannend ist ihre Geschichte seit ihrer Bergung durch Dixon. Kurz gesagt gingen sie verloren, tauchten dann im Nachlass einer Dixon-Nachfahrin wieder auf und kamen daraufhin in das Britische Museum in London. Wo sie dann erneut verloren gingen oder vergessen wurden. Erst als der bekannte Autor und Pyramidenforscher Robert Bauval am 6. Dezember 1993 in „The Independent“ über den Verlust der Objekte einen Artikel veröffentlichte, und die Leser nach Informationen über ihren Verbleib bat, suchte man im Britischen Museum nach diesen. Und fand sie auch.

Die 1872 von Waynman Dixon entdeckten Relikte
Die 1872 von Waynman Dixon entdeckten Relikte, Illustration aus „Harper’s Weekly“ vom 11. Januar 1873

Allerdings nicht alle, denn das knapp 13 Zentimeter lange Holzstück blieb verschollen. Weitere Recherchen ergaben, dass das Holz 1946 in das Marischal Museum in Aberdeen gelangt sein könnte. Es wurde von den anderen „Dixon-Relikten“ getrennt, die in einer Zigarrenkiste verwahrt wurden, und heute im Britischen Museum ausgestellt sind. Leider aber ist auch das Museum in Aberdeen nicht behutsam mit diesem einmaligen Fund umgegangen. Bergdoll dazu:

2001 tauchte dann in einer Inventarliste des Marischal Museums in Aberdeen der vermisste ‚Holzmaßstab‘ unter der Objektnummer ABDUA:24358 zwar auf, konnte aber nicht gefunden werden, da das Museum damals im Umzug begriffen war.“

Sehr optimistisch schrieb Michael Haase, Autor zahlreicher Artikel und Bücher über die Pyramiden Ägyptens, noch 2004 in seine Buch „Eine Stätte für die Ewigkeit“ (S. 50):

Mittlerweile verdichten sich aber die Vermutungen, dass sich das Holzfragment in den Magazinbeständen des Marischal Museums der Universität von Aberdeen befinden könnte.“

Die 1872 veröffentlichten Zeichnungen dieses „Stock“ lassen vermuten, dass es eine Art Messlatte war. Hinterlassen von den Erbauern der Cheops-Pyramide. Auch die Aufzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert lassen diese Vermutung zu. Hierzu würde passen, dass auf den Seiten entsprechende „Kerben“ eingeschnitten gewesen sein sollen. „Sie tragen parallele Linien wie Markierungen“, hieß es dazu in Nature“, „möglicherweise war es Teil eines Längenmaßes“.

Anhand der dazu damals veröffentlichten Abbildung des mutmaßlichen Messstabes kann man sie allerdings nicht wirklich exakt interpretieren.

Was man aber sehr deutlich sieht, sind die Enden der kleinen und rechtwinkligen Latte. Sie sind gerade und sauber abgeschnitten, so dass die Vermutung, es handelt sich um irgendein abgebrochenes Stück, eher unwahrscheinlich ist. Auf der Zeichnung oben erkennt man allerdings (vorne rechts), dass eine Ecke fehlt.

In der ersten Veröffentlichung in „Nature“ vom 26. Dezember 1872 über die Artefakte war in diesem Zusammenhang noch von weiteren Holzfragmenten die Rede. Die Beschreibung damals:

Ein kleiner rechteckiger Zedernstab, an einem Ende gebrochen, und einige Fragmente.“

Schlamperei im Museum

Mit diesem „Stock“ aus vermuteten Zedernholz läge der Pyramidenforschung ein einmaliges und unschätzbar wertvolles Fundobjekt vor. Auch wenn es nur „Fragmente“ oder Bruchstücke wären. Bedauerlicherweise ging auch das Marischal Museum mit dem Artefakt alles andere als sorgsam um. „Eine Anfrage an das Marischal Museum vom 8. Dezember 2014 brachte folgendes Ergebnis“, so Stefan Bergdoll:

Das Objekt wurde bis heute nicht mehr aufgefunden und entzieht sich somit dem Versuch einer Altersbestimmung nach der C14-Methode. Das Museum beherbergt mehr als 63.500 Objekte, wobei ca. 6.000 Objekte zur ägyptischen Sammlung zählen. Da das Museum über 100 Jahre alt ist, kam es leider dazu, dass einige Objekte ihre Beschriftungen verloren haben oder an der falschen Stelle deponiert wurden, was das Auffinden eines Objekts enorm erschwert oder sogar unmöglich macht.

Für die Ägyptologie und Erforschung der Großen Pyramide ist das niederschmetternd! Ein von den Pyramidenbauern angefertigtes und gesägtes Holzstück, dass bis 1872 seit Jahrtausenden an einem Ort im Inneren der Pyramide unberührt lag, ist heute einfach – weg. Resigniert schreibt auch Bergdoll in seiner Studie:

Was den Verbleib des vermissten Holzstücks angeht, bin ich eher skeptisch, d.h. ich glaube nicht, dass besagtes Stück jemals wieder auftaucht und auch noch zweifelsfrei als solches identifiziert werden kann. Leider ist damit eine Möglichkeit verspielt, das Alter der Cheopspyramide mittels C14-Methode überprüfen zu können.

Natürlich ist es alles andere als ein Einzelfall, dass in Museen antike Artefakte und archäologische Fundstücke „verloren“ gehen oder einfach „verschwinden“. Man denke nur das ehrwürdige Ägyptische Museum von Kairo. Auch dort verschwanden unzählige Objekte aus den Kellern. Oder sie werden einfach nicht mehr wiedergefunden, können nicht mehr eingeordnet werden oder irgendwelche Zuordnungen von Inventarbeständen sind überhaupt nicht mehr möglich.

Noch schlimmer ging es in der Vergangenheit zu. Da wurden Artefakte und sogar ganze Mumien aus den Depots des Museums heraus an betuchte Sammler unter der Hand verkauft.

Falsche Angaben, kaputt und verloren!

Stöbert man in den Katalogaufzeichnungen des Marischal Museums der Universität von Aberdeen findet man das gesuchte Holzobjekt weiterhin gelistet. Auch wenn niemand mehr weiß, wo es überhaupt liegt und ob es überhaupt noch im Lager ist. In der Aufzeichnung wiederum heißt es, dass es ein Messinstrument (bzw. ein Teil davon) der Steinmetze war, dass 1946 dem Museum geschenkt wurde. Von E. F. Morice, einer Nachfahrin des Mitentdeckers Grant. Katalogisiert wurde es am 26. November 1946.

So weit, so gut. Denn ansonsten strotzt die Karteikarte des Museums von Fehlern. Angefangen beim dort genannten „Herstellungsdatum des Objekts“, das mit 4000 vor Christus angegeben wird („4000 BC“). Also fast 2.000 Jahre vor dem Bau der Cheops-Pyramide.

Bei der kurzen aber vielsagenden „Objektgeschichte“ stimmt schon fast gar nichts mehr. In nur vier Sätzen sind alle vier Hauptangaben bzw. Daten falsch. Dort heißt es, dass das Objekt 1886 von Dixon in einem der „Ventilationsschächte der Großen Pyramide von Gizeh in der Königinnenkammer“ gefunden worde. Die Öffnung der Schächte und die Entdeckung des Artefaktes war aber bereits 1872. Weiter heißt es in der Beschreibung, dass die Cheops-Pyramide aus dem Jahr 400 vor Christus stammt („400 BC“), was wiederum dem „Herstellungsdatum des Objekts“ gewaltig widerspricht.

Hierzu zitiert das Museum die Spenderin selber aus einem Brief vom 18. August 1946. Wobei hier das Datum nicht stimmt, da sie diesen bereits am 18. Juni verfasste. Darin ist in der Tat bereits das falsche Alter der Pyramide genannt, was vom Museum einfach übernommen wurde. Allerdings nannte Morice, dessen Name übrigens im Museumskatalog auch noch falsch geschrieben wurde, in ihrem Brief als Fundjahr korrekt. Um die Verwirrung abzurunden, hat das Museum unter „Notizen“ das korrekte Jahr 1872 angeben.

Ignorieren wird die falschen Angaben und deuten sie als Abschreibfehler des Briefes von Morice an das Museum, bleibt noch eine weitere, traurige Aussage. So notierte das Museum 1946 aus dem Schreiben der Schenkerin:

Der Maßstab ist in Fragmente zerfallen, da er der Luft ausgesetzt war.

Also nicht nur verschollen, sondern seit mindestens 1946 auch noch kaputt!

Das kann eigentlich nur als „faule Ausrede“ gewertet werden. Immerhin lag das Holz tausende von Jahre unentdeckt und unberührt in einem der „Lüftungsschächte“. Deren beide Ende waren zwar bis Dixons gewaltsamen Öffnung des unteren „Ausganges“ verschlossen, aber selbstverständlich voller Luft. Ein Vakuum herrschte darin nicht, weshalb das Artefakt mindestens bereits 4.500 Jahre der Luft ausgesetzt war. Erst dann wurde es in einer Zigarrenkiste mit den anderen Objekte verschickt.

Auch der Umstand, dass die „Messlatte“ später (als sie dem Britischen Museum in London angeboten wurde) in einem Glaskolben verwahrt wurde, ändert daran nichts. Bezeichnet ist hierbei auch, dass nach der Entdeckung in entsprechenden Veröffentlichungen über diese Funde der hervorragende Erhaltungszustand des Holzes betont wurde.

Zur Ehrenrettung sollte man aber nicht übersehen, dass das trockene Klima von Gizeh weitaus besser Hölzer jeglicher Art erhält, das jenes in Großbritannien. Oder sind mit dem „Zerfall“ die Fragmente gemeint, die laut „Nature“ (s. oben) zusammen mit der „Rute“ gefunden wurden? Bilder dieser Stücke wurden nie veröffentlicht. Darum ist es wahrscheinlicher, dass es tatsächlich nur kleine Splitter waren, denen schon 1872 keine Bedeutung beigemessen wurde.

Unwahrscheinlich, dass diese in das Museum von Aberdeen gelangten, und dadurch das Objekt als „in Fragmente zerfallen“ beschrieben wurde.

Dr. Zahi Hawass sieht es ganz anders

Die von Dixon entdeckten Schächte in der Kammer der Königin werden seit 1993 (inoffiziell) auch als „Gantenbrink-Schächte“ bezeichnet. Nach dem Ingenieur Rudolf Gantenbrink, der mit seinem Roboter „UPUAUT 2“ damals an den oberen Enden der Schächte die schon legendären kleinen „Türen“ entdeckte. Bekanntlich folgten bis heute eine Reihe weiterer Roboter-Untersuchungen der Stollen.

Am bekanntesten dürfte wohl die Untersuchung sein, bei der man ein Loch in den Stein bohrte und eine Kamera hindurch schon. Eine TV-Show, die unter Leitung von Dr. Zahi Hawass am 17. September 2002 von „Nationale Geographic“ weltweit „live“ übertragen wurde. Heute kennt jeder Archäologie-Interessierte diese Ereignisse, die damals ein großes Medienecho nach sich zogen. Auch unzählige Publikationen dazu erschienen in der Folge, die von Ägyptologen wie von Laien gleichermaßen verfasst wurden.

Eine davon war der Sammelband „The Treasures of the Pyramids“ (2003), in dem verschiedene Ägyptologen und Pyramidenforscher über die Rätsel der Pyramiden berichteten. Nicht nur über die neuen Entdeckungen am Ende der „Luftschächte“. Bekannte Namen aus der Ägyptologie wie Günter Dreyer, Mark Lehner oder auch Rainer Stadelmann lieferten Beiträge für diese Anthologie. Und selbst Suzanne Mubarak, die Frau des damaligen Staatspräsidenten Husni Mubarak, steuerte als First Lady Ägyptens ein Vorwort bei.

Wirklich bekannt ist das Buch wahrscheinlich nur im Kreise der Archäologen. Was die enthalten archäologischen Veröffentlichungen an dieser Stelle so interessant machen, sind enthalte Aussagen von Zahi Hawass zu den Dixon-Funden. Hawass schrieb mit Abstand die meisten Beiträge und geht in „The Secret Doors Inside the Great Pyramid“ (ab S. 156) auf die geheimnisvollen Schächte genauer ein. Zu dem von Dixon geborgenem Holzstück bemerkt er ganz nebenbei:

Einige schlagen vor, dass eine Kohlenstoffdatierung des Holzes eine genaue Datierung der Pyramide ermöglichen würde, da Holz beim Bau der Pyramide im Schacht belassen worden sein muss (vorausgesetzt, der Schacht war versiegelt) Aber ich behaupte, dass dies nicht absolut sicher ist. Holz kann nach dem Bau über den Schachtausgang in den Schacht eingebracht werden, falls er existiert.“

Die offene Cheops-Pyramide des Hawass

Eigentlich eine unfassbare Aussage, die Hawass nur ein Jahr nach seiner Durchbohrung des Sperrsteins tätigte. Eine C14-Dateiung sei seiner Meinung also sinnlos, da das Holz „nach dem Bau über den Schachtausgang“ dorthin gelangt sein könnte.

Ihm war natürlich klar, dass der Schacht unten erst 1872 aufgebrochen wurde, was er in seinem Beitrag auch selber schreibt. Und ihm war seit 1993 durch Gantenbrink auch klar, dass er oben mit einem Stein versperrt wurde. Aufgrund der Durchbohrung 2002 wusste er natürlich auch – er war ja dabei -, dass dahinter eine weitere Steinsperre liegt. Wo ist da Platz für einen Ausgang ins Freie, durch den das Holz hätte in den Schacht fallen können?

Gleichfalls kennt er natürlich die Architektur der Cheops-Pyramide ganz genau. So weiß er auch, dass der Bau der Pyramide auch nach Fertigstellung und Versiegelung der kleinen Stollen der Königinnenkammer noch sehr lange weiter in die Höhe ging. Die „Lüftungsschächte“ selber reichen auch bis über die Kammer des Königs im Mauerwerk der Pyramide hinaus. Das heißt, wenn die „Messlatte“ in den Schacht gelangte, als dieser am oberen Ende noch offen war, geschah dies trotzdem noch während der Bauzeit der Pyramide.

Danach war er „dicht“. Was Hawass dann wieder nur einen Satz später selber schreibt:

Ägyptologen haben mehrere Erklärungen für diese Schächte. Einige glauben, dass sie zur Belüftung verwendet wurden, aber dies kann nicht wahr sein, da sie sich nicht nach außen öffnen.

Sofern also niemand nach Fertigstellung der Pyramide und der Schächte von Außen durch das Mauerwerk bohrte, dann durch das entstanden Loch die Dixon-Relikte hinfallen ließ, um daraufhin das Loch innerhalb des winzigen Stollens sowie an der Außenseite der Pyramide unsichtbar zu verschließen, bleibt diese Vermutung reine Spekulation von Hawass.

Eine letzte Chance?

Vielleicht gibt es aber noch ein letzte C14-Chance. Auf dem von Dixon 1872 gefunden Metallhaken könnten geringe Holzreste vorhandenen gewesen sein, wie es die Objektbeschreibungen vermuten lassen. So schrieb schon John Dixon, der Bruder des Entdeckers, in einem Artikel über die Funde in „Harper’s Weekly“ (11. Januar 1873) zur der Beschreibung des Hakens:

Bronze Instrument, an dem ein Teil des Holzgriffs haftet.

Und in „Nature“ heiß es im Dezember 1872 dazu:

Ein kleiner Doppelhaken aus Bronze mit genieteten Stiften zum Befestigen an einem Griff.

Es ist also unklar, ob mit „Teil des Holzgriffs“ nicht vielleicht doch nur die Befestigungsstifte oder Nieten gemeint waren. Diese sind klar zu erkennen, und werden bis heute als Halterungen für einen Holzgriff interpretiert. Wie schon damals in „Nature“:

Mit einem Holzgriff, der an den beiden Stiften befestigt ist, kann er als Werkzeug verwendet worden sein.

Wo dieses Fundstück sich heute befindet, ist seit 1993 bekannt. Es schlummert, vollkommen unbeachtet von den üblichen Touristen, in einer Vitrine im Britischen Museum in London vor sich hin.

Ob diese mutmaßlichen Holzreste für eine C14-Datierung ausreichen, ist natürlich offen. Fraglich ist auch, ob sie nach der 2012 durchgeführten Konservierung des Fundes im Britischen Museum überhaupt noch vorhanden oder für eine Kohlenstoffdatierung nutzbar sind. „Stabilisierung“ nennt sich diese Aufarbeitung. Es bedeutet nichts weiter, als dass die entsprechenden Experten das Artefakt mit verschiedenen Methoden behandeln, um es auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

Hinzu kommt, dass 1877, also nur kurz nach den Dixon-Entdeckungen, James Bonwick in „Pyramid facts and fancies“ schrieb, der Haken sei in der Vorkammer der Königskammer gefunden worden. Dort, wo sich die Fallsteine als Sicherung gegen Grabräuber befanden, und damit weit weg von der Kammer der Königin. Folglich auch mehr oder weniger offen im Inneren des Monuments und nicht in einem der erst durch Dixon nach Jahrtausenden geöffneten Schächte. Wobei je nach Aussage der Haken im Nord- oder Südschacht gefunden wurde.Selbst das ist demnach unklar.

Bonwick dazu (S. 36):

Die Höhe des Fallgitters beträgt laut Perring 12 Fuß 5 Zoll. Mr. Waynman Dixon fand dort in der Nähe einen Bronzehaken; er könnte einem alten Schatzsucher gehört haben.

Hätte Bonwick mit dieser Aussage wirklich recht, könnte der Haken damit erst sehr, sehr viel später in die Pyramide gelangt sein. Lange nach dem Richtfest des Bauwerkes. Ein C14-Datierung wäre dann zwar interessant, aber würde nichts über das „wahre Alter“ der Pyramide enthüllen.

Ein ernüchterndes Resümee

Auch wenn das Thema „C14-Datierungen und die Cheops-Pyramide“ fraglos nicht ausgeschöpft wurde, ist es Zeit für ein Resümee. Leider ein recht ernüchterndes, wie es die wichtigsten Punkte im Folgenden verdeutlichen sollen:

  • Es gab eine große Anzahl von C14-Datierungen bezüglich der Cheops-Pyramide.
  • Die Altersbestimmungen variieren dabei zum Teil durchaus erheblich. Um mehrere Jahrhunderte.
  • Zur Datierung diente meistens Holz bzw. Holzkohlereste aus dem Mörtel der Außenseite der Pyramide.
  • Mal mehr und mal weniger grob stimmen die Datierungen mit den angenommenen Baudaten unter Pharao Cheops überein.
  • Abweichungen gelten als Toleranz und/oder die Wiederverwendung älterer Materialien durch die Baumannschaften.
  • Aufzeichnungen alter Chronisten mit geradezu phantastischen Zeitangaben für das Alte Ägypten, wie etwa von Herodot, werden in Forschung nicht ernst genommen.
  • Die C14-Analysen erbrachten jedoch auch keine gewaltigen Altersangaben, die solche Behauptungen der alten Geschichtsschreiber untermauern. Außer man glaubt an eine Verschwörung der Archäologie, die genau solche Daten unter Verschluss hält.
  • Ein authentisches Stück Holz, das wahrscheinlich Jahrtausende unberührt und unentdeckt in der Cheops-Pyramide lag, noch dazu von den Baumeistern selber stammen muss, ist heute spurlos verschwunden.
  • Holzfragmente, die mit dieser vermuteten „Messlatte“ geborgen wurden, sind ebenso verschollen. Ihnen wurde vermutlich schon während der Entdeckung keine Bedeutung beigemessen (an die Möglichkeiten von C14-Datierungen konnte damals auch wirklich niemand denken).
  • Eine in der Mykerinos-Pyramide gefundene Mumie sowie ein entdeckter Sarkophag fallen zeitlich vollkommen aus dem Rahmen der IV. Dynastie. Auch wenn der Name des Pharao Mykerinos darauf steht, reichen die Funde bis in die frühchristliche Zeit.
  • Selbst C14-Datierungen aus der XII. Dynastie schwanken um rund 200 Jahre.
  • Teilweise wurden die Radiokarbondatierungen von einer Organisation ganz offiziell finanziert bzw. mitfinanziert, die in Gizeh inklusive Sphinx Bauten eines Volkes aus Atlantis sieht.
  • Erst kürzlich wurde in einer neuen Studie aufgezeigt, dass die Kalibrierung von C14-Datierungen mit Baumringen weitaus ungenauer ist, als bisher angenommen.
  • Eine der Proben der Cheops-Pyramide fiel besonders aus dem Rahmen der anderen Datierungen. Auch im Vergleich zu einer weiteren und direkt daneben entnommenen und datierten Probe. Erst eine zweite Altersbestimmung wies diesen Ausreißer „in seine Schranken“.
  • Authentische und mittels C14 datierbare Objekte aus dem Inneren der Pyramide(n) liegen – soweit bekannt – nicht vor.
  • An dem 1872 entdeckten Metallhaken waren vielleicht an den Befestigungsstiften Holzreste vorhanden. Ob es so war, und ob sie überhaupt noch vorhanden sind, ist unklar.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , , , , , , , <