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5.500 Jahre alt und dutzende Gräber: Bei einem Dorf in Polen wurde ein einmaliger Friedhof der Steinzeit entdeckt

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5500 Jahre alt: In Polen wurde einer der größten Steinzeitfriedhöfe entdeckt (Bilder: J. Bulas/Nauka w Polsce)
5500 Jahre alt: In Polen wurde einer der größten Steinzeitfriedhöfe entdeckt (Bilder: J. Bulas/Nauka w Polsce)

Archäologen haben in der Gemeinde Świętokrzyskie in Działoszyce in Polen zufällig auf Luftbildaufnahmen einen riesigen Grabkomplex aus der Steinzeit entdeckt. Nach ersten Grabungen sind sich die Forscher sicher, dass hier dutzende Gräber verborgen liegen, deren Alter mit 5.500 Jahren angeben wird. Ein systematisch angelegter Friedhof-Kompelx, der bisher beispiellos sei. Nähers über den überraschenden Fund erfahrt Ihr hier.


Überraschende Funde der in Polen

Die Luftbildarchäologie und damit die klassische Archäologie an sich feiert seit dem Anbeginn der Fliegerei einen Erfolg nach dem anderen. Unzählige archäologische Stätten, Gebäude und Spuren wurden seit dem in aller Welt aus einem Flugzeug oder Helikopter heraus entdeckt. Heute nutzt man dazu auch Drohnen und Satelliten im All und jeder Hobbyforscher kann daheim mittels “Google Earth” sich auf die Suche nach uralten, versunkenen Ruinen und Stätten machen. Oftmals sind es nur “Schatten” im Erdreich, die dem geschulten Auge aber weit mehr verraten, als es zuerst den Anschein hat.

Solche Spuren sind für den Archäologen immer klare Hinweise, dass sich an diesen Stellen im Erdreich versunkene Bauten oder andere künstliche Werke finden. Sie können beispielsweise von den Römern stammen. Etwa die Reste von Häusern, Bauernhöfen oder alte Straßen, die heute niemand mehr kennt. Am Boden selber sieht man davon nichts. Je nach Jahreszeit sowie vor allem Größe und Art der Vegetation erkennt man derartige Spuren mal mehr, mal weniger klar aus der Luft. Beispielsweise wurde so auch das berühmte Sonnenobservatorium von Goseck in Sachsen-Anhalt entdeckt. Eine Ringwallanlage aus der Steinzeit, die später als Rekonstruktion wieder aufgebaut wurde. Archäologen datieren die Kreisgrabenanlage auf rund 7.000 Jahre.

Überraschende Funde sind bei solchen Forschungen von oben immer garantiert. Das Erdreich ist voll mit Hinterlassenschaften unserer Ahnen in jedem Teil der Erde, die bis weit in die Steinzeit zurückgehen. Sie alle archäologisch zu erfassen, zu dokumentieren und letztlich auszugraben ist unmöglich. Hier wägen die Archäologen genau ab, was aktuell ein lohnenswertes Ziel für Grabungskampagnen sein könnte, und was hinten anstehen muss. Genau so geschieht es aktuell bei dem Dorf Dębiany in Provinz Świętokrzyskie im Südosten von Polen. Rund 50 Kilometer nordöstlich von Krakau.

5.500 Jahre alter Steinzeit-Friedhof

Hier fanden sich auf Luftbildaufnahmen von Feldern ungewöhnliche Verfärbungen bzw. Strukturen im Boden. Entdeckt hatte sie der Krakauer Archäologe Jan Bulas auf entsprechenden Aufnahmen, wodurch er schnell sicher war, dass diese “Schatten” auf archäologische Stätten im Erdreich zurückzuführen sein könnten. Vor allem eine viereckige Verfärbung ließ darauf schließen. Felduntersuchungen vor Ort mit geophysikalischen Messungen bestätigen die Vermutung, dass hier etwas verborgen liegt. Eine steinzeitliche bzw. megalithische Grabstätte, so die ersten Deutungen.

Verblüfft waren die Ausgräber hingegen von dem Ausmaß der versunkenen Konstruktionen, da im Umfeld dutzende weitere Gräber gefunden wurden. Die folgenden Ausgrabungen des Teams um den Archäologen Marcin M. Przybyła übertrafen daraufhin die Erwartungen der Forscher, wie “Nauka w Polsce” am 2. März in einer Pressemitteilung veröffentlichte. Demnach sei die Anlage nicht nur rund 5.500 Jahre alt, sondern auch recht ungewöhnlich. Anders als in vielen Teilen Polens und Europas wurden die Gräber dort nicht aus Megalithen gebaut, sondern aus Holz.

Jedes Grab wurde mit Holzpfosten ausgekleidet und verstärkt und unter einem Grabhügel in Trapezform verborgen. Um diese Hügel von 40 bis 50 Metern Länge errichteten die Steinzeitmenschen Gräben und eine Palisade aus Holzpfosten, die heute längst verwittert sind. Die Pfostenlöcher selber sind bis heute erhalten und zu erkennen. Nach den ersten Ausgrabungen ist sich Przybyła sicher, dass dieser Friedhof der Steinzeit lange in Gebrauch war, und immer wieder rituell genutzt wurde. Wahrscheinlich sogar bis in das 10. bis 9. Jahrhundert vor Christus, also bis in die späte Bronzezeit.

Eine einmalige Anlage

In dieser Zeit haben die Menschen dort eine quadratische Verteidigungsanlage errichtet, die nach Einschätzung der Archäologen möglicherweise ein vorübergehendes Militärlager war. Ob zu dieser Zeit den dort Bestatteten noch in irgendeiner Art rituellen Kult gedacht wurde, ist natürlich fraglich. Eine solche Anlage an sich sei in Polen aber bisher nicht bekannt, betonen die Forscher:

Es war nicht dauerhaft bewohnt. Vielleicht diente es als Militärlager oder als Gegenstand religiöser oder sozialer Rituale. Es ist erwähnenswert, dass ein ähnlicher Ort in Polen unbekannt ist.”

Wirkliche Grabbeigaben oder wertvolle Artefakte wurden nach Aussage von Marcin M. Przybyła bisher nicht entdeckt. Geplündert seien die Gräber allerdings auch nicht, wie der Forscher betont:

Leider wurden die meisten Überreste des Verstorbenen und die Ausrüstung von diesen Bestattungen entfernt, während der Friedhof in Betrieb war. Es war ein rituelles Verhalten, dem wir auf Friedhöfen aus dieser Zeit häufig begegnen.”

Einige der entdeckten Gräber weichen von den Holzkonstruktionen ab, da sie aus Kalksteinblöcken erbaut wurden. Ebenso würden “die kurzen Ostmauern den Eingang zu einer Art Grabkapelle – einem Vestibül – enthalten”, so Przybyła. Weitere monumentale Grabanlagen wurden bereits vor einigen Jahren nördlich und südlich der Befestigungsanlage nachgewiesen. Bei ersten Ausgrabungen im Sommer 2019 und 2020 mit Geldern des “Landesamtes für Denkmalschutz” in Kielce wurden diese bereits erstmals untersucht.

Marcin M. Przybyła betont, dass diese einmaligen Steinzeit-Funde von hoher archäologischer Bedeutung sind. Deshalb werden auch in den kommenden Jahren hier noch weitere Ausgrabungen folgen. Mit Unterstützung der Einheimischen und des Grundbesitzers, wie er gegenüber “Nauka w Polsce” unterstreicht.

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Lars A. Fischinger

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Die Marienburg in Polen: Von Deutschrittern, Wundern und sagenhaften Phänomenen +++ Video +++

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VIDEO: Die Marienburg in Polen: Von Deutschrittern und sagenhaften Phänomenen (Bild: Fischinger-Online)
VIDEO: Die Marienburg in Polen: Von Deutschrittern und sagenhaften Phänomenen (Bild: Fischinger-Online)

Legenden, Sagen und phantastische Geschichten ranken sich um so manches Bauwerk der Vergangenheit. Nicht nur um solche, deren Grundsteinlegung Jahrtausende zurückreichen und deren Wurzeln sich teilweise im Dunkeln der Geschichte verlieren. Auch um Bauwerke aus dem Mittelalter erzählt man sich so manche sonderbare Legende und Überlieferung. Vor allem um Burgen und Schlösser. Eine solches Baumwerk ist die gewaltige Marienburg bzw. Malbork im polnischen Pommern. Gegründet im aus dem 13. Jahrhundert von den Deutschrittern. Ich war für Euch vor Ort und berichte Euch in diesem Video auf YouTube von genau diesen Legenden, die sich um die Marienburg und vor allem um die dortige Statue der Mutter Maria ranken.


Die Marienburg

In Pommern in Polen steht wohl eine der beeindruckten Burgen Europas: Die Marienburg oder auch Malbork unweit von Danzig.

Ein riesiger Ziegelbau, den die Deutschritter bzw. der Deutsche Ritterorden im 13. Jahrhundert erbaut haben. Als weithin sichtbares Zeichen ihrer Macht im Osten von Europa. Heute steht die gewaltige Burganlage nach den verehrenden Zerstörungen am Ende des 2. Weltkrieges wieder in weiten Teilen in neuem Glanz da.

Wie bei eigentlich allen Bauwerken dieser Art, so ranken sich auch um die Marienburg Sagen, Mythen und Legenden. Das beginnt schon bei der Grundsteinlegung durch die Ritter des Deutschen Orden, die angeblich einen ganz besonderen Stein aus Jerusalem dafür nutzten, und endet bei einem verzauberten Liebespaar.

Ich war für Euch vor Ort und berichte Euch in diesem Video auf YouTube von genau diesen Legenden, die sich um die Marienburg und vor allem um die dortige Statue der Mutter Maria ranken.

Bleibt neugierig …

Video vom 12. Aug. 2020 auf Fischinger-Online

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Das Geheimnis von Stonehenge: Ein eins zu eins Nachbau der Megalithanlage in Polen +++ Video +++

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VIDEO: Das Geheimnis von Stonehenge - Ein eins zu eins Nachbau der Megalithanlage in Polen (Bild: Fischinger-Online)
VIDEO: Das Geheimnis von Stonehenge – Ein eins zu eins Nachbau der Megalithanlage in Polen (Bild: Fischinger-Online)

Denkt man an Megalithanlagen aus der Steinzeit wird vielen Menschen als erstes Stonehenge in England einfallen. Auch wenn man sich nicht mit mit dem Thema beschäftigt, kennt man diesen megalithischen Steinkreis in der ganzen Welt. Ein “Wunder der Vorzeit”, mit dessen Bau vor rund 5.000 Jahren begonnen wurde. Heute ist von der einstigen Gesamtanlage nicht mehr viele in Großbritannien über. Doch einen sehr guten Eindruck des einstigen Stonehenge vermittelt ein maßstabsgetreuer Nachbau der Anlage, der in Polen unweit von Danzig steht. Ich war für Euch vor Ort und berichte Euch in diesem Video auf YouTube von dieser Rekonstruktion und den Rätseln von Stonehenge.


Ein Nachbau von Stonehenge

Megalithanlagen wie Steinkreise, Dolmen oder andere Steinsetzungen der Steinzeit stehen weltweit. Auch wenn nicht alle wirklich tausende von Jahren alt sind und damit wirklich aus der Steinzeit stammen, wie wir sie alle kennen.

Die bekannteste Megalithanlage der sog. Megalithkultur oder Megalithiker ist dabei natürlich das rund 5.000 Jahre alte Stonehenge im Süden von England. Ein rätselhaftes Monument, um das sich viele Spekulationen und Thesen ranken.

Auch wenn heute nicht mehr viel von der eigentlichen udn ursprünglichen Megalithanlage über ist. Doch wusste Ihr, dass es maßstabsgetreue Nachbauten von Stonehenge gibt? Eine solche Rekonstruktion in Maßstab 1 zu 1 steht unweit von Danzig in Pommern im Norden von Polen. (Dieses Stonehenge ist nicht aus massiven Steinen.)

Ich war für Euch vor Ort und berichte Euch in diesem Video auf YouTube von den Rätseln von Stonehenge.

Bleibt neugierig …

Video vom 6. August 2020 auf Fischinger-Online

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Von Freimaurern bis Kraftorte: Die seltsame Geschichte und die Geheimnisse der Pyramide von Rapa in Polen +++ YouTube-Video +++

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Video: "Die Pyramide von Rapa" - sie verbirgt bis heute viele Geheimnisse und hat eine interessante Hintergrundgeschichte (Bild: WikiCommons/gemeinfrei)
Video: “Die Pyramide von Rapa” – sie verbirgt bis heute viele Geheimnisse und hat eine interessante Hintergrundgeschichte (Bild: WikiCommons/gemeinfrei)

Pyramiden stehen nicht nur in Ägypten, auch wenn man natürlich beim Stichwort „Pyramide“ sicher als erstes an das Land am Nil denkt. Weltweit stehen Pyramiden, da zahllose Völker und Kulturen zu unterschiedlichen Zeiten pyramidenförmige Bauten errichteten. Doch längst nicht alle dieser Monumente sind auch uralt oder stammen aus einer fernen und dunklen Vergangenheit. So auch eine Pyramide im Osten von Polen. Denn diese “Pyramide von Rapa” hat eine sehr interessante Geschichte und verbirgt interessante Hintergründe. Welche das genau sind, erfahrt Ihr in diesem Video auf meinem YouTube-Kanal.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Im Osten von Polen findet sich in einem einsamen Waldstück die erst knapp über 200 Jahre alte “Pyramide von Rapa”, die auch unter dem Namen “Mausoleum der Luschnitz” bekannt ist.

Eine auf den ersten Blick eher unscheinbare Pyramide aus der neueren Zeit. Kaum zu vergleichen mit den gewaltigen Bauwerken in Ägypten oder denen der Maya in Mexiko. Dennoch ist sie nicht minder spannend oder interessant. Es ist das Grabmal einer reichen Familie, dem einst ein wirklich sehr trauriges Schicksal widerfahren ist …

Genau diese polnische “Pyramide von Rapa” als eine Art “Lost Places” hat eine interessante Geschichte und verbirgt ebenso spannende Hintergründe. Sie reichen von Kraftorten und Freimaurern über Spukorte, Kraftlinien der Erde und den Sowjets bis zur Cheops-Pyramide in Gizeh und verschollenen Schätzen …

Welche das genau sind erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video.

Bleibt neugierig …

YouTube-Video vom 17. Jan. 2019 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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Die Baupläne und Aufzeichnungen des Pyramidenbau und der Cheops-Pyramide: Wo sind die Blaupausen der Pharaonen geblieben – und gab es sie?

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Die Baupläne und Aufzeichnungen des Pyramidenbau - wo sind die Blaupausen der Pharaonen geblieben? (Bilder: gemeinfrei & Fischinger-Online / Montage: Fischinger-Online)
Die Baupläne und Aufzeichnungen des Pyramidenbau – wo sind die Blaupausen der Pharaonen geblieben? (Bilder: gemeinfrei & Fischinger-Online / Montage: Fischinger-Online)

Pyramidenbau war eine logistische und technische Mammutaufgabe, die ebensolche Planungen erforderte. Ein gewaltiger Apparat an Berechnungen, Abläufen und dokumentierten Arbeitsschritten und Techniken muss dahinter gestanden haben. Etwa bei der Cheops-Pyramide. Wo aber sind all die Dokumente und Aufzeichnungen des Pyramidenbau? Wo die zahllosen Papyri mit den Bauplänen und Planungen der Pyramidenbauer? Denn es muss sie gegeben haben, worin sich auch die etablierten Archäologen einig sind. Eine spannende Spurensuche, mit erstaunlichen Hinweisen, wie Ihr in diesem Artikel erfahrt.


Cheops-Pyramide und Baupläne

Gab es einst genaue Baupläne, Aufzeichnungen und Papyri, die den Pyramidenbau dokumentierten? Eine Art Plan oder Blaupause der Cheops-Pyramide und andere Monumente dieser Art?

Ende März wurde auf diesem Blog ein Artikel über das “Logbuch des Merer” veröffentlicht, den Ihr HIER findet. Es handelt sich dabei um einen 4.600 Jahre alten Text namens “Papyrus Jarf A und B”, der von Steintransporten unter Pharao Cheops nach Gizeh berichtet. Dokumentiert von einer Arbeitermannschaft unter ihren Vorarbeiter Merer als “Tätigkeitsnachweis”. Außerhalb der Ägyptologen ist der Papyrus eher weniger bekannt, wird aber von diesen als eine Art “indirekter Beleg” für den Pyramidenbau unter Cheops angesehen.

Obwohl die auf dem Dokument verzeichneten Informationen überaus interessant sind – wie im besagte Artikel dargelegt -, ist es kein “Plan” des Pyramidenbaus. Kein Text, der irgendwelche Arbeiten an der Cheops-Pyramide beschreibt oder belegt, Berechnungen der Architektur beinhaltet oder sonst irgendeine Art von Blaupause ist. Doch die Pyramiden und andere Bauwerke der III. und IV. Dynastie sind nicht einfach vom Himmel gefallen (auch wenn das einige glauben). Gewaltige Planungen müssen damit einher gegangen sein, die auch irgendwo verzeichnet wurden.

Genau Baupläne der Architektur, Vermessungen der Grundflächen, Berechnungen der Statik, Arbeitsabläufe, Planungen des Steintransportes zu genau festgelegten Zeiten und an genau festlegten Plätzen, Abläufe der Logistik, Zeitvorgaben für einzelne Bauabschnitte, Versorgung der Arbeiter, mögliche Konstruktionsänderungen, Herstellung der Bausteine, Lieferung von Baustoffen und Material wie Holz und Metalle, Koordinierung der Transportschiffe, eventuelle astronomische Ausrichtungen und Bezüge der Architektur und vieles mehr geht nicht ohne schriftliche Bauplanungen!

Der Bau einer Pyramide muss im Hintergrund ein Bürokratiemonster gewesen sein, das steht fest.

Verlorene Aufzeichnungen

Etablierte Ägyptologen sehen das genauso. Stellvertretend für ihre Zunft sei der bekannte Archäologe Prof. Rainer Stadelmann hier zitiert, der in seinem Standartwerk “Die ägyptischen Pyramiden” schon 1991 schrieb:

Ungeachtet der nicht wenigen Untersuchungen und Veröffentlichungen zum Pyramidenbau müssen wir uns ehrlich eingestehen, dass wir über die Technik und Methoden des Baues praktisch nichts Sicheres wissen und ausschließlich auf Annahmen und Beobachtungen angewiesen sind, die davon ausgehen, wie wir Heutigen uns die Bewältigung einer derartigen Aufgabe mit den damals vorhandenen Hilfsmitteln vorstellen. (…)

Das Schweigen der altägyptischen Quellen darüber ist keine bewusstes, noch entspringt es Tabu-Vorschriften. (…) Sicher hat es auf Papyri Aufzeichnungen über den Bau gegeben, Berechnungen über Steinmassen, Höhenverhältnisse, Winkelmaße und Nivellierungsmethoden.”

Es gäbe sehr weniger solcher Aufzeichnungen, die noch heute erhalten sind, so Stadelmann weiter. Sie alle stammen aber aus späteren Epochen, wofür er einige der bekannten Beispiele anführt. Etwa, dass der königliche Baumeister Senedjemib Intj den Grundriss des Pyramienbezirkes für Pharao Djedkare Asosi anfertigte. Djedkare jedoch war König der V. Dynastie, der in Sakkara begraben ist, und etwa 2410 bis 2380 vor Christus regierte. Kurz nach Fertigstellung der Pyramiden von Gizeh also. Und wirkliche Aufzeichnungen sind ein Grundriss des Grabkomplexes auch nicht. Stadelmann:

Aus der 3. und 4. Dynastie, der großen Zeit des Pyramidenbaues, fehlen uns leider solche Berichte, sie setzten erst in der späten 5. Dynastie ein.

Über die Errichtung der gewaltigen Tempelanlagen in Edfu und Dendera sind solche Berichte bekannt, die den Forschern viele Informationen und Einzelheiten verrieten. Sie stammen aber ausnahmslos aus zum Teil wesentlich späteren Epochen. Auch wenn etwa in Dendera schon in der Prädynastik, also vor dem Zeitalter der Pharaonen, ein erster Grundstein gelegt worden sein soll.

In Dendera befindet sich übrigens jener Hathortempel, an dessen Wänden sich Reliefs finden, die als “Glühlampen” interpretiert werden. Die “Glühbirnen von Dendera”, über die Ihr in diesem Video HIER mehr erfahren könnt.

Auch der Ägyptologe Professor Frank Müller-Römer bedauert das Fehlen solcher Beweise. Er schreibt in seiner Doktorarbeit “Pyramidenbau mit Rampen und Seilwinden – ein Beitrag zur Bautechnik im Alten Reich” (2007):

Aus dem MR (Mittleren Reich, Anm. LAF) ist bekannt, dass die Steinblöcke mit genauen Kontrollmitteilungen (Herstellungsdatum, Handwerkerbenennung, Transportwege, Lagerstätte etc.) versehen wurden. Es ist anzunehmen, dass bereits im AR (Alten Reich, Anm. LAF) ein vergleichbares System bestand. (…) Leider liegen aus der 3. und 4. Dynastie keinerlei ‘Bauberichte’ vor. (…)”

Die geplünderten Archive der Pyramidenbauer

Müller-Römer geht aber noch einen Schritt weiter. Er vermutet, dass die alten Architekten damals eine ganze “Bibliothek”  hatten, in der sie ihr Wissen speicherten:

Pläne muss es für alle Bauwerke und Bauplanungen gegeben haben. Durch Sammlung der Grundrisse und Beschreibungen in den Archiven verfügten die Baumeister über eine Bibliothek, in der die Informationen über die Ausführung der Bauten im Detail gespeichert waren.

Dieser Hort des Wissen, die Archive der Baumeister und Architekten der alten Pyramiden, muss eines Tages geraubt worden sein. Zumindest kamen Grabräuber in den Besitz entsprechender Pläne, Grundrisse und Zeichnungen. Ob sie an diese durch die Bestechung von entsprechenden Bibliothekswächtern, Einbruch oder heimlich angefertigte Kopien kamen, wird sich wohl niemals mehr klären lassen. Dennoch sind viel Ägyptenforscher überzeugt, dass es zu diesem “Leck” in den Archiven der Konstrukteure gekommen sein muss.

Dies geschah spätestens nicht mal 400 Jahre nach dem Bau der großen Pyramiden, als das Land am Nil nach und nach im Chaos versank. Der Toten- und Priesterkult in dieser sogenannten “Zwischenzeit” verschwand, die Staatsbeamten wurden entmachtet, der Staat zerfiel und Gizeh lag einladend vor den Grabräubern. Darauf verweisen auch spätere Schriften, die die Plünderungen der Gräber und Nekropolen beklagen. Das schloss auch die Cheops-Pyramide ein. Michael Haase, Autor zahlreichere Bücher über das Alte Ägypten und die Pyramiden, schrieb dazu schon 1998 in “Das Rätsel des Cheops“:

Wie lange insbesondere das Kammersystem der Cheops-Pyramide vor den Beraubungen gesichert werden konnte, lässt sich nur vermuten. Lange Zeit aber sicherlich nicht. Vermutlich machten sich die Grabräuber, nachdem der memphitische Raum nicht mehr durch die Regierungstruppen gesichert werden konnte, bereits innerhalb der ersten Bürgerkriegsjahre daran, das Sicherungssystem dieser Pyramiden zu knacken. Wo genau sie ihre Brechstangen anzusetzen hatten, wussten die Plünderer sehr genau.”

Sie wussten es, da sie die Pläne hatten, so ist auch Haase sicher. Haase wie auch andere verweisen dazu auf einen Papyrus, der beklagt:

Die Akten des Hohen Gerichts sind weggeschleppt, die Geheimarchive sind bloßgelegt. Zauberformeln sind dem Volk enthüllt, magische Sprüche richten Geistesverwirrungen an.

Grabräuber mit Plänen

Die Archive inklusive den Aufzeichnungen der früheren Baumeister von Gizeh waren also verraten und geplündert. Genau deshalb wussten die Räuber, wie sie in die Cheops-Pyramide gelangen konnten. Haase:

Geht man davon aus, dass einer Gruppe von Schatzsuchern auch der Grabplan der Cheopos-Pyramide mit ihren massiven Korridorblockierungen in die Hände fiel, so wird verständlich, wieso der heutige Eingangsstollen (…) derart gradlinig und planmäßig ins Kernmauerwerk hineingetrieben wurden. Er führt parallel zum absteigenden Gang, knickt hinter dem unterem Granitverschluß des ansteigenden ganzes ab, um dahinter direkt und zielgenau aus den dort einst durch Kalksteine blockierten Korridor zu Stoßen. Diese ‘Symmetrie’ kann nur eines bedeuten: Die Beraubung der Cheops-Pyramide erfolgte systematisch in Kenntnis ihres geheimen Innenlebens. Der Grabräuberstollen wurde nicht erst über 3300 Jahre nach der Versiegelung der Pyramide von den Arabern geschlagen, sondern von ihnen nur wiederentdeckt und erweitert.”

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Den heutigen Eingangsstollen, den Haase hier meint, ist jener Gang, den die Araber 832 unter Al-Mamun in die Pyramide trieben und dabei eine Vielzahl an Kostbarkeiten und auch Mumien fanden. Auch wenn diese Plünderung durch Araber im 9. Jahrhundert als die “1. Öffnung” der Pyramide gilt, ist das mehr als zweifelhaft. Ebenso einher gehen damit all die Funde, die dabei gemacht wurden, und höchstwahrscheinlich aus späteren Zeiten stammten. Sogenannte “Sekundärbestattungen”. In meiner Artikel-Serie HIER habe ich Al-Mamun und die entsprechenden Berichte dazu detailliert darlegt.

Auch Haase meint, dass irgendwann, als die Lage zu Beginn des Mittleren Reiches sich wieder beruhigte, die Anlagen wieder instandsetzt wurden. So “wurde irgendwann auch die Grabkammer von Pharao Cheops neu hergerichtet, der Einbruchsstollen verschlossen und kaschiert, wodurch er wieder in Vergessenheit geriet”. Und mit ihm die im Inneren neu erfolgten Grablegungen unbekannter Personen mit ihren Kostbarkeiten. Bis 832 der Kalif Al-Mamun kam, den Stollen wiederfand und die Pyramide erneut plünderte.

Der Eingang in die Cheops-Pyramide

Wobei an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben darf, dass der griechische Geschichtsschreiber Strabon im Jahr 25 vor Christus Ägypten bereiste, und berichtet, dass die Große Pyramide von Gizeh offen stand. Durch eine Art Schwingtür, eine herausklappbare Steinplatte. Dazu nochmal Rainer Stadelmann:

Dies kann kaum der originale Verschluss gewesen sein, denn dieser dürfte aus Blockierungssteinen und einem Verkleidungsstein bestanden haben, der den Eingang unkenntlich gemacht hat. Man hat daher angenommen, dass die Pyramide nach der Beraubung in der 1. Zwischenzeit – und vielleicht mehreren folgenden – in saitischer Zeit einen steinernen Klapptür erhalten habe, durch die die Innenräume besichtigt werden konnten. Später, aber in antiker Zeit, wäre die Pyramide erneut so blockiert und verschlossen worden, dass in arabischer Zeit und Ma’mun der Eingang nicht aufgefunden wurde.”

Nach Meinung der Ägyptologen war Gizeh und zahlreiche weitere Monumente des Alten Reiches einem stetigen Wechsel aus Verfall, Plünderungen, Wiederaufbau, Renovierungen und erneuter Schändung und Aufgabe unterworfen. Bei den Jahrtausenden der Kultur am Nil ist das wenig verwunderlich. Michael Haase verweist beispielsweise in seinem Buch “Im Zeichen des Re” (1999) in diesem Zusammenhang auch auf den Umstand, das selbst die (heute) unübersehbare Sphinx von Gizeh vergessen wurde. Wie auch Aufzeichnungen über sie. Er schreibt:

Beim Rückblick in die Vergangenheit des Sphinx stellt man erstaunlicherweise fest, dass er trotz seiner Größe und seiner einstigen Bedeutung während des gesamten Alten Reiches nicht ein einziges Mal inschriftlich erwähnt wird. Auf keiner Grabwand und auf keinem Papyri findet sich ein Hinweis auf seine Existenz. (…) So wie die Aufzeichnungen über den Pyramidenbau mit den Jahrtausenden fast vollständig abhanden gekommen sind, ist auch die Kenntnisse über diese kolossale Steinfigur spätestens mit dem Untergang des Alten Reiches und der Aufgabe der Pflege der königlichen Nekropolen verloren gegangen – langsam, aber stetig zugeweht durch den Sand der Geschichte.

Räuber in der Pyramide des Djedefre

Etwa acht Kilometer von Gizeh entfernt findet sich die Pyramide des Djedefre (Radjede) in Abu Roasch. Besser gesagt, dass, was von ihr übrig ist. Pharao Djedefre war der Sohn und Nachfolger von Cheops, der sich dort etwa 2580 bis 2570 vor Christus seine Pyramide erbauen ließ. Ob das Monument tatsächlich vollständig in allen Details fertig gestellt wurde, darüber streiten sich sie Archäologen. Denn mehr als traurige Reste sind heute nicht mehr von der Pyramide zu sehen. Man erkennt auf den ersten Blick nicht einmal mehr, das hier einst eine rund 70 Meter hohe Pyramide stand. Schuld ist der massive Steinraub.

Bis ins 19. Jahrhundert hielt der Steinraub an, so dass die Pyramide heute fast vollständig abgebaut ist. Das bietet aber auch einmalig Einblicke in das Innere einer Pyramide der IV. Dynastie, deren Bauweise und den inneren Grabkammern. Im Fall der Djedefre-Pyramide liegt diese unterirdisch. Hier sieht man heute einen Grabräubertunnel unbekannten Alters, der in noch intakte Pyramide durch den Fels in Richtung Grabkammer getrieben wurde. Die Einbrecher haben ihren Stollen geschickt durch den weichen Fels der Umgebung getrieben, wodurch die Granitblockierungen im ursprünglichen Gang umgangen wurden. Sehr ähnlich wie bei der Pyramide, die Cheops Namen trägt.

Das belegt klar, dass die Grabräuber das Innere auch hier kannten. Sie wussten, wo sie graben mussten, um entsprechende Granitsperren zu umgehen. Ein gewichtiger Hinweis, dass die Schatzsucher Baupläne des Inneren besaßen. Oder sollten sie auch hier nur Glück gehabt haben?

Papyri ist geduldig …

Papier ist geduldig, heißt es im Volksmund. Das gilt auch für Papyrus aus dem Reich der Pharaonen. Und theoretisch könnten im Sand Ägyptens, in alten Ruinen oder Orten, mit denen niemand rechnet, schon morgen Baupläne und Blaupausen der Pyramidenbauer gefunden werden. Im trockenen Sand oder einer entsprechenden Felsnische kann ein solcher Papyri durchaus die Jahrtausende bis heute überlebt haben. Ein solcher Fund wäre reiner Zufall und eine Sensation.

Persönlich sehe ich einer solcher Entdeckung aber überaus skeptisch entgegen. Bisher gibt es nur einen beschriften Papyri dieser Zeit. Es könnte allerdings auch sein, dass solche Dokumente schon vor 100 Jahren gefunden wurden und sich heute im Besitz eines Privatsammlers befinden. Dieser weiß mutmaßlich gar nicht, was er da hat und was auf ihm geschrieben steht. Der Ausverkauf des Alten Ägypten trieb bekanntlich vor allem im 18. und 19. Jahrhundert ungeahnte Blüten – und hält durchaus bis heute an. Selbst als einfaches Brennmaterial könnten solche Texte längst Verwendung gefunden haben, bevor ein Forscher sie zu Gesicht bekam. Auch dafür gibt es Beispiele. Sie wären dann für immer zerstört.

Ich selber tendiere ich aber zu Folgendem: Jene Grabräuber, die gestohlene Aufzeichnungen vom Inneren diverser Pyramiden oder anderer Gräber besaßen, haben sie zerstört, als diese nicht mehr nötig waren. Warum sollte sie auch das belastende Beweismaterial aufbewahren? Die “Tatwaffen” waren nach der Plünderung wertlos und man war mit Sicherheit bemüht, Spuren zu verwischen. Sie wurden verbrannt oder einfach weggeworfen. Vielleicht sogar korrupten Beamten der Archive zurpückgegeben.

Sicher nur eine Spekulation, die auch eine große Schwachstelle hat: Grabräuber interessieren nur Aufzeichnungen, die ihnen beispielsweise den Einbruch in die Cheops-Pyramide erleichtern. Ein Papyri mit einer genauen Beschreibung des Innenlebens reicht da vollkommen aus. Dokumente, die den Bau an sich oder die weiter oben genannten Details des Pyramidenbaus betreffen, sind für diese vollkommen wertlos.

Für uns sind die heute unbezahlbar – und fehlen (bisher) vollständig!

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Nordrhein-Westfalen bekommt 2021 einen eigenen Stonehenge-“Nachbau” (+ Videos)

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Nordrhein-Westfalen bekommt einen Stonehenge-"Nachbau"
Nordrhein-Westfalen bekommt einen Stonehenge-“Nachbau” (Bild: gemeinfrei)

Das LWL-Museum für Archäologie in Herne plant ab September 2021 eine Sonderausstellung zum Thema Stonehenge. Und kämpft noch mit einigen Problemen. Kern der Ausstellung wird ein acht Meter hoher Teilnachbau der steinzeitlichen Megalithanlage aus England. Ob sich ein Besuch lohnen wird, erfahrt Ihr hier.


Nachbauten von Stonehenge

Stonehenge im Süden von England ist einmalig auf der Welt. Ein Monument aus der Steinzeit, deren Baubeginn noch vor dem Bau der großen Pyramiden von Gizeh in Ägypten liegen soll. Und die sind immerhin rund 4.500 Jahre alt. Bis zu 5.100 Jahre könnte nach Radiokarbondatierungen die älteste Bauphase des Steinkreises alt sein. Zusammen mit den Pyramiden von Gizeh gehört die Megalithanlage von Stonehenge wohl zu den bekanntesten Monumenten der Vergangenheit überhaupt. Gemeinsam ist ihnen auch, dass Pyramide wie Stonehenge noch immer im Fokus der Archäologie und Forschung stehen, da noch längst nicht alle Rätsel um diese Bauten der Vorzeit gelüftet sind.

So wirklich einmalig ist Stonehenge dann aber doch wieder nicht. Gemeint sind hier nicht mehr oder weniger vergleichbare Anlagen der Steinzeit, sondern Nachbauten der Megalithanlage. Davon gibt es heute bereits einige, die sich mehr oder weniger exakt dem ursprünglichen Aussehen der Steinkreise von Stonehenge orientierten. Immer aber sind die aus modernen Baustoffen und selbst ein Nachbau aus Styropor wurde in Großbritannien bereits einmal in die Landschaft gesetzt. Zum Zwecke der Forschung, um astronomische Ausrichtungen visuell zu überprüfen. Doch auch im fernen Neuseeland finden sich eine “Stonehenge-Kopie”. Ebenso wie in Nordpolen bei Danzig, das ich für Euch im Sommer 2020 besuchte, wie Ihr es im 1. Video unten erfahrt.

Von den großen Pyramiden von Gizeh gibt es übrigens keinen eins zu ein Nachbau. Schon gar nicht aus authentischen Materialien. Stonehenge eignet sich hierfür besser, da hierfür weit weniger Bausteine angefertigt und aufgestellt werden müssen. Aus welchem Material sie letztlich dann auch bestehen werden. Teil-Nachbauten oder -Rekonstruktionen von Stonehenge gibt es wiederum sehr zahlreich. Beispielsweise im “Jungfraupark” in Interlaken in der Schweiz. Jenem Park, der ursprünglich dazu vorgesehen war, die Ideen rund um die Prä-Astronautik den Besuchern zu vermitteln, und dessen Initiator Erich von Däniken in dieser Region lebt (s. auch Video HIER).

Stonehenge in Herne – zumindest zum Teil

Ganz ähnliches plant auch das Landesmuseum für Archäologie in Herne in Nordrhein-Westfalen (s. auch Video HIER). Dort plant man ab September 2021 eine Sonderausstellung Thema Stonehenge, das neben Original-Artefakten auch einen teilweisen Nachbau der Megalithanlage dem Besucher präsentieren will. Hinter und um diese Megalithen wollen die Verantwortlichen den Rest der Gesamtanlage auf Bildflächen projizieren. Zu der Ausstellung schreibt das Museum auf seiner Webseite:

In der Ausstellung bewegen sich die Besucher*innen durch analoge und virtuell rekonstruierte Landschaften und begeben sich so auf eine Reise durch Raum und Zeit. Präsentiert werden Highlightfunde der englischen und westfälischen Archäologie. Gemeinsam mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (LBI ArchPro) werden so die neuesten Forschungsergebnisse zur Geschichte des Steinkreises und der ihn umgebenden Landschaft präsentiert.

Stonehenge-Ausstellung in Herne ab 2021 (Bild: LWL-Museum für Archäologie Herne)
Stonehenge-Ausstellung in Herne ab 2021 (Bild: LWL-Museum für Archäologie Herne)

Wie viele andere auch, so hat aber auch das LWL-Museum für Archäologie in Herne derzeit Probleme, die unter anderem auf die Pandemie zurückzuführen sind. Es sei unklar, wann konkret die Sonderausstellung dort eröffnet werden kann, so Museumsleiterin Doreen Mölders gegenüber der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung”. Die Arbeiten daran laufen, “und ab April soll der Aufbau beginnen”, so Mölders. Bisher habe man insgesamt 10 Leihgeber, die unter anderem  authentische Ausstellungsobjekt aus England zur Verfügung stellen werden, wie mir das Museum am 12. Januar 2021 mittelte. Weitere werden aber folgen. Unter anderem vom archäologischen Museum in Münster. Zeitgleich bekommt aber auch die Dauerausstellung des Museums ein “Update”, da einige dort präsentierte Inhalte veraltet seien, wie Mölders betont.

Stonehenge im Wandel der Tageszeiten

Kern der Ausstellung ist sicherlich der Nachbau des inneren Steinkreises von Stonehenge. Dieser ist durch den hufeisenförmigen Kreis aus Megalithen bekannt, aus denen sich quer aufgesetzte Decksteine befinden. Trilithen werden diese genannt, und nach Meinung der Archäologie wurden diese erst bei einem Umbau der in verschiedenen Phasen erbauten Anlage Jahrhunderte nach der Grundsteinlegung errichtet. Etwa ab 2400 vor Christus begannen die Erbauer erst in Stonehenge Steine bzw. die heute bekannten Megalithen zu verbauen. Auch in Herne werden diese Rekonstruktionen acht Meter hoch werden. Passend dazu soll die jeweilige Tageszeit in der Ausstellung simuliert werden. Mölders:

Sonnenaufgang und und Sonnenuntergang werden simuliert. Die Besucherinnen und Besucher nehmen die Ausstellung abends anders wahr als vormittags und im Winter anders als im Sommer.

“In diesen Zeiten”, wie heute so leichtfüßig daher gesagt wird, haben nicht nur Einzelhandel oder Gastronomen zu kämpfen. Auch viele andere Menschen und eben auch Museen wie das LWL-Museum für Archäologie in Herne. Deshalb könne sich auch dort Interessierte online von echten Mitarbeitern des Museums mit Videokameras durch die Ausstellung führen lassen.”Wir setzen modernste Medien und Vermittlungstechniken ein, um Ihnen die spannenden Geschichten zu erzählen, die hinter den Exponaten stecken”, heißt es dazu vom Museum.

Wer das Angebot wahrnehmen möchte, findet es HIER.

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Heiße Spur zum Bernsteinzimmer? Taucher finden Wrack eines deutschen Frachters aus dem Zweiten Weltkrieg in der Ostsee

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Heiße Spur zum Bernsteinzimmer? Taucher finden Wrack eines deutschen Frachters aus dem Zweiten Weltkrieg in der Ostsee (Bilder: gemeinfrei & T. Stachura)
Heiße Spur zum Bernsteinzimmer? Taucher finden Wrack eines deutschen Frachters aus dem Zweiten Weltkrieg in der Ostsee (Bilder: gemeinfrei & T. Stachura)

Seit 1945 ist das legendäre “Bernsteinzimmer” aus dem Schloss von Königsberg verschwunden. Das “achte Weltwunder”, wie es leidenschaftlich von einigen genannt wird, tauchte nach den Wirren des Kriegsendes nie wieder auf. Ist es zerstört, verbrannt? Oder schafften die Nazis es das unermesslich wertvolle Zimmer zu retten und sicher zu verstecken? Schatztaucher aus Polen könnten jetzt dem Verbleib des “Bernsteinzimmers” auf die Spur gekommen sein. In einem Wrack eines 1945 in der Ostsee versenken deutschen Frachters, der als einer der letzten vor der anrückenden Roten Armee aus Ostpreußen fliegen konnte. Liegt das Zimmer wirklich auf dem Grund der Ostsee? Viele Vermutungen kursieren derzeit in den Medien. Aber es könnte tatsächlich so sein, wie Ihr in diesem Beitrag erfahrt!


Das Bernsteinzimmer

Es ist eines der großen Geheimnisse der jüngeren Geschichte: Der Verleib des “Bernsteinzimmer” am Ende des Zweiten Weltkrieges. Kurz vor dem endgültigen Untergang des Dritten Reiches verschwand es spurlos aus dem Schloss von Königsberg. Dorthin brachten es die Deutschen, als sie das Kunstwerk im damalige Leningrad (heute Sankt Petersburg) entdeckten. Ein unermesslich wertvolles Stück bester Handwerkskunst aus Holz, Gold und dem namensgebenen Bernstein. Ein Geschenk des Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. an den den russischen Zaren Peter I.aus dem Jahr 1716.

Längst ist das “Bernsteinzimmer” ein Heiliger Gral unzähliger Schatzjäger und Historiker geworden. Auch mehr als 70 Jahren nach dessen Verschwinden begeistert es viele Menschen. Und da die Nazis im Zweiten Weltkrieg in nahezu ganz Europa auf hemmungslosen Beutezug nach Kunstschätzen und wertvollen Artefakten waren, will man bis heute nicht glauben, dass nicht auch das “Bernsteinzimmer” nicht noch irgendwo verborgen liegt. Immerhin haben die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg belegt, dass zahlreiche Schätze der Nazis noch zu finden waren. Aber auch, das vieles seit dieser Zeit spurlos verschwunden ist.

Die einfachste Theorie, dass das “Bernsteinzimmer” am Ende des Krieges und im Zuge der vorrückenden Roten Armee der UdSSR bei der Zerstörung des königsberger Schlossen verbrannte, möchte kein Schatzjäger glauben. Eher wird vermutet, dass es sich noch immer vor Ort befindet. In bisher unentdeckten unterirdischen Bunkern oder Räumen, in denen der Schatz vor den anrückenden Sowjets 1945 eilig in Sicherheit gebracht wurde. Vielleicht in einem Bunker des damaligen deutschen Gauleiters Erich Koch. Er selber schwieg bis zu seinem Tode 1971 über das Schicksal des Zimmers.

Vielleicht wusste er es einfach nicht. Im Gensatzsatz zu vielen Schatz-Forschern, die bis heute nach dem “Bernsteinzimmer” fahnden. In Archiven und alten Dokumenten von 1945 ebenso, wie an den unterschiedlichsten Orten in ganz Deutschland, Polen, Tschechien und dem heutigen Russland. “Heiße Spuren” gab es in den letzten Jahrzehnten dabei immer wieder. Beispielsweise in geheimen und noch unerforschten Stollen verschiedener Bergwerke, in denen die Nazis das Zimmer versteckt haben könnten. Tatsächlich wurden in Bergwerken und Bunkeranlagen nach Kriegsende immer wieder “Nazi-Schätze” gefunden. Kostbare Gemälde, Museumsstücke, Gold, Schmuck, Skulpturen – all das wurde im Deutschen Reich damals eifrig in ganz Europa “gesammelt”.

Die Stichworte “Nazi-Gold” und “NS-Raubkunst” sind in diesem Zusammengang bis heute sehr, sehr weit verbreitet. Das “Bernsteinzimmer” würde sich hier nahtlos einfügen. Das Sehen nicht nur Abenteurer und Schatzsucher so, sondern auch Historiker. Nur findet man es nicht. Selbst die DDR und deren STASI sowie der KGB der UdSSR hat über viele Jahre vergeblich danach gesucht. Unter anderem in Stollen und Bergwerken in Thüringen, in denen das Zimmer bis heute von einigen Forschern vermutet wird.

Bis heute können Besucher des “Katharienpalastes” bei Sankt Petersburg nur eine Rekonstruktion des Zimmers bewundern. Seit 1976 wurde daran gebaut, wobei nur Fotos des Original als Vorlage zur Verfügung standen Am 31. Mai 2003 wurde durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin der Nachbau feierlich für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zum 300-jährigen Jubiläum der Stadt.

“Bernsteinzimmer” auf dem Grund der Ostsee?

Über 70 Jahre nach Ende des Faschismus in Deutschland reist die Begeisterung für diese Nazi-Schätze (welcher Art auch immer) nicht ab. Trotz des “braunen Beigeschmacks”, die einige hinter solchen Schatzsuchen sehen. “Schatzsuche” weckt natürlich das Kind im Menschen und es gibt nun mal noch viele zu finden. Auch und vor alle aus der Nazi-Zeit.

Angeheizt wird die Jagd nach dem “Bernsteinzimmer” immer wieder. Durch neue Spuren in alten Archiven oder Zeugenaussagen von damals. Aber vor allem dadurch, das Teile des Zimmers (Möbelstücke) vor einigen Jahren auftauchten. Öl auf die Mühlen all jener, die an die weitere Existenz des Zimmers glauben. Genau solches Öl entdeckten jetzt auch polnischen Schatzsucher auf dem Grund der Ostsee und heizen damit Spekulationen um den Schatz weiter an.

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Denn bisher sind es reine Spekulationen, dass die Taucher Hinweise auf das Zimmer oder sogar das Objekt der Begierde selber entdeckt haben. Was aber die Schatztaucher des polnischen Taucherteam “Baltictech” in der Ostsee gefunden haben, ist das Wrack eines Frachters aus dem Zweiten Weltkrieg. Von denen es bekanntlich unzählige gibt. Ein relativ kleines Schiff von nur  knapp 66 Metern Länge und 10 Metern breite, dass die Taucher um Wracktaucher Tomasz Szachura in 88 Metern Tiefe ausfindig machen konnten. Sie identifizieren es als das deutsche Handelsschiff “Karlsruhe”, dass 1905 in Bremerhaven vom Stapel lief.

40 Jahre später machte sich die “Karlsruhe” am Ende des Krieges auf seine letzte Reise. Während der Kampfhandlungen in Ostpreußen und dem nahenden Ende des Dritten Reiches stach es am 11. April 1945 von Pillau bei Königsberg aus in See. An Bord unzählige Kisten und über 1.083 Flüchtlinge, die hier ihre letzte Chance zur Flucht im Chaos des Krieges im Osten sahen. Wie so viele Fluchtversuche durch Evakuierungen über das Meer gegen Kriegsende aus dieser Region endete auch diese in einer Katastrophe. Nach einem Zwischenstopp nahe Danzig schloss sich die “Karlsruhe” einem Geleitzug in Richtung Kopenhagen an und stach am 12. April wieder in See.

Es kam nie an. Am 13. April versenken sowjetische Kampfflieger nördlich von Stolpmünde den Frachter. Rund 360 Tonnen Fracht versanken in den Fluten und nur 150 Menschen überlebten die Katastrophe. Eine Fußnote der unzähligen leidvollen Fluchtgeschichten aus den Ostgebieten des Nazi-Reiches. Bis die Taucher von “Baltictech” das Schiff jüngst wieder fanden.

Rund 130 Kilometer von Gdansk (vormals Danzig) entfernt, nördlich von Ustka, liegt es auf dem Meeresgrund. Mit samt seiner Ladung, die aus zahllosen Kisten besteht, wie die Taucher vor Ort dokumentierten. Bisher sprachen sie vor allem von Porzellan der weltberühmten “Königlichen Porzellan-Manufaktur” in Berlin (KPM) und militärisch Gerät, dass sie in dem Wrack entdeckten. Dabei ist es unbekannt, was die ganzen Kisten in den Laderäumen der “Karlsruhe” noch beinhalten., Bislang sind diese ungeöffnet und sollen vorerst geboren werden.

“Die Polen haben ein Indiana-Jones-Syndrom”

Das Taucherteam aus Gdansk, Sopot und Gdynia selber ist von ihrer Entdeckung des seit 70 Jahren verschollenen Schiffes begeistert. “Das Auffinden des deutschen Frachters und der Kisten mit derzeit unbekanntem Inhalt auf dem Grund der Ostsee kann für die ganze Geschichte von Bedeutung sein”, so Teammitglied Tomasz Zwara. Nicht zu Unrecht, da jedes Frachtschiff aus dieser Zeit historisch wertvolle Objekte an Bord hatte. Vor allem auch Flüchtlingsschiffe aus den Ostgebieten. Selbst unbekannte Akten der NS-Zeit sind für Historiker ungeahnte Schätze mit möglicherweise weltvollen Informationen.

Materielle Werte schließen solche Entdeckungen sicher ein. Ob es sich um Kisten voll Nazi-Gold, Schmuck, Kunst oder sogar das “Bernsteinzimmer” handelt, wird sich zeigen. Die Taucher plane weitere Untersuchungen des Schiffes und vor allem die Sicherstellung der Fracht. Erst an Land sollen diese noch verschlossenen Kisten geöffnet werden. Spannender geht es vor allem für Schatztaucher kaum mehr! Der “mdr” schrieb am 6. Oktober zu der Entdeckung des Schiffes:

Die Polen haben ein Indiana-Jones-Syndrom. Schatzsuche ist dort zu einer Art Volkssport geworden. Und das Bernsteinzimmer löst bei vielen Schatzsuchern eine besondere Faszination aus.

Dass das “Bernsteinzimmer” wirklich an Bord der “Karlsruhe” war, ist reine Spekulation. Nichts handfestes spricht dafür. Andersherum spricht aber auch nichts dagegen. Als eines der letzten Schiffe konnte die “Karlsruhe” mit Flüchtlingen und Fracht entkommen – wenn auch nur kurzzeitig. Einen unermesslichen Schatz wie das “Bernsteinzimmer” hätten auch die Nazi-Schergen und NS-Bonzen gerne in Sicherheit vor der Roten Armee gebracht. So, wie sie zahllose andere Kunstschätze in Sicherheit brachten. Ob in einem Bunker oder sogar durch den Versuch es ins “Kernland” des Dritten Reiches zu schaffen, weiß bisher niemand.

Von daher kann bei der nun mehr 70jähigen Jagd dem Zimmer niemand sicher ausschließen, dass es nicht einem Schiff in der Ostsee versank.

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Die Kreisgrabenanlage Pömmelte: Archäologen entdeckten einen bis zu 4.800 Jahre alten Vorgängerbau (+ Videos)

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Die Kreisgrabenanlage Pömmelte: Archäologen haben hier einen bis zu 4.800 Jahre alten Vorgängerbau entdeckt (Bild: L. Petereit/himmelswege.de / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Die Kreisgrabenanlage Pömmelte: Archäologen haben hier einen bis zu 4.800 Jahre alten Vorgängerbau entdeckt (Bild: L. Petereit/himmelswege.de / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Wie im April dieses Jahres auf Fischinger-Online berichtet, gingen “trotz Corona” die Ausgrabungen am über 4.300 Jahre alten “Ringheiligtum Pömmelte” südlich von Magdeburg weiter. Eine Kreisgrabenanlage, die sich inmitten einer “rituellen Landschaft” befindet, die über Jahrtausende hinweg genutzt wurde. Seit der Steinzeit. Jetzt haben die Archäologen der Universität Halle die ersten Ergebnisse ihrer Ausgrabungen öffentlich gemacht. Unter anderem fanden sie einen älteren Vorgängerbau der Anlage von Pömmelte. Doch auch zahlreiche weitere Funde bestärken die Archäologen in ihrer Annahme, dass hier eine uralte “Rituallandschaft” inmitten Deutschlands liegt. Alles dazu erfahrt Ihr hier.


“Ringheiligtum Pömmelte”

Südlich von Magdeburg entdeckten Luftbildarchäologen “Ringheiligtum Pömmelte”, wie die Anlage seit 2015 offiziell heißt. Genauere Untersuchungen 2005 und  2006 bestätigen die Kreisgrabenanlage, die daraufhin von den Archäologen ausgraben und rekonstruiert wurde.

Heute wird sie in einem Gesamtkontext mit anderen ähnlichen Ringanlage aus der Steinzeit in der Region gesehen. Vor allem mit der Kreisgrabenanlage von Gosek sowie der 1,3 Kilometer entfernten Kreisgrabenanlage Schönebeck. In ihrem funktionellen und auf astronomische Bezüge ausgerichteten Aufbau, ähnelt auch die Anlage von Pömmelte dem englischen Stonehenge. Gerne nennt man deshalb auch dieses Bauwerk “deutsches Stonehenge”.

Auch wenn in Pömmelte nur mit Holz gebaut wurde. Kein Vergleich mit dem Original-Stonehenge in Großbritannien, dessen Megalithen immer sichtbar waren. Zumindest die Reste.

115 Meter Durchmesser hat die Anlage von Pömmelte und besteht aus insgesamt sieben Gräben, Palisaden und Ringwällen. Erbaut wurde das Heiligtum laut Archäologen aus Halle bereits vor rund 4.350 Jahren. In diesem Kontext wird auch die in dieser Region 1999 gefundene “Himmelsscheibe von Nebra” gesehen, die – wie HIER und HIER berichtet – derzeit wieder für Schlagzeilen sorgt. Mehr dazu im 1. Video unten.

“Rituallandschaft” seit der Steinzeit

Jetzt haben Archäologen der Universität Halle bzw. des “Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt” neue Ergebnisse ihrer aktuellen Ausgrabungen an und um die Anlagen von Pömmelte und Schönebeck bekannt gegeben. Wie im April 2020 auf Fischinger-Online in diesem Beitrag HIER ausführlich beichtet, gingen “trotz Corona” die Ausgrabungen dort weiter. In einer riesigen “sakralen Landschaft”, wie es die Archäologen nennen.

Eine “Rituallandschaft”, die Jahrtausende in die Vergangenheit reicht. Am 9. September konnte Projektleiterin Franziska Knoll die bisherigen Ergebnisse verkünden. Angesichts des derzeitigen Rummel um die “Himmelscheibe von Nebra” geht das momentan scheinbar eher unter.

So kam unter anderem ein Urnenfeld zutage, auf dem bisher 80 Urnen entdeckt wurden. Diese seien bis zu 2.750 Jahre alt und demnach wesentlich jünger als die Ringwallanlagen von Pömmelte, Schönebeck oder sogar Gosek. Sie zeugen jedoch davon, dass dieses Gebiet, die “sakrale Landschaft” über tausende von Jahren von den Menschen genutzt wurde. So wie auch mehrere entdeckte Grabhügel, die die Archäologen auf ein Alter von 3.000 bis 3.500 Jahre datieren. Dazu kommen insgesamt 67 Häuser, die bisher um das “Ringheiligtum Pömmelte” identifiziert wurden.

Wie Koll weiter berichtet, entdeckte ihr Team unweit der Kreisanlage eine monumentale Grabanlage, die bis zu 6.000 Jahre alt ist. Das heißt, dass die damaligen Bewohner über mindestens ca. 3.000 Jahre hinweg diese “Rituallandschaft” nutzten. Auch wenn die Ausgrabungen der letzten Jahren zeigten, dass verschiedene Kulturen an diesen Orten ihre “Kulte” und Bestattungen durchführten.

Neue Entdeckungen an der Kreisgrabenanlage von Pömmelte

Scheinbar auch mit sehr ähnlichen spirituellen, “kultischen” oder religiösen Ansichten. Denn wie die Forscher weiter bekannt gaben, konnten sie einen älteren Vorgängerbau des “Ringheiligtum Pömmelte” identifizieren. Auch dieser wurde einst auf die Sonnenwenden ausgerichtet. Ein Merkmal praktisch aller Kreisanlagen dieser Art in aller Welt – Angefangen von der frühen Steinzeit bis ins Mittelalter Nordamerikas vor der Ankunft der Europäer.

Über diesen Vorgängerbau und die neuen Ausgrabungen sagte die Archäologin am 9. September:

Es handelt sich um eine quadratische Grabenstruktur mit ungefähr 11 Metern Seitenlänge, etwa 4.800 bis 4.500 Jahre alt. Vor einigen Jahren wurde bereits ein nahezu identisches, fast quadratisches Geviert, allerdings mit ungefähr 14 Metern Seitenlänge, an der Kreisgrabenanlage Pömmelte entdeckt.

Die Erbauer von Pömmelte und Schönebeck haben diese älteren Strukturen wohl oberirdisch noch erkannt und deshalb nicht überbaut. Über den langen Zeitraum wurde hier auch gesiedelt. Insgesamt sind im Süden des Ringheiligtums Pömmelte 67 Hausgrundrisse dokumentiert, deren Mehrzahl der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur vor 4.300 bis 3.900 Jahren zuzurechnen ist.

Die bis zu 6.000 Jahre alte Grabanlage wurde indes bisher noch nicht vollständig ausgegraben und dokumentiert. Sie sei trapezförmig und enthalte eine zentrale Bestattung, so Koll. In den kommenden Wochen soll auch dieser Grabbau von den Archäologen ausgegraben werden. Weitere Entdeckungen in dieser “sakralen Landschaft” sind also gewiss.

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Die Visionen und Botschaften des “Propheten” Christoph Kotter: Religiöse Halluzinationen oder doch mehr?

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Die Visionen und Botschaften des "Propheten" Christoph Kotter: Religiöse Halluzinationen oder doch mehr? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die Visionen und Botschaften des “Propheten” Christoph Kotter: Religiöse Halluzinationen oder doch mehr? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

“Propheten” waren nicht nur greise Männer mit langen Bärten, die die Bücher der Bibel vor Jahrtausenden geschrieben haben. Menschen, die angeblich im “Namen Gottes” oder einer anderen “Macht” handelten, gab es schon immer. Bis heute. Und einige werden – meistens von der Nachwelt – als Propheten bezeichnet. Einer von ihnen war der Apokalyptiker Christoph Kotter aus Langenau bei Görlitz, der 1616 unverhofft von einem “Engel” zum Sprachrohr des Himmels berufen worden sein soll. Und seine “Visionen” werfen heute mehr denn je Fragen auf. Warum erfahrt Ihr hier.


Propheten als Mittler “fremder Mächte”

Bei dem Wort „Propheten“ denken die allermeisten Menschen sicher an greise Männer mit langen Bärten, die die Bücher der Bibel geschrieben haben. Menschen, die vor tausenden von Jahren lebten und „im Namen Gottes“ handelten. Ein klarer Irrtum!

Propheten gab es nicht nur in biblischen Zeiten, sondern sie gab es durch die Jahrhunderte hinweg. Und es gibt sie durchaus bis heute. Ob sie sich selber so nannten, ihre Anhänger oder Kritiker sie so bezeichnen, die Nachwelt ihnen diesen „Titel“ verlieh, spielt dabei keine Rolle. Auch nicht, ob sie „echte“ oder „falsche“ Propheten waren oder sind.

Die Grundeinstellung solcher Propheten selber ist jedoch seit tausenden von Jahren gleich geblieben. Sie glauben oder behaupten, dass sie in Namen einer „hören Macht“ sprechen und handeln. Hierbei ist diese „Macht“ an sich eine Variable. Von „Gott“/„Göttern“, „Außerirdischen“ bis „Satan“ kann hier nahezu alles eingesetzt werden.

Ein solcher Prophet war Christoph Kotter, der 1585 in Langenau bei Görlitz geboren wurde. Heute die Stadt Piensk im Westen von Polen an der Grenze zu Deutschland. Kotter war ein einfacher Mann, der im nur wenige Kilometer entfernten Görlitz den Beruf des Gerbers erlernte. Nach seiner Ausbildung lebte und arbeitete er als Gerber in Sprottau, dem polnischen Szprotawa.

Ein unspektakuläres Leben in den schweren Jahren des dreißigjährigen Krieges in der Provinz. Das änderte sich schlagartig, als Kotter bereits 31 Jahre alt war.

Der “Engel” des Christoph Kotter

Am 11. Juni 1616 war er in Richtung Görlitz unterwegs, als ihm plötzlich wie aus dem Nichts ein „Engel“ des Himmels erscheint. Der Beginn einer ganzen Reihe von Visionen bzw. Begegnungen mit diesem Himmelsboten. Ein Engel, der überaus ungewöhnlich ausgesehen haben soll. Zumindest nicht wie ein Engel, wie man sich ihn heute gerne vorstellt:

„(…) eine Person in gestalt eines Hammermanns / in einem grawen Rock / vnd schwarzen Stieffeln / (…) eine schöne Person / vnd lieblich anzusehen.

Ein „Hammermann“ war ein Bergmann. Auch wenn das nicht gerade nach einem „klassischen Engel“ klingt, verlangte die Erscheinung von Kotter, dass er fortan durch das Land ziehen und predigen solle. Apokalyptische Botschaften von einem Strafgericht und die Aufforderung zur Buße vor Gott, langen dem Engel auf dem Herzen.

Hierzu fehlte Kötter scheinbar aber die Motivation, da er sich weigerte, diese Mission anzunehmen. Er schien die himmlische Erscheinung offenbar nicht ernst genommen zu haben. Der Himmelsbote indes nahm seine Mission sehr ernst, denn nach mehrmaligen Erscheinungen und Drohungen gab Kotter schließlich nach. Er begann zu predigen und wurde zum Propheten.

Christoph Kotter zog fortan durch das Land und verbreitete seine Botschaften. Mehrfach kontaktierte ihn während seiner Tätigkeit als Wanderprediger auch der Engel erneut. Mit seltsamen Folgen: Nach jedem Treffen mit seinem himmlischen Lehrmeister, fand sich Kotter an fremden Orten wieder. Nicht selten lagen diese kilometerweit von seinem vorherigen Standort entfernt in der Fremde. Wie kam er dahin, wird er sich wohl jedes mal selber gefragt haben.

Himmlische Botschaften

Kotters Visionen, Mahnungen und Prophezeiungen fanden im 17. Jahrhundert immer mehr Verbreitung. Schon 1623 erschien ein erstes Flugblatt in Deutsch. 1632 erschien eine ganze Sammlung seiner Weissagungen und selbst 1664 erschienen seine gesammelten Aussagen noch in London und Amsterdam.

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Da lebte der Prophet Kotter längst nicht mehr. Seine angeblich vom Himmel stammenden Visionen und Mahnreden brachten ihm nichts als Ärger ein. Sie wurden als Kampf zwischen den katholischen und protestantischen Glauben im dreißigjährigen Krieg gedeutet. Die Aussagen wurden demnach auch immer politischer.

Deshalb landete er bereits 1625 für einige Monate im Kerker, als er eine Prophezeiung vom 25. August 1622 verbreitete, die sich gegen das Haus Habsburg richteten. Darin wurde dessen Niederlage geweissagt. „Der Sinn der Vision ist eindeutig“, so Wilhelm Schmidt-Biggemann in „Apokalypse und Millenarismus im Dreißigjährigen Krieg“ („1648: Krieg und Frieden in Europa“, Bd. 1, 1998)

So wurde Kotter nach seiner Kerkerhaft an den Pranger gestellt und verbannt. Er floh und äußerte fortan keine einzige Prophezeiung mehr. Arm, krank und von Hunger gezeichnet starb er 1647. Dass er bei seiner ersten Begegnung mit dem Engel keine Lust hatte als Prophet tätig zu werden, kann man so durchaus verstehen. Gerade in diesen Jahren des Krieges der Konfessionen.

Ein “religiöser Psychopath”?

Die Drohung des Himmlischen, dass er seinen Namen „aus dem Buch des Lebens löschen“ werde, wenn er die Mission verweigere, zeigte Wirkung. Interessant ist dabei auch der Umstand, der Kotter seien Visionen immer von diesem seltsamen Engel bekommen haben will. Nie von Jesus Christus oder Gott selber, wie es bei Katholiken eigentlich „üblich“ ist. Auf diesem Umstand verwies schon 1993 der Mystery-Autor Ulrich Magin in seinem Buch „Trolle, Yetis, Tatzelwürmer“. Ebenso darauf, dass Kotter „zahlenmystische Abhandlungen und astronomische Legenden“ schrieb, die durch Abschriften in mehreren Ländern Veröffentlichungen fanden.

Was sollte dieser vom Himmel gekommene Botschafter des Herrn sich dabei gedacht haben? War Kotter ein „Träumer“, „Visionär“ oder nur ein „religiöser Psychopath“? Ein „frommer Spinner“? Erhielt er seine Prophezeiungen in einer Art psychologischen Ausnahmezustand, während derer er kilometerweit durch die Gegend lief, ohne sich danach an den Wanderung zu erinnern? So deutet es zumindest der Folklorist Will-Erich Peuckert.

„Psychopathische ‚Reisen ins Dämmerreich‘“ habe Kotter erlebt, so Peuckert im „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“. Denn bis in diese berühmte 10-bändige Enzyklopädie (Bd. VI. und IX.) hat es Kotter mit seinen mutmaßlichen Halluzinationen geschafft. Sie erschien bereits zwischen 1927 und 1942.

Psychologische Streiche des Gehirns?

Was ist von diesen Visionen und vor allem Ortsversetzungen zu halten, die Kotter widerfahren sein sollen? Stehen sie mit UFO-Entführungen in Zusammenhang, wie sich beispielsweise der UFO-Forscher Dr. Johannes Fiebag in seinem Buch „Die Anderen“ 1993 fragte.

Auch Ulrich Magin sieht durchaus eine Verbindung mit dem „modernen“ UFO-Phänomen der Entführungen. Er ist jedoch der Meinung, dass bei Kotter ebenso psychologische Ursachen vorliegen, wie bei angeblichen Entführungen durch Außerirdische. Beides wäre demnach eine Kopfsache, bei denen das Gehirn Streiche spielt. Magin schreibt in seinem Buch „Trolle, Yetis, Tatzelwürmer“ unter anderem dazu:

Bei diesem Fall zeigt sich, was auf Visionen religiöser Natur allgemein zutrifft: sie sind kaum unterscheidbar von heutigen Begegnungen mit Außerirdischen und angeblichen Entführungen durch sie. Aus einem einsamen Weg verliert ein Zeuge das Bewusstsein; als er sich später zu erinnern glaubt oder versucht, den Zeitverlust zu rekonstruieren, entsteht eine Geschichte von einem Kontakt zu übernatürlichen Wesen, die den Wahrnehmer in ein anderes Land oder eine andere Wirklichkeit getragen haben, wo der Zeuge Botschaften hört, die er weitergeben soll. Die Begegnung macht ihn zum ‚Auserwählten‘.

Von der Hand zu weisen ist es nicht, das „religiöse Visionen“ und „Alien-Begegnungen“ klare Parallelen zeigen. Das gilt auch für Begegnungen mit fremden Wesen wie Zwerge, Elfen, Feen oder Trolle, von den Märchen und Sagen erzählen. In verschiedenen Büchern habe ich diese Ähnlichkeiten und mutmaßlichen Zusammenhänge mehrfach dargelegt.

UFOs und religiöse Visionen

Im Fall Kotter wäre es demnach so, dass er während seiner Visionen und dem Empfang der himmlischen Botschaften des Engels geradezu in Trance durch die Landschaft lief. Das kann sein, nur wird es wird niemand mehr mit Gewissheit nachprüfen können.

Ähnlichkeiten und gleiche Kerne bedeuten aber nicht gleich, dass sie real und physisch sind und waren. Dennoch kann man nicht ausschließen, dass in ihrer Substanz gleiche Erlebnisse und Erzählungen eben ganz einfach auch auf gleiche Erfahrungen beruhen. Nämlich den Kontakt mit realen „fremden Wesen“. Was diese dann wiederum mit solchen Kontakten bezwecken wollten, darüber streiten sich UFO-Forscher und Mystery-Jäger.

Und wäre Kotter tatsächlich nur einer spirituellen Halluzination und damit einem psychologischen Ausnahmezustand erlegen: Warum hat ihn scheinbar niemand bei diesen „visionellen Wanderungen“ gesehen? Zumindest liegen solche Zeugenaussagen nicht vor. Niemand scheint ihm begegnet zu sein, als er geradezu “high” während seiner Erfahrungen durch die Gegend streifte. Oder, ganz anders, hat Kotter schlicht und einfach gelogen?

Die Geschichte Kotters ist wohl niemals eindeutig zu erklären.

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Bizarre Cargo-Kulte: Wenn Prinz Philip zum Gott, die USA zum “gelobten Land” und Seefahrer zu himmlischen Ahnen werden

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Bizarre Kulte: Wenn Prinz Philip zum Gott wird und andere Cargo-Kulte (Bilder: Archiv e. v. Däniken & W.-J. Langbein)
Bizarre Kulte: Wenn Prinz Philip zum Gott wird und andere Cargo-Kulte (Bilder: Archiv e. v. Däniken & W.-J. Langbein)

Die Menschheit hat in ihrer Geschichte zahllose Religionen, Kulte, Bewegungen und Sekten “erschaffen“. Und immer wieder entstanden aus der Begegnung zwischen “fortgeschrittenen Menschen” und “Primitiven” sogar seltsame Kulte, die man heute Cargo-Kulte nennt. Die Europäer, wie etwa die ersten Seefahrer auf ihren Fahrten, wurden dabei immer wieder für “Götter” oder “wiedergekehrte Ahnen” gehalten. Sogar noch im Zweiten Weltkrieg verehrten Insulaner im Pazifik die Technik der Amerikaner als “göttlich” oder “magisch” und vom Himmel gekommen. Zum Teil auch die Soldaten selbst. Auch Prinz Philip, der nun 99jährige Duke of Edinburgh und Prinzgemahl der britischen Königin Elisabeth II., wird in einem dieser Kulte “vergöttlicht”. Bizarre und zugleich faszinierende Kulte, wie Ihr in diesem Artikel erfahrt.


Zeitalter der Entdeckungen

Die heutige Welt wimmelt von Religionen, Kulten und Sekten. Es existieren nicht nur die vier großen Weltreligion Islam, Judentum, Hinduismus und Christentum, sondern unzählige große und kleine Religionen, Kulte und Glaubensvorstellungen neben diesen.

Vor Jahrhunderten war es nicht anders. Auch schon damals existierten auf Erden nicht zu zählende Kulte und Glaubensrichtungen und praktisch jedes Volk der Erde hat seine eigene und oftmals unabhängige Religion. Weltanschauungen, die sich teilweise regional in ganz unterschiedliche Richtungen entwickelten. Götter, mythischen Helden, himmlische oder schlicht überirdische Wesen oder Ahnengeister, die lokal in unterschiedlichen Variationen verehrt wurden.

Im 15. Jahrhundert änderte sich das Bild der Welt schlagartig, als Christoph Kolumbus  eine schon sehr lange kursierende Idee endgültig beweisen wollte: Er plante Indien auf dem Seeweg zu erreichen, in dem er “verkehrt herum” in das Land der Gewürze und Reichtümer fuhr. Da die Erde rund sei, müsste man mit einem Schiff nur lange genug in Richtung Westen segeln und so würde man irgendwann die Küste Indiens erreichen.

Diese Vorstellung war fast richtig. So segelte Kolumbus mit drei Schiffen 33 Tage lang in Richtung Westen und betrat am 12. Oktober 1492 die Insel San Salvador; eine Insel der Bahamas-Gruppe in der Karibik. Er und seine Besatzung waren sicher, sie hätten Asien erreicht und den westlichen Seeweg nach Indien gefunden. Natürlich war diese Annahme falsch, wie heute jeder weiß. Kolumbus hatte den amerikanischen Kontinent (wieder) entdeckt. Damals ahnte niemand (heißt es zumindest!), dass zwischen Europa und Asien noch ein gewaltiger Doppelkontinent liegt.

Der Grundstein großartiger Entdeckungen und seltsamer Geschehnisse war gelegt.

“Göttliche” Seefahrer aus Europa

Kolumbus und seine Männer betraten San Salvador und trafen sogleich auf Eingeborene. Und diese waren alles andere als feindlich gesinnt. Der Sohn von Christoph Kolumbus hielt fest:

Wir bemerkten zwei oder drei Siedlungen, und das Volk der Eingeborenen rief uns an und dankte Gott. Einige brachten Wasser, andere brachten uns zu essen […] Wir verstanden, dass sie uns fragten, ob wir vom Himmel kämen.

Vom Himmel? In der Tat hielten die Ureinwohner von San Salvador die fremden, weißen und bärtigen Männer mit ihren riesigen Schiffen und in ihren seltsamen Kleidern für eine Art Götter. Für irgendwie “fremde Wesen” einer ebenso “fremden Welt”. Was im Grunde auch zutraf. Eine Tatsache, die sich rund 30 Jahre später in erschreckender Weise wiederholen sollte.

1519 landete Hernando Cortez mit elf Schiffen und einigen hundert Männern an der Ostküste Mexikos. Kein besiedeltes Land, denn dort existierte unter anderem das riesige Imperium der mächtigen Azteken, dessen ehemalige Hauptstadt Tenochtitlan heute Mexiko-City ist. Die Azteken glaubten an einen Gott mit dem Namen Quetzalcoatl, der, so ihre Überlieferungen, eines Tages wiederkehren würde.

Diesen Gott sahen die Azteken in dem fremdartigen Cortez, der mit mächtigen Schiffen und zahlreichen seltsamen Männern und Geräten über das Meer gekommen war. Ein Umstand, der bei der Eroberung des riesigen Azteken-Reiches sehr hilfreich war, denn Montezuma, König der Azteken, wagte es erst nicht Widerstand zu leisten und empfing freiwillig den Spanier in seiner Hauptstadt. In wieweit die eingeborenen Azteken allerdings tatsächlich Cortez und seine plündernden Spanier für “Götter” hielten, ist aber heute umstritten. Einige Historiker halten diese Aussagen für Propaganda bzw. Irrtümer der spanischen Chronisten.

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Solche Beispiele gibt es zahlreich aus dem Zeitalter der Entdeckungen. Ureinwohner der erkundeten Länder und Inseln sahen sich plötzlich fremdartigen Menschen gegenüber, dessen Herkunft sie sich nicht erklären konnten. Auch beim Untergang der legendären Kultur auf der Osterinsel im Pazifik scheint dies eine große Rolle gespielt haben. Zumindest indirekt, wie in diesem Blog-Artikel HIER beschrieben (s. a. Video HIER)

So etwa auch der legendäre Entdecker Cook 1779 auf Hawaii. Als James Cook die Inseln erreichte, betrat ein hoher Würdenträger der Ureinwohner Cooks Schiff “Resolution” und schmückte den Entdecker mit einem roten Umhang. Der Indio sah in Cook den legendären Helden Rono, der einstmals Hawaii verließ und inzwischen dort als Gottheit verehrt wurde. Dennoch wurde Cook später von Insulanern erschlagen, als sie ihren Irrtum erkannten …

Technik-Religionen

Doch nicht nur im Zeitalter der Entdeckungen sahen “primitive Eingeborene” in den Europäern Götter oder himmlische Wesen. Auch in moderner Zeit gibt es Beispiele, dass isoliert lebende Ureinwohner fremde Menschen und ihre Technologien als göttlich und magisch verehrten. Es entwickelten sich darauf regelrechte Technik-Religionen, die man heute in der Völkerkunde zusammenfassend Cargo-Kulte (Cargo steht für “Ware”, “Güter”) nennt.

Im Zweiten Weltkrieg tobte im Pazifik der Krieg zwischen den USA und dem Kaiserreich Japan. Japan hatte umfassende Expansionspläne und eroberte eine Insel nach der anderen, wurde letztlich aber doch geschlagen.

So kam es, dass im Frühjahr 1945 die USA die Region Hollandia (Neuguinea) zu einer Militärbasis ausbaute und dort bis zu 40.000 Soldaten mit ihrem militärischen Material stationierte. Auch ein Flugplatz wurde errichtet und pausenlos starteten und landeten Flugzeuge. Die eingeboren Papuas sahen staunend und voller Unverständnis und Unkenntnis dem regen Treiben der Amerikaner auf ihrem Land zu. Später verteilten die Soldaten auch kleine Geschenke an die Eingeborenen, wie es auch die frühen Entdecker wie etwa Kolumbus taten.

Doch nun geschah hier und auf anderen Inseln Neu-Guineas etwas Erstaunliches. Die Eingeborenen begannen aus Holz und Stroh Flugzeuge nachzubauen, die sie auf nachempfundenen Startbahnen stellten (s. Titelbild li.). Sie bauten Hallen und Funkmasten aus Holz und sprachen in hölzerne Mikrophone. Immer in dem Glauben, die “donnernden Himmelsvögel”, die US-Flugzeuge, wieder zur Erde zu locken. Eben genau so, wie sie es bei den amerikanischen Streitkräften gesehen haben. Es war die Geburt einer Art Religion, die lediglich auf der Unwissenheit der Eingeborenen gegenüber der modernen Technik beruhte

Ein ganz erstaunlicher Cargo-Kult existiert auf der Insel Tanna im südlichen Pazifik. Sie gehört zu einer Inselgruppe mit Namen Vanatu, die aus 80 Inseln besteht. Dort beten die Eingeborenen zu einem Messias mit dem Namen “John Frum“.

Die USA: Das “gelobte Land”

Seit über 60 Jahren ist dieser Kult nun bekannt und gibt bis dato Rätsel auf. Die Bewohner glauben an ein göttliches Wesen mit dem Namen John Frum und setzten diesen aufgrund christlicher Einflüsse der lokalen Missionare inzwischen mit Jesus Christus gleich. Die Wiederkehr von John Frum wird sehnsüchtig erwartet.

1942 war es dann so weit.

Soldaten, Schiffe und Flugzeug der USA erreichten das Eiland und die Bewohner erhielten von den Amerikanern Geschenke. Doch die Ureinwohner wollten mehr, mehr Cargo. So kam es, dass sich ein Ureinwohner mit Namen Neloiag als Reinkarnation ausgab und angeblich Rat wusste. Es wurden primitive Landepisten für die Himmelsvögel, die Flugzeuge der USA, angelegt und so wollte man diese göttlichen Vögel wieder auf die Erde locken um mehr Cargo beziehungsweise Geschenke zu bekommen.

Dr. Friedrich Steinbauer, Autor des Buches “Melanesische Cargokulte” (1971), ist sicher, dass es sich bei dieser Gottheit John Frum um eine erfundene Person handelt. Der Theologe konnte auch in seiner als Buch veröffentlichten Doktorarbeit 185 ähnliche Kulte nachweisen. Andere Forscher sind sicher, dass dieser John eine reale Person war, die sich einst auf der Insel aufhielt.

Beispielsweise der Mystery-Forscher, und Autor Walter-Jörg Langbein, der vor Ort auf Tanna den Kult beobachtete. Er ist sicher, dass es sich in Wahrheit um einen US-Soldaten gehandelt hat. Am 15. Februar 2004 konnte Langbein selber vor Ort beobachten, wie die Anhänger des Kultes mit Holzgewehren militärisch aufmarschieren, salutieren und Flaggen hissen. Alles zu ehren des Messias John Frum. Ebenso schreiben sich die Kultanhänger die Buchstaben USA auf den Körper; das gelobte Land, aus dem John Frum einst kam (s. Titelbild re.).

Auf diesem Blog finden Ihr HIER einen ausführlichen Artikel von Langbein darüber.

Prinz Philip: Ein Gott!

Von einem eher neuen Cargo-Kult, ebenfalls auf der Insel Tanna, berichtete beispielsweise die BBC schon 2007. Prinz Philip, Duke von Edinburgh und Ehemann der Königin von England, wird in diesem erstaunlichen Kult als eine Gottheit verehrt. Der Prinzgemahl, der am 10. Juni 2020 99 Jahre alt wurde, ist in seiner Heimat Großbritannien überaus beliebt. Doch so beliebt, wie in der “Prinz-Philip-Bewegung” von Teilen der Bevölkerung im Süden Tannas, dann doch nicht.

Die Anhänger des Kultes sehen in Prince Philip einen Berggeist der Insel und verehren Fotos des Prinzen. Chief Jack Naiva, Ältester des Stammes vom Dorf  Yaohnanen, berichtete der BBC, dass dieser Kult seit den sechziger Jahren existiert. Damals war die Insel noch Kolonialbesitz des britischen Königreiches. Eine Legende der Einwohner spricht von dem hellhäutigen Sohn eines lokalen Berggeistes, der laut Legende zur See fuhr, um auf diesem Wege eine angemessene Gemahlin zu finden.

Diese Legende wurde von den Kultanhängern der Insel mit dem Leben von Prinz Philip verwoben, der mit der englischen Monarchin tatsächlich eine mächtige Gemahlin hat. Ursprung dieses Cargo-Kultes um Prinz Philip könnte die “Religion” um John Frum sein, da er auch als Sohn von diesen angesehen wird.

Die rund 400 Gläubigen des Philip-Kultes erhielten im Jahre 1974 tatsächlich eine Bestätigung des Glaubens. Damals besuchte die britische Königin Elisabeth II. zusammen mit Prince Philip mit großem Pomp auf der königlichen Yacht “Britannia”die Insel. Die Gläubigen dachten, der hellhäutige Sohn des Berggeistes sei zurückgekommen um seine machtvolle Gemahlin zu präsentieren, die er nach langer Suche letztlich gefunden hatte.

Göttliche Geschenke aus Großbritannien

1978 wurde der Prinz von den dortigen Vertretern der britischen Regierung offiziell informiert, dass er nun ein “Gott” sei. Als Dank schickte Prinz Philip signierte Fotos und Geschenke. Später (1980 und 2000) folgten weitere Fotos des Prinzen für seine “Gläubigen”, auf denen er auch eine traditionelle Jagdwaffe seiner Anhänger hält. Diese hatten sie ihrem Gott zuvor geschickt. Selbst einige Vertreter des Kultes reisten später nach Großbritannien.

Im Jahr 2009 nahm sich auch der Fernsehen dieser Religion um den Prinzen an. So entstand die dreiteilige Dokumentation “Besuch aus der Südsee” auf dem Sender Arte, im Zuge dessen Stammesangehörige nach Großbritannien kamen. Fraglich, inwieweit hier noch ein echter Glaube, eine echte Religion mit dem Prinzen als Gott oder Messias, im Bewusstsein der Bevölkerung verankert sein wird.

Die Zeitung “Der Westen” kommentierte  die Dokumentation und die “Prinz-Philip-Bewegung” am 3. Juni 2009 mit den Worten:

Obwohl die Kulturen an beiden Polen der Welt unterschiedlicher nicht sein können, gibt es ein verbindendes Element, das die Dokumentation wie ein roter Faden durchläuft: Der Häuptling möchte Prinz Philipp animieren, nach Tanna zurückzukehren. Denn auf dem Südsee-Atoll wird der Geist des Kronprinzen als Gott verehrt.

Wenn er seinen Dienst in England verrichtet hat, sollte er in seine Heimat am anderen Ende der Welt zurückkehren, glauben die Männer. Sie schaffen es tatsächlich, eine Audienz beim Prinzen zu bekommen.”

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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