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2000 Jahre alte unterirdische Kammern unweit der Klagemauer und des Tempelberg in Jerusalem entdeckt

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2000 Jahre alte unterirdische Kammern unweit der Klagemauer in Jerusalem entdeckt! (Bild: E. Salman)
2000 Jahre alte unterirdische Kammern unweit der Klagemauer in Jerusalem entdeckt! (Bild: E. Salman)

Sensationeller Fund in Jerusalem! Archäologen fanden unweit der weltbekannten Klagemauer nahe des Tempelberg bisher verborgene unterirdische Räume und Kammern im Fels. Für die beteiligten Archäologen ist das über mehrere Stockwerke angelegte Raumsystem eine Sensation. Bisher ist nichts ähnliches an bzw. unter der Klagemauer bekannt. Die Ausgräber sind zudem sicher, dass der Fund aus der Zeit des zweiten Jerusalemer Tempels vor 2.000 Jahren stammt.


Jerusalem, der Tempel und die Klagemauer

Wohl kaum ein Platz der Erde ist so voller Geschichte, wie der Tempelberg von Jerusalem. Jener Ort, wo angeblich König Salomon seinen legendären und heute spurlos verschwundenen Tempel errichten ließ und wo die Bundeslade verwahrt wurde.

Eigentlich eine Fundgrube für die Archäologie.

Wäre da nicht die Tatsache, dass gerade der heilige Tempelberg und seine Umgebung seit Jahrtausenden ein Zankapfel von Religionen und Politik ist. Bis heute beklagen gläubige Juden dort an der sogenannten Klagemauer den Verlust ihres Heiligtums. Denn auch der zweite Tempel von Jerusalem wurde zerstört. Im Jahr 70 durch die Römer. Übrig blieb unter anderem die Klagemauer, als das zentrale Heiligtum des Judentums (sieht man von der Thora einmal ab).

Um so erstaunlicher ist der Fund, den Archäologen jetzt an oder besser gesagt unter der Klagemauer gemacht haben. Das Team um Barak Monnickendam-Givon entdeckte dort bei Ausgrabungen in einem Tunnel drei bisher unbekannte Räume im Gestein. Angelegt in drei Stockwerken, die durch einfach Treppen miteinander verbunden waren.

Ein “einzigartiger Fund”, so Monnickendam-Givon, da bisher ein solches unterirdisches Kammersystem im gewachsenen Felsgestein an der Klagemauer unbekannt war. Wie “Israel Antiquities Authority” am 19. April bekannt gab, wurden dieses Räume in der Zeit um den zweiten Tempel von Jerusalem vor seiner Zerstörung genutzt. Dieser Tempel war das Zentralheiligtum der Juden, in dem sich laut Neuen Testament auch Jesus aufhielt.

Über den unterirdischen Felsenkammern lagen Reste großen Gebäudes aus byzantinischer Zeit. Vermutlich erbaut vor rund 1.400 Jahren und 150 Jahre später umfassend umgebaut. Die Räume darunter waren da offensichtlich längst vergessen.

Rätselhafte Kammern

Für die Archäologen sind die Kammern ein Rätsel. Es sei unbekannt, warum Menschen vor 2.000 Jahren Räume in den gewachsenen Felsen unter der Erde meißelten, da zu jener Zeit Gebäude jeglicher Art ganz normal über der Erde gemauert wurden:

Die Frage ist, warum solche Anstrengungen und Ressourcen in das Hauen von Räumen unter der Erde im harten Grundgestein investiert wurden. Wir befinden uns im Herzen Jerusalems während der Römerzeit, am Vorabend der Zerstörung (des zweiten Tempels der Juden, Anm. LAF).

Wir kennen Ausgrabungen für Bestattungen, Wasserzisternen oder Ritualbäder, aber das ist hier nicht der Fall.”

Die Forscher um Monnickendam-Givon könen nur spekulieren, welchen Zweck diese “Geheimkammern” einstmals dienten. Vielleicht als Versteck, Lager oder Vorratskammer für ein heute nicht mehr vorhandenes Gebäude, so die ersten Vermutungen. Zumindest wiesen Funde von Türscharnieren, eingemeißelten Regale und Plätze für Öllampen darauf hin, dass diese Räume regelmäßig genutzt wurden. Vielleicht sogar täglich.

Ausgegrabene Alltagsgegenstände wie eben solche Öllampen und Steinbecher scheinen dafür zu sprechen, so die “Israel Antiquities Authority”. Möglicherweise standen die Räumlichkeiten auch mit rituellen Waschungen in Verbindung. Darauf würden gefundene Reste eines Ritual-Beckens zur Wasseraufbewahrung schließen lassen.

Wie kaum ein anderer Fund der letzten Jahrzehnte unweit des Tempelberges belegen diese Entdeckungen eindrücklich, welches archäologische Potential dort schlummert. Auf, neben, am und vor allem im Inneren des heiligen Tempelberg. Meistens vollkommen unerreichbar für die Archäologen, woran sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern wird.

Und wer weiß: Vielleicht findet sich eines Tages dort in einer unterirdischen Kammer die verschollene Bundeslade! (Videos dazu finden Ihr HIER.)

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Im Bann der Dämonen: Seltsames über König Salomon und dem Bau des Tempels von Jerusalem +++ Artikel +++

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ARTIKEL: Die Dämonen im Bann: Seltsames über König Salomon und dem Bau des Tempels von Jerusalem (Bilder: gemeinfrei / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
ARTIKEL: Die Dämonen im Bann: Seltsames über König Salomon und dem Bau des Tempels von Jerusalem (Bilder: gemeinfrei / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In den Büchern der Bibel finden sich zahllose große und kleine Protagonisten, die mal mehr und mal weniger bekannt sind. Einige sind legendäre Berühmtheiten, auch wenn man oft nicht mal weiß, ob es sie wirklich gab. Zum Beispiel Moses, Abraham oder König David. Und doch sind auch und gerade diese Personen zahllosen Menschen mehr oder weniger gut bekannt. Dazu zählt auch der legendäre König Salomon. Ein Herrscher, der vor rund 3.000 Jahren den 1. Tempel von Jerusalem gebaut haben soll und aufgrund seiner Weisheit bis heute gepriesen wird. Doch Salomon hatte nach den alten Texten auch seine Schattenseiten, die offenbar sogar in der Bibel selbst überwiegen. Welche das sind und was der sagenumwobene König zu Lebzeiten alles getan haben soll, erfahrt Ihr in diesem Blog-Artikel.


Der Tempel des Salomon

In der Bibel gibt es eine Reihe von Namen und Figuren, die immer wieder auftauchen. Berühmtheiten, von denen viele Menschen vielfach gehört haben, auch wenn sie nicht selber im Alten und Neuen Testament lesen. Allen voran natürlich Jesus und Maria aus dem Neuen Testament oder Adam, Eva, Noah sowie Moses aus dem Alten Testament sind hier zu nennen.

Eine durchaus auch noch bekannte Person aus dem Alten Testament ist sicherlich König David. Vor allem aufgrund des Kampfes „David gegen Goliath“ und vielleicht auch noch in seiner biblischen Funktion als frommer Herrscher in Jerusalem. Sein Nachfolger König Salomon hingegen ist dabei schon weniger prominent. Auch wenn seine legendäre Weisheit fraglos geläufig ist.

Als Baumeister des ersten Tempels von Jerusalem, dem nach ihm bekannten „Salomonischen Tempel“, ist aber auch dieser König eine wahrhaftige Legende der biblischen Geschichte und Forschung. Auch wenn weder die Person Salomon noch sein Tempel auf dem Tempelberg in Jerusalem archäologisch und historisch unumstritten belegt sind. Was aber für sehr viele biblische Figuren und Aussagen gleichermaßen gilt.

Über König Salomon berichten uns das 1. Buch der Könige und das 2. Buch der Chronik im Alten Testament. Vor allem das 1. Buch der Könige widmet sich dabei der größten Leistung des mythischen Herrschers – nämlich den Bau des Jerusalemer Tempels im 10. Jahrhundert vor Christus. Seinem Vater König David war diese Tat zu Lebzeiten nicht mehr vergönnt, weshalb erst Salomon ab etwa 974 vor Christus mit dem Tempelbau begann (im 4. Jahr seiner Regentschaft). Nach sieben Jahren emsiger Bauarbeiten feierte man Richtfest und Jerusalem hatte seinen Tempel zu Ehren Gottes. Kernheiligtum war darin im sogenannten „Allerheiligsten“ die Bundeslade.

Der transportable Tempel

Im Prinzip war der Tempel des Salomon ein „Nachbau“ in Stein des Zeltheiligtums des Exodus. Im Buch Exodus wird ab Kapitel 25 und ab Kapitel 36 dieses transportable Heiligtum mit seinem Inventar und Aussehen beschrieben. Es diente als Tempel für die aus Ägypten fliehenden Nomaden, der immer wieder auf- und abgebaut werden konnte. Auch hier stand im Allerheiligsten die Bundeslade und auch hier opferte man Gott bzw. nahm Kontakt mit ihm auf.

Ob es dieses Zeltheiligtum bei Exodus unter Moses jemals gab, weiß niemand wirklich zu sagen. Das gilt allerdings nicht nur für den „Mischkan“ oder „Stiftshütte“ genannte Zelt-Tempel, sondern für den gesamten Auszug der Hebräer aus Ägypten an sich.

Was aber unbestritten ist, ist die Tatsache, dass Gott selber laut Buch Exodus die Anweisungen zum Bau des Heiligtums und der Lade des Bundes gab. Zumindest haben die Autoren des Textes dem Herrn diese zugesprochen. Für einige Bibelforscher wurde jedoch nur der Jerusalemer Tempel und der entsprechende Kult darin von den Bibelautoren auf den Exodus zurückgedichtet.

Neben der Bibel gibt es keine Quelle für den Bau des Tempels von Salomon. Ein Hinweis, dass er existierte, könnte der Bericht im 2. Buch der Könige ab Kapitel 12 sein. Dort heißt es, dass König Joas Ende des 9. Jahrhunderts vor Christus den Salomonischen Tempel restaurierten ließ. Diesen Herrscher sowie die Instandsetzungen könnte es durchaus gegeben haben.

Während das Zeltheiligtum mit Bundeslade im 2. Buch Moses noch auf direkten Wunsch von Gott persönlich angefertigt wurde, ist es beim Tempel des Salomon anders. Hier gibt Gott keinen direkten Befehl, dass man ihm eine „Wohnstätte“ bauen soll, wie es noch im Buch Exodus der Fall war. Denn dort hat er angeblich sogar Moses noch persönlich Modelle der zu fertigen Dinge wie Bundeslade und Zelt gezeigt.

Gott braucht keine Wohnstätte!

Genaugenomen finden sich in der Bibel sogar eher als abwertend zu bezeichnende Aussagen bezüglich Salomon und seinem Tempelbau. Zum Beispiel in der Apostelgeschichte ab 7,44, wo wir lesen:

Unsere Väter hatten das Zelt des Zeugnisses in der Wüste, wie der, welcher zu Mose redete, befohlen hatte, es nach dem Muster zu machen, das er gesehen hatte. Und unsere Väter übernahmen es und führten es mit Josua ein bei der Besitzergreifung des Landes der Nationen, die Gott austrieb von dem Angesicht unserer Väter hinweg, bis zu den Tagen Davids, der Gnade fand vor Gott und eine Wohnstätte zu finden begehrte für den Gott Jakobs.

Salomo aber baute ihm ein Haus. Aber der Höchste wohnt nicht in Wohnungen, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht: ‚Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. Was für ein Haus wollt ihr mir bauen, spricht der Herr, oder welches ist der Ort meiner Ruhe?‘

Auch wenn diese Aussage natürlich aus der direkten Zeit nach Jesus Christus stammt und zu jener Zeit wahrscheinlich noch der 2. Tempel (von König Herodes) in Jerusalem stand, klingt sie schon erstaunlich. Durchaus auch in Bezug auf König David, der „Gnade fand vor Gott“. Immerhin hat dieser David laut Bibel alle möglichen Konkurrenten und Widersacher ermorden lassen und schreckte vor keiner Tat zurück. Ihm ist es jedoch zu verdanken, dass die Bundeslade aus der Stadt Silo nach Jerusalem gebracht wurde.

Eigentlich auch nur ein politischer Schachzug des Herrschers, der damit die Priesterschaft in Silo gewaltig schwächte. So konnte er Jerusalem zu seinem Zentrum für Politik und Religion als „Davidstadt” ausbauen bzw. gründen.

Es gibt zwar sehr spärliche archäologische Hinweise auf das „Haus David“ als Herrscherdynastie, doch keine echten Belege seiner Existenz. Hier ist vor allem eine Inschrift zu nennen, die 1993 in Tel Dan gefunden wurde. Sie stammt aus dem Jahr 840 vor Christus und besagt, dass die Könige Judas vom „Haus David“ abstammen. Ein Beweis für eine real gelebte Person König David ist das aber nicht.

Und doch ist vor allem David und sein Geschlecht in der gesamten Bibel ein enorm wichtiger Bestandteil. Schließlich soll auch Jesus selber ein „Sohn Davids“ gewesen sein … damit aus seiner Ahnenreihe entstammen.

König Salomon und der Tempelberg

So verwundert es auch nicht, dass König David allein im Neuen Testament 59-mal erwähnt wird. Nur Moses (80-mal) und Stammvater Abraham (73-mal) werden hier öfter namentlich genannt. Natürlich mit Ausnahme von Jesus. Da aber David geradezu wie ein Diktator lebte, mordete, herrschte und vor allem sündigte, wollte ihn sein Gott letztlich doch dafür bestrafen. Diese Strafe bestand laut den Samuel-Büchern darin, dass es ihm nicht vergönnt war, den heiligen Tempel zu errichten. Jedoch wird der König im 2. Buch Samuel (ab Kapitel 11) als ein Liebling Gottes dargestellt, der letztlich seine skrupellosen Taten bereute. Eine Erzählung, die sich beispielsweise auch im Koran wiederfindet (Sure 38, ab Vers 21).

Als Salomon die Nachfolge seines Vaters David als König antrat, soll eine goldene Zeit angebrochen sein. Sie fand ihren Höhepunkt fraglos im Tempelbau für die Bundeslade und den Kult um Jahwe in Jerusalem. Schließlich gab es nichts, was heiliger ist, als die Lade des Bundes mit den Zehn Geboten. Sie bildete das geistige und spirituelle Zentrum innerhalb des Salomonischen Tempels.

Dabei soll – nach der sich entwickelten jüdischen Tradition – König Salomon den Bauplatz für den Tempel mit großer Sorgfalt gewählt haben. Nirgendwo sonst haben mehr religiöse Ereignisse stattgefunden, als auf dem heute als Tempelberg bekannten Platz. Zumindest dem Glauben nach. Dort, wo heute der muslimische Felsendom steht, liegt der Nabel der Welt in Form des namensgebenden Felsen. Und diese, meistens nicht in alten schriftlichen Aufzeichnungen nachweisbaren, Traditionen um den Felsen und Tempelberg sind überaus umfangreich. Beispiele:

  • Der Felsen ist der „Urfels“ von dem aus die Welt entstand bzw. der „Grundstein“ der Schöpfung.
  • Adam und Eva haben dort Gott geopfert.
  • Ihre Söhne Kain und Abel ebenso.
  • Der Garten Eden lag auf dem Tempelberg.
  • Nach der Sintflut habe auch Noah hier seinem Herrn ein Dankopfer dargebracht.
  • Abraham habe seinen Sohn Isaak auf diesen Felsen gelegt, als er ihn auf Befehl seinem Gott opferten wollte.
  • Der Prophet Mohammed sei von hier in den Himmel gefahren.
  • Letztlich stand angeblich auch die Bundeslade genau auf diesem Felsen.

Interessante Traditionen und Glaubensvorstellungen, von der aber nicht eine belegbar ist. Dennoch war bereits vor Jahrtausenden hier das Zentrum des Glaubens, was vor allem auch dem Tempel des Salomon zu verdanken ist.

Salomon – ein verschmähter König?

Man könnte also meinen, dass Salomon als Baumeister der Wohnstätte Gottes in Jerusalem in der Bibel gefeiert und gepriesen wird. Seltsamerweise ist aber genau das nicht der Fall.

So ist der Herrscher im Neuen Testament an gerade mal 12 Stellen belegt. Verglichen mit seinem sündigen und kriegerischen Vater David mit 59 Nennungen ist das verschwindend wenig. Schmeichelhaft sind zahlreiche der Erwähnungen Salomons im Neuen Testament auch nicht. Dazu zählt nicht nur die oben zitierte Kritik am Bau eines Hauses für den Herrn aus der Apostelgeschichte. Im Prinzip fängt es schon in im Matthäusevangelium (1,6f.) mit der unehelichen Zeugung mit der Frau Urias an.

„Bei diesen Stellen wird deutlich, dass die Figur Salomons im Neuen Testament stets in eher abwertendem Zusammenhang steht“, schreibt beispielsweise der Bibelforscher Peter Busch in seiner Analyse „Das Testament Salomons“ (2006). Obwohl der König auch als großer und weiser Exorzist und Dämonen-Bändiger in der traditionellen Überlieferung angesehen wird, werde er im Neuen Testament „keineswegs als Exorzist vorgestellt“, so Busch.

Solche religiösen Vorstellungen und Ansichten entlehnen sich meist aus mündlichen Erzählungen, Sagen und Märchen über diverse Figuren der biblischen Geschichte. Oder aus Schriftgut außerhalb der Bibel, das damit nicht in den heutigen Bibel zu finden ist. Man denke hier an das genannte Beispiel von Noah, der angeblich auf dem Tempelberg seinem Gott nach der Sintflut opferte. Laut Sintflut-Geschichte im biblischen Buch Genesis strandetet die Arche Noah nach der Flut nämlich sehr weit weg von Jerusalem. „Am Gebirge Ararat“ sei das gewesen …

„Das Testament des Salomon“

Zu der seltsamen Figur des Salomon existieren einige alte Schriften (Apokryphen), die sein Leben und Wirken weiter ausführen. Einige davon sollen sogar direkt von dem König selber verfasst worden sein. Wie das apokryphe und „okkulte“ Buch „Das Testament des Salomon“, das durchaus als zumindest eine Quelle der Traditionen um ihn als Dämonen-Bändiger angesehen werden kann. Auch der legendäre „Ring des Salomon“, Symbol und Werkzeug zur Kontrolle von bösen Mächten und Dämonen, entstammt diesem Text.

Verglichen mit der angenommenen Lebenszeit Salomons im 10. Jahrhundert vor Christus ist sein „Testament“ relative jung. Es soll, auch wenn Salomon hier selber als Autor in der Ich-Form spricht, erst im 4. Jahrhundert nach Christus entstanden sein. Also bereits unter dem frühen Christentum, was auch am Text deutlich erkennbar ist.

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Inwiefern es wirklich eine Version aus vorchristlicher Zeit gab, die dann unter christlichen Einfluss neu bearbeitet wurde, ist ungewiss. Peter Busch vermutet in seiner Arbeit, dass das gesamte „Testament des Salomon“ eine christliche Schrift ist.

Inhaltlich bietet es aber spannende Aussagen über den Herrscher und Tempelbauer, die man durchweg als „verstörend“ ansehen könnte. Denn sie werfen ein vollkommen neues Licht auf den Bau des erstens Tempels auf dem Tempelberg, die in der Bibel nicht mal ansatzweise angeschnitten werden. So ist die Kernaussage des Buches, dass König Salomon den Bau des Tempels mit Hilfe von Dämonen realisierte. Er wird als mächtiger Mann dargestellt, der durch Gottes Unterstützung in der Lage war sich böse Dämonen gefügig zu machen und in seinem Sinne zu manipulieren.

Der magische Ring des Salomon

Freiwillig dürften Dämonen oder „gefallene Engel“ wohl eher weniger bereit gewesen sein, Salomon beim Bau eines Heiligtums für Gott zu helfen! Obwohl einige Deutungen dahin gehen, dass der Tempelbau nur als „Rahmenhandlung“ dient, um Salomons Macht über diese dunklen Wesen zu unterstreichen.

Der Mensch Salomon war allein nicht fähig sich Dämonen Untertan zu machen. Das zeigt sich darin, dass ab Kapitel 1 zu erfahren ist, dass ein Dämon und „böser Geist“ mit Namen Ornias die Bauarbeiten am Tempel immer wieder störte. Angeblich habe die Kreatur den Oberaufseher der Bauarbeiter regelmäßig heimgesucht, ihm den Lohn und Nahrung gestohlen sowie schlicht die Kraft geraubt.

Bauherr Salomon war entsetzt, als er von diesen Heimsuchungen hörte, und „betete aus ganzer Seele Tag und Nacht“ zu Gott, um Hilfe zu bekommen. Sein Bitten wurde letztlich erhört, und er bekam Besuch aus dem Himmel:

Als ich zum Gott des Himmels und der Erde betete, ward mir vom Herrn der Heeresscharen durch Michael, den Erzengel, ein Ring gegeben, darin ein eingraviertes Siegel aus Edelstein.

Er sprach zu mir: Nimm, Salomo, des Davids Sohn, hier das Geschenk, das dir der Herr, der höchste Gott der Heeresscharen, sendet! Damit kannst du die Geister all bezwingen, die männlichen und weiblichen; mit ihrer Hilfe kannst du auch Jerusalem erbauen, trägst du dies Gottessiegel.“ (1,6-7)

„Da ward ich hocherfreut“, so Salomon, und mit seinem magischen Ring vom Himmel konnte er den „lästigen Geist Ornias“ bändigen. „Gleichwie ein brennend Feuer“ sei diese Kreatur gewesen und gestand dem König, dass er zwar von den Engeln abstamme, aber von ihnen verstoßen worden sei. Mit seinem machtvollen Ring verdonnerte Salomon den Dämon daraufhin „zur Arbeit in dem Steinbruch“. Zuvor handelte er aber noch einen Deal mit ihm aus.

Herr der Dämonen

Der verstoßene Engel und der menschliche Herrscher einigten sich, dass Ornias weitere Dämonen in den Dienst des Königs stellen würde. Hierzu überließ Salomon ihm sogar den von Gott empfangen Ring und befahl ihm „hole mit den Obersten der Geister“! Gleichzeitig hatte Salomon aber mit dem manipulierten Geist Ornias einen ausgezeichneten Informanten gewonnen, der in der Lage war Informationen aus dem Himmel von Gott zu besorgen.

Genau dazu findet sich in der Schrift eine überaus erstaunliche Aussage:

Wir Dämonen, wir wandeln an dem Himmelsfirmament und fliegen mitten durch die Sterne hin; da hören wir die Ratschlüsse, die Gott für Menschenseelen festgelegt.

(…)

Was in dem Himmel sich ereignet, geschieht auch auf der Erde. Es gibt ja Fürstentümer, Herrschaften und Mächte, die oben fliegen und die des Eintritts in den Himmel schon gewürdigt werden.

Wir Dämonen dagegen werden müde, weil wir zum Ausruhen keine Stätte haben; so fallen wir herab, wie Blätter von den Bäumen. Die Menschen, die uns sehen, meinen, es fallen Sterne von dem Himmel.“ (20,12-16)

Dies widerspricht in allen Details der christlichen Tradition der angeblich „gefallenen Engel“. Eigentlich soll niemand der „gefallenen Engel“, aus denen das Christentum Satan und seine Dämonen der Hölle machte, je wieder in der Lage gewesen sein zu Gott zu reisen. Ein Weg zurück in den Himmel zum Herrn und seiner ihm treu gebliebenen Untergebenen war eigentlich versperrt (detailliert dazu HIER). Warum also nicht auch in diesem Text, zumal er unter christlichen Einfluss entstand?

Nach einer Art Test durch Salomon unterstreicht die Überlieferung sogar noch, dass der Dämon in diesem Zusammenhang die Wahrheit sagte:

Bei dieser Nachricht wusste ich, Salomo: Der Dämon hat die Wahrheit mir gesagt. Ich pries den Gott des Himmels und der Erde.“ (20,21)

Salomon erlangte durch den Zauberring des Herrn schier grenzenlose Macht über die Dämonen. Er nutze ihre Kräfte und Fähigkeiten um seinen Tempelbau voran zu treiben und sogar benachbarten Völkern zu helfen. Etwa den Bewohnern Arabiens, die unter einem tödlichen Wind oder „Hauch“ im Reich des Königs Adares litten. Ursprung dieses schrecklichen Windes war ein Dämon.

Hilfe für den Araber-König

Als der Araber-König Salomon deshalb um Hilfe bat, schickte dieser eine Gesandtschaft in das Reich Königs Adares. Mit dabei hatten sie Salomons Dämonen-Ring, den der weise Herrscher für diesen guten Zweck gerne erneut verlieh. So gelang es in Arabien diesen bösen Geist mit Namen Ephippas in einem „Schlauch“ einzufangen und zu Salomon nach Jerusalem zu bringen. Arabien war gerettet und auch der “gefallene Engel” Ephippas musste fortan beim Tempelbau helfen.

„Ich bin imstande, Berge zu versetzen und Häuser vorzutragen“, brüstete sich der Dämon beim Verhör gegenüber Salomon. Damit war seine Aufgabe auf der Tempelbaustelle festgelegt. Er musste jene Steine auf der Baustelle bewegen und verbauen, die zuvor niemand bewegen konnte.

Ephippas war auch bereit einen weiteren Geist zu verraten. Es war der „Dämon in dem Roten Meer“, mit dessen Hilfe Ephippas noch weit mehr auf der Baustelle leisten könne, wie er dem König berichtete. Da jede Hilfe willkommen war – und sei sie auch dämonischer Natur – wurde daraufhin auch dieses Wesen nach Jerusalem gebracht. Sein Name war Abezethibu, der eine sehr dunkle Vergangenheit hatte, wie er Salomon erzählte.

Einstmals habe er im „ersten Himmel“ gelebt und sei verantwortlich für viele schreckliche Ereignisse, die beim Exodus der Hebräer aus Ägypten geschehen seien. Er habe damals nicht nur „bei den Wundern und den Zeichen mit Moses wettgeeifert“. „Ich war zugegen“, so der Dämon, „als Moses zu Ägyptens König Pharao ging und dessen Herz verhärtete“. Ein mehr als rätselhafte Aussage, wenn man die Exodus-Geschichte des Alten Testament kennt. Denn darin heißt es vielfach, dass Gott selber der Herz des Pharaos immer wieder „verhärtete“, dass dieser die Hebräer nicht ziehen ließ.

Der Dämon des Exodus

Nach der biblischen Erzählung vom Auszug aus Ägypten habe der Herr durch die Manipulation des Pharao letztlich auch dafür gesorgt, dass seine Soldaten den Hebräern nachjagten. Das Ende ist bekannt, denn alle seien beim „Meerwunder“ schließlich ertrunken.

Ein überaus sonderbares Verhalten des Herrn im Buch Exodus, das an anderer Stelle umfangreich hinterfragt wurde.

Im „Testament des Salomon“ wird Gott quasi von dieser Schuld freigesprochen. Auch wenn das Buch Exodus ihn als Urheber klar benennt. Hier jedoch gesteht der Dämon gegenüber Salomon schließlich alles:

Beim Auszuge der Israeliten verhärte ich das Herz des Pharao und reize sein und seiner Diener Herz. So machte ich, dass sie die Söhne Israels verfolgten; es folgte ihnen Pharao mit allen den Ägyptern. Damals war ich dabei; wir folgten ihnen allzumal und kamen insgesamt ans Rote Meer.“ (25,5-6)

Abezethibu wurde dann aber unachtsam. Denn als das Meer wieder zurückwich, das Heer der Ägypten unter sich begrub und so alle starben, war auch er im „Lager der Ägypter“. So wurde er „mit Wasser zugedeckt“ und blieb im Meer gefangen. Bis er durch Salomons magischen Ring nach Jerusalem gelangte.

Das „Testament“ schließt damit, dass der König seinen Abfall vom Herrn beschreibt. Wie er zum Sünder wurde, „aus jedem Land und Reiche Weiber“ nahm, fremden Göttern opferte und sogar „Götzentempel“ errichtet, da ihm „Gottes Geist entzogen ward“. Gottes Herrlichkeit sei so am Ende seiner Tage sogar ganz von ihm gewichen.

Diese Sünden und Verehrung von Götzen durch Salomon sind in unterschiedlichen Texten und Überlieferungen zu ihm belegt. Selbst den heidnischen Göttern der legendären Königin von Saba soll er einst in Jerusalem gehuldigt haben. Wohl kein einziger biblischer Herrscher bzw. keine biblische Figur verhielt sich immer ganz im Sinne Gottes.

Dass das Heiligste von diesem Herrscher aber mit tatkräftiger Hilfe von Dämonen und bösen Geistern errichtet wurde, sticht bei den zahllosen biblischen Mysterien heraus. Hilfe, Unterstützung oder Tipps kommen eigentlich immer von Gott selber oder von seinen himmlischen Helfern. Beispielsweise von sogenannten “Engeln” die Menschen oder ganze Völker ermorden, die im Wege standen.

Gräueltaten des Himmels

Dabei ist die Palette dieser angeblichen Taten mehr als lang (s. a. Video HIER): Von der Tötung aller „Sünder“ durch die Sintflut, über Sodom und Gomorrha, der Ermordung von Heiden (z. B. 2. Kön. 1) bis zur „Landnahme“ des Volkes Israel und der Beseitigung unzähliger Menschen auf Gottes Geheiß hin (z. B. Jos. 6).

In einem Extrem-Beispiel, niedergeschrieben im apokryphen Buch Philo, Kapitel 6, soll Gott sogar zu Abrahams Zeiten 83.500 (ungläubige) Menschen durch Feuer und Erdbeben absichtlich getötet haben. Ein zweites Extrem ist im 2. Buch Samuel, Kapitel 24, zu finden (s. a. 1. Chr. 21). Hier ist Gott derart zornig, dass schlussendlich als Strafe 70.000 Menschen ihr Leben verlieren.

Diese Beispiele ließen sich endlos fortsetzten.

Doch nicht immer hat der Herr sich selber „die Finger schmutzig gemacht“, wie es eine unfassbare Geschichte im 2. Buch der Könige behauptet. Dort erfährt der Bibelleser, dass um etwa 702 vor Christus der assyrische König Sanherib mit seiner Armee Jerusalem unter König Hiskia belagerte (s. a. Jes. 37). Die Lage war aussichtslos und der Assyrer sandte eine Drohschrift oder ein Ultimatum an seinem Widersacher nach Jerusalem. In Stunden der größten Not legte König Hiskia diesen Brief im von Salomon erbauten Tempel vor den Herrn (die Bundeslade) und flehte um Hilfe.

Glücklicherweise wurde er von Gott erhört, der beschloss „diese Stadt (zu) beschrimen, dass ich ihr helfe“ um die Assyrer zu vernichten. Selber hatte Gott dafür allerdings keine Zeit und schickte deshalb einen seiner Helfer:

Und es begab sich in derselben Nacht, da ging der Engel des Herrn aus und erschlug im Lager der Assyrer 185.000 Mann. Und als man sich am Morgen früh aufmachte, siehe, da waren sie alle tot, lauter Leichen. Da brach Sanherib, der König von Assyrien, auf und ging weg und kehrte zurück und blieb zu Ninive.“ (2. Kön. 19,35-36)

Engel des Todes

Jerusalem war gerettet, unzählige Assyrer von einem „Engel“ ermordet und König Sanherib wurde nach seinem Abzug in der Heimat von seinen Söhnen erschlagen.

Sanherib und diesen Kampf um Jerusalem hat es tatsächlich gegeben. Auch der berühmte jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus aus dem 1. Jahrhundert nach Christus erwähnt diese Tragödie. Josephus zitiert dabei den nicht minder bekannten Babylonier Berossos mit den Worten:

Als nun Senacherib von dem Zuge gegen Ägypten nach Jerusalem zurückkehrte, fand er, dass die unter Rapsakes zurückgelassenen Truppen schwer an der Pest litten. In der ersten Nacht, da er gemeinsam mit diesen Truppen die Belagerung weiterführte, tötete die Seuche in seinem Heere 185.000 Mann samt ihren Führern und Hauptleuten.“

Die Anzahl der Toten ist dieselbe wie im Alten Testament. Die Ursache aber ein ganz andere und vollkommen natürliche (wie bei anderen Chronisten), die nichts mit Gott oder einem Engel zu tun hat.

Es zeigt sich sehr deutlich, dass die Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Historisch unterlag Jerusalem den Assyrern unter Sanherbib. Und die Assyrer wissen (angeblich?) nichts von einem derart gewaltigen Verlust in ihrer Reihen. Ebenso ist eine solche riesige Streitmacht vor den Toren Jerusalems vor fast 3.000 Jahren kaum vorstellbar.

Alles Propaganda?

Also sind diese Beispiele von Tötungen durch die Himmlischen nicht weiter als biblische Propaganda? Wahrscheinlich ja. Zumindest zum Teil bzw. sie sind maßlos übertrieben. Sie zeigen aber sehr deutlich, dass im Zusammenhang mit „himmlischen Mächten“ und auch Gottes menschlichen Helfern in den alten Texten sehr gerne manipuliert wurde. Bei König Salomon und seinem Tempelbau mag es nicht anders gewesen sein, als lange Zeit nach ihm sein „Testament“ geschrieben wurde.

Trotz der überall zu findenden religiösen Propaganda in den entsprechenden Schriften beinhalten sie aber immer auch Wahrheiten. Oft bis ins unkenntlich verdreht und verzehrt. Wo könnte diese bei Salomon und seinen Dämonen liegen? Sofern der Text tatsächlich von Christen in seiner Gesamtheit erst im 4. Jahrhundert verfasst wurde, scheint der weise Salomon hier absichtlich in ein schlechtes Licht gerückt worden zu sein. Die dortigen Schilderungen seines Abfalls von Gott unterstreicht das deutlich.

Warum aber dann „gefallene Engel“ oder Geister-Dämonen, die beim Bau des Allerheiligsten der Juden halfen? Immerhin waren die ersten Christen allesamt Juden. Wollte man sich vom Salomonischen Tempel inklusive dortiger Bundeslade als Heiligstes des Heiligen abgrenzen? Eine Verachtung der eigenen Wurzeln? Wenig vorstellbar –  doch möglich. Oder sollte Salomon hier als so mächtig beschrieben werden, dass er vor seinem Fall Kontrolle und Hilfe von übermenschlichen Wesen hatte?

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Haben die Kreationisten nun ein Problem? Jerusalem ist älter als die Schöpfung des gesamten Universums durch Gott

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Ein Problem der Kreationisten? Jerusalem ist älter als die Schöpfung des Universums (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / NASA / Montage: L. A. Fischinger)
Ein Problem der Kreationisten? Jerusalem ist älter als die Schöpfung des Universums (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / NASA / Montage: L. A. Fischinger)

Kreationisten, also jene Christen, die wortwörtlich an den Inhalt der Bibel und damit auch an die Schöpfung durch Gott in sieben Tagen glauben, lehnen bis heute zahllose Erkenntnisse der Naturwissenschaft strickt ab. Darunter auch das Alter der Erde von fast fünf Milliarden Jahren, da nach deren Ansicht die Welt und das gesamte Universum erst rund 6.000 Jahre alt ist. Erst da habe Gott alles erschaffen: Das All, den Menschen, die Erde, Dinosaurier und alles was keucht und fleucht. Aber nun wurden Siedlungsspuren in der heiligen und göttlichen Stadt Jerusalem gefunden, die älter als der gesamte Kosmos durch die Kreationisten datiert wurden.

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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Kreationisten und andere fundamentale Christen haben im Gegensatz zu den Naturwissenschaftlern eine einfach Erklärung für alles. Die sog. “Weltformel” der Naturwissenschaft, also eine Art Formel die alles und jedes im Universum erklären kann, ist im Kreationismus längst gefunden: Die Bibel.

Das Einmal-eins der fundamentalen Christen

Anhand der Auflistung der Urväter und deren angebliche Lebensalter im Buch Genesis sowie anderer Geschlechterfolgen und Lebensspannen glauben fundamentale Bibelgläubige, dass die Welt erst ca. 6.000 Jahre alt ist. Nicht nur die Welt, sondern alles um uns herum inklusive das Universum, die Tiere und wir Menschen. Beispielsweise haben die legendären Dinosaurier nicht etwa vor rund 65 Millionen Jahren ihr Ende gefunden, sondern auch sie waren Teil der Schöpfung durch Gott vor 6.000 Jahren. Erst die Sintflut brachte sie alle quasi erst gestern um. So die Argumente vieler Kreationisten.

Vorstellungen, über die ich immer mal wieder auf diesen BLOG-Seiten und ausführlich in meinem Buch “Rebellion der Astronautenwächter” 2015 berichtet habe.

Jerusalem ist älter als das Weltall selbst!

Bis vor 6.000 Jahre gab es diesen Ansichten nach natürlich auch noch keine Erde. Erst der Gott hat diese inkl. Menschen in sieben Tagen erschaffen, wie es das 1. Buch Moses im Alten Testament erzählt.

Aber weltliche Archäologen haben nun scheinbar in der natürlich auch für Kreationisten heiligen Stadt Jerusalem Funde gemacht, die diesen Glaubenslehren widersprechen. Sie gruben in Jerusalem Reste von Ansiedlungen aus, die aus dem 5. Jahrtausend vor Christus stammen.

Familiengrab von Jesus inkl. Frau und Sohn wissenschaftlich belegt? Das „Jesus-Grab“ von Talpiot und die Jäger der Gebeine Jesu (Artikel)(Bild: L.A. Fischinger & gemeinfrei)
Auch um das angebliche “Familiengrab von Jesus Christus” in Jerusalem gab/gibt es immer wieder Streit (Bild: L.A. Fischinger & gemeinfrei)

Dabei war der Fund des “Dorfes” reiner Zufall gewesen, wie die israelitische Altertumsbehörde berichte. Bei Straßenarbeiten in Schuafat im nördlichen Jerusalem seien die Arbeiter auf diese Spuren gestoßen. In Jerusalem ist das eigentlich Alltag, doch niemand ahnte, was man genau hier vor sich habe.

Die Archäologen haben bei ihren folgenden Grabungen Reste von Häusern, Sichelklingen, Bohrwerkzeugen, Meißel, Äxte und Mörser ausgegraben, die die erste Besiedlung der Region von Jerusalem 2.000 Jahre weiter in die Vergangenheit verlegen. Ebenso wurden zahlreiche Knochen von Nutztieren wie Ringer und Schafen gefunden.

Nach diesen neuen Funden in Israel wäre bereit vor 7.000 Jahren die spätere Stadt Jerusalem besiedelt gewesen, wie etwa “The Times of Israel” am 17. Februar berichtete. Im Vergeblich zu anderen Siedlungen und Ruinenstätten klingt das nicht alt – für den Kreationismus schon. Denn wie soll Gott das Universum, die Menschen, die Erde und das heilige Jerusalem vor 6.000 Jahren erschaffenen haben, wenn Archäologen in der “Stadt Gottes” 1.000 Jahre ältere Funde machen?

Auch dafür haben Bibelfundamentalisten, die Kreationisten als “Krieger für den Glauben” oft eine einfache Lösung: Falsche Datierungen der weltlichen Forscher …

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Die Marienburg in Polen: Von Deutschrittern, Wundern und sagenhaften Phänomenen +++ Video +++

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VIDEO: Die Marienburg in Polen: Von Deutschrittern und sagenhaften Phänomenen (Bild: Fischinger-Online)
VIDEO: Die Marienburg in Polen: Von Deutschrittern und sagenhaften Phänomenen (Bild: Fischinger-Online)

Legenden, Sagen und phantastische Geschichten ranken sich um so manches Bauwerk der Vergangenheit. Nicht nur um solche, deren Grundsteinlegung Jahrtausende zurückreichen und deren Wurzeln sich teilweise im Dunkeln der Geschichte verlieren. Auch um Bauwerke aus dem Mittelalter erzählt man sich so manche sonderbare Legende und Überlieferung. Vor allem um Burgen und Schlösser. Eine solches Baumwerk ist die gewaltige Marienburg bzw. Malbork im polnischen Pommern. Gegründet im aus dem 13. Jahrhundert von den Deutschrittern. Ich war für Euch vor Ort und berichte Euch in diesem Video auf YouTube von genau diesen Legenden, die sich um die Marienburg und vor allem um die dortige Statue der Mutter Maria ranken.


Die Marienburg

In Pommern in Polen steht wohl eine der beeindruckten Burgen Europas: Die Marienburg oder auch Malbork unweit von Danzig.

Ein riesiger Ziegelbau, den die Deutschritter bzw. der Deutsche Ritterorden im 13. Jahrhundert erbaut haben. Als weithin sichtbares Zeichen ihrer Macht im Osten von Europa. Heute steht die gewaltige Burganlage nach den verehrenden Zerstörungen am Ende des 2. Weltkrieges wieder in weiten Teilen in neuem Glanz da.

Wie bei eigentlich allen Bauwerken dieser Art, so ranken sich auch um die Marienburg Sagen, Mythen und Legenden. Das beginnt schon bei der Grundsteinlegung durch die Ritter des Deutschen Orden, die angeblich einen ganz besonderen Stein aus Jerusalem dafür nutzten, und endet bei einem verzauberten Liebespaar.

Ich war für Euch vor Ort und berichte Euch in diesem Video auf YouTube von genau diesen Legenden, die sich um die Marienburg und vor allem um die dortige Statue der Mutter Maria ranken.

Bleibt neugierig …

Video vom 12. Aug. 2020 auf Fischinger-Online

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“Ein Fluss, den niemand zu durchschreiten wagt”: Beschreibt der Prophet Baruch eine Reise in das (luftleere) All – vor Jahrtausenden?

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Beschreibt der Prophet Baruch eine Reise in das (luftleere) All - vor Jahrtausenden? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Beschreibt der Prophet Baruch eine Reise in das (luftleere) All – vor Jahrtausenden? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Schenken wir Mythologien, Schriften und Überlieferungen unserer vorfahren Glauben, dann haben himmlische Wesen vor Jahrtausenden immer wieder Menschen der Erde kontaktiert. Götter, Engel oder schlicht Abgesandte einer anderen Welt, die in der Prä-Astronautik als antike Raumfahrer interpretiert werden. Laut  einigen dieser alten Berichte über solche Wesen “von oben” nahmen diese auch hin und wieder Menschen mit in ihre himmlischen Sphären. Einer von ihnen soll der biblische Prophet Baruch vor rund 2.500 Jahren gewesen sein. Zumindest behauptet das eine ganz erstaunliche Schrift, die heute in keiner Bibel zu finden ist. Und dabei finden sich dort zwischen den Zeilen ganz erstaunliche Aussagen, wie Ihr hier erfahrt.


Die Baruch-Schriften

Der Prophet Baruch ist im Alten Testament (teilweise!) zwar als einer der “kleinen Propheten” zu finden, aber auch apokryphe Texte mit seinem Namen existieren bis heute. Bücher, die sich somit nicht in der Bibel finden.

Dieser Baruch war der Schüler, Freund und Sekretär (Vertrauter) des weithin bekannten Propheten Jeremia, der im Jahr 628 (oder 626) vor Christus zum Propheten berufen wurde. Heute erhaltene Schriften, die den Namen Baruch als Autor tragen, sind die griechische und syrische Apokalypse des Baruch sowie eine Art “Restschrift” des Propheten. Ausnahmslos sind es Apokryphen und zählen damit zum außerbiblischen Schrifttum.

In der Bibelforschung ist man sich einig: Baruch persönlich hat die Bücher mit seinem Namen nicht selber geschrieben. Irgendwer hat nur seinen Namen benutzt, um diesen Werken mehr “Authentizität” zu verleihen. Denn die Baruch-Schriften spielen mit ihren Warnungen, Aussagen und Prophezeiungen vor rund 2.500 Jahren. Zu einer Zeit, als die Babylonier den Salomonischen Tempel in Jerusalem zerstörten und das Volk ins Exil nach Mesopotamien verschleppten. Doch verfasst wurden sie laut Bibelforscher erst im 2. Jahrhundert nach Christus. So auch die griechische Apokalypse des Baruch, um die es hier geht.

Genau dieses Buch enthält eine Vielzahl an überaus erstaunlichen Schilderungen und Behauptungen, die praktisch ausnahmslos alle im Sinne der Prä-Astronautik gedeutet werden können. Dies habe ich bereits vor Jahren umfangreich in “Götter der Sterne” getan, weshalb an dieser Stelle nur ein Beispiel vorgestellt werden soll. Es sind “auf Gottes Befehle geschauten Geheimnisse”, wie es dort geschrieben steht, die Baruch bei einer Reise in den Himmel offenbart wurden …

Baruch und der Engel vom Himmel

Die griechische Baruch-Apokalypse fängt traurig und mit einer (angeblichen) Datierung der drauf folgenden Ereignisse an:

Offenbarung des Baruch, der am Flusse Gel stand und über Jerusalems Gefangenschaft weinte, damals, als auch Abimelech in Agrippas Landgut durch Gottes Hand errettet ward. Und so setzte er sich an die schönen Pforten, wo das Allerheiligste war.

Ich, Baruch, weinte herzlich um das Volk, weil es von Gott dem König Nabuchodonosor (Nebukadnezar II., Anm. LAF) verstattet ward, Zerstörung über seine Stadt zu bringen.” (2 – 1,1)

Baruch beweint hier also die Zerstörung der Stadt um das Jahr 586 vor Christus durch die Babylonier. Auch wenn Bibelforscher sagen, dass der Text erst nach der Zerstörung des 2. Tempels von Jerusalem (70 nach Christus) verfasst wurde, wollte der unbekannter Verfasser sein Buch also zurückdatieren.

Wie dem auch sei, ist auch der Name Abimelech sehr interessant. Denn er wurde laut einem anderen Baruch-Text, wie in diesem Artikel HIER dargelegt, zu dieser Zeit angeblich durch die “Macht Gottes” in die Zukunft versetzt. Um ganze 66 Jahre! Das meint die Erwähnung, dass diese Person “durch Gottes Hand errettet ward”. Ein Zeitreisender, den auch die Bibel beiläufig erwähnt (Jer. 38,7).

Baruch jedenfalls, so behauptet die Schrift weiter, wehklagte sehr um Jerusalem, so dass der Herr ihn einen Engel schickte:

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Wie ich so wein und solches sage, erblick ich einen von des Herren Engel, wie er herbeikommt und mir sagt: Gib acht, o Mensch, liebwerter Mann, sorg dich nicht um Jerusalems Errettung! Denn dieses spricht der Herr, Gott, der Allmächtige. Er sandte nämlich mich vor dich, daß ich dir alle Dinge Gottes künde und erkläre. Dein Flehen ward vor ihm erhört und drang in Gottes, des Herrn, Ohren.” (1,3-5)

Wenn Baruch aufhört zu klagen und zu weinen und dadurch den “Zorne Gottes zu reizen”, so werde ihn der Engel “noch andere Geheimnisse, die größer sind als diese” zeigen. Verständlich, dass sich der Mensch Baruch auf dieses Angebote des vom Himmel gekommenen Wesens einließ. “Wohlan! So zeig ich dir die göttlichen Geheimnisse!” – mit diesen Worten des Engel begann sogleich die Himmelsreise des Baruch.

Flug in das All

Das Abenteuer nahm seinen Lauf und ging durch verschiedene Stationen im Himmel. Schilderungen, die sich in zahlreichen außerbiblischen Büchern wiederfinden. Etwa in “Apokalypse des Abraham“, “Leben Adam und Evas”, “Jubiläenbuch”, “Henoch 1 & 2” … um nur einige zu nennen.

Was den Text des Baruch an dieser Stelle so interessant macht, ist gleich der Anfang seiner Flugreise in die verschiedenen Himmel über der Erde. So heißt es dort:

Da nahm er mich und brachte mich dahin, wo fest der Himmel sitzt, und wo ein Fluß dahinfließt, den niemand zu durchschreiten wagt, wo nicht der fernste Windhauch ist von allen gottgeschaffenen Winden.” (2,1)

Nur ein Satz, in dem sich aber zwei Aussagen wiederfinden, die im Sinne der “Götter der aus dem All” interpretiert werden können.

So fällt der “Fluss” direkt auf, den angeblich niemand zu durchqueren wagt. Ein solcher Fluss im Himmel erinnert sehr stark an die Mischstraße bzw. das zu sehende Band unserer Galaxis. Rund um den Globus haben verschiedene Kulturen, Religionen und Völker zu unterschiedlichen Zeiten dieses Band der Milchstraße immer wieder mit einem Fluss verglichen. Auch mit einem “Totenfluss”. Bestes Beispiel sind hier natürlich die alten Ägypter.

Diesen “Fluss” wagt natürlich niemand zu überqueren. Einem Normalsterblichen war das auch gar nicht möglich. Höchstens den Göttern, Verstorben oder auch Schamanen in Trance war dies vergönnt, worin sich entsprechende Mythologien der Welt ziemlich einig sind.

Die zweite Aussage in diesem einen Satz ist sogar noch interessanter. Denn Baruch bzw. der Schreiber dieses Buches notierte, dass es dort oben über der Erde im Himmel luftleer ist. “Nicht der fernste Windhauch” sei vorhanden. Sollte das eine Umschreibung für das Vakuum im Weltraum sein? Auch wenn die “griechische Apokalypse des Baruch” erst im 2. Jahrhundert verfasst wurde, konnte damals vom luftleeren All niemand etwas wissen.

Ein Buch voller Rätsel

In dieser Baruch-Schrift finden sich so einige Behauptungen und Beschreibungen, die modern mit Blick auf die Prä-Astronautik gelesen werden können. Beispielsweise mehrfache Schilderungen  eines sehr seltsamen “Vogels” außerhalb der Erde (im “Himmel”), den der Himmels-Engel Baruch gegenüber “Weltenwächter” nennt.

Durchaus kann man dieses “Tier” technisch deuten, wenn er beispielsweise seine “Flügel” ausfährt und wieder einfährt, um Sonnenenergie aufzufangen. Angeblich zum Schutz des irdischen Lebens, wie es dort heißt. Oder auch die Tatsache, dass dieser “Vogel” regelmäßig gewartet werden muss, sobald er erschöpft sei. Seine “Krone” muss zu diesem Zweck jeden Tag von Engeln  abgenommen werden, die sie dann in den Himmel bringen um “sie zu erneuern”.

Warum sagt das Buch auch. Sie sei “unrein” geworden und auf die Frage, warum “der Vogel in Erschöpfung fällt” antwortet der Engel dem Baruch:

Er hält die Sonnenstrahlen ab und so wird er durch Feuer und die Hitze den ganzen Tag recht mitgenommen.” (8,6)

Natürlich deutet diesen hier sehr kompakt erwähnten “Vogel” kein Bibelforscher technisch. Zumal auch beschrieben ist, dass das “Tier” durch die irdischen Sünden der Menschen “unrein” werde, und deshalb jeden Tag repariert werden muss.

Bei seiner Reise durch die verschiedenen Stationen außerhalb der Erde vernahm Baruch übrigens noch eine andere spannende Information. In Büchern, YouTube-Videos und Vorträgen weise ich darauf immer wieder hin. So erfuhrt der Himmelsreisende auf seinem Weg zum obersten Himmel, in dem er letztlich in einem wundersamen “Haus” den Herrn und allerlei “Fluggeräte” traf, auch etwas über die Riesen. Jene Titanen, die laut Bibel in der Sintflut umkommen sollten. Es heißt dazu konkret:

Es brachte Gott die Sintflut auf die Erde und tilgte alles Fleisch und auch die 4.090.000 Riesen.” (4,10)

Eine erstaunlich exakte Anzahl von Riesen, die in der Flut getrunken sein sollen. Wie genau mag diese Aussage sein – und wie genau kann man jene verstehen, dass im Himmel außerhalb der Erde kein “Windhauch” vorhanden ist?

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Die Hagia Sophia in Istanbul: Geschichte, Mythen und Legenden um das (einst) christliche Gotteshaus

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Die Hagia Sophia in Istanbul: Mythen und Legenden um das (einst) christliche Gotteshaus (Bild: Fischinger-Online)
Die Hagia Sophia in Istanbul: Geschichte, Mythen und Legenden um das (einst) christliche Gotteshaus (Bild: Fischinger-Online)

Die eigentlich christliche Kirche Hagia Sophia in Istanbul in der Türkei sorgt derzeit für Schlagzeilen. der Prachtbau war rund 1.000 Jahre eine Kirche der Christen und teilweise das wichtigste Gotteshaus überhaupt. Bis zum Fall der Stadt 1453 durch die Eroberung durch Sultan Mehmed II., woraufhin die Kirche einige Jahrhunderte zu einer Moschee und ab 1934/35 zu einem Museum wurde. Bis heute, denn seit dem 24. Juli 2020 ist die Hagia Sophia auf Anordnung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wieder eine Moschee. Trotz weltweiter Proteste, über die in den Medien vielfach berichtet wurde. Doch die prachtvolle Hagia Sophia hat auch hinter den Kulissen und ihrer wechselvollen Geschichte vieles zu bedienten. Und zwar Sagen, Legenden und Mythen, die sich um sie ranken. In diesem Beitrag erfahrt Ihr von diesen und von der Geschichte des Bauwerkes. Spannende Hintergründe, die in der aktuellen Berichterstattung der Medien keinen Platz fanden.


Hagia Sophia – “Heilige Weisheit”

Als ich vor 30 Jahren erstmals in Istanbul an der prachtvollen Kirche Hagia Sophia (= “Heilige Weisheit”) stand, war ich als Teenager beeindruckt. Das änderte sich auch bei weiteren Besuchen Jahrzehnte später nicht. Zumal ganz Istanbul in der Türkei ein wundervolle Stadt ist, deren Besuch immer eine Reise wert ist. Kein Ort auf der Welt vereint so viel Geschichte der Antike, Spätantike, des Römischen Reiches und der Religionen, wie das heutige Istanbul.

Eine Stadt, die in der Grenzwissenschaft allerdings fast ausschließlich dafür bekannt ist, dass sich dort die legendäre Landkarte des Piri Reis befindet.

Stellvertretend für diese überaus bewegte Vergangenheit von Istanbul bzw. Konstantinopel, wie die Stadt ursprünglich hieß, steht am Bosporus die Kirche Hagia Sophia. Denn auch sie hat seit ihrer Grundsteinlegung im Jahr 532 nach Christus eine wechselvolle Geschichte erlebt. Gebaut als christliche Kirche auf den Resten ihrer Vorgänger wurde sie vielfach erweitert, umgebaut und renoviert und diente verschiedenen christlichen Konfektionen als Heiligtum. Sie war einstmals das Zentrum der Christenheit. Ein Bau mit außerordentlicher Symbolkraft.

Bis der Islam unter Sultan Mehmed II. die Stadt 1453 eroberte und sie tagelang seinen Truppen zur Plünderung freigab. Ein Gemetzel, das vor der Hagia Sophia nicht stoppte. In der Folge wurden im Inneren christliche Symbole, Bilder und Ausstattungen zerstört, gestohlen oder durch islamische Insignien des Glaubens ersetzt und überdeckt. Flüchtlinge innerhalb der Kirche wurden versklavt, geschändet und ermordet. Ein Vorgehen, dass nur einige Jahrzehnte später die Christen bei der Eroberung Amerikas geradezu “perfektionierten”.

Nach fast einem Jahrtausend christliche Kirche wurde die Hagia Sophia nach er Eroberung durch Mehmed II. zu einer Moschee. Ein erstes Minarett wurde noch im Jahr des Sieges an die ehemalige Kirche angebaut. Weitere folgten und so nahm der Prachtbau nach und nach seine heutige Gestalt an.

Die Hagia Sophia macht Schlagzeilen

Der Islam zerstörte im Inneren längst nicht alle Spuren ihrer ursprünglichen Bedeutung als eine der bedeutendsten christlichen Gotteshäuser der Welt. Bis heute finden sich in der Hagia Sophia (noch) christliche Reliefs, Bilder, Mosaike und ähnliches. Beispielsweise von Engeln, Jesus Christus oder der Mutter Maria. Teilweise wurden diese in späteren Zeiten allerdings wiederhergestellt, da sie nach der Umwandlung des Bauwerkes in eine Moschee lediglich übermalt oder mit Gips überdeckt wurden.

Einen einschneidenden Wendepunkt erlebte das Bauwerk am 24. November 1934: Die Regierung von Mustafa Kemal Atatürk, erster Präsident der Türkei, beschloss an diesem Tag die Hagia Sophia in ein Museum umfunktionieren. Daraufhin wurde die Kirche/Moschee als “Hagia-Sophia-Museum” eröffnet und in ihrem Inneren fanden verschiedene Umbauten, Wiederherstellungen und Renovierungen statt. Sie wurde zu einem der wichtigsten und beliebtesten Ziele für Millionen von Besuchern aus aller Welt, die die Stadt am Bosporus jährlich besuchen.

Das änderte sich von einigen Tagen.

Trotz weltweiter Proteste ordnete der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan an, dass ab den 24. Juli 2020 die Hagia Sophia wieder als Moschee umfunktioniert werden solle. Viele sehen hier eine klare Verletzung der Trennung von Kirche und Staat und Kritiker werfen Erdogan vor, dass er die Türkei islamesiere. Auch die Minderheit der in der Türkei ansässigen Christen, vor allem der orthodoxen, sieht diesen Schritt mit Bedenken. Als verfolgte und unterdrückte Christen sehen auch sie diesen Schritt als Islamesierung.

Die Medien haben in diesen Tagen das Thema vielfach aufgriffen. Vor allem auch deshalb, da Erdogan symbolträchtig am ersten Gebet der “neuen” Moschee gleich in der ersten Reihe teilnahm, und bereits einen Tage vorher sich Menschen dort versammelten. Der normale Medien- und Nachrichtenkonsument wird die Hagia Sophia zuvor wahrscheinlich nicht mal gekannt haben. Trotz ihrer überaus bedeutenden Geschichte für das Christentum und während des Zerfalls des letzte Reste des Römisches Reiches.

Sultan Mehmed II.

Die Geschichte des Gotteshauses ist sehr gut dokumentiert und erforscht. Es ist kein Monument aus der “dunklen Vorzeit”, sondern am 23. Februar 532 wurde dort der Grundstein als Römische Reichskiche gelegt. Diesen Zweck erfüllte die erste Kirche auch nach ihrer Eröffnung am 27. Dezember 537 für fast 500 Jahre, bis sie 1054 zu einer orthodoxen Kirche wurde. Nach rund 1.500 Jahren Bautätigkeiten kann man die heutige Moschee natürlich nicht mehr mit der ersten Ur-Kirche vergleichen.

Wie bei eigentlich jedem sakralen Bauwerk, so ranken sich aber auch um die geschichtsträchtige Hagia Sophia Mythen und Legenden. Das fängt eigentlich schon bei der Eroberung der Stadt durch Sultan Mehmed II. 1453 an. Historiker aus Europa behaupteten, dass der Eroberer hoch zu Pferd in die Kirche geritten sein soll. Als Symbol des Sieges über das Christentum und gleichzeitig als deutliches Zeichen der Entweihung der Hagia Sophia.

Ob das den Tatsachen entspricht, ist unklar. Der 1856 verstorbene österreichische Orientalist, Übersetzer und Diplomat Freiherr Joseph von Hammer-Purgstall nannte es in “Geschichte des Osmanischen Reiches” (Bd. I, 1827) ein Märchen der europäischen Geschichtsschreiber.

Doch Märchen und Geschichten werden sich sehr zahlreich um die Hagia Sophia erzählt. Viele wurden von dem Reisenden Antony von Novgorod nach einer Reise in die Stadt im 13. Jahrhundert erst aufgezeichnet und dokumentiert.

Sagen und Legenden um die Hagia Sophia

Nach einer Erzählung soll kurz vor dem islamischen Einfall die Stadt von einem dichten Nebel eingeschlossen gewesen sein. Es dauert bis zum Abend, bis sich der undurchdringliche Nebel lichtete und dabei soll die Hagia Sophia plötzlich in einem rötlichen Licht getaucht gewesen sein. Der unheimliche Lichtschein stieg von der eindrucksvollen Kuppel hoch zu dem darauf stehenden Kreuz. Von da, so eine andere Version der Geschichte, stieg das rote Licht in den Himmel empor. Für die Christen war dies das Zeichen ihres kommendes Untergangs, da es als “Blut” gedeutet wurde.

Eine andere Sage erzählt, dass schon der biblische König Salomon den späteren Bauplatz der Kirche in einem Gebet oder einer Vision vorhergesagt habe. Als “wahre Religion” des biblischen Gottes sieht der Islam darin teilweise die Prophezeiung, dass ihnen die Hagia Sophia zustehe.

In einer islamischen Legende wird gesagt, dass heilige Erde und Wasser aus der Stadt Mekka zum Bau mit verwendet wurde. Hierzu existieren verschiedene Variationen der Legende, die alle zum Kern haben, dass der Prophet Mohammed durch seine wundersamen und göttlichen Kräfte oder Magie für den Kuppelbau verantwortlich ist. Seine “Wunderkraft” habe damit die Hagia Sophia als späteres Gotteshaus des Islam vorherbestimmt.

Als Mehmed II. Konstantinopel eroberte und damit das Ende des osmanischen Imperiums einläutete, soll auch er eine wundersame Spur hinterlassen haben. Und zwar habe er, als er angeblich hoch zu Ross in die Kirche ritt, eine Marmorsäule berührt, auf der sich bis heute sein klar erkennbarer Handabdruck befindet (s. a. Video HIER).

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Eine der beliebtesten Legenden der Christen sagt, dass am Tag der Eroberung sich während des Gottesdienstes in der Hagia Sophia ein Wunder ereignete. Der orthodoxe Patriarch sei durch dieses beim Eindringen der Osmanen in die Kirche während der Messe in einer Wand verschwunden, die sich plötzlich öffnete. Mit ihm verschwanden dort seine zeremoniellen Gegenstände. Etwas abgewandelt wird auch erzählt, dass der Geistliche in einer Geheimtür oder auch Seitentür verschwand. Erst an dem Tag, wenn die Stadt wieder christlich sein wird, komme der Patriarch wieder zum Vorschein, um seine Messe weiter zu führen und zu beenden.

Dazu gibt es eine ähnliche christliche Legende. Nach dieser überlebten zwei Mönche das Massaker der Muslime an den Christen und Einwohnern der Stadt, in dem sie oberhalb der Galerie in einer Wand verschwunden sind. Auch sie kehren wieder, wenn Konstantinopel bzw. Istanbul wieder christlich ist.

Auch einen “übersinnlichen Bewohner” hat das Gotteshaus. Nach einer Legende lebt (oder lebte) nämlich ein Engel Gottes seit mindestens 900 Jahren in dem Gemäuern. “Auf der rechten Seite der Säule, wo der Bogen zur Kuppel aufsteigt”, ist sein Wohnsitz. Der Engel sei der Wächter der Hagia Sophia, der einst während Baumaßnahmen an dem Gebäude erschien. An diesem Tage, so die Legende, wurden die Arbeiten unterbrochen, da die Handwerker zum Kaiser gerufen wurden. Dabei erschien dem Vorarbeiter der Engel, “ein Junge”, der ihm sagte, dass er Wache halten werde, “so wie es mir vom Herrn befohlen wurde”.

Noch mehr Legenden

Orthodoxe Historiker notierten dazu auch eine Erzählung über das “Ende” dieses Engels. Demnach kamen große Feuerflammen “aus der Kirche, schlossen sich zu einer Feuersäule zusammen und das daraus entstandene und unbeschreibliche Licht stieg in den Himmel hinauf”. Im Himmel angekommen “öffneten sich die Himmelstüren und das Licht verschwand dahinter”, was umgehend dem Kaiser berichtet wurde. Der Schutzengel habe nach 900 Jahren die Kirche verlassen und sei wieder in den Himmel aufgestiegen, so der Patriarch zum Herrscher. “Das bedeutet, dass Gott unsere Stadt schutzlos den Feinden überlässt.” Nicht auszuschließen, dass hier eine Variation der Sage um das rote Licht, das kurz vor dem Fall der Stadt über die Kirchen-Kuppel in den Himmel stieg, erzählt wird (s. a. Artikel HIER).

Im Inneren der Hagia Sophia befindet sich eine Säule, die im unteren Bereich mit Kupferblech verkleidet ist. Der Legende nach erschien genau hier der Heilige Gregor einer Reihe von Besuchern, die daraufhin ein Wunder erfuhren. Nachdem der Islam die Kirche in eine Moschee umbaute, änderte sich auch die Bedeutung dieser Marmorsäule. Fortan erfüllt sie jedem, der seinen Daumen in ein Loch in der Säule und durch die Kupferverkleidung steckt und ihn einmal 360 Grad dreht, jeden Wunsch.

Die mächtigen Eingangstüren des sogenannten “Kaisertor”, durch das der Herrscher mit seinem Gefolge das Gotteshaus betrat, soll der Legende nach aus ganz besonderem Holz geschnitzt sein. Hiernach handelt es sich um Holz von der Arche Noah. Jenem biblisches Rettungsboot vor der Sintflut, dass im “Gebirge Ararat” im Südosten der heutigen Türkei nach der Flut gestanden sein soll –  und laut Legenden dort noch immer liegt.

Der byzantinische Kaiser Justinian I., der den Grundstein für die heutige Hagia Sophia legte, soll bei seinem Einzug durch das “Kaisertor” am Tag der Eröffnung freudig und in aller Bescheidenheit ausgerufen haben: “Preis und Ehre sei Gott, der mich für würdig hielt, ein solches Werk zu vollenden. Salomon, ich habe dich übertroffen!” Damit meinte er den legendären ersten Tempel von Jerusalem, den König Salomon als Herrscher für den Gott Israels und seine Bundeslade errichten ließ …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Der Schleier von Manoppello: Das “Jesus-Foto” und was das ZDF (passend zu Ostern) 2007 unterschlug (Artikel)

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Das Jesus-Foto und was das ZDF seinen Zuschauern unterschlug! (Bild: Fischinger-Online)
Das “Jesus-Foto” von Manoppello und was das ZDF seinen Zuschauern 2007 unterschlug! (Bild: Fischinger-Online/Archiv)

Dass man nicht alles glauben soll, was das Fernsehen den Zuschauern präsentiert, dürfte kein Geheimnis sein. Der Übergang von bewusster Manipulation, dem “verschweigen” oder “vergessen” von Fakten und Meinungen und kleinen und großen Irrtümern dürfte dabei wohl fließend sein. Das gilt prinzipiell für alle Medien. Und es galt auch schon lange bevor Bezeichnungen wie “Lügenpresse” oder “Lückenpresse” scheinbar salonfähig wurden. So wie Ostern 2007, als das ZDF passend zum höchsten Fest der Christen eine Dokumentation über eine Tuchreliquie in Italien sendete. Dem “Schleier von Manoppello“, den einige als “Jesus-Foto” bezeichnen. Angeblich zeige es das Abbild von Jesus Christus und gilt unter Gläubigen als “nicht von Menschenhand” gemacht. Für andere ist es ein frommer Schwindel. Und genau diese Vermutung wurde damals auch im ZDF verbreitet. Wie Ihr in diesem Artikel erfahren werdet, wurde in der TV-Dokumentation allerdings das ein oder anderer “vergessen” …


Das “Jesus-Foto” von Manoppello

Anfang Dezember 2007 übergab ich auf Einladung des Vatikan Papst Benedikt XVI. persönlich mein Buch „Das Wunder von Guadalupe“. Darin befasse ich mich umfassend mit dem „Wundertuch“ von Guadalupe in Mexiko und seiner Geschichte seit 1531, über das Ihr HIER mehr erfahren könnt.

Doch ein Kapitel darin widmete ich einer ganz anderen Tuch-Reliquie, die angeblich ebenfalls „nicht von Menschenhand“ stammen soll: Dem Schleier von Manoppello in Italien, östlich von Rom. Es ist das angebliche „Schweißtuch Jesus Christus“ oder sogar die heilige „Veronika“, die im Vatikan gestohlen worden sein soll. Medienwirksam wird es auch als „Das Jesus-Foto“ bezeichnet.

Ein christlicher Gegenstand, der nach katholischer Tradition von Jesus Christus selber stammen soll. Im Vergleich zum weltberühmten Turiner Grabtuch ist das „Schweißtuch von Manoppello“ aber kaum jemanden bekannt. Außerhalb der Gläubigen oder einiger Mystery-Forscher haben selbst die wenigsten Christen oder Katholiken jemals von dieser Reliquie gehört.

Aber, um dies vorweg klar zu betonen, eindeutige Beweise, dass es “echt” und damit von Jesus vor 2.000 Jahren stammt, gibt es nicht. Nicht anders als beim Grabtuch von Turin und den zahllosen anderen Objekten dieser Art in der christlichen Welt!

Papst Benedikt beim “Jesus-Foto”

Das Tuch befindet sich in einer Kapelle in dem Dorf Manoppello in den Abruzzen in Italien, rund 130 Kilometer östlich von Rom. Die fragliche Reliquie ist sehr klein, nur etwa 17,5 mal 24 Zentimeter groß, und war sehr lange unbekannt.

Erst im September 2006 wurde es weiteren Kreisen bekannt, als Papst Benedikt XVI. – den zahlreichen Kritikern zum Trotz – Manoppello und die Reliquie persönlich besuchte. „Angezogen vom Glanz Deines ersehnten und verborgenen Angesichts“, so begann der Papst sein Gebet am Bildnis am 1. September 2006.

Vor allem für die Gläubigen vor Ort in Manoppello war das ein Highlight. “Und jetzt kommt der Papst”, schrieb beispielsweise im Vorfeld des Besuches die “Berliner Morgenpost am 27. August 2006. Und Armin Schwibach berichtete in “Die Tagespost” am 27. Juli 2006 von dem Tuch als “eine verehrungswürdige Ikone ungewisser Herkunft”.

Ob diese Ehrung der Reliquie durch den persönlichen Besuch des damaligen Papstes gerechtfertigt war, ist bis heute Streitthema unter den Christen. Immerhin, so kritische Katholiken, seit die Tuch-Reliquie durch den Papst-Besuch natürlich nicht anerkannt worden. Es war eher so was wie ein Antrittsbesuch bei einem verehrten Bildnis von Jesus, wie es so viele in der Welt des Glaubens gibt. Im Vatikan habe schließlich auch niemand das Tuch als Wunder des Himmels oder von Jesus selbst für die Christen “freigegeben” …

Das Heilige Gesicht von Jesus

Heute hängt das Tuch aus extrem seltener und schwer herzustellender Muschelseide in der Kapelle in einem prunkvollen Rahmen für die Besucher. Es wird schlicht als „Volto Santo“ oder in Deutsch als das „Heiliges Gesicht“ bezeichnet. Das Gesicht von Jesus Christus am Tage seiner Kreuzigung, so der fromme Glaube.

Dies sagt schon alles über das Tuch aus: Es zeigt aus der Ferne nur unscheinbare Schatten. Doch nährt man sich dem prachtvoll verzierten Bilderrahmen mit der Krone obenauf, erkennt man sehr schnell ein klares, farbiges und deutliches Gesicht eines Mannes auf dem sehr dünnen Stoff. Unvermittelt bekommt der Betrachter den Eindruck, dieses Antlitz zeigt Jesus Christus. Es ähnelt im starken Maß all den unzähligen Jesus-Bildern, die wir heute aus der Vergangenheit kennen.

Längst ist es gleichgültig, worauf und wie genau ein Künstler Jesus malte oder abbildete: Die Menschen erkennen sofort, wer da zu sehen sein soll. Sein Gesicht, oder besser: sein vermeintliches Portrait, hat sich seit Jahrhunderten in das kulturelle Gedächtnis der Menschheit eingebrannt.

Was zeigt der Schleier von Manoppello?

Die Augen des abgebildeten Mannes sind offen. Auch der Mund steht leicht offen und man kann sogar Zähne erkennen. Er hat langes Haar, einen dünnen Bart und blickt irgendwie teilnahmslos auf den Betrachter. Mit nur etwas gutem Willen kann man in dem Antlitz durchaus einen leidenden und geschundenen Menschen erkennen.

Das Bildnis wirkt weder gestickt noch gemalt.

Und tatsächlich haben Untersuchungen bei diesem angeblichen Schweißtuch keinerlei Spuren irgendwelcher Farben gefunden. Professor Vittori von der Universität in Bari und der Professor Fanti von der Universität Bologna haben zumindest bei ihren Untersuchungen mit dem Mikroskop keinerlei entsprechende Spuren auf dem Abbild entdecken können.

Wohl aber fanden sie in den Pupillen schwarze Stellen, als seien diese durch Hitzeeinwirkung irgendwie angesengt worden. Und das alles, obwohl das Bild, ganz anders als das Turiner Grabtuch, farbig ist und plastisch ist. Pinselstriche sind ebenso nicht vorhanden, wie andere Zeichen einer Malerei, so Fanti und Bari nach ihen Analysen.

Das Bild selber ist erstaunlicherweise durchsichtig, was bei einer “normalen Malerei” kaum möglich wäre. Ursache hierfür ist vor allem das Material des Tuches. Überall hat das sehr feine seidenartige Gewebe dieselbe Durchsichtigkeit. So kann der Betrachter auch von beiden Seiten das Bildnisses des Mannes auf dem Stoff sehen. Dabei ist es erstaunlich, dass beide Seiten sich geringfügig unterscheiden.

Keine Spuren in der Bibel

Das seltsame Tuch aus Italien soll, so die Gerüchte, das legendäre „Schweißtuch der Veronika“ sein. Es wird eigentlich bis heute im „Veronika-Pfeiler“ hinten links in Petersdom im Vatikan verwahrt.

Nach einer christlichen Legende hat die heilige Veronika dem gepeinigten und mit dem Kreuz beladenen Jesus Christus ihr Schweißtuch gereicht, als dieser auf seinen Weg zur Kreuzigung unter der Last stürzte. Jesus wusch sich damit sein Gesicht ab und auf wundersame Weise sei daraufhin auf Veronikas Tuch das Bildnis des Messias entstanden. In der Bibel steht diese Geschichte nicht.

Doch der Vatikan zeigt jedes Jahr ein „Schweißtuch der Veronika“ für wenige Sekunden dem gläubigen Volk. Laut Vatikan ist also das Tuch der Veronika noch immer im Besitz der Kirche in Rom.

Dennoch hat die Geschichte beim Leidensweg Christi ihren festen Platz mit der Nummer VI. Besucht man Kirchen mit wachem Auge, ist in zahllosen Gotteshäusern dieser Leidensweg mit den einzelnen Stationen bildlich auf die eine oder andere Art dargestellt. Station sechs zeigt dabei immer die Legender um Veronika, ihr Tuch und Jesus. Meist mit dem Abbild Christi darauf. Eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass kein einziges Worte darüber im Neuen Testament zu finden ist.

Für Gläubige kein Problem. In Jerusalem besuchte ich bei Recherchen sogar das angebliche Wohnhaus der Veronika auf der Via Dolorosa. Heute eine französische Veronikakirche und natürlich die sechste Station des angeblichen Kreuzweges Jesu. Ob dies Frau überhaupt jemals lebte und in diesem Gebäude wohnte, weiß niemand.

Alles nur ein Irrtum, ein frommes Märchen? Woher stammt dann der Schleier? Es gab bisher auch keine Altersbestimmung des Schweißtuches, wie etwa mit der C14-Methode. Das Alter ist demnach vollkommen unbekannt. Kirchenkritiker könnten skeptisch einwenden, dass der Vatikan überhaupt kein Interesse an einer Datierung der Reliquie habe. Wohlweislich, dass das Ergebnis nicht ein alter von rund 2.000 Jahren ergeben würde.

Ganz Unrecht haben diese kritischen Stimmen dabei mit Sicherheit nicht.

Von einem “Engel” gebracht

Doch wie kam das verehrte Stück Tuch in das Kloster in dem kleinen italienischen Städtchen? Auch das soll ein Wunder gewesen sein. Und auch das ist eine Legende:

Im Jahre 1506 hielt sich der Physiker und Kunstkenner Dr. Giacomo Antonio Leonelli auf dem Vorplatz der Kirche von Manoppello auf. Plötzlich trat ihm ein fremder Mann gegenüber und sprach ihn an. In den Händen hielt er ein sorgsam verpacktes Bündel und überreichte es Leonelli. Der Fremde unterstrich mit deutlichen Worten den Umstand, dass er etwas sehr wertvolles und überaus Heiliges in den Händen halte. Es soll sicher verwahrt und verehrt werden, darum übergebe er es Leonelli in Manoppello.

Neugierig packte Leonelli das seltsame Geschenk aus und hielt das Tuch mit dem Antlitz eines Mannes in den Händen. Doch kaum, als er fragen wollte, was es mit dem Bildnis auf sich habe und wen es zeige, war der Fremde wieder verschwunden. Die Suche nach dem Überbringer blieb erfolglos und die Legende weiß zu berichten, dass es möglicherweise ein Engel war, der das Tuch überreicht hat …

Das Schweißtuch Christi blieb im Besitz Leonellis und seiner Nachfahren für rund 100 Jahre. Dann brauchte eine gewisse Maria Leonelli im Jahr 1620 dringend Geld, um ihren Mann aus dem Gefängnis von Chieti frei zukaufen.

Für vier Skudi veräußerte sie den kostbaren Familienbesitz an einem gewissen Dr. Donato Antonio de Fabritijs. Dieser behielt das Tuch bis ins Jahr 1638 und schenkte es dann den Mönchen vom Orden der Kapuziner. Kapuzinerpater Clemente da Castelvecchio stutzte den ausgefransten Rand des Tuches in dem er die Rändern abschnitt, lies es 1646 einrahmen und hinter Glas geschützt in der Kirche aufstellen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Das Schweißtuch hat demnach erst eine 500 Jahre andauernde Geschichte vorzuweisen. Vor dem Jahr 1506 gibt es keine offiziellen Spuren des Heiligtums. Wie bei so vielen – eigentlich so gut wie allen – Reliquien.

Das Antlitz Jesus Christus?

Die Ordensschwester Blandina Schlömer ist sicher, dass das Tuch in Manoppello und das Grabtuch von Turin nicht nur authentisch sind, sondern sogar ein und denselben Ursprung haben: Jesus Christus. Nach umfangreichen Analysen teilt auch Dr. Markus van den Hövel, Autor einer Reihe Bücher zu dieser Reliquie, diese Idee: „Wer Manoppello verstehen will, muss Turin verstehen.“

Schlömer stellte schon vor Jahren zahlreiche Vergleiche des Gesichtes auf dem Grabtuch und auf dem Schweißtuch an und ist sicher, dass beide ein und denselben Mann zeigen. Schwester Blandina, die in Manoppello selber wohnt und seit Ende 2009 Ehrenbürger ist, berichtete mir in einem Gespräch 2006 auch, dass sie ihrer Sache sehr sicher sei. Die Übereinstimmungen der Tücher seien einfach zu deutlich.

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Die biblische Überlieferung im Evangelium des Johannes (20,1ff.) berichtet davon. Zumindest lässt das Neue Testament hier Spielraum für Spekulationen, die vor allem auch das Turiner Grabtuch mit einschließen.

Bei Johannes heißt es unter der Überschrift „Das leere Grab“, dass Maria von Magdala in den frühen Morgenstunden als erste an das Grab Jesus gekommen sein. Sofort sah die, dass der Sperrstein weg gerollt wurde und das Grab selber leer war. Eilig lief sie zu den Jüngern Jesus und berichtete ihnen ihre Entdeckung. Petrus und ein namentlich nicht genannter zweiter Jünger machten sich daraufhin auf den Weg, um sich das selber anzusehen. Der „andere Jünger“ kam als erster an das Grab und sah „die Binden daliegen“, ging aber nicht hinein. Erst Petrus wagte es das Grab zu betreten.

Im Neuen Testament heißt es dazu:

Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte.“ (Joh. 20,6-8)

Von irgendwelchen Abbildungen des Messias auf den Leichentüchern ist in der Bibel mit keinem Wort die Rede. Es war jedoch Sitte bei jüdischen Begräbnissen – und Jesus war natürlich Jude – den Körper einzuwickeln und das Gesicht mit einem Tuch zu bedecken. So etwa heißt es bei Johannes 19,40:

Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist.

Auch die berühmte Geschichte der Erweckung des Lazarus von den Toten (zum Beispiel Johannes 11,44) enthält ein solches Detail. Waren solche Aussagen Ansporn für mittelalterliche Fälscher Schweißtücher wie auch das Grabtuch von Turin zu fälschen?

Der “Moment der Wahrheit” am ZDF

Pater Professor Dr. Heinrich Pfeiffer und Schwester Blandina Schlömer sind nach ihren Forschungen sicher hier authentische Zeugen der Passion Christi vorliegen zu haben. Fakt bleibt, dass die Bibel im Neuen Testament erzählt, dass im leeren Grab Jesus zwei Tücher gefunden wurden. Die Bibel spricht im Johannes-Evangelium (20,7) deutlich von einem „Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte“. Folglich lagen zwei Tücher über den Kopf des Gekreuzigten.

Das Manopello-Tuch unterscheidet sich dabei erheblich vom Turiner Grableinen. Es ist farbig, prachtvoll und klar erkennbar. Und vor allem ist es im Vergleich bis heute wesentlich unbekannter. Das schien der TV-Sender ZDF zu Ostern 2007 mit einer Dokumentation ändern zu wollen. Passend zum Fest der Auferstehung Jesus für die Christen.

Am Karfreitag den 6. April 2007 zur besten Sendezeit berichtete das ZDF in einer einstündigen Berichterstattung von neuen Untersuchungen des Bildes in Italien. Ergebnis der sensationell und aufwändig gestalteten Sendung: Das Tuch von Manoppello ist ein Schwindel und wurde gemalt! So wurde erst am Ende der Sendung von einer Untersuchung am 25. Januar 2007 berichtet. Als „der Moment der Wahrheit“ wurden dabei den Zuschauern diese Ergebnisse präsentiert – und der Mythos des Schleiers angeblich entzaubert.

Die Sendung war plötzlich zu ende, nachdem man festgestellt haben will, das Farbe auf dem Bildnis ist. Niemand kam mehr zu Wort.

War das alles so die Wahrheit, die das ZDF einem großen Publikum präsentierte? Nein – war sie nicht.

Zweifel am ZDF-Bericht

Professor Giulio Fanti aus Padua habe bewiesen, so die Kernaussage der Sendung, dass das Bild ein Gemälde ist. Das war aber irreführend, denn Professor Fanti zweifelte selber daran, dass das Bild gemalt wurde.

Die gefundenen Farben bzw. Hinweise auf Farbpikmente, könnten „von einem mittelalterlichen Maler hinzugefügt worden sein“, so Fanti. Er stellt selber klar, „dass ich der Idee, das Bild könnte übernatürlichen Ursprungs sein, positiv gegenüberstehe.“ Weiter stellte er deutlich fest, dass das extrem fein gewebte Gewebe leere Zwischenräume zwischen den winzigen Fäden habe. Es sind keine Farbverlaufspuren in den Gewebe-Zwischenräumen zu sehen. Nur einen Tag nach der “ZDF-Untersuchung” betonte Fanti bei einem Vortrag in Padua erneut, dass das Tuch „nicht von Menschenhand“ gemacht worden ist.

Diese Aussagen ihres Hauptuntersuchers vom 25. Januar 2007 verschweigt das ZDF komplett. Ebenso, dass Schwester Blandina anregte, die rein visuell entdeckten mutmaßlichen Farbpigmente naturwissenschaftlich zu analysieren. Es folgten eine Reihe böser und kritischer Briefe an das ZDF. Der Kunsthistoriker Professor Pfeiffer beispielsweise schrieb Dr. Helmut Pflüger, der am 27. April 2007 in einem umfangreichen Leserbrief die ZDF-Sendung kritisierte, am 8. Mai 2007:

Es ist noch schlimmer als Sie denken, das ZDF hat Professor Fanti Dinge in den Mund gelegt, die er nie gesagt hat. (…)

Von Malerei hat er nie gesprochen und hält das Christusbild eindeutig für ein acheiropíetos (nicht von Menschenhand, Anm. LAF). (…)Unglücklicherweise hat er von ,Pigmenten’ gesprochen und meinte damit jeden mikroskopisch kleinen Partikel, der auf den Fäden zu finden ist. Niemand vom Fernsehen, der beim Minikongress in Manoppello dabei war, verstand genügend Italienisch.

So konnten kühn falsche Behauptungen aufgestellt und falsche Schlussfolgerungen gezogen werden.

Pfeiffer, der unter anderem als Berater für die “Päpstliche Kommission für die Kulturgüter der Kirche” tätig ist, war mit seiner Kritik damals nicht allein.

Am 30. April 2007 wurde das Bild erneut umfassend untersucht. Da war die Dokumentation des ZDF natürlich längst abgedreht und gesendet worden. Sie bestätigten jedoch die ersten Analysen über die unklare “Natur” des Tuches von Manoppello.

Weitere Untersuchen

Durchgeführt hatte die zweite Untersuchung der Chemiker Professor Pietro Baraldi von der Universität Modena. Unter anderem mit einem „Raman“-Mikroskop für spektroskopische Untersuchungen der Tuchoberflächen. Damit können Material- und Substanzanalysen anhand der vorkommenden Moleküle ermittelt werden. Das Ergebnis, das zum Beispiel auf antlitz-chrtisti.de und in dem Magazin „Veronica“ (Nr. 1/2008) veröffentlicht wurde, war diesmal, dass überhaupt keine bekannten Farbsubstanzen nachzuweisen sind. Das Spektrum zeigte nur Eiweiß an, da Muschelseide selber aus Eiweiß besteht.

Entweder sind die Farben im Laufe der Jahrhunderte „verschwunden“ (verblasst), so Professor Baraldi abschließend, oder sie liegen „unterhalb des für seine Identifizierung mit dieser Technik notwendigen Minimums“. Das Bild bleibt also auch der irreführenden und unvollständigen Dokumentation des ZDF von Ostern 2007 bisher ein Rätsel. „Es handelt sich um ein anderes, bisher nicht geklärtes Phänomen“, notierte Schwester Blandina am 30. April 2007 nach den neuen Untersuchungen in ihr Tagebuch.

Erstaunliches wurde aber über das Material selber dabei herausgefunden. Üblicherweise wird angenommen, dass es aus extrem feiner und dünner Muschelseide besteht, wie es auch der Name “Muschelseidentuch” besagt. Die Analysen zeigten allerdings, dass das Gewebe noch erheblich feiner war, als man bisher dachte (“Heritage”, Nr.  1/2018, 25. Oktober 2018). Fäden aus Muschelseite sind etwa 0,2 bis 0,3 Millimeter stark, doch das Material des Schleiers von Manoppello wie eine durchschnittlich Stärke von nur 0,12 Millimeter auf.

Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist im Durchschnitt 0,05 bis 0,08 Millimeter stark.

Dass die Reliquie von Manoppello eine fromme Fälschung und damit gemalt wurde, ist reine Spekulationen. Es könnte sein, der Beweis steht aber noch aus. Es ist gleichzeitig aber ebenso spekulativ, dass es 2.000 Jahre als ist und von Jesus stammt!

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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