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Odin und das Christentum auf Sylt: Die Jagd auf die heidnischen Götter der Vorzeit (und was die Osterinsel mit Sylt verbindet) +++ YouTube-Video +++

Der nordische (germanische) Gott Odin und das Christentum auf Sylt (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Der nordische (germanische) Gott Odin und das Christentum auf Sylt (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Odin alias Wodan und sein Sohn Thor sind sicher die beiden bekanntesten Götter der germanischen bzw. nordischen Mythologie. Himmlische Wesen, die unsere Ahnen in Nord- und Mitteleuropa über Jahrtausende hinweg verehrten und von denen beispielsweise alte Texte wie die Edda erzählen. Doch im Zuge der Christianisierung Europas wurde auch allerorten der Glaube und die Verehrung dieser Götter vernichtet. So, wie es weltweit bei allen Kulturen in diesem Zusammenhang geschah. Mehr dazu (und was die Osterinsel im Pazifik  mit Sylt verbindet) erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video, das ich am Standort eines ehemaligen Odin-Heiligtum auf der Insel Sylt gemacht habe.

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Nicht anders war es auch auf der deutschen Nordsee-Insel Sylt. Auch auf Sylt waren die Götter der Germanen wie eben Odin Teil der Religion der frühen Bewohner der Insel. Bis auch hier das Christentum den alten Glauben und die alten heidnischen Kultstätten dieser urtümlichen Welt zerstörte.

Mehr dazu erfahrt Ihr in diesem Video, das ich am Standort eines ehemaligen Odin-Heiligtum auf Sylt gemacht habe.

Ein uralter heidnischer Kultplatz, auf dem nun eine christliche Kirche steht.

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Megalithgrab “Teufelssteine”: warum das Christentum alle heidnischen Kultstätten verteufelte! YouTubeVideo

Das Megalithgrab "Teufelssteine" im Kreis Borken: Eine "heidnische Kultstätte" im Münsterland (Bild: M. L. Sievers)
Das Megalithgrab “Teufelssteine” im Kreis Borken: Eine “heidnische Kultstätte” im Münsterland (Bild: M. L. Sievers)

„Da hatte der Teufel seine Finger im Spiel!“ Diese Redewendung galt vor allem während der Ausbreitung des Christentums in Deutschland und Europa. Eigentlich in der ganzen Welt. Denn überall dort, wo die frühen Christen auf sog. „heidnische Kultplätze“ anderer Religionen stießen, wurden diese verteufelt, zerstört oder für sich in Anspruch genommen. So auch bei dem uralten Megalithgrab aus der Steinzeit mit dem Namen „Teufelssteine“, das unweit meines Heimatdorfes LETTE steht. Spontan entstand dort ein neues Mystery-Video, das Ihr nun auf meinem YouTube-Kanal online findet.

 

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Kultstätten oder Kultorte gibt es in ganz Deutschland. Eigentlich auf den ganzen Planten und selbst christliche Kirchen sind grundsätzlich nichts anders.

Ich war kürzlich da – an diesen „teuflischen Steinen“ der Vorzeit, die mitten im Wald im Münsterland im Kreis Borken liegen. Und so entstand spontan bei einem Spaziergang an diesem “Kultplatz” dieses YouTube-Video zum Thema „Christianisierung und Heidentum“ mit dem Smartphone …

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INRI, die Kreuzinschrift Jesus: Ist die in Rom verehrte “Jesus-Tafel” vom Kreuz Jesus authentisch? (Artikel)

INRI - Die Kreuzinschrift Jesu: Ist die Tafel vom Kreuz Jesus in Rom authentisch? (Bilder: gemeinfrei & Fischinger-Online)
INRI – Die Kreuzinschrift Jesu: Ist die Tafel vom Kreuz Jesus in Rom authentisch? (Bilder: gemeinfrei & Fischinger-Online)

Reliquien gibt es in der katholischen Kirche unzählige. Seit den ersten Jahrhunderten des Christentums verehren die Gläubigen solche Objekte, die von Heiligen bis Jesus Christus selber stammen sollen. Bekannt sind vor allem auch Splitter oder Nägel vom Kreuz Jesus, die sich in der ganzen Antiken Welt finden. Doch in Rom liegt in einer Kirche neben eben solchen Reliquien auch ein ganz besonders Objekt. Es ist eine Holztafel, die im Jahr 325 mit dem Kreuz von Jesus in Jerusalem gefunden worden sein soll. Angeblich ist es genau jene Tafel, die die Römer bei der Kreuzigung am Kreuz befestigt haben, und heute jeder unter dem Kürzel “INRI” von unzähligen Kunstwerken her kennt. Aber ist diese “Jesus-Tafel” wirklich authentisch, wofür es tatsächlich zahlreiche Hinweise gibt? In diesem Blog-Artikel soll dieser Reliquie aus Rom und ihrer spannenden Geschichte einmal genau auf den Grund gegangen werden.


Jesus am Kreuz

Das Leben Jesu ist eine Geschichte voller Wunder und Rätsel. Seine Taten und seine Mission sind weltberühmt und Milliarden Menschen kennen heute Jesus Christus. Die Sekte der Christen entwickelte sich zur führenden Weltreligion der Erde und über kaum eine Person der Geschichte wurde so viel geschrieben und debattiert.

Betreten wir Kunstmuseen und Kirchen finden wir zahllose Darstellungen von Jesus Christus am Kreuz in Jerusalem. Denn mehr oder weniger umfassend schildern die vier anerkannten Evangelien des Neuen Testamentes das Leben, Leiden, Sterben und die Auferstehung von Jesus vor rund 2.000 Jahren.

Entstanden ist daraus das heutige Ostern als höchstes religiöses Fest der christlichen Welt. Auch wenn viele Menschen denken, dass dies Weihnachten sei; also die Geburt von Jesus.

Blicken wir auf die ungezählten Darstellungen des Jesus am Kreuz, fällt bei genauerer Betrachtung ein unscheinbares Detail auf: Über dem Kopf des leidenden und sterbenden Jesus findet sich auf vielen Darstellungen und Bildern eine Tafel mit einer Einschrift. „INRI“ ist auf dieser sehr knapp zu lesen. Doch was hat es damit genau auf sich?

INRI

Diese beschriebene Tafel ist keine „künstlerische Freiheit“, sondern eine überaus spannende Story.

Die Evangelisten Markus, Lukas, Johannes und Matthäus schildern alle, wie Jesus gekreuzigt wurde. Er wurde von den Römern gegeißelt, gequält und mit der berühmten Dornenkrone als „König der Juden“ verspottet. Geschunden und verletzt schleppte Jesus daraufhin sein Kreuz – oder ein Teil davon – zum Ort seiner Hinrichtung. Auch dort wurde Jesus von den Römern weiter verhöhnt. Und dabei, das berichten alle vier Evangelien übereinstimmend, haben die Römer sein Verbrechen auch schriftlich festgehalten und über seinem Kopf am Kreuz befestigt. Jeder Zuschauer und Schaulustige des makabren Martyriums sollte lesen können, was dem Verurteilten zur Last gelegt wurde.

So lesen wir bei Lukas zum Beispiel über Jesus Christus:

Es stand auch eine Aufschrift über ihm in griechischer, lateinischer und hebräischer Schrift: ,Dieser ist der König der Juden’.“ (Lk. 23,38)

„Und über seinem Haupte hefteten sie eine Inschrift an mit der Angabe seiner Schuld“, weiß Matthäus (27,37) zu berichten. Der Evangelist Johannes berichtet denn auch (Joh. 19,19f.), dass Pontius Pilatus, 26 bis 36 nach Christus Stadthalter des Kaisers Tiberius in Judäa, die Anbringung dieser Inschrift in drei Sprachen selber befohlen hatte.

“König der Juden”

„Viele von den Juden“ konnten es lesen, heißt es, und waren damit informiert, warum dieser Mann namens Jesus sterben musste. Er habe nämlich behauptet, dass er der „König der Juden“ sei. Für den Kaiser in Rom ein Verbrechen.

Seit einem Erlass von Kaiser Augustus (63 vor – 14 nach Christus) galt es als Aufrührerei und persönlichen Angriff auf den Herrscher in Rom, sich „König der Juden“ zu nennen. Es war schlicht Hochverrat am Kaiser.

Publius Quinctilius Varus (etwa 46 vor – 9 nach Christus), durch die Varusschalacht im Teutoburger Wald bekannter Senator und Kriegsherr, ließ eine Vielzahl selbsternannter „Judenkönige“ kreuzigen. Jesus wurde also als Aufrührer hingerichtet, wie es die Tafel dem Volk mitteilen sollte. Als einer von vielen und nach römischem Recht. Da sich Jesus bei Pilatus nicht einmal verteidigte, war die Hinrichtung rechtmäßig.

Es war vor 2.000 Jahren nicht ungewöhnlich, dass verurteilte Verbrecher am Kreuz eine Inschrift angebracht bekamen, die den Schaulustigen den Grund für die Strafe mitteilte. So also auch bei Jesus. Zum Beispiel hängte man diese dem Verbrecher um den Hals. Nicht nur bei so drastischen Strafen wie die Todesstrafe durch Kreuzigung.

Der römische Senator und Geschichtsschreiber Lucius Cassius Dio Cocceianus (etwa 163 – 230) erwähnt diesen Brauch in seiner „Römischen Geschichte“ (Buch LIV, 3,7) aber auch bei einer Kreuzigung. Historisch wären also die Abbildungen von Jesus am Kreuz mit der Tafel in diesem Zusammenhang korrekt. Gleiches gilt demnach auch für die entsprechenden Überlieferungen in den Evangelien.

Was aber bedeutet dieses „INRI“ überhaupt?

325 in Jerusalem

Das heutige „INRI“ ist nur ein Kürzel, das so nicht in der Bibel vorkommt, und auch so nicht auf dem Kreuz gestanden hat. Es steht für „Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum“ = „Jesus von Nazareth, König der Juden“ und stammt aus dem Evangelium des Johannes (19,19). Seit etwa dem 4. Jahrhundert setzte sich diese Inschrift durch und wurde Teil der Jesusdarstellungen am Kreuz. Darum verlängerten die Künstler auch den senkrechten Kreuzbalken über den Kopf Jesus hinaus, um Platz für diese Jesus-Tafel zu haben.

Vermuten zumindest einige Kunsthistoriker. Üblich waren bei den Römern nämlich (meistens) Kreuze in einer einfachen „T-Form“.

Doch jetzt wird es spannend: Diese 2.000 Jahre alte Inschrift vom echten Kreuz des echten Jesus soll es heute noch geben. Sie liegt sicher verwahrt in einer Kirche in Rom, kann dort von jedem gesehen werden und soll authentisch sein. Nicht wie zahllose andere Reliquien der Christenheit, die kaum authentisch sind oder überhaupt sein können.

Woher diese (heutige) Tafel in Rom stammen soll, ist sehr gut überliefert. Demnach fand sie die berühmte Flavia Iulia Helena (etwa 250 – 330) bei einer Pilgerreise im Jahre 325 in Jerusalem wieder. Sie war die Mutter des nicht minder berühmten Kaiser Konstantin dem Großen (272 – 285), dem ersten christlichen Kaiser. Zusammen mit Nägeln der Kreuzigung und Resten des echten Kreuz von Jesus Christus habe Helena diese Kreuzigungstafel am Ort der Hinrichtung von Jesus entdeckt.

Eine Reihe Historiker und Autoren erwähnt die Auffindung der Reliquien durch Helena am Ort Golgatha in Jerusalem.

Gelasis von Caesara schrieb in seiner „Kirchengeschichte“ im Jahr 388 sogar davon, dass Helena dort unter anderem gleich drei Kreuze fand. „Eines war das Kreuz Christi und die anderen jene der Diebe, die mit ihm gekreuzigt wurden“, so Gelasius. Er ergänzt, dass „eine wunderbare Kirche über der Stelle, an der das Kreuz gefunden wurde“ erbaut wurde. Heute kennt man diese als die berühmte Grabeskirche in Jerusalem. In der übrigens bis heute die exakte Stelle besichtigt werden kann, wo genau Helena ihre Funde gemacht haben soll …

Ausgegraben in der Grabeskirche

Der berühmte Geschichtsschreiber Eusebius von Caesarea (ca. 260 – 340) wiederum zitiert Kaiser Konstantin 325 selber:

„(Dass) das Zeugnis seiner allerheiligsten Passion, das so lange unter der Erde begraben lag, jetzt befreit wurde.

Damit kann natürlich nicht der Fels oder Hügel Golgatha selber gemeint gewesen sein. Dieser war immer über der Erde zu sehen, und musste nicht erst ausgegraben werden. Und nur 23 Jahre nach den Funden erwähnt Bischoff Kyrill von Jerusalem im Jahr 348, dass in der Grabeskirche „heiliges Holz vom Kreuz“ von den Gläubigen verehrt wurde. Pilger bekamen bei ihren Besuchen dort sogar von den Geistlichen Fragmette oder kleine Splitter des Kreuzes mit.

Die heiligen Funde aus Jerusalem wurden schließlich zum Teil in den Palast bzw. der Kapelle der Helena nach Rom gebracht. Zum Teil deshalb, da unter anderem Kreuzteile in Jerusalem geblieben sein sollen und vor allem auch die Jesus-Tafel geteilt wurde. Wobei man sich fragen muss, warum ein so bedeutender Fund wie die Inschrift-Tafel des Jesus von den Christen um Helena damals einfach zersägt wurde.

Von jenem Stück, das in Jerusalem verblieben war, verliert sich die Spur im Jahr 614. Da eroberten die Perser Jerusalem und plünderten die Stadt und ihre Heiligtümer und raubten kostbare Reliquien. Bei der der Rückgabe diverser und nicht eingeschmolzener oder zerstörter Reliquien 628 durch die Perser war die Jesus-Tafel nicht mehr dabei. Diese Hälfte wird wohl für immer verloren sein und auch Jerusalem-Pilger erwähnten nach dem Einfall der Perser die Inschrifttafel nicht mehr.

1492 in Rom

Letztlich jedoch ging auch die Tafel des Kreuzes in Rom im Laufe der Jahrhunderte verloren. Doch nur bis zum Jahre 1492.

In diesem Jahr wurde bei Bauarbeiten ein Ziegel gefunden, der die Inschrift „Titulus Crucis“ („Kreuz-Inschrift“) trug und im Jahre 1143 dort versteckt worden ist. Mit bzw. hinter diesem Stein tauchte auch der zweite Teil der Jesus-Tafel wieder auf. Um der Bedeutung des Fundes mehr Authentizität zu verleihen trug das Versteck auch das offizielle Siegel von Papst Lucius II., der allerdings erst ab März 1144 Papst war. 1143 war er noch Kardinal bzw. Bischof von Bologna in Italien.

Die Christenheit jedenfalls hatte eine neue alte Reliquie mehr.

Die römische „Basilika Santa Croce in Gerusalemme“, so ihr Name heute, die sich aus der Kapelle der Helena entwickelte, verwahrt diese Tafel bis heute in einem Seitenschiff. Und es dauerte nach der Wiederentdeckung des Artefaktes auch nicht lange, bis die Kirche die Reliquie offiziell anerkannte. Dies geschah durch Papst Alexander VI. (1431 – 1503) am 29. Juli 1496.

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Viel Aufsehens für eine im Neuen Testament nur kurz erwähnte Tafel. Doch sollte die Reliquie tatsächlich echt bzw. 2.000 Jahre alt sein? Als ich im Zuge diverser Recherchen in Rom und Jerusalem (dem angeblichen Auffindungsort der Reliquie) war, interessierte mich unter anderem auch genau diese Frage. Und zwar, was die Meinungen der zahllosen “normalen” Besucher und Pilger dazu war. Zweifel hatten dabei die wenigstens Menschen. Zurecht?

Denn es war auffallen, das fast niemand der Befragten auch nur die groben oder wichtigsten Details zu der Reliquie kannte. Macht Glaube also ganz einfach blind? Auch in der „Santa Croce in Gerusalemme“ in Rom, wo sich einige Kreuzreliquien befinden? Und die gesuchte Jesus-Tafel ist noch heute darunter. Sie ist sehr verwittert, von Holzwürmern und Pilzen zerfressen und in einem prachtvollen Rahmen gebettet. Beschriftet ist sie mit drei Zeilen in drei Sprachen – Hebräisch, Griechisch und Latein.

Ein Stück vom “echten Kreuz”?

Bereits 1870 legte der Franzose Ch. Rohault de Fleury seine bebilderte Untersuchung „Memoire sur des Instruments de la Passion de N.-S. J.-C“ der dreisprachigen Tafel in Rom vor. Er konnte belegen, dass bereits im 3. Jahrhundert die Charakteristika zumindest der griechischen Zeile der Tafel nachzuweisen sind.

Am 25. April 1995 wurde die verehrte Reliquie schließlich genauer untersucht. Maria-Luisa Rigato von der Päpstlichen Universität Gregoriana (Rom) bekam dafür die Erlaubnis und den Auftrag, die Reliquie zu dokumentieren. Mit sehr ähnlichen Ergebnissen wie de Fleury.

Das Objekt selber ist recht klein, nur 25 Zentimeter lang, 14 Zentimeter hoch und 2,6 Zentimeter dick. Das beschädigte und dunkle Stück besteht aus rund 700 Gramm Nussholz und die Inschriften sind mehr oder weniger deutlich zu sehen. Der Botaniker Professor Elio Corona aus Italien ist sicher, dass das Holz von der „Juglans regia“ aus dem Nahen Osten und östlichen Mittelmeer stammt. Das würde zumindest zu einer Herkunft der Inschrift aus Jerusalem passen.

Hierzu passt die Aussage des Pilger Antonius von Piacenza, der etwa 570 im Jerusalem war. Antonius habe dort selber die Tafel vom Kreuz Jesus gesehen, in den in Händen gehalten und sogar geküsst haben. „Dieses Kreuzesholz ist von Nussbaum“, so berichtete er über seine Pilgereise. Die Pilgerin Egeria beschrieb schon im Jahr 383 eine Verehrung einer Kreuz-Tafel in Jerusalem. Eben das heute fehlende Pendant zur Tafel in Rom.

Der deutsche Historiker Michael Hesemann machte vor rund 20 Jahren Schlagzeilen um diese Tafel in Rom. Ihm wurde 1998 gestattet die Kreuztafel genauer zu untersuchen. „Der deutsche Historiker Michael Hesemann sieht in ihr den einzigen schriftlichen Beweis für den Kreuzestod von Jesus“, schrieb beispielsweise der „FOCUS“ (Nr. 1/2000) damals zu seinen Forschungen. Die „BILD“ titelte am 1. Oktober 1999 denn auch: „Deutscher Wissenschaftler ist sich sicher: Dies ist ein Stück vom Kreuz Jesu.“

Was war geschehen?

Die Jesus-Tafel

Hesemann wurde 1997 auf die Tafel aufmerksam und reiste nach Israel um dort Experten für Paläograhie zu konsultieren. Zahlreiche Kenner der alten Schriften des Nahen Ostens bestätigten dem Historiker, dass die Inschriften auf der Kreuz-Tafel durchaus aus dem 1. Jahrhundert stammen können. Auch wies Professor Dr. Israel Roll darauf hin, dass die lateinische Zeile des „Titulus Crucis“ Parallelen zu einer römischen Weihe-Inschrift aus dem ersten Jahrhundert hat, die 1961 gefunden wurde. Und diese Inschrift stammt von Pontius Pilatus, der laut Neuem Testament auch die Tafel am Kreuz Jesus anfertigen ließ.

Hat also Helena neben dem Kreuz Jesus 325 auch die heute in Rom verehrte Tafel gefunden? Die Tafel ist den Berichten nach geteilt worden und dabei ging im Laufe der Zeit ein Teil in Jerusalem verloren. Auch die Tafel in Rom zeigt, dass sie offenbar nur ein Teil einer größeren Inschrift ist. Links hat sie eine saubere Schnittkante, während die anderen drei Seiten stark verwittert sind.

Der Historiker und Papyrologe Professor Carsten Peter Thiede, den Hesemann ebenso zu der Inschrift befragte, war ebenfalls sicher, dass die Tafel aus dem 1. Jahrhundert stammen kann. Er legte ein Jahr nach Hesemann seinem Buch “Die Jesus-Tafel” selber eine Arbeit zum „Jesus-Fragment“ vor, in der auch er sich für die Echtheit des Stückes aussprach.

Alles Schwindel?

Hesemann wiederum, der mit Erlaubnis der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften die Reliquie untersuchte, stellte seine Ergebnisse 1999 auf einem Kongress der Päpstlichen Lateran Universität (Rom) vor. So wurde die Tafel wurde berühmt.

Zwei Jahre nach Thiedes Arbeit „Das Jesus-Fragment“ jedoch wurde der graphologische und historische Befund der „I.N.R.I.-Tafel“ aus Rom erschüttert. Radiokarbondatierungen der Tafel durch die Universität „Roma Tre“ ergaben 2002, dass sie nur etwa 1.000 Jahre alt ist. Zwischen den Jahren 950 und 1010 oder sogar auf 1146 wurde das Holz datiert. Das sind mindestens 920 Jahre nach dem Tod Jesus in Jerusalem.

Die Forscher Francesco Bella und Carlo Azzi schreiben in ihrer entsprechenden Veröffentlichung „14C Dating the ‚Titulus Crucis‘“ in dem Fachmagazin „Radiocarbon“ (vol. 44, Nr. 3/2002) unter anderem:

Ein Vergleich zwischen den 14C-Daten und den historischen Daten der Kontrollproben zeigt die gute Funktionsweise des Analysesystems an und validiert das berechnete Alter des ‚Titulus Crucis‘.“

Alles nur ein Schwindel gläubiger Jesus-Anhänger also?

Wusste das ein Fälscher?

Hesemann verteidigte am 2. Mai 2009 in seinem Vortrag „Titulus Crucis“ bei einem Kongress an der „Universidad CEU San Pablo“ (Madrid) seine Forschungsergebnisse. Er spekulierte, dass die Radiokarbondatierung falsch ist oder die Proben kontaminiert gewesen sein könnten. Immerhin, so die Befürworter der Echtheit, ist eine Kreuz-Inschrift-Verehrung bis ins 4. Jahrhundert nachweisbar und die Schriftanalyse zahlreicher Experten lege eine Entstehung in das 1. Jahrhundert nahe. Und damit in die Zeit Jesus.

Konnte ein Fälscher im Mittelalter eine Inschrift in drei verschiedenen Sprachen aus dem 1. Jahrhundert tatsächlich fehlerlos fälschen?

Schaut man sich vor Ort in Rom das Holzstück genauer an, fällt etwas auf den ersten Blick nicht sehr bemerkenswertes auf. Vor allem mittig der Tafel finden sich gräulich-weiße Farbspuren (Kalk) und in einigen Buchstaben sind schwarze Farbreste zu erkennen. War das Objekt also früher einmal bemalt? Gut möglich, wie die Archäologin Maria Grazia Siliato in ihrem viel beachteten Buch „Und das Grabtuch ist doch echt“ (1998) schreibt:

Wie bei jeder anderen Schrift auf Runde oder auf Holz üblich, wurde aus der Tafel zunächst ein rauer, weißer ‚Untergrund‘ aus Kreise oder Leim aufgetragen, auf den der Exactor des Verfahrens, der die Ausführung des Urteils überwachte, in schwarzen oder roten Buchstaben den Urteilsgrund schrieb.“

Auch geben die Befürworter folgendes zu bedenken: Bei Johannes heißt es, dass die Tafel am Kreuz Jesus in Hebräisch, Lateinisch und Griechisch verfasst wurde. Das Objekt im Rom ist aber in Hebräisch, Griechisch und Lateinisch beschrieben. In einer anderen Reihenfolge also.

Falsche Datierungen?

Würde ein mittelalterlicher Schwindler mit der Bibel als Vorlage sich aber nicht exakt an den biblischen Wortlaut halten? Ist folglich das Ergebnis der Radiokarbondatierung falsch, da die Inschrift an sich eine Entstehung vor 2.000 Jahre nahelegt? Kann es sein, so fragt auch Michael Hesemann in seine Buch „Jesus von Nazareth“ (2009), dass die Datierung „darauf zurückgeht, dass die Tafel rund 1.100 Jahre in einer Bleikassette steckte“? Eben bis zu ihrer Auffindung 1492.

Weiter schreibt er dazu:

Blei ist der effektivste Strahlenschutz. Die Radiokarbonmethode misst aber den radioaktiven Zerfall von C14, wenn es der natürlichen kosmischen Strahlung ausgesetzt ist. Eine konstante Abschirmung müsste diesen Prozess eigentlich aufhalten und das Material scheinbar ‚verjungen‘.“

Das Blei könnte demnach den natürlichen radioaktiven Zerfall aufgehalten, und damit auch die Radiokarbondatierung verfälscht haben. Die Tafel in Rom wäre demnach eine der größten Sensationen der Welt. Sie würde nicht nur das Neue Testament bestätigen, sondern auch den Kreuztod eines Mannes namens Jesus von Nazareth. Einem „König der Juden“.

Insgesamt bestätigten sieben Schriftexperten von drei Universitäten in Israel, die Expertin Maria-Luisa Rigato und der Historiker Carsten Peter Thiede die Datierung des Schrifttyps in das 1. Jahrhundert. Viele Menschen, die an die Echtheit der Inschrift glauben wollen, verweisen immer wieder darauf.

Kopie, Fälschung oder echt?

Hierbei geht aber ein interessantes Detail oft unter.

Die sechs nicht ganz erhaltenen hebräischen Buchstaben der ersten Zeile identifizierte die Historikerin Rigato als Aramäisch. „Jesus Nazara euer König“, so ihre Übersetzung. In ihrer Arbeit „Il titolo della croce di Gesù“ (2005) schreibt sie aber auch, dass sie die Jesus-Tafel von Rom für eine exakte Kopie hält. Angefertigt von einer echten Inschrift vom Kreuz Jesus, die Helena mit den anderen Reliquien in Jerusalem fand. Demnach wäre es auch nicht verwunderlich, dass die kopierten Texte in das 1. Jahrhundert passen.

Ebenso übersehen wird der Umstand, wie genau die Zeilen in Latein und Griechisch auf der Jesus-Tafel angebracht wurden. Sie wurden von rechts nach links geschrieben, wie die oberste Zeile in hebräischen Buchstaben. Aramäisch bzw. Hebräisch sind bekanntlich tatsächlich linksläufige Schriften; Latein und Griechisch aber nicht.

Spott oder Lohnschreiber?

Warum ist das so? Ob die Tafel nun von der Kreuzigung Jesus stammt, ein Fake mittelalterlicher Christen ist, oder von Gläubigen vom Original 1 zu 1 kopiert wurde: in allen drei Fällen ist das mehr als ungewöhnlich! Eine wirkliche Erklärung dafür gibt es nicht.

In diesem Zusammenhang wird vermutet, dass Pilatus die Inschriften von einem jüdischen Schreiber verfassen ließ. Einem sogenannten „Lohnschreiber“, der es schlicht nicht besser wusste, da seine Muttersprache Hebräisch/Aramäisch eben von rechts nach links geschrieben wurde. So schrieb er auch die anderen zwei Zeilen in diese Richtung. Zwar lesbar und sinnvoll, aber doch verkehrt herum. Ebenso wird die falsche Schreibweise dahingehend interpretiert, dass der Schreiber nach Diktat schrieb. So zumindest Professor Thiede in seinen Untersuchungen.

Andere vermuten hier einen ganz profanen Grund. Die Schreibweise des Griechischen und Lateinischen von rechts nach links wie das Hebräische der Juden diente lediglich dazu den Verurteilten weiter zu verspotten. So, wie es am Deutlichsten ja bekanntlich laut Bibel mit der Dornenkrone getan wurde.

Ob das stimmt?

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Lars A. Fischinger

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Im Bann der Dämonen: Seltsames über König Salomon und dem Bau des Tempels von Jerusalem +++ Artikel +++

ARTIKEL: Die Dämonen im Bann: Seltsames über König Salomon und dem Bau des Tempels von Jerusalem (Bilder: gemeinfrei / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
ARTIKEL: Die Dämonen im Bann: Seltsames über König Salomon und dem Bau des Tempels von Jerusalem (Bilder: gemeinfrei / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In den Büchern der Bibel finden sich zahllose große und kleine Protagonisten, die mal mehr und mal weniger bekannt sind. Einige sind legendäre Berühmtheiten, auch wenn man oft nicht mal weiß, ob es sie wirklich gab. Zum Beispiel Moses, Abraham oder König David. Und doch sind auch und gerade diese Personen zahllosen Menschen mehr oder weniger gut bekannt. Dazu zählt auch der legendäre König Salomon. Ein Herrscher, der vor rund 3.000 Jahren den 1. Tempel von Jerusalem gebaut haben soll und aufgrund seiner Weisheit bis heute gepriesen wird. Doch Salomon hatte nach den alten Texten auch seine Schattenseiten, die offenbar sogar in der Bibel selbst überwiegen. Welche das sind und was der sagenumwobene König zu Lebzeiten alles getan haben soll, erfahrt Ihr in diesem Blog-Artikel.


Der Tempel des Salomon

In der Bibel gibt es eine Reihe von Namen und Figuren, die immer wieder auftauchen. Berühmtheiten, von denen viele Menschen vielfach gehört haben, auch wenn sie nicht selber im Alten und Neuen Testament lesen. Allen voran natürlich Jesus und Maria aus dem Neuen Testament oder Adam, Eva, Noah sowie Moses aus dem Alten Testament sind hier zu nennen.

Eine durchaus auch noch bekannte Person aus dem Alten Testament ist sicherlich König David. Vor allem aufgrund des Kampfes „David gegen Goliath“ und vielleicht auch noch in seiner biblischen Funktion als frommer Herrscher in Jerusalem. Sein Nachfolger König Salomon hingegen ist dabei schon weniger prominent. Auch wenn seine legendäre Weisheit fraglos geläufig ist.

Als Baumeister des ersten Tempels von Jerusalem, dem nach ihm bekannten „Salomonischen Tempel“, ist aber auch dieser König eine wahrhaftige Legende der biblischen Geschichte und Forschung. Auch wenn weder die Person Salomon noch sein Tempel auf dem Tempelberg in Jerusalem archäologisch und historisch unumstritten belegt sind. Was aber für sehr viele biblische Figuren und Aussagen gleichermaßen gilt.

Über König Salomon berichten uns das 1. Buch der Könige und das 2. Buch der Chronik im Alten Testament. Vor allem das 1. Buch der Könige widmet sich dabei der größten Leistung des mythischen Herrschers – nämlich den Bau des Jerusalemer Tempels im 10. Jahrhundert vor Christus. Seinem Vater König David war diese Tat zu Lebzeiten nicht mehr vergönnt, weshalb erst Salomon ab etwa 974 vor Christus mit dem Tempelbau begann (im 4. Jahr seiner Regentschaft). Nach sieben Jahren emsiger Bauarbeiten feierte man Richtfest und Jerusalem hatte seinen Tempel zu Ehren Gottes. Kernheiligtum war darin im sogenannten „Allerheiligsten“ die Bundeslade.

Der transportable Tempel

Im Prinzip war der Tempel des Salomon ein „Nachbau“ in Stein des Zeltheiligtums des Exodus. Im Buch Exodus wird ab Kapitel 25 und ab Kapitel 36 dieses transportable Heiligtum mit seinem Inventar und Aussehen beschrieben. Es diente als Tempel für die aus Ägypten fliehenden Nomaden, der immer wieder auf- und abgebaut werden konnte. Auch hier stand im Allerheiligsten die Bundeslade und auch hier opferte man Gott bzw. nahm Kontakt mit ihm auf.

Ob es dieses Zeltheiligtum bei Exodus unter Moses jemals gab, weiß niemand wirklich zu sagen. Das gilt allerdings nicht nur für den „Mischkan“ oder „Stiftshütte“ genannte Zelt-Tempel, sondern für den gesamten Auszug der Hebräer aus Ägypten an sich.

Was aber unbestritten ist, ist die Tatsache, dass Gott selber laut Buch Exodus die Anweisungen zum Bau des Heiligtums und der Lade des Bundes gab. Zumindest haben die Autoren des Textes dem Herrn diese zugesprochen. Für einige Bibelforscher wurde jedoch nur der Jerusalemer Tempel und der entsprechende Kult darin von den Bibelautoren auf den Exodus zurückgedichtet.

Neben der Bibel gibt es keine Quelle für den Bau des Tempels von Salomon. Ein Hinweis, dass er existierte, könnte der Bericht im 2. Buch der Könige ab Kapitel 12 sein. Dort heißt es, dass König Joas Ende des 9. Jahrhunderts vor Christus den Salomonischen Tempel restaurierten ließ. Diesen Herrscher sowie die Instandsetzungen könnte es durchaus gegeben haben.

Während das Zeltheiligtum mit Bundeslade im 2. Buch Moses noch auf direkten Wunsch von Gott persönlich angefertigt wurde, ist es beim Tempel des Salomon anders. Hier gibt Gott keinen direkten Befehl, dass man ihm eine „Wohnstätte“ bauen soll, wie es noch im Buch Exodus der Fall war. Denn dort hat er angeblich sogar Moses noch persönlich Modelle der zu fertigen Dinge wie Bundeslade und Zelt gezeigt.

Gott braucht keine Wohnstätte!

Genaugenomen finden sich in der Bibel sogar eher als abwertend zu bezeichnende Aussagen bezüglich Salomon und seinem Tempelbau. Zum Beispiel in der Apostelgeschichte ab 7,44, wo wir lesen:

Unsere Väter hatten das Zelt des Zeugnisses in der Wüste, wie der, welcher zu Mose redete, befohlen hatte, es nach dem Muster zu machen, das er gesehen hatte. Und unsere Väter übernahmen es und führten es mit Josua ein bei der Besitzergreifung des Landes der Nationen, die Gott austrieb von dem Angesicht unserer Väter hinweg, bis zu den Tagen Davids, der Gnade fand vor Gott und eine Wohnstätte zu finden begehrte für den Gott Jakobs.

Salomo aber baute ihm ein Haus. Aber der Höchste wohnt nicht in Wohnungen, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht: ‚Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. Was für ein Haus wollt ihr mir bauen, spricht der Herr, oder welches ist der Ort meiner Ruhe?‘

Auch wenn diese Aussage natürlich aus der direkten Zeit nach Jesus Christus stammt und zu jener Zeit wahrscheinlich noch der 2. Tempel (von König Herodes) in Jerusalem stand, klingt sie schon erstaunlich. Durchaus auch in Bezug auf König David, der „Gnade fand vor Gott“. Immerhin hat dieser David laut Bibel alle möglichen Konkurrenten und Widersacher ermorden lassen und schreckte vor keiner Tat zurück. Ihm ist es jedoch zu verdanken, dass die Bundeslade aus der Stadt Silo nach Jerusalem gebracht wurde.

Eigentlich auch nur ein politischer Schachzug des Herrschers, der damit die Priesterschaft in Silo gewaltig schwächte. So konnte er Jerusalem zu seinem Zentrum für Politik und Religion als „Davidstadt” ausbauen bzw. gründen.

Es gibt zwar sehr spärliche archäologische Hinweise auf das „Haus David“ als Herrscherdynastie, doch keine echten Belege seiner Existenz. Hier ist vor allem eine Inschrift zu nennen, die 1993 in Tel Dan gefunden wurde. Sie stammt aus dem Jahr 840 vor Christus und besagt, dass die Könige Judas vom „Haus David“ abstammen. Ein Beweis für eine real gelebte Person König David ist das aber nicht.

Und doch ist vor allem David und sein Geschlecht in der gesamten Bibel ein enorm wichtiger Bestandteil. Schließlich soll auch Jesus selber ein „Sohn Davids“ gewesen sein … damit aus seiner Ahnenreihe entstammen.

König Salomon und der Tempelberg

So verwundert es auch nicht, dass König David allein im Neuen Testament 59-mal erwähnt wird. Nur Moses (80-mal) und Stammvater Abraham (73-mal) werden hier öfter namentlich genannt. Natürlich mit Ausnahme von Jesus. Da aber David geradezu wie ein Diktator lebte, mordete, herrschte und vor allem sündigte, wollte ihn sein Gott letztlich doch dafür bestrafen. Diese Strafe bestand laut den Samuel-Büchern darin, dass es ihm nicht vergönnt war, den heiligen Tempel zu errichten. Jedoch wird der König im 2. Buch Samuel (ab Kapitel 11) als ein Liebling Gottes dargestellt, der letztlich seine skrupellosen Taten bereute. Eine Erzählung, die sich beispielsweise auch im Koran wiederfindet (Sure 38, ab Vers 21).

Als Salomon die Nachfolge seines Vaters David als König antrat, soll eine goldene Zeit angebrochen sein. Sie fand ihren Höhepunkt fraglos im Tempelbau für die Bundeslade und den Kult um Jahwe in Jerusalem. Schließlich gab es nichts, was heiliger ist, als die Lade des Bundes mit den Zehn Geboten. Sie bildete das geistige und spirituelle Zentrum innerhalb des Salomonischen Tempels.

Dabei soll – nach der sich entwickelten jüdischen Tradition – König Salomon den Bauplatz für den Tempel mit großer Sorgfalt gewählt haben. Nirgendwo sonst haben mehr religiöse Ereignisse stattgefunden, als auf dem heute als Tempelberg bekannten Platz. Zumindest dem Glauben nach. Dort, wo heute der muslimische Felsendom steht, liegt der Nabel der Welt in Form des namensgebenden Felsen. Und diese, meistens nicht in alten schriftlichen Aufzeichnungen nachweisbaren, Traditionen um den Felsen und Tempelberg sind überaus umfangreich. Beispiele:

  • Der Felsen ist der „Urfels“ von dem aus die Welt entstand bzw. der „Grundstein“ der Schöpfung.
  • Adam und Eva haben dort Gott geopfert.
  • Ihre Söhne Kain und Abel ebenso.
  • Der Garten Eden lag auf dem Tempelberg.
  • Nach der Sintflut habe auch Noah hier seinem Herrn ein Dankopfer dargebracht.
  • Abraham habe seinen Sohn Isaak auf diesen Felsen gelegt, als er ihn auf Befehl seinem Gott opferten wollte.
  • Der Prophet Mohammed sei von hier in den Himmel gefahren.
  • Letztlich stand angeblich auch die Bundeslade genau auf diesem Felsen.

Interessante Traditionen und Glaubensvorstellungen, von der aber nicht eine belegbar ist. Dennoch war bereits vor Jahrtausenden hier das Zentrum des Glaubens, was vor allem auch dem Tempel des Salomon zu verdanken ist.

Salomon – ein verschmähter König?

Man könnte also meinen, dass Salomon als Baumeister der Wohnstätte Gottes in Jerusalem in der Bibel gefeiert und gepriesen wird. Seltsamerweise ist aber genau das nicht der Fall.

So ist der Herrscher im Neuen Testament an gerade mal 12 Stellen belegt. Verglichen mit seinem sündigen und kriegerischen Vater David mit 59 Nennungen ist das verschwindend wenig. Schmeichelhaft sind zahlreiche der Erwähnungen Salomons im Neuen Testament auch nicht. Dazu zählt nicht nur die oben zitierte Kritik am Bau eines Hauses für den Herrn aus der Apostelgeschichte. Im Prinzip fängt es schon in im Matthäusevangelium (1,6f.) mit der unehelichen Zeugung mit der Frau Urias an.

„Bei diesen Stellen wird deutlich, dass die Figur Salomons im Neuen Testament stets in eher abwertendem Zusammenhang steht“, schreibt beispielsweise der Bibelforscher Peter Busch in seiner Analyse „Das Testament Salomons“ (2006). Obwohl der König auch als großer und weiser Exorzist und Dämonen-Bändiger in der traditionellen Überlieferung angesehen wird, werde er im Neuen Testament „keineswegs als Exorzist vorgestellt“, so Busch.

Solche religiösen Vorstellungen und Ansichten entlehnen sich meist aus mündlichen Erzählungen, Sagen und Märchen über diverse Figuren der biblischen Geschichte. Oder aus Schriftgut außerhalb der Bibel, das damit nicht in den heutigen Bibel zu finden ist. Man denke hier an das genannte Beispiel von Noah, der angeblich auf dem Tempelberg seinem Gott nach der Sintflut opferte. Laut Sintflut-Geschichte im biblischen Buch Genesis strandetet die Arche Noah nach der Flut nämlich sehr weit weg von Jerusalem. „Am Gebirge Ararat“ sei das gewesen …

„Das Testament des Salomon“

Zu der seltsamen Figur des Salomon existieren einige alte Schriften (Apokryphen), die sein Leben und Wirken weiter ausführen. Einige davon sollen sogar direkt von dem König selber verfasst worden sein. Wie das apokryphe und „okkulte“ Buch „Das Testament des Salomon“, das durchaus als zumindest eine Quelle der Traditionen um ihn als Dämonen-Bändiger angesehen werden kann. Auch der legendäre „Ring des Salomon“, Symbol und Werkzeug zur Kontrolle von bösen Mächten und Dämonen, entstammt diesem Text.

Verglichen mit der angenommenen Lebenszeit Salomons im 10. Jahrhundert vor Christus ist sein „Testament“ relative jung. Es soll, auch wenn Salomon hier selber als Autor in der Ich-Form spricht, erst im 4. Jahrhundert nach Christus entstanden sein. Also bereits unter dem frühen Christentum, was auch am Text deutlich erkennbar ist.

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Inwiefern es wirklich eine Version aus vorchristlicher Zeit gab, die dann unter christlichen Einfluss neu bearbeitet wurde, ist ungewiss. Peter Busch vermutet in seiner Arbeit, dass das gesamte „Testament des Salomon“ eine christliche Schrift ist.

Inhaltlich bietet es aber spannende Aussagen über den Herrscher und Tempelbauer, die man durchweg als „verstörend“ ansehen könnte. Denn sie werfen ein vollkommen neues Licht auf den Bau des erstens Tempels auf dem Tempelberg, die in der Bibel nicht mal ansatzweise angeschnitten werden. So ist die Kernaussage des Buches, dass König Salomon den Bau des Tempels mit Hilfe von Dämonen realisierte. Er wird als mächtiger Mann dargestellt, der durch Gottes Unterstützung in der Lage war sich böse Dämonen gefügig zu machen und in seinem Sinne zu manipulieren.

Der magische Ring des Salomon

Freiwillig dürften Dämonen oder „gefallene Engel“ wohl eher weniger bereit gewesen sein, Salomon beim Bau eines Heiligtums für Gott zu helfen! Obwohl einige Deutungen dahin gehen, dass der Tempelbau nur als „Rahmenhandlung“ dient, um Salomons Macht über diese dunklen Wesen zu unterstreichen.

Der Mensch Salomon war allein nicht fähig sich Dämonen Untertan zu machen. Das zeigt sich darin, dass ab Kapitel 1 zu erfahren ist, dass ein Dämon und „böser Geist“ mit Namen Ornias die Bauarbeiten am Tempel immer wieder störte. Angeblich habe die Kreatur den Oberaufseher der Bauarbeiter regelmäßig heimgesucht, ihm den Lohn und Nahrung gestohlen sowie schlicht die Kraft geraubt.

Bauherr Salomon war entsetzt, als er von diesen Heimsuchungen hörte, und „betete aus ganzer Seele Tag und Nacht“ zu Gott, um Hilfe zu bekommen. Sein Bitten wurde letztlich erhört, und er bekam Besuch aus dem Himmel:

Als ich zum Gott des Himmels und der Erde betete, ward mir vom Herrn der Heeresscharen durch Michael, den Erzengel, ein Ring gegeben, darin ein eingraviertes Siegel aus Edelstein.

Er sprach zu mir: Nimm, Salomo, des Davids Sohn, hier das Geschenk, das dir der Herr, der höchste Gott der Heeresscharen, sendet! Damit kannst du die Geister all bezwingen, die männlichen und weiblichen; mit ihrer Hilfe kannst du auch Jerusalem erbauen, trägst du dies Gottessiegel.“ (1,6-7)

„Da ward ich hocherfreut“, so Salomon, und mit seinem magischen Ring vom Himmel konnte er den „lästigen Geist Ornias“ bändigen. „Gleichwie ein brennend Feuer“ sei diese Kreatur gewesen und gestand dem König, dass er zwar von den Engeln abstamme, aber von ihnen verstoßen worden sei. Mit seinem machtvollen Ring verdonnerte Salomon den Dämon daraufhin „zur Arbeit in dem Steinbruch“. Zuvor handelte er aber noch einen Deal mit ihm aus.

Herr der Dämonen

Der verstoßene Engel und der menschliche Herrscher einigten sich, dass Ornias weitere Dämonen in den Dienst des Königs stellen würde. Hierzu überließ Salomon ihm sogar den von Gott empfangen Ring und befahl ihm „hole mit den Obersten der Geister“! Gleichzeitig hatte Salomon aber mit dem manipulierten Geist Ornias einen ausgezeichneten Informanten gewonnen, der in der Lage war Informationen aus dem Himmel von Gott zu besorgen.

Genau dazu findet sich in der Schrift eine überaus erstaunliche Aussage:

Wir Dämonen, wir wandeln an dem Himmelsfirmament und fliegen mitten durch die Sterne hin; da hören wir die Ratschlüsse, die Gott für Menschenseelen festgelegt.

(…)

Was in dem Himmel sich ereignet, geschieht auch auf der Erde. Es gibt ja Fürstentümer, Herrschaften und Mächte, die oben fliegen und die des Eintritts in den Himmel schon gewürdigt werden.

Wir Dämonen dagegen werden müde, weil wir zum Ausruhen keine Stätte haben; so fallen wir herab, wie Blätter von den Bäumen. Die Menschen, die uns sehen, meinen, es fallen Sterne von dem Himmel.“ (20,12-16)

Dies widerspricht in allen Details der christlichen Tradition der angeblich „gefallenen Engel“. Eigentlich soll niemand der „gefallenen Engel“, aus denen das Christentum Satan und seine Dämonen der Hölle machte, je wieder in der Lage gewesen sein zu Gott zu reisen. Ein Weg zurück in den Himmel zum Herrn und seiner ihm treu gebliebenen Untergebenen war eigentlich versperrt (detailliert dazu HIER). Warum also nicht auch in diesem Text, zumal er unter christlichen Einfluss entstand?

Nach einer Art Test durch Salomon unterstreicht die Überlieferung sogar noch, dass der Dämon in diesem Zusammenhang die Wahrheit sagte:

Bei dieser Nachricht wusste ich, Salomo: Der Dämon hat die Wahrheit mir gesagt. Ich pries den Gott des Himmels und der Erde.“ (20,21)

Salomon erlangte durch den Zauberring des Herrn schier grenzenlose Macht über die Dämonen. Er nutze ihre Kräfte und Fähigkeiten um seinen Tempelbau voran zu treiben und sogar benachbarten Völkern zu helfen. Etwa den Bewohnern Arabiens, die unter einem tödlichen Wind oder „Hauch“ im Reich des Königs Adares litten. Ursprung dieses schrecklichen Windes war ein Dämon.

Hilfe für den Araber-König

Als der Araber-König Salomon deshalb um Hilfe bat, schickte dieser eine Gesandtschaft in das Reich Königs Adares. Mit dabei hatten sie Salomons Dämonen-Ring, den der weise Herrscher für diesen guten Zweck gerne erneut verlieh. So gelang es in Arabien diesen bösen Geist mit Namen Ephippas in einem „Schlauch“ einzufangen und zu Salomon nach Jerusalem zu bringen. Arabien war gerettet und auch der “gefallene Engel” Ephippas musste fortan beim Tempelbau helfen.

„Ich bin imstande, Berge zu versetzen und Häuser vorzutragen“, brüstete sich der Dämon beim Verhör gegenüber Salomon. Damit war seine Aufgabe auf der Tempelbaustelle festgelegt. Er musste jene Steine auf der Baustelle bewegen und verbauen, die zuvor niemand bewegen konnte.

Ephippas war auch bereit einen weiteren Geist zu verraten. Es war der „Dämon in dem Roten Meer“, mit dessen Hilfe Ephippas noch weit mehr auf der Baustelle leisten könne, wie er dem König berichtete. Da jede Hilfe willkommen war – und sei sie auch dämonischer Natur – wurde daraufhin auch dieses Wesen nach Jerusalem gebracht. Sein Name war Abezethibu, der eine sehr dunkle Vergangenheit hatte, wie er Salomon erzählte.

Einstmals habe er im „ersten Himmel“ gelebt und sei verantwortlich für viele schreckliche Ereignisse, die beim Exodus der Hebräer aus Ägypten geschehen seien. Er habe damals nicht nur „bei den Wundern und den Zeichen mit Moses wettgeeifert“. „Ich war zugegen“, so der Dämon, „als Moses zu Ägyptens König Pharao ging und dessen Herz verhärtete“. Ein mehr als rätselhafte Aussage, wenn man die Exodus-Geschichte des Alten Testament kennt. Denn darin heißt es vielfach, dass Gott selber der Herz des Pharaos immer wieder „verhärtete“, dass dieser die Hebräer nicht ziehen ließ.

Der Dämon des Exodus

Nach der biblischen Erzählung vom Auszug aus Ägypten habe der Herr durch die Manipulation des Pharao letztlich auch dafür gesorgt, dass seine Soldaten den Hebräern nachjagten. Das Ende ist bekannt, denn alle seien beim „Meerwunder“ schließlich ertrunken.

Ein überaus sonderbares Verhalten des Herrn im Buch Exodus, das an anderer Stelle umfangreich hinterfragt wurde.

Im „Testament des Salomon“ wird Gott quasi von dieser Schuld freigesprochen. Auch wenn das Buch Exodus ihn als Urheber klar benennt. Hier jedoch gesteht der Dämon gegenüber Salomon schließlich alles:

Beim Auszuge der Israeliten verhärte ich das Herz des Pharao und reize sein und seiner Diener Herz. So machte ich, dass sie die Söhne Israels verfolgten; es folgte ihnen Pharao mit allen den Ägyptern. Damals war ich dabei; wir folgten ihnen allzumal und kamen insgesamt ans Rote Meer.“ (25,5-6)

Abezethibu wurde dann aber unachtsam. Denn als das Meer wieder zurückwich, das Heer der Ägypten unter sich begrub und so alle starben, war auch er im „Lager der Ägypter“. So wurde er „mit Wasser zugedeckt“ und blieb im Meer gefangen. Bis er durch Salomons magischen Ring nach Jerusalem gelangte.

Das „Testament“ schließt damit, dass der König seinen Abfall vom Herrn beschreibt. Wie er zum Sünder wurde, „aus jedem Land und Reiche Weiber“ nahm, fremden Göttern opferte und sogar „Götzentempel“ errichtet, da ihm „Gottes Geist entzogen ward“. Gottes Herrlichkeit sei so am Ende seiner Tage sogar ganz von ihm gewichen.

Diese Sünden und Verehrung von Götzen durch Salomon sind in unterschiedlichen Texten und Überlieferungen zu ihm belegt. Selbst den heidnischen Göttern der legendären Königin von Saba soll er einst in Jerusalem gehuldigt haben. Wohl kein einziger biblischer Herrscher bzw. keine biblische Figur verhielt sich immer ganz im Sinne Gottes.

Dass das Heiligste von diesem Herrscher aber mit tatkräftiger Hilfe von Dämonen und bösen Geistern errichtet wurde, sticht bei den zahllosen biblischen Mysterien heraus. Hilfe, Unterstützung oder Tipps kommen eigentlich immer von Gott selber oder von seinen himmlischen Helfern. Beispielsweise von sogenannten “Engeln” die Menschen oder ganze Völker ermorden, die im Wege standen.

Gräueltaten des Himmels

Dabei ist die Palette dieser angeblichen Taten mehr als lang (s. a. Video HIER): Von der Tötung aller „Sünder“ durch die Sintflut, über Sodom und Gomorrha, der Ermordung von Heiden (z. B. 2. Kön. 1) bis zur „Landnahme“ des Volkes Israel und der Beseitigung unzähliger Menschen auf Gottes Geheiß hin (z. B. Jos. 6).

In einem Extrem-Beispiel, niedergeschrieben im apokryphen Buch Philo, Kapitel 6, soll Gott sogar zu Abrahams Zeiten 83.500 (ungläubige) Menschen durch Feuer und Erdbeben absichtlich getötet haben. Ein zweites Extrem ist im 2. Buch Samuel, Kapitel 24, zu finden (s. a. 1. Chr. 21). Hier ist Gott derart zornig, dass schlussendlich als Strafe 70.000 Menschen ihr Leben verlieren.

Diese Beispiele ließen sich endlos fortsetzten.

Doch nicht immer hat der Herr sich selber „die Finger schmutzig gemacht“, wie es eine unfassbare Geschichte im 2. Buch der Könige behauptet. Dort erfährt der Bibelleser, dass um etwa 702 vor Christus der assyrische König Sanherib mit seiner Armee Jerusalem unter König Hiskia belagerte (s. a. Jes. 37). Die Lage war aussichtslos und der Assyrer sandte eine Drohschrift oder ein Ultimatum an seinem Widersacher nach Jerusalem. In Stunden der größten Not legte König Hiskia diesen Brief im von Salomon erbauten Tempel vor den Herrn (die Bundeslade) und flehte um Hilfe.

Glücklicherweise wurde er von Gott erhört, der beschloss „diese Stadt (zu) beschrimen, dass ich ihr helfe“ um die Assyrer zu vernichten. Selber hatte Gott dafür allerdings keine Zeit und schickte deshalb einen seiner Helfer:

Und es begab sich in derselben Nacht, da ging der Engel des Herrn aus und erschlug im Lager der Assyrer 185.000 Mann. Und als man sich am Morgen früh aufmachte, siehe, da waren sie alle tot, lauter Leichen. Da brach Sanherib, der König von Assyrien, auf und ging weg und kehrte zurück und blieb zu Ninive.“ (2. Kön. 19,35-36)

Engel des Todes

Jerusalem war gerettet, unzählige Assyrer von einem „Engel“ ermordet und König Sanherib wurde nach seinem Abzug in der Heimat von seinen Söhnen erschlagen.

Sanherib und diesen Kampf um Jerusalem hat es tatsächlich gegeben. Auch der berühmte jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus aus dem 1. Jahrhundert nach Christus erwähnt diese Tragödie. Josephus zitiert dabei den nicht minder bekannten Babylonier Berossos mit den Worten:

Als nun Senacherib von dem Zuge gegen Ägypten nach Jerusalem zurückkehrte, fand er, dass die unter Rapsakes zurückgelassenen Truppen schwer an der Pest litten. In der ersten Nacht, da er gemeinsam mit diesen Truppen die Belagerung weiterführte, tötete die Seuche in seinem Heere 185.000 Mann samt ihren Führern und Hauptleuten.“

Die Anzahl der Toten ist dieselbe wie im Alten Testament. Die Ursache aber ein ganz andere und vollkommen natürliche (wie bei anderen Chronisten), die nichts mit Gott oder einem Engel zu tun hat.

Es zeigt sich sehr deutlich, dass die Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Historisch unterlag Jerusalem den Assyrern unter Sanherbib. Und die Assyrer wissen (angeblich?) nichts von einem derart gewaltigen Verlust in ihrer Reihen. Ebenso ist eine solche riesige Streitmacht vor den Toren Jerusalems vor fast 3.000 Jahren kaum vorstellbar.

Alles Propaganda?

Also sind diese Beispiele von Tötungen durch die Himmlischen nicht weiter als biblische Propaganda? Wahrscheinlich ja. Zumindest zum Teil bzw. sie sind maßlos übertrieben. Sie zeigen aber sehr deutlich, dass im Zusammenhang mit „himmlischen Mächten“ und auch Gottes menschlichen Helfern in den alten Texten sehr gerne manipuliert wurde. Bei König Salomon und seinem Tempelbau mag es nicht anders gewesen sein, als lange Zeit nach ihm sein „Testament“ geschrieben wurde.

Trotz der überall zu findenden religiösen Propaganda in den entsprechenden Schriften beinhalten sie aber immer auch Wahrheiten. Oft bis ins unkenntlich verdreht und verzehrt. Wo könnte diese bei Salomon und seinen Dämonen liegen? Sofern der Text tatsächlich von Christen in seiner Gesamtheit erst im 4. Jahrhundert verfasst wurde, scheint der weise Salomon hier absichtlich in ein schlechtes Licht gerückt worden zu sein. Die dortigen Schilderungen seines Abfalls von Gott unterstreicht das deutlich.

Warum aber dann „gefallene Engel“ oder Geister-Dämonen, die beim Bau des Allerheiligsten der Juden halfen? Immerhin waren die ersten Christen allesamt Juden. Wollte man sich vom Salomonischen Tempel inklusive dortiger Bundeslade als Heiligstes des Heiligen abgrenzen? Eine Verachtung der eigenen Wurzeln? Wenig vorstellbar –  doch möglich. Oder sollte Salomon hier als so mächtig beschrieben werden, dass er vor seinem Fall Kontrolle und Hilfe von übermenschlichen Wesen hatte?

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Katholiken in Aufruhr: Heidnische Götzen und Hokuspokus bei der Amazonas-Synode im Vatikan und beim Papst verehrt?

Katholiken in Aufruhr: Heidnische Götzen und Hokuspokus bei der Amazonas-Synode im Vatikan und beim Papst verehrt (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & Screenshot EWTN News)
Katholiken in Aufruhr: Heidnische Götzen und Hokuspokus bei der Amazonas-Synode im Vatikan und beim Papst verehrt (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & Screenshot EWTN News)

Dass die Katholische Kirche von vielen Seiten Kritik erfährt und auch angegriffen wird, ist seit vielen Jahren verstärkt zu sehen. Diese Angriffe und Kritiken kommen von vielen unterschiedlichen Seiten. Auch aus den eigenen Reihen der Gläubigen bzw. der Christen. Derzeit betrifft dies auch die aktuelle “Amazonas-Synode” im Vatikan, über die in medial meist nur zu Themen wie “Erneuerung der Kirche” usw. berichtet wird. Anders auf katholischen und christlichen Medienseiten und unter Gläubigen, die in diesem Zusammenhang von einem regelrechten Skandal sprechen. Grund sind zwei nackte Figuren von schwangeren Frauen aus Südamerika während der Synode, die im Vatikan geradezu angebetet und verehrt wurden. Von Schamanen und der Kirche selber. Für viele Gläubige hielt hier Heidentum, Götzendienst, Teufelszeug und Hokuspokus Einzug in den Vatikan. Sogar von einer “Täuschung des Vatikan” selbst wird gesprochen, wie Ihr es in diesem Beitrag lesen könnt.


Streitfall Katholische Kirche

Die Katholische Kirche steht seit Jahren unter Druck. Unter enormen Druck. Nicht nur deshalb, dass ihr die Mitglieder und Gläubigen (oder solche, die sich dafür halten) in Scharen davonlaufen. Auch und vor allem Skandale, über die Medien weltweit immer wieder berichten, belasten den Vatikan und das Papsttum schwer.

In den Mainstreammedien fallen hierbei mehr als oft die Stichworte “Reformen”, “Erneuerung” oder “Modernisierung”. Offenbar die Hauptinteressenten der Allgemeinheit. Hinter den Kulissen sieht das aber häufig ganz anders aus. Und zwar bei christlichen und katholischen Internetseiten, Nachrichtendiensten, Medienseiten und News-Portalen, von denen es weltweit erstaunlich viele gibt. So sollte es allerdings auch nicht verwundern, dass hier Fragen rund um die Kirche weit mehr ins Detail gehen, als es in den üblichen Nachrichtensendungen der Fall ist.

Liest man auch auf diesen Nachrichtenseiten und vor allem in den dortigen Diskussionen, wird der Streit und Zwiespalt unter den Christen oder Gläubigen noch weit deutlicher, als es es durch den Mainstream den Anschein hat. Denn hier werden auch die kleinsten und geradezu winzigsten Details der katholischen Kirche und des Vatikan debattiert und auch kritisiert. “Antichrist” ist hierbei ein durchaus gängiges Schlagwort. Gemeint ist damit nicht selten der Papst selber! Er sei dieser “Antichrist”.

Andere sprechen davon, dass der Antichrist oder Satan Einzug in die Katholische Kirche genommen hat. Wieder andere lehnen den Vatikan oder auch das Papsttum sowie die Institution Kirche mit allen Facetten ganz ab. Auch (oder gerade?) wenn sie sich selber als Christen sehen. Von allen Seiten hagelt es Kritiken und Streitereien unter den Anhängern des Jesus Christus dort. Auch “Verschwörungstheorien” kursieren unter den Christen, was man sonst eher aus dem Bereich der Grenzwissenschaft, UFOs und Mystery kennt.

Und diese christlichen oder katholischen Verschwörungstheorien unter den Christus-Anhängern müssen sich keinesfalls hinter den üblichen Verschwörungen verstecken.

Die “Antichrist-Verschwörung”

Eine der verbreiteten Annahmen ist dabei die Ansicht, dass der Antichrist die Katholische Kirche übernommen oder manipuliert habe. Der Vatikan sei “abgefallen” und der viel beschworene Heilige Geist habe sich unlängst in Wohlgefallen aufgelöst. Auch von einer Verschwörung gegen die Kirche selbst wird viel diskutiert. Meistens mit dem Grundtenor, dass sich “Mächtige” gegen sie verschworen haben. Ihr Ziel sei deren Zerstörung und die Mainstreammedien würden durch ihre Berichterstattung hierbei blind mitspielen.

Macht, Gier, Geld und Intrigen haben die Kirche zerfressen, heißt es vielfach. Das Konstrukt Katholische Kirche sei längst nichts weiter als ein Unternehmen, das Milliarden Gelder scheffelt. Für “wahre Christen” und “Gläubige”, denn so bezeichnen sich ausnahmslos alle der Kritiker aus den eigenen Reihen, habe das dem Satan und Antichristen das Einfallstor geöffnet. Und immer wieder sehen sich diese Menschen in unzähligen Details, Handlungen und Aussagen der Kirche und ihrer Vertreter in ihren Annahmen bestätigt.

Es ist ein überaus leidenschaftlich geführter Streit, von dem die breite Öffentlichkeit direkt nichts mitbekommt. Außer dann, wenn es um die besagten “großen Themen” geht, zu dem sich dieser oder jener Kirchenvertreter in einem TV-Interview äußert.

Die “Antichrist-Verschwörung”, wenn man sie so nennen mag, findet für viele kritische Gläubige immer wieder ihre Bestätigung. Bei der riesigen und vor allem komplexen Institution Kirche eigentlich kein Wunder. Und vor genau diesen hier kompakt zusammengefassten Hintergründen muss man das sehen, was momentan für heftigen Streit unter den Katholiken sorgt.

Der Papst als Götzendiener

Auslöser des Streites war eine Zeremonie Anfang Oktober in den Gärten des Vatikan, bei denen ein “heidnisches Ritual” von Schamanen aus Südamerika zu Beginn der aktuellen Amazonas-Synode veranstaltet wurde. In Anwesenheit von Papst Franziskus und anderen hohen Würdenträgern der Kirche.

Hierbei haben Tänzer bzw. Schamanen zwei Figuren von nackten Frauen in den Mittelpunkt gestellt, die beide offensichtlich schwanger sind (s. Titelbild). Abgehalten wurde die Zeremonie von der “Globalen Katholischen Klimabewegung” und dem Pan-Amazonischen Kirchlichen Netzwerk REPAM. Auch der Franziskaner-Orden war mit verantwortlich, wie es die “Catholic News Agency” am 5. Oktober berichtete.

Weiter heißt es unter anderem:

Bei einer Veranstaltung in den vatikanischen Gärten am gestrigen Freitag wurden Beobachtern zufolge Darstellungen geschnitzter schwangerer Frauen beschworen, Tänze abgehalten und ein symbolischer Baum gepflanzt.

Eine Gruppe von Menschen, darunter offenbar einheimische Amazonas-Bewohner in ritueller Schamanen-Kleidung, Europäer in ziviler Kleidung sowie ein Franziskanerbruder, knieten und verbeugten sich im Kreis um Darstellungen von zwei halbnackten schwangeren Frauen und anderen Gegenständen in Anwesenheit des Papstes und Mitgliedern der Kurie, inmitten der Vatikanischen Gärten in Rom.

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Die Teilnehmer sangen und hielten Händchen, während sie im Kreis um die Bilder tanzten, in einem Tanz, der dem ‘pago a la tierra’ ähnelt, einem traditionellen ‘Opfertanz für Mutter Erde’, der in einigen Teilen Südamerikas unter indigenen Völkern üblich ist.

Auf einer Decke wurden anschließend Obst, Kerzen und geschnitzte Darstellungen platziert, vor denen sich der Kreis der Menschen verbeugte. Dann näherte sich eine Frau in Indianer-Kleidung dem Papst: Sie überreichte ihm einen schwarzen Ring.

Am Ende dieser “heidnischen Zeremonie” segnete Papst Franziskus offensichtlich eine dieser Figuren, als diese von Schamaninnen mit Rasseln zu ihm gebracht wurde, wie es auf Videos der Presse zu sehen ist. Als sei diese Götzenverherung noch nicht genug für viele Gläubige, wurden später diese Götzen feierlich während einer kleinen Prozession in den Vatikan bzw. Petersdom getragen.

Hokuspokus und Heidentum im Vatikan

“Hokuspokus in den Vatikanischen Gärten: Leichtgläubiger Franziskus spielt mit”, titelte beispielsweise Gloiria.tv direkt nach der Zeremonie. Weiter schreibt die christliche News-Seite entsetzt dazu:

Franziskus nahm am 4. Oktober an einem peinlichen heidnischen Ritual in den vatikanischen Gärten teil. Um die Gläubigen zu täuschen, wurde die Veranstaltung als “Weihe der Amazonas-Synode an den Heiligen Franziskus” bezeichnet.

Der Hokuspokus begann mit einem Tanz um eine Decke, die auf den Rasen gelegt wurde und ‘Mutter Erde’ symbolisierte. In der Mitte der Decke befanden sich Statuen zweier nackter Frauen und eines Mannes mit einer Erektion.

Eine Schamanin mit Federn im Haar erhob ihre Hände für eine Art ‘Anrufung’, während sich sechzehn Konzelebranten hinknieten und vor der Decke verneigten.

Franziskus saß in der Nähe, umgeben von Kardinälen, Bischöfen und normalen Menschen. Er schloss die Augen, als ob er ‘betete’. Schließlich schüttelte die Schamanin eine Rassel, ging zu Franziskus hinauf und veräppelte ihn, indem sie einige Zaubersprüche über seine Hände sprach.

Viele Katholiken sind darüber entsetzt und machen im Internet ihrem Ärger Luft. Ein User bei Gloria.tv kommentiert beispielsweise zum Papst und dem Ereignis, dass “der Typ vor nichts halt macht”. Er sei nichts weiter als ein “Betrüger” und “Götzendiener” und es sei ein “Skandal” und “Gotteslästerung”. Aussagen, die in dieser und ähnlicher Form auf unzähligen katholischen Seiten dieser Tage zu finden sind.

Andere Gläubige sehen das gelassener, auch wenn hier das Heidentum mit einer Muttergöttin oder der Göttin der Erde im Vatikan verehrt worden sein soll. Daran änderte auch nichts, dass die beiden Frauenfiguren als Mutter Maria und Elisabeth, die Mutter von Johannes dem Täufer, interpretiert wurden. Zumal eine Pressekonferenz am 16. Oktober zur Amazonas-Synode den heidnischen Skandal um den Papst nicht besser machte.

“Heiden im Tempel”

Pater Giacomo Costa, ein Sprecher der Amazonas-Synode des Vatikan, erklärte in dieser Pressekonferenz, dass die nackte Holzfigur “nicht die Jungfrau Maria” sei. “Es ist eine indigene Frau, die das Leben repräsentiert”, hieß es gegenüber der “Catholic News Agency” am 16. Oktober. Sie sei auch “weder heidnisch noch heilig”. Andere Vertreter wollten sich gar nicht zu den Figuren äußern. Sicher um nicht noch Öl in das Feuer der aufgeregten Gläubigen zu geben.

Paolo Ruffini, Vatikanpräfekt des Dikasteriums für Kommunikation, wiederum gab an, dass Gläubige meinen hier “das Böse zu sehen, wo es kein Böses gibt”. Vieles in der Geschichte habe nun mal Spielraum für “viel Interpretationen”, so Ruffini weiter.

Faule Ausreden, denken einige. “Vatikan täuscht Unwissenheit über die Pachamama-Statue vor”, hieß es dazu beispielsweise. Und die Seite “Tradition und Glaube” spricht im Zusammenhang mit der feierlichen Überführung der Götzen in den Vatikan sogar von “Heiden im Tempel”. Einige erschrockene Christen scheuen auch nicht davor diesen Hokuspokus um die Götzen im Vatikan mit dem legendären Goldenen Kalb aus dem Buch Exodus zu vergleichen. Jene Götze, die das Volk Israel beim Auszug aus Ägypten anfertigte und anbetete, als ihr Führer Moses 40 Tage und Nächte auf dem Berg war, um von Gott die Zehn Gebote zu empfangen.

Geendet hat dieser Abfall von Gott im 2. Buch Moses mit tausenden von Gott getöteten Ungläubigen, der Zerstörung der ersten Tafeln mit den Zehn Geboten und weiteren drakonischen Strafen des Herrn.

“Teufelszeug”: Im Christentum Alltag

Bisher fehlt eine eindeutige und klare Stellungnahme aus Rom, was es mit diesen Figuren auf sich hatte. Wenn es nicht die Mutter Gottes sein soll, dann doch wohl die “Mutter Erde” und damit ein heidnisches Bildnis. Ein Dämon, eine Götze, und damit fehl am Platz beim Papst und im Vatikan an sich.

Andere Gläubige beschwichtigen die zum Teil mit harten Worten geführte Diskussion im Netz. Sie verweisen zum Beispiel auf dem Umstand, dass sich Papst und Schamaninnen bekreuzigten. Also ein klares Zeichen und Bekenntnis für das Christentum? Auch das sehen wieder andere als Show des vatikanischen Antichristen. Allerdings ist den Meldungen und Berichten auch klar zu entnehmen, dass der Papst wohl selber von diesem teuflischen “Götzendienst” zur Eröffnung der Amazonas-Synode überrascht gewesen schien. Zumindest änderte er direkt das Protokoll. Statt seine vorbereitete Rede oder Erklärung vorzutragen betete er das Vaterunser.

Auch das ist für viele Schäfchen des Christentums nur eine Ausrede oder “Flucht nach vorne”.

Es ist erstaunlich, wie genau Christen oder angebliche Christen jedes Zucken im Vatikan beobachten und so oder so auslegen. Man möchte nicht in der Haut irgendeines hohen Vertreters der Kurier oder sogar des Papst strecken. Dennoch muss man klar unterstreichen, dass hier offensichtliche Symbole des angeblichen “Heidentums” der südamerikanischen Ureinwohner Einzug in den Vatikan gehalten haben! Auch wenn die Figuren ganz einfach als Symbol des Lebens angesehen werden können. Das scheint vielen Menschen aber schon zu viel zu sein.

Wohl aber nur in der westlichen Welt.

In Südamerika und vielen anderen Teilen der Welt ist es schlicht und einfach religiöser Alltag, dass dort das Christentum mit “heidnischen” Ansichten, Elementen und Ritualen vermischt existiert. Zum Beispiel in Peru mit spirituellen Weltanschauungen aus der Zeit der Inka. Oder in Mexiko mit religiösen Ansichten der Azteken oder Maya. Genaugenomen müssten all jene Christen, die aktuell Heidentum und Teufelszeug schreien, den bei weitem größten Teil der weltweit Christen verteufeln.

Sinngemäß könnte man auch sagen: Der Unterschied zwischen einer Sekte und einer “anerkannten Religion” besteht nur in der Anzahl ihrer Mitglieder …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Geheimnis Cheops-Pyramide: Die verschollenen Bücher und Schriften der Pyramiden-Bauer +++ Artikel +++

Geheimnis Cheops-Pyramide: Die verschollenen Bücher der Pyramiden-Bauer (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
Geheimnis Cheops-Pyramide: Die verschollenen Bücher und Schriften der Pyramiden-Bauer (Bilder: L. A. Fischinger & gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Keine Bauwerke der Vergangenheit regen so sehr zu Spekulationen, Thesen und immer neuen Überlegungen über deren Sinn und Zweck an, wie die Pyramiden von Gizeh in Ägypten. Mächte Monumente einer längst versunkenen Zeit, die noch heute Archäologen, “Laien-Forscher”, Autoren und Besucher faszinieren. Allerlei Geheimnisse sagt man den Bauwerken nach, die laut einigen Berichten sogar schon vor der Sintflut erbaut worden sein sollen. Und man vermutet in ihrem Inneren immer wieder “geheime Dinge”, die hier vor Jahrtausenden verborgen wurden. Was bei diesen Hypothesen allerdings kaum bis gar nicht beachtet wird, ist die Tatsache, dass die Pyramiden-Bauer in ihren Monumenten angeblich auch hunderte von geheimen Büchern versteckt haben. Schriften, die teilweise sogar von den Bauherren selber geschrieben wurden. Und ein berühmter und viel zitierter Geschichtsschreiber will sogar Jahrtausende später noch ein solches Buch persönlich besessen haben. Die Quelle seines Wissens, wie es heißt. In diesem Blog-Artikel soll den Spuren und Aussagen über diese verschollenen Bücher und Schriften der Pyramiden-Bauer einmal genauer nachgegangen werden. Denn diese sind mehr als erstaunlich,wie Ihr hier lesen werdet!


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Schatzkammern in den Pyramiden

In den vergangenen Jahrtausenden haben sich eine Fülle an Sagen, Legenden, Mythen, Spekulationen und Geheimnisse um die Pyramiden in  Ägypten angesammelt. Vor allem um die Pyramiden von Gizeh – und hier speziell um die Cheops-Pyramide. Wohl auch deshalb, dass sie mit ihren rund 147 Metern Höhe die größte ihrer Art in ganz Ägypten ist.

Nicht nur über den Sinn und Zweck oder die Erbauung an sich kursieren verschiedene Überlieferungen, wie man sie von dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot (490 – 430 vor Christus) oder aus dem mittelalterlichen „Hitat“ des arabischen Historikers Muhammad Al-Makrizi (1364 – 1442 nach Christus) kennt. Auch zahlreiche Geschichten wurden überliefert, die nicht nur davon erzählen, dass allerlei wundersame und wertvolle Dinge in der Pyramide verborgen wurden. Sie berichten auch davon, dass innerhalb der Cheops-Pyramide (oder allgemein in den Gizeh-Pyramiden) geheime Bücher und Schriften versteckt worden sein sollen.

Legendär wurde hierbei längst eine Behauptungen des „Hitat“, die hier nur zusammengefasst wiedergegeben soll. Denn darin heißt es, dass ein König mit Namen Saurid 300 Jahre vor der Sintflut in Träumen die nahe Katastrophe kommen sah. Wasser und Feuer werde die Erde vernichten, so seien Vision. So ließ er daraufhin die 130 „Obersten seiner Wahrsagen aus allen Provinzen Ägyptens“ zu sich kommen, um seine Träume zu interpretieren.

In einer „geheimen Besprechung“ mit König Saurid wurde untereinander diskutiert, was zu tun sei. Einstimmig habe man daraufhin den Bau der Pyramiden zur Rettung von Wissen und Weisheit beschlossen. Und so lesen wir im „Hitat“ über das Ergebnis dieser geheimen Tagung der Weisen mit dem König unter anderem:

Darauf ließ er in der westlichen Pyramide 30 Schatzkammern aus farbigen Granit angelegen; die wurden angefüllt mir reichen Schätzen, mit Geräten und Bildsäulen aus kostbaren Edelsteinen, mit Geräten aus vortrefflichen Eisen, wie Waffen, die nicht rosten, mit Glas, das sich zusammenfalten lässt, ohne zu zerbrechen, mit seltsamen Talismanen, mit verschiedenen Arten der einfachen und der zusammengesetzten Heilmittel und mit tödlichen Giften.“

In kaum einen „alternativen Geschichtsbuch“ über die Rätsel der Pyramiden fehlt diese Aussage. Ob sie in irgendeiner Form der Wahrheit entspricht, weiß niemand. Ebenso wenig kann niemand sagen, ob die Araber im 9. Jahrhundert irgendwas davon gefunden haben. Denn sie sollen es unter dem Kalifen Al-Mamun um 820 nach Christus gewesen sein, die „erstmals“ die Cheops-Pyramide  aufbrachen. In der Tat, wie umfangreich in meiner Artikel-Serie HIER aufgezeigt, machten sie dabei eine ganze Reihe von Funden.

Von den so wundersamen Dingen, wie oben zitiert, fanden sie aber scheinbar nichts.

Zauber- und Geheimbücher

Für Archäologen klingen diese Aussagen verständlicherweise so oder so viel zu phantastisch. Obwohl der Gesamtkontext noch weitaus phantastischer ist. Was im Zusammenhang mit dieser Geschichte häufig übersehen wird, ist aber eine spätere Aussage in dieser „Hitat“-Überlieferung:

In die farbige Pyramide endlich ließ er die Leichname der Wahrsager in Särgen aus schwarzem Granit bringen; neben jedem Wahrsager lag ein Buch, in dem seien wunderbaren Künste und Werke, sein Lebenslauf, was er zu seiner Zeit verrichtet hatte, und was vom Anfang bis zum Ende der Zeiten war und sein wird, beschrieben war. (…) Auch gab es keine Wissenschaft, die er (Saurid, Anm. LAF) nicht niederschreiben und aufzeichnen ließ.“

Letztlich wurde für die nachfolgenden Generationen noch eine Art „Bedienungsanleitung“ für alle diese Wissenschaften beigelegt:

Dazu kam eine Beschreibung jeder Fähigkeit, sowie der Art ihrer Ausführung und dessen, was sich dafür brauchen lässt.“

Demzufolge hat der Baumeister von Gizeh – in diesem Fall Saurid – mindestens 130 Bücher mit Geheimwissen in nur einer Pyramide verstecken lassen. Gut behütet von den Mumien ebenso vieler Weissager, denen noch dazu „die Schätze der Gestirne, die diesen als Geschenk dar gebracht worden waren“, mit ins Grab gelegt wurden.

Wo sind all diese Zauber- oder Geheimbücher der Pyramiden-Bauer? Wer hat den Weisen des Saurid „Schätze der Gestirne“ geschenkt – und was soll das gewesen sein? Gerade dies verlockt heute durchaus zu vielen Interpretationen und Deutungen, die von Meteoren bis außerirdischen Dingen reichen könnten …

Obwohl verschiedene Chronisten im „Hitat“ behaupten, dass innerhalb der Cheops-Pyramide unter Al-Mamun Schriftrollen oder Schriften gefunden worden sein sollen, schweigt es in Details. Die Ägyptologie kennt ebenso keine authentischen „Original-Funde“ dieser Art.

Eine gefundene Schriftrolle

Zumindest eines dieser Bücher wurde aber nach den Erzählungen des „Hitat“ tatsächlich gefunden. Oder besser gesagt, es soll erhalten geblieben sei. Im Laufe der Jahre sei dieses ominöse Werk aus der Pyramide immer wieder abgeschrieben und kopiert worden, so dass es die Zeiten überdauerte. Ursprünglich stamme die erste Kopie sogar von einem ägyptischen Überlebenden der Sintflut. So haben man die Schrift „in ununterbrochener Folge von ihm geerbt“, vermerkt der Historiker Kadi Abu Abdallah al-Kuda im „Hitat“.

Eines Tages dann habe ein Ägypter, der „eifrig nach den alten Büchern und Schatzquellen dort forscht“, das geheime Buch wiedergefunden. Ursprünglich stamme es nämlich tatsächlich aus der Cheops-Pyramide, die an dieser „Hitat“-Stelle dem Hermes zugeschrieben wird:

Was die Pyramiden betrifft, so gruben Leute ein Grab im Kloster von Abu Hirmis und fanden darin ein einen Toten in Leichentücher eingehüllt. Auf seiner Brust lag eine Papyrusrolle, die in ein Stück Zeug gewickelt war, als sie die aus dem Stück Zeug heraus nahmen, erblickten sie eine ihnen unbekannte Schrift.“

Was auf dieser Papyrusrolle gestanden haben soll, wird in der arabischen Chronik ebenfalls umfangreich rezitiert. Es war eben die Geschichte des Herrschers Saurid, der von einer Sintflut träumte und daraufhin die Pyramide(n) erbaute. Angefüllt mit Wissen, Weisheit, heiligen Büchern und Schätzen.

„Er habe die beiden Pyramiden in einem Zeitraum von sechs Monaten erbaut“, heißt es im „Hitat“ unter anderem zu dieser gewaltigen Leistung. Für die Ewigkeit war das ganze Projekt allerdings gar nicht gedacht. Nach den Legenden sollten die Pyramiden bzw. ihre „von oben bis unten mit eng zusammenstehenden, parallel laufenden Zeilen in der Schrift ihres Erbauers beschrieben“ Außenverkleidungen „in 600 Jahren zerstört werden“.

All diese angeblichen Bücher oder Schriften und geheimnisvollen Dinge sind heute lange verschollen. Ebenso wie die Außenverkleidungen der Pyramiden. Wobei es interessant ist, dass Ägyptologen wie Mark Lehner in diesen nicht zu entziffernden Inschriften „wahrscheinlich Graffiti von Besuchern, zum Teil sogar aus pharaonischer Zeit“ vermuten.

Es würde an dieser Stelle zu weit führen, all die überlieferten Geschichten über das Pyramiden-Inventar und andere derartige Mysterien umfangreich zu durchleuchten. Das wir an einer anderen Stelle nachgeholt, denn hier soll sich auf die geheimem Schriften und Bücher konzentriert werden. Immerhin waren sie ein fester und zugleich wichtiger Teil dieser Schätze.

Die Pyramiden-Baumeister

Bezeichnungen wie „Zauberbücher“ oder „Bücher der Weisheit“ sind eigentlich vollkommen nichtssagend. Wie will man sagen, was in ihnen stand oder wer sie überhaupt geschrieben hat? Bis auf die oben zitierte Ausnahme, wissen wir davon nichts. Es gibt jedoch noch ein Ausnahme-Buch in den alten Überlieferungen, das angeblich sogar vom Erbauer der Pyramiden persönlich geschrieben wurde.

Und hier wird es kompliziert.

Es finden sich in der mittelalterlichen Chronik „Hitat“ sowie in anderen Quellen eine ganze Palette an Namen des Pyramiden-Baumeisters genannt. Einige scheinen dieselbe (mythische?) Person zu meinen, andere verwirren mehr, als das sie nutzen. Eine Auswahl aus dem „Hitat“ und anderer Chroniken:

  • Cheops
  • Henoch
  • Saurid b. Sahluk (Saurid b. Sahluk b. Sarjak)
  • („der erste“) Hermes
  • Gannad
  • Idris
  • „Die Ägypter“
  • Agathodaimon
  • Saddad b. Ad
  • Utarid
  • „Die Amalekiter“
  • Souphis

Dass im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende immer mehr Geschichten und damit Namen mit den Pyramiden in Verbring gebracht werden, ist nicht verwunderlich. „Märchenonkel“ Herodot war im 5. Jahrhundert vor Christus mit seinen „Historien“ einer der ersten Chronisten, der bekanntlich Cheops als Auftraggeber nennt. Obwohl er (heute) nachweislich Unwahrheiten über diesen Pharao überliefert hat. Man denke hier an das Heer der Sklaven-Arbeiter, die angeblich die Pyramide bauten. Heute ist das längst widerlegt.

Alle anderen Namen erschienen zum Teil 1.500 und mehr Jahre nach Herodot auf der geschichtliche Bühne der Mythen.

Wusste Manetho mehr?

Schon kurz nach Herodot widersprach ihm jedoch schon ein anderer Geschichtsschreiber mit Namen Manetho. Er lebte um die Mitte des 3. Jahrhundert vor Christus und gilt bis heute als ein ausgezeichneter Chronist, der zu Lebzeiten Zugang zu einem enormen Fundus an Quellenmaterialien gehabt haben muss. Auch wenn seine vollständigen Texte und Werke als verschollen gelten.

In seinem von vielen Historikern kopiertem und zitiertem Werk „Aegyptiaca“ wiederum findet sich auch eine interessante Chronologie der ägyptischen Dynastien. Inklusive der Herrschaft von Göttern und Halbgöttern. Zur 4. Dynastie schreibt er, dass die große Pyramide von Gizeh von einem König mit Namen Souphis erbaut wurde. Dies sei 4.300 Jahre vor dem Perserkönig Kambyses II. (558 bis 522 vor Christus) gewesen. Damit grob zwischen 2838 bis 2802 vor Christus. Ein Unterschied zur Regierungszeit von Cheops von mehreren Jahrhunderten, die von ca. 2620 bis 2580 vor Christus datiert wird. Dieser König Souphis habe auch nicht etwa 23 Jahre wie Cheops regiert, sondern 63 Jahre, wie Manetho schreibt.

Trotzdem setzt die Ägyptologie diesen Souphis mit Cheops gleich. Kleine Abweichungen seien Geschichtsschreibern wie Manetho halt gestattet. So lange sie nicht gleich alles vor die Sintflut verlegen, wie wir es im „Hiat“ gesehen haben, könnte man denken.

Es gibt hierbei ein Problem. Zu finden in der Manetho-Abschrift über die „Vierte Dynastie von acht Königen von Memphis, aus einer anderen Linie“ von dem byzantinischer Mönch und Geschichtsschreiber Georgios Synkellos aus dem 8. Jahrhundert. In seiner Weltchronik „Ekloge chronographias“ lesen wir über Souphis:

Er errichtete die Große Pyramide, die laut Herodotos unter Cheops erbaut wurde.

Er wurde auch gottverachtend und verfasste das heilige Buch. Dies habe ich in Ägypten erworben, weil es ein großer Schatz war.“

Allerhand!

Nicht nur deshalb, da offenbar Cheops und Souphis eben nicht als ein und dieselbe Person beschrieben sind. Zumindest kann man die Aussage zu Herodot so interpretierten. Nein, dieser Bauherr habe auch noch ein Buch verfasst, dass Manetho selber „in Ägypten erworben“ haben will. Kein Wunder also, dass man bis heute dem Geschichtsschreiber ein umfangreiches Quellenwissen zugesteht. Trotz chronologischer Fehler.

Ein Buch von Cheops selbst

Auch wenn Souphis = Cheops entspricht, was war das heilige Buch des „gottverachtenden“ Herrschers? Welche Informationen standen in dem „großen Schatz“ des Manetho niedergeschrieben? Oder hat er sich dieses uralte Buch des Pharao nur als Quelle ausgedacht, um seiner Geschichtsschreibung einen weiteren Anstrich von Seriosität zu verleihen?

Zumindest den berühmten jüdisch-römische Geschichtsschreiber Flavius Josephus (ca. 37 bis 100 nach Christus) beeindruckte er damit sehr. Josephus, der wichtigste Autor über die jüdische und frühe christliche Geschichte des 1. Jahrhundert, wollte Manetho in Sachen Quellenstudium in nichts nachstehen. Wie sein Vorbild wollte auch er Quellen aus erster Hand. In „Chronologie des Manetho“ (1867) schreibt Georg F. Unger über diese Bemühungen:

„Seine Berühmtheit als Historiker bei den Bibelgelehrten verdankt Manetho dem Josephus (… von dem) sich der Besitz und die Benutzung seines Werkes mit Grund behaupten lässt. (…) Dieselben Motive und der Vorgang des Josephus, in dessen Fußtapfen Africanus als Geschichtsschreiber der Juden trat, machten diesen auf Manetho aufmerksam und bewogen ohne Zweifel den wissbegierigen Sammler, der seinen Aufenthalt in Ägypten, wie er sich rühmt, dazu benutzte, das berühmte Werk des Königs Cheops zu erwerben, auf Manethos Werk zu fahnden. Die Chronographen nach ihm kannten Manetho wahrscheinlich nur aus Africanus. Dies und die Entstehung mehrerer unächter Auszüge und Schriften beweist, dass sein Werk selten und frühzeitig verschollen war.

Trotz alledem sind die dürftigen Auszüge aus Manetho, schon bei dem Mangel eines zweiten vollständigen Kanons der ägyptischen Geschichte, von höchstem Wert. (…) im Ganzen und Großen hat er die Vorzuge, welche man von einem Geschichtsschreiber aus dem Lande, das die Wiege der Historie ist, erwarten darf, vermehrt durch andere, welche er dem Vorbild des Berosus verdankte.“

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Der Erbauer der Großen Pyramide ist damit wohl der einzige ägyptischer Herrscher in all den Jahrtausenden gewesen, der selber ein Buch – ein „heiliges Buch“ – geschrieben hat oder haben soll. Wo es heute ist, weiß natürlich niemand mehr.

Oder vielleicht doch?

Pharao Cheops, wenn wir ihm die Autorenschaft des ominösen Buches zubilligen wollen, starb vor rund 2.600 vor Christus. Etwa 2.300 Jahre später (Manethos Lebzeiten sind nicht bekannt, man datiert ihn zwischen 285 – 246 vor Christus) soll folglich noch ein Buch aus seiner Feder existiert haben, dass Manetho schließlich „in Ägypten erworben“ habe. Und das, obwohl angeblich erst über 1.000 Jahre nach ihm die Cheops-Pyramide durch die Araber „erstmals“ geöffnet und geplündert wurde.

Wer hat wo das Buch des Pyramiden-Bauers so lange verwahrt?

Der Prophet Henoch als “König von Ägypten”

Es geht in diesem Zusammenhang aber noch länger, sehr viel länger. In der Sammlung „Hitat“ des Al-Mamun wird bekanntlich von einigen (wenigen) Chronisten bzw. an verschiedenen Stellen der Bau der Gizeh-Pyramiden vor der Sintflut angenommen. Durch den vor allen in der Grenzwissenschaft viel zitierten Propheten Henoch, zu dem sich folgende Aussage findet:

Es gibt Leute, die sagen: Der erste Hermes, welcher der ‚dreifache‘ in seiner Eigenschaft als Prophet, König und Weiser genannt wurde (es ist der, den die Hebräer Henoch, den Sohn des Jared, des Sohnes des Mahalalel, des Sohnes des Henan, des Sohnes des Enos, des Sohnes Seths, des Sohnes Abraham – über ihm sei Heil – nennen, und das ist Idris), der las in den Sternen, dass die Sintflut kommen werden. Da ließ er die Pyramiden bauen und in ihnen Schätze, gelehrte Schriften und alles, worum er sich sorgte, dass es verloren gehen und verschwinden könnte, bergen, um die Dinge zu schützen und wohl zu bewahren.

Die ist die einzige Stelle im „Hitat“, in der Henoch explizit als Hermes und Baumeister genannt wird. Wobei nicht übersehen werden darf, dass über 30 weitere Historiker in dieser Chronik zu finden sind. Und bei ihnen kommt eine direkte und unmissverständliche Gleichsetzung der vorsintflutliche Personen Henoch und König Saurid nicht vor. Auch wenn König Saurid mehrfach als Herrscher vor der Sintflut bekannt wurde.

Hermes ist bekanntermaßen eine Gottheit. Auch der in Auflistung oben genannte Baumeister „Utarid“ entspricht diesem Gott Hermes. Nach dem „Hitat“-Historiker al-Warrak ist Utarid der, der „in der Sprach der Chaldäer Hermes genannt wurde“. Utarid sei „einer der sieben Torwächter gewesen, die zur Hut der sieben Planeten-Häuser bestellt waren“ und wurde aus „irgendwelchen Gründen“ König von Ägypten.

Demzufolge wäre Henoch alias Hermes einst König von Ägypten gewesen?! Das klingt nicht sehr glaubhaft.

Die Kopten

Obwohl die Mehrzahl der arabischen Historiker vollkommen uneins sind, wer letztlich die Pyramiden erbaut habe (die meisten nennen sogar den arabischen Herrscher Saddad b. Ad, der natürlich Jahrtausende nach Cheops lebte!) sprechen sie immer wieder von diesen „geheimen Büchern“. Wäre Henoch eine reale Person vor der Sintflut gewesen, die die Pyramiden erbaute, müsste er der Autor des von Manetho in Ägypten gefundenen Buches sein.

Tatsächlich gibt es alte Bücher, die Henoch als Autor nennen. Der Prophet lebte laut Bibel vor der Sintflut und schrieb laut den Henoch-Büchern tatsächlich unzählige Bücher auf Anweisungen des „Höchsten“ und seiner „Engel“. Historiker datieren diese Bücher Henochs natürlich lange nach dem Bau der Pyramiden. Sie wurden bereits unter christlichen Einfluss verfasst und stammen in den vorliegenden Fassungen mit Sicherheit nicht aus dem Zeitalter der Pyramiden-Bauer.

Manetho war wohl der letzte, der ein echtes Buches dieser Epoche besaß. Sofern er die Wahrheit sagte. Allerdings beruft sich das „Hitat“ an nicht wenigen Stellen auf die Kopten in Ägypten. Eine christliche Strömung, die naturgemäß erst nach Christus nach Ägypten kam. Im 3. Jahrhundert entstand das Koptische aus dem Ägyptischen heraus, und angeblich seien einige „Hitat“-Überlieferungen Übersetzungen aus koptischen Texten. Der christliche oder biblische Einfluss auf das gesamte „Hitat“ ist zumindest unverkennbar. Auch die in einem „Grab im Kloster von Abu Hirmis“ gefundene Schriftrolle soll in koptisch verfasst gewesen sein.

Sie aber können nicht die Autoren „Bücher der Pyramiden-Bauer“ gewesen sein. Ein koptischer Text, den man in einem Grab in der Cheops-Pyramide, dem Kloster Hermes („Abu Hirmis“), gefunden haben will, kann unmöglich Jahrtausende alt sein. Zumal an einigen Stellen von nicht zu lesenden Schriften gesprochen wird.

In der arabischen Zeit Ägyptens und vor allem in den Tagen der „Hitat“-Historiker waren das alte Ägyptisch und die Hieroglyphen unlängst in Vergessenheit geraten. Nicht ausgeschlossen, dass einige Gelehrte diese Sprache noch lesen und übersetzen konnten. Waren sie es, die alte Bücher und Schriften übersetzten bevor die Ur-Quellen verloren gingen? Stammen diese Quellen wirklich aus den großen Pyramiden und haben eine derart lange Zeit überstanden? Sind damit die gefunden Texte nur Beigaben wesentlich späterer Bestattungen? Ist deren Inhalt in irgendeiner Form korrekt?

Die Geheimbücher des Propheten

Die alten Chronisten sind sich dahingehend einig, dass sie sich nicht einig sind. Zusammenfassend gesagt erzählen sie, man habe die Pyramiden von Gizeh irgendwann zwischen den Tagen vor der Sintflut und Noah mit seiner Arche und Saddad b. Ad errichtet. Saddad b. Ad. ist eine literarische Figur der frühen Araber bei der der Eroberung Ägyptens, der zu einem mythischen Helden wurde. Dementsprechend ist dieser Held vor erst ca. 1.400 Jahre im Land der Pyramiden aktiv gewesen. Der Einfall der Muslime in Ägypten begann schließlich erst ab 640 nach Christus.

Wohl niemand will bestreiten, dass zu diesem Zeitpunkt die Pyramiden alle schon Jahrtausende standen.

Obwohl der Prophet Henoch, der schon laut Bibel „Umgang mit Gott pflegte“, als Bauherr im „Hitat“ die absolute Ausnahme ist, ist er der einzige, von dem bis heute Bücher vorliegen. Geschrieben wurden sie laut Bibelforschung zwischen dem 3. Jahrhundert vor und dem 1. Jahrhundert nach Christus. Auch da standen die Pyramiden schon längst. Die Sintflut, vor der Henoch gelebt haben soll, war da auch schon eine gefühlte Ewigkeit vorbei. Egal ob man sie jetzt 10.000 oder 5.000 vor Christus datiert, als lokales Ereignis (zum Beispiel in Mesopotamien), als Hirngespinst oder als globale Katastrophe.

Es existieren bis heute keine derart alte Schriften/Bücher oder Ur-Quellen, die man den Pyramiden-Baumeistern zusprechen könnte. Auch nicht von Henoch. Obwohl der Autor des slawischen Buch Henoch im 1. Jahrhundert über ihn Spannendes wusste:

Da rief der Herr den Bretil, einen seiner Erzengel, ihn, der weise ist und alle Werte des Herrn aufschreibt. Und der Herr sprach zu Bretil: Nimm die Bücher aus den Behältern! Gib Henoch eine Feder und diktiere ihm die Bücher an! Da brachte mit Bretil eilends die Bücher, die nach Myrrhen duften, und gab mit seine Feder.

Und er beschrieb mir alle Dinge im Himmel, auf Erden und im Meer, die Läufe und Orte aller Elemente, die Jahreszeiten, der Tage Läufe und Änderungen, die Gebote und die Lehren. Und Bretil sprach zu mir dreißig Tage und Nächte; seine Lippen redeten unaufhörlich. Auch ich schrieb, ohne auszuruhen, den ganzen Inhalt nieder. Als ich fertig war, hatte ich 360 Bücher geschrieben.“ (slawisches Buch Henoch, 22,11-23,6)

Da der vorsintflutliche Patriarch Henoch für die Bibelforschung nur ein mythische und keine reale Person war, hat er auch dies gerade mal knapp 2.000 Jahre alte Buch nicht selber geschrieben. Auch wenn hier in der 1. Person gesprochen wird. Von den 360 Büchern mit himmlischem Wissen will die Bibelforschung schon gar nichts hören. Auch dies sei reine Phantasie eines frühchristlichen Autors, der nur Henoch als Urheber nannte, um seinen Werken eine gewisse Glaubwürdigkeit zu verleihen. Man denke hier an die fünf Bücher Moses des Alten Testament, die ebenso nicht von Moses geschrieben wurden. (detailliert zu den Überlieferungen und Büchern von Henoch HIER)

Noch mehr Widersprüche

Historisch authentisch ist das mittelalterliche „Hitat“ in keinem Fall. Dafür sind die Widersprüche der einzelnen Chronisten bzw. deren Überlieferungen viel zu gravierend. Wer aber mag Fakt und Fiktion darin zu unterscheiden, da auch offenkundige Tatsachen darin zu finden sind. Beispielsweise wird darin auch von dem Versuch des Sultan von Ägypten berichtet, eine Pyramide von Gizeh abzureisen. Wie heute jeder an der Nordseite der Mykerinos-Pyramide sehen kann, wurde das auch versucht.

Übeltäter und Verursacher der 8 Meter tiefen Beschädigung war Al-Aziz Uthman bin-Yusuf (1171 bis 1198), der eigentlich ganz Gizeh abreißen wollte. Als er aber acht Monate lang kaum Fortschritte machte, seine Arbeiter nur ein bis zwei Steine pro Tag fortschaffen konnten und die Kosten für die Zerstörung explodierten, ließ er von seinem Vorhaben ab. Was ihm aber gelungen sein soll, war die Zerstörung von Nebenpyramiden und der Verkleidungssteine der großen Pyramiden.

Was das „Abrisskommando“ des Sultans aber nicht überlieferte ist die Art der Inschriften eben auf diesen Außenverkleidungen. Ob die „von oben bis unten mit eng zusammenstehenden, parallel laufenden Zeilen in der Schrift ihres Erbauers“ angebrachten Texte wirklich nur Besucher-Graffiti waren, ist eine reine Vermutung der Archäologie. Ausschließen, dass Besucher auf den Pyramiden herum schmierten, kann wohl niemand. Waren das aber wirklich die einzigen „unlesbaren Texte“?

Sehr interessant ist eine weitere Aufzeichnung der arabischen „Hitat“-Chronisten. Es heißt in dieser, dass die Wände der Pyramiden „mit griechischer Schrift bedeckt waren“. Einige berichten, sie seien Gräber, doch die sind nichts Derartiges“, heißt es. Man habe sie zum Schutz vor der Flut gebaut, dass alles, „was nicht Schutz in solchen Bauwerken fände“ auf Erden vernichtet werden würde. Also ließ der Baumeister „seine Schätze und seinen Besitz“ in die Pyramiden schaffen.

Als sich schließlich die Sintflut wieder „verlaufen hatte“ wurden die Kostbarkeiten – was immer es auch gewesen sein mag – wieder aus den Pyramiden genommen und einer Person mit Namen Bisir oder Bisar übergeben. Es sei der „Sohn Miriams, des Sohnes Harns, des Sohnes Noah“ gewesen. Demnach wohl ein Enkel bzw. Nachkomme Noahs, die wir im 1. Buch Moses in Kapitel 10 finden.

Pyramiden-Schätze in Kornspeichern?

Wo aber sind diese Dinge dann hingekommen? „Spätere Könige brachten sie in ihren Kornspeichern unter“, sagt das „Hitat“ über deren Verbleib. „Und Gott weiß es am besten“. Informationsgehalt ist hier wieder einmal Mangelware. Eher scheint es sich hierbei um eine verschwommene Aussage zu handeln, die sich um den biblischen Stammvater Josef und seinem Aufenthalt in Ägypten dreht. Nachzulesen im 1. Buch Moses ab Kapitel 37. Josef habe einst laut Buch Genesis dem Pharao Träume gedeutet, dass sieben Jahre des Wohlstandes kommen, denen sieben Jahre des Hungers folgen werden.

Also ließ der Pharao vorsorglich dank der Traumdeutung des Josefs in den sieben „fetten Jahren“ einen Teil des Getreides für die Jahre des Hungers einlagern. Wie angeblich von Gott beschlossen brach daraufhin die Hungersnot über Land und Volk herein, und so „öffnete Josef alle Speicher und verkaufte Getreide an die Ägypter“ (Genesis, Kapitel 41).

Auch wenn es kaum zu glauben ist, aber genau diese Kornspeicher des Josef sollen die Pyramiden gewesen sein. Ein Märchen, das man sich jahrhundertelang über diese Monumente auch in Ägypten selber erzählte. Vor allem nachdem der römische Autor Julius Honorius (um 500 nach Christus) in „Cosmographia“ und der französische Bischof und Historiker Gregory von Tours in „History of the Franks“ (594 nach Christus) dies behaupteten.

Die Ägypter hätten einfach von oben durch ein Loch in der Spitze das Getreide in die Pyramiden gefüllt. Ein Mythos, der wohl erst durch den frommen deutschen Pilger Bernhard von Breydenbach nach einem persönlichen Besuch 1484 in Gizeh endgültig beendet wurde. In seinem mittelalterlichen Besteller „Peregrinatio in terram sanctam“ schrieb er nämlich 1486, dass diese Idee „eindeutig falsch ist, da diese Pyramiden innen nicht hohl sind“.

Obwohl heute jedem klar sein sollte, dass diese „Kornspeicher-Hypothese“ vollkommener Nonsens ist, vertrat sie beispielsweise der US-Präsidentschaftskandidat Dr. Ben Carson 2015 noch immer.

Die „Kern-Information“ dieser Legende erscheint letztlich recht dürftig. Sie könnte darin bestehen, dass nach der Flut die Nachfahren der Überlebenden (hier Noah), diese Schätze und damit wohl auch Schriften an sich nahmen. Diese „späteren Könige“ hüteten daraufhin das kostbare Erbe, in dem sie es an unbekannten Orten (hier Kornspeicher) verbargen …

Der Vollständigkeit halber sei hier noch einmal Henoch genannt. Die Henoch-Bücher sowie jüdische Sagen über ihn berichten, dass er seine Schriften seinen Nachfahren übergab. Dazu zählt natürlich auch Noah. Sie sollten sie sicher verwahren, da die große Flut naht. So kamen diese Werke mit auf die Arche und überstanden auf diesem Weg die Vernichtung.

Diese und weitere Überlieferungen führten auch zu der Überlegung, dass die Cheops-Pyramide in Wahrheit die Arche Noah war. Dazu finden Ihr HIER auch ein Video auf YouTube.

Fragen, Fragen, Fragen

In diesem Beitrag sollte der Fokus der seltsamen „Hitat“-Erzählungen auf die verschollenen Bücher der Pyramiden-Bauer oder „Weisen“ gerichtet werden. Diese mittelalterlichen Erzählungen sind, wie auch HIER gezeigt, natürlich weitaus komplexer. Und so ergeben sich zusammenfassend viele „Solls“ und „Wenns“, die sich ausnahmslos alle nicht belegen lassen:

  • Die über 30 Chronisten des „Hitat“ sowie andere Historiker widersprechen sich, wer die Gizeh-Pyramiden baute.
  • Wenige sagen, dass sie vor der Flut erbaut wurden und in ihnen Bücher und geheime Schriften verborgen waren.
  • Die Araber sollen im Zuge der „ersten“ Öffnung der Cheops-Pyramide im 9. Jahrhundert tatsächlich Texte oder Schriftrollen gefunden haben.
  • Wenn dem so ist, kann niemand sagen woher sie stammen oder wie alt sie waren.
  • Es soll auch ein Grab (im „Hermes-Kloster“) gefunden worden sein, in dem man eine Schriftrolle fand.
  • Diese sei in Koptisch verfasst gewesen (und von König Saurid und der Sintflut etc. berichtet haben).
  • Das Koptische ist eine relativ „moderne“ Schrift in Ägypten. Damit können die geheimnisvollen Bücher in ihrer Ur-Version nicht in koptisch verfasst worden sein.
  • Der Historiker Manetho soll der letzte Mensch gewesen sein, der angeblich ein authentisches Buch vom Baumeister der Pyramide in seinem Besitz hatte. Mutmaßlich geschrieben von Pharao Cheops selber.
  • Der Prophet Henoch wird mit einem Gott (Hermes) gleichgesetzt, wird allerdings (nur) einer „Hitat“-Stelle konkret als Pyramiden-Bauer (Saurid) genannt.
  • Mindestens 130 geheime Bücher mit Weisheiten sollen in der Pyramide im Auftrag von Saurid vor der Sintflut versteckt worden sein.
  • Henoch schrieb nach einem Buch mit seinem Namen aus dem 1. Jahrhundert nach Christus sogar 360 Bücher mit göttlichen Weisheiten und Wissen. Auch vor der Flut.
  • Wenn irgendwelche Bücher davon jemals existieren, sind sie ausnahmslos alle verschollen. Ob vor der Flut geschrieben oder „klassisch“ in der 4. Dynastie von Pharao Cheops, spielt dabei keine Rolle.
  • Wenn diese Schriften angeblich in koptisch verfasst gewesen sind, warum waren dann andere nicht zu entziffern?

Verschollen, versteckt, vernichtet – wer kann das schon mit reinem Gewissen sagen? Die Suche nach den Mysterien der Vergangenheit wird wohl noch dann faszinieren, wenn das heute bereits lange Vergangenheit ist.

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Weltweite Umfrage: Rund die Hälfte der Menschheit glaubt an Außerirdische und möchte Kontakt aufnehmen – das Nachsehen hat die Kirche

Weltweite Umfrage: Rund die Hälfte der Menschheit glaubt an außerirdisches Leben (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Weltweite Umfrage: Rund die Hälfte der Menschheit glaubt an außerirdisches Leben (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Die Überzeugung, dass es im Universum anders Leben und außerirdische Zivilisationen gibt, hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Vor allem auch durch die Entdeckung Tausender Exoplaneten, von denen einige potentiell sogar bewohnbar sind. Der Glaube, das es Leben im All gibt, steigt von Umfrage zu Umfrage, die bisher auf nationalen Ebenen durchgeführt wurden. Doch auch eine internationale Befragung in 24 Ländern der Erde hat dies gezeigt. Nach dieser glauben fast 50 Prozent der Befragten weltweit an intelligente außerirdische Zivilisationen im All und viele von ihnen wünschen sich einen Kontakt mit diesen Aliens. Eine erstaunliche Erhebung aus dem Bereich der Naturwissenschaft und dem Glauben an Außerirdische. Parallel dazu nimmt aber deutlich erkennbar ein anderer Glaube ab. Nämlich die Gläubigen des Christentums. Alle Details und Hintergründe zu der internationalen Umfrage und dem Niedergang des Christentums erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Leben im All und Außerirdische

Bis vor rund zwei Jahrzehnten musste man sich geradezu rechtfertigen wenn man sagte, dass man an Außerirdische glaubt. Das Thema Leben im All hatte in der breiten Öffentlichkeit eher den Hauch des Verrückten und war für viele Menschen “verrücktes Zeug”. Ein Gebiet, dass man lieber der Science-Fiction oder irgendwelchen “UFO-Spinnern” überlies.

Dieses Bild zum Thema außerirdisches Leben hat sich in den letzten Jahren drastisch gewandelt. Zumindest für all jene, die sich dazu etwas mehr informiert und  gebildet haben. Und schon lange sind Außerirdische und Leben im All auch und vor allem für Astronomen kein Tabu mehr!

Verschiedene nationale Umfragen belegen außerdem, dass der Glaube an Leben außerhalb der Erde in den letzten Jahren immer weiter zugenommen hat. Je höher die Bildung, je eher glaubt man an fremdes Leben in den weiten des Alls. Vor allem die Fortschritte in der Astronomie wie die Entdeckung Tausender Exoplaneten führten zu diesem radikalen Wechsel der Ansichten über Aliens.

Dabei muss man aber drei Unterscheidungen klar unterstreichen:

  1. Der Glaube, dass es primitives Leben im All gibt. Etwa Mikroorganismen auf dem Mars oder in Lichtjahren Entfernung auf einem Exoplaneten. Zum Beispiel dem Planeten Proxima Centauri b im Sternsystem Alpha Centauri (s. a. HIER, HIER & die Videos HIER & HIER).
  2. Der Glaube, dass es im Universum technologische Alien-Zivilisationen gibt, die womöglich wesentlich fortgeschrittener sind als wir. Vielleicht sogar Millionen dieser außerirdischen Zivilisationen.
  3. Der Glaube, dass hinter dem UFO-Phänomen Außerirdische stecken.

Die unterschiedlichen Umfragen der letzten Jahre haben gezeigt, dass der Glaube an alle drei Punkte zugenommen hat. In abnehmender Reihenfolge zu dieser Auflistung allerdings.

Die Hälfte der Menschheit glaubt an Außerirdische

Was neben den zahlreichen nationalen Umfragen der Vergangenheit fehlte war eine weltweite Umfrage zu Leben im All. Diese wurde bereits 2017 veröffentlicht und fand zwischen Dezember 2015 und Februar 2016 in 24 Ländern in 15 Sprachen statt. Hierbei wurden insgesamt 26.492 Menschen befragt, die 62 Prozent der Weltbevölkerung sowie 80 Prozent der Weltwirtschaft widerspiegelten.

Und die Ergebnisse der “Glocalities”-Umfrage sind durchaus erstaunlich!

Demnach glauben 47 Prozent der befragten Person nicht nur an irgendwelches primitives Leben im All, sondern “an die Existenz intelligenter außerirdischer Zivilisationen im Universum”. Der Forschungsdirektor der Umfrage, Martijn Lampert, brachte dieses Ergebnis auf den Punkt:

Menschen, die an die Existenz intelligenter außerirdischer Zivilisationen glauben, sind keine marginale Minderheit, sondern bilden ein großes (47%) und eigenständiges Segment unkonventioneller und antiautoritärer Denker mit einer Leidenschaft für Wissenschaft, Technologie, Kultur, Politik und Kunst. Aufgrund ihrer Faszination für Wissenschaft, Kunst und das Leben im Universum charakterisieren wir sie mit dem Begriff Homo Universalis.

Hierbei glauben Russen, Mexikaner und Chinesen eher an die Existenz intelligenter außerirdischer Zivilisationen als Menschen in den USA. Ein weiteres erstaunliches Ergebnis, da die USA als das Land der Aliens und UFOs gilt. Am wenigsten wiederum glauben die Türken, Niederländer und Indonesier an die Existenz solcher Alien-Zivilisationen.

Der “Homo Universalis”

Mehr noch, denn von diesen 47 Prozent gaben wiederum 60 Prozent an, dass wir Menschen versuchen sollten Kontakt mit diesen Außerirdischen aufzunehmen. An “irgendeine Form von Leben auf anderen Planeten” glauben sogar 61 Prozent der Umfrageteilnehmer. Also an Mikroorganismen oder andere Lebewesen, die wir im Allgemeinen als “primitiv” ansehen.

Nur bescheidene 17 Prozent schlossen nach dieser Umfrage aus, dass es Leben außerhalb der Erde gibt. Dagegen glaubten 25 Prozent sogar, “dass die erste Form des Lebens auf der Erde von einem anderen Ort im Universum hierher gekommen ist”.

Daneben zeigte die Ergebung, dass jene Menschen, die “an die Existenz intelligenter außerirdischer Zivilisationen glauben”, fünf typisches “Werteprofile” haben. Demnach sei der “Homo Universalis”:

  1. Sehr naturwissenschaftlich interessiert und glaubt an den technischen Fortschritt.
  2. Offen, tolerant, wertschätzend und antiautoritär eingestellt.
  3. Ein ganzheitliche Denker, der glaubt, dass alle Dinge und Phänomene miteinander verbunden sind.
  4. Überzeugt, dass unsere Träume und Vorstellungen die Realität schaffen, in der wir leben.
  5. Interessiert an Politik und für politische Transparenz.

Martijn Lampert ist nach der Umfrage überzeugt, dass sich genau diese Gruppe Menschen “mehr und mehr in die Debatte über die Zukunft der Menschheit und den Platz des Planeten Erde im Universum engagieren wird”. Nicht nur die Entdeckungen von Exoplaneten würde die hohe Prozentzahl jener Menschen erklären, die an außerirdische Zivilisationen glauben, so Lampert weiter. Auch der Erfolg von Science-Fiction-Filmen wie Avatar, Star Trek und vor allem STAR WARS hätten daran Anteil.

Der Wandel im Glauben …

“Glauben gehört in die Kirche!” – Das ist ein allseits bekannter Spruch. Auch bei der Frage “glaubst Du an Außerirdische?”.

Diese Umfrage von “Glocalities” beweist aber einmal mehr auf Neue eine Verlagerung von “Glauben”. Immerhin haben wir (bisher!) keinen unumstößlichen Beweis für irgendeine Art und Form von Leben im All. Also glauben alle Befragten nur daran. Und das umso mehr, je mehr diese an den naturwissenschaftlichen interessiert sind.

Der Katholischen Kirche hingegen rennen die Gläubigen in Scharen davon. Nicht nur einige Schäfchen kehren der Kirche den Rücken, sondern ganze Herden verlasen das Haus Gottes oder schlicht das Christentum. Nicht nur Umfragen, die massive Zahl der Kirchenaustritte oder diverse Statistiken zeigen das (s. a. Blog-Artikel HIER), sondern allein schon die leeren Kirchen.

So besuchten im Jahr der Veröffentlichung der Umfrage (2017) rund 2,3 Millionen Menschen regelmäßig den katholischen Gottesdienst am Sonntag. Nur muss man sagen, denn 1950 waren es noch fast 12 Millionen sonntägliche Kirchgänger in Deutschland, wie es die Statistik zeigt. 167.500 Personen sind aus der Katholischen Kirche und ca. 200.000 aus der Evangelischen Kirche 2017 ausgetreten.

Ein eindeutiger Trend!

Der Glaube an Wissenschaft, Technik und Forschung und die damit einhergehende Überzeugung, dass wir nicht allein im Kosmos sind, nimmt den Kirchen die Gläubigen weg. Obwohl sich, wie in zahlreichen Beiträgen auf Grenzwissenschaft und Mystery Files gezeigt, Christentum oder der Glauben an außerirdische Zivilisationen nicht ausschließen.

Im Gegenteil, da selbst die Kirche und der Papst die mögliche Existenz von Aliens anerkennen.

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Archäologie: Das Leben und Wirken von Jesus Christus bleibt eine Sache des Glaubens

Archäologie: Das Leben und Wirken von Jesus Christus bleibt Glaubenssache (Bild: gemeinfrei)

Jesus Christus ist sicher die bekannteste Person der Menschheitsgeschichte, dessen Namen fast alle rund 7,5 Milliarden Menschen der Erde kennen. Sein Leben und Wirken wurde zum Fundament des Christentums und damit ist Jesus der Gründer der größten Religion der Welt. Doch ist sein Leben wissenschaftlich und archäologisch gesichert und nachgewiesen? Nein sagt ein Professor für Biblische Archäologie. Auch wenn an der Existenz der Person Jesus vor 2.000 Jahren kein Zweifel bestünde, sind seine Taten und Lebensphasen wissenschaftlich nicht beweisen und damit reine Glaubenssache. Anderes wiederum steht außer Frage, wie Ihr in diesem Beitrag lesen könnt.


Rätselhafter Jesus Christus

Rund 2.000 Jahre ist es her, dass in Jerusalem ein Mann mit Namen Jesus von den Römern hingerichtet wurde. Ein Unruhestifter unter den Juden, den die römische Besatzungsmacht kreuzigte. Die Geburtsstunde des Christentums, die zumindest in der westlichen Welt jedes Kind mehr oder weniger detailliert kennt.

Immerhin sei dieser Jesus von Nazareth der Sohn Gottes gewesen.

Der Messias, der nach seinem Tod am Kreuz wieder auferstanden ist und seinen Anhängern damit das ewige Leben verkündetet. Die Folgen dieser Ereignisse vor zwei Jahrtausenden im heutigen Israel sind weltbekannt und legendär. Doch vieles ist hierbei Legende und archäologisch nicht nachweisbar. Erschwerend kommt hinzu, dass im Laufe der Jahrhunderte um die Person Jesus Christus zahlreiche weitere Geschichten und Mythen entstanden.

Die Wahrheit über den historischen Jesus kann heute kaum mehr jemand herausfinden. Auch wenn in der römischen Provinz einst tatsächlich dieser Jesus lebte. “Es sei denn, wir finden irgendwann das Tagebuch Jesu, das er selbst verfasst hat”, so Professor Dr. Wolfgang Zwickel. Ein Experte für das Alte Testament und Biblische Archäologie von der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz.

Glaubenssache Jesus Christus

Bibelexperte Zwickel hat keinen Zweifel, dass Jesus vor 2.000 tatsächlich lebte. Dies sei für ihn “unangefochten klar”, da es genügend historische Überlieferungen aus dem Ende des 1. Jahrhunderts um die Person Jesus gibt. Nicht nur die vier Evangelien, die sich in der Bibel befinden.

Mit diesen Schriften und Dokumenten könne beispielsweise der Leidensweg von Jesus vom Palast des Herodes zur Grabeskirche nachvollziehbar rekonstruiert werden. Dadurch wäre auch die Grabeskirche in Jerusalem sehr wahrscheinlich auch der reale Ort der Beisetzung von Jesus, so Professor Zwickel im April 2019:

Wo Golgatha traditionell lokalisiert werde, sei ein Stein, der innerhalb eines antiken Steinbruchs wohl stehen geblieben war, weil er einen größeren Riss hat. Weil er als Bausubstanz unbrauchbar war, habe man ihn benutzt, um Aufständische öffentlich zu präsentieren.

Nach Wolfgang Zwickel – aber auch anderen Bibelforschern – stünde die heutige Grabeskirche folglich am korrekten Ort von Golgatha. Das Grab des Jesus Christus als eines der größten Heiligtümer des Christentums wäre demnach das wirkliche Grab des Messias. Auch wenn archäologische Fakten als letzter Beweis fehlen.

Das gilt auch für die Taten von Jesus am See Genezareth. Der dortige Ort Kapernau, wo Jesus laut Bibel gewirkt habe, ist von Archäologen in den letzten Jahrzehnten sehr gut ausgegraben und erforscht worden. Besonders herausragend ist hier natürlich das angebliche Haus des Fischers Petrus. Genau dort, wo es die Legende schon im 3. Jahrhundert lokalisierte, wurde es gefunden. Immerhin gilt der Jünger Petrus als der erste “Papst” der Weltgeschichte, auf dem sich bis heute alle Päpste berufen …

Ob aber das dort ausgegrabene und für Touristen erschlossene Haus tatsächlich das Haus von Perus aus den Tagen von Jesus Christus ist, ist wieder reine Glaubenssache.

Wie so vieles im gesamten Christentum …

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Seherin und “Mystikerin” Anna Katharina Emmerick: Sah sie im 19. Jahrhundert den Brand von Notre-Dame voraus? +++ Artikel +++

Die Seherin Anna Katharina Emmerick: Sah sie den Brand von Notre-Dame in Paris voraus? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die Seherin Anna Katharina Emmerick: Sah sie im 19. Jahrhundert den Brand von Notre-Dame in Paris voraus? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Schreckliche und traurige Bilder erreichten die Welt am Abend des 15. April aus Paris: Die Kathedrale Notre-Dame de Paris stand in Flammen. Mutmaßlich fahrlässige Brandstiftung durch Bauarbeiten am Dachstuhl an dem Gotteshaus aus dem 12. Jahrhundert wird derzeit von der Pariser Staatsanwaltschaft vermutet. Und während die Welt und vor allem Frankreich um das Pariser Wahrzeichen und die enormen Schäden an Inventar und Bauwerk trauert, kursieren erste Gerüchte um den Großbrand. Eines davon besagt, dass die  1824 verstorbene Seherin und Stigmatesierte Anna Katharina Emmerick den Band von Notre-Dame in ihren Visionen vorhergesagt habe. Kann das stimmen? Was die weltberühmte und vom Vatikan Selig gesprochene Seherin aus meinem Heimatort Coesfeld gesagt und prophezeit haben soll, lest Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Anna Katharina Emmerick

Die Seherin Anna Katharina Emmerick lebte 1774 bis 1824 als Bauerstochter einer Kötterfamilie in einer Bauernschaft der Stadt Coesfeld in Nordeinwestfalen. Nur wenige Minuten von meinem Heimatdorf Lette steht noch heute ihr (wieder aufgebautes) Heimathaus und im Nachbarort Dülmen findet sich ihr Grab. Heute ist die “Heilig-Kreuz-Kirche” eine Gedenkstätte der schon im Kindesalter überaus frommen und gottesfürchtigen Emmerick, die später das Leben einer Nonne wählte.

Bis heute wird die Seherin mit den “Wundmalen Christi” (Stigmata) im Christentum viel verehrt. Auch Pilgerreisen bzw. Prozessionen zu ihren Ehren finden im Münsterland statt, die von ihrem Geburtshaus in Coesfeld entlang meines Heimatdorfes Lette zur Emmerick-Gedenkstätte in Dülmen führen. Und selbst eine angebliche Körper-Reliquie der gottesfürchtigen Seherin soll existieren: Eine mumifizierte Hand, die zufällig bei Renovierungen einer Kirche in Buldern, einem Dorf, das zu Dülmen gehört, entdeckt wurde.

Am 3. Oktober 2004 sprach Papst Johannes Paul II. Anna Katharina Emmerick selig. Ein Verfahren, dass sich grundsätzlich über 100 Jahre hinzog. Denn ein erster Prozess zur Seligsprechung wurde bereits 1892 eröffnet, allerdings 1928 wieder geschlossen. Erst ein zweites Verfahren von 1973 bis 2004 erbrachte dann den Status der Emmerick als eine “Selige”. Ein alles andere als unumstrittenes Urteil der Kirche, da hier vor allem die Aufzeichnungen von Clemens Brentano (1778 bis 1842) als Quelle genutzt wurde.

Die Selige Emmerick

Der Schriftsteller Bernato hielt sich in den Jahren zwischen 1819 und 1824 bei Emmerick auf. Seine Schriften über die tranceartigen Visionen und die Stigmata Gottesfrau gelte bis heute als zumindest fragwürdig. Es ist bis heute unklar, was Bernato einfach selber ergänzte und persönlich ausschmückte. Auch die Wundmale der Seligen waren schon zu ihren Lebzeiten umstritten. Entsprechende medizinische und psychiatrische Interpretationen über ihre “Gottes-Visionen” ebenso.

Als 2004 der berühmte Schauspieler, Filmregisseur und Produzent Mel Gibson seinen Film “Die Passion Christi” in die Kinos brachte, wurde Emmerick weithin berühmt. So beruht doch der aufgrund seiner Grausamkeit und Brutalität umstrittene Jesus-Film ausschließlich auf den Aufzeichnungen von Clemens Brentano über Emmerick …

Nach der Seligsprechung der sogenannten “Mystikerin” 2004 wurde auch die Grab- und Wallfahrtskirche in Dülmen umgebaut und erweitert. Unterhalb der Krypta wurde beispielsweise eine Anna-Katharina-Emmerick-Gedenkstätte errichtet, in der auch das Krankenzimmer der Seligen wieder aufgebaut wurde. Anders als bei so vielen Seligen, Heiligen oder sonst wie im Christentum verehrten Menschen handelt es sich hierbei um die Originalobjekte aus dem Leben der Coesfelderin und nicht um Kopien.

Prophezeiungen, Visionen, göttliche Schauungen …

Viele Menschen haben ein mehr als “mulmiges Gefühl”, wenn in der katholischen Kirche Personen als heilig oder besonders gottesfürchtig angebetet werden. Das ist bei Anna Katharina Emmerick nicht anders. Nicht wenige Kritiker sehen in der Verehrung von angeblich zu Lebzeiten außergewöhnlich frommen oder sogar heiligen Menschen eher eine Verklärung.

Und das in der katholischen Kirche diese Art der “Glaubensbezeugung” mehr als stark präsent ist, steht außer Frage!

Wenn diese “besonders gottesfürchtigen” Menschen dann auch noch zu Lebzeiten Prophezeiungen aussprachen, wird es vielen Kirchenkritikern schnell zu viel des Guten. So auch bei “meiner Lokalheiligen” Emmerick. Denn ihre Visionen betrafen nicht nur den von Hollywood verfilmten Leidensweg Christi, sondern auch die Zukunft. Immerhin liegt es auch in der Natur der Sache, dass Prophezeiungen die Zukunft betreffen.

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Prophezeiungen, Weissagungen oder Zukunftsvisionen sind ein fragwürdiges Thema. Wirklich echte und unstrittigen “Propheten” dieser Art gab und gibt es nicht. Das sieht man hervorragend am Beispiel des 1566 verstorbenen Arzt, Astrologen und Seher Nostradamus aus Frankreich. Zweifellos der bekannteste seiner Zunft. Seine angeblichen “Prophezeiungen” dienen seit Jahrhunderten allen möglichen und unmöglichen Zwecken. Und seine “Centurien” genannten Weissagungen sind so schwammig und vor allem undatiert, dass der Buchmarkt voll von angeblichen Entschlüsslungen etc. ist.

Anders bei der Münsterländerin Emmerick. Sie schrieb nicht wie Nostradamus und andere schwammige und codierte Weissagungen der Zukunft nieder. Ihre mutmaßlichen Prophezeiungen sind in textlicher Reinform vorhanden. Wobei unklar ist, was der genannte Clemens Brentano hierbei selber im Zuge seiner “schriftstellerischen Freiheit” dazu dichtete …

Eine Prophezeiung von Anna Katharina Emmerick?

Ohne Frage haben auch “Propheten” und selbst Scharlatane bei ihren Visionen der Zukunft Treffer. Es ist unwichtig, ob diese Menschen aus redlichen oder sogar gottesfürchtigen Motiven handeln oder nur betrügen wollen, irgendwer hat irgendwo und irgendwann immer mal richtig gelegen. Verpackt man seine Weissagungen in möglichst schwammige Worte und macht möglichst schwammige Angaben, steigt die vermeintliche Trefferquote dabei enorm.

Bei einer Prophezeiungen wie etwa “es kommt im Jahr XY ein schweres Erdbeben und eine Naturkatastrophe fordert viele Menschenleben” ist ein Treffer sicher. Egal im welchem Jahr.

Derzeit aber kursiert im Internet eine Aussage von Emmerick, die viele Menschen auf das verheerende Feuer von Notre-Dame beziehen. Die online kursierenden Zitate unterscheiden sich etwas, aber grundsätzlich erfahren wir folgendes, das von ihr stammen soll:

Plötzlich brach eine Flamme im Turm aus, breitete sich über das Dach aus und es schien, als würde alles verbrannt werden. Ich dachte dann an den breiten Fluss, der durch eine der Seiten der Stadt fließt hat und sich fragt, ob es nicht mit seinem Wasser das Feuer aus dem Feuer bringen könnte. Aber die Flammen verletzen viele von denen, die ihre Hand in die Abriss Arbeit gelegt hatten: die Flammen jagten sie nieder und die Kirche ging weiter zu Fuß.

Allerdings habe ich gesehen, dass es erst nach dem großen Sturm, der sich nähert, gerettet würde. Dieses Feuer, dessen Aussehen entsetzlich war, zeigte auf dem ersten Platz eine große Gefahr, auf dem zweiten Platz eine neue Pracht der Kirche nach dem Sturm. In diesem Land haben sie bereits begonnen, die Kirche mit Hilfe von Schulen zu ruinieren, die dem Unglauben nachgeben.

Erstaunliche Worte

Das klingt durchaus erstaunlich und scheint in der Tat auf den Band von Notre-Dame sehr gut zu passen! Wir alle haben die Bilder aus Paris gesehen. Wie der Spitzturm und das Dach brannte. Und die Medien berichteten nach dem Brand auch intensiv darüber, dass die Kathedrale in neuer Pracht wieder aufgebaut werden wird.

Aber wer sollen die Menschen sein, die “ihre Hand an die Abrissarbeit” des Gotteshauses legten, und bei dem Feuer verletzt wurden? Die gab es nicht in Paris! Sollen hier jene Menschen gemeint sein, die in der heutigen Zeit gegen die Kirche “kämpfen” und ihre Status unlängst hinterfragen? Mit einer religiösen Motivation kann man das durchaus herauslesen. Und diese Menschen, so kann man es weiter hinein interpretieren, scheitern letztlich an ihren Vorhanden. Denn trotz der Gefahr wird die Kirche neu und gestärkt aus den Flammen auferstehen.

Der Fluss im Zitat wäre natürlich als der Fluss Seine in Paris zu deuten. Er fließt mitten durch Paris und Notre-Dame steht noch dazu auf einer Insel mitten in der Seine.

Die “Schulen, die dem Unglauben nachgeben”, und “in diesem Land” (damit also Frankreich) die Kirche ruinieren wollen, wie soll man diese verstehen? Religiöse Menschen bzw. jene, die in den Schriften “von” Emmerick göttliche Weissagungen sehen, könnten hier schlicht den gesellschaftlichen Verfall sehen. Vielleicht auch einfach den Abfall von der katholischen Kirche und ihren Werten/Lehrern in der modernen Welt der Toleranz und des Spaß.

Und wo anders als in Schulen wird eine Gesellschaft in ihrem Kern geprägt und (be)gelehrt?

Sah Anna Katharina Emmerick den Band von Notre-Dame voraus?

Jetzt stellt sich aber die frage, ob das kursierende Zitat der Anna Katharina Emmerick (oder Clemens Brentano) überhaupt der Wahrheit entspricht.

Es gibt eine ganze Reihe Publikationen, die sich mit Emmerick und vor allen ihren Visionen beschäftigen. Neben wenigen kritischen sind es hierbei vor allem natürlich religiös geprägte Veröffentlichungen. Nicht wenige stammen von überzeugten Gläubigen der katholischen Kirche und sehr viele enthalten vor allem Auswahltexte der Visionen. Alle jedoch berufen sich auf den Chronisten Clemens Brentano. Trotz aller Kritik sind und bleiben eben seine Schriften die Hauptquellen.

Eines der letztgenannten Veröffentlichungen stammt von Josef Stocker. In seinem 2013 veröffentlichten Buch “Visionen: Anna Katharina Emmerick” finden sich diverse Visionen von Emmerick, die Stocker den Aufzeichnungen von Berntano entnahm. Unter anderem auch die Prophezeiungen um “den Papst und die Zukunft der Kirche”. Und tatsächlich findet sich hier (ab Seite 78) das oben wiedergegebene Zitat vom Emmerick zu dem Feuer der Kirche. Allerdings wesentlich umfangreicher und mit einer ganzen Reihe von Unterschieden und auch Interpretationen. Zum Beispiel interpretiert Stocker die Kirche als eine Kirche in Wien (Stephanus) und die Personen, die hier Hand an das Gotteshaus legen, als Freimauer.

Vielleicht sollte man bessere sagen, dass das im Netz kursierende Zitat vom Emmerick “zusammengesetzt” wurde.

Eine wesentlich bessere Quelle ist die von Jozef de Raedemaeker 1998 “erstmalige Veröffentlichung der Urtexte”, die ich vom Emmerick-Bund e. V. bei mir vor Ort bekommen habe. Dieses “Dülmener Tagebuch” enthält die “Aufzeichnungen der Mitteilungen und der Zustände der Anna Katharina Emmerick”, die vier Jahre vor dem Tod der Seherin notiert wurden. Es ist Teil einer Sammlung der Brentano-Schriften.

Die Ur-Quelle …

Die im Januar 1820 gemachten Tagebuchaufzeichnungen mit der fraglichen Prophezeiungen sind das “Bild der Gefahr einer katholischen Kirche”. Einer ungenannten Kirche demnach, die in dem Text aber eindeutig in Rom oder Richtung Rom in Italien lokalisiert wird. Bei Visionen und Prophezeiungen ist natürlich immer vieles Interpretationen und Deutung der Leser, doch Rom liegt von Emmerick ihrer Heimat in einer ganzen anderen Richtung als Paris und Notre-Dame.

Das vollständige Original-Zitat ließt sich wie folgt – und umfasst weit mehr Text:

Ich sah an einem Ort, mehr gegen Rom zu, zwischen hohen Häusern, eine katholische Kirche mit sehr hohem, künstlichem Turm (Stephan?). Ich sah um diese Kirche her sehr viele vornehme Leute beschäftigt, darunter mehrere Fremde, vornehme, mit Schürzen und Kellen, als wären sie dahin gesandt, welche diese Kirche, die mit Schiefer gedeckt war, und den künstlichen Turm abbrechen <wollten>. Es gesellten sich allerlei aus dem Lande zu ihnen, auch waren selbst Priester dabei. Ich geriet darüber in solche Betrübnis, da! ich zu meinem Bräutigam sagte, er solle doch helfen; Xaverius habe ja mit dem Kreuz in der Hand alles vermocht: Er möge doch hier den Feind nicht triumphieren lassen.

Ich sah hierauf fünf Menschenbilder in diese Kirche eingehen, drei in alten, schweren Paramenten, als seien es Geister, und zwei ganz junge Geistliche, als wären sie berufen. Es war auch, als erhielten diese das Abendmahl und als sollten sie ein neues Leben erwecken und es schlug auch plötzlich eine Flamme aus dem Turm und warf sich um das ganze Dach, und es war, als sollte alles verbrennen. Ich gedachte dabei noch eines breiten Flusses, der an der einen Seite der Stadt vorbei floß, <und fragte mich,> ob man nicht aus ihm das Feuer löschen werde. Es waren bei denen, welche abbrechen wollten, sogar Ordensgeistliche. Aber die Flammen verletzten sehr viele von denen, welche Hand zum Abbruch angelegt hatten, und vertrieben sie und die Kirche blieb stehen.

Diese Rettung, hatte ich aber <vernommen>, würde erst nach dem großen Ungewitter, welches nahte, vor sich gehen, denn das Feuer, welches erschrecklich war, deutete fürs erste auf große Gefahr und fürs zweite auf neuen Glanz in der Kirche nach dem <Un>wetter. Der eine der eingehenden Heiligen war Sankt Stephanus, der andere war jener, der nach ihm gemartert wurde. Die jungen Leute waren Vorläufer des Johannes. Das Verletzen der Kirche haben sie jetzt dort schon angefangen bei den Schulen. Sie wollen alles freigeben.

Zwischen den beiden Kirchengesichten sah ich sich ein heftiges <Un>wetter hervordrängen aus Mitternacht. Es zog sehr nach der Stadt mit dem Turm, <zog sich> im halben Kreis herum.

… und viele Deutungen

Liest man sich diese Vision der Emmerick ganz nüchtern durch, muss man sagen, dass hier wohl kaum der Band von Notre-Dame vorausgesehen wurde! Abgesehen davon, dass hier von Rom oder “mehr gegen Rom” gesprochen wurde, gibt es zahlreiche Details, die gegen einen Blick in die Zukunft sprechen. Am auffälligsten ist dabei sicherlich, das dieser Text davon spricht, dass die Kirche abgerissen werden sollte, bevor sie brannte. Notre-Dame sollte renoviert werden.

Ebenso haben die Flammen von Paris nicht “sehr viele von denen, welche Hand zum Abbruch angelegt hatten” verletzt. Beim Brand von Notre-Dame war das exakte Gegenteil der Fall. Und selbstverständlich waren auch keine “Ordensgeistliche” daran beteiligt. Mit Schiefer war Notre-Dame auch nicht bedeckt. Lediglich die Aussage “und es schlug auch plötzlich eine Flamme aus dem Turm und warf sich um das ganze Dach, und es war, als sollte alles verbrennen” passt durchaus auf den Großbrand von Paris. Natürlich auch, dass die Kirche letztlich stehengeblieben ist.

Viele Urheber

In der Aufzeichnung von 1820 findet sich auch eine interessante Anmerkung zu dieser Vision vom Untergang der Kirche. Diese Aussage der Seligen Emmerick stamme aus “der Handschrtift der Frau Sendtler”, ist darin zu erfahren. Damit ist Anna Barbara Sendtner gemeint, die eine Mitarbeiter von Clemens Berntano war und ebenfalls die Worte von Anna Katharian Emmerick bearbeitet hat.

So heißt es beispielsweise zu dem mehrere hundert Euro kostenden Gesamtwerk “Religiöse Werke II” von Brentano:

Die vorliegende Edition gibt den Text erstmals nach der von Brentano als Druckvorlage vorgesehenen und von ihm korrigierten Abschrift durch seine Mitarbeiterin Anna Barbara Sendtner wieder, die zumal bei einigen im 19. Jahrhundert als theologisch heikel betrachteten Passagen teilweise erheblich von der Druckfassung abweicht.”

Andere Bearbeiter der Aussagen von Emmerick waren Christian Bernatano, der Bruder von von Clemens Bernatano, und seine Frau Emilie. Wer will da beim Thema “Prophezeiungen von Anna Katharina Emmerick” noch zwischen Wahrheit und schriftstellerischer Fiktion unterscheiden können?

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Eine Entführung und Zeitreise mit dem Volk der Zwerge: Parallelen zu modernen UFO-Entführungen in Märchen +++ Artikel +++

ne UFO-Entführung und Zeitreise mit dem Volk der Zwerge ... (Bilder: L. A. Fischinger & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Eine UFO-Entführung und Zeitreise mit dem Volk der Zwerge … (Bilder: L. A. Fischinger & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Märchen, Sagen und die Erzählungen der Folklore sind für viele Menschen heute nichts weiter als eben – Märchen. Irgendwelche vermeintlich unwahren Geschichten, die unsere europäischen Vorfahren sich über Jahrhunderte und Jahrtausende erzählten, aber letztlich doch alle nicht wahr sind. Heute würde man sie in unserer digitalen Welt wohl Fake-News nennen. Trotzdem können sich heute nicht nur kleine Kinder für die “klassischen Märchen” begeistern. Auch UFO-Forscher und Grenzwissenschaftler finden derartige Sagen und Märchen zum Teil überaus spannend. Denn fraglos erkennen wir in diesem “Gedächtnis der Vergangenheit” Erzählmotive und Kernaussagen, die heute auch im UFO-Phänomen zu finden sind, wie auf diesem Blog oftmals berichtet. So auch in einem erstaunlichen Märchen aus Brandenburg, in dem Ähnlichkeiten zu “modernen” Phänomenen geradezu heraus stechen, wie Ihr in diesem Blog-Artikel lesen könnt.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Märchen: Erinnerungen der Menschheit

In Büchern, Artikeln und auf diesem Blog habe ich immer wieder das Thema aufgriffen, dass Märchen und Sagen teilweise deutliche Ähnlichkeiten mit dem “modernen” UFO-Phänomen haben.

Das sieht der “Märchen-Laie” sicherlich nicht so. Denn die meisten Menschen kennen Märchen aus ihrer Kindheit und denken bei dem Thema an die Klassiker der Gebrüder Grimm. Obwohl, wie in diesem Blog-Artikel HIER dargelegt, auch die Gebrüder Grimm eine überaus interessante Sage aus dem Böhmerwald überliefert haben.

Nichtsdestotrotz hört das Wissen der meisten Menschen bei den Geschichten über über Dornröschen, Frau Holle, Aschenputtel & Co. auf. Dabei ist das Feld solcher alten und uralten Erzählungen weitaus größer, als man es auch auf dem zwei Blick ahnt. Märchen sind längst Teil einer wissenschaftlichen Forschung geworden, die dabei auch zeigt, dass derartige Überlieferungen in ihren Kernen bis in die vorzeitliche Mythologie der Menschheit zurück reichen.

Märchenforschung

So etwa haben der Anthropologe Jamshid J. Tehrani und die Völkerkundlerin Sara Graça da Silvav am 1. Januar 2016 im Journal der “Royal Society open Science” eine Studie veröffentlicht, die genau das belegt. Die Forscher untersuchten für ihre Arbeit 2.000 Märchentypen aus 200 verschiedenen Gesellschaftskreisen und kamen zu dem eindeutigen Ergebnis:

“Einige dieser Geschichten reichen viel weiter zurück als ihre erste literarische Aufzeichnung und sogar weiter zurück als bis zur klassischen Mythologie. Manche Versionen tauchen in lateinischen und griechischen Texten auf – aber was wir herausgefunden haben, legt nahe, dass sie noch viel älter sind.

Wir finden es bemerkenswert, dass diese Geschichten so lange überlebt haben, ohne aufgeschrieben worden zu sein. Sie wurden erzählt, bevor es Englisch, Französisch und Italienisch überhaupt gab. Möglicherweise wurden sie in einer ausgestorbenen indoeuropäischen Sprache erzählt.

Schon die Gebrüder Grimm haben genau das vermutet. Märchen sind Teil der frühesten Erinnerungen der Menschheit! Auch wenn sie später, was an zahllosen Beispielen deutlich zu erkennen ist, durch das Christentum “verwässert” und beeinflusst wurden.

Archetypen, Aliens und der “rote Faden”

Genre spricht man in der Märchenforschung davon, dass Märchen einem Archetyp des “kollektiven Unterbewusstseins” der Menschheit folgen oder entsprechen. Das heißt, dass in diesen Erzählungen psychische oder psychophysische Erfahrungen und Erlebnisse der Menschen verarbeitet wurden. Diese reichen von Träumen über Visionen bis hin zu spirituellen Erfahrungen oder sogar psychosomatischen Krankheiten mit Halluzinationen. Letztlich sogar bis zum Glauben an Gott.

Fast immer jedoch wird keine reale Ursache angenommen.

Anders in der UFO-Forschung oder zumindest bei einigen Teilen der UFO-Forscher und -Interessierten. Hier wird vermutet, dass, wenn wirklich Außerirdische oder Fremde aus anderen Welten uns besuchen, diese seit Jahrtausenden hier sein könnten. Dann aber müssten sich, so der Gedanken weiter, Hinweise auf diese Aliens quer durch die Geschichte finden lassen. Die grenzwissenschaftlichen Themen UFO-Forschung und Prä-Astronautik/Ancient Aliens wären demnach nicht zwei getrennt zu betrachten Bereiche, sondern stünden in Verbindung.

Und eine Art “Brücke” zwischen diesen Mysterien der Menschheit wären eben Märchen und Sagen von fremden Wesen wie Zwerge, Feen, Trolle und andere mehr. Das sehe ich persönlich genauso.

Allerdings darf man sich hierbei nichts vormachen: Heutige Berichte aus dem Bereich der UFO-Forschung inklusive UFO-Entführungen, Mythologien etc. der Prä-Astronautik und Märchen weisen untereinander auch erhebliche Unterschiede auf. Zugleich existieren natürlich auch Märchen, in denen sich nicht der Hauch einer Spur auf irgendwelche Astronautengötter finden lassen …

Der berühmte “rote Faden” zwischen uralten Überlieferungen von göttlichen Wesen vom Himmel und mutmaßlichen Aliens in UFOs ist lediglich etwas rötlich.

“Die goldene Wiege”

Diese Ausführungen und Argumente muss man immer im Hinterkopf behalten, wenn man sich auf Spurensuche nach den Besucher aus dem All begibt.

Doch ein deutsches Märchen aus Brandenburg (oder woher es ursprünglich auch immer kommen mag) ist bei der Jagd nach dem Unfassbaren bemerkenswert. Gefunden hat es meine Kollegin Kati Pfau in den Aufzeichnungen ihres Heimatdorfes Wünsdorf südlich von Berlin und mich darauf aufmerksam gemacht. So finden sich in der Erzählung “Die goldene Wiege” bereits auf dem ersten Blick Elemente, die aufhorchen lassen.

“Als noch im Mühlenberg bei Wünsdorf die Zwerge wohnten”, beißt es darin, lebte bei Wünsdorf eine junge Magd, die gerade mit der Arbeit beschäftigt war. Doch dann bekam sie unverhofft Besuch:

Da stand plötzlich ein Zwerg vor ihr. Er zog höflich den Hut und bat das Mädchen, es sollte doch um Mitternacht zum Mühlenberg kommen und bei einem kleinen Zwergenkind Gevatter stehen. Die Magd fürchtete sich und erzählte ihrer Herrschaft von der Einladung des Zwerges. Der Bauern und die Bäuerin redeten ihr zu, der Einladung zu folgen.

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Weil der Bauer und seine Frau befürchteten, dass “die Zwerge nicht rächen würden”, wenn die Magd der Einladung nicht folgt, “machte sich das Mädchen auf den Weg und stand kurz vor Mitternacht am Berg”. Punkt Mitternacht “öffnete sich plötzlich der Berg” und gab den Eingang für die Magd frei.

Das Märchen erzählt uns, was dann geschah:

Ein heller Gang führte ins Innere. Zahlreiche Zwerge geleiteten sie in die Tiefe, bis sie endlich in einem großen Saal standen, dessen Wände und Gold und Edelstein funkelten. Mitten im Saal stand eine goldene Wiege, in der ein Zwergenkind lag. Die Magd musste sich auf einen goldenen Stuhl setzen. Eine prächtig gekleidete Zwergenkönigin nahm das Kindlein aus der Wiege und legte es der Magd in den Schoß. Nun musste sie dem Kind einen Namen geben, und dann wurde das Kind wieder in die Wiege gelegt.

Dann wurde es Zeit zu feiern. Ein üppiger Festschmaus wurde serviert und danach “tanzten die Zwerge bis zum frühen Morgen”. Dann wollte die Magd eigentlich wieder heim, aber die Zwerge hatten noch lange genug getanzt und gefeiert und baten die Magd, “dass sie noch drei Tage bleiben sollte”. Schließlich willigte sie ein und “drei Tage feierten die Zwerge” weiter. In der Welt der Sagen und Märchen sind solche Feste mit Feen oder Zwergen nicht ungewöhnlich.

Obwohl ein Tag schöner wie der andere war, hieß es für die Magd dann letztlich doch Abschied nehmen von den Zwergen.

Ein Abschied mit Folgen

Die Magd danke den Zwergen für die vorzügliche Bewirtung und wurde von ihren Gastgebern wieder “aus dem Berg geleitet”:

Schnell eilte sie nach dem Haus, in dem sie diente. Doch es kam ihr alles so fremd im Orte vor. Auch das Haus ihrer Herrschaft war ihr ganz fremd. Sie ging in den Flur, nahm den Reisigbesen und begann den Flur zu fegen.

Nach einiger Zeit kam die Wirtin, aber das war ja nicht mehr die Frau, von der sie vor drei Tagen weggegangen war. Auch der Wirt und die Knechte und Mägde waren ganz anders. Das Mädchen erkannte keinen von ihnen, sie schauten die Magd auch ganz erstaunt an.

Überall im Ort sprach es sich daraufhin wie ein Lauffeuer herum, dass dieses Mädchen ins Dorf gekommen sein. “Doch niemand hatte das Mädchen je gesehen”, heißt es dazu. Der alte Schäfer des Ortes war schließlich der einzige Bewohner, der sich zumindest entfernt einen Reim über das fremde Mädchen machen konnte:

Der wusste sich zu erinnern, dass ihm seine Urahn in seiner Kindheit erzählt habe, dass, als sein Vater noch Kind war, einmal eine Magd zu den Zwergen gegangen und nie wiedergekommen sei. Das müsse mindestens 200 Jahre her sein. Da wurde aus der schönen jungen Magd ein uraltes Mütterlein. Es fiel um und war tot.

Die Zwerge sind längst fortgezogen. Doch die goldene Wiege haben sie im Berg gelassen. Schon viele haben danach gesucht, doch keiner hat sie gefunden.

Von einem guten und märchenhaften Ende der Geschichte kann hier wohl kaum eine Rede sein.

Erstaunliche Erlebnisse

Was die Magd in Wünsdorf erlebt haben soll, ist mit der moderne Brille gelesen erstaunlich. Dass hier tagelang mit den fremden Wesen gefeiert und geschlemmt wurde, allerdings weniger. Erzählungen dieser Art rund um Zwerge und Feen beinhalten diesen Kern erstaunlich oft! Nicht minder häufig anzutreffen ist auch die Aussage, das sich all das in einen “Hügel”, “Berg” oder “Feenhügel” abgespielt haben soll, wozu auf diesem Blog eine Reihe Beispiele zu finden sind. Sie waren so was wie der Einstieg in die Anderswelt der Anderen.

Vielfach wird dieser Eingang in diese fremde Welt als leuchtend beschrieben. Wie Gold, Silber, Edelsteine oder die Sonne seine diese gewesen, erzähl die Sagenwelt. Das aber erzählen auch Menschen, die von UFO-Entführungen sprechen. Auch sie erinnern sich an helle leuchtende Räume oder Hallen, die heute auch mit OP-Räumen verglichen werden. Verglichen mit der früheren dunklen Welt des Alltags ohne unser heute allgegenwärtiges Kunstlicht war diese Welt geradezu strahlen oder blendend.

Was in dem Beispiel “Die goldene Wiege” besonders heraus sticht ist aber eben genau diese Wiege!

In dem Märchen soll ein Magd ein darin befindliches Zwergenkind bemuttern und einen Namen geben. Eine Reihe derartiger Erzählungen kennt dieses Element mit Babys oder Kindern der Fremden. Diesen Mythos nennt man “Wechselbalg” und ist in diversen Variationen in der Folklore bekannt. Kurz gesagt ist es bei diesem Wechselbalg-Geschichten so, dass Menschen die Kinder von Feen oder Zwergen pflegen, bemuttern, stillen oder sogar austragen müssen. Oder – in der männlichen Version – zum Teil sogar zeugen sollen.

In einer verbreiteten Variante tauschen die fremde Wesen auch ihre Nachkommen mit denen von Menschen aus, um sie später wieder zurück zu tauschen. Eben ein “Wechsel-Kind”. Ebenso bekannt sind Geschichten, bei denen Menschen von den Bewohnern der Anderswelt lediglich ihre Kindlein gezeigt bekommen. Vergleichbar mit diesem Märchen von der goldenen Wiege.

Mischwesen

UFO-Forscher kennen seit Jahrzehnten exakt dasselbe aus den Berichten von UFO-Entführten. Auch hier finden solche Erlebnisse mit Kindern und Babys statt. Abgesehen davon, dass erzählt wird, dass Aliens Frauen künstlich schwängern oder ihre Embryonen bzw. Eizellen stehlen, schildern auch männliche UFO-Entführte vergleichbare Erfahrungen. Zum Beispiel die Entnahme von Sperma durch fremde Kreaturen.

Weiter heißt es bei solchen UFO-Phänomenen, dass Entführte bei einer später erneut erfolgten Entführung Babys oder Kinder von den Aliens gezeigt bekommen. Diese werden dabei als deren Nachkommen bezeichnet – aber als Mischwesen, als Hybride, zwischen Mensch und Alien. Bei den UFO-Entführungen wird hierzu auch geschildert, dass die Entführten diese Hybride auch auf den Arm oder Schloss nahmen oder ihnen sogar einen Namen gaben.

Ungeachtet was bei diesen Phänomen physisch wahr ist, was Einbildung und was vielleicht sogar absichtlich von den Fremden suggeriert wurde, ist das Thema auch unter UFO-Forschern sehr umstritten. Solche pseudomedizinischen Experimente oder sogar Genmanipulationen mit Menschen sind aber seit Jahrzehnten fester Bestandteil der UFO-Thematik.

Für einige Forscher sind es klare Hinweise, dass hier eine Hybridrasse durch Außerirdische gezüchtet oder erschaffen werden soll. Andere lehnen das Thema UFO-Entführung grundsätzlich ab. Wieder andere vermuten rein psychische Ursachen bei den Betroffenen selbst. Einige glauben sogar an reine Sex-Phantasien dieser Personen (und verbreiten dies zur besten Sendezeit am öffentlich-rechtlichen TV, s. HIER).

Es bleibt die Tatsache, dass auch das Märchen genau dieses Element enthält. Entführungen durch Feen, Zwerge und Elfen sind gleichsam Teil zahllosen Märchen.

Zeitreisen

Spannend ist für einen Mystery-Jäger auch das Motiv der Zeitreise in diesem Märchen aus Brandenburg. Auch das findet sich in Sagen und alten Überlieferungen immer wieder in den unterschiedlichsten Ausprägungen, wie zum Beispiel HIER, HIER, HIER und HIER berichtet.

Im Fall der unbescholtenen Magd waren es angeblich 200 Jahren, die sie in nur drei Tagen in die Zukunft reiste. Niemand habe sie mehr im Dorf erkennt, als sie aus der Anderswelt der Zwerge heim kam. Das erinnert sehr Stark an ein anderes Märchen, in dem ein Mädchen nicht minder verwirrt von einem Zwerg in die Zukunft versetzt wurde und orientierungslos wieder in ihr Heimatdorf kam. Ebenso an “meinen Klassiker” mit Abimelech aus biblischen Tagen, der von Gott nahe Jerusalem 66 Jahre in die Zukunft versetzt wurde.

Aber es erinnert auch an die Berichte von UFO-Entführten über Zeitverluste und Zeitanomalien während des Geschehens. “Fehlende Zeit” nennt die Forschung dieses heute, wobei der Name hier Programm ist. Wirklich in die Zukunft reist dabei jedoch kein Mensch. Schon gar nicht Jahrhunderte, wie in dieser Geschichte. Die UFO-Forschung bezeichnet dabei lediglich den Zeitverlust von UFO-Zeugen, den sie während ihrer Begegnung erfuhren. Fehlende Stunden, an die sich die jeweiligen Personen nicht mehr erinnern können.

Fehlende Zeit

Ihnen wird also keine Zeit geschenkt, sondern eher genommen. Eine zeitliche Lücke, die sie sich nicht erklären können, und in denen nach der klassischen Vorstellung das UFO-Erlebnis oder die Entführung stattfand. Auch der sogenannte “Oz-Faktor”, der ein Art Verzerrung der Wahrnehmung von Zeit, Umgebung und Raum bei einer UFO-Begegnung bezeichnet, gehört grundsätzlich thematisch dazu.

Schilderungen von Zeitreisen oder Zeitdehnungen in der Märchenwelt könnten sehr wohl mit dieser fehlenden Zeit der UFO-Forschung in Zusammenhang stehen. Sie sind auch nicht immer gradlinig in diesen Erzählungen zu finden, sondern auch umgekehrt. Das heißt, dass die Person in dem Märchen nicht nur kurze Zeit bei den Anderen verbringt und dann in der Zukunft wieder heim komm. Sie glaubt in diesen Fällen Tage, Wochen oder Monate bei ihnen gewesen zu sein, um dann bei der Rückkehr aus der Anderswelt festzustellen, dass vielleicht sogar nur wenige Minuten vergangen sind.

Auf das UFO-Phänomen übertragen hieße das, dass aus der “modernen” unerklärlich fehlenden Zeit bei unseren Vorfahren und im Volksmund derartige Zeitreisen wurden.

Als noch Zwerge lebten

Natürlich ist vieles Spekulation und Vermutung und kann nicht belegt werden. Wie auch, da wir die Magd noch sonst jemanden aus der Wünsdorfer Sage befragen können. Es ist nicht mal sicher, dass der in dem Märchen genannte Ort auch der wirklich ursprüngliche Ort des Geschehens war. Und wann es sich ereignet haben soll, ist nicht minder fraglich.

Die Kollegin Kati Pfau schrieb mit zu dieser Sage aus ihrer Heimat, dass es dort überhaupt keinen Mühlberg gibt, den die Geschichte nennt. Wohl einen “Mühlenweg” und in unmittelbarer Nähe die Straße “Am Mühlberg” nahe von zwei Seen. Die Märchenkennerin Pfau meint auch, dass Sagen “oft nur noch Bruchstücke” seien und eher “ausgeschmückte Historie überliefern” darstellen. Dennoch sei eine Besiedlung des heutigen Wünsdorf “seit mindestens 20.000 Jahren gesichert”. Im Zweiten Weltkrieg seien durch die Kriegsschauplätze dort rund um Berlin auch vielen Spuren verloren gegangen.

Seit der Kaiserzeit über die Wehrmacht bis zu den Russen in Zeiten der DDR sei das Gebiet militärisch genutzt worden. “Der Wald ist untertunnelt und überall findet man Reste von militärischen Anlagen”, so Pfau, und “keiner weiß so genau, was wo ist und vor allem, wie alt es ist”. Das Oberkommando der sowjetischen Ost-Truppen hatte dort seinen Sitz und bis 1994 war es Sperrgebiet.

Dennoch standen wohl bis zum Zweiten Weltkrieg Mühlen an diesem Ort.

Zwerge brauchen kein Gebirge

Mit Blick auf Erzählungen über Zwerge ist die geografische Lage aber durchaus interessant. “Keine Berge, kein Bergbau, kein Gebirge, keine Höhlen” finden sich dort. Nur Sand, Wald, Seen und Moor. Das ist nicht gerade das, was man als typisches Gebiet für Sagen und Märchen von kleinen fremdartigen Zwergenwesen betrachtet! Eher das Gegenteil.

Eine Legende aus einer dunklen Vergangenheit, als an verschiedenen Orten in der Welt “noch die Zwerge wohnten”. Vielleicht hat die UFO-Forschung tatsächlich recht, wenn sie Zwergenwesen aller Art mit den “Kleinen Grauen” Aliens des UFO-Phänomen in Zusammenhang bringt. Allerdings macht ein anders vermeintliches Märchen genau das ebenso, wenn es darin heißt, dass “Wichtel” die Kunde von “Wesen von einem anderen Stern” den Menschen überbracht haben. Nachlesen könnt Ihr das in diesem Artikel HIER.

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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