Suchergebnisse: Christentum

Odin und das Christentum auf Sylt: Die Jagd auf die heidnischen Götter der Vorzeit (und was die Osterinsel mit Sylt verbindet) +++ YouTube-Video +++

Der nordische (germanische) Gott Odin und das Christentum auf Sylt (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Der nordische (germanische) Gott Odin und das Christentum auf Sylt (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Odin alias Wodan und sein Sohn Thor sind sicher die beiden bekanntesten Götter der germanischen bzw. nordischen Mythologie. Himmlische Wesen, die unsere Ahnen in Nord- und Mitteleuropa über Jahrtausende hinweg verehrten und von denen beispielsweise alte Texte wie die Edda erzählen. Doch im Zuge der Christianisierung Europas wurde auch allerorten der Glaube und die Verehrung dieser Götter vernichtet. So, wie es weltweit bei allen Kulturen in diesem Zusammenhang geschah. Mehr dazu (und was die Osterinsel im Pazifik  mit Sylt verbindet) erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video, das ich am Standort eines ehemaligen Odin-Heiligtum auf der Insel Sylt gemacht habe.

+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Nicht anders war es auch auf der deutschen Nordsee-Insel Sylt. Auch auf Sylt waren die Götter der Germanen wie eben Odin Teil der Religion der frühen Bewohner der Insel. Bis auch hier das Christentum den alten Glauben und die alten heidnischen Kultstätten dieser urtümlichen Welt zerstörte.

Mehr dazu erfahrt Ihr in diesem Video, das ich am Standort eines ehemaligen Odin-Heiligtum auf Sylt gemacht habe.

Ein uralter heidnischer Kultplatz, auf dem nun eine christliche Kirche steht.

Bleibt neugierig …

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft [klick] hier.

+++ Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

(Geschäfts-E-Mail: FischingerOnline@gmail.com)

►► Eure Unterstützung: Paypal.me/Fischinger

Interessantes zum Thema:

, , , , , , , , , , , , markiert <

Megalithgrab “Teufelssteine”: warum das Christentum alle heidnischen Kultstätten verteufelte! YouTubeVideo

Das Megalithgrab "Teufelssteine" im Kreis Borken: Eine "heidnische Kultstätte" im Münsterland (Bild: M. L. Sievers)
Das Megalithgrab “Teufelssteine” im Kreis Borken: Eine “heidnische Kultstätte” im Münsterland (Bild: M. L. Sievers)

„Da hatte der Teufel seine Finger im Spiel!“ Diese Redewendung galt vor allem während der Ausbreitung des Christentums in Deutschland und Europa. Eigentlich in der ganzen Welt. Denn überall dort, wo die frühen Christen auf sog. „heidnische Kultplätze“ anderer Religionen stießen, wurden diese verteufelt, zerstört oder für sich in Anspruch genommen. So auch bei dem uralten Megalithgrab aus der Steinzeit mit dem Namen „Teufelssteine“, das unweit meines Heimatdorfes LETTE steht. Spontan entstand dort ein neues Mystery-Video, das Ihr nun auf meinem YouTube-Kanal online findet.

 

+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Kultstätten oder Kultorte gibt es in ganz Deutschland. Eigentlich auf den ganzen Planten und selbst christliche Kirchen sind grundsätzlich nichts anders.

Ich war kürzlich da – an diesen „teuflischen Steinen“ der Vorzeit, die mitten im Wald im Münsterland im Kreis Borken liegen. Und so entstand spontan bei einem Spaziergang an diesem “Kultplatz” dieses YouTube-Video zum Thema „Christianisierung und Heidentum“ mit dem Smartphone …

Bleibt neugierig und viel Spaß … Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnieren

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft [klick] hier.

+++ Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

(Geschäfts-E-Mail: FischingerOnline@gmail.com)

►► Eure Unterstützung: Paypal.me/Fischinger

Interessantes zum Thema:

, , , , , , , , , , markiert <

Xavier Naidoo und seine Außerirdischen, die eigentlich ja gar keine sind: Seltsame Verschwörungstheorien und das Buch Henoch (+ Videos)

Xavier Naidoo und seine Außerirdischen, die eigentlich ja gar keine sind (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Xavier Naidoo und seine Außerirdischen, die eigentlich ja gar keine sind (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Verschwörungstheorien und solche, die es sein sollen, haben immer Konjunktur. Mal mehr, mal weniger. Dabei kann die Hausfrau von nebenan ebenso an diverse Verschwörungsideen glauben, wie ein in den Medien vertretener Prominenten. Und der bekannte deutsche Musiker Xavier Naidoo ist dabei wohl das bekannteste Beispiel, da er es immer wieder schafft mit diversen Aussagen zu Verschwörungen aller Art mediale Aufmerksamkeit zu bekommen. So wie aktuell, in dem er im Internet erneut Aussagen und Thesen verbreitet, die von der Presse nur allzu gern aufgenommen werden. Auch über Außerirdische, die seiner Meinung nach gar keine “echten” Außerirdische sind. Was genau der Sänger sagte und was offensichtlich das der Community von Fischinger-Online sehr gut bekannte Buch Henoch damit zu tun hat, erfahrt Ihr detailliert hier.


Xavier Naidoo und die Verschwörungen

Xavier Naidoo wurde in seiner bisherigen Karriere als Musiker und Sänger mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet, die seinen musikalischen Erfolg belegen.In den letzten Jahren macht Naidoo aber immer wieder Schlagzeilen in den Medien und der Boulevardpresse, die weniger mit seiner Arbeit als Künstler zu tun haben.

Vielmehr verbreitet er im Internet über verschiedene Plattformen diverse Verschwörungstheorien und “alternative Weltsichten”, deren Inhalte in der Presse immer wieder für Aufsehen sorgen. Diese reichen von politischen und religiösen Ansichten über krude Spekulationen um Verschwörungen und Geschichte bis zu Außerirdischen. Inklusive der Trend-Verschwörungstheorie, die die Erde in Wahrheit eine Scheibe sei.

Diesbezüglich scheint er den aus dem TV sehr bekannten Wissenschaftler Harald Lesch zu einer Art “persönlichen Feind” auserwählt zu haben, wie es diverse Aussagen von  Naidoo auf seinem “Telegram”-Account zeigen. Selbst als “Übel der Menschheit” und “Dreck” wird Lesch dort bezeichnet, der “Lügen bis zum Tode” wird.

Für diverse Magazine im Fernsehen und Online-Portale ein gefundenes Fressen. Sobald der Sänger eine neue “obskure Verschwörungstheorie” verbreitet, werden seine Aussagen dankend in verschiedene Promi-News diskutiert. Sei es beim Frühstücksfernsehen des Senders Sat1 oder auf der bekannten Musik- und Medien-Webseite rollingstone.de. Kein Wunder, da Xavier Naidoo als Musiker allein auf der Sozial Media-Plattform “Telegram” rund 750.ooo Follower bzw. “Fans” hat.

Und genau dort verbreitet er immer wieder seine sonderbaren Ansichten, Postings und Verschwörungstheorien. Aussagen, die in Kreisen grenzwissenschaftlich Interessierter hinlänglich bekannt sind. Man denke an die Trend-These, dass die Erde in Wahrheit keine Kugel sei, sondern eine Scheibe, auf dessen Oberfläche wir leben. Auch dies findet sich in den Texten von Naidoo auf “Telegram”.

Außerirdische sind Dämonen aus dem Inneren der Erde!

Viele der dort gemachten Aussagen des Sängers wird die übliche Gemeinde “der Grenzwissenschaftler” nicht interessieren. Wenn es um das Thema Außerirdische geht sieht das schon etwas anders aus. Und so postete er am 24. Mai auf “Telegram”:

Aliens sind nicht außerirdischen-, sie sind unterirdischen-Ursprungs. Es gibt keinen Weltraum. Es sind Dämonen und Gefallene. Lasst Euch nicht den nächsten Bären aufbinden.

Dass Außerirdische – besser gesagt: UFOs – Dämonen oder schlicht Handlanger des Satan sein sollen, ist ein alter Hut. Interessant ist, dass Naidoo hier behauptet, dass sie aus dem Inneren der (flachen) Erde kommen sollen und “Gefallene” sind, womit er wohl die christliche “Hölle” mein. Aber “Gefallene”? Spätestens hier sollte jeder aufhorchen, der sich für die Prä-Astronautik interessiert. Denn damit meint der Musiker zweifellos die biblischen “gefallenen Engel“, die bekanntlich in der Prä-Astronautik als Außerirdische gedeutet werden.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Die bisher umfangreichste Veröffentlichung, die zu diesem Thema erhältlich ist, erschien 2015 unter dem Titel “Rebellion der Astronautengötter“. Deshalb soll an dieser Stelle auf die genauen Details dieser Interpretationen verzichtet werden. Immerhin setzte Naidoo nur rund eine halbe Stunde später diesen Post auf “Telegram” ab:

Als Lektüre: Buch des Enoch (Er ist übrigens nicht gestorben). Seltsam, dieses Buch hat es nicht in ‘unsere’ Bibel geschafft. Warum wohl?

Damit ist klar, was er gelesen hat, als ihm diese Gedanken kamen. Das außerbiblische Buch Henoch, das den Namen des Propheten Henoch aus dem Alten Testament trägt. Eine rätselhafte biblische Figur, über die in diesem Blog-Artikel HIER alle Hintergründe und mehr erfahrt. Die Behauptung, dass Henoch nicht gestorben sei, stimmt dabei sogar. Zumindest laut Bibel und ähnlicher Überlieferungen, da Henoch lebendig nach seiner Erdenmission vor der Sintflut in den Himmel geholt worden sein soll. So ist es dort nachzulesen.

Spätestens hier zeigt sich der Unsinn, den Naidoo verbreitet hat. Er sagt zwar nicht, welches Buch Henoch er mit seinem Lesetipp meint (es gibt mindestens drei), aber hätte er diese Texte wirklich gelesen, wüsste er, dass er seinen “Fans” Falschaussagen vorsetzte.

“Gefallene” – vom Himmel

“Gefallene” sind in den Bücher Henoch die “gefallenen Gottessöhne”. Auch “Wächter” oder “Himmlische” darin genannt. Wesen, die sich im Himmel gegen ihren Führer, den “Höchsten”, auflehnten, und so von dort zur Erde kamen. Aussage, die sich in wenigen Worten auch im Buch Genesis finden. Diese “Gefallenen” wandten sich von ihrem himmlische Chef ab, dessen Hofstaat sie einstmals angehörten. So kamen sie auf unseren Planeten, ins unsere Welt, hernieder.

Das Christentum hat sie später zu Dämonen gemacht, aus der die Tradition der “gefallenen Engel” entstand.

In der Deutung der prä-astronautik waren es Außerirdische,m die vor Jahrtausenden zur Erde kamen. Die Bücher Henochs sprechen ausnahmslos in unzähligen Versen davon, dass diese “Gefallenen” aus dem Reich des “Höchsten” kamen und damit eindeutig der Himmel gemeint war. Auch Henoch selber hat nach diesen Schriften, die Naidoo immerhin seinen Followern als Lektüre empfiehlt, mehre Reisen in diesen Himmel angetreten, um dort mit dem Höchsten und seinen Getreuen zu sprechen. Bis er letztlich für immer dort aufgenommen wurde.

Wie können sie dann “unterirdischen-Ursprungs” sein, wie Naidoo behauptet? Nur um zu seiner Aussage “es gibt keinen Weltraum” zu passen?

Es ist kein Geheimnis, dass der Musiker seine religiösen Ansichten ebenso verbreitet. “Christen, die an einen Globus glauben, lesen am falschen Ende der Bibel”, beteuerte er zum Beispiel am 23. Mai in einem Posting. Denn die “Alien-Agenda funktioniert nur wenn Du an ein Weltall glaubst”, propagierte er nur einen Tag später. Darum sollen man sich vor dem Alien-Thema “hüten”, da “all dieser Kram von Betrügern” kommt,  wie Naidoo am 18. Mai auf “Telegram” schrieb.

Ob die abtrünnigen “Gottessöhne” aus dem Buch Genesis, den Büchern Henochs und anderen Texten nun reale Wesen waren oder nicht: Sie sollen vom Himmel und nicht aus der Erde gekommen sein. Egal ob sie jetzt eine Scheibe ist, die von einer “Glocke” umgeben ist und es damit keinen Weltraum geben würde …

Video-Auswahl zum Thema auf Fischinger-Online

Mehr Videos dazu findet Ihr auf meinem YouTube-Kanal HIER. Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

YouTube-Video vom 3. Nov. 2016 auf Fischinger-Online

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

YouTube-Video vom 24. Jan. 2015 auf Fischinger-Online

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , , , , , , markiert <

Seltsames Märchen aus Russland: “Elena, die Weise” und ihr feuriger Himmelswagen im Reich des Zaren (Artikel)

Seltsames Volksmärchen aus Russland: Ein feuriger Wagen am Himmel über dem Zarenreich (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Seltsames Volksmärchen aus Russland: Ein feuriger Wagen am Himmel über dem Zarenreich (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In Mythen, Märchen, sagen und alten religiösen Überlieferungen und Schriften findet sich so manch eine seltsame Geschichte. Erzählungen von fremden Kreaturen, himmlischen Wesen, anderen Welten und sogar fliegenden Wagen dieser unbekannten Lebewesen. Allen gemein ist, dass sie nicht von der Erde kommen bzw. in einer anderen Welt leben. Von dort besuchen und kontaktieren sie dann und wann Menschen, oder nehmen sie sogar mit in “ihre Welt“. Ein weites und nicht immer ganz einfaches Betätigungsfeld für die moderne Deutung solcher Berichte im Sinne der Prä-Astronautik. So wie bei einem rätselhaften russischen Volksmärchen, dass in diesem Blog-Artikel einmal genauer hinterfragt werden soll. Ein Märchen mit fliegenden Wagen, Lehrmeistern aus dem Himmel und offenbar Elementen aus uralten Überlieferungen der Menschheit, wie Ihr es hier lesen werdet.


Sind Märchen keine Märchen?

Märchen und Sagen sind Erzählungen, die zeitlich nicht greifbar sind. Meistens, aber nicht immer, lassen sie sich nicht datieren oder in irgendeine genaue Epoche einordnen. Lokalisieren, also wo genau sich eine solche Erzählung zugetragen haben soll, ist in den meisten Fälle auch nicht möglich.

Sie stammen „irgendwie aus dem Mittelalter“ ist die wohl gängigste Deutung über deren Herkunft. Vielleicht erweitert durch den Umstand, dass Sagen und Märchen in ihren Kernen auf vorchristliche Mythen und Überlieferungen zurückgehen. Sie wurden mündlich weitergetragen, in verschiedenen Gebieten in Variationen weitererzählt und vor allem mit christlichem Gedankengut vermischt.

Gerade diese Tatsachen machen Märchen für viele Menschen so interessant.

Ein ganzer Zweig an Wissenschaftlern widmet sich heute der Märchen-Forschung. Nicht nur den klassischen Erzählungen, die heute jeder mit diesem Thema assoziiert, sondern auch du vor allem unbekannte Sagen. Und solche gibt aus allen Kulturen und in allen Teilen der Erde unzählige. Uralte Religionen, sogenannter „Volksglaube“, Aberglaube und mythologisches Gedankengut aus Zeiten, bevor das Christentum in aller Welt Fuß fasste  sind in ihnen zu finden. Natürlich auch Einflüsse anderer Religionen und Weltanschauungen.

Wie sollen in diesem Schmelztiegel der Einflüsse der Märchen-Forscher die wahren Ursachen ergründen? Daran sieht man deutlich, dass auch der Mystery-Jäger, UFO-Forscher oder Prä-Astronautiker an dieser Art Überlieferung zu knacken hat. Denn schon seit Jahrzehnten sind auch Sagen und Märchen in deren Fokus gerückt. Auch hier vermuten entsprechende Forscher und Autoren „außerirdische Einflüsse“ vor Jahrtausenden.

“Elena, die Weise” vom Himmel

Es müssen aber nicht immer Jahrtausende gewesen sein. Denn ein Volksmärchen aus Russland spielt laut eigener Angabe in der Zarenzeit. Wann genau erfahren wir nicht, aber bekanntlich ist die Zeit des letzten Zaren Russlands gerade mal seit 1917 vorbei.

Um genau zu sein: Die Bezeichnung „Zar“ für den Herrscher von Russland wurde 1478 eingeführt. Doch bereits 1721 wurde dieser Titel durch die Reformationen von Peter dem Großen offiziell in „Kaiser“ unbenannt. Auch wenn bis zum Ende des legendären Herrschers Kaiser Nikolaus II. im Juli 1918 weiterhin die Bezeichnung „Zar“ gebräuchlich war.

Eine geschichtlich sehr bekannte und gut dokumentierte Epoche. Und genau in jenen Tagen „in der ganz alten Zeit, in einem Land, nicht in unserem Reiche“, soll ein Soldat es Zaren etwas Unglaubliches erlebt habe. So zumindest eine von dem russischen Märchen-Forscher Alexander Nikolajewitsch Afanassjew aufgezeichnete Erzählung aus seiner Heimat. Der „russische Grimm“, wie man ihn auch liebevoll nennt, zeichnete sie in seinen acht Bänden „Narodnye russkije skaski“ zwischen 1855 und 1863 auf.

„Jelena, die Allweise“, oder, nach einer zweiten Version von Afanassjew von 1910, „Elene, die Weise“, klingt dabei erst mal wenig verräterisch. Und so beginnt dieses Märchen auch wenig „spektakulär“. Es heißt darin, dass „ein Soldat vor einem steinernen Turme Wache stehen“ musste und plötzlich jemand nach ihm rief. Dieser jemand stellte sich ganz unverhohlen als „ich bin es, der böse Geist“ bei dem Wächter vor. Der Soldat soll ihn rauslassen, da er schon 30 Jahre ohne Nahrung und Wasser eingesperrt sei. Als Dank würde „das Böse“ dem Wachhabenden immer zur Hilfe eilen, sobald dieser in Not sei.

Freiheit für “das Böse”

Der Soldat war von diesen Worten schnell überzeugt. Er ließ den Bösewicht frei:

Der Böse flog aus dem Turme heraus, schwang sich in die Höhe und verschwand schneller als der Blitz.“

Umgehend bereute der Wächter sein Tun. Zehn Jahre habe er nun dem Zaren bereits gedient, habe immer Nahrung gehabt und sei immer zufrieden gewesen. Jetzt aber droht ihm das Kriegsgericht für seine dumme Tat. Also warf er sein Gewehr und Rucksack weg und floh in die Fremde. Drei Tage lief er „immer der Nase nach“ davon und fürchtete, dass er nun bald den Hungertod sterben werde. „Ach, böser Geist, an all dem bist du schuld“, klagte er vor sich hin.

Wie aus dem Nichts stand daraufhin der böse Geist vor ihm. Wie versprochen werde er seinem Befreier helfen, und so „brachte allerhand Weine und Speisen herbei“. Bis der Soldat satt war und der „Böse“ einen interessanten Vorschlag hatte:

‘Komm mit in mein Haus, dort wirst du ein sehr freies Leben haben. Essen, trinken und faul sein kannst du so viel dein Herz begehrt; nur musst du auf meine Töchter aufpassen, mehr verlange ich nicht von dir.‘

Der Soldat war einverstanden. Der Böse nahm ihn beim Arm, erhob sich mit ihm hoch, hoch in die Luft und trug ihn über dreimal neun Lande ins dreimal zehnte Reich in seinen weißsteinernen Palast.“

Hier traf der Soldat die drei wunderschönen Töchter des seltsamen Wesens. Ihnen wurde der Auftrag erteilt, „dem Soldaten zu gehorchen und ihm genügend zu essen und zu trinken zu geben“. Ihr Vater selber hatte nämlich anders zu erledigen:

Er selbst flog wieder fort, Schlechtigkeiten zu verüben, denn er war eben der Böse. Er kann nicht an einem Ort bleiben, er streift immer durch die Welt, verführt die Menschen und verleitet sie zur Sünde.“

Zauberei in der Nacht

Dem Neuankömmling in diesem Palast des „Bösen“ war die Abwesenheit des Vaters ganz Recht. Denn er lebte fortan unbekümmert in Saus und in Braus bei den drei schönen Töchtern und war alle Sorgen los. Fast alle Sorgen:

Nur eines bekümmerte ihn: jede Nacht gingen die Mädchen aus dem Hause und er wusste nicht wohin. Wenn er sie danach fragte, so sagten sie es ihm nicht, sondern leugneten alles ab.“

Wenn sie ihm nichts erzählen wollen, so dachte er sich daraufhin, dann spioniert er ihnen eben nach (s. z. B. Artikel HIER). So tat er eines Abends so, als würde er schlafen und schlich sich genau zu jener Stunde, in der die drei Töchter immer den Palast verließen, zu ihrem Gemach. Durch das Schlüsselloch sah er dann das Unglaubliche:

Die schönen Mädchen nahmen gerade einen Zauberteppich, breiteten ihn auf dem Fußboden aus, schlugen darauf und verwandelten sich in Tauben, flatterten auf und flogen zum Fenster hinaus.“

Ein solches Wunder wollte der Soldat selbstverständlich sofort selber ausprobieren!

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

So ging er in das Zimmer, schlug selber auf den „Zauberteppich“ und verwandelte sich dadurch „in eine kleine Grasmücke“. Er war zwar nicht zu einer „Taube“ geworden, aber immerhin konnte er jetzt auch fliegen und den drei Mädchen heimlich nacheilen. So „flog er zum Fenster hinaus“ ihnen hinterher. Bis zu einer Wiese, die als Treffpunkt weiterer „Tauben“ diente, und auf der sich ein überaus seltsamer, leerer „Thron“ stand:

Die Tauben ließen sich auf einer grünen Wiese nieder und die Grasmücke auch. Der Soldat verbarg sich hinter den Blättern eines Johannisbeerstrauches und von dort schaute er hervor. Es kamen noch viele, viele Tauben geflogen und füllten die ganze Wiese, und in der Mitte von der Wiese stand ein goldener Thron.“

Der fliegende Wagen der himmlischen Lehrmeisterin

Es ging dort nicht nur zu, wie im sprichwörtlichen Taubenschlag, sondern die „Tauben“ warteten. Auf ihren himmlischen Lehrmeister, der (bzw. die) auch einige Zeit später mit einem Fluggerät landete:

Nach kurzer Weile erstrahlten Himmel und Erde, und durch die Luft kam ein goldener Wagen geflogen, der war mit sechs feurigen Drachen bespannt; darin saß Elena die Weise. Die war von so unbeschreiblicher Schönheit, dass man sie sich weder vorstellen, noch erfinden, noch im Märchen schildern kann. Sie stieg aus dem Wagen, setzte sich auf den Thron, rief dann die Tauben der Reihe nach auf und lehrte sie verschiedene Weisheiten. Als der Unterricht zu Ende war, sprang sie in ihren Wagen und fort war sie.

Jetzt erhoben alle Tauben ihre Flügel und flogen davon, jede nach ihrer Seite. Die Grasmücke folgte den drei Schwestern und war zu gleicher Zeit mit ihnen wieder in der Schlafkammer. Die Tauben verwandelten sich auf dem Teppich in Mädchen, die Grasmücke in den Soldaten.“

Tief beeindruckt gestand der Soldat direkt den Mädchen, dass er sie verfolgt und alles gesehen habe. Sie aber warnten ihn, dass er das niemals wieder tun solle. „Denn diese Königstochter, Elena die Weise, ist unsere mächtige Gebieterin“, und würde ihn töten. Hätte sie ihr „Zauberbuch“ bei dieser Begegnung bei sich gehabt, hätte sie den Soldaten „sofort erspäht und mit einem harten Tode bedroht“.

Solche eindringlichen Warnungen der drei Töchter des „Bösen“ interessierten den Soldaten nicht. Er war von der Schönheit dieser himmlischen Lehrmeisterin geradezu besessen. Also flog er in der Folgenacht erneut als „Grasmücke“ den Mädchen zur Wiese hinterher. Mehr noch, denn er hatte einen gewagten Plan. Nach der Unterweisung der „Tauben“ war es soweit:

Als Elena die Weise ihren goldenen Thron verließ, ihren Wagen bestieg und durch die Luft in ihren schönen Palast fuhr, flog die Grasmücke hinter ihr drein.

Die Königstochter fuhr in ihr Schloss und Wärterinnen und Ammen eilten ihr entgegen, ergriffen ihre Hände und führten sie ins Schloss.“

Mit List und Tücke

Hier gelang er als „Grasmücke“, „Vogel“ sowie als „Fliege“ mit List und wunderschönen Gesang in das Schlafgemach der Himmlischen. Doch er wurde erwischt, als er sie – jeweils zurückverwandelt als „wacker jungen Mann“ – mehrfach im Schlaf küsste. Da sie etwas ahnte, konnte sie ich mit ihrem „Zauberbuch“ entlarven. Das sollte sein Todesurteil werden: „Ein Riese mit Beil und Richtblock“ wurde gerufen!

Und doch bekam er eine Galgenfrist. Wenn er sich zehn Stunden von der Himmlischen mit ihrem wundersamen Buch verbergen könne, dann werde sie seine Frau. Andernfalls wird sie ihm den Kopf abschlagen lassen.

Natürlich gehört zu einem solchen Märchen ein Happy End. So war es auch hier, denn wieder half „der Böse“ dem Soldaten, als dieser traurig unter einem Strauch saß. Vor dem Zauber der Elena könne er sich nicht verstecken und der Tod sei ihm sicher, klagte er. Doch es kam dank der Hilfe des seltsamen „Bösen“ vollkommen anders. Mit Hilfe seiner Zauberkräfte verwandelte er ihn in eine Stecknadel und sich selbst in eine Maus und versteckte so den verwandelten Soldaten im magischen Buch selbst. Darin konnte sie ihn nicht finden. Erst als sie voller Zorn das Buch verbrennen wollte, fiel die „Nadel“ heraus und der Soldat hatte seine Schonfrist überstanden.

Der Hochzeit stand nun nichts mehr im Wege …

Urwissen der Menschheit in fremden Gewand?

Ein Märchen wie unzählige andere, könnte man auf dem ersten Blick meinen. Doch all jenen, die sich mit der Prä-Astronautik intensiv beschäftigt haben, werden darin bestimmte Motive bekannt vorkommen. Der Umstand, dass die drei Töchter sich verwandeln und dann fliegen konnten, um zu geheimen Treffen zu gelangen, ist dabei eher nebensächlich. Solche Aussagen sind Teil vieler derartiger Sagen und Märchen.

Viel spannender ist die Aussage, dass ein himmlisches Wesen mit einem Fluggerät geflogen kam, dabei den Himmel erleuchtete und inmitten der versammelten „Tauben“ landete. Sicher auf der Erde angekommen stieg die himmlische Lehrmeisterin aus, nahm auf dem Thron Platz und unterrichtete die Schar der „Tauben“ nach und nach in „verschiedenen Weisheiten“. Unter ihnen natürlich auch die drei Töchter des „bösen Geist“, der sich in der Erzählung allerdings alles andere als „das Böse“ zeigte.

Die Weise aus dem Himmel hatte natürlich auch ihre Heimat irgendwo in einer anderen Welt. In einem wunderschönen Schloss oder Palast, von wo aus sie sich regelmäßig zur Erde begab, um die „Tauben“ bzw. Menschen zu unterrichten.

Auch wenn sich dieses Märchen irgendwann in den Tagen eines Zaren ereignet haben soll, kann man hier uralte Mythologien erkennen. Etwa aus Mesopotamien und den späteren jüdischen Überlieferungen über die Rebellion der „Engel“ gegen ihren Höchsten (Gott). In der russischen Sage sind aber die Rollen vertauscht. Das heißt, dass hier eine Frau, die weise Elena, die Menschen Weisheit und Wissen lehrte. Weltweit finden sich in Mythen in diesem Kontext eher männliche Himmelswesen genannt. In der jüdischen Mythologie sind es sogar ausnahmslos Männer, die als Göttersöhne zu den Menschen kommen und ihnen Kenntnisse allerlei Art lehrten.

Spekulationen um die weise Elena

Die russische Erzählung nennt an einer Stelle die weise Elena mit ihrem fliegenden Wagen auch „Königstochter“. Möchte man dieses Märchen im Sinne eines prä-astronautischen Kerns aus uralter Zeit deuten, passt das durchaus ebenso. Denn damit war die Himmlische nicht die Höchste in ihrem fremden Reich, sondern ein Abkömmling davon. Selbst die Bibel nennt die Göttersöhne bzw. „Engel“, die den Menschen das Wissen (vor er Sintflut) gebracht haben sollen, so ähnlich:

Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter, / ihr alle seid Söhne des Höchsten.“ (Ps. 82,6)

Am Ende des Märchens heiratet der Mensch das himmlische Wesen. Kein Einzelfall in der Märchenwelt, dass ein normaler Mensch eine Prinzessin oder einen Prinzen heiratet. Mit Blick auf die Mythologie des Nahen Ostens und weltweit kann man hier spekulieren, dass dies eine Erinnerung oder Anspielung an die Vereinigung der Söhne des Höchsten mit den Töchtern der Menschen ist. In einer umgedrehten Variation.

Spekulieren kann man viel – und nirgends wird mehr spekuliert und vermutet, wie in der Prä-Astronautik, wenn es um die Betrachtung alter Mythen, Sagen, Legenden und Märchen geht. Auch andere Variationen der Interpretation dieser Geschichte sind denkbar. Vorausgesetzt, davon ist überhaupt irgendwas wahr.

So ist der „Geist“ oder „das Böse“ schon von Anfang an seltsam. Der junge Soldat hat das Wesen – wenn wir es mal so nennen wollen – freigelassen, so dass es davonflog. Nicht jedoch um seinen Befreier vorher zu versichern, dass er fortan immer für ihn da sei, wenn er Hilfe benötigt. Daran hielt sich dieses Wesen auch mehrfach im Verlauf der Geschichte und letztlich hat der Soldat nur dem „Bösen“ zu verdanken, dass er seine weise Elena heiraten konnte.

Dieser „Geist“ war klar erkennbar kein einfacher und böser Mensch. Er konnte zaubern, wohnte in einem seltsamen Schloss, flog in der Welt umher und hatte drei ebenso sonderbare Töchter. Zumindest waren sie keine gewöhnlichen Mädchen, da sie einen „Teppich“ hatten, mit dessen Kraft sie sich verwandeln konnten. Sie wandten diese Macht aber nicht für irgendwelche boshaften Dinge an. Vielmehr nutzten sie diese, um als „Tauben“ zum Unterricht der Himmlischen zu fliegen. So wie eine nicht genannte Anzahl anderer „Tauben“ auch.

Luzifer und die “Engel”

Könnten hier christliche Motive eine Rolle spielen? Zum Beispiel der „böse Geist“ als Sinnbild des Teufels, der in der Bibel als von Gott abtrünniger „Engel“ (Gottessohn) Luzifer zu finden ist? Und waren die angeblichen Töchter dann andere „Engel“, die laut Legende und Tradition des christlich-jüdischen Glaubens mit Luzifer den Himmel verlassen mussten? Wer aber war dann das Himmelswesen Elena, die diesen Wesen Unterricht erteilte? War es Gott selbst?

Ein goldener und leuchtender Wagen vom Himmel, der von feurigen Tieren (Pferden) durch die Lüfte gezogen wurde, klingt sehr nach dem Fluggerät Gottes aus der Bibel und den Apokyphen. Den sogenannten Thronwagen, auch wenn im Märchen der Wagen von sechs feurigen Drachen statt Pferden gezogen worden sein soll. Wobei in der Offenbarung des Johannes der angebliche Teufel auch als „der große Drache“ (Off. 12,9) bezeichnet wird.

Ohne an dieser Stelle zu sehr ins Detail gehen zu wollen, würden sechs feurige Drachen wiederum zu anderen geflügelten Wesen passen, die den Thronwagen Gottes gezogen haben sollen bzw. ihn antrieben. Sie heißen Cherubim und Seraphim. Im Allgemeinen gelten sie als verschiedene Kategorien von „Engel“ im Hofstaat Gottes

Der goldene Thron der weisen Elena fügt sich hierbei ein. Was sich bei dieser Spekulation nicht in Zusammenhang bringen lässt, ist die Tatsache, dass Gott (Elena) die abtrünnigen Engel offensichtlich unterrichtete. Es sei denn, dass all das vor dem eigentlichen „Fall der Engel“ auf die Erde geschah. In jenen Tagen, als der Engel Luzifer noch ohne seine Mitverschwörer das „Böse“ und die „Sünde“ in der Welt verbreitete. Quasi im Alleingang und vor seinem letztlichen Verrat an seinem Befehlshaber Gott.

Tatsächlich soll er als Mitglied des Beraterstabes Gottes genau das getan haben. So findet sich im Alten Testament folgende, aufschlussreiche Passage:

Es kam aber ein Tag, da die Söhne Gottes sich vor dem Herrn zu stellen pflegten; da erschien unter ihnen auch der Satan, um sich vor dem Herrn zu stellen.

Da sprach der Herr zum Satan: Wo kommst du her? Satan antwortete dem Herrn und sprach: Vom Durchstreifen der Erde und vom Umherwandeln darauf. Da sprach der Herr zum Satan: Hast du meinen Knecht Hiob beachtet? (…)“ (Hiob, 2,1-3)

Interpretationen, Spekulationen und viele Vermutungen. Wieder einmal zeigen sie mehr als deutlich, wie schwer Märchen und Sagen zu deuten sind. Egal wie genau man sie und ihr Umfeld beleuchtet.

Was ist schmückendes Beiwerk, und was ein wahrer Kern aus alten Mythen und Überlieferungen? Was kam im Laufe der mündlichen Weitererzählung der Geschichte dazu, und was ging dabei verloren? Wer hat warum das Märchen erfunden oder in die Welt gesetzt? Als reine Phantasiegeschichte ohne die kleinste Spur früherer Legenden? Oder doch ein nur ein Märchen zur Unterhaltung? Zum Beispiel um den Zuhörern zu sagen, dass man alles erreichen kann, wenn man nur will.

So unwahrscheinlich es auch zuerst erscheinen mag – denn schließlich hat auch der Soldat am Ende sein wunderschönes Himmelswesen geheiratet …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , , , markiert <

Religiöse Verschwörungstheorien: Corona (COVID-19) als Strafe Gottes für China und die Welt – oder als Teil der “jüdischen Weltverschwörung”

Religiöse Verschwörungstheorien: Corona (COVID-19) als Strafe Gottes für China und die ganze Welt (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Religiöse Verschwörungstheorien: Corona (COVID-19) als Strafe Gottes für China und die ganze Welt (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Offensichtlich gibt es in den Medien längst kein anderen Thema mehr: Corona bzw. COVID-19. Das Corona-Virus hat die Welt, die Mainstreampresse, die Sozialen Netzwerke und die alternativen Medien fest im Griff. Scheinbar kennt die Öffentlichkeit und die ganze Welt kein anderes Thema mehr, wie diese Pandemie. Das hat natürlich längst auch Verschwörungstheorien auf den Plan gerufen, die nicht nur im Netz kursieren. Neben klassischen Fake-News haben sich auch überaus verstörende Behauptungen zu Corona verbreitet. Vor allem auch von der religiösen Seite her. Von einer unter Führung der USA und der „zionistische Lobby“ arrangierte Reduzierung der Bevölkerung bis zu einer Verschwörung gegen den Islam oder eine Rache Gottes ist alles dabei. Was hinter diesen zum Teil unheimlichen Verschwörungstheorien steckt erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Corona (COVID-19) hält die Welt in Atem

In den Medien und der Öffentlichkeit gibt es derzeit fast kein anders Thema als das Corona-Virus. Egal ob Mainstreammedien, unzählige Sondersendungen am TV, alternative Medien, Soziale Netzwerke, Boulevardpresse, der Nachbar von Nebenan oder die Mainstreampresse Corona bzw. COVID-19 ist gefühlt rund um die Uhr in aller Munde.

Vor allem die unmittelbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie bestimmten dabei den Alltag der Berichterstattung. Und natürlich auch die direkten und langfristigen Folgen der COVID-19-Pandemie. Die Frage woher das Virus eigentlich kam, wann und wo es ausbrach, ist längst zweitrangig geworden. Es war Ende Dezember 2019 und der Januar 2020 in der Stadt Wuhan in China, wo es sich zu einer Epidemie ausbreitete.

Für die Medien damals durchaus von Interesse. Doch nicht zu vergleichen mit der aktuellen Situation, seit die Virus-Erkrankung zu einer Pandemie wurde.

Ereignisse mit weltweiten oder weitreichenden Konsequenzen für die Gesellschaft ziehen häufig auch Verschwörungstheorien nach sich. Das zeigt uns die Geschichte seit Jahrtausenden. Nicht anders ist es beim Thema Corona. Wobei man momentan sieht, dass die Mainstreammedien sehr, sehr schnell dabei sind, sämtliche kursierende Fake-News dazu als „Verschwörungstheorie“ zu bezeichnen. Selbst vollkommen belanglose und harmlose Sprüche und Aussagen, die sich vornehmlich in Sozialen Netzwerken oder via Messangerdiensten wie WhatsApp verbreiten.

Eine globale Seuche, eine Pandemie, die längst weltweit zahlreiche Tote forderte wirkt sich aber auch in anderer Hinsicht aus. Und zwar auf religiöse Vorstellungen von Menschen überall um den Globus. Das war schon immer so und wird wohl auch immer so bleiben.

Seuchen als Strafe Gottes

Der Mensch hat schon immer Seuchen aller Art religiös interpretiert. Als „Strafe Gottes“ für Menschen, Ungläubige oder sogar die ganze Menschheit. Man denke an die Millionen Toten, die durch eingeschleppte Krankheiten bei der Eroberung der amerikanischen Kontinente unter den Ureinwohner zu beklagen waren. Oder die „Spanische Grippe“ am Ende des 1. Weltkrieges. Vor allem aber die verschiedenen Ausbrüche der Pest im Mittelalter in Europa mit Millionen Opfern.

Denn vor allem in den Jahrhunderten, in denen immer wieder Pest-Epidemien in Europa wüteten, brachten die Menschen dies mit Gott in Verbindung. Eine Strafe Gottes sei über sie gekommen und allerorts predigten Geistliche und selbsternannte Endzeit-Propheten Buße und Umkehr. Die „Geißel Gottes“ entvölkerte ganze Gebiete in Europa. Tot und Elend war in den Zentren der Epidemien die Folge, und niemand kannte die wahre (biologische) Ursache davon. Also muss Gott sie gesandt haben …

Viele Jahrhunderte sind seit der Pest vergangen. Und die allermeisten Menschen – auch und vor allem die religiösen Gläubigen – haben sich längst von dieser Art Aberglauben abgewandt. Fast niemand sieht in der Pest oder „modernen Seuchen“ etc. noch eine Strafe Gottes für eine ungläubige oder sündige Menschheit. In der Regel auch nicht in der Corona-Pandemie.

Aber keine Regel ohne Ausnahme! Im Fall Corona sind einige (wenige) Verschwörungstheorien im Umlauf, woher dieser Virus „in Wahrheit“ stammen soll. Von Gott heißt es da durchaus ebenso wie von mächtigen dunklen Eliten.

Bill Gates steckt dahinter!

Zum Beispiel kursiert die Idee, dass „Microsoft“-Mitgründer Bill Gates hinter all dem stecken würde. Immerhin habe er schon im März 2015 erklärt, dass eine neue Seuche kommen werde. Das sei nur eine Frage der Zeit und „für den nächsten Ausbruch sind wir nicht vorbereitet“, so Gates damals. Hierbei bezog er sich auf den Ausbruch von Ebola 2014, der „dank Tausender selbstloser Helfer“ nicht zu einer globalen Pandemie wurde.

„Es besteht kein Grund zur Panik“, so Gates, „aber wird müssen anfangen“ uns auf einen zukünftigen Seuchenausbruch vorzubereiten. Vor allem auch mit der Erforschung von Impfstoffen. Und jetzt, wo weltweit Corona um sich greift, vermelden Medien, dass seine Stiftung „Gates Foundation“ 100 Millionen US-Dollar zur Erforschung und Bekämpfung von COVID-19 spendet.

Hauptziel ist natürlich die Entwicklung eines Impfstoffes. Immerhin hat Gates schon am 28. Februar 2020 im „New England Journal of Medicine“ gewarnt, dass sich der Corona-Ausbruch zu einer Jahrhundertseuche entwickeln kann. Hat Gates also diese Seuche selber lanciert, um ach letztlich an ihr (noch mehr) zu bereichern, so einige dunkle Überlegungen.

Folglich, so wird dabei unterstellt, seien Gates Millionen eigentlich keine „Spende“ im eigentlichen Sinn zum Wohle der Menschheit. Vielmehr wäre das Geld eine wohl durchdachte Investition des Milliardärs.

Es geht aber noch unheimlicher in Sachen Corona-Verschwörung. In Wahrheit, so zum Beispiel einige Spekulationen im Iran, ist Corona eine Biowaffe der USA. Absichtlich freigesetzt um Menschen zu töten, was ja auch fast immer der Zweck biologischer Kampfstoffe ist.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

So makaber es sich anhören mag: Für eine biologische Waffe ist der COVID-19-Virus viel zu harmlos. Im Vergleich zu der Anzahl der weltweit infizierten sterben recht wenige Menschen daran. Für Anhänger dieser Verschwörung wäre das sicher kein Problem. Dann wäre diese Corona-Biowaffe halt absichtlich als eine leichte und abgeschwächte Waffe konzipiert worden. Vielleicht, damit sie eben nicht als eine solche erkannt wird.

Corona ist eine jüdische Verschwörung

Im Irak hat diese Verschwörungstheorie der Politologe Muhammad Sadeq Al-Hashemi bereits am 26. Februar 2020 verbreitet. Die „zionistische Lobby“ und die USA wollen mit der Freisetzung des Virus „die Weltbevölkerung reduzieren“, so Al-Hashemi. Dabei würden sie auch nicht vor den eigenen US-Bevölkerungen halt machen, da die jüdische Weltverschwörung Platz für das eigene Volk haben will.

Die jüdische Familie Rothschild habe auch vor, so der irakische Verschwörungstheoretiker weiter, ein Drittel der Bevölkerung Schottlands auszurotten. Dazu besäße der reiche Familien-Clan ein Monopol an entsprechenden geheimen Laboratorien, in denen entsprechende biologische und sogar nukleare Waffen entwickelt würden, behauptet Al-Hashemi. Vor allem zähle auch das gefährliche Anthrax („Milzbrand“) seiner Meinung dazu (in der Tat wurde der Kampfstoff auf der schottischen Insel Gruinard Island 1942 bis 1942 an ca. 80 Schafen getestet).

Sehr ähnliches hat auch Dr. Taha Al-Mutawakkil, der Houthi-Gesundheitsminister des Jemen, behauptete. In seiner am 20. März 2020 im Fernsehen gesendeten Freitagspredigt, schob er den USA die Schuld an Corona in die Schuhe. „Amerika ist in der Lage, alle Nationen der Welt zu massakrieren“ und habe auch „nichts dagegen, seine eigenen Bürger zu töten“. Schließlich hätten sie mit den Anschlägen am 11. September 2001 bereits getan, so Al-Mutawakkil „im Namen“ Allahs.

Bechir Ben Hassen, ein in Frankreich lebender Geistliche aus Tunesien, sind in Covid-19 die Rache Allahs. „Nichts im Himmel oder auf Erden“ können diese Seuche Gottes aufhalten, da auch dieser Virus zu seinen „Soldaten“ gehöre. Für Hassan ist klar, dass dies eine Rache des Himmels gegen die Chinesen selber sei, da sie die muslimischen Volksstamm der Uiguren unterdrücken:

Das Virus ist ein Soldat in Allahs Armee. Heute stürzt es Menschen, als wären sie Insekten. Die chinesischen Behörden haben eine Million uigurischer Muslime belagert, und jetzt werden 50 Millionen Chinesen wegen des Virus belagert, und sie können kein Heilmittel dafür finden, weil dies Gottes Wille ist.“

Die Rache Allahs

„Nachdem China eine Million Uiguren isoliert hat, isoliert Allah China von der Welt“, stimmte der ägyptische Geistliche Ahmed Issa al-Maasrawi von der Al-Azhar-Universität Hassen zu. Scharfe Kritik kam in einem Onlinekommentar eines Gläubigen zu diesen Behauptungen:

Versetze dich nicht an Allahs Stelle. Allah rächt sich nicht kollektiv an einer ganzen Gemeinschaft. Er verbrennt den Weizen nicht mit der Spreu. Wenn du deine Religion gegenüber der Welt verteidigen willst, benimm dich wie ein Mensch.“

Tatsächlich bereitet der Gedanken an einer Strafe des Himmels „muslimischen Geistlichen besondere Probleme, da das Virus in muslimischen Ländern“ bereits weit verbreitet ist. Diese Länder wären im Vergleich darauf auch vielfach westlich schlechter vorbereitet und dagegen ausgerüstet, so Zvi Bar’el in einem Artikel auf „Haaretz“ am 11. März 2020. Corona mache dabei „keinen Unterschied zwischen Sunniten und Schiiten oder zwischen arabischen und nicht-arabische Muslimen“.

Vielleicht sei es aber nur eine Verschwörung gegen den Iran selbst, wie es Präsident Hassan Rohani glaubt:

Unsere Feinde wollen den Iran aus Angst vor dem Coronavirus zu schließen. Dies ist eine Verschwörung unserer Feinde, und wir dürfen nicht zulassen, dass sie Erfolg haben.“

Christliche Bibelfundamentalisten sehen katastrophale Ereignisse aller Art überaus gerne als Zeichen der Apokalypse. Auch sie sind dabei genauso in der Minderheit, wie fundamentale Prediger im Islam. Es mag allerdings durch auch Bibelfundamentalisten geben, die von der einen oder anderen Art einer Verschwörung sprechen. Überwiegend sehen es aber Anhänger des Christentums „gelassen“, wie es scheint.

Also nicht als Strafe Gottes oder Ähnlichem. Inklusive dem Papst als deren geistliches Oberhaupt im Vatikan.

Ein „geistlicher Corona-Virus“

Der Virus sei wie die „Sünde“. Und wie die Sünde breitet sich auch die Pandemie unter den Menschen aus, sagt zum Beispiel die Webseite „Bibelpraxis“ in einem Podcast. Also soll man sich vor Corana ebenso „schützen und fernhalten“, wie es ein Christ auch von der Sünde tun sollte. Denn die Sünde sei ein „geistlicher Corona-Virus“, doch keine Strafe oder ähnliches von Gott.

In einem Artikel zum Virus heißt auf der christlichen Internetseite auch:

„Die Bibel spricht im Blick auf die Endzeit von Seuchen und Plagen. Die aktuelle Situation zeigt, wie realitätsnah diese biblischen Hinweise sind.

(…) Das ist nicht die einzige Plage, die uns Menschen aktuell beschäftigt. Zurzeit fallen Milliarden von Heuschrecken über Ostafrika und Pakistan her. Die Felder der Bauern sind inzwischen zum Teil vollkommen verwüstet. (…)

Vielleicht sollen das Coronavirus und die Heuschrecken dich aufwecken, damit du in deinem Leben eine geistliche Katastrophe verhinderst.“

Recht ähnlich sieht es auch Reinhold Scharnowski in einem Artikel auf „Livenet“, dem „Webportal von Schweizer Christen“:

Also: Lassen Sie sich grippeimpfen, waschen Sie die Hände gut und husten Sie in den Ellbogen – aber um Gottes willen, heben Sie dann den Kopf hoch! Gott hat die Kontrolle nicht verloren. Das Beste kommt erst noch.“

Es sei zwar verständlich, „dass diese ‚Zeichen der Zeit‘ gern Angst erzeugen, so Scharnowski, aber das hat nichts mit einer „Endzeit“ zu tun. Von einer Verschwörung sprechen so oder so die wenigstens Christen.

So zeigt sich wieder einmal sehr deutlich, dass einschneidende Ereignisse sehr schnell allerlei Verschwörungstheorien nach sich ziehen. Im Fall Corona scheint es aber so zu sein, dass neben den „üblichen Verdächtigen“ auch der Zorn des Himmels eine Rolle zu spielen scheint.

Fehlt eigentlich nur noch die Behauptung, dass COVID-19 von Außerirdischen geschickt wurde. Als Teil einer Alien-Invasion

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , , , , , markiert <

Die Madonna von Guadalupe: Gerüchte und wilde Spekulationen um die Tilma von Guadalupe (Artikel)

Die Madonna von Guadalupe: Gerüchte und wilde Spekulationen um die Tilma von Guadalupe (Bild: Fischinger-Online)
Die Madonna von Guadalupe: Gerüchte und wilde Spekulationen um die Tilma von Guadalupe (Bild: Fischinger-Online)

Im Dezember 1531 soll es im heutigen Mexiko-City zu einer Reihe von Marienerscheinungen gekommen sein, die der Azteke Juan Diego dort erlebte. Höhepunkt war ein ein Wunder – das Wunder von Guadalupe. Vor den Augen einer Reihe von Zeugen soll sich farbiges Bildnis der Jungfrau Maria auf einem Kleidungsstück des Diego aus dem Nichts gebildet haben: Die heute als Tilma von Guadalupe verehrte Reliquie in dem gleichnamigen Wallfahrtsort in Mexiko. Die größte ihrer Art weltweit. Für Gläubige ein Wunder des Himmels, zu dem Millionen Menschen pilgern. Doch es gab schon im 16. Jahrhundert Kritiken und mehr Gerüchte über die Tilma von Guadalupe, als je zuvor. Was genau es damit auf sich hat und welche frommen Spekulationen dazu seit Jahren kursieren, erfahrt Ihr in diesem Blog-Artikel.


Das Wunder von Guadalupe 1531

Im Jahre 1531 soll mitten im heutigen Mexiko-City ein Wunder geschehen sein: Mehrfach begegnete der Indio Juan Diego auf einem kleinen Hügel einer rätselhaften Erscheinung, die „vom Himmel“ kam. Die Frauengestalt sprach mit ihm, erteilte ihm Botschaften bzw. Aufträge, die er unter anderem dem damaligen Bischof überbringen sollte. Letztlich kündigte die Erscheinung ein großes Wunder an. „Damit alle glauben“.

Vorgestellt hatte sich die schöne Dame vom Himmel als Mutter Maria – die Gottesmutter.

Dieses angekündigte Wunder zum Abschluss der Marienerscheinungen von Guadalupe, wie die Ereignisse heute bekannt sind, war ein plötzlich erscheinendes Bild der Jungfrau Maria auf dem Umhang des Diego. Vor den Augen des Bischofs Juan de Zumárraga und anderer Anwesenden „manifestierte“ sich diese Abbildung auf der sogenannten „Tima“ (eine Art Poncho der Azteken) des Juan Diego. Zumárraga, 1531 der erste Bischof von Mexiko-City, dem damaligen Tenochtitlan, der Hauptstadt der Azteken, war durch dieses Wunder überzeugt. Hier wirkte wirklich die Mutter Gottes, war er sich sicher.

In dem Text „Nican Mopohua“ (1540 – 1550), dem Urtext zu den Ereignissen von Guadalupe, heißt es zu diesem Höhepunkt der Erscheinungen:

Und als der regierende Bischof es sah, und alle die dort waren, knieten sie nieder, bewunderten sie es sehr, sie standen auf, um es zu sehen, sie waren traurig, sie betrübten sich, das Herz, die Gedanken erstaunt.

Und der regierende Bischof bat ihn mit Weinen, in Betrübnis, er begehrte von ihm Verzeihung, dass er nicht gleich ihren Willen, ihren ehrwürdigen Hauch, ihr ehrwürdiges Wort ausgeführt hatte.“ (Verse 185-187)

In den Folgejahren wurde der Ort der Marienerscheinungen immer weiter ausgebaut und mit Kapellen und Kirchen versehen. Heute ist dieser Hügel mit dem Namen Tepeyac in Mexico-City die größte Wallfahrtsstätte der Welt – Guadalupe. Und die wundersamen Erscheinungen der Madonna sind als „Unsere Liebe Frau von Guadalupe“ unter Gläubigen weltweit bekannt. Genauer gesagt ist ihr Abbild darunter bekannt. Denn das Bild der Mutter Gottes, das 1531 durch ein himmlisches Zeichen oder Wunder auf der Tilma des Juan Diego erschien, wird dort bis auf den heutigen Tag verehrt.

Herkunft? Der Himmel!

Mehr als 20 Millionen(!) Pilger reisen jedes Jahr nach Guadalupe, um das 142,24 Zentimeter hohe Bildnis der Madonna zu sehen und dort zu beten. Ein sogenanntes „Gnadenbild“ der Katholischen Kirche, das sich von allen anderen in der Welt enorm unterscheidet.

Zu einem durch die angebliche Herkunft von Gott, dem Himmel oder eben durch die Mutter Gottes selbst. Durch ihre überirdische – göttliche – Macht hat sie bewirkt, dass das Bildnis auf der Tilma erschien. Inklusive einer Vorankündigung.

Dann unterscheidet es sich vor allem dadurch, dass die genaue Herkunft der Tilma lückenlos bis heute dokumentiert ist (sofern nicht längst heimlich durch eine Kopie ausgetauscht): Erschienen am 12. Dezember 1531 im Bischofssitz von Mexiko-Stadt, von dort kam sie später in eine erste dafür erbaute Kapelle auf dem Tepeyac und 1709 in die erste Basilika. Seit 1976 befindet sich das Abbild in der neu errichteten Basilika von Guadalupe. Eine der größten Kirchen der Welt, in der 40.000 Menschen (stehend) Platz haben! Das unterstreicht sehr deutlich den Stellenwert der Madonna von Guadalupe in der Kirche.

Nicht weniger wie die Tatsache, dass Papst Johannes Paul II. zwischen 1979 und 2002 fünfmal den Wallfahrtort besuchte. Mit den Worten „sei gegrüßt, du Mutter Lateinamerikas“, eröffnete Johannes Paul II. am 27. Januar 1979 seine Rede an der Wallfahrtsstätte. Dabei sprach er von einem „entscheidenden Einfluss auf das christliche Leben des mexikanischen Volkes“, den die Marienerscheinungen und das Wunder von Guadalupe ausgeübt hätten.

Die im 16. Jahrhundert auf 167,64 mal 94,15 Zentimeter zugeschnittene Tilma unterscheidet sich letztlich auch von ihrer „Machart“ her von allen anderen Reliquien dieser Art. Man denke hier an das Grabtuch von Turin, den Schleier von Manoppello oder auch das Schweißtuch von Oviedo. Oder auch an die unzähligen angeblichen Abbildungen der Mutter Gottes oder Jesus, die überall auf der Welt immer wieder entdeckt werden. Denn was man auf dem Tuch sieht, ist eindeutig. Hier gibt es keinen Spielraum für Interpretationen. Zu sehen ist klar und deutlich die Madonna in prachtvollen Farben.

Azteken “sind keine Menschen”

Die Bedeutung der Madonna von Guadalupe und ihres Heiligtums in Mexiko-City innerhalb der katholischen Kirche kann man nicht deutlich genug unterstreichen. Selbst der Umstand, dass nach dem Wunder rund zehn Millionen Azteken zum Christentum übertraten, wird mit diesen Erscheinungen in Verbindung gebracht. Die spanische Eroberung und die Zerschlagung des Aztekenreiches durch die Spanier waren zu diesem Zeitpunkt erst genau zehn Jahre her.

Hierzu muss man sagen: Die spanischen Eroberer, die Konquistadores unter Hernán Cortés, wüteten bei der Eroberung Mexikos und der Vernichtung des Aztekenreiches im ganzen Land. Raub, Vergewaltigung, Mord, Zerstörung und Plünderung der Heiligtümer waren an der Tagesordnung. Die Gier nach Gold war ihr Antrieb. Sogar Cortés selber wurde wegen zweifachen Mordes 1528 angeklagt und musste nach Spanien zurück, um sich vor Kaiser Karl V. zu verteidigen – wurde aber freigesprochen.

Cortés selber sah in den Indios keine Menschen, sondern Tiere ohne Seele. So könne man die Bewohner Mittelamerikas eben auch so behandeln. Dies sei, so heißt es immer wieder, der Grund warum so viele Azteken mehr oder weniger freiwillig Christen wurden. Jedoch hat der damalige Papst Paul III. bereits versucht dem Treiben Einhalt zu gebieten. Er erließ am 12. Juni 1537 die Bulle „Sublimis Deus“. Eine offizielle päpstliche Erklärung, in der der Papst deutlich machte, dass die Indios sehr wohl vernunftbegabte Menschen mit Seele sind.

Heute unvorstellbar. Nun könnte man meinen, dass für die Katholische Kirche das Abbild der Jungfrau Maria auf der Tilma eben eines Azteken gerade zur rechten Zeit kam. Im Prinzip stimmt das auch. Doch auch das sorgte für Streit. Alonso de Montufar, der Zumárraga als Bischof in Mexiko-City folgte, hielt als erster eine Predigt unter der Tilma – um sogleich harsche Kritik anderer Christen auf sich zu ziehen. Der aus Europa auch in Mexiko angekommene Protestantismus sprach von Götzendienst. Die Anbetung von Bildern und anderen Objekten dieser Art war nichts als Teufelsanbetung. Eben ein heidnisches Treiben, wie bei den Azteken mit ihren Götzen.

Streit um die Tilma von Guadalupe

Angesichts des dadurch um sich greifenden Streites ist es fraglich, aus welchen Gründen genau Millionen „Heiden“ zum Christentum übertraten. Für Protestanten blieben sie Götzendiener …

Natürlich ist neben den Marienerscheinungen auch das Abbild auf der Tilma selbst bis heute umstritten. Innerhalb des Christentums genauso wie bei den Skeptikern. Während die einen sagen, dass sind Wunder Gottes und des Himmels, lehnen andere Christen die Verehrung von solchen Reliquien und den Kult um die Jungfrau Maria bis heute rund weg ab. Dass in der Vatikanischen Krypta unter dem Petersdom, dort, wo die Päpste ihre letzte Ruhe finden, auch nur ein Bild – und zwar das von der Madonna von Guadalupe in einer Altarnische – hängt, macht die Sache nicht besser.

Andere Kritiker aus dem nicht religiösen Bereich sehen das alles noch weitaus fragwürdiger. Das Bild der Madonna sei nichts als ein Gemälde und damit ein Fake der Kirche. Vielleicht strategisch angefertigt, damit die Azteken konvertieren. Juan Diego selber als Auserwählter der „vollkommenen heilige Jungfrau Maria, die Mutter des einzigwahren Gottes“, wie sie sich ihm laut „Nican Mopohua“ (Vers 26) unter anderem vorstellte, habe auch nie existiert. So die nüchternen Zweifler.

Dass Johannes Paul II. Diego am 31. Juli 2002 Heilig sprach, ist dabei Öl im Feuer der Kirchenkritiker. Nicht minder wie der Umstand, dass die Katholische Kirche Guadalupe und all die Wunder natürlich als eben solche längst anerkannt hat.

Die Ereignisse von 1531 bis heute rund um diese Marienerscheinungen sind sehr vielschichtig. Auch diesem Blog habe ich mehrfach in Artikeln darüber berichtet. Ebenso in meinem Buch „Das Wunder von Guadalupe“ (2007), in dem sämtliche Details umfangreich dargelegt wurden.

Trotz aller Skepsis und obwohl niemand beweisen kann, dass hier „der Himmel“ am Werk war, verleiten Objekte dieser Art viele Menschen zu Spekulationen. Und das schließt ausdrücklich die Gläubigen mit ein. Gerade bei Reliquien aller Art werden immer wieder und sehr gerne die verschiedensten Querverbindungen gezogen. Ergänzt mit dem Glauben, dass solche Objekte der Verehrung Wunder bewirken können. Bei der Madonna von Guadalupe war und ist das nicht anders, wie ich es im oben genannten Buch aufzeige.

Die himmlische Frau und der Drache

Doch die „Liebe Frau von Guadalupe“ soll auch in direkten Zusammenhang mit der Apokalypse des Johannes stehen. Jenem rätselhaften letzten Buch der Bibel, in dem wir unter der Überschrift „Vision von der Frau und dem Drachen“ folgendes lesen:

Und ein großes Zeichen erschien im Himmel: ein Weib, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupte eine Krone mit zwölf Sternen. Und sie war schwanger und schrie in Wehen und Schmerzen der Geburt.“ (12,1-2)

Diese „Vision“ aus der Offenbarung wird hin und wieder mit der Madonna auf der Tilma von Guadalupe verglichen. (Übrigens auch mit diversen „Prophezeiungen“ vom Ende der Welt und diversen Sternenkonstellationen…)

Warum?

Die vermeintliche „Vision“ der Offenbarung spricht von einer im Licht der Sonne gekleideten Frau, unter deren Füßen sich der Mond befindet. Das stimmt mit der Tilma und den Erscheinungen des Juan Diego auf dem Tepeyac durchaus überein. Bedenken muss man aber, dass die Mondsichel auf der Tilma auch eine nachträgliche Malerei sein könnte. Es ist nicht ganz klar, ob die ursprüngliche Frauengestalt auf der Tilma tatsächlich auf einer Mondsichel stand. Untersuchungen zeigten, dass genau an dieser Stelle Farbe nachweisbar ist (an vielen anderen wiederum findet sich nichts dergleichen).

Nicht ausgeschlossen ist aber auch, dass es Ausbesserungen sind. Zum Beispiel nachdem 1791 bei einem Unfall Salpetersäure über das Bild lief. Es ist ja nicht einmal klar wann genau und warum durch wen die Tilma im 16. Jahrhundert auf ihre heutigen Maße zugeschnitten wurde.

Ein “schwangeres Bild”?

Dennoch haben schon die Gläubigen im 16. Jahrhundert diese biblischen Verse auf die Erscheinungen der Gottesmutter in Guadalupe übertragen. Doch es gibt einen klaren Unterschied zwischen biblischer Überlieferung und der Tilma-Abbildung. Die Bibel spricht von einer schwangeren Frau, ja, sie berichtet sogar, dass die himmlische Dame in den Wehen liegen würde. Betrachten wir uns die prachtvolle Madonna auf der Tilma in Guadalupe, so ist von einer Schwangerschaft eindeutig nichts zu sehen.

Etwas ganz anderes besagen dazu aber fromme Gerüchte, die seit Jahren im Internet kursieren. Denn schon vor über 20 Jahren soll bei der Tilma eine neuerliche und sensationelle Entdeckung gemacht worden sein. Forschungen sollen laut der bis heute online kursierenden Meldung bewiesen haben, dass die Madonna auf der Tilma schwanger ist.

Hier die Meldung im Wortlaut, die auf verschiedenen Webseiten im Internet noch immer zu finden ist:

Maria in Erwartung

Die Jungfrau von Guadalupe hat jene sieben typischen schwarzen Schleifen über ihren Schoss, die alle Azteken sofort zu deuten wussten: Diese Frau ist in Erwartung. Um das zu bestätigen, wurde 1991 die mexikanische Bischofskonferenz gebeten, ein Phonogramm, eine Geburtshilfeuntersuchung zur Aufzeichnung der Herztöne eines Ungeborenen, am Bild vorzunehmen zu lassen. 1995 machte P. Maria Rojas, Professor der Päpstlichen Universität Mexikos, daraufhin mit Hilfe der Herztonuntersuchung die unglaubliche Entdeckung: auf dem Bild waren im Bereich des Schoßes Mariens eindeutig Herztöne hörbar. Zudem zeigten Videoaufnahmen des Regisseurs John Bird an derselben Stelle Bewegungen wie bei einer Frau im letzten Schwangerschaftsstadium.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Nach dieser revolutionierenden Entdeckung untersuchte der bekannte Gynäkologe Dr. Carlos Fernandez del Castilo im Auftrag von Professor Rojas erneut das Bild der Tilma. Dabei konnte er in einem abschließenden Gutachten die bereits vorliegenden Befunde bestätigen. Demnach erwartet die Frau auf dem Guadalupebild eindeutig ein Kind, das mit dem Kopf nach unten in so genannter linker Position in ihrem Schoß liegt. Der Arzt schließt seinen Bericht mit dem Hinweis, dass es sich um eine normale, gesunde Schwangerschaft handelt und die Geburt des Kindes nahe bevorsteht.“

Ohne Frage klingt die Aussage dieser Meldung nach einer Sensation. Ein Tilma-Bild, auf dem die Bewegung eines Ungeborenen nachweisbar ist, ist fraglos mehr als nur spektakulär.

Die Herzschläge von Jesus

Damit nicht genug, denn spätestens am 27. Februar 2016 verschärfte die „The American Society of the Defense of Tradition, Family an Property“ dieses Gerücht. In einem Artikel für die Gesellschaft schrieb Norman Fulkerson unter anderem:

Die schwarze Schärpe mit Schleife, die sie (die Madonna auf der Tilma, Anm. LAF) um die Taille trägt, war unter aztekischen Frauen üblich, um anzuzeigen, dass sie ein Kind erwartet. Diese Tatsache wurde auf wundersame Weise von Carlos Fernandez del Castillo, einem führenden mexikanischen Gynäkologen, bestätigt. Nachdem er das Bild untersucht hatte, beschloss er, ein Stethoskop direkt unter der Schärpe zu platzieren. Er war erstaunt, die rhythmische Herzfrequenz von 115 Schlägen pro Minute zu hören. Die gleiche wie die eines Babys im Mutterleib.“

Herztöne eines Ungeborenen aus dem Leib eines Frauenbildes? Wenn das nicht spektakulär ist, was dann?

Die einschlägige Tilma-Literatur indes schweigt sich über diese Berichte weitestgehend aus. Eine Ausnahme ist der Geistliche Johannes Dieter Becker, der diese 2014 in seinem Buch „Das Lied von Guadalupe“ beiläufig erwähnt. Nach Becker, der unter dem glühenden Marienverherer Papst Johannes Paul II. Kaplan war, seien diese Entdeckungen an der Tilma 1995 gemacht worden. Eine exakte Quelle benennt der Träger des Deutschen Bundesverdienstkreuzes und von Papst Benedikt XVI. 2008 sogar zum „Apostolischen Protonatar“ ernannte Becker nicht. Er schreibt lediglich:

Forscher der Universität Mexiko untersuchten das Gnadenbild und sind sicher, Herztöne eines Ungeborenen im Bauchbereich der Jungfrau Maria zu vernehmen, sie ist schwanger: Geburt Jesu 25. Dezember!

Filmaufnahmen des Wissenschaftlers Jon Bird sollen Bewegungen eines Ungeborenen auf dem Tilmabild zeigen und der Gynäkologe Dr. Carlos Fernandez del Castilo bestätigt die Entdeckung. Ist es ein Gerücht? – Abwarten!

Fromme Märchen?

War Becker als tief religiöser und erfolgreicher Kirchenmann einem Irrtum aufgesessen? Immerhin ist er offenkundig auch ein Verehrer der Madonna von Guadalupe, wie es eine Passage in seinem Buch deutlich macht. Darin schreibt er, dass er 1999 ein Benediktinerkloster in Santa Rosa, Brasilien, zu Ehren der Gottesmutter gründete. „Die Klosterkirche ist Unserer Frau von Guadalupe – Mutter Amerikas geweiht“, so Becker.

Auch die Quelle des oben zitierten Artikels der „The American Society of the Defense of Tradition, Family an Property“ ist sehr zweifelhaft. Denn darin wird sich auf den Artikel „Miraculous Image of Our Lady of Guadalupe“ berufen, der am 2. April 2012 auf dem Blog „Infallible Catholic“ („Unfehlbarer Katholik“) erschien. Ohne Quellenangabe heißt es dort:

Carlos Fernandez del Castillo, ein Gynäkologe, untersuchte das Bild und hat festgestellt, dass die gynäkologischen Messungen Unserer Lieben Frau (zeigten), dass sie schwanger ist. Vollkommen im Einklang mit dem Stadium der Schwangerschaft am 9. Dezember für Jesus Geburt am Weihnachtstag auftreten.

Ein Stethoskop wurde unter dem schwarzen Band an der Taille Unserer Dame (ein Zeichen, dass sie schwanger ist) gelegt und man hörte rhythmische wiederholende Takte bei 115 Schlägen pro Minute. Die gleichen, wie die eines Baby im Mutterleib.“

Zum genannten Datum 9. Dezember ist zu sagen, dass dies der Tag war, als Juan Diego 1531 zum ersten Mal auf dem Tepeyac der Erscheinung der Gottesmutter begegnet ist.

“Wahrheit und Lüge”

Solche religiösen Aussagen waren auch auf dem Blog „Infallible Catholic“ einem Priester namens Anthony Gerber zu viel. Zumindest nannte sich diese Person am 13. Dezember 2014 so, als sie den dortigen Artikel kommentierte. Hier seien „Wahrheit und Lüge“ vermischt worden, da niemals solche Herztöne durch ein Stethoskop nachgewiesen worden sind, so Gerber. Er selber habe mit Verantwortlichen bzw. nahen Beteiligten der Heiligsprechung des Juan Diego gesprochen, die solche Entdeckungen dementierten. Konkret nennt er Pater Eduardo Chavez, dem Postulator der Heiligsprechung von Juan Diego und Mitgründer sowie Dekan des „Instituts für Guadalupe-Studien“ („INTERLUPE“) und Ehrenkanon der Basilika von Guadalupe.

Anonyme Folgekommentare warfen auf dem Blog dann wieder Gerber vor, er sei ganz einfach ein Ungläubiger. Dass er „diese wundersamen Tatsachen“ ignoriert, solle „Schande“ über ihn bringen, da sein Vorwurf der Unwahrheit eine „Todsünde“ sei.

Abgesehen von der sicher nicht unberechtigten Frage, wie man auf die Idee kommt, mit einem Stethoskop ein Bild abzuhören, ist die Quellenlage also sehr fragwürdig. Mich erinnert das an eine Szene aus dem ersten Teil der erfolgreichen Kinokomödie „Ghostbusters“ von 1984, als einer der Geisterjäger mit eben genau so einem Stethoskop den Geräuschen eines Geistes in einem Tisch lauscht …

Spätestens im Jahr 2000 verbreitete sich diese religiöse Sensationsmeldung im Internet. Eine – wenn nicht die – erste Verbreitung erfolgte um 2000 durch die Webseite der „Br.-Thomas-Apostolatsgemeinschaft“. Dahinter steckt ein „Bruder Johannes-Markus“, der seit 1998 selber ein Seher ist und Botschaften von Maria und Gott persönlich empfangen will. Auslöser war eine Pilgerreise nach Medjugorje in Bosnien und Herzegowina. Ebenfalls ein Ort von Marienerscheinungen, wie es von den Gläubigen heißt (s. auch HIER). Von diesem angeblichen Seher stammt die oben zitierte Meldung, die von dort aus viral unter den Gläubigen ging.

Die Tilma schweigt

Die Mystery-Autorin Gisela Ermel, die unter anderem 2002 ein Buch über die Tilma von Guadalupe veröffentlichte, schrieb in dem Magazin „Sagenhafte Zeiten“ (Nr. 5/2005) dazu, dass Bruder Johannes-Markus diese Erkenntnisse auch nur aus einer Sekundärquelle habe. Auf Nachfrage teilte er ihr mit, dass er „die Informationen aus einer Broschüre während eines ‚Bischöflichen Projekts‘ abgeschrieben (habe); wo und wann war nicht zu erfahren“, so Ermel. Und weiter:

Auch Anfragen bei der für Forschung zuständigen Stelle der Basilika von Guadalupe und verschiedenen Forschungsgesellschaften wie INTERLUPE (Zentrum für Guadalupe-Studien in Mexico-City) ergaben nichts anderes. Nirgends hatte man von einer derartigen Entdeckung oder Beobachtung auch nur andeutungsweise gehört.

Auffindbar ist jedoch der in der Meldung erwähnte Film von John Bird, der angeblich diese Beweise zeige. Dieser wurde für 65 Dollar im Rahmen einer Videoreihe in vier Teilen über Orte in Portugal, Spanien, Afrika, USA und Mexiko, die für Marienerscheinungen bekannt sind, vertrieben. Die Serie nennt sich „River of Light“ und wurde unter anderem in den USA von der „Mary´s Media Foundation“, New York, vertrieben. Die Foundation ist eine gemeinnützige Vereinigung, die es sich zu Aufgabe gemacht hat Informationen über die Jungfrau Maria zu verbreiten. Finanziell wird die Foundation von der katholischen Kirche getragen. Und im Rahmen dieser Videoreihe taucht tatsächlich auch der Film von Bird und der Tilma von Guadalupe auf. Enthalten im 4. Teil der Filmreihe.

Doch der Film von Bird zeigt keinerlei Bewegung auf der Tilma; nicht die Spur einer schwangeren Maria und eines ungeborenen Jesus-Baby sind nachweisbar. John Bird selber bestätigt, dass er und auch keiner aus seinem Mitarbeiterteam jemals ein Ungeborenes bei ihren Filmarbeiten zur Tilma beobachtet haben. Ermel dazu schon 2005:

Eine schriftliche Anfrage bei dem Regisseur John Bird ergab, dass er und sein Team etwas Derartiges weder beim Filmen noch beim Bearbeiten des Filmmaterials bemerkt hätten.“

Für Ermel ist das erneut ein Beweis, „wie kritisch man mit derartigen Berichten umgehen muss“, wie sie ganz richtig schreibt.

Ein Zeichen der Jungfrau von Guadalupe …

Kritik und Skepsis sind aber in der Religion und beim Glauben sehr oft Mangelware. Da hilft auch nicht der geflügelte Ausspruch „Gottes Wege sind unergründlich“ etwas. Außer für die Gläubigen, natürlich.

Das zeigte sich auch 2007. In seinem kritischen Buch „Belichtete Augen“ (2011) schreibt Bernd Stiegler über dieses angebliche Mysterium des Glaubens:

Und der Gynäkologe Dr. Carlos Fernandez del Castillo kann schließlich sogar die Lage des Kindes identifizieren: Es liegt mit dem Kopf nach unten in linker Position. Und solche Bilder sind nicht ohne klare Botschaft: In den diversen Diskussionsforen zur Jungfrau von Guadalupe findet sich ein weiteres Dokument einer vermeintlichen visuellen Offenbarung, das nun einen Lichtreflex als Zeichen für den Schutz des ungeborenen Lebens deutet: Am 24 April 2007, just zu dem Zeitpunkt, als der Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche in Mexiko legalisiert wird, erblickten viele Pilger eine besondere Lichterscheinung auf dem Gnadenbild.“

Wirklich eine Warnung des Himmels bzw. der Jungfrau von Guadalupe? Oder doch eben nur ein religiös umgedeuteter Lichtreflex, wie es auch Stiegler sieht? Weiter zitiert Stiegler dazu von einer heute nicht mehr erreichbaren Webseite:

Ein Fotograf hat das Bild untersucht und festgestellt, dass das Licht, das einen Embryo im Mutterschoß zeigt, kein Reflex ist, sondern aus dem Bild selbst herauskommt.“

Eine erstaunliche “Analyse”

Diese „Analyse“ des Fotografen wäre schon eine erstaunliche Leistung. Denn besucht man die Basilika von Guadalupe mit der Tilma wird man sehr schnell feststellen, dass man das Objekt aus verschiedenen Gründen überhaupt nicht genau sehen geschweige denn fotografieren kann. Es hängt in luftiger Höhe über dem Altar, und die Besucher fahren auf Laufbändern hinter und unter dem Altar an dem Bild vorbei. So werden Staus durch den Andrang der Betenden und natürlich auch all jener vermieden, die es fotografieren wollen.

Mit einem guten Objektiv im Inneren der Basilika ist aber das kein Problem. Dabei hängt das Abbildung natürlich nicht frei in seinem Rahmen, sondern ist hinter einer dicken Glasscheibe zum Schutz gesichert (am 14. November 1921 gab es einen Bombenanschlag auf die Tilma). Und was eignet sich besser für eine Lichtreflexion als (Panzer)glas? Und wie sieht ein derartiger Reflex eigentlich aus, dass man darin „einen Embryo im Mutterschoß“ erkennen kann, der „aus dem Bild selbst herauskommt“, wie es Stiegler zitiert?

Somit scheint es sich abzuzeichnen, dass die Meldung eine Ente ist. Auch wenn sie noch immer auf unterschiedlichen Seiten im Internet zitiert wird.

Bedenken muss man auch, dass in der Meldung davon die Rede ist, dass „die Geburt des Kindes nahe bevorsteht“. Angeblich ermittelt durch die Frequenz des Herzschlages. Schon ein flüchtiger Blick auf die kunstvolle Abbildung der „Königin des Himmels“ auf der Tilma zeigt, dass von einem „Babybauch“ nichts zu sehen ist.

Ebenso ist vollkommen unklar, was der Bericht mit den „sieben typischen schwarzen Schleifen über ihren Schoß“ meint (mehr HIER). Diese finden sich nicht auf der Tilma. Zumindest ich zähle dort, direkt unter den Händen, nur fünf schwarze „Bänder“.

Wie also sollten 1531 „alle Azteken sofort“ gewusst haben, dass dies ein Zeichen für die Schwangerschaft der abgebildeten Gottesmutter ist?

Video zum Thema

Das Wunder von Guadalupe - Vortrag von Lars A. Fischinger von 2009

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , , , , markiert <

Seltsame Zwergwesen um 1661 in Hamburg-Blankenese: Wirklich nur ein Märchen – trotz realer Augenzeugen?

Seltsame Zwergwesen um 1661 in Hamburg: Wirklich nur ein Märchen? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Seltsame Zwergwesen um 1661 in Hamburg: Wirklich nur ein Märchen? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In der UFO-Forschung und vor allem der Prä-Astronautik werden die unterschiedlichen Texte und Überlieferungen der Vergangenheit auf “Spuren der Götter” hin untersucht. Religiöse Bücher ebenso wie aufgezeichnete Mythologien sowie die Welt der Märchen und Sagen. Denn auch und vor allem in vermeintlichen “Märchen” wird man fündig, wie in zahlreichen Beiträgen auf diesem Blog gezeigt. So auch bei einer Erzählung aus Blankenese (Hamburg) über rätselhafte Zwergenwesen. Das Besondere hierbei ist aber die Tatsache, dass einige Augenzeugen dieser Begegnungen einst real lebende Personen waren und sich die Erlebnisse recht genau datieren lassen. Es waren Zeugen von tadellosen Ruf, die sich selber auf die Jagd nach diesen fremden Wesen machten. Eine erstaunliche Geschichte, wie Ihr in diesem Artikel lesen werdet


Götter und Außerirdische

Als Prä-Astronautiker durchforstet man viele religiöse und mythologische Texte, Bücher, Schriften und Überlieferungen. Stets auf der Suche nach Aussagen über die “Götter” oder andere Himmelswesen, die mit der “modernen Brille” als Astronauten der Antike gedeutet werden.

Das Bild dieser mutmaßlichen und hypothetischen Astronautengötter ist dabei in der Prä-Astronautik überaus vielschichtig. Eine Art klassische Darstellung der Götter aus dem All existiert nicht. Ein klarer Unterschiedlich zur UFO-Forschung. Obwohl auch hier die unterschiedlichsten Außerirdischen gesehen worden sein sollen, ist das Bild der “UFO-Aliens” doch eher begrenzt.

Nicht so in der Prä-Astronautik. Durch die Jahrtausende haben unsere Vorfahren in allen Teilen der Erde die unterschiedlichsten “Himmelswesen” beschrieben oder bildlich dargestellt. Deren Aussehen reicht dabei von praktisch menschlich bis zu bizarren Kreaturen mit “Antennen auf den Kopf”, wie man sie auf Höhlenbildern findet.

Was aber immer wieder als Parallele zwischen UFO-Forschung und Prä-Astronautik angesehen wird, sind die Wesen aus der Anderswelt. Jene Geschöpfe, die in der Welt der Sagen und Märchen zu finden sind. Mythologien, die teilweise als eine Ur-Erinnerung der Menschheit angesehen werden und in vielen Varianten existieren. Vielfach sind diese Erzählungen in ihren heutigen Versionen mit sehr deutlichen Einflüssen aus dem Christentum vermengt.

Doch haben diese Berichte der Folklore nicht doch einen wahren Kern? Ein spannendes Thema, das auf diesem Blog bereits in zahlreichen Artikeln und Posting aufgegriffenen wurde.

Seltsame Wesen in Blankenese

Etwa jene Geschichte aus Blankenese (Hamburg), wo am Ende des Dreißigjährigen Krieges eine Gruppe Männer Zeugen eines ungewöhnlichen Besuches von Zwergen oder “Unterirdischen” wurden? Angeblich war es kein Einzelfall dort. Denn das vermeintliche Märchen berichtet ebenso, dass in der Gegend von Blankenese seit geraumer Zeit “in den Bergen viele Unterirdische und Zwerge spukten, sich den Vorübergehenden, auch Schäfern und Jägern zeigten und sie sehr erschreckten”.

“Ihr heimliches Wesen trieben” die “Unnereersche” dabei gerne “auch bei den dortigen heidnischen Opferstätten und Grabhügeln der Hünen”, wie es die 1854 von Otto Beneke aufgezeichnete Geschichte erzählt. Laut “alten Kunden” schienen diese Zwerge an diesen Orten die “Hüter verborgener Schätze und anderer Dinge” gewesen zu sein. Eine Eigenschaft, die Zwergen Gnomen und anderen ähnlichen Kreaturen der Märchenweld vielfach angedichtet wurden.

Während des Krieges, so heißt es weiter, sahen die Bewohner der Gegend kaum oder gar keine dieser fremdartigen Wesen. Erst gegen Ende des Krieges verbreiteten sich wieder Gerüchte, dass die Zwerge und Unterirdischen wieder zurückgekehrt seien und ihr Unwesen trieben. Ähnlich wie vor dem großen Krieg, als die Fremden “oftmals bei Tage wie bei Nacht von Bauern und anderen schlichten Leuten gesehen” wurden.

Eine Gretchen Dütsch aus Blankenese habe dabei eine ganz besondere Begegnung mit diesen Wesen gehabt. Sie berichtete, sie wäre “bei Nacht und Nebel von den Unterirdischen (…) auf Irrwege geführt und geneckt worden” und habe so die Orientierung verloren. Durchaus eine immer wiederkehrenden Aussage in Sagen und Märchen über Begegnungen mit Wesen aus der Anderswelt. In diesem Fall aber wurde die Aussage von Dütsch schon in der Erzählung selber angezweifelt, da sie angeblich so oder so “mehr als billig dem leidigen Branntwein zusprach” …

Der Pastor Johann Rist und Chrysostomus Köhler, Vizekanzler des Herzogs zu Wolfenbüttel, hörten von diesen Gerüchten und zogen aus, “um solch zwergischem Treiben auf die Spur zu kommen”. Sie sollten bald fündig werden, denn um Mitternacht herum tauchten “wie aus einem Fuchsloch” diese Zwerge auf. In der Erzählung heißt es dazu weiter:

“(…) ein Haufe solch unterirdischen Völkleins ist hervorgedrungen, kaum, mit großen Köpfen und Gesichtern wie die alter Männer, mit großen Nasen und kugelnden Augen, braun gekleidet, mit Glöcklein an der Mütze, dass es anmutig klingelte wie sie sind auf- und abgesprungen; die haben da ihr Wesen getrieben und getanzt im Ringelreihen und rundem Kreise beim Glockenspiel.

Eine mehr als sonderbare und interessante Begegnung. Doch interessant sind auch die beiden genannten Zeugen der Ereignisse: Beides waren reale Personen, die gelebt haben.

Real existierende Zeugen!

So ging der erwähnte Vizekanzler Chrysostomus Köhler (Cöler) in Hamburg auf das Gymnasium und wurde ab Oktober 1661 Vizekanzler von August der Jüngere. Dieser war Herzog zu Braunschweig-Lüneburg und Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel, wo Köhler bereits ab 1644 als Dr. jur. Hofrat war. Sein Lebenslauf verrät, dass er 1664 starb.

Zeitlich war das tatsächlich nach dem Dreißigjährigen Krieg, wie es die Erzählung aus Blankenese auch behauptet. Und auch Köhler selber nahm 1648 an den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück teil, die den Krieg beendeten und heute als “Westfälischer Friede” bekannt sind.

Auch Pastor Johann Rist (Ristius) lebte, ging zur gleichen Zeit in Hamburg auf das Gymnasium und teilte mit Köhler seinen weiteren Lebensweg. Beispielsweise gingen beide ab 1629 für weitere Studien an die Universität Rinteln. 1667 starb Rist in Wedel, wo bis heute verschiedene Orte seinen Namen tragen. Inklusive das dortige “Johannes Rist Gymnasium”.

Für ein “Märchen” ist es mehr als ungewöhnlich, dass sich reale Personen als Zeugen der Ereignisse nachweisen lassen. Gleiches gilt für die Zeit der Ereignisse mit den Zwergenwesen, die sich aufgrund der Lebensdaten auf Oktober 1661 bis zum Tod von Köhler im Mai 1664 eingrenzen lässt.

August der Jüngere als Dienstherr von Köhler runden das Bild dabei weiter ab. Er starb 1666 und galt als einer der gelehrtesten Herrscher seiner Epoche, der in Wolfenbüttel die damals größte Bibliothek Europas schuf. Eine von ihm leidenschaftlich zusammengetragene Sammlung von Büchern und Handschriften, die als “Herzog August Bibliothek” bis heute existiert.

Nicht auszuschließen, dass der wissbegierige August der Jüngere selber den Auftrag erteilte den “zwergischem Treiben auf die Spur zu kommen”.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Die in dem Bericht beschriebenen Zwerge sind anhand verschiedener Merkmale durchaus mit „heutigen“ UFO-Wesen zu vergleichen. Jedoch ist die beschriebene Nase ein atypisches Merkmal von angeblichen Außerirdischen. Diese werden vielfach vollkommen ohne oder mit kaum hervorstehender Nase beschrieben. Man denke hier an den Typ der “Kleinen Grauen” der UFO-Forschung.

Seltsame Wesen auch in UFOs

Und doch finden sich in der einschlägigen UFO-Literatur Vergleichsfälle. Zum Beispiel ein Fall in Kalifornien, über den der bekannte UFO-Forscher Dr. Jacques Vallée in seinem Buch “Konfrontationen” (1990) schrieb. Vallée untersuchte den Fall zusammen mit seinem Forscherkollegen Mark Uriate, nachdem dieser vom Sheriff des Ortes Colusa in Nordkalifornien davon erfahren hatte. “Die Beamten betonten, der Ruf und die Glaubwürdigkeit der Zeugen stünden außer Zweifel”, so Vallée.

Die Zeugen waren Nachfahren des Indianerstammes der Cortina und verdienten sich als einfacher Farmer. Eines Tages 1977 habe der Augenzeuge Amos seinen Nachbarn erzählt, dass im Sommer immer “ein seltsames ,Flugzeug’ auf der Ranch landen” würde. Aus diesem sei ein “kleiner, menschlich aussehender Insasse” gestiegen und er würde sicher wiederkommen. In der Tat habe der Nachbar daraufhin ein UFO beobachten können, so Vallée. Weiter schreibt er:

Der ,kleine Fremde’ kommt immer allein. Er ist 1,10 bis 1,20 Meter groß und trägt einen einteiligen braunen Anzug. Er riecht unangenehm. Amos Zeichnung zweigt einen Humanoiden mit langem Haar und großer Nase, der keine Maske und kein Atemgerät trägt.

Auffällig an ihm ist vor allem seine Fähigkeit, durch die Wände des Hauses zu gehen und über den Boden zu schweben, ohne ihn zu berühren. Wenn man ihm draußen begegnet, kann er plötzlich davonschießen, ohne wie ein Mensch zu laufen.”

Ein mehr als nur ungewöhnlicher “Alien”, der zweifellos als Zwerge und andere Bewohner der Anderswelt erinnert!

“Mini-Aliens”

Der im Verhältnis immer noch große “Außerirdische” aus Kalifornien ist jedoch ein Riese, verglichen mit denen, die sechs Schuljungen in Malaysia im Jahr 1970 gesehen haben wollen. Sie behauptete, dass sie ein sehr kleines UFO haben landen sehen, dem zehn Zentimeter kleine Wesen entstiegen. Die Winzlinge hatten großen “Ohren” oder “Hörner” und trugen seltsame “Stiefel”, so die Zeitung “The Straits Times” vom 22. August 1970.

Auch wenn solche winzigen “Aliens” in der UFO-Forschung sicherlich sehr selten sind, ist bzw. war das in Malaysia anders. Zahlreiche Berichte aus den Jahren 1969 bis 1985 von dort sprechen von Zwergen, die aus UFOs gestiegen sein sollen. Einige waren dabei nicht mal so groß wie ein Daumen!

Mutmaßliche Begegnungen mit Außerirdische nach irgendwelchen anatomischen Kriterien nach Wahrheit oder Unwahrheit einzuordnen, ist sicher vorschnell. Das sieht auch Jacques Vallée in “Konfrontationen” so:

Die Lektion, die wir aus solchen Fällen lernen können, ist völlig klar: Die UFO-Wesen verhalten sich nicht immer gleich, wie uns manche Ufologen glauben machen wollen. Es sind nicht immer graue Wesen mit Kahlköpfen und großen Augen oder roboterähnliche Ungeheuer.

Stattdessen stehen wir einem komplexen Phänomen gegenüber, dessen Beziehung zu den Zeugen und zur menschlichen Gesellschaft insgesamt wir nicht begreifen. Wir wissen nicht, welche Anteile der Ereignisse durch ein äußeres Phänomen entstehen und wie viel das menschliche Bewusstsein hinzufügt. Wir sollten und dieser Komplikation bewusst sein.

Was aber erlebten und sahen Johann Rist und Chrysostomus Köhler irgendwann zwischen 1661 und 1664 in Hamburg-Bankenese? Zumindest müssen sie die dortigen Berichte soweit ernst genommen haben, dass sich die hochgebildeten Männer aufmachten, um diesem Treiben der Wesen selber nachzugehen. Wie die Geschichte erzählt – wurden die beiden Mystery-Jäger dabei ja auch fündig …

Auf der Jagd nach dem Zwergenvolk

Einfangen oder anderweitig einem der Unterirdischen habhaft werden gelang Rist und Köhler damals nicht, wie der Bericht unterstreicht. Es gelang ihnen nicht einmal mit den Zwergen zu sprechen, obwohl Rist extra “eine schöne Anrede ausgesonnen” hatte. Und er wollte eigentlich so einiges von den Fremden mit dieser Ansprache “bei des Allmächtigen heiligem Namen” erreichen. Sie sollten ihm “Rede und Antwort geben, wer sie wären, und was sie trieben, und wo die großen Schätze lägen, und ob man sie nicht heben könnte.”

Neben dem Forscherdrang spielte hier also auch die Gier nach den Schätzen der Zwerge eine Rolle! Immerhin hatten zuvor “alte Kunden” berichtet, dass diese Wesen der Anderswelt eben solche Kostbarkeiten verstecken und beschützen.

Es kam aber ganz anders. Als Rist gerade die Zwergenwesen ansprechen wollten, fielen er und Köhler von ihrem Stein in ihrem Versteck herunter:

“(…) mitten in den Ringelreihen der Unterirdischen, die davor billig erschrecken, auseinanderfahren und blitzschnell allesammt durch das Fuchsloch wiederum verschwunden sind, zu beider Herren großem Leidwesen.

Trotz oder gerade wegen dieses unglücklichen Fehlschlages gab Johann Rist nicht auf. Deshalb sei er “noch etliche Male wieder hinausgegangen”, um den Unterirdischen zu beizukommen. Vergeblich, denn “er hat ihnen so nahe nicht wieder beikommen können”. Angeblich hätten “die Zwerge wohl bemerkt”, dass Rist ein kluger Mann sei, “der sie auszufangen gedächte”. Aus diesem Grund hätten sie sich “vor ihm mehr denn vor Hirtenbuben und geringem Volke in Obacht genommen”. Sie gingen ihm quasi lieber aus dem Weg.

Das fremde Zwergvolk wusste aber noch mehr über Pastor Johann Rist. Er schien in seiner Freizeit an Archäologie (die es in der heutigen Form damals noch nicht gab) interessiert gewesen zu sein. Oder ein Schatzjäger:

Sie kannten wohl auch Herrn Risten schon, dass er Hünengräber aufdecke, und uralte Urnen, Leichgeschirre und Aschenkrüge daraus nehme, und also fürchteten sie ihn zwiefach vor allen Menschen.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , markiert <

Tenochtitlán – Die sagenhafte Hauptstadt der Azteken: Archäologen auf den Spuren ihrer Gründung (Artikel)

Das Allerheiligste im Zentrum von Tenochtitlan – Der sagenhaften Hauptstadt der Azteken (Bild: Fischinger-Online)
Das Allerheiligste im Zentrum von Tenochtitlan – Der sagenhaften Hauptstadt der Azteken (Bild: Fischinger-Online)

Dort, wo heute die riesige Metropole Mexiko-City liegt, erhob sich einst die Stadt Tenochtitlán. Die längst zerstörte Hauptstadt des mächtigen Reiches der Azteken, das im 16. Jahrhundert von den Spanien vernichtet wurde. Heute ist die versunkene Megacity der Azteken genauso zu einem Mythos geworden, wie die Geschichte über ihre Gründung. Doch jetzt haben Archäologen in Mexiko bekannt gegeben, dass sie Funde gemacht haben, die zumindest einige der Legenden über den Ursprung von Tenochtitlán in einem neuen Licht erscheinen lassen. Welche das sind und was die untergegangene Hauptstadt der Azteken bis heute zu einem Mythos machen, erfahrt Ihr in diesem Artikel.


Versunkenes Tenochtitlán

Mexiko-City und die umliegenden Regionen sind mit über 21 Millionen Einwohnern eine der Riesenstädte der Welt. Ein Moloch von Smog, chaotischen Verkehrsverhältnissen, Kriminalität, Armut, und Menschenmassen und mit einer überaus bewegten Vergangenheit. Denn genau dort lag einst die blühende Stadt Tenochtitlán – die frühere Hauptstadt der Azteken.

Heute tummeln sich an den Treffpunkten der Touristen die Straßenhändler und versuchen ihre Waren an den Mann oder die Frau zu bringen. Überall hupen Taxis und dröhnen Busse und LKWs durch die vollgestopften Straßen. Armut und Reichtum liegen hier, wie in vielen Städten der so genannten dritten Welt, eng beieinander. Die Region von Mexiko-City gehört heute zu den am schnellsten wachsenden Gebieten der Erde. Ein undurchsichtiges Knäuel an Menschenmassen und lärmenden Verkehrsmitteln.

Vom einstigen Glanz der Azteken-Hauptstadt ist nicht mehr viele geblieben.

Das Historische Zentrum der Stadt und der „Platz der Verfassung“ (Zócalo) und die berühmten Wassergärten im Stadtteil Xochimilco. Heute sind es die Touristenattraktionen und stehen seit 1987 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Dort, wo einst der Königspalast des legendären aztekischen Herrscher Moctezuma II. (1465 – 1520) stand, liegt heute der Verfassungsplatz Zócalo. Überragt von der 1573 und 1667 errichtete und weltbekannte Kathedrale von Mexiko-Stadt. Mexiko-Stadt ist seit den Zeiten von Bischof Juan Zumárraga, dem ersten Bischof Amerikas, auch Bischofssitz.

Doch die Stadt hat historisch sehr viel zu bieten. Nicht nur Museen und historische Schätze warten auf die Touristen, sondern auch Reste aztekischer Tempelbauten und Bauwerke der spanischen Eroberer. Berühmt ist vor allem das „Museo Nacional de Antropología” im Chapultepec-Park. Es beherbergt die wichtigste Sammlung des präkolumbischen Erbes Mexikos und zählt zu den bedeutendsten archäologischen Sammlungen der Welt überhaupt. Der Besucher dieser Stadt geht im wahrsten Sinne des Wortes auf historischen Boden.

Vor fast 500 Jahren aber sah die Region vollkommen anders aus. Hier standen stolz Tempel, Häuser, religiöse Zentren, Pyramiden-Tempel und Paläste der mächtigen Azteken. Mexiko-City ist heute ein kultureller Schmelztopf der Spaniern und der Kultur der Azteken.

Die Azteken

Als die Azteken von Norden her einwanderten, so besagt es eine Legende, würden sie einen Adler sehen, der auf einem Kaktus sitzt und in seinen Krallen eine Schlange festhält bzw. sie frisst. Genau dort sollten sie ihre Stadt gründen und siedeln. Das war auf der Insel im einstigen, heute längst verschwunden Texcoco-See. Dort gründeten die Einwanderer ihre Hauptstadt. Noch heute ist das Motiv des Adlers auf dem Kaktus mit der Schlange auf dem Münzgeld und der Flagge Mexikos zu finden.

Besiedelt wurde aber auch die kleinere Nachbarinsel mit Namen Tlateloco, auf der sich vor allem die Warenwirtschaft entwickelte. Dort blühten der Markt und der Handel mit weit entfernten Regionen und Völkern. Dieser Markt der indianischen Bewohner begeisterte auch Hernán Cortés (1485 – 1547), der spanische Eroberer Mexikos. An seinen Kaiser Karl V. schrieb er in einem Brief:

Unter uns sind Soldaten, die in der Welt weit herum gekommen sind, in Konstantinopel, in ganz Italien, sogar in Rom, und sie sagen, sie hätten niemals einen so geordneten, großen und so von Waren und Menschen überfüllten Markt gesehen.“

Dieser Markt war der Hauptmarkt der Azteken und zugleich der größte Marktplatz in ganz Mittelamerika. Zur Hauptzeit sollen auf dem Mark bis zu 30.000 Menschen ihren regen Tauschgeschäften nachgegangen sein. Begeistert schilderten die Spanier, dass in ganz Europa nichts Vergleichbares existiert.

Geschickt verstanden es die Azteken durch den Bau von Staudämmen die umliegenden Sümpfe aufzustauen und ihre stetig wachsende Hauptstadt so zu einer uneinnehmbaren Inselfestung zu machen. Mit Kanälen waren die einzelnen Wasserflächen verbunden und durch Zugbrücken konnte man sich vor Angriffen schützten.

Doch es mangelte schon damals an Nutzflächen für die Ernährung der Menschenmassen. So kamen die Azteken auf die geniale Idee Holzflöße in allen erdenklichen Größen zu bauen und mit Erde zu bedecken. Neben Blumen züchteten die Azteken dort auch Gemüse und andere Nahrungsmittel. Noch heute sind die „schwimmenden Gärten“ im Xochimilco-Park bekannt, der 1990 zum Ökologie-Park der Stadt erklärt wurde.

Die meisten der aztekischen Bauten wurden nicht nur durch den Einfall der Spanier zerstört, sondern die Spanier nutzten die Monumente als willkommene Steinbrüche für ihre eigenen Kathedralen und Bauwerke. Erst 1978 wurde bei Erdarbeiten für ein Kabel unweit der berühmten Kathedrale von Mexiko-Stadt der „Templo Mayor“ wieder entdeckt. Heute eine Attraktion für die zahlreichen Touristen in der Stadt.

Beeindruckte Eroberer

Im Zentrum der aztekischen Hauptstadt erhoben sich prachtvolle Pyramiden und Tempeltürme. Weithin sichtbare Zeichen der Macht, Stärke und Größe des aztekischen Imperiums. Der Reichtum der Stadt begründete sich nicht nur darin, dass die Azteken durch kriegerische Handlungen benachbarte Völker beraubten. Sie zwangen die besiegten Stämme, Sippen und Völker auch zu Tributzahlungen und vergrößerten so stetig ihren Reichtum.

Als 1519 Hermán Cortés mit einigen hundert Männern an der Ostküste Mexikos anlandete, befand sich Tenochtitlán auf dem Höhepunkt seiner Macht. Zwar durch innen- und außenpolitische Unruhen nicht gefestigt, aber dennoch die größte Nation auf dem gesamten amerikanischen Kontinent. Etwa 200.000 bis 300.000 Menschen lebt in dieser Stadt und Cortés gelang es durch Strategie, Mord und Verbindung mit den Azteken feindlich gesonnenen Stämmen schon am 13. August 1521 die Stadt einzunehmen.

Überwältigt standen die Spanier in einer gewaltigen Metropole, die den europäischen Städten mindestens ebenbürtig war. Das Zentrum der Stadt war anders als in heutigen Städten ein rein religiöses Zentrum. Kern des rechteckigen Bezirkes war eine Art Doppel-Pyramide, die den Götter Tlaloc und dem wichtigen Gott Huitzilopochtli geweiht war. Es war jener Tempel, zu dessen Einweihung 20.000 feindliche Krieger ihrer Leben in bestialischen Opferzeremonien verloren. Zumindest behauptete das die spanische Propaganda …

Mit 50 Metern Höhe überragte das Bauwerk den heiligen Bezirk von Tenochtitlán. Es waren zwei Stufenpyramiden, die entfernt an die Pyramide in Sakkara, Ägypten, und die Pyramiden in Mesopotamien erinnern. Oben standen auf dem Doppelbauwerk zwei den aztekischen Göttern geweihte Tempel und von der Westseite her führte eine gewaltige Treppe mit 112 Stufen hoch zur Spitze des Monumentes. Vor den Heiligtümer der Götter Tlaloc (Nordseite) und Huitzilopochtli (Südseite) auf der Spitze der Pyramiden stand jeweils ein Opferstein aus Jaspis. Dort vollzogen  die Hohenpriester grausam Menschenopfer.

Der heilige Bezirk von Tenochtitlán, vergleichbar mit der „verbotenen Stadt“ in China, war von der „Schlangenmauer“ umgeben. Etwa 400 Meter lang und 300 Meter breit war der Tempelbezirk, den diese Mauer umgab. Zu sehen ist davon praktisch kaum noch etwas.

Das Allerheiligste der Azteken

Lediglich karge Reste des Heiligtums können heute auf dem Plaza unweit der Kathedrale besichtigt werden. Dort, wo heute das Kreuz des Christentums herrscht, war das spirituelle Zentrum der aztekischen Hauptstadt und des ganzes Reiches. Hier in Mexiko wurde nicht anders verfahren, wie in allen anderen Teilen der Welt in den Jahrhunderten zuvor. Denn christliche Bauten sind in der Vergangenheit sehr oft über „heidnischen Heiligtümern“ errichtet worden. Die Erinnerung an die fremden Religionen und Kulte galt es auszumerzen und die ohnehin schon vorhanden heiligen Plätze für das Christentum zu vereinnahmen.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Direkt gegenüber dem Doppelheiligtum stand eine sehr außergewöhnliche Pyramide. Ihre Front war wie eine Stufenpyramide errichtet, jedoch wurde die Rückseite rund gebaut. Auf der Spitze fand sich auch kein rechteckiger Tempel, wie bei allen anderen aztekischen Pyramidentempeln, sondern ein konischer Aufbau. Archäologen vermuten, dass dieser ungewöhnliche Bau einst den aztekischen Priestern, die gleichzeitig auch als Astronomen und Sterndeuter fungierten, als Sonnenobservatorium gedient haben könnte.

Tatsächlich wies A. F. Avenie in seinem Buch „Astronomy in Ancient Mesoamerica“ schon 1974 nach, dass an den Tagundnachtgleichen am 21. März und 21. September die Sonne exakt zwischen der Doppelpyramide aufging. Sie konnte so von dem genau gegenüberliegenden Bauwerk und dessen konisch geformter Spitze beobachtet werden. Ein Zufall war diese architektonische Eigenart der Anlage nicht. Die Erbauer haben den Ort ihrer Doppel-Pyramide folglich mit Bedacht gewählt und ausgerichtet.

Bernal Díaz del Castillo (1492 – 1581), ein spanischer Volksheld, der 1514 nach Amerika auswanderte und schon bei den ersten Entdeckungsfahrten nach Mexiko dabei war und der 119 Schlachten und Gefechte überlebte, schrieb ein halbes Jahrhundert nach der Eroberung des Aztekenreiches seine unzähligen Erinnerungen nieder. Er verglich den Grundriss der aztekischen Hauptstadt mit einem Schachbrett und war sprachlos über ihre Schönheit. Er notierte tief beeindruckt in seinen Erinnerungen über die Stadt:

Als wir diesen wunderbaren Anblick gewahrten, standen wir völlig sprachlos da und wussten nicht, ob das, was wir schauten, Wirklichkeit war. Auf der einen Seiten waren auf dem Lande große Paläste und noch mehr draußen aus dem See zu sehen, und es war da ein breiter Damm, unterbrochen von vielen Brücken, und vor uns lag die prächtige Stadt Tenochitlán, gleich der verzauberten Stadt, von der die Sage von Amadis erzählt, die aufsteige aus dem Wasser mit mächtigen Türmen und Steinpalästen.

Große Boote konnten vom See in die Gärten fahren. Alles war aus Stein und prachtvoll geschmückt mit Wandbildern; viele Monumente waren da, und ich dachte, dass nirgends auf der Welt ein schöneres Land wie dieses entdeckt werden würde. Von all diesen Wundern, die ich damals schaute, ist heute nichts mehr geblieben; alles ist vernichtet und verschwunden.

Die Spanier waren beeindruckt und sprachlos angesichts der Pracht der Stadt. Vernichteten und zerstörten letztlich aber doch alles.

Kampf gegen das Heidentum

Natürlich warfen sie im gleichen Atemzug den Azteken vor, sie beten dämonische Kreaturen der Unterwelt an und wissen nichts von dem wahren Gott und Jesus Christus. Deshalb ließ Cortés auf der Hauptpyramide einen steinernen Schrein mit einem Kreuz als Symbol des Christentums und einem Abbild der Madonna errichten.

Doch zur Verwunderung der Spanier war den Azteken das Symbol des Kreuzes als Zeichen göttlicher Herkunft nicht unbekannt. Abbildungen aztekischer Götter zeigen zum Beispiel den Gott Quetzalcoatl mit einem Kreuzsymbol. Auch kannten die Azteken einen allmächtigen Schöpfergott, dem alle anderen Götter unterstanden. Ein Glaube, der in vielen Völkern der Erde nachzuweisen ist.

Eine Parallele mag es auch zur legendären Bundeslade aus dem Alten Testament geben. Jenem tragbaren Heiligtum der Hebräer beim Auszug aus Ägypten, die laut Buch Exodus auf Befehl Gottes von Moses angefertigt wurde. Denn auch die Azteken trugen laut ihren Überlieferungen bei ihrer Wanderung vor der Gründung ihrer Hauptstadt eine solche „Bundeslade“ ihres Hauptgottes bei sich, wie in diesem Video HIER und Artikel HIER berichtet.

Erstaunlich auch, dass die Azteken eine Sintflut als Endpunkt einer vergangenen Zeit und gleichzeitig einem Neuanfang der Welt kannten. Solche Parallelen wurden zum Teil schon im 16. Jahrhundert als Hinweis auf Kontakte zwischen Europa und Amerika von der Vergangenheit gedeutet.

Der Dominikaner-Pater Diego Duran, der bereits 1542 nach Mexiko kam, war überzeugt, dass die Azteken mehr mit der Alten Welt zu tun haben, als angenommen. In seinem Buch „Historia de las Indias de Nueva España“ widmet er sich den scheinbaren Parallelen zwischen der Alten Welt und dem Glauben der Neuen Welt. Er vertrat sogar die Überzeugung, dass die Bewohner Mexikos hebräischer (biblischer) Abstammung sein könnten. Duran schrieb:

Diese Eingeborenen sind Nachkommen der zehn Stämme Israels, die der assyrische König Salmanassar I. gefangen genommen und nach Assyrien verschleppt hat.“

Das es Kontakte zwischen Europa und Amerika gab, ist Thema ungezählter Bücher. Dennoch bleibt die Tatsache, dass Cortés und seine Mannen in Mexiko auf ein hohes Kulturvolk und eine beeindruckende Hauptstadt stieß.

Im „Venedig Mexikos“ blühte Wissenschaft, Religion, Kultur und Handel. Geld jedoch war unbekannt. Die unterworfenen Stämme leisteten ihren Tribut an die Azteken in Waren und Gütern und trugen so maßgeblich zum Wachstum der Hauptstadt bei. Auch eine Art Schrift kannten die Azteken und ihr heiliges Zentrum zierten zahlreiche Symbole. Jedoch handelte es sich nicht um eine Schrift, die die spanischen Eroberer kannten. Es war vielmehr eine Art Comic ohne Sprechblasen. Symbole mit mehrfacher Bedeutung und bis heute befremdlichen Aussehen.

Die Gier nach Gold

Für die Spanier waren nicht nur der Glaube der Azteken und ihre sonderbaren Riten in der Hauptstadt dämonisches Treiben, sondern auch ihre Handschriften. Als „Teufelszeug“ verbrannt man die Dokumente und nahm so einem ganzen Volk ihre Identität.

Die Spanier kamen nicht als friedliche Überbringer des Christentums oder als Freunde nach Mexiko. Der Untergang des riesigen Reiches der Azteken war praktisch beschlossene Sache. Die Gier nach Gold trieb die Spanier immer weiter voran. Auch die Schönheit und Pracht der aztekischen Hauptstadt war dem Untergang geweiht und ein ganzes Volk verschwand von der Bildfläche der Geschichte. Cortés kam als kriegerischer Eroberer.

Das Bild der Spanier in den Augen der Indios war klar. Sie waren eiserne Männer, die nur und ausschließlich auf das Gold der Azteken aus waren. Sahagún, der rund 50 Jahre später die Berichte der Azteken aufschreiben ließ, berichtet dies in klaren Worten:

In Hafen kommen sie, wie ein Strom kommen sie, den Staub wirbeln sie auf (…) Ihr Eisenstab, ihr Fledermausstab gleichsam ein Meer von Glanz; und ihr Eisenschwert wie Wasserwellen und her gebogen (…) und einige bestehen ganz und gar aus Eisen, sind Eisenmänner geworden, glänzen. Darum wurden sie mit großer Scheu angesehen, daher wurden sie sehr gefürchtet, daher erregten sie starkes Entsetzten, (…) und Moctezuma entsendete ihnen (…) das Goldbanner, das Quetzalfederbanner und die goldenen Perlhalskette.

Und als sie es ihnen gegeben hatten, lachten sie Spaniern über das ganze Gesicht, freuten sich sehr; wie Affen griffen sie nach dem Golde, ihr ganzes Herz richtete sich gleichsam darauf, ihr Herz war gleichsam blank, ihr Herz war gleichsam kalt, denn danach dürsteten sie sehr, sie verlangten danach, sie hungern danach, suchen das Gold wie die Schweine.“

Auf der Jagd nach Gold zogen die Invasoren durch das Land. Doch die Zerschlagung des ganzes Reiches begann eigentlich schon mit der Anlandung der Spanier am der mexikanischen Ostküste.

Die erhaltenen Chroniken über die Vernichtung der Azteken und ihrer Stadt Tenochtitlán lassen keinen Zweifel über die Absichten der Spanier. An anderer Stelle wurde darüber bereits umfangreich berichtet.

Tenochtitlán wurde sehr schnell zu einem Mythos. Die Pracht und Größe war zwar vernichtet, doch in den Erinnerungen lebte diese mächtige Stadt weiter. Und immer wieder finden sich im gesamten Stadtgebiet des heutigen Mexiko-City archäologischen Spuren der Azteken. Wann und wie genau die Stadt gegründet wurde, ist allerdings schwer nachzuweisen. Außer in den Mythen der Azteken, die von ihren Wanderungen aus Norden kommend mit ihrer „Bundeslade“ des Gottes Huitzilopochtli erzählen.

Archäologen auf den Spuren eines Mythos

Nach vielen Jahren des Nomadendaseins soll es dann 1325 soweit gewesen sein. Inmitten des Texcoco-See erfüllte sich die Prophezeiung ihres Gottes, als sie dort den Adler mit der Schlange auf dem Kaktus sahen. Ein Gründungsmythos, dem auch auf dem zentralen Platz von Mexiko-City ein Denkmal errichtet wurde.

Ob diese Überlieferung den Tatsachen entspricht, kann natürlich niemand mit Bestimmtheit sagen. Es ist allerdings bezeichnet, dass es weitaus bessere Siedlungsgebiete gegen hätte, als kleine Inseln im See mit sumpfiger Umgebung. Deshalb spekulieren Forscher dahingehend, dass die Einwanderer sich diesen Ort im See nur deshalb aussuchten, da er sich gut verteidigen ließ. An Fisch und Wasser herrschte dabei natürlich auch kein Mangel.

Archäologen sind auch nicht sicher, wo genau die Grundsteinlegung von Tenochtitlan erfolgt sein könnte. Irgendwo unterhalb der Metropole Mexiko-City schlummern dafür die Beweise. Diese Spuren jedoch könnte ein Forscherteam des „Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte“ in Mexiko jetzt gefunden haben.

Im heutigen Stadtteil La Meced im Südosten des einstigen Zentrums von Tenochtitlan entdeckten sie Ruinen, die sie auf das 14. Jahrhundert datierten. Hier lag einst der Bezirk Temazcaltitlan der Azteken-Hauptstadt, der sich in unmittelbarer Nähe des einstigen Allerheiligsten befand. Der berühmte „Templo Mayor“ liegt praktisch nebenan und die Archäologen um Víctor Esperón Calleja sind sicher, dass dies der älteste Teil der versunkenen Metropole ist.

Die Forscher sind sicher, dass sie hier unter anderem die Reste von rituellen Bädern gefunden haben. Von genau diesen berichten auch Legenden der Azteken. Nach diesen wurde in Temazcaltitlan ein sogenanntes „Temazcal“ errichtet, um dort das heilige Mädchen Quetzalmoyahuatzin zu waschen und zu baden. Nach dem „Aubin Codex“ von 1576 wurde der Ort in der Folge zu einer Pilgerstätte. Auch und vor allem für schwangere Frauen, die hier ihre Kinder bekommen wollten.

Hernando de Alvarado Tezozomoc, ein Enkel des Aztekenkönigs Moctezuma II., schrieb 1598 in seiner „Crónica Mexicana“ dazu unter anderem:

Deshalb ließen sie sich dort nieder, wo der Tempel von San Pablo Itepotzco steht, wo sie das ‚Temazcal‘ errichteten, in dem sie die Mädchentochter der Mexikaner namens Quetzalmoyahuatzin badeten, die Mutter von Contzallan, weshalb Temazcaltitlan genannt wird. Sie badeten dort und ließen sich dort nieder und blieben dort.“

Dieser bisher als mythisch angesehene Ort der Gründung scheinen die Archäologen nun gefunden haben. Zumindest nach den Interpretationen und Forschungen von Calleja. Denn unter den Straßen von Mexiko-City warten noch unzählige Entdeckungen der sagenhaften Metropolen der Azteken …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , markiert <