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Odin und das Christentum auf Sylt: Die Jagd auf die heidnischen Götter der Vorzeit (und was die Osterinsel mit Sylt verbindet) +++ YouTube-Video +++

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Der nordische (germanische) Gott Odin und das Christentum auf Sylt (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Der nordische (germanische) Gott Odin und das Christentum auf Sylt (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Odin alias Wodan und sein Sohn Thor sind sicher die beiden bekanntesten Götter der germanischen bzw. nordischen Mythologie. Himmlische Wesen, die unsere Ahnen in Nord- und Mitteleuropa über Jahrtausende hinweg verehrten und von denen beispielsweise alte Texte wie die Edda erzählen. Doch im Zuge der Christianisierung Europas wurde auch allerorten der Glaube und die Verehrung dieser Götter vernichtet. So, wie es weltweit bei allen Kulturen in diesem Zusammenhang geschah. Mehr dazu (und was die Osterinsel im Pazifik  mit Sylt verbindet) erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video, das ich am Standort eines ehemaligen Odin-Heiligtum auf der Insel Sylt gemacht habe.

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Nicht anders war es auch auf der deutschen Nordsee-Insel Sylt. Auch auf Sylt waren die Götter der Germanen wie eben Odin Teil der Religion der frühen Bewohner der Insel. Bis auch hier das Christentum den alten Glauben und die alten heidnischen Kultstätten dieser urtümlichen Welt zerstörte.

Mehr dazu erfahrt Ihr in diesem Video, das ich am Standort eines ehemaligen Odin-Heiligtum auf Sylt gemacht habe.

Ein uralter heidnischer Kultplatz, auf dem nun eine christliche Kirche steht.

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Megalithgrab „Teufelssteine“: warum das Christentum alle heidnischen Kultstätten verteufelte! YouTubeVideo

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Das Megalithgrab "Teufelssteine" im Kreis Borken: Eine "heidnische Kultstätte" im Münsterland (Bild: M. L. Sievers)
Das Megalithgrab „Teufelssteine“ im Kreis Borken: Eine „heidnische Kultstätte“ im Münsterland (Bild: M. L. Sievers)

„Da hatte der Teufel seine Finger im Spiel!“ Diese Redewendung galt vor allem während der Ausbreitung des Christentums in Deutschland und Europa. Eigentlich in der ganzen Welt. Denn überall dort, wo die frühen Christen auf sog. „heidnische Kultplätze“ anderer Religionen stießen, wurden diese verteufelt, zerstört oder für sich in Anspruch genommen. So auch bei dem uralten Megalithgrab aus der Steinzeit mit dem Namen „Teufelssteine“, das unweit meines Heimatdorfes LETTE steht. Spontan entstand dort ein neues Mystery-Video, das Ihr nun auf meinem YouTube-Kanal online findet.

 

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Kultstätten oder Kultorte gibt es in ganz Deutschland. Eigentlich auf den ganzen Planten und selbst christliche Kirchen sind grundsätzlich nichts anders.

Ich war kürzlich da – an diesen „teuflischen Steinen“ der Vorzeit, die mitten im Wald im Münsterland im Kreis Borken liegen. Und so entstand spontan bei einem Spaziergang an diesem „Kultplatz“ dieses YouTube-Video zum Thema „Christianisierung und Heidentum“ mit dem Smartphone …

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Video: UFOs, Außerirdische und die Kirche: Falsches Schweigen im Vatikan? Denn SIE wurden von Gott nur für die Menschen erschaffen!

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Video: UFOs und der Vatikan - falsches Schweigen aus Rom? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Video: UFOs und der Vatikan – falsches Schweigen aus Rom? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Unlängst sind UFOs wieder im Mainstream angekommen. Vor allem durch die Bemühungen der USA das Phänomen der „Unbekannten Flugobjekte“ zu ergründen und deren Eingeständnis, dass man bisher nicht weiß, woher oder von wem sie kommen. Die katholische Kirche beziehungsweise der Vatikan schweigen indes zum diesem Thema. Für einen Theologen aus Mexiko ein Unding, da die Lehren der Kirche für ihre „Schäfchen“ möglicherweise eines Tages angepasst werden müssen. Auch wenn seiner Meinung nach Gott mögliche Aliens nur für uns Menschen erschaffen habe. Braucht es also eine Diskussion um „Theologie-Fiction“ im Vatikan?


Aliens, UFOs und die Kirche des Vatikan

Am 17. Mai 2022 fand vor dem Kongress der USA nach Jahrzehnten wieder eine Anhörung zum Thema UAPs (UFOs) statt. Erneut wurde klar: Es besteht kein Zweifel, dass das Phänomen real ist, worüber inzwischen längst auch Mainstreammedien berichten. Doch woher diese Unbekannten Flugobjekte stammen, dass können auch die Behörden und Militärs in den USA bisher nicht sagen.

Aber was sagt eigentlich die katholische Kirche oder der Vatikan zu alledem?

Genau das fragte sich beispielsweise der Theologe Professor Dr. Mario Arroyo. Ein Pater der Universität Panamericana in Mexiko-City, der zugleich für junge Christen einen Bog betreibt. Und sicher fragen sich das auch Katholiken beziehungsweise Christen rund um die Welt immer mal wieder.

Arroyo wiederum unterstreicht, dass der Vatikan eigentlich keine offizielle Meinung dazu habe. Das Phänomen werden nicht anerkannt – aber auch nicht verurteilt. Man warte erst mal ab, meint er in seinem Artikel „UFOs und die Kirche“. Doch das könnte falsch sein, denn eine verbindliche Stellungnahme und offizielle „Modifizierung“ und vor allem Debatte um Außerirdische seien notwendig. Vor allem aufgrund einer klaren Lehre des Christentum.

Außerirdische als Werk Gottes – für uns Menschen

Wie auf diesen Blog, in Mystery Files-Videos bei YouTube und in Büchern in den vergangenen Jahrzehnten vielfach von mir aufgezeigt wurde, steht die katholische Kirche der Frage nach Leben im All aufgeschlossen gegenüber. Dennoch gäbe es mit Sicherheit eine Vielzahl an theologischen Problemen. Vor allem bei intelligenten Aliens im Universum, der Frage nach Jesus Christus, der angeblichen Erbsünde, der „Seelen“ der Außerirdischen und vielem mehr.

Überaus spannenden Themen, über die man viel spekulieren und philosophieren kann!

Der Pater aus Mexiko wiederum unterstreicht beim Thema UAPs und außerirdischen Leben sogar gaaanz bescheiden: Gott habe sie „nur für uns gemacht“. Also bleibt wohl der Mensch der Mittelpunkt des gesamten Universums, wie Ihr in diesem Video vom 20. Mai 2022 erfahrt …

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Video: Forscher rätseln über „Kultstätten“ von Schimpansen: Haben Affen in Afrika eine eigene „Proto-Religion“ entwickelt?

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Video: Rätselhafte Affen - Haben Schimpansen in Afrika eine "Proto-Religion" entwickelt? (Bilder: gemeinfrei & H. J. Kühl / Montage: Fischinger-Online)
Video: Rätselhafte Affen – Haben Schimpansen in Afrika eine „Proto-Religion“ entwickelt? (Bilder: gemeinfrei & H. J. Kühl / Montage: Fischinger-Online)

In Afrika zeigen Affen, genauer gesagt Schimpansen, ein unerklärliches Verhalten, dass Forscher vor ein Rätsel stellt. Offensichtlich suchen die Tiere regelrechte „Kultstätten“ auf, an denen sie Seltsames machen: Sie werfen ausgewählte Steine an ebenso ausgewählte Bäume oder legen mitgebrachte Steine in diese hinein. Nach den Beobachtungen sprechen die Forscher in einer Studie von einer Art „Proto-Religion“. Das könnte auch ein neues Licht auf die frühe Ur-Menschheit werfen.


Seltsame Affen in Afrika

Wissenschaftler haben in Afrika ein rätselhaftes Verhalten bei Schimpansen dokumentiert: Einzelne Tiere werfen Steine an und in Bäume und legen dabei sogar regelrechte Steinhaufen an. Den Grund dafür weiß bisher niemand – sollte es eine „Proto-Religion“ oder ein „Affen-Kult“ sein?

Tatsächlich sprechen die beteiligten Forscher nach den Beobachtungen dieses Verhaltens in einer Studie davon, dass dieses Verhalten kulturelle Züge habe. Es ähnelt dadurch einer Urform einer Religion. Doch das bei Schimpansen, bei Affen?

Bekannt ist seit langen, dass unter anderem diese Tiere Werkzeuge nutzen. Zum Beispiel Steine zum Knacken von Nüssen. Doch Steine zu sammeln und sie an einen Baum zu werfen, hat nichts mit Nahrungsbeschaffung zu tun. Dieses Verhalten ist für die Forscher schlicht sinnlos und ein Rätsel.

Die Beobachtungen erfolgten unter anderem in Zusammenarbeit mit dem „Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie“ (Leipzig) an verschiedenen Orten in Afrika. Demzufolge zeige diese „Proto-Religion“ der Affe tatsächlich „kulturelle Elemente“. Und verweisen dabei auf ähnliche Steinhaufen aus der Urzeit der Menschheit, die Archäologen immer wieder finden.

In diesem Mystery Files-Video vom 23. Dezember 2021 zeige ich Euch einige der spannenden Aufnahmen. Was mag hier in Afrika vor sich gehen? Sehen dort, wie die Evolution der Affen eines Tages den „Planet der Affen“ Realität werden läßt? Urteilt selbst.

Video

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Gott, der Teufel und die abtrünnigen „Engel“: Eine christliche Sage aus Rumänien zeichnet ein anderes Bild der Schöpfung

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Gott, der Teufel und die abtrünnigen "Engel": Eine christliche Sage aus Rumänien zeichnet ein anderes Bild der Schöpfung (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Gott, der Teufel und die abtrünnigen „Engel“: Eine christliche Sage aus Rumänien zeichnet ein anderes Bild der Schöpfung (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In zahllosen Sagen und Mythen erzählten sich unsere Ahnen in aller Welt uraltes Wissen der Vorzeit. Weltanschauungen, die ihre mythologische Sicht von der Schöpfung und der Welt um sie herum schildern. Solche alten Überlieferungen sind dabei vor allem in Europa von christlichen Lehren durchsetzt und beeinflusst. Selbst solche, die dabei den Dogmen der Kirche widersprechen und eine ganz andere „Lehre“ überliefern. So wie eine Sage aus Rumänien, die erstaunliches über den Teufel, Gott und den himmlischen „Engeln“ zu berichten weiß.


Gott, der Teufel und der Aufstand der Himmlischen

Lange ist es her, noch vor den Tagen der Sintflut, da kam es unter den Göttern oder Himmlischen zu einer Rebellion. Ein Teil der Himmelssöhne lehnte sich gegen ihren Anführer und seinen treu gebliebenen „Engeln“ auf, so dass es zu einem Bruch zwischen beiden Parteien kam. Den Abtrünnigen war fortan der Weg zurück in den Himmel zu Gott oder dem höchsten der Götter verweht. Sie mussten hier auf Erden bleiben und wurden später (fast) alle durch eine gewaltige Katastrophe vernichtet. Meistens durch eine Sintflut.

Davon berichten Mythologien auf der ganzen Welt und in unzähligen Kulturen und Völkern. Es war ein Bruch zwischen den göttlichen Wesen, die irgendwo außerhalb der Erde existierten.

Hierzu kennt man vor allem in unserem Kulturkreis die Überlieferungen der „gefallenen Engel“. So zumindest nennt das Christentum dieses Ereignis, auch wenn es auf viel ältere Mythologien beruht. Demnach habe Gott die Abtrünnigen unter Führung des Teufels oder Satans aus dem Himmel geworfen und von dort verbannt. Was so eigentlich überhaupt nicht stimmt. Denn die entsprechenden Überlieferungen sprechen davon, dass diese Rebellen von sich aus und ganz freiwillig den Himmel verließen und zur Erde kamen.

Allerdings verstießen sie damit eindeutig gegen den Befehl ihres Höchsten, der sie daraufhin aus seinem Reich verbannte.

Wobei es in diesem Zusammenhang wieder höchst interessant ist, dass der Herr mit dem angeblichen Teufel in seiner Funktion als Chef der Rebellen intensive Verhandlungen führte. Auch solche, die darin bestanden, dass der Satan Gott darum bat, dass er zumindest einen Teil seiner „Engel“ als Anhänger behalten darf. Nach der Vernichtung. Dies nur aus dem Grund, damit der Rebellenführer noch eine Anhängerschaft habe. Erstaunlicherweise ließ sich der Herr auf solch einen Deal ein, was zum Beispiel in diesem Mystery Files-Artikel HIER bereits zusammengefasst dargelegt wurde.

Im Widerspruch zur kirchlichen Lehre

Diese unheimlichen und zugleich sehr spannenden Ereignisse wurden bereits HIER sehr umfangreich anhand der Originalquellen aus aller Welt aufgezeigt. (s. a. HIER)

Auffallen ist dabei, dass dieses Geschehen aus einer im Dunklen der Geschichte liegenden Vergangenheit an so vielen Orten der Erde in Erinnerung blieb. In lokalen Variationen, aber immer mit identischen oder zumindest auffallend ähnlichen Kernaussagen. Und genau solche finden wir auch in der weiten Welt der Sagen, Legenden und Märchen in ganz Eurasien oder den Nahen Osten. Wobei hier davon ausgegangen werden muss, dass jüdische-christliche Überlieferungen hier sicherlich mit eingeflossen sind. Bei weit entfernten Traditionen dieser Art in anderen Ecken des Planeten ist das nicht unbedingt der Fall.

Solche Sagen unterstreichen die Tatsache, dass die Menschen in diesen mythologische Erinnerungen Weltanschauungen weitergaben, die dem „klassischen Lehren“ des Christentums klar widersprachen. Folglich waren hier nicht die Dogmen der Kirchenleute und Priester die Quelle solcher Erzählungen in der Bevölkerung. Die werden sich gehütet haben ihren Schäfchen abweichende Legenden über Gott zu erzählen und zu predigen.



Und genau eine solche Legende erzählte man sich in Rumänien. Aufgezeichnet hat sie beispielsweise R. O. Waldburg 1853 in Band 1 seiner „Zeitschrift für deutsche Mythologie und Sittenkunde“. Es ist ein „Beitrag aus der Bukowina“, so Waldburg. Das ist eine Region im Grenzgebiet zwischen dem nördlichen Rumänien und der Ukraine. Und so beginnt die Legenden mit folgenden Worten (Schreibweise von mir etwas angepasst.):

Einst war nichts; oben nur der Himmel und unten Gewässer. Da schiffte Gott auf den Wassern umher und fand ein großes, großes Stück festen Schaumes, darin der Teufel stack.“

Eine Seefahrt mit dem Teufel

Etwas erinnert das an das Buch Genesis und die dortige Schöpfung. Hier lesen wir davon, dass der „Geist Gottes über den Wassern schwebte“ (Gen. 1,2). Nach dieser Sage war der Herr zumindest nicht allein, da er plötzlich den Teufel persönlich antraf. Er erkannte ihn aber nicht, so heißt es weiter, denn er wusste nicht, wer er war. „Wer bist Du?“, fragte ihn Gott deshalb.

Der Teufel aber gab die patzige Antwort, dass er es nicht nötig habe mit ihm zu reden oder ihm zu antworten. „Außer du nähmest mich in dein Fahrzeug auf“, schlug der Teufel deshalb vor. „Gott versprach es“ und so enthüllte ihm der Teufel seine Identität:

Beide fuhren nun herum ohne ein Wort zu wechseln, bis der böse begann: ‚Wie gut wäre es und zweckmäßig, wenn es ein Festland gäbe.‘

Eine sprichwörtlich lustige Seefahrt war es demnach nicht. Doch die Idee Land zu erschaffen, gefiel auch Gott. So gab er dem Teufel den Auftrag auf den Meeresgrund hinab zu tauchen und „eine Hand voll Sand“ heraufzuholen. „Daraus werde ich ein Festland schaffen.“ Im Namen des Herrn solle das geschehen, was der Teufel jedoch mit den Worten „ich nehme dich in meinem Namen“ missachtete. Deshalb klappte die Erschaffung des festen Landes erst nach einigen Anläufen. Vor allem erst dann, als beide sich ausruhen mussten und hinlegten.

„Unser Herr Gott war kaum eingeschlummert“, so erfahren wir weiter, da schuppste der Teufel ihn ins Wasser, damit er ertrinkt. Doch überall, wo der Teufel auch den Herrn ins Wasser stieß entstand letztlich festes Land. Die Erde war geboren.

Eine ausgesprochen skurrile Schöpfungsgeschichte mit christlichen Touch, wie man sieht. Die aber in ähnlichen Variationen auch in anderen Teilen der Welt erzählt wird.

Niemand mag den Teufel

Es wird aber noch merkwürdiger. Denn trotz der Mordversuche des Teufels gegen Gott durfte er nach Beendigung der Schöpfung mit in den Himmel. Wo er allerdings bald nach seiner Ankunft bemerkte, dass er hier scheinbar nicht wirklich willkommen war. Niemand war dort, der ihn pries. In der Sage liest sich das folgendermaßen:

Als Gott das Festland erschaffen hatte, stieg er in den Himmel. Der Teufel wollte aber von seiner Gesellschaft nicht lassen und folgte ihm auf dem Fuße.

Hier hörte er, wie die Engel Gott Loblieder sangen, und wurde traurig darüber, dass er niemand habe, der sich seiner Ankunft freuen würde. Er trat zu Gott und flüsterte ihm ins Ohr: ‚Was soll ich machen, um auch ein solches Gefolge zu haben?‘

Tatsächlich wusste Gott Abhilfe zu schaffen, damit der Teufel auch seine Anhänger oder überhaupt Freunde bekommt. Er gab ihn ein wundersames Wasser, mit dem Satan sich waschen sollte, um es anschließen hinter seinem Rücken zu verspritzen. Eine sehr unkluge Idee von Gott, denn daraufhin „entstanden Teufel in so großer Anzahl, dass die Engel und Heilige im Himmel kaum mehr Raum hatten“. Nun bemerkte auch Gott seinen Fehler:

Gott merkte jetzt wohl, welche Gefahr die seinigen bedrohe. Er berief zu sich den heiligen Elias und befahl ihm zu donnern und zu blitzen. Elias freute sich der Gelegenheit und lärmte und donnerte und blitzte und lies durch 40 Tage und Nächte regnen und mit dem gar großen Regen fielen auch die Teufel vom Himmel zur Erde nieder.“

Ein nordischer Gott Thor im Hofstaat des biblischen Gottes

Lars A. Fischinger: "REBELLION DER ASTRONAUTENWÄCHTER. Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen"
Buch zum Thema

Diese erstaunliche Aussage sollte man zweimal lesen. Offensichtlich wurden hier verschieden mythologische Aussagen in zwei Sätzen komprimiert. Zu einem natürlich, dass im Himmel eine Schar Himmelswesen „unerwünscht“ wurde und zur Erde kam: Die herniedergestiegenen Gottessöhne unter Führung des Teufels. Und obwohl nicht ausdrücklich erwähnt, war hier offensichtlich die Sintflut die Folge dieser „Verbannung“. Genau das, was die alten Texte und Überlieferungen auch über den Zweck der Flut berichten.

Überaus kurios ist hier die Tatsache, dass nach dieser rumänisch-ukrainischen Sage der Allmächtige einen Helfer für seinen Plan kommen ließ. Der „heilige Elias“ sei es demnach gewesen, der die Flut mit Donner, Blitz, Lärm und Regen zur Erde schickte. Quasi ein nordischer Gott Thor im Hofstaat des biblischen Gottes …

Und der war ein wenig zu eifrig bei der Durchführung der ihn anvertrauten Aufgabe. So heißt es in der Sage weiter:

Endlich waren aber die bösen Geister alle und es fingen auch die Engel an herabzufallen. Da befahl Gott dem Elias einzuhalten, und wo ein Teufel, im Falle begriffen, in diesem Augenblicke sich gerade befand, dort blieb er stehen.

Kollateralschäden

Im Eifer des Gefechts fielen demnach auch treue „Engel“ mit vom Himmel zur Erde. „Kollateralschäden“ nennt man das im Militärjargon. Also einen „Schaden, der nicht beabsichtigt ist und nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Ziel der Aktion steht, aber dennoch in Kauf genommen wird“, wie es der „Duden“ so wunderbar treffend formuliert.

Wo hier mutmaßlich eine historische Wahrheit verborgen liegen mag – wer kann das schon mit Gewissheit sagen? Sicher ist nur, dass die Menschen mit der Weitererzählung einer solchen Sage zwar andere und ältere Mythen neu gemischt wiedergaben. Aber zugleich auch, dass diese Schöpfungsgeschichte inklusive der Verbannung der himmlischen Rebellen nicht den christlichen Lehren entspricht. Im wahrsten Sinne des Wortes war es demnach „Teufelszeug“ von „Ketzern“.

Und wer des Nachts in den Himmel schaut und eine Sternschnuppe sieht, der mag an diese „gefallenen Teufel“ denken. Denn die Sage schließt mit folgender Aussage und Deutung:

Darum fahren noch zur Nachtzeit lichtfunken auf dem Himmel herum, die erst jetzt zur Erde niederfallen.“

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Sintflut: Von Gott zur Vernichtung von Abtrünnigen und Riesen gesandt – warum aber gab es sie danach immer noch? (Artikel)

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Die Sintflut: Von Gott zur Vernichtung der Riesen gesandt - warum aber gab es sie danach immer noch? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die Sintflut: Von Gott zur Vernichtung der Riesen gesandt – warum aber gab es sie danach immer noch? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Laut Bibel und verwandten Schriften schickte Gott einst die Sintflut zur Vernichtung von Abtrünnigen, Menschen und Riesen. Ein faszinierender Mythos – aber warum gab es diese Giganten in der Bibel Jahrtausende nach der Flut noch immer? Wie konnten diese Titanen der Urzeit die Katastrophe und Gottes Plan der Vernichtung überleben? Dazu schweigt die Bibel. Lediglich Sagen und außerbiblisches Schriftgut zur Bibel geben hier mythologische und vor allem überaus erstaunliche Antworten. Welche das sind und was demnach alles geschehen sein soll, erfahrt Ihr in dieser Spursuche eines komplexen Themas.


Die Sintflut

Uralte Mythen in aller Welt überliefern eine verehrende, unfassbare Katastrophe, die heute meist pauschal als „Sintflut“ bezeichnet wird. Sie kam als vernichtende Strafe von Gott oder den Göttern, da sich Angehörige dieser Himmlischen unter das Menschengeschlecht mischten. Was zur Folge hatte, dass sich nicht nur die „Bosheit“ und „Gottlosigkeit“ unter den Menschen ausbreitete, sondern auch ein Mischgeschlecht von Himmlischen und Irdischen.

Eine gottlose Zeit in einer fernen Vergangenheit. Die heute meistens nur aus der Bibel bzw. aus entsprechenden religiösen Lehren bekannt ist.

Und das, obwohl dieser Mythos von der Katastrophe und Flut, den vom Himmel gekommenen, rebellierenden Götterwesen, der um sich greifenden Gottlosigkeit und vieles mehr, rund um die Welt bei nahezu allen Kulturen überliefert ist. Wie umfangreich bereits HIER dargelegt und betrachtet wurde. Deshalb sollen aufgrund des Umfanges der dortigen Darstellungen diese hier nur am Rande erwähnt werden.

Grund für die Sintflut war immer ein Abfall von Gott oder anderen Himmelswesen. Im Alten Testament und verwandten Schriftgut und Überlieferungen schickte Gott die Flut um unter anderem seine eigenen Leute zu töten. Es waren Gottessöhne seines eigenen Hofstaates, die sich gegen ihn auflehnten. Nach einem genau festgelegten Plan kamen diese rebellierenden Wächter des Himmels aus dem „Reich Gottes“ zur Erde und wandten sich den Menschen zu. Nicht nur, um diese zu lehren und ihnen Weisheit und Wissen zu bringen, sondern auch und vor allem, da sie mit den Menschenfrauen Kinder zeugen wollten.

„Übernatürliche Ehen“ nennt beispielsweise „Die Tora in jüdischer Auslegung“ (Band I, 2011) diese ungöttliche Verbindung.

Himmlische Rebellen und Riesen vor der Sintflut

Eine dunkle Epoche in historisch kaum greifbaren Zeiten vor der Sintflut der Bibel. Und genau in diesen Tage habe es Riesen auf der Erde gegeben. Jene Titanen oder Giganten, die in der vermeintlich „aufgeklärten westlichen Welt“ gerne ins Reich der Phantasie geschoben werden. Für unsere Ahnen waren sie hingegen real, weshalb sie auf Mystery Files in Beiträgen und YouTube-Videos vielfach bereits Thema waren (s. a. Videos unten).

Nach dem Buch Genesis (6,1ff.) missfiel dem Herrn im Himmel das, was aus der Menschheit durch seine göttlichen Rebellen geworden war. Nicht nur aufgrund des Umstandes, dass die Menschheit und ihre vorsintflutliche Kultur dadurch mehr und mehr verfiel. Vor allem auch, da es dadurch eben jene Riesen gab, die offenbar aus dieser Vermischung der beiden Spezies hervorgingen. Genau diese galt es durch die Sintflut zu vernichten. Inklusive der widerspenstigen Menschheit und seiner einstigen Getreuen seines „Himmelreichs“.

So brach mit unbändiger Macht und Gewalt die Sintflut über die Menschen und alles Leben herein. „Das Ende allen Fleisches“ habe Gott beschlossen (Gen. 6,13). Wehmütig bereute er es, dass er den Menschen erschaffen hatte (Gen. 6,7f.), da alle Gedanken „seines Herzen nur böse“ seien. Jeden Tag und jederzeit (Gen. 6,5).

Gott zog die Konsequenzen dahingehend, dass selbst alle Tiere sterben mussten. Und der Mensch fortan nur noch 120 Jahre alt werden durfte und wird. Als eine Art von Obergrenze der Lebenszeit der Menschheit, wie es das 1. Buch Moses in 6,3 erzählt. All das geschah, „als die Gottessöhne zu den Töchtern der Menschen eingingen und diese ihnen gebaren“, wie es der Folgevers behauptet.

Schon das klingt sehr seltsam. Wenn alle sterben sollen, warum sollen dann zukünftig Menschen nur noch 120 Jahre alt werden? Es gäbe ja keine mehr. Ebenso wenig wie Riesen, die in diesen Tagen auf Erden wandelten, als die Söhne Gottes mit den Menschenfrauen verkehrten. Hier kommt Noah ins Spiel. Als Gerechter hatte er Gnade gefunden und durfte in der legendären Arche mit seiner Familie und Tieren die kommende Vernichtung überleben. Als Grundstein für eine neue Zivilisation und Menschheit, die scheinbar nach der Hoffnung des Herrn dann eine bessere sein wird …

Ungöttliche Zeiten

Verschiedene außerbiblische Quellen belegen diesen Vernichtungsplan, die Riesen und die gottlose Zeit durch die Herabsteigenden. Keinesfalls haben die Autoren des Buchs Genesis diese selber erfunden. Sie schöpften aus einem bereits vorhandenen Pool an alten Schriften und Überlieferungen, die teilweise von anderen und älteren Völkern übernommen wurden. Einige davon schildern überaus detailliert diese Pläne der Vernichtung ebenso, wie die Pläne der Gottessöhne, Kinder mit Menschen zu zeugen. Gleichfalls auch die Riesen auf Erden, als all das geschehen sein soll.

Wie in „Rebellion der Astronautenwächter“ 2015 dargelegt und diskutiert, gibt es da aber offensichtlich ein großes Problem (eigentlich sogar viele Probleme).

Lars A. Fischinger: "REBELLION DER ASTRONAUTENWÄCHTER. Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen"
Lars A. Fischinger: „REBELLION DER ASTRONAUTENWÄCHTER. Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen“

Denn der Bibelleser weiß aus dem Alten Testament, dass es sehr wohl lange – sehr lange – nach der tödlichen Sintflut von Gott noch Riesen auf diesem Planeten gegeben haben soll. Was auch andere Sagen, Legenden, Mythologien und sogenannte „Märchen“ überliefern. In der Bibel besteht überhaupt kein Zweifel an diesen Umstand. Der eigentlich schon dadurch klar werden sollte, wenn man sich die sogenannte „Einleitung“ zur Flut ab Gen. 6,1 einmal genauer ansieht. Unter Hinzuziehung verschiedener Bibelausgaben- und Übersetzungen, da diese in entscheidenden Details variieren kann. Oder diese ganz fehlt, wie in einer meiner Bibelausgaben im Archiv.

So lesen wir dort in Vers 4 Aussagen wie diese zwei Beispiele:

Damals lebten die Riesen auf der Erde und auch danach noch, als die Gottessöhne Kinder mit den Menschentöchtern hatten. Das wurden die Helden der Vorzeit, berühmte Männer.“

Zu jener Zeit – und auch später noch -, als die Gottessöhne mit den Töchtern der Menschen verkehrten und diese ihnen Kinder gebaren, waren die Riesen auf Erden.“

Riesen nach der Sintflut

Dieser Vers ist bei vielen Mystery-Jägern und Prä-Astronautikern hinlänglich bekannt. Und wiederholt sich auch in apokryphen Schrifttum, wie etwa bei Henoch oder dem Buch der Jubiläen usw. Zu finden sind sie auch bei entsprechenden Überlieferungen in den Schriftrollen vom Toten Meer. Mehr dazu auch in diesem Mystery Files-Artikel HIER.

Auch wenn einige Bibelausgaben das Detail weglassen, erfahren wir dort, dass die Titanen auch danach noch auf der Erde lebten. Damit ging der göttliche Plan der Vernichtung der Riesen inkl. aller Menschen und Tiere offensichtlich nicht auf! Anhand dieser winzigen Feststellung wird auch verständlich, warum noch in den Tagen des Moses und des Exodus Riesen gesehen worden sein sollen. Jahrtausende nach der Sintflut und während des Exodus der Hebräer aus Ägypten.

Nachzulesen ist dieser Umstand etwa im 4. Buch Moses, in dem sich eine beim Thema Riesen oft zitierte Aussage findet. Dort erfahren wir, dass die die Kundschafter des Moses im Lande Kanaan leibhaftige Riesen sahen. Bei ihrer Rückkehr erstatteten sie Moses und dem Volk Bericht und stellte dabei verängstigt fest:

(…) auch die Riesen haben wir dort gesehen, die Enakssöhne vom Geschlecht der Riesen; wir kamen uns selbst gegen sie wie Heuschrecken vor, und ebenso erschienen wir ihnen.“ (Num. 13,33)

Dann war da auch noch der mächtige Riese Og, der von den Israeliten bei der Landnahme Kanaans niedermacht wurde. „Og von Baschan, der noch von den Riesen übrig geblieben war und in Aschtarot und Edrei wohnte“ (Jos. 12,4)“, findet sich mehrfach im Alten Testament erwähnt. Moses habe ihn und die letzten Riesen angeblich mit seinen Leuten ermordet, wie es Deut 3,1ff. schildert. Sein Bett oder, je nach Übersetzung, Sarg war angeblich fast vier Meter lang. „Neun gewöhnliche Ellen lang und vier breit“, heißt es in der Bibel (Deut. 3,11) dazu. Es wurde sprichwörtlich legendär (s. a. Ex. 21,32ff.).



4,09 Millionen tote Giganten

Nicht minder legendär wie später der Riese Goliath zur Zeit des späteren König David. Goliath aus Gat, fraglos der berühmteste aller biblischen Gewaltigen, schien ein wirklich unheimliche Gestalt gewesen zu sein. Unter anderem erfahren wir über ihn:

Und wieder kam es zum Kampfe bei Gat. Da war dort ein riesengroßer Mann, der an den Händen je sechs Finger und an den Füßen je sechs Zehen hatte, zusammen vierundzwanzig.“ (2. Sam. 21,20; s. a. 1. Chr. 20,5ff.)

Nach diesen Schilderungen ist es also absolut zutreffen, dass in der Flut-Einleitung festgestellt wird, dass auch „später noch“ oder „danach“ Riesen existierten. So total war das „Ende allen Fleisches“ offensichtlich nicht, dass nur die Familie Noah in einem Schiff inkl. Tierwelt überlebte. Jedoch war sie katastrophal, wenn man in die griechische Apokalypse des Baruch (auch 3. Baruch genannt) schaut. In dieser außerbiblischen Schrift zur Bibel wird tatsächlich die angebliche Anzahl der getöteten Riesen überliefert:

Es brachte Gott die Sintflut auf die Erde und tilgte alles Fleisch und auch die 4.090.000 Riesen.“ (4,10)

Nach Gottes Plan: Ein Niederländer baute die Arche Noah der Bibel originalgetreu nach - Aber hat er das tatsächlich? (Bild: gemeinfrei)
Arche Noah Nachbau anhand der der Bibel – mehr HIER (Bild: gemeinfrei)

Über vier Millionen „vertilgte“ Giganten behauptet dieses rund 2.000 Jahre alte Buch. Eine seltsam genaue Anzahl der angeblich auf Erden existierenden Riesen und ihrem Ende. Ist diese sehr hohe Zahl nur eine reine Phantasieangabe, fragte ich mich deshalb schon 1997 in einer Publikation hierbei? Und die Frage blieb.

Noah widersetzt sich Gott

Eine unbekannte Anzahl der Gewaltigen hat auf jeden Fall nach den alten Texten das Ende der vorsintflutlichen Zivilisation überlebt. Ein Widerspruch zum Plan Gottes, den diverse Mythen und Legenden zu erklären versuchen, die nicht in der Bibel zu finden sind. Obwohl sie alle durch die Flut ermordetet werden sollten, sei Noah mit seiner Arche selber an deren Überleben schuld, heißt es in diesen Legenden. Er als „Gerechter“ habe bei der Sintflut seinen Gott verraten. Eine jüdische Sage, aufgeschrieben unter anderem von Micha Josef bin Gorion in „Die Sagen der Juden“ (Ausgabe 1919), erzählt:

Auch der Riese Og, einer von dem Heere der gefallenen Engel, kam herbei und setzte sich auf eine Sprosse der Leiter, die zur Arche führte; er gelobte Noah und seinen Söhnen in Ewigkeit ein Knecht zu sein. Was tat Noah? Er machte ein Loch in der Arche und reichte ihm so seine Speise; so blieb Og am Leben.

Andere wiederum sagen: Og rettete sich allein von den Menschen, die in der Sintflut umgekommen waren; er setzte sich rittlings auf das Dach der Arche (…) Doch nicht um seiner Verdienste willen ist er gerettet worden, sondern um darzutun die Größe des Herrn vor den späteren Bewohnern der Erde. Die sollen sagen: Dies ist ein Überlebender von denen, die vor der Sintflut waren, die Aufruhr stifteten wider den Herrn und sie ertrunken sind.“

Ganz klar hat Noah mit dieser Rettung gegen Gottes Vernichtungsplan verstoßen. Oder vielleicht doch nicht?

Glauben wir dem Buch der Jubiläen, ließ sich Gott vor der Vernichtung der Riesen, Menschen und Gottessöhne auf einen Deal ein. Eine Abmachung mit dem Anführer der „Engel“-Rebellen, der heute gerne nur Satan oder Teufel genannt wird. Im Buch der Jubiläen erfährt „der Fürst, der Meister“, – dort Mastema genannt – von der kommenden Vernichtung. Also wand er sich mit einer erstaunliche Bitte an Gott selber:

O Herr, Schöpfer! Lass einige von ihnen vor mir übrig, dass sie auf meine Stimme hören und alles tun, was ich ihnen sage! Denn bleiben nicht für mich einige von ihnen übrig, dann kann ich nicht die Macht meines Willens an den Menschenkindern zeigen. Denn diese sind zum Verderben und Verführen vor meinem Gericht; groß ist die Bosheit der Menschenkinder.“ (10,8)

Gott und Teufel schließen einen Deal

Eigentlich eine ungeheure Forderung. Der Abtrünnige verlangt hier nicht weniger, als dass einige „Dämonen“, wie sie in diesem Buch auch genannt werden, verschont bleiben. Damit der angebliche Satan nach der Flut noch einige unter seiner Herrschaft übrig behält.

Wie zu erwarten, ließ Gott sich auf die Bitte seines Konkurrenten ein. „ Es soll vor ihm der zehnte Teil davon übrigbleiben; neun Teile aber soll man an den Ort der Verdammnis hinabbringen“ (10,9), entschied dieser. Umgehend wurde das Abkommen zwischen dem Herrn und dem Führer der Rebellen in die Tat umgesetzt. Dazu heißt es weiter:

„(…) wir fesselten alle bösen Übeltäter an den Ort der Verdammnis;
nur den zehnten Teil davon ließen wir übrig, damit sie dem Satan auf Erden dienten
.“ (10,11)

Inkonsequent und halbherzig war diesen Überlieferungen nach also Gottes Vorhaben. Diese Inkonsequenz geht soweit, dass Sagen behaupten, dass Og sich ich eine Menschenfrau verliebte. Und zwar in Sarah, die Frau des Stammvaters Abraham. Nach andere Rabbinersagen bekam Abraham Og sogar als Sklaven geschenkt. Von dem legendären Nimrod, der ebenso ein Riese war. Eine mythische Figur, die auch mit dem Turmbau zu Babel, den Gott Baal, den Anführer der rebellierenden Göttersöhne und der Flut in Verbindung gebracht werden kann. Worauf an dieser Stelle jedoch noch nicht genauer eingegangen werden soll.

Erst nach seinen Diensten bei Abraham habe sich Gott seiner angenommen. „Weil er fromm war“, so schreibt beispielsweise Hartwig Hundt-Radowsky 1830 in Band 1 von „Die Juden – wie sie waren, wie sie sind und wie sie seyn werden“, machte ihn Gott „zum Könige von Basan, damit er als ein Gottloser (als ein Nichtjude) seinen Theil an der zukünftigen Welt haben mächte.“

Artikel: Wie die Götter den Bootsbau auf die Fidschi-Inseln brachten – und dann im Zorn die Sintflut (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die Sintflut auf den Fidschi-Inseln – mehr HIER (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Eine solche Sonderstellung des Riesen Og, angefangen bei der Rettung auf der Arche, mag sich durch andere Legenden und Traditionen der Rabbiner erklären. Nach diesen war Og kein geringerer als der Sohn von Schamchiel, einem der „Engel“, der „Gottessöhne“, die vor der Flut rebellierten, auf die Erde kamen und Chaos verursachten.

„Familienbande“ zwischen Himmel und Erde

Und wer war die Mutter? Das sei die Frau von Ham gewesen, der niemand geringeres als ein Sohn Noahs selber war.

Ein weiteres Kind von diesem Himmlischen und Hams Frau war übrigens Sichon (Sihon, Senir, Sirjon), der König der Amoriter, der mehrfach im Alten Testament zu finden ist. Es war ein feindliches Volk beim Exodus des Moses bzw. seines Nachfolgers Josua in das „gelobte Land“. Gelebt habe dieses in den östlichen Bergen, wie die Bibel vielfach betont. Letztlich wurde es besiegt, obwohl, sicher wenig verwunderlich, auch dieser Herrscher ein Riese gewesen sein soll. Zumindest ein Herrscher eines der Riesengeschlechter, zu dem die Schrift Amos in 2,9 bemerkt:

Und doch habe ich den Amoriter vor ihnen vertilgt, dessen Höhe wie die Höhe der Zedern war, und er war stark wie die Eichen (…)“

Somit scheint die Rettung der Riesen durch Noah auf seinem Schiff schon so was wie eine Familienangelegenheit gewesen zu sein. Wer aber war eigentlich dieser Schamchiel, der in diesem Kontext als Vater erwähnt wird? Er war kein geringerer als der Anführer der Rebellion der Wächter, Gottessöhne oder vermeintlichen „Engel“ im Himmel gegen Gott. Jene also, die den Plan ausheckten und auch ausführten, vor der Flut auf die Erde zu kommen, um mit den Menschentöchtern Kindern zu zeugen. Eine dieser Töchter der Menschen war folglich die Schwiegertochter Noahs.

Schamchiel heißt bei den Rabbinen ein aus dem Himmel verstoßener Engel, der sich mit den Weibern der Menschen vermischt haben (…) soll.“

Klärt hierzu schon das „Allgemeines Lexicon der Religions- u. christlichen Kirchengeschichte für alle Confessionen“ von Christian Gotthold Neudecker aus dem Jahr 1835 auf. Und in dem nicht minder alten Nachschlagewerk „Jüdisches Conversationslexikon für Christen aus allen Ständen“ von Rudolf Giehrl von 1829 lesen wir in Band 2 zu Og:

Sein Vater war der Teufel Schamchiel, seine Mutter lebte zu den verdorbenen Zeiten Nohas, ohne dass die Geschichte ihren Namenaufbewahrt hätte; nur so viel ist gewiss, dass Og noch mehrere Jahre vor der Sündfluth geboren wurde.“

Blut ist dicker als Wasser

„Og (..) war einer dieser Engelskinder, und ward vor der Sündfluth geboren“, notierte schon der oben erwähnte Hartwig Hundt-Radowsky. An dieser Deutung oder Tradition anhand von Sagen und Legenden hat sich bis heute nichts geändert.

Der Vater dieses Gewaltigen namens Og, der nach einigen Legenden hunderte, ja, tausende Kilometer groß war, war also der Teufel persönlich. Damit hatte Noah einen höchst angenehmen Zeitgenossen mehr oder weniger in seiner Familie. Der Spruch „Blut ist dicker als Wasser“ trifft hier hervorragend zu. Sonst hätte er Og nicht vor den Fluten gerettet. Was ja, wie wir gesehen haben, auch Gott so plante, da er nicht alle Riesen bzw. Abtrünnigen ermorden wollte, sondern in der neuen Welt einige weiter leben sollten. Wobei hier natürlich überhaupt keine direkte Blutsverwandtschaft bestand.

Og war der gewaltigste der Riesen. Und unter den „Engeln“ war sein Vater der Gewaltigste, wie es eine jüdische Sage erzählt. Og wiederum war im wahrsten Sinne des Wortes der größte der Großen.

Stammvater Abraham habe angeblich aus seinen Zähnen sogar Schlafkammern gebaut. 60 Städte habe Og errichtet, wobei die kleinste von ihnen bescheidene „sechzig Meilen hoch“ gewesen sei. 1.000 Maß Wein habe er jeden Tag getrunken. Dazu verspeiste er je 1.000 Eber, Rehe und Ochsen täglich. „Ein Tropfen seines Speichels aber wog sechs und dreißig Pfund“, so die von Gabriel G. Bredow 1823 in „Rabbinische Mythen, Erzählungen und Lügen“ rezitierte Legende. Nur bis zur Hüfte habe das Wasser der Sintflut dem Titanen gereicht. Andere Versionen behaupten sogar nur bis zu den Knöcheln.

Gewaltiger geht es wohl kaum.

Noahs unehelicher Enkel: Ein Riese

„Mythen, Erzählungen und Lügen“? Zweifellos extrem ausgeschmückte Überlieferungen, deren mutmaßlich wahren Kern wohl niemand genau bestimmen kann.

Dass der Teufel selbst mit einer Frau der Menschen ein (Riesen-)Kind zeugte, mag erstaunen. Dieser Teufel wird heute unter anderem mit dem Engel Luzifer gleichgesetzt. Dem Obersten und Anführer der „gefallenen Engel“ der christlichen Tradition. Hierbei soll es sich um genau jene Söhne des Höchsten handeln, die in Gen. 6,1ff. und anderen Quellen vom Himmel kam, um Kinder zu zeugen.

Moderne Interpretation von Riesen in der Popkultur (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Moderne Interpretation von Riesen in der Popkultur (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

„Semjasa, ihr Oberster“, nennt ihn das äthiopische Buch Henoch (6,7) in einer Auflistung der Namen der Rebellenführer vom Himmel. „Wächter“ heißen sie dort. Wie auch im Buch der Jubiläen, das vermerkt, dass diese „mit den Menschentöchtern sündigten“. In dem sie „begannen, den Menschentöchtern beizuwohnen, so dass sie befleckt wurden“, so das Jubiläenbuch vorwurfsvoll (4,22). Demnach war der Vater von Og der Chef, Anführer, Oberste oder ganz einfach Hauptverantwortliche der himmlischen Rebellion. Und damit der heutige Satan oder Teufel.

Kein Wunder also, dass er, wie oben gesehen, mit Gott verhandelte, damit einige seiner Getreuen am Leben gelassen werden. Immerhin war sein Sohn Og als Mischwesen aus Mensch (Noahs Schwiegertochter) und Himmlischen unter ihnen. Und dieser wäre somit eine Art von Kuckucks-Enkel des Noah gewesen. Ungeheuerliche Behauptungen …

Obwohl die christliche Tradition sagt, dass es ein „Fall der Engel“ war und diese von Gott aus dem Himmel verbannt wurde, stimmt das so nicht. Diese Angehörigen der „himmlischen Ratsversammlung“, wie die Bibel es auch nennt, kamen freiwillig mit einer festen Abmachung. Sie konnten aber nicht mehr zurück und fanden keine Gnade mehr in Gottes Augen. Sie waren also schon hier, bevor sie Hausverbot auf Lebenszeit im Himmelreich bekamen.

Abraham und Riesen

Das Buch Artapanus, benannt nach einem jüdischen Historiker und Geschichtsschreiber, der im zweiten Jahrhundert vor Christus in Alexandria (Ägypten) lebte, ist dazu ebenso erstaunlich. Artapanus beruft sich in seinem Werk auf scheinbar verschollene Schriften, die er angeblich persönlich einsehen konnte. So erfahren wir bei Artapanus zu dem Sumerer Abraham aus Ur und dem Turmbau zu Babel gleich zu Beginn folgendes:

In namenlosen Schriften finden wir Abraham in Beziehung zu den Riesen gesetzt; diese wohnten in Babylonien, wurden aber wegen der Gottlosigkeit von den Göttern vernichtet.

Einer davon, Bel, sei dem Tod entflohen und habe sich in Babylon angesiedelt, dort einen Turm gebaut und darin gewohnt; dieser wurde dann von seinem Erbauer Bel Belon genannt.“ (1,4-5)

Diese zwei Verse beinhalten bei genauerem Hinsehen wesentlich mehr. Dass die Götter die Riesen (durch die Flut) vertilgen wollten, wissen wir. Nach Artapanus war auch ein gewisser Bel einer dieser Titanen. Aber wer ist oder war dieser Bel, der dem Tode entrinnen konnte?

Bēl ist nur eine Bezeichnung von einer Vielzahl an Namen unterschiedlicher Völker und Kulturen für ebenso unterschiedliche Götter. Bekannt ist er vor allem als Baal aus der Bibel.

Für uns ist interessant, dass der biblische Baal in seiner Funktion als Gottheit der Fruchtbarkeit und des Wetters und sein Kult quasi als Sinnbild der Vielgötterei gilt. Natürlich damit also eine Götze, die später im Christentum sogar zum Dämon wurde. Aus der antiken Stadt Sechem ist bekannt, dass Baal in dem rund 4.000 Jahre alten Handelszentrum „Baal-Zebub“ („Herr der Fliegen“) genannt wurde. Oder besser und genauer ausgedrückt, dass der christliche Aberglaube daraus den berühmten Beelzebub machte. Denn eigentlich war es „Baal-Zebul“, was so viel wie „Erhabener Fürst“ bedeutet.

Baal und Beelzebub

Heute kennt wohl jeder diesen Namen, den wir beispielsweise in 2. Buch der Könige 1,3 als „Beelzebul, den Gott von Ekron“ finden. Aber wieso „Herr der Fliegen“? Gibt es da irgendeinen Zusammenhang, eine Vermischung oder eine verspielte Verballhornung mit der Sintflut-Geschichte aus dem Gilgamesch-Epos?

Die Arche nach den Beschreibungen der XI. Tafel des des Gilgamesch-Epos (Bild: Fischinger-Online)
Die Arche nach den Beschreibungen der XI. Tafel des des Gilgamesch-Epos – mehr HIER (Bild: Fischinger-Online)




Bekanntlich ist diese Überlieferung wesentlich älter als das Alte Testament und diente nachweislich den Autoren der dortigen Flut-Legende als Vorlage. Wie Noah im Buch Genesis ein Dankopfer nach der Flut seinem Herrn dar brachte, tat es auch Utnapischtim im Gilgamesch-Epos. Er ist der Noah des Epos. Es war ein Brandopfer auf einem Altar, dessen Duft zu Gott angenehm zum Himmel emporstieg. Was Gott laut Genesis 8,20ff. derart milde stimmte, dass er versprach, nie mehr die Menschen zu vernichten oder wegen unserer Spezies die Erde zu verfluchen, wie er es vor der Flut tat.

Übrigens auch deshalb, da er feststellte, das alles, von aus den Herzen des Menschen von frühesten Kindertagen an kommt, ganz einfach böse wäre. Und da der Mensch „böse ist von seiner Jugend an“, wie es Genesis 8,21 ausdrückt, scheint für Gott nach der Flut dennoch alles verloren zu sein. Oder ganz einfach egal …

Im Epos des Gilgamesch liest sich diese Szene etwas anders. Vor allem deshalb, da in diesem mesopotamischen Werk von Weltrang von vielen Götter gesprochen wird. Nicht nur von einem, wie meistens in der Bibel. So lesen wir auf Tafel XI hierzu folgende Aussage:

„(…) Götter rochen den Duft,
Die Götter rochen den wohlgefälligen Duft,
Die Götter scharten wie Fliegen sich um den Opferer.“

In verschiedenen Ausgaben des Epos findet sich diese Stelle mit unterschiedlichen Versnummern versehen. Und leicht variierenden Übersetzungen, deren Kernaussage jedoch immer identisch ist: „Die Götter versammelten sich wie Fliegen über dem Opfernden.“

Der „Herr der Fliegen“

Und auch diese Wesen waren sich schnell einig, dass man nie mehr zustimmen werde, die Menschheit zu vertilgen. Der oberste der Götterwesen, hier der Gott Enlil, war in diesem Zusammenhang weniger erfreut, dass noch immer Menschen lebten. Und kam auch nicht zum Opfer des Utnapischtim wie eine „Fliege“ herbei. Vielmehr war es der Gott Ea, sein Bruder und oftmaliger Widersacher, der für die Rettung der Menschen in einer Arche (s. Abb. oben) verantwortlich war. Ea nahm das Opfer an.

Laut jüdischen Mythen war es ebenso ein Widersacher des Höchsten, wie wir gesehen haben, der mit diesem über die Rettung einiger seiner „Artgenossen“ verhandelte: Der „Herr der Fliegen“ – der angebliche Satan.

Ganz interessant ist, dass Gilgamesch nach dem Qumran-Text 4Q531, Fragment 1, oder auch 4Q530, Kolumne 2, als einer der Giganten zu finden ist, die vor der Sintflut versuchten über den Propheten Henoch Gnade bei dem Höchsten zu finden. Offensichtlich lebte der Namensgeber des bekannten Epos und Riese auch noch nach der Flut. Laut Tafel I des Epos war der Held zwei Drittel Gott und ein Drittel Mensch und eindeutig ein Riese (was in einigen Ausgaben des Epos nicht übersetzt ist!).

Um die Verwirrung dieser mythologischen Ereignisse, die sicher nicht erschöpfend in diesem Mystery Files-Artikel dargelegt werden können, zu komplettieren, kommen hier weitere Name und Reisen ins Spiel. So auch der bekannten Nimrod, den „ersten Machthaber auf Erden“ (Gen. 10,8). Er war laut Stammbaum im Buch Genesis der Enkel von Noahs Sohn Ham. Genau jener Spross, dessen Frau angeblich mit einem der vom Himmel gestiegenen Wächter verkehrte und einen Riesen gebar.

Vielleicht einer der Gründe, warum Noah seinen eigenen Sohn Ham nach der Sintflut verfluchte. Quasi als Strafe für die Missetaten seiner Frau.

Nimrod, der gewaltige Herrscher

Wie dem auch sei: Nimrod wird als Herrscher über Babel (Babylon), Akkad und Erech (Uruk) genannt. Alles Orte im Land Sumer (Schinear) im heutigen (Süd)Irak, wie es die Bibel in Gen 10,10f. richtig weiß. Hier wurde auch Abraham in der Stadt Ur geboren. Angeblich erbaute dieser Nimrod sogar die weltberühmte Stadt Ninive. Einige Forscher vergleichen diesen Herrscher mit König Sargon von Akkad (etwa 2334 – 2279 vor Christus), der als großer Krieger galt. Ob dem so war, ist ungewiss. Nimrod wird als Herrscher über Babylon natürlich auch mit dem legendären Turm zu Babel in Verbindung gebracht.

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Nimrod in seiner Eigenschaft als gewaltiger Jäger und Herrscher weist auch Parallelen zum Titan Orion aus der griechischen Mythologie auf. Dieser Orion, Sohn von Poseidon und Euryale, soll ebenfalls ein gewaltiger Jäger gewesen sein. Doch die Mythologie des alten Griechenland kennt auch eine Person mit dem Namen Nimrod, die wesentlich mehr Ähnlichkeit mit der Person in der Bibel aufweist. Der griechische Nimrod ist der Sage nach der Erbauer eines gewaltigen Turmes.

Mit diesem Turm wollten die Giganten oder auch Titanen den Olymp der Götter und des Göttervaters Zeus angreifen. So wie der Turm vom Babel bis zum Himmel (Gottes) reichen sollte, wie es die Bibel überliefert.

Wenn Nimrod als Riese den Turm zu Babel errichtete, wie die Riesen in der Mythologie der Griechen, ist die Deutung von Nimrod als Gigant eine weitere Verbindung. Diese wurde schon dem heiligen Augustinus (354 – 430 nach Christus) vertreten, der zu den vier ganz großen Kirchenvätern zählt.

Der sumerisch-akkadische-assyrische (Wasser- und Krieg-)Gottkönig Ninurta, ein göttlicher Krieger, bewaffnet mit einem Bogen, vergifteten Pfeilen und Keule, der etwa in der Stadt Nimrud am Ostufer des Tigris (Kalach heute) verehrt wurde, scheint ebenso an den biblischen Nachfahren Noahs zu erinnern.

Geschichte und Geschichten?

Ninurta ist in den Hymnen des Zweistromlandes zahlreich zu finden. Als Begründer vieler Städte, Erbauer von Bewässerungskanälen und im Zusammenhang mit der Urbarmachung der Region. Beispielsweise preist ihn der „Hymnus an Ninurta als dem Gott der Vegetation“. Und beide, der biblische Nimrod und der Gottkönig Ninurta traten nach der Sintflut in den Zeiten des Neuanfangs auf.

Man mag geneigt sein, in Ninurta als Ahnherrn der babylonischen und assyrischen Hochkulturen eine geschichtlich reale Person zu sehen. Identisch mit dem biblischen Urenkel des Noah, dem gewaltigen Nimrod. Doch erst später wurde er im mesopotamischen Kulturraum aufgrund seiner enormen und schier unmenschlichen Leistungen zu einem Gott erhoben. So zumindest eine Reihe von Studien über diesen mythischen Helden, die zum Beispiel im „Harvard Theological Review“ (83 / 1990) oder in „I Studied Inscriptions from Before the Flood: Ancient Near Eastern Literary and Linguistic Approaches to Genesis 1-11. (1994) zu finden sind.

All das ist schwere Kost. Ich gebe es gerne zu. Mögliche Wahrheiten, religiöse Propaganda und kulturübergreifende Zusammenhänge geben sich hier die Klinke der Arche Noah in die Hand. Geschichte gepaart mit Geschichten?

Doch allein der Umstand, dass der Herr in seiner Absicht, alles und jeden zu vernichten, mit sich verhandeln lässt, sollte jeden erstaunen. Führt man sich vor Augen, dass der Verhandlungspartner der heutige Satan war, der um das Leben seiner Leute oder deren Kinder fürchte, wird all das noch kurioser. Dass Noah indirekt über die Frau eines seiner Söhne und ihren beiden Riesenkindern mit diesem abtrünnigen Himmlischen zu tun hatte, klingt nicht minder unglaublich.

So aber erklärt sich zumindest aus mythologischer Sicht, warum Gottes Todesplan dermaßen schief ging.

Video-Auswahl zum Thema

Video vom 18. Februar 2020 auf Mystery Files

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Video vom 16. März 2021 auf Mystery Files

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Video vom 3. November 2016 auf Mystery Files

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Gott*, Gott+ oder nur Gott? Junge Katholiken wollen Gott „gendern“ und der „Geschlechtervielfalt in Rede, Schrift und Bild“ anpassen

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Gott*, Gott+ - Junge Katholiken wollen Gott "modern" gendern (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Gott*, Gott+ – Junge Katholiken wollen Gott „modern“ gendern (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

„Gott hat vielen Namen.“ So sagt man schnell mal daher. Aber ist die männliche Bezeichnung „Gott“ und seine Darstellung als bärtiger, alter Mann heute noch „politisch korrekt“? Ein großer katholischer Verband junger Gläubiger sagt klar nein und will das ändern. Auch „Gott“ muss ihrer Meinung nach „gegendert“ werden, da man offenbar sonst keine Probleme in der katholischen Kirche hat. Alles über dieses kuriose Vorhaben erfahrt Ihr hier.


Gott

Wohl jeder Mensch kann mit dem Begriff „Gott“ etwas anfangen. Zumindest irgendwas. Auch wenn man nicht gläubig ist, an keinen Gott der heiligen Schriften glaubt oder sogar an viele Götter glaubt. Und irgendwie hat jeder die eine oder andere Vorstellung davon, was Gott sein soll oder sein könnte. Selbst dann, wenn man sich selber als Atheist bezeichnet. Obwohl die Bibel nicht wirklich konkret aussagt, wie Gott aussehen soll.

In der Welt der Christen herrscht bei dieser Vorstellung klar das Bild vor, dass er ein alter Mann mir langem Bart ist. Ein weiser Senior, der über die Geschicke der Menschheit wacht und sie vor langer Zeit einstmals sogar nach „seinem Ebenbild“ erschaffen haben soll. Tatsächlich finden sich in einigen heiligen Texten, vor allem in Apokryphen, Aussagen, die Gott als klar „Mann“ bezeichnen oder definieren.

Dass es auch so ist, bezweifelt die „Katholische junge Gemeinde“ (KjG). Ein christlicher Jugendverband  der mit rund 80.000 Mitgliedern der zweitgrößte Jugendverband der katholischen Kirche in Deutschland ist. Ihnen passt der Name „Gott“ nicht mehr, wie es in mehren Mitteilungen auf deren durchgehend „gegenerten“ Internetseite zu lesen ist. Ihr Verband stehe für Gleichheit und Gleichberechtigung in einer modernen Welt und Kirche. Dem kann sich dann wohl nicht einmal Gott entziehen.

Gott steht nicht über der Geschlechtervielfalt

In einem 20-seitigen „Leitbild Geschlechtervielfalt in der KjG“ von 2018 wird die Geschlechtervielfalt hervorgehoben, die auch aus mehr als Mann und Frau bestehen kann. Schon 2014 wurde deshalb die „Geschlechtervielfalt in Rede, Schrift und Bild“ von der KjG festgelegt. Darum sei es „ein Meilenstein“, dass 2017 „das Bundesverfassungsgericht entschied, dass bis Ende 2018 eine Möglichkeit geschaffen werden muss, eine dritte Option (neben weiblich und männlich) beim Eintrag ins Personenstandsregister auszuwählen“.

Eine Gesetzesänderung, die heute Alltag ist und wohl kaum jemanden wirklich stören wird. Oder stören sollte.

In ihrem „Leitbild“ werden 11 Punkte festgelegt, dass zukünftig überall „gegendert“ werden soll und muss. Nicht nur die „Verwendung des Gender-Sternchens* in Satzung und allen geschriebenen Texten“ und die „Geschlechtervielfalt in gesprochener Sprache“. Auch möchte man das Thema weit verbreiten und quasi in die Welt hinaus tragen. Nicht nur in die Politik und die Bistümer. Eine Herzensangelegenheit der jungen Christen-Rebellen.

Das Ergebnis kann man in den Texten der Webseite des Vereins ebenso sehen, wie in deren Pressemitteilungen und Beschlüsse, die dort zum Download bereit stehen.

Nur deren 63 Seiten lange Satzung mit Stand Oktober 2021, die als PDF heruntergeladen werden kann, ist nicht durchgehend „gegendert“. Hier findet sich die *-Schreibweise nur halbherzig mal hier, mal dort. Aber wenn schon das Bundesverfassungsgericht zur Geschlechtergleichheit ein Urteil fällt, dann muss sich auch der Gott der Christen dem beugen. Immerhin ist dieser Gott in den christlichen Lehren eher so was wie eine spirituelle und metaphorische Macht, die nicht greifbar ist.

Nur sein Sohn Jesus war bekanntlich laut Dogma ein fleischgewordener Mann.

Gott* vs. Gott

Deshalb beschloss der Bundesrat des Verbandes bei einem Treffen vom 22. bis 24. Oktober 2021 unter anderem folgendes:

Diskutiert: ‚Gott*‘

Engagiert und mit Sorgfalt ist die KjG auf der Suche nach Gottesbezeichnungen, die mehr umfassen als die männlich weiße Vorstellung von Gott. Hierbei bezieht sie alle Ebenen des Verbandes ein. Die KjG vertritt den Standpunkt, dass die Möglichkeiten der Gottesbilder vielfältig sind. Wie wir von Gott sprechen, prägt auch unser Menschenbild. Diese Erkenntnisse sind nicht neu.

Neu ist aber, dass immer mehr Gläubige von der Vorstellung eines männlich patriarchalen, weißen Gottesbildes befremdet sind und das auch laut sagen. Die männlich weiße Vorstellung von Gott greift theologisch zu kurz und erschwert vielen jungen Menschen den Zugang zu Gott. Andererseits ist für viele Katholik*innen mit der Verwendung des Gottesbegriffs im tradierten Sinne religiöse Heimat verbunden. Die Einführung von ‚Gott*‘ wird daher innerhalb des Verbandes sensibel vorbereitet.



Dieser „Bundesrat“ wiederum ist so was wie die Vorstandsitzung des katholischen Verbandes, die zweimal jährlich stattfindet. Mehre dutzend Vertreter aller Regionen kommen hier zu demokratischen Abstimmungen zusammen, die die Belange der KjG betreffen.

Der „Tagesspiegel“ zitiert zu diesem Vorhaben Rebekka Biesenbach, „die geistliche Bundesleiterin der Katholischen jungen Gemeinde“, mit den Worten:

Wir haben noch keine Beschlusslage dazu, aber wir wollen auf jeden Fall etwas ändern. Die Leitfrage ist: Was können wir tun, um das an vielen Stellen sehr männlich geprägte Gottesbild in die Vielfalt zurückzubringen, die es verdient?

Dazu sei auch die Schreibweise „Gott+“ in der Diskussion. Ob Stern oder Plus – beides spräche man dann einfach mit. Bei „Gott+“ kann das Pluszeichen aber zusätzlich auch als Kreuz gedeutet oder angesehen werden. Was natürlich dann ausschließlich auf den Gott der Christen anwendbar wäre. Wenigstens wird offenbar auf die Bezeichnung „div.“ verzichtet …

Hat die katholische Kirche sonst keine Probleme?

Erst beim Frühjahrs-Treffen des „Bundesrat“ der „Katholischen jungen Gemeinde“ 2022 werden man endgültig darüber abstimmen. Dieses fünftägige Treffen findet ab dem 30. März statt. „Gott*“ seit damit eine Aufgabe für dieses Jahr und der kommende „Beschluss 04“ nennt dazu als Auftrag:

Die KjG soll sich im kommenden Arbeitsjahr mit einer vielfältigen Schreibweise von Gott beschäftigen. Insbesondere die Diözesanverbände machen sich zu dem Thema sprechfähig. Hierzu finalisiert der Sachausschuss Glaube und Spiritualität bis Ende des Jahres 2021 die angekündigte Methodenmappe für die Entdeckung vielfältiger Gottesbilder.

Im Rahmen der Bundeskonferenz 2022 findet ein Studienteil mit dem Schwerpunkt auf der Schreibweise von Gott statt. Auf der Bundeskonferenz 2022 wird über die konkrete Schreibweise abgestimmt. Zwischen dem Studienteil und der Abstimmung des Antrags soll mindestens ein Tag Bedenk- und Austauschzeit liegen.“

Sofern die jungen „modernen“ Christen beschließen, dass Gott tot ist und fortan „Gott*“ heißen muss, bleibt die Wirkung fraglich. Ob der neue Gottes-Name über die Mitglieder des Verbandes hinaus geht, ist zu bezweifeln. Andere Gemeinden oder sogar andere Länder wird der deutsche KjG-Beschluss wohl wenig interessieren. Anders als wahrscheinlich die deutschen Medien. Für sie wäre es ein gefundenes Presse-Fressen.

So schrieb auch die katholisch-christliche Newsseite Kath.net bereits am 26. Oktober 2021 treffend dazu:

„(…) ob ernsthaft noch jemand glaubt, dass das Imageproblem der Kirche mit einem stärkeren Sich-Anschmiegen an aktuelle gesellschaftspolitische Debatten gelöst werden könne.

Denn, so das Portal weiter, Lucas Wiegelmann habe in einem Kommentar zu dem Vorhaben in der „Welt“ geschrieben:

Man kann um des Ansehens der katholischen Kirche in Deutschland willen nur hoffen, dass diese Argumentation nicht weiter um sich greift. Besonderer Optimismus ist allerdings nicht angesagt, zumal es nicht der erste Vorstoß dieser Art eines katholischen Verbandes ist.

Dem ist sicher nichts hinzuzufügen, liebe Mystery-Freund*innen …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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VIDEO: Der Schädel von Jesus Großmutter: Ein Stück von ihm soll in Düren unweit von Köln in einer Kirche liegen! (re-Upload/Neuschnitt)

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VIDEO: Der Kopf von Jesus Großmutter: Ein Stück soll in Düren in einer Kirche liegen! (Bilder: Fischinger-Online & gemeinfrei)
VIDEO: Der Kopf von Jesus Großmutter: Ein Stück soll in Düren in einer Kirche liegen! (Bilder: Fischinger-Online & gemeinfrei)

In der katholischen Kirche spielen Reliquien aller Art (und Unart) seit jeher eine sehr wichtige Rolle des Glaubens. Überall finden sich fromme Andenken an Heilige oder sogar Jesus Christus selber, die vor allem im Mittelalter einen wahren Boom erlebten. Gruselig sind vor allem Körperteile und Knochen, die im Christentum verehrt werden und von diversen Vorreitern des Glaubens stammen sollen. So wie in ein einer Kirche in Düren unweit von Köln. Dort versteckt sich in einem Schrein ein Stück des Schädels der heiligen Anna, der Mutter von Maria und damit die Großmutter von Jesus Christus. Was hinter dieser Geschichte steckt und stecken soll, erfahrt Ihr in diesem Video vom Sommer 2018. Als neu geschnittenen re-Upload vom 30. Dezember 2021.


Ist das die Großmutter von Jesus?

Die katholische Kirche bzw. das Christentum hat eine Flut an heiligen Reliquien. Viele Gläubige verehren diese – wissen aber nicht, woher sie kommen. Oder ob sie überhaupt „echt“ sind. So wie der Kopf der heiligen Anna, der Großmutter von Jesus Christus. Von diesem soll in einer Kirche in Düren ein Stück verborgen liegen.

Denn das Thema „Reliquien“ spielt im Christentum eine ebenso wichtige Rolle, wie die Verehrung von Heiligen und Patronen. Vor allem seit dem frühen Christentum und später im Mittelalter wurde Europa geradezu überschwemmt von Reliquien aller Art. Von der Windel Jesus Christus über die Gebeine der Heiligen drei Könige bis hin zu diversen Körperteilen unterschiedlichster Heiliger hat die katholische Kirche ein großes Angebot an derartigen Objekten der Verehrung.

Eine dieser Reliquien stammt dabei angeblich von der Oma von Jesus persönlich. Es ist das sog. „Annahaupt“ in der Stadt Düren in Nordrhein-Westfalen unweit von Köln. Nach der frommen Tradition hantelt es sich dabei um ein Stück des Schädels bzw. der Schädelplatte der heiligen Anna, der Mutter von Maria. Damit also von der Großmutter von Jesus Christus höchst-selbst.

Interessant ist dabei vor allem, dass diese Anna als Mutter der Gottesmutter Maria mit keiner Silbe in der Bibel erwähnt wird. Ebenso, dass es sich bei diesem Stück Schädel von Jesus Großmutter um Raubgut handelt. Wie so viele Reliquien. Und grundsätzlich ist bei allen die Echtheit zumindest fragwürdig.

Verwahrt und verehrt wird die Großmutter Jesus Christus in der „Annakirche“ in Düren, in der ich dieses Mystery Files-Video für Euch im Juni 2018 gemacht habe. Für Euch neu geschnitten und hochgeladen am 30. Dezember 2021.

Bleibt neugierig …

Video vom 16. Juni 2018 auf Mystery Files -Neuschnitt und re-Upload 30. Dezember 2021

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„Schlachten am Himmel“ und UFOs im Mittelalter – und zehntausende tote Soldaten durch „Pfeile und Blitze“ vom Himmel vor 2.200 Jahren

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Schlachten am Himmel im Mittelalter - und zehntausende Tote durch "Pfeile und Blitze" vom Himmel (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Schlachten am Himmel im Mittelalter – und zehntausende Tote durch „Pfeile und Blitze“ vom Himmel (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Mittelalterliche Drucke wie Flugblätter zeigen immer wieder seltsame Zeichen am Himmel, Wunder und rätselhafte Erscheinungen. Selbst von ganzen „Schlachten am Himmel“ wurde berichtet. Einige solcher Ereignisse sind heute Klassiker der UFO-Forschung, wenn nach „Unbekannten Flugobjekten“ in der Vergangenheit gefahndet wird. Skeptiker sehen hier nur theologische Warnungen und religiöse Propaganda. Doch eine derartige Himmelsschlacht vor gut 2.200 Jahren ist dabei besonders erschreckend! Und obwohl sie über 20.000 Tote gefordert haben soll, ist sie heute so gut wie unbekannt.


Himmelsschlachten und UFOs der Antike

Klassische Beispiele von mutmaßlichen „UFOs in der Vergangenheit“ sind vor allem zwei Flugblätter aus dem Mittelalter. Die „Himmelschlacht von Nürnberg“ vom 14. April 1561 ist dabei fraglos das bekannteste Flugblatt dieser Art.

Doch Berichte über Schlachten am Himmel oder ähnliches sind sehr zahlreich. Schon die alten römischen Chronisten berichten von derartigen Phänomenen. Und auch im Koran findet man diese. Mit Aufkommen des Buchdruckes wurden solche Erscheinungen aber weithin in der Bevölkerung bekannt. Zumal diese Drucke nicht nur entspreche Zeichen am Himmel in Worten wiedergaben, sondern vor allem auch in Bildern. So erreichte man die Bevölkerung, da in jenen Tagen die wenigstens einfachen Menschen lesen konnten. Ein Bild sagte damals schon mehr als 1.000 Worte.

In zahlreichen Blog-Artikel und vielen Videos auf meinem Mystery-Files-Kanal bei YouTube wurden solche Himmelszeichen bereits thematisiert. Die zum Teil sehr unterschiedlich ausfallen und längst nicht immer Schlachten am Himmel waren. Solche waren meistens die Ausnahme.

Moralische Lehren

Kritiker sehen beispielsweise in der „Himmelschlacht von Nürnberg“ von 1561 keinen Hinweis auf UFOs im Mittelalter. Eher „düstere Vorhersagen“, die dabei „nicht tatsächliche Ereignisse“ wiedergaben. Sie dienten dem Urheber vielmehr „zur Verbreitung seiner moralischen Lehren“. So etwa schrieb es schon 2010 der Autor Ulrich Magin in seiner Analyse „Ein UFO im Jahr 1561?“ (in: „Journal für UFO-Forschung“ Nr. 187, 1/2010). Magin weiter:

Die Mutterschiffe waren Kanonen, die Telemeterscheiben Kanonenkugeln, und das Geschehen wurde nicht überliefert, weil es interessant war, sondern weil es vor einem Krieg warnte.“

In derselben Tradition solcher vielfach überlieferten Himmelsschlachten stünde demnach auch ein anderes bekanntes Flugblatt. Es stammt von Samuel Apiarius und Samuel Coccius aus Basel in der Schweiz und zeige seltsame „Kugeln“, die am 7. August 1566 über der Stadt erschienen sind. Unter anderem erfährt der mittelalterliche Leser über das „Baseler Himmelsspektakel“:

Weiter, am 7. August, bei Sonnenaufgang und ein wenig davor, sind viele große schwarze Kugeln in der Luft gesehen worden, welche vor der Sonne mit großer Schnelle und Geschwindigkeit umherflogen und gegeneinander prallten, als ob sie einen Streit führten, wobei sie rot und feurig wurden, und daraufhin zerfielen erloschen.“ (Zentralbibliothek Zürich, PAS II 6/5, wiedergegeben in moderneren Deutsch)

Auch hier sehen Kritiker lediglich Warnungen im Sinne von Vorzeichen kommenden Unheils. Ganz im Zeichen der biblischen „apokalyptischen Reiter“ als Ankündigung des Endes aller Tage nach christlichen Lehren und Symbolen. Eine Himmelsschlacht zwischen den „guten“ und „bösen“ Heeren.

C. G. Jung und die UFOs

Interessanterweise hat auch Carl Gustav Jung, der legendäre Schweitzer Psychiater, sich diesen UFO-Phänomen gewidmet. In seinem UFO-Buch „Ein moderner Mythus“ zeigte er schon vor über 60 Jahren unter anderem das Flugblatt aus Nürnberg. Jung unterlässt bei diesem Beispiel antiker UFOs eine gesonderte, genauere Interpretation der Illustration und der geschilderten Himmelsphänomene. Vielmehr schreibt er lediglich:

Die dunkle Farbe der UFOs dürfte wohl daher rühren, dass sie gegen das Licht der aufgehenden Sonne gesehen wurden. Andere sind dagegen hell (und sogar feurig). Charakteristisch für die Ufos ist die Schnelle und willkürliche Unregelmäßigkeit der Bewegung.

Damit spielt er der „UFO-Interpretation“ dieses Dokumentes durchaus in die Hände. Bedenken sollte man aber, dass reale Phänomene am Himmel durchaus als Grundlage für die eine oder andere Interpretationen der damaligen Menschen dienten. Hinlängliche Beispiele dafür sind aus der Geschichte bekannt. Von ganz natürlichen Phänomen bis zu Erscheinungen, die sich nicht natürlich erklären lassen …

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Bei der Deutung im Sinne „apokalyptischer Warnungen“ oder einer Tradition des Glaubens an eine Endschlacht zwischen Gut und Böse, gibt es durchaus zutreffende Fälle. Etwa Beschreibungen, dass am Himmel „Ritter“ und ähnliches erschienen, die mit Waffen gegeneinander kämpften. Was der reale Auslöser solcher rätselhaften Himmelszeichen war, steht wieder auf einem anderen (Flug-) Blatt.

Himmelsschlachten und zehntausende Tote

Etwas überaus erstaunliches über eine solche Schlacht am Himmel lesen wir in der biblischen Schrift des 2. Buches der Makkabäer. Ein Buch, das heute zu den Aapokryphen Büchern des Alten Testament zählt und nicht mehr darin zu finden ist.

Dort lesen wir von einem „Vorzeichen“, als König Antiochus IV. um 169 vor Christus einen Feldzug gegen die Ägypter begann:

Da erschienen fast vierzig Tage lang über der ganzen Stadt Reiter, die durch die Lüfte jagten, in golddurchwirkten Gewändern; Lanzenträger rückten in Abteilungen zum Kampf aus, Schwerter zuckten. Reiterscharen ordneten sich zur Schlacht, Angriffe wurden gemacht, von beiden Seiten rannte man gegeneinander an, Schilde bewegten sich, Speere gab es in Menge, Wurfgeschosse flogen, goldener Waffenschmuck blitzte auf und man sah Rüstungen aller Art. Alle beteten deshalb, die Erscheinung möge etwas Gutes bedeuten.“ (2. Makk. 5,2-4)

Und an späterer Stelle erfahren wir weiter:

Als nun der Streit gewaltig geworden war, erschienen den Feinden vom Himmel her auf goldbezäumten Rossen fünf glänzende Reiter, von denen zwei sich an die Spitze der Juden stellten und zwei den Makkabäer in die Mitte nahmen und ihn mit ihren Waffen deckten und vor jeder Verwundung schützten, während sie Pfeile und Blitze gegen die Feinde schleuderten, wodurch diese geblendet und verwirrt wurden und in Unordnung gerieten.

So wurden von ihnen 20.500 Mann nebst 600 Reitern niedergehauen.“ (2. Makk. 10,29-31)

„Gott straft sein Volk“

Da das 2. Makkabäerbuch um 50 vor Christus entstanden sein soll, also in eine Zeit fällt, in der an ein Christentum und damit an christlich-theologischen Deutungen von „Himmelsschlachten“ nicht zu denken war, gelten diese Bibelverse als Urquelle dieser Kämpfe am Firmament. Was aber meint das 2. Makkabäerbuch mit diesem Ereignis, in dessen Verlauf angeblich vom Himmel kommende Pfeile und Blitze 20.500 Menschen töteten? Eine unglaubliche Anzahl, deren historische Korrektheit fragwürdig erscheint. Ein derart großes Heer, das nach diesem ungleichen Kampf zusammengenommen 21.100 Gefallenen zu beklagen hatte, ist sicher weit übertrieben.

Ich denke nicht, dass diese Phänomen unter König Antiochus IV. die auslösende Erzählung für all die späteren Schilderungen von Schlachten am Himmel war. Auch wenn früh- und spät-mittelalterliche Autoren und Akademiker diese biblischen Aussagen durchaus gekannt haben dürften. Als warnende Worte vor einer Abkehr vom Glauben, in dem „Gott sein Volk für seinen Abfall straft und sich ihm nach seiner Rückkehr zur Religion der Väter wieder zuwendet“. So formulierte es Klaus Bringmann von der Universität Frankfurt in seiner kritischen Untersuchung „Zur Kritik historischer Darstellung im Zweiten Makkabäerbuch“ (in: „Klio“, Bd. 96, Heft 2, Dezember 2014).

Mögliche reale Beobachtungen von Himmelserscheinungen wurden missverstanden und theologisch gedeutet und interpretiert. Natürliche, naturwissenschaftliche heute erklärbare Phänomene ebenso, wie „UFOs der  Vergangenheit“. Belegen lassen sich solchen Spekulationen ebenso wenig, wie die skeptischen Deutungen.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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