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41.500 Jahre alt: Ältester verzierter Schmuck Eurasiens in Polen gefunden – aber ist es wirklich nur Schmuck?

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41.500 Jahre alt: Ältester verzierter Schmuck Eurasiens in Polen gefunden - aber ist es wirklich nur Schmuck? (Bilder: : A. Vazzana & J. Opiola/WikiCommons CC BY-SA4.0 / Bearbeitung: Fischinger-Online)
41.500 Jahre alt: Ältester verzierter Schmuck Eurasiens in Polen gefunden – aber ist es wirklich nur Schmuck? (Bilder: : A. Vazzana & J. Opiola/WikiCommons CC BY-SA4.0 / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Bereits 2010 wurde in einer Höhle im Süden von Polen ein 4,5 Zentimeter kleiner Anhänger mit Gravuren aus Elfenbein entdeckt. Jetzt veröffentlichten die Forscher dazu ihre neuen Ergebnisse. Demnach ist das Objekt rund 41.500 Jahre alt und damit das älteste Schmuckstück seiner Art in ganz Eurasien. Aber war das kleine Kunstwerk der Steinzeit wirklich nur ein schmückendes Objekt unserer Ahnen – oder steckt nicht doch weit mehr dahinter?


Sensationeller Fund in Polen

Im Jahr 2010 fanden Archäologen in der Stajnia-Höhle in Polen einen in zwei Teile zerbrochenen Anhänger aus Mammutelefenbein. Nach einer fachgerechten Reinigung und Konservierung des etwa 4,5 langen, ca. 2 Zentimeter breiten und 0,36 bis 0,39 Zentimeter dünnen Fundes zeigte sich schnell, dass Homo Sapiens der Steinzeit dieses Stück mit Werkzeugen bearbeitet hatten. Auch einige weitere Funde kamen bei den Grabungen zwischen 2006 und 2010 in der Höhle zum Vorschein. Sie werden zum Teil dem Neandertaler zugeschrieben.

Doch dieses Objekt erweckte besonderes Interesse, da zahlreiche kleine Vertiefungen in das Objekt graviert wurden. Sie verlaufen in einer geschwungenen Linie auf der vermuteten Vorderseite entlang. Außerdem war eine Durchbohrung und der Rest eines zweiten Loches an dem zerbrochenem Artefakt erkennbar. Diese beiden Bohrungen haben nur 2,3 Millimeter Durchmesser.

Insgesamt zählten die Forscher auf der gravierten Seite rund 50 winzige Löcher. Sicher waren es einmal mehr, doch das Stück ist an den entsprechenden Stellen zu stark beschädigt. Unter dem Rasterelektronenmikroskop war zu erkennen, dass die 50 noch sichtbaren „Punktierungen“ möglicherweise „alle mit dem gleichen Werkzeug – möglicherweise in relativ kurzer Zeit – gemacht wurden“. So ein Forscherteam um Sahra Talamo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig in einer jetzt veröffentlichen Studie in „Nature“.

In dieser Untersuchung vom 25. November 2021 legen die Forscher vor allem ihre Neubewertung und C14-Datierung der Funde vor. Der Anhänger sei ihrer Meinung nach rund 41.500 Jahre alt und damit der älteste Schmuck dieser Art in Asien und Europa. „Wann die punktförmigen Ornamente in Eurasien auftauchten„, können sie indes nicht genau sagen. Ebenso wenig, was diese geschwungene Linie aus den winzigen, runden Einkerbungen überhaupt bedeuten sollten.

Nur Dekor oder doch mehr?

Hier sollte man bedenken, wie klein diese Löcher auf dem Objekt tatsächlich sind. Zur Erinnerung: Das zu erkennende Bohrloch (s. Titelbild) rechts oben auf dem Fundstück misst gerade mal knapp über 2 Millimeter im Durchmesser. Vermutlich dienten diese Bohrungen dazu, um das Stück mit einem Band als Anhänger um den Hals zu tragen. Ob das stimmt, kann man nicht sagen. Auch nicht, ob die kleinen Löcher wirklich bloßes Zierrat waren. Ornamente als abstrakte Kunst, um den Schmuck zu verschönern.

Der Betrachter, etwa eine andere Person der Sippe, musste da schon ganz genau hinschauen, um diese „Verschönerung“ überhaupt wahrzunehmen. Auch wenn das Schmuckstück vor über 40.000 Jahren natürlich in einem bessern Zustand war. Auch farblich. So schreiben Talamo und ihr Team in ihrer Analyse zu diesen Verzierungen unter anderem:

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Das punktförmige dekorative Motiv ist eine der künstlerischen Innovationen, die sich während des frühen Aurignacian (Jungpaläolithikum, Anm. LAF) in Europa und in den russischen Ebenen entwickelt haben. Bisher wurden diese Markierungen auf mobilen Objekten als Jagdzählungen, arithmetische Zählsysteme oder Mondnotation interpretiert, während andere ästhetische Zwecke nahelegten.

Die auf dem Stajnia-Anhänger dargestellte Schleifenkurve ähnelt den gravierten Mustern der Blanchard-Plakette. Ob diese Markierungen zyklische Notationen oder Tötungsergebnisse anzeigen, bleibt eine offene Frage, obwohl die Ähnlichkeit mit dem Mondanalemma auffallend ist.“

Ob die Kerben „als einfache Dekoration dienen“ sollten, wissen sie nicht. Obwohl die Forscher einen Vergleich mit prähistorischen Steinmalereien aus Südwestfrankreich heranziehen, die sie  „Blanchard-Plakette“ nennen. Hierbei handelt es sich um 37.000 Jahre alte Zeichnungen an den Felsüberhängen von Abri Blanchard bzw. am Abri Castanet. Die weltberühmte Höhle von Lascaux mit ihren prähistorischen Höhlenmalereien befindet sich ganz in der Nähe.

Auch hier fanden sich solche sonderbaren Punkte als mutmaßliche Kunst.

Der älteste Kalender der Menschheit?

Allerdings ist das Phänomen durchaus an sehr vielen verschiedenen archäologischen Funkplätzen und Artefakten vorzufinden. In Europa ebenso wie im Kongo in Afrika. Die Ähnlichkeit dieser Objekt mit dem Fund aus Polen ist erstaunlich und augenscheinlich, wie in diesem Blog-Artikel HIER umfangreich beschrieben.

Vor rund 10.000 Jahren haben unsere Vorfahren den angeblich ältesten Kalender der Welt in Schottland gebaut. Entdeckt wurde er auf einem Feld nahe dem „Crathes Castle“ in Aberdeenshire (s. a. Beitrag HIER) von Forscher der Universität von Birmingham. Dort zeigten sich eine Reihe von dunklen Verfärbungen im Erdreich, die sich nach Ausgrabungen durch Vincent Gaffney und seinem Team schnell als uralte Pfostenlöcher herausstellten. Insgesamt entdeckten sie ein Dutzend Gruben, von denen einige mehr als 2 Meter Durchmesser haben.

Der 10.000 Jahre alte Kalender von Warren Field in Schottland: wirklich der älteste Kalender der Welt? (Bilder: V. Gaffney / Montage: Fischinger-Online)
Der 10.000 Jahre alte Kalender von Warren Field in Schottland: wirklich der älteste Kalender der Welt? (Bilder: V. Gaffney / Montage: Fischinger-Online)

Computersimulationen und eine Überprüfung der Lage der Funde mit der geographischen Umgebung zeigte, dass hier eine „Urzeit-Uhr“ entdeckt wurde. Einen Kalender.

Doch wie der Fund aus der Stajnia-Höhle in Polen zeigt, könnten Kalender (Mondkalender) zehntausende Jahre früher von unseren Ahnen angefertigt worden sein. Eben in Form derartige Objekte, die heute ratlose Archäologen teilweise als bloße Dekoration deuten. Schon 1972 führte Alexander Marshack vom Peabody-Museum der Harvard Universität in seinem Buch „The Roots of Civilization“ eine ganze Liste solcher mutmaßlichen Vorzeit-Kalender auf Kunstwerken auf.

Sie alle waren zehntausende Jahre alt. Sie stammten aus Zeiten, als unserer Vorfahren angeblich nur einfache primitive Jäger und Sammler waren. Der Fund aus Polen wäre mit etwa 41.500 Jahren dann – sofern solche Deutungen zutreffen – der ältisten Kalender der Menschheit überhaupt!

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Aus Respekt vor Corona-Opfern: „UFO-Tag“ in Indonesien abgesagt: Was aber steckt hinter diesem „Feiertag“ im fernen Asien?

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Aus Respekt vor Corona-Opfern: "UFO-Tag" in Indonesien abgesagt (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Aus Respekt vor Corona-Opfern: „UFO-Tag“ in Indonesien abgesagt (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Denkt man an einen „UFO-Tag“ oder sogar „Welt-UFO-Tag“ als eine Art Feiertag im Sinne der Unbekannten Flugobjekten, denkt man mit Sicherheit direkt an die USA. Doch solche Veranstaltungstage gibt es nicht nicht nur dort. Weltweit findet man diese, auch wenn nicht alle am gleichen Datum stattfinden. So auch im asiatischen Inselstaat Indonesien, wo dieser jetzt aufgrund von „Corona“ ausgefallen ist. Doch dort steckt noch mehr hinter dem „indonesischen UFO-Tag“, als man es auf den ersten Blick vermutet. Was, das erfahrt Ihr hier.


Ein Tag in Zeichen der UFOs

Ein „UFO-Tag“ als „Feiertag“ für das UFO-Phänomen?! Vor allem Kritiker halten das nicht nur für absurd, sondern für vollkommenen Unsinn. Obwohl es in vielen Ländern der Erde solche „UFO-Tage“ für die Interessierten gibt, sind diese natürlich keine wirklichen Gedenktage. Denn daran denken sicher die meisten Menschen, wenn sie von einem „Feiertag“ lesen. Vielmehr sind es Tage, an denen sich Veranstaltungen rund um das Thema konzentrieren.

Tagungen, Kongresse, Vorträge und Ausstellungen sind der Kern solcher Tage. Je nach Land finden sie zu unterschiedlichen Tagen statt. Wie etwa in Japan, worüber kürzlich diese Video HIER bei Mystery Files auf YouTube online ging.

Das Bild solcher „UFO-Tage“ bestimmt hierzulande natürlich der „UFO-Tag“ in den USA. Wie könnte es auch anders sein? Dort gibt es grundsätzlich zwei solcher Tage – einmal der 24. Juni (UFO-Sichtung von Kennteh Arnold) und einmal der 2. Juli (UFO-Absturz von Roswell). Vor allem deutsche UFOlogen aus der kritischen Ecke sprechen hierbei von reinem Kitsch und Kommerz, da an diesen Tagen in den USA vorherrscht. Was bis zu einem gewissen Grad auch absolut zutreffend ist!

Andere Länder begehen oder feiern ihren „UFO-Tag“ weniger bunt und schrill, wie die Amerikaner. Etwa Indonesien. Ein Land, dass in Sachen UFO-Forschung oder UFOs an sich wohl die wenigstens „auf dem Schirm haben“. Auch dort gibt es diesen „Gedenktag“, der hier auf den 21. Juli fällt. Und jetzt aus Respekt von den Opfern der Corona-Pandemie in ihrem Land abgesagt bzw. verschoben wurde, wie es am 22. Juli in einer Pressemitteilung aus Yogyakarta hieß.

Dass in Indonesien das UFO-Phänomen oder allgemein Weltraum-Themen eher Nebensache sind, war der Grund dafür, dass der dortige Tag der UFOs ins Leben gerufen wurde. Allerdings unter ganz anderen Voraussetzungen wie etwa in den USA, wo das Phänomen an sich oftmals gefeiert wird.

Ein „Indonesischer UFO-Tag“

In Indonesien wurde vor wenigen Jahren die „Indonesia Space Science Society „(ISSS) gegründet. Die erste Gesellschaft dort, die es sich zum Ziel gemacht hat, interdisziplinär Themen der Astronomie und des Weltalls für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Weltraumforschung, SETI oder auch das UFO-Phänomen sind Teil davon. Aus Veranstaltungen, in Vorträgen und Publikationen wollen die Wissenschaftler wie Laien der ISSS die indonesische Bevölkerung für solche Themen begeistern.

Immerhin sei das Land in Sachen Astronomie rückständig, was die ISSS-Mitglieder durch ihr Engagement ändern wollen.

Selbst eine staatliche Weltraumforschungsbehörde namens LAPAN wurde dort bereits gegründet. Sie plant den Bau eines modernen Observatorium auf einem dortigen Archipel. Die ISSS will UFO-Fans, Laien und Astronomen als ein Treffpunkt miteinander verbinden. Deshalb finden auch alljährlich Treffen statt, „bei dem Informationen ausgetauscht und Ansichten und Entwicklungen in allen Bereichen ausgetauscht werden, in denen sie tätig sind“. So VenzhaChrist, der Direktor des ISSS.

Durch die Initiative des „Indonesia UFO Network“ (IUN) in Yogyakarta entstand daraus der indonesische „UFO-Tag“. Das IUN gründetet sich erst im Mai 2019 und konnte im Juli 2019 bereits landesweit Institute und Gemeinden zu einem Kongress zusammenbringen. Ein Jahr später entstand aus dem Tag der Veranstaltung der dortige „UFO-Day“ am 21. Juli. Der nun ausfallen musste. Dazu Venzha Christ in einer Pressemitteilung vom 22. Juli:

Dieses Mal wurde vereinbart, es abzuschaffen, um die steigende Zahl von Covid-19-Opfern in Indonesien zu respektieren und auch an der Unterstützung der laufenden Notfall-PPKM-Periode teilzunehmen.

Man wolle den Tag 2021 nicht ganz ausfallen lassen, so Christ. Im Dezember soll dieser mit dem geplanten Astronomie- und UFO-Kongress nachgeholt werden. Sofern es die Corona-Lage in Indonesien zulässt …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Sensationelle Entdeckungen in Kasachstan? Ein „zweites Nazca“ mit dutzenden Geoglyphen in Asien gefunden (Video)

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Zweite Nazca in Kasachstan (Bilder: Google Earth)
Zweite Nazca in Kasachstan (Bilder: Google Earth)

Sensationelle Entdeckung im Norden von Kasachstan? In der Tat: derzeit berichten verschiedenen Internetseiten, dass Wissenschaftler eine Art „zweites Nazca“ mit Dutzenden Geoglyphen (Bodenbilder) mit Hilfe von Google Earth/Satellitenbildern gefunden haben. Doch ganz neu ist die Entdeckung nicht – aber spannend. Details auf meinem Video-Kanal „Ancient Aliens & Mystery Files“ bei YouTube.

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Von Lars A. Fischinger

HALLO, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die Scharrbilder der Hochebene von Nazca sind seit Erich von Däniken weltweit bekannt. Vor allem bei Archäologen und natürlich im Kreise der Prä-Astronautik. Doch auch in Asien (und anderswo) existierenden ähnliche Bodenbilder und Geoglyphen. Liegt hier ein „zweites Nazca“, das auch schon in Südafrika mit eher fraglichen Hinweisen vermutet wurde?

Forscher um Irina Shevnina und Andrerw Logvin rätseln jedoch seit Jahren über Herkunft, Zweck und Alter der sonderbaren Funde in Nord-Kasachstan.

Alles weitere in diesem Video. „Teilen“ und/oder verbreiten ist natürlich erwünscht und Ihr könnte den Kanal auch gerne abonnieren:

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Also, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen, ran an die Tasten! Postet mir weiter Eure Fragen, Kommentare & Meinungen dazu.

Und schon jetzt danke ich Euch für Eure „LIKEs“ und wenn ihr meinen Kanal weiter empfehlen würdet, ihn abonniert und meine Videos verlinkt.

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

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Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren?

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Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: E. H. Colbert)
Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: E. H. Colbert)

Jene Forscher, die sich mit der Kryptozoologie befassen, suchen nicht nur heute nach Tieren, die als ausgestorben oder unbekannt gelten. Sie verweise auch immer wieder auf Tierdarstellungen der Vergangenheit, die an ausgestorbene Tiere erinnern. Hierzu gehört eine fast 5000 Jahre alte Bronze-Figur der Sumerer, die vor rund 100 Jahren in den Ruinen der Stadt Kish in Mesopotamien entdeckt wurde. Vergleiche zeigen, dass das dargestellte Tier starke Parallelen zu einer Gattung zeigt, die eigentlich tausende Jahre zuvor schon ausstarb. Wie kann das sein? Oder wurde hier nur ein normaler Hirsch mit Phantasie vermischt?


Kryptozoologie

Die uralte Zivilisation der Sumerer aus Mesopotamien verbindet heute wohl kaum jemand mit der Kryptozoologie. Denn der zoologische Forschungszweig der Kryptozoologie sucht nach Tieren, die als längst ausgestorben gelten. Oder solche, die bisher noch nicht für die Wissenschaft entdeckt wurden.

So hat wohl jeder schon mal von dem Bigfoot und dem Yeti gehört. Große „Affenmenschen“, von denen in vielen Regionen der Erde immer wieder Exemplare gesehen worden sein sollen. Entdeckt, belegt und wissenschaftlich klassifiziert hat diese offenbar nahen Verwandten des Menschen bisher niemand. Und doch sind viele Forscher sicher, dass es sieht gibt.

Tatsächlich wurden und werden immer wieder Tierarten entdeckt, die der Forschung zuvor unbekannt waren. Oder die als unlängst ausgestorben galten. So spektakulär wie ein riesiger behaarter Affenmensch wie etwa der Bigfoot sind diese natürlich nicht.

Kryptozoologen und auch Autoren des Phantastischen verweisen in ihren Veröffentlichungen aber auch immer wieder auf sonderbare Tierdarstellungen aus längst vergangenen Zeiten. Diese scheinen Wesen zu zeigen, die es heute nicht oder nicht mehr gibt. Selbst Darstellungen von Kreaturen oder „Monstern„, die sehr an Dinosaurier erinnern, sind darunter. Und das in aller Welt, wo solche Abbildungen oder sogar Figuren von den unterschiedlichsten Völkern hinterlassen wurden.

Sie alle sind meistens eine Frage der Interpretation und des Deutungs-Willens. Während die einen beispielsweise solche Tiere auf Felszeichnungen als „Fabelwesen“ oder „mythische Tiere“ interpretieren, sehen andere hier Hinweise, dass sie reale Lebewesen zeigen. Zum Beispiel Saurier, die von Menschen selber gesehen wurden und damit nicht vor 65 Millionen Jahren ausstarben.

Andere Funde – vor allem von eindeutigen Dinosaurier-Figuren und –Abbildungen – werden meist pauschal als Schwindel bezeichnet.

Kryptozoologie, Dinosaurier und Huftiere

Und so hat man bei all den mutmaßlichen Hinweisen, dass unsere Ahnen vor zum Teil Jahrtausenden Tiere abgebildet haben, die es eigentlich nicht mehr gegeben haben kann, seit Jahrzehnten eine nie endende Diskussion. Darstellungen von eindeutigen Dinosauriern werden dabei von der etablierten Forschung meist pauschal als Fake beiseite geschoben. Menschen und Saurier verpassten sich um fast 65 Millionen Jahre auf diesem Planeten, so die übliche Lesart der Erdgeschichte.

Damit kann kein Mensch diese Giganten der Urzeit mit eigenen Augen gesehen haben, da diese lange vor den ersten Menschen vom Antlitz der Erde verschwunden waren. Oder überlebten sie doch bis in historische Zeiten, fragen andere Autoren.

Zweifellos sollte jeder skeptisch werden, je spektakulärer die vorgezeigten Funde erscheinen. Vor allem dann, wenn sie als „Beweise“ angepriesen werden – und dann eine mehr oder weniger fragwürdige Fundgeschichte ausweisen. So etwa bei vielen der „Steine von Ica“ aus Peru, zu denen HIER ein Mystery Files-Video eines Vortrages online ist.

Sind also alle angeblichen Beweise, dass Menschen vermeintlich ausgestorben Tiere in der Vergangenheit gesehen haben, hinfällig? Ich denke nicht.

Kryptozoologen dokumentieren immer wieder interessante Tiere und die nicht minder spannenden Hinweise auf diese. Einer von ihnen ist der bekannte Forscher und Autor Dr. Karl Shuker. Er legte unter anderem schon 1995 das Standardwerk „In Search of Prehistoric Survivors“ vor, das seit dem in verschiedenen Auflagen erschien.

In diesem Buch berichtet er unter anderem von einem „rätselhaften Wagenring sumerischen Ursprungs“. Dieser sei „mit der Skulptur eines großen Geweihtieres verziert ist, dass eine verblüffende Ähnlichkeit mit einer sehr großen asiatischen und afrikanischen Sivathere, dem Sivatherium, aufweist“, so Shuker. Dieser Fund sei „fesselnd“ aber auch „umstritten“.

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: Field Museum of Natural History/ CC BY-NC 4.0 & deviantart.com/nankeyike)
Rätselhafte Figur: Links die fats 5000 Jahre alte Darstellung der Sumerer, rechts eine Rekonstruktion einer „Rindergiraffe“ (Bilder: Field Museum of Natural History/CC BY-NC 4.0 & deviantart.com/nankeyike)

Vor 8000 Jahren ausgestorben

Hierbei hat Shuker nicht untertrieben. Auch wenn ein Sivatherium alles andere als ein Dinosaurier ist.

Dieses Tier gehört zu den „Rindergiraffen“, die eine Art Mischung aus Giraffe, Kuh und Hirsch waren. Heute gibt es sie nicht mehr, denn diese Huftiere lebten vor etwa 12 Millionen Jahren und starben offiziell vor 8000 Jahren aus. Sie leben in Asien ebenso wie in Afrika und den warmen gebieten Europas. Durchaus beeindruckende Tiere, da sie bis zu drei Meter groß wurden und einige aus der Familie an die 400 Kilogramm auf die Waage brachten. Aktuellere Schätzung sprechen sogar von einem Gewicht von über 1,2 Tonnen.

Unsere Vorfahren haben dieses Tier also noch mit eigenen Augen sehen können. Die genannte Figur von Shuker passt aber ganz und gar nicht zu der üblichen Datierung dieser Tiere. Sie stammt von den Sumerern und heutige Irak und entstand erst tausende Jahre nachdem das Sivatherium angeblich ausstarb.

Deutlich ist nach all den Jahrtausende ein Huftier („Paarhufer“) zu erkennen, dass vier Hörner am Kopf trägt. Zwei große und nach außen abstehende Hörner seitlich am Hinterkopf und zwei kleine direkt über den Augen auf dem Schädel. Seitlich abstehend erkennt man die Ohren und in der Nase so was wie ein Ring mit einem Strick, der zu einem der Vorderbeine führt. Das dargestellte Tier war demnach offensichtlich domestiziert.

Gefunden wurde diese Figur bereits 1928 bei Ausgrabungen des „Field Museum of Natural History“ (Chicago) und der Universität Oxford in der uralten sumerischen Stadt Kish. Vor Jahrtausenden war das rund 18 Zentimeter große Fundstück aus Bronze ein dekoratives Teil eines Schreitwagens der alten Sumerer. Ersten Datierungen nach war das vor 5500 Jahren. Wobei nachfolgende Untersuchungen des Fundes die Figur auf 2800 bis 2750 vor Christus datieren, so David S. Reese 1990 in dem Magazin „Cryptozoology“ (Nr. 9).

Nur ein normaler Hirsch der Sumerer?

Da diese Tierart vor 8000 Jahren ausgestorben sein soll, macht eine jüngere Datierung das Objekt in diesem Fall sogar noch interessanter.

Erstmals beschrieben wurde die Figur schon 1930 und 1931 von den Forschern Dr. Berdhold Laufer („Field Museum News“, Vol. 1, No. 3, 1930) und Henry Field („Art and Archaeology“, Vol. 31, No. 5, 1931). Laufer, der ehemalige Kurator für Anthropologie am „Field Museums“, schrieb damals unter anderem:

„(…) ein langes und schweres Seil von der Schnauzte des Tieres deutet darauf hin, dass Hirsche von den frühen Sumerern lebend gefangen und gezähmt worden sein müssen.“

Somit war die Identifizierung des Tieres mit seinem Geweih als Hirsch beziehungsweise Dammhirsch „in trockenen Tüchern“, wie man so schön sagt.

Jedoch nicht sehr lange, denn bereits 1936 meldete der Paläontologe Edwin H. Colbert in dem Fachmagazin „American Anthropologist“ (Nr. 38) Zweifel an der Deutung als Hirsch an. In seinem Artikel stellte er die Frage ob „existierende Sivatherium den frühen Sumerern bekannt“ waren und listet insgesamt 7 Punkte auf, die seiner Meinung gegen einen Hirsch sprechen. Und damit für eine Darstellung eines Sivatherium.  Er glaubt nicht, dass „der sumerische Künstler seiner Fantasie freien Lauf ließ und zufällig ein Tier schuf, das Sivatherium verblüffend ähnlich sieht“.

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: Field Museum of Natural History/ CC BY-NC 4.0 & deviantart.com/nankeyike)
Nur ein Hirsch? (Bilder: Field Museum of Natural History/CC BY-NC 4.0)

Vor allem sind es die vier erkennbaren Hörner der Figur. Kein lebendes Huftier in dieser Größe hat solche Merkmale. Ein Hirsch so oder so nicht. Damit ähnelt das Artefakt in seinen Details weit mehr einem Sivatherium, was kaum Zufall sein kann, so Colbert. Diese Tiere wären folglich noch in den Zeiten der Sumerer, die als erste Zivilisation der Menschheit gelten, über die Erde gestreift. Und von diesem Volk gefangen und domestiziert worden.

Überlebt und vergessen?

Was allerdings wieder erstaunlich ist. Denn egal ob Hirsch oder riesige „Rindergiraffen“: Warum versah man das Tier mit einer „Leine“ und wozu dienten die Geschöpfe letztlich den Menschen? Hielten die Sumerer es in Gehegen, vielleicht als Nahrung?

Colbert verwies schon damals auf Funde in Afrika, die darauf hindeuten könnten, dass diese Sivatherium dort noch in mehr oder weniger historischer Zeit lebten. Eingewandert von Indien über den Nahen Osten beziehungsweise Mesopotamien und damit quer durch das Land der Sumerer. Und so resümiert Colbert am Ende seiner Untersuchung folgendes:

Ist es also nicht möglich, dass irgendwo in Kleinasien Sivatherium bis in die jüngste Zeit überlebt hat? Diese Frage ist gegenwärtig mehr oder weniger im Bereich der Spekulation, aber sie muss nicht als völlig hypothetisch verworfen werden hypothetisch verworfen werden, vor allem angesichts der Beweise, die die kleine Figur, die an einem Zügelring in Kish gefunden wurde.“

„Ob die Ähnlichkeiten echt oder nur zufällig sind, ist eine höchst umstrittene Frage“, unterstreicht Colbert in seiner Untersuchung. Das sieht auch Shuker so, den die Ähnlichkeit dennoch beeindruckt. So schreibt er in „In Search of Prehistoric Survivors“:

„(…) aber die morphologische Übereinstimmung zwischen der Figürchen und der wahrscheinlichen Aussehen von Sivatberium (basierend auf Rekonstruktionen aus fossilen Beweisen) ist überzeugend genug, um diesen Gedanken ernsthafte Erwägung zu ziehen.“

Dann wurde es bis 1977 still um diesen außergewöhnlichen Fund. Bis der Doktorand Michael Miiller-Karpe von der Universität Heidelberg eine „bemerkenswerte Entdeckung“ im „Field Museum“ machte.

„Fabelwesen“ der Sumerer?

So berichtete das „Field Museum of Natural History Bulletin“ (Vol. 48, No. 10, November 1977) in einer kleinen Notiz, dass Miiller-Karpe „in einer kleinen Kiste mit getrocknetem Schlamm in einem Field Museum-Lagerraum“ zufällig bei der Durchsicht von „hunderten Metallgefäßen aus dem Alten Orient“ Stücke der Tierfigur wiederfand. Es war „das korrodierte Geweih des Hirsches“, so das Museum in seiner Mitteilung.

Durch diesen Zufallsfund konnten die Experten die Figur der Sumerer wieder komplettieren. Heraus kam ein Huftier mit einem Geweih, das nicht den meisten früheren Interpretationen und Rekonstruktionen eines Sivatherium entsprach. Diese verzweigten Hörner erinnern nun wieder an einen Hirsch.

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren?
Ruinen von Kish und Karte von Mesopotamien (Bilder: gemeinfrei & Archiv Autor)

Die Diskussion war damit aber noch lange nicht beendet.

So erschien beispielsweise 1990 in „Cryptozoology“ (Nr. 9) der Beitrag „Sivatherium defended“ von Christine Janis, in dem sie die Deutung der Figur als ausgestorbenes Vorzeit-Tier verteidigte. Denn der massive Körperbau der Figur entspräche nicht dem eines Hirsches. Und natürlich haben Hirsche keine doppelten Hörner zusätzlich auf dem Schädel über den Augen. Außerdem gab es Variationen der großen Hörner oder des Geweihs von „Rindergiraffen“, wie es Fossilienfunde aus Afrika beweisen.

Auch spätere Veröffentlichungen diskutierten den Fund weiter. Einheitlich und vor allem verbindlich einigen, was man da letztlich sieht, konnte man sich bisher nicht. Auch Argumente wie „künstlerische Freiheiten“ oder einfach „Fabelwesen“ der Sumerer wurden ins Spiel gebracht. Demnach habe der Künstler sich von realen Tieren seiner Umgebung inspirieren lassen und so ein Phantasiewesen erschaffen.

Ob diese Deutung zutreffen ist, bleibt dahingestellt. Nicht weniger wie der Erklärungsversuch, dass der sumerische Schöpfer der Figur von tausenden von Jahren seine Vorlage nicht genau gesehen hat. In diesem Fall also einen Hirsch. Er habe das Tier deshalb mit zwei zusätzlichen Hörnern und einem derart massiven Körper angefertigt.

Vielleicht ja, vielleicht nein …

Was in der Folge bleibt, ist, dass niemand bisher diese Figur erklären kann. Jede Interpretation hat ihr Für und Wider.

Die Figur selber wurde auf etwa 4800 Jahre datiert. Demnach wurde sie rund 3200 Jahre nach dem angenommenen Aussterben der „Rindergiraffen“ in Sumer geschaffen. Sicher muss deshalb die „Geschichte der Menschheit“ nicht umgeschrieben werden, wie es vielfach bei archäologisch sonderbaren Funden heißt. In diesem Fall wäre es so oder so eher die Geschichte der Zoologie.

Eigentlich jedoch klingt es durchaus nachvollziehbar, dass wenige oder kleine Populationen dieser Spezies ihr eigenes Aussterben „verpasst“ haben. Auch das Mammut, ein Gigant der Eiszeit und wohl das bekannteste Tier der damaligen Welt, verpasste in einer einsamen Region der Welt das große Aussterben seiner Art.

Ihr Aussterben begann vor 14.000 Jahren und in den heutigen USA verschwand es vor rund 12.000 Jahren. Ganz anders erging es dem Wollhaarmammut auf der Wrangelinsel im Osten von Sibirien, wie dort gefundene Fossilien belegen. Hier lebten noch vor 3700 bis 4000 Jahren Mammuts. So das Ergebnis einer Studie um Anthony J. Stuart von der Durham University über „die letzten Wollhaarmammuts“, die in „Quaternary Science Reviews“ (Vol. 21. Issues 14-15, August 2002) erschien.

Demnach lebten noch 2000 oder 1700 vor Christus Mammuts in Sibirien, als viele tausend Kilometer weiter in Ägypten die Pharaonen bereits in der 11. und 12. Dynastie herrschten. Und die Pyramiden von Gizeh bereits mindestens 500 Jahre standen. Da erscheint die Szene aus dem Spielfilm „10.000 BC“ von Roland Emmerich von 2008, in der Mammuts beim Pyramidenbau eingesetzt werden, in einem anderen Licht. Auch wenn hier von 10.000 vor Christus erzählt wird …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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UFO-Sichtungen schon 1884: Die erstaunlichen Zeugenberichte des buddhistischen Meisters Hsu Yun aus China (+ Videos)

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UFO-Sichtungen schon 1884: Die erstaunlichen Zeugenberichte des buddhistischen Meisters Hsu Yun aus China. (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
UFO-Sichtungen schon 1884: Die erstaunlichen Zeugenberichte des buddhistischen Meisters Hsu Yun aus China. (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

„Fliegende Untertassen“ im Sinne des Kürzel UFO hatten im öffentlichen Bewusstsein fraglos 1947 ihre Geburtsstunde. Doch Sichtungen unbekannter Objekte am Himmel und anderswo gab es schon zu allen Zeiten. Hier suchen vor allem Forscher und Autoren auf dem Gebiet der Prä-Astronautik nach solchen „antiken UFOs“ oder entsprechenden Berichten vor 1947. Und solche hat auch der 1959 verstorbenen und bis heute verehrte Buddhismus-Meisters Hsu Yun (Xu-Yun) in seinen Schriften überliefert. Er sah im Laufe der Jahre zahlreiche Himmelserscheinungen oder -Lichter, die bis in das Jahr 1884 zurückgehen und die er ehrfürchtig beobachten konnte. Was aber könnten diese UFOs gewesen sein? Es sind erstaunliche Beschreibungen, die sich bei genauer Betrachtung heute kaum mehr sicher erklären lassen!


Hsu Yun und UFOs im Jahr 1884

Der chinesische Zen-Meister Hsu Yun (auch Xu Yun) gilt bis heute als einflussreichster und wichtigster Lehrer des Buddhismus des 19. und 20. Jahrhunderts. Ein weiser Meister, der nach langer Meditation seine „Erleuchtung“ erlangte und angeblich am 26. August 1840 geboren wurde. Angeblich deshalb, da er am 13. Oktober 1959 starb und damit 119 Jahre alt geworden wäre.

Seine Weisheiten und erleuchteten Lehren gab Hsu Yun nicht nur an seine Schüler weiter. In Asien unterstütze er buddhistische Gemeinschaften und setzte sich tatkräftig für den Erhalt alter Tempel ein. Von Thailand über Tibet bis China gewann er Anhänger und Einfluss. Kaum jemand in den letzten 200 Jahren erlangte als Zen-Meister so viel Einfluss und Verehrung.

Als geachteter Weiser hinterließ er auch eine Reihe von Schriften. So auch eine Autobiografie mit dem Titel „Empty Cloud“, die erst 1988 erstmals in englischer Sprache erschien. Und in dieser findet sich eine äußerst sonderbare Episode über ein seltsames Erlebnis, dass Hsu Yun als junger Mann bereits im Jahr 1884 hatte. Wie jung er damals auch tatsächlich gewesen sein mag.

Leuchtende Bälle am Himmel

So schildert der Meister, dass er damals den Da-luo Peak (Ta Lo Berg / Wu-tai) in China besuchen wollte, als er seine Aufmerksamkeit in den Himmel richtete.

Dort erblickte er zu seiner Verwunderung „Weisheit-Lampen“ („wisdom lamps“), wie er sie nennt, die nicht von dieser Welt zu sein schienen. Und diese UFOs sah er mehrfach. Meister Hsu Yun berichtet über diese „Lichtkugeln“ („balls of light“) in seinen Erinnerungen:

Ich stieg auf den Da-luo Peak, wo ich in Ehrfurcht den ‚Weisheit-Lampen“ sagte, sie mögen sich zeigen. In der ersten Nacht sah ich nichts, aber in der zweiten. Ich sah einen großen Ball aus Licht von Norden zum zentralen Peak fliegen, wo es runter kam und sich kurze Zeit später in mehr als zehn Bällen von unterschiedlicher Größe teilte.

In der gleichen Nacht sah ich auf dem zentralen Peak drei Lichtbälle in der Luft hoch und runter fliegen und am nördlichen Peak vier Lichtkugeln in unterschiedlicher Größe.

Was hier 1884 am Himmel gesehen wurde, ist fraglos erstaunlich und seltsam. Denn normale „Sternschnuppen“ oder Boliden würden beispielsweise nicht ein derartiges Flugverhalten zeigen. Sie fliegen nicht „hoch und runter“ oder erscheinen gleichzeitig und vor allem zusammen in so großer Zahl. Wobei Boliden als Feuerbälle aus dem All sich durchaus „teilen“ können. Und zwar wenn sie in der Atmosphäre in mehrere Teile explodieren.

Die Beschreibungen von Hsu Yun klingen nicht nach derartigen natürlichen Himmelserscheinungen. Auch sagt eine bebilderte Biographie des Meisters, in der auch diese „UFO-Begegnungen“ im Bild festgehalten sind, dass Menschen oft genau an diesen Platz kommen, um solche „Weisheit Lampen“ selber zu sehen. „Die Menschen kamen oft an diesen Ort, um zu sehen, welches Glück sie haben könnten“, wie es darin auf Seite 75 heißt. Heute würde man das in der UFO-Forschung wohl einen „UFO Hotspot“ nennen …

„Jeder Feuerball war einzigartig“

Auch in der genannten „Bilder-Biographie“ findet sich dieses Erlebnis wiedergegeben. Und zwar leicht abweichend in folgenden Worten:

Doch in der zweiten Nacht sah er einen Feuerball, der vom Nordgipfel heraufflog und am Mittelgipfel niederging, wo er sich in mindestens zehn unterschiedlich große Flammenbälle teilte. In der dritten Nacht seines Aufenthalts sah er drei Feuerbälle, die am Himmel um den Central Peak auf und ab flogen, und vier oder fünf Feuerbälle unterschiedlicher Größe, die in der Nähe des North Peak auf und ab flogen.“

Der Zeuge nennt die Objekte „Lichtbälle“ und „Lichtkugeln“ und identifizierte sie selber als „Weisheit-Lampen“. In der bebilderten Biographie werden sie „Feuerbälle“ und „Flammenbälle“. genannt. Und dort wird auch vermerkt:

Zuerst war nichts Ungewöhnliches zu sehen, aber dann erschienen sie alle: Große, kleine, und dazwischen – jeder Feuerball war einzigartig.

Alle diese Beschreibungen klingen auf den ersten Blick nach den sogenannten asiatischen „Glückslaternen“ oder „Wunschlaternen“, die hierzulande meist als „chinesische Himmelslaternen“ bekannt sind. Diese „Kong-Ming-Laternen“, wie sie auch heißen, sorgten bis vor einigen Jahren auch hierzulande für zahlreiche Meldungen von UFOs. Zum Teil noch heute.

UFO-Sichtungen schon 1884: Die erstaunlichen Zeugenberichte eines buddhistischen Meisters - Bild 2
li.: Meister Hsu Yun „zollt den Weisheits-Lampen Respekt“ / mi. und re.: „Moderne Himmelslaternen“

Doch es ist wohl mehr als fraglich, dass Meister Hsu Yun diese im 19. Jahrhundert nicht selber kannte und so vor allem erkannte. Ebenso beschreibt er, dass eines der Lichter herunter kam und sich daraufhin „in mehr als zehn Bällen von unterschiedlicher Größe teilte“. „Himmelslaternen“ aus Papier teilen sich nicht. Oder hat er das ganze nur falsch beobachtet und später in sein Sichtfeld fliegende Laternen so gedeutet, als habe sich die erste aufteilt?

Wieso sollen dann aber alle Himmelslichter „einzigartig“ gewesen sein?

Ein Hotspot für Meteore?

Kritisch muss man hier einhaken, dass Hsu Yun „in Ehrfurcht den ‚Weisheit-Lampen‘ sagte, sie mögen sich zeigen“, was sie dann später auch taten. Er konnte also fast schon auf ihr Erscheinen warten. „Er zollt den Weisheits-Lampen Respekt“, unterstreicht dazu die illustrierte Biografie unter einem entsprechenden Bild, das den Meister im Gebet vor den Lampen zeigt (im Bild oben links).

Wie darin auch festgehalten wurde, pilgern oft Menschen an diesen Ort, um genau solche Himmelszeichen mit eigenen Augen zu sehen. Das alles nur deshalb, da irgendwo in der Ferne am Da-luo Peak beziehungsweise Ta Lo Berg irgendwer mehr oder weniger regelmäßig „Glückslaternen“ in den Himmel steigen lies? Quasi als frühzeitliche UFOs für die Zeugen?

Normalerweise erhofft sich (zumindest soweit mir bekannt!) genau derjenige Glück mit diesen Lichtern, der sie auch persönlich steigen lässt. Und nicht jene Menschen, die sie mehr oder weniger zufällig aus der Ferne sehen – und vor allem nicht als solche identifizieren können.

Absurd wäre es anzunehmen, dass Menschen hierher pilgerten, da exakt dort immer wieder Meteore beziehungsweise Boliden feurig und leuchtend am Himmel zu bestaunen waren. Die Bezeichnung „Flammenbälle“ mag zu dieser Deutung sicher verleiten.

Diese Geschosse aus dem All treffen jedoch jeden Tag vollkommen ohne jeden „Hotspot“ die Erde. Deren Erscheinung ist willkürlich und damit absolut zufällig und es gibt keinen Platz, an dem sie häufig zu sehen wären und an dem man auf sie praktisch warten kann. Auch widersprechen „Sternschnuppen“ und ähnliches den oben wiedergegeben Details der Beschreibung dieser Lichter.

Was immer diese zahlreichen und seltsamen runden Lichter 1884 waren, heute würde man derartige Beobachtungen zweifelsohne als UFO-Sichtung ansehen und dokumentieren.

Wären es normale „Himmelslaternen“ gewesen, ist es auch seltsam, dass Hsu Yun diese erst rund zwei Jahrzehnte später erneut sah, wie er selber schreibt. Zumindest in sehr ähnlicher Form wie bereits 1884. Warum nicht früher?

Bei diesen „UFO-Erlebnissen“ blieb es nicht

So hatten er und seine Begleiter 1902/03 eine weitere Sichtung dieser sonderbaren „Lichtbälle“ am Himmel. Auf Seite 82 seiner Autobiografie notierte er über diesen zweiten Vorfall folgendes:

Später in der Nacht sahen wir unzählige himmlische Lichter, deren Glanz mit den ‚Weisheit Lampen‘ verwandt war, die wir zuvor auf dem Berg Wu-tai gesehen haben.“

„Unzählige“ dieser UFOs sollen hier sogar von der Gruppe gesehen worden sein. Nicht nur das, denn diese „himmlischen Lichter“ waren von einem anderen „Typ“ als jene, die er viele Jahre zuvor am Himmel sah. Sie sollen mit den damals beobachteten „Weisheit Lampen verwandt“ gewesen sein, so Meister Hsu Yun. Damit also von einer ähnlichen aber nicht identischen Art. Was er damit gemeint hat, verriet er leider nicht und bleibt somit sein Geheimnis.

Meinte er vielleicht nur, dass sie andere Farben hatten? Immerhin haben – zumindest heute – „chinesische Himmelslaternen“ auch unterschiedliche Farben. Meistens sind die orange, doch einige sind auch schlicht weiß. Große und kleinen und alle Größen dazwischen habe er 1884 gesehen, wie oben zitiert. Alle waren dabei „einzigartig“, als sie sich am Himmel zeigten. Das klingt durchaus überaus erstaunlich, wenn man sich dessen vergewissert.

Doch auch das muss grundsätzlich nicht viel bedeuten. Denn wenn die Objekte in unterschiedlichen Entfernungen zum Betrachter am Himmel flogen oder schwebten, dann erschienen sie diesem  natürlich auch unterschiedlich groß. Auch bei modernen UFOs ist das der Fall, die sich dann im Nachhinein beispielsweise als „Himmelslaternen“ herausstellten.

Was immer der buddhistische Meister hier vor weit über 100 Jahren am Himmel beobachten konnte, bleibt ein Rätsel. Und reine Spekulation. Heute wären seine Sichtungen mit Sicherheit ein Fall für UFO-Ermittler. Meister Hsu Yun jedenfalls, so kann man es seinen Schilderungen durchaus entnehmen, sah in ihnen übernatürliche Erscheinungen.

Video-Auswahl zum Thema auf Mystery Files

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Lars A. Fischinger

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Video: Fremde Kultur vom Bada Valley: Das Megalithen Rätsel auf Sulawesi, das kaum einer kennt

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Video: Bada Valley - das megalithische Rätsel in Fernost, das kaum einer kennt (Bild: mybestplace.com)
Video: Bada Valley – das megalithische Rätsel in Fernost, das kaum einer kennt (Bild: mybestplace.com)

Auf der fernen Insel Sulawesi in Südost-Asien existierte von unbekannten Zeiten eine heute unbekannte Zivilisation. Von ihr blieben fast nur hunderte Megalithfiguren übrig, von denen nicht mal genau bekannt ist, wie alt sie eigentlich sind. Diese Megalithen und menschlichen Figuren stehen als stumme Zeugen einer längst versunkenen Vergangenheit im „Lindu National Park“ und geben den Archäologen noch viele Rätsel auf.


Rätsel der Archäologie auf Sulawesi

Versunkene Kulturen und Zivilisationen der Vorzeit kennt man heute viele. Vor allem die großen Völker der Welt, wie beispielsweise die Inka in Peru oder die Megalithkultur Europas. Doch auch auf der Insel Sulawesi nördlich von Australien finden sich Spuren einer bisher fremden Kultur, die erstaunen.

Diese Spuren sind Megalithe und megalithische Figuren, die sich im Bada Valley (auch Napu Valley) im „Lindu National Park“ in Zentral-Sulawesi finden. Bis zu 4,5 Meter riesige Figuren aus Granit, die vor unbekannten Zeiten ein ebenso unbekanntes Volk dort schuf. Und dies gleich zu hunderten. Wobei nichtmal das genaue Alter der Statuen dieser fremden und verschwundenen Megalithkultur heute bekannt ist. Denn die Schätzungen des Alters dieser Megalithe reichen von 5000 vor bis 1400 nach Christus.
Also von der Steinzeit bis ins Mittelalter.

Die Erforschung dieses Rätsel der Archäologie steckt demnach noch in den Kinderschuhen und ist ein Rennen gegen die Zeit. Denn dutzende Megalithfiguren sind bereits auf dem Schmerzmarkt in Übersee gelandet.

Viele Fragen werfen die Steine auf Sulawesi bisher noch auf. Steine, die auf der Insel übrigens nicht mal vorkommen und so eigenes von den unbekannten Erbauern über das Meer dorthin gebracht wurden. Spuren dieses Volkes fanden sich auch nicht in der Umgebung.
Eine Spur scheint aber fast 14.000 Kilometer Luftlinie Richtung Osten zu führen. Und zwar zur Osterinsel (Rapa Nui) und den mächtigen Moai dort.

Was diese Megalithstätte auf der Insel so beeindruckend macht und welche Fragen diese aufwirft, das erfahrt Ihr in diesem Mystery Files-Video vom Januar 2022.

Bleibt neugierig …

Video

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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10 (erstaunliche) Dinge, die man wissen muss – über: Den Planeten Nibiru +++ Blog-Serie, Teil #7 +++

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Blog-Serie, Teil #7: "10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss - über den Planeten Nibiru (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Blog-Serie, Teil #7: „10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss – über den Planeten Nibiru (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

„10 (erstaunliche) Dinge, die man über wissen muss“ – siebter Teil meiner Serie auf dem Mystery Files-Blog für Euch. Teil #7 der erstaunlichen „10 Dinge, die man wissen muss„, widmet sich diesmal dem angeblichen Planeten Nibiru. Dieser angeblich unentdeckte Planet unseres eigenen Sonnensystems kam 1976 in die Welt der Prä-Astronautik, da es dort intelligente Außerirdische geben soll. Wesen, die vor fast einer halben Millionen Jahren bereits erstmals auf der Erde waren. So behauptete es sein Erfinder, der US-Autor Zecharia Sitchin. Und prägte mit seinen oft wilden Spekulationen viele Themen der Prä-Astronautik bis heute.

Hier also “10 (erstaunliche) Dinge, die man über Nibiru wissen muss”!


10 (erstaunliche) Dinge, die man über den Planeten Nibiru wissen muss

Wissen zum Angeben, Mitreden, Auffrischen und Nachdenken!

1.:

Mit Stand 19. April 2022 sind offiziell 5.014 Exoplaneten bekannt und nachgewiesen. Hinzukommen noch weit mehr sogenannte „Kandidaten“, die das „NASA Exoplanet Archiv“ führt. Planeten außerhalb unseres Sonnensystems also, die noch nicht eindeutig bestätigt sind.

Der Planet Nibiru findet sich in keiner der dortigen, umfangreichen Datenbanken. Denn dieser soll kein Exoplanet sein, der sich außerhalb unseres Sonnensystems befindet. Vielmehr soll es sich bei Nibiru um einen Planeten handeln, der zu unserem eigenen Sonnensystem gehört. Bisher wäre dieser nur noch nicht (offiziell) entdeckt. Immerhin postulierte sein Promoter oder Erfinder ab 1976, dass sich diese Welt in rund 3.600 Jahren in einer starken Ellipse um unsere Sonnen drehen würde.

Dabei führt ihn sein Orbit weit hinaus hinter Neptun und Pluto, weshalb er so leicht nicht zu finden sei. Außerdem und vor allem wäre Nibiru von einer hochstehenden außerirdischen Zivilisation bewohnt. Dies mag ein Grund sein, warum man ihn bisher nicht entdeckt haben will, so glaubte der „Nibiru-Schöpfer“.

2.:

Dieser Nibiru-Erfinder war der US-Autor Zecharia Sitchin. Ein Autor der Prä-Astronautik, der 1976 sein erstes Buch mit dem Titel „The 12th Planet“ vorlegte. Bis heute ist das Buch ein Bestseller, das in dutzenden Sprachen und Auflagen erschien und dem zahlreiche weitere Bücher folgten. Selbst nach seinem Tode 2010 erschienen postum noch Werke von beziehungsweise über ihn.

Sitchin erschuf in seinen Büchern eine überaus komplexe und phantastische Welt. Kern dieser sind raumfahrende Außerirdische namens Anunnaki, die von eben diesem angeblichen Planeten Nibiru stammen und vor rund 450.000 erstmals auf unserer Erde waren. Diese Wesen beeinflussten hier nicht nur die Kultur und Entwicklung der Menschheit, sondern haben uns Menschen durch genetische Kreuzungen sogar erst „erschaffen“.

Die Spekulationen von Sitchin haben maßgeblichen Einfluss auf zahllose Ideen rund um Ancient Aliens, Prä-Astronautik oder allgemein Götter aus dem All gehabt. Zahllose seiner Behauptungen und Spekulationen um die Anunnaki und Nibiru wurden von nachfolgenden Autoren online wie offline übernommen. Sicher zum Bedauern des Autors Sitchin selber wird dabei seine Person als Erfinder und Urheber all dieser phantastischen Aussagen oft vergessen.

Er als Autor ist vielen jüngeren Interessieren nicht mal mehr ein Begriff.

Die Umlaufbahn des Nibiru wie sie sich Zecharia Sitchin 1976 ausdachte – für eine Großansicht anklicken (Bild: L. A. Fischinger aus dem Buch “Die Akte 2012“)
Die Umlaufbahn des Nibiru wie sie sich Zecharia Sitchin 1976 ausdachte – für eine Großansicht anklicken (Bild: L. A. Fischinger aus dem Buch “Die Akte 2012“)

3.:

Ebenso oft vergessen ist, dass der Planet Nibiru grundsätzlich dafür verantwortlich sein soll, dass es die Pyramiden von Gizeh überhaupt gibt.

Denn nach den Büchern von Sitchin haben die Bewohner des Nibiru regelmäßig unseren Planeten mit ihren Raumfahrzeugen besucht. Immer, wenn dieser sich während seines 3.600-Jahr-Zyklus der Erde nährte. Damit die außerirdischen Anunnaki hier sicher landen konnten, benötigten sie einen Einflugkorridor. Die Pyramiden dienten als Teil dieser Flugschneise. Als eine Art Leitsystem für die Raumschiffe von Nibiru.

In diesem Kontext war es auch Zecharia Sitchin, der in seinem zweiten Buch „The Stairway to Heaven“ im Jahr 1980 zu belegen versuchte, dass die berühmte Cheops-Kartusche in der Großen Pyramide vom Finder Howard Vyse 1837 gefälscht wurde. Diese Kartusche mit dem Namen des Pharao befindet sich in einer der Entlastungskammern in der Cheops-Pyramide und gilt in der Archäologie als einer der Beweise, dass Pharao Cheops (Khufu) dieses Monument erbaute.

Die These einer Fälschung, die bis heute diskutiert wird, geht demnach ursprünglich auf Sitchin und seinem Nibiru zurück. Sitchin selber wollte sogar einst mit Hammer und Meißen brachial eine Probe der legendären Kartusche nehmen, um seine Idee zu beweisen.

Mehr dazu in diesem Blog-Artikel HIER.

4.:

Als Sitchin erstmals seine Nibiru-Welt in Buchform veröffentlichte, nannte er sein Werk „Der 12. Planet“. Das war 1976, als der kleine Pluto hinter dem Gasplaneten Neptun noch als echter Planet geführt wurde. Heute ist der erst 1930 entdeckte Pluto kein Planet mehr, sondern wird seit August 2006 als „Zwergplanet“ gelistet. Bevor die „Internationale Astronomische Union“ Pluto den Planeten-Status aberkannte und ihn degradierte, galt dieser als 9. Planet unseres Sonnensystems.

Mit Sitchin seiner Welt Nibiru wären das aber dennoch nur 10 und keine 12 Planeten in unserem Sonnensystem. Dies erklärte Sitchin damit, dass einstmals der Mond und die Sonne mitgezählt wurden. Bei seinen außerirdischen Nibiru-Göttern ebenso, wie beim mesopotamischen Volk der Sumerer. Unter anderem von diesen will er seine Informationen aus Jahrtausende alten Texten „übersetzt“ haben.

Daher kam es zu seinem „12. Planeten“.



5.:

Die Erde ist der 3. Planet um unseren Fixstern. Nach Merkur und Venus. Daran hatte Sitchin zum Glück zwar nie Zweifel, aber er führte noch eine andere Zählung ein, die er anhand alter Texte über die Bewohner des Nibiru hergeleitet haben will. Denn diese kosmischen Astronautengötter zählten angeblich von ihrer Position auf Nibiru im Sonnensystem aus bis zur Erde hin.

Denn wenn deren Heimatplanet weit außen hinter Pluto und Neptun seine Bahnen zog, war nach deren Blickrichtung zur Sonne die Erde der 7. Planet. Nach Sitchin zählte man auf Nibiru demnach wie folgt:

  1. Pluto
  2. Neptun
  3. Urnaus
  4. Saturn
  5. Jupiter
  6. Mars
  7. Erde

Dass unser Mond, der ja angeblich bei den 12 Planeten als eben solcher mitgezählt wurde, bei seine Umlauf auch mal zwischen Erde und Mars liegt, spielte dabei scheinbar keine Rolle. Und wenn ja, dann gibt es noch das Problem der Zählweise von Nibiru aus, der eigentlich hierbei die Position 1 haben sollte.

6.:

Zecharia Sitchin war überzeugt: Sein bewohnter Planet Nibiru werde alsbald im Weltraum gefunden!

Zecharia Sitchin:" Der zwölfte Planet" - Cover der deutschen Erstausgabe
Zecharia Sitchin:“ Der zwölfte Planet“ – Cover der deutschen Erstausgabe

Nachdem die „New York Times“ am 30. Januar 1983 über die Suche nach einem „Planeten X“ berichtete, also einem bisher unentdeckten Planeten in unserem Sonnensystem, wollte Sitchin deshalb handeln. Denn die Zeitung zitierte einen Astronomen, der darauf verwies, dass dieser Planet ganz sicher sei und nun „nichts mehr übrig (bleibe), als ihm einen Namen zu geben“. Also schrieb Sitchin am Folgetag der „Planetarischen Gesellschaft“ in Pasadena, Kalifornien, einen entsprechenden Brief.

Denn „dem Entdecker eines neuen Himmelskörpers“ werde normalerweise „das Vorrecht eingeräumt, ihm einen Namen zu geben“, so Sitchin. Und da er „Planet X“ als Nibiru entdeckt habe, teilte er der „Planetarischen Gesellschaft“ unter anderem mit:

Nun, die Alten haben ihn bereits benannt: Nibiru aus sumerisch. Marduk aus babylonisch. Ich glaube, ich bin berichtigt, darauf zu bestehen, dass er so genannt wird.

Über diese Bemühungen um „Planet X“ und seinem Nibiru berichtete Sitchin schon 1990 in seinem Buch „Genesis Revisited“.

Gefunden wurde weder der eine, noch der andere Planet. Auch wenn die Suche nach einem weiteren Planeten im Sonnensystem, aktuell schlicht „Planet 9″/“Planet Nine“ genannt, weiterhin in der Astronomie aktuell ist. Dieser hat aber nichts mit Nibiru zu tun, auch wenn das immer wieder behauptet wird.

Mehr dazu zum Beispiel in diesem Mystery Files-Video HIER.

7.:

Wie viele Planeten Sonnensysteme haben können, ist in der Astronomie unbekannt. Wir haben nach dem Stand der Dinge 8 von ihnen und es ist fraglich, ob es eine Art „Obergrenze“ gibt. Doch vor Milliarden Jahren waren es um unsere Sonnen sogar 100 oder mehr. Dies waren kleine sogenannte „Protoplaneten“, aus denen sich durch Kollisionen erst noch unsere jetzigen Planeten bildeten. Unter ihnen war allerdings nicht der Himmelskörper Nibiru.

Nach der astronomischen Weltanschauung von Sitchin kam Nibiru einstmals von außerhalb des Sonnensystems hierher. Nach einem „kosmischen Billard“ und Kollisionen (unter anderem mit der Erde) vor undenklich lagen Zeiten nahm dieser letztlich seinen elliptischen Orbit von 3.600 Jahren ein.

Als Sitchin das 1976 erstmals in seinem Buch „Der 12. Planet“ publizierte, waren noch nicht mal Exoplaneten bekannt. Erst rund 20 Jahren später wurde der erste von ihnen gefunden, da deren Existenz wohl niemand bezweifelte. Woran kaum jemand dachte, waren Welten, die ohne eine Sonne alleine durch das Universum treiben. Einsame Planeten, die sich nicht in einer festen Bahn um ihren Stern drehen. Genau das also, was der Ur-Nibiru einst gewesen sein soll.

Inzwischen jedoch kennt die Astronomie tatsächlich solche Vagabunden im All.

8.:

Nibiru ist wahrlich ein Planet der Extreme, wie ihn Sitchin sich ausmalte. Denn er behauptete, dass sein Anunnaki-Planet in mehr oder weniger historisch greifbarer Zeit bei seinem Umlauf um die Sonne mit dem Riesenplaneten Uranus kollidierte!

Diese Katastrophe habe nicht nur die Umlaufzeit des Nibiru verändert (verkürzt) und die Achse des Uranus extrem gekippt. Vielmehr sei auch der Uranus-Mond Miranda möglicherweise ein Nibiru-Mond gewesen, den dieser bei der Kollision an Uranus verlor. Zumindest aber wurde Miranda bei diesem Ereignis stark beschädigt, wofür gewaltige „Schleifspuren“ auf seiner Oberfläche sprechen würden.

Die Bewohner des Nibiru, die Anunnaki, überlebten übrigens dieses verehrende Ereignis auf ihrer Welt.

Mehr dazu in diesem Blog-Artikel HIER und diesem Mystery Files-Video HIER.

Der Uranus-Mond Miranda und seine "Narben": Spuren einer Kollision mit Nibiru? (Bilder: NASA/gemeinfrei)
Der Uranus-Mond Miranda und seine „Narben“: Spuren einer Kollision mit Nibiru? (Bilder: NASA/gemeinfrei)

9.:

Da sich Nibiru die meiste Zeit extrem weit in den äußeren Bereichen des Sonnensystems bewegen soll, sind deren Bewohner angeblich in Sachen Raumfahrt bestens organisiert. Diese Außerirdischen konnten zwar angeblich schon vor fast einer halbem Millionen Jahren Raumfahrt betreiben, denn damals seien sie erstmals hier gewesen, aber irgendwelche futuristischen Super-Technologien haben sie dennoch nicht.

Die Raumfahrzeuge der Nibiru-Aliens Anunnaki, wie sie Sitchin in mehr als einem Dutzend Büchern schildert, sind den unseren nicht allzu weit voraus. Auch uralte Technik des Raketenantriebs würden diese Wesen nutzen. Für Flüge zwischen den Planeten ist das auch mehr oder weniger ausreichend. Um aber effizient zu sein, haben die Anunnaki auf dem Mars Basen und Zwischenstationen errichtet. Dort agieren sie im Verborgenen als Außenposten des Nibiru.

Selbst das berühmte „Mars-Gesicht“ zeige in Wahrheit das Antlitz eines Herrschers vom Nibiru, so Sitchin.

10.:

Obwohl Zecharia Sitchin der „Gründer“ der Nibiru-Idee ist, folgten ihm zahlreiche weitere Nibiru-Propheten. Denn so kann man es zum Teil durchaus formulieren. Nicht nur die zahllosen und weiter aktuellen Autoren, die Bücher über Anunnaki schreiben.

Vor allem ist hier Nancy Lieder aus den USA zu nennen, die schon Mitte der 1990er Jahre die Website „Zeta Talk“ ins Leben rief. Sie und ihre Anhänger verbreiten seit dem zahllose Botschaften zu Außerirdischen und Nibiru und vor allem über nahende Katastrophen durch diesen Planeten.

Andere setzten Nibiru mit Himmelskörpern gleich, die sie zum Beispiel „Nemesis“, „Tyche“ oder „Hercolubus“ nennen. Oder eben den auch teilweise von etablierten Astronomen gesuchten und vermuteten „Planet 9“. Einige dieser Nibiru-Alternativen werden dabei als Stern angesehen. Als ein Brauner Zwerg, der zu unserem System gehört und periodisch für Katastrophen wie Massenmaussterben auf der Erde verantwortlich ist. Damit wäre unser Sonnensystem also in Wahrheit ein Doppelsternsystem.

Natürlich kann auf einem Braunen Zwerg kein Leben existieren – es ist ja ein Stern. Mit dem Kern der Nibiru-Idee haben solche Spekulationen kaum mehr etwas gemeinsam.

Schon Sitchin selber wehrte sich bis zu seinem Tod gegen die Vereinnahmung seiner Aussagen in diese Richtungen. Vor allem in den Jahren vor dem 21. Dezember 2012 und dem „Ende“ des Kalenders der Maya. Ein Hochzeit für Phantasien um die Wiederkehr des Nibiru, wie in zahllosen Blog-Beiträgen und Mystery Files-Videos dargelegt. Sogar der Ausbruch des Kilauea auf Hawaii wurde später noch (2018) mit dem Kommen des Nibiru in Verbindung gebracht, wie HIER berichtet.

Denn eigentlich soll, nach dem Urheber Sitchin, der Planet erst im Jahre 2894 wieder in Erdnähe kommen, wie HIER und in diesem Video HIER gezeigt. Wenn es ihn geben würde.

Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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„UFOs – Die Fakten“: Harald Lesch trennt zur besten Sendezeit im ZDF „Fakten und Fiktion und zeigt, was wir über UFOs und Außerirdische wissen“

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"UFOs – Die Fakten": Harald Lesch trennt zur besten Sendezeit im ZDF "Fakten und Fiktion und zeigt, was wir über UFOs und Außerirdische wissen" (Bild: ZDF)
„UFOs – Die Fakten“: Harald Lesch trennt zur besten Sendezeit im ZDF „Fakten und Fiktion und zeigt, was wir über UFOs und Außerirdische wissen“ (Bild: ZDF)

Am 12. April um 20.15 Uhr nimmt sich das ZDF zur besten Sendezeit in einer Dokumentation den Themen Leben im All und UFOs an. Natürlich mit Professor Harald Lesch als bekanntes „Wissenschafts-Gesicht“ des öffentlich-rechtlichen Fernsehen. In der  Sendung „UFOs – Die Fakten“ sollen Phantasien und Phantastereien rund um diese Themen „getrennt“ werden. „Was wir über UFOs und Außerirdische wissen“ soll dem Zuschauern dadurch erläutert werden. Was wird uns im ZDF erwarten?


Harald Lesch und die UFOs im ZDF

Erneut kommt das Thema „UFOs und Außerirdische“ in den Mainstream. Und zwar in eine Sendung am 12. April auf dem öffentlich-rechtlichen Sender ZDF und natürlich mit Professor Harald Lesch. Um ihn kommt der TV-Zuschauer bei keiner Sendung, die irgendwas mit Wissenschaft oder direkt dem Weltraum zu tun hat, herum. Lesch gilt als eine Art Garant für Seriosität und Qualität.

Und scheinbar kennt er sich auch mit wirklich jedem Thema aus. Denn so muss es dem Zuschauern seit Jahren vorkommen, seit Lesch in unzähligen Wissenschafts-Sendungen sowie zahlreichen Sachbüchern aus seiner Feder die Welt erklärt. Leicht verständlich für den Mainstream und in gekonnt sympathischer Art und Weise. Was längst nicht bedeutet, dass er keine Kritiker hat. Vor allem im Bereich der grenzwissenschaftlichen oder alternativen Forschungen können ihn viele „nicht leiden“.

Dies ist vor allem in Sozialen Netzwerken in entsprechenden Feedbacks und Kommentaren oftmals zu lesen. Denn offensichtlich ist er bei der Vielfalt seiner Themen nicht immer auf dem Laufenden oder wurde entsprechend „gebrieft“. Vor Jahren erklärte er auf Nachfrage seiner Studenten sogar absolute Nonsens in Sachen Weltuntergang, Prä-Astronautik-Autor Erich von Däniken und 2012. Hier stimmte praktisch nichts an seinen Ausführungen, wie damals auf Mystery Files HIER dokumentiert.

Auch wenn er, so spätere Aussagen, durchaus Sympathien für von Dänikens Ansichten zu hegen scheint. Zumindest ab und zu …

Es ist auch längst nicht das erste Mal, das Harald Lesch sich am TV mit dem UFO-Phänomen beziehungsweise Aliens auseinander setzt. Selbst das Thema Rätsel der Archäologie inklusive der Prä-Astronautik hat im ZDF mit ihm bereits ein eigenes Sendeformat.

Und so dürfen Lesch-Fans wie auch Lesch-Kriker am 12. April um 20.15 Uhr gespannt sein, was er und das ZDF zum UFO-Thema zu berichten wissen. Klar ist, dass es in einfacher und verständlicher Form für Jedermann sein wird.

„Wir müssen unvoreingenommen an die Sache herangehen“

Zumindest bringt die Ankündigung des ZDF die UFO-Situation sehr treffen auf den Punkt, in der es heißt:

Intelligentes außerirdisches Leben – gibt es wahrscheinlich nicht. UFOs – sind vor allem was für Spinner. So denkt die Mehrheit der Deutschen. Forschende sehen das anders.

Die Sendung „trennt Fakten und Fiktion und zeigt, was wir über UFOs und Außerirdische wissen – und wie Forscher nach ihnen suchen“, so das ZDF weiter. Anhand der Beschreibung sieht man, dass die ZDF-Zuschauer eine thematisch zusammenfassende Sendung zu sehen bekommen:

‚Wir müssen unvoreingenommen an die Sache herangehen‘, sagt Hakan Kayal, Professor für Raumfahrttechnik an der Uni Würzburg. Der Forscher arbeitet daran, unidentifizierte Luftraumphänomene, kurz UAPs, mithilfe künstlicher Intelligenz zu untersuchen.

Flugobjekte mit bemerkenswerten Eigenschaften, die seit zwanzig Jahren von Radarsystemen, Kameras und gut ausgebildeten Piloten gesichtet werden – und für die das US-Militär keine Erklärung hat. US-Präsident Barack Obama sprach öffentlich von der Existenz ‚unbekannter Luftraumphänomene‘ (UAP). Eine neue Pentagon-Spezialeinheit, die UAP-Sichtungen gezielt sammeln und analysieren sollen, wurde gegründet: Das sind die Zutaten, die einer der großen Menschheitsfragen neuen Schub gegeben haben: Sind wir allein im Universum?

Fest steht: In einem Bericht des US-Verteidigungsministeriums wird 2021 die Existenz von unbekannten Flugobjekten offiziell bestätigt, dass dahinter Aliens stecken könnten, jedoch mit keinem Wort erwähnt. Gleichzeitig vollzieht sich in den Wissenschaften ein bemerkenswerter Paradigmenwechsel: Immer mehr Forschende halten die Existenz außerirdischen Lebens für wahrscheinlich.

So auch Avi Loeb, renommierter Physik-Professor in Harvard, der Schlagzeilen machte, weil er die These vertritt, bei dem Himmelsobjekt Oumuamua, das 2017 an der Erde vorbeizog, habe es sich um eine außerirdische Sonde gehandelt. Was ist dran an dieser radikalen Hypothese? Und wo steht die Forschung bei der Suche nach extraterrestrischem Leben?

Dann schauen wir mal, ob man mit dem Zweiten besser sieht …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Er glich keinem Menschen, sondern den „Gottessöhnen des Himmels“: Sintflut-Held Noah und seine sonderbare Geburt

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Sintflut-Held Noah und seine sonderbare Abstammung - denn angeblich glich er keinem Menschen! (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Sintflut-Held Noah und seine sonderbare Abstammung – denn angeblich glich er keinem Menschen! (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Die Geschichte über den legendären Noah, seiner Arche und der Sintflut ist sicher eine der bekanntesten der gesamten Bibel. Noah als ein gerechter und gottesfürchtiger Mann, der durch Gottes Hilfe mit seiner Familie in einer Arche die große Flut überleben durfte. Kein Wunder, dass gerade auch über diese biblische Figur zahlreiche ausgesprochen kuriose und rätselhafte Legenden und Überlieferungen existieren. Denn glauben wir diesen, war schon seine Geburt alles andere als normal.


Göttliche Herkunft – Himmlische Abstammungen

In der Mythologie sowie Sagen, Legenden und religiösen Schriften wimmelt es von Helden aller Art. Zu allen Zeiten erzählte man sich in aller Welt Überlieferungen von heldenhaften oder göttlichen Herrschern, Anführern oder Königen. Und deren vorgezeichneter Weg begann oftmals schon mit ihrer Geburt, „himmlischen Herkunft“ oder ihrer Abstammung als ein Mischling aus Mensch und Gottheit.

Es gehört in derartigen und zum Teil uralten Erzählungen fast schon zum guten Ton, dass einer entsprechenden Hauptperson eine fantastische Biographie zugesprochen wurde. Schon Gilgamesch, der mythischen König und Held im nach ihm benannten Gilgamesch-Epos, konnte sich auf eine solche Herkunft berufen. Denn nach dem Jahrtausende alten Epos war er eine genetische Mischung aus Mensch und Gott.

Solche mythischen Ursprünge lassen sich durch die gesamte Geschichte der Menschheit verfolgen. Selbst Figuren aus der Welt der Sagen und Märchen Europas haben in diesen nicht selten „himmlische Teile“ in sich vereint. Und sogar in der Moderne beriefen sich gewissen Kaiser in Asien darauf, dass sie in direkter Linie von nicht-irdischen Wesen abstammen würden. Von Ur-Kaisern, die vom Himmel kamen.

Noah

In einigen Fällen muss man jedoch zweimal hinsehen, um entsprechende Überlieferungen über sagenhafte Abstammungen zu finden. Denn Seltsames berichten alten Schriften auch über die Herkunft von Noah aus der Bibel. Jenem Mann also, der mit seiner Familie auserwählt wurde die Sintflut in seiner Arche zu überleben und die Erde anschließend neu zu bevölkern. Zu finden sind die Legenden seiner rätselhaften Herkunft und Geburt aber nicht in den Büchern des Alten Testamentes.

Hier erfahren wir nur, dass Noahs Vater ein Mann namens Lamech war. Dieser wiederum war der Sohn des Methusalem, der laut dem Alten Testament (Gen. 5,27) stattliche 969 Jahre alt geworden sein soll. Es ist der älteste vorsintflutliche Patriarch der Bibel.

Den Bericht über die eigentliche Geburt des Helden Noah finden wir im 5. Kapitel des Buchs Genesis beschreiben. Hier erzählt die Bibel von den vorzeitlichen Patriarchen vor der Sintflut und bemerkt zur Geburt Noahs folgendes:

Lamech war 182 Jahre alt, da zeugte er einen Sohn. Er gab ihm den Namen Noah; denn, sagte er, dieser wird uns Trost verschaffen in unserer Arbeit und der Mühsal unserer Hände aus dem Ackerboden, den Gott verflucht hat.“ (Gen. 5,28-29)

Lamech, der im wahrhaft biblischen Alter von 777 Jahren das Zeitliche segnete, wird uns in diesen Versen unmissverständlich als Vater Noahs genannt. Über die Identität von Lamechs Frau, der Mutter von Noah, schweigt sich das Buch Genesis aus.

Die biblische Familie des Noah

Wir können aber dem 4. Genesis-Kapitel entnehmen, das es einen weiteren Lamech gab, der zu den Nachkommen Kains gehörte. Diese nahm sich zwei Frauen, die Ada und Zilla genannt werden. Ada bekam zwei Söhne, einen namens Jabel, der ein Stammvater der Nomaden geworden sein soll (Gen. 4,20) und seinen Bruder Jubal. Der Knabe von Zilla war Tubal-Kaijn (Kain), der Stammvater der Schmiede, der eine Schwester mit Namen Naama hatte (Gen 4,22).

Die Arche Noah - hier zwei eher "untypische Darstellungen" (Bilder: gemeinfrei)
Die Arche Noah – hier zwei eher „untypische Darstellungen“ (Bilder: gemeinfrei)

Von Noah leider keine Spur, obwohl er gleichfalls einen Vater namens Lamech hatte. Er entstammte jedoch der Ahnenreihe des Seth, des 3. Sohnes von Adam und Eva. Da Noah aufgrund der Ereignisse mit seiner Arche und der Sintflut wohl der berühmteste Patriarch vor der Flut sein dürfte, verwundert dieses Schweigen der Bibel schon sehr.

Wie sollte es anders sein, die apokryphen Schriften des Alten Testamentes liefern weitere Aussagen über Noahs Abstammung. Auch seine Mutter wird in verschiedenen Texten namentlich genannt. So etwa im Buch der Jubiläen, das auch als „Kleine Genesis“ bekannt ist, in dem wir lesen:

In der dritten Jahrwoche des fünfzehnten Jubiläum heiratete Lamech die Betenos, die Tochter Barakiels und seiner Vaterschwester, und sie gebar ihm in dieser Jahrwoche einen Sohn, und er heiß ihn Noe (…)“ (4,28)

Wer Betenos und Barakiel waren, erfahren wir leider an keiner Stelle. Wohl aber in Vers 4,15, dass Barakiel eine weitere Tochter mit Namen Dina gehabt haben soll, die die Mutter von Jared gewesen sei. Sie habe den auch in der Bibel genannten Mahalalel geehelicht, den Vater Jareds. Durchaus sehr erstaunlich, denn Mahalalel war der Ur-Ur-Großvater von Lamech. Und beide hatten demnach Töchter derselben Mutter zur Gemahlin?!

Märchenhafte Familienverhältnisse und ein Frau namens Bat-Enoch

Eine mehr als verworrene Familiengeschichte, die die alten Überlieferungen hier verkünden. Es wird aber noch verwirrender. So erfahren wir in jüdischen Märchen, dass Lamech eine Enkelin von seinem Großvater Henoch zur Frau nahm. Praktisch also seine Cousine. In diesen Märchen heißt es dazu:

Und Lamech, Methusalahs Sohn, war 181 Jahre alt, da nahm er Esmoah, die Tochter Elisas, des Sohnes Henochs, seines Ohmeis, zum Weibe; und sie ward schwanger (…) Wie Lamechs Weib ausgetragen hatte, gebar sie einen Sohn, als das Jahr zu Ende ging.“

Dieser Knabe war Noah. „Er hieß seine Namen Noah-Menahem“, sagt die Legende hierzu auch. Ein Name für Noah, den so wohl kaum jemand kennt. Schon allein die biblischen Abstammungen und angeblichen Verwandtschaften sind verwirrend und nicht leicht zu überschauen. Deshalb habe ich hier einen entsprechenden biblischen Stammbaum angefügt, der meinem Buch „Rebellion der Astronauten-Wächter“ entnommen und an dieser Stelle gekürzt wurde:

Biblischer Stammbaum (Bild: Fischinger-Online aus "Rebellion der Astronauten-Wächter)
Biblischer Stammbaum (Bild: Fischinger-Online aus „Rebellion der Astronauten-Wächter„)

Im äthiopischen Buch Henoch (auch „1. Henoch“ genannt) lesen wir ab dem Vers 106,1 eine weitere Historie über Noah. Teilweise wird seine Mutter hier Bat-Enoch genannt. Glauben wir den Versen in dieser Henoch-Schrift, war Noah sogar ein völlig fremdartiger Mensch, der den Wesen des Himmels ähnlich sah. Selbst Lamech – immerhin sein eigener Vater – fürchtete sich vor ihm und hatte Bedenken, Noah als eigenen Sohn zu akzeptieren. Wir erfahren beim Propheten Henoch:

Nach einigen Tagen nahm mein (Henoch, Anm. LAF) Sohn Metusala ein Weib für seinen Sohn Lamech; sie ward von ihm guter Hoffnung und gebar einen Sohn.“ (1. Henoch 106,1)

Noah: Ein rätselhaftes Baby

Dieser Spross war Noe (Noah), der Überlebende der verheerenden Flut, dem die Überlieferung schon als Neugeborenen äußerst bemerkenswerte Eigenschaften zuschreibt:

Sein Leib war weiß wie Schnee und rot wie eine Rose, sein Haupthaar weiß wie Wolle und seine Augen wie Sonnenstrahlen. Wenn er seine Augen öffnet, dann erleuchtet er gleich der Sonne das ganze Haus, und das ganze Haus ward sehr hell.“ (1. Henoch 106,2)

Eine sonderbare Beschreibung eines Babys, die uns hier erzählt wird! Selbst heute noch würde jede Mutter, die ein solches Kind das Leben schenkt, sicher starr vor Schreck werden.



Doch zum Beispiel in der Offenbarung (Apokalypse) des Johannes in der Bibel stoßen wir auf eine ähnliche Beschreibung. Dort erfahren wir, wie ein sonderbarer „Thron“, der „Thronwagen Gottes“, mit viel Lärm vom Himmel nieder stieg, in dem sich ebenfalls ein solcher „Typ Mensch“ befand:

Sein Haupt und seine Haare waren weiß wie Wolle, leuchtend weiß wie Schnee, und seine Augen wie Feuerflammen.“ (Off. 1,14)

Noah ähnelte also diesem Himmelswesen aus der Offenbarung, wenn man hier eine Verbindung ziehen mag. Bei Noahs Geburt geschah allerdings noch etwas ganz Außergewöhnliches, was seine „göttliche Herkunft“ weiter untermauert:

Darauf richtete er sich in den Händen der Hebamme auf, öffnete seinen Mund und redete mit dem Herrn der Gerechtigkeit.“ (1. Henoch 106,3)

Ein Abbild „Gottessöhne des Himmels“

Lamech wusste daraufhin nicht, wie ihm geschah. Verständlicherweise hatte er keine Ahnung, was er jetzt unternehmen sollte. Er bekam es angesichts dieses ungewöhnlichen Babys mit der Angst zu tun und eilte zu seinem Vater Methusalem. Ihm offenbarte er seine Sorgen, da vielleicht der weise Methusalem Rat wusste. Sicher sehr aufgeregt sprach Lamech zu seinem Vater:

Ich habe einen merkwürdigen Sohn; er gleicht nicht einem Menschen, sondern den Gottessöhnen des Himmels und seine Natur ist verschieden; er ist nicht wie wir; seine Augen gleichen Sonnenstrahlen und sein Antlitz ist majestätisch. Es dünkt mir, dass er nicht von mir abstammt (…)“ (1. Henoch 106,5-6)

Lamech zweifelt verständlicherweise an seiner Vaterschaft. Er unterbreitete seinem Vater deshalb, dass er mit Sicherheit nicht der tatsächliche Erzeuger eines solchen Kindes sein kann. Und er vermutete schon da, dass wohl „in seinen Tagen auf Erden ein Wunder geschieht“. Nun bat er Methusalem, dass er zum Propheten Henoch gehen möge, denn „er wohnt ja bei den Engeln“. Henoch, der umfangreiche Kontakte mit den Gottessöhnen beziehungsweise Wächtern, wie sie auch genannt werden, pflegte, konnte sicher helfen.

Wie gewünscht wand sich Methusalem Rat suchend an Henoch, seinem Vater, und berichtete ihm die „beunruhigende Erscheinung“ und „beängstigende Sache“ über Noahs Geburt. Noahs „Gestalt und Natur“ widerspreche „der eines Menschen“ und deute eher auf ein „ein Abbild der Engel des Himmels“ hin, so erzählte er es Henoch. Genauso, wie es die die Beschreibung aus der Offenbarung schon vermuten ließ.

Ein verzweifelter Vater

Tatsächlich finden sich an anderer Stelle im 1. Buch Henoch (71,1) Beschreibungen von „Wächtern des Himmels“, dessen Antlitz „leuchtete wie Schnee“. Der Verdacht von Lamech lag demnach auf der Hand, dass Noahs wahrer Vater nicht von dieser Welt war.

Henoch, der zu seiner Zeit ein Mann von unermesslichem Wissen war, prophezeite seinem Sohn Methusalem im Folgenden die kommende Sintflut. Er berichtete ihm auch, dass Gottessöhne des Himmels Kinder mit Menschenfrauen zeugten und der Höchste sie deshalb durch die große Flut vernichten wolle (vergl. Gen. 6). Er sollte seinen Sohn Lamech beruhigen, denn sein Kind wäre auserwählt, die Katastrophe zu überleben, und „die Erde nach all der Vernichtung (zu) trösten“.

Eben das, was auch das Buch Genesis über die Flut und die Arche Noah erzählt. Interessant am Rande ist auch, dass Henoch seinem Sohn nebenbei erzählte, dass vor allem die Sünde durch die Flut vertilgt werden solle. Aber „danach wird die Gottlosigkeit noch weit größer werden als die, die zuerst auf Erden begannen ward“. Folgerichtig war die Sintflut als „Strafe Gottes“ schlichtweg überflüssig, da sie nichts nutzte …

„Wirklich sein Sohn“

Die bereits weiter oben zitierten jüdischen Märchen betonen ebenso, dass Noah bei seiner Geburt irgendwie „anders“ war. So wird dort etwa die Frage, woher Lamech und die anderen Menschen wussten, dass in Noahs Tagen ein Wunder oder ähnliches geschehen werde, damit erklärt, dass er bereits bei seiner Geburt beschnitten gewesen sein soll. Dies sei ein Zeichen Gottes gewesen und die Fragen, „wie wusste Lamech das im Voraus“ und ob er „ein Seher“ war, wäre laut Legende damit beantwortet gewesen.

Lars A. Fischinger: "REBELLION DER ASTRONAUTENWÄCHTER. Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen"
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An einer anderen Stelle wird sogar behauptet, dass alle Menschen vor Noah mißgestaltete Hände hatten. „Ungestaltig und wie geschlossen, und die Finger waren nicht getrennt voneinander“, seien ihre Hände gewesen, wird darin behauptet. Erst bei Noah „waren die Finger einzeln und jeder für sich“.

Noah – dies lässt sich aus diesen Aussagen entnehmen – war ein Mensch mit ganz außergewöhnlichen Eigenschaften, die ihn eigentlich nicht als richtigen Menschen erscheinen lassen. Zumindest in der Mythologie. Dennoch wies Henoch seinen Sohn an, Lamech zu sagen, dass Noah „wirklich sein Sohn ist“, wie es das 1. Buch Henoch sagt. Wie aber konnten Lamech und seine Frau ein derart fremdes Kind bekommen? Und wieso sollen die Menschen zuvor andere Hände gehabt haben? Wie kommt man auf solche Behauptungen?

Fragen, dessen Antworten wohl für immer in den Fluten der Sintflut versunken sind …

Noah – ein Albino?

Schon vor über 60 Jahren fragte sich das auch der britische Medizinprofessor Arnold Sorsby in einem Artikel im „British Medical Journal“. Nach Sorsbys war der Erbauer der rätselhaften Arche Noah einer jener Menschen, denen der Mangel an Hautfarbstoffen ein ungewöhnliches Aussehen verleiht: Ein Albino. Dazu schrieb damals „Der Spiegel“ (Nr. 17/1959, 22. April 1959) unter anderem:

Noahs Erscheinung bei der Geburt, so wie im Buche Henoch geschildert, ist offensichtlich nicht die eines Wunders, sondern die eines Albinos.“

Professor Sorsbys vermutete, dass der genetische Defekt dadurch ausgelöst wurde, dass Noahs Eltern Lamech und Bat-Enosch Blutsverwandte waren. Hierin sah er 1959 die Ursache für den Albinismus. Einen „Engel“, also einen jener außerirdischen „Wächter des Himmels“, wie Henoch sie nennt, schloss der Mediziner als Vater aus. Zehn Jahre bevor alle Welt von der Prä-Astronautik sprach, zitierte „Der Spiegel“ Arnold Sorsby in dem Artikel „Noah: Weiß wie Wolle“ mit den Worten:

„(Es ergeben sich) erhebliche genetische Schwierigkeiten. Man müsste ja dann voraussetzen, dass Bath-Enosch und der Engel nichtverwandte Träger eines Erbfaktors zu einer Zeit waren, da dieser Erbfaktor noch nicht weit verbreitet sein konnte; oder -, noch weniger plausibel -, dass der Albinismus bei den Engeln dominant ist, nicht rezessiv, wie bei den Menschen.“

Des Rätsels Lösung ist möglicherweise ähnlich gelagert wie bei der Geburt Seths, des dritten Sohnes von Adam und Eva. Oder auch bei den biblischen Schöpfungsmythen nach göttlichem Ebenbilde. Bei Seth als Spross des ersten Menschenpaares der Bibel war es so, dass Eva „fremden Samen“ von den Himmlischen eingesetzt bekam. Als Ersatz für ihren Sohn Abel, da dieser von seinem Bruder Kain erschlagen wurde. Doch das ist wieder eine andere Geschichte.

Noah als alter und weiser Mann unter dem Schutz Gottes (Bilder: gemeinfrei)
Noah als alter und weiser Mann unter dem Schutz Gottes (Bilder: gemeinfrei)

Noah in den Schriften von Qumran

Die sogenannte „Lamech-Rolle“ (auch „1Q Genesis Apokryphe“ genannt), ein fragmentarisches Schriftstück aus den Höhlen von Qumran, enthält ebenfalls einen Bericht über Noahs sonderbare Geburt. Recht ähnlich wie im 1. Buch Henoch. Nach der zweiten Kolumne dieser Qumran-Rolle konnte Lamech gar nicht der Vater Noahs gewesen sein. Denn dieser kam nach einer über neun Monate langen Reise zurück zu seiner Frau Bat-Enoch, wo er dann den ominösen Knaben direkt vorfand.

Sofort beschuldigte er sein Frau, sie sei ihm untreu gewesen und das Kind in seinem Haus wäre nicht das seine. Wie sollte es auch nach seiner langen Abwesenheit? Verbittert kam er zu dem Schluss, dass Bat-Enoch ein Kind der „Wächter des Himmels“ bekommen haben müsse. In den Qumran-Schriftrollen vom Toten Meer liest sich das folgendermaßen:

Dann kam ich zu dem Schluss, dass die Empfängnis das Werk der Wächter war, dass der Same von Engeln oder Nefilim gesät worden war. Ich war wegen dieses Kindes in Aufruhr.“ (1QapGen, Kolumne 3, Verse 1-2)

Umgehend konfrontierte Lamech daraufhin seine Gattin mit seinem Verdacht und stellte sie zur Rede:

Dann ging ich, Lamech, eilends zu [meiner] Frau, Bat-Enosch, [und sagte zu ihr]: [‚Ich beschwöre dich bei…] und beim Höchsten, beim Großen Herrn, beim König der Ewigkeit [hast du empfangen] [von einem der] Himmelssöhne? Berichte mir jede Kleinigkeit wahrheitsgemäß (…) Du musst mir die reine Wahrheit sagen, ohne Lügen (…)“ (1QapGen, Kolumne 3, Verse 3-7)

„Weder ein Fremder noch einer der Wächter, auch nicht einer der Söhne des Himmels.“

Bat-Enoch appellierte an das Herz ihres Gemahls. „An meine Wollust“ solle er sich erinnern, „bevor wir uns liebten“ und „wie leidenschaftlich ich reagierte“, entgegnete sie Lamech. Doch dieser bliebt stur, bis sie ihm schließlich antwortete:

Dann hielt sie ihren Unwillen zurück, sprach mit mir und sagte: ‚O mein Herr, mein [Bruder, erinnere dich…] an mein Vergnügen. Ich schwöre beim Großen Heiligen, beim König des Hi[mmels…], dass der Same von Dir kam, die Empfängnis von dir kam, [diese] Frucht von dir gepflanzt ist […Es war] weder ein Fremder noch einer der Wächter, auch nicht einer der Söhne des Himmels.“ (1QapGen, Kolumne 3, Verse 13-16)

Immer wieder wird es deutlich, dass Noah laut diesen Texten kein Abkömmling der Himmelssöhne war. Seine Mutter stritt das mehr als energisch ab. Und auch Henoch sagte laut Qumran-Rolle zu Methusalem, dass Noah „nicht von den Himmelssöhnen, sondern von Lamech, deinem Sohn“ stamme (1QapGen, Kolumne 6, Vers 3). Ob dies alles nur Ausreden in der Mythologie waren, kann natürlich niemand sagen.

Auch in den Texten von Qumran, den Schriftrollen vom Toten Meer, finden sich seltsame Berichte über die Geburt des nicht-menschlichen Noah (Bilder: Fischinger-Online)
Auch in den Texten von Qumran, den Schriftrollen vom Toten Meer, finden sich seltsame Berichte über die Geburt des nicht-menschlichen Noah (Bilder: Fischinger-Online)

In der Prä-Astronautik hält sich seit Jahrzehnten die Aussage, dass Noah von den Göttern aus dem Himmel gezeugt wurde. Von den Wächtern des Himmels, die fromme Deuter als „Engel“ ansehen. Verwunderlich ist das nicht, denn die Schriften und Überlieferungen schildern sehr umfangreich und im Detail, dass es zu solchen sexuellen Beziehungen zwischen den Söhnen des Himmels und den Frauen der Menschen kam. Und so wurden aus diesen Mischehen auch Kinder auf Erden geboren. Im Buch Genesis ist das in den Versen 6,1-4 sehr knapp angeschnitten.

Eigentlich ist das schon eine Ungeheuerlichkeit, die an anderer Stelle von mir detailliert beleuchtet wurde.

Uralte Vorlagen?

Können wir den überlieferten Beteuerungen von Bat-Enoch und Henoch aber trauen? Immerhin ist Noah der einzige Mensch, der wie die Wächter des Himmels ausgesehen haben soll. Nur „Engel“ oder die Söhne der Götter sahen aus wie er. Haben hier ältere religiöse Weltanschauungen diverser Nachbarvölker als Vorlage der gedient? Ungewöhnlich wäre das nicht.

So etwa die Geschichte des Moses im Buch Exodus, in der es heißt, dass er als Kindlein in einem Körbchen auf dem Nil ausgesetzt und dann wundersam gerettet wurde. Sehr ähnliches wird auch von König Sargon von Akkad in Mesopotamien überliefert. Einen heldenhafter Herrscher, dessen Legenden vor den entsprechenden Aussagen im Alten Testament niedergeschrieben wurden. Er lebte bereits um 2300 vor Christus, damit lange vor Moses angeblicher Lebzeiten und der Niederschrift des Buches Exodus.

Man denke bei solchen himmlischen Abstammungs-Legenden auch an die paarweise durch „Geburtengöttinnen“ erschaffenen Menschen der assyrischen Mythologie. Erzählungen einer Schöpfung von neuen Menschen durch die Kreuzung göttlicher Wesen (deren Blut) mit irdischen Menschen. Diese „Geburtengöttinnen“ waren die Göttinnen der „Doppelsieben“, die Menschen quasi wie aus der Retorte das Leben schenkten. Ein vielfach anzutreffendes Motiv der Menschheitsschöpfung in den Mythen der mesopotamischen Kulturen:

„(Von den) [sieben] und sieben Mutterleibern, brachten sieben männliche Wesen, [sieben] brachten weibliche Wesen hervor. (…) Paarweise vollendete er sie, paarweise vollendete sie vor ihr.“

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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