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Ausstellung von UFO-Bildern aus Russland in Köln – für die Presse eine “Nerd-Kultur” eines Netzwerkes von Fälschern

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Ausstellung von fragwürdigen UFO-Bildern aus der ehemaligen UdSSR in Köln
Ausstellung von fragwürdigen UFO-Bildern aus der ehemaligen UdSSR in Köln – Beispielbild der Ausstellung (Bild: Courtesy Delmes & Zander, Köln)

Derzeit ist in einer Kölner Kunstgalerie eine Ausstellung zum Thema UFOs zu sehen. Gezeigt werden rund 100 Fotos und Zeichnungen von UFOs aus den 1950er bis frühen 2000er Jahren, die alle aus Russland stammen sollen. Die Hintergründe und genaue Herkunft der Bilder der Ausstellung “Enemies and Friends: A Russian Collection of Paranormal Observations” sei unbekannt, heißt es dazu. Lediglich, dass sie in Russland gesammelt wurden und aus einer Privatsammlung stammen. Wahrscheinlich aus dem Bestand einer UFO-Forschungsgrupppe aus Sowjettagen. Und obwohl die genauen Hintergrunde zu den den einzelnen Motiven vollkommen unklar ist, hat jetzt sogar eine große deutsche Tageszeitung über die Ausstellung berichtet. Was von den Bildern zu halten ist, wie einmal mehr der Mainstream ohne jegliches Hintergrundwissen das Thema ins Lächerliche zieht, lest Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

UFO-Bilder als Kunst

Es mag befremdlich erscheinen, dass eine Kölner Galerie eine Ausstellung mit Fotos, Zeichnungen und anderen Bildern zu UFOs zeigt. Datiert seien die “Kunstwerke” von den 1950er bis 200er Jahre. Und doch kann man diese rund 100 in der Galerie “Delmes & Zander” präsentierten UFO-Bilder durchaus unter einem künstlerischen Aspekt betrachten. Denn viele der präsentierten Motive sind offenkundig Zeichnungen von UFO-Augenzeugen, die damit ihre Sichtung illustriert haben.

Das ist ein ganz normaler Vorgang bei einer UFO-Meldung bis auf den heutigen Tag. Jede UFO-Organisation hat auch heute noch entsprechende Meldebögen, in denen der Melder oder Zeuge sogar ausdrücklich darum gebeten wird seine Beobachtung in einer Skizze festzuhalten. Natürlich zusätzlich zu sämtlichen anderen Informationen zur Sichtung oder sogar Fotomaterial.

Dazu schriebt die Galerie “Delmes & Zander” in ihrem Begleittext zu ihrer am 25. Mai eröffneten Ausstellung in Köln unter anderem:

Delmes & Zander zeigt in der Ausstellung ENEMIES AND FRIENDS: A Russian Collection of Paranormal Observations Fotografien und Zeichnungen aus einer umfangreichen russischen Privatsammlung, die sich mit der Dokumentation und Darstellung paranormaler Phänomene befasst. Die rund 100 Fotografien, rückseitig datiert von den 1950er bis hin zu den frühen 2000er Jahren, lassen vermuten, dass die Sammlung über einen langen Zeitraum hinweg zusammengetragen wurde. Von beinahe perfekten fotografischen Inszenierungen bis hin zu Aufnahmen von außerirdischen Sichtungen, entnommen aus Publikationen oder aus dem Fernseher, ist die Sammlung historisch faszinierend und gleichzeitig visuell beeindruckend.

Herkunft? Unbekannt!

Über die Herkunft dieser Bilder hüllt sich die Galerie in Schweigen. Lediglich, dass sie scheinbar von der UFO-Organisation “Institut 22” der UdSSR stammen sollen, erfährt der Kunstliebhaber. Über die einzelnen UFO-Fälle, den exakten Hintergrund der Meldungen und Zeugen oder auch wie und ob davon irgendwas bewertet oder untersucht wurde, ist auch nichts zu erfahren. Allerdings bestünde …

… das Ziel des ‘Institute 22’ in der analytischen und wissenschaftlichen Erforschung des UFO-Phänomens und diente somit zur Klärung, ob die mysteriösen Objekte am Himmel eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellen könnten. In den darauf folgenden Jahren und bis zum Ende der Sowjetzeit sammelte das ‘Institut 22’ Fotografien von UFO-Sichtungen, dokumentiert von Privatpersonen, getrieben von dem Glauben an das außerirdische Leben.

Ein “Netzwerk von Fälschern”

Demnach könnte man die ca. 100 Bilder und Fotos und ihre Motive einfach so hinnehmen, wie die die Galerie auch präsentiert: Als Kunst. Ohne genauen Hintergrund und weiterer Informationen sind sie schlicht “wertlos”. Zumindest für die UFO-Forschung, die sich hier lediglich einen Abriss auf 50 Jahren UFOs anschauen kann. Offensichtlich auch nicht nur aus der ehemaligen UdSSR, wie es das Titelbild der Ausstellung belegt. Denn dieses zeigt ein UFO aus der umfangreichen Foto-Sammlung des UFO-Gurus Billy Meier aus der Schweiz. Ein Mann, der angeblich direkten und engen Kontakt mit Aliens von den Plejaden pflegt …

Trotz der mangelnden Hintergründe zu den einzelnen Bildern, Fotos, Zeichnungen und Gemälden der Ausstellung, hat “Die Welt” am 18. Juni in einem Artikel alle Motive als Betrug bezeichnet. So schreibt “Die Welt”-Autorin in ihrem Artikel “Diese UFO-Bilder sind wahre Kunst” zum Beispiel pauschal:

Sie tauchen als Leuchtkörper in naiver Malerei auf. Es gibt verblüffend echt wirkende Fotos von nackten Aliens mit aufgeblähten Bäuchen auf dem Seziertisch. Aufnahmen von abstrakt-bunten Lichtphänomenen und mysteriösen Schatten, die sich ins häusliche Umfeld eingeschlichen haben. Es sind enorm erfinderische Bilder, bewusst manipuliert, aber mit Hingabe und Feingefühl komponiert. Fälschungen, deren Urheber zu einem Netzwerk gehören, das an außerirdisches Leben glaubt.

Hier wird also ohne irgendwelche weiteren Hintergrundinformationen direkt von einem ganzen Netzwerk von Fälschern gesprochen. Egal ob Fotos oder gemalte Bilder – alles sei Betrug. Und das, obwohl im “Welt”-Artikel selber klar darauf verwiesen wird, dass man eben nichts weiß: “Auch wer sie gemacht hat, weiß man nicht.”

Alles Fakes für UFO-Nerds …

Es geht aber noch dreister, indem es in dem Artikel heißt:

Warum schafft jemand künstliche Belege für etwas, von dem er weiß, dass es nicht existiert? Glaubt er selbst an das, was er fälscht? Welcher Wille steckt dahinter? Und wieso fasziniert einen bis heute, was dem Zeitalter von Raumfahrt, Atomkraft und Kaltem Krieg entsprungen ist und doch ganz offensichtlich als Humbug gilt?

Für die Autorin der “Welt” ist die Thematik nichts weiter als “Humbug”, den eifrige Fälscher mit neuem Material versorgen. Damals genauso wie heute:

Fakes – mal eindeutig zusammengeschustert, mal raffiniert gemacht, aber von höchstem visuellem Anspruch – werden von Eingeweihten für Eingeweihte produziert. Sie schüren Aberglauben und Verschwörungstheorien. Auch heute noch werden UFO-Bilder getauscht und gepostet. Auf Webseiten stehen Berichte, wer wann wo was gesehen hat.

Das Ganze hat etwas von einem geheimen Ritual, bei der die Faszination für das Unerklärliche alle vereint. Es erinnert an Folk Art, zu der jeder etwas beisteuern kann. Genau das ist interessant an UFOs: Sie sind Nerd-Kultur, aber gehören zum Mainstream.

Solche irreführenden Unterstellungen und Verallgemeinerungen der “Welt”-Autorin

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Aktuelles vom Kölner Spukhaus “Haus Fühlingen” (Villa Oppenheim): Von Luxuswohnungen, Partys und der Polizei

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Aktuelles vom Kölner Spukhaus "Haus Fühlingen" (Bild: Fischinger-Online)
Aktuelles vom Kölner Spukhaus “Haus Fühlingen” (Bild: Fischinger-Online)

Überall gibt es Orte, an denen es “nicht ganz normal” zugeht, da es an diesen sogenannten Spukorten immer wieder zu paranormalen Erscheinungen und Phänomen kommen soll. Dort soll es “spuken”, wie es der Volksmund nennt. Einer dieser Orte ist die “Villa Oppenheim” in Köln, besser bekannt als “Haus Frühlingen”. Einem einst prächtigen Gebäude, von dem Zeugen immer wieder berichten, dass sie dort unerklärliche Erlebnisse erfahren hätten. Mehrfach war dieses Kölner Spukhaus auf diesem Blog bereits Thema (HIER, HIER & HIER). Doch kürzlich war ich mehr oder weniger zufällig erneut in Köln am “Haus Fühlingen”. Und so nutze ich die Gelegenheit vor Ort mit Passanten und der Polizei über die Spuk-Villa zu sprechen. Was dabei Aktuelles heraus kam, könnt Ihr hier lesen.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Spukhaus “Haus Fühlingen”

In den vergangenen Jahren war ich bereits mehrfach am “Haus Frühlingen” in Köln, wo bzw. wozu ich auch die unten angehangenen YouTube-Videos zu machte.

Mein letzter Besuch ist ein paar wenige Jahre her. Damals war ich mit meinen Kollegen Christian Wellmann, Werner Betz, meiner Schwester Silke und anderen vor Ort. Wir drehten mit einem Kamerateam des ZDF einen TV-Bericht über das Kölner Spukhaus “Villa Oppenheim”. Eine im Nachhinein “heikle Sache”. Denn obwohl wir von den Eigentümern Genehmigungen und Schlüssel hatten, wollten diese dann doch die Ausstrahlung des Berichtes beim ZDF verhindern.

Die Eigentümer wollten nicht, dass wir vor laufenden Kameras von den “Geistergeschichten” rund um das Spukhaus in Köln erzählen. Sie dachten sich wohl, dass wir davon kein Wort sagen oder all die unheimlichen Berichte verschweigen. Eigentlich eine recht sonderbare Vorstellung, wenn man für das ZDF einen Bericht über ein Spukhaus dreht …

Erbaut wurde das Anwesen ab etwa 1880 als Herrenhaus mit Pferderennbahn und Gestüt von dem Kölner Eduard von Oppenheim. Einem Spross einer reichen Bankierfamilie, der später das “Gestüt Schlenderhan” am gleichnamigen Schloss (Bergheim bei Köln) als erstes privates Gestüt in Deutschland gründete. Bis heute gilt es als das bedeutendste deutsche Vollblutgestüt.

Spuk in Köln

Damit ist klar: In der Domstadt Köln steht ein Gebäude, in dem es spuken soll, wie Ihr es in den Videos unten genauer erfahrt. Das “Haus Fühlingen” reiht sich damit nahtlos in die Reihe der unzähligen anderen Spukorte in Deutschland und aller Welt ein. Mit dem Unterschied, dass dieses einst stattliche Villa im Kreise der Grenzwissenschaft und Mystery Files-Interessieren sehr weit bekannt ist. Vor allem natürlich bei Geisterjägern.

Kern all der unheimlichen Berichte rund um das Spukhaus Fühlingen sind dort geschehene Selbstmorde und ein geheimnisvolles Kind. Dieses Kind, ein kleines Mädchen, soll aus einer Affäre mit einem NS-Deutschen und einer osteuropäischen Zwangsarbeiterin entstanden sein. Ein kaum zu überbietendes Unding in den Tagen des 2. Weltkrieg und der Nazi-Diktatur! Das kleine Mädchen wurde daraufhin “beiseite geschafft”

Eine andere Version der Geschichte handelt von dem Zwangsarbeiter Edward M. aus Polen. Er habe im “Haus Fühlingen” Anfang 1943 eine heimliche Beziehung mit der noch minderjährigen Tochter des Besitzers gehabt. Dieser verriet ihn an die Gestapo, die den Polen ermordete. Ob die Affäre stimmt? Niemand weiß es genau. Doch Edward soll bis heute als arme Seele auf dem Anwesen nach seiner Geliebten suchen.

Auch andere Ermordete spuken angeblich in der “Villa Oppenheim”. Vor allem ehemalige “Deutsche Herren”, die von den Zwangsarbeiter nach der Befreiung im 2. Weltkrieg aus Rache ermordet wurden. Oder auch ein Richter aus der Nazi-Zeit, der sich 1962 dort erhängt habe.

Und so berichten bis heute immer wieder Menschen von Geistererscheinungen, “bösen Gefühlen”, seltsamen Lauten und Geräuschen oder sonderbaren Lichtern am und im Haus. Das alte Gemäuer steht unter Denkmalschutz und ist längst eine “Pilgerstätte” für Geisterjäger und andere Neugierige geworden. Dass erst am 13. August 2018 der “Merkur” wieder von dem Geisterhaus berichtete, macht die Sache nicht besser.

Erneut vor Ort in der Geister-Villa

Im Sommer 2018 war mein Freund und Kollege Werner Betz vom Ancient Mail-Verlag mit einer Lesergruppe eine Woche in Deutschland unterwegs. Am 30. Juli war deren Ziel die Ruinen von Hohensyburg (“Sigiburg “) bei Dortmund. Dort soll es, wie ich es in diesem Video HIER von dort berichtete, vor Jahrtausenden unter Kaiser Karl dem Großen zu einer UFO-Sichtung gekommen sein.

Kurzerhand nahm ich das Auto meiner Freundin Iwonka K. und fuhr zu Werner Betz und seiner Reisegruppe nach Dortmund.

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Von dort ging es weiter zu eben jenem Kölner Spukhaus in Fühlingen, das ich nach ein paar Jahren mir mal wieder ansehen wollte. Immerhin, dass macht seit sehr vielen Jahren die Runde, planen die neuen Inhaber aus Hannover dort den Bau von Luxuswohnungen in der “Villa Oppenheim”. Immobilien für die bessere Gesellschaft, wobei hier zum Teil von 32 in Planung befindlichen Wohnungen gesprochen wird!

Wer das Gebäude kennt – und sei er auch nur vor Jahren dort gewesen – wird das vielleicht erstaunen. Das “Haus Fühlingen” ist seit Jahren eine Ruine! Ende Juli dieses Jahres war es da nicht anders – im Gegenteil. Obwohl auf einer riesigen Tafel vor dem Eingangstor auf die Baupläne hingewiesen wird, ist auf dem Gelände und an dem Haus selber davon nicht zusehen. Seit Jahren ist das schon so.

Bekanntlich wird ein leerstehendes Gebäude nicht dadurch besser, dass man es einfach jahrelang unberührt lässt. So auch beim “Haus Fühlingen”, das sich inzwischen in einem erbärmlichen Zustand befindet. Seit meinem letzten Besuch vor ca. 4 Jahren ist der Verfall des einstmals so stolzen Hauses an vielen Teilen sehr weit fortgeschritten. Es ist eine Ruine, deren Substanz sich geradezu auflöst.

“Abreißen und neu aufbauen, statt renovieren!” Das war die einhellige Meinung von uns vor Ort.

Natürlich ist das Gelände umzäunt. Bei meinem letzten Besuch war das Haus von einem Bauzaun umgeben, der größtenteils allerdings umgeworfen war. Jetzt haben die Verantwortlichen das Gemäuer bereits an der Straße einzäunt. Drei verschiedene Schilder am Zaun warnen potentielle Eindringlinge, dass hier Lebensgefahr besteht. Beteten verboten oder auch Helm und Sicherheitsschuhe tragen, heißt es auf den Schildern. Auf einem sogar in Deutsch, Englisch und Arabisch.

Das Kölner Spukhaus heute

Ehrgeizige Pläne haben die Eigentümer mit ihren Luxuswohnungen in der Geistervilla. Getan hat sich seit Jahren rein gar nichts, so dass das Spukhaus von Köln nur noch ein trauriger Rest seiner selbst ist. Der Zahn der Zeit ist natürlich das Hauptproblem. Aber auch Neugierige und purer Vandalismus, weshalb es schließlich auch einzäunt ist. So was hält natürlich niemanden davon ab, dass Grundstück oder sogar das Haus zu betreten.

Obwohl der Platz vor dem Haus offensichtlich vor nicht allzu langer Zeit von Bewuchs befreit wurde, hat sich sonst nur eines getan: Alles wurde vergittert und verschlossen. Der Haupteingang ins Gebäude selber, zu dem wir damals den Schlüssel bekamen, zeigt das mehr als deutlich. Heute findet sich dort nicht mehr die Stahltür mit Klinke und Schloss, sondern sie wurde verschweißt. Ohne eine “Flex” kommt man dadurch nicht mehr ins Innere.

Eine Treppe zum Eingang gibt es übrigens auch nicht mehr. Jemand hat sie abgerissen…und von dort ein Loch in den Keller durchgebrochen. Hier kann aber niemand einfach durch schlüpfen, denn der Durchbruch ist mit einbetonierten Stahlstreben versperrt. Dieses Bild von mir zeigt es sehr deutlich:

Die Eingangstür vom Haus Fühlingen im Sommer 2018 (Bild: Fischinger-Online)
Die Eingangstür vom “Haus Fühlingen” im Sommer 2018 [Großansicht] (Bild: Fischinger-Online)
Man möchte keine Fremden und vor allem keine Vandalen in dem Gebäude. Verständlich. Nicht um etwas zu “vertuschen”, sondern um weitere mutwillige Zerstörungen zu verhindern. Denn derartige Spuren finden sich überall und werden immer mehr. Graffiti ist dabei nicht das Problem, sondern die Beschädigungen der Substanz.

Ob irgendwelche Vandalen die Eingangstreppe zerstört und ein Loch in den Keller gebrochen haben, kann ich nicht sagen. Vielleicht waren hier wirklich Arbeiter am Werk, die auf diesem Wege irgendwelchen Schrott aus dem Keller holten. Positiv gedacht. Zum Beispiel fanden sich bei meinem letzten Besuch noch Heizkessel, Kabel, Rohre usw. in den einzelnen Kellerräumen. Wenn eh eine neue Treppe kommt, dann halt auf diesem Wege den Kram aus dem Keller holen …

Geisterhaus unter Polizeischutz

Das Kölner Spukhaus liegt an einer viel befahrenen Hauptstraße in Köln, so dass jeder PKW vor dem Geisterhaus auffällt. So auch bei mir. Also dauerte es nicht lange, bis bei meinem Besuch die Polizei mit drei oder vier Beamten erschien. Wie bei dem letzten Besuch davor, als wir für das ZDF drehten (und unsere Genehmigungen vorzeigten).

Freundlich aber bestimmt kontrollierten die Beamten und wiesen eindringlich darauf hin, dass dort betreten verboten ist. Während mein Kollegen Werner Betz und seine Reisegruppe unlängst abgereist waren, suchte ich das Gespräch mit der Polizei. Zufällig seien sie nicht hier vorbei gekommen, versicherten sie mir. Täglich würde eine Streife dort vorbei fahren und am Wochenende und in den Schulferien sogar mehrfach.

Das Spukhaus sei ein gern genutztes Ausflugsziel für partyfreudige Teenager, so meinten sie. Was es ja eigentlich seit Jahren ist. Es gilt also das Haus gezielter vor Vermüllung und Vandalismus zu schützen, so die Polizei. Einer der Gründe sei der Umstand, dass das Haus unter Denkmalschutz steht. Egal in welch einem traurigem Zustand es auch ist.

Dass die “Partygäste” teilweise ohne Rücksicht auf Verluste hier feiern, sah ich auch auf dem Dachboden. Irgendwer hatte sich diesen einst ausgesucht um dort zu grillen. Nicht aber mit einem Grill, sondern die Grillkohle für Wurst & Co. wurde direkt auf den Holzboden gelegt und angezündet. Ergebnis: Ein Brandloch im Dachboden.

Nach Angaben der Polizeibeamten müssen sie in den Sommermonaten so gut wie jeden Tag jugendliche Eindringlinge von dort verjagen. Bei der Baufälligkeit des Gemäuers ist es auch zu deren eigenem Schutz.

Lost Party Place

Die “Spukvilla Oppenheim” ist nicht nur als Geisterort bekannt, sondern auch in der Gemeinde der “Lost Places”-Fans. Also jene Menschen, die gerne verlassene, einsame oder auch unheimliche Orte besuchen und vor allem fotografieren. Ein Trend, der seit Jahren anhält. In entsprechenden Foren im Internet wird bei diesen Fans auch “Haus Fühlingen” im er wieder genannt.

Mit ihren Kameras machen diese “Lost Places”-Freunde ja eigentlich nichts kaputt. Anders sieht es bei betrunkenen Jugendlichen aus, die laut Polizei eben das Problem dort sind. Nicht alle sitzen hier einfach herum und trinken ihre Biere, was sie eigentlich auch nicht dürften. Bei meinem Besuch waren ebenfalls zwei junge Leute dort auf dem Gelände.

Obwohl sie nur friedlich am Eingang herum saßen, sprach ich sie draußen einmal an, nachdem die Polizei sie kontrollierte.

Das junge Pärchen (beide knapp über 20) hatte leider keine Neuigkeiten über irgendwelche paranormalen Ereignisse zu erzählen. Wohl aber, dass eine ihrer Bekannten Stein und Bein schwört, dass sie im Spukhaus einmal eine Art Geist gesehen zu haben. Sie selber hatten von diesen Geschichten nur gehört, kommen jedoch öfter mit dem Bus hierher, um sich mit Freuden zu treffen. Es sei ein Treffpunkt und eigentlich gehen sie auch immer in das Haus hinein. Party würden sie hier dann und wann hier ebenfalls feiern.

Selbstverständlich nehmen sie dann aber immer ihren Müll wieder mit – und beschädigen auch nichts, wie sie mir versicherten …

Der oben auf dem Foto zu sehende Durchbruch unter der ehemaligen Eingangstreppe sei erst ganz neu vergittert worden. Zuvor habe man dadurch in die Gruselvilla gekonnt, so die beiden Besucher. Sie wussten auch, dass die Polizei hier immer mal wieder vorbei fährt. Ohne das Gelände und Haus zu betreten, sieht die Polizei von der Straße aus natürlich nicht jeden Menschen. Dafür ist es zu bewachsen und verwinkelt. Durch Wände kann auch die Kölner Polizei nicht sehen. Jemanden hinter dem Haus sieht man so erst recht nicht.

So hätten sie noch nie Ärger mit der Polizei gehabt, erzählten die Zwei weiter. Und genau das zeigte sich auch, als ich mich dort aufgehalten habe.

Rechts durch eine Lücke im Zaun stibitzte sich ein zweites Paar auf das Grundstück, und lief einen augenscheinlich viel benutzten Trampelpfad zum Haus. Diese beiden waren älter und offensichtlich sogenannte Gothic-Fans, da sie vollständig in entsprechender schwarzer, langer Kleidung kamen. Bei fast 40 Grad Hitze an diesem 30. Juli übrigens. Früher sagte man auch eher abwertend “Gruftis” dazu.

Diese beiden liefen am Haus vorbei auf die Rückseite und damit aus den Augen. Als danach die Polizei kam, schauten sie sich nach ihrer Kontrolle auch etwas auf dem Gelände um. Es hätten ja neben dem jungen Pärchen noch weitere Personen dort sein können. Und obwohl die Beamten zu dritt (oder sogar zu viert) waren, trafen sie das Gothic-Pärchen nicht an.

So bleibt fast alles beim Alten am Kölner Spukhaus “Haus Fühlingen”. Es löst sich immer rasanter in seine Bestandteile auf, Jugendlich feiern dort zum Teil Partys, die Eigentümer planen und planen angeblich immer noch und die Polizei darf beim Vorbeifahren einen Blick hinüber werfen …

YooTube-Videos zum Thema “Haus Fühlingen”

YouTube-Video vom 9. November 2013 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

+++ Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

YouTube-Video vom 10. Dezember 2013 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Spukhaus “Haus Fühlingen” in Köln: Investorten planen noch ab 2014 den Umbau in eine Luxus-Immobilie

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Die "Geister-Villa" Haus Fühlingen in Köln steht vor dem Umbau (Bild: Ch. Wellmann)
Die “Geister-Villa” Haus Fühlingen in Köln steht vor dem Umbau (Bild: Ch. Wellmann)

Über viele alte Gemäuer erzählen sich die Menschen unheimliche Geschichten von Geistern, Spuk und rätselhaften Phänomenen. So auch über das Geisterhaus “Villa Oppenheim” bei Fühlingen (Köln Chorweiler.), in dem es nicht nur seit Jahren spuken soll, sondern in dem nun auch 35 Luxus-Wohnungen für die gehobene Preisklasse entstehen sollen. Angeblich seien die ersten Wohnungen bereits verkauft …

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Auf meinem Blog habe ich bereits über die Spukvilla “Haus Fühlingen” hin und wieder berichtet (hier & hier). Zumal auch deshalb, da ich mit einigen Kollegen und einem Fernsehteam selber vor Ort war um “Geister zu jagen”. Dazu findet Ihr hier ein Video auf meinem YouTube-Kanal zum Thema und inzwischen gibt es auch das eBook “Erkundung des Hauses Fühlingen” von dem Geisterjäger Christian Wellmann (Video-Interview).

Nun berichtete Koeln.de am 22./28. Juli 2014, dass die Investoren von “Dolphin Capital Investment” bereits der Herbst 2014 für den Baubeginn der Umbauarbeiten ins Auge gefasst hätten. André Klein, Sprecher der Investoren, erklärte, das der Bauantrag kurzfristig “nach Abstimmung mit allen Behörden” eingereicht werden würde. Derzeit liegt das Gelände um die Reste des Anwesens an der Neusser Straße jedoch noch brach.

Es sollen sogar bereits einige Wohnungen verkauft worden sein, deren Preise bis zu 580.000 Euro betragen. Durch den Totalumbau mit 35 Wohnungen von 45 bis 165 Quadratmetern Größe wird nicht mehr viel von dem Spukhaus über bleiben, wie es auch die Planungen zeigen (Bild hier). “Die alten Gespenstergeschichten – sie sollen dann in Vergessenheit geraten”, so Koeln.de. In der Tat ist es ein “Pilgerort” für junge Party-Fans und auch Geisterjäger, obwohl das Anwesen unter Denkmalschutz steht und der Zutritt verboten ist.

Schon der “Kölner Stadtanzeiger” berichtete schon am 18. Juli 2014:

Immer wieder dringen Unbekannte in die Ruine ein. In verschiedenen Internetforen wird das alte Gemäuer als Spukhaus beschrieben, es zieht Menschen an, die hoffen, sich hier richtig gruseln zu können – obwohl der Zutritt offiziell verboten ist.” (hier – PDF bei “Dolphin Capital”)

Als meine Kollegen und ich mit einem TV-Team dort waren, hatten wir aber offizielle Genehmigungen usw. – wovon wir auch die Polizei überzeugen mussten, wie Ihr am Ende dieses Videos von vor Ort seht.

Ob tatsächlich die “Grusel-Geschichten” um das Haus Fühlingen durch einen geplanten Totalumbau verschwinden, sei aber einmal dahingestellt …

Ich danke Euch – Euer
Fischinger-Online
(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

Links:

Zum Thema

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Der Kölner Dom und die Reliquien der drei heidnischen Esoteriker aus dem Irak: Die Heiligen Drei Könige und die Weihnachtsgeschichte

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Der Kölner Dom: Liegen hier tatsächlich die heiligen drei Könige? (Bild: Public Domain / L. A. Fischinger)
Der Kölner Dom: Liegen hier tatsächlich die heiligen drei Könige? (Bild: Public Domain / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Alle Jahre wieder, alle Jahre zu Weihnachten kommen auch sie wieder: Die “drei Weisen aus dem Morgenland”, die dem Jesus-Baby laut “Weihnachtsgeschichte” huldigten. Mysteriöse Männer, die es wirklich gegeben haben soll. Mehr noch, denn seit dem Jahre 1164 sollen in Köln die Reliquien dieser “Heiligen Drei Könige” aus dem Neuen Testament verwahrt werden. Grund genug ab dem 15. August 1248 mit dem Bau des weltberühmten Kölner Dom zu beginnen, in dem diese Knochen bis heute liegen. Aber stimmt das auch? Und wer waren denn diese Könige aus dem Morgenland und warum eigentlich sind sie heilig? Was sagt die Bibel überhaupt über diese Weisen aus dem Nahen Osten? Eigentlich erstaunlich viel und doch nichts, wie Ihr Ihr es hier lesen werdet.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

“Weihnachts-Reliquien” im Kölner Dom

Die katholische Kirche in der ganzen Welt wimmelt von Reliquien und solche, die es sein sollen. Diese heiligen Gegenstände des Christentums reichen dabei von zahllosen Nägeln vom angeblich echten Kreuz Jesus über die Gebeine oder Schädel von diversen Heiligen oder sogar der Großmutter von Jesus in Düren bei Köln bis hin zu Heiligtümern rund um die Gottesmutter Maria (s. a. HIER & HIER).

Bekannt sind hierbei vor allem in der Weihnachtszeit die Reliquien im Dom von Köln, die den “Heiligen Drei Königen” aus dem Evangelium des Matthäus zugesprochen werden. Jene legendären Besucher aus der Weihnachtsgeschichte, die nach der Geburt von Jesus in Bethlehem auftauchten um das Jesus-Kind zu ehren. Jedes Kind kennt sie heute. Und jedes kleine und große Kind kann sie sich zum Spielen oder zur Dekoration in den den unterschiedlichsten Formen und Ausführungen kaufen. An Kitsch gibt es dabei kaum mehr Grenzen – sehr ähnlich wie bei den vermeintlichen “Engeln des Himmels” heute. Vor allem in den Tagen vor Weihnachten.

Das erste Weihnachten vor zwei Jahrtausenden

Bei Matthäus im Neues Testament lesen wir ab Vers 2,1 über diese Ereignisse um die Geburt Jesus Christus und die “Heiligen Drei Könige” vor über 2.000 Jahren. Dort findet sich quasi das erste Weihnachten der Weltgeschichte beschrieben und recht knapp erfahren wird darin über die mysteriösen Könige:

Als nun Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrak er und ganz Jerusalem mit ihm. Und er berief alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammen und erfragte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also steht geschrieben durch den Propheten: ,Und du, Bethlehem im Lande Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israel weiden soll.’

Da berief Herodes die Weisen heimlich und erkundigte sich bei ihnen genau nach der Zeit, wann der Stern erschienen wäre, und sandte sie nach Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet genau nach dem Kindlein. Und wenn ihr es gefunden habt, so tut mir’s kund, auf dass auch ich komme und es anbete. Als sie den König gehört, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen, ging vor ihnen her, bis er kam und über dem Orte still stand, wo das Kindlein war. Da sie nun den Stern sahen, wurden sie sehr hoch erfreut und gingen in das Haus hinein und fanden das Kindlein samt Maria, seiner Mutter. Und sie fielen nieder, beteten es an, taten ihre Schätze auf und brachten ihm Gaben, Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und da sie im Traum angewiesen wurden, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, entwichen sie auf einem andern Wege in ihr Land.”

Das war es dann auch zu den “drei Gästen” aus dem Morgenland kurz nach der Geburt Jesus. Kein anderer Text des Neuen Testaments erzählt von diesem Besuch an der Krippe des Kindes. Dennoch hat die christliche Tradition rund um die drei Weisen aus dem Morgenland einen hinlänglich bekannten Kult entwickelt.

Drei Könige – Drei heilige Könige?

Warum sind es eigentlich drei Besucher? Matthäus schreibt – wie oben gesehen – von einer unbekannten Anzahl von Personen. Es könnten auch zwei oder 200 gewesen sein. Auch nennt er keinen einzige Namen der Gäste von Maria. Ihre Namen Caspar, Melchior und Balthasar erhielten die “Könige” erst ab dem 6. Jahrhundert und sind biblisch nicht belegt.

Aber sie heißen auch nicht in allen Teilen der Welt so, da diese regional unterschiedliche Namen tragen. Die Christen in Äthiopien nennen sie etwa Tanisuram, Mika, Sisisba und Awnison, Libtar, Kasäd. Auch die Reihenfolge der Namen ist nicht immer identisch. Da aber die fremden Besucher mit drei Gaben (Gold, Weihrauch und Myrrhe) dem Kindlein huldigten, ist es natürlich sehr verlockend auch von drei Personen zu sprechen.

Doch aus welchen Königreichen kamen denn diese Könige vor 2.000 Jahren eigentlich? Auch dazu sagt die Bibel (fast) nichts: dort sind sie nicht einmal als “Könige” bezeichnet. “Weise aus dem Morgenland” nennt sie Matthäus in den klassischen Bibeln. Nicht Könige und auch nicht Heilige. Aber “Weise” ist eine interessante Spur …

Esoteriker aus dem Osten

Die Männer kamen aus dem Morgenland und werden konkret in der Bibel “Magoi” genannt, was schlicht “Sterndeuter” und/oder “Magier” sind. Demnach waren es Astrologen und heute würde man diese Personen sicher schlicht “Esoteriker” nennen. Auch ist es bezeichnet, dass die Bibelforschung darauf hinweist, dass im Matthäus-Evangelium in Vers 2,2 zu lesen ist, diese Herren suchen den “König der Juden”.

Diese Bezeichnung wird bei Matthäus (etwa in 29,37) im Neuen Testament ausschließlich für “heidnische” Personen benutzt. Also keine Juden, die nämlich die Bezeichnung “König Israels” (etwa Vers 27,42) verwenden. Folglich, so die Interpretationen weiter, waren die Männer heidnische Esoteriker aus Mesopotamien – dem Morgenland im Osten von Israel. Doch auch diese vermeintlichen “Heiden” der Weihnachtsgeschichte starben natürlich eines Tages und hinterließen dabei natürlich ihre Gebeine. Knochen, die heute als Reliquien noch immer existieren sollen.

Wird im Dom von Köln zu toten Esoterikern aus dem Irak gebetet?

Astrologie ist nicht Astronomie. Gerne wird das vertauscht. Vor Jahrtausenden gab es bei unseren Ahnen hier jedoch keine klare Trennlinie zwischen der Deutung der Sterne im Sinne von “was bringt das Schicksal?” und der Erforschung der Gestirne als rein physikalische Massen im Räderwerk des Kosmos. Heute ist das ganz anders.

Einfach kann man es so ausdrücken: Ein Horoskop anhand von Sternbildern oder sogar “Astro TV” ist Astrologie. Die Suche nach fremden Planeten im All oder auch SETI ist Astronomie. Und jene Personen, die dem kleinen Jesu-Kindlein ihre Ehre erwiesen, waren eben solche Sterndeuter, die vermutlich aus dem Bereich Babylonien im heutigen Irak kamen (“Morgenland”). Und heute sollen die sterblichen Überreste dieser Astrologen/Esoteriker/Wahrsager in Köln ruhen. Aber warum?

Wessen Gebeine liegen seit 850 Jahren in Köln?

Das Thema Reliquien – das nicht nur auf das Christentum beschränkt ist! – ist recht spannend.

Erst am 23. Juli 1164, also vor 850 Jahren, erreichten die angeblich authentischen Gebeine der “Heiligen Drei Könige” nach einer Irrfahrt durch die Geschichte Köln. Da waren diese Sterndeuter also bereits über 1.000 Jahre tot und “ihren Dom” gab es noch nicht. Ursprünglich gefunden wurden sie angeblich von der Heiligen Helena (etwa 250 – 330), der Mutter des legendären römischen Kaisers Konstantin I., in Jerusalem bzw. Israel. Dort hatte die berühmte Helena dem Bischof Maraios im Jahre 326 berichtet, dass sie das Grab Christi gefunden habe, das unter einem römischen Tempel der Göttin Venus von Kaiser Hadrian liege. Heute steht dort die Grabeskirche von Jerusalem als heiligste Stätte des Christentums.

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Weiter heißt es, dass Helena in diesen Tagen nicht nur Teile des Kreuzes von Jesus fand, sondern eben auch Gebeine der Weisen aus dem Morgenland. Fast 1000 Jahre später überreichte Kaiser Friedrich I. (bekannt als “Barbarossa”) diese Reliquien am 23. Juli 1164 Rainald von Dassel, damaliger Erzbischof von Köln. Zwei Jahre zuvor hatte Friedrich Barbarossa diese bei der Eroberung von Mailand gestohlen (wohin 1903 Teile davon zurückgebracht wurden). Doch wer sind die Toten von Köln in Wirklichkeit? Das kann kein Mensch genau sagen und belegen.

Historiker zweifeln an den Reliquien

Wie bei so vielen Reliquien der Welt gibt es auch hier keine lückenlose und unstrittige Geschichte und Historie. Doch Reliquien waren im Mittelalter gleichzeitig auch immer ein boomendes Geschäft. Reliquien-Pilger brachten Geld und damit wirtschaftliches Wachstum in die jeweiligen Städte. Das ist heute nicht viel anders. Es wird wohl in den Tagen von Barbarossa & Co. niemand ernsthaft an der Echtheit bzw. ihrer wahren Natur der Gebeine gezweifelt haben. Heute zweifeln viele Historiker.

Eigentlich ist der Zweifel der Historiker kein Wunder, da schon das Neue Testament unseren heutigen “Drei-Könige-Kult” nicht belegt: Keine Namen, keine Anzahl der Gäste, keine Weisen, keine Könige – und wohl auch keine “Juden” sondern eher “Heiden”. Man kann die Story bei Matthäus 2 eben auch so deuten, dass drei heidnische Esoteriker aus dem Irak kamen, um das Kindlein zu preisen.

Damit wäre die Botschaft der “Weihnachtsgeschichte”, dass damals auch die Nicht-Juden (sprich: “Heiden”) erkannten, wer da von Maria geboren wurde …

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft? Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird (und wie man eine Zeitmaschine baut) +++ Gast-Artikel +++

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UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft? Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird! Artikel von Ernst Mecklenburg (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft? Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird! Artikel von Ernst Mecklenburg (Bilder: gemeinfrei & NASA / Montage: Fischinger-Online)

Neben der These, dass sich hinter dem UFO-Phänomen außerirdische oder überdimensionale Erscheinungen (Aliens) verbergen, gibt es noch einige wenige weitere. Auch wenn alle anderen Erklärungsansätze weit hinter der extraterrestrischen These stehen. Sofern man einmal die weit verbreite Erklärung als Unsinn, Irrtum, Lug & Trug, Fehldeutungen etc. außen vor lässt. Eine dieser weiteren Interpretation des UFO-Phänomens ist die der Zeitmaschinen und Zeitreisenden, die verschiedene Forscher immer wieder anführen. Ein Vertreter dieser UFO-Zeitreise-Ideen war der 2008 verstorbene deutsche PSI- und Mystery-Schriftsteller Ernst Meckelburg aus Deutschland. In diesem Artikel schildert Meckelburg, warum seiner Meinung nach UFOs auch “Zeitmaschinen aus der Zukunft” sein könnten. Eine rund 20 Jahre alte Veröffentlichung, die grundsätzlich nichts an ihrer Aktualität verloren hat – eben zeitlos, wie Ihr es hier lesen werdet.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Ernst Meckelburg veröffentlichte diesen Artikel in der von mir mit herausgegebenen Zeitschrift “Unknown Reality” und in meinem einstigen Online-Magazin “PräO”, “Prä-Astronautik Online”, Ausgabe 7, 27. Oktober 2000.

Paranormale Phänomene, Leben nach dem Tod und Zeitreisen waren die drei Kernthemen des jahrzehntelang erfolgreichen aber auch umstrittenen Autos. Thesen und Überlegungen, die ich zum Teil ebenso bzw. sehr ähnlich sehe, wie er (s. HIER & HIER).

Mit seinen beiden ersten Büchern “Der Überraum” (1978) und “Besucher aus der Zukunft” (1980) legte Meckelburg sehr früh den Grundstock seiner Arbeit, als alle Welt nur über Aliens in UFOs und vor allem Prä-Astronautik sprach.

UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft?

Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird

Von Ernst Meckelburg

Zeitreisen verletzen keine physikalischen Gesetze!

Nachdem sich der Welt bedeutendster Physiker nach Albert Einstein, Professor Dr. Stephen Hawking, Universität Cambridge – man verlieh ihm 1979 den ehrenvollen Titel “Lucasian Professorship” – in seinem viel beachteten Bestseller “Eine kurze Geschichte der Zeit” zum Thema “Zeitreisen” nicht weiter äußerte, von dem man aber weiß, dass er noch vor Jahren deren Durchführbarkeit vehement bestritten hatte, musste es jeden hiermit befassten Wissenschaftler verwundern, als dieser sich im September 1995 in aller Öffentlichkeit zur Machbarkeit von Zeitsprüngen in die Vergangenheit bekannte.

Zu dem verblüffenden Statement der Physik-Koryphäe Hawking heißt es in der „BILD“ vom 2. Oktober 1995 unter anderem:

Die Vision von Hawking – Wir können bei unserer Geburt zugucken, uns im Kindergarten spielen sehen. Wir können unsere Urahnen besuchen, vielleicht sogar Cleopatra beim Baden in Eselsmilch überraschen. Der Zeitreisende kann sogar in der Vergangenheit eingreifen, ein Unglück verhindern. Auch der Blick in die Zukunft wäre möglich: Werde ich reich, mache ich Karriere, wann muss ich sterben?“

Der plötzliche Sinneswandel des berühmten Zeitgenossen erscheint jedoch bei näherer Betrachtung gar nicht so ungewöhnlich, hatten doch drei Astrophysiker des „California Institute of Technology“ (CALTECH) schon am 26. September 1998 in der renommierten amerikanische Physik Fachzeitschrift “Physical Review Letters” in einem aufsehenerregenden Beitrag einer erstaunten Leserschaft unterbreitet, dass in ferner Zukunft Zeitreisen in die Vergangenheit möglich seien, ohne die Kausalität – die gewohnte Abfolge von Ereignissen (Ursache – Wirkung) – zu verletzen. Der Publikation zufolge müsste es einer technischen Hochzivilisation einmal möglich sein, auf künstlichem Wege “Wurmlöcher” – Öffnungen in der Raumzeit – zu schaffen und diese durch Stabilisieren in (wörtlich) “Zeitmaschinen” umzuwandeln.

In Kreisen einschlägig befasster Wissenschaftler fand der Beitrag seinerzeit starke Beachtung. Auch in anderen naturwissenschaftlichen Fachzeitschriften, unter anderem in der englischen “Nature” wurde das Thema lebhaft diskutiert, ohne dass man an den von den CALTECH-Astrophysikern Michael Morris, Kip Thorne und Ulvi Yurtsever vorgelegten Kalkulationen Unkorrektheiten nachweisen konnte.

Zeitreisende UFOs?

Ausgehend von der Zeitreisetheorie dieser Physiker, der schon bald weitere mehr oder weniger verwertbare Realisierungsmodelle folgten und Stephen Hawkings jüngstes Statement, lässt sich ableiten, dass es “Besuche” aus unserer Zukunft und aus anderen virtuellen Realitäten innerhalb des Kosmos der Dimensionen schon längst gibt, dass es sich hierbei um nichts anderes als um die mysteriösen UFOs handelt, die bislang ausschließlich als “Außerirdische” gewertet wurden, obwohl vieles gegen diese Annahme spricht. Wie später noch dargelegt werden wird, entspricht das Verhalten dieser Objekte in geradezu auffälliger Weise dem Idealbild einer “Zeitmaschine”, ganz so, wie sie von Physikern beschrieben werden würde.

Dies zugrundeliegend schrieb ich am 18. August 1997 Prof. Hawking einen kurzen Brief, mit dem ich ihm nur eine einzige Frage stellte:

Halten Sie es für möglich, dass die sog. nicht identifizierbaren Flugobjekte (UFOs) Zeitreise-Vorrichtungen einer zukünftigen Hochzivilisation (womöglich aus unserer eigenen Zukunft) sind, die sich in ihre eigene Vergangenheit projizieren?

Die höfliche Antwort aus dem „Department of Applied Mathematics and Theoretical Physics“ fiel allerdings recht dürftig aus. Es heiß hier:

Professor S. W. Hawking freut sich immer über jeden Brief und schätzt es, dass Sie ihm geschrieben haben. Er hofft auf Ihr Verständnis, dass er Ihnen aufgrund seiner schweren Behinderung nicht persönlich antworten kann. Bitte nehmen Sie unsere Entschuldigung als seine Form der Antwort.“

Vielmehr konnte man sicher nicht erwarten, zeigt dieses Verhalten doch die große Verlegenheit, in der das Department sich befinden muss, die sich aus der Unvereinbarkeit eines berühmten, orthodoxen Lehrstuhls mit der als “unwissenschaftlich” gebrandmarkten UFO-Theorie ergibt.

Sicher wäre es dem Sekretariat nicht schwergefallen, Professor Hawking diese simple Frage zu unterbreiten und mir seine Antwort zu übermitteln. Offenbar wollte oder durfte er sich hierzu nicht äußern, zumal die Antwort womöglich zu einem Politikum hatte ausufern können.

Dennoch: Eine ausweichende Nicht-Antwort ist auch eine Antwort. Dass sich Hawking dessen ungeachtet mit der UFO-Problematik befasst haben muss, erhellt aus seiner Aussage in “Die illustrierte Geschichte der Zeit” (1997):

Außerirdische könnten die Reise zur Erde nur dann in einer vernünftigen Zeit zurücklegen, wenn sie sich mit Überlichtgeschwindigkeit fortbewegten. Insofern wären beide Möglichkeiten (Raumfahrt und Zeitreisen) gleichbedeutend.”

Noch eindeutiger wird es, wenn er in der gleichen Publikation philosophiert:

“Wenn sich (die Zeitreisenden) zu. erkennen geben, warum dann nur gegenüber Leuten, die nicht als glaubwürdige Zeugen gelten?

Keine Chance bei Unterlichtgeschwindigkeit

Dass die unvorstellbar großen Entfernungen allein in unserer Galaxis, der Milchstraße, selbst mit noch so raffinierten exotischen Antriebstechniken, innerhalb vernünftiger Zeitspannen nicht zu bewältigen sind, dass hierfür allemal ein überlichtschnelles oder Hyperraum Engineering jenseits unserer Raumzeit erforderlich ist, wird jedem einleuchten, der sich einmal etwas näher mit Weltraumdistanzen und möglicherweise realisierbaren Antriebstechniken befasst hat. Der Durchmesser unserer Galaxis beträgt 75.000 bis 100.000 Lichtjahre und ihre Tiefe etwa 20.000 Lichtjahre.

Mit den heutigen und den auch in naher Zukunft zu erwartenden Antrieben sind allenfalls “Kurzstreckenreisen” im eigenen Sonnensystem mit Unterlichtgeschwindigkeit möglich. Als nächste Stufe der Antriebstechnik wurden Motoren mit atomarem Antrieb (Kernspaltung) vorgeschlagen. Obwohl es sich hierbei um die derzeit effizienteste beherrschbare Energieform handelt, kann man mit ihr nicht annähernd so viel Energie erzeugen, wie dies für interstellare Flüge erforderlich wäre.

Selbst für interplanetare Reisen innerhalb unseren relativ kleinen Sonnensystems wäre die Menge an mitzuführenden spaltbarerem Material so groß, dass für Besatzung und Nutzlast kaum noch Platz bliebe. Günstiger wäre es, Antriebe auf dem Prinzip der Kernfusion zu entwickeln. Bei den benutzten Fusionsreaktoren wäre allerdings die Abschirmung problematisch. Um die Kernfusion anlaufen zu lassen, würden zudem Temperaturen um 10 Millionen Grad Celsius benötigt werden, was mit einem ungeheuren technischen Aufwand verbunden wäre.

Interstellare Reisen

Eine Variante des Fusionsreaktorantriebs wäre ein Fusions-Ramjet, das heißt ein Staustrahltriebwerk. Dieses würde die im Weltraum dünn verteilten Wasserstoffatome einsammeln, um sie als Fusionsmaterial zu nutzen. Ein solches System könnte sich allenfalls für interplanetare Reisen mit Geschwindigkeiten von etwa 100.000 km/h eignen und zum Beispiel den minimal 56 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Planeten Mars in drei Wochen erreichen.

Um eine Vorstellung von den allein schon in unserer Galaxis mit Unterlichtgeschwindigkeit nicht zu bewältigenden Entfernungen – Reisen zwischen den einzelnen Sonnensystemen – zu bekommen, greifen wir auf ein simples Beispiel zurück: Mit einem fusionsantriebsbestückten Raumfahrzeug, das eine Reisegeschwindigkeit von 100.000 km/h entwickeln soll, wäre man bis zum nächstgelegenen Stern, dem Proxima Centauri, der 40 Billionen(!) Kilometer von uns entfernt ist, fast 46.000 Jahre unterwegs, ein Vorhaben, das selbst mit sogenannten Generationsschiffen, wie sie bisweilen in der SF-Literatur beschrieben werden, absolut illusorisch sein dürfte.

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Antimaterie-Triebwerke

Diskutiert wird auch über Antimaterie-Antriebe, zumal diese mit sehr geringen Treibstoffmengen auskommen würden. Wir wissen: Zu jedem elektrisch geladenen Kernteilchen gibt es entsprechende Partikel mit entgegengesetzter Ladung, sog. Antiteilchen. So existiert zum Beispiel zu den positiv geladenen Protonen im Atomkern ein negativ geladenes Antiproton und zu den negativ geladenen Elektronen auf der Atomhülle ein positives Pendant, das Positron. Gewöhnliche Materie und die in unserem Universum nicht natürlich vorkommende Antimaterie löschen beim Zusammentreffen einander sofort aus. Die freiwerdende Wärmeenergie könnte dann zum Antrieb von Raumfahrzeugen benutzt werden.

Gegen den Einsatz von Antimaterie-Triebwerken sprechen nicht allein die riesigen Kosten zur Bereitstellung des exotischen Anti-Materials, sondern auch enorme Abschirmungsprobleme. Um zu verhindern, dass Materie mit Antimaterie unkontrolliert reagiert, bedarf es spezieller Magnetfeldsysteme, über deren Beschaffenheit man sich heute noch gar nicht im Klaren ist. Außerdem reichen die mit Antimaterie-Triebwerken erzielbaren Beschleunigungen immer noch nicht aus, um zu Welten jenseits unseres Sonnensystems zu gelangen.

Das sogenannte Arche-Prinzip, das “Generationsraumschiffe” vorsieht, die bis zum Ziel Jahrhunderte oder gar Jahrtausende unterwegs sind, erscheint für interstellare oder gar intergalaktische Reisen ebenfalls ungeeignet. Man fragt sich, wie an Bord eines Generationsraumschiffs bei ungewissem Ausgang der Expedition über so lange Zeiträume eine intakte Kommandostruktur aufrechterhalten werden kann, wie man über die langen Zeiträume zehn- oder gar hunderttausend Personen gesund zu ernähren und mit den psychischen Strapazen einer solchen Fahrt fertig zu werden gedenkt.

Pseudo-Zeitreisen: Das “Zwillingsparadoxon“

Viele Wissenschaftler sind auch heute noch der Ansicht, die unvorstellbar großen Entfernungen im Weltraum mit relativistischen Geschwindigkeiten, d.h. mit solchen nahe der Lichtgeschwindigkeit (ca. 300.000 km/s) in kürzeren Zeiten bewältigen zu können. Wenn sich – rein theoretisch – ein Raumschiff auf 99,99999999 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen ließe, würden nach Einsteins Spezieller Relativitätstheorie an Bord befindliche Uhren, die Aktivitäten der inneren Organe der Astronauten, Verdauungsvorgänge usw. um den Faktor 70.000 verlangsamt werden.

Mit einem derart beschleunigten Schiff könnte man den neun Lichtjahre entfernten Stern Sirius zwar in wenigen Stunden erreichen und auch ebenso schnell wieder zur Erde zurückkehren, ein daheim gebliebener Freund wäre aber inzwischen um 18 Jahre gealtert. Diese Zeitkontraktion – sie wird in der Astrophysik als Zwillingsparadoxon bezeichnet – ist keine Zeitreise im eigentlichen Sinn. Sie ermöglicht weder die Herstellung des ursprünglichen Zeitstatus – die Rückkehr in die Ausgangszeit -, noch Reisen in die Vergangenheit. Diese setzen immer Überlichtgeschwindigkeit voraus, was in unserem Raumzeituniversum praktisch unmöglich ist, da hier, gemäß Einstein, nichts schneller als Licht sein kann.

Die Jahrhunderte, ja sogar Jahrtausende annullierenden Abkürzungen durch den zeitfreien Hyperraum würden Versetzungen selbst innerhalb unserer Galaxis praktisch in Nullzeit ermöglichen. Es wären dies echte Zeitreisen, die nicht nur Entfernungen, sondern auch Reisezeiten gegen Null schrumpfen ließen. Und solche Sofort-Versetzungen in der Raumzeit bedingen, dass in unserem Universum so etwas wie Gleichzeitigkeit herrscht, was nach Einsteins Spezieller Relativitätstheorie von 1905 tatsächlich auch der Fall ist.

Rückwärtsbewegungen in der Zeit sind kein Unding.

Sie sind mit physikalischen Grundprinzipien, auch mit den Regeln der Quantenmechanik durchaus vereinbar. Das hat erst vor wenigen Jahren Professor Dr. Günter Nimtz vom II. Physikalischen Institut der Universität Köln experimentell bewiesen. Bei einem Quantentunnel-Experiment übertrug er Mozarts 40. Symphonie in g-Moll mit der 4,7-fachen Lichtgeschwindigkeit, was von ihm sogar tontechnisch aufgezeichnet wurde. Das Werk musste somit aus der Zukunft kommen, das heißt es wäre hörbar, noch bevor es ausgesendet wurde(!).

Die zur Übertragung benutzten Radiowellen hoher Frequenz (Mikrowellen), denen das Tonwerk aufmoduliert war, wurden von Nimtz durch einen rohrförmigen Hohlleiter geschickt, in dessen Zentrum der Querschnitt eingeengt war. Und an dieser Stelle, auf einer Länge von nur acht Zentimetern, werden die eintreffenden Wellen auf das Mehrfache der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Physiker bezeichnen dies als superluminale Tunnelgeschwindigkeit.

Schleichwege durch die Raumzeit

Im Jahre 1985 erkundigte sich der bekannte Kosmologe und Autor Carl Sagan bei einem befreundeten Astrophysiker, Kip Thorne vom California Institute of Technology (CALTECH), ob überlichtschnelle Weltraumreisen, d.h. Zeitreisen, machbar seien. Thorne entdeckte nach Lösung einiger Einsteinscher Gleichungen, dass es tatsächlich solche “Schleichwege” in vergangene bzw. zukünftige Zeiten gibt, die noch nicht einmal der Überlichtgeschwindigkeit bedürften, um die Zeit zu überholen: sogenannte Wurmlöcher. Es sind dies Transittunnels zwischen unterschiedlichen Bereichen ein- und desselben Universums oder zwischen unterschiedlich-dimensionalen Welten bzw. zwischen ganz verschiedenen Zeiten.

Berechnungen ergaben, dass diese Winzlinge einen Durchmesser von gerade einmal. 10-33 Zentimeter besitzen (Dezimalbruch mit 32 Nullen hinter dem Komma).

Gedankenexperimente mit Zeitreisen durch eben diese Wurmlöcher, das heißt übergeordnete oder Hyperuniversen, lassen erahnen, welch riesige Entfernungen und Zeiträume mittels solcher Abkürzungen überwunden werden können. Gelänge es zum Beispiel durch das “Gewebe” der Raumzeit einen Wurmloch-Tunnel zu bohren, könnte man den nur vier Lichtjahre von uns entfernten Alpha Centauri schon in Sekundenschnelle erreichen. Bewegen sich die Tunnelenden relativ zueinander, ist es sogar möglich, in der Zeit vorwärts bzw. rückwärts zu reisen.

In unserer Jetztzeit ist es allem Anschein nach noch niemand gelungen, ein Wurmloch künstlich zu erzeugen. Dennoch besagt Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie, dass es solche “Schnellstraßen” quer durch die Raumzeit geben muss.

Unlängst äußerte sich eine Gruppe amerikanischer Physiker dahingehend, dass man Wurmlöcher irgendwann einmal entdecken würde. Einer ihrer italienischen Kollegen war noch zuversichtlicher und meinte, dass sich für Zeitreisen nutzbare Wurmlöcher sogar im Labor herstellen ließen.

Paradoxa gibt es nicht

Die Undurchführbarkeit von Zeitreisen wird von einigen “Schubladendenkern” damit begründet, dass bei Zeitreisen sogenannte Paradoxa und Anachronismen entstünden. Paradoxe

Situationen müssten nach Meinung der Kritiker immer dann eintreten, wenn sich Zeitreisende irgendwann einmal einer “jüngeren Version” ihrer selbst in die Quere kommen. Paradebeispiel für durch Zeitreisen angeblich entstehende Paradoxa ist das sogenannte “Großmütterchen-Syndrom”. Hier begibt sich der Zeitreisende in die Vergangenheit, um absichtlich oder auch unbeabsichtigt seine Großmutter zu töten, noch bevor seine Mutter geboren wurde, woraufhin auch er nicht länger existieren würde.

Da er dann auch keine Zeitreise antreten könnte, würde seine Großmutter wieder lebendig und seine Mutter geboren werden. Daraufhin käme auch er wieder zur Welt und könnte in die Vergangenheit reisen, um seine Großmutter umzubringen ad infinitum… eine Kausalschleife ohne Anfang, ohne Ende.

Neue, faszinierende Aspekte der Quantentheorie lassen jedoch darauf schließen, dass zeitliche Widersprüche gar nicht erst entstehen können. So lässt die von den Princeton-Professoren John Wheeler und Hugh Everett entwickelte Theorie eines sich in unendlicher Folge ständig verzweigenden Universums den Schluss zu, dass in einem dadurch entstandenen riesigen Multiversum alle denkbaren Situationen existieren, zum Beispiel auch solches die das Töten der Großmutter vor der Geburt der Mutter des Zeitreisenden erlauben, ohne die Kausalität zu verletzen, also ohne dass er dadurch seine eigene Geburt verhindert.

Die seit Anbeginn unseres Universums durch permanentes Verzweigen der Ausgangssituation entstandenen (und immer weiter entstehenden) parallelen Kopien unserer Welt, stellen ideale “Ausweichgleise” vom Ver- und Abschieben realitätsfremder Ereignisse dar, die die Kausalität in unzulässiger Weise beeinflussen und den folgerichtigen Schicksalsverlauf behindern könnten.

Wie man eine Zeitmaschine baut

Immer wird der Autor gefragt, wie eine Zeitmaschine für problemlose, kausalitätskonforme Expeditionen in die Vergangenheit beschaffen sein müsste – eine Frage, die sich zum jetzigen Zeitpunkt nur theoretisch erörtern lässt. Der deutsche Physiker H.-P. Stricker hat die vom CALTECH-Team konzipierte Technik in einer Art Konstruktionsanleitung für Zeitmaschinen zusammengefasst:

  • man isoliere ein virtuelles Wurmloch, das etwa eine Milliarde mal kleiner als ein Atomkern ist;
  • man besorge sich eine ausreichende Menge an “negativer Masse” oder “exotische Materie”(die einen negativen Druck erzeugt);
  • man stabilisiere das Wurmloch durch Injektion einer kleinen Menge negativer Masse;
  • unter ständigem Nachführen negativer Masse vergrößere man das stabilisierte Wurmloch auf Zeitmaschinengröße;
  • man erzeuge zwischen beiden Enden des Wurmlochs eine Zeitdifferenz, indem man das eine Ende mit hoher Geschwindigkeit für eine entsprechende Dauer auf einen Rundkurs durchs All schickt und das andere stationär hält;
  • um in die Vergangenheit zu gelangen, durchquere man das Wurmloch vom bewegten Ende zum stationären;
  • um in die Zukunft zurückzukehren, durchquere man es vom stationären Ende zum bewegten.

Problematisch ist nur, dass bis jetzt niemand die virtuellen Wurmlöcher nachzuweisen vermochte, offenbar, weil sie gem. Albert Einstein extrem kurzlebig sind. Sie kollabieren sofort nach ihrer Entstehung. Das aber würde einen Hyper-Tunnel in die Vergangenheit bzw. Zukunft sofort einstürzen lassen. Dieser Schwierigkeit will man unter anderem durch den sog. Casimir-Effekt entgegenwirken, durch den man einen negativen Druck erzeugt, der antigravitativ wirken soll.

Der holländische Physiker Hendrik Casimir hatte schon 1948 nachgewiesen, dass es zwischen zwei parallelen Metallplatten eine winzige negative Anziehungskraft gibt, weil diese Platten auf das sog. Quantenvakuum eine Störung ausüben. Baut man ein solches System in ein stabilisiertes Wurmloch ein, würde die Antigravitation des Plattensystems ausreichen, um es nicht kollabieren zu lassen.

Zeitreisende könnten sich nun an den Ein- und Ausgängen des Wurmlochs aufhalten, ohne von den Mini-Schwarzen- bzw. Mini-Weißen-Löchern “verschluckt” zu werden; sie könnten nach dem Aufenthalt in der Vergangenheit bzw. Zukunft auch wieder sicher zurückkehren.

Zusammenfassend wäre zu sagen, dass der Raum um uns herum – das sog. Quantenvakuum – von virtuellen Wurmlöchern nur so wimmelt. Wir müssen nur versuchen, diese winzigen “Zeitmaschinen” einzufangen, sie für unsere Zwecke zu manipulieren.

Wurmlöcher

Im Jahre 1995 hat ein italienischer Physiker namens Claudio Maccone vorgeschlagen, Wurmlöcher mittels Magnetfelder zu erzeugen. Jedes “magnetische Wurmloch” wäre nach Maccones Ansicht so groß, dass nur ein kleiner Teil von ihm im Labor Platz hätte Man müsste schon unvorstellbar starke Magnetfelder erzeugen, um einen in einem Labor normaler Größe ein einsatzfähiges Wurmloch für Zeitreisen installieren zu können. Das bislang stärkste im Labormaßstab erzeugte Feld betrug gerade einmal zehn Tesla. Für die Schaffung eines Wurmlochs müssten jedoch Feldstärken von Billionen Tesla aufgewendet werden. Von allen bislang vorgestellten Zeitmaschinenmodellen erscheint das des israelischen Physikers Professor Yakir Aharonov noch am anschaulichsten.

Seine Vorstellung von einem Quanten-Zeittranslationssystem wurde vor neun Jahren in der angesehenen Fachzeitschrift “Physical Review Letters” veröffentlicht. Die in einem blasen- oder ballonartigen, geschlossenen System untergebrachten Temponauten (Zeitreisende) werden dadurch in die Vergangenheit oder Zukunft (eine von unendlich vielen) versetzt, dass man dieses exotische, hier nicht näher beschriebene Objekt – je nach Zielvorstellung – expandieren oder schrumpfen lässt. Der Aharonow-“Ballon” übt – genau wie kosmische Massen – auf alles hierin Befindliche einen bestimmten gravitativen Einfluss aus. Nimmt sein Volumen zu, wären die Insassen einer schwächeren gravitativen Beeinflussung ausgesetzt.

Lässt man hingegen den Ballon schrumpfen, würde seine Gravitation pro Volumeneinheit zunehmen, das heißt stärker werden. Auf den Zeitverlauf übertragen bedeutet dies: Für die Temponauten in einem expandierenden Ballon würde die Zeit schneller, für die im schrumpfenden Ballon langsamer ablaufen. Durch Überlagern selbst winziger Zeitdifferenzen würden sich, so Aharonov, Reisen in die Vergangenheit bzw. in die Zukunft durchführen lassen.

“Warpen”: Wenn Science-Fiction Realität wird

Yakir Aharonows Idee halten Physiker wie Dr. Miguel Alcubierre, ein früherer Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts, durch die sogenannte Warp-Technik durchaus für realisierbar. Vordenker Alcubierre schlug vor, nicht das als Zeitmaschine umfunktionierte Raumschiff selbst zu beschleunigen, sondern eine künstlich geschaffene Raumzeit-Blase (eben jenen Aharonow-Ballon), in der die zeitmanipulierende Vorrichtung eingebettet ist.

Hohe Energien würden vor dem Schiff ein Gravitationsfeld erzeugen, das den Raum zusammenzieht und hinter ihm steckt. Die Warp-Blase müsste sich, ähnlich einem Surfer, auf einer Welle bewegen, was von Physikern als Spacetime-Hypersurfing bezeichnet wird. Der Raum zwischen Schiff und Zielort würde dadurch extrem verkürzt werden. Die Zeitmaschinen-Besatzung in der Blase wäre überhaupt keiner Bewegung und daher auch nicht den enormen Gravitationskräften ausgesetzt. Auch das zuvor erwähnte Zwillingsparadoxon, das bei Reisen nahe Lichtgeschwindigkeit auftritt, würde sich bei solch echten Zeitreisen nicht bemerkbar machen.

Kürzlich publizierte der belgische Physiker Chris van den Broeck von der Katholischen Universität in Leuven in der Wissenschaftszeitschrift “General Relativity and Quantum Cosmology” einen Beitrag, in dem er feststellt, dass für das Warpen viel weniger Energie benötigt wird, als von Dr. Alcubierre ursprünglich errechnet. Es hat den Anschein, als ob uns die Warp-Technik in ferner Zukunft die Zeitreise bescheren wird.

Nach Aussagen präkognitiv veranlagter US-Medien, die von dem amerikanische Autor Brace Goldberg zusammengetragen wurden, wäre damit zu rechnen, dass die technischen Voraussetzungen für Zeitreisen erst ab dem 3. Jahrtausend gegeben wären. Das könnte auch das Auftreten nicht menschlich wirkender UFO-Insassen – ihre abweichende Körpergröße, Physiognomie, Hautfarbe, Verhaltensweise usw. – erklären. Es könnte auch sein, dass es sich bei UFO/Zeitmaschinen-Besatzungen um Menschen handelt, deren Vorfahren irgendwann einmal in andere Sternensysteme oder Galaxien immigrierten (eigentlich immigrieren werden), wo sie unter veränderten Umweltbedingungen mutierten oder um Bioroboter bzw. Androiden, die aus der Zukunft kommend, “Ahnenforschung” betreiben.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt

Mit diesem Beitrag soll dargelegt werden, warum mit konventionellen und sogar mit exotischen Antrieben, wie sie heute diskutiert werden, keine interstellaren oder gar galaktischen Reisen unternommen werden können, warum diese allemal Zeitmaschinen erforderlich machen, die echte Zeitreisen ermöglichen.

Die unvorstellbar großen Entfernungen allein in unserer Galaxis machen Zeitreisen zu einer zwingenden Notwendigkeit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die Kopf-Reliquie der heilige Anna: Auf den Spuren der Großmutter von Jesus Christus +++ YouTube-Video +++

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Die Reliquie der heilige Anna: Auf den Spuren der Großmutter von Jesus Christus (Bild: hessen.de / Bearbeitung:_ Fischinger-Online)
Das “Annahaupt”: Die Reliquie der heilige Anna – Auf den Spuren der Großmutter von Jesus Christus (Bild: hessen.de / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Das Thema „Reliquien“ spielt im Christentum eine ebenso wichtige Rolle wie die Verehrung von Heiligen und Patronen. Vor allem seit dem frühen Christentum und im Mittelalter wurde Europa geradezu überschwemmt von Reliquien aller Art. Von der Windel Jesus Christus über die Gebeine der Heiligen drei Könige bis hin zu diversen Körperteilen unterschiedlichster Heiliger hat die katholische Kirche ein großes Angebot an derartigen Objekten der Verehrung. Eine dieser Reliquien in das Annahaupt in Düren unweit von Köln. Ein Stück des Schädels der heiligen Anna, der Mutter von Maria und damit die Großmutter von Jesus Christus. Verwahrt und verehrt wird der Schädel in der Annakirche, in der ich dieses YouTube-Video für Euch zum Thema gemacht habe.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Interessant ist bei der Reliquie des Annahaupt, dass die Person der Anna als Mutter der Gottesmutter Maria mit keiner Silbe in der Bibel erwähnt wird. Ebenso, dass es sich bei diesem Schädel von Jesus Christus Großmutter um Raubgut handelt. Wie so viele Reliquien in ganz Europa.

Apokryphen, also biblische Texte, die nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden, kennen allerdings diese Anna tatsächlich. Diese Texte außerhalb des Neuen Testamentes stammen aus der Zeit zwischen dem zweiten und sechsten Jahrhundert. Das Neue Testament kennt hingegen nur die Mutter Gottes Maria, die Madonna.

Verwahrt und verehrt wird die „Omi Jesu“ in der Dürener Annakirche, in der ich dieses Video des Phantastischen für Euch zum Thema gemacht habe.

Bleibt neugierig …

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Das “Blutwunder” des heiligen Märtyrer Januarius von Neapel: Es trat wie angekündigt ein. Warum weiß allerdings wohl niemand genau

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Das "Blutwunder" des heiligen Januarius von Neapel: Es trat auch 2017 ein (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Das “Blutwunder” des heiligen Januarius von Neapel: Es trat auch 2017 ein (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

In der Geschichte der römisch-katholischen Kirche gab es bereits viele sog. “Wunder”, die allerdings nicht alle auch vom Vatikan auch als solche anerkannt sind. Ebenso gibt es in der Kirche zahllose anerkannte und nicht anerkannte Reliquien, die meist von Heiligen oder Jesus Christus stammen sollen. Grundsätzlich unterscheidet sich das Christentum hier nicht sehr von vielen anderen Religionen der Welt. Allerdings liegt im Dom von Neapel in Italien eine Reliquie, die bei den Gläubigen immer wieder für Staunen sorgt. Es handelt sich um die Blutreliquie des Heiligen und Märtyrer Januarius von Neapel (“Blutwunder von San Gennaro”), einst Bischof und heute Schutzpatron der Stadt. Dabei soll es sich um authentisches Blut des Januarius handeln, das in einer verschlossenen Falsche verwahrt wird und sich auf wundersame Weise an bestimmten Tagen wieder verflüssigen soll. So jüngst wieder geschehen – pünktlich auf den Tag genau.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Das Blutwunder von San Gennaro in der Kathedrale von Neapel in Italien ist ein “Wunder mit Ansage”. Mindestens dreimal im Jahr, am ersten Wochenende im Mai, am 19. September und am 16. Dezember, verflüssigt sich bei diesem Kirchen-Wunder das ansonsten verklumpte Blut des Heiligen Januarius in einem kleinen Fläschchen. Januarius ist der Schutzpatron der Stadt und wenn das Wunder einmal ausbleibt, so fürchten die Gläubigen ein schlechtes Zeichen oder Omen für die Zukunft.

Soweit kam es am vor zwei Tagen zum Glück nicht: Das Wunder trat pünktlich ein!

Der heilige San Gennaro und sein Blut

San Gennaro alias Januarius wurde ca. 305 unter dem römischen Kaiser Diokletian hingerichtet. Einem römischen Herrscher, der 303 eine Welle der Gewalt und Verfolgung gegen die Christen ausrief. Sie gilt als eine der brutalsten Hinrichtungs- und Verfolgungswellen der des damals noch jungen Christentums überhaupt. Im Zuge dieser Tötungen fiel auch der Januarius dem Henker zum Opfer und wurde enthauptet. Dabei habe eine gläubige Christin sein Blut aufgefangen und sicher aufbewahrt.

Januarius Gebeine wurden in Neapel bestatte, befanden sich kurzzeitig allerdings ab dem Jahr 835 in Benevento. Und genau dort soll es am 17. August 1389 erstmals zu dem Blutwunder des Heiligen gekommen sein. Am 1. Mai 1491 kam die Reliquie letztlich an ihren heutigen Platz im Dom von Neapel, wo sie bis heute von den Gläubigen tief verehrt wird.

Die Blut-Reliquie mit dem Blut des Heiligen Januarius von Neapel (Bild: gemeinfrei)
Die Blut-Reliquie mit dem Blut des Heiligen Januarius von Neapel (Bild: gemeinfrei)

Die Reliquie in der Kathedrale von Neapel an sich ist wenig spektakulär: Es ist ein kleines Glasgefäß in Form einer Birne mit einem sehr langen “Flaschenhals”, das in der Antike “Phiole” genannt wurde. In diesem fest verschlossenen Fläschchen wiederum befindet sich die eigentliche Reliquie, die aus dem verklumpten und damit festen Blut des hingerichteten Märtyrer besteht. So jedenfalls die Legende und Überzeugung der Gläubigen.

Dreimal im Jahr wird diese bräunliche und rötliche “Materie” den zahllosen Pilgern in der Stadt nach einer Prozession präsentiert. Und dabei geschieht das Wunder, dass diese Substanz sich in dem kleinen Fläschchen wieder verflüssigt. Oder besser gesagt in den beiden Ampullen, da es zwei sind, wie an der hier eingefügten Zeichnung der Reliquie auch gut erkennbar ist. Die Blutreliquie wird dabei an dem Griff der Monstranz gehalten und gedreht, so dass die Anwesenden selber “Zeugen” des Wunders von Neapel werden können.

Tatsächliche Augenzeugen sind die Pilger allerdings nicht. Tritt das Wunder der Verflüssigung in der Kathedrale der Stadt ein, so gibt ein Beobachter neben dem Bischof ein Zeichen betend wartenden Gläubigen. Erst am Folgetag können die Menschen die Reliquien in der Messe selber näher betrachten, während diese den Gläubigen bei der Eucharistie zum Küssen hingehalten wird. Die Blutreliquie ist damit auch und vor allem eine sogenannte “Berührungsreliquie”.

Die Substanz soll sich bei der wundersamen Verflüssigung , so der Glaube, wieder zu dem Blut des Januarius werden. Vor allem jedes Jahr am 19. September, der als Todestag und damit als Festtag des Schutzpatron von Neapel gilt.

Kein echtes Wunder für die Kirche

Die katholische Kirche bzw. der Vatikan ist bei dem Wunder um das Blut des ermordeten Januarius skeptisch. Das “Blutwunder von San Gennaro” von Neapel wurde bis heute nicht von dieser als “echt” und damit “göttlich” anerkannt. Aber sie verteufelt es aber auch nicht, sondern akzeptiert die Verehrung der Reliquie als christlichen Volksglauben und katholischen Brauch.

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Auch am Morgen des 19. September 2017 ist das Wunder von Neapel wieder eingetreten. Pünktlich, wie es von den zahllosen Pilgern erwartet wurde, die danach auf dem Domplatz vor Neapel die gute Nachricht mit Böllern und Gesängen feierten. Der katholische Nachrichtendienst kath.net schrieb dazu einen Tag später:

Das Blutwunder des heiligen Januarius in Neapel ist pünktlich eingetreten. Zum Todestag des Schutzpatrons der Stadt verflüssigte sich Dienstagfrüh im Dom dessen Blutreliquie. Zu Beginn eines Gottesdienstes verkündete Kardinal Crescenzio Sepe das Eintreten des sogenannten Blutwunders (‘O miracolo’).”

Obwohl die Kirche in diesem Wunder und seiner Anbetung eher einen “christlichen Volksglauben” sieht, war auch Papst Franziskus im März 2015 selber in der Kathedrale von Neapel. Nachdem für den Heiligen Vater die Monstranz aus ihrem sichern Safe geholt wurde, verflüssigte sie sich auch bei ihm. Zwar nur teilweise, aber immerhin. Und auch der Papst selber ließ es sich nicht nehmen, die Reliquie zu küssen, wie es die vielen Pilger machen. Für Neapel und die dortige Verehrung des Januarius ist eine derartige Aufwartung von Papst Franziskus durchaus eine Bestätigung ihres Glaubens.

ARTIKEL: Der Kölner Dom und die Reliquien der drei heidnischen Esoteriker aus dem Irak (Bild: Public Domain / L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Der Kölner Dom und die Reliquien der drei heidnischen Esoteriker aus dem Irak (Bild: Public Domain / L. A. Fischinger)

Am 19. September 2017 schrieb das katholische domradio.de der Erzdiözese Köln zu dem nun eingetreten Blutwunder skeptisch:

Aller Verehrung zum Trotz – die katholische Kirche bleibt skeptisch und erkennt das Wunder offiziell nicht an. Die Überlieferung über Januarius stammt vor allem aus dem Martyrologium des Hieronymus und dem liturgischen Kalender von Karthago.

In Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), als das Verzeichnis der Heiligen und Seligen überarbeitet wurde, hat die Kirche San Gennaro zum ‘Ortsheiligen’ degradiert. Wegen der großen Volksfrömmigkeit toleriert sie ihn aber – und damit auch das Blutwunder.

Es zählt also hier die Volksfrömmigkeit der Gläubigen und vor allem der Neapolitaner. Eigentlich zählt immer nur der Glaube. Auch im Dom zu Köln liegen bekanntlich Reliquien, die von den legendären “drei Weisen aus dem Morgenland” der biblischen Weihnachtsgeschichte stammen sollen, und mit denen ich mich in diesem Artikel befasst habe.

“Schluss mit diesem Wunder auf Kommando!”

Die Webseite domradio.de verweist auch darauf, dass “meist jüngere Leute” sich im Internet über das Blutwunder mokieren und es als als Betrug ansehen. “Schluss mit diesem Wunder auf Kommando! Der Glaube ist was anderes”, soll zum Beispiel jemand in einem Online-Forum geschrieben haben. Ein anderer wiederum habe geschrieben, “ein Betrug (ist), hinter dem die Camorra steckt”. Also die Mafia von Neapel. Ein Vorwurf, der schon seit Jahren kursiert.

Tatsächlich ist es vollkommen unklar, um was es sich bei der Substanz in den Fläschchen wirklich handelt. Blut eines hingerichteten Märtyrer des Christentums, ein einfacher Irrtum oder sogar ein Betrug der ansässigen Kirche? Chemische oder biologische Untersuchungen und Analysen gab es bisher nie. Treffend heißt es dazu aus der Erzdiözese Köln:

“In der Vergangenheit gab es schon viele naturwissenschaftliche Forschungen über das Phänomen. Doch sie konnten schon deshalb keine eindeutigen Beweise bringen, weil dazu Verflüssigung von Substanzen nur simuliert, der Ampulleninhalt selbst aber gar nicht untersucht wurde.

Weiter unklar ist: Ist in der Monstranz überhaupt Blut? Und stammt es überhaupt von San Gennaro? Heutzutage wäre ein solcher wissenschaftlicher Nachweis denkbar. Aber kaum jemand scheint daran Interesse zu haben. Der Volksglaube zählt.

Interview: Dr. Mark Benecke über Erich von Däniken und die Prä-Astronautik (Bild: Büro E. v. Däniken / WikiCommons/gemeinfrei)
Interview: Dr. Mark Benecke über Erich von Däniken und die Prä-Astronautik (Bild: Büro E. v. Däniken / WikiCommons/gemeinfrei)

Eventuell wurde hier auch an Dr. Mark Benecke und seine Experimente zum Blutwunder von San Gennaro gedacht.

Auch Mark Benecke sah sich das Wunder im April 2004 näher an und meint, dass man dieses “Blut” leicht fälschen könne (thixotrope Flüssigkeiten). Auch mit Materialien, die bereits im 14. Jahrhundert den Menschen zur Verfügung standen.

Hier spekuliert der Kriminalbiologe, dass eine solche Substanz in die Fläschchen gefüllt wurde, die im Ruhezustand eine Art Gelee bilden und erst durch Bewegung flüssig werden. Etwa, in dem man sie nur kräftig genug schüttelt, wie es der Bischof von Neapel macht. Vielleicht sei es nur Wasser mit Eierschalenkalk und Farbe, so der Mediziner.

Möglich – aber auch nur eine Spekulation von Benecke.

Da aber das Ausbleiben des Wunders der Verflüssigung als schlechtes Omen gilt, ist es verwunderlich, dass es letztes Jahr und im Jahr 1980 tatsächlich ausblieb. Warum sollte es ausbleiben, wenn es doch eine natürliche chemische Reaktion ist? Oder war das Gemisch in diesen Jahren vielleicht “verbraucht” und musste durch die hinter dem Schwindel steckenden Personen wieder erneuert werden? Also reine Nachlässigkeit der Fälscher? Oder war es sogar Absicht, dass das Wunder in diesen Jahren nicht geschieht? Und wenn ja: warum?

Das weiß wohl nur der Himmel …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Wissenschaftler wollen durch DNA-Analysen Verwandte von Jesus Christus finden: Ein Fakten-Check und die Hintergründe

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Kann man durch DNA-Untersuchungen tatsächlich Verwandte von Jesus Christus finden? (Bilder: gemeinfrei / Montage L. A. Fischinger)
Kann man durch DNA-Untersuchungen tatsächlich Verwandte von Jesus Christus finden? (Bilder: gemeinfrei / Montage L. A. Fischinger)

Jesus von Nazareth ist sicherlich eine der bekanntesten Namen der Erde. Für die einen der Sohn Gottes, für andere ein weiser Prophet des Herrn und für andere nur einer der zahllosen “Störenfriede” im heutigen Israel im 1. Jahrhundert nach Christus. Also ein ganz normaler Mensch, der nicht nur seit dem Bestseller “Sakrileg” von Dan Brown in den Augen nicht weniger Menschen verheiratet war und auch Kinder hatte. Eine Boulevardzeitung in der Schweiz berichtete kürzlich, dass Forscher jetzt “mit neuster Technologie” und Gen-Analysen Verwandte und Nachkommen von Jesus im Heiligen Land aufspüren wollen. Nur eine krude Story à la Dan Brown – oder was genau steckt hinter diesem Forschungsprojekt? Ein Fakten-Check und die Hintergründe.

 

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Am 22. April titelte die Boulevardzeitung “Blick“:

DNA-Spuren sollen weiterhelfen: Forscher suchen Verwandte von Jesus

Nun könnte man schon allein anhand des Titels und vor allem, wo diese Meldung erschien, die Sache als “Sensationsgier” der Regenbogenpresse beiseite legen. Immerhin sind vor allem seit dem Weltbesteller “Sakrileg” von Dan Brown Berichte, Spekulationen und Meldungen über Jesus, seine Frau und seine Kinder weltweit enorm verbreitet.

Auch wenn Dan Brown in seinem Roman die Story des wesentlich früher erschienen Sachbuches “Der heilige Gral und seine Erben” von 1982 übernahm, machte er diese Idee weltbekannt. Doch was die Schweizer Boulevardpresse in ihrem Beitrag berichtet, hat ausnahmsweise nichts mit irgendwelchen angeblichen Kindern und Ehefrauen von Jesus zu tun. Doch der Background ist tatsächlich sehr interessant.

DNA von Jesus Christus?

Lars A. Fischinger in der Grabeskirche vor dem Grab Jesu: Alles ein Fake? (Bild: L.A. Fischinger)
Lars A. Fischinger in der Grabeskirche vor dem Grab Jesu (Bild: L.A. Fischinger)

Laut dem Neuen Testament geschah nach der Kreuzigung von Jesus ein echtes Wunder biblischen Ausmaßes: Jesus Körper verschwand aus seinem Grab, da er wieder auferstanden sei. Er hatte den Tod überwunden und zeigte sich später auch seinen Jüngern um sie davon zu überzeugen, dass er leibhaftig wieder von den Toten auferstanden sei. Das feiern Christen in aller Welt mit dem Osterfest.

Folglich ist seit rund 2.000 Jahren das Grab Jesu in der Grabeskirche in Jerusalem leer. Nur drei Tage habe dort laut Bibel der Leichnam Jesu gelegen, bis er auf wundersame Weise wieder auferstanden ist und später in den Himmel gefahren sein soll.

Auch wenn nicht wenige Publikationen belegen wollen, dass Jesus in Wahrheit nicht tot gewesen sei und so nach einem dreitägigen “Koma” oder “Delirium” nach der Kreuzigung wieder unter den Lebenden weilte, ist eines unstrittig: Die Grabeskirche ist leer und es existiert weder eine Leiche noch irgendwelche Knochen usw. von Jesus.

Da Jesus leibhaftig in den Himmel aufgefahren sein soll und nirgendwo organisches Material für DNA-Analysen von ihm vorhanden ist, stellt sich die Frage: Wie wollen nun laut dem Boulevard-Bericht Forscher mittels Gen-Untersuchungen das Mysterium um Jesus und seiner Nachkommen/Verwandten lösen? Ist die DNA vom Himmel gefallen?

Die Suche nach dem Gencode Jesu

 Unser täglich UFO gib uns heute! Warum US-Mystery-Dokus am TV so sind, wie sie sind (Bilder: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Unser täglich UFO gib uns heute! Warum US-Mystery-Dokus am TV so sind, wie sie sind (Bilder: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Die beiden Forscher, die sich zusammengetan haben, um den Gencode von Jesus und seiner Verwandtschaft zu entschlüsseln, kommen aus zwei vollkommen unterschiedlichen Richtungen. Der eine ist der Geisteswissenschaftler und Priester Joe Butch Basile aus Fresno in Kalifornien (USA).

Der andere ist George Busby, ein Gen-Forscher vom “Wellcome Trust Centre for Human Genetics” an der Universität in Oxford in Großbritannien. Ein DNA-Experte, der zuvor am “Institute of Zoology” des Londoner Zoo tätig war.

Joe Basile wiederum ist “Pastor, Prophet und Evangelist an der Encounter Church und The Road Church” wie er sich bei Facebook bezeichnet. Einer der jungen und “poppigen” Geistlichen, die es in der USA sehr zahlreich gibt. Zusammen mit dem “History Channel” haben er und Busby in ihrer Dokumentation “The Jesus Strand: A Search for DNA” ihre Suche nach dem Gencode der Familie Jesus Christus am 16. April präsentiert.

Hier muss man, wie bei der Meldung in “Blick” ein zweites Mal aufhorchen! Die Dokumentationen des US-TV diesen vor allem der Unterhaltung und an zweiter Stelle der Vermittlung von Wissen und Fakten. Das hatte ich Ende Januar 2017 in einem Beitrag bereits einmal genauer ausgeführt.

Wie ernst kann man dann die Arbeiten von Busby und Basile bei ihrer Jagd nach DNA und der Verwandtschaft von Jesus nehmen?

Die blutigen Hintergründe

Ausschnitt vom "Turiner Grabtuch" - befindet sich auf ihm die DNA von Jesus? (Bild: gemeinfrei)
Ausschnitt vom “Turiner Grabtuch” – befindet sich auf ihm die DNA von Jesus? (Bild: gemeinfrei)

Klar: Der Genetiker George Busby hat nicht von den sterblichen Überresten von Jesus ein Probe genommen, aus dieser den Gencode entschlüsselt und dann im Heiligen Land durch Massen-Gentests noch lebende Verwandte gesucht. Das ist schlicht nicht möglich, wie oben dargelegt.

Möglich aber wäre der Umweg über christliche Reliquien, die direkt mit Jesus in Verbindung gebracht werden und die heute noch existieren. Nämlich die Grabtücher, die nach der Auferstehung laut Neuem Testament im leeren Grab Jesu in Jerusalem gefunden worden sein sollen. Denn diese existieren bis heute. So heißt es zumindest.

Zum einen ist da das weltberühmte Grabtuch von Turin in Italien, seit seit Jahrzehnten für Kontroversen und Spekulationen sorgt. Ein Leinentuch von über vier Metern Länge, dass wahrscheinlich die bekannteste Reliquie des Christentums überhaupt ist, da sie die Vorder- und Rückseite eines gekreuzigten Mannes zeigt. Und dieser Mann sei eben Jesus von Nazareth und das Grabtuch von Turin ein bis heute erhaltenes blutige Beweisstück seiner Kreuzigung und Auferstehung. So zumindest die Gläubigen und Befürworter.

Das andere Grabtuch ist das weniger bekannte aber nicht minder interessante Schweißtuch von Oviedo in der Kathedrale von San Salvador in Oviedo in Spanien.

Bei diesem vollkommen verschmutzten Tuch in Oviedo soll es sich nach “gläubiger Lesart” um ein Grabtuch handeln, dass als Schweißtuch dem gekreuzigten Jesus um den Kopf gewickelt war. Dadurch drangen Blut usw. des Gekreuzigten in das Tuch und damit auch seine DNA. Und da auch auch dem Grabtuch von Turin Blut zu finden ist, liegen hier zwei mögliche Quellen vor, aus der die DNA von Jesus gewonnen werden kann.

Das Schweißtuch von Oviedo in Spanien (Bild: Archiv M. Hesemann)
Das Schweißtuch von Oviedo in Spanien (Bild: Archiv M. Hesemann)

Vorausgesetzt natürlich, dass beide Stoffe wirklich von der Kreuzigung Jesu stammen und sich darauf wirklich sein Blut befindet (und die Reliquien überhaupt 2.000 Jahre alt sind). Das sind folglich schon überaus unsichere Voraussetzungen, denen sich Busby und Basile bei ihrer Suche nach der DNA von Jesus und seiner Verwandtschaft gegenüber sehen.

Obwohl beide Tücher überaus spannende Objekte sind, die sogar eine ganze Reihe von Übereinstimmungen zeigen, die auf einen gemeinsamen Ursprung schießen lassen, kamen die beiden “GEN-Hunter” zu einem Ergebnis. Das war auch nicht zu erwarten. Schon im Vorfeld der Erstausstrahlung der Doku zu Ostern nicht.

Obwohl beide Tücher überaus spannende Objekte sind, die sogar eine ganze Reihe von Übereinstimmungen zeigen, die auf einen gemeinsamen Ursprung schießen lassen, kamen die beiden “GEN-Hunter” zu einem Ergebnis. Das war auch nicht zu erwarten. Schon im Vorfeld der Erstausstrahlung der Doku zu Ostern nicht.

Wie ich zum Beispiel in einem Vortrag 2009 (zu finden auf meinem YouTube-Kanal) oder in meinem Buch “Das Wunder von Guadalupe” zu zeigen versuchte, sind die Übereinstimmungen der (Blut-)spuren auf dem Grabtuch von Turin und dem Schweißtuch von Oviedo schon sehr spannend. Sie lassen sich sehr gut mit einem Gekreuzigten in sehr vielen Details in Zusammenhang bringen, der diese beiden Tücher um oder über seinen Körper und Kopf trug.

Sakrileg!

Überlagerung der Blutspuren auf dem Grabtuch von Turin und dem Schweißtuch von Oviedo: es scheint mehr als Zufall zu sein! (Bild: Archiv M. Hesemann)
Überlagerung der Blutspuren auf dem Grabtuch von Turin und dem Schweißtuch von Oviedo: es scheint mehr als Zufall zu sein! (Bild: Archiv M. Hesemann)

Wenn nun aber zwei Interessierte zusammen mit dem “History Channel” nach Turin und Oviedo kommen, um Proben der verehrten Jesus-Reliquien nehmen wollen, ist die Antwort der Verantwortlichen wohl klar. Auch hat der US-Doku-Sender “Discovery Channel” zahlreiche Gläubige und Geistliche bereits einmal mit einer Jesus-Doku zu Ostern 2015 verärgert.

Welcher US-Doku-Sender auch immer angekommen wäre, das Ergebnis wäre eine ähnliche Unterhaltungs-Show gewesen. Man kann nicht einfach mal eben nach Turin und Oviedo fahren und dort irgendwelche Proben der an diesen Orten verehrten heiligen Reliquien nehmen. Das ist sicher auch jedem klar, der mit Kirche, Jesus und Christentum “nichts am Hut” hat, um es einmal lapidar auszudrücken.

In der Sendung “Das Jesus-Grab” wurde damals das angeblich echte Familiengrab von Jesus in Talpiot in Jerusalem “nachgewiesen”. Inklusive seiner Frau und deren Kind. Gleichzeitig wurde mit dieser Behauptung natürlich das Jesus-Grab in der Grabeskirche von Jerusalem als Schwindel, Fake, Irrtum oder wie auch immer denunziert. Für gläubige Christen war und ist diese Doku ganz einfach ein Sakrileg.

Das die Sendung dann auch noch zu Ostern (Karfreitag), dem Fest der Auferstehung, ausgestrahlt wurde, machte es nicht besser. Auch nicht, dass bereits 2007 das Thema in der englischen Original-Dokumentation mit dem Titel “The lost Tomb of Jesus“ Thema war.

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Verantwortlich für die Dokumentation um das angeblich echte Grab von Jesus war damals übrigens James Cameron, der erst kürzlich “Atlantis entdeckt” hat. Für einen US-Doku-Sender, natürlich.

Der Eingang der Grabeskirche in Jerusalem: Hier soll Jesus auferstanden sein (Bild & Montage: L. A. Fischinger / Jesu: gemeinfrei)
Der Eingang der Grabeskirche in Jerusalem: Hier soll Jesus auferstanden sein (Bild & Montage: L. A. Fischinger / Jesu:  gemeinfrei)

Obwohl das Turiner Grabtuch und auch das Schweißtuch untersucht wurden und auch Proben genommen wurden, sind DNA-Funde auf diesen so oder so umstritten.

Im Laufe der Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende könnten genetische Spuren auf beiden Reliquien nicht zwingend Jesus Christus zugeordnet werden. Obwohl auch diese Aussage wiederum strittig ist, da die Blutspuren beider Tücher beispielsweise dieselbe seltene Blutgruppe haben. Ist es wirklich das Blut des Messias?

Eine 3. DNA-Quelle?

Die Voraussetzungen für George Busby und Joe Basile bei ihrer Jagd nach Verwandten von Jesus waren grundsätzlich schlecht. Da sollte es auch nicht verwundern, dass in der US-Dokumentationen “The Jesus Strand: A Search for DNA” letztlich kein abschließendes Ergebnis herauskam. Was, am Rande erwähnt, bei zahlreichen solcher Mystery-Sendungen aus den USA der Fall ist …

Trotzdem wollten Basile und Busby bei ihren Nachforschungen noch eine dritte DNA-Quelle hinzuziehen. Dabei handelte es sich um Knochen, die von Johannes dem Täufer stammen sollen. Eine sehr bekannte Personen aus dem Neuen Testament, die laut Bibel Jesus einst taufte und große Verehrung genossen habe. Angeblich könnte er mit Jesus verwandt gewesen sein, wie einige Bibelforscher vermuten. Träfe das zu, müsste sich eben eine genetische Verwandtschaft nachweisen lassen.

Der Stab des Mose und die Bundeslade (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Reliquien gibt es überall: Der Stab des Mose und die Bundeslade (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Doch auch diese genetische Spur steht auf mehr als wackeligen Füßen.

Die angeblich echten Knochen des Täufers wurden 2010 bei Ausgrabungen auf der Insel Sweti Iwan im Schwarzen Meer (Bulgarien) entdeckt. Dort lagen sie in einer Urne aus Marmor in der Klosterkirche St. Johannes und waren mit der Inschrift “Johannes der Täufer” beschriftet.

Ebenso fanden sich weitere Objekte im Umfeld, die sich auf Johannes den Täufer bezogen, wie bei einer Pressekonferenz am 1. August 2010 bekannt geben wurde. Für den Entdecker, der Archäologe Prof. Kazimir Popkonstantinov von der Universität Veliko Turnovo sicher der Fund seines Lebens.

Unter anderem wurde ein Zahn, ein Stück Schädel und ein Fingerknochen auf Sweti Iwan geborgen. Eine Datierung des Fingers an der Universität Oxford zeigte, dass dieser Knochen aus dem 1. Jahrhundert nach Christus stammt und würde damit zeitlich zu Johannes passen. Spätere DNA-Analysen an der Universität Kopenhagen durch den Biologen Prof. Eske Willerslev rundeten dann die mutmaßliche Sensation ab. Sie ergaben, dass alle drei Teile von einem Mann stammen und dieser im Nahen Osten gelebt haben muss. Also im Land Jesus Christus und des Täufers Johannes.

“12 Hände und sechs Köpfe”

Der Kölner Dom: Liegen hier tatsächlich die heiligen drei Könige? (Bild: Public Domain / L. A. Fischinger)
Der Kölner Dom, auch hier gibt vermeintlich echte Reliquien: Die Gebeine der heiligen drei Könige … (Bild: Public Domain / L. A. Fischinger)

Das war es dann auch mit den Fakten rund um die Knochen von Johannes dem Täufer aus Bulgarien. Obwohl 2012 weltweit die Medien über die interessanten Ergebnisse der Untersuchungen berichteten, heißt das eigentlich nichts. Tom Higham von der Universität Oxford gab auch klar zu bedenken:

Wir hatten erwartet, dass die Knochen aus einer jüngeren Zeit stammen, vielleicht aus dem dritten oder vierten Jahrhundert.

Das Ergebnis passt eindeutig zu jemandem, der im ersten nachchristlichen Jahrhundert gelebt hat. Ob diese Person Johannes der Täufer war, ist eine Frage, die wir noch nicht zweifelsfrei beantworten können – und wahrscheinlich auch nie werden.”

Fraglos ist es erstaunlich, dass hier Knochen eines Mannes aus dem 1. Jahrhundert entdeckt wurden, der noch dazu wahrscheinlich im Nahen Osten gelebt hat. Aber nur weil Johannes drauf steht, muss nicht Johannes drin sein. Reliquien von Johannes dem Täufer gibt es nicht wenige. Zwar nicht so viele wie von Jesus, aber eine doch recht ansehnliche Anzahl. Von Köpfen bis Hände ist alles dabei, was angeblich von Johannes dem Täufer stammt.

Bereits 2012 gab beispielsweise “Reuters” zu bedenken, dass, wären all diese Johannes-Reliquien authentisch, “die biblische Figur wohl 12 Hände und sechs Köpfe gehabt hat”.

Immerhin gilt Johannes seine Existenz zur Zeit Jesu als verbürgt. Der Geschichtsschreiber Flavius Josephus aus dem 1. Jahrhundert, bis heute eine überaus wichtige Quelle der Geschichte des Nahen Ostens zu biblischen Zeiten, erwähnt ihn in Band 18 der “Jüdische Altertümer“. Umstittener ist dann wieder die Verwandtschaft zwischen Jesus und Johannes. Immerhin eine Voraussetzung für George Busby und Joe Basile bei der Suche nach Verwandten von Jesus.

Johannes der Täufer tauft Jesus Christus (Bild: gemeinfrei)
Johannes der Täufer tauft Jesus Christus: Waren beide verwandt? (Bild: gemeinfrei)

Jesus und Johannes könnten laut dem Evangelium des Lukas tatsächlich Cousins zweiten Grades gewesen sein. Bei Lukas heißt es in der Geschichte, als ein Engel der Maria ihre Schwangerschaft mit Jesus verkündet:

Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, hat auch einen Sohn empfangen in ihrem Alter und ist jetzt im sechsten Monat, sie, die vorher unfruchtbar hieß.“ (Lk. 1,36)

Dieser Knabe der Elisabeth soll Johannes der Täufer gewesen sein, wie es in Lukas ab 1,57 beschrieben wird. Darin heißt es auch, dass Johannes erst nach seinem Vater Zacharias bekannte wurde, aber Elisabeth sich durchsetzte und “er soll Johannes heißen”. “Denn die Hand des Herrn war mit ihm”, so Lk. 1,66.

Nur leider schweigt das Neue Testament sich aus, in welchem verwandtschaftlichen Verhältnis Maria und Elisabeth standen. Vermutet wird, dass sie Cousinen waren. Zumindest aber könnte die Gen-Forschung tatsächlich solche Verhältnisse nachweisen – hätte sie authentische Proben.

Der “History Channel”, George Busby und Joe Basile hatten von vornherein für ihre Dokumentationen auf der Suche nach Jesus Verwandtschaft überhaupt keine wissenschaftlich gesicherte Grundlage. Das Ergebnis, dass man eben zu keinem Ergebnis kommt, stand schon vor Drehbeginn fest. US-Science-Unterhaltung eben.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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ZDF-Interview mit Lars A. Fischinger in “Hallo Deutschland”: Die Spuk-Villa Haus Fühlingen, Vandalen und die Pressefreiheit

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Lars A. Fischinger im Interview 2013 im Haus Fühlingen in Köln (Bilder: S. Fischinger)
Lars A. Fischinger im ZDF-Interview 2013 im Haus Fühlingen in Köln (Bilder: S. Fischinger)

Vor einigen Wochen fuhr ich mit einigen Kollegen und einem TV-Team des ZDF zu der “Spuk-Villa” Haus Fühlingen in Köln. Seit vielen Jahren wird von diesem alten Gebäude berichtet, dass es darin nicht mit rechten Dingen zugehen soll. Immer wieder wollen Menschen in diesem Gebäude oder in seiner Nähe paranormale Erfahrungen wie Spuk-Phänomene erlebt haben. Unsere Gruppe und das Fernsehteam um den Paraforscher Christian Wellmann bekamen jedoch als erstes Team von den Eigentümern die Genehmigung innerhalb des Hauses zu drehen. Auch und vor allem mit dem ZDF – was die Besitzer allerdings im Nachhinein durchaus bereuten …

 

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Posting vom 9. Dezember 2013 / Update: 2. November 2016


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Auch in Deutschland gibt es Orte, Plätze und “Spuk-Häuser”, wo es nicht mit rechten Dingen zugehen soll. So auch im Haus Fühlingen bzw. “Villa Oppenheim” in Köln Chorweiler.

Spuk in Köln?

Dort werden seit vielen Jahren paranormale Phänomene wie eben Geister beobachtet und Medien (= sensitive Menschen, nicht die Presse) berichten immer wieder davon, dass sie dort die Anwesenheit von “fremden Seelen” fühlen, wahrnehmen oder spüren. Ich selber, dies vorweg, habe an diesem Spukort nichts ungewöhnliches erlebt oder erfahren. Und obwohl der Bericht des ZDF online nicht mehr zu finden ist, ist der Background dieser Dreharbeiten und Interviews interessant …

Anfang November 2013 fuhren ein Team und ich mit einem TV-Kamerateam aus Kassel nach Köln zum Haus Fühlingen. Einen ersten kleinen Beitrag der Dreharbeiten strahlte das ZDF in der Sendung “Hallo Deutschland” am 4. Dezember 2013 aus, den Ihr hier in der Mediathek des ZDF sehen könnt konntet. Mit dabei war bei diesem TV-Dreh diesmal auch meine in Köln lebende Schwester, die eigentlich kein “aktiver Teil” der Grenzwissenschaft ist.

Die "Geister-Villa" Haus Fühlingen in Köln (Bild & Bearbeitung: Ch. Wellmann)
Die “Geister-Villa” Haus Fühlingen in Köln (Bild & Bearbeitung: Ch. Wellmann)

Die im ZDF-Beitrag erwähnten Messergebisse von dem Kollegen Werner Betz wurden ebenso verschiedentlich. Wobei Betz jedoch zusammen mit Sonja Ampssler schon 2014 das Buch “Kräfte aus dem Nichts?” zu diesen und weiteren Messungen veröffentlichte.

Bei der Gelegenheit habe ich ein kurzes Interview mit Werner Betz vor Ort in Köln am Rande der Filmarbeiten über seine Versuche geführt, das auf meinem Video-Kanal bei YouTube erscheinen wird. erschienen. Nach dem Besuch unserer Gruppe der GEgP am Haus Fühlingen habe ich auch mit Wellmann rund um Themen aus der Parapsychologie und der Frage eines Leben nach dem Tod ein Interview geführt. Dieses ist ebenso online und beide Videos finde Ihr am Ende eingefügt.

Eigentümer und Vandalen

Das Haus Fühlingen verfällt jeden Tag mehr. Durch den Zahn der Zeit und Natur und auch durch Vandalismus.

L. A. Fischinger und Schwester bei Dreharbeiten 2013 am Haus Fühlingen in Köln (Bild: W. Betz)
L. A. Fischinger und Schwester bei Dreharbeiten 2013 am Haus Fühlingen in Köln (Bild: W. Betz)

Die Eigentümer selber erhofften sich von den Dreharbeiten (die einen ganzen Tag im Dauerregen und Kälte gingen), dass wir um Christian Wellmann klipp und klar sagen, dass dies nur ein altes Haus ohne irgendwelche “seltsamen Dinge” ist. Sehr wahrscheinlich vor allem auch deshalb, um Schaulustige und Neugierigere fernzuhalten und so auch dem Vandalismus Einhalt zu gebieten. Beispielsweise ist auch in den Jahren nach diesen Dreharbeiten Ende 2013 von uns am Haus in Köln immer wieder zu sehen gewesen, dass die Umzäunung des Gebäudes von Vandalen umgeworfen wurde.

Auch ein stabiler Bauzaun hielt und hält keine ungebetenen Gäste ab. Mein Schwester in Köln konnte ebenfalls immer wieder beobachten, dass am Haus Fühlingen häufig Menschen und Autos zu sehen sind. Augenscheinlich auch für Partys. So ist es überaus verständlich, dass die Eigentümer, die selber nicht vor Ort ansässig sind, ihre Immobilie vor weiten Schäden schützen wollen. Auch in Hinblick auf eine weitere Nutzung und Renovierung der Anlagen, die immer wieder im Gespräch ist. Etwa für Luxuswohnungen, was sich jedoch weiter hinzieht.

Pressefreiheit und Bedenken

Letztlich war es durch die Dreharbeiten eben nicht der Fall, das in dem bei “Hallo Deutschland” auf ZDF gesendeten Bericht das Haus Fühlingen als vollkommen “normale Ruine” erklärt wurde.

Chr. Wellmann (re.) an einem "Spukort" 2013 in Bad Pyrmont (Bild: M. L. Sievers)
Organisator Christian Wellmann (re.) an einem “Spukort” 2013 in Bad Pyrmont (Bild: M. L. Sievers)

Die Gründe waren beispielsweise das uns begleitende Medium, die – zumindest nach ihren Aussagen – paranormale Empfindungen oder Eingebungen hatte. Ebenso die physikalischen Messungen von Werner Betz, zu dessen Arbeiten in diesem Bereich ich später (August 2015) dieses Video-Interview zum Thema mit ihm und Sonja Ampssler auf YouTube stellte.

So versuchte die Eigentümergemeinschaft nach unserem Dreh am 6. November 2013 juristisch die Ausstrahlung des Berichtes im ZDF zu verhindern. Sicherlich auch deshalb, um weitere “Geisterjäger” von dem Gebäude fernzuhalten. Unsere Gruppe um Christian Wellmann, der praktisch den gesamten Tag alleine vor der Kamera stand und auch die Organisation realisierte, hatte sich natürlich nichts vorzuwerfen. Wir besaßen Genehmigungen und Schlüssel.

Als bei dem Dreh beispielsweise die Polizei kam, um nachzusehen, was hier vor sich geht, konnte Wellmann die erforderlichen Papiere vorlegen.

Also sollten sich die Eigentümer mit dem ZDF und dem Fernsehteam auseinander setzten, wenn sie unbedingt eine Ausstrahlung verhindern wollten. Mit Blick auf die Pressefreiheit ließ das TV-Team sich jedoch davon aber nicht beirren.

Und sicherlich saß auch das ZDF selber am viel zitierten “längeren Hebel”. Natürlich war auch klar, dass wir nichts weiter taten, als wahrheitsgetreu über das Haus Fühlingen und seine Geschichten(en) zu berichten. Und doch muss man auch die andere Seite verstehen, also die Besitzer. Deren scheinbare Befürchtung, dass der Fernsehbericht noch mehr unerlaubte Gäste und Vandalen anlocken könnte, war durchaus berechtigt …

Die Videos zum Thema:

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Die Sekte “Zwölf Stämme” und RTL: Was glauben Bibelfundamentalisten und was geschah nach den RTL-Enthüllungen?

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Der Glaube der Bibel-Fundamentalisten der "12 Stämme" (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Der Glaube der Bibelfundamentalisten und der Sekte “12 Stämme”. Die Bibel beim Wort genommen, RTL-Enthüllungen, Hintergründe, Gerichtsprozesse: Was wurde nach dem Skandal um Kindesmisshandlungen und wie sehen Fundamentalisten mit der Bibel in der Hand die Welt? (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Derzeit berichten die Medien über die in den USA gegründete christlich-fundamentale Bibel-Sekte der “Zwölf Stämme”. Jüngst hat auch der TV-Sender RTL einen ihrer Journalisten in diese biblische Gemeinschaft hier in Deutschland eingeschleust. Dabei konnte der Sender  dokumentieren, dass innerhalb der “verschworenen Gemeinschaft” dieser christlichen Fundamentalisten offenbar Prügel & Co. gegen die (eigenen) Kinder als “normal” angesehen wurden und werden. Ich habe bereits einmal über diese “mittelalterliche Bibel-Sekte” berichtet, so dass an dieser Stelle ein paar genaue Hintergründe folgen sollen. Denn: An was glauben diese “Zwölf Stämme” eigentlich genau?

Die Sekte “Zwölf Stämme” und RTL: Was glauben Bibelfundamentalisten und was geschah nach den RTL-Enthüllungen? weiterlesen

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