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800 Mio. Jahre alte Mumie in Sibirien gefunden? Eine Spurensuche zwischen Fakten, Fiktionen und Fragen +++ YouTube-Video +++

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800 Mio. Jahre alte Mumie in Sibirien gefunden? Eine Spurensuche (Bild: W. Da-Gang)
800 Mio. Jahre alte Mumie in Sibirien gefunden? Eine Spurensuche (Bild: W. Da-Gang)

Sensationelle Entdeckung, Irrtum oder mehr? Was steckt hinter den Berichten aus Russland, dass 1969 in einem Bergwerk in Sibirien unweit des Ortes Tissul eine 800 Millionen(!) Jahre alte Mumie gefunden wurde? Sagt der ehemalige Generalmajor der UdSSR, der bei dieser Entdeckung dabei gewesen sein will, die Wahrheit? Gibt es diesen Whistleblower der einstigen Sowjet-Armee und was steckt hinter den Fotos der Funde? In diesem YouTube-Video zeige ich Euch alle Fakten und Fiktion hinter diesen Berichten – und die offenen Fragen.

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Eine hunderte Millionen Jahre alte Mumie? Ich habe mich auf Spurensuche begeben, um mehr über diese Berichte aus Asien zu erfahren.

Tatsächlich ist es gelungen, hinter der Vielzahl an Informationen und Aussagen Fakten und Spekulationen zu trennen. Aber wie so oft in der Grenzwissenschaft bleiben Fragen.

In diesem YouTube-Video des Phantastischen trenne ich für Euch Fakt von Fiktion der rätselhaften Geschichte aus dem fernen Sibirien.

Bleibt neugierig …

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Lars A. Fischinger

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Kloster, Festung, Observatorium, Herrschersitz? Das 1.300 Jahre alte Geheimnis der Ruinen von Bazhyn in Russland (Sibirien) +++YouTube-Video+++

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Die geheimnisvolle Ruinenstätte von Por-Bazhyn mitten in Sibirien (Bild: Por-Bajin Culture Foundation)
Die geheimnisvolle Ruinenstätte von Por-Bazhyn mitten in Sibirien (Bild: Por-Bajin Culture Foundation)

Überall auf der Welt existieren versunkene Stätten und Städte der Vergangenheit. Viele davon kennt jeder. Etwa untergegangene Orte in Ägypten, der Maya in Mexiko oder auch die zahllosen Spuren der Römer und Griechen. Aber kaum jemand kennt Por-Bazhyn im fernen Sibirien in Russland nahe der Grenze zur Mongolei. Und trotz archäologischer Ausgrabungen ist die genaue Funktion dieser Stätte bis heute nicht klar. Alles über die Ruinen von Bazhyn in einem neuen Video auf meinem Mystery-Channel bei YouTube.

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die Ruinen von Bazhyn, tausende Kilometer östlich von Moskau, sind faszinierend:

Sie liegen in der Einsamkeit der Weiten von Südost Sibirien mitten auf einer keinen Insel in einem See.

Aber: wozu diente die Stätte einst überhaupt, die selbst Wladimir Putin faszinierte? Mehr zum Geheimnis dieser seltsamen Ruinen in meinem neuen Video auf YouTube.

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„UFO“ aus der Urzeit in Russland gefunden? Bergarbeiter in Sibirien fanden ein „Stein-UFO“ 40 Meter unter der Erde (Video auf YouTube)

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Das "Stein-UFO" aus Russland: Fanden Bergarbeiter in Sibirien ein jahrtausendealtes "UFO" in 40 Metern Tiefe? (L.A. Fischinger / B. Glazkov / WikiCommons/gemeinfrei)
Das „Stein-UFO“ aus Russland: Fanden Bergarbeiter in Sibirien ein Jahrtausende altes „UFO“ in 40 Metern Tiefe? (L.A. Fischinger / B. Glazkov / WikiCommons/gemeinfrei)

Was entdeckten Minenarbeiter der Firma „Kuzbassrazrezugol“ (KRU) in der südwestlich von Moskau gelegenen Bergbauregion Kuznetsk Basin? Seit einiger Zeit berichten Online-Medien wie der „Mirror“ sowie grenzwissenschaftliche Webseiten vom Fund eines „Stein-UFOs“, das in 40 Metern Tiefe von Bergarbeitern gefunden wurde. Das Steinobjekt sieht mit seiner runden Form und der „Kuppel“ oben auf wie eine „klassische fliegende Untertasse“ aus – und erinnert an ein von Menschenhand gemachtes Modell eines UFO. Mehr dazu in einem neuen YouTube-Film auf meinem Grenzwissenschaft-Channel.

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Von Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Was mag das „unbekannte scheibenförmige Objekt“ sein, wie es die „Pravda TV“ nannte? Eine „antike fliegende Untertasse“ („Mirror“)?

Fraglos erinnert die Form des 200 Kilo schweren und 1,20 Meter großen Stein-Objektes an ein „UFO“ aus der klassischen Ära der 1950ger und 60ger Jahre. Aber wie kommt das „Stein-UFO“ in eine Tiefe von 40 Metern und damit weit unter die Erdschicht, in der sich Fossilien aus der Eiszeit dort befinden?

Die derzeitige Quellenlage und vorhandenen Informationen zu diesem angeblichen Mysterium sind fraglos dürftig … ein Witz, eine Ente, eine archäologische Sensation oder doch nur ein Irrtum?

Alles dazu in diesem Video auf meinem Kanal bei YouTube:

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Also, ran an die Tasten bei YouTube. Ich freue mich über Eure Ansichten, Postings, Kommentare und Meinungen dazu – und wenn Ihr meinen Mystery-Channel abonnieren würdet.

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Der Krater von Sibirien: Das Rätsel um das „Sommerloch“ scheint gelöst

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Der rätselhafte Krater in Sibirien - das echte "Sommerloch 2014". Nun ist das Rätsel seiner Herkunft offenbar gelöst. (Bild: Bulka/YouTube)
Der rätselhafte Krater in Sibirien – das echte „Sommerloch 2014“. Nun ist das Rätsel seiner Herkunft offenbar gelöst. (Bild: Bulka/YouTube, Screenshot)

Seit einigen Wochen diskutieren Wissenschaftler und Mystery-Freunde über einen Krater im Permafrostboden im Norden von Sibirien. Das große Loch im Erdreich regte zu vielen Spekulationen an, die sogar ein UFO oder Außerirdische als Ursache für den Krater heranzogen. Russische Wissenschaftler haben nun jedoch die Lösung für das Phänomen gefunden, wie das Wissenschaftsmagazin „Nature“ nun berichtet. Demnach sei eher der Klimawandel als irgendwelche Aliens oder „Geheimwaffen“ schuld.

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Mitte Juli 2014 hatten wir es endlich: ein echtes und reales Sommerloch für dieses Jahr. Denn, so meiner festen Überzeugung nach, „Sommerlöcher“ gibt es in der heutigen Medienlandschaft so oder so nicht, wie ich es bereits auf diesem Blog im Sommer 2012 darlegte. Auch wenn „Kritiker“ der Mysterien der Welt irgendwelche im Sommer aufkommende Themen der Grenzwissenschaft oftmals mit dem „Sommerloch-Argument“ beiseite fegen wollen.

Anders bei dem riesigen Krater im Norden von Russland. Am 10. Juli wurde ein Video bei YouTube online gestellt, das von einem Helikopter aus das fast senkrechte Erdloch in Sibirien filmte. Bereits über 9 Millionen Klicks hat der kurze Film dort bekommen. Am 15. Juli nahm nun auch die „The Siberian Times“ das Thema des Kraters auf der Halbinsel Yamal (Jamal) auf und brachte den Stein ins rollen. Zahlreiche andere Online-Medien weltweit nahmen das Thema in der Folge auf und berichteten über das Erdloch „am Ende der Welt“. Ebenso die russischen Nachrichten am 16. Juli, da sich ein Team der „Russischen Akademie der Wissenschaft“ vor Ort befand. Beweise „für die Ankunft eines UFOs“ auf unserem Planeten wollten sie aber nicht suchen, auch wenn es im Internet hier und dort gefordert wurde, so die Forscher.

Weiss Whistleblower Edward Snowden tatsächlich von einer Hoch-Zivilisation im Inneren der Erde? (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei/WikiCommons)
VIDEO: Edward Snowden Fake: „Im Erdinneren gibt es eine Hoch-Zivilisation“ (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei/WikiCommons)

Das Wissenschaftsmagazin „Nature“ hat nun am 31. Juli von den Ergebnissen der Expedition berichtet. Demnach scheint wohl der Klimawandel zumindest indirekt an dem riesigen Loch im Boden schuld zu sein. Nach den Untersuchungen der Wissenschaftler vor Ort haben diese am Grund des Kraters einen Methananteil von bis 9,6 Prozent in der dortigen Luft gemessen. Der Forscher Andrei Plekhanov vom „Wissenschaftlichen Zentrum für Arktische Studien“ in Russland weißt weiter darauf hin, dass der normale Anteil von Methan in der Luft bei nur 0,000179 Prozent liegt.

Nach den Ergebnissen der Expedition scheinen die warmem Sommer der Jahre 2013 und 2012 die Ursache zu sein. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen in diesen Sommermonaten hätten den Permafrostboden weit tiefer und länger aufgetaut, als er eigentlich im Sommer der Fall sei. In den Sommern der letzten beiden Jahre war die Temperatur um rund 5 Grad C° wärmer als sonst, so Andrei Plekhanov. So sei das Erdreich weit tiefer aufgetaut worden und habe eine Methangasblase freigesetzt, die den Krater und auch den Auswurf darum bildete. Der Geochemiker Hans-Wolfgang Hubberten vom Alfred-Wegener-Institut in Potsdam weißt in „Nature“ darauf hin, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Temperatur des Permafrostbodens um 2 Grad C° angestiegen sei. Der Grund sei die globale Erwärmung.

Demnach ist das Rätsel des Kraters von Sibirien offensichtlich gelöst. Das Thema „Methanblasen“ ist aber zumindest noch bei einem anderen Mysterium der Erde recht spannend: Dem Bermuda-Dreick im West-Atlantik. Es gibt Spekulationen, dass die Schiffe, die in dieser Region verschwinden sollen, Opfer von Methanhydrat wurden, dass sich vom Meeresboden löste. Dort ist es üblicherweise in fester Form vorhanden. Aber auch in sehr vielen anderen Teilen der Welt und eben nicht nur im Bermuda-Dreieck:

Bekannte und vermutete Lagerstätten von Methanhydrat. Nicht nur im Bermuda-Dreieck. (Bild: gemeinfrei)
Bekannte und vermutete Lagerstätten von Methanhydrat. Nicht nur im Bermuda-Dreieck. (Bild: gemeinfrei)

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In Sibirien „lebt“ ein über 160 Jahre alter toter Lama: Das Rätsel des untoten Mönch von Ivolginsk

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Diskussion über einen "untoten" Lama (Bild: L. A. Fischinger / ZDFInfo / YouTube / WikiCommons)
Diskussion über einen „untoten“ Lama (Bild: L. A. Fischinger / ZDFInfo / YouTube / WikiCommons)

Seit einiger Zeit kursiert im Internet ein Video des Senders „ZDFInfo“, in dem ein Mönch zu sehen ist, der angeblich bereits seit über 160 Jahren mehr oder weniger lebt. Es handelt sich dabei um den buddhistischen Lama Daschi-Dorscho Itigelow, der 1852 geboren wurde und heute in einem Pilger-Kloster in der Region Burjatien „lebt“ Der bereits 1927 „gestorbene“ Lama wurde im Jahr 2002 exhumiert und soll sich bis heute „zwischen Leben und Tod“ befinden.

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Das Thema „unverwehste Leichen“ ist in den Medien und natürlich auch in der Welt der Mysterien und Phänomene immer wieder ein Thema. So nun auch (mehr oder weniger) aktuell der Fall des Lamas aus Sibirien nahe der Grenze zur Mongolei. Es heißt, dass der Mönch vor seinem Dahinscheiden 1927 darum bat, dass man ihn nach 30 Jahren aus seinem Grab befreien soll. Das war erst 2002 der Fall und seit dem ist Itigelow zu einer Art Heiliger des Buddhismus der Region geworden.

Denn – so weiter – der Lama ist in seinem Grab nicht verwehst und befinde sich nach den Aussagen der dortigen Mönche und gläubigen Pilger in einer Art „Zwischenleben“. Er sei auch nicht tot, sondern habe durch strenge Meditation eine Art Zwischenwelt erreicht. Sein Körpergewebe sei dabei noch immer weich und hin und wieder öffne der Lama sogar die Augen und den Mund.

Der „Leichnam“ des Lama Itigelow hat heute seinen festen Platz im buddhistischen Kloster (Dazan) im burjatischen Dorf Ivolginsk. Die dortigen Gläubigen und Mönche sind überzeugt, dass er durch seine spirituelle Kraft die Grenze zwischen Leben und Tod verschoben habe und tatsächlich noch lebt. „Im Universum, in der Zeit, existiert eine Lücke“, ist Chambo Lama Daschi Ajuschejew sicher. Was immer auch sein Nachfolger Ajuschejew genau damit meint.

Für die lokale Bevölkerung sind die Pilger zu einer festen und wichtigen Einnahmequelle geworden. Da unterscheidet sich der „untote Lama“ von Ivolginsk als Pilgerstätte nicht im Geringsten mit allen anderen Pilgerorten alle Religionen der Welt.

Erstaunlich ist der Zustand der Mumie fraglos. Wenn auch kein Einzelfall (hier) und mit Sicherheit wird es auch nicht die letzte „unverwehste Leiche“ sein. Aber westliche Mediziner sehen das ganze nüchtern und zweifeln nicht daran, dass der Lama tatsächlich tot ist. Pathologen vor Ort sehen das wieder anders. Auch möchten die dortigen Mönche keine wissenschaftliche Untersuchung des Lamas nach westlichen Standards durchführen lassen …

Hier der Filmbericht von „ZDFInfo“:

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"UFO" in Sibirien abgestürzt: Suche gestartet

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Im sibirischen Gebiet Irkutsk hat der Absturz eines unbekannten Flugobjekts für Aufsehen gesorgt. Eine Suchaktion wurde am Freitag gestartet.
Am späten Donnerstagabend hatten die Bewohner der Ortschaft Witim einen seltsamen Lichtschweif am Himmel beobachtet. Danach kam es zu einer Explosion.
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Die Wiege der Amerikaner stand im Süden Sibiriens

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DNA
Von Dirk Förger

Das Altai-Gebirge soll Ausgangspunkt der Ureinwohner gewesen sein, die Amerika besiedelten.
 
Der Altai, ein Gebirge im Süden Sibiriens, ist die Wiege aller amerikanischen Ureinwohner. Davon gehen US-Forscher nach genetischen Analysen aus. Die Anthropologen nehmen an, dass die vorgeschichtlichen Altai-Bewohner zunächst Sibirien bis an seine äußersten Grenzen bevölkerten. Anschließend wanderten sie vor rund 20.000 bis 15.000 Jahren via eine damals bestehende Landbrücke über die heutige Beringstraße nach Amerika ein. In weiteren genetischen Studien wollen die Wissenschaftler nun klären, wie sich die Besiedlung im Einzelnen abgespielt hat, schreiben sie im Fachblatt „American Journal of Human Genetics“. Außerdem wollen sie erforschen, ob es Zusammenhänge zwischen genetischen Veränderungen und körperlichen Anpassungen an die neue Umwelt gibt
 
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Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren?

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Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: E. H. Colbert)
Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: E. H. Colbert)

Jene Forscher, die sich mit der Kryptozoologie befassen, suchen nicht nur heute nach Tieren, die als ausgestorben oder unbekannt gelten. Sie verweise auch immer wieder auf Tierdarstellungen der Vergangenheit, die an ausgestorbene Tiere erinnern. Hierzu gehört eine fast 5000 Jahre alte Bronze-Figur der Sumerer, die vor rund 100 Jahren in den Ruinen der Stadt Kish in Mesopotamien entdeckt wurde. Vergleiche zeigen, dass das dargestellte Tier starke Parallelen zu einer Gattung zeigt, die eigentlich tausende Jahre zuvor schon ausstarb. Wie kann das sein? Oder wurde hier nur ein normaler Hirsch mit Phantasie vermischt?


Kryptozoologie

Die uralte Zivilisation der Sumerer aus Mesopotamien verbindet heute wohl kaum jemand mit der Kryptozoologie. Denn der zoologische Forschungszweig der Kryptozoologie sucht nach Tieren, die als längst ausgestorben gelten. Oder solche, die bisher noch nicht für die Wissenschaft entdeckt wurden.

So hat wohl jeder schon mal von dem Bigfoot und dem Yeti gehört. Große „Affenmenschen“, von denen in vielen Regionen der Erde immer wieder Exemplare gesehen worden sein sollen. Entdeckt, belegt und wissenschaftlich klassifiziert hat diese offenbar nahen Verwandten des Menschen bisher niemand. Und doch sind viele Forscher sicher, dass es sieht gibt.

Tatsächlich wurden und werden immer wieder Tierarten entdeckt, die der Forschung zuvor unbekannt waren. Oder die als unlängst ausgestorben galten. So spektakulär wie ein riesiger behaarter Affenmensch wie etwa der Bigfoot sind diese natürlich nicht.

Kryptozoologen und auch Autoren des Phantastischen verweisen in ihren Veröffentlichungen aber auch immer wieder auf sonderbare Tierdarstellungen aus längst vergangenen Zeiten. Diese scheinen Wesen zu zeigen, die es heute nicht oder nicht mehr gibt. Selbst Darstellungen von Kreaturen oder „Monstern„, die sehr an Dinosaurier erinnern, sind darunter. Und das in aller Welt, wo solche Abbildungen oder sogar Figuren von den unterschiedlichsten Völkern hinterlassen wurden.

Sie alle sind meistens eine Frage der Interpretation und des Deutungs-Willens. Während die einen beispielsweise solche Tiere auf Felszeichnungen als „Fabelwesen“ oder „mythische Tiere“ interpretieren, sehen andere hier Hinweise, dass sie reale Lebewesen zeigen. Zum Beispiel Saurier, die von Menschen selber gesehen wurden und damit nicht vor 65 Millionen Jahren ausstarben.

Andere Funde – vor allem von eindeutigen Dinosaurier-Figuren und –Abbildungen – werden meist pauschal als Schwindel bezeichnet.

Kryptozoologie, Dinosaurier und Huftiere

Und so hat man bei all den mutmaßlichen Hinweisen, dass unsere Ahnen vor zum Teil Jahrtausenden Tiere abgebildet haben, die es eigentlich nicht mehr gegeben haben kann, seit Jahrzehnten eine nie endende Diskussion. Darstellungen von eindeutigen Dinosauriern werden dabei von der etablierten Forschung meist pauschal als Fake beiseite geschoben. Menschen und Saurier verpassten sich um fast 65 Millionen Jahre auf diesem Planeten, so die übliche Lesart der Erdgeschichte.

Damit kann kein Mensch diese Giganten der Urzeit mit eigenen Augen gesehen haben, da diese lange vor den ersten Menschen vom Antlitz der Erde verschwunden waren. Oder überlebten sie doch bis in historische Zeiten, fragen andere Autoren.

Zweifellos sollte jeder skeptisch werden, je spektakulärer die vorgezeigten Funde erscheinen. Vor allem dann, wenn sie als „Beweise“ angepriesen werden – und dann eine mehr oder weniger fragwürdige Fundgeschichte ausweisen. So etwa bei vielen der „Steine von Ica“ aus Peru, zu denen HIER ein Mystery Files-Video eines Vortrages online ist.

Sind also alle angeblichen Beweise, dass Menschen vermeintlich ausgestorben Tiere in der Vergangenheit gesehen haben, hinfällig? Ich denke nicht.

Kryptozoologen dokumentieren immer wieder interessante Tiere und die nicht minder spannenden Hinweise auf diese. Einer von ihnen ist der bekannte Forscher und Autor Dr. Karl Shuker. Er legte unter anderem schon 1995 das Standardwerk „In Search of Prehistoric Survivors“ vor, das seit dem in verschiedenen Auflagen erschien.

In diesem Buch berichtet er unter anderem von einem „rätselhaften Wagenring sumerischen Ursprungs“. Dieser sei „mit der Skulptur eines großen Geweihtieres verziert ist, dass eine verblüffende Ähnlichkeit mit einer sehr großen asiatischen und afrikanischen Sivathere, dem Sivatherium, aufweist“, so Shuker. Dieser Fund sei „fesselnd“ aber auch „umstritten“.

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: Field Museum of Natural History/ CC BY-NC 4.0 & deviantart.com/nankeyike)
Rätselhafte Figur: Links die fats 5000 Jahre alte Darstellung der Sumerer, rechts eine Rekonstruktion einer „Rindergiraffe“ (Bilder: Field Museum of Natural History/CC BY-NC 4.0 & deviantart.com/nankeyike)

Vor 8000 Jahren ausgestorben

Hierbei hat Shuker nicht untertrieben. Auch wenn ein Sivatherium alles andere als ein Dinosaurier ist.

Dieses Tier gehört zu den „Rindergiraffen“, die eine Art Mischung aus Giraffe, Kuh und Hirsch waren. Heute gibt es sie nicht mehr, denn diese Huftiere lebten vor etwa 12 Millionen Jahren und starben offiziell vor 8000 Jahren aus. Sie leben in Asien ebenso wie in Afrika und den warmen gebieten Europas. Durchaus beeindruckende Tiere, da sie bis zu drei Meter groß wurden und einige aus der Familie an die 400 Kilogramm auf die Waage brachten. Aktuellere Schätzung sprechen sogar von einem Gewicht von über 1,2 Tonnen.

Unsere Vorfahren haben dieses Tier also noch mit eigenen Augen sehen können. Die genannte Figur von Shuker passt aber ganz und gar nicht zu der üblichen Datierung dieser Tiere. Sie stammt von den Sumerern und heutige Irak und entstand erst tausende Jahre nachdem das Sivatherium angeblich ausstarb.

Deutlich ist nach all den Jahrtausende ein Huftier („Paarhufer“) zu erkennen, dass vier Hörner am Kopf trägt. Zwei große und nach außen abstehende Hörner seitlich am Hinterkopf und zwei kleine direkt über den Augen auf dem Schädel. Seitlich abstehend erkennt man die Ohren und in der Nase so was wie ein Ring mit einem Strick, der zu einem der Vorderbeine führt. Das dargestellte Tier war demnach offensichtlich domestiziert.

Gefunden wurde diese Figur bereits 1928 bei Ausgrabungen des „Field Museum of Natural History“ (Chicago) und der Universität Oxford in der uralten sumerischen Stadt Kish. Vor Jahrtausenden war das rund 18 Zentimeter große Fundstück aus Bronze ein dekoratives Teil eines Schreitwagens der alten Sumerer. Ersten Datierungen nach war das vor 5500 Jahren. Wobei nachfolgende Untersuchungen des Fundes die Figur auf 2800 bis 2750 vor Christus datieren, so David S. Reese 1990 in dem Magazin „Cryptozoology“ (Nr. 9).

Nur ein normaler Hirsch der Sumerer?

Da diese Tierart vor 8000 Jahren ausgestorben sein soll, macht eine jüngere Datierung das Objekt in diesem Fall sogar noch interessanter.

Erstmals beschrieben wurde die Figur schon 1930 und 1931 von den Forschern Dr. Berdhold Laufer („Field Museum News“, Vol. 1, No. 3, 1930) und Henry Field („Art and Archaeology“, Vol. 31, No. 5, 1931). Laufer, der ehemalige Kurator für Anthropologie am „Field Museums“, schrieb damals unter anderem:

„(…) ein langes und schweres Seil von der Schnauzte des Tieres deutet darauf hin, dass Hirsche von den frühen Sumerern lebend gefangen und gezähmt worden sein müssen.“

Somit war die Identifizierung des Tieres mit seinem Geweih als Hirsch beziehungsweise Dammhirsch „in trockenen Tüchern“, wie man so schön sagt.

Jedoch nicht sehr lange, denn bereits 1936 meldete der Paläontologe Edwin H. Colbert in dem Fachmagazin „American Anthropologist“ (Nr. 38) Zweifel an der Deutung als Hirsch an. In seinem Artikel stellte er die Frage ob „existierende Sivatherium den frühen Sumerern bekannt“ waren und listet insgesamt 7 Punkte auf, die seiner Meinung gegen einen Hirsch sprechen. Und damit für eine Darstellung eines Sivatherium.  Er glaubt nicht, dass „der sumerische Künstler seiner Fantasie freien Lauf ließ und zufällig ein Tier schuf, das Sivatherium verblüffend ähnlich sieht“.

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: Field Museum of Natural History/ CC BY-NC 4.0 & deviantart.com/nankeyike)
Nur ein Hirsch? (Bilder: Field Museum of Natural History/CC BY-NC 4.0)

Vor allem sind es die vier erkennbaren Hörner der Figur. Kein lebendes Huftier in dieser Größe hat solche Merkmale. Ein Hirsch so oder so nicht. Damit ähnelt das Artefakt in seinen Details weit mehr einem Sivatherium, was kaum Zufall sein kann, so Colbert. Diese Tiere wären folglich noch in den Zeiten der Sumerer, die als erste Zivilisation der Menschheit gelten, über die Erde gestreift. Und von diesem Volk gefangen und domestiziert worden.

Überlebt und vergessen?

Was allerdings wieder erstaunlich ist. Denn egal ob Hirsch oder riesige „Rindergiraffen“: Warum versah man das Tier mit einer „Leine“ und wozu dienten die Geschöpfe letztlich den Menschen? Hielten die Sumerer es in Gehegen, vielleicht als Nahrung?

Colbert verwies schon damals auf Funde in Afrika, die darauf hindeuten könnten, dass diese Sivatherium dort noch in mehr oder weniger historischer Zeit lebten. Eingewandert von Indien über den Nahen Osten beziehungsweise Mesopotamien und damit quer durch das Land der Sumerer. Und so resümiert Colbert am Ende seiner Untersuchung folgendes:

Ist es also nicht möglich, dass irgendwo in Kleinasien Sivatherium bis in die jüngste Zeit überlebt hat? Diese Frage ist gegenwärtig mehr oder weniger im Bereich der Spekulation, aber sie muss nicht als völlig hypothetisch verworfen werden hypothetisch verworfen werden, vor allem angesichts der Beweise, die die kleine Figur, die an einem Zügelring in Kish gefunden wurde.“

„Ob die Ähnlichkeiten echt oder nur zufällig sind, ist eine höchst umstrittene Frage“, unterstreicht Colbert in seiner Untersuchung. Das sieht auch Shuker so, den die Ähnlichkeit dennoch beeindruckt. So schreibt er in „In Search of Prehistoric Survivors“:

„(…) aber die morphologische Übereinstimmung zwischen der Figürchen und der wahrscheinlichen Aussehen von Sivatberium (basierend auf Rekonstruktionen aus fossilen Beweisen) ist überzeugend genug, um diesen Gedanken ernsthafte Erwägung zu ziehen.“

Dann wurde es bis 1977 still um diesen außergewöhnlichen Fund. Bis der Doktorand Michael Miiller-Karpe von der Universität Heidelberg eine „bemerkenswerte Entdeckung“ im „Field Museum“ machte.

„Fabelwesen“ der Sumerer?

So berichtete das „Field Museum of Natural History Bulletin“ (Vol. 48, No. 10, November 1977) in einer kleinen Notiz, dass Miiller-Karpe „in einer kleinen Kiste mit getrocknetem Schlamm in einem Field Museum-Lagerraum“ zufällig bei der Durchsicht von „hunderten Metallgefäßen aus dem Alten Orient“ Stücke der Tierfigur wiederfand. Es war „das korrodierte Geweih des Hirsches“, so das Museum in seiner Mitteilung.

Durch diesen Zufallsfund konnten die Experten die Figur der Sumerer wieder komplettieren. Heraus kam ein Huftier mit einem Geweih, das nicht den meisten früheren Interpretationen und Rekonstruktionen eines Sivatherium entsprach. Diese verzweigten Hörner erinnern nun wieder an einen Hirsch.

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren?
Ruinen von Kish und Karte von Mesopotamien (Bilder: gemeinfrei & Archiv Autor)

Die Diskussion war damit aber noch lange nicht beendet.

So erschien beispielsweise 1990 in „Cryptozoology“ (Nr. 9) der Beitrag „Sivatherium defended“ von Christine Janis, in dem sie die Deutung der Figur als ausgestorbenes Vorzeit-Tier verteidigte. Denn der massive Körperbau der Figur entspräche nicht dem eines Hirsches. Und natürlich haben Hirsche keine doppelten Hörner zusätzlich auf dem Schädel über den Augen. Außerdem gab es Variationen der großen Hörner oder des Geweihs von „Rindergiraffen“, wie es Fossilienfunde aus Afrika beweisen.

Auch spätere Veröffentlichungen diskutierten den Fund weiter. Einheitlich und vor allem verbindlich einigen, was man da letztlich sieht, konnte man sich bisher nicht. Auch Argumente wie „künstlerische Freiheiten“ oder einfach „Fabelwesen“ der Sumerer wurden ins Spiel gebracht. Demnach habe der Künstler sich von realen Tieren seiner Umgebung inspirieren lassen und so ein Phantasiewesen erschaffen.

Ob diese Deutung zutreffen ist, bleibt dahingestellt. Nicht weniger wie der Erklärungsversuch, dass der sumerische Schöpfer der Figur von tausenden von Jahren seine Vorlage nicht genau gesehen hat. In diesem Fall also einen Hirsch. Er habe das Tier deshalb mit zwei zusätzlichen Hörnern und einem derart massiven Körper angefertigt.

Vielleicht ja, vielleicht nein …

Was in der Folge bleibt, ist, dass niemand bisher diese Figur erklären kann. Jede Interpretation hat ihr Für und Wider.

Die Figur selber wurde auf etwa 4800 Jahre datiert. Demnach wurde sie rund 3200 Jahre nach dem angenommenen Aussterben der „Rindergiraffen“ in Sumer geschaffen. Sicher muss deshalb die „Geschichte der Menschheit“ nicht umgeschrieben werden, wie es vielfach bei archäologisch sonderbaren Funden heißt. In diesem Fall wäre es so oder so eher die Geschichte der Zoologie.

Eigentlich jedoch klingt es durchaus nachvollziehbar, dass wenige oder kleine Populationen dieser Spezies ihr eigenes Aussterben „verpasst“ haben. Auch das Mammut, ein Gigant der Eiszeit und wohl das bekannteste Tier der damaligen Welt, verpasste in einer einsamen Region der Welt das große Aussterben seiner Art.

Ihr Aussterben begann vor 14.000 Jahren und in den heutigen USA verschwand es vor rund 12.000 Jahren. Ganz anders erging es dem Wollhaarmammut auf der Wrangelinsel im Osten von Sibirien, wie dort gefundene Fossilien belegen. Hier lebten noch vor 3700 bis 4000 Jahren Mammuts. So das Ergebnis einer Studie um Anthony J. Stuart von der Durham University über „die letzten Wollhaarmammuts“, die in „Quaternary Science Reviews“ (Vol. 21. Issues 14-15, August 2002) erschien.

Demnach lebten noch 2000 oder 1700 vor Christus Mammuts in Sibirien, als viele tausend Kilometer weiter in Ägypten die Pharaonen bereits in der 11. und 12. Dynastie herrschten. Und die Pyramiden von Gizeh bereits mindestens 500 Jahre standen. Da erscheint die Szene aus dem Spielfilm „10.000 BC“ von Roland Emmerich von 2008, in der Mammuts beim Pyramidenbau eingesetzt werden, in einem anderen Licht. Auch wenn hier von 10.000 vor Christus erzählt wird …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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„Pulverisiere es“: NASA-Pläne für ein Abwehrsystem, um bedrohliche Asteroiden noch kurz vor dem Einschlag zu zerstören – vielleicht sogar vom Mond aus

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"Pulverisiere es": Die NASA plant ein Abwehrsystem um bedrohliche Asteroiden zu zerstören - vielleicht sogar vom Mond aus (Bild: NASA)
„Pulverisiere es“: Die NASA plant ein Abwehrsystem um bedrohliche Asteroiden zu zerstören – vielleicht sogar vom Mond aus (Bild: NASA)

Eines Tages könnten Kometen oder Asteroiden die Erde treffen und Millionen oder sogar Milliarden Menschen töten. Ein Ende der Zivilisation ist ebenso denkbar, wie „nur“ die Vernichtung einer Stadt. Obwohl die Chance gering ist, dass dies noch zu unseren Lebzeiten geschieht, wird es eines Tages geschehen. Und in der Theorie gibt es hierzu schon lange Ideen, wie man solche Bomben aus dem All abwehren könnte. Nun kommt eine neue hinzu, die solche Himmelskörper noch mehr oder weniger kurz vor dem Einschlag vernichten soll.


Asteroiden: Die ständige Bedrohung

Seit Milliarden Jahren schlagen Asteroiden und Kometen auf den Monden und Planeten unseres Sonnensystems ein. Und obwohl solche Einschläge heute ungleich seltener sind, wie noch in der Frühzeit unseres Sonnensystems, bleiben sie auch für die Erde ein ständige Bedrohung. Damit vor allem für das Leben auf diesem Planeten und unsere Zivilisation. Ein solcher Einschlag auf der Erde könnte katastrophale Folgen haben. Darin ist sich die astronomische Forschung schon lange einig.

Kino und Fernsehen haben derartige Szenarien in den letzten Jahrzehnten immer wieder bildgewaltig verfilmt. Oftmals mit viel Aktion, Zerstörung und unermesslichen Leid. Doch fast immer mit einem glücklichen Ausgang, da es der Menschheit letztlich doch gelang das Allerschlimmste zu verhindern. Sehr gerne mit Helden der NASA und damit vor allem aus den USA.

Blendet man das Drumherum solcher Hollywood-Filme aus, bleibt aber eine Tatsache bestehen. Nämlich, dass es eines Tages ganz real zu einer derartigen Bedrohung kommen kann. Denn Brocken aus dem All schlagen noch immer auf der Erde ein. Gewaltige Katastrophen, die beispielsweise eine ganze Großstadt oder Region vernichteten und dabei unzählige Menschenleben forderten, hat die moderne Welt bisher nicht erleben müssen. Noch nicht. Gegeben hat es diese in der Erdgeschichte jedoch in Massen.

„Die Frage ist nicht, ob es wieder geschehen wird, sondern wann“, ist dabei ein beliebter Ausspruch. Da wir unlängst eine technologische Zivilisation haben, wäre unsere Gesellschaft erstmals in der Lage, eine solche Vernichtung abzuwenden. In der Theorie zumindest, da bis heute hierfür die geeigneten Mittel, Technologien und auch Strategien fehlen.

„Pulverisiert es“

In der Theorie haben sich schlaue Köpfe schon vor Jahrzehnten Gedanken darüber gemacht, wie man einen Asteroiden auf Erdkurs ablenken oder vernichten könnten. Seit dem werden immer wieder neue oder bearbeitete Ideen und Konzepte einer derartigen Abwehr veröffentlicht und vorgestellt. Sie alle haben ihr Für und Wider. Und so beschränkt man sich heute zum Beisiel bei der NASA und ihren zugehörigen Einrichtungen auf die Beobachtung von erdnahen Objekten im All. Wird dabei eines Tages eine „Bombe aus dem All“ oder sogar ein riesiger „planetarer Killer“ mit Kurs Erde entdeckt, steht man derzeit mit leeren Händen da.

Weder einen „planetaren Killer“ von zum Beispiel 10 Kilometern Größe, noch ein Objekt von „nur“ 500 Metern Durchmesser, können wir gegenwärtig sicher vom Erd-Kurs abringen oder vernichten. Obwohl die ein oder anderen Technologie hierzu bereits in der Praxis im sehr kleinen erprobt wurde. Die Vorlaufzeit bis zu einem Einschlag, da ist man sich grundsätzlich einig, ist hierbei entscheidet. Je länger das Ereignis noch in der Zukunft liegt, je besser kann man darauf reagieren und die Katastrophe bestenfalls verhindern.

Eine spannende Thematik, die Laien ebenso interessiert oder begeistert, wie Astronomen und andere Wissenschaftler. Denn Gedanken über ein „was wäre – wenn?“ haben immer Konjunktur. Genau das zeigte sich auch bei einem Asteroiden-Abwehrsystem, dass Philip Lubin von der Universität von Kalifornien erdachte, und das die NASA bereits im Februar 2022 vorstellte.

Lubin erdachte sich ein System, ein „Terminal“, dass er schlicht PI nannte. PI für „Pulverize it“ – also „pulverisiert es“. Ein mehr als optimistischer Name, da damit natürlich das Pulverisieren von bedrohlichen Asteroiden in Erdnähe gemeint ist. Solche Asteroiden zu sprengen ist hierbei wohl einer der ältesten Ideen, um solche Brocken unschädlich zu machen. Dabei herrscht aber bis heute die Angst vor, dass der gesprengte Asteroid dann in unzähligen und noch immer gefährlichen Trümmern weiter auf die Erde zu rast. Durch eine Sprengung hätte man so aus einem einzelnen Objekt Geschosse wie aus einem Schrotgewehr gemacht, dass in einem weiten Streufeld auf der Erde Katastrophen verursachen würde.

Asteroiden-Abwehr vom Mond

Nach den Ideen von Lubin würde das System PI so funktionieren, dass entsprechenden Sonden beziehungsweise Raketen die kommenden Killer-Asteroiden durchlöchern würden. Ähnlich wie im Bergbau würde daraufhin in diese Löcher Sprengstoffe gefüllt, die dann den Asteroiden zerstören sollen. Die dabei übrig bleibenden Trümmer, die weiter in Richtung Erde rasen sollten, würden letztlich in der Erdatmosphäre verglühen. Mehr als 10 Meter große Stücke würden nach seiner Einschätzung nicht mehr übrige bleiben. So könnte man die „Gefahr einer Massenvernichtung praktisch eliminieren“, so Lubin.

Es wäre im wahrsten Sinne des Wortes eine „Last-Minute-Verteidigung gegen einen Asteroiden“ bevor dieser eine Stadt zerstört, wie es die Seite „Universe Today“ bezeichnete.

Das System PI wäre dabei nicht auf der Erde stationiert, sondern zahlreiche dieser Abwehr-Sonden stünden rund um die Erde im Orbit bereit. Vielleicht sogar auf dem Mond, da von dort entsprechende Asteroiden noch früher auszumachen wären:

Die vorzeitige Einführung des Systems in die Umlaufbahn oder auf eine Mondbasis ermöglicht bei Bedarf eine schnelle Reaktion in der Größenordnung von weniger als einem Tag. Die Wirksamkeit des Konzepts hängt von der Zeit bis zum Abfangen und der Größe des Asteroiden ab, ermöglicht aber eine wirksame Verteidigung gegen Asteroiden mit einem Durchmesser von mehreren hundert Metern und könnte die von diesen Bedrohungen ausgehende Gefahr der Massenvernichtung praktisch ausschalten.“

Heißt es dazu von Lubin auf der Seite der NASA.

Die Menschheit muss sich vorbereiten

PI wäre in der Lage bis zu 50 Meter große kosmische Bomben im All zu vernichten. Dies entspricht der Größenordnung des Objektes von Tunguska in Sibirien 1908.

Laut NASA-Webseite wäre dies „eine praktische und wirksame Methode der Planetenverteidigung (…), die bei Bedarf eine extrem kurze Zeitspanne zur Schadensbegrenzung ermöglicht“. Außerdem wäre es „eine praktische, kostengünstige Lösung für die Planetenverteidigung unter Verwendung bestehender Technologien“. Bei einer längeren Vorlaufzeit von einem Tag könnten doppelt so große Asteroiden unschädlich gemacht werden. Mit 10 Tagen Vorwarnzeit sogar Objekte, die wie der Asteroid Apophis fast 400 Meter messen. Bei einem Kilometer Größe wären dann schon gut zwei Monate notwendig.

Doch kosmische Winzlinge, die nur 20 Meter messen, wären in nicht mal einer viertel Stunde vom Himmel gefegt, ist sich Lubin sicher. Selbst eine Frühwarnzeit „innerhalb von 2 Minuten vor dem Einschlag ist machbar“, ist er überzeugt. Nicht außer Acht lassen darf man dabei aber auch nicht die Zusammensetzung der Himmelskörper an sich. Ein lose zusammengesetzter Brocken unterscheidet sich sehr von einem massiven Objekt. Somit wäre aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Art der Bekämpfung solcher Himmelskörper unterschiedlich.

Sofern man derartige Killer vom Himmel überhaupt rechtzeitig entdeckt, diese also nicht plötzlich wie aus dem Nichts hier einschlagen, klingt das alles wunderbar. Wer aber soll das bezahlen? Die Bedrohung ist zwar da, aber auf menschliche Lebensspannen und Zeiträume übertragen überaus gering. Und was nicht akut „greifbar“ und in „angemessener Zeit“ zu erfassen ist, findet sicher wenig Unterstützung. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass sämtliche Weltraumforscher und Hobby-Astronomen sehr wohl um diese Gefahren wissen.

Millionen oder sogar Milliarden Menschenleben könnten ausgelöscht werden und unsere Zivilisation könnte sich erst nach vielen Jahren wieder erholen. Ob es in 10 Jahren oder erst in 1000 Jahren soweit ist: Vorbereiten muss sich die Menschheit auf jeden Fall.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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