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VIDEO: Sagenhaftes Rügen: Mythen, Megalithen und Mysterien auf der Ostseeinsel – und ein unauffindbarer Stein

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VIDEO: Mythen, Megalithen und Mysterien: Das unbekannte Rügen (Bilder: LAF & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Mythen, Megalithen und Mysterien: Das unbekannte Rügen (Bilder: LAF & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Die Ostseeinsel Rügen kennen viele als Touristenziel in Deutschlands Norden. Die Insel hält aber auch für den Mystery-Interessierten einiges bereit, sofern man genauer hinschaut. Ich war im Rahmen eines anderen Projektes vor Ort und nutze die Gelegenheit, um Euch das eher unbekannte Rügen in diesem Video einmal vorzustellen.


Ein anderer Blick auf Rügen

Im Sommer und Spätsommer war ich mehrfach im Rahmen des ABORA-Projektes auf der Insel Rügen in der Ostsee. Hierüber habe ich unter anderem in diesem Video HIER kurz berichtet. Doch die Insel hat natürlich weit mehr zu bieten, als nur Stand und Meer. Denn hier reichen die Hinterlassenschaften unserer Ahnen ebenfalls bis weit in die Steinzeit zurück. Einschließlich zahlreicher noch (mehr oder weniger gut) erhaltender Megalithanlagen, die nicht selten an die 6.000 Jahre alt sind.

Und natürlich finden sich auch dort Mythen, Sagen und Legenden. Sie handeln von paranormalen Phänomenen wie Geister-Erscheinungen, bis seltsamen Geschichten über angebliche wundersame Steine. Genau einen solchen Stein auf Deutschland größter Insel wollte ich Euch eigentlich vorstellen. Doch ich fand ihn auch nach fast 5 Stunden Suche durch sehr unwegsamen Wald nicht. Selbst Anwohnern war er unbekannt.

So habe ich mich für einen anderen Ort entscheiden müssen, wie Ihr in diesem Video vom 8. August 2021 seht. Auch wenn es leider dort überaus windig war. Ihr werdet es mir sicher nachsehen … Den sagenhafte Stein stelle ich Euch natürlich dennoch vor.

Ein im September gemachtes Rügen-Video, mit weiteren mystischen Legenden von einem „Lost Place“, findet Ihr übrigens als Kanalmitglied HIER.

Bleibt neugierig …

Video vom 8. August 2021 auf Mystery Files

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Lars A. Fischinger

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Indianische Mythologie: Eine Sintflut in Kalifornien, seltsame Legenden und unheimliche Monster im Tahoe-See (+ Videos)

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Indianische Mythologie: Eine Sintflut in Kalifornien und das Monster im Tahoe-See (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
Indianische Mythologie: Eine Sintflut in Kalifornien und das Monster im Tahoe-See (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Wer als Jäger des Phantastischen die Sagen, Mythen und Legenden verschiedenster Kulturen der Welt durchstöbert, findet immer wieder erstaunliche Ähnlichkeiten und sogar Übereinstimmungen. Egal wo auf der Welt und bei welchen Völkern. Das gilt auch für den Mythos von einer Sintflut, der weltweit in Überlieferungen oft verblüffende Parallelen zeigt. Auch was das Geschehen rund um diese Urkatastrophe der Menschheit betrifft. Eine solche Sintflut-Legende aus Kalifornien soll hier einmal vorgestellt werden, da sie eher weniger bekannt sein dürfte. Dann aber doch wieder einiges darin bekannt erscheint. Und sie der Einstieg in einen Stoff ist, aus dem im wahrsten Sinne des Wortes Legenden sind.


Die Sintflut

Jeder kennt aus der Bibel die phantastische Geschichte von der Sintflut. Einer großen Flut als Katastrophe der Menschheit, die Gott laut dem Buch Genesis als Strafe schickte. Diese Überlieferung ist eine der großen Mythen der Menschheit und fasziniert seit jeher die Menschen. Entweder aus religiösen und theologischen Motiven heraus, oder aber, da sie nach greifbaren Spuren einer solchen Sintflut suchen.

Lange ist bekannt, dass der Mythos von der großen Flut im Alten Testament zum Teil sehr viel älteren Schriften aus dem Mesopotamien entlehnt wurde. Vor allem ist hier das Gilgamesch-Epos zu nennen, das eine recht ähnliche Flut-Geschichte erzählt. Einige Passagen in diesem Epos ähneln oder gleichen der biblischen Geschichte so sehr, dass kein Zweifel bestehen kann, das unter anderem dieses Epos den Autoren des Buch Genesis als Vorlage gedient haben muss.

Als der englische Assyrologe George Smith 1872 den Sintflut-Bericht des Gilgamesch-Epos übersetzte, ging ein Aufschrei durch die bibeltreue Gesellschaft. Schlagzeilen im Sinne von „Ist die Bibel abgeschrieben?“ beherrschten die Zeitungen. Ein Unding für bibelfeste Christen. Ein Beweis für die Wahrheit der Bibel-Erzählung für andere Gläubige. Für Archäologen ganz nüchtern nur ein Beleg, dass die Redakteure und Autoren der Bibel sich bei ihrer Arbeit an älteren Mythen und religiösen Texten benachbarter Völker orientierten. Weltanschauungen von Kulturen aus Mesopotamien wurden von diesen adaptiert. Angepasst an ihre Theologie.

Sintflut und Sintfluten rund um den Erdball

Eigentlich sollte das niemanden wirklich verwundern. Die Kulturen und Zivilisationen im Nahen Osten und damit auch Mesopotamien beeinflussten sich alle untereinander. Direkt oder indirekt durch die Jahrtausende hinweg. Geographisch waren es letztlich auch Nachbarn. Und bekanntlich hielten sich auch Teile der hebräischen Bevölkerung in Babylon auf. Während des sogenannten „Babylonisches Exils“, als auch weite Episoden des Alten Testamentes verfasst worden sein sollen. Inklusive Sintflut-Mythos mit Arche Noah, Rettung auf einem Berg usw. im Buch Genesis.

Solche geschichtlichen Werdegänge von Mythologien und theologischen Weltbildern sind für viele Zweige der Wissenschaft spannend. Ein umfangreiches Betätigungsfeld auf den Spuren der Rätsel der Vergangenheit. Das natürlich auch „alternative Historiker“, Mystery-Jäger und Grenzwissenschaftler in ihren Bann zieht. Hier besteht ein kleiner aber feiner Unterschied darin, dass diese derartige Mythologien global betrachten. Weltweit suchen sie nach Verbindungen in Mythen und alten Überlieferungen. Nicht nur bei der Story der Sintflut. Und immer wieder wird man dabei tatsächlich fündig.

Dass es weltweit Sintflut-Mythen gibt, ist seit Jahrhunderten bekannt. Rund um den Erdball erzählen die Völker solche Geschichten von einer großen Flut und/oder einem Weltenbrand. Erst im 19. Jahrhundert haben einige wenige Forscher ihren Blick genauer auf diese Überlieferungen gerichtet. Es erschienen eine handvoll Bücher, die diese globalen Sintflut-Sagen dokumentierten und diskutierten.

Belegen diese Mythologien aus einer Urzeit der Menschheit rund um den Planeten, dass es ein solche Sintflut gab? Wie sonst sollten man erklären, dass beispielsweise Bewohner des Pazifik (s. a. Artikel HIER) derartigen Stoff überlieferten? Die Autoren der Bibel waren tausende Kilometer entfernt. Gelangte das Wissen erst durch christliche Seefahrer in ihre Mythen? Oder kam es sogar vor tausenden von Jahren durch eine heute vergessene, vorzeitliche Seefahrt in andere Regionen der Erde? Oder sind all diese Überlieferungen auf zahllose unterschiedliche Sintfluten zurückzuführen, die nur lokal zu einem „Weltuntergang“ führten?

Sind es letztlich vielleicht doch Beweise für eine globale Flutkatastrophe vor Jahrtausenden?

Die Washoe-Indianer und die Flut vom „großen Geist“

Diese Fragen sind bis heute unbeantwortet. Doch sie verleiten zu spannenden Spekulationen, Ideen, Thesen und Überlegungen. Nicht nur was die (theologische) Ursache der angeblichen Vernichtung betrifft, die sich in vielen Teilen der Erde erstaunlich ähnelt. Etwa eine Rebellion von Himmelswesen gegen ihren obersten Gott oder Führer, worauf ihre Niederkunft auf die Erde und eine sündige Menschheit folgte. Biblische Motive, die überall zu finden sind!

Eine spannende Legende ist von dem Volk der Washoe (Washo) bekannt. Amerikanische Ureinwohner aus Kalifornien, die im Gebiet des Tahoe-See siedeln. Wiedergegeben hat diese Überlieferung  Prof. Dr. Johannes Riem in seinem beachtenswerten Werk „Die Sintflut in Sage und Wissenschaft“. Ein Buch, das als Band IV der theologischen Reihe „Natur und Bibel in der Harmonie ihrer Offenbarungen“ schon 1925 erschien. Insgesamt 268 Flut- und Katastrophen-Berichte dokumentierte und diskutierte Riem darin. Deren Parallelen ebenso, wie deren Unterschiede.

Über den Flut-Mythos der Washoe schreibt er:

Die dortigen Einwohner wurden von einem fremden Stamme unterjocht und zu Sklaven gemacht. Da kam, vom großen Geist gesandt, eine ungeheure Woge vom Meere über das Land und ertränkte die meisten Menschen, so dass nur wenige übrigblieben.

Schon ist auch hier klar, dass die Flut als Strafe Gottes, des „großen Geist“, gesandt worden sein soll. Interessant ist hier aber, dass die Katastrophe als riesige Welle vom Meer über das Land herein brach. Das klingt sehr nach einem Tsunami. Kalifornien als eine der aktivsten Erdbebengebiete der Welt könnte diese Spekulationen untermauern.

Ein schneller Blick auf die Karte zeigt jedoch, dass das Meer (Pazifik) heute rund 310 Kilometer Richtung Westen vom Tahoe-See entfernt liegt. Zwischen dem Pazifischen Ozean und dem See erstreckt sich noch dazu das Hochgebirge der Sierra Nevada bzw. das Kalifornische Küstengebirge. Über 4.000 Meter reichen hier heute die höchsten Gipfel in den Himmel. Für einen angenommenen Tsunami eine gewaltige Barriere auf dem Weg zum Volk der Washoe. Dazu gleich mehr.

Wobei natürlich nicht zu sagen ist, dass sich diese mythische Flut auch tatsächlich im Gebiet des heutigen Sees ereignete, an dem später die Washoe siedelten.

Ein „amerikanisches Zikkurat“?

Nach dem Mythos der Washoe rafften sich die Überlebenden wieder auf. Eine Verbesserung für ihr Volk gab es aber nicht, sie blieben in der Sklaverei. Riem weiter:

Die Sklaven mussten nun einen großen Tempel bauen, in dem ihre Herren bei Einbruch einer neuen Flut Zuflucht finden konnten. Auf der Spitze des Tempels verehrten sie ein ewiges Feuer.“

So unscheinbar diese Aussage auch klingt, um so interessanter wird sie, wenn man einmal nach Mesopotamien schaut. Jene Region zwischen Euphrat und Tigris, in der die Sintflut-Berichte niedergeschrieben wurden, die den biblischen Autoren als Vorlage dienten. Denn hier, dem heutigen Irak aber auch Iran, bauten die Menschen vor tausenden von Jahren ebenfalls solche Tempel. Sie werden Zikkurat genannt und sind eigentlich nichts weiter als Stufenpyramiden mit einem Tempel an der Spitze. Sehr ähnlich wie jene in Mittelamerika. Der „Turm zu Babel“ ist hierbei sicher jedem ein Begriff.

Archäologen haben für diese in ganz Mesopotamien verstreuten Tempel-Pyramiden eine interessante Deutung ins Spiel gebracht. Diese Bauten könnten einigen Vermutungen nach aus Plattformen entstanden sein, die Menschen zum Schutz vor Fluten errichteten. Vor den immer wiederkehrenden Überschwemmungen der Flüsse Euphrat und Tigris, die teilweise katastrophale Ausmaße annahmen. Zugleich als Sinnbild des „Urhügels“ oder „Himmelshügel“, aus dem die Welt einst entstanden sein soll. Auch so ein weltweit wiederkehrenden Motiv, übrigens …

Dort haben schon vor 100 Jahren Ausgrabungen gezeigt, dass ganze Landstriche von Fluten vernichtetet wurde. Danach bauten die Menschen ihre Siedlungen wieder auf. Ganze Stadtstaaten entstanden und mit ihnen die Zikkurate. Ursprünglich seien dies eher Terrassen mit einem Tempel darauf gewesen, aus denen nach und nach schon ab dem 5. Jahrtausend vor Christus die ersten Stufenpyramiden wuchsen. Die erhöhte Lage bot gleichzeitig Schutz vor Fluten.

Durchaus erkenne ich in dem Washoe-Mythos hier eine Parallele.

Der versunkene Tempel

Die Legende der Washoe geht natürlich noch weiter. Denn während die „Herren“ mit ihrem Tempel fortan einen Schutz vor Wassermassen hatten, waren sie vor einer Katastrophe damit nicht geschützt: Vor Erdbeben. Und die sind in dieser Region nicht gerade selten und können verehrend sein.

So kam es laut Washoe dann auch so, wie es kommen musste. Ein Beben traf die Menschen und ängstlich „flüchteten die Herren in den Tempel“. Die „Erdrevolutuion“, wie sie das Erdbeben nannten, war dabei eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. Mit nichts zu vergleichen, was wir heute kennen. Es war so stark, „dass die Flammen zum Himmel schlugen und dort die Sterne schmolzen“. Mehr noch, denn im Washoe-Mythos heißt es, „die Sierra erhob sich aus der Ebene“ während dieses Erdbebens.

Geologen werden den Kopf schütteln. Gebirge wachsen in Millionen von Jahren empor. Sie entstehen nicht plötzlich in dieser Größe bei einem Erdbeben, so stark es auch immer sein mag. Zumindest aber haben wir hier eine Art „mythologischer Erklärung“, wie die Sintflut der Washoe als gigantische Welle vom Meer im Westen gekommen sein kann. Die Sierra Nevada des kalifornischen Küstengebirges als Barriere gab es ganz einfach noch nicht.

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Selbstverständlich hatte diese Vernichtung auch Folgen für den Tempel der „Herren“. „Der Tempel versank bis auf seinen Dom im Tahoe-See“, heißt es dazu bei Riem. Auf diesem Dom, die Spitze des von Sklaven erbauten Bauwerkes, kauerten die letzten Überlebenden der „Herren“ zusammen. Ganz zum Missfallen des obersten Gottes, wie es weiter heißt:

„(…) indessen der große Geist war ergrimmt über sie, ergriff sie und warf sie wie Kieselsteine in die Schluchten einer großen Höhle, dort hört man sie noch heulen.“

Damit endet dieser Mythos in der Form, wie ihn Johannes Riem 1925 wiedergegeben hat. Durchaus könnte man ihn mit anderen Indianer-Legenden der Region verglichen, ergänzen und weiter ausbauen. Doch das würde an dieser Stelle zu weit führen. Auch wenn unter anderem Riem selber solche Berichte wiedergibt.

Uralte Spuren

Liegt also im Tahoe-See ein Beweis für diese Erzählung in Form eines versunkenen Bauwerkes? Immerhin soll es in den ganzen USA bzw. Nordamerika in diversen Seen versunkene Ruinen geben, über die auf diesem Blog und auf dem Mystery Files-YouTube-Kanal immer wieder berichtet wurde.

Besiedelt ist dieses Gebiet schon sehr lange. Nur etwas weiter östlich finden sich Felszeichnungen mit einem Alter von bis zu fast 15.000 Jahren. Nahe der Ortschaft Fallon wurde hier auch die älteste bekannte Mumie Amerikas entdeckt. Sie ist als „Spirit-Cave-Mann“ bekannt und wird auf bis zu 10.600 Jahre datiert, so eine am 7. Dezember 2018 in „Science“ (vol. 362, issue 6419) veröffentlichte Untersuchung. Es ist uraltes Land der amerikanischen Ureinwohner in Kalifornien und Nevada, in dem seit Jahrzehnten Archäologen forschen.

Und dieses Land war einst tatsächlich von einer „Flut“ überschwemmt.

Der „Pyramiden-See“

Vor rund 15.000 Jahren bedeckte ein gewaltiger Gletschersee das gesamte Gebiet bis Fallon, der heute Lake Lahontan genannt wird. Nichts als ein paar Seen und erstaunlichen Landschaften blieben von diesem Eiszeit-See übrig. Für heutige Touristen und Indianer-Fans ist das „Große Becken“, wie diese Gegend heißt, ein Highlight jeder USA-Reise. Einer dieser Seen liegt nur rund 80 Kilometer nördlich vom Tahoe-See und heißt heute Pyramiden-See.

Das lässt mit Blick auf die Washoe-Legende aufhorchen. Auch wenn diese klar sagt, dass der Tempel der „Herren“ im Tahoe-See versank. Der „Pyramid Lake“ wiederum hat seinen Namen nicht von archäologischen Spuren, die an seinen Ufern oder sogar auf seinem Grund entdeckt wurden. Namensgeber ist eine sehr auffallende pyramidenförmige Insel im See, die ca. 175 Meter vom Ostufer liegt. Über 100 Meter ragt diese „Pyramide“ aus dem See heraus und misst an der breiteste Stelle mehr als 200 Meter.

Eine mehr als auffällige Formation. Könnte diese Inspiration für den Mythos der Wahsoe von dem versunkenen Tempel gewesen sein, den sie im Tahoe-See lokalisieren?

USOs und ein Seeungeheuer

Der Lake Tahoe lässt sich nicht so einfach nach Beweisen für diesen Flut-Mythos durchsuchen. Er ist bis zu 500 Meter tief (der zweittiefste der USA), rund 500 Quadratkilometer groß und im Durchschnitt geht es dort 300 Meter hinab. Auch nimmt durch eingeschleppte Algen und andere Pflanzen die Sichtweite im See seit vielen Jahren kontinuierlich ab, wie erst im Sommer 2020 Forscher der nahen Universität von Nevada in Reno dokumentierten.

Wo soll man da – wenn man mit einem solchen Gedanken spielt – anfangen nach Belegen für eine indianische Legende suchen?

Ein Problem, dass nicht nur Mythen- und Mystery-Jäger betrifft, sondern auch Kryptozoologen. Denn wie in so vielen Seen der Welt, allen voran Loch Ness in Schottland, soll auch im Tahoe-See ein Monster leben. Dieses Seeungeheuer wird „Tessie“ genannt. Schon Legenden der Wahsoe und der benachbarten Paiute kennen dieses Biest in den Tiefen des Sees. Ähnlich wie Nessie im Loch Ness soll diese Kreatur aussehen und sich in Höhlen verbergen.

Um die Geheimnisse des Sees abzurunden, kursieren hier auch Geschichten über Unbekannten Unterwasserobjekte. Die bekannten USOs als maritimes Gegenstück zu den UFOs am Himmel. Im Januar 2004 wurde deshalb am „Squaw Valley Institute“ unter der Leitung von Dr. Charles Goldman von der „Tahoe Research Group“ eigens eine Konferenz dazu abgehalten. Angeblich hatten sich zu der der Zeit die ungewöhnlichen Sichtungen enorm gehäuft.

Der „Ong“ und der unheimliche Strudel

Die Wahsoe kennen in ihren Mythenschatz aber noch ein weiteres, seltsames Lebewesen, dass in ihrem See hausen soll. Sie nennen es „Ong“. Nach einer Aufzeichnung dieser Legende, die Nonette V. McGlashan am 3. November 1905 im „Sunset Magazine“ veröffentlichte, ist diese Kreatur „ein riesiger Vogel, größer als die Häuser der Weißen“. Er habe den Körper eines Adlers, Flügel länger als Kiefern und das Gesicht eines Indianers. Sein Körper sei „mit harten Schuppen bedeckt, und seine Füße waren mit Schwimmhäuten versehen“.

Sein Nest befindet sich nach dieser Legende „tief unten im Grund des Sees in der Mitte“. Dort stamme auch alles Wasser des Sees her. Alles Leben, dass dem Nest zu nahe kommt, wird hereingezogen und diene dem „Ong“ als Nahrung. Am Liebsten verspeist er dabei Menschen. Legenden berichten davon, wie mutige Krieger den Kampf mit dem Ungeheuer aufgenommen haben sollen:

Hoch am Himmel kreisend wie eine riesige, formlose Donnerwolke, schwarz wie die Nacht, die das Ungeheuer mal hier, mal dort auf der Suche nach Beute fegte.

So sahen die tapferen Indianer laut Sage dieses Fabelwesen aus dem See.

Das „Whirlpool-Loch“ im See

Auch all jene armen Menschen, die im See ertrinken, holt sich der „Ong“ zu sich in die großen, dunklen Tiefen. Wobei sich durchaus die Frage stellt, ob und woher die Wahsoe von der außergewöhnlich großen Tiefe des Sees von bis zu 500 Metern wussten. Maßen sie diesen mit Seilen, an denen Gewichte hingen, einfach aus Neugier aus?

Die Legende, dass ein unheimlicher Strudel Menschen, Tiere und Pflanzen in das Nest des „Ong“ zieht, bekam Mitte des 19. Jahrhunderts neue Nahrung. Ab 1858 brach im nahen Virgina City ein Silberrausch aus und der Bergbau boomte. Lester Williams aus San Francisco fiel dabei eines Tages beim Angeln auf dem mythischen See auf, dass sein Boot sich wie in einem Wirbel zu drehen begann. Ein hineingeworfenes Brett wurde tatsächlich von diesem Wirbel wie durch einen Abfluss in die Tiefe gezogen.

Zusammen mit Williams Speed wollte er diesem „Whirlpool-Loch“ im wahrsten Sinne auf dem Grund gehen. Sie entdeckten, dass der Wirbel mit den nahen „Comstock-Minen“ in Verbindung stand. Diese wurden immer wieder überschwemmt und waren damit eine Gefahr für die Bergleute. Würde es ihnen gelingen, diesen Wassereinbruch zu unterbinden, wären sie reiche Männer geworden. Was sie für einige Zeit auch wurden. Doch sie fanden bei weiteren Versuchen 1869 auf dem See den Tod.

Eine neue Heimat nach der Flut

Kehren wir nochmal zum Sintflut-Mythos der Washoe zurück. Denn die Legende erzählt uns auch, was mit ihnen geschah, als ihre „Herren“ starben und der Rest vom „großen Geist“ vernichtet wurde. Sie hatten damit ihr Dasein als Sklaven überwunden und konnten neu beginnen. Als das Erdbeben kam, flüchteten „die armen Sklaven nach dem Humboldt River“, vermerkt hierzu die Legende.

Dieser gerade mal 483 Kilometer lange Fluss entspringt nahe Wells, rund 500 Kilometer Luftlinie östlich vom Tahoe-See. Er fließt nach Westen in Richtung der „Großen Becken“ und mündest in der „Humboldt Senke“. Einem trockenen Seengebiet, dass einst zum verschwundenen Lahontan-See gehörte. Eine trostlose und öde Gegend heute. Vor 15.000 Jahren jedoch ein Siedlungsgebiet der amerikanischen Ureinwohner, die hier optimale Bedienungen vorfanden.

Die „Humboldt Senke“ liegt nur wenige Kilometer nordöstlich von Fallon mit den dortigen Spuren vorzeitlicher Siedlungen. Und damit keine 130 Kilometer vom Tahoe-See entfernt. Wenn nun aber der Mythos der Washoe sagt, dass ihre Vorfahren nach der Flut und Zerstörung an den Humboldt Fluss wanderten, kann das eine Urerinnerung aus er Eiszeit sein? So wie der gesamte Mythos ans sich? Vor über 10.000 Jahren hätten die Ahnen der Washoe dort ideale und fruchtbare Lebensbedienungen vorgefunden. Mit reichlich Wild, Wasser und Wäldern. Erst der Klimawandel am Ende der letzten Eiszeit zwang sie zur Abwanderung von dort. Ins Gebiet des Tahoe-See, wo sie in alten Legenden ihr Wissen aus der Vorzeit bewahrten.

Der Stoff, aus dem Legenden sind!

Viele Überlegungen, Deutungen und Ideen zu einem einzigen Mythos nur eines Stammes und zu nur einem einzigen See in den USA. Sicher. Würde das Szenario zutreffen, lebte dieses Volk einst in der Sklaverei, wurde von einer Flut heimgesucht, die ihre Peiniger vernichtete (die zuvor einen Tempelturm errichten ließen), und floh dann Richtung Osten. Dort, wo heute Ödnis vorherrscht. Wobei die Legende nicht explizit vom Humboldt Becken als neue Heimat spricht, sondern nur von dem entsprechenden Fluss.

Da der Fluss auch heute weiterhin gemächlich durch Nevada fließt, hätte es aber keinen Grund für die Washoe gegeben, dort wieder zum Tahoe-See zurückzukehren. Wo sie schließlich bei der Ankunft der Europäer bereits (wieder?) lebten. Außer vielleicht aufgrund von kriegerischen Auseinandersetzungen mit anderen Völkern. Auch die genannten Nachbarn der Paiute lagen immer wieder mit ihnen im Konflikt.

Dennoch sehe ich hier ein schönes Beispiel für die Faszination bei der Jagd nach dem Unfassbaren. Uralte Mythen, die in Teilen an biblische Erzählungen und weltweite Legenden erinnern, gepaart mit phantastischen Details. Etwa dem plötzlichen Entstehen der Berge. Hinzu kommen Informationen, die man durchaus in wahre Welt und die Realität der Umgebung übertragen kann. Ob es so oder so ähnlich stimmt, ist natürlich unklar.

Und zu guter Letzt ist dieser „Stoff“ im weiteren Sinn noch mit USOs, einem Seemonster und einem mythologischen Vogelwesen innerhalb dieses mysteriösen Sees gewürzt. Genau der Stoff, aus dem Legenden sind.

Video-Auswahl zum Thema

Video vom 3. April 2020 auf Mystery Files

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Video vom 15. Mai 2018 auf Mystery Files

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Die Geheimnisse der Chephren-Pyramide in Ägypten: Seltsame Sagen, verborgene Kammern und Löcher im Fels +++ Video +++

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Die Geheimnisse der Chephren-Pyramide in Ägypten: Seltsame Sagen, Kammern und Löcher im Fels (Bild: Fischinger-Online)
Die Geheimnisse der Chephren-Pyramide in Ägypten: Seltsame Sagen, Kammern und Löcher im Fels (Bild: Fischinger-Online)

Über die Rätsel der Cheops-Pyramide in Gizeh wird gerne und viel diskutiert. Kein anderes Bauwerk der Antike fasziniert offenkundig die Menschen so sehr wie dieses. Und so kommen auch immer wieder neue Thesen, Entdeckungen und Spekulationen über die Pyramide des Cheops hinzu. Doch was ist eigentlich mit der Nachbar-Pyramide, der Chephren-Pyramide? Auch um sie sowie dem Pharao Chephren selber ranken sich Mythen und Legenden. Und genau diesen Geheimnissen um die Pyramide des Chephren wollen wir in diesem YouTube-Video einmal genauer nachgehen.


Die Geheimnisse der Chephren-Pyramide

Beim Thema Rätsel der Archäologie und Geheimnisse der Pyramiden konzentrieren sich viele fast ausschließlich auf die Pyramide des Cheops in Gizeh. Eigentlich kein Wunder, da sie die größte Pyramide ist und noch dazu ein bis heute faszinierendes Inneres aufweist.

Kammer, Stollen, Gänge und vielleicht sogar versteckte Räume … Genau das sorgt seit Jahrzehnten für viele Diskussionen, wie Ihr es durch Artikel und Beiträge auf diesem Blog sowie von zahlreichen Videos auf meinem YouTube-Kanal kennt. Erbaut wurde die Cheops-Pyramide nach Meinung der Archäologie vor rund 4.500 Jahren.

Doch was ist mit der Nachbar-Pyramide, der Chephren-Pyramide?! Sie wurde von einem Sohn des Cheops erbaut und ist kaum kleiner als die Cheops-Pyramide. Und auch um sie ranken sich Mythen und Legenden. Doch wie auch bei der Pyramide des Cheops werden diese von der etablierten Archäologie nicht ernst genommen.

Es sind Legenden, die nicht nur von Geheimkammern in der Pyramide des Chephren berichten, sondern auch vom Pharao selbst. Schaut man dann etwas genauer auf die Geschichte der Pyramide, deren Erforschung und den Entdeckungen dort, so stellen sich auch hier viele Fragen.

Und genau diesen Geheimnissen um die Pyramide des Chephren wollen wir in diesem Video einmal genauer nachgehen. Und uns auf Spurensuchen nach verborgenen Kammern mit wundersamen Gegenständen begeben …

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Video vom 3. September 2020

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Die Marienburg in Polen: Von Deutschrittern, Wundern und sagenhaften Phänomenen +++ Video +++

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VIDEO: Die Marienburg in Polen: Von Deutschrittern und sagenhaften Phänomenen (Bild: Fischinger-Online)
VIDEO: Die Marienburg in Polen: Von Deutschrittern und sagenhaften Phänomenen (Bild: Fischinger-Online)

Legenden, Sagen und phantastische Geschichten ranken sich um so manches Bauwerk der Vergangenheit. Nicht nur um solche, deren Grundsteinlegung Jahrtausende zurückreichen und deren Wurzeln sich teilweise im Dunkeln der Geschichte verlieren. Auch um Bauwerke aus dem Mittelalter erzählt man sich so manche sonderbare Legende und Überlieferung. Vor allem um Burgen und Schlösser. Eine solches Baumwerk ist die gewaltige Marienburg bzw. Malbork im polnischen Pommern. Gegründet im aus dem 13. Jahrhundert von den Deutschrittern. Ich war für Euch vor Ort und berichte Euch in diesem Video auf YouTube von genau diesen Legenden, die sich um die Marienburg und vor allem um die dortige Statue der Mutter Maria ranken.


Die Marienburg

In Pommern in Polen steht wohl eine der beeindruckten Burgen Europas: Die Marienburg oder auch Malbork unweit von Danzig.

Ein riesiger Ziegelbau, den die Deutschritter bzw. der Deutsche Ritterorden im 13. Jahrhundert erbaut haben. Als weithin sichtbares Zeichen ihrer Macht im Osten von Europa. Heute steht die gewaltige Burganlage nach den verehrenden Zerstörungen am Ende des 2. Weltkrieges wieder in weiten Teilen in neuem Glanz da.

Wie bei eigentlich allen Bauwerken dieser Art, so ranken sich auch um die Marienburg Sagen, Mythen und Legenden. Das beginnt schon bei der Grundsteinlegung durch die Ritter des Deutschen Orden, die angeblich einen ganz besonderen Stein aus Jerusalem dafür nutzten, und endet bei einem verzauberten Liebespaar.

Ich war für Euch vor Ort und berichte Euch in diesem Video auf YouTube von genau diesen Legenden, die sich um die Marienburg und vor allem um die dortige Statue der Mutter Maria ranken.

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Video vom 12. Aug. 2020 auf Fischinger-Online

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Die Hagia Sophia in Istanbul: Geschichte, Mythen und Legenden um das (einst) christliche Gotteshaus

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Die Hagia Sophia in Istanbul: Mythen und Legenden um das (einst) christliche Gotteshaus (Bild: Fischinger-Online)
Die Hagia Sophia in Istanbul: Geschichte, Mythen und Legenden um das (einst) christliche Gotteshaus (Bild: Fischinger-Online)

Die eigentlich christliche Kirche Hagia Sophia in Istanbul in der Türkei sorgt derzeit für Schlagzeilen. der Prachtbau war rund 1.000 Jahre eine Kirche der Christen und teilweise das wichtigste Gotteshaus überhaupt. Bis zum Fall der Stadt 1453 durch die Eroberung durch Sultan Mehmed II., woraufhin die Kirche einige Jahrhunderte zu einer Moschee und ab 1934/35 zu einem Museum wurde. Bis heute, denn seit dem 24. Juli 2020 ist die Hagia Sophia auf Anordnung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wieder eine Moschee. Trotz weltweiter Proteste, über die in den Medien vielfach berichtet wurde. Doch die prachtvolle Hagia Sophia hat auch hinter den Kulissen und ihrer wechselvollen Geschichte vieles zu bedienten. Und zwar Sagen, Legenden und Mythen, die sich um sie ranken. In diesem Beitrag erfahrt Ihr von diesen und von der Geschichte des Bauwerkes. Spannende Hintergründe, die in der aktuellen Berichterstattung der Medien keinen Platz fanden.


Hagia Sophia – „Heilige Weisheit“

Als ich vor 30 Jahren erstmals in Istanbul an der prachtvollen Kirche Hagia Sophia (= „Heilige Weisheit“) stand, war ich als Teenager beeindruckt. Das änderte sich auch bei weiteren Besuchen Jahrzehnte später nicht. Zumal ganz Istanbul in der Türkei ein wundervolle Stadt ist, deren Besuch immer eine Reise wert ist. Kein Ort auf der Welt vereint so viel Geschichte der Antike, Spätantike, des Römischen Reiches und der Religionen, wie das heutige Istanbul.

Eine Stadt, die in der Grenzwissenschaft allerdings fast ausschließlich dafür bekannt ist, dass sich dort die legendäre Landkarte des Piri Reis befindet.

Stellvertretend für diese überaus bewegte Vergangenheit von Istanbul bzw. Konstantinopel, wie die Stadt ursprünglich hieß, steht am Bosporus die Kirche Hagia Sophia. Denn auch sie hat seit ihrer Grundsteinlegung im Jahr 532 nach Christus eine wechselvolle Geschichte erlebt. Gebaut als christliche Kirche auf den Resten ihrer Vorgänger wurde sie vielfach erweitert, umgebaut und renoviert und diente verschiedenen christlichen Konfektionen als Heiligtum. Sie war einstmals das Zentrum der Christenheit. Ein Bau mit außerordentlicher Symbolkraft.

Bis der Islam unter Sultan Mehmed II. die Stadt 1453 eroberte und sie tagelang seinen Truppen zur Plünderung freigab. Ein Gemetzel, das vor der Hagia Sophia nicht stoppte. In der Folge wurden im Inneren christliche Symbole, Bilder und Ausstattungen zerstört, gestohlen oder durch islamische Insignien des Glaubens ersetzt und überdeckt. Flüchtlinge innerhalb der Kirche wurden versklavt, geschändet und ermordet. Ein Vorgehen, dass nur einige Jahrzehnte später die Christen bei der Eroberung Amerikas geradezu „perfektionierten“.

Nach fast einem Jahrtausend christliche Kirche wurde die Hagia Sophia nach er Eroberung durch Mehmed II. zu einer Moschee. Ein erstes Minarett wurde noch im Jahr des Sieges an die ehemalige Kirche angebaut. Weitere folgten und so nahm der Prachtbau nach und nach seine heutige Gestalt an.

Die Hagia Sophia macht Schlagzeilen

Der Islam zerstörte im Inneren längst nicht alle Spuren ihrer ursprünglichen Bedeutung als eine der bedeutendsten christlichen Gotteshäuser der Welt. Bis heute finden sich in der Hagia Sophia (noch) christliche Reliefs, Bilder, Mosaike und ähnliches. Beispielsweise von Engeln, Jesus Christus oder der Mutter Maria. Teilweise wurden diese in späteren Zeiten allerdings wiederhergestellt, da sie nach der Umwandlung des Bauwerkes in eine Moschee lediglich übermalt oder mit Gips überdeckt wurden.

Einen einschneidenden Wendepunkt erlebte das Bauwerk am 24. November 1934: Die Regierung von Mustafa Kemal Atatürk, erster Präsident der Türkei, beschloss an diesem Tag die Hagia Sophia in ein Museum umfunktionieren. Daraufhin wurde die Kirche/Moschee als „Hagia-Sophia-Museum“ eröffnet und in ihrem Inneren fanden verschiedene Umbauten, Wiederherstellungen und Renovierungen statt. Sie wurde zu einem der wichtigsten und beliebtesten Ziele für Millionen von Besuchern aus aller Welt, die die Stadt am Bosporus jährlich besuchen.

Das änderte sich von einigen Tagen.

Trotz weltweiter Proteste ordnete der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan an, dass ab den 24. Juli 2020 die Hagia Sophia wieder als Moschee umfunktioniert werden solle. Viele sehen hier eine klare Verletzung der Trennung von Kirche und Staat und Kritiker werfen Erdogan vor, dass er die Türkei islamesiere. Auch die Minderheit der in der Türkei ansässigen Christen, vor allem der orthodoxen, sieht diesen Schritt mit Bedenken. Als verfolgte und unterdrückte Christen sehen auch sie diesen Schritt als Islamesierung.

Die Medien haben in diesen Tagen das Thema vielfach aufgriffen. Vor allem auch deshalb, da Erdogan symbolträchtig am ersten Gebet der „neuen“ Moschee gleich in der ersten Reihe teilnahm, und bereits einen Tage vorher sich Menschen dort versammelten. Der normale Medien- und Nachrichtenkonsument wird die Hagia Sophia zuvor wahrscheinlich nicht mal gekannt haben. Trotz ihrer überaus bedeutenden Geschichte für das Christentum und während des Zerfalls des letzte Reste des Römisches Reiches.

Sultan Mehmed II.

Die Geschichte des Gotteshauses ist sehr gut dokumentiert und erforscht. Es ist kein Monument aus der „dunklen Vorzeit“, sondern am 23. Februar 532 wurde dort der Grundstein als Römische Reichskiche gelegt. Diesen Zweck erfüllte die erste Kirche auch nach ihrer Eröffnung am 27. Dezember 537 für fast 500 Jahre, bis sie 1054 zu einer orthodoxen Kirche wurde. Nach rund 1.500 Jahren Bautätigkeiten kann man die heutige Moschee natürlich nicht mehr mit der ersten Ur-Kirche vergleichen.

Wie bei eigentlich jedem sakralen Bauwerk, so ranken sich aber auch um die geschichtsträchtige Hagia Sophia Mythen und Legenden. Das fängt eigentlich schon bei der Eroberung der Stadt durch Sultan Mehmed II. 1453 an. Historiker aus Europa behaupteten, dass der Eroberer hoch zu Pferd in die Kirche geritten sein soll. Als Symbol des Sieges über das Christentum und gleichzeitig als deutliches Zeichen der Entweihung der Hagia Sophia.

Ob das den Tatsachen entspricht, ist unklar. Der 1856 verstorbene österreichische Orientalist, Übersetzer und Diplomat Freiherr Joseph von Hammer-Purgstall nannte es in „Geschichte des Osmanischen Reiches“ (Bd. I, 1827) ein Märchen der europäischen Geschichtsschreiber.

Doch Märchen und Geschichten werden sich sehr zahlreich um die Hagia Sophia erzählt. Viele wurden von dem Reisenden Antony von Novgorod nach einer Reise in die Stadt im 13. Jahrhundert erst aufgezeichnet und dokumentiert.

Sagen und Legenden um die Hagia Sophia

Nach einer Erzählung soll kurz vor dem islamischen Einfall die Stadt von einem dichten Nebel eingeschlossen gewesen sein. Es dauert bis zum Abend, bis sich der undurchdringliche Nebel lichtete und dabei soll die Hagia Sophia plötzlich in einem rötlichen Licht getaucht gewesen sein. Der unheimliche Lichtschein stieg von der eindrucksvollen Kuppel hoch zu dem darauf stehenden Kreuz. Von da, so eine andere Version der Geschichte, stieg das rote Licht in den Himmel empor. Für die Christen war dies das Zeichen ihres kommendes Untergangs, da es als „Blut“ gedeutet wurde.

Eine andere Sage erzählt, dass schon der biblische König Salomon den späteren Bauplatz der Kirche in einem Gebet oder einer Vision vorhergesagt habe. Als „wahre Religion“ des biblischen Gottes sieht der Islam darin teilweise die Prophezeiung, dass ihnen die Hagia Sophia zustehe.

In einer islamischen Legende wird gesagt, dass heilige Erde und Wasser aus der Stadt Mekka zum Bau mit verwendet wurde. Hierzu existieren verschiedene Variationen der Legende, die alle zum Kern haben, dass der Prophet Mohammed durch seine wundersamen und göttlichen Kräfte oder Magie für den Kuppelbau verantwortlich ist. Seine „Wunderkraft“ habe damit die Hagia Sophia als späteres Gotteshaus des Islam vorherbestimmt.

Als Mehmed II. Konstantinopel eroberte und damit das Ende des osmanischen Imperiums einläutete, soll auch er eine wundersame Spur hinterlassen haben. Und zwar habe er, als er angeblich hoch zu Ross in die Kirche ritt, eine Marmorsäule berührt, auf der sich bis heute sein klar erkennbarer Handabdruck befindet (s. a. Video HIER).

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Eine der beliebtesten Legenden der Christen sagt, dass am Tag der Eroberung sich während des Gottesdienstes in der Hagia Sophia ein Wunder ereignete. Der orthodoxe Patriarch sei durch dieses beim Eindringen der Osmanen in die Kirche während der Messe in einer Wand verschwunden, die sich plötzlich öffnete. Mit ihm verschwanden dort seine zeremoniellen Gegenstände. Etwas abgewandelt wird auch erzählt, dass der Geistliche in einer Geheimtür oder auch Seitentür verschwand. Erst an dem Tag, wenn die Stadt wieder christlich sein wird, komme der Patriarch wieder zum Vorschein, um seine Messe weiter zu führen und zu beenden.

Dazu gibt es eine ähnliche christliche Legende. Nach dieser überlebten zwei Mönche das Massaker der Muslime an den Christen und Einwohnern der Stadt, in dem sie oberhalb der Galerie in einer Wand verschwunden sind. Auch sie kehren wieder, wenn Konstantinopel bzw. Istanbul wieder christlich ist.

Auch einen „übersinnlichen Bewohner“ hat das Gotteshaus. Nach einer Legende lebt (oder lebte) nämlich ein Engel Gottes seit mindestens 900 Jahren in dem Gemäuern. „Auf der rechten Seite der Säule, wo der Bogen zur Kuppel aufsteigt“, ist sein Wohnsitz. Der Engel sei der Wächter der Hagia Sophia, der einst während Baumaßnahmen an dem Gebäude erschien. An diesem Tage, so die Legende, wurden die Arbeiten unterbrochen, da die Handwerker zum Kaiser gerufen wurden. Dabei erschien dem Vorarbeiter der Engel, „ein Junge“, der ihm sagte, dass er Wache halten werde, „so wie es mir vom Herrn befohlen wurde“.

Noch mehr Legenden

Orthodoxe Historiker notierten dazu auch eine Erzählung über das „Ende“ dieses Engels. Demnach kamen große Feuerflammen „aus der Kirche, schlossen sich zu einer Feuersäule zusammen und das daraus entstandene und unbeschreibliche Licht stieg in den Himmel hinauf“. Im Himmel angekommen „öffneten sich die Himmelstüren und das Licht verschwand dahinter“, was umgehend dem Kaiser berichtet wurde. Der Schutzengel habe nach 900 Jahren die Kirche verlassen und sei wieder in den Himmel aufgestiegen, so der Patriarch zum Herrscher. „Das bedeutet, dass Gott unsere Stadt schutzlos den Feinden überlässt.“ Nicht auszuschließen, dass hier eine Variation der Sage um das rote Licht, das kurz vor dem Fall der Stadt über die Kirchen-Kuppel in den Himmel stieg, erzählt wird (s. a. Artikel HIER).

Im Inneren der Hagia Sophia befindet sich eine Säule, die im unteren Bereich mit Kupferblech verkleidet ist. Der Legende nach erschien genau hier der Heilige Gregor einer Reihe von Besuchern, die daraufhin ein Wunder erfuhren. Nachdem der Islam die Kirche in eine Moschee umbaute, änderte sich auch die Bedeutung dieser Marmorsäule. Fortan erfüllt sie jedem, der seinen Daumen in ein Loch in der Säule und durch die Kupferverkleidung steckt und ihn einmal 360 Grad dreht, jeden Wunsch.

Die mächtigen Eingangstüren des sogenannten „Kaisertor“, durch das der Herrscher mit seinem Gefolge das Gotteshaus betrat, soll der Legende nach aus ganz besonderem Holz geschnitzt sein. Hiernach handelt es sich um Holz von der Arche Noah. Jenem biblisches Rettungsboot vor der Sintflut, dass im „Gebirge Ararat“ im Südosten der heutigen Türkei nach der Flut gestanden sein soll –  und laut Legenden dort noch immer liegt.

Der byzantinische Kaiser Justinian I., der den Grundstein für die heutige Hagia Sophia legte, soll bei seinem Einzug durch das „Kaisertor“ am Tag der Eröffnung freudig und in aller Bescheidenheit ausgerufen haben: „Preis und Ehre sei Gott, der mich für würdig hielt, ein solches Werk zu vollenden. Salomon, ich habe dich übertroffen!“ Damit meinte er den legendären ersten Tempel von Jerusalem, den König Salomon als Herrscher für den Gott Israels und seine Bundeslade errichten ließ …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Tenochtitlán – Die sagenhafte Hauptstadt der Azteken: Archäologen auf den Spuren ihrer Gründung (Artikel)

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Das Allerheiligste im Zentrum von Tenochtitlan – Der sagenhaften Hauptstadt der Azteken (Bild: Fischinger-Online)
Das Allerheiligste im Zentrum von Tenochtitlan – Der sagenhaften Hauptstadt der Azteken (Bild: Fischinger-Online)

Dort, wo heute die riesige Metropole Mexiko-City liegt, erhob sich einst die Stadt Tenochtitlán. Die längst zerstörte Hauptstadt des mächtigen Reiches der Azteken, das im 16. Jahrhundert von den Spanien vernichtet wurde. Heute ist die versunkene Megacity der Azteken genauso zu einem Mythos geworden, wie die Geschichte über ihre Gründung. Doch jetzt haben Archäologen in Mexiko bekannt gegeben, dass sie Funde gemacht haben, die zumindest einige der Legenden über den Ursprung von Tenochtitlán in einem neuen Licht erscheinen lassen. Welche das sind und was die untergegangene Hauptstadt der Azteken bis heute zu einem Mythos machen, erfahrt Ihr in diesem Artikel.


Versunkenes Tenochtitlán

Mexiko-City und die umliegenden Regionen sind mit über 21 Millionen Einwohnern eine der Riesenstädte der Welt. Ein Moloch von Smog, chaotischen Verkehrsverhältnissen, Kriminalität, Armut, und Menschenmassen und mit einer überaus bewegten Vergangenheit. Denn genau dort lag einst die blühende Stadt Tenochtitlán – die frühere Hauptstadt der Azteken.

Heute tummeln sich an den Treffpunkten der Touristen die Straßenhändler und versuchen ihre Waren an den Mann oder die Frau zu bringen. Überall hupen Taxis und dröhnen Busse und LKWs durch die vollgestopften Straßen. Armut und Reichtum liegen hier, wie in vielen Städten der so genannten dritten Welt, eng beieinander. Die Region von Mexiko-City gehört heute zu den am schnellsten wachsenden Gebieten der Erde. Ein undurchsichtiges Knäuel an Menschenmassen und lärmenden Verkehrsmitteln.

Vom einstigen Glanz der Azteken-Hauptstadt ist nicht mehr viele geblieben.

Das Historische Zentrum der Stadt und der „Platz der Verfassung“ (Zócalo) und die berühmten Wassergärten im Stadtteil Xochimilco. Heute sind es die Touristenattraktionen und stehen seit 1987 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Dort, wo einst der Königspalast des legendären aztekischen Herrscher Moctezuma II. (1465 – 1520) stand, liegt heute der Verfassungsplatz Zócalo. Überragt von der 1573 und 1667 errichtete und weltbekannte Kathedrale von Mexiko-Stadt. Mexiko-Stadt ist seit den Zeiten von Bischof Juan Zumárraga, dem ersten Bischof Amerikas, auch Bischofssitz.

Doch die Stadt hat historisch sehr viel zu bieten. Nicht nur Museen und historische Schätze warten auf die Touristen, sondern auch Reste aztekischer Tempelbauten und Bauwerke der spanischen Eroberer. Berühmt ist vor allem das „Museo Nacional de Antropología“ im Chapultepec-Park. Es beherbergt die wichtigste Sammlung des präkolumbischen Erbes Mexikos und zählt zu den bedeutendsten archäologischen Sammlungen der Welt überhaupt. Der Besucher dieser Stadt geht im wahrsten Sinne des Wortes auf historischen Boden.

Vor fast 500 Jahren aber sah die Region vollkommen anders aus. Hier standen stolz Tempel, Häuser, religiöse Zentren, Pyramiden-Tempel und Paläste der mächtigen Azteken. Mexiko-City ist heute ein kultureller Schmelztopf der Spaniern und der Kultur der Azteken.

Die Azteken

Als die Azteken von Norden her einwanderten, so besagt es eine Legende, würden sie einen Adler sehen, der auf einem Kaktus sitzt und in seinen Krallen eine Schlange festhält bzw. sie frisst. Genau dort sollten sie ihre Stadt gründen und siedeln. Das war auf der Insel im einstigen, heute längst verschwunden Texcoco-See. Dort gründeten die Einwanderer ihre Hauptstadt. Noch heute ist das Motiv des Adlers auf dem Kaktus mit der Schlange auf dem Münzgeld und der Flagge Mexikos zu finden.

Besiedelt wurde aber auch die kleinere Nachbarinsel mit Namen Tlateloco, auf der sich vor allem die Warenwirtschaft entwickelte. Dort blühten der Markt und der Handel mit weit entfernten Regionen und Völkern. Dieser Markt der indianischen Bewohner begeisterte auch Hernán Cortés (1485 – 1547), der spanische Eroberer Mexikos. An seinen Kaiser Karl V. schrieb er in einem Brief:

Unter uns sind Soldaten, die in der Welt weit herum gekommen sind, in Konstantinopel, in ganz Italien, sogar in Rom, und sie sagen, sie hätten niemals einen so geordneten, großen und so von Waren und Menschen überfüllten Markt gesehen.“

Dieser Markt war der Hauptmarkt der Azteken und zugleich der größte Marktplatz in ganz Mittelamerika. Zur Hauptzeit sollen auf dem Mark bis zu 30.000 Menschen ihren regen Tauschgeschäften nachgegangen sein. Begeistert schilderten die Spanier, dass in ganz Europa nichts Vergleichbares existiert.

Geschickt verstanden es die Azteken durch den Bau von Staudämmen die umliegenden Sümpfe aufzustauen und ihre stetig wachsende Hauptstadt so zu einer uneinnehmbaren Inselfestung zu machen. Mit Kanälen waren die einzelnen Wasserflächen verbunden und durch Zugbrücken konnte man sich vor Angriffen schützten.

Doch es mangelte schon damals an Nutzflächen für die Ernährung der Menschenmassen. So kamen die Azteken auf die geniale Idee Holzflöße in allen erdenklichen Größen zu bauen und mit Erde zu bedecken. Neben Blumen züchteten die Azteken dort auch Gemüse und andere Nahrungsmittel. Noch heute sind die „schwimmenden Gärten“ im Xochimilco-Park bekannt, der 1990 zum Ökologie-Park der Stadt erklärt wurde.

Die meisten der aztekischen Bauten wurden nicht nur durch den Einfall der Spanier zerstört, sondern die Spanier nutzten die Monumente als willkommene Steinbrüche für ihre eigenen Kathedralen und Bauwerke. Erst 1978 wurde bei Erdarbeiten für ein Kabel unweit der berühmten Kathedrale von Mexiko-Stadt der „Templo Mayor“ wieder entdeckt. Heute eine Attraktion für die zahlreichen Touristen in der Stadt.

Beeindruckte Eroberer

Im Zentrum der aztekischen Hauptstadt erhoben sich prachtvolle Pyramiden und Tempeltürme. Weithin sichtbare Zeichen der Macht, Stärke und Größe des aztekischen Imperiums. Der Reichtum der Stadt begründete sich nicht nur darin, dass die Azteken durch kriegerische Handlungen benachbarte Völker beraubten. Sie zwangen die besiegten Stämme, Sippen und Völker auch zu Tributzahlungen und vergrößerten so stetig ihren Reichtum.

Als 1519 Hermán Cortés mit einigen hundert Männern an der Ostküste Mexikos anlandete, befand sich Tenochtitlán auf dem Höhepunkt seiner Macht. Zwar durch innen- und außenpolitische Unruhen nicht gefestigt, aber dennoch die größte Nation auf dem gesamten amerikanischen Kontinent. Etwa 200.000 bis 300.000 Menschen lebt in dieser Stadt und Cortés gelang es durch Strategie, Mord und Verbindung mit den Azteken feindlich gesonnenen Stämmen schon am 13. August 1521 die Stadt einzunehmen.

Überwältigt standen die Spanier in einer gewaltigen Metropole, die den europäischen Städten mindestens ebenbürtig war. Das Zentrum der Stadt war anders als in heutigen Städten ein rein religiöses Zentrum. Kern des rechteckigen Bezirkes war eine Art Doppel-Pyramide, die den Götter Tlaloc und dem wichtigen Gott Huitzilopochtli geweiht war. Es war jener Tempel, zu dessen Einweihung 20.000 feindliche Krieger ihrer Leben in bestialischen Opferzeremonien verloren. Zumindest behauptete das die spanische Propaganda …

Mit 50 Metern Höhe überragte das Bauwerk den heiligen Bezirk von Tenochtitlán. Es waren zwei Stufenpyramiden, die entfernt an die Pyramide in Sakkara, Ägypten, und die Pyramiden in Mesopotamien erinnern. Oben standen auf dem Doppelbauwerk zwei den aztekischen Göttern geweihte Tempel und von der Westseite her führte eine gewaltige Treppe mit 112 Stufen hoch zur Spitze des Monumentes. Vor den Heiligtümer der Götter Tlaloc (Nordseite) und Huitzilopochtli (Südseite) auf der Spitze der Pyramiden stand jeweils ein Opferstein aus Jaspis. Dort vollzogen  die Hohenpriester grausam Menschenopfer.

Der heilige Bezirk von Tenochtitlán, vergleichbar mit der „verbotenen Stadt“ in China, war von der „Schlangenmauer“ umgeben. Etwa 400 Meter lang und 300 Meter breit war der Tempelbezirk, den diese Mauer umgab. Zu sehen ist davon praktisch kaum noch etwas.

Das Allerheiligste der Azteken

Lediglich karge Reste des Heiligtums können heute auf dem Plaza unweit der Kathedrale besichtigt werden. Dort, wo heute das Kreuz des Christentums herrscht, war das spirituelle Zentrum der aztekischen Hauptstadt und des ganzes Reiches. Hier in Mexiko wurde nicht anders verfahren, wie in allen anderen Teilen der Welt in den Jahrhunderten zuvor. Denn christliche Bauten sind in der Vergangenheit sehr oft über „heidnischen Heiligtümern“ errichtet worden. Die Erinnerung an die fremden Religionen und Kulte galt es auszumerzen und die ohnehin schon vorhanden heiligen Plätze für das Christentum zu vereinnahmen.

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Direkt gegenüber dem Doppelheiligtum stand eine sehr außergewöhnliche Pyramide. Ihre Front war wie eine Stufenpyramide errichtet, jedoch wurde die Rückseite rund gebaut. Auf der Spitze fand sich auch kein rechteckiger Tempel, wie bei allen anderen aztekischen Pyramidentempeln, sondern ein konischer Aufbau. Archäologen vermuten, dass dieser ungewöhnliche Bau einst den aztekischen Priestern, die gleichzeitig auch als Astronomen und Sterndeuter fungierten, als Sonnenobservatorium gedient haben könnte.

Tatsächlich wies A. F. Avenie in seinem Buch „Astronomy in Ancient Mesoamerica“ schon 1974 nach, dass an den Tagundnachtgleichen am 21. März und 21. September die Sonne exakt zwischen der Doppelpyramide aufging. Sie konnte so von dem genau gegenüberliegenden Bauwerk und dessen konisch geformter Spitze beobachtet werden. Ein Zufall war diese architektonische Eigenart der Anlage nicht. Die Erbauer haben den Ort ihrer Doppel-Pyramide folglich mit Bedacht gewählt und ausgerichtet.

Bernal Díaz del Castillo (1492 – 1581), ein spanischer Volksheld, der 1514 nach Amerika auswanderte und schon bei den ersten Entdeckungsfahrten nach Mexiko dabei war und der 119 Schlachten und Gefechte überlebte, schrieb ein halbes Jahrhundert nach der Eroberung des Aztekenreiches seine unzähligen Erinnerungen nieder. Er verglich den Grundriss der aztekischen Hauptstadt mit einem Schachbrett und war sprachlos über ihre Schönheit. Er notierte tief beeindruckt in seinen Erinnerungen über die Stadt:

Als wir diesen wunderbaren Anblick gewahrten, standen wir völlig sprachlos da und wussten nicht, ob das, was wir schauten, Wirklichkeit war. Auf der einen Seiten waren auf dem Lande große Paläste und noch mehr draußen aus dem See zu sehen, und es war da ein breiter Damm, unterbrochen von vielen Brücken, und vor uns lag die prächtige Stadt Tenochitlán, gleich der verzauberten Stadt, von der die Sage von Amadis erzählt, die aufsteige aus dem Wasser mit mächtigen Türmen und Steinpalästen.

Große Boote konnten vom See in die Gärten fahren. Alles war aus Stein und prachtvoll geschmückt mit Wandbildern; viele Monumente waren da, und ich dachte, dass nirgends auf der Welt ein schöneres Land wie dieses entdeckt werden würde. Von all diesen Wundern, die ich damals schaute, ist heute nichts mehr geblieben; alles ist vernichtet und verschwunden.

Die Spanier waren beeindruckt und sprachlos angesichts der Pracht der Stadt. Vernichteten und zerstörten letztlich aber doch alles.

Kampf gegen das Heidentum

Natürlich warfen sie im gleichen Atemzug den Azteken vor, sie beten dämonische Kreaturen der Unterwelt an und wissen nichts von dem wahren Gott und Jesus Christus. Deshalb ließ Cortés auf der Hauptpyramide einen steinernen Schrein mit einem Kreuz als Symbol des Christentums und einem Abbild der Madonna errichten.

Doch zur Verwunderung der Spanier war den Azteken das Symbol des Kreuzes als Zeichen göttlicher Herkunft nicht unbekannt. Abbildungen aztekischer Götter zeigen zum Beispiel den Gott Quetzalcoatl mit einem Kreuzsymbol. Auch kannten die Azteken einen allmächtigen Schöpfergott, dem alle anderen Götter unterstanden. Ein Glaube, der in vielen Völkern der Erde nachzuweisen ist.

Eine Parallele mag es auch zur legendären Bundeslade aus dem Alten Testament geben. Jenem tragbaren Heiligtum der Hebräer beim Auszug aus Ägypten, die laut Buch Exodus auf Befehl Gottes von Moses angefertigt wurde. Denn auch die Azteken trugen laut ihren Überlieferungen bei ihrer Wanderung vor der Gründung ihrer Hauptstadt eine solche „Bundeslade“ ihres Hauptgottes bei sich, wie in diesem Video HIER und Artikel HIER berichtet.

Erstaunlich auch, dass die Azteken eine Sintflut als Endpunkt einer vergangenen Zeit und gleichzeitig einem Neuanfang der Welt kannten. Solche Parallelen wurden zum Teil schon im 16. Jahrhundert als Hinweis auf Kontakte zwischen Europa und Amerika von der Vergangenheit gedeutet.

Der Dominikaner-Pater Diego Duran, der bereits 1542 nach Mexiko kam, war überzeugt, dass die Azteken mehr mit der Alten Welt zu tun haben, als angenommen. In seinem Buch „Historia de las Indias de Nueva España“ widmet er sich den scheinbaren Parallelen zwischen der Alten Welt und dem Glauben der Neuen Welt. Er vertrat sogar die Überzeugung, dass die Bewohner Mexikos hebräischer (biblischer) Abstammung sein könnten. Duran schrieb:

Diese Eingeborenen sind Nachkommen der zehn Stämme Israels, die der assyrische König Salmanassar I. gefangen genommen und nach Assyrien verschleppt hat.“

Das es Kontakte zwischen Europa und Amerika gab, ist Thema ungezählter Bücher. Dennoch bleibt die Tatsache, dass Cortés und seine Mannen in Mexiko auf ein hohes Kulturvolk und eine beeindruckende Hauptstadt stieß.

Im „Venedig Mexikos“ blühte Wissenschaft, Religion, Kultur und Handel. Geld jedoch war unbekannt. Die unterworfenen Stämme leisteten ihren Tribut an die Azteken in Waren und Gütern und trugen so maßgeblich zum Wachstum der Hauptstadt bei. Auch eine Art Schrift kannten die Azteken und ihr heiliges Zentrum zierten zahlreiche Symbole. Jedoch handelte es sich nicht um eine Schrift, die die spanischen Eroberer kannten. Es war vielmehr eine Art Comic ohne Sprechblasen. Symbole mit mehrfacher Bedeutung und bis heute befremdlichen Aussehen.

Die Gier nach Gold

Für die Spanier waren nicht nur der Glaube der Azteken und ihre sonderbaren Riten in der Hauptstadt dämonisches Treiben, sondern auch ihre Handschriften. Als „Teufelszeug“ verbrannt man die Dokumente und nahm so einem ganzen Volk ihre Identität.

Die Spanier kamen nicht als friedliche Überbringer des Christentums oder als Freunde nach Mexiko. Der Untergang des riesigen Reiches der Azteken war praktisch beschlossene Sache. Die Gier nach Gold trieb die Spanier immer weiter voran. Auch die Schönheit und Pracht der aztekischen Hauptstadt war dem Untergang geweiht und ein ganzes Volk verschwand von der Bildfläche der Geschichte. Cortés kam als kriegerischer Eroberer.

Das Bild der Spanier in den Augen der Indios war klar. Sie waren eiserne Männer, die nur und ausschließlich auf das Gold der Azteken aus waren. Sahagún, der rund 50 Jahre später die Berichte der Azteken aufschreiben ließ, berichtet dies in klaren Worten:

In Hafen kommen sie, wie ein Strom kommen sie, den Staub wirbeln sie auf (…) Ihr Eisenstab, ihr Fledermausstab gleichsam ein Meer von Glanz; und ihr Eisenschwert wie Wasserwellen und her gebogen (…) und einige bestehen ganz und gar aus Eisen, sind Eisenmänner geworden, glänzen. Darum wurden sie mit großer Scheu angesehen, daher wurden sie sehr gefürchtet, daher erregten sie starkes Entsetzten, (…) und Moctezuma entsendete ihnen (…) das Goldbanner, das Quetzalfederbanner und die goldenen Perlhalskette.

Und als sie es ihnen gegeben hatten, lachten sie Spaniern über das ganze Gesicht, freuten sich sehr; wie Affen griffen sie nach dem Golde, ihr ganzes Herz richtete sich gleichsam darauf, ihr Herz war gleichsam blank, ihr Herz war gleichsam kalt, denn danach dürsteten sie sehr, sie verlangten danach, sie hungern danach, suchen das Gold wie die Schweine.“

Auf der Jagd nach Gold zogen die Invasoren durch das Land. Doch die Zerschlagung des ganzes Reiches begann eigentlich schon mit der Anlandung der Spanier am der mexikanischen Ostküste.

Die erhaltenen Chroniken über die Vernichtung der Azteken und ihrer Stadt Tenochtitlán lassen keinen Zweifel über die Absichten der Spanier. An anderer Stelle wurde darüber bereits umfangreich berichtet.

Tenochtitlán wurde sehr schnell zu einem Mythos. Die Pracht und Größe war zwar vernichtet, doch in den Erinnerungen lebte diese mächtige Stadt weiter. Und immer wieder finden sich im gesamten Stadtgebiet des heutigen Mexiko-City archäologischen Spuren der Azteken. Wann und wie genau die Stadt gegründet wurde, ist allerdings schwer nachzuweisen. Außer in den Mythen der Azteken, die von ihren Wanderungen aus Norden kommend mit ihrer „Bundeslade“ des Gottes Huitzilopochtli erzählen.

Archäologen auf den Spuren eines Mythos

Nach vielen Jahren des Nomadendaseins soll es dann 1325 soweit gewesen sein. Inmitten des Texcoco-See erfüllte sich die Prophezeiung ihres Gottes, als sie dort den Adler mit der Schlange auf dem Kaktus sahen. Ein Gründungsmythos, dem auch auf dem zentralen Platz von Mexiko-City ein Denkmal errichtet wurde.

Ob diese Überlieferung den Tatsachen entspricht, kann natürlich niemand mit Bestimmtheit sagen. Es ist allerdings bezeichnet, dass es weitaus bessere Siedlungsgebiete gegen hätte, als kleine Inseln im See mit sumpfiger Umgebung. Deshalb spekulieren Forscher dahingehend, dass die Einwanderer sich diesen Ort im See nur deshalb aussuchten, da er sich gut verteidigen ließ. An Fisch und Wasser herrschte dabei natürlich auch kein Mangel.

Archäologen sind auch nicht sicher, wo genau die Grundsteinlegung von Tenochtitlan erfolgt sein könnte. Irgendwo unterhalb der Metropole Mexiko-City schlummern dafür die Beweise. Diese Spuren jedoch könnte ein Forscherteam des „Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte“ in Mexiko jetzt gefunden haben.

Im heutigen Stadtteil La Meced im Südosten des einstigen Zentrums von Tenochtitlan entdeckten sie Ruinen, die sie auf das 14. Jahrhundert datierten. Hier lag einst der Bezirk Temazcaltitlan der Azteken-Hauptstadt, der sich in unmittelbarer Nähe des einstigen Allerheiligsten befand. Der berühmte „Templo Mayor“ liegt praktisch nebenan und die Archäologen um Víctor Esperón Calleja sind sicher, dass dies der älteste Teil der versunkenen Metropole ist.

Die Forscher sind sicher, dass sie hier unter anderem die Reste von rituellen Bädern gefunden haben. Von genau diesen berichten auch Legenden der Azteken. Nach diesen wurde in Temazcaltitlan ein sogenanntes „Temazcal“ errichtet, um dort das heilige Mädchen Quetzalmoyahuatzin zu waschen und zu baden. Nach dem „Aubin Codex“ von 1576 wurde der Ort in der Folge zu einer Pilgerstätte. Auch und vor allem für schwangere Frauen, die hier ihre Kinder bekommen wollten.

Hernando de Alvarado Tezozomoc, ein Enkel des Aztekenkönigs Moctezuma II., schrieb 1598 in seiner „Crónica Mexicana“ dazu unter anderem:

Deshalb ließen sie sich dort nieder, wo der Tempel von San Pablo Itepotzco steht, wo sie das ‚Temazcal‘ errichteten, in dem sie die Mädchentochter der Mexikaner namens Quetzalmoyahuatzin badeten, die Mutter von Contzallan, weshalb Temazcaltitlan genannt wird. Sie badeten dort und ließen sich dort nieder und blieben dort.“

Dieser bisher als mythisch angesehene Ort der Gründung scheinen die Archäologen nun gefunden haben. Zumindest nach den Interpretationen und Forschungen von Calleja. Denn unter den Straßen von Mexiko-City warten noch unzählige Entdeckungen der sagenhaften Metropolen der Azteken …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Das Mysterium von Agartha: Eine versunkene unterirdische Welt der Vorzeit – oder nichts weiter als Legenden? (+++Gast-Artikel+++)

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Das Mysterium von Agartha: Eine verlorene Welt oder Stadt aus grauer Vorzeit im Inneren der Erde? Oder nur eine Legende? (Bilder: NASA/JPL / Montage: L. A. Fischinger)
Das Mysterium von Agartha: Eine verlorene Welt oder Stadt aus grauer Vorzeit im Inneren der Erde? Oder nur eine Legende? (Bilder: NASA/JPL / Montage: L. A. Fischinger)

Nach einer durch tibetanische Lamapriester überlieferten Legende soll es irgendwo an der Nordgrenze Afghanistans einen Eingang zu einer unterirdische Stadt geben, einem ausgedehnten Labyrinth gleich, mit kilometerlangen Tunnels, Gängen, Hallen, Kammern und Sälen in der unbekannten Tiefe der Erde, Agarthi/Agartha genannt. Nach einer indischen Legende soll es irgendwo unter dem Himalaya-Massiv eine unterirdische Stadt oder unterirdische Bibliothek mit dem Namen Agartha geben, die das gesamte Wissen der Menschheit seid Tausenden Jahren verbirgt und hütet.  Was könnte hinter solchen und ähnlichen Sagen und Legenden stecken? Dieser Frage geht der Mystery-Jäger Wilfried Stevens in diesem Gast-Artikel genauer auf den Grund.

 

 

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Ein Gast-Artikel von Wilfried Stevens

Legenden über eine unterirdische Welt oder Stadt des Wissens, dessen Eingang sich irgendwo in den Bergen des Himalaja befindet? Tatsächlich erzählen ebenso die Bergleute im Himalaya-Gebiet, das eine alte verborgene Drachenstadt der ersten Menschheit, die noch mit Drachen zusammen lebte, tief unter den Bergen geben soll. Doch der Zugang ist unter einem See versteckt. Im Kaukasus erzählt man die Sage eines Volkes aus dem äußersten Süden, das Zuflucht im äußersten Norden suchte und nie mehr gesehen worden war.

Das Wissen der Menschheit

In dieser Stadt und/oder Bibliothek, so sind sich alle Legenden inhaltlich ähnlich, hätt­en­ sich­ Reste­ einer­ vorsintflutlichen Menschheit erhalten, die noch rechtzeitig von einem versunkenen Kontinent­ geflüchtet­ sei, der vor mehr als 9.000 Jahre unterging. ­Auch­ soll­ dieses Höhlensystem mit anderen Eingängen, in weit entfernten Gegenden, in Verbindung stehen. Das unterirdische Reich Agartha erstreckte sich einst über alle unterirdischen Gänge der Welt, so das Mysterium, doch als sich die Erde wandelte, wurde viele Eingänge verschüttet. In Nepal erklärte mir mal ein Schamane, das im tiefsten Innern das alte Wissen gehütet wird. Das der unbekannten und der bekannten Menschheit/en, das der unbekannten und der bekannten Welten, alle Antworten der unbekannten und der bekannten Fragen, bewacht von Dämonen, Drachen und Kriegern…irgendwann kommen sie zurück zur Oberfläche und werden unsere Richter sein ….

Wie auch immer welche Versionen mit mehr oder weniger Glaubensinhalten es gibt,­ tat­sächlich­ finden­ wir­ auf­ der­ ganzen Welt nicht nur viele unterirdische Anlagen und künstliche Höhlensysteme, sondern auch die vielen Mythen, Legenden und mündlichen Überlieferungen als ständige Begleiter, die das mythische Agartha immer wieder in unserem tiefsten Unbewussten ­aufleben ­lassen.

VIDEO: Im Erdinneren existiert eine uralte Hoch-Zivilisation! Neue Enthüllungen von Whistleblower Edward Snowden oder nur eine Ente? (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei/WikiCommons)
VIDEO: Im Erdinneren existiert eine uralte Hoch-Zivilisation! Neue Enthüllungen von Whistleblower Edward Snowden oder nur eine Ente? (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei/WikiCommons)

Noch immer gibt es keine endgültige neuen Erkenntnisse bezüglich der vielen Auffassungen und Theorien über Sinn und Zweck der bisher gefundenen Anlagen. Es muss hier wiederum in vieler Hinsicht kritisch differenziert­ werden.­ Vor­läufige­ Interpretationen wie „Schutzbauten“, „Fluchtstätten“, „Geheimbibliotheken“ usw. mögen wohl dem ursprünglichen Sinn solcher Anlagen noch immer am nächsten kommen, wenn man sich die Legenden von Agartha vor Augen führt.

Eine Wiederholung­ oder­ Auflistung­ der teils phantastischen Anlagen, z.B. in Südamerika, in der Türkei, in Südafrika, auf Borneo o.ä. sollte sich erübrigen. Jedermann kann darüber in einem kleinen Sortiment Literatur nach recherchieren. Doch auch dies sollte uns nicht zufrieden stellen. Ebenso wenig kann es uns nicht befriedigen, dass die Gebiete, in denen Agartha am Aussichtsreichsten­ zu­ finden­ wär­e,­ wenn es existiert hatte, noch immer wenig erforschte Gebiete sind: die Tekla-Makan-Wüste, das Altyn-Gebirge, das Kuenlun-Gebirge, die Wüste Gobi, Bhutan, und letztlich das unwirkliche Gebirgsland von Afghanistan. In all dieses Gegenden gibt es ähnliche Geschichten einer unterirdischen vergessenen Welt.

Ortswechsel: Tschufut-Kale

Eine der interessanten Anlagen ist die von Tschufut-Kale auf der Halbinsel Krim.

Die Höhlenstadt Tschufut-Kale gleicht einem Berg, der wie ein Termitenstock von Zellen und Gängen durchlöchert ist. Tschufut-Kale liegt in der Nähe des Ortes Bachtschissarai am Jaila-Gebirge. Zu dem Ort, der als eine urzeitliche Mysterien-Stätte gilt, gelangt man nur unter großer Mühe. Keine Spur von Vegetation scheint die Anlage einer menschlichen Siedlung an dieser Stelle zu rechtfertigen, und doch, so der Volksglaube, soll sich unter der Erde eine Stadt befinden. Nichts spiegelt die einstige zentrale Bedeutung dieses kleinen Areals wider. Sollte Tschufut-Kale nur eine Zufluchtsstätte­ gewesen ­sein,­ obwohl­ die Stadt über Jahrtausende weiter benutzt wurde? Ist Tschufut-Kale ein Vorläufer von Agartha oder gibt es hier einen Zugang?

VIDEO & ARTIKEL: UFO-Basis im Himalaya gefunden? Neues aus den „Google Earth X Akten“ und die Hintergründe. (Bild: Google Earth / L. A. Fischinger)
VIDEO & ARTIKEL: UFO-Basis im Himalaya gefunden? Neues aus den „Google Earth X Akten“ und die Hintergründe. (Bild: Google Earth / L. A. Fischinger)

Tartaren, Avaren, Chazaren, Ostgoten und die nordiranischen arischen Alanen haben hier zeitweise während der letzten beiden vorchristlichen Jahrtausende gehaust. Ebenso die Juden, woran noch der Name des Ortes „Tal Josaphat“ erinnert. Und vor den Juden waren es die Asen (nicht das Göttergeschlecht, mit dem dieses­ Volk­ häufig­ verwechselt­ wird),­ deren Ur-Heimat zu Füßen des Kaukasus am Asowschen Meer gelegen haben sollen. Noch immer ist Tschufut-Kale ein Rätsel und über die Erbauer wissen wir nichts. Selbst die alten Griechen fürchteten die Gegend, herrschte dort doch Totengott Hades.

In der Bibel finden wir einen Hinweis auf das Tal Josaphat. Es ist ein „symbolischer“ Ort, an dem der­ Tag­ des­ Gerichts­ statt finden­ soll.­ Christlich wird er mit dem Kidrontal identifiziert.­ In­ Joel,­ im­ Alten Testament, heißt es ab 3,3:

Ich werde wunderbare Zeichen wirken am Himmel und auf der Erde, Blut und Feuer und Rauchsäulen. Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der Tag des Herrn kommt, der große und schreckliche Tag.  (…) versammle ich alle Völker und führe sie hinab zum Tal Joschafat (ist identisch mit Josaphat). Die Völker sollen aufbrechen und heraufziehen zum Tal Joschafat. Denn dort will ich zu Gericht sitzen über alle Völker ringsum.

Ist dies vielleicht die Erklärung für einen solchen (Schutz-)Bau? Kann Tschufut-Kale das Tal Josaphat sein oder ist das nur die Urerinnerung an eine urzeitliche Katastrophe, die an das „Jüngste Gericht“ im Tal Josaphat erinnert?

Afghanistan – die Steine von Bamian

Aufbruch in die innere Erde: Deutsche Hohle Erde-Expedition in das Erdinnere wollte „Agartha“ finden – doch die Crowdfunding-Finanzierung scheiterte! (Bild: Google Earth / gemeinfrei / Montage L. A. Fischinger)
Aufbruch in die innere Erde: Deutsche Hohle Erde-Expedition in das Erdinnere wollte „Agartha“ finden – doch die Crowdfunding-Finanzierung scheiterte! (Bild: Google Earth / gemeinfrei / Montage L. A. Fischinger)

Wenn wir der Legende folgen, finden­ wir­ unter anderem im­ Norden­ von­ Afghanistan hochinteressante Spuren! In der Provinz Kapisa, nordwestlich von Kabul, befinden­ sich­ die­ Ruinen­ der­ Stadt­ Bamian (auch Bamiyn). Man schätzt, dass dort rund 12.000 Behausungen in den Fels gehauen wurden. In früheren Zeiten soll dieser Ort „Theben des Ostens“ genannt worden sein. Andere Quellen bezeichnen den Ort als „Theben des Orients“ (Ghulghuleh). Im Jahre 1221 wurde er durch Dschingis Khan geplündert und zerstört. Das ganze Tal, in dem die alte Stadt liegt, ist voller Höhlen und Grotten, in denen buddhistische Mönche viele Jahrhunderte gelebt und viele Manuskripte angehäuft haben. Diesen Texten gesteht man – wie vielen buddhistischen Schriften – ein hohes Alter zu.

Noch heute kann man respektvoll (wenn auch stark zerstört) staunend drei aus dem Felsen heraus gehauene Buddha-Kolossalstatuen betrachten. Die Legende berichtet, das diese Figuren einst anders aussahen und als die „Wächter“ der geheimnisvollen Stadt Bamian bezeichnet wurden, wo es eine Eingang zur Unterwelt geben soll. Die größte Statue ist 53 Meter hoch, also etwa zweieinhalb-mal so hoch wie die vertraute Sphinx von Gizeh. Die zweite Figur misst 35 Meter und die dritte Statue „nur“ noch zehn Meter. Angeblich sollen noch zwei weitere Statuen vorhanden gewesen sein; also insgesamt fünf „Wächter“.

Hier soll einst ein Lamapriester mit dem Namen Tourgout gelebt haben, der angeblich die unterirdische Stadt selber gesehen habe. Er erzählte von dieser geheimnisvollen Welt:

„… die große Bibliothek muss man erst durch 3 Tore, 3 Gänge und dann durch 3 Türen finden, aber nur ein wacher Geist schafft es zum tiefen Eingang…dort findest Du eine großen verlassenen Ort, Gänge und Stollen, für die man Tage braucht um sie zu durchgehen…eiserne Wächter durchwandern das alte Reich…das was Du siehst, wird Deinen Geist verwirren und wenn Du nicht schnell umkehrst, wirst Du den Tod finden…“

Das Tal von Bamian/Bamiyan - Eingang in eine verlorene Welt? (Bilder: gemeinfrei/WikiCommons)
Das Tal von Bamian/Bamiyan – Eingang in eine verlorene Welt? (Bilder: gemeinfrei/WikiCommons)

Die Umgebung von Bamian ist nicht weniger rätselhaft. Das nur wenige Kilometer entfernten Ajdartal birgt das Geheimnis einer 250 Meter langen, 80 Meter hohe und etwa zehn Meter dicke Mauer, die aus dem Fels gehauen wurde, und kaum als künstlich bearbeitet auffällt.

Oben in der Mitte klafft eine etwa 40 Zentimeter breite und sehr tiefe Längsspalte, die oft fälschlicherweise als Erdbebenriss erklärt wird. Tief im Innern der Mauer und außerhalb finden sich viele heiße Springquellen, die die einstigen, uns unbekannten Erbauer von Bamian zu nutzen wussten. Viele Kanäle und Spalten führen tief in die Erde, und niemand weiß, wer sie einst erbaut hatte.

Epilog

Agartha oder Agarthi, das unterirdische Reich, Stadt oder Bibliothek, bleibt­ ein­ Mysterium unserer unverstandenen Vergangenheit.

Doch unter der Berücksichtigung, das man vom Kaukasus, über Afghanistan bis nach Nepal die gleichen Legenden und Sagen hört, trotz mancher Ausschmückung, dann scheint es doch so zu sein, das alle auf einen Ort hinweisen, tief unter Erde, der noch unentdeckt scheint …

 

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„Unsere Liebe Frau auf dem Pfeiler“: Die wohl seltsamste Marienerscheinungen der Welt – und das aus einem erstaunlichen Grund! (+ Videos)

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"Unsere Liebe Frau auf dem Pfeiler": Eine der wohl seltsamsten Marienerscheinungen der Welt (Bild: gemeinfrei)
„Unsere Liebe Frau auf dem Pfeiler“: Eine der wohl seltsamsten Marienerscheinungen der Welt (Bild: gemeinfrei)

Marienerscheinungen, also die wundersame Erscheinung der angeblichen Maria, der Mutter Jesu, gehören in der katholischen Kirche zum festen Glaubenskern. Zahlreich dieser Wunder der Gottesmutter werden heute in Wallfahrtsstätten rund um die Welt von den Gläubigen verehrt. Doch eine dieser Erscheinungen der „Jungfrau Maria“ unterscheidet sich von allen anderen, anerkannten Marienerscheinungen. Und diese war zugleich die erste ihrer Art überhaupt. Aus erstaunlichen Gründen in erstaunliche Zeiten, wie Ihr hier erfahrt.


Marienerscheinungen und „Unsere Liebe Frau auf dem Pfeiler“

Der 12. Oktober 1492 war ein Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit: Christoph Kolumbus betrat Amerika und entdeckte die „Neue Welt“ für Europa wieder. Eine große Ehre für die Krone Spaniens, zu dessen Besitz Kolumbus sogleich die neu entdeckten Gebiete erklärte. Und als gläubiger Christ wurde diese Entdeckung auch mit einer Heiligen Messe gefeiert.

Heute ist der 12. Oktober der spanische Nationalfeiertag. Doch mit diesem Datum hat es noch eine ganz andere Bewandtnis. Er ist zugleich der Gedenktag, der sogenannte Patronatag, einer Marienerscheinung, die sich in Saragossa ereignet haben soll. Diese Erscheinung der angeblichen Jungfrau Maria trägt in der katholischen Kirche den Namen „Unsere Liebe Frau auf dem Pfeiler“ („Nuestra Señora del Pilar“) und wurde vom Vatikan als „echt“ anerkannt. Dazu weiter unten mehr.

Diese Maria ist heute die Schutzheilige Spaniens und aller „Hispanidad„. Und wie bei vielen anderen Erscheinungen dieser Art auch, sieht die Kirche demnach hier einen Ort, an dem die „Gottesmutter Maria“ erschien. Zumindest eine Pilgerstätte für Gläubige, die hier die „Basílica del Pilar“ aufsuchen. Sie ist die Hauptkirche der Pilgerstätte und zugleich der größte Barockbau in ganz Spanien. 130 Meter lang, fast 70 Meter breit und ausgestattet mit 11 Kuppeln empfängt die Basilika einen nicht enden wollen Sturm von frommen Pilgern.

Ein glanzvolles Bauwerk mit dem üblichen Protz und Pomp solcher Wallfahrtorte.

Jakobus der Ältere in Spanien

Das war natürlich nicht immer so. Auch der 12. Oktober als Tag der „Lieben Frau auf dem Pfeiler“ wurde erst 1613 durch den Stadtrat von Saragossa eingeführt. Denn eigentlich lag da die wundersame Erscheinung der Mutter Gottes schon fast 1.600 Jahre zurück. Sagt zumindest die Legende der kirchlichen Tradition. Und genau die ist erstaunlich, wenn man vergleichend auf die unzähligen Marienerscheinungen und Erscheinungen von „Lichtwesen“ in aller Welt blick.

In der katholischen Kirche haben solcher Erscheinungen eine lange Tradition des Glaubens. Maria, die Mutter Jesus Christus, ist nach christlicher Theologie nach ihrem irdischen Leben in den Himmel „aufgefahren“. Hier lebt sie im Reich Gottes an der Seite all der anderen Himmelswesen und Heiligen, wie es das Dogma sagt. Und ab und zu, so müssen es die katholischen Christen glauben, erscheint sie auf Erden ausgewählten Menschen. Eben in Form der Marienerscheinungen.

In Saragossa war alles anders. Ganz anders. Hier sei nach der Lehre die Gottesmutter bereits am 2. Januar 40 erschienen. Also bereits zu ihren Lebzeiten, weshalb dieses Wunder als erste Marienerscheinung der Welt gilt. Sie erschien dabei auch nicht irgendwem, sondern einen Bekannten. Dieser war Jakobus der Ältere, der zu den Jüngern Jesus zählte. Er starb ca. zehn Jahre nach Jesus im Jahr 44 und ist heute wohl einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Welt überhaupt.

Zahllose Legenden ranken sich um diesen Jünger Jakobus, dem Bruder des Evangelisten Johannes. Vor allem jene, dass er als Anhänger Jesus nach der Kreuzigung als Missionar nach Spanien ging, um dort die Worte seines Meistern zu verkünden. Die Verehrung von Jakobus nahm so im Laufe der Jahrhunderte enorme Ausmaße in Spanien an. Und sicher kennen auch viele Nicht-Christen heute Santiago de Compostela als mutmaßliche Grabstätte des Jüngers und den Jakaobsweg.

Erscheinung einer noch lebenden Maria

Mit seiner Mission jedenfalls hatte der Jesus-Anhänger nur mäßigen Erfolg in Spanien, weshalb er eines Tages darüber nachdachte, seine Bemühungen in Spanien abzubrechen. Das war am Ufer des Flusses Ebro in Saragossa am 2. Januar 40. Und während der fromme Jakobus so über den Sinn und Zweck grübelte, erschien ihm die Gottesmutter auf einer Säule oder einem Pfeiler.

Eigentlich aber lebte Maria da noch auf Erden und war noch nicht „in den Himmel aufgestiegen“. Wie sie es dennoch schaffte, zu irdischen Lebzeiten im fernen Spanien zu erscheinen, sagt eine Legende. Demnach wurde sie von einem oder mehreren Engel von Jerusalem irgendwie nach Spanien gebracht oder geleitet. Eine bekannte katholische News-Seite im Netz drückt diesen Umstand sehr treffend mit folgenden Worten aus:

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Obwohl es sich technisch gesehen um eine Zweiteilung Unserer Lieben Frau handelte, da sie bei Johannes dem Apostel in Jerusalem lebte, wird es in der Tradition der Kirche immer noch als eine Erscheinung angesehen.

„Technisch gesehen“ war diese Erscheinung eine sogenannte Bilokation. Ein Phänomen aus dem Bereich der Paranormalen Phänomene, das nichts anders beschreibt, als das, dass Personen gleichzeitig an zwei Orten gesehen worden sein sollen. Eine Fähigkeit, die so machen frommen Menschen nachgesagt wird. Zum Beispiel Pater Pio aus Italien.

Das Neue Testament weiß leider nichts von diesem Wunder und der „Reise“ der Maria von Jerusalem nach Spanien zu Jakobus. Obwohl die Evangelien und weitere Schriften des Neuen Testamentes erst danach entstanden. Allerdings wissen gleichzeitig auch keine Quellen außerhalb der Bibel etwas über den Jünger Jakobus. Schon gar nicht historisch belegt in Spanien.

Ein materielles Geschenk

Die Erscheinung wiederum präsentierte sich nicht nur dem Jakobus allein. Nach der Tradition waren acht seiner Anhänger bei ihm, als die Mutter Gottes mit dem Jesus-Kindlein auf dem Arm plötzlich auf einer Säule erschien. In guter alter Tradition solcher Himmelserscheinungen verlangte sie von Jakobus und seinen Mitstreitern, dass sie an diesem Ort eine Kirche errichten sollen. Genauso nahmen fast alle entsprechenden Marien-Wallfahrtsorte der katholischen Kirche ihren Anfang.

So entstand hier die erste Kirche zu Ehren der Gottesmutter in der Kirchengeschichte des Christentums. Inklusive der Säule, auf der sie erschienen sein soll. Ein weiterer Unterschied dieser Erscheinung ist der, dass die Maria dem Jakobus bei ihrem Besuch etwa materielles mitbrachte. Eine kleine Holzstatue, die später mit einer kostspieligen, goldenen Krone mit tausenden Edelsteinen gekörnt wurde. Sie ist noch immer in der „Basílica del Pilar“ zu bestaunen und sicher das Allerheiligste des Pilgerortes.

Diese Erscheinung soll nun schon rund 1980 Jahre her sein. Dass man hierzu eigentlich nicht einen Beleg hat, eingeschlossen der Anwesenheit Jakobus in Spanien, ist im Glauben Nebensache. Die erste schriftlich Erwähnung auf eine verehrte Säule stammt sogar erst aus dem Jahr 1299. Also ganze 1259 Jahre nach wundersamen Ereignis am Fluss Ebro. Und damit eine gefühlte Ewigkeit. Es dauerte daraufhin nochmal bis in das Jahr 1471, als erstmals von der Erscheinung der Maria an sich konkret berichtet wurde. Unter anderem, dass Engel sie hierher brachten.

Keine Beweise, aber anerkannt

Traditionell gehören an einem solchen kirchlich anerkannten Wallfahrtsort Wunder dazu. Ohne solche Wunder udn angebliche Wunder schafft es keine Pilgerstätte im Vatikan das Siegel „echt“ zu bekommen. Im Fall der „Jungfrau auf der Säule“ wurde die Marienerscheinung bzw. die Tradition dieser im Jahr 1723 anerkannt. Die Richtigkeit der Muttergottes-Erscheinungen an sich hat der Vatikan dabei nie ausdrücklich bestätigt. Aufgrund des Mangels an historischen Belegen nach fast 2.000 Jahren. Anerkannt ist „nur“ die gläubige Verehrung und Tradition.

Dem Glauben der Gläubigen schadet das nicht. Und so kommt es auch in diesem Zusammenhang immer wieder zu Wundern, wie behauptet wird.

Eines der ersten Wunder dieser Art soll hier im Jahr 1640 geschehen sein. Einem Miguel Pellicers wurde sein verstümmeltes Bein auf unerklärliche Weise geheilt. Aber auch andere Arten von Wundern sollen von diesem Ort ausgehen, nicht nur Heilungen. Beispielsweise erschien am 17. Mai 1808 während der Invasion der Franzosen eine „Wolke“ in Palmenform über der Kathedrale. Einen Monat sei die Heilige Maria sogar erschienen, als die französischen Truppen Saragossa belagerten.

Das mit Abstand am meisten zitierte, vermeintliche Wunder im Kontext dieser Marienerscheinungen, ereignete sich am 3. August 1936. Damals herrschte ein schrecklicher Bürgerkrieg in Spanien und auf die Kathedrale wurden drei Bomben abgeworfen. Keine davon detonierte …

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Rethra, das Atlantis der Heiden nahe der Ostsee – und die Jahrhundertfälschung in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns (+ Videos)

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Rethra, das Atlantis der Heiden nahe der Ostsee - und die Jahrhundertfälschung in der Geschichte Mecklenburgs (Bilder: gemeinfrei & WikiCommons CCO/RonnyKrüger / Montage: Fischinger-Online)
Rethra, das Atlantis der Heiden nahe der Ostsee – und die Jahrhundertfälschung in der Geschichte Mecklenburgs (Bilder: gemeinfrei & WikiCommons CCO/RonnyKrüger / Montage: Fischinger-Online)

Das versunkene Atlantis ist in der Form, wie sie Platon vor mehr als 2.400 Jahren überliefert hat, einmalig auf der Welt. Doch vielerorts finden sich versunkene Orte oder Städte, die man gerne mit dem Attribut „Atlantis“ belegt. Auch in Deutschland. ein eher weniger bekanntes „Deutsches Atlantis“ ist das untergegangene Rethra in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Zentrum der „Heiden“, das bereits an über 30 Orten angeblich lokalisiert oder zumindest gesucht wurde. Und das mangels Beweisen für seine einstige Lage einst zum größten Betrug in der Archäologie Mecklenburg-Vorpommerns führte. Hier erfahrt Ihr die Geschichte und den Mythos hinter dem versunkenen Rethra, dem Betrug aus dem 18. Jahrhundert dazu und was – vielleicht – Platons Atlantis damit zu doch tun hat.


Atlantis und Atlantisse

Atlantis gab es nur ein einziges Mal und es soll vor tausenden Jahren versunken sein. Zumindest hat das der Grieche Platon vor über 2.400 Jahren in seinen Schriften behauptet. Doch so wie Atlantis einst unterging, so gibt es zahlreiche Orte, die im Laufe der Geschichte verschwanden. Oder verschwunden sein sollen, da ihre wirkliche Existenz vielfach unbelegt ist. Einige davon haben die Gemeinsamkeit, dass man sie heute in Anlehnung an Platon „Atlantis von XY“ nennt. Schnell kann so selbst der Laie mit diesem Begriff etwas anfangen.

Auch Deutschland hat solche „Atlantisse“ in der Geschichte vorzuweisen. Bekannt sind hier vor allem Vineta in der Ostsee und Rungholt im Wattenmeer der Nordsee, über die zum Beispiel in den ersten beiden Mystery Files-Videos unten bereits berichtetet wurde (derzeit noch für Fans und Kanalmitlieder!) Diese Ortschaften gingen nicht wie das klassische Atlantis vor vielen tausend Jahren unter, sondern teilweise erst im Mittelalter. Doch auch hier blieben nur Legenden.

Wobei es bei Rungholt als „Atlantis der Nordsee“ etwas anders aussieht. Hier existieren eine ganze Reihe archäologischer Funde und Spuren im seichten Wattenmeer südöstlich der heutigen Insel Pellworm. Und erst kürzlich kamen neue hinzu, wie im 1. Video unten berichtet. Grundsätzlich aber gab es dutzende „Atlantisse“, die hier in Nordfriesland versunken sind. Doch nur Rungholt wurde legendär und bekam die Spitznamen „Atlantis der Nordsee“.

Viele Legenden über solche untergegangenen Orte und Stätten ähneln sich in nicht wenigen Details. Oft sprechen sie vom unermesslichen Reichtum der Bürger, einem daraus resultierenden Sittenverfall und einer um sich greifenden Gottlosigkeit. Das brachte das Ende und damit den Untergang als eine Strafaktion des Herrn. Elemente, die schon bei Platon in der Legende seines Atlantis zu finden sind.

Rethra, die versunkene Stadt der Heiden

Der Laie wird bei (im Meer) versunkenen Städten in Deutschland wohl nicht mehr als Rungholt und vielleicht noch Vineta kennen. Zwei christliche Orte, die damit in historischer Zeit anzusiedeln sind. Aber bekanntlich wird die Geschichtsschreibung immer dunkler, je weiter man in die Vergangenheit geht. Und so ist es auch bei einer anderen Siedlung, die im vorchristlichen Zeitalter in der Ostsee bzw. nahe dem Meer untergegangen ist.

Diese Stadt oder besiedelte Befestigung wird meist Rethra genannt. Von ihr blieben nichts als Legenden, die von ihrer Lage, ihrem Aussehen, ihrem Verschwinden und den einstigen Bewohnern künden. Und sich dabei fast immer widersprechen und unterscheiden. Denn gefunden hat dieses sagenhafte Rethra bisher niemand. Obwohl inzwischen über 30 Orte bekannt sind, an dem dieser gesucht oder vermutet wurde.

Diese Lokalisierungsversuche überziehen fast das gesamte heutige Mecklenburg-Vorpommern und reichen bis in den Norden Brandenburgs sowie bis nach West-Polen (Stargard/Szczecinski). Lediglich zwei Orte, an denen Rethra gelegen haben soll, die Städte Wolgast und Lassan, liegen dabei direkt an der Ostsee. Alle anderen angeblichen Lokalisierungen liegen zum Teil sehr weit im Landesinneren und fernab von jedem Wasser. Die Mehrzahl aber an diversen Seen, an denen es auf der berühmten Mecklenburgischen Seenplatte bzw. in Mecklenburg-Vorpommern an sich nicht gerade mangelt.

Dennoch gibt es seit Jahrhunderten einen Favoriten, wo das heidnische Rethra gelegen haben soll. Es ist der etwa 10 Kilometer lange und bis zu knapp über 30 Meter tiefe Tollensesee mit der darin gelegenen Fischerinsel und dem südlich davon gelegenen See Lieps. Beide Gewässer liegen unmittelbar nebeneinander und sind durch Kanäle miteinander verbunden. Ganz im Norden liegt der Ort Neubrandenburg am Ufer des Tollensesee. Eine heute beliebte Urlaubsregion.

Ein heidnisches „Atlantis“ im Tollensesee und in der Lieps?

Der See Lieps unterscheidet sich mit durchschnittlich knapp über 2 Metern Tiefe und einer Größe von nur 3 x 2,5 Kilometern deutlich vom Tollensesee. Dennoch kann man dieses Gebiet als eine „Einheit“ ansehen, die sicher auch schon in „heidnischer Zeit“ Menschen anzog. Waren unter ihnen auch die Gründer des Ortes Rethra? Lokal ist man davon überzeugt, da 2003 der Name „Rethra“ als Marketingmittel für die Region markenrechtlich geschützt wurde.

Tatsächlich gibt es dort archäologische Funde aus der heidnischen Zeit der Slawen. Unter anderem ein Idol oder eine „Götze“ aus Holz, das auf der Fischerinsel im Tollensesee entdeckt wurde. Ebenso finden sich an und in den Seen Reste von Ringwallanlagen und andere Siedlungsspuren. Seit mindestens dem 7. Jahrhunderten siedelten diesen Funden nach Menschen im südlichen Bereich des Tollensesee inklusive der dortigen Fischerinsel und dem Gebiet Lieps. Aus diesem Grund vermuten viele, dass Rethra einst genau dort gelegen haben muss. An der Spitze der Halbinsel Nonnenhof in der Lieps sind sogar noch heute die Reste einer entsprechenden Burgwallanlage zu sehen. „Bacherswall“ wird diese genannt.

Eine versunkene Insel

Versunken ist dort aber nachweislich tatsächlich eine etwa 3.000 Quadratmeter kleine Insel namens Binsenwerder in dem See Lieps. Das war allerdings erst im 13. Jahrhunderte, als der See aus wirtschaftlichen Gründen absichtlich um 1,5 Meter aufgestaut wurde. Viele archäologische Funde und Spuren ging so verloren oder können heute nur durch Unterwassergrabungen gesichert werden. Unter anderem die Funde von der Fischerinsel beweisen jedoch, dass hier ein bedeutendes Siedlungsgebiet der „Heiden“ lag. Inklusive Kultstätten und archaische Tempel.

Funde von Silber, Keramik, Waffen, Münzen, Äxte, Bauten und nicht zu Letzt Ringwallanlagen deuten sogar darauf hin, dass hier ein wichtiges Zentrum unserer Vorfahren lag. Im Lokalmuseum von Neubrandenburg sind einige diese Objekte heute zu bestaunen.

So verlockend es auch sein mag, Rethra im Bereich südlicher Tollensesee, Fischerinsel und Lieps zu lokalisieren, Belege dafür gibt es nicht. Dafür sind die überliefern Informationen über die Lage des Ortes schlicht zu ungenau und widersprüchlich.

Nichtmal der eigentlich Name der Stadt oder Festung war späteren christlichen Autoren mehr bekannt. Ebenso wenig wie die der dort verehrten Götter, für die eigens Tempel erbaut wurden. Einige sprachen sogar ein zentralen Heiligtümern, was die Bedeutung des Ortes unterstreicht. Einig war man sich nur dahingehend, dass der Ort ein Zentrum von Macht, Politik. Wirtschaft und Glaube der Lutizen war. Ein Verbund vier verschiedener Slawen-Stämme, zu denen auch die Redarier gehörten.

Fantasievolle Beschreibungen

Die Chronik des Geschichtsschreibers und Kirchenmannes Thietmar von Merseburg gilt als ältestes Zeugnis von Rethra. Er lebte von ca. 975 bis 1018 nach Christus und nennt die Ortschaft Riedegost, in der die Gottheit Zuarasici verehrt wurde. Adam von Bremen nennt in seiner zwischen 1070 und 1076 verfassten „Geschichte des Erzbistums Hamburg“ die Gottheit selber Riedegost. Verheert in einem Heiligtum in dem Ort Rethra, der das Zentrum „ihres Teufelsglaubens“ sei. Fantasievoll überliefert der Chronist vor rund 1050 Jahren weiter:

Sein Bild ist aus Gold gefertigt, sein Lager von Purpur. Die Burg selbst hat neun Tore und ist ringsum von einem tiefen See umgeben. Ein Knüppeldamm gewährt Zugang, aber er darf nur von Leuten betreten werden, die opfern oder Orakelsprüche einholen wollen.“

Nach dieser Beschreibung lag der versunkene Ort mitten in einem See auf einer Insel. Und mit angeblich neun Toren war er sicherlich auch keine kleine Ansiedlung. Thietmar von Merseburg sah das in Band VI seiner „Chronik“ ganz anders:

Im Redariergau liegt die dreieckige und dreitorige Burg Riedegost, rings umgeben von einem großen, für die Einwohner unverletzlich heiligen Walde. Zwei ihrer Tore sind dem Zutritt aller geöffnet. Das dritte und kleinste Osttor mündet in einen Pfad, der zu einem nahe gelegenen, sehr düsteren See führt.

In der Burg befindet sich nur ein kunstfertig errichtetes, hölzernes Heiligtum, das auf einem Fundament aus Hörnern verschiedenartiger Tiere steht. Außen schmücken seine Wände, soviel man sehen kann, verschiedene, prächtig geschnitzte Bilder von Göttern und Göttinnen. Innen aber stehen von Menschenhänden gemachte Götter, jeder mit eingeschnitztem Namen.

Das Ende von Rethra

Bis hoch nach Rügen in der Ostsee und weiter nach Osten zum Fluss Oder gibt es gut zwei Dutzend heute bekannter Plätze, die einstmals heidnische Tempel in dieser Art waren. Und sicher waren es vor über 1.000 Jahren noch weit mehr. Auch sie müssen in dieser Form als etwas Besonders im Herrschaftsgebiet der Liutizen gelten. Alle mussten bedeutende und vor allem große Glaubes-Zentren gewesen sein, da um sie herum eine entsprechende Infrastruktur für deren Betrieb funktioniert haben muss. Angefangen bei einer angesiedelten Landwirtschaft und Platz für Pilger, Priester, Wächter/Krieger und Händler bis zu Straßen.

Rethra als machtpolitisches und religiöses Zentrum diente den „Heiden“ auch als Versammlungsort und Aufmarschgebiet bei ihren Kämpfen. Zum Leidwesen der Christen und feindlicher Stämme, wurden von dort Feldzüge und Aufstände begonnen. Ab 1056 kam es erneut zu Kämpfen der Liutizen und der Ort büßte mehr und mehr seiner Bedeutung ein.

Letztlich war es mutmaßlich der christliche Bischof Burchard II. von Halberstadt (1028 – 1088), der Rethra 1068 den Todesstoß versetzte. Der Ort wurde vernichtet, der Tempel zerstört, die Heiligtümer verschleppt. Und letztlich blieb nur eine mythische Erinnerung an das versunkene Rethra. So dokumentierte es es Rainer Szczesiak in seiner Arbeit „Auf der Suche nach Rethra! Ein interessantes Kapitel deutscher Forschungsgeschichte“ schon 2007.

Schon anhand dieser Jahresdaten wir klar, dass der eigentliche Untergang nicht sicher datiert werden kann.

Das man von einem so bedeutenden Ort, der vor gerade mal rund 1.000 Jahren verschwand, nicht mehr weiß, wo er ungefähr lag, ist ebenso ungewöhnlich. Die über 30 Orte, an denen Rethra vermutet wurde, umfassen immerhin über 20.000 Quadratkilometer. Ein deutlicher Beleg, dass man hier die Nadel im Heuhaufen sucht.

Nichts als Legenden blieben

Bekanntlich wandeln sich Legenden, Mythen und Überlieferungen. Sie werden aufgebauscht, verändert oder Namen von handelnden Personen und Göttern sowie Orte und Ortsnamen werden dabei auch mal ausgetauscht. Jeder Mystery-Jäger und Prä-Astronautik-Forscher wie ich kennt das aus der Geschichte zu Genüge. Und am Beispiel Rethra sieht man, dass es dazu nicht mal tausende von Jahren wie beim klassischen Atlantis bedarf. Auch nicht eine mündliche Ausbreitung durch verschiedene Kulturen und in in vollkommen andere Regionen der Erde.

So hat beispielsweise Jodocus Deodatus Hubertus Temme 1840 in seinem Werk „Die Volkssagen von Pommern und Rügen“ folgende Sage über den Ort wiedergegeben:

In den uralten heidnischen Zeiten war in Pommern eine berühmte Stadt, Rethra heißen. Dieselbe war der Hauptsitz des Pommerschen Götter, besonders des Götzen Radigast oder Redigast.

Die Stadt Rethra war groß, von vielen Einwohnern und voller Reichtümer. Man ging durch neun Thore in dieselbe hinein, und sie war rund umher mit Wasser beflossen. Sie hatte viele Tempel, in welche man über köstliche Brücken ging. Der vornehmste Tempel gehörte dem Götzen Redigast, welcher ganz von Gold war, und auf einem Lager von Purpur ruhte.

Diese Stadt ist zuletzt wegen ihres Uebermuthes und Heidenthums gänzlich zerstört. Das ist geschehenen noch lange bevor das Christentum nach Pommern kam. Auf welche Weise aber, das weiß man nicht. Sie ist so ganz zu Grunde gegangen, daß man nicht einmal die Gegend mehr angeben kann, wo sie gestanden hat. Doch glauben die Meisten, sie habe da herum gestanden, wo jetzt die Stadt Treptow am Tollensee liegt.

Offensichtlich diente bei dieser Volkssage die Chronik von Adam von Bremen als Vorlage. Oder vielleicht doch eher umgekehrt? Die Übereinstimmungen sind zumindest offenkundig. Die Zerstörung selber, so schreibt es Ernst Heinrich Wackenroder in seinem Geschichtswerk „Altes und Neues Rügen (…)“ aus dem Jahr 1730, geschah angeblich schon im Jahr 960. Nach langen und blutigen Kriegen in den Jahrzehnten zuvor, in denen zum Teil 200.000 Kämpfer auf Seite der „Ungläubigen“ angetreten sein sollen. Eine sicher weit übertriebene Zahl.

Diente Platons Atlantis als Vorlage?

Mit Wohlwollen könnte man die oben zierte Sage oder Überlieferung mit dem Atlantis des Platon in Verbindung bringen. Möglich, dass hier die Legende aus Griechenland vom atlantischen Kernheiligtum zumindest teilweise Inspiration für die Beschreibung von Rethra war.

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In Seinem Werk „Kritias“ beschreibt Platon das Aussehen von Atlantis. Die Tempel, Wasserwege, Ringe von Land und Wasser um das Zentrum, sein Kernheiligtum im Inneren usw. „Und errichteten bei den Brücken nach beiden Seiten hin Türme und Tore“, heiß es etwa in „Kritias“ 116a. Und im Zentrum „befand sich ein der Kleito und dem Poseidon geweihter Tempel, welcher nur von den Priestern betreten werden durfte und mit einer goldenen Mauer umgeben war“ (116c).

Das war das Allerheiligste der Atlanter für ihren Hauptgott Poseidon. Da ist die Lage mitten im Zentrum der Gesamtanlage gerade angemessen. Wie für die Bewohner Rethras ihr Hauptheilgtum im Zentrum der Stadt.

Ob das versunkene Rethra „nur“ eine Insel war, oder irgendwie Ähnlichkeit in Form eines Ringsystems wie Atlantis hatte, bleibt natürlich Spekulation. Eine heidnische (runde) Ringwallanlage mag zu solchen Ideen sicher gern verleiten. Auch hat Atlantis keine neun Tore gehabt, sondern nur zwei sowie zwei Brücken, wie Platon behauptet. Ringwallanlagen haben indes üblicherweise auch nur zwei Tore. Nicht neun, wie Rethra sie angeblich besaß.

Zwei Tore sind auch bei Weitem leichter zu verteidigen, als gleich neun.

Seltsame Bronzefiguren: Die „Prillwitzer Idole“

Der Mangel an Beweisen für die Lage von Rethra war und ist für die Suchenden ein Dorn im Auge. Da nützt es auch nicht, wenn man sich den Namen schützen lässt und damit quasi dessen Lage am Tollensesee „zementiert“. Ohne belegen zu können, dass die dort vorhanden Funde und Spuren wirklich von Rethra stammen.

Hier sollte man etwas mit „Beweisen“ nachhelfen, dachten sich im 18. Jahrhundert einige gewiefte Neubrandenburger vom Tollensesee. So erschienen 1768 bei der Familie Sponholz in Neubrandenburg, eine eingesessene Familie von Goldschmieden, „plötzlich“ Personen, die ausgesprochene seltsame Funde präsentierten. Es waren Figuren und zahlreiche andere Objekte aus Bronze, die überwiegend menschliche Gestalten zeigen. Augenscheinlich heidnische Götteridole in einer bis dato nie gesehenen Art.

Einige der Idole waren Menschen mit den Köpf eines Löwen. Andere erinnern an Meerungfrauen mit Flossen oder hatte mehre Köpfe. Wieder andere zeigten scheinbar Krieger mit Schwertern, ganz normale Personen, Tiere und bärtige „Priester“ mit „Strahlenkränzen“ um den Kopf oder sogar Körper. Nicht wenige hatte eine Ente auf dem Kopf sitzen. Über 60 dieser Bronzefiguren und Objekte kamen so nach und nach an die Öffentlichkeit. Einige messen rund 20 Zentimeter in der Höhe.

Im Titelbild ist eine Zeichnung eines der Objekte eingefügt.

Ihre Eigentümer gaben an, dass es Zufallsfunde waren, die ein Vorfahre der Familie Spongholz beim Baumpflanzungen machte. Fundort sei der Garten der Pfarrei Prillwitz gewesen. Ein Dorf direkt am Südufer der Lieps und heute Teil der Gemeinde Hohenzieritz. Unverkennbar ähneln die Figuren, bronzenen Scheiben oder „Münzen“ und mutmaßliche Schmuckstücke keiner Kultur in Norddeutschland. Oder überhaupt irgendwo auf der Welt. Sie sind, wenn überhaupt, ein Stilmix.

Ansturm auf die Fundstücke

Die Funde wurden zu einer Sensation und als „Prillwitzer Idole“ bekannt. Denn sehr viele der Objekte waren mit Runen beschriftet und immer wieder war dort „Rethra“ zu lesen. Die Gelehrten waren (teilweise) begeistert, da diese Funde beweisen, dass der gesuchte Ort genau da lag, wo er auch damals schon vermutet wurden. Im Gebiet Lieps und Tollensesee. So erschien bereits drei Jahre später über diese Funde das umfangreiche Werk „Die gottesdienstlichen Alterthümer der Obotriten, aus dem Tempel zu Rhetra am Tollenzer-See“ von Andreas Gottlieb Maschs.

Das Werk illustriere 1771 viele der Artefakte mit detailreichen Zeichnungen und Kupferstichen. Kein geringer als Prinz Carl von Mecklenburg Streliz hatte „befohlen, in übereinstimmiger Größe eine genaue Zeichnung davon zu verfertigen“, wie es der Herausgeber Daniel Woge einleitend schreibt. Immerhin wären die Funde in Zeitungen und anderen Magazinen den Altertumsinteressieren bereits bekannt gemacht worden. Mal am Rande, mal detaillierter. Zeit für ein Buch mit exakten Abbildungen, die „in aller nur möglichen Sorgfalt und Treue“ angefertigt wurden.

Was sicher niemand in Abrede stellen wird.

Weiter schreibt der Herausgeber Woge, dass, nachdem bekannt wurde, dass er solche Zeichnungen anfertige, die Interessierten ihm geradezu die Bude einrannten. Sie wollten Kopien seiner Zeichnungen – entweder gleich alle „oder nur einzelner Stücke“. Schnell merke er, dass er bei der Flut von Anfragen seine anderen Arbeiten „kein Genüge geschehen konte“. Er war ganz einfach überfordert. Heute ein Beleg, welches Echo diese Funde nach sich zogen.

Der Tempelberg von Rehtar

Ebenso schnell wurden aber Zweifel an den Artefakten laut. So schreibt der Herausgeber Woge weiter:

Und als vollends die Authenticität und ächte Beschaffenheit dieser sämtlichen Alterthumsstücke bezweifelt werden wolte, so entschlo0ß ich mich endlich, die für mich genommenen Copenen der gelehrten Welt in genauen Kupferstichen vor Augen zu legen (…).“

Die Kenner und Experten sollten so selber zu einen Urteil kommen. „Ohne sonderliche Kosten“ für die Anfertigung unzähliger Kopien für Einzelanfragen. Von einem Profi in Berlin seien die Kupferstiche deshalb „auf das genaueste gestochen“ worden. Die enormen Kosten für das Buch, den Verlag und Druck sowie den Vertrieb trägt er teilweise selber, unterstreicht er. Es könne folglich nicht seine Absicht sein, „große Reichthümer damit zu gewinnen“, da er nicht mal den vollen Preis für das Buch verlangen würde.

Er wolle keineswegs „an dem gelehrten Publikum (…) wuchern“, unterstreicht der Herausgeber, und er habe die „ungewisse Hoffnung“, dass der künftige Verkauf wenigstens etwas die Kosten deckt. Von den gedruckten Exemplaren wird deshalb „künftig keines unter 3 Thaler 12 Gr. in Golde“ verschickt werden.

Diese einleitenden Aussagen des Herausgebers Daniel Woge sind überaus interessant.

Er sah sich im Mai 1771, als er diese „Vorrede“ des Buches schrieb, bereits dazu veranlasst, darauf zu verweisen, dass das Werk enorme Kosten im Vorfeld verursachte. Er und der eigentliche Autor Masch haben keinesfalls im Sinn, irgendwen „abzuzocken.“ Interessanterweise „müssen“ sich bis heute Sachbuchautoren genauso rechtfertigen, da sie zum Teil enorme (Recherche-)Kosten für ihre Arbeit im Vorfeld haben …

Auch der Autor Masch selber betont: „Meine Absicht ist hiebey ohne Eigennutz“. Auf „dem Tempelberge der Stadt Rhetra“ stünde demnach heute das Wohnhaus von Landrat Asmus Wilhelm von Bredow. Da war er sich nach seinen Recherchen sicher, die zu dem immerhin rund 200 Seiten umfassenden Buch führten.

„Made in Rethra“

Die „Prillwitzer Idole“ tauchten zu dutzenden auf. Allein der Sammler August Friedrich Christian Hempel aus Neubrandenburg erwarb für seine Privatsammlung gleich 35 Exemplare. Die Herzöge von Mecklenburg Strelitz, von denen auch die Illustrationen bzw. Kupferstiche in Auftrag gegeben wurden, erwarben über 20 Objekte.

Gideon Sponholz aus der Neubrandenburger Goldschmiedefamilie nahm die Funde zum Anlass in seinem Ort ein Privatmuseum zu eröffnen. Er wurde so zu einem vermeintlichen „Experten“ für Altertümer und bekam vom Adel sogar die Genehmigung selber nach Schätzen zu graben. Im 18. Jahrhundert ein Privileg der Herzöge und eine beachtliche Ausnahme gegenüber Sponholz. Das einfache Volk durfte nicht mal im Wald jagen.

Auch damals staunten die Experten sehr schnell über die scheinbar willkürlichen Zusammensetzung von verschiedenen Stilelementen an den „Idolen“. Vergleichbares kannte man aus der Archäologie nicht. Der Vorwurf des Betruges stand damit schnell im Raum. Auch sollte man direkt stutzig werden, wenn Funde in so großer Stückzahl auftreten, von denen viele in Runen die Aufschrift „Rethra“ tragen. So, als wollten die Schöpfer klarstellen, woher die Objekte stammen: „Made in Rethra“. Missverständnis? Ausgeschlossen!

Jahrzehnte später war klar, dass die Idole von den Goldschmieden der Sponholz-Familie selber angefertigt wurden. Zumindest der Großteil der Objekte, womit diese Beweise wertlos sind. Auch wenn sie nach dem Zweiten Weltkrieg verschwanden und als Kriegsbeute als gestohlen galten. Erst Ende der 1980er Jahre fand man sie wieder und sie sind seitdem unter anderem im Volkskundemuseum Schwerin-Mueß verwahrt.

Eine Großherzogliche Untersuchungskommission brachte 1827 endlich Klarheit über die „Idole“. Verschiedene ehemalige Mitarbeiter der Familie Sponholz wurden verhört und ein früherer Goldschmied mit Namen Neumann gestand den Betrug. Gideon Sponholz selber war der Urheber des Schwindels und Jakob Sponholz war für Details der Ausarbeitung zuständig. Als unschuldig oder zumindest nicht direkt beteiligt erwies sich nur Jonathan Sponholz, da er damals auf Gesellenwanderung (Walz) war. Neumann selber wiederum fertige die Objekte nach Tonmodellen für die Brüder an.

Die Suche geht weiter

All jene, die gerne an die sensationelle Herkunft der Bronzen glauben wollten, waren enttäuscht. Den Autoren des Werkes „Die gottesdienstlichen Alterthümer der Obotriten (…)“ von 1771 kann man hier weniger einen Vorwurf machen. Sie fielen genauso auf den Betrug der Familie Sponholz herein, sofern sie nicht mit ihnen kooperierten. Was aber weniger wahrscheinlich ist.

Wahrscheinlicher ist es, dass sich die Sponholz-Familie ganz einfach selber an diesem Fake bereichern wollte. Und sie wollten ihre Heimat, ihren lokalen See, berühmt machen. Als Ort des mythischen Rethra und damit als einen wichtigen historischen Platz in der Geschichte Norddeutschlands.

Durchaus sehr menschlich, dass Personen genau ihre Heimat oder ihren Geburtsort historisch irgendwie „aufwerten“ wollen. Wo archäologische Fakten fehlen, hilft man mit fragwürdigen Funden nach. Und so ist plötzlich ein unscheinbarer Ort kulturell und geschichtlich wertvoll. Hier waren es archäologische Fälschungen, woanders erklärt man dafür natürliche Berge zu riesigen, uralten Pyramiden.

Der Suche nach dem wahren Rethra brachte das kein Stück weiter. Und sofern nicht im Bereich südlicher Tollensesee und Lieps eindeutige Belege für dieses „Atlantis“ gefunden werden, die zeigen, dass exakt hier der sagenhafte Ort lag, bleibt auch das Spekulation. Aufgrund der dort bereits gemachten Entdeckungen, ist das in Zukunft tatsächlich nicht ausgeschlossen. Wir werden sehen.

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Adam und Eva und das UFO: War die erste Frau auch die erste UFO-Zeugin der Menschheit? Hintergründe zu einer seltsamen Überlieferung

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Adam und Eva und das UFO: Die erste Frau auch die UFO-Zeugin der Menschheit? (Bilder: gemeinfrei/Archiv / Montage: Fischinger-Online)
Adam und Eva und das UFO: War die erste Frau auch die erste UFO-Zeugin der Menschheit? (Bilder: gemeinfrei/Archiv / Montage: Fischinger-Online)

Wann berichteten Menschen erstmals von UFOs? Erst 1947 – oder doch schon vor tausenden oder zehntausenden von Jahren? Anfang 2015 sorgte Erich von Däniken mit einer kleinen Kolumne im Netz für Erstaunen, als dieser schrieb, dass schon Eva, die Frau Adams aus der Bibel, ein UFO sah. Was er damit meinte, legte ich damals in einem YouTube-Video dar. Und so kam aktuell das Prä-Astronautik-Thema „Eva und das UFO“ erneut in einer kurzen Magazin-Kolumne auf. Aber was steckt genau dahinter und welche Überlieferungen oder Texte berichten wo und in welcher Form von diesem vermeintlichen UFO? Hier erfahrt Ihr die exakten Quellen und Aussagen rund um die „Lichtwagen“ oder fliegenden „Thronwagen„, die in unbekannten Tagen (angeblich zu Eva) vom Himmel kamen.


Erich von Däniken: Eva und das UFO

Bereits am 5. Mai 2015 stellte ich auf meinem YouTube-Kanal rund um die Mystery Files das Video „Eva und das UFO“ online. Unten angehangen findet Ihr das nun schon sehr in die Jahre gekommene Video erneut. Darin ging es um die Frage, ob die biblische erste Frau (und durchaus auch Adam) auch die erste UFO-Zeugin der Geschichte war. Alte Überlieferungen bzw. Schriften sollen dies nahelegen.

Denn damals publizierte Erich von Däniken in der Zeitung „Blick am Abend“ in seiner dortigen Mystery-Kolumne diese Story in knappen Worten und Formulierungen. Dafür sind Kolumnen ja auch da. Dabei ist das Thema bei weitem viel komplexer und umfangreicher, wie ich es schon 1997 in meinem Buch „Götter der Sterne“ darlegte. Darin ging es als eines von vielen Themen um den Tod Adams, Gott, seine vermeintlichen „Engel“ usw. sowie um die Begegnung der Eva mit einem „Lichtwagen“. Ein „Thronwagen des Herrn“, der vom Himmel hernieder kam. Das, was von Däniken 2015 provokant als „UFO“ damals bezeichnete.

„Nun dreht Däniken durch“, „der Mann wird senil“ und ähnliche Kommentare fand ich sinngemäßen dazu damals im Netz. Aktuell hat Erich von Däniken dieses Thema erneut in wenigen Worten in seiner Mystery-Kolumne aufgegriffen, die in dem Magazin „Mysteries“ regelmäßig erscheint. Und grundsätzlich klingt das alles vollkommen verrückt. Eva als Zeugin eines UFOs?! Wie kann das sein?

Verrückt ist das natürlich nur dann, wenn man sich nicht mit der Prä-Astronautik befasst hat. Wenn man also nicht annimmt, dass alte Mythen und Schriften auf die einstige Existenz von Außerirdischen hinweisen könnten, wie es eben die Astronautengötter-Idee voraussetzt. Dass es dafür keine Beweise gibt, ist dabei nebensächlich. Denn diese Thematik lebt von der Deutung und Interpretation von Überlieferungen und auch archäologischen Hinterlassenschaften. Dass Theologen und Archäologen dies naturgemäß ganz anders sehen, sollte wohl niemanden verwundern.

„Fliegenden Wagen“ der Astronautengötter

Dennoch sind Texte da, die in der Tat von von fliegenden Wagen und anderen Fluggeräten sprechen, mit den Himmelswesen herum fliegen konnten. Auch und vor allem der biblische Gott. Auch er besaß „Thronwagen“ und feurige, tosende Fluggeräte, die durch die Lüfte flogen und hier und dort mal landeten. Solche mutmaßlichen Technologien der „Alien-Götter“ finden sich auch in biblischen Schriften außerhalb der Bibel. Also altjüdischem Schrifttum und entsprechenden Sagen, die nicht in der Bibel zu finden sind.

Und genau aus solchen Texten stammt die Geschichte des UFO der Eva, das auch wohl Adam gesehen hat. In der Bibel sucht man diese Geschichte vergeblich. Und selbstverständlich nimmt kein Bibelforscher oder Theologe an, dass solche „Thronwagen“ reale Fluggeräte realer und physischer Astronauten aus dem All waren! Das nimmt nur die Idee der Prä-Astronautik an. Dort hat sich in den letzten Jahrzehnten ganz klar die Meinung durchgesetzt, dass diese „Thronwagen Gottes“ oder „Herrlichkeiten des Herrn“ Zubringerfluggeräte waren, die in der Erdatmosphäre mittels Rotoren flogen. Im All hingegen mit einer Art Raketenantrieb.

Ohne hier noch weiter in die Tiefe der Prä-Astronautik eindringen zu wollen: Der Entwurf dieses Vehikels stammt schon aus den 1970er Jahren von einem damaligen NASA-Ingenieur. Mehr dazu erfahrt Ihr unter dem Stichwort „Ezechiel“ HIER und in Mystery Files-Videos HIER. Ebenso HIER. Diese beiden fliegenden „Dinger“ in dem Titelbild dieses Beitrages zeigen diesen Flugwagen, die als „Raumschiff des Ezechiel“ bekannt wurden.

Lars A. Fischinger: "Götter der Sterne"
Buch zum Thema: Lars A. Fischinger: „Götter der Sterne“ – mehr auch HIER

Schaut man sich die unzähligen Schriften und Mythen in und außerhalb der Bibel genauer an, findet man zahlreiche Beispiele dieser fliegenden Wagen des Herrn. Und so ist es dann auch bei diversen Geschichten über Adam und Eva, dem Garten Eden und ihrem späteren Leben der Fall. Nachzulesen nicht im Alten Testament, sondern beispielsweise in dem Buch „Das Leben Adam und Evas“ bzw. „Apokalypse des Moses“.

Adam und Eva – und das „UFO“

Hierzu muss man im Hinterkopf haben, dass diese und andere Überlieferungen und Schriften inklusive des Koran sagen, dass der Garten in Eden nicht auf der Erde lag. Das besagen diese Texte unmissverständlich, wie in diesem umfangreichen Blog-Artikel HIER dargelegt. Er lag, im Sinne der Prä-Astronautik gedeutet, im All. Hier geschah der angebliche „Sündenfall“ und das erste Menschenpaar wurde anschießend von dort auf die Erde verbannt. „Wir aber kamen auf die Erde.“, wie es zum Beispiel in „Apokalypse des Moses“ (Vers 29) an einer Stelle heißt.

Eines Tages jedoch musste auch Adam sterben. Genau hier beginnen die eigentlichen Geschichten um das „UFO der Eva“ in dem Text „Apokalypse des Moses“. Wir erfahren dort (ab Vers 31), dass Eva in Kummer und Trauer nach dem Tod ihres Gatten bitterlich um die Vergebung der Sünden bat. Was auch erhört wurde, da ein Himmelswesen erschien und ihr sagte, sie sollen zusehen, wie Adams „Geist zu seinem Schöpfer fährt und dort vor ihm erscheint.“

So kam es dann auch. Die verängstige Witwe Eva „deckt mit ihrer Hand das Angesicht“ und sah einen fliegen Wagen kommen:

Und Eva blickt zum Himmel auf; da sieht sie einen Lichtwagen heranfahren, gezogen von vier glänzenden Adlern. Kein aus dem Mutterleib Geborener kann ihre Herrlichkeit beschreiben, noch in ihr Antlitz schauen; voraus dem Wagen gingen Engel. Sie kamen zu dem Ort, wo Adam, euer Vater, lag. Da hielt der Wagen und zwischen eurem Vater und dem Wagen waren Seraphim.“ (Vers 33)

Die himmlisches Wesen („Engel„) beteten daraufhin für den verstorben Adam und priesen ihn als Schöpfung des Herrn. Letztlich wurde der Leichnam mitgenommen:

Nach diesem Engelsruf kam einer der sechsflügeligen Seraphim, nahm Adam auf und führte ihn zum acherontischen See (ein See der Unterwelt, Anm. LAF). Er wusch ihn dreimal ab und brachte ihn vor Gottes Angesicht.“ (Vers 37)

Ein „UFO“ holt die Leiche Adams ab!

Drei Stunden später „streckt der Allvater die Hände aus“, nahm Adam und übergab ihm einem seiner Gehilfen mit den Worten „erheb ihn bis zum dritten Himmel in das Paradies„. Danach bat der angebliche „Engel“ seinen Chef „um die Bestattung seiner Überreste“, so das der Herr seinen Hofstaat nach Rangordnung getrennt „vor sein Antlitz kommen“ lies. „Nach seiner Ordnung einen jeden“, wie es formuliert ist, worauf auch „alle Engel kamen“ (Vers 38). Dann machte man sich mit dem fliegenden Wagen auf den Weg:

Da stieg der Herr der Heeresscharen ein; die Winde zogen ihn, von Cheruben gelenkt; des Himmels Engel gingen ihm voran. Sie kamen zu dem Ort, wo Adams Leichnam lag; da nahmen sie ihn mit. So kommen sie ins Paradies und alle Paradiesesbäume blühen und von dem Wohlgeruch entschlummern die Adamskinder alle (…)“ (Vers 38)

Nach einer anderen Übersetzung ließ sich die fragliche Stelle so:

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Und siehe, der Herr, der Starke, stieg ein in den Wagen; vier Winde zogen ihn, die Kerube lenkten die Winde, und die Engel vom Himmel gingen ihm voran. Und sie kamen auf die Erde, dahin, wo Adams Leib lag, und nahmen ihn mit. Als sie nun ins Paradies kamen, bewegten sich alle Blätter des Paradieses, und alle Menschen, von Adam geboren, schlummerten vom Wohlgeruch ein (…)“

Ziel dieser Aktion war der „dritte Himmel“ im Reich des Höchsten. Insgesamt, so schildern es nicht wenige Texte und jüdische Sagen, gab es bekanntlich „sieben Himmel“. Wir kennen noch heute alle den Ausdruck „im 7. Himmel“. Himmel Nr. 3 wird in den Überlieferungen vielfach als Ort angesehen, in dem sich der Garten Enden und/oder das Paradies befunden haben soll. Der Prophet Henoch, als ein Beispiel, bemerkt dazu während seiner Reise durch diese Himmel außerhalb er Erde:

Da nahmen mich die beiden (Himmelswesen/“Engel“, Anm. LAF.), trugen mich in den dritten Himmel und setzten mich hier mitten im Paradiese ab, an einem wunderschönen Ort.“ (Slawisches Buch Henoch 8,1)

Und im Neuen Testament erfahren wir parallel dazu, was sich möglicherweise auf Henoch bezieht:

Ich kenne jemand, einen Diener Christi, der vor vierzehn Jahren bis in den dritten Himmel entrückt wurde (…) Und ich weiß, dass dieser Mensch in das Paradies entrückt wurde (…) Er hörte unsagbare Worte, die ein Mensch nicht aussprechen kann.“ (2. Kor. 12,2-4)

Wer landete im Garten Eden?

Aber was war mit Adam, der, wie eingangs erwähnt, auch ein „UFO“ gesehen haben soll? Dies geschah unmittelbar nach dem „Sündenfall„, als das Pärchen von dem verbotenen Baum aß. Dazu heißt es im Alten Testamt:

„Und sie hörten die Stimme (Schritte) Gottes des Herrn, der im Mittagswind (Tagwind) durch den Garten fuhr; da versteckten sich Adam und sein Weib vor Gott dem Herrn zwischen den Bäumen des Gartens. Und Gott der Herr rief nach Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? – Und er antwortete ihm: Ich habe deine Stimme (Schritte) gehört im Garten und fürchtete mich, weil ich nackt bin, und verstecke mich. (Gen. 3,8-10)

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In der Apokryphe „Apokalypse des Moses“ ließt sich dieses Ereignis folgendermaßen:

Zur selben Stunden hörten wir, wie der Erzengel Michael die Trompete blies und wie die Engel also riefen: So spricht der Herr: Kommt in das Paradies mit mir und hört den Spruch, womit ich Adam richten werde! Als wir den Erzengel trompeten hörten, da dachten wir: Gott kommt ins Paradies, um uns zu richten; deswegen fürchteten wir uns und suchten ein Versteck. Gott aber fuhr zum Paradies auf einem Cherubwagen; die Engel aber priesen ihn. Als Gott das Paradies betrat, da schlugen alle Bäume wieder aus in dem Bezirke Adams, wie im meinen, und Gottes Thron ward aufgestellt beim Lebensbaum. Und Gott rief Adam: (…)“ (Verse 22f.)

Im Kern also dieselbe Geschichte. Mit dem Unterschied, dass hier der Herr mit Trompetenschall auf seinem „Thronwagen“ ins Paradies kam und direkt am Lebensbaum landetet. Oder parkte, denn es ist nicht eindeutig vermerkt, dass er angeflogen kam. Man kann es aber durchaus annehmen.

„Wir“ …?

Aber wieso „hörten wir“ und „dachten wir“? Damit sind natürlich Adam und Eva selber gemeint. Denn nach diesen alten Schriften hat all das Eva höchst persönlich gesagt. Wie ein überlieferter Augenzeugenbericht der ersten Frau der Menschheit, die ihre Erinnerungen an ihr aufregendes und wechselhaftes Leben diktierte. Bei solchen Schriften ist das quasi die Norm, dass hier diese oder jene Person spricht oder diese entsprechenden Bücher selber geschrieben haben soll. Man denke nur an die biblischen Bücher „des“ Moses. Oder jene des „des“ Propheten Henoch.

Niemand will, so hoffe ich, behaupten, dass hier echte Augenzeugenberichte vorliegen. Die mythische Eva also reale Person in Eden betrachten, die ihre Erinnerungen diktierte. Das Buch „Apokalypse des Moses“ stammt aus dem 1. Jahrhundert nach Christus und beinhaltet mit Sicherheit Legenden, Sagen und Mythen, die weit älter sind. Aber bis zu Eva gehen sie kaum zurück! Vielmehr, so deuten es hoffentlich die meisten „Anhänger der Prä-Astronautik„, sind diese Schilderungen ausgeschmückte Mythologien. Erinnerungen an „fliegende Wagen“ aus dem Himmel, in denen sich die Astronautengötter fortbewegten. Schon vor vielen Jahrtausenden – auch in der mythischen Zeit des Garten Eden.

Mit den UFOs, wie sie heute jeder kennt, haben diese feurigen oder donnernden Fluggeräte des Herrn auch nichts gemeinsam. Außer, dass die für die damaligen Zeugen eben tatsächlich „unbekannte Flugobjekte“ waren. Deren reale Existenz vorausgesetzt, natürlich. Und die lehnt die Bibelforschung kategorisch ab. Gleichnisse, Metaphern und theologische Anschauungen sollen hier zugrunde liegen, nicht mehr.  Etwa in dem Sinne, dass Gott als König natürlich einen Thron und einen Hofstaat braucht. Da der „Höchste“ bekanntlich im „Himmel“ wohnt, muss dieser Wagen dann auch fliegen können.

Sein Hofstaat (der hin und wieder auch so oder so ähnlich genannt wird) bilden demnach die Himmelssöhne, „Engel“, Wächter oder Himmlischen, wie sie in den Texten zu finden sind. Dass es wirkliche Technologien von Außerirdischen waren, kann aber auch die Prä-Astronautik nicht nachweisen.

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