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ISS Kosmonaut filmt 5 UFOs über der Erde: Weltraumschrott, Satelliten, Asteroiden, “Starlink” oder …? +++ Video +++

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VIDEO: ISS-Kosmonaut filmt UFOs über der Erde (Bilder: I. Vagner / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: ISS-Kosmonaut filmt UFOs über der Erde (Bilder: I. Vagner / Montage: Fischinger-Online)

Immer wieder wird in der UFO-Community davon berichtet, dass Astronauten oder Kosmonauten UFOs im Welttraum sahen. Selbst Fotos und Videos dieser “§Un bekannten Objekte” sollen davon gemacht worden sein. Zum Beispiel von Bord der Internationalen Raumstation ISS aus. Deren Bordkameras haben in der Vergangenheit immer wieder für vermeintlichen “UFO-Alarm” gesorgt. Ähnlich wie vor einiger Zeit, als der Kosmonaut Ivan Vagner selber ein solches “UFO-Video” verbreitet. Aufgenommen hatte er es von Bord der ISS aus. Was ist darauf zu sehen? Mehr über dazu erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video.


UFOs im All und an ISS

UFOs kommen – wenn sie denn wirklich außerirdischen Ursprunges sind – per Definition aus dem Weltraum. “Andere Dimensionen” einmal außen vor gelassen …

Was liegt da näher, als dass es im Weltraum rund um die Erde auch und vor allem zu UFO-Sichtungen kommt? Kommen sollte. In der UFO-Forschung kursieren tatsächlich zahlreiche Berichte von UFO-Sichtungen und auch UFO-Fotos im Erdorbit. Von Astronauten ebenso wie von Kosmonauten. Immer wieder sollen sie “Unbekannte Flugobjekte” gesehen und zum Teil sogar gefilmt haben.

Derartige UFO-Sichtungen im All sind heute zahlreicher denn je. Grund ist, dass die NASA und andere Weltraumagenturen wesentlich mehr Fotos und auch Videos aus dem Orbit (und von anderen Planeten) vorliegen haben und veröffentlichen. Dazu kommen Live-Streams aus dem All, die beispielsweise von der Internationalen Raumstation ISS aus gesendet werden.

Auf all diesen Dokumenten glauben immer wieder Menschen UFOs zu erkennen. Versehentlich aufgenommen und zur Erde gesandt. Fast immer sind es dabei nur irgendwelche Lichtpunkte, die zum Teil in der UFO-Szene als “echte UFOs” gedeutet werden. Für Skeptiker sind solche UFOs nichts weiter als Weltraumschott, Reflexionen in der Kamera oder im Fenster, Eis/Eiskristalle, Satelliten usw.

Kosmonaut heizte Spekulationen selber an

Diese UFO-Kritiker betrachten nicht selten all jene, die nach solchen unbekannten Objekten auf Aufnahmen aus dem All suchen, mit einem müden Lächeln. Doch jetzt hat der Russische Kosmonaut Ivan Vagner selber ein solches “UFO-Video” aus dem All verbreitet. Aufgenommen von Bord der ISS aus.

Zwar sieht man auch hier nur “Lichtpunkte”, die in gleichem Abstand in einer Reihe durch das Bild zu fliegen scheinen, doch der Kosmonaut reizte selber zu Spekulationen. Denn seinen Aussagen nach weiß er selber nicht, was er da gefilmt hat und weitere Untersuchungen wären eingeleitet worden. Handelt es sich vielleicht einfach um die “Starlink”-Satelliten von Elon Musk, die Ivan Vagner (warum auch immer!) nicht erkannte. Darauf verwies bereits der YouTuber “Apaiss” in einem Video.

In der Tat sind diese Satelliten immer wieder Auslöser für UFO-Meldungen – hier auf der Erde.

Was sagt Ihr zu diesen Punkten, die der Kosmonaut von Bord der ISS filmte? Und was denkt Ihr, warum hat Ivan Wagner auf Twitter diese Aufnahmen veröffentlicht?

Alles dazu in diesem Video auf YouTube.

Bleibt neugierig …

Video vom 20. August 2020 auf Fischinger-Online

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Lars A. Fischinger

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Weltraum-Bergbau: Die USA und Luxemburg wollen gemeinsam Rohstoffe auf dem Mond und Asteroiden ausbeuten

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Bergbau im All: Die USA und Luxemburg wollen gemeinsam Rohstoffe im All ausbeuten (Bild: NASA)
Weltraum-Bergbau: Die USA und Luxemburg wollen gemeinsam Rohstoffe im All ausbeuten (Bild: NASA)

Die USA und der Kleinstaat Luxemburg wollen zukünftig gemeinsam Weltraum-Bergbau und Rohstoffabbau im All betreiben. Darauf haben sich am 10. Mai der US-Handelsminister Wilbur Ross und der Luxemburgische Wirschaftsminster Etienne Schneider in einem Vertrag geeignet. Zukünftig wollen die beiden Staaten gemeinsam im All wertvolle Rohstoffe ausbeuten und so eine Art kosmisches Handessmonopol schaffen. Etwa durch Bergbau auf dem Mond oder Asteroiden. Hierbei geht es um Billionen von US-Dollar und durchaus auch um die Zukunft des Planeten und der Menschheit. Alle Details zu dieser Vereinbarung und die Hintergründe erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Weltraum-Bergbau

Es klingt wie Science-Fiction aus der Traumfabrik Hollywood – und ist es auch. Noch. Denn Ideen, Konzepte und auch Träumereien über einen Bergbau im Weltraum gibt es schon viele Jahrzehnte. Doch Rohstoffabbau auf dem Mond oder wertvolle Ressourcen auf Asteroiden im All ausbeuten wird es eines Tages fraglos geben. Weltraum-Bergbau ist dafür heute die schlicht Bezeichnung.

Theoretische Pläne dafür liegen durchaus vor. Was jedoch fehlt ist die kostspielige Technologie, um solche Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Vor allem aber fehlt es aber am wirtschaftlichen Nutzen und Sinn für einen realen Weltraum-Bergbau. Genau das wollen die USA und Luxemburg in Zukunft ändern. Zumindest wollen die beiden Staaten für de “Tag X” vorbereitet sein, weshalb sie in Luxemburg eine Kooperation für zukünftigen Bergbau im All vereinbart haben.

Die kommerzielle Ausbeutung bzw. Nutzung des Alls ist bisher eher mager. Steinreiche Touristen können zwar Flüge ins All buchen, aber das war es auch schon. Doch der Kosmos ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Goldgrube, die man “nur” öffnen muss. Sowohl auf den unzähligen Asteroiden unseres Sonnensystems als auch auf unserem Erdtrabanten lagern schier unerschöpfliche Rohstoffquellen. Diese “anzuzapfen” ist das Ziel.

Als einen “historischen Meilenstein” und “Beginn einer außergewöhnlichen Beziehung” bezeichneten die USA und Luxemburg ihre jetzt vereinbarte Zusammenarbeit. Diese Kooperation wäre für die beiden Staaten ein “Billionen-Dollar-Weltraumgeschäft”, so US-Handelsminister Wilbur Ross. In einer offiziellen Erklärung der Regierung in Luxemburg heißt es unter anderem dazu:

Aus diesem Anlass haben Wilbur Ross und der stellvertretende Ministerpräsident, Wirtschaftsminister Étienne Schneider, ein Kooperationsabkommen im Bereich der Raumfahrt zwischen Luxemburg und den Vereinigten Staaten unterzeichnet. Dieses Abkommen wird die Zusammenarbeit zwischen dem Großherzogtum und den Vereinigten Staaten auf dem Gebiet der Raumfahrt verstärken und gestalten und somit zur kontinuierlichen Entwicklung des Luxemburger Raumfahrtsektors auf internationaler Ebene beitragen.”

Goldgrube Weltraum

Bodenschätze müssen nicht zwangsläufig im Erdboden liegen. Sie sind auch auf dem Mond und aus Asteroiden zu finden. Hier wird vor allem gerne auf das Helium 3-Isotop auf unserem Erdtrabanten verwiesen, das vielleicht eines Tages die irdischen Energieprobleme lösen könnte. Und zwar durch eine saubere und umweltschonende Energie. Doch auch Rohstoffe wie Nickel, Eisen, Platin oder Zink finden sich im All vor unserer Haustür. Auch Gold.

Angesicht schwindender Rohstoffe auf unserem Planeten an lohnendes Geschäft der Zukunft. Man muss dieses Material nur von Asteroiden abbauen und zur Erde bringen. Überlegungen aus dem Bereich des Weltraum-Bergbau spielen etwa mit dem Gedanken, dass man Asteroiden einfängt und in eine Umlaufbahn um den Mond oder die Erde bringt. Grundsätzlich technisch machbar.

In diesem Orbit könnten dann automatische Roboter oder sogar Menschen mit den Abbau der Rohstoffe beginnen und sie relativ bequem aufgrund der Nähe zur Erde zu uns bringen. So heißt es beispielsweise zu dieser “Industriellen Revolution 2.0” unter anderem:

Hochrechnungen ergeben, dass schon ein Objekt mit einem Kilometer Durchmesser den Metallbedarf unserer Industrie für Jahrzehnte decken könnte.

Doch jede Hochrechnung verliert ihre Bedeutung, wenn nicht das ‘Wo?’ und ‘Wie?’ geklärt ist – Fragen, die mit unserer derzeitigen Technik tatsächlich nur schwer zu beantworten sind. (…)

Dass sich die Menschheit zukünftig mit Ressourcen aus dem All behelfen wird, scheint also nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Die Idee des asteroid mining ist zwar schon mehrere Hundert Jahre alt; doch erst in unserer modernen Welt ist sie keine Utopie mehr.

Ein Technologie-Traum, der trotzdem noch lange zeit Utopie bleiben wird. Auch wenn zum Beispiel bereits vor 10 Jahren in Seattle die Firma ” Planetary Resources” gegründet wurde, die Weltraum-Bergbau betreiben will. Ähnliche Firmen wie etwa “Deep Space Industries” folgten.

Billionen Dollar warten

Das kleine Land Luxemburg will bei diesen (noch) Träumen mitmischen und hat bereits dafür eine gesetzliche Regelung getroffen. Etwa 20 Firmen haben sich bereits in der “Luxembourg Space Agency” (LSA) versammelt. Eine nationale Weltraumagentur des Großherzogtums, die aus dem 2016 ins Leben gerufenen Projekt “Projekt “Space Resources” geboren wurde. Unter dieser Gesellschaft sollen Raumfahrt-Experten den Schritt zum Bergbau im All realisieren.

Luxemburg ist zwar eines der kleinsten Länder in der EU und in der Öffentlichkeit eher als Steueroase bekannt, aber es mischt schon seit Jahren im Weltraum mit. Bereits heute erwirtschaftet das Land zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts im Weltraum bzw. mit Weltraumtechnologien. Selbst die USA können davon nur träumen.

Mit Förderung aus der Staatskasse wurde 1985 die Satellitengesellschaft “SES” in Luxemburg gegründet, die heute der größte kommerzielle Satellitenbetreiber der Welt ist. Das Unternehmen für Kommunikationssatelliten brachte dem Land damit nicht nur Geld sondern auch Ansehen in der Raumfahrt. Ein Land von Vordenkern, deren Investitionen sich auszahlten.

Der Luxemburgische Wirschaftsminster Etienne Schneider dazu:

Schon heute nimmt Luxemburg mehr Platz im Weltraum ein als auf der Erde. Die USA und Luxemburg mögen sich in ihrer Größe unterscheiden. Aber sie haben das gemeinsame Ziel, eine kommerzielle Raumfahrtindustrie zu entwickeln.

Viele wollen an diesen im All wartenden Billionen Dollar mit verdienen. Natürlich und vor allem auch die USA als führende Weltraumnation (obwohl es diesmal nicht im Öl geht …).

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Private Start-Up-Unternehmen und Privatpersonen schließen sich bei diesen zukunftsweisenden Geschäften und Ideen an. Elon Musk, Gründer von “PayPal” und Inhaber des Weltraumunternehmens “SpaceX” sowie der Elektroauto-Firma “Tesla” ebenso wie Google-Gründer Larry Page. Aber auch Hollywood-Regisseur James Cameron, der in Sachen Weltraum-Kommerzialisierung nach seinem Science-Fiction-Horrofilm “Aliens – Die Rückkehr” (1986) gewisse “Erfahrungen” hat …

Wer also in Zukunft im Weltraum Geld mit Rohstoffgen verdienen will, muss frühzeitig die entsprechenden Weichen Stellen. So wie es Luxemburg und die USA jetzt getan haben. Obwohl Vorhaben wie eben die Ausbeutung von Himmelskörpern im All alles andere als unumstritten sind, die in diesen Blog-Artikeln HIER & HIER dargelegt.

Science-Fiction – mit ernsthaften Hintergrund?

Keine Nation oder kein privates Unternehmen kann mal eben zu einem Asteroiden fliegen, diesen einfangen und in Richtung Erde bringen und dann dort beginnen Rohstoffe abzubauen. Hierzu bedarf es noch zahlreicher neuer Technologien und wirtschaftlicher Auslöser.

Die Befürworter des kosmischen Bergbau argumentieren ausnahmslos damit, dass die Menschheit ohne neue Rohstoffquellen keine Zukunft haben wird. Endliche Ressourcen auf der Erde sind eben irgendwann erschöpft. Also muss man neue Quellen erschließen, um die Zivilisation und natürlich die Wirtschaft des Planeten weiter am Laufen halten zu können. Und so bleibt nur der Griff zu anderen Himmelskörpern.

Auch wenn es es sich für den Otto Normalverbraucher vollkommen absurd anhören mag, ist das so. In erster Linie geht es ums Geld, um das reine Geschäft der Zukunft. Das streiten die Beteiligten auch nicht ab. Niemand spricht hier ganz uneigennützig von seinen visionären Plänen, die er “zum Wohle der Menschheit” gerne realisieren möchte. Wie bei allem, was mit Raumfahrt zu tun hat, ist natürlich auch Weltraum-Bergbau in der Kritik.

Warum zu den Sternen greifen, wenn es genug auf dieser Welt zu erledigen gibt, so argumentieren diese Kritiker. Warum nicht andere Materialien, künstliche Rohstoffe und neue Energiequellen auf diesem Planeten entwickeln, bevor man das All ausbeutet? Sollten wir wirklich Milliarden und noch mehr Milliarden investieren, um ein paar Kilo Rohstoffe zu Erde zu bringen?

Rohstoff-Krake Menschheit

Nachvollziehbare und richtige Argumente.

Nur muss man meiner Meinung nach hier weiter und parallel denken. Die Entwicklung und Erschließung neuer Rohstoffe oder Rohstoff-Erfindungen und Technologien wird durch Bergbau im All ja nicht hinfällig. Diese laufen schon viele Jahre und werden weiter laufen. Eine wachsende planetare Zivilisation muss in viele unabhängige Richtungen denken. Viele Quellen ergeben das ganze. Auch ein Ozean wird nicht nur nur aus einer Quelle gespießt.

Bis sich Rohstoffgewinnung im All aber wirtschaftlich rechnen wird, werden noch mindestens Jahrzehnte vergehen!

Google gilt vollkommen zurecht als “Daten-Krake” und die Menschheit ist nun einmal eine “Rohstoff-Krake”. Daran gibt es nichts zu rütteln. Von einer friedlichen Nutzung der Rohstoffe des Alls als eine Spezies sind wir aber noch Lichtjahre entfernt. Ein Blick auf die Konflikte einst und jetzt zeigt das leider sehr deutlich. Und immer geht es um Rohstoffe.

Demnach ist es nur sinnvoll, dass man auch außerhalb der Erde für eine ferne oder vielleicht noch ferner Zukunft nach neuen Rohstoffquellen sucht. Konflikte sind aber wohl auch hier vorprogrammiert …

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Konferenz zur Gefahr aus dem All: Auch die ESA will Weltraumschrott und Asteroiden abwehren und kontrollieren (+ Video)

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Gefahr aus dem All - Auch die ESA will Weltraumschrott abwehren und kontrollieren (Bild: PixaBay/gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Gefahr aus dem All. Auch die ESA will Weltraumschrott abwehren und kontrollieren (Bild: Pixabay/gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Seit dem Beginn des Raumfahrtzeitalters hat die Menschheit tausende Raketen, Satelliten und Raumfahrzeuge in das All geschickt. Vor allen in den sehr nahen Erdorbit, wo diese Technologien der Raumfahrt mehr und mehr zu einem Problem werden. Inzwischen wimmelt es im Orbit von Weltraumschrott, der sich dort oben in über fünf Jahrzehnten angesammelt hat. Ein wachsender außerirdischer Schrottplatz umkreist unseren Planeten, der zunehmend zu einem handfesten Problem für die Raumfahrt wird. Während US-Präsident Donald Trump 2018 noch verlacht wurde, als er unter anderem gegen diese Bedrohung eine “Weltraum-Armee” ins Leben rufen wollte, diskutiert aktuell auch die ESA, wie man diese wachsenden Bedrohung im und aus dem All kontrollieren kann. Mehr erfahrt Ihr in diesem Beitrag


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Gefahr aus dem All

Während einst die reale Gefahr aus dem All ausschließlich von Asteroiden und Kometen ausging, sieht das heute ganz anders aus. Nicht nur die Gallier hatten Angst, dass ihnen der “Himmel auf dem Kopf fällt”, sondern auch die heutige Raumfahrt.

International wird in den letzten Jahren verstärkt auf das hausgemachte Problem des Weltraummüll hingewiesen. Durch tausende Raketen mit Satelliten & Co., die wird Menschen inzwischen in das All geschossen haben, haben wir unseren Erdorbit wortwörtlich zugemüllt. Millionen künstliche Objekte umkreisen inzwischen unseren Planeten, die durch Raumfahrt und Weltraumforschung im All zurückgeblieben sind.

Dieser Müll ist eine Gefahr. Für uns Menschen auf der Erde ebenso, wie für Astronauten und Satelliten im Orbit. Die allermeisten Müllteile sind klein und damit keine Gefahr aus dem All hier auf der Erde. Zum Beispiel Schrauben oder Metallstücke. Diese verglühen in der Atmosphäre und treffen nicht die Erde. Auch die meisten defekten oder ausgemusterten Satelliten im Orbit verglühen beim Wiedereintritt und schaffen es deshalb nicht bis zur Erdoberfläche.

Hier kommt es auf Größe, Masse, Material und den Eintrittswinkel der Objekte an, denn hin und wieder schafft es dieser Schrott tatsächlich bis auf die Erde. Beispielsweise machen im Netz nicht selten Fotos von Treibstofftanks die Runde, die plötzlich vom Himmel gefallen sind.

Gefahr im All

Die wirklich Gefahr besteht im All selber. Weltraummüll aller Art und Größe rast mit mehreren zehntausend Stundenkilometern um unseren Planeten. Aufgrund dieser Geschwindigkeiten sind solche Objekte wahre Bomben, wenn sie beispielsweise die Internationale Raumstation ISS oder einen  Satelliten treffen. Schon ein von einem Astronauten versehentlich verlorenes Werkzeug kann bei einer Kollision mit einem Satelliten diesen vollkommen zerstören.

Raketenstufen oder inaktive und defekte Satelliten sind große Objekte im All. Zu tausenden umrunden sie unseren Planeten und werden dabei überaus aufmerksam von den Raumfahrtbehörden beobachtet. Diese Geschosse sind meistens erfasst und ihre Bahnen werden sehr genau verfolgt. So muss etwa auch beim Start einer Rakete in den Orbit erst auf ein Startfenster gewartet werden, damit die Flugbahn frei von derartigen Weltraummüll ist.

Solche Objekte werden mit der Ausweitung der Raumfahrt immer mehr. Nicht nur die USA, China oder die Europäer schicken bekanntlich Raketen ins All, sondern auch die private Raumfahrt nimmt stetig zu. Und damit wächst auch die Müllhalte im All kontinuierlich. Hier muss dringend aufgeräumt werden!

Müllsammeln mit der US-“Space Force”

Die großen Müllteile im All sind nicht unbedingt das Problem. Sie könne beobachtet und deren Bahnen verfolgt werden. Trotzdem müssen auch sie eines Tages von dort oben verschwinden, wenn Raumfahrt nicht irgendwann zu einem vollkommen unkalkulierbaren Risiko werden soll. Hier könnte sich tatsächlich ein ganzer Geschäftszweig einer Müllbeseitigung im All entwickeln. Ein Milliardengeschäft.

Wer aber wird führend bei diesem Geschäft sein? Die USA mit der NASA, eine private Raumfahrfirma wie “SpaceX” oder irgendein anderes Land? Genau das dachte sich auch US-Präsent Donald Trump im Sommer 2018, als dieser die Schaffung einer “Space Force” der USA beschloss. Was darauf folgte war ein allgemeines Kopfschütteln in den Massenmedien über den Präsidenten. Doch nur deshalb, weil sie bei der durchaus ungeschickten Bezeichnung “Space Force” sogleich an Militär, Abwehr von Aliens oder “Krieg der Sterne” dachten.

Genau genommen, wie im Juni 2018 in diesem Blog-Beitrag HIER ausführlich dargelegt, will der US-Präsident damit aber nur den Löwenanteil an der zukünftigen Raumfahrt für sein Land sicher. Dazu zählt neben anderen wirtschaftlichen Interessen im All eben auch das Thema Weltraumschott. Ein Zukunftsgeschäft, das Trump nicht Europa oder Russland überlassen will.

“Weltraumsicherheitskonferenz”

Obwohl eine ganze Reihe von “Weltraumverträgen” existieren, wie in diesem Blog-Artikel HIER vom 14. Mai 2018 ausgeführt, muss beim Thema Weltraumschott gehandelt werden.

Hierzu gibt es seit Jahren verschiedene Überlegungen, die eines gemeinsam haben: Kleine Objekte im Erdorbit sind schon lange außer Kontrolle. Sie sind einfach zu klein, als das man diese registrieren, kontrollieren und notfalls anwehen kann. Leider ist das aber die überwiegende Mehrzahl, aus dem der Weltraumschott besteht. Eine heranrasende kleine Bombe dieser Art bemerkt man erst, wenn es zu spät ist …

Also heißt es im Fall Welttraumschott nicht klein anfangen, sondern groß. Deshalb debattierte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) am 21. und 22. Januar genau über dieses Problem auf deren “Weltraumsicherheitskonferenz” in Darmstand. Die ESA erklärte dazu in ihrer Pressemitteilung vom  11. Januar 2019:

Die Weltraumumgebung weist zahlreiche natürliche und menschengemachte Bedrohungen auf, die ein Risiko für Leben und Eigentum darstellen und Infrastrukturen in der Umlaufbahn und auf der Erde beeinträchtigen können.

Die ESA arbeitet an neuen Vorhaben und Missionen wie der Mission Hera zu einem binären Asteroidensystem, der Weltraumwettermission L5 zum Lagrangepunkt L5 und Konzepten für die Überwachung und Entfernung von Weltraumtrümmern, um sich diesen Problemen zu stellen. Führende ESA-Experten in den Bereichen Planetenschutz, Weltraumwetter und Weltraumtrümmer werden eine umfassende Einführung in diese Themenkreise geben.”

Bis zu 1.600 Satelliten sind augenblicklich im Erdorbit unterwegs, so Rüdiger Jehn von der ESA. “Mehrere tausend Objekte” sind es inzwischen oder kommen in den nächsten Jahren hinzu. Die Kollisionsgefahr im All steige deshalb ständig und es muss dringend etwas dagegen getan werden, so Jehn.

Aufräumen im Erdorbit

200 Millionen Euro sind erst vor Kurzem für ein Programm eingeplant worden, um gefährliche Objekte im All abzuwehren. Eine europäische “Space Force”, wenn man so will. Angesichts der Kosten für die Raumfahrt allgemein, ein eher normaler Betrag.

Konzepte für eine Abwehr von Weltraumschrott liegen unlängst in der Schublade. Zum teil sind sie sogar bereits erprobt. So könnte man beispielsweise inaktive, zerstörte oder aufgebrauchte Satelliten mit einem Netz einfangen und so sicher. Auch wenn das fast schon “primitiv” klingen mag, funktioniert diese Methode im All. Sie funktioniert aber nur, wenn man weiß wann und wo sich ein solches Objekt im Orbit befindet. Bekanntermaßen ist das längst nicht bei allen so.

Wie allerdings kleine Objekte Weltraumschott beseitigt werden können, ist bisher vollkommen offen. Auch wenn Kollisionen selten sind, sind sie möglich. Man muss auch bedenken, dass es nicht immer klar ist, wer was genau in eine Umlaufbahn schießt. Schließlich gibt es auch genügend geheime Weltraumprojekte, wenn allein an das Thema Spionage denkt.

Überhaupt keine Kontrolle hat man auch dann, wenn zwei Objekte miteinander kollidieren. Stoßen zwei Satelliten zusammen erzeugen sie geradezu eine Wolke aus aus großen, kleinen und kleinsten Trümmern, die sich unvorhersehbar im All verteilt. Stößt eines dieser Stücke mit der Internationalen Raumstation zusammen, kommt es im schlimmsten Fall zur Katastrophe. Ein faustgroßes Metallteil mit einer Aufprallgeschwindigkeit von rund 30.000 Stundenkilometern ist schlicht und einfach eine Bombe!

Weltraumsicherheit

Weltraumschott ist nicht die einzige Gefahr “da oben”. So schreibt die ESA in ihrer Mitteilung zur “Weltraumsicherheitskonferenz”:

Die Weltraumsicherheit ist mit zahlreichen Themen wie dem Umgang mit Weltraumtrümmern, der rechtzeitigen Warnung vor Auswirkungen des Weltraumwetters oder der Aufspürung und der Bahnablenkung von Asteroiden ein aufstrebendes Gebiet, dem im Vorschlag des ESA-Generaldirektors für die nächste Ministerratstagung ‘Space19+’ im November 2019 Rechnung getragen wird.

Asteroiden sind im All eine Gefahr und selbstverständlich auch hier auf der Erde. Auch diese Bedrohung wird seit Jahren diskutiert, nicht nur von der ESA und nicht erst seit seit dieser Konferenz. Vielmehr ist es so, dass die Gefahr durch Asteroiden wesentlich früher in den Fokus rückte, als Gefahren durch “modernen” Weltraumschott.

Hierfür gibt es ganz einfache Gründe. Einschläge von Asteroiden auf der Erde oder deren Detonation in der Atmosphäre sind um ein Vielfaches verehrender, als der Niedergang von Weltraumschott. Obwohl es bei Asteroiden natürlich ebenfalls auf ihre Größe und Beschaffenheit ankommt. In der Regel sind Asteroiden jedoch wesentlich größer und massiver als ein Stück Weltraumschott, dass es bis zum Erdboden schafft. Im schlimmsten Fall kann so ein Geschoss aus dem All hunderte Meter oder sogar einige Kilometer Durchmesser haben. Eine Gefahr für Millionen Menschen!

Bomben aus dem All

Solchen natürlichen Gefahren stehen wir bisher praktisch wehrlos gegenüber. Erdnahe Asteroiden, sogenannte “Near Earth Objects” (NEO), werden auch überwacht. Ähnlich wie Weltraumschott. Plötzlich ankommenden Asteroiden auf Kollisionskurs sind ein unkalkulierbares Risiko, dass schon Jahrzehnte im Fokus der Weltraumforschung steht.

Theoretische Konzepte zur Asteroiden-Abwehr existieren bereits seit Jahrzehnten. Von einer Bahnablenkung bis zur Sprengung der Objekte wurde dabei bereits gedacht. In der Theorie ist das alles wunderbar durchdacht. Genau deshalb gehören auch diese Bomben aus dem Kosmos zum Thema der “Weltraumsicherheitskonferenz” der ESA bzw. deren Forschungen. Die NASA ist hierzu natürlich ebenfalls aktiv, wie zum Beispiel in diesem Blog-Beitrag HIER bereits im Januar 2016 berichtet.

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Schon zu Beginn der Raumfahrt machten sich Weltraumforscher Gedanken über eine Asteroiden-Abwehr. Und so sind die Konzepte, die wir heute haben, in vielen Teilen identisch mit denen, die schon vor 50 und mehr Jahren erdacht wurden. Beliebt ist dabei in Hollywood vor allem die alte Idee, dass man ein gefährliches Objekt mit Atomraketen zerstört. Von solchen Überlegungen ist man heute weitestgehend ab.

Heute stellt man sich weit weniger zerstörerische Methoden zur Asteroiden-Abwehr vor. Etwa, in dem man ihn einfach ablenkt, in dem man dem Asteroiden einen “Stoß” versetzt.

“Asteroid Impact Mission“

Die ESA selbst hatte in diesem Zusammenhang einst große Pläne, über die HIER berichtet wurde. Sie plante das Projekt “Asteroid Impact Mission” (AIM), mit der Techniken zur Asteroiden-Abwehr entwickelt und erforscht werden sollten. Das Projekt sollte erproben, ob und wie es möglich ist, Asteroiden aus Kollisionskurs abzulenken, um so einen vielleicht sogar verehrenden Einschlag zu verhindern.

Geplant während der “Asteroid Impact Mission“ zwei Mini-Satelliten und ein Lander zu dem Asteroiden “Didymos” zu schicken. Ziel war der 150 Meter kleine Mond mit Namen “Didymoon” des Asteroiden, den man mit AIM ablenken und in “Didymos” einschlagen lassen wollte. Die Wissenschaftler versprachen sich daraus Erkenntnisse, ob und wie sich die Flugbahn des Asteroiden durch diesen Einschlag ändert. So ließen sich Rückschlüsse ziehen, wie man in Zukunft einen Asteroiden auf Erdkurs an unserem Planeten vorbei lenken könnte.

Die Ironie ist mit Blick auf die aktuelle “Weltraumsicherheitskonferenz” der ESA, dass das Projekt Anfang Dezember 2016 gestrichen wurde. Es viel Sparmaßnahmen zum Opfer, obwohl es “nur einige zehn Millionen Euro” gekostet hätte, so der Planetenforscher Patrick Michel vom französischen Zentrum für Wissenschaftliche Forschung in Nizza. Er kommentiere die Streichung der Mission damals unter anderem mit den treffenden Worten:

Ein cooles Projekt wurde gekillt, weil es – auch kurzfristig – an Vision und Mut fehlt. Und das ist wirklich traurig.

Andere Missionen dieser Art werden sicher kommen. Hoffentlich wesentlich eher als ein Asteroid …

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Vertane Chance zur Rettung der Menschheit? ESA streicht Asteroiden-Abwehr-Projekt “Asteroid Impact Mission”

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Vertane Chance zur Rettung der Menschheit? ESA stoppt Asteroiden-Abwehr-Projekt "Asteroid Impact Mission" (Bild ESA-Science Office)
Vertane Chance zur Rettung der Menschheit? Asteroiden-Abwehr-Projekt “Asteroid Impact Mission” der ESA wurde eingespart (Bild: ESA-Science Office)

Die Vergangenheit unseres Planeten hat gezeigt, dass die Existenz der Menschheit permanent vor ihrem Ende stehen könnte. Asteroiden und Kometen aus dem All bedrohen theoretisch jeden Tag das Leben auf Erde. Die Massensterben der Vergangenheit könnten sich wiederholen und das Leben auf der Erde wird eines durch den Einschlag eines Asteroiden aus dem Kosmos bedroht werden. Da sind sich Astronomen einig. Einig sind sie aber auch darin, dass unsere Spezies ein solche Bedrohung abwehren könnte. Das Projekt “Asteroid Impact Mission” (AIM) der europäischen Weltraumorganisation ESA sollte ein Schritt in Richtung Asteroiden-Abwehr sein. Doch AIM fiel jetzt Sparmaßnahmen der ESA zum Opfer. Eine vertane Chance für die Zukunft der gesamten Menschheit?

 

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Überall muss gespart werden – auch in der Raumfahrt. Das ist kein Geheimnis und unzählige ehrgeizige Missionen im All,. die man hätte durchführen können und wollen, wurden bisher nie in die Tat umgesetzt. Man denke da an all die Träumereien von Mondbasen oder Missionen zum Mars.

Doch jetzt hat auch die Europäische Weltraumagentur ESA bei einem Treffen am 2. Dezember in Luzern in  der Schweiz den Sparstift angesetzt. Dabei hat der Ministerrat der ESA über ihre zukünftigen Ausgaben debattiert und hierbei ein Weltraumprojekt gestrichen, dass Teil der Erforschung zur Abwehr von Asteroiden sein sollte.

ISS und Mars: ja – AIM: nein

Diktiert wurden in Luzern eine Reihe von Finanzierungen der ESA in der nahen Zukunft. Beschlossen wurde etwa, dass sich die ESA-Weltraumagentur bis zum Jahr 2024 an der Nutzung der Internationalen Raumstation ISS weiter beteiligen wird. Die Mitgliedsländer der ESA, immerhin 22 Staaten, haben für die weitere Nutzung der ISS 960 Millionen Euro freigegeben. Eine enorme Summe, ohne Frage.

Das „Auge Afrikas“ in Mauretanien: ist die ca. 40 Kilometer riesige Kreisstruktur wirklich von Menschenhand? (Bild: Google Earth / static.panoramio.com)
Das „Auge Afrikas“ in Mauretanien: ist die ca. 40 Kilometer riesige Kreisstruktur wirklich von Menschenhand? (Bild: Google Earth / static.panoramio.com)

10,3 Milliarden Euro Ausgaben haben die Mitglieder der ESA insgesamt für die nächsten Jahre geplant und beschlossen. 11 Milliarden waren eigentlich angedacht. “Ein großer Betrag”, wie ESA-Chef Jan Wörner betont. Aber eben nicht groß genug. Denn gespart werden soll bei der “Asteroid Impact Mission” (AIM), mit der eigentlich Techniken zur Asteroiden-Abwehr entwickelt und erforscht werden sollten. Die ESA wollte mit AIM erproben, ob und wie es möglich ist, Asteroiden, die auf der Erde einzuschlagen drohen, von ihrem Erd-Kurs abzulenken, um so einen vielleicht sogar verehrenden Einschlag zu verhindern. In letzter Konsequenz sogar den Weltuntergang.

Geplant war im Rahmen der “Asteroid Impact Mission“, dass von der ESA zwei Mini-Satelliten und ein Lander zu dem Asteroiden “Didymos” geschickt werden. Dieser Asteroid selber hat wiederum eine Art Mond mit Namen “Didymoon” von rund 150 Metern Durchmesser, der ihn umrundet. Und genau diesen Mini-Mond wollte man mit AIM auf den Asteroiden “Didymos” einschlagen lassen und so feststellen, wie und ob sich die Flugbahn des Asteroiden ändert. Vereinfacht gesagt wollte die ESA den Asteroiden von seiner Flugbahn durch den “Beschuss” mit seinem eigenen Mond ablenken.

Leider aber fehlten innerhalb der 22 Mitgliedsstaaten ausreichende Zusagen für die Finanzierung der Mission. Obwohl, zumindest laut dem Magazin “Nature” am 2. Dezember, “nur einige zehn Millionen Euro” für das Asteroiden-Projekt fehlten. Der Planetenforscher Patrick Michel vom Französischen Zentrum für Wissenschaftliche Forschung in Nizza wird in “Nature” mit den Worten zitiert:

Ein cooles Projekt wurde gekillt, weil es – auch kurzfristig – an Vision und Mut fehlt. Und das ist wirklich traurig.

Prof. Stephen Hawking warnt in einem Interview vor dem Untergang der Menschheit - Und spekuliert auch, wie wir den Weltuntergang überleben können ... (Bild: NASA/JPL / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
VIDEO auf YouTube: Stephen Hawking warnt: Die Menschheit wird untergehen! Und wie unsere Spezies das Ende der Welt doch überleben könnten. (Bild: NASA/JPL / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Immerhin geht es aber mit der Erforschung des Mars durch die ESA weiter. Die Mission “Exomars“, bei der die Europäer in Zusammenarbeit mit Russland 2020 einen Rover auf dem Mars landen wollen, bekam 440 Millionen Euro zusätzlich zugesprochen. Die mit großer Spannung erwartete Landung der ESA-Mars-Sonde “Schiaparelli” am 19. Oktober 2016 ist hier sicher vielen noch im Gedächtnis. Bekanntlich schlug diese auf dem Mars auf und explodierte dabei wahrscheinlich, so dass die Mission ein zu einem Fehlschlag wurde. Diese gescheiterte Lander-Mission war Teil der Mission “Exomars”, deren Fortführung nun also gesichert ist.

Chance vertan?

Millionen und Milliarden Euro und Dollar werden im wahrsten Sinne des Wortes in den Himmel geblasen. Da müssen auch die größten Weltraum-Enthusiasten der Weltraumbehörden Abstriche machen. Das war schon immer so und wird immer so sein. Aber hat die ESA mit ihrer Sparmaßnahme an der “Asteroid Impact Mission” eine echte Chance vertan? Eine Chance zur Rettung des Planten und der gesamten Menschheit?

Grundsätzlich ja.

Die durch die Mission gewonnen Erkenntnisse über die Beschaffenheit von Asteroiden oder auch der Entstehung des Sonnensystems einmal außen vor gelassen, wäre die AIM ein wichtiger Schritt zur Abwehr von Bomben aus dem All gewesen. Auch wenn wir wissen, dass Asteroideneinschläge bereits das Leben auf der Erde an den Rand der absoluten Vernichtung brachten, wissen wir nicht, wann es wieder soweit sein wird. “Kosmische Killer”, die fast alles höre Leben unseres Planten auslöschten, kann es aber immer wieder geben. Aber auch Einschläge kleine Killer-Asteroiden von einigen hundert Metern Durchmesser wären für die Menschheit je nach Einschlagsort verehrend. Und solche Himmelskörper gilt es eben abzuwehren um uns auf der Erde vor solchen Katastrophen zu schützen.

Das Ende der Welt - So will die NASA den Weltuntergang verhindern (Bilder. NASA / Montage: L. A. Fischinger)
Das Ende der Welt – So will die NASA den Weltuntergang verhindern (Bilder: NASA / Montage: L. A. Fischinger)

Ein zehn Kilometer großer Brocken aus dem All, ein sogenannten “Planeten-Killer”, muss ebenso abgewehrt werden, wie ein Asteroid mit “nur” 100, 300 oder 1000 Meter Durchmesser. Wie das geht, wissen wir in der Theorie sehr genau. Eben zum Beispiel dadurch, dass man die Umlaufbahn dieses Objektes dadurch ändert, dass ein Projektil auf diesen geschossen wird. Wenn genug Zeit bis zum Impakt bliebe, könnte schon eine geringe Änderung der Flugbahn dieses Asteroiden dafür sorgen, dass er die Erde verfehlt.

AIM wäre zu einer derartigen Maßnahme ein Schritt gewesen. Natürlich nicht der einzige zur Rettung unserer Zivilisation, da es eine ganze Reihe Überlegungen zur Asteroiden-Abwehr gibt. Grundsätzlich haben wir diese Technologien auch schon, wobei aber eben die praktischen Erprobungen fehlen. Ob in 100 Jahren, in 1000 Jahren oder in nur 10 Jahren eine solche Gefahr auf die Erde zu rast: sie wird es eines Tages wieder.

Für Schwarzmalerei ist jedoch kein Platz. Andere Missionen werden folgen und AIM ist auch nicht für immer und ewig begraben, wie es nach einem Asteroiden-Einschlag vielleicht unsere Zivilisation wäre. Nur muss man immer im Hinterkopf behalten, dass derartige Forschungsprojekte notwendig sind, um vielleicht eines Tages die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren.

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Lars A. Fischinger

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Projekt NEOShield: Asteroidenabwehr mit System

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Internationale Kooperation unter Leitung des DLR nimmt Arbeit auf
Wann genau der letzte große Einschlag eines Asteroiden auf der Erde geschah, ist nicht klar. Einschlagskrater aber gibt es viele, zum Beispiel das Nördlinger Ries in Bayern. Dass in Zukunft weitere Kollisionen folgen werden, dessen ist sich Alan Harris, Asteroidenforscher am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), sicher. In den nächsten dreieinhalb Jahren leitet er die im Januar 2012 gegründete internationale Kooperation “NEOShield” (Near Earth Object) – insgesamt 13 Partner aus Forschung und Industrie werden gemeinsam erforschen, wie Einschläge von Asteroiden und Kometen verhindert werden können. Untersucht wird unter anderem die Möglichkeit, Asteroiden durch den Einschlag einer Raumsonde von ihrer bedrohlichen Bahn abzubringen. Die Europäische Union unterstützt das Projekt mit vier Millionen Euro. Weitere 1,8 Millionen Euro steuern die beteiligten Partner bei.
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DLR: Asteroidenabwehr als Schwerpunkt

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Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat heute in Berlin die Schwerpunkte der Forschungsarbeiten für 2012 vorgestellt. Auf dem Gebiet der Raumfahrt wurde unter anderem die Leitung eines neuen europäischen Projektes übernommen, das sich mit Asteroiden und Kometen beschäftigt, die der Erde gefährlich werden könnten.

DLR 2012 – Forschung ist wichtige Investition für die Zukunft

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Gefahr aus dem All: Europa spannt Schutzschirm gegen Asteroiden auf

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Christoph Seidler bei Spiegel Online:

Abschleppen? Aus der Bahn kegeln? Oder doch gleich sprengen? Die Europäische Union lässt Forscher jetzt untersuchen, was sich gegen einen Asteroiden auf Crashkurs unternehmen ließe. Viele Optionen sind denkbar – nur einen Test mit Nuklear-Sprengköpfen schließen sie aus.

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VIDEO: Der Schwerkraft zum Trotz? Der “Magnetische Berg” in Pommern in Polen

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VIDEO: Der "magische Berg" in Polen - hier spielt angeblich die Schwerkraft verrückt (Bild: Fischinger-Online)
VIDEO: Der “magische Berg” in Polen – hier spielt angeblich die Schwerkraft verrückt (Bild: Fischinger-Online)

Spielt hier die Schwerkraft verrückt? In Polen führ in einem Waldgebiet eine Straße über einen kleinen Hügel, der als “magnetischer Berg” bekannt ist. Denn hier rollen scheinbar die Dinge bergauf – egal ob Flaschen oder Autos. Ich habe für Euch vor Ort den Test gemacht, wie Ihr in diesem YouTube-Video vom 7. Juli 2021 seht.


Magie in Polen?

Mystische Stätte und magische Orte gibt es viele auf der Welt. Bekannte und unbekannte. In Polen gibt es eine Straße über einen Hügel, auf dem scheinbar die Dinge bergauf rollen! Ich war für Euch vor Ort und habe es ausprobiert.

Hügel, an denen Autos, Flaschen, Bälle oder Dosen über eine Straße wie von Geisterhand den Berg hinauf rollen? Die gibt es in überall auf unseren Planeten. Magische Berge, Hexenhügel oder magnetische Hügel werden diese gerne genannt. Und stauend probieren Besucher diese “Magie” selber mit ihren Autos oder Flaschen aus. Tatsächlich: Sie rollen entgegen aller Erwartung hinauf, nicht hinunter.

Wie bei einem magischen Berg in Pommern in Polen, den ich für Euch besucht habe.

Spielt hier die Schwerkraft verrückt? Ist Magie am Werk? Landete hier einst ein fremdes Raumschiff oder schlug hier ein Asteroid ein, wie einige spekulieren? Verläuft hier eine Art Magnetfeldanomalie, eine Wasserader oder ist alles nur eine optische Täuschung, wie andere glauben?

Ich habe für Euch vor Ort den Test gemacht, wie Ihr in diesem YouTube-Video vom 7. Juli 2021 seht.

Bleibt neugierig …

Video vom 7. Juli 2021 auf Mystery Files

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Zwei neue Studien zu Oumuamua: “Wir haben wahrscheinlich das Rätsel um Oumuamua gelöst!” – es war ein “Exo-Pluto”

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Neue Studien zu Oumuamua: "Wir haben wahrscheinlich das Rätsel um Oumuamua gelöst!" (Bilder: S. Selkirk/ASU,& W. Hartmann / Montage: Fischinger-Online)
Neue Studien zu Oumuamua: “Wir haben wahrscheinlich das Rätsel um Oumuamua gelöst!” (Bilder: S. Selkirk/ASU & W. Hartmann / Montage: Fischinger-Online)

Hat das Rätsel um das interstellare Objekt Oumuamua jetzt ein Ende? Seit der Entdeckung des sonderbaren Himmelskörpers 2017 wird viel über die wahre Natur von Oumuamua spekuliert. Festzustehen schien nur, dass es von außerhalb unseres Sonnensystems stammt. Jetzt wurden gleich zwei neue Studien veröffentlicht, die angeblich das Rätsel um diesen Eindringling gelöst haben. Demnach sei es der trauriges Rest eines “Exo-Pluto”. Ein Stück eines Exoplaneten, der vor rund einer halben Milliarde Jahren in einem anderen Sonnensystem zerstört wurde.


Rätsel um Oumuamua gelöst?

Obwohl der erst im Herbst 2017 entdeckte Himmelskörper Oumuamua von außerhalb unseres Sonnensystems längst wieder auf den Weg zurück in den interstellare Raum ist, bleibt er Teil der astronomischen Forschung. Zahlreiche Studien und Spekulationen kursieren seit der Entdeckung des mutmaßlich zigarrenförmigen Objektes, über die auf diesem Blog und in YouTube-Videos immer wieder berichtet wurden. Einige Videos dazu findet Ihr am Ende.

Eine These sagt, dass Oumuamua ursprünglich aus dem Gebiet der Plejaden stammt. Eine andere sah in dem Objekt einen reinen Kometen oder Asteroiden, der seine ungewöhnlich Form dadurch bekam, da er über Milliarden Jahre hinweg von kosmischen Teilchen im interstellaren Raum abgeschliffen wurde. Und der Astrophysiker Professor Avi Loeb, dessen Buch zum Thema Oumuamua ich HIER vorstellte, vermutet sogar außerirdische Technologie hinter dem fremden Objekt. “Die Natur produziert solche Dinge nicht”, so Loeb Mitte Januar in einem Interview, über das ich HIER berichtete.

Alles mehr oder weniger Unsinn, sagen jetzt gleich zwei Studien, die in der Fachzeitschrift “Journal of Geophysical Researc” (HIER & HIER) erschienen. Beide stammen von den Forschern Alan Jackson und Steven Desch von der Arizona State University. Sie glauben, dass sie mit ihren Untersuchungen das Rätsel um Oumuamua wahrscheinlich gelöst haben:

Diese Forschung ist insofern aufregend, als wir wahrscheinlich das Rätsel um ‘Oumuamua’ gelöst haben und es vernünftigerweise als Teil eines ‘Exo-Pluto’ identifizieren können, eines Pluto-ähnlichen Planeten in einem anderen Sonnensystem. Bis jetzt hatten wir keine Möglichkeit zu wissen, ob andere Sonnensysteme Pluto-ähnliche Planeten haben, aber jetzt haben wir einen Teil von einem Durchgang durch die Erde gesehen.

So der Astrophysiker Desch am 16. März nach “Advancing Earth and Space Science”. Und Jackson ergänzt:

Es wurde wahrscheinlich vor etwa einer halben Milliarde Jahren durch einen Einschlag von der Oberfläche geworfen und aus seinem Heimatsystem geworfen.

Was aber ist ein “Exo-Pluto”?

Oumuamua: Der Reste eines “Exo-Pluto”?

Im Grunde nichts anders als ein Exoplanet, nur dass bekanntlich der Pluto in unserem Sonnensystem seit 2006 kein Planet mehr sein soll. Er wurde zu einem Kleinplaneten oder Zwergplaneten degradiert. Ganz böse ausgedrückt sogar nur noch zu einem transneptunischen Objekt (TNO – s. HIER). Und genau ein solcher Kleinstplanet in einem fremden Sonnensystem sei nach den Studien von Dasch und Jackson der Ursprung von Oumuamua. Dieser “Exo-Pluto” fand vor 0,4 Milliarden Jahren ein katastrophales Ende und wurde in Stück zerrissen. Eines dieser Stücke wäre das, was wir als Oumuamua heute kennen.

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Dabei war das Objekt ursprünglich wesentlich größer, glauben die Forscher. Auf seinem Weg durch den Weltraum habe Oumuamua 95 Prozent seiner Masse verloren und auch seine Form verändert. Grund sei, dass das Objekt aus gefrorenem Stickstoff bestünde:

Gefrorener Stickstoff erklärt die ungewöhnliche Form von Oumuamua. Die äußeren Schichten des Stickstoffeises sind geschmolzen und die Form des Objekts wurde immer flacher, wie ein Stück Seife, dessen äußere Schichten durch die Nutzung abgerieben werden.”

Und genau diese Art des festen Stickstoff kommt in unserem Sonnensystem auf Pluto vor. Hierdurch würden sich alle beobachteten Eigenschaften von Oumuamua rational erklären lassen, wie die Wissenschaftler betonen. Denn vor allem sorgte, neben der Form, der angebliche Rest eines Exoplaneten auch durch seine außergewöhnlichen Bahndaten bzw. Flugbahnen für Verwirrung und Spekulationen. So beschleunigte Oumuamua, was viele zu der Überlegung veranlasste, dass es Alien-Technologie oder sogar ein Raumschiff sei. Professor Desch:

Jeder interessiert sich für Außerirdische, und es war unvermeidlich, dass dieses erste Objekt außerhalb des Sonnensystems die Menschen an Außerirdische denken ließ. Aber in der Wissenschaft ist es wichtig, keine Schlussfolgerungen zu ziehen. Es dauerte zwei oder drei Jahre, um eine natürliche Erklärung zu finden – ein Stück Stickstoffeis -, die zu allem passt, was wir über Oumuamua wissen. Das ist in der Wissenschaft nicht sehr lange und viel zu früh, um sagen zu können, dass wir alle natürlichen Erklärungen ausgeschöpft haben.

Hiermit spielt er wohl vor allem auf die Ideen von Avi Loeb an, der die Spekulation über Technologie von Außerirdischen “salonfähig” machte. Wirkliche Beweise, da wir Oumuamua zum Beispiel nicht mal eben mit einer Raumsonde besuchen können, gibt es für keine der Hypothesen und Spekulationen.

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Theologie-Professor versus Prä-Astronautik: Ein interessanter Vortrag um die Astronautengötter, der in einem Ärgernis endet

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Theologie-Professor versus Prä-Astronautik - ein interessanter Vortrag um die Astronautengötter
Theologie-Professor versus Prä-Astronautik – ein interessanter Vortrag um die Astronautengötter (Bilder: Gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Prä-Astronautik, die Idee der Götter aus dem Kosmos, ist zweifellos umstritten. Was aber passiert, wenn ein Theologe in einem Vortrag die Prä-Astronautik mit zahlreichen falschen Darstellungen vermischt, erfahrt Ihr in diesem Beitrag. Denn offensichtlich wurde hier die Überlegung der antiken Raumfahrer vollkommen aus dem Kontext gerissen und mit allerlei unwahren Behauptungen “untermalt”. Ein Ärgernis, wie sich herausstellte!


Prä-Astronautik – ein Ärgernis für Kritiker

Seit in den 1960er Jahren das Thema Prä-Astronautik, auf den Buchmarkt drängte, hat es zahllose Kritiker, Skeptiker und sogar Feinde. Unter dem neumodischen Begriff Ancient Aliens, abgeleitet von der gleichnamigen US-TV-Serie, ist die Idee, dass die Götter aus dem All kamen, seit einigen Jahren wieder populär geworden. Zumindest im Fernsehen und vor allem auch im Internet. Weniger auf dem Buchmarkt. Dazu findet Ihr HIER ein Video.

Grundsätzlich gibt es seit 1968, als Erich von Däniken mit seinem ersten Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ das Thema weltweit zu einer literarischen Sensation machte, zwei Sorten von „Hauptkritikern“. Da wären einmal die etablierten Archäologen, da die Idee der Astronautengötter gerade auch in deren Forschungsgebiet „wildert“, wie diese es sicher bezeichnen würden. Die Deutung von Artefakten und archäologischen Bauten jeglicher Art im Sinn der Götter der Sterne, gehört seit Anbeginn dieser Thesen zum festen Kern. Das gilt auch für Mythologien, religiöse Texte, Überlieferungen und Schriften nahezu aller Religionen, Kulte und Theologien.

Natürlich spielt es dabei überhaupt keine Rolle, ob es sich dabei um noch „lebende Religionen“ oder längst versunkene religiöse Kulturen handelt. Etwa Überlieferungen der Inkas oder Maya in Amerika,. der Babylonier in Mesopotamien oder natürlich der altägyptischen Kultur. Prä-Astronautik-Autoren und –Forscher machen dabei, vereinfacht gesagt, keine Unterschiede.

So ist es wenig verwunderlich, dass Theologen und Religionswissenschaftler oder auch schlicht „Gläubige“ seit Bestehen der Ideen um raumfahrende Götterastronauten zu den schärfsten Kritikern gehören. Denn hier „wilderte“ die Prä-Astronautik nicht nur in deren Forschungsgebiet, sondern direkt in der deren Grundsätze. In ihrem Lebenssinn von allem. Kurz gesagt, die Prä-Astronautiker  sagen, dass es keinen Gott oder Götter gab, von denen weltweite Mythen sprechen. Es waren Außerirdische. Welcher Gläubige oder Theologe kann das einfach so hinnehmen? Der biblische Gott ist alles – und dann kommen Autoren die sagen: Nein, das waren fremde Raumfahrer der Antike, die nur für Gott, Engel oder Götter gehalten wurden …

Blasphemie!

Schon früh kam es in den Anfangsjahren der Prä-Astronautik, wie wir sie heute kennen, genau deshalb zu scharfer Kritik aus theologischen Kreisen. Auch (wenige wenige) Bücher gegen Däniken & Co. und deren blasphemische Ansichten wurden von diesen publiziert. Prä-Astronautik hat sich seit dem sehr gewandelt. Und zwar in der wahrnehmbaren Präsenz dieser Spekulationen und Thesen. Raus aus dem Mainstream, dem Buchmarkt mit hohen Leserzahlen und dem etablierten TV-Sendern in das Netz. Die Kritik daran ist dabei seit über einem halben Jahrhundert identisch geblieben. Nur eben online. Wobei kurz anzumerken sei, dass die heutige Prä-Astronautik mit ihren immer wieder vorkommenden, unsäglichen „Eskapaden“ auch weit mehr Angriffsfläche für Kritiker bietet.

Die allerdings, wie ich es in meinem jüngst erschienenen Buch „Nazca und der ‘Flughafen der Außerirdischen’” belegt habe, zum Teil selber nicht wissen, was sie von sich geben! Mehr dazu finet Ihr auch in diesem Beitrag HIER.

Auch und vor allem von theologischer Seite her bleibt die Kritik identisch. Es hat hier aber den Anschein, dass diese weniger geworden ist. Das heißt, dass ein großes Aufbäumen gegen die Neudeutung theologischer Überlieferungen etc. nicht mehr vorkommt. Wie wir alle wissen, haben die etablierten Religionen und Kirchen auch ganz andere Probleme, als ein paar verrückte Autoren des Phantastischen mit ihren „steilen Thesen“ um Ancient Aliens. Hin und wieder schafft es aber ein „religiöser Kritiker“ dann doch noch mit seinen Kritiken in das Netz. Also genau dorthin, wo sich die Gemeinde der „Anhänger der Prä-Astronautik“ tummelt. Ob sie hier wahrgenommen werden, steht auf einem anderen Blatt.

So wurde auch ich erst kürzlich von dem Mystery-Fan Oliver G. auf ein YouTube-Video aufmerksam gemacht, dass von der Universität Göttingen schon am 16. November 2009 online gestellt wurde. Ein Video mit zwei Vorträgen vom 9. November 2009 aus einer damaligen Vorlesungsreihe „Kosmologie – Kosmogonie – Schöpfung“ verschiedener Religionswissenschaftler. Unter ihnen auch Professor Dr. Andreas Grünschloß, der nach seiner Ausbildung zum Schreiner ab 1979 eine theologische und religionswissenschaftliche Laufbahn einschlug. Er ist Dr. theol. in Religionswissenschaft und Missionswissenschaft und seit 2002 Professor für Religionswissenschaft in Göttingen. Ich selber kannte ihn durch verschiedene seiner Publikationen rund um „UFO-Kulte“ und neureligiöse Strömungen. ZU denen zählt er auch die Prä-Astronautik.

Theologie-Professor versus Prä-Astronautik

In seinem nun schon 11 Jahre alten Vortrag (HIER), der den verwirrenden Titel „ Terraforming und Gentechnologie der ‚Astronautengötter‘ – Prä-astronautische Erinnerungen an unsere eigene Zukunft“ trägt, geht es eben um genau „unsere“ Prä-Astronautik. „Panel zu anderskulturellen ‚Brechungen‘: Vedische Religion, Mesoamerika, Präastronautik“ ist der Haupttitel der insgesamt drei Vorträgen der Georg-August-Universität Göttingen. Klingt langweilig – ist es aber nicht. Zumindest nicht der etwa 30-minütige Vortrag  (davor findet Ihr im Video noch einen anderen Vortrag) des Theologen und Kritikers Professor Grünschloß.

Das positive vorweg: Grünschloß fasst die Prä-Astronautik anhand ausgewählter Beispiele und Autoren korrekt zusammen. Er erklärt durchaus sehr richtig, worum es grundsätzlich bei dieser Idee geht. Für entsprechend Interessierte ist das damit alles nicht neu. Erstaunlicherweise zitiert er sogar (ca. ab Min 29:25) Erich von Däniken aus einem Vortrag von 1967. Also ein Jahr (eigentlich ein paar Monate) vor Erscheinen von Dänikens erstem Buch. Damit aus einer Zeit, als niemand Erich von Däniken kannte und er zu einem Phänomen wurde. Da kann man auch darüber „hinwegsehen“, dass er falsch zitiert und in von Dänikens Aussage einen nicht gesagten Einschub vornahm, wie es eine Überprüfung des Zitates in meinem Archiv verriet. Der Sinn der Däniken-Aussage blieb glücklicherweise erhalten …

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Ab etwa Minute 37:08 wird es dann für mich persönlich besonders spannend, da Grünschloß sich mich und mein schon 1997 erschienenes Buch „Götter der Sterne“ vornimmt. Geschrieben von einem „Starkstromelektriker Fischinger“, wie der Theologe seinen Zuhörern fälschlicherweise erzählt. Wie er auf diesen erlernten Beruf kam, weiß ich nicht. In „Götter der Sterne“ oder irgendeiner anderen Quelle steht das nicht. Wen es interessiert: Mein vor langer Zeit ehrenwert in der Industrie erlernter Beruf hieß damals „Energieelektroniker mit Fachrichtung Anlagentechnik“.

Erstaunlicherweise hat Grünschloß sogar ein Exemplar meines Buchklassikers mit dabei, um es dem Publikum zu zeigen. Er geht auch minimal auf dessen Inhalt ein – verfälscht aber diesen im Gesamtkontext des Vortrages. Er suggeriert nämlich, dass darin behauptet wird, dass die Außerirdischen das ganze Leben der Erde schufen. Warum? Weil in dem Buch alte Mythologien (mit Quellen) zitiert werden, die sagen, dass eine Schöpfung aus etwas „Vorhandenen“ geschah. So erwähne ich zum Beispiel Aufzeichnungen des Ovid (41 vor bis 18 nach Christus) von der Schöpfung, und unterstreiche dabei sogar, dass hier keine Außerirdischen am Werk waren. Wörtlich schrieb ich zu einer Aussage von Ovid:

Noch klarer geht es wirklich nicht! Der Schreiber wusste klipp und klar, dass die Erde eine Kugel ist, aus einer ‚ungegliederten Masse‘ entstand, und all dies von Gott erschaffen wurde. Diesen Gott kannte der Urheber dieser Mythe nicht, und es ist nur verständlich, da es der reale Gott war, der diese Schöpfung vollbrachte. Erst später werden die anderen ‚Götter‘ erschaffen. Und der Mensch betrat noch später die Erde, und zwar ‚nach dem Bilde der alles regierenden Götter‘.“ (Hervorhebung im Original)

Ancient Aliens erschaffen das Leben …

Es passt aber zur Gesamtaussage des Vortrages von Grünschloß, der ja im Titel den Begriff „Terraformig“ trägt. Das ist die Umgestaltung eines für uns Menschen lebensfeindlichen Planeten (oder Mondes) wie dem Mars in eine Umgebung, in der wir leben können. Also die vollständige Schöpfung einer erdähnliches Biologie und Atmosphäre für unsere Ansprüche. Reine Science-Fiction und unglaubliche Herausforderungen, über die sich dennoch schon vor Jahrzehnten Wissenschaftler Gedanken machten. Theoretisch könnte man dem Mars durch Technologien und biologische Prozesse zu einer Biosphäre verhelfen, die unserer Erde ähnelt. Menschen könnten sich frei auf ihm bewegen. Wunderbare Träumereien der Wissenschaft, zweifellos.

Das Problem ist aber bei dem Vortrag von Grünschloß, dass er behauptet, dass die Prä-Astronautik sagt, dass Aliens die Erde „terraformt“ haben. Sie kamen also hier an, sahen die Erde, und erschufen sie so, wie wir sie alle kennen. Ab ca. Minute 45 sagt er denn auch, dass die fremden Astronautengötter auf diesem Planeten das „Leben genetisch gezüchtet“ haben. Vollkommener Blödsinn! Nirgends behaupten das Autoren der Prä-Astronautik. Grünschloß hat sich das ausgedacht oder beim groben Durchblättern einschlägiger Literatur hinein gelesen. Von „Erschaffer des Lebens auf dieser Welt“, wie er es nennt, kann überhaupt keine Rede sein.

Mir ist nicht klar, wie der Theologe auf derartige grobe und fahrlässige Falschaussagen über die Prä-Astronautik kommt. Im Gegenteil unterstreichen sogar jene Autoren, die sich mit diesem Detailthema befassen, dass das Leben hier auf der Erde ganz allein entstand. Inklusive dem Menschen. Ohne Aliens. Eine „Einschränkung“, die man so nicht mal nennen kann, wäre die Idee der „Panspermie“. Diese Hypothese meint, dass einfachste Lebensformen quasi Huckepack auf Kometen und Asteroiden durch den Kosmos reisen. Schlagen diese dann auf Himmelskörper ein, die eine geeignete Biologie und Chemie haben, entwickelt sich dort Leben. Durchaus möglich und auch in Kreisen der etablierten Astronomen wird das nicht ausgeschlossen. Selbst Leben vom Mars könnte so hierher zur Erde gekommen sein, wie in diesem Video HIER erklärt.

Eine Variation der Idee ist die, dass außerirdische Zivilisationen ihr genetisches Material bewusst in Raumsonden oder auch Asteroiden durch das Universum schicken. Millionen oder Milliarden von kosmischen „Bio-Archen“, von denen einige auf geeigneten Planeten ankommen, und dort das Leben entfalten. Theoretisch ist auch das möglich. Es ist aber alles andere als eine „Erschaffung des Lebens auf der Erde“. Vielmehr ist es ein Zufallsprinzip, 99 Prozent dieser Lebensbausteine werden in irgendwelchen Sonnen verglühen oder auf Planeten einschlagen, die keinerlei Voraussetzung für die Entwicklung Leben haben. Darum müssen Massen dieser „Archen“ von den hypothetischen Aliens ausgesandt werden, wenn diese ihre DNA verbreiten wollen. Wo sie Erfolg haben werden oder hatten – nach Millionen oder Milliarden Flug durch das All – werden diese wohl nie erfahren.

Ohne Unterschied: UFO-Sekten

Professor Grünschloß erwähnt diverse Autoren der Prä-Astronautik und sogar die „Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI“. Etwa Autoren wie Walter-Jörg Langbein, Robert Charroux und selbstverständlich Erich von Däniken. Doch dann begeht er einen kapitalen Fehler, wie ich es nennen möchte. Er wendet sich dem verrückten UFO-Sekten-Chef „Rael“ zu, der eigentlich Claude Vorilhon heißt.

"UFO-Sekten"
“UFO-Sekten”

Er gründetet 1973 die UFO-Sekte Rael-Bewegung, die Vollständig von der Prä-Astronautik hergeleitet wurde. Denn mit diesen Göttern der Sterne habe der Alien-Guru Rael realen Kontakt und er sei ihr Botschafter und Verkünder ihrer Lehren und ihres Willens. Seit über zwei Jahrzehnten berichte ich immer wieder von dieser Sekte, die bis heute zahlreiche (zum Teil sehr aktive) Gläubige hat.

Nicht ein einziger ernsthafter Prä-Astronautik-Forscher oder –Autor nimmt diese Sekte ernst. Sie ist vielmehr ein Schaden für das Thema. Sofern sich doch jemand zu diesem Rael äußert, distanzieren sich entsprechenden Autoren. Was fast nie geschieht, da man die UFO-Sekte lieber ignoriert. In meinem Buch „Begleiter aus dem Universum“, meinem zusammen mit Roland M. Horn schon 1999 veröffentlichten Buch „UFO-Sekten“ und zahllosen Online-Artikeln habe ich klar dargelegt und belegt, dass diese Sekte kein Teil der Prä-Astronautik ist. Hier ist man sich zum Glück innerhalb der „Szene“ einig.

Grünschloß ignoriert das vollständig. Er wirft in seinem Vortrag vollkommen undifferenziert die Sekte Rael-Bewegung mit der Prä-Astronautik in einen Topf. Es findet keinerlei Trennung von ihm statt. Das beweist, dass er das damals erfolgreiche Buch „UFO-Sekten“ scheinbar nicht kannte. Wiederum erstaunlich, da er mein Werk „Götter der Sterne“ bei seinem Vortrag sogar mit dabei hatte – ebenso auch andere und weniger bekannte Bücher auf der Leinwand zeigte. Als Theologe und Religionswissenschaftler sollte schon allein der Titel „UFO-Sekten“ für diesen von Interesse sein. Hätte er es gelesen oder – im schlimmsten Fall! – nicht seinen Zuhörern verschwiegen, wüsste er, dass die Autoren der Prä-Astronautik mit dieser Sekte nichts zu tun haben! Wenn jemand eine „Religionsgemeinschaft“ aus den Ideen anderer Menschen ins Leben ruft, heißt das nicht, dass die Ideengeber deren „Religion“ teilen. Oder teilt Grünschloß als evangelischer Theologe all die anderen Ansichten und Sekten-Lehren, die auf der Bibel fußen? Oder die Verheerung von Marienerscheinungen, Reliquien und Heiligen der katholischen Kirche?

Bis Andreas Grünschloß aus Unwissenheit oder sogar Kalkül (was ich nicht hoffe) die Alien-Anbeter der Rael-Sekte mit der Astronautengötter-Thematik an sich in einem Topf wirft, ist der Vortrag noch sehenswert. Danach wird er für alle ernsthaft an den Göttern der Antike interessierten Menschen zu einem – Ärgernis.

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