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Familiengrab von Jesus inkl. Frau und Sohn wissenschaftlich belegt? Das “Jesus-Grab” von Talpiot und die Jäger der Gebeine Jesu (Artikel)

Streit um das angebliche Grab Jesus in Jerusalem (Bild: L.A. Fischinger & gemeinfrei)
Streit um das angebliche Grab Jesus in Jerusalem (Bild: L.A. Fischinger & gemeinfrei)

Ist das Grab Jesu in Jerusalem nur ein “Schwindel der Christen”? Immer wieder berichten die Medien, dass Jesus in Wahrheit in einem Familiengrab in der heiligen Stadt beigesetzt wurde, und diese letzte Ruhestätte unlängst gefunden wurde. Zu Ostern 2015 haben nun auch verschiedene Medien das Thema erneut aufgenommen, da laut Presseberichten neue Untersuchungen am berühmten “Familiengrab Jesus” von Talpiot neue Fakten liefern sollen. Ist also Jesus ganz woanders und vollkommen menschlich mit seiner Familie inkl. Kind bestattet worden? Dazu ein Artikel.

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Am 4. April 2015 berichte zum Beispiel die “Jerusalem Post“, dass der Geologe Dr. Ary Shimron durch 150 Analysen neue Belege liefern würde, dass das legendäre “Familiengrab von Jesus” in Talpiot in Jerusalem das wahre Grab Jesus sein könnte. Die Untersuchungen der Ossuare (kleine “Sarkophage” aus Stein zur Aufbewahrung der Knochen) führen Dr. Shimron und den Journalisten Simha Jacobovici zu dem Schluss, dass hier der wahre Jesus beerdigt wurde. Auch sein Sohn Judas und seine Frau Maria sollen im Talpiot-Grab bestattet worden sein.

Der Streit darüber, dass Jesus in Wahrheit nicht in der Grabeskirche in Jerusalem (s. Titelbild & Bild unten links) beerdigt wurde sondern in Talpiot, hält also weiter an. Gehen wir also der ganzen Story einmal genauer nach:

Das Jesus-Grab von Talpiot und die Jäger der Gebeine Jesus

Die Person Jesus erregt seit nunmehr 2000 Jahren die Gemüter der Menschen. Die einen sehen hier den Mensch gewordenen Sohn des einzigen Gottes, die anderen einen einfachen Propheten, der sich durch seine revolutionären Ansichten von der Vielzahl anderer Prediger unterscheidet. Wieder andere sind sogar der Auffassung, dass es diesen Jesus niemals tatsächlich gegeben hat. Und eine Reihe von Esoteriker und Grenzwissenschaftlern sehen in Jesus einen „Erleuchteten“, einen “aufgestiegenen Meister“ oder sogar einen Außerirdischen.

Dennoch sind das Leben und die Taten Jesus bis auf den heutigen Tag immer wieder Grund genug für hitzige Debatten. Eine ganze Reihe von Veröffentlichungen vertritt beispielsweise die These, dass Jesus seine Kreuzigung überlebt habe. Er soll sogar nach Kaschmir (Indien) gezogen sein, wo er angeblich bereits zuvor lebte und lernte. Hin und wieder ziehen die Befürworter solcher Ideen auch das berühmte Grabtuch von Turin heran, um anhand dieses seltsamen Reliktes nachzuweisen, dass Jesus nicht am Kreuz gestorben ist.

Doch die Pilger von Jerusalem haben ein festes Ziel in ihrem Programm: Das (leere) Grab Jesus Christus in der Grabeskirche, die auch “Kirche vom heiligen Grab“ oder “Auferstehungskirche“ genannt wird. Sie steht in der Jerusalemer Altstadt und soll den Ort markieren, wo Jesus gekreuzigt und begraben wurde. Flavia Lulia Helena (250 bis 330) fand nach der Tradition dort die heiligen Stätten und ihr berühmter Sohn Kaiser Flavius Valerius Konstantin (272 bis 285) weihte am 13. September 326 die erste Grabeskirche an diesem Ort ein.

Das Jesus-Grab: Nur eine große Lüge des Christentums – aufgedeckt von Hollywood?

Lars A. Fischinger in der Grabeskirche vor dem Grab Jesu: Alles ein Fake? (Bild: L.A. Fischinger)
Lars A. Fischinger in der Grabeskirche vor dem Grab Jesu: Alles ein Fake? (Bild: L.A. Fischinger)

Doch irren Millionen Jerusalem-Pilger, die das Grab Christus dort besuchen? Ist das leere Grab, in dem auch die Päpste zu beten pflegen, nur ein Schwindel-Heiligtum (Bild rechts)?

Im Jahre 2007 wurde das Thema „Jesus-Grab“ wieder weltweit up to date. Damals kam die Dokumentation „The lost Tomb of Jesus“ aus den USA und Kanada von Simcha Jacobovici und Graeme Ball in das Fernsehen. Genau jener Filmmacher und Journalist Jacobovici, der nun nach dem Bericht der „Jerusalem Post“ vom 4. April 2015 erneut an den mutmaßlichen Enthüllungen beteiligt ist. Karfreitag 2007 sendetet auch „Pro 7“ in Deutschland „Das Jesus-Grab“. Produzent war kein geringerer als Oskar-Preisträger James Cameron, Regisseur und Drehbuchautor von Klassikern wie „Titanic“, „Rambo II“, „Terminator“, „Alien“ oder auch „Avatar“.

Der Inhalt von „The lost Tomb of Jesus“ war scheinbar eine archäologische Weltsensation ungeahnten Ausmaßes. Sagte die Dokumentation doch nichts anderes, als dass das leere Grab Jesu in der Grabeskirche von Jerusalem ein Fake sei und schon 1980 das „wahre Grab der Familie Jesus“ in Talpiot, einem Teil von Jerusalem, gefunden wurde. Mehr noch, anhand von in diesem Grab gefundenen Knochenkisten (die Mini-Steinsärge) und deren Beschriftungen soll hier nicht nur Jesus begraben worden sein, sondern auch seine Frau Maria Magdalena und sein Kind.

Die hitzig diskutierte Dokumentation nun sagte vor einigen Jahren, dass die zehn gefundenen Knochenkisten aus der Zeit um 30 vor bis 70 nach Christus stammen. Sechs der Ossuare sollen Namen tragen, die eindeutig belegen würden, dass hier das Grab der Familie Jesu gefunden wurde. Zum Beispiel die Inschriften „Yeshuah bar Yosef“ („Jesus, Sohn des Joseph“) oder „Yehuda bar Yeshua“ („Juda, Sohn des Jesus“). Letztlich soll auch die Gemahlin von Jesus dort bestattet worden sein.

Das klingt nach einer Sensation. Jesus wäre demnach nicht auferstanden, wie es die vier Evangelien schildern und so den Grundstock des Christentums bilden, sondern er wurde ganz ordinär begraben. So, wie jeder anderer Jerusalemer Jude auch. Mehr noch, denn die Untersuchungen im Grab von Talpiot würden weiter belegen, dass der Rabbi Jesus eben tatsächlich mit der legendären Maria von Magdala verheiratet war und diese einen gemeinsamen Sohn mit den Namen Juda(s) hatten. Eben das, was seit Jahrhunderten als christliches Gerücht kursiert und ab 2003 durch den Bestseller „The Da Vinci Code“ (dt. „Sakrileg“, 2004) von Dan Brown weltberühmt wurde. Ein Frevel, der natürlich heftige Reaktionen der Kirche bzw. der Gläubigen nach sich zog.

Das Talpiot-Grab: Was steckt dahinter?

Ich flog bereits Anfang 2009 nach Jerusalem, um vor Ort mehr über die seltsame Geschichte zu erfahren. Jerusalem hat fast 800.000 Einwohner und ist für Juden, Christen und Muslime eine heilige Stadt; eine uralte Pilger-Stadt. Die weltberühmte Kirche mit dem – nach Dr. Shimron, Cameron & Co. falschen – Grab Jesus wird von verschiedenen Kirchen verwaltet. Was häufig für Streitereien führt, da jede Kirche ihre festen Bereiche hat. Und letztlich hat sogar eine muslimische Familie den Schlüssel der Grabeskirche.

Sämtliche Kirchenvertreter, seien es Anhänger der griechisch-orthodoxen, der römisch-katholischen oder der armenischen Kirche und ebenso die internationalen Pilger, die ich vor Ort nach dem angeblich „echten Grab Jesu“ in Talpiot fragte, waren entsetzt über die These von 2007. Ausnahmslos keiner sah einen Grund, warum das leere Grab der Grabeskirche, der 14. Station des Kreuzweges, ein Irrtum oder Sogar eine Lüge der Kirche sein soll. Niemand konnte sich mit den archäologischen Thesen der Dokumentation von Simcha Jacobovici und Graeme Ball anfreunden. „Glaube macht blind“, sagt man. Auch in diesem Fall der rätselhaften, archäologischen Sensation?

Grablegung Christi. Fresko von Giotto di Bondone in der Capella di Scrovegni in Padua (Bild: gemeinfrei)
Grablegung Christi. Fresko von Giotto di Bondone in der Capella di Scrovegni in Padua (Bild: gemeinfrei)

Die Kirchen-Community war angesichts der Dokumentation in Aufruhr. „Der Heiland würde im Grab rotieren“ titelte zum Beispiel „Spiegel online“ damals. Und auch zu Ostern 2015 nahm sich beispielsweise „Focus Online“ am 7. April in einem Beitrag des Themas erneut an.
Doch die Dokumentationen und die Entdeckungen scheinen nichts weiter als Taschenspielertricks zu sein. Die vorlegten „Beweise“ für das Grab Jesu sind einfach zu mager bis falsch. Schlagzeilen und Einschaltquote standen im Vordergrund und es wurde übersehen, dass schon 1996 die BBC in „The Body in Question“ die Thesen verbreitete. So Bibelexperte Prof. Jürgen Zangenberg, Universität Leiden, Niederlande. Doch da Filmlegende James Cameron hinter der neuen Dokumentation stand, denke ich, dass hier der mediale Erfolg vorprogrammiert war. Auch wenn Cameron auf der Pressekonferenz zum Film in New York am 26. Februar 2007 von klaren „Beweisen“ sprach. Und natürlich brachte der Journalist Simcha Jacobovici gleichzeitig ein Buch zum Film mit „Beweisen, welche die Geschichte verändern“ mit einem Vorwort von Cameron heraus. War hier der Mammon der Vater des Gedankens?

Zehn Knochenkisten wurden 1980 im Grab gefunden; sechs davon mit Inschriften. Dr. Joseph Gath dokumentierte am 30. März 1980, dass „neun intakt, eines zerbrochen“ seinen. Die Namen darauf, eben wie „Yeschua, Sohn des Yehosef“ – Jesus, Sohn des Joseph – waren jedoch im ersten Jahrhundert weit verbreitet. Sie waren im Heiligen Land nichts besonders unter den rund 900 bekannten Knochenkisten aus Jerusalem aus der fraglichen Zeit. Trickreich wurde in der Dokumentation dann die griechische (nicht aramäische) Inschrift „Mara von Mariamene“ als Maria Magdalene dargestellt. Angeblich beweise das, dass sie die Frau Jesus war und hier bestattet wurde. Dan Brown lässt grüßen. Das die Legende aber sagt, dass Maria Magdalene nach dem Tode Jesus in Südfrankreich lebte und starb wird von Cameron verschwiegen.

Eine weitere Knochenkiste wurde herbei gezaubert, die angeblich aus dem besagten Grab stammt und auf der „Jakobus, Sohn des Joseph, Bruder des Jesus“ steht. Aufgetaucht war sie 2002 über den Sammler Oded Golan aus Tel Aviv. Golan gab an, er hat die Kiste in der Jerusalemer Altstadt erworben. Diese Sensation wurde daraufhin zur Ausstellung nach Kanada gebracht und ging dabei zu Bruch. Wie kann es dann sein, dass es sich um das im Museumsarchiv in Jerusalem vermisste zehnte Ossuarium handelt, dass bereits 1980 als zerbrochen dokumentiert wurde …?

Alles nur gefälscht?

Analysen der Patina (Oxydschicht) der Kiste sollen laut Cameron beweisen, dass Oded Golan sein Fund aus dem „Jesus-Grab“ stammt. Auch das war suggestive Berichterstattung. Christopher Rollston, Johns Hopkins University, Professor für das Alte Testament, bemerkt, dass Gegenproben aus anderen Gräbern nicht sorgsam durchgeführt wurden. Die Patina beweist nur, dass der „Jakobus-Sarg“ wie hunderte andere auch aus Jerusalem stammt. Außerdem ist bekannt, dass die „fehlende“ Knochenkiste im Hof des Rockefeller Museums herum steht und keine Schrift und Verzeihung zeige. Es sah schlicht langweilig aus.

Außerdem darf man Golan so oder so nicht trauen, wie ich es auch in einem Vortrag in Bremen vor einigen Jahren darlegte: Die „Associated Press“ meldete schon am 23. Juni 2003, dass die Polizei im Hause von Golan eine große und gut ausgestattete Fälscherwerkstatt auffliegen ließ. Fertige und in Arbeit befindliche Objekte lagen überall herum. Auch ein berühmter Stein, der den umstrittenen Salomonischen Tempelbau beweisen soll, wurde von Golan gefälscht. Ebenso ist die Altertümerverwaltung Israels nach einer genauen Analyse der Inschrift sicher, dass sie gefälscht ist. Golan landete deshalb vor Gericht. Bezeichnet ist auch folgendes: Oded Golan legte zu seiner Verteidigung ein Foto vor, dass er bereits im Jahr 1976 von der Knochenkiste gemacht haben will. Das FBI konnte nach Laboruntersuchungen bestätigen, dass die Chemikalien und das Papier des Fotos aus den 1970ger Jahren stammen…doch das „Jesus-Grab“ von Talpiot wurde erst 1980 gefunden.

Wieso sein „Beweis“ in Camerons Dokumentation vorgeführt wird, ist ein Rätsel. Diese Informationen über Golan waren durch Presse und Fernsehen seit Jahren international bekannt. Und was sagte ein Antiquitätenhändler in Jerusalem, der Knochenkisten im Angebot hat (für etwa 3000 Dollar kann man diese erwerben)? Die Anwälte Golans boten 30.000 Dollar, wenn er vor Gericht für Golan aussagt und bestätigt, dass die Inschrift echt ist. Damit aber nicht genug, denn das Ergebnis der Untersuchungskommission von 2003, das hier ein Schwindel vorliegen würde, wurde im Jahr 2012 wieder revidiert …

Wo ist Jesus, wo die Beweise und wo seine DNA?

Modell des 2. Tempels von Jerusalem (Bild: gemeinfrei)
Modell des 2. Tempels von Jerusalem (Bild: gemeinfrei)

Auch die Frage, wieso Jesus in Jerusalem mit seiner Familie beerdigt wurde, ließ Cameron geschickt offen. „Jesus von Nazareth“ nannte man ihn, den angeblich „mehr als 500 Brüder“ nach seiner Auferstehung sahen (Kor. 15,3). Jesus Stiefvater Josef selbst war ein bescheidener Handwerker aus Nazareth und starb wohl recht früh. Damals war Jesus wahrscheinlich erst 12 Jahre jung. Wie kann ein solcher Mann aus der Provinz ein Familiengrab der Oberschicht in Jerusalem besitzen? Und weiß nicht Bibel, dass Josef von Arimathäa dem Gekreuzigten sein eigenes Grab nahe der Hinrichtungsstätte Golgatha stiftete (Mt. 27,57-60). Vier Kilometer von der Vielzahl der Gräber in Talpiot entfernt. Jesus opferte im Tempel von Jerusalem (Bild rechts) laut dem Neuen Testament bei seinem Besuch einst auch eine Taube (Lk. 2,24), obwohl die jüdischen Gesetze fordern, man solle ein Schaf opfern. Aber auch nur dann, wenn der Gläubige dafür das nötige Kleingeld hat (Lev. 12,8). Ist auch das ein deutlicher Hinweis auf die Armut und bescheidene Herkunft von Jesu von Nazareth?!

Den Todesstoß der Weltsensation der Archäologie gaben damals die in der Sendung beteiligten Wissenschaftler selber. Deren Aussagen seine aus dem Zusammenhang gerissen oder suggestiv verwendet worden, stellten sie später richtig. Umfangreich nachzulesen zum Beispiel im Internet bei „Scientific American“ bereits am 2. März 2007. Was jedoch kaum einer mitbekam, so dass der Mythos bis heute weiter lebt. Das zeigen die aktuellen Berichte rund um die chemischen Untersuchungen von Dr. Ary Shimron.

Viele Jahre wurde von den Kritikern bemängelt, dass Kontrollproben aus anderen Gräbern oder von anderen Knochenkisten des ersten Jahrhunderts nach Christus fehlen oder schlampig durchgeführt wurden. Eben das will Dr. Shimron nun getan haben. Er ist nun sicher, dass webewiesen kann, dass die beschriebenen Ossuare tatsächlich alle aus dem Talpiot-Grab stammen. Rund 200 chemische Tests der Patina von 25 verschiedenen Knochensärgen seien nun durchgeführt worden, so die „Jerusalem Post“, und es sei sicher, dass die Debatte in der „christlichen Community“ eingeheizt werden wird. Dr. Shimron und Jacobovici betonen aber auch, dass ihre Arbeit „reine Wissenschaft und keine Theologie“ sei.
James Tabor von der Universität von North Carolina meinte, dass die Suche nach dem Grab Jeus wissenschaftlich genauso ablaufen würde, wie die Suche nach jedem anderen Grab. „Aber wenn man die Knochen von Jesus in einem Grab findet“, so Tabor, „dann ist er nicht von den Toten auferstanden“. Das wäre aber nicht unbedingt eine Bedrohung für das Christentum, da „viele moderne Christen die Auferstehung als spirituell und nicht historisches und wissenschaftliches Ereignis“ ansehen würden. Ob er damit richtig liegt, sei einmal dahingestellt. Jacobovici wird sogar mit den Worten zitiert:

Aber hier ist etwas, das theologisch die Christen stören wird. Viele Menschen glauben, dass Jesus spirituell in den Himmel aufstieg. Aber viele andere glauben, er stand auf, verließ das Grab, und sieg körperlich auf. Aber jetzt gibt es einen Knochenkasten hier mit seinem Grab. Das ist nicht gut.”

Die Bekanntgabe der neuen Untersuchungen am angeblichen Jesus-Grab – passend zur Osterzeit! – sorgte auch im Internet für Wirbel. So zum Beispiel hat allein die Meldung der „Jerusalem Post“ fast 600 Kommentare. Diese reichen von „wo sind die Fakten der Analysen“ über „Jesus offizielles Grab ist ein Fake“ bis zu „wo ist die DNA von Jesus?“. Dies ist so oder so ähnlich bei allen Presseberichten im Internet zu beobachten. Beim „Independent“ (9. April 2015) reihen sich ebenso hunderte Kommentare in der Diskussion einander. Doch „The Independent“ hat auch berichtigte Zweifel, solange keine wissenschaftlich nachprüfbare Veröffentlichung vorliege:

Während die Ergebnisse die Diskussion um die möglichen Überreste von Jesus neu entfachen dürften, sind sie noch lange nicht in wissenschaftlichen Kreisen akzeptiert. Der Sammler, der die Jakobus-Knochenkiste besitzt, sagte der ,Times‘, Dr. Shimrons Arbeit sei bestimmt nicht ,endgültig‘, während andere Jerusalemer Archäologen sagen, dass sie auf eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift („peer-reviewed Journal“) waren.

Es bleibt also spannend.

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)


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Der Stern von Bethlehem: Ein UFO der Astronautengötter? Falsche Zitate und wirre “Kritik” im Mainstream

Der Stern von Bethlehem: ein UFO? Falscher Spott und wirre "Kritik" im Mainstream (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Der Stern von Bethlehem: ein UFO? Falscher Spott und wirre “Kritik” im Mainstream (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Forscher und Autoren der Prä-Astronautik, die die Idee verflogen, dass die “imaginären” Götter der Vergangenheit in Wahrheit Außerirdische waren, durchforsten bei ihrer Suche auch die Schriften der Vergangenheit. Auch und vor allem in diesen Überlieferungen und Texten finden sich unzählige Aussagen zu diesen göttlichen Wesen aus dem Himmel. So natürlich auch in der Bibel. Dabei wurde schon vor Jahrzehnten die These aufgestellt, dass der “Stern von Bethlehem” vielleicht ein Fahrzeug dieser “Götter” war. Ein UFO, dass die “drei Weisen aus dem Morgenland” den Weg wies, und über der “Krippe” mit dem Jesus-Kindlein zu sehen gewesen sein soll. Jetzt erschien allerdings eine “Kritik” an der Spekulation um das “Bethlehem-UFO” im Mainstream, dass einem fast die Worte fehlen. Wie Ihr hier lesen werdet, scheint hier die Presse vollkommen am Ziel vorbei geschrieben zu haben.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Jesus Christus und die Aliens

Es ist alles andere als neu, dass Prä-Astronautiker in der Bibel nach Spuren von Astronautengöttern suchen und dabei meistens nur das Alte Testament im Blick haben. Das Neue Testament des Christentums mit den Erzählungen über Jesus Christus wird eher am Rande bei diesen Thesen gestreift.

Dafür gibt es drei ganz einfache Gründe:

Erstens handelt das Neue Testament vor allem von den Taten Jesus und der Welt um sein sein Wirken und ist damit weitaus Jünger als all die mythologischen Geschichten im Alten Testament. Und zweitens enthalten die Schriften des Neuen Testament auf den ersten Blick nicht so viele Hinweise auf mögliche Götter der Sterne.

Vor allem aber gibt es einen dritten Grund. Viele Forscher scheuen davor Jesus Christus irgendwie mit diesen Aliens der Antike in Verbindung zu bringen. Die religiösen Gefühle von Milliarden Christen könnten dadurch mehr als nur ein wenig strapaziert werden. Das sieht man auch an der bekannten TV-Serie “Ancient Aliens”, die bis dato das Thema (und das Thema Marienerscheinungen) komplett ausgelassen hat, wie bereits HIER berichtet. Der amerikanische TV-Sender “History Channel” möchte auf keinen Fall die zahllosen Gläubigen und auch Fundamentalisten in den USA vor dem Kopf stoßen.

Auch Erich von Däniken wurde (meines Wissens nach) bereits vor 50 Jahren mit diesen religiösen Bedenken konfrontiert als er sein erstes Buch “Erinnerungen an die Zukunft” veröffentlichen wollte. Erst nach einer grundlegenden Überarbeitung seines Manuskriptes und der Entfernung der darin enthaltenen Jesus-Themen (u.a.) erschien das “entschärfte” Werk 1968. Dem damaligen ECON-Verlag war es schlicht “zu heiß”.

Das UFO von Bethlehem

Dennoch wurde das Thema “Jesus und Aliens” später in der Prä-Astronautik aufgegriffen. Wjatscheslaw Saizew aus der damaligen UdSSR war sicherlich mit seinem legendären Artikel “Wissenschaft oder Phantasie” in dem Magazin “Sputnik” 1968 (zu finden HIER) einer der ersten Mystery-Autoren. Vor allem aber nachdem das Buch “Jesus Christus – Erbe der Astronauten” von Gerhard R. Steinhäuser 1973 erschien, wurde das “heiße Thema” populärer. “Die Religion aus der Retorte” war ein weiterer provokanter Untertitel von Steinhäusers Buch, dem thematisch einige Autoren im Laufe der Jahre folgten. Beispielsweise Walter Hain, Peter Krassa oder auch Gisela Ermel.

Die These dahinter ist eigentlich vollkommen simpel, wenn man in die Bibel schaut. Die “Weihnachtsgeschichte” erzählt, dass Fremde bzw. Esoteriker aus dem Morgenland – über die in diesem Posting HIER umfangreich berichtet wurde – einem hellen Stern am Himmel folgten, bis sie den Geburtsort von Jesus Christus erreichten. Dieser Stern bzw. das UFO wies den Männern den Weg zu Jesus und blieb dann angeblich über seiner “Krippe” stehen. Hierhin mussten die “Weisen aus dem Morgenland” also ziehen, um das Baby zu finden.

Und da Maria, die Mutter Jesus, von einem Engel aus dem Himmel die kommende Schwangerschaft und Geburt von Jesus verkündet wurde, könnten hier Außerirdische hinter stecken. Noch dazu, da das Neue Testament betont, dass nicht Joseph als Mann von Maria der leibliche Vater des Kindes war – sondern Gott.

Klassische Überlieferungen, die jedes Kind heute kennt. Zumal in wenigen Tagen erneut die Weihnachtsfeiertage anbrechen. Allerdings auch Überlieferungen, die sich fraglos im Sinne der Prä-Astronautik deuten lassen. Auch wenn Astronomen schon seit sehr vielen Jahren den Stern von Bethlehem mit einer besonderen Planetenkonstellation oder anderen astronomischen Besonderheiten am Himmel zu erklären versuchen. Oder aber diese natürlicher Phänomene vor den Besuchern aus dem Morgenland herziehen bzw. ihnen den Weg zeigen können, steht auf einem anderen Blatt.

Damit war zumindest in der Grenzwissenschaft die Spekulationen um ein UFO von Bethlehem geboren. Wie so vieles in der Prä-Astronautik eine reine Hypothese, die sie niemals beweisen lassen wird.

Heute allerdings erschien auf der bekannten Internetseite “Telepolis” von “Heise online” eine “Kritik” an dieser Geschichte vom Bethlehem-UFO. Eine wirre Häme daran, die inhaltlich nicht nur vollkommen unleserlich ist. Sie ist auch noch falsch und mit Unwahrheiten “untermauert”!

Lügenmärchen …

In dem Artikel auf Telepolis vom 22. Dezember heißt es unter der Überschrift “Vom Himmel hoch direkt in die Krippe zu Bethlehem”, dass der Stern von Bethlehem nach einem UFO klingen würde. Auch im Petrus-Evangelium sei dieses UFO zu finden, wo “wiederum ein UFO am Himmel über dem Grab” Jesus stehen würde. Und weiter:

Der Mythos hält sich, obwohl die frühen Redakteure des Neuen Testaments ja genau deswegen das Petrusevangelium rausgeschmissen haben dürften. Es roch ihnen wohl doch — schon damals — zu sehr nach einer Episode aus Star Treck.” (“Star Trek”, so wäre es korrekt, schreibt der Autor in seinem Artikel “Lügenmärchen mit Sci-Fi Einschlag” wirklich mit “ck”)

“Kirk und Spock betreten — als Zeitreisende — eine Szenerie im Nahen Osten der ausgehenden Bronze-Ära”, so seine Häme an der Überlieferung im Petrus-Evangelium. “Das erschien den frühen Redakteuren des Christentums doch ein bisschen weit hergeholt”, heißt es auf “Telepolis” weiter, auch wenn der Text “als Augenzeugenbericht” in der Ich-Form niedergeschrieben wurde. Es sei, da wir das Buch nicht im Kanon der Bibel finden, “Pseudoepigraphisch” und damit “eine Lügengeschichte”.

Natürlich ist es Unsinn und schlicht unwahr zu sagen, dass pseudepigraphische Texte “Lügengeschichten” sind. “Die Qualifizierung einer Schrift als ‘pseudepigraph’ sagt nichts über die inhaltliche oder literarische Qualität aus”, bringt es beispielsweise sogar Wikipedia auf dem Punkt. Vielmehr ist es so, dass Texte außerhalb der Bibel Schatz- und Fundgruben für die Bibelforschung sind. Dabei ist es auch gleichgültig, dass oftmals nicht jene Personen sie verfassten, die als Autor genannt sind. Auch die fünf Bücher Mose hat nicht Moses geschrieben. Und die stehen in der Bibel.

Geburt und Tod Jesus: In der “Kritik” dasselbe

In dem “kritischen Beitrag” zum Bethlehem-UFO geht es erstaunlicherweise nur um das Evangelium des Petrus. Aus dem wird auch zitiert. Bibelzitate zu “Weihnachtsgeschichte” fehlen ganz. Und der gesamte Rest des Artikels ist vollkommen belanglos, da er andere Themen behandelt (recht zusammenhangslos verfasst, übrigens).

Doch es wird aus dem Petrus-Evangelium auch zitiert, um das “Bethlehem-UFO” ad absurdum zu führen:

In der Nacht aber (…) erscholl eine laute Stimme im Himmel, und sie sahen die Himmel geöffnet und zwei Männer in einem großen Lichtglanz von dort herniedersteigen und sich dem Grabe nähern. Jener Stein, der vor den Eingang des Grabes gelegt war, geriet von selbst ins Rollen und wich zur Seite, und das Grab öffnete sich, und beide Jünglinge traten ein.” (Verse 35-37)

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Diese Jünglinge sind jene angeblichen Engel des Herrn, die auch in der Bibel genannt werden. Einige Quellen nennen einen “jungen Mann” oder “Jüngling” und andere zwei, wie in diesem Posting HIER und diesem Artikel HIER auf diesem Blog umfangreich dargestellt. Jene, die der “Kritiker” als die Zeitreisenden “Kirk” und “Spock” aus “Raumschiff Enterprise” bezeichnet.

Nur gibt es einen offensichtliches Problem bei dieser “Schmäh-Kritik”, da diese nichts mit dem Stern von Bethlehem zu tun hat. Eindeutig ließt man schließlich auch von dem Tod oder der Auferstehung Jesus in dem Petrus-Evangelium-Zitat, dass immerhin Telepolis selber anfügt. Was hat das mit der Geburt Jesus und dem besagten Stern zu tun? Richtig – nichts.

Wenn man aber der These des Bethlehem-UFO oder “Jesus Christus – Erbe der Astronauten” (Steinhäuser) untermauert das von dem “Kritiker” angeführte Zitat mit den beiden Himmelswesen diese sogar noch. Eine “laute Stimme” ertönt, “zwei Männer in einem großen Lichtglanz” kommen aus dem sich geöffneten Himmel hernieder und rollen wie durch Zauberhand den Stein vom Grab Jesus beiseite …

Bei all der oft genug gerechtfertigten Kritik an der Prä-Astronautik und den Thesen der Raumfahrt im Altertum ist dieser Beitrag von Telepolis ein Tiefpunkt. Wirr verfasste Häme, die mit einem vollkommen falschen Zitat “untermauert” wurde, dass eigentlich eher für die Idee der Ancient Aliens spricht …

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Lars A. Fischinger

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Umfrage: Mehr Deutsche glauben an Außerirdische als an das Jüngste Gericht und ewiges Leben. Über die Karteileichen der katholischen Kirche

Meinungsumfrage: Mehr Deutsche glauben an UFOs und Außerirdische als an das Jüngste Gericht. Ein Alarmzeichen für die Kirche? (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Die Deutsche glauben lieber an Aliens als an das Ende aller Tage! (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Nach einer repräsentativen Meinungsumfrage von “YouGov” im September 2015 in Deutschland, den USA und Großbritannien 52 bis 56 Prozent der Befragten an außerirdisches Leben im Universum. Angesicht der gewaltigen Fortschritte bei der Suche nach Außerirdischen, ist das nicht weiter verwunderlich. Doch zeitgleich kritisierte die katholische Kirche bei der Bischofskonferenz in Fulda den “Mangel an christlichem Glauben in der Gesellschaft”, da deren Lehren “massenhaft angelehnt werden”. Auch und vor allem von den Christen selber, die es zumindest laut Aktenlage sind. Millionen kirchliche Karteileichen und Papier-Christen haben wir inzwischen in Deutschland, was die Kirche schon unlängst selber alamiert hat. Wie und warum, das lest Ihr hier.


Update 23. Dez. 2018

Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen

Aliens statt Jesus

Umfragen zu außerirdischen Leben, UFOs, Aberglauben oder auch Religionen sind für einen Mystery-Forscher sehr oft spannend, wie ich es an anderer Stelle bereits umfangreich zeigte. Auch die Thematik “Außerirdische vs. Kirche” ist interessant, wie es auf diesem Blog bereits mehrfach Thema war.

Nun hat “YouGov” im September 2015 eine Umfrage zu außerirdischen Leben publiziert, die zeigte, dass mehr als die Hälfte der Deutschen, US-Amerikaner und Briten an Aliens im Kosmos glauben. Dabei gehen aber die meisten Befragten (bis zu 59 %) davon aus, dass diese intelligenten Wesen zu weit weg seine, als dass diese hierher kommen. Auch haben wir laut dieser Umfrage einfach nicht die Technologie mit den “Anderen” Kontakt aufzunehmen, wie bis zu 57 % glauben. Obwohl natürlich ein Kontakt mit Wesen von den Sternen schon morgen Realität sein kann. Auch physisch. Wir wissen es nur nicht.

22 % der Deutschen glauben übrigens, dass Außerirdische “die Erde kontaktiert oder besucht (haben), allerdings lange bevor es Menschen gab.” Und nur 17 % der Deutschen glauben an eine Verschwörung der Regierung(en) zu diesem Thema. In den USA sind es 30 %.

Eigentlich hat die Kirche und der Vatikan mit intelligenten Außerirdische unlängst kein Problem mehr. Beispielsweise HIER, HIER, HIER & HIER sowie in diesem Video HIER habe ich das bereits darlegte. Auch wenn der Götterschock und eine Art “Kollaps der Religionen” dennoch durchaus Realität werden kann!

Aber die katholische Kirche hat ein ganz anders Problem, wie es ziemlich zeitgleich zu der “YouGov”-Meinungsumfrage bei der deutschen Bischofskonferenz in Fulda erläutert wurde: Der Kirche laufen in Massen die Gläubigen weg. Oder besser gesagt: “Christen” haben keine Lust mehr an die Glaubensvorgaben der Kirche aus Rom zu glauben.

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Kirche mehr als nur in Not

Der neue Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki bemängelte bei der herbstlichen Bischofskonferenz in Fulda den mangelhaften Glauben an die Lehren der Christenheit in der Gesellschaft. Die Lehren der Kirche haben sich, so Kardinal Woelki im Dom zu Fulda, unlängst in Wohlwollen aufgelöst. Die Christen glauben einfach nicht mehr an das, was die Kirche als Dogma lehrt.

Und Kardinal Woelki ist angesichts dieser Tatsache mehr als besorgt:

Dass nur ein Drittel der Deutschen an die Auferstehung Christi glaubt, müsste die Kirchen schon einigermaßen beunruhigen, wenn doch nach Aktenlage zwei Drittel Christen sind. (…)

Selbst unter den Gläubigen werden zentrale Inhalte der christlichen Botschaft massenhaft abgelehnt. 60 Prozent glauben nicht an ein ewiges Leben. Diese Form der Diaspora ist allerorten unsere pastorale Realität.”

Das sind nicht nur deutliche und klare Worte über den Zustand der Christen, sondern es dürften aus Sicht des Vatikan erschreckende Zustände sein! 60 Prozent – also fast Zweidrittel! – der “Gläubigen” glauben nicht ans das ewige Leben. Das muss man sich vergegenwärtigen, denn das ewige Leben bzw. die Auferstehung Jesus Christus ist das Fundament des Christentum.

Was nun, Kirche? Ich persönlich bin schon seit Jahrzehnten fest davon überzeugt, dass der Mensch sich seit langer Zeit sehr oft ganz individuell seinen eigenen Glauben zurecht zimmert. Nicht nur, dass zum Beispiel in Lateinamerika christliche Lehren mit dem alten “Heidentum” vermischt werden, sondern auch in den Industrienationen glauben sicher die meisten Menschen an “irgendwas”.

Millionen Karteileichen und Papier-Christen

“Gläubige” bedienen sich einfach aus einem Fundus von spirituellen Vorstellungen und erfinden so ihren ganz eigenen Religions-Mix. Gleichgültig was der Papst im Rom, die Bibel, der Katechismus oder der lokale Dorfpriester sagen und lehren. Sofern man überhaupt davon Kenntnis hat. Christlich geboren, getauft usw. ist keine Garantie, dass man nicht (wie die meisten) als verstaubte Karteileiche der katholischen Kirche endet. Und von diesen gibt es folglich Millionen.

Diese Papier-Christen bleiben nämlich in der Kirche. Sie bleiben Mitglieder, zahlen ihre Kirchensteuer und sind damit laut Aktenlage Christen. Vielleicht picken sie sich einige schöne Bräuche des Christentums heraus, da sie ihnen gefallen. Etwa und vor allem Weihnachten oder diverse Oster-Traditionen. Mehr auch nicht.

Das weiß die Kirche mit Sicherheit auch selber. Zumal dann, wenn sie hierzulande in ihre leeren Kirchen schaut. Außer natürlich zu Weihnachten. Schließlich besucht man dann “als Christ” die Kirche, da man das halt so macht. Die mit Papier-Christen überfüllten Kirchen zu den Weihnachtsfeiertagen oder Heilig Abend zeigen das jedes Jahr erneut. Eigentlich eine Beleidigung aller wirklich gläubigen Christen!

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Lars A. Fischinger

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Die Madonna von Guadalupe: Gerüchte und wilde Spekulationen um die Tilma von Guadalupe (Artikel)

Die Madonna von Guadalupe: Gerüchte und wilde Spekulationen um die Tilma von Guadalupe (Bild: Fischinger-Online)
Die Madonna von Guadalupe: Gerüchte und wilde Spekulationen um die Tilma von Guadalupe (Bild: Fischinger-Online)

Im Dezember 1531 soll es im heutigen Mexiko-City zu einer Reihe von Marienerscheinungen gekommen sein, die der Azteke Juan Diego dort erlebte. Höhepunkt war ein ein Wunder – das Wunder von Guadalupe. Vor den Augen einer Reihe von Zeugen soll sich farbiges Bildnis der Jungfrau Maria auf einem Kleidungsstück des Diego aus dem Nichts gebildet haben: Die heute als Tilma von Guadalupe verehrte Reliquie in dem gleichnamigen Wallfahrtsort in Mexiko. Die größte ihrer Art weltweit. Für Gläubige ein Wunder des Himmels, zu dem Millionen Menschen pilgern. Doch es gab schon im 16. Jahrhundert Kritiken und mehr Gerüchte über die Tilma von Guadalupe, als je zuvor. Was genau es damit auf sich hat und welche frommen Spekulationen dazu seit Jahren kursieren, erfahrt Ihr in diesem Blog-Artikel.


Das Wunder von Guadalupe 1531

Im Jahre 1531 soll mitten im heutigen Mexiko-City ein Wunder geschehen sein: Mehrfach begegnete der Indio Juan Diego auf einem kleinen Hügel einer rätselhaften Erscheinung, die „vom Himmel“ kam. Die Frauengestalt sprach mit ihm, erteilte ihm Botschaften bzw. Aufträge, die er unter anderem dem damaligen Bischof überbringen sollte. Letztlich kündigte die Erscheinung ein großes Wunder an. „Damit alle glauben“.

Vorgestellt hatte sich die schöne Dame vom Himmel als Mutter Maria – die Gottesmutter.

Dieses angekündigte Wunder zum Abschluss der Marienerscheinungen von Guadalupe, wie die Ereignisse heute bekannt sind, war ein plötzlich erscheinendes Bild der Jungfrau Maria auf dem Umhang des Diego. Vor den Augen des Bischofs Juan de Zumárraga und anderer Anwesenden „manifestierte“ sich diese Abbildung auf der sogenannten „Tima“ (eine Art Poncho der Azteken) des Juan Diego. Zumárraga, 1531 der erste Bischof von Mexiko-City, dem damaligen Tenochtitlan, der Hauptstadt der Azteken, war durch dieses Wunder überzeugt. Hier wirkte wirklich die Mutter Gottes, war er sich sicher.

In dem Text „Nican Mopohua“ (1540 – 1550), dem Urtext zu den Ereignissen von Guadalupe, heißt es zu diesem Höhepunkt der Erscheinungen:

Und als der regierende Bischof es sah, und alle die dort waren, knieten sie nieder, bewunderten sie es sehr, sie standen auf, um es zu sehen, sie waren traurig, sie betrübten sich, das Herz, die Gedanken erstaunt.

Und der regierende Bischof bat ihn mit Weinen, in Betrübnis, er begehrte von ihm Verzeihung, dass er nicht gleich ihren Willen, ihren ehrwürdigen Hauch, ihr ehrwürdiges Wort ausgeführt hatte.“ (Verse 185-187)

In den Folgejahren wurde der Ort der Marienerscheinungen immer weiter ausgebaut und mit Kapellen und Kirchen versehen. Heute ist dieser Hügel mit dem Namen Tepeyac in Mexico-City die größte Wallfahrtsstätte der Welt – Guadalupe. Und die wundersamen Erscheinungen der Madonna sind als „Unsere Liebe Frau von Guadalupe“ unter Gläubigen weltweit bekannt. Genauer gesagt ist ihr Abbild darunter bekannt. Denn das Bild der Mutter Gottes, das 1531 durch ein himmlisches Zeichen oder Wunder auf der Tilma des Juan Diego erschien, wird dort bis auf den heutigen Tag verehrt.

Herkunft? Der Himmel!

Mehr als 20 Millionen(!) Pilger reisen jedes Jahr nach Guadalupe, um das 142,24 Zentimeter hohe Bildnis der Madonna zu sehen und dort zu beten. Ein sogenanntes „Gnadenbild“ der Katholischen Kirche, das sich von allen anderen in der Welt enorm unterscheidet.

Zu einem durch die angebliche Herkunft von Gott, dem Himmel oder eben durch die Mutter Gottes selbst. Durch ihre überirdische – göttliche – Macht hat sie bewirkt, dass das Bildnis auf der Tilma erschien. Inklusive einer Vorankündigung.

Dann unterscheidet es sich vor allem dadurch, dass die genaue Herkunft der Tilma lückenlos bis heute dokumentiert ist (sofern nicht längst heimlich durch eine Kopie ausgetauscht): Erschienen am 12. Dezember 1531 im Bischofssitz von Mexiko-Stadt, von dort kam sie später in eine erste dafür erbaute Kapelle auf dem Tepeyac und 1709 in die erste Basilika. Seit 1976 befindet sich das Abbild in der neu errichteten Basilika von Guadalupe. Eine der größten Kirchen der Welt, in der 40.000 Menschen (stehend) Platz haben! Das unterstreicht sehr deutlich den Stellenwert der Madonna von Guadalupe in der Kirche.

Nicht weniger wie die Tatsache, dass Papst Johannes Paul II. zwischen 1979 und 2002 fünfmal den Wallfahrtort besuchte. Mit den Worten „sei gegrüßt, du Mutter Lateinamerikas“, eröffnete Johannes Paul II. am 27. Januar 1979 seine Rede an der Wallfahrtsstätte. Dabei sprach er von einem „entscheidenden Einfluss auf das christliche Leben des mexikanischen Volkes“, den die Marienerscheinungen und das Wunder von Guadalupe ausgeübt hätten.

Die im 16. Jahrhundert auf 167,64 mal 94,15 Zentimeter zugeschnittene Tilma unterscheidet sich letztlich auch von ihrer „Machart“ her von allen anderen Reliquien dieser Art. Man denke hier an das Grabtuch von Turin, den Schleier von Manoppello oder auch das Schweißtuch von Oviedo. Oder auch an die unzähligen angeblichen Abbildungen der Mutter Gottes oder Jesus, die überall auf der Welt immer wieder entdeckt werden. Denn was man auf dem Tuch sieht, ist eindeutig. Hier gibt es keinen Spielraum für Interpretationen. Zu sehen ist klar und deutlich die Madonna in prachtvollen Farben.

Azteken “sind keine Menschen”

Die Bedeutung der Madonna von Guadalupe und ihres Heiligtums in Mexiko-City innerhalb der katholischen Kirche kann man nicht deutlich genug unterstreichen. Selbst der Umstand, dass nach dem Wunder rund zehn Millionen Azteken zum Christentum übertraten, wird mit diesen Erscheinungen in Verbindung gebracht. Die spanische Eroberung und die Zerschlagung des Aztekenreiches durch die Spanier waren zu diesem Zeitpunkt erst genau zehn Jahre her.

Hierzu muss man sagen: Die spanischen Eroberer, die Konquistadores unter Hernán Cortés, wüteten bei der Eroberung Mexikos und der Vernichtung des Aztekenreiches im ganzen Land. Raub, Vergewaltigung, Mord, Zerstörung und Plünderung der Heiligtümer waren an der Tagesordnung. Die Gier nach Gold war ihr Antrieb. Sogar Cortés selber wurde wegen zweifachen Mordes 1528 angeklagt und musste nach Spanien zurück, um sich vor Kaiser Karl V. zu verteidigen – wurde aber freigesprochen.

Cortés selber sah in den Indios keine Menschen, sondern Tiere ohne Seele. So könne man die Bewohner Mittelamerikas eben auch so behandeln. Dies sei, so heißt es immer wieder, der Grund warum so viele Azteken mehr oder weniger freiwillig Christen wurden. Jedoch hat der damalige Papst Paul III. bereits versucht dem Treiben Einhalt zu gebieten. Er erließ am 12. Juni 1537 die Bulle „Sublimis Deus“. Eine offizielle päpstliche Erklärung, in der der Papst deutlich machte, dass die Indios sehr wohl vernunftbegabte Menschen mit Seele sind.

Heute unvorstellbar. Nun könnte man meinen, dass für die Katholische Kirche das Abbild der Jungfrau Maria auf der Tilma eben eines Azteken gerade zur rechten Zeit kam. Im Prinzip stimmt das auch. Doch auch das sorgte für Streit. Alonso de Montufar, der Zumárraga als Bischof in Mexiko-City folgte, hielt als erster eine Predigt unter der Tilma – um sogleich harsche Kritik anderer Christen auf sich zu ziehen. Der aus Europa auch in Mexiko angekommene Protestantismus sprach von Götzendienst. Die Anbetung von Bildern und anderen Objekten dieser Art war nichts als Teufelsanbetung. Eben ein heidnisches Treiben, wie bei den Azteken mit ihren Götzen.

Streit um die Tilma von Guadalupe

Angesichts des dadurch um sich greifenden Streites ist es fraglich, aus welchen Gründen genau Millionen „Heiden“ zum Christentum übertraten. Für Protestanten blieben sie Götzendiener …

Natürlich ist neben den Marienerscheinungen auch das Abbild auf der Tilma selbst bis heute umstritten. Innerhalb des Christentums genauso wie bei den Skeptikern. Während die einen sagen, dass sind Wunder Gottes und des Himmels, lehnen andere Christen die Verehrung von solchen Reliquien und den Kult um die Jungfrau Maria bis heute rund weg ab. Dass in der Vatikanischen Krypta unter dem Petersdom, dort, wo die Päpste ihre letzte Ruhe finden, auch nur ein Bild – und zwar das von der Madonna von Guadalupe in einer Altarnische – hängt, macht die Sache nicht besser.

Andere Kritiker aus dem nicht religiösen Bereich sehen das alles noch weitaus fragwürdiger. Das Bild der Madonna sei nichts als ein Gemälde und damit ein Fake der Kirche. Vielleicht strategisch angefertigt, damit die Azteken konvertieren. Juan Diego selber als Auserwählter der „vollkommenen heilige Jungfrau Maria, die Mutter des einzigwahren Gottes“, wie sie sich ihm laut „Nican Mopohua“ (Vers 26) unter anderem vorstellte, habe auch nie existiert. So die nüchternen Zweifler.

Dass Johannes Paul II. Diego am 31. Juli 2002 Heilig sprach, ist dabei Öl im Feuer der Kirchenkritiker. Nicht minder wie der Umstand, dass die Katholische Kirche Guadalupe und all die Wunder natürlich als eben solche längst anerkannt hat.

Die Ereignisse von 1531 bis heute rund um diese Marienerscheinungen sind sehr vielschichtig. Auch diesem Blog habe ich mehrfach in Artikeln darüber berichtet. Ebenso in meinem Buch „Das Wunder von Guadalupe“ (2007), in dem sämtliche Details umfangreich dargelegt wurden.

Trotz aller Skepsis und obwohl niemand beweisen kann, dass hier „der Himmel“ am Werk war, verleiten Objekte dieser Art viele Menschen zu Spekulationen. Und das schließt ausdrücklich die Gläubigen mit ein. Gerade bei Reliquien aller Art werden immer wieder und sehr gerne die verschiedensten Querverbindungen gezogen. Ergänzt mit dem Glauben, dass solche Objekte der Verehrung Wunder bewirken können. Bei der Madonna von Guadalupe war und ist das nicht anders, wie ich es im oben genannten Buch aufzeige.

Die himmlische Frau und der Drache

Doch die „Liebe Frau von Guadalupe“ soll auch in direkten Zusammenhang mit der Apokalypse des Johannes stehen. Jenem rätselhaften letzten Buch der Bibel, in dem wir unter der Überschrift „Vision von der Frau und dem Drachen“ folgendes lesen:

Und ein großes Zeichen erschien im Himmel: ein Weib, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupte eine Krone mit zwölf Sternen. Und sie war schwanger und schrie in Wehen und Schmerzen der Geburt.“ (12,1-2)

Diese „Vision“ aus der Offenbarung wird hin und wieder mit der Madonna auf der Tilma von Guadalupe verglichen. (Übrigens auch mit diversen „Prophezeiungen“ vom Ende der Welt und diversen Sternenkonstellationen…)

Warum?

Die vermeintliche „Vision“ der Offenbarung spricht von einer im Licht der Sonne gekleideten Frau, unter deren Füßen sich der Mond befindet. Das stimmt mit der Tilma und den Erscheinungen des Juan Diego auf dem Tepeyac durchaus überein. Bedenken muss man aber, dass die Mondsichel auf der Tilma auch eine nachträgliche Malerei sein könnte. Es ist nicht ganz klar, ob die ursprüngliche Frauengestalt auf der Tilma tatsächlich auf einer Mondsichel stand. Untersuchungen zeigten, dass genau an dieser Stelle Farbe nachweisbar ist (an vielen anderen wiederum findet sich nichts dergleichen).

Nicht ausgeschlossen ist aber auch, dass es Ausbesserungen sind. Zum Beispiel nachdem 1791 bei einem Unfall Salpetersäure über das Bild lief. Es ist ja nicht einmal klar wann genau und warum durch wen die Tilma im 16. Jahrhundert auf ihre heutigen Maße zugeschnitten wurde.

Ein “schwangeres Bild”?

Dennoch haben schon die Gläubigen im 16. Jahrhundert diese biblischen Verse auf die Erscheinungen der Gottesmutter in Guadalupe übertragen. Doch es gibt einen klaren Unterschied zwischen biblischer Überlieferung und der Tilma-Abbildung. Die Bibel spricht von einer schwangeren Frau, ja, sie berichtet sogar, dass die himmlische Dame in den Wehen liegen würde. Betrachten wir uns die prachtvolle Madonna auf der Tilma in Guadalupe, so ist von einer Schwangerschaft eindeutig nichts zu sehen.

Etwas ganz anderes besagen dazu aber fromme Gerüchte, die seit Jahren im Internet kursieren. Denn schon vor über 20 Jahren soll bei der Tilma eine neuerliche und sensationelle Entdeckung gemacht worden sein. Forschungen sollen laut der bis heute online kursierenden Meldung bewiesen haben, dass die Madonna auf der Tilma schwanger ist.

Hier die Meldung im Wortlaut, die auf verschiedenen Webseiten im Internet noch immer zu finden ist:

Maria in Erwartung

Die Jungfrau von Guadalupe hat jene sieben typischen schwarzen Schleifen über ihren Schoss, die alle Azteken sofort zu deuten wussten: Diese Frau ist in Erwartung. Um das zu bestätigen, wurde 1991 die mexikanische Bischofskonferenz gebeten, ein Phonogramm, eine Geburtshilfeuntersuchung zur Aufzeichnung der Herztöne eines Ungeborenen, am Bild vorzunehmen zu lassen. 1995 machte P. Maria Rojas, Professor der Päpstlichen Universität Mexikos, daraufhin mit Hilfe der Herztonuntersuchung die unglaubliche Entdeckung: auf dem Bild waren im Bereich des Schoßes Mariens eindeutig Herztöne hörbar. Zudem zeigten Videoaufnahmen des Regisseurs John Bird an derselben Stelle Bewegungen wie bei einer Frau im letzten Schwangerschaftsstadium.

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Nach dieser revolutionierenden Entdeckung untersuchte der bekannte Gynäkologe Dr. Carlos Fernandez del Castilo im Auftrag von Professor Rojas erneut das Bild der Tilma. Dabei konnte er in einem abschließenden Gutachten die bereits vorliegenden Befunde bestätigen. Demnach erwartet die Frau auf dem Guadalupebild eindeutig ein Kind, das mit dem Kopf nach unten in so genannter linker Position in ihrem Schoß liegt. Der Arzt schließt seinen Bericht mit dem Hinweis, dass es sich um eine normale, gesunde Schwangerschaft handelt und die Geburt des Kindes nahe bevorsteht.“

Ohne Frage klingt die Aussage dieser Meldung nach einer Sensation. Ein Tilma-Bild, auf dem die Bewegung eines Ungeborenen nachweisbar ist, ist fraglos mehr als nur spektakulär.

Die Herzschläge von Jesus

Damit nicht genug, denn spätestens am 27. Februar 2016 verschärfte die „The American Society of the Defense of Tradition, Family an Property“ dieses Gerücht. In einem Artikel für die Gesellschaft schrieb Norman Fulkerson unter anderem:

Die schwarze Schärpe mit Schleife, die sie (die Madonna auf der Tilma, Anm. LAF) um die Taille trägt, war unter aztekischen Frauen üblich, um anzuzeigen, dass sie ein Kind erwartet. Diese Tatsache wurde auf wundersame Weise von Carlos Fernandez del Castillo, einem führenden mexikanischen Gynäkologen, bestätigt. Nachdem er das Bild untersucht hatte, beschloss er, ein Stethoskop direkt unter der Schärpe zu platzieren. Er war erstaunt, die rhythmische Herzfrequenz von 115 Schlägen pro Minute zu hören. Die gleiche wie die eines Babys im Mutterleib.“

Herztöne eines Ungeborenen aus dem Leib eines Frauenbildes? Wenn das nicht spektakulär ist, was dann?

Die einschlägige Tilma-Literatur indes schweigt sich über diese Berichte weitestgehend aus. Eine Ausnahme ist der Geistliche Johannes Dieter Becker, der diese 2014 in seinem Buch „Das Lied von Guadalupe“ beiläufig erwähnt. Nach Becker, der unter dem glühenden Marienverherer Papst Johannes Paul II. Kaplan war, seien diese Entdeckungen an der Tilma 1995 gemacht worden. Eine exakte Quelle benennt der Träger des Deutschen Bundesverdienstkreuzes und von Papst Benedikt XVI. 2008 sogar zum „Apostolischen Protonatar“ ernannte Becker nicht. Er schreibt lediglich:

Forscher der Universität Mexiko untersuchten das Gnadenbild und sind sicher, Herztöne eines Ungeborenen im Bauchbereich der Jungfrau Maria zu vernehmen, sie ist schwanger: Geburt Jesu 25. Dezember!

Filmaufnahmen des Wissenschaftlers Jon Bird sollen Bewegungen eines Ungeborenen auf dem Tilmabild zeigen und der Gynäkologe Dr. Carlos Fernandez del Castilo bestätigt die Entdeckung. Ist es ein Gerücht? – Abwarten!

Fromme Märchen?

War Becker als tief religiöser und erfolgreicher Kirchenmann einem Irrtum aufgesessen? Immerhin ist er offenkundig auch ein Verehrer der Madonna von Guadalupe, wie es eine Passage in seinem Buch deutlich macht. Darin schreibt er, dass er 1999 ein Benediktinerkloster in Santa Rosa, Brasilien, zu Ehren der Gottesmutter gründete. „Die Klosterkirche ist Unserer Frau von Guadalupe – Mutter Amerikas geweiht“, so Becker.

Auch die Quelle des oben zitierten Artikels der „The American Society of the Defense of Tradition, Family an Property“ ist sehr zweifelhaft. Denn darin wird sich auf den Artikel „Miraculous Image of Our Lady of Guadalupe“ berufen, der am 2. April 2012 auf dem Blog „Infallible Catholic“ („Unfehlbarer Katholik“) erschien. Ohne Quellenangabe heißt es dort:

Carlos Fernandez del Castillo, ein Gynäkologe, untersuchte das Bild und hat festgestellt, dass die gynäkologischen Messungen Unserer Lieben Frau (zeigten), dass sie schwanger ist. Vollkommen im Einklang mit dem Stadium der Schwangerschaft am 9. Dezember für Jesus Geburt am Weihnachtstag auftreten.

Ein Stethoskop wurde unter dem schwarzen Band an der Taille Unserer Dame (ein Zeichen, dass sie schwanger ist) gelegt und man hörte rhythmische wiederholende Takte bei 115 Schlägen pro Minute. Die gleichen, wie die eines Baby im Mutterleib.“

Zum genannten Datum 9. Dezember ist zu sagen, dass dies der Tag war, als Juan Diego 1531 zum ersten Mal auf dem Tepeyac der Erscheinung der Gottesmutter begegnet ist.

“Wahrheit und Lüge”

Solche religiösen Aussagen waren auch auf dem Blog „Infallible Catholic“ einem Priester namens Anthony Gerber zu viel. Zumindest nannte sich diese Person am 13. Dezember 2014 so, als sie den dortigen Artikel kommentierte. Hier seien „Wahrheit und Lüge“ vermischt worden, da niemals solche Herztöne durch ein Stethoskop nachgewiesen worden sind, so Gerber. Er selber habe mit Verantwortlichen bzw. nahen Beteiligten der Heiligsprechung des Juan Diego gesprochen, die solche Entdeckungen dementierten. Konkret nennt er Pater Eduardo Chavez, dem Postulator der Heiligsprechung von Juan Diego und Mitgründer sowie Dekan des „Instituts für Guadalupe-Studien“ („INTERLUPE“) und Ehrenkanon der Basilika von Guadalupe.

Anonyme Folgekommentare warfen auf dem Blog dann wieder Gerber vor, er sei ganz einfach ein Ungläubiger. Dass er „diese wundersamen Tatsachen“ ignoriert, solle „Schande“ über ihn bringen, da sein Vorwurf der Unwahrheit eine „Todsünde“ sei.

Abgesehen von der sicher nicht unberechtigten Frage, wie man auf die Idee kommt, mit einem Stethoskop ein Bild abzuhören, ist die Quellenlage also sehr fragwürdig. Mich erinnert das an eine Szene aus dem ersten Teil der erfolgreichen Kinokomödie „Ghostbusters“ von 1984, als einer der Geisterjäger mit eben genau so einem Stethoskop den Geräuschen eines Geistes in einem Tisch lauscht …

Spätestens im Jahr 2000 verbreitete sich diese religiöse Sensationsmeldung im Internet. Eine – wenn nicht die – erste Verbreitung erfolgte um 2000 durch die Webseite der „Br.-Thomas-Apostolatsgemeinschaft“. Dahinter steckt ein „Bruder Johannes-Markus“, der seit 1998 selber ein Seher ist und Botschaften von Maria und Gott persönlich empfangen will. Auslöser war eine Pilgerreise nach Medjugorje in Bosnien und Herzegowina. Ebenfalls ein Ort von Marienerscheinungen, wie es von den Gläubigen heißt (s. auch HIER). Von diesem angeblichen Seher stammt die oben zitierte Meldung, die von dort aus viral unter den Gläubigen ging.

Die Tilma schweigt

Die Mystery-Autorin Gisela Ermel, die unter anderem 2002 ein Buch über die Tilma von Guadalupe veröffentlichte, schrieb in dem Magazin „Sagenhafte Zeiten“ (Nr. 5/2005) dazu, dass Bruder Johannes-Markus diese Erkenntnisse auch nur aus einer Sekundärquelle habe. Auf Nachfrage teilte er ihr mit, dass er „die Informationen aus einer Broschüre während eines ‚Bischöflichen Projekts‘ abgeschrieben (habe); wo und wann war nicht zu erfahren“, so Ermel. Und weiter:

Auch Anfragen bei der für Forschung zuständigen Stelle der Basilika von Guadalupe und verschiedenen Forschungsgesellschaften wie INTERLUPE (Zentrum für Guadalupe-Studien in Mexico-City) ergaben nichts anderes. Nirgends hatte man von einer derartigen Entdeckung oder Beobachtung auch nur andeutungsweise gehört.

Auffindbar ist jedoch der in der Meldung erwähnte Film von John Bird, der angeblich diese Beweise zeige. Dieser wurde für 65 Dollar im Rahmen einer Videoreihe in vier Teilen über Orte in Portugal, Spanien, Afrika, USA und Mexiko, die für Marienerscheinungen bekannt sind, vertrieben. Die Serie nennt sich „River of Light“ und wurde unter anderem in den USA von der „Mary´s Media Foundation“, New York, vertrieben. Die Foundation ist eine gemeinnützige Vereinigung, die es sich zu Aufgabe gemacht hat Informationen über die Jungfrau Maria zu verbreiten. Finanziell wird die Foundation von der katholischen Kirche getragen. Und im Rahmen dieser Videoreihe taucht tatsächlich auch der Film von Bird und der Tilma von Guadalupe auf. Enthalten im 4. Teil der Filmreihe.

Doch der Film von Bird zeigt keinerlei Bewegung auf der Tilma; nicht die Spur einer schwangeren Maria und eines ungeborenen Jesus-Baby sind nachweisbar. John Bird selber bestätigt, dass er und auch keiner aus seinem Mitarbeiterteam jemals ein Ungeborenes bei ihren Filmarbeiten zur Tilma beobachtet haben. Ermel dazu schon 2005:

Eine schriftliche Anfrage bei dem Regisseur John Bird ergab, dass er und sein Team etwas Derartiges weder beim Filmen noch beim Bearbeiten des Filmmaterials bemerkt hätten.“

Für Ermel ist das erneut ein Beweis, „wie kritisch man mit derartigen Berichten umgehen muss“, wie sie ganz richtig schreibt.

Ein Zeichen der Jungfrau von Guadalupe …

Kritik und Skepsis sind aber in der Religion und beim Glauben sehr oft Mangelware. Da hilft auch nicht der geflügelte Ausspruch „Gottes Wege sind unergründlich“ etwas. Außer für die Gläubigen, natürlich.

Das zeigte sich auch 2007. In seinem kritischen Buch „Belichtete Augen“ (2011) schreibt Bernd Stiegler über dieses angebliche Mysterium des Glaubens:

Und der Gynäkologe Dr. Carlos Fernandez del Castillo kann schließlich sogar die Lage des Kindes identifizieren: Es liegt mit dem Kopf nach unten in linker Position. Und solche Bilder sind nicht ohne klare Botschaft: In den diversen Diskussionsforen zur Jungfrau von Guadalupe findet sich ein weiteres Dokument einer vermeintlichen visuellen Offenbarung, das nun einen Lichtreflex als Zeichen für den Schutz des ungeborenen Lebens deutet: Am 24 April 2007, just zu dem Zeitpunkt, als der Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche in Mexiko legalisiert wird, erblickten viele Pilger eine besondere Lichterscheinung auf dem Gnadenbild.“

Wirklich eine Warnung des Himmels bzw. der Jungfrau von Guadalupe? Oder doch eben nur ein religiös umgedeuteter Lichtreflex, wie es auch Stiegler sieht? Weiter zitiert Stiegler dazu von einer heute nicht mehr erreichbaren Webseite:

Ein Fotograf hat das Bild untersucht und festgestellt, dass das Licht, das einen Embryo im Mutterschoß zeigt, kein Reflex ist, sondern aus dem Bild selbst herauskommt.“

Eine erstaunliche “Analyse”

Diese „Analyse“ des Fotografen wäre schon eine erstaunliche Leistung. Denn besucht man die Basilika von Guadalupe mit der Tilma wird man sehr schnell feststellen, dass man das Objekt aus verschiedenen Gründen überhaupt nicht genau sehen geschweige denn fotografieren kann. Es hängt in luftiger Höhe über dem Altar, und die Besucher fahren auf Laufbändern hinter und unter dem Altar an dem Bild vorbei. So werden Staus durch den Andrang der Betenden und natürlich auch all jener vermieden, die es fotografieren wollen.

Mit einem guten Objektiv im Inneren der Basilika ist aber das kein Problem. Dabei hängt das Abbildung natürlich nicht frei in seinem Rahmen, sondern ist hinter einer dicken Glasscheibe zum Schutz gesichert (am 14. November 1921 gab es einen Bombenanschlag auf die Tilma). Und was eignet sich besser für eine Lichtreflexion als (Panzer)glas? Und wie sieht ein derartiger Reflex eigentlich aus, dass man darin „einen Embryo im Mutterschoß“ erkennen kann, der „aus dem Bild selbst herauskommt“, wie es Stiegler zitiert?

Somit scheint es sich abzuzeichnen, dass die Meldung eine Ente ist. Auch wenn sie noch immer auf unterschiedlichen Seiten im Internet zitiert wird.

Bedenken muss man auch, dass in der Meldung davon die Rede ist, dass „die Geburt des Kindes nahe bevorsteht“. Angeblich ermittelt durch die Frequenz des Herzschlages. Schon ein flüchtiger Blick auf die kunstvolle Abbildung der „Königin des Himmels“ auf der Tilma zeigt, dass von einem „Babybauch“ nichts zu sehen ist.

Ebenso ist vollkommen unklar, was der Bericht mit den „sieben typischen schwarzen Schleifen über ihren Schoß“ meint (mehr HIER). Diese finden sich nicht auf der Tilma. Zumindest ich zähle dort, direkt unter den Händen, nur fünf schwarze „Bänder“.

Wie also sollten 1531 „alle Azteken sofort“ gewusst haben, dass dies ein Zeichen für die Schwangerschaft der abgebildeten Gottesmutter ist?

Video zum Thema

Das Wunder von Guadalupe - Vortrag von Lars A. Fischinger von 2009

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Lars A. Fischinger

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Fakten und Wahrheiten in der Archäologie: Alles eine Frage der Interpretation

Archäologie und Wahrheit: Alles eine Frage der Interpretation (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Archäologie und Wahrheit: Alles eine Frage der Interpretation (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Emsige Archäologen graben seit Jahrhunderten in aller Welt nach den Spuren der Vergangenheit. Zahllose Funde, Artefakte, Ausgrabungen, Monumente und andere Zeugnisse der Geschichte zeigen uns das Bild unserer eigenen Geschichte. Rekonstruiert aus unzähligen Mosaiksteinchen, die unsere Vorfahren zum Teil vor zehntausenden von Jahren hinterlassen haben. Aber wie “wahr” oder “falsch” ist dieses Bild, dass die Wissenschaftler daraus rekonstruieren und ableiten? Oder ist nicht vielmehr unsere Sicht auf die Vorzeit eine Summe von Interpretationen und Deutungen der Archäologen? Zum Teil ja, sagt eine Archäologin in einer Veröffentlichung. Denn die Forschung steht nicht still!


Archäologie und Wahrheit

Was „die Wissenschaft“ sagt, ist für viele Menschen Gesetzt. „Wissenschaftliche Erkenntnisse“ sind quasi in Stein gemeißelt und damit beweisen oder sogar unfehlbar. Archäologie gehört dazu.

Tatsächlich ist das auch in sehr vielen Fällen so. Wissenschaft, vor allem auch die Naturwissenschaften, haben in Jahrhunderten vieles geleistet. Rund um die Welt haben emsige Forscher in Versuchen, Experimenten oder durch Beobachtungen wissenschaftliche Fakten und Zusammenhänge belegt, die jeden Bereich der Realität einschließen. Von Chemie bis Biologie.

Anders sieht es bei den Interpretationswissenschaften aus, wie ich sie gerne nenne. Vor allem in der Psychologie, die keine empirische Wissenschaft ist, sondern vor allem von Deutungen lebt. Noch deutlicher ist dies bei den Geisteswissenschaften, also der Theologie. Einfach formuliert haben Jahrtausende theologischer Forschung noch immer nicht Gott oder ein Leben nach dem Tod wissenschaftlich bewiesen.

Doch auch die Archäologie lebt von Interpretationen der Vergangenheit. Von der Deutung von Fundstücken, archäologischen Orten und Stätten oder ganzen Ausgrabungen. Und je weiter sich die emsigen Archäologen in die Vergangenheit begeben, umso schwieriger werden diesen Interpretationen. Fehlen dann auch noch schriftliche Quellen und Belege, etwa bei Funden der Steinzeit oder Ausgrabungen bei Völkern ohne Schriftsprache, kommt die Phantasie der Archäologen ins Spiel.

Sie versuchen Fundstücke, Artefakte, Ausgrabungen, Bestattungen, Bauwerke aller Art oder auch einzigartige Objekte der Vergangenheit irgendwie sinnvoll zu erklären. Hinzugezogen wird dabei der sogenannte Fundkontext. Also wie genau, wo und in welcher Position wurde dieses oder jenes Entdeckung aus ausgegraben. Vergleiche mit ähnlichen Funden oder Bauwerken werden gezogen und erleichtern so die Arbeit der Wissenschaftler.

Trotzdem wissen sie sehr oft nicht, was unsere Ahnen damit sagen wollten oder wofür ein Fundstück in Wahrheit diente. Oder wie ein Bauwerk wie ein Haus oder Tempel in der Vergangenheit wirklich einmal ausgesehen hat.

Fakt und Fiktion

Ist ein figürliches Artefakt jetzt ein Gott, ein Spielzeug für Kinder, ein verstorbener Vorfahr, ein “Kutobjekt” oder ein “magisches Symbol”? Oder ist es etwas ganz anderes? Wurde eine in Elfenbein geschnitzte Tierfigur in der Eiszeit in Süddeutschland für “magische Zwecke” und für “Kulthandlungen” angefertigt – oder hat der kKünstler damit nur  seiner Angebeteten eine Freude machen wollen?

Erschwerend bei der suche nach dem Verständnis kommt natürlich auch hinzu, dass immer neue Funde gemacht werden. Die Forschung steht nicht still, sondern sie ist mehr so etwas wie ein lebender Organismus, der sich verändert, wächst und hin und wieder auch Teile abstößt oder ergänzt. Wäre das nicht so, gäbe es schließlich auch keine Archäologie oder Wissenschaften als Ganzes mehr.

Schon der Laie wird sich aber bei den unzähligen TV-Dokumentationen über Archäologie und Spuren der Vorzeit oft die Frage gestellt haben: Woher wissen die Wissenschaftler das alles? Ganz einfach: Sie denken sich das teilweise einfach aus, sie erfinden es. Oder, um es freundlicher auszudrücken, die interpretierten die vor- und aufgefundene Faktenlage so.

Genau zu diesem Umstand erschien jetzt der bemerkenswerte Artikel „Archäologische Wahrheiten: Fakt und Interpretation“ der Archäologin Geesche Wilts. Eine junge Archäologin für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie von der Universität Hamburg, die auch den Archäologie-Blog „Miss Jones“ betreibt.

In ihrem Artikel führt sie einige bemerkenswerte Beispiele dafür an, wo Forscher mehr als interpretieren als wissen. Vor allem die „Himmelsscheibe von Nebra“ nennt sie hier mit Blick auf eine entsprechen TV-Doku mit entsprechenden Spielszenen über den Fund als Beispiel. Ein „Fund, der tatsächlich mehr Fragen aufwirft, als die Archäologie beantworten kann“, wie Wilts schreibt. Deutungen archäologischer Funde müssen „allerdings nicht richtig sein“, unterstreicht sie und nennt als Beispiel Rekonstruktion von vorzeitlichen Häusern in Freilichtmuseen.

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Diese werden bekanntlich vor allem durch die Luftbildarchäologie anhand von Verfärbungen des Bodens entdeckt und dann im besten Fall ausgegraben. Aber Nachbauten solcher Häuser „sind Großteiles Interpretation“, so Wilts.

Eindrücklich zeigt sich das sicher an den Pfahlbauten am Bodensee.  Im dortigen Freilichtmuseum „Pfahlbaumuseum Unteruhldingen“ errichteten Archäologen mit zahlreiche Helfern mehr als 20 solcher vorgeschichtlichen Häuser. Rekonstruiert wurden sie aus den Funden von Resten solcher Behausungen, die bis in die Steinzeit vor 6.000 Jahren zurückreichen. Ob diese Bauten am Bodensee aber wirklich so aussahen, weiß niemand mit Gewissheit zu sagen.

Forschung steht nicht still

Wilts verweist auch darauf, dass natürlich die Forschung nicht still steht. In aller Welt sammeln Archäologen neue Kenntnisse und Erkenntnisse, die dann im besten Fall in die aktuelle Forschung mit einfließen. Auch wenn sich dadurch vorherige Ansichten als falsch erwiesen, wie Wilts am Beispiel eines Freilichtmuseums in Groß Raden in ihrem Artikel zeigt. Ein solcher Wandel in der archäologischen Faktenlage und Interpretation kann natürlich jede aktuelle Erkenntnis betreffen:

Ein Schicksal, das jeden archäologischen Forschungsstand betreffen kann. Gerade weil die technischen Möglichkeiten in der Archäologie eine rasante Entwicklung durchleben. Im Grunde genommen ist also vieles von dem, was wir als gegebene Wahrheit über die Menschheitsgeschichte ansehen, eine Frage der Interpretation, und diese basiert wiederum darauf, wie wir als Archäologen und Forscher das Hier und Heute wahrnehmen.“

Die „Schulwissenschaft“ ist hier zweifellos besonders betroffen.

Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, da sich die Schulbücher stetig ändern. Wie eben der Stand der Forschung auch. Es wäre auch kaum vorstellbar, dass bei jeder neuen Erkenntnis oder bei jeder Widerlegung althergebrachten Wissens, gleich die entsprechenden Schulbücher eingestampft werden! „Das hat zur Folge, dass jede Schülergeneration mit einem anderen Geschichtsbild im Kopf aufwächst“, so Wilts:

Es ist, als hätte jeder von uns eine Collage im Kopf. Eine Kombination aus den Dingen, die man über die Vergangenheit weiß oder zu wissen glaubt. Ein Informationssammelsurium aus Fernsehdokumentationen, Artikeln in Zeitungen und Zeitschriften, Erzählungen der Großeltern, eventuell sogar Serien oder Filmen wie jenen von Disney, Onlinemedien, Museumsbesuchen und dem Schulunterricht. Letzterer ist besonders glaubwürdig bei der Vermittlung historischer Zusammenhänge, sollte man meinen. Doch in Bezug auf die Vorgeschichte verändert sich der Inhalt dieses Unterrichts genauso wie der Forschungsstand.“

Gute und schlechte Interpretationen

Und welche neuen Forschungsergebnisse, wie und in welcher Form von der Fachwelt als „wahr“ ansehen werden, steht wieder auf einem anderen Blatt. Immer werden andere Experten das eine oder das andere in Frage stellen und auf andere Deutungen oder Ergebnisse verweisen. Dass ein gedrucktes Schuldbuch hier nicht mithalten kann, sollte mehr als deutlich sein. Jedem sollte klar sein, „wie viele der Zusammenhänge gut oder schlecht belegte Interpretationen sind“.

Vor allem im Bereich Grenzwissenschaft und Mystery Files ist das ein Problem. Ein riesiges Problem sogar, wenn man sich nur einmal die Prä-Astronautik anschaut. Nicht nur, da jeder sein eigenes Süppchen kocht und vollkommen individuell die Dinge sieht, sondern auch, da sehr oft Fakten ganz einfach ignoriert werden. Irgendeine Form von einheitlicher These existiert nicht.

Interpretation ist das eine – davon lebt die Prä-Astronautik -, doch man ist weit davon entfernt neue Erkenntnisse auch zu berücksichtigen. Fakten werden allzu oft nicht interpretiert, sondern phantasiert. Forschungen der etablierten Archäologie werden hierbei sogar teilweise verteufelt oder im Extremfall als Lug, Trug und Verschwörung abgelehnt.

Wilts als Archäologin, die mit grenzwissenschaftlichen Themen somit nichts zu tun hat, resümiert für ihr Fachgebiet:

Dadurch ist die Menschheitsgeschichte nicht statisch, sondern verändert immer wieder ihr Gesicht. In der Schule wird unterrichtet, dass Wissenschaft nie relativ ist. Doch es sollte auch unterrichtet werden, dass es Bereiche der Wissenschaft gibt, die im Spannungsfeld zwischen Fakt und Interpretation liegen. Und das nicht, weil wir angelogen werden, sondern weil jede Idee von unserer Geschichte ein Stück von dem enthält, was wir wissenschaftlich gar nicht untersuchen können.“

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Im Bann der Dämonen: Seltsames über König Salomon und dem Bau des Tempels von Jerusalem +++ Artikel +++

ARTIKEL: Die Dämonen im Bann: Seltsames über König Salomon und dem Bau des Tempels von Jerusalem (Bilder: gemeinfrei / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
ARTIKEL: Die Dämonen im Bann: Seltsames über König Salomon und dem Bau des Tempels von Jerusalem (Bilder: gemeinfrei / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In den Büchern der Bibel finden sich zahllose große und kleine Protagonisten, die mal mehr und mal weniger bekannt sind. Einige sind legendäre Berühmtheiten, auch wenn man oft nicht mal weiß, ob es sie wirklich gab. Zum Beispiel Moses, Abraham oder König David. Und doch sind auch und gerade diese Personen zahllosen Menschen mehr oder weniger gut bekannt. Dazu zählt auch der legendäre König Salomon. Ein Herrscher, der vor rund 3.000 Jahren den 1. Tempel von Jerusalem gebaut haben soll und aufgrund seiner Weisheit bis heute gepriesen wird. Doch Salomon hatte nach den alten Texten auch seine Schattenseiten, die offenbar sogar in der Bibel selbst überwiegen. Welche das sind und was der sagenumwobene König zu Lebzeiten alles getan haben soll, erfahrt Ihr in diesem Blog-Artikel.


Der Tempel des Salomon

In der Bibel gibt es eine Reihe von Namen und Figuren, die immer wieder auftauchen. Berühmtheiten, von denen viele Menschen vielfach gehört haben, auch wenn sie nicht selber im Alten und Neuen Testament lesen. Allen voran natürlich Jesus und Maria aus dem Neuen Testament oder Adam, Eva, Noah sowie Moses aus dem Alten Testament sind hier zu nennen.

Eine durchaus auch noch bekannte Person aus dem Alten Testament ist sicherlich König David. Vor allem aufgrund des Kampfes „David gegen Goliath“ und vielleicht auch noch in seiner biblischen Funktion als frommer Herrscher in Jerusalem. Sein Nachfolger König Salomon hingegen ist dabei schon weniger prominent. Auch wenn seine legendäre Weisheit fraglos geläufig ist.

Als Baumeister des ersten Tempels von Jerusalem, dem nach ihm bekannten „Salomonischen Tempel“, ist aber auch dieser König eine wahrhaftige Legende der biblischen Geschichte und Forschung. Auch wenn weder die Person Salomon noch sein Tempel auf dem Tempelberg in Jerusalem archäologisch und historisch unumstritten belegt sind. Was aber für sehr viele biblische Figuren und Aussagen gleichermaßen gilt.

Über König Salomon berichten uns das 1. Buch der Könige und das 2. Buch der Chronik im Alten Testament. Vor allem das 1. Buch der Könige widmet sich dabei der größten Leistung des mythischen Herrschers – nämlich den Bau des Jerusalemer Tempels im 10. Jahrhundert vor Christus. Seinem Vater König David war diese Tat zu Lebzeiten nicht mehr vergönnt, weshalb erst Salomon ab etwa 974 vor Christus mit dem Tempelbau begann (im 4. Jahr seiner Regentschaft). Nach sieben Jahren emsiger Bauarbeiten feierte man Richtfest und Jerusalem hatte seinen Tempel zu Ehren Gottes. Kernheiligtum war darin im sogenannten „Allerheiligsten“ die Bundeslade.

Der transportable Tempel

Im Prinzip war der Tempel des Salomon ein „Nachbau“ in Stein des Zeltheiligtums des Exodus. Im Buch Exodus wird ab Kapitel 25 und ab Kapitel 36 dieses transportable Heiligtum mit seinem Inventar und Aussehen beschrieben. Es diente als Tempel für die aus Ägypten fliehenden Nomaden, der immer wieder auf- und abgebaut werden konnte. Auch hier stand im Allerheiligsten die Bundeslade und auch hier opferte man Gott bzw. nahm Kontakt mit ihm auf.

Ob es dieses Zeltheiligtum bei Exodus unter Moses jemals gab, weiß niemand wirklich zu sagen. Das gilt allerdings nicht nur für den „Mischkan“ oder „Stiftshütte“ genannte Zelt-Tempel, sondern für den gesamten Auszug der Hebräer aus Ägypten an sich.

Was aber unbestritten ist, ist die Tatsache, dass Gott selber laut Buch Exodus die Anweisungen zum Bau des Heiligtums und der Lade des Bundes gab. Zumindest haben die Autoren des Textes dem Herrn diese zugesprochen. Für einige Bibelforscher wurde jedoch nur der Jerusalemer Tempel und der entsprechende Kult darin von den Bibelautoren auf den Exodus zurückgedichtet.

Neben der Bibel gibt es keine Quelle für den Bau des Tempels von Salomon. Ein Hinweis, dass er existierte, könnte der Bericht im 2. Buch der Könige ab Kapitel 12 sein. Dort heißt es, dass König Joas Ende des 9. Jahrhunderts vor Christus den Salomonischen Tempel restaurierten ließ. Diesen Herrscher sowie die Instandsetzungen könnte es durchaus gegeben haben.

Während das Zeltheiligtum mit Bundeslade im 2. Buch Moses noch auf direkten Wunsch von Gott persönlich angefertigt wurde, ist es beim Tempel des Salomon anders. Hier gibt Gott keinen direkten Befehl, dass man ihm eine „Wohnstätte“ bauen soll, wie es noch im Buch Exodus der Fall war. Denn dort hat er angeblich sogar Moses noch persönlich Modelle der zu fertigen Dinge wie Bundeslade und Zelt gezeigt.

Gott braucht keine Wohnstätte!

Genaugenomen finden sich in der Bibel sogar eher als abwertend zu bezeichnende Aussagen bezüglich Salomon und seinem Tempelbau. Zum Beispiel in der Apostelgeschichte ab 7,44, wo wir lesen:

Unsere Väter hatten das Zelt des Zeugnisses in der Wüste, wie der, welcher zu Mose redete, befohlen hatte, es nach dem Muster zu machen, das er gesehen hatte. Und unsere Väter übernahmen es und führten es mit Josua ein bei der Besitzergreifung des Landes der Nationen, die Gott austrieb von dem Angesicht unserer Väter hinweg, bis zu den Tagen Davids, der Gnade fand vor Gott und eine Wohnstätte zu finden begehrte für den Gott Jakobs.

Salomo aber baute ihm ein Haus. Aber der Höchste wohnt nicht in Wohnungen, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht: ‚Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. Was für ein Haus wollt ihr mir bauen, spricht der Herr, oder welches ist der Ort meiner Ruhe?‘

Auch wenn diese Aussage natürlich aus der direkten Zeit nach Jesus Christus stammt und zu jener Zeit wahrscheinlich noch der 2. Tempel (von König Herodes) in Jerusalem stand, klingt sie schon erstaunlich. Durchaus auch in Bezug auf König David, der „Gnade fand vor Gott“. Immerhin hat dieser David laut Bibel alle möglichen Konkurrenten und Widersacher ermorden lassen und schreckte vor keiner Tat zurück. Ihm ist es jedoch zu verdanken, dass die Bundeslade aus der Stadt Silo nach Jerusalem gebracht wurde.

Eigentlich auch nur ein politischer Schachzug des Herrschers, der damit die Priesterschaft in Silo gewaltig schwächte. So konnte er Jerusalem zu seinem Zentrum für Politik und Religion als „Davidstadt” ausbauen bzw. gründen.

Es gibt zwar sehr spärliche archäologische Hinweise auf das „Haus David“ als Herrscherdynastie, doch keine echten Belege seiner Existenz. Hier ist vor allem eine Inschrift zu nennen, die 1993 in Tel Dan gefunden wurde. Sie stammt aus dem Jahr 840 vor Christus und besagt, dass die Könige Judas vom „Haus David“ abstammen. Ein Beweis für eine real gelebte Person König David ist das aber nicht.

Und doch ist vor allem David und sein Geschlecht in der gesamten Bibel ein enorm wichtiger Bestandteil. Schließlich soll auch Jesus selber ein „Sohn Davids“ gewesen sein … damit aus seiner Ahnenreihe entstammen.

König Salomon und der Tempelberg

So verwundert es auch nicht, dass König David allein im Neuen Testament 59-mal erwähnt wird. Nur Moses (80-mal) und Stammvater Abraham (73-mal) werden hier öfter namentlich genannt. Natürlich mit Ausnahme von Jesus. Da aber David geradezu wie ein Diktator lebte, mordete, herrschte und vor allem sündigte, wollte ihn sein Gott letztlich doch dafür bestrafen. Diese Strafe bestand laut den Samuel-Büchern darin, dass es ihm nicht vergönnt war, den heiligen Tempel zu errichten. Jedoch wird der König im 2. Buch Samuel (ab Kapitel 11) als ein Liebling Gottes dargestellt, der letztlich seine skrupellosen Taten bereute. Eine Erzählung, die sich beispielsweise auch im Koran wiederfindet (Sure 38, ab Vers 21).

Als Salomon die Nachfolge seines Vaters David als König antrat, soll eine goldene Zeit angebrochen sein. Sie fand ihren Höhepunkt fraglos im Tempelbau für die Bundeslade und den Kult um Jahwe in Jerusalem. Schließlich gab es nichts, was heiliger ist, als die Lade des Bundes mit den Zehn Geboten. Sie bildete das geistige und spirituelle Zentrum innerhalb des Salomonischen Tempels.

Dabei soll – nach der sich entwickelten jüdischen Tradition – König Salomon den Bauplatz für den Tempel mit großer Sorgfalt gewählt haben. Nirgendwo sonst haben mehr religiöse Ereignisse stattgefunden, als auf dem heute als Tempelberg bekannten Platz. Zumindest dem Glauben nach. Dort, wo heute der muslimische Felsendom steht, liegt der Nabel der Welt in Form des namensgebenden Felsen. Und diese, meistens nicht in alten schriftlichen Aufzeichnungen nachweisbaren, Traditionen um den Felsen und Tempelberg sind überaus umfangreich. Beispiele:

  • Der Felsen ist der „Urfels“ von dem aus die Welt entstand bzw. der „Grundstein“ der Schöpfung.
  • Adam und Eva haben dort Gott geopfert.
  • Ihre Söhne Kain und Abel ebenso.
  • Der Garten Eden lag auf dem Tempelberg.
  • Nach der Sintflut habe auch Noah hier seinem Herrn ein Dankopfer dargebracht.
  • Abraham habe seinen Sohn Isaak auf diesen Felsen gelegt, als er ihn auf Befehl seinem Gott opferten wollte.
  • Der Prophet Mohammed sei von hier in den Himmel gefahren.
  • Letztlich stand angeblich auch die Bundeslade genau auf diesem Felsen.

Interessante Traditionen und Glaubensvorstellungen, von der aber nicht eine belegbar ist. Dennoch war bereits vor Jahrtausenden hier das Zentrum des Glaubens, was vor allem auch dem Tempel des Salomon zu verdanken ist.

Salomon – ein verschmähter König?

Man könnte also meinen, dass Salomon als Baumeister der Wohnstätte Gottes in Jerusalem in der Bibel gefeiert und gepriesen wird. Seltsamerweise ist aber genau das nicht der Fall.

So ist der Herrscher im Neuen Testament an gerade mal 12 Stellen belegt. Verglichen mit seinem sündigen und kriegerischen Vater David mit 59 Nennungen ist das verschwindend wenig. Schmeichelhaft sind zahlreiche der Erwähnungen Salomons im Neuen Testament auch nicht. Dazu zählt nicht nur die oben zitierte Kritik am Bau eines Hauses für den Herrn aus der Apostelgeschichte. Im Prinzip fängt es schon in im Matthäusevangelium (1,6f.) mit der unehelichen Zeugung mit der Frau Urias an.

„Bei diesen Stellen wird deutlich, dass die Figur Salomons im Neuen Testament stets in eher abwertendem Zusammenhang steht“, schreibt beispielsweise der Bibelforscher Peter Busch in seiner Analyse „Das Testament Salomons“ (2006). Obwohl der König auch als großer und weiser Exorzist und Dämonen-Bändiger in der traditionellen Überlieferung angesehen wird, werde er im Neuen Testament „keineswegs als Exorzist vorgestellt“, so Busch.

Solche religiösen Vorstellungen und Ansichten entlehnen sich meist aus mündlichen Erzählungen, Sagen und Märchen über diverse Figuren der biblischen Geschichte. Oder aus Schriftgut außerhalb der Bibel, das damit nicht in den heutigen Bibel zu finden ist. Man denke hier an das genannte Beispiel von Noah, der angeblich auf dem Tempelberg seinem Gott nach der Sintflut opferte. Laut Sintflut-Geschichte im biblischen Buch Genesis strandetet die Arche Noah nach der Flut nämlich sehr weit weg von Jerusalem. „Am Gebirge Ararat“ sei das gewesen …

„Das Testament des Salomon“

Zu der seltsamen Figur des Salomon existieren einige alte Schriften (Apokryphen), die sein Leben und Wirken weiter ausführen. Einige davon sollen sogar direkt von dem König selber verfasst worden sein. Wie das apokryphe und „okkulte“ Buch „Das Testament des Salomon“, das durchaus als zumindest eine Quelle der Traditionen um ihn als Dämonen-Bändiger angesehen werden kann. Auch der legendäre „Ring des Salomon“, Symbol und Werkzeug zur Kontrolle von bösen Mächten und Dämonen, entstammt diesem Text.

Verglichen mit der angenommenen Lebenszeit Salomons im 10. Jahrhundert vor Christus ist sein „Testament“ relative jung. Es soll, auch wenn Salomon hier selber als Autor in der Ich-Form spricht, erst im 4. Jahrhundert nach Christus entstanden sein. Also bereits unter dem frühen Christentum, was auch am Text deutlich erkennbar ist.

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Inwiefern es wirklich eine Version aus vorchristlicher Zeit gab, die dann unter christlichen Einfluss neu bearbeitet wurde, ist ungewiss. Peter Busch vermutet in seiner Arbeit, dass das gesamte „Testament des Salomon“ eine christliche Schrift ist.

Inhaltlich bietet es aber spannende Aussagen über den Herrscher und Tempelbauer, die man durchweg als „verstörend“ ansehen könnte. Denn sie werfen ein vollkommen neues Licht auf den Bau des erstens Tempels auf dem Tempelberg, die in der Bibel nicht mal ansatzweise angeschnitten werden. So ist die Kernaussage des Buches, dass König Salomon den Bau des Tempels mit Hilfe von Dämonen realisierte. Er wird als mächtiger Mann dargestellt, der durch Gottes Unterstützung in der Lage war sich böse Dämonen gefügig zu machen und in seinem Sinne zu manipulieren.

Der magische Ring des Salomon

Freiwillig dürften Dämonen oder „gefallene Engel“ wohl eher weniger bereit gewesen sein, Salomon beim Bau eines Heiligtums für Gott zu helfen! Obwohl einige Deutungen dahin gehen, dass der Tempelbau nur als „Rahmenhandlung“ dient, um Salomons Macht über diese dunklen Wesen zu unterstreichen.

Der Mensch Salomon war allein nicht fähig sich Dämonen Untertan zu machen. Das zeigt sich darin, dass ab Kapitel 1 zu erfahren ist, dass ein Dämon und „böser Geist“ mit Namen Ornias die Bauarbeiten am Tempel immer wieder störte. Angeblich habe die Kreatur den Oberaufseher der Bauarbeiter regelmäßig heimgesucht, ihm den Lohn und Nahrung gestohlen sowie schlicht die Kraft geraubt.

Bauherr Salomon war entsetzt, als er von diesen Heimsuchungen hörte, und „betete aus ganzer Seele Tag und Nacht“ zu Gott, um Hilfe zu bekommen. Sein Bitten wurde letztlich erhört, und er bekam Besuch aus dem Himmel:

Als ich zum Gott des Himmels und der Erde betete, ward mir vom Herrn der Heeresscharen durch Michael, den Erzengel, ein Ring gegeben, darin ein eingraviertes Siegel aus Edelstein.

Er sprach zu mir: Nimm, Salomo, des Davids Sohn, hier das Geschenk, das dir der Herr, der höchste Gott der Heeresscharen, sendet! Damit kannst du die Geister all bezwingen, die männlichen und weiblichen; mit ihrer Hilfe kannst du auch Jerusalem erbauen, trägst du dies Gottessiegel.“ (1,6-7)

„Da ward ich hocherfreut“, so Salomon, und mit seinem magischen Ring vom Himmel konnte er den „lästigen Geist Ornias“ bändigen. „Gleichwie ein brennend Feuer“ sei diese Kreatur gewesen und gestand dem König, dass er zwar von den Engeln abstamme, aber von ihnen verstoßen worden sei. Mit seinem machtvollen Ring verdonnerte Salomon den Dämon daraufhin „zur Arbeit in dem Steinbruch“. Zuvor handelte er aber noch einen Deal mit ihm aus.

Herr der Dämonen

Der verstoßene Engel und der menschliche Herrscher einigten sich, dass Ornias weitere Dämonen in den Dienst des Königs stellen würde. Hierzu überließ Salomon ihm sogar den von Gott empfangen Ring und befahl ihm „hole mit den Obersten der Geister“! Gleichzeitig hatte Salomon aber mit dem manipulierten Geist Ornias einen ausgezeichneten Informanten gewonnen, der in der Lage war Informationen aus dem Himmel von Gott zu besorgen.

Genau dazu findet sich in der Schrift eine überaus erstaunliche Aussage:

Wir Dämonen, wir wandeln an dem Himmelsfirmament und fliegen mitten durch die Sterne hin; da hören wir die Ratschlüsse, die Gott für Menschenseelen festgelegt.

(…)

Was in dem Himmel sich ereignet, geschieht auch auf der Erde. Es gibt ja Fürstentümer, Herrschaften und Mächte, die oben fliegen und die des Eintritts in den Himmel schon gewürdigt werden.

Wir Dämonen dagegen werden müde, weil wir zum Ausruhen keine Stätte haben; so fallen wir herab, wie Blätter von den Bäumen. Die Menschen, die uns sehen, meinen, es fallen Sterne von dem Himmel.“ (20,12-16)

Dies widerspricht in allen Details der christlichen Tradition der angeblich „gefallenen Engel“. Eigentlich soll niemand der „gefallenen Engel“, aus denen das Christentum Satan und seine Dämonen der Hölle machte, je wieder in der Lage gewesen sein zu Gott zu reisen. Ein Weg zurück in den Himmel zum Herrn und seiner ihm treu gebliebenen Untergebenen war eigentlich versperrt (detailliert dazu HIER). Warum also nicht auch in diesem Text, zumal er unter christlichen Einfluss entstand?

Nach einer Art Test durch Salomon unterstreicht die Überlieferung sogar noch, dass der Dämon in diesem Zusammenhang die Wahrheit sagte:

Bei dieser Nachricht wusste ich, Salomo: Der Dämon hat die Wahrheit mir gesagt. Ich pries den Gott des Himmels und der Erde.“ (20,21)

Salomon erlangte durch den Zauberring des Herrn schier grenzenlose Macht über die Dämonen. Er nutze ihre Kräfte und Fähigkeiten um seinen Tempelbau voran zu treiben und sogar benachbarten Völkern zu helfen. Etwa den Bewohnern Arabiens, die unter einem tödlichen Wind oder „Hauch“ im Reich des Königs Adares litten. Ursprung dieses schrecklichen Windes war ein Dämon.

Hilfe für den Araber-König

Als der Araber-König Salomon deshalb um Hilfe bat, schickte dieser eine Gesandtschaft in das Reich Königs Adares. Mit dabei hatten sie Salomons Dämonen-Ring, den der weise Herrscher für diesen guten Zweck gerne erneut verlieh. So gelang es in Arabien diesen bösen Geist mit Namen Ephippas in einem „Schlauch“ einzufangen und zu Salomon nach Jerusalem zu bringen. Arabien war gerettet und auch der “gefallene Engel” Ephippas musste fortan beim Tempelbau helfen.

„Ich bin imstande, Berge zu versetzen und Häuser vorzutragen“, brüstete sich der Dämon beim Verhör gegenüber Salomon. Damit war seine Aufgabe auf der Tempelbaustelle festgelegt. Er musste jene Steine auf der Baustelle bewegen und verbauen, die zuvor niemand bewegen konnte.

Ephippas war auch bereit einen weiteren Geist zu verraten. Es war der „Dämon in dem Roten Meer“, mit dessen Hilfe Ephippas noch weit mehr auf der Baustelle leisten könne, wie er dem König berichtete. Da jede Hilfe willkommen war – und sei sie auch dämonischer Natur – wurde daraufhin auch dieses Wesen nach Jerusalem gebracht. Sein Name war Abezethibu, der eine sehr dunkle Vergangenheit hatte, wie er Salomon erzählte.

Einstmals habe er im „ersten Himmel“ gelebt und sei verantwortlich für viele schreckliche Ereignisse, die beim Exodus der Hebräer aus Ägypten geschehen seien. Er habe damals nicht nur „bei den Wundern und den Zeichen mit Moses wettgeeifert“. „Ich war zugegen“, so der Dämon, „als Moses zu Ägyptens König Pharao ging und dessen Herz verhärtete“. Ein mehr als rätselhafte Aussage, wenn man die Exodus-Geschichte des Alten Testament kennt. Denn darin heißt es vielfach, dass Gott selber der Herz des Pharaos immer wieder „verhärtete“, dass dieser die Hebräer nicht ziehen ließ.

Der Dämon des Exodus

Nach der biblischen Erzählung vom Auszug aus Ägypten habe der Herr durch die Manipulation des Pharao letztlich auch dafür gesorgt, dass seine Soldaten den Hebräern nachjagten. Das Ende ist bekannt, denn alle seien beim „Meerwunder“ schließlich ertrunken.

Ein überaus sonderbares Verhalten des Herrn im Buch Exodus, das an anderer Stelle umfangreich hinterfragt wurde.

Im „Testament des Salomon“ wird Gott quasi von dieser Schuld freigesprochen. Auch wenn das Buch Exodus ihn als Urheber klar benennt. Hier jedoch gesteht der Dämon gegenüber Salomon schließlich alles:

Beim Auszuge der Israeliten verhärte ich das Herz des Pharao und reize sein und seiner Diener Herz. So machte ich, dass sie die Söhne Israels verfolgten; es folgte ihnen Pharao mit allen den Ägyptern. Damals war ich dabei; wir folgten ihnen allzumal und kamen insgesamt ans Rote Meer.“ (25,5-6)

Abezethibu wurde dann aber unachtsam. Denn als das Meer wieder zurückwich, das Heer der Ägypten unter sich begrub und so alle starben, war auch er im „Lager der Ägypter“. So wurde er „mit Wasser zugedeckt“ und blieb im Meer gefangen. Bis er durch Salomons magischen Ring nach Jerusalem gelangte.

Das „Testament“ schließt damit, dass der König seinen Abfall vom Herrn beschreibt. Wie er zum Sünder wurde, „aus jedem Land und Reiche Weiber“ nahm, fremden Göttern opferte und sogar „Götzentempel“ errichtet, da ihm „Gottes Geist entzogen ward“. Gottes Herrlichkeit sei so am Ende seiner Tage sogar ganz von ihm gewichen.

Diese Sünden und Verehrung von Götzen durch Salomon sind in unterschiedlichen Texten und Überlieferungen zu ihm belegt. Selbst den heidnischen Göttern der legendären Königin von Saba soll er einst in Jerusalem gehuldigt haben. Wohl kein einziger biblischer Herrscher bzw. keine biblische Figur verhielt sich immer ganz im Sinne Gottes.

Dass das Heiligste von diesem Herrscher aber mit tatkräftiger Hilfe von Dämonen und bösen Geistern errichtet wurde, sticht bei den zahllosen biblischen Mysterien heraus. Hilfe, Unterstützung oder Tipps kommen eigentlich immer von Gott selber oder von seinen himmlischen Helfern. Beispielsweise von sogenannten “Engeln” die Menschen oder ganze Völker ermorden, die im Wege standen.

Gräueltaten des Himmels

Dabei ist die Palette dieser angeblichen Taten mehr als lang (s. a. Video HIER): Von der Tötung aller „Sünder“ durch die Sintflut, über Sodom und Gomorrha, der Ermordung von Heiden (z. B. 2. Kön. 1) bis zur „Landnahme“ des Volkes Israel und der Beseitigung unzähliger Menschen auf Gottes Geheiß hin (z. B. Jos. 6).

In einem Extrem-Beispiel, niedergeschrieben im apokryphen Buch Philo, Kapitel 6, soll Gott sogar zu Abrahams Zeiten 83.500 (ungläubige) Menschen durch Feuer und Erdbeben absichtlich getötet haben. Ein zweites Extrem ist im 2. Buch Samuel, Kapitel 24, zu finden (s. a. 1. Chr. 21). Hier ist Gott derart zornig, dass schlussendlich als Strafe 70.000 Menschen ihr Leben verlieren.

Diese Beispiele ließen sich endlos fortsetzten.

Doch nicht immer hat der Herr sich selber „die Finger schmutzig gemacht“, wie es eine unfassbare Geschichte im 2. Buch der Könige behauptet. Dort erfährt der Bibelleser, dass um etwa 702 vor Christus der assyrische König Sanherib mit seiner Armee Jerusalem unter König Hiskia belagerte (s. a. Jes. 37). Die Lage war aussichtslos und der Assyrer sandte eine Drohschrift oder ein Ultimatum an seinem Widersacher nach Jerusalem. In Stunden der größten Not legte König Hiskia diesen Brief im von Salomon erbauten Tempel vor den Herrn (die Bundeslade) und flehte um Hilfe.

Glücklicherweise wurde er von Gott erhört, der beschloss „diese Stadt (zu) beschrimen, dass ich ihr helfe“ um die Assyrer zu vernichten. Selber hatte Gott dafür allerdings keine Zeit und schickte deshalb einen seiner Helfer:

Und es begab sich in derselben Nacht, da ging der Engel des Herrn aus und erschlug im Lager der Assyrer 185.000 Mann. Und als man sich am Morgen früh aufmachte, siehe, da waren sie alle tot, lauter Leichen. Da brach Sanherib, der König von Assyrien, auf und ging weg und kehrte zurück und blieb zu Ninive.“ (2. Kön. 19,35-36)

Engel des Todes

Jerusalem war gerettet, unzählige Assyrer von einem „Engel“ ermordet und König Sanherib wurde nach seinem Abzug in der Heimat von seinen Söhnen erschlagen.

Sanherib und diesen Kampf um Jerusalem hat es tatsächlich gegeben. Auch der berühmte jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus aus dem 1. Jahrhundert nach Christus erwähnt diese Tragödie. Josephus zitiert dabei den nicht minder bekannten Babylonier Berossos mit den Worten:

Als nun Senacherib von dem Zuge gegen Ägypten nach Jerusalem zurückkehrte, fand er, dass die unter Rapsakes zurückgelassenen Truppen schwer an der Pest litten. In der ersten Nacht, da er gemeinsam mit diesen Truppen die Belagerung weiterführte, tötete die Seuche in seinem Heere 185.000 Mann samt ihren Führern und Hauptleuten.“

Die Anzahl der Toten ist dieselbe wie im Alten Testament. Die Ursache aber ein ganz andere und vollkommen natürliche (wie bei anderen Chronisten), die nichts mit Gott oder einem Engel zu tun hat.

Es zeigt sich sehr deutlich, dass die Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Historisch unterlag Jerusalem den Assyrern unter Sanherbib. Und die Assyrer wissen (angeblich?) nichts von einem derart gewaltigen Verlust in ihrer Reihen. Ebenso ist eine solche riesige Streitmacht vor den Toren Jerusalems vor fast 3.000 Jahren kaum vorstellbar.

Alles Propaganda?

Also sind diese Beispiele von Tötungen durch die Himmlischen nicht weiter als biblische Propaganda? Wahrscheinlich ja. Zumindest zum Teil bzw. sie sind maßlos übertrieben. Sie zeigen aber sehr deutlich, dass im Zusammenhang mit „himmlischen Mächten“ und auch Gottes menschlichen Helfern in den alten Texten sehr gerne manipuliert wurde. Bei König Salomon und seinem Tempelbau mag es nicht anders gewesen sein, als lange Zeit nach ihm sein „Testament“ geschrieben wurde.

Trotz der überall zu findenden religiösen Propaganda in den entsprechenden Schriften beinhalten sie aber immer auch Wahrheiten. Oft bis ins unkenntlich verdreht und verzehrt. Wo könnte diese bei Salomon und seinen Dämonen liegen? Sofern der Text tatsächlich von Christen in seiner Gesamtheit erst im 4. Jahrhundert verfasst wurde, scheint der weise Salomon hier absichtlich in ein schlechtes Licht gerückt worden zu sein. Die dortigen Schilderungen seines Abfalls von Gott unterstreicht das deutlich.

Warum aber dann „gefallene Engel“ oder Geister-Dämonen, die beim Bau des Allerheiligsten der Juden halfen? Immerhin waren die ersten Christen allesamt Juden. Wollte man sich vom Salomonischen Tempel inklusive dortiger Bundeslade als Heiligstes des Heiligen abgrenzen? Eine Verachtung der eigenen Wurzeln? Wenig vorstellbar –  doch möglich. Oder sollte Salomon hier als so mächtig beschrieben werden, dass er vor seinem Fall Kontrolle und Hilfe von übermenschlichen Wesen hatte?

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die “Raumschiff-Vision” des Ezechiel: Hat der biblische Prophet den Thronwagen Gottes abgeschrieben? (Artikel + Videos)

Die "Raumschiff-Vision" des Ezechiel: Hat der biblische Prophet abgeschrieben? (Bilder: gemeinfrei & Archiv E. v. Däniken / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
Die “Raumschiff-Vision” des Ezechiel: Hat der biblische Prophet abgeschrieben? (Bilder: gemeinfrei & Archiv E. v. Däniken / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Es gibt in der Prä-Astronautik eine Handvoll Themen, die man ohne Bedenken als Klassiker bezeichnen kann. Der biblische Prophet Ezechiel und seine „Visionen“ vom „Thronwagen Gottes“ gehören zweifellos dazu. Erlebt haben will der Prophet diese himmlischen Erscheinungen der „Herrlichkeit des Herrn“ vor nun rund 2.600 Jahren. Göttliche Visionen seien es gewesen, sagt die Theologie. Wogegen die Prä-Astronautik es seit über einen halben Jahrhundert als ein technisches Fahrzeug von Außerirdischen betrachtet. Was jedoch beim diesem Klassiker der Ancient Aliens-Thematik praktisch nie beachtet wird, ist, dass bereits Jahrhunderte vor Ezechiel diese „Vision“ auch ein anderer Prophet hatte. Und wie der Text des Ezechiel, so gilt auch seine Beschreibung als authentisches Werk des Propheten selbst. Sein Name: Jesaja. Dieser Artikel berichte von ihm und anderen seiner Mitstreiter Gottes.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

UFOs und Aliens in der Bibel

Autoren und Forscher der Prä-Astronautik stöbern auch und vor allem in alten Schriften und Texten nach möglichen Hinweisen auf die Götter aus dem All. Das ist tägliches Brot und ein Kernthema der gesamten These um Außerirdische, die vor Jahrtausenden unsere Erde besuchten.

Geleitet werden diese (und ich) von einer ganz einfachen wie spekulativen Grundannahme: Wenn die frühe Menschheit wirklich von Aliens besucht wurde, muss es in den religiösen Aufzeichnungen der Menschheit Spuren dieser Begegnungen geben. Und die gibt es in Massen in allen Mythen und Überlieferungen der Welt. Allerdings nur dann, wenn man diese religiösen Schriften, Texte und Bücher so deuten möchte.

Somit liegt es mehr als nahe, auch in der Bibel als das Religionsbuch überhaupt nach diesen Hinweisen zu suchen. Schließlich sind die Schriften des meist verkauften Buches der Erde (meistens) problemlos und umgehend zur Hand. Schnell kann man so nach den „UFOs und Aliens der Bibel“ suchen.

Und gerade bei den Schriften des Propheten Ezechiel wird man schnell fündig. Jahrzehnte schon sind seine Erlebnisse mit dem „Thronwagen des Herrn“ Paradebeispiele für die Prä-Astronautik. Immerhin berichtet der Gottesmann bereits zu Beginn seines von ihm selber verfassten Textes wie er einen Himmlischen Wagen hat vom Himmel fliegen sehen. Geschehen sie dies um das Jahr 593 vor Christus.

Das “Raumschiff des Ezechiel”

Ein Fahrzeug Gottes sei damals gekommen, wie Ezechiel einst glaubte. Und der Pilot dieser „Herrlichkeit des Herrn“ genannten Erscheinung war für ihn der Herr. Daran änderte sich auch nichts, als der Prophet bei einer späteren Begegnung mit diesem Wagen des Himmel vom Herrn mit auf einen Flug genommen wurde.

Heute kennt zweifellos selbst jeder Neuling der Astronautengötter-Themen diese Beschreibungen aus dem Alten Testament. Nachzulesen ab Kapitel 1 bei Ezechiel. Gleichfalls auch das „Raumschiff des Ezechiel“, wie es einstmals von NASA-Ingenieur Josef F. Blumrich anhand der Bibel „rekonstruiert“ wurde.

Für Bibelforscher und Theologen alles Unsinn, Blasphemie und Phantasie. Die „im Sturmwind“ mit Donner und Getöse Erscheinung, die zum Propheten geflogen kam, sei nichts als eine spirituelle Vision. Sagt die Bibelforschung. Vielleicht inspiriert durch Nordlichter, wie es Mitte des 19. Jahrhunderts in diese Diskussion gebracht wurde.

Grundsätzlich aber gilt, dass kein Wagen und auch kein echter Thronwagen mit Gott herbei flogen und Ezechiel kontaktierte. „Göttlich inspiriert“ seien die mehrfachen Erscheinungen des Flugobjektes schon (sonst stünde der Text auch nicht im Kanon der Bibel), aber eben nicht physisch.

Himmlische Flugwagen hatte der biblische Gott aber eine ganze Menge. „Die Wagen Gottes sind zahllos, tausendmal tausend“, weiß etwa schon Psalm 68,18 zu berichten. Und tatsächlich finden sich in den Texten des Alten Testamentes und vor allem auch in den Apokryphen unzählige Beispiele von Erscheinungen des „Thronwagen des Höchsten“. In dem Buch “Götter der Sterne” habe ich dieses Thema sehr umfassend darlegt. Im Rahmen eines Blog-Artikels ist das natürlich nicht möglich.

Allerdings kann man die Bedeutung des Buches Ezechiel für die Prä-Astronautik nicht deutlich genug betonen. Warum? Weil es eben fast immer nur seine Begegnungen mit „Gott“ sind, die rezitiert werden. Auch wenn es Ausnahmen gibt.

Jesaja und der “Thronwagen Gottes”

Eine Art Arbeitskollege des Ezechiel war in biblischen Zeiten der Prophet Jesaja. Auch dieser Jesaja hat eine alttestamentarische Schrift hinterlassen. Sein Buch wird heute aufgrund seiner sprachlichen Gestaltung von der Bibelforschung sogar als einer der Höhepunkte des Alten Testamentes angesehen.

Interessant ist auch hier die Berufung des Propheten, die sich bei ihm in Kapitel 6 findet. Der Text, so wie er heute im Alten Testament zu finden ist, datieren die Bibelforscher in Zeit um 735/734 vor Christus (s. auch 2. Kön. 16,5-9). Dabei ist es interessant, dass der erste Teil des Buches mit ziemlicher Sicherheit aus Jesajas eigener Feder stammt.

(Jes. 40-55 sind jedoch wahrscheinlich nachträglich angefügt worden, was uns aber an dieser Stelle nicht interessieren soll.)

Folglich hat der Prophet seine Beobachtungen selber niedergeschrieben. Wie Ezechiel. Denn in diesem ersten Teil findet sich die Berufung des Jesaja durch „Gott“ auf seinem Himmelswagen. Das sei um das Jahr 740 vor Christus, im Todesjahr des Königs Usija (Jes. 6,1) gewesen.

Also gut 150 Jahre vor der legendären Berufung des Ezechiel!

Anders als bei dem im Babylonischen Exil lebenden Ezechiel soll das in Jerusalem geschehen sein. Und so beginnt das sogenannte „Immanuelbuch“, die Berufung Jesajas zum Propheten, mit ähnlichen Elementen, wie sie vom „Raumschiff des Ezechiel“ bekannt sind:

Im Todesjahr des Königs Usija sah ich den Herrn. Er saß auf einem hohen und erhabenen Thron. Der Saum seines Gewandes füllte den Tempel aus. Serafim standen über ihm. Jeder hatte sechs Flügel: Mit zwei Flügeln bedeckten sie ihr Gesicht, mit zwei bedeckten sie ihre Füße, und mit zwei flogen sie.“ (Jes. 6,1-2)

Diese geflügelten Serafim oder Seraphe sind aus verschiedenen Texten bekannt. Zum Beispiel aus dem apokryphen Buch „Schatzhöhle“. Hier begleiten sie Adam und Eva als diese in das himmlische Paradies aufgenommen wurden (s. Video unten bzw. HIER). Seraphe und Cherube waren, so dies Apokryph, bei diesem Flug mit dem „Thronwagen Gottes“ ebenfalls dabei.

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Feurige “Flügelwesen”

Diese ominösen, geflügelten Gestalten sind eng mit den Cherube verwandt, wenn nicht sogar identisch. Serafim bedeutet etymologisch die „Brennenden“ und ihr Name soll mit einem „brennenden, strahlenden Lichtglanz“ zusammenhängen. Ein Strahlen, das diese umgab, weshalb sie auch als „Feuerengel“ bekannt sind. In der christlichen Tradition sind es schlicht Engel aus dem Reich des Herrn. Allerdings zwei unterschiedliche Klassen dieser angeblichen Geistwesen:

Es sind menschliche, aber mit sechs Flügeln versehende Gestalten; sie erinnern an die geheimnisvollen Wesen, die den Wagen Jahwes in Ezechiel 1 und 10 tragen (…) Die spätere Überlieferung hat zwei Engelklassen mit den Namen Serafim und Kerubim benannt.

Mit späterer Überlieferung ist natürlich das Christentum gemeint. Bekanntlich verdanken wir dem christlichen Eifer die nicht mit der Bibel übereinstimmende Erfindung allerlei Engel-Wesen und ihren Hierarchien. Mehr dazu in diesem Blog-Artikel HIER.

Jesaja sah also nach eigener Aussage eine überaus „strahlende“ und/oder „feurige“ Erscheinung kommen. Eben typisch für das Alte Testament und verwandtes Schriftgut. Es liegt auf der Hand, dass jeder der „Typ Seraphe“ mit sechs Flügeln versehen war, da es der Prophet selber überliefert. Aber nur zwei davon wurden bei diesem Flugmanöver benötigt. Eigentlich ein Widerspruch zur Tradition des Christentums, da hier Engel eigentlich nicht mit sechs Flügeln darstellt wurden und werden …

Diese Cherube des Thronwagens des Ezechiel und anderer „Augenzeugen“ besaßen je zwei Flügelpaare. Augenscheinlich ein einer Typ der Herrlichkeit vom Himmel. In der theologischen Auslegung heißt es allerdings, dass die „Wesen“ mit zwei Flügeln ihre Gesichter „aus Furcht, Jahwe zu schauen“, bedeckten. Dann würden sie also mit zwei weiteren „aus Furcht“ vor dem Höchsten ihre Füße bedecken? Auch wenn die „Füße“ in diesem Zusammenhang als die „Geschlechtsteile“ der Wesen interpretiert werden.

Alles in Allem soll Jesaja durch die Erscheinung „die Transzendenz Gottes und die Unwürdigkeit des Menschen offenbar“ geworden sein.

Der fliegende Herr

Prä-Astronautisch gesehen reichte schlicht nur ein Flügelpaar aus, um sich in dieser Situation fortbewegen zu können. Jahwe befand sich schließlich auch im Landeanflug, und die anderen Paare wurden vielleicht nur für weitere (schnellere) Flüge genutzt.

Natürlich fehlten bei Jahwes Niederkunft auch keine Erschütterungen und Qualm (Rauch) in der Umgebung, denn Jesaja notierte:

Die Türschwellen bebten bei ihrem lauten Ruf, und der Tempel füllte sich mit Rauch.“ (Jes. 6,4)

Dieser „Ruf“ soll sich, so Jes. 6,3, wie eine Lobpreisung an den Herrn angehört haben, da die Seraphe ständig „heilig, heilig“ etc. brüllten. Bringt aber eine Preisung der Engel die Erde zum Beben und lässt Rauch aufsteigen? Kaum, aber eine starke Antriebsleistung ist dazu im Stande.

Das zweite Buch Samuel beinhaltet ebenfalls einen interessanten Bericht über die donnernde Herniederkunft Jahwes. In diesem Beispiel wird berichtet, dass König David seinen Gott im Himmel anrief, der schließlich mit seinem fliegende Wagen zur Erde fuhr:

Da wankte und schwankte die Erde, / und die Gründe des Himmels erbebten. / Aus seiner Nase quoll Rauch, / aus seinem Munde kam fressendes Feuer, / (…) Er neigte den Himmel und fuhr herab, / und dunkles Gewölk lag ihm unter den Füßen. Auf einem Cherub saß er und flog dahin, / auf Sturmesflügeln schwebte er einher.“ (2. Sam. 22,8-11)

Bei dieser Erscheinung soll der Höchste sogar im Himmel „Donner rollen“ gelassen haben und mit „dröhnender Stimme“ umhergezogen sein. Noch dazu „schoss er seine Pfeile ab“ und „schleuderte Blitze“ (2. Sam. 22,14-15). Wie anders sollte ein technisch uninformierter Beobachter ein fremdes Fluggerät beschreiben?!

Die “Hand Gottes”

Auch der der Prophet Jesaja sah eine ähnliche Erscheinung, die ihm Angst bereitete. „Weh mir, ich bin verloren“, rief er aus und lag dabei sicher vor Ehrfurcht erstarrt auf dem Boden. Unreine Lippe haben er und auch das Volk um ihn herum, weswegen er um sein Leben fürchtet, heißt es in Jes. 6,5.

Bevor Jahwe das Wort ergriff, kam ein Seraph auf ihn zu, und berührte Jesajas Lippen mit einer glühenden Kohle (Jes. 6,6-7). Dadurch, so das Wesen, wäre seine Schuld getilgt, und der „Herr“ richtete das Wort an ihm, um Jesaja zum Propheten zu erheben (Jes. 6,7-13).

Es liegt auf der Hand, und der Bericht bestätigt dies, dass Jesaja den Wagen äußerst ängstlich bei seiner Landung beobachtete. So wie auch Ezechiel. Wie soll man aber die glühenden Kohlen deuten, die in der Theologie als „Sühneritus“ verstanden werden? Tatsächliche glühende Kohlen, die der Seraph laut Jes. 6,6 mit einer „Zange“ vom „Altar“ nehmen musste, waren es kaum.

Auch könnte diese „Zange“ der „Arm“ gewesen sein, den einst der Priester Ezechiel sah. Ein solcher Arm war an jedem Cherub angebracht, wie der Prophet notierte. Auch diese Arme wurden in der Prä-Astronautik durch das Buch „Da tat sich der Himmel auf“ von Josef F. Blumrich weltweit bekannt. Blumrich deutete sie, inspiriert durch Erich von Däniken sein Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ (1968) als mechanischen Greifarm. Eine Art Roboterarm mit Hand, die damit alles anderes als „die Hand Gottes“ war.

Interessant ist bei der Arbeit von Blumrich übrigens auch, dass die Texte von Jesaja gar nicht kannte. Zumindest nutze er ausschließlich bei der Arbeit an seinem “Raumschiff des Ezechiel” dessen Buch. So Blumrich in einem Interview mit mir, das Ihr HIER online findet.

Jesaja vs. Ezechiel

Es besteht nicht der geringste Zweifel, dass der Prophet Jesaja seine Erlebnisse vor Ezechiel hatte und niedergeschrieben hat. Das war vor 2.759 Jahren. Doch nur die Aussagen von Ezechiel wurden in der Grenzwissenschaft geradezu legendär. Ein Grund ist natürlich, dass seine Texte wesentlich umfangreicher, detaillierter und spannender sind.

Kein Zweifel besteht in der Bibelforschung aber auch dahingehend, dass beide Texte von den Propheten selber geschrieben wurden. Damit unterscheiden sie sich von den unzähligen anderen Erwähnungen des Thronwagens in anderen und zum Teil wesentlich jüngeren Texten und Büchern. Schriften, deren wirkliche Autoren wir nicht mehr kennen.

In diesem Zusammengang sind die Erzählungen von Adam und Eva fraglos das beste Beispiel. In diesen überaus interessanten und an anderen Stellen (HIER, HIER, & Video unten bzw. HIER) detailliert diskutierten Texten erzählt nämlich das erste Menschenpaar selber. Es sind teilweise Erzählungen unter christlichen Einfluss, in denen Eva und/oder Adam in der „Ich-Form“ von ihren Erlebnissen mit derartigen Gefährten vom Himmel berichten. Zum Beispiel im Garten Enden nach dem „Sündenfall“, als dieser tosend ins Paradies kam und landete. Oder auch, als die Leiche Adams damit weg geflogen wurde.

Es wird wohl niemand ernsthaft annehmen, dass Adam und Eva selber diese Schriften verfasst haben. Anders sieht es bei dem letzten Buch der Bibel aus.

Die Offenbarung des Johannes

Auch in der Apokalypse oder Offenbarung des Johannes finden wir den „Thronwagen Gottes“. Ein zweifellos christliches Buch aus dem 1. Jahrhundert, in dem sich jahrhundertealte Motive wiederfinden. In der Tradition vieler „göttlicher“ Offenbarungen findet sich auch zu Beginn der Apokalypse des Johannes der Hinweis, dass er entrückt wurde:

Danach sah ich: Ein Tür war geöffnet am Himmel; und die Stimme, die vorher zu mit gesprochen hatte und die wie eine Posaune klang, sagte: Komm herauf, und ich werde dir zeigen, was dann geschehen muss. Sogleich wurde ich vom Geist ergriffen. Und ich sah: Ein Thron stand im Himmel; auf dem Thron saß einer, der wie eine Jaspis und ein Karneol aussah. Und über den Thron wölbte sich ein Regenbogen, der wie ein Smaragd aussah.“ (Off. 4,1-3)

Schwer vorstellbar, dass Johannes in den Himmel geholt und vor einen königlichen Thron geführt wurde. Einem Thron, auf dem dann bequem „Gott“ saß. Oder mit den Worten des Johannes „einer, der wie Jaspis und ein Karneol aussah“, denn Gott nennt er nicht.

Natürlich ist auch das wiederum aus anderen Schriften bekannt. In einem Apokryph mit Namen „Ezechiel der Tragiker“ soll sogar Moses selber solch einen strahlenden Thron mit dem fremden Wesen gesehen haben. Weiter heißt es darin sogar, dass Moses diesen Thronwagen bestiegen habe und damit die Erde verließ (mehr im Blog-Artikel HIER).

Selbst der „Regenbogen“ in der Offenbarung, der Schein des Fluggerätes, ist im Buch Ezechiel zu finden (Ez. 1,26-28). Ebenso in anderen jüdischen und christlichen Texten zum Thema „Wagen Gottes“.

Das sind Parallelen, die kein Bibelforscher abstreitet. Im Gegenteil, denn wenn man in biblische Nachschlagewerke, Anmerkungen und Lexika schaut, werden diese sogar immer unterstrichen. Auch Professor Robin Lane Fox, einer der bekanntesten Bibelforscher unserer Zeit, vertritt die Meinung, dass Ezechiels „Vision“ den Schreiber der Offenbarung stark „beeinflusst“ habe. Gleichzeitig habe sich der Autor bei seiner Erfahrung auch aus den Texten des Propheten Daniel (Dan. 7,1+) bedient, so Fox und die Bibelexegese. Und Jesajas ähnliche und zugleich älteste Beschreibung macht da keine Ausnahme.

Gesehen oder nicht?

Folgerichtig hat der Texter der Apokalypse Beschreibungen andere Propheten einfach übernommen. Das wiederum bedeutet, dass er diese Erscheinung in der Form überhaupt nicht hatte. Ist dies aber der Fall, sind auch die folgenden „Prophezeiungen“ der Apokalypse mehr als fragwürdig. Und das beim letzten und für das Christentum theologisch wichtigsten Buch der gesamten Bibel. Immerhin verspricht die Offenbarung im Kern allen Gläubigen das ewige Leben und eine Rettung vor dem Ende aller Tage …

Die Lösung könne ganz einfach sein: Ezechiel, Jesaja, Johannes und all die anderen Autoren sahen alle den „Thronwagen Jahwes“. Und so beschrieben sie ihn natürlich auch alle ähnlich. Ob deren Schriften nun Teil der Bibel sind, oder nicht.

Innerhalb der Bibel finden sich nur Bücher, die „göttlich inspiriert“ sein sollen. War aber Johannes von Gott inspiriert, als er aus Texten, die schon zu seiner Zeit Jahrhunderte alt waren, Beschreibungen übernahm?

Erstaunlich ist auch die religiöse Interpretation als „Visionen von Gott“ an sich. Der „Heilige Geist Gottes“ habe hier auf die Autoren direkt oder indirekt gewirkt und diese inspiriert (s. auch Blog-Artikel HIER). Dies tat er also im 1. Jahrhundert nach Christus ebenso wie 740 vor Christus …

„Wie lebende Wesen“

Es ist gleichgültig wie genau die „Wesen“ unter dem himmlischen Thron genau genannt wurden, immer sahen sie aus „wie lebende Wesen“. Und der Herr oben auf dem Gefährt sah auf „wie ein Mensch“. Trotzdem sind innerhalb und außerhalb der Bibel diese geflügelten Gestalten ein Kernelement dieser Berichte.

Beispiel „Apokalypse des Abraham“, in der wir ab Vers 18,1 lesen:

„(es) hebt sich empor das Feuer, das auf der Feste war. Ich hörte eine Stimme gleich dem Meeresbrausen, und durch des Feuers reiche Fülle hört sie nicht auf. Und wie das Feuer, in die Höhe steigend, sich erhebt, erblick ich unterm Feuer einen Feuerthron und rings um ihn Vieläugige, die jenes Lied vortragen, und unterm Thron vier Feuerlebewesen singen.

(…)

Die beiden Flügel an den Schultern bedeckten ihre Angesicher, die beiden Flügel an den Lenden ihre Füße; die beiden Mittelflügel breiten sie beim Vorwärtsfliegen aus.

(…) und auf den Rädern war ein Thron, den ich erblickt, und dieser war bedeckt mit Feuer, und Feuer floss ringsher um ihn; es war ein unbeschreiblich Feuer auch um eine Feuerschar.“

Hier erschien also auch der „Typ Seraph“ mit sechs Flügel. Und obwohl das Buch „Apokalypse des Abraham“ nicht in der Bibel steht, sahen die feurigen Wesen auch darin so aus, wie Ezechiel sie beschrieb. „Ein jedes hatte vier Gesichter“, heißt es in den Versen 18,4-6, die wie Löwe, Mensch, Stier und Adler ausgehen hätten. „Vier Häupter saßen auf ihren Leibern, so dass die vier Geschöpfe sechszehn Köpfe hatten“, heißt es in dem Apokryph.

Übrigens ist es mehr als spannend, was laut der “Apokalypse des Abraham” weiter geschah. Im weiteren Verlauf des Buches wird beschrieben, wie Abraham (oder wer auch immer es war) die Erde mit diesem Fluggerät verließ. So kam er zu einer sich drehenden Raumstation im All (s. Video unten)!

Vier Gesichter

Das klingt schon recht gruselig, ist aber doch im Kern identisch mit der „Vision“ des Ezechiel. Der fromme Mann notierte:

Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen, und zur rechten Seite gleich einem Löwen bei allen Vieren, und zu linken Seite gleich einem Ochsen bei allen Vieren, und hinten gleich einem Adler bei allen Vieren. Ihre Flügel waren nach oben ausgespannt. Mit zwei Flügeln berührten sie einander, und mit zwei bedeckten sie ihren Leib.“ (Ez. 1,10-11)

Abgesehen davon, dass man hier durchaus sechs Flügel interpretierten könnte (zwei nach oben, zwei berührten die der anderen „Wesen“ und zwei hingen herunter), hat schon das frühe Christentum diese Schilderung für sich gedeutet.

Der legendäre Kirchenvater Hieronymus (347 bis 420 nach Christus) meinte, dass die vier Gesichter ein Sinnbild der vier Evangelien sind. Also der vier anerkannten Schriften des Neuen Testamentes, die vom Leben und Wirken Jesus Christus erzählen. Demnach wäre Ezechiels „Vision“ fast 600 Jahre vor der Geburt Jesus eine Art Prophezeiung der späteren Evangelien, die in die Bibel aufgenommen wurden.

Hieronymus stellte sich das mit den Evangelisten und den „Wesen“ etwa so vor:

  • Mensch = Matthäus, da er am Anfang seines Evangeliums ein Geschlechtsregister aufführt; die sogenannte „Abstammung Jesu“ (ab Mt. 1,1).
  • Löwe = Markus, da er zu Beginn seines Evangeliums angeblich einen „löwenhaften“ Ruf besitzt.
  • (Opfer-)Stier = Lukas, da mit dem Opfer Sacharjas seine Schrift beginnt (ab Luk. 1,8).
  • Adler = Johannes, da sein Prolog  „adlerhaft“ sein soll. Im Sinne der Idee der Götter aus dem All wäre auch das denkbar:

Das kann man glauben, muss man aber nicht.

  • Flügel = Flug = Adler
  • Getöse und Lärm = brüllendes Tier = Löwe
  • Menschenhände = Mensch
  • Füße bzw. Fußsohlen wie Rinder = Stier

Auch das kann man glauben …

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Lars A. Fischinger

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