Suchergebnisse: Seefahrt

Experimentelle Archäologie: Neuer Film über das erfolgreich beendete Seefahrt-Experiment “Abora IV” von und mit Dominique Görlitz online (+ Video)

Abora IV: Muss die Geschichte neu geschrieben werden? (Bild: YouTube-Screenshot eingeschenkt.tv)
Abora IV: Muss die Geschichte neu geschrieben werden? (Bild: YouTube-Screenshot eingeschenkt.tv)

Wie auf Fischinger-Online berichtet hat kürzlich der Experimentalarchäologe Dr. Dominique Görlitz erfolgreich sein Seefahrt-Experiment “Abora IV” beendet. Ziel war es nachzuweisen, dass Seehandel bereits in der Bronzezeit (oder sogar wesentlich früher) im östlichen Mittelmeer für unsere Ahnen technisch sehr wohl möglich war. Ein Handel zwischen dem Schwarzen Meer, der Ägäis und dem alten Ägypten über das Meer. Jetzt entstand daraus ein neuer Film rund um “Abora IV” und dem Seefahrthistoriker Görlitz, der heute erschienen ist. Hier erfahrt die Hintergründe.


“Abora IV”: Muss die Geschichte neu geschrieben werden?

Historiker und Archäologen wissen aufgrund von Ausgrabungen, dass bereits in der Steinzeit umfangreiche Handelswege und Netzwerke existierten. Der Austausch von Ideen, Waren, Techniken und wahrscheinlich auch religiösen Anschauungen war vor Jahrtausenden weit umfassender, als man es einst angenommen hatte. Auch und vor allem über weite Strecke hinweg. Hierbei herrscht jedoch die Meinung vor, dass dieser kulturelle Austausch (fast ausschließlich) über den Landweg erfolgte.

Genau das sehen einige alternative Historiker wie eben Dominique Görlitz anders. Sie gehen in ihren Überzeugungen sogar soweit, dass es Handel und Austausch auch über die Ozeane gegeben haben kann. Zum Beispiel sehr lange vor der Entdeckung Amerikas zwischen Europa und der “Neuen Welt”. Mit Nachbauten primitiver Boote hat auch Görlitz in verschiedenen Versuchen und Experimenten diese Möglichkeit aufgezeigt.

Bekannt sind dabei vor allem seine Schifffahrt-Experimente mit seiner “Abora-Klasse”. Der letzte Versuch dieser Art war mit dem Schilfboot “Abora IV“, das nach rund 3.000 Kilometern Fahrt kürzlich sicher ans Ziel kam. Ein Segelexperiment, dass von Varna am Schwarzen Meer durch den Bosporus, das Marmarameer, die Ägäis und das östliche Mittelmeer führte.

Auch dieses private Experiment von Dominique Görlitz und seiner Crew wurde mit der Kamera begleitet und dokumentiert. Daraus entstand der Film “Abora IV: Muss die Geschichte neu geschrieben werden?”, den Ihr unten angefügt findet.

Neuer Film über “Abora IV” online

Initiator und Leiter Görlitz schrieb am 2. November 2019 auf Facebook dazu:

Experimentelle Archäologie lebt von der audiovisuellen Dokumentation. Nur sie garantiert, dass Rekonstruktionen über technische Prozesse oder Werkzeuge auch von Wissenschaftlern und den Bürgern begutachtet werden können, um die technische Umsetzung nachvollziehen zu können.

So auch im Beispiel unserer ‘Abora IV-‘Expedition von Varna/Bulgarien nach Kaş in die Türkei.

Unser neuer TV-Partner Eingeschenkt TV Chemnitz hat deshalb große Arbeit geleistet, um gemeinsam mit unserem Kameramann Frank Stegmann den gesamten Bau und die gesamte Fahrt zu dokumentieren. Daraus entstand diese neue filmische Reportage, die die Fahrt von Çanakkale über Santorin bis nach Kleinasien spannenden Bildern zusammenfasst.

‘Abora’-Expeditionen und ‘Abora’-Dokumentationen sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Schon seit den ersten Projekten (‘DILMUN I’, 1990) achtete ich stets darauf, dass Fernsehsender und auch Filmteams mit am Start sind. So sind auch etliche Kameraleute, die beim Fernsehen arbeiten (verschiedene Sender), Vereinsmitglieder, um in ihrer Freizeit ihre Fähigkeiten für das Team und die audiovisuelle Dokumentation zur Verfügung zu stellen.

Höhepunkte der Arbeit unseres Teams waren Produktionen mit dem ZDF oder National Geographics, aber auch eigene Produktionen wie die ‘Abora’ Saga oder das ‘Cheops-Projekt‘ von Nuoviso TV.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Der Film heute und dritter Teil (hier findet Ihr Teil 1 & Teil 2, Anm. LAF) aus der Eingeschenkt TV Sendereihe über ‘Abora’ beleuchtet den letzten und spannendsten Teil unserer Seereise. Eingeschenkt TV kommt aus Chemnitz. Es ist ein mehrköpfiges Team voller engagierter Leute aus dem Bereich Medien, Film, Publikation, Informatik und Journalismus. Sie produzieren für jedermann Interviews, Artikel, Presseanalysen, Dokumentationen.

Sie waren auch viel mit uns unterwegs, so auch in Beloslav, Varna, Çanakkale, Limnos und Santorin, um vor Ort über unser Projekt zu berichten.

Diese Reportage stellt nun die Grundlage für ein weiteres Filmprojekt dar, welches ich mit dem Berliner TV-Produzenten Theodor Baltz auf die Beine stellen werde. Das gesamte, während der Fahrt von verschiedenen Teams produzierte Filmmaterial wird dann in einer großen Dokumentation zusammengefasst, die noch viel tiefgründiger die Hintergründe und Ergebnisse beleuchten wird. Das wird aber noch ein paar Wochen brauchen.

Deshalb genießt dieses erste Zwischenprodukt, was wirklich Lust auf ‘meer’ macht!

Der Experimentalarchäologe Dominique Görlitz sieht auch in seine neuen Seefahrt-Expermiment einen Erfolg. Es zeige unter anderem auch auf, dass sehr wohl über den Seeweg Metalle wie vor allem Eisen aus der Region des Schwarzen Meer bis nach Ägypten gehandelt sein können. Eine These, an der Görlitz bereits seit Jahren arbeitet, wie er es unter anderem in diesem Interview-Video HIER auf meinem YouTube-Kanal ausgeführt hat.

Von Beginn an arbeitete die “Mission Abora IV” auch mit Wissenschaftler und Archäologen zusammen. Denn seit wann im alten Ägypten tatsächlich Eisen genutzt wurde, und wie es woher ins Land gekommen ist, ist in der Archäologie weiterhin umstritten.

Am 23. November 2019 findet dazu im Galileo-Park Lennestadt auch der Kongress “Pioniere der Meere” statt.

Das neue Video zu “Abora IV”

YouTube-Video vom 2. Nov. 2019

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , markiert <

“Pioniere der Meere”: Kongress über die frühen Anfänge der Seefahrt im November 2019 im Galileo-Park – Alle Infos hier

"Pioniere der Meere": Kongress über die frühen Anfänge der Seefahrt 2019 (Bilder: Silberfalke.media & Galileo-Park)
“Pioniere der Meere”: Kongress über die frühen Anfänge der Seefahrt 2019 (Bilder: Silberfalke.media & Galileo-Park)

Wann begannen die Menschen die Meere und Ozeane systematisch und geplant für die Seefahrt zu nutzen? Neue Forschungen und Expeditionen zeigen, dass dies viel früher geschah und auch viel intensiver war, als bisher von der etablierten Geschichtsschreibung vermutet wurde. Hierbei reichen die älteste Hinweise bis in die Epoche der letzten Eiszeit zurück. Mindestens. Pioniere der Meere, wie Thor Heyerdahl, aber auch Tim Severin und Dominique Görlitz zeigen, dass vorzeitliche Seefahrer zu fernen Ufern aufbrachen, um Völker und Länder miteinander zu verbinden. Aus diesem Grund veranstalten der Galileo-Park in Lennestadt und die ABORA-Projektgruppe am 23. November 2019 den Kongress “Pioniere der Meere”, auf dem die neustesten Ergebnisse aus der Entdeckergeschichte des Menschen  präsentiert werden sollen. In diesem Beitrag erfahrt Ihr dazu alle Details und weitere Tipps zur kommenden Veranstaltung auf den Spuren unserer unbekannten Vergangenheit.


Seefahrt in der Vorzeit

Jeder weiß, dass die ‘Anfänge der Zivilisation’ im Osten des Mittelmeers, im Vorderen Orient liegen. Aber nicht gleich von Beginn war das Meer dafür verantwortlich – Jahrtausende lang blieb es leer, öder als selbst die Wüste, ein Hindernis und nicht eine Verbindung zwischen den Menschen, obschon diese sehr früh an seinen Gestaden lebten…

Diese Worte des französischen Historikers Fernand Braudel drücken die Meinungen vieler Wissenschaftler über die frühe Seefahrt und deren Bedeutung für die Entstehungen der ältesten Hochkulturen aus: Der prähistorische Mensch war kein Seefahrer.

Er hatte Furcht, keine besonderen technischen Fertigkeiten und erst recht keine Erfahrung mit der Befahrung der Ozeane. Nach Ansicht vieler Wissenschaftler muss diese Menschenleere auf den Meeren über Zehntausende von Jahren angehalten haben, bis der Mensch mit dem Beginn unserer Zivilisation vor 5.000 Jahren plötzlich gelernt hatte, steuerbare Schiffe zu bauen, um die öde Wasserwüste erfolgreich zu überwinden.

Neue Forschungen und Expeditionen zeigen jedoch heute auf, dass die Seefahrt viel früher entstand und auch viel intensiver war. Älteste Hinweise stammen aus Nordspanien, welche bis vor die letzte Eiszeit zurückreichen. Außerdem belegen neue DNA-Sequenzierungen, dass im Zuge dieser maritimen Wanderungen auch domestizierte Pflanzen und Tiere verschleppt wurden. Aus diesem Grund veranstalten der Galileo-Park in Lennestadt und die ABORA-Projektgruppe den Mystery Kongress, um neuste Ergebnisse aus der Entdeckergeschichte des Menschen zu präsentieren.

Pioniere der Meere, wie Thor Heyerdahl, aber auch Tim Severin und Dominique Görlitz zeigen, dass vorzeitliche Seefahrer zu fernen Ufern aufbrachen, um Völker und Länder miteinander zu verbinden. Die Vorträge sollen dieses spannende Thema aufgreifen, um angesichts der anstehenden neuen Expedition ABORA IV über das Schwarze Meer das Abenteuer Seefahrt zu dokumentieren.

Programm am 23. November 2019

(Änderungen vorbehalten)

9:30 Uhr: Einlass in den Galileo-Park

10:00 Uhr: Dr. Dominique Görlitz, Experimentalarchäologe: Die Argonauten der Steinzeit (s. a. HIER)

11:00 Uhr: Prof. Dr. Frank Müller-Römer, Ägyptologe: Handelsschifffahrt in der Bronzezeit im Mittelalter

12:00 Uhr: Prof. Dr. Manfred Buchroithner, Kartographiehistoriker: Weltkarten aus der Antike?

12:45 – 14:00 Uhr: Mittagspause

14:00 Uhr: Andreas Otte, Privatforscher: Das Rätsel der südamerikanischen Chachapoya-Kultur – ihr Ursprung im antiken Spanien

15:00 Uhr: Prof. Dr. Havva İşkan, Archäologin: Über die Geschichte und Bedeutung des antiken Patara

16:00 – 17:00 Uhr: Pause

17:00 – 18:00 Uhr: Podiumsdiskussion mit den Referenten

Ab ca. 19:00 Uhr: Gemeinsames Zusammensein im Tagungshotel “Schweinsberg” (s. unten).

Details und Veranstaltungsort

Termin:

23. November 2019, 10 bis 18 Uhr

Veranstaltungsort:

GALILEO-PARK
Sauerland-Pyramiden 4-7
57368 Lennestadt-Meggen
Telefon: 02723-8080
Fax: 02723-808180
E-Mail: Info@Galileo-Park.de
Webseite: www.Galileo-Park.de

Der gesamte Park ist barrierefrei.

Weitere Info auch HIER.

Karten:

Tickets: 25 Euro – erhältlich im Online-Shop des Galileo-Park HIER.

Tipps:

Sofern Ihr in Lennestadt übernachten wollt, ist das “Hotel Schweinsberg” sehr zu empfehlen:

Hotel und Restaurant Schweinsberg
Fredeburger Straße 23
57368 Lennestadt–Langenei
Telefon 02723–80990
Telefax 02723– 809964
E-Mail: hotel.schweinsberg@t-online.de
Webseite: hotel-schweinsberg.de

Dort werden sich die meisten Kongressteilnehmer treffen und übernachten.

Derzeit befinden sich im Galileo-Park Ausstellungen rund um Themen wie 50 Jahre Mondlandung, Raumfahrt und Zukunft der Raumfahrt, Außerirdische und Leben im All sowie die Faszination Universum. Der Besuch der Ausstellungen und Attraktionen ist für die Kongressteilnehmer kostenlos.

Details zu den Ausstellungen erfahrt Ihr in diesem Beitrag HIER auf diesem Blog. Ebenso in diesem YouTube-Video HIER, das ich während eines Besuches der aktuellen Ausstellungen kürzlich für Euch gemacht habe. Auf diesem Blog und meinem YouTube-Channel findet Ihr zum Beispiel HIER und HIER weitere Artikel, Videos und Postings zum Thema.

 

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , markiert <

Seefahrt in der Vorzeit – “ABORA IV” zurück in sicheren Hafen: Radiointerview mit dem Experimentalarchäologen Dominique Görlitz (+ Video)

Seefahrt in der Vorzeit - ABORA IV zurück in sicheren Hafen: Radiointerview mit dem Experimentalarchäologen Dominique Görlitz (Bild: D. Görlitz)
Seefahrt in der Vorzeit – “ABORA IV” zurück in sicheren Hafen: Radiointerview mit dem Experimentalarchäologen Dominique Görlitz (Bild: D. Görlitz)

Gab es bereits vor Jahrtausenden Hochseefahrt und damit auch Handel weit über die Meere hinweg? Darüber streiten sich die Experten bis heute. Einer der seit rund 30 Jahren diese Möglichkeit praktisch belegen will, ist der Experimentalarchäologe Dr. Dominique Görlitz. Ein “Seefahrthistoriker”, der mit Nachbauten altertümlicher Boote die Weltmeere befährt, um so die Möglichkeit eines internationalen Seehandels praktisch zu untermauern. Er und seine Crew haben jetzt mit dem Papyrus-Boot “Abora IV” erfolgreich ein weiteres Experiment nach rund einem Monat abgeschlossen. Damit wurde gezeigt, dass bereits im Altertum ein Seehandel zwischen dem Schwarzen Meer und Ägypten technisch tatsächlich möglich war. Alles dazu erfahrt Ihr in diesem Beitrag sowie in einem Radiointerview mit dem “Abora IV-Skipper” Görlitz.


Seefahrt in der Vorzeit

Archäologen und Historiker sind sich sicher, dass es bereits in der Steinzeit Seefahrt gab. Zahlreiche Funde und Hinweise sprechen dafür. Doch uneins ist man sich darüber, wie genau diese Seefahrt aussah und wie weit unsere Ahnen mit ihren Schiffen und Booten die Meere befuhren.

Gab es bereits vor Jahrtausenden Hochseefahrt und damit auch Handel weit über die Meere hinweg? Darüber streiten sich die Experten bis heute. Obwohl es auch dafür klare archäologische Hinweise gibt.

Einer der diese Möglichkeit praktisch belegen will, ist der Experimentalarchäologe Dr. Dominique Görlitz. Seit rund 30 Jahren führt Görlitz deshalb Versuche mit Booten bzw. Schiffen durch, mit denen er verschiedene Routen der Meere befährt. Sehr ähnlich wie es bereits der berühmte Thor Heyerdahl mit verschiedenen Bootstypten tat. In „Heyerdahls Fahrwasser“ versucht auch Görlitz durch praktische Experimente und Versuche zu beweisen, dass ein Hochseehandel und damit Schifffahrt in der Vorzeit sehr wohl möglich war.

Jetzt hat Görlitz ein weiteres Experiment dieser Art erfolgreich beenden können. Seine Fahrt mit der „Abora IV“, die ihn und sein Team aus dem Schwarzen Meer durch die Ägais bis an die Südwestküste der Türkei führte. Insgesamt eine Seereise von rund 1.800 Kilometern, die am 16. August in Varna startete. Das Ziel dieser Expedition war klar umrissen. Dazu heißt es auf der Webseite von “Abora” unter anderem:

Das Ziel der Reise besteht im Test der Hypothese, dass es einst uralte Handelsreise zwischen dem Schwarzen und Mittelmeer gab. Aus diesem Grund wollen wir auch nicht unendlich weit Segeln, sondern demonstrieren, dass eine Fahrt über das schwierige Schwarze und Marmarameer möglich war. Wie weit wir letztlich kommen ist deshalb nicht so wichtig. Vielmehr wollen wir ozeanographische Daten mit den archäologischen in Übereinstimmung bringen, damit wir die wenig erforschten Handelskontakte später besser rekonstruieren können.“

Die Zukunft von “Abora IV”

Nach rund einem Monat Fahrt und trotz schlechten Verhältnissen erreichte die „Abora IV“ mit ihrer Crew am 19. September sicher ihren Zielhafen Kas in der Türkei. Hier wurde das Papyrus-Boot inzwischen demontiert und an Land gebracht.

Es soll später in der antiken Stadt Patara im Rahmen einer Ausstellung den „letzten Hafen“ finden. In Zusammenarbeit mit dem Türkischen Ministerium für Altertümer, denn Patara war schon in der Bronzezeit ein wichtiges Handeszentrum im östlichen Mittelmeer. Nach Dominique Görlitz habe das Experiment „Abora IV“ klar aufgezeigt, dass sehr wohl ein Seehandel zwischen den Küsten des Schwarzen Meeres bis nach Ägypten möglich war. Und zwar zu einer Zeit, in der die meisten Geschichtsforscher unseren Ahnen eigentlich in dieser Region nur einen Handel über Land zugestehen.

Wie Görlitz in einem aktuellen Radiointerview mit dem MDR erklärte, sind rund um „Abora IV“ weitere Projekte geplant. So etwa in Zusammenarbeit mit internationalen Archäologen Ausstellungen in der berühmten “Kupferstadt” Stolberg im Erzgebirge. Sie sollen darlegen, dass bereits unsere Vorfahren in einer globalisierten Welt des Handels lebten. Auch und vor allem über die Meere hinweg.

Das Radiointerview mit Dr. Dominique Görlitz findet Ihr HIER online.

Video-Interview mit Dominik Görlitz

YouTube-Video vom 4. Mai 2016 auf Fischinger-Online

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

+++ Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , , markiert <

Kon-Tiki und die Seefahrt vor Jahrtausenden: Zu Besuch im Thor Heyerdahl Museum in Oslo / +++YouTube-Video+++

Kon-Tiki und die Seefahrt vor Jahrtausenden: Zu Besuch im Thor Heyerdahl Museum in Oslo (Bilder: L. A. Fischinger)
Kon-Tiki und die Seefahrt vor Jahrtausenden: Zu Besuch im Thor Heyerdahl Museum in Oslo (Bilder: L. A. Fischinger)

Konnten unsere Vorfahren vor Jahrtausenden schon die Ozeane mit Schiffen überqueren? Eine Frage, die vor allem schon der Norweger Thor Heyerdahl mit seinen spektakulären Seefahrt-Expeditionen mit Schilfbooten und Holzflößen ab 1947 zu beweisen versuchte. Ich war deshalb im Kon-Tiki Museum in Oslo, in dem die Arbeiten und Projekte von Heyerdahl gewürdigt werden. Mehr dazu in meinem neuen YouTube-Video, dass ich für Euch in Norwegen gemacht habe.

 

+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Eine Legende war der 2002 verstorbene “Expeditions-Archäologe” Thor Heyerdahl schon zu Lebzeiten. Daran besteht sicher kein Zweifel.

Das zeige ich Euch auch in diesem Video, dass ich vor Ort im Kon-Tiki Museum zu Ehren des Abenteuers in Oslo im Februar 2017 für Euch gedreht habe.

Bleibt also neugierig! Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnieren

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft [klick] hier.

+++ Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

Weitere Videos zum Thema

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

(Geschäfts-E-Mail: FischingerOnline@gmail.com)

►► Eure Unterstützung: Paypal.me/Fischinger

Interessantes zum Thema:

, , , , , , , markiert <

++Neues YouTube-Video+++ Die Mysterien der Cheops-Pyramide, das Cheops-Projekt, Eisen bei den alten Ägyptern und Seefahrt vor Jahrtausenden: Dr. Dominique Görlitz im Interview mit Lars A. Fischinger

Dr. Dominique Görlitz und Lars A. Fischinger im Interview zu den Rätseln der Cheops-Pyramide und dem "Cheops-Projekt" (Bild: L. A. Fischinger)
Dr. Dominique Görlitz und Lars A. Fischinger im Interview zu den Rätseln der Cheops-Pyramide und dem “Cheops-Projekt” (Bild: L. A. Fischinger)

Vor einigen Tagen besuchte ich den Kongress „The Secrets of the Sphinx“ im Galileo-Park in Lennestadt, über den ich auf meinen Blog-Seiten und bei YouTube bereits mehrfach berichtete. Im Rahmen des Kongresses mit „alternativen Forschern“ wie Robert Bauval, Stefan Erdmann und Robert Schoch fand auch die entsprechende Ausstellung zum Thema in den „Sauerland-Pyramiden“ statt. Also nutze ich die Gelegenheit den Initiator der noch bis Ende November 2016 stattfindenden Ausstellung “Das Eisen der Pharaonen” und maßgeblichen Kongress-Organisator Dr. Dominique Görlitz für YouTube zu interviewen.

 

Blog-Newsletter hier abonnieren

Von Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Dr. Dominique Görlitz ist in der Grenzwissenschaft und unter „alternativen Historikern“ kein Unbekannter. Auch ich habe über seine Arbeiten und Neuigkeiten auf meinem Blog immer wieder berichtet.

Am dritten Tag des Kongresses in Lennestadt, der ganz im Zeichen des „Cheops-Projekt“ von Görlitz und Pyramiden-Forscher Stefan Erdmann, der Mysterien der Cheops-Pyramide und der Geheimnisse der Sphinx stand, sprachen Dominique und ich über die neuen Entdeckungen und Befunde rund um die Rätsel der Pyramide des Cheops.

Ein spannendes Video aus dem Galileo-Park, in dem es auch und vor allem um die Frage geht: woher hatten die Pharaonen vor mindestens 4.500 Jahren bereits Eisen? Und warum scheint eine Vielzahl an Forschern diese Erkenntnisse abzulehnen?

Aber lassen wir Dominique in diesem Video zum „Cheops-Projekt“ und der aktuell laufenden Ausstellung im Galileo-Park selber zu Wort kommen …

Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnieren
Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft [klick] hier.

Ich freue mich über Eure Ansichten, Postings, Kommentare und Meinungen bei YouTube dazu – und wenn Ihr meinen Mystery-Channel abonnieren würdet.

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

Interessantes zum Thema:

, , , , , , , , , , , , markiert <

Sensationelle Funde der Archäologie auf der Insel Kreta: Vor 130.000 Jahren gab es offenbar bereits Seefahrt im Mittelmeer! +++Artikel+++

Vor 130.000 Jahren gelangten unsere Ahnen auf die Insel Kreta - per Boot (Bild: Google Earth / The Plakias Project / WikiCommons / Montage: L. A. Fischinger)
Vor 130.000 Jahren gelangten unsere Ahnen auf die Insel Kreta – per Boot (Bild: Google Earth / The Plakias Project / WikiCommons / Montage: Fischinger-Online)

Wann begannen Seefahrt, Handel und Besiedlung der Welt wirklich? Das fragen sich nicht nur verschiedene Autoren, die beispielsweise meinen, dass vor vielen Jahrtausenden schon die Ozeane befahren wurden, sondern immer wieder auch Archäologen. Funde aus der Archäologie auf den Mittelleerinseln Kreta und Zypern scheinen nun die Welt der Geschichtsbücher auf den Kopf zu stellen. Archäologen entdeckten dort Spuren einer Besiedlung, die vor rund 130.000 Jahren stattgefunden haben muss. Und diese frühen Siedler konnten nur auf einem Weg gekommen sein: Per Boote über das Mittelmeer. Alle Details über diese spannenden Entdeckungen erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Jedes Schuldkind kennt Christoph Kolumbus, der 1492 Amerika wieder entdeckte. Diese Leistung des frühen Entdeckers ist gerade erst bescheidene 525 Jahre her und damit im Vergleich zu anderen mutmaßlichen Seefahrten gerade erst gestern gewesen.

130.000 vor Christus: Die ersten Seefahrer?

Hypothesen, dass Jahrtausende vor Kolumbus schon die Menschen die Ozeane der Erde befuhren und sogar Handel trieben, sind längst nicht neu. In der grauen Vergangenheit, als der Mensch noch einfach und primitiv die Erde bewohnte, sollen schon Menschen beispielsweise bis Amerika gefahren sein. Aber auch spätere Kulturen wie etwa den Phöniziern, Europäische Kelten oder sogar Ägypten soll dies gelungen sein. Anerkannt ist davon nur die Entdeckung Nordamerikas durch die Wikinger rund 500 Jahre vor Kolumbus.

Was aber Archäologen seit etwa acht Jahren auf der Mittelleerinsel Kreta ausgraben, katapultiert den Beginn der Seefahrt in eine Vorzeit, die kulturgeschichtlich überhaupt nicht greifbar ist. Steinwerkzeuge von Menschen, die aufgrund ihres Alters so eigentlich nicht auf Kreta gehören, da sie zum Teil über 130.000 Jahre alt sein sollen. Damit wären unsere sehr sehr frühen Vorfahren in Booten von Nordafrika (dem heutigen Libyen) aus in dieser phantastisch lange zurück liegenden Zeit über das Mittelmeer bis auf die Insel Kreta gekommen.

Davon sind Wissenschaftler um Dr. Curtis Runnels, Professor für Archäologie von der Boston University und Teamleiter Dr. Thomas Strasser, Assistenz-Professor für Kunstgeschichte am Providence College überzeugt.

Nicht erst vor rund 8.000 Jahren betraten Menschen die Insel Kreta, wie es allgemein bisher angenommen wird, sondern weit über 100.000 Jahre früher. In einer Zeit also, als unsere frühen Vorfahren gerade einmal Afrika als die Wiege der Menschheit (über den Landweg!) verließen und den Planeten eroberten. Und, da sind sich die Forscher sicher, eine Landverbindung zu der Insel Kreta gab es in jener Epoche der Menschheit nicht, so dass nur der Weg über das Meer blieb.

Diese Verbindung mit dem Festland existierte nur vor über drei Millionen Jahren, als von “Menschen” noch keine Rede sein konnte.

Handel und Kolonisierung der Erde vor der Zivilisation

Die an der Südküste Kretas gefundenen Steinwerkzeuge stammen aus der Altsteinzeit und Mittelsteinzeit und beweisen nach Runnels und Strasser eindeutig, dass unsere Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssen.

Der Homo erectus, unser Vorfahre (s. Rekonstruktion im Titelbild), war einer jener Ahnen, die Afrika verließen und bis nach Europa gekommen sind. Er verließ jedoch in Gruppen und Wellen den Kontinent und kam so vor rund 1,5 Millionen Jahren erstmals auch nach Europa. Obwohl dem Homo erectus abgesprochen wird jemals zur See gefahren zu sein, glauben Strasser und sein Team, dass die gefunden Steinwerkzeuge wie Faustkeile und Äxte dieses Bild ändern könnten.

Bis dato haben die Wissenschaftler rund 2.100 Steinartefakte in Plakias am Südufer der Insel seit 2008 ausgegraben. Diese müssen auf dem Seeweg entweder von Süden (Afrika) oder Norden (Europa) vor über 130.000 Jahren nach Kreta gelangt sein.

Doch auch am Nordufer der Insel machten die Forscher in entsprechenden geologischen Erdschichten vergleichbare Funde. So erscheint Kreta geradezu als eine Art “Brücke” zwischen Europa und Nordafrika. Vielleicht gab es sogar Handel, wobei verschiedene Besiedlungen zu unterschiedlichen Zeiten dieser Frühzeit wohl wahrscheinlicher sind.

“Riesiges Handelsnetzwerk in der Ägäis”

Immerhin kann man als Vorzeit-Europäer seine Faustkeile und Steinäxte auch selber auf dem Kontinent anfertigen. Man muss diese nicht extra über das Mittelmeer importieren.

Handel über das Meer hat es aber wesentlich später auf Kreta gegeben, so Strasser. Ab etwa 9.000 vor Christus müssen die Bewohner Kretas Obsidian importiert haben, wie es Funde des vulkanischen Glassteins belegen. Dieses kommt nicht auf der Insel vor und könnte von der 100 Kilometer entfernten Insel Milos stammen. Diese 2011 gefundenen Obsidian-Werkzeuge zeigen einen Seehandel vor “nur” 11.000 Jahren im Mittelmeer. Diese belege nach Strasser, “dass die Menschen auf Kreta Teil eines riesigen Handelsnetzwerkes in der Ägäis waren”.

Ob es solchen Handel schon 120.000 Jahre früher gab oder die Insel besiedelt war, sollen auch Pollenanalysen in Zukunft zeigen. Knochen wurden bisher nicht gefunden, was auf den Säuregehalt des Bodens an den Ausgrabungsstätten liegt, in dem sich diese nicht erhalten. Auch möchten die Forscher wissen, ob der Mensch oder sogar ein Vorfahr wie der Homo erectus mitverantwortlich für das Aussterben lokaler Tierraten sein könnte. Auf Kreta lebten so exotische Tiere wie Zwergelefanten oder auch Riesenhirsche.

Doch man muss klar bedenken, dass die erste Auswanderung des Homo erectus aus Afrika und die Steinwerkzeuge von Kreta bei Weitem zeitlich nicht zusammen passen.

Wirklich gleich ein Handelsnetz?

Auch wenn die Funde von importierten Obsidian auf Kreta deutlich auf einen Import des Glasgesteins hindeuten, gehen Dr. Strasser und sein Team noch weiter. Die 130.000 Jahre alten Kreta-Steinwerkzeuge, die das angesehene Fachmagazin “Archaeology” (Vol. 64, Nr. 1/2011) zu den “Top 10 Entdecken 2010” zählt, könnten nicht allein dastehen. Auch ähnliche Funde auf der Insel Zypern, die bereits 1992 gemacht wurden, wollen die Wissenschaftler in diesem Sinne einer Seefahrt in der Altsteinzeit neu bewerten.

In einer Veröffentlichung in dem Magazin “Antiquity” (Issue 350, April 2016) schreiben Strasser, Runnels und Claudio Vita-Finzi (Naturhistorisches Museum, London), dass die 14 Zentimeter lange Kholetria-Ortos Steinaxt, die auf Zypern gefunden wurde, durchaus mit den Fundstücken auf Kreta im Kontext gesehen werden könnte. Doch ob es tatsächlich gleich ein “Handelsnetz” gab, ist doch fraglich. Immerhin ist die kürzeste Strecke zwischen Kreta und dem östlich gelegenen Zypern über das Mittelmeer (heute) rund 550 Kilometer Luftlinie weit.

Aber auch ohne ein ganzes Netz von Urzeit-Händlern im östlichen Mittelmeer sind Besiedelungen vor 130.000 Jahren mit einem primitiven Boot eine Sensation. Eine Sensation, die uns erneut zeigt, dass die Neugier des Menschen tiefe Wurzeln hat …

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

, , , , , , , markiert <

Grüße aus Doggerland: 8.000 Jahre alte Bootswerft aus der Steinzeit auf dem Grund der Nordsee entdeckt

8.000 Jahre alte Bootswerft aus der Steinzeit auf dem Grund der Nordsee entdeckt (Bild: Maritime Archaeological Trust)
8.000 Jahre alte Bootswerft aus der Steinzeit auf dem Grund der Nordsee entdeckt (Bild: Maritime Archaeological Trust)

Forscher haben auf dem Grund der Nordsee einen sensationellen Fund gemacht. In 11 Metern Meerestiefe stießen sie an der britischen Insel Isle of Wight im Ärmelkanal aus hölzerne Strukturen, die sie für eine Bootswerft aus der Steinzeit halten. Versunken vor rund 8.000 Jahren, als der Meeresspiegel durch die Reste der der letzten Eiszeit anstieg. Weite Teile Nordeuropas versanken in den Fluten und das riesige Doggerland genannte Gebiet (das “Atlantis der Nordsee”) versank in der Nordsee und im Atlantik. Die Unterwasserarchäologen sprechen unlängst von einem “bedeutenden Fund”. Alle Details und die Hintergründe erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die Steinzeit-Werft auf dem Grund der Nordsee

Unterwasserarchäologen haben vor der Küste der britischen Insel Isle of Wight im Ärmelkanal eine sensationelle Entdeckung gemacht. In 11 Meter Meerestiefe stießen die Forscher auf hölzerne Plattformen und Strukturen, die sie für eine 8.000 Jahre alte Werft aus der Steinzeit halten.

Möglicherweise sei dies die älteste Anlage dieser Art, die weltweit jemals gefunden wurde, so die Archäologen von „Maritime Archaeological Trust“(MAT). Nach der Entdeckung 2005 hielt man die Holzstrukturen zuerst für Gehwege oder anderen zusammengebrochene Plattformen, aber nicht für eine Bootswerft.

Garry Momber, Direktor der „Maritime Archaeological Trust“, ist begeistert über die Art und den Umfang der Funde:

Diese neue Entdeckung ist besonders wichtig, da die Holzplattform Teil eines Standorts ist, der die Menge des in Großbritannien gefundenen bearbeiteten Holzes aus einer Zeitspanne von 5.500 Jahren verdoppelt.

Der Standort enthält eine Fülle von Beweisen für technologische Fähigkeiten, die seit ein paar tausend Jahren nicht mehr weiterentwickelt wurden. Zum Beispiel fortgeschrittene Holzbearbeitung.“

Die geborgenen Reste vom Grund der Nordsee befinden sich inzwischen „in einem Kühlhaus und werden feucht gehalten, damit sie stabil sind“, so das MAT. Die Hölzer sollen im „National Oceanography Centre“ in Southampton weiter untersucht und rekonstruiert werden. Immerhin handele bei dieser Entdeckung um „die intakteste mesolithische Holzkonstruktion, die jemals in Großbritannien ausgegraben wurde“.

Als das zusammenhängendste archäologische Artefakt seiner Art ist es auch das bedeutendste. Als solches wird es vollständig konserviert, so dass es in einem Museum für alle sichtbar ausgestellt werden kann.“

Schon jetzt sind sich die Experten sicher, dass diese Funde belegen, dass die steinzeitlichen Menschen dieser Region Kontakt mit anderen Menschen weit im Süden gehabt haben müssen. Vor 8.000 Jahren war die Isle of Wight noch keine Insel wie heute. Erst durch das Abschmelzen der Gletscher zum Ende der letzten Eiszeit lies den Meeresspiele nach und nach ansteigen. Um mindestens 120 Meter.

Doggerland – das “Atlantis der Nordsee”

Auch den Ärmelkanal gab es in der heutigen Form nicht und riesige einst trockene und bewohnte Landflächen liegen heute auf dem Grund der Nordsee.

Diese versunkene Welt wird heute Doggerland genannt – ein Atlantis der Nordsee, von dem immer wieder Spuren und Artefakte auf dem Meeresgrund gefunden werden. Auch verschiedene Steinzeitbauten an den (heutigen) Küsten Nord- und Westeuropas, die ganz und teilweise im Meer versunken sind, zeigen eindrücklich den Anstieg des Meeresspiegels.

Neue Untersuchungen, die 2012 von der britischen „Royal Society“ vorgestellt wurden, zeigen zudem, dass das versunken Doggerland einst wesentlich größer war als bisher angenommen wurde. Richard Bates, Geochemiker an der University von St. Andrews, und sein Team haben 15 Jahre lang nach diesen Spuren von Doggerland gefahndet. Neben Daten von Ölbohrfirmen und archäologischen Objekten vom Grund der Nordsee wurden auch Pollenproben untersucht und der Meeresboden systematisch gescannt. (mehr dazu im Video HIER)

Vor Jahrtausenden konnte man von der heutigen Nordseeküste Deutschlands oder Dänemarks bis weit über den heutigen Norden Schottlands über trocknendes Land laufen. Selbst die Shetland Inseln waren keine Inseln sondern Teil von Doggerland.

Die Bootswerft zeigt eindrücklich, dass in der Steinzeit vor 8.000 Jahren unserer Ahnen offensichtlich auch Seehandel trieben. Auch dann noch, als Doggerland vor 8.000 Jahren von der Nordsee verschluckt wurde, wie es zum Beispiel von Helgoland auf das Festland importierte Funde zeigen. Noch führen Handel und sogar Hochseefahrt gab es offenbar bereits vor 130.000 Jahren im östlichen Mittelmeer, wie in diesem Beitrag HIER berichtet.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

, , , , , , , , markiert <

Die Osterinsel möchte die von Thor Heyerdahl “gesammelten” archäologisch Artefakte von Norwegen zurück – und nicht nur die (plus Video)

Die Osterinsel möchte die von Thor Heyerdahl "gesammelten" Objekte von Norwegen zurück (Bild: Fischinger-Online)
Die Osterinsel möchte die von Thor Heyerdahl “gesammelten” Objekte von Norwegen zurück (Bild: Fischinger-Online)

Die Museen der ganzen Welt sind voll mit Artefakten und archäologischen Objekten aus aller Herren Länder. Gesammelt – oder besser: eingesammelt – von den ersten Forschern der sich neu entwickelnden Wissenschaft der Archäologie, die sich vor allem im 18., 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts schamlos an fremden Ländern und deren Kulturen bedienten. Man denke an Ägypten, deren Relikte und Schätze die ersten Grabräuber-“Archäologen” Schiffsladungenweise nach Europa und in alle Welt schafften. Nicht viel anders war es auf der Osterinsel im Pazifik, die durch den Norweger Thor Heyerdahl berühmt wurde. Auch er schaffte archäologische Relikte und Funde von der Insel fort, die heute im weltbekannten “Kon-Tiki-Museum” in Oslo zu bestaunen sind. Doch jetzt möchte die Osterinsel ihr von Heyerdahl gesammeltes Eigentum von Norwegen zurück. Alles dazu erfahrt Ihr in diesem Posting und einem YouTube-Video aus dem “Kon-Tiki-Museum”. Aber auch, was sich hinter dieser scheinbar einfachen Bitte der Osterinsulaner für Abgründe auftun …


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Plündernde “Archäologen”

Wohl die wenigstens Besucher eines archäologischen oder ethnologischen Museums irgendwo auf der Welt fragen sich, woher eigentlich all die Ausstellungsobjekte ferner Länder kommen. Egal ob in Paris, Berlin, London oder New York: Museen sind voll von Diebesgut, das Hau-Ruck-Archäologen einst in der ganzen Welt zusammen klauten oder sich schenken ließen.

Auch den jeweiligen Museen hinterlassene Privatsammlungen gehören dazu. Sammlungen, die zum Teil beträchtlichen Umfang haben und selbst in kleinen Dorf-Museum zu finden sind (zum Beispiel in Waldenburg in Deutschland). Die Herkunft solcher Objekte ist dabei fast immer “unklar”, um es politisch korrekt auszudrücken. Auf den Punkt gebracht ist es jedoch so gut wie immer Raubgut.

Vor allem zu Beginn der heutigen Ägyptologie wurde es den ersten Raub-Archäologen aber auch mehr als leicht gemacht, an solche Stücke zu kommen. Ein regelrechter Wettbewerb im Land der Pharaonen entbrannte, wer im Auftrag seines Museums oder Landes die spektakulärsten Hinterlassenschaften “besorgen” konnte. Zum Teil konnte sogar bequem direkt aus dem Keller des Ägyptischen Museums heraus Artefakte, Mumien und Kunstgegenstände kaufen. Wenn nicht, dann nahm sich einfach, was man will.

Einige der ersten Entdecker sprengten sich übrigens einfach ihre Wege in diverse Altertümer frei. Selbst in der Cheops-Pyramide

Das begann schon mit der Eroberung Ägyptens durch Napoleon ab 1798. Beziehungsweise durch seine “Ägyptische Expedition” wurde Ägypten und alles, was aus dem Land stammt, in ganz Europa schick und populär. Der 250 Tonnen schwere und 23,5 Meter hohe Obelisk auf dem Place de la Concorde in Paris ist bis heute ein Zeugnis dieser Epoche, denn dort steht er erst seit 1836.

Eigentlich gehörte er dem weltberühmten und legendären Pharao Ramses II.,der ihn vor fast 3.200 Jahren an seinem Tempel in Luxor aufstellen ließ. Genau jenem Pharao, den das biblische Buch Exodus als Herrscher benennt, unter dessen Regierung die Israeliten unter Moses das Land verließen. Ali Pascha, damals Vizekönig von Ägypten, schenke den Ramses-Obelisken einfach dem französischen König. Auch wenn die Osmanen da schon längst die Franzosen aus Ägypten geworfen hatten.

Auf diese Weise plünderten Europäer und Nordamerikaner die alten Kulturländer wie eben Ägypten  aus. Aber auch Mittelamerika (Maya, Azteken etc.), Südamerika (Inkas etc.) oder auch Mesopotamien (Assyrer, Babylonier etc.). Das legendäre “Ischtar-Tor” von König Nebukadnezar II. (605 bis  562 vor Christus) aus Babylon, das heute im Pergamonmuseum in Berlin zu bestaunen ist, ist zum Beispiel kein Nachbau. Es ist das Original aus dem Irak, dass in Bruchstücken in an die 1.000 Kisten verpackt ab 1927 nach Berlin geschickt wurde. Mit Erlaubnis der Altertümerverwaltung des damaligen Osmanien in Istanbul.

König Nebukadnezar II. ist wiederum selbst eine Legende: Seine Truppen waren es, die 597 vor Christus Jerusalem und den heiligen Tempel zerstörten und die Bewohner in das babylonische Exil verschleppen. Dorthin, wo dann im laufe der Jahre das Alte Testament und die fünf Bücher Moses in ihrem Kern niedergeschrieben wurden. Aber vor allem ist seit dem die Bundeslade spurlos verschwunden, wie zum Beispiel in diesem YouTube-Video HIER erläutert.

Heute sind solche “Besorgungen” undenkbar!

Und doch ließe sich eine mehr als endlose Liste solcher erlaubten, gestohlenen, geschenkten und (damals) legal gekauften Objekte anführen. Große und kleine, schwere und leichte, kostbare und “wertlose”.

Thor Heyerdahl und die Osterinsel

Vor diesem Hintergrund und geschichtlichen Fakten muss man auch Thor Heyerdahl und seine Expeditionen ab 1947 zur Osterinsel (“Kapa Nui” bei den Einheimischen) sehen.

Auch wenn Heyerdahl Jahrzehnte und Jahrhunderte nach diesen ersten “Alles-Meins-Archäologen” lebte und arbeitete, nahm auch er unzählige Objekte von der Osterinsel (und anderswo) mit nach Norwegen. Nicht nur kleine Vasen oder irgendwelche Alltagsgegenstände, sondern er packe sogleich auch einige der weltweit bekannten Moai-Figuren ein. Jene menschlichen Statuen, von denen heute noch fast 900 auf der kleinen Insel verteilt stehen und liegen, und die der Insel ihren legendären Ruf einbrachten.

Eine steht übrigens auch im Britischen Museum in London. Dazu aber gleich mehr.

Alle diese von Heyerdahl seit seiner ersten Expedition mit dem Holzfloß “Kon Tiki” (s. z. B. HIER, HIER oder auch HIER) mitgenommenen “Andenken” befinden sich heute im “Kon-Tiki-Museum” in Oslo (s. Video unten). Ein zweifellos überaus beeindruckendes Museum, dass sich nicht nur der Osterinsel und Heyerdahl seiner ersten Expedition “Kon Tiki” von 1947 widmet, sondern allen Forschungen und Projektes von ihm.

Im Museum selber wimmelt es aber eben auch und vor allem an Artefakten und Objekten, die der norwegische Abenteurer auf der Osterinsel einsammelte. Inklusive Moai-Figuren als schwergewichtige Mitbringsel. Darunter sind gleichfalls auch überaus wertvolle da seltene Stücke wie Schrifttafeln mit der Schrift “Rongo Rongo”. Ebenso zahllose steinerne Schätze wie diese, die sich im Keller des “Kon-Tiki-Museum” befinden:

"Sammlerstücke" von Thor Heyerdahl im Keller des Kon-Tiki-Museum in Oslo (Bild: Fischinger-Online)
“Sammlerstücke” von Thor Heyerdahl im Keller des Kon-Tiki-Museum in Oslo (Bild: Fischinger-Online)

Chile und die Osterinsel bitten um Rückgabe!

Heute gehört die Osterinsel politisch zu Chile. Roberto Ampuero, Außenminister von Chile, erklärt laut einer “APA”-Meldung vom 2. November 2018, was sein Land bzw. die Osterinsel gerne alles von Norwegen zurück haben möchte:

Archäologische und ethnografische Stücke, Skulpturen, genetisches Material sowie eine große Anzahl Fotos aus den 1950er Jahren.

Demnach eigentlich – alles.

Übrigens auch von den Briten, denn die im Britschen Museum befindliche Moai-Statue möchte Chile auch zurück. Sie trägt heute den Namen “Hoa Hakananai’a”, was soviel wie “verlorener” oder “gestohlener Freund” bedeutet. Obwohl sie mit nur 2,42 Metern Höhe und einem Durchmesser von nur 47 Zentimetern recht klein ist, ist sie aufgrund von eingeritzten “Vogel-Männern” und anderen Abbildungen auf der Rückseite eine Besonderheit unter den einst fast 1.000 Moai. Zeugnis der “Vogel-Mann-Religion” (“tangata manu”) auf der einsamsten Insel der Welt, wie die Osterinsel gern genannt wird.

“Hoa Hakananai’a” ist auch eines jener fragwürdigen “archäologischen Souvenirs” aus dem 19. Jahrhundert. Eine britischen Osterinsel-Expedition nahm sie 1868 als Geschenk für Königin Victoria mit, die sie ein Jahr später dem Britischen Museum überließ.

“Hoa Hakananai’a”

Für die Osterinsulaner ist der Moai in London durch seine direkte Verbindung zum einstigen “Vogel-Mann-Kult” spirituell und historisch sehr bedeutsam. Schon länger hätten sie ihr kulturelles Erde vom Britischen Museum zurück. So zitiert zum Beispiel der britische “The Telegraph” bereits am 8. August 2018 eine Museumssprecherin mit den Worten:

Wir haben hier im British Museum keinen offiziellen Antrag auf Rückgabe der Statue auf die Osterinsel erhalten.

Laut “APA” hat sich das nun geändert. Wobei das Museum in London das einstige Geschenk von Königin Victoria in einen etwas anderem Licht sieht, wie “The Telegraph” im August zitierte:

Die Moai-Skulptur, die wir im Museum haben, ist für die sechs Millionen Menschen, die jedes Jahr durch unsere Türen gehen, permanent ausgestellt. Wir glauben, dass es von großem öffentlichen Nutzen ist, sie für alle Menschen hier zu sehen und zu schätzen.

Wir glauben auch, dass es wichtig ist, die Geschichte der indigenen Gemeinschaft der Osterinseln im Britischen Museum darzustellen.

Wer möchte schon ein beliebtes bzw. so besonderes Museums-Stück freiwillig wieder abgeben? Vor Ort ist “Hoa Hakananai’a” als Blickfang für die Millionen Touristen des Museums in Szene gesetzte.

Übrigens auch der weltberühmte und archäologisch kaum zu bedeutend einzustufende “Stein von Rosette”, mit dem es einst gelang, die ägyptischen Hieroglyphen zu übersetzten. Mitgebracht als “Andenken” von Napoleon aus Ägypten, wo er am 15. Juli 1799 gefunden wurde und heute das Glanzstück des Museum. Als wertvollstes Objekt des Museum steht es im Eingangsbereich fast schon im Weg und ist als Motiv auf zahllosen Dingen im Museums-Shop zu kaufen. Vom Maus-Pad für den PC bis zu kleinen Kopien für die Wohnzimmerwand.

In Ägypten selber steht am Fundort des Stein bei Rashid ein Denkmal mit einer Kopie …

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Verhandlungen …

In seiner Funktion als Außenminister von Chile hat sich Roberto Ampuero bereits mit seiner norwegischen Amtskollegin Ine Eriksen Soreide getroffen, um die Rückführung der Objekte aus dem “Kon-Tiki-Museum” zu besprechen. Es hieß hierzu, dass das Museum in Oslo dazu durchaus auch bereit wäre. Wobei es fraglos noch zahlreicher weiterer Verhandlungen bedarf, bis Norwegen das kulturelle Erde der Insulaner wieder abgeben wird. Sollten sie es letztlich denn auch tun.

Sicher wird auch das “Kon-Tiki-Museum” nicht gerne Highlights ihrer Dauerausstellung zurück geben wollen. Zum Beispiel die beiden großen ausgestellten Original-Moai. Tarita Alarcon, Gouverneurin der Osterinsel, “trifft sich in zwei Wochen mit dem Direktor des Kon-Tiki-Museums, Martin Biehl, um ihn um die Rückgabe der Kollektion zu bitten”, heißt es in der aktuellen Meldung.

Felipe Ward wiederum, Minister für Nationalgüter von Chile, wird die Rückgabe der in London stehenden Moai “Hoa Hakananai’a” in Angriff nehmen. Am 15. November wird er deshalb nach Großbritannien reisen, um mit dem Britischen Museum “die Verhandlungen aufzunehmen”. Leicht sind solche Verhandlungen entgegen aller menschlichen Logik ganz und gar nicht. Man denke an die gigantischen Goldmengen und Schätze, die die Spanier bei ihrer Eroberung Südamerikas raubten.

“Wie die Affen”

Zum Beispiel ein Fall von 2007:

Da wurde von der US-Firma “Odyssey” in einem 200 Jahre alten spanischen Schiffswrack ein Schatz von 23 Tonnen(!) Gold, Silber und anderen Kostbarkeiten im Atlantik gefunden. Was folgte war ein Rechtsstreit, wem die Kostbarkeiten im Wert von ca. 380 Millionen Euro jetzt gehören…den Spaniern oder der Bergungsgesellschaft. Recht bekamen die Spanier vor einem US-Gericht und wessen Antrag erst gar nicht zur Debatte stand, war jener der Peruaner. Das Gold und Silber stammte nämlich ursprünglich aus ihrem Land und war Eigentum ihrer Vorfahren.

Es wurde von den Spaniern, dessen Kolonie Peru damals war, von den Inka und anderen Kulturen Perus brutal geraubt. Wer sein Gold in Peru und anderswo den Spaniern nicht freiwillig schenkte, der wurde gefoltert, verbrannt, zerstückelt, geköpft, massakriert, versklavt oder direkt ermordet. Nach solchen Argumenten und “netten Bitten” der christlichen Europäer schenkten die Inka ihnen natürlich “gerne” ihre heiligen Schätze.

Bei den Azteken in Mexiko war es im 16. Jahrhundert exakt dasselbe. “Wie die Affen”, so eine zeitgenössische Chronik wörtlich (mehr HIER), rafften die spanischen Eroberer selbst dann noch Gold zusammen, wenn sie vor den Azteken um ihr Leben rennen mussten. Unglaublich. Das Kulturgut des Volkes der Inka & Co. wurde daraufhin eingeschmolzen, in Münzen und Barren gegossen und nach Europa verschifft. Ganz zur Freude des spanisches Königshauses. Peru ging 2007 trotzdem leer aus …

Was denkt Ihr? Diskutiert gerne bei Facebook mit.

Kon-Tiki und die Seefahrt vor Jahrtausenden: Zu Besuch im Thor Heyerdahl Museum in Oslo - YouTube-Video auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

+++ Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , , , , , markiert <

Ein internationales Wissenschaftler-Team löst das Rätsel um den Bau der Cheops-Pyramide – Stimmt es aber, was im Netz darüber berichtet wird?

Wissenschaftler lösen mal wieder (fast) das Rätsel des Pyramiden-Bau in Ägypten
Wissenschaftler lösen mal wieder (fast) das Rätsel des Pyramiden-Bau in Ägypten (Bild: Fischinger-Online)

In Ägypten, der Literatur und natürlich der archäologischen Fach- und Laien-Welt geben sich jene Menschen, die die Geheimnisse um den Bau der Pyramiden gelöst haben wollen, das Maßband in die Hand. Und das seit Jahrhunderten wenn nicht Jahrtausenden. So auch am 1. November in Kairo. Internationale Forscher wollen durch Feldforschungen im Steinbruch Hatnub nahe Tel el-Amarna Hinweise und Belege gefunden haben, “wie die alten Ägypter vor 4.500 Jahren tonnenschwere Steine bewegen konnten”. Dr. Mustafa Waziri, Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung, und die beteiligten Archäologen aus Großbritannien und Frankreich sind überzeugt, dass diese Entdeckungen auch den Bau der Pyramiden zum Teil erklären könnten. Was sie dort entdeckt haben, warum die Presse mal wieder Aliens in Spiel springt, ob das Rätsel tatsächlich gelöst wurde und was die Forscher wirklich sagten, erfahrt Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Jahrtausende Rätselraten

Eigentlich ist das Problem der Ägyptologen, Hobby-Forscher und “alternativen Historiker” zum Bau der Pyramiden in Ägypten überaus simpel zu beschreiben:

Über 100 große, mittlere und kleine Pyramiden stehen am Nil verteilt. Riesige uralte Bauten wie die Cheops- oder Chephren-Pyramide in Gizeh ebenso, wie kleine Bauwerke, die heute mehr an Schutthaufen von wenigen Metern Höhe als an echten Pyramiden erinnern. Und besonders faszinieren hierbei natürlich die großen Pyramiden von Gizeh oder auch jene in Daschur.

Denn obwohl es in Ägypten an zum Teil uralten Schriften und Inschriften wimmelt, suchen die Forscher bis heute vergeblich nach Texten zum Bau dieser Monumente für die Ewigkeit. Die wenigen Zeugnisse, die heute vorliegen, sind entweder von den Araber notierte “Märchen” und “Legenden” – oder sie verraten nichts darüber, wie genau man diese Berge aus Stein errichtet hat.

Genau das lässt seit Jahrhunderten ungeahnte Spielräume für Spekulationen und Ideen. Teilweise reichen diese bekanntlich von Atlantis bis zu den Sternen. Und ebenso bekanntlich werden in schöner Regelmäßigkeit seit vielen Jahren die Pyramiden-Rätsel angeblich gelöst, entzaubert oder durch neue Ideen in diese oder jene Richtung vermeintlich belegt. Eine endlose Liste …

Da aber bis dato nichts von den Alten Ägyptern gefunden wurden, auf denen sie festhielten, wie genau sie ihre Pyramiden errichtet haben, stehen Forscher vor einem Dilemma. Es gibt inzwischen eine Vielzahl ein eindeutigen Hinweisen, klaren Belegen und harten Fakten zum Bau der Pyramiden. Aber im Detail stehen auch die Ägyptologen hierbei vor einem ungelösten Rätsel der Antike.

Die Aliens waren es (nicht)

Beliebt ist natürlich die Spekulation, dass die Astronautengötter aus dem Kosmos die großen Pyramiden in Ägypten erbaut haben oder haben lassen. Nur hat diese Idee absolut nichts mit der Ägyptologie zu tun, die heute von tausenden Forschern der “etablierten Archäologie” vor Ort durchgeführt wird. Eigentlich nimmt nicht ein einziger von ihnen solche Alien-Pyramiden-Thesen ernst oder würdigt sie überhaupt eines Blickes.

Aus diesem Grunde verwundern die aktuelle Neuigkeiten aus Ägypten, von denen verschiedene englische Zeitungen oder auch die englischsprachige “Luxor Times” (30. Oktober 2018) berichten. Keine davon spricht irgendwie von Aliens, die die Pyramiden angeblich erschaffen haben, und was nun durch die neuen Funde in Tell Amarna widerlegt sei. Auch nicht Dr. Mustafa Waziri in seiner Funktion als Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung, die auf Facebook am 31. Oktober dazu eine offizielle Meldung brachte.

Alle sprechen von den “alten Ägyptern” oder ähnlich. Das News-Portal “Earth-Cronicles” schrieb beispielsweise am 2. November:

Die Wissenschaftler hoffen, dass ein gründliches Studium dieser Entdeckung es ermöglicht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, da alle frühen Menschen die Pyramiden bauten.

Sehr ähnliche Worte fand auch “Science Alert” am 1. November zum Thema. Keine Spur von Alien-Architekten aus dem All.

Wer aber die Ancient Aliens ins Spiel brachte,  sind mal wieder (bisher wenige) die Boulevardmedien; die Regenbogenpresse. Es scheint heute wohl schon auszureichen, dass archäologische Meldungen und Neuigkeiten von “alten Ägyptern” oder auch “Menschen” von damals sprechen, um zu sagen: Alien-Pyramiden-These widerlegt. Ein Unding, da niemand ernsthaft annehmen oder glauben sollte, dass Außerirdische die Pyramiden gebaut haben.

“Spunik News” ist eine der wenigen Seiten im deutschen Netz, die auch die Aliens in Spiel bringt. Auch wenn sie in den Berichten aus Ägypten keine Erwähnung fanden, titeltet “Sputnik” am 1. November sogleich: “Doch keine Aliens: Forscher entschlüsseln Rätsel des Pyramiden-Baus”

So kann man durchaus warnend prophezeiten, dass weitere “Alien-Meldungen” folgen werden, auch wenn es zu den Entdeckungen und ersten Berichten keinerlei Zusammenhang gibt.

Doch was genau sind die neuen Erkenntnisse, die den Bau der mysteriösen Pyramiden erklären oder erklären sollen?

“Ägyptens Große Pyramide: Mysterium endgültig gelöst!”

Die neuseeländisch”NZ Herald” schrieb am 1. November in ihrer Headline, dass das Rätsel um den Bau der Cheops-Pyramide jetzt “endgültig gelöst” sei. Viele ähnliche Titel kurieren aktuell. Etwa “IFL Science”, wo von einer “finalen Entdeckung” geschrieben wird. Ausnahmslos alle Meldungen dieser Art sind überzogen!

In, um oder an der Großen Pyramide von Gizeh wurde zuerst mal überhaupt nichts gefunden oder entdeckt. Ja, nicht einmal überhaupt auf dem Plateau von Gizeh. Es handelt sich um Forschungsergebnisse, die im Rahmen eines internationalen Projektes des “Französischen Institut für orientalische Archäologie” (“Institut français d’archéologie orientale”, IFAO) in Zusammenarbeit mit der Universität Liverpool gemacht wurden.

Hierbei wurden unter anderem “die Felsinschriften von Hatnoub”, einem Alabaster-Steinbruch 18 Kilometer südöstlich von Tel el-Amarna, untersucht und dokumentiert. Ebenso der 1891 von Percy Newberry und dem legendären Howard Carter entdeckte Steinbruch und die dortigen Hinterlassenschaften der früheren Arbeiter an sich. Datiert wird der Steinbruch auf das Alte und Mittlere Reich Ägyptens und vor allem auch auf die Zeit des Pharao Cheops.

Dr. Yannis Gourdon und Dr. Roland Enmarch und ihr Team hofften durch ihre Forschungen im Steinbruches und der einst dort angewandten Techniken Erkenntnisse darüber, wie die alten Ägypter vor Jahrtausenden mit tonnenschweren Steinen hantieren und arbeiten konnten. Und genau das soll ihnen in dem Steinbruch gelungen sein.

Rampen, Schlitten und Hebel im Steinbruch

Obwohl das Hauptbaumaterial für die Pyramiden Kalkstein war”, schreibt zum Beispiel  “Science Alert”, “wurde etwas Alabaster als Bodenbelag sowie für Statuen und Särge verwendet”. Die alten Baumeister sollen diese schweren Steinblöcke mittels einfacher Rampen aus den Steinbrüchen geholt haben, was die Untersuchungen in Hatnub belegen.

Da dieser Steinbruch aus den Tagen der Cheops-Pyramide stammt, so das Forscher-Team, können man auch dort sowie an anderen Baustellen/Steinbrüchen ähnlich gearbeitet haben. Das gilt für den Abbau von Bausteinen ebenso wie für Statuen und alles andere, was die Ägypter in ihren Steinbrüchen produzierten. Bekanntlich war das nicht gerade wenig.

Dr. Yannis Gourdon in der “Luxor Times” dazu:

Die Mission entdeckte erfolgreich ein einzigartiges System, um die Steinblöcke vom Boden des Steinbruchs zu ziehen und zu transportieren. Nachdem die Trümmer entfernt wurden (…) kann dies auf die Regierungszeit von König Khufu der 4. Dynastie datiert werden. Das Bewegungssystem besteht aus der zentralen Rampe, die von zwei Treppenstufen umgeben ist, und enthält Stangenlöcher, die das Anheben des Alabaster-Steinblocks durch eine mindestens 20% -ige (damit ist die Steigung der Rampe gemeint, Anm. LAF) Grobrampe unterstützen.

Es wurden mindestens 100 Inschriften entdeckt, die an pharaonische Expeditionen in die Alabaster-Steinbrüche von Hatnub vom Alten Reich bis zum Neuen Reich erinnern.

Die Entdeckung dieses Hebel- und Rampen-Systems in Hatnoub sei “von großer Bedeutung, die unser Verständnis des Bauwerkes völlig verändert” schreibt die ägyptischen Altertümerverwaltung unter Dr. Waziri auf Facebook. Es sei das erste Mal, dass ein System entdeckt wurde …

…um Blöcke aus Steinbrüchen zu bewegen und zu transportieren, und wie die Alten Ägypter die tonnenschweren Blöcke während der Bauzeit der Großen Pyramide mit primitiven Rampen angehoben haben.

Ist der Pyramiden-Bau und die bisher unbekannten Techniken dahinter damit geklärt? Es gibt jedoch viele Meinungsverschiedenheiten darüber, mit welchen Methoden genau dies erreicht wurde”, schrieb zum Beispiel “Newsweek” am 1. November ganz richtig. Nur leider ist die fraglos interessante und spannende Steinbruch-Entdeckung der Archäologen sicher keine Erklärung des Pyramiden-Baus.

Eigentlich sollte das auch jedem einleuchten, der von diesen neuen Erkenntnissen liest oder schreibt.

Keiner sprach von “Mysterium gelöst”

Heute (2. November 2018) veröffentlichte auch die Universität Liverpool einen Artikel über die Arbeit ihrer Wissenschaftler in Ägypten. In dieser heißt es unter anderem:

Uraltes Rampen-System für Steinbrüche hat den Arbeitern möglicherweise beim Bau der großen Pyramiden in Ägypten geholfen.

Wissenschaftler der Universität von Liverpool haben entdeckt, was möglicherweise die Überreste eines 4.500 Jahre alten Rampen-Systems sind, um die riesigen Alabasterblöcke zu transportieren, die beim Bau der großen Pyramiden in Ägypten verwendet wurden.”

Ägyptologe Dr.Roland Enmarch betont, dass der Steinbruch von Hatnub eine “prestigeträchtigste Quelle für ägyptischen Alabaster” vor 4.500 Jahren war. Viele der gefundenen Inschriften, so der Forscher, zeigen zudem auf, wie “das Personal und die Logistik der Organisation von Expeditionen zu diesen Wüstensteinbrüchen” damals funktionierte. Die gesamte Landschaft lässt die Strukturen aus der Bronzezeit, “die mit der Gewinnung und dem Transport von Steine zu tun haben”, erkennen. Von den Hütten der Arbeiter bis zu einer hervorragend erhaltenen Straße, die bis zum Nil, führt.

Die “äußerst gut erhaltene Rampe” in dem Steinbruch zeige mit ihren Spuren von Pfostenlöchern, wie “die alten Technologien des Steintransportes und der Gewinnung” funktioniert haben könnte. Durch Schlitten und den beiden neben der Rampe nachgewiesenen Treppenaufgängen konnten die Arbeiter die schweren Steinblöcke geradezu bequem herausziehen. “20 Prozent oder mehr” Steigung seien hier möglich gewesen. Und weiter:

Da diese Rampe auf die Herrschaft von Cheops datiert, bieten unsere Untersuchungen die aufregende Möglichkeit, weitere Einblicke in die Logistik und die Technologien zu bieten, die beim Bau dieser erstaunlichen Konstruktion verwendet wurden.

Spätestens an dieser Stelle sollte jedem klar sein, dass von einer Lösung des Mysteriums Bau der Cheops-Pyramide eigentlich keine Rede sein kann.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Was wurde tatsächlich entdeckt?

Hatnub als ein beliebter Steinbruch vor bis zu 4.500 oder sogar mehr Jahren … ist natürlich keine Pyramide. Schon gar nicht die Cheops-Pyramide oder die Pyramide des Chephren daneben. So wurde auch überhaupt nicht geklärt, wie die alten Baumeister ihre riesigen Monumente für die Ewigkeit gebaut haben. Es wurde ein fehlendes Mosaiksteinchen im Puzzle der Fragen ergänzt. Unterbewerten sollte man das aber auch nicht, um dies an dieser Stelle zu unterstreichen.

Wenn in Hatnub die Arbeiter diese Technik aus Rampen, Treppenaufstiegen, Seilen und Schlitten nutzten, nutzten sie diese sicher auch anderswo. Was funktioniert, sprach sich fraglos auch bei den Pharaonen und ihren Architekten herum. So konnten die Bauherren diese oder jene Bausteine schlagen und mittels Rampe aus den jeweiligen Steinbrüchen schaffen. Von da ging es für den auserwählten Stein weiter über Straßen bis zum Nil oder einen eigenes dafür geschaffenen Kanal, dort auf einen Lastenkahn und so kam dieser letztlich am Ort seiner  Bestimmung an.

Ein Kraftakt von Organisation, Planung , Technologie und Logistik, dem die Archäologen nun weiter auf die Spur gekommen sind.

Es waren dabei aber immer “Ausnahme-Steine”. Die bei Weitem meisten Bausteine der Pyramiden von Gizeh sind weicher Kalkstein, der direkt vor Ort abgebaut wurde. Noch heute kann man überall vor Ort sehen, woher diese Steinen genau kamen. Auch Spuren der Werkzeuge sind für jeden sichtbar auf dem ganzen Plateau vorhanden.

Eine Rampe – nicht die Rampe

Beim Wort “Rampe” im Zusammenhang mit “Pyramide” schüttelt es die meisten Grenzwissenschaftler oder auch Hobby-Historiker. Zurecht. Es schütteln sich dabei aber auch die etablierten Archäologen des Mainstream. Wirklich niemand behauptet, dass die Pyramiden mit gigantischen Rampen erbaut wurden, auf denen die Arbeiter die Steine auf Schlitten bis an die Spitze zogen. Welch absurde Vorstellung und gewaltiger Arbeitsaufwand der Bau so einer Rampe ist, wissen sicher alle Mystery- und Pyramiden-Fans.

Wobei der Vollständigkeit halber nicht unerwähnt bleiben darf, dass es nachweislich Reste von Rampen in Gizeh gibt. Da der weit größte Teil der verbauten Steine einer Pyramide sich im unteren Bereich befindet, werden die Bauherren hier wohl ihre Rampen angebaut haben. Nur: Wie dann weiter? Das ist eben – unbewiesen!

Die Rampen-Technik von Hatnub sagt nur aus, dass man so Bausteine aus dem Steinbruch heraus bekommen konnte. Wie diese dann aber wirklich an ihrem vorgesehenen Platz an oder in eine Pyramide kamen, sagt die nicht. Damit ist der Bau der großen Pyramiden auch durch diese neuen Erkenntnisse der Forschung nicht geklärt. Und das haben die beteiligten Ägyptologen auch gar nicht behauptet.

Das behaupten nur Headlines und Artikel im Netz, die von den Arbeiten um Yannis Gourdon, Roland Enmarch & Co. berichten.

Was denkt Ihr? Diskutiert gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , , markiert <

Cheops-Pyramide: Wissenschaftler fanden einen 30 Meter langen unbekannten Hohlraum! Ein Fakten-Check von Fischinger-Online

In der Cheops-Pyramide wurde ein ca. 30 Meter langer Hohlraum nachgewiesen (Bilder: L. A. Fischinger/S. Ampssler)
In der Cheops-Pyramide wurde ein ca. 30 Meter langer Hohlraum nachgewiesen (Bilder: L. A. Fischinger/S. Ampssler)

Das Thema verborgene Kammern und unentdeckte Räume in der Pyramide des Cheops in Gizeh gehört zu den Mysterien der Welt wie die berühmte Frage nach dem Huhn und dem Ei. Aktuell ist die Medienlandschaft erneut von diesen Fragen elektrisiert, da es Wissenschaftlern gelungen ist, tatsächlich einen etwa 30 Meter langen und bisher unbekannten Hohlraum in der Großen Pyramide nachzuweisen. Eine spannende Entdeckung in Ägypten, die für angeregte Diskussionen im Netz sorgt. Dabei ist die Faktenlagen zum jetzigen Standpunkt eher dünn – aber sie ist zumindest da.


+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Nimmt man es ganz genau, so suchen schon seit Jahrtausenden Menschen in den Pyramiden von Ägypten nach versteckten Räumen und Geheimkammern. Immerhin haben bereits die ersten Grabräuber nach solchen Kammern gesucht.

Anders als Grabräuber auf der Suche nach Gold und Schätzen, suchen aber auch Forscher immer wieder auch in der rd. 4.500 Jahre alten Pyramiden des Cheops solche Räumen. Und so war es in den vergangenen Jahrzehnten auch immer wieder Thema in der Grenzwissenschaft, wozu ich auf meinem YouTube-Kanal bereits zahlreiche Videos online gestellt habe.

Doch in diesen Tagen sorgt der Nachweis einer solchen “verborgenen Kammer” innerhalb der Cheops-Pyramide für großes Aufsehen in gewissen Kreisen. Nicht nur die Bestätigung dieses Fundes sondern auch die Größe des Raumes von um die 30 Meter Länge erstaunen dabei.

Fakten um den riesigen Hohlraum

Über die Geschichte und die Spekulationen um verborgene Räume in der Cheops-Pyramide kann man Bücher schreiben. Wurden natürlich auch. Wenn aber ein Team von internationalen Forschern mit den modernsten technischen Mitteln nach solchen Räumen sucht und dabei fündig wurde, wird es spannend. Noch spannenden wird es dann, wenn dieses Team ihre Ergebnisse in einem weltweit renommierten Wissenschaftsmagazin veröffentlicht.

Was war geschehen?

Das Projekt “Scan Pyramids”, über das ich zum Beispiel bereits hier berichtete und über das ich auf YouTube dieses Video online stellte, sucht seit ca. zwei Jahren nach Hohlräumen in Ägyptens Bauwerken. Das Forscherteam von “Scan Pyramids” um Mehdi Tayoubi vom Heritage Innovation Preservation Institute (Paris) um Kunihiro Morishima (Nagoya University, Japan) gab jetzt bekannt, dass sie durch Messungen von kosmischen Strahlen nachgewiesen haben, dass es einen 30 Meter langen Hohlraum in der Pyramide des Cheops gibt.

Die Wissenschaftler maßen bei ihren Untersuchungen die sog. “Myonen” der kosmischen Hintergrundstrahlung. Das sind Elementarteilchen, die auch Gestein durchdringen und so durch ihre Verteilung in ihrer Flugbahn Räume, Kammern und Höhlen aufzeigen. Eine Art Röntgenstrahlungen für Gesteine, wenn man so will.

Tatsächlich fanden die Wissenschaftler mit ihren Messgeräten so einen um die 30 Meter langen und 3 bis 8 Meter hohen Hohlraum über der legendären großen Galerie in der Pyramide des Cheops. Diese große Galerie ist jener etwa 50 Meter lange und aufsteigende Gang, der hoch in die Kammer des Königs führt und ca. 8 Meter hoch ist. Und genau darüber in bis zu 70 Metern Höhe liegt der jüngst gefundene Hohlraum, den letztmalig vor mindestens 4.500 Jahren ein Mensch gesehen hat.

Für viele Menschen eine Sensation, die man aber bis zum jetzigen Zeitpunkt vorsichtig betrachten muss.

Hohlraum ist nicht gleich Hohlraum!

Die Physiker, die diese fraglos gewaltige “Anomalie” in der Cheops-Pyramide gefunden haben, sind selber mit ihren Interpretationen mehr als vorsichtig. Sie sprechen von einem “Hohlraum” und damit schlicht und einfach von genau dem, was es ist: Ein hohler Raum. Aber ist es eine Geheimkammer? Ist es eine echte Kammer, die als solche bewusst angelegt und dann versteckt wurde?

Der Hohlraum ist da. Und er ist groß. Um zu verstehen, um was es sich handelt, brauchen wir die Hilfe anderer Forscher.

So Mehdi Tayoubi, der mit seinem Team diesen Fund am 2. November in “Nature” veröffentlichte. Und ergänzt vollkommen richtig:

Wir glauben nicht, eine Interpretation zu haben. Wir sagen nur, dass es dort einen Hohlraum gibt.

Genau diese und ähnliche Aussagen haben die Forscher um Tayoubi getätigt. Nicht mehr. Von einer “Geheimkammern” oder ähnliches haben sie nicht gesprochen. Und als Physiker haben sich die Wissenschaftler auch einer Interpretation des Raumes enthalten. Trotzdem laufen Ägyptologen und auch Mystery-Interessierte Sturm. Ägyptologen wie Dr. Mark Lehner oder Dr. Zahi Hawass schimpfen beispielsweise darüber, dass die Untersuchungsergebnisse nicht vor der Veröffentlichung mit den zuständigen Stellen abgesprochen wurden.

VIDEO: Modern oder Jahrtausende alt? Ein mysteriöses Artefakt in der Cheops-Pyramide wirft Fragen auf: Was fand der Pyramid Rover 2002 tatsächlich? (Bild: L. A. Fischinger / R. Gantenbrink/Cheops.org / Montage: L. A. Fischinger)
VIDEO: Modern oder Jahrtausende alt? Ein mysteriöses Artefakt in der Cheops-Pyramide wirft Fragen auf! (Bild: L. A. Fischinger / R. Gantenbrink/Cheops.org / Montage: L. A. Fischinger)

Der bekannte Dr. Zahi Hawass ist hierbei besonders “sauer”. So sagte er am 2. November zu den neuen Entdeckungen, dass man hier sehr vorsichtig sein müsse, da die Cheops-Pyramide voller Hohlräume sei. Hawass weiter:

+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Dieses Projekt sollte wissenschaftlich sein und keine Suche nach verborgenen Gängen und Kammern, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erregen und denen, die gerne behaupten, dass die Pyramiden von Aliens gebaut wurden. Ich habe einige von ihnen Pyramidiots genannt.

Wir als wissenschaftliches Komitee sind dafür verantwortlich, denn Zweck und die Bauweise der Großen Pyramide zu erklären – nicht Nicht-Ägyptologen.

Mostfa Waziri, Generalsekretär der Antikenverwaltung in Ägypten sagte, die Physiker hätten die Resultate ihrer Untersuchungen zuerst den Ägyptologen der wissenschaftlichen Kommission vorlegen müssen. Immerhin, so Waziri weiter, ist jedem Ägyptologen bekannt, dass die Cheops-Pyramide zahlreiche Hohlräume enthalte:

Diese Experten haben schon vorher gesagt, dass die Existenz von Hohlräumen in den Pyramiden nichts Neues ist, sondern eine unter Ägyptologen bekannte Tatsache.

“Das bring der Ägyptologie nichts!” – Wirklich?

Die “New York Times” zitiert Zahi Hawass am 2. November mit den Worten:

Sie fanden nichts. Die Veröffentlichung bring der Ägyptologie nichts. Null.

Dr. Hawass ist vielen nicht nur als “aufbrausend” bekannt, sondern seine Art und Weise als Selbstdarsteller und Ägyptens letzten Pharao ist nicht nur unter Ägyptologen mehr als unbeliebt. Natürlich gilt das auch für die Gemeinde der Grenzwissenschafts-Interessierten, die grundsätzlich kein gutes Haar auf Hawass lässt.

Aber, am Rande, was brachte eigentlich 2002 die Hawass-Show, als dieser “live” den Sperrstein am Ende des Gantenbring-Schachtes in der Cheops-Pyramide durchbohren lies? Stimmt – eine mediale Bühne für Hawass selbst.

Artikel-Serie in 5 Teilen von Lars A. Fischinger: Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien (Bild: L. A. Fischinger)
Artikel-Serie in 5 Teilen von Lars A. Fischinger: Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien (Bild: L. A. Fischinger)

Doch wie kann man diesen riesigen Hohlraum nun deuten, wenn er schon der Ägyptologie nichts bringen soll? Eigentlich sehr vielfältig und er bringt der Erforschung der Pyramide sehr wohl etwas. Für eine Geheimkammer mit Schätzen und Sensationen von außerhalb der Erde gibt es keinen einzigen Anhaltspunkt. Niemand weiß, was es ist und ob überhaupt irgendwas im Inneren verborgen liegt. Kein Mensch kennt bisher das Innere und so wird es vorerst auch wohl bleiben.

Für das Verständnis des Pyramiden-Bau und der Architektur der Großen Pyramide könnte dieser Raum (ich nenne ihn mal so) spannend sein. Der Pyramiden-Forscher Felix Arnold vom deutschen Archäologischen Institut in Madrid sagt hierzu beispielsweise:

Um eine weitere Grabkammer wird es sich nicht handeln. Obwohl natürlich bei den alten Ägyptern alles denkbar ist – etwa für die Bestattung eines weiteren Sonnenschiffes. Es spricht aber alles dafür, dass es sich um eine bislang nicht bekannte Entlastungskammer über der großen Galerie handelt, vergleichbar den Entlastungskammern über der königlichen Grabkammer. Überraschend wäre das nicht. Statisch oder konstruktiv erforderlich wäre eine solche Kammer nicht, aber das war den Baumeistern nicht unbedingt bewusst.“

Hany Helal von der Universität Kairo, einer der Co-Direktoren des Projekt “Scan Pyramids”, dazu:

So einen Hohlraum kann man nicht als Irregularität auffassen, die sich beim Bau zufällig ergeben hat. Vom Standpunkt des Ingenieurs aus gesehen, ist da definitiv eine Aussparung.”

Schutt und Schätze …

Entlastungskammern, wie sie eben oberhalb der Kammer des Königs zu finden sind, waren einst auch “verborgene Kammern”. Das steht außer Frage. Aber diese dienten nicht als Geheimkammern in denen die Baummeister irgendwas versteckt haben. Die bekannten Entlastungskammern wurden zum Beispiel auch erst im 19. Jahrhundert aufgesprengt und so durch Zufall gefunden, da diese keine Eingänge haben. Auch die 30 Meter lange “Kammer” über der großen Galerie hat keinen (bekannten) Eingang.

VIDEO: Im Inneren der Sphinx: Von Geheimkammern und rätselhaften Tunneln im Wächter von Gizeh (Bild:; L. A Fischinger)
VIDEO: Im Inneren der Sphinx: Von Geheimkammern und rätselhaften Tunneln im Wächter von Gizeh (Bild: L. A. Fischinger)

Handelt es sich tatsächlich um ein derartiges bautechnisches Element, wäre das trotzdem seine Sensation innerhalb der Pyramiden. Dabei spielt es wirklich keine Rolle, ob diese “statisch oder konstruktiv erforderlich” war oder nicht. Auch die Entlastungskammern über der Königskammer sind für die Forschung interessant und deren Entdeckungen war für die Ägyptologie ein Zugewinn. Das steht schon allein deshalb außer Frage, da sich in ihnen Schriftzeichen an den Wänden befinden und nicht ein einziges Buch eines Ägyptologen zum Pyramiden-Baum diese Kammern ignoriert!

Und wenn die Bauherren hier über der großen Galerie sogar nur einige Hohlräume gelassen haben – beispielsweise um sich die Arbeit leichter zu machen – ist das ebenso ein Zugewinn zur Forschung. Hierzu muss man wissen, dass die Cheops-Pyramide nicht nur aus den berühmten 2,5 Tonnen schweren Bausteinen erbaut wurde. Vielmehr haben die Baumeister der Pyramiden auch Schutt und verschiedene unförmige und kleine Gesteinsbrocken beim Bau verwendet.

Keiner der beteiligten Physiker sprach von einer versteckten Geheimkammer oder etwa einem riesigen Raum im Sinne der Kammer der Königin und die des Königs. Erstaunlicherweise machen das auch die internationalen Medien so gut wie nicht. Von sog. seriösen Medien bis zur Regenbogenpresse. Selbst die “Bild”, die in ihrer Headline am 2. November nur von einem “Hohlraum” sprach. “Bild” wäre aber eben nicht “Bild” wenn sie nicht doch eine Sensation wittert, in dem sie in einer zweiten Überschrift fragte: “Noch eine Grabkammer?”

Erst ein Blick in diese gefundene Höhlung wird letztlich zeigen, wie groß der Gewinn für die Erforschung der Pyramiden sein wird. Von Geheimkammer mit “Schätzen” über Entlastungsräume für die große Galerie darunter bis hin Baulücken um Zeit und Kosten zu sparen ist alles möglich.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema:

, , , , , , , , , markiert <