Search Results for: Apokryphen

Video: Zeitreisen vor Jahrtausenden: Kuriose biblische Überlieferungen und seltsame Sagen und Mythen

Teilen:
Video: Zeitreisen vor Jahrtausenden - Kuriose biblische Überlieferungen, seltsame Sagen und Mythen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Video: Zeitreisen vor Jahrtausenden – Kuriose biblische Überlieferungen, seltsame Sagen und Mythen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Seit dem zeitlosen Klassiker „Die Zeitmaschine“ von H. G. Wells aus dem Jahre 1895 sind Zeitreisen ein beliebtes Science-Fiction-Thema in Film und Literatur. Aber auch für die moderne Wissenschaft. Dabei sind angebliche Reisen durch die Zeit und Zeitverschiebungen ein uraltes Thema. Darüber berichteten schon vor Jahrtausenden seltsame Überlieferungen zur Bibel und sonderbare Sagen und Mythen. Es sind spannende Erzählungen unserer Urahnen, wie es dieses Mystery Files-Video zeigt. Ob dahinter ein Körnchen Wahrheit steckt?


Zeitreisen vor Jahrtausenden?

Zeitreisen, Reisen durch andere Dimensionen oder Zeitverschiebungen sind ein spannendes Thema für moderne Science-Fiction und Wissenschaft. Aber neu ist das längst nicht. Denn vor tausenden von Jahren soll es bereits Zeitreisen gegeben haben. Das behaupten Sagen und Mythen und erstaunliche Überlieferungen zur Bibel.

Nach dieser biblischen Erzählung, die sich in dem außerbiblischen Buch „4. Baruch“ findet, geschah vor über 2500 Jahren Sensationelles! Und zwar beim Überfall der Babylonier auf Jerusalem, als unter anderem auch der Tempel des Salomon zerstört worden sein soll. Und die Bundeslade ebenso verschwand. Die Folge war das berühmte Babylonische Exil der Bevölkerung. Einer jedoch verpasste das alles. Und zwar deshalb, da Gott ihn auf Zeitreise in die Zukunft schickte, wo er über ein halbes Jahrhundert später ankam.

Eine erstaunliche Sage, Legende oder Überlieferung, wie Ihr in diesem Video vom 23. April 2022 erfahrt, und die ich bereits vor rund 25 Jahren einmal in einem Buch diskutierte. Zugleich eine Geschichte mit spannenden wie komplexen Hintergründen, die hier zusammengefasst werden sollen. Doch sie steht nicht allein, wie es ein zweites Beispiel zeigen soll.

Übrigens: Ein weiterer Text des biblischen Autors beschreibt scheinbar eine Reise in das (luftleere) All. Einen Artikel dazu findet Ihr HIER auf diesem Blog.

Video auf Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , , , <

Henoch und seine Reisen in den Himmel: Beschreibt ein über 2000 Jahre alter Text die rotierende, „ruhelose“ Sonne im All? (+ Videos)

Teilen:
Henoch und die Reisen in den Himmel: Beschreibt ein über 2000 Jahre alter Text die rotierende, wilde Sonne im All? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Henoch und die Reisen in den Himmel: Beschreibt ein über 2000 Jahre alter Text die rotierende, wilde Sonne im All? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Könnten Jahrtausende alte Schriften und Überlieferungen vermeintlich „modernes“ Wissen beinhalten? Zum Beispiel über Technologien oder die Beschaffenheit der Welt und darüber hinaus, wie in einigen Beiträgen auf Mystery Files bereits mehrfach berichtet wurde? Und so könnte man vielleicht auch einen (in Teilen) über 2000 Jahre alten Text modern interpretieren. Denn das erste Buch Henoch enthält eine Passage während einer angeblichen Reise mit einem Himmelswesen, die ein sonderbares „Feuer“ erwähnt. Schaut man genau hin, scheint hier die Sonne als rotierender Stern im Zentrum des Sonnensystems beschrieben worden zu sein. Davon aber konnte der Schreiber des Textes damals nichts wissen.


Unsere ruhelose Sonne

Die Erde dreht sich in rund 24 Stunden einmal um sich selbst. Das ist Allgemeinwissen und jemdem bekannt. Weniger bekannt ist da schon, dass auch auch die Sonne im Zentrum unseres Sonnensystems um ihre Achse rotiert.

Anders als Planeten rotiert diese aber ausgesprochen unruhig. Als Feuerball im All unterscheidet sich die Rotationsgeschwindigkeit der Sonne je nach ihrer Region sogar um mehrere Tage. In der Nähe der Pole benötigt sie etwa 31 Tage für einen Umlauf und am Bereich ihres Äquators ganze 6 Tage weniger. Es ist ein ruheloser Gasball, der noch dazu unter seiner Oberfläche schneller rotiert.

Diese Ruhelosigkeit unseres Sterne betrifft demnach nicht nur die allseits bekannten Eruptionen an der Oberfläche, die wohl jeder schon mal auf entsprechen Satellitenaufnahmen gesehen hat. Anhand der dunklen Sonnenflecken auf der Sonnenoberfläche wurde schon vor rund 200 Jahren vermutet, dass die Sonne sich ähnlich wie Planeten um ihre Achse dreht. Allerdings dauert es bis 1863, bis durch Beobachtung dieser Flecken zwei Astronomen diese Rotation nachweisen und berechnen konnten.

Um diese Drehung der Feuerkugel anhand ihrer Flecken sehen zu können, benötigt man Spezial-Teleskope. Heute kann jeder Interessierte diese Rotation im Internet anhand von Satellitenaufnahmen und Filmen sehen. Und so haben Astronomen solche Technologien längst zur Beobachtung unseres Fixsterns im All selber zur Verfügung stehen. Hierbei ist das 1995 gestartete Sonnenobservatorium „Solar and Heliospheric Observatory“, besser bekannt unter dem Kürzel SOHO, sicher die bekannteste Sonnen-Forschungssonde.

Moderne Erkenntnisse der Astronomie und der Wissenschaft – könnte man meinen. Denn es gibt einen alten jüdisch-christlichen Text, der „zwischen den Zeilen gelesen“ vielleicht schon die Rotation und „Unruhe“ der Sonne beschrieben hat.

Henoch, der Sonderling

Es ist das äthiopische Buch Henoch (auch 1. Henoch genannt), das nach dem vorsinflutlichen Patriarchen Henoch aus dem Buch Genesis bekannt ist. Eine Schrift, die sich nicht im Kanon der Bibel findet, und die ich HIER bereits detailliert im „modernen Sinne“ diskutiert habe. Dieses Buch soll in seinen ältisten Textabschnitten bereits im dritten Jahrhundert vor Christus niedergeschrieben worden sein.

Der Prophet Henoch als mythische Person in der biblischen Urzeit des Buch Genesis (5,18ff.) ist dort ein wahrhaftiger Sonderling. Er entsprach laut Bibel der 7. Generation nach Adam und Eva und starb nicht auf der Erde in einem wahrhaftig biblischen Alter. Während beispielsweise sein Vater Jared laut Genesis betagt mit 962 Jahre starb, wurde Henoch mit „nur“ 365 Jahren von Gott von diesem Planeten geholt. Denn „er wandelte mit Gott“, wie es die Bibel erzählt.

Und so wurde er nach verschiedenen Missionen, Reisen in den Himmel, Unterrichtungen durch Himmlische und nach seinem Einsatz als Vermittler zwischen den sogenannten „Wächtern des Himmels“ auf der Erde und im Himmel quasi also Belohnung zu ihnen geholt. Dies berichten zumindest die verschiedenen Henoch-Bücher, die in dem oben verlinkten Buch „Rebellion der Astronauten-Wächter“ durchleuchtet wurden. Deshalb soll dies an dieser Stelle nicht erneut wiederholt werden.

Bei einem seiner Abenteuer im Himmel zusammen mit dem Höchsten und seiner Wächter, die auch Engel, Diener oder Gottessöhne genannt werden, zeigten ihm die Himmlischen allerlei kosmische Geheimnisse. Es werden Reisen beziehungsweise Flüge mit diesen Wesen geschildert, die ihm dabei offensichtlich in die Mysterien der Welt und des Kosmos einweihen wollten. Recht ähnlich wie auch den legendären Stammvater Abraham später ebenfalls (mehr zum Beispiel in diesem Video HIER und HIER).

Ein rätselhaftes Feuer

Doch sah Henoch bei diesen Reisen auch die Sonne aus der Nähe?

Hierzu heißt es in ersten Buch Henoch, dass er in den Gefilden der himmlischen Wächter und des Höchsten von diesen zahlreiche Dinge offenbart bekam. Es liest sich fast schon wie eine Schulungsreise, bei der immer wieder Stopps eingelegt wurden, um ihm dieses oder jenes Geheimnis zu zeigen. Und einer dieser Aufenthalte war „gegen Westen“ am „Ende der Erde“, wo Henoch folgendes erblickt haben will:

Ich sah ein loderndes Feuer, das rastlos [hin und her] lief und von seinem Laufe weder bei Tag noch bei Nacht abließ, sondern sich gleichlieb. Da fragte ich, in dem ich sagte: ‚Was ist dies da, das kein Ruhe hat?‘

Darauf antwortete mit Reguel, einer von den heiligen Engeln, der bei mir war, und sagte zu mir: ‚Dieses rotierende ‚Feuer‘, das du in Richtung nach Westen gesehen hast, ist das Feuer, das alle Lichter des Himmels in Bewegung setz.‘“ (1. Hen. 23,2-4)

Daraufhin ging die Reise auch schon direkt weiter zu einem anderen Ort. Doch was war dieses Feuer? Der Text oben wurde nach Emil Kautzsch zitiert, der das erste Buch Henoch 1900 in seinem zweiten Band „Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments“ veröffentlichte. Es war ein Feuer „das lodert“, wie Kautzsch zum letzten Vers anmerkte. Denn es gibt Variationen in den Übersetzungen, wie man es auch von biblischen Texten her kennt.

So übersetzte Paul Rießler in seinem Werk „Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel“ diese Aussage 1928 folgendermaßen:

Ich sah, wie ein loderndes Feuer rastlos hin und herlief und von seinem regelmäßigen Lauf weder bei Tag noch bei Nacht abließ, sondern sich gleich blieb. Ich fragte: Was ist dieses ruhelose Ding?

Da antwortete mir Raguel, der heiligen Engel einer bei mir, und sprach zu mir: Dieses laufende Feuer, das du im Westen sahest, ist das Feuer, das alle Himmelslichter versorgt.

Die Sonne aus der Nähe?

Schauen wir hier genau hin, zeigt sich etwas Spannendes. Was beschreibt dieser Text – die Sonne im All?

Die in einfachen Worten erfolgte Beschreibung kann tatsächlich auf diese zutreffen: Ein rotierendes Feuer mit regelmäßigem Lauf, das immer gleich bleibt und „alle Himmelslichter versorgt“ Oder nach einer anderen Übersetzung , dass „alle Lichter des Himmels in Bewegung setzt“, was astronomisch absolut (für unser Sonnensystem!) zutreffend ist.

Könnte die Sonne in treffenderen Worten beschrieben werden?

Ebenso stellt sich die Frage, woher wusste der Schreiber, dass sich die Sonne (um die eigene Achse) dreht und auch in der Nacht scheint? Auch fragte Henoch nicht, „was ist das für ein ruheloses Feuer„, sonder „was ist das für ein ruheloses Ding“ – er wird kaum ein gewöhnliches „Feuer“ einfach mit „Ding“ bezeichnen, wenn es nicht auf die ein oder andere Art „fest“ und natürlich ihm völlig fremd gewesen ist.

Der Lauf der Sonne ist „regelmäßig“ und dennoch ist sie zweifellos an ihrer Oberfläche mehr als nur „ruhelos“. Und glauben wir der zuerst zitierten Aussage, „rotierte“ diese seltsame Feuer sogar. Welcher Mensch konnte vor Jahrtausenden wissen, dass unser Stern rotiert, ruhelos ist aber dennoch regelmäßig Tag und Nacht brennt und die anderen Himmelslichter versorgt? Also die Planeten und Monde anstrahlt oder sogar „alle Lichter des Himmels in Bewegung setz“?

Solche alten Schriften sind immer eine Fundgrube, um diese mit „moderner Brille“ und Phantasie zu deuten. Von einer „Sonnenscheibe“, eine weit verbreitete Vorstellung in der Antike, spricht der Text leider nicht. Leider auch nicht von einer Kugelgestalt dieses ominösen „Feuers“. Und deshalb bleiben leider nur Spekulationen oder theologische Interpretationen.

Video-Auswahl zum Thema auf Mystery File

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , , <

Er glich keinem Menschen, sondern den „Gottessöhnen des Himmels“: Sintflut-Held Noah und seine sonderbare Geburt

Teilen:
Sintflut-Held Noah und seine sonderbare Abstammung - denn angeblich glich er keinem Menschen! (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Sintflut-Held Noah und seine sonderbare Abstammung – denn angeblich glich er keinem Menschen! (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Die Geschichte über den legendären Noah, seiner Arche und der Sintflut ist sicher eine der bekanntesten der gesamten Bibel. Noah als ein gerechter und gottesfürchtiger Mann, der durch Gottes Hilfe mit seiner Familie in einer Arche die große Flut überleben durfte. Kein Wunder, dass gerade auch über diese biblische Figur zahlreiche ausgesprochen kuriose und rätselhafte Legenden und Überlieferungen existieren. Denn glauben wir diesen, war schon seine Geburt alles andere als normal.


Göttliche Herkunft – Himmlische Abstammungen

In der Mythologie sowie Sagen, Legenden und religiösen Schriften wimmelt es von Helden aller Art. Zu allen Zeiten erzählte man sich in aller Welt Überlieferungen von heldenhaften oder göttlichen Herrschern, Anführern oder Königen. Und deren vorgezeichneter Weg begann oftmals schon mit ihrer Geburt, „himmlischen Herkunft“ oder ihrer Abstammung als ein Mischling aus Mensch und Gottheit.

Es gehört in derartigen und zum Teil uralten Erzählungen fast schon zum guten Ton, dass einer entsprechenden Hauptperson eine fantastische Biographie zugesprochen wurde. Schon Gilgamesch, der mythischen König und Held im nach ihm benannten Gilgamesch-Epos, konnte sich auf eine solche Herkunft berufen. Denn nach dem Jahrtausende alten Epos war er eine genetische Mischung aus Mensch und Gott.

Solche mythischen Ursprünge lassen sich durch die gesamte Geschichte der Menschheit verfolgen. Selbst Figuren aus der Welt der Sagen und Märchen Europas haben in diesen nicht selten „himmlische Teile“ in sich vereint. Und sogar in der Moderne beriefen sich gewissen Kaiser in Asien darauf, dass sie in direkter Linie von nicht-irdischen Wesen abstammen würden. Von Ur-Kaisern, die vom Himmel kamen.

Noah

In einigen Fällen muss man jedoch zweimal hinsehen, um entsprechende Überlieferungen über sagenhafte Abstammungen zu finden. Denn Seltsames berichten alten Schriften auch über die Herkunft von Noah aus der Bibel. Jenem Mann also, der mit seiner Familie auserwählt wurde die Sintflut in seiner Arche zu überleben und die Erde anschließend neu zu bevölkern. Zu finden sind die Legenden seiner rätselhaften Herkunft und Geburt aber nicht in den Büchern des Alten Testamentes.

Hier erfahren wir nur, dass Noahs Vater ein Mann namens Lamech war. Dieser wiederum war der Sohn des Methusalem, der laut dem Alten Testament (Gen. 5,27) stattliche 969 Jahre alt geworden sein soll. Es ist der älteste vorsintflutliche Patriarch der Bibel.

Den Bericht über die eigentliche Geburt des Helden Noah finden wir im 5. Kapitel des Buchs Genesis beschreiben. Hier erzählt die Bibel von den vorzeitlichen Patriarchen vor der Sintflut und bemerkt zur Geburt Noahs folgendes:

Lamech war 182 Jahre alt, da zeugte er einen Sohn. Er gab ihm den Namen Noah; denn, sagte er, dieser wird uns Trost verschaffen in unserer Arbeit und der Mühsal unserer Hände aus dem Ackerboden, den Gott verflucht hat.“ (Gen. 5,28-29)

Lamech, der im wahrhaft biblischen Alter von 777 Jahren das Zeitliche segnete, wird uns in diesen Versen unmissverständlich als Vater Noahs genannt. Über die Identität von Lamechs Frau, der Mutter von Noah, schweigt sich das Buch Genesis aus.

Die biblische Familie des Noah

Wir können aber dem 4. Genesis-Kapitel entnehmen, das es einen weiteren Lamech gab, der zu den Nachkommen Kains gehörte. Diese nahm sich zwei Frauen, die Ada und Zilla genannt werden. Ada bekam zwei Söhne, einen namens Jabel, der ein Stammvater der Nomaden geworden sein soll (Gen. 4,20) und seinen Bruder Jubal. Der Knabe von Zilla war Tubal-Kaijn (Kain), der Stammvater der Schmiede, der eine Schwester mit Namen Naama hatte (Gen 4,22).

Die Arche Noah - hier zwei eher "untypische Darstellungen" (Bilder: gemeinfrei)
Die Arche Noah – hier zwei eher „untypische Darstellungen“ (Bilder: gemeinfrei)

Von Noah leider keine Spur, obwohl er gleichfalls einen Vater namens Lamech hatte. Er entstammte jedoch der Ahnenreihe des Seth, des 3. Sohnes von Adam und Eva. Da Noah aufgrund der Ereignisse mit seiner Arche und der Sintflut wohl der berühmteste Patriarch vor der Flut sein dürfte, verwundert dieses Schweigen der Bibel schon sehr.

Wie sollte es anders sein, die apokryphen Schriften des Alten Testamentes liefern weitere Aussagen über Noahs Abstammung. Auch seine Mutter wird in verschiedenen Texten namentlich genannt. So etwa im Buch der Jubiläen, das auch als „Kleine Genesis“ bekannt ist, in dem wir lesen:

In der dritten Jahrwoche des fünfzehnten Jubiläum heiratete Lamech die Betenos, die Tochter Barakiels und seiner Vaterschwester, und sie gebar ihm in dieser Jahrwoche einen Sohn, und er heiß ihn Noe (…)“ (4,28)

Wer Betenos und Barakiel waren, erfahren wir leider an keiner Stelle. Wohl aber in Vers 4,15, dass Barakiel eine weitere Tochter mit Namen Dina gehabt haben soll, die die Mutter von Jared gewesen sei. Sie habe den auch in der Bibel genannten Mahalalel geehelicht, den Vater Jareds. Durchaus sehr erstaunlich, denn Mahalalel war der Ur-Ur-Großvater von Lamech. Und beide hatten demnach Töchter derselben Mutter zur Gemahlin?!

Märchenhafte Familienverhältnisse und ein Frau namens Bat-Enoch

Eine mehr als verworrene Familiengeschichte, die die alten Überlieferungen hier verkünden. Es wird aber noch verwirrender. So erfahren wir in jüdischen Märchen, dass Lamech eine Enkelin von seinem Großvater Henoch zur Frau nahm. Praktisch also seine Cousine. In diesen Märchen heißt es dazu:

Und Lamech, Methusalahs Sohn, war 181 Jahre alt, da nahm er Esmoah, die Tochter Elisas, des Sohnes Henochs, seines Ohmeis, zum Weibe; und sie ward schwanger (…) Wie Lamechs Weib ausgetragen hatte, gebar sie einen Sohn, als das Jahr zu Ende ging.“

Dieser Knabe war Noah. „Er hieß seine Namen Noah-Menahem“, sagt die Legende hierzu auch. Ein Name für Noah, den so wohl kaum jemand kennt. Schon allein die biblischen Abstammungen und angeblichen Verwandtschaften sind verwirrend und nicht leicht zu überschauen. Deshalb habe ich hier einen entsprechenden biblischen Stammbaum angefügt, der meinem Buch „Rebellion der Astronauten-Wächter“ entnommen und an dieser Stelle gekürzt wurde:

Biblischer Stammbaum (Bild: Fischinger-Online aus "Rebellion der Astronauten-Wächter)
Biblischer Stammbaum (Bild: Fischinger-Online aus „Rebellion der Astronauten-Wächter„)

Im äthiopischen Buch Henoch (auch „1. Henoch“ genannt) lesen wir ab dem Vers 106,1 eine weitere Historie über Noah. Teilweise wird seine Mutter hier Bat-Enoch genannt. Glauben wir den Versen in dieser Henoch-Schrift, war Noah sogar ein völlig fremdartiger Mensch, der den Wesen des Himmels ähnlich sah. Selbst Lamech – immerhin sein eigener Vater – fürchtete sich vor ihm und hatte Bedenken, Noah als eigenen Sohn zu akzeptieren. Wir erfahren beim Propheten Henoch:

Nach einigen Tagen nahm mein (Henoch, Anm. LAF) Sohn Metusala ein Weib für seinen Sohn Lamech; sie ward von ihm guter Hoffnung und gebar einen Sohn.“ (1. Henoch 106,1)

Noah: Ein rätselhaftes Baby

Dieser Spross war Noe (Noah), der Überlebende der verheerenden Flut, dem die Überlieferung schon als Neugeborenen äußerst bemerkenswerte Eigenschaften zuschreibt:

Sein Leib war weiß wie Schnee und rot wie eine Rose, sein Haupthaar weiß wie Wolle und seine Augen wie Sonnenstrahlen. Wenn er seine Augen öffnet, dann erleuchtet er gleich der Sonne das ganze Haus, und das ganze Haus ward sehr hell.“ (1. Henoch 106,2)

Eine sonderbare Beschreibung eines Babys, die uns hier erzählt wird! Selbst heute noch würde jede Mutter, die ein solches Kind das Leben schenkt, sicher starr vor Schreck werden.



Doch zum Beispiel in der Offenbarung (Apokalypse) des Johannes in der Bibel stoßen wir auf eine ähnliche Beschreibung. Dort erfahren wir, wie ein sonderbarer „Thron“, der „Thronwagen Gottes“, mit viel Lärm vom Himmel nieder stieg, in dem sich ebenfalls ein solcher „Typ Mensch“ befand:

Sein Haupt und seine Haare waren weiß wie Wolle, leuchtend weiß wie Schnee, und seine Augen wie Feuerflammen.“ (Off. 1,14)

Noah ähnelte also diesem Himmelswesen aus der Offenbarung, wenn man hier eine Verbindung ziehen mag. Bei Noahs Geburt geschah allerdings noch etwas ganz Außergewöhnliches, was seine „göttliche Herkunft“ weiter untermauert:

Darauf richtete er sich in den Händen der Hebamme auf, öffnete seinen Mund und redete mit dem Herrn der Gerechtigkeit.“ (1. Henoch 106,3)

Ein Abbild „Gottessöhne des Himmels“

Lamech wusste daraufhin nicht, wie ihm geschah. Verständlicherweise hatte er keine Ahnung, was er jetzt unternehmen sollte. Er bekam es angesichts dieses ungewöhnlichen Babys mit der Angst zu tun und eilte zu seinem Vater Methusalem. Ihm offenbarte er seine Sorgen, da vielleicht der weise Methusalem Rat wusste. Sicher sehr aufgeregt sprach Lamech zu seinem Vater:

Ich habe einen merkwürdigen Sohn; er gleicht nicht einem Menschen, sondern den Gottessöhnen des Himmels und seine Natur ist verschieden; er ist nicht wie wir; seine Augen gleichen Sonnenstrahlen und sein Antlitz ist majestätisch. Es dünkt mir, dass er nicht von mir abstammt (…)“ (1. Henoch 106,5-6)

Lamech zweifelt verständlicherweise an seiner Vaterschaft. Er unterbreitete seinem Vater deshalb, dass er mit Sicherheit nicht der tatsächliche Erzeuger eines solchen Kindes sein kann. Und er vermutete schon da, dass wohl „in seinen Tagen auf Erden ein Wunder geschieht“. Nun bat er Methusalem, dass er zum Propheten Henoch gehen möge, denn „er wohnt ja bei den Engeln“. Henoch, der umfangreiche Kontakte mit den Gottessöhnen beziehungsweise Wächtern, wie sie auch genannt werden, pflegte, konnte sicher helfen.

Wie gewünscht wand sich Methusalem Rat suchend an Henoch, seinem Vater, und berichtete ihm die „beunruhigende Erscheinung“ und „beängstigende Sache“ über Noahs Geburt. Noahs „Gestalt und Natur“ widerspreche „der eines Menschen“ und deute eher auf ein „ein Abbild der Engel des Himmels“ hin, so erzählte er es Henoch. Genauso, wie es die die Beschreibung aus der Offenbarung schon vermuten ließ.

Ein verzweifelter Vater

Tatsächlich finden sich an anderer Stelle im 1. Buch Henoch (71,1) Beschreibungen von „Wächtern des Himmels“, dessen Antlitz „leuchtete wie Schnee“. Der Verdacht von Lamech lag demnach auf der Hand, dass Noahs wahrer Vater nicht von dieser Welt war.

Henoch, der zu seiner Zeit ein Mann von unermesslichem Wissen war, prophezeite seinem Sohn Methusalem im Folgenden die kommende Sintflut. Er berichtete ihm auch, dass Gottessöhne des Himmels Kinder mit Menschenfrauen zeugten und der Höchste sie deshalb durch die große Flut vernichten wolle (vergl. Gen. 6). Er sollte seinen Sohn Lamech beruhigen, denn sein Kind wäre auserwählt, die Katastrophe zu überleben, und „die Erde nach all der Vernichtung (zu) trösten“.

Eben das, was auch das Buch Genesis über die Flut und die Arche Noah erzählt. Interessant am Rande ist auch, dass Henoch seinem Sohn nebenbei erzählte, dass vor allem die Sünde durch die Flut vertilgt werden solle. Aber „danach wird die Gottlosigkeit noch weit größer werden als die, die zuerst auf Erden begannen ward“. Folgerichtig war die Sintflut als „Strafe Gottes“ schlichtweg überflüssig, da sie nichts nutzte …

„Wirklich sein Sohn“

Die bereits weiter oben zitierten jüdischen Märchen betonen ebenso, dass Noah bei seiner Geburt irgendwie „anders“ war. So wird dort etwa die Frage, woher Lamech und die anderen Menschen wussten, dass in Noahs Tagen ein Wunder oder ähnliches geschehen werde, damit erklärt, dass er bereits bei seiner Geburt beschnitten gewesen sein soll. Dies sei ein Zeichen Gottes gewesen und die Fragen, „wie wusste Lamech das im Voraus“ und ob er „ein Seher“ war, wäre laut Legende damit beantwortet gewesen.

Lars A. Fischinger: "REBELLION DER ASTRONAUTENWÄCHTER. Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen"
Buch zum Thema – Als Angebot HIER

An einer anderen Stelle wird sogar behauptet, dass alle Menschen vor Noah mißgestaltete Hände hatten. „Ungestaltig und wie geschlossen, und die Finger waren nicht getrennt voneinander“, seien ihre Hände gewesen, wird darin behauptet. Erst bei Noah „waren die Finger einzeln und jeder für sich“.

Noah – dies lässt sich aus diesen Aussagen entnehmen – war ein Mensch mit ganz außergewöhnlichen Eigenschaften, die ihn eigentlich nicht als richtigen Menschen erscheinen lassen. Zumindest in der Mythologie. Dennoch wies Henoch seinen Sohn an, Lamech zu sagen, dass Noah „wirklich sein Sohn ist“, wie es das 1. Buch Henoch sagt. Wie aber konnten Lamech und seine Frau ein derart fremdes Kind bekommen? Und wieso sollen die Menschen zuvor andere Hände gehabt haben? Wie kommt man auf solche Behauptungen?

Fragen, dessen Antworten wohl für immer in den Fluten der Sintflut versunken sind …

Noah – ein Albino?

Schon vor über 60 Jahren fragte sich das auch der britische Medizinprofessor Arnold Sorsby in einem Artikel im „British Medical Journal“. Nach Sorsbys war der Erbauer der rätselhaften Arche Noah einer jener Menschen, denen der Mangel an Hautfarbstoffen ein ungewöhnliches Aussehen verleiht: Ein Albino. Dazu schrieb damals „Der Spiegel“ (Nr. 17/1959, 22. April 1959) unter anderem:

Noahs Erscheinung bei der Geburt, so wie im Buche Henoch geschildert, ist offensichtlich nicht die eines Wunders, sondern die eines Albinos.“

Professor Sorsbys vermutete, dass der genetische Defekt dadurch ausgelöst wurde, dass Noahs Eltern Lamech und Bat-Enosch Blutsverwandte waren. Hierin sah er 1959 die Ursache für den Albinismus. Einen „Engel“, also einen jener außerirdischen „Wächter des Himmels“, wie Henoch sie nennt, schloss der Mediziner als Vater aus. Zehn Jahre bevor alle Welt von der Prä-Astronautik sprach, zitierte „Der Spiegel“ Arnold Sorsby in dem Artikel „Noah: Weiß wie Wolle“ mit den Worten:

„(Es ergeben sich) erhebliche genetische Schwierigkeiten. Man müsste ja dann voraussetzen, dass Bath-Enosch und der Engel nichtverwandte Träger eines Erbfaktors zu einer Zeit waren, da dieser Erbfaktor noch nicht weit verbreitet sein konnte; oder -, noch weniger plausibel -, dass der Albinismus bei den Engeln dominant ist, nicht rezessiv, wie bei den Menschen.“

Des Rätsels Lösung ist möglicherweise ähnlich gelagert wie bei der Geburt Seths, des dritten Sohnes von Adam und Eva. Oder auch bei den biblischen Schöpfungsmythen nach göttlichem Ebenbilde. Bei Seth als Spross des ersten Menschenpaares der Bibel war es so, dass Eva „fremden Samen“ von den Himmlischen eingesetzt bekam. Als Ersatz für ihren Sohn Abel, da dieser von seinem Bruder Kain erschlagen wurde. Doch das ist wieder eine andere Geschichte.

Noah als alter und weiser Mann unter dem Schutz Gottes (Bilder: gemeinfrei)
Noah als alter und weiser Mann unter dem Schutz Gottes (Bilder: gemeinfrei)

Noah in den Schriften von Qumran

Die sogenannte „Lamech-Rolle“ (auch „1Q Genesis Apokryphe“ genannt), ein fragmentarisches Schriftstück aus den Höhlen von Qumran, enthält ebenfalls einen Bericht über Noahs sonderbare Geburt. Recht ähnlich wie im 1. Buch Henoch. Nach der zweiten Kolumne dieser Qumran-Rolle konnte Lamech gar nicht der Vater Noahs gewesen sein. Denn dieser kam nach einer über neun Monate langen Reise zurück zu seiner Frau Bat-Enoch, wo er dann den ominösen Knaben direkt vorfand.

Sofort beschuldigte er sein Frau, sie sei ihm untreu gewesen und das Kind in seinem Haus wäre nicht das seine. Wie sollte es auch nach seiner langen Abwesenheit? Verbittert kam er zu dem Schluss, dass Bat-Enoch ein Kind der „Wächter des Himmels“ bekommen haben müsse. In den Qumran-Schriftrollen vom Toten Meer liest sich das folgendermaßen:

Dann kam ich zu dem Schluss, dass die Empfängnis das Werk der Wächter war, dass der Same von Engeln oder Nefilim gesät worden war. Ich war wegen dieses Kindes in Aufruhr.“ (1QapGen, Kolumne 3, Verse 1-2)

Umgehend konfrontierte Lamech daraufhin seine Gattin mit seinem Verdacht und stellte sie zur Rede:

Dann ging ich, Lamech, eilends zu [meiner] Frau, Bat-Enosch, [und sagte zu ihr]: [‚Ich beschwöre dich bei…] und beim Höchsten, beim Großen Herrn, beim König der Ewigkeit [hast du empfangen] [von einem der] Himmelssöhne? Berichte mir jede Kleinigkeit wahrheitsgemäß (…) Du musst mir die reine Wahrheit sagen, ohne Lügen (…)“ (1QapGen, Kolumne 3, Verse 3-7)

„Weder ein Fremder noch einer der Wächter, auch nicht einer der Söhne des Himmels.“

Bat-Enoch appellierte an das Herz ihres Gemahls. „An meine Wollust“ solle er sich erinnern, „bevor wir uns liebten“ und „wie leidenschaftlich ich reagierte“, entgegnete sie Lamech. Doch dieser bliebt stur, bis sie ihm schließlich antwortete:

Dann hielt sie ihren Unwillen zurück, sprach mit mir und sagte: ‚O mein Herr, mein [Bruder, erinnere dich…] an mein Vergnügen. Ich schwöre beim Großen Heiligen, beim König des Hi[mmels…], dass der Same von Dir kam, die Empfängnis von dir kam, [diese] Frucht von dir gepflanzt ist […Es war] weder ein Fremder noch einer der Wächter, auch nicht einer der Söhne des Himmels.“ (1QapGen, Kolumne 3, Verse 13-16)

Immer wieder wird es deutlich, dass Noah laut diesen Texten kein Abkömmling der Himmelssöhne war. Seine Mutter stritt das mehr als energisch ab. Und auch Henoch sagte laut Qumran-Rolle zu Methusalem, dass Noah „nicht von den Himmelssöhnen, sondern von Lamech, deinem Sohn“ stamme (1QapGen, Kolumne 6, Vers 3). Ob dies alles nur Ausreden in der Mythologie waren, kann natürlich niemand sagen.

Auch in den Texten von Qumran, den Schriftrollen vom Toten Meer, finden sich seltsame Berichte über die Geburt des nicht-menschlichen Noah (Bilder: Fischinger-Online)
Auch in den Texten von Qumran, den Schriftrollen vom Toten Meer, finden sich seltsame Berichte über die Geburt des nicht-menschlichen Noah (Bilder: Fischinger-Online)

In der Prä-Astronautik hält sich seit Jahrzehnten die Aussage, dass Noah von den Göttern aus dem Himmel gezeugt wurde. Von den Wächtern des Himmels, die fromme Deuter als „Engel“ ansehen. Verwunderlich ist das nicht, denn die Schriften und Überlieferungen schildern sehr umfangreich und im Detail, dass es zu solchen sexuellen Beziehungen zwischen den Söhnen des Himmels und den Frauen der Menschen kam. Und so wurden aus diesen Mischehen auch Kinder auf Erden geboren. Im Buch Genesis ist das in den Versen 6,1-4 sehr knapp angeschnitten.

Eigentlich ist das schon eine Ungeheuerlichkeit, die an anderer Stelle von mir detailliert beleuchtet wurde.

Uralte Vorlagen?

Können wir den überlieferten Beteuerungen von Bat-Enoch und Henoch aber trauen? Immerhin ist Noah der einzige Mensch, der wie die Wächter des Himmels ausgesehen haben soll. Nur „Engel“ oder die Söhne der Götter sahen aus wie er. Haben hier ältere religiöse Weltanschauungen diverser Nachbarvölker als Vorlage der gedient? Ungewöhnlich wäre das nicht.

So etwa die Geschichte des Moses im Buch Exodus, in der es heißt, dass er als Kindlein in einem Körbchen auf dem Nil ausgesetzt und dann wundersam gerettet wurde. Sehr ähnliches wird auch von König Sargon von Akkad in Mesopotamien überliefert. Einen heldenhafter Herrscher, dessen Legenden vor den entsprechenden Aussagen im Alten Testament niedergeschrieben wurden. Er lebte bereits um 2300 vor Christus, damit lange vor Moses angeblicher Lebzeiten und der Niederschrift des Buches Exodus.

Man denke bei solchen himmlischen Abstammungs-Legenden auch an die paarweise durch „Geburtengöttinnen“ erschaffenen Menschen der assyrischen Mythologie. Erzählungen einer Schöpfung von neuen Menschen durch die Kreuzung göttlicher Wesen (deren Blut) mit irdischen Menschen. Diese „Geburtengöttinnen“ waren die Göttinnen der „Doppelsieben“, die Menschen quasi wie aus der Retorte das Leben schenkten. Ein vielfach anzutreffendes Motiv der Menschheitsschöpfung in den Mythen der mesopotamischen Kulturen:

„(Von den) [sieben] und sieben Mutterleibern, brachten sieben männliche Wesen, [sieben] brachten weibliche Wesen hervor. (…) Paarweise vollendete er sie, paarweise vollendete sie vor ihr.“

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , , , , <

War der biblische Gott der wahre Teufel – oder doch eher kraftvoll wie ein Stier oder vielleicht sogar nur freudig wie ein Einhorn?

Teilen:
War der biblische Gott der wahre Teufel? (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
War der biblische Gott der wahre Teufel? (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In der Bibel finden sich Überlieferungen, die von erstaunlich über grausam bis kurios und rätselhaft reichen. Und die zu unzähligen Deutungen und Spekulationen verleiten. Vor allem dann, wenn man verschiedene Übersetzungen miteinander vergleicht. So wie im Falle einer Behauptung im Alten Testament, die von „Bibel-Kritikern“ dahingehend gedeutet wird, dass Gott in Wahrheit selber Satan oder der Teufel war. Immerhin sei der alttestamentarische Herr so oder so ein grausamer Gott der Rache und des Zorns gewesen, wie dort zu lesen ist. Eine Bibelstelle, die aber noch ganz andere Aussagen in sich verbirgt.


Ein Gott der Gnade und Barmherzigkeit?

In aller Welt beten Milliarden Menschen zum Gott des Alten Testament. Sie bekennen sich zu einer der Abrahamitischen Religionen mit all ihren zahllosen Abspaltungen, Sekten und Splitter-Religionen. Trotz aller Unterschiede ist man sich in einem Punkt fast immer einig: Der Gott des Alten Testament ist der wahre und einzige Gott von Allem.

In diesem überirdischen Herrn setzen viele ihre Hoffnungen. Denn immerhin wird gelehrt, dass er ein „gütiger“, „gerechter“ und „liebevoller“ Gott der Menschen wäre. Ein nicht-irdisches (außerirdisches) „Wesen“, voller Güte, Barmherzigkeit, Erbarmen, Gnade, Liebe, Gerechtigkeit und Fürsorge. In jeder katholischen Messe wird beispielsweise der Herr (inklusive Maria und Jesus Christus) um seine Güte und Gnade für die armen Sünder gebeten. Denn als Herr der Liebe kann der fromme Gläubige immer auf seine verzeihende Macht zählen.

Liest man aber im Alten Testament, die Grundlage all dieser Religionen, sieht das ganz anders aus. Der Gott der Christen in der Sonntagsmesse scheint ein ganz anderer zu sein, als der, den wir dort finden. In den Schriften des Alten Testament und den zugehörigen Apokryphen findet sich offenbar eine ganz andere Gottheit wieder. Dieser ist eher das genaue Gegenteil von jenem Herrn, wie man ihn beschreibt und lehrt.

Darin begegnet man einem Herrn und seinem Hofstaat (die angeblichen „Engel“), der sich vielfach vor allem durch „Ungöttlichkeit“ auszeichnet. Und seine irdischen Fürsprecher, die Propheten, stehen dem in seinem Auftrag in nichts nach. Massenmorde, Kriege und die Vernichtung ganzer Völker werden von diesem Gott befohlen. Oder gleich von ihm oder seinen Helfern selber in die Tat umgesetzt. Widersacher gilt es zu beseitigen. Rache wird ebenso gerne genommen, wie drakonische Strafen verhängt. Sogar ein ganzes „Buch der Kriege Gottes“ hat es einst gegeben, das im Alten Testamt sogar zitiert wird, aber heute als „verschollen“ gilt. Dazu mehr in diesem Mystery Files-Video HIER.

Güte, Erbarmen oder gar Liebe zu dem Menschen? Allzu oft Fehlanzeige!

„Der Herr übt Rache und ist voll Zorn“

Heute scheint kaum mehr jemand diese Tatsachen zu kennen. Obwohl sie in der Bibel niedergeschrieben für alle Anhänger nachzulesen sind. Offenbar aber nicht nachgelesen werden. Immerhin ist ein „gütiger Gott“, der tausende oder sogar zehntausende von Menschen umbringen lässt und/oder ihren Tod in kauf nimmt, sicherlich mit dem „lieben Gott“ zu vereinbaren.

Das ist alles andere als „Geheimwissen“ oder eine „Verschwörungstheorie“. Dennoch löst es aus Unwissenheit nicht selten Verwunderung aus, wenn man drauf hinweist. Ob jedes dieser Ereignisse oder dieser Taten des „rachsüchtigen Gottes“ historisch korrekt sind, ist eine andere Frage. Etwa die Sintflut, die er als Rache kommen ließ, was er danach aber wieder bereute. Oder, dass er am Berg der Zehn Gebote während des Exodus tausende Abtrünnige umbringen wollte. 3.0o0 Menschen seines „auserwählten Volkes“ wurden daraufhin von ihren eigenen Brüdern in seinem Namen abgeschlachtet (Ex. 32,27-28).

Aber so richtig „im Griff“ hatte der Herr sich in seiner Wut nie. Das Buch Exodus überliefert sogar, dass  dass er beim Weitermarsch des Volkes der Hebräer vom Sinai nach der Übergabe der Zehn Gebote sie lieber nicht mehr persönlich anführen wollte.

„Weil du ein halsstarriges Volk bist, damit ich dich nicht auf dem Weg vernichte“ (Ex. 33,3), heißt es dazu von ihm beim Exodus. Diese „göttliche“ Eigenschaft bestätigt auch das rund 2.600 Jahre alte Buch Nahum, als ein letztes Beispiel an dieser Stelle. In diesem erfahren wir gleich zu Beginn:

Ein eifernder und rächender Gott ist der Herr. / Der Herr übt Rache und ist voll Zorn. Der übt Rache an seinen Gegnern / und hält fest am Zorn gegen seine Feinde. Der Herr ist langmütig und von großer Macht; / doch lässt der Herr gewiss keinen ungestraft. (…) Sein Grimm greift um sich wie Feuer, / und die Felsen bersten vor ihm.“ (Nah. 1,2-6)

Der biblische Gott: Der wahre Teufel?

Die Widersacher und Konkurrenten Gottes hatten es offensichtlich alles andere als leicht in biblischen Zeiten. Und solche und unzählig weitere Aussagen dieser Art lassen sich seit jeher sehr schön für „eigene Zwecke“ nutzen. Sehr gerne dabei natürlich als Drohung. Ungläubige oder Abtrünnige können so eingeschüchtert werden. Als Mahnung, das man „glauben muss“, da man sonst Gottes Zorn auf sich ziehen würde. Oder gleich direkt in die christliche Version der Hölle kommt.



Seit nahezu jeder Internet hat, kann man über diesen Weg heutzutage auch bequem entsprechenden Ungläubigen eine Strafe des Herrn verkünden. Mit ein paar Klicks hat der „wahre Gläubige“ anonym vom Sofa aus die Möglichkeit, mahnende bis drohende Worte zu senden, um Widersacher auf den angeblich „rechten Weg“ zu bringen. Als Autor des Phantastischen kenne ich das seit rund 30 Jahren – so wie viele andere auch. Einst musste man dazu extra Briefe schreiben und versenden, heute nur den PC anstellen.

Und seit es den Mystery Files-YouTube-Kanal (2012) mit entsprechenden Videos gibt, sind hier in Windeseile entsprechende Kommentare „frommer“ Menschen anonym abgesetzt.

Es gibt aber auch eine Gegenseite, die die mörderischen und ungöttlichen Verse der Bibel sehr wohl kennen. Diese deuten sie nicht in dem Sinne, dass ein „gütiger“ Herr auch mal in seiner Wut Ungläubige ermordet. Hier wird vielmehr davon ausgegangen, dass der biblische Gott der wahre Teufel oder Satan war.

Jahwe, Elohim oder schlicht der Herr selber war das Böse. Dieses Wissen wäre angeblich vor allem durch die katholische Kirche vertuscht und verfälscht worden. Angesichts der zahllosen göttlichen Untaten in den Büchern des Alten Testamentes und anderen Texten, ist diese Vertuschung aber wohl vollends daneben gegangen. Dennoch soll es eine eindeutige Belegstelle in der Bibel geben, die der Zensur entgangen sei. Sie dient sogar als Aufmacher eines Buches, dass beweisen will, dass Gott der Teufel war.

Ein Gott mit (teuflischen) Hörnern …

Ja, Gott hat ihn aus Ägypten herausgeführt. / Er hat Hörner wie ein Wildstier. / Er frisst die Nationen, die ihm Feind sind, / er zermalmt ihre Knochen und zerbricht ihre Pfeile.“ (Num 24,8)

So lesen wir es im Buch Numeri im Kontext einer überaus ungewöhnlichen Geschichte über einen Mann namens Bileam und seinem Esel, die HIER schon 1997 genauer durchleuchtet wurde (s. a. HIER).

Der Zusammenhang dieser Aussage im Buch Numeri ist eindeutig. Es geht um den Auszug der Hebräer aus Ägypten, in dessen Verlauf ihr Gott all jene vernichtete, die dem Exodus im Wege standen. „Er hat Hörner wie ein Wildstier“ ist der an dieser Stelle besonders verstörende Teil dieses Verses. Der Gehörnte ist eigentlich nach christlicher Lehre der Satan. Und genau deshalb soll diese Bibelstelle einigen Aussagen nach beweisen, das Jahwe der echte Höllenfürst war.

Sollte das von der angeblich teuflischen Zensur dunkler Mächte der Kirche tatsächlich übersehen worden sein? Hier lohnt sich zur weiteren Recherche ein Blick in die zahllosen anderen Bibelübersetzungen, die es heute gibt. Etwas, dass so oder so immer getan werden sollte, da es hier teilweise erhebliche Unterschiede in diversen Details und Aussagen gibt. Ein Dutzend verschiedene Bibeln sollte man mindestens dafür immer zur Hand haben.

Der oben zitierte Vers stammt aus der „Einheitsübersetzung“ von 2016 und ist damit recht neu. Doch auch in der berühmten „neuen Jerusalemer Bibel“ (1985) finden wir die Bemerkung „Hörner wie ein Wildstier“ wiedergegeben. Ähnlich auch in der „Menge Bibel“ von 1939, wo es jedoch heißt „ist ihm wie die Hörner eines Wildstiers“. Offensichtlich hat er dort keine Hörner, sondern es ist lediglich ein Attribut, dass dem Herrn hier zugeschrieben wird.

Schon die ältisten Kulturen und Völker der Welt haben bekanntlich ihren Göttern diverse Eigenschaften von Tieren zugesprochen. Ein Stier als Sinnbild von Kraft, Ausdauer und Stärke stand dabei schon immer ganz hoch im Kurs. Dies zeigt auch der Vers im Buch Numeri in seinem Zusammenhang sowie der Folgevers, in dem Gott auch mit einem Löwen verglichen wird.

„Er hat die Kraft eines Einhorn“

Jahwe sei demnach stark und machtvoll wie ein Löwe und Stier. Kein Wunder, dass er in Rage geriet und alle Hebräer umbringen wollte, als sie am Berg Sinai hinter seinem Rücken das Goldene Kalb als „neuen Gott“ anfertigten und anbeteten …

„Stark wie die Hörner des Wildstiers“ nennt es die Neue evangelistische Bibel“ (2010). Die „Elberfelder Bibel“ sieht das dann schon wieder etwas anders, da es hier heißt „er hat (Kraft) wie die Hörner eines Büffels“. In der Ausgabe 1905 dieser Bibel war es noch „sein ist die Stärke des Wildochsen“. „Hörner eines wilden Ochsen“ heißt es in diversen englischen Bibelübersetzungen. Und hier ist die „King James Bible“ die bekanntes Übersetzung aus dem englischen Sprachraum, dessen Leser aber stutzig werden sollen: „Er hat die Kraft eines Einhorn“ (Unicorn) wird darin behauptet.

Ein Einhorn? Das klingt nicht nur kurios, sondern ist etwas ganz anders, als der (wilde) Stier, Büffel oder Ochse der anderen Bibelausgaben. Auch wenn es Einhörner zu Moses Zeiten angeblich real gab, da deren Felle für das Allerheiligste mit der Bundeslade am Berg Sinai verwendet wurden. So einige Übersetzungen und Deutungen diverser Aussagen, wie in diesem Mystery Files-Video HIER gezeigt. Angeblich habe der Herr extra zu diesem Zweck diese Tiere sogar noch zusätzlich erschaffen. Mehr dazu auch in diesem Vortrags-Video HIER.

Hier scheint kein geringer als Martin Luther und seine Bibelübersetzung verantwortlich zu sein. Er hat bekanntlich die Bibel vor rund 500 Jahren erstmals durch den Buchdruck in Deutsch zu einer weiten Verbreitung verholfen. „Seine fredigkeit ist wie eins Einhorns“ heißt in der Ausgabe 1545 die entsprechende Stelle. In einer „neudeutschen“ Luther-Version von 1912 ist von „seine Freudigkeit ist wie eines Einhorns“ die Rede, was auch in spätere Luther-Ausgaben übernommen wurde.

„Freudigkeit“ wie ein Einhorn und „Stark wie die Hörner des Wildstiers“ oder ähnlich sind grundverschiedene Aussagen. Erschwerend kommt hinzu, dass kein Zoologe ein echtes Einhorn je studieren konnte. Es sind mythische Kreaturen, die in der Moderne von heute längst ein kindlich-kitschiges Eigenleben führen.

Einhorn, Stier, Ochse, Büffel

Durch solche verwirrenden Aussagen, die nur dann auffallen, wenn man unterschiedliche Bibeln liest, lassen sich viele Bibelstellen so oder so deuten. Und sogar in dem Sinne, dass Gott „Hörner wie ein Wildstier“ habe, da es halt so in einigen Bibelausgaben steht. Ein überirdisches Wesen, dass Hörner am Kopf trägt. Sehr unheimlich.

„Gott hat sie aus Ägypten geführt; sein munterer Lauf ist wie eines Einhorns“, heißt es in der Bibelanalyse „Botschafter des Heils in Christo“ von 1866 sogar. „Das Volk hatte die ‚Freudigkeit des Einhorns'“ wird dazu 1870 weiter gedeutet, wobei zweifellos Luthers Übersetzung hier als Vorlage diente. An verschiedenen Stellen übersetzte Luther das Wort Einhorn, das in anderen deutschen Bibeln als Stier, Ochse oder Büffel wiedergegeben wurde. In Psalm 22,22 wird bei ihm zum Beispiel „Vnd errette mich von den Einhörnern“ gefehlt.

Und wem beim genauen Betrachten von frommen Gemälden vergangener Zeiten mit der Arche Noah auffiel, dass dort zum Teil Einhörner beim Einzug in das Rettungsboot zu sehen sind, der mag sich hier Luthers Übersetzung in Erinnerung rufen.

Häufig behaupten Bibel-Kritiker pauschal, dass die Bibel von Redakteuren und Zensoren bearbeitet und verfälscht wurde. Ohne konkret aufgezeigte und nachprüfbare Beispiele ist das schnell daher gesagt. Hier jedoch haben wir ein solches Beispiel, dass diesen Vorwurf belegt. Auch wenn deshalb sicher nicht gleich die Geschichte der Bibel „neu geschrieben werden muss“. Hier gibt es Verfälschungen, die mit Abstand weit gewichtiger sind, als dieser Vers.

Aufgezeigt habe ich diese Beispielsweise in „Götter der Sterne“ HIER und in dem Mystery Files-Artikel HIER. Diese „Korrekturen“ innerhalb biblischer Texte haben im Vergleich ein ganz anders Gewicht (s. a. HIER)

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , , <

Sintflut: Von Gott zur Vernichtung von Abtrünnigen und Riesen gesandt – warum aber gab es sie danach immer noch? (Artikel)

Teilen:
Die Sintflut: Von Gott zur Vernichtung der Riesen gesandt - warum aber gab es sie danach immer noch? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die Sintflut: Von Gott zur Vernichtung der Riesen gesandt – warum aber gab es sie danach immer noch? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Laut Bibel und verwandten Schriften schickte Gott einst die Sintflut zur Vernichtung von Abtrünnigen, Menschen und Riesen. Ein faszinierender Mythos – aber warum gab es diese Giganten in der Bibel Jahrtausende nach der Flut noch immer? Wie konnten diese Titanen der Urzeit die Katastrophe und Gottes Plan der Vernichtung überleben? Dazu schweigt die Bibel. Lediglich Sagen und außerbiblisches Schriftgut zur Bibel geben hier mythologische und vor allem überaus erstaunliche Antworten. Welche das sind und was demnach alles geschehen sein soll, erfahrt Ihr in dieser Spursuche eines komplexen Themas.


Die Sintflut

Uralte Mythen in aller Welt überliefern eine verehrende, unfassbare Katastrophe, die heute meist pauschal als „Sintflut“ bezeichnet wird. Sie kam als vernichtende Strafe von Gott oder den Göttern, da sich Angehörige dieser Himmlischen unter das Menschengeschlecht mischten. Was zur Folge hatte, dass sich nicht nur die „Bosheit“ und „Gottlosigkeit“ unter den Menschen ausbreitete, sondern auch ein Mischgeschlecht von Himmlischen und Irdischen.

Eine gottlose Zeit in einer fernen Vergangenheit. Die heute meistens nur aus der Bibel bzw. aus entsprechenden religiösen Lehren bekannt ist.

Und das, obwohl dieser Mythos von der Katastrophe und Flut, den vom Himmel gekommenen, rebellierenden Götterwesen, der um sich greifenden Gottlosigkeit und vieles mehr, rund um die Welt bei nahezu allen Kulturen überliefert ist. Wie umfangreich bereits HIER dargelegt und betrachtet wurde. Deshalb sollen aufgrund des Umfanges der dortigen Darstellungen diese hier nur am Rande erwähnt werden.

Grund für die Sintflut war immer ein Abfall von Gott oder anderen Himmelswesen. Im Alten Testament und verwandten Schriftgut und Überlieferungen schickte Gott die Flut um unter anderem seine eigenen Leute zu töten. Es waren Gottessöhne seines eigenen Hofstaates, die sich gegen ihn auflehnten. Nach einem genau festgelegten Plan kamen diese rebellierenden Wächter des Himmels aus dem „Reich Gottes“ zur Erde und wandten sich den Menschen zu. Nicht nur, um diese zu lehren und ihnen Weisheit und Wissen zu bringen, sondern auch und vor allem, da sie mit den Menschenfrauen Kinder zeugen wollten.

„Übernatürliche Ehen“ nennt beispielsweise „Die Tora in jüdischer Auslegung“ (Band I, 2011) diese ungöttliche Verbindung.

Himmlische Rebellen und Riesen vor der Sintflut

Eine dunkle Epoche in historisch kaum greifbaren Zeiten vor der Sintflut der Bibel. Und genau in diesen Tage habe es Riesen auf der Erde gegeben. Jene Titanen oder Giganten, die in der vermeintlich „aufgeklärten westlichen Welt“ gerne ins Reich der Phantasie geschoben werden. Für unsere Ahnen waren sie hingegen real, weshalb sie auf Mystery Files in Beiträgen und YouTube-Videos vielfach bereits Thema waren (s. a. Videos unten).

Nach dem Buch Genesis (6,1ff.) missfiel dem Herrn im Himmel das, was aus der Menschheit durch seine göttlichen Rebellen geworden war. Nicht nur aufgrund des Umstandes, dass die Menschheit und ihre vorsintflutliche Kultur dadurch mehr und mehr verfiel. Vor allem auch, da es dadurch eben jene Riesen gab, die offenbar aus dieser Vermischung der beiden Spezies hervorgingen. Genau diese galt es durch die Sintflut zu vernichten. Inklusive der widerspenstigen Menschheit und seiner einstigen Getreuen seines „Himmelreichs“.

So brach mit unbändiger Macht und Gewalt die Sintflut über die Menschen und alles Leben herein. „Das Ende allen Fleisches“ habe Gott beschlossen (Gen. 6,13). Wehmütig bereute er es, dass er den Menschen erschaffen hatte (Gen. 6,7f.), da alle Gedanken „seines Herzen nur böse“ seien. Jeden Tag und jederzeit (Gen. 6,5).

Gott zog die Konsequenzen dahingehend, dass selbst alle Tiere sterben mussten. Und der Mensch fortan nur noch 120 Jahre alt werden durfte und wird. Als eine Art von Obergrenze der Lebenszeit der Menschheit, wie es das 1. Buch Moses in 6,3 erzählt. All das geschah, „als die Gottessöhne zu den Töchtern der Menschen eingingen und diese ihnen gebaren“, wie es der Folgevers behauptet.

Schon das klingt sehr seltsam. Wenn alle sterben sollen, warum sollen dann zukünftig Menschen nur noch 120 Jahre alt werden? Es gäbe ja keine mehr. Ebenso wenig wie Riesen, die in diesen Tagen auf Erden wandelten, als die Söhne Gottes mit den Menschenfrauen verkehrten. Hier kommt Noah ins Spiel. Als Gerechter hatte er Gnade gefunden und durfte in der legendären Arche mit seiner Familie und Tieren die kommende Vernichtung überleben. Als Grundstein für eine neue Zivilisation und Menschheit, die scheinbar nach der Hoffnung des Herrn dann eine bessere sein wird …

Ungöttliche Zeiten

Verschiedene außerbiblische Quellen belegen diesen Vernichtungsplan, die Riesen und die gottlose Zeit durch die Herabsteigenden. Keinesfalls haben die Autoren des Buchs Genesis diese selber erfunden. Sie schöpften aus einem bereits vorhandenen Pool an alten Schriften und Überlieferungen, die teilweise von anderen und älteren Völkern übernommen wurden. Einige davon schildern überaus detailliert diese Pläne der Vernichtung ebenso, wie die Pläne der Gottessöhne, Kinder mit Menschen zu zeugen. Gleichfalls auch die Riesen auf Erden, als all das geschehen sein soll.

Wie in „Rebellion der Astronautenwächter“ 2015 dargelegt und diskutiert, gibt es da aber offensichtlich ein großes Problem (eigentlich sogar viele Probleme).

Lars A. Fischinger: "REBELLION DER ASTRONAUTENWÄCHTER. Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen"
Lars A. Fischinger: „REBELLION DER ASTRONAUTENWÄCHTER. Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen“

Denn der Bibelleser weiß aus dem Alten Testament, dass es sehr wohl lange – sehr lange – nach der tödlichen Sintflut von Gott noch Riesen auf diesem Planeten gegeben haben soll. Was auch andere Sagen, Legenden, Mythologien und sogenannte „Märchen“ überliefern. In der Bibel besteht überhaupt kein Zweifel an diesen Umstand. Der eigentlich schon dadurch klar werden sollte, wenn man sich die sogenannte „Einleitung“ zur Flut ab Gen. 6,1 einmal genauer ansieht. Unter Hinzuziehung verschiedener Bibelausgaben- und Übersetzungen, da diese in entscheidenden Details variieren kann. Oder diese ganz fehlt, wie in einer meiner Bibelausgaben im Archiv.

So lesen wir dort in Vers 4 Aussagen wie diese zwei Beispiele:

Damals lebten die Riesen auf der Erde und auch danach noch, als die Gottessöhne Kinder mit den Menschentöchtern hatten. Das wurden die Helden der Vorzeit, berühmte Männer.“

Zu jener Zeit – und auch später noch -, als die Gottessöhne mit den Töchtern der Menschen verkehrten und diese ihnen Kinder gebaren, waren die Riesen auf Erden.“

Riesen nach der Sintflut

Dieser Vers ist bei vielen Mystery-Jägern und Prä-Astronautikern hinlänglich bekannt. Und wiederholt sich auch in apokryphen Schrifttum, wie etwa bei Henoch oder dem Buch der Jubiläen usw. Zu finden sind sie auch bei entsprechenden Überlieferungen in den Schriftrollen vom Toten Meer. Mehr dazu auch in diesem Mystery Files-Artikel HIER.

Auch wenn einige Bibelausgaben das Detail weglassen, erfahren wir dort, dass die Titanen auch danach noch auf der Erde lebten. Damit ging der göttliche Plan der Vernichtung der Riesen inkl. aller Menschen und Tiere offensichtlich nicht auf! Anhand dieser winzigen Feststellung wird auch verständlich, warum noch in den Tagen des Moses und des Exodus Riesen gesehen worden sein sollen. Jahrtausende nach der Sintflut und während des Exodus der Hebräer aus Ägypten.

Nachzulesen ist dieser Umstand etwa im 4. Buch Moses, in dem sich eine beim Thema Riesen oft zitierte Aussage findet. Dort erfahren wir, dass die die Kundschafter des Moses im Lande Kanaan leibhaftige Riesen sahen. Bei ihrer Rückkehr erstatteten sie Moses und dem Volk Bericht und stellte dabei verängstigt fest:

(…) auch die Riesen haben wir dort gesehen, die Enakssöhne vom Geschlecht der Riesen; wir kamen uns selbst gegen sie wie Heuschrecken vor, und ebenso erschienen wir ihnen.“ (Num. 13,33)

Dann war da auch noch der mächtige Riese Og, der von den Israeliten bei der Landnahme Kanaans niedermacht wurde. „Og von Baschan, der noch von den Riesen übrig geblieben war und in Aschtarot und Edrei wohnte“ (Jos. 12,4)“, findet sich mehrfach im Alten Testament erwähnt. Moses habe ihn und die letzten Riesen angeblich mit seinen Leuten ermordet, wie es Deut 3,1ff. schildert. Sein Bett oder, je nach Übersetzung, Sarg war angeblich fast vier Meter lang. „Neun gewöhnliche Ellen lang und vier breit“, heißt es in der Bibel (Deut. 3,11) dazu. Es wurde sprichwörtlich legendär (s. a. Ex. 21,32ff.).



4,09 Millionen tote Giganten

Nicht minder legendär wie später der Riese Goliath zur Zeit des späteren König David. Goliath aus Gat, fraglos der berühmteste aller biblischen Gewaltigen, schien ein wirklich unheimliche Gestalt gewesen zu sein. Unter anderem erfahren wir über ihn:

Und wieder kam es zum Kampfe bei Gat. Da war dort ein riesengroßer Mann, der an den Händen je sechs Finger und an den Füßen je sechs Zehen hatte, zusammen vierundzwanzig.“ (2. Sam. 21,20; s. a. 1. Chr. 20,5ff.)

Nach diesen Schilderungen ist es also absolut zutreffen, dass in der Flut-Einleitung festgestellt wird, dass auch „später noch“ oder „danach“ Riesen existierten. So total war das „Ende allen Fleisches“ offensichtlich nicht, dass nur die Familie Noah in einem Schiff inkl. Tierwelt überlebte. Jedoch war sie katastrophal, wenn man in die griechische Apokalypse des Baruch (auch 3. Baruch genannt) schaut. In dieser außerbiblischen Schrift zur Bibel wird tatsächlich die angebliche Anzahl der getöteten Riesen überliefert:

Es brachte Gott die Sintflut auf die Erde und tilgte alles Fleisch und auch die 4.090.000 Riesen.“ (4,10)

Nach Gottes Plan: Ein Niederländer baute die Arche Noah der Bibel originalgetreu nach - Aber hat er das tatsächlich? (Bild: gemeinfrei)
Arche Noah Nachbau anhand der der Bibel – mehr HIER (Bild: gemeinfrei)

Über vier Millionen „vertilgte“ Giganten behauptet dieses rund 2.000 Jahre alte Buch. Eine seltsam genaue Anzahl der angeblich auf Erden existierenden Riesen und ihrem Ende. Ist diese sehr hohe Zahl nur eine reine Phantasieangabe, fragte ich mich deshalb schon 1997 in einer Publikation hierbei? Und die Frage blieb.

Noah widersetzt sich Gott

Eine unbekannte Anzahl der Gewaltigen hat auf jeden Fall nach den alten Texten das Ende der vorsintflutlichen Zivilisation überlebt. Ein Widerspruch zum Plan Gottes, den diverse Mythen und Legenden zu erklären versuchen, die nicht in der Bibel zu finden sind. Obwohl sie alle durch die Flut ermordetet werden sollten, sei Noah mit seiner Arche selber an deren Überleben schuld, heißt es in diesen Legenden. Er als „Gerechter“ habe bei der Sintflut seinen Gott verraten. Eine jüdische Sage, aufgeschrieben unter anderem von Micha Josef bin Gorion in „Die Sagen der Juden“ (Ausgabe 1919), erzählt:

Auch der Riese Og, einer von dem Heere der gefallenen Engel, kam herbei und setzte sich auf eine Sprosse der Leiter, die zur Arche führte; er gelobte Noah und seinen Söhnen in Ewigkeit ein Knecht zu sein. Was tat Noah? Er machte ein Loch in der Arche und reichte ihm so seine Speise; so blieb Og am Leben.

Andere wiederum sagen: Og rettete sich allein von den Menschen, die in der Sintflut umgekommen waren; er setzte sich rittlings auf das Dach der Arche (…) Doch nicht um seiner Verdienste willen ist er gerettet worden, sondern um darzutun die Größe des Herrn vor den späteren Bewohnern der Erde. Die sollen sagen: Dies ist ein Überlebender von denen, die vor der Sintflut waren, die Aufruhr stifteten wider den Herrn und sie ertrunken sind.“

Ganz klar hat Noah mit dieser Rettung gegen Gottes Vernichtungsplan verstoßen. Oder vielleicht doch nicht?

Glauben wir dem Buch der Jubiläen, ließ sich Gott vor der Vernichtung der Riesen, Menschen und Gottessöhne auf einen Deal ein. Eine Abmachung mit dem Anführer der „Engel“-Rebellen, der heute gerne nur Satan oder Teufel genannt wird. Im Buch der Jubiläen erfährt „der Fürst, der Meister“, – dort Mastema genannt – von der kommenden Vernichtung. Also wand er sich mit einer erstaunliche Bitte an Gott selber:

O Herr, Schöpfer! Lass einige von ihnen vor mir übrig, dass sie auf meine Stimme hören und alles tun, was ich ihnen sage! Denn bleiben nicht für mich einige von ihnen übrig, dann kann ich nicht die Macht meines Willens an den Menschenkindern zeigen. Denn diese sind zum Verderben und Verführen vor meinem Gericht; groß ist die Bosheit der Menschenkinder.“ (10,8)

Gott und Teufel schließen einen Deal

Eigentlich eine ungeheure Forderung. Der Abtrünnige verlangt hier nicht weniger, als dass einige „Dämonen“, wie sie in diesem Buch auch genannt werden, verschont bleiben. Damit der angebliche Satan nach der Flut noch einige unter seiner Herrschaft übrig behält.

Wie zu erwarten, ließ Gott sich auf die Bitte seines Konkurrenten ein. „ Es soll vor ihm der zehnte Teil davon übrigbleiben; neun Teile aber soll man an den Ort der Verdammnis hinabbringen“ (10,9), entschied dieser. Umgehend wurde das Abkommen zwischen dem Herrn und dem Führer der Rebellen in die Tat umgesetzt. Dazu heißt es weiter:

„(…) wir fesselten alle bösen Übeltäter an den Ort der Verdammnis;
nur den zehnten Teil davon ließen wir übrig, damit sie dem Satan auf Erden dienten
.“ (10,11)

Inkonsequent und halbherzig war diesen Überlieferungen nach also Gottes Vorhaben. Diese Inkonsequenz geht soweit, dass Sagen behaupten, dass Og sich ich eine Menschenfrau verliebte. Und zwar in Sarah, die Frau des Stammvaters Abraham. Nach andere Rabbinersagen bekam Abraham Og sogar als Sklaven geschenkt. Von dem legendären Nimrod, der ebenso ein Riese war. Eine mythische Figur, die auch mit dem Turmbau zu Babel, den Gott Baal, den Anführer der rebellierenden Göttersöhne und der Flut in Verbindung gebracht werden kann. Worauf an dieser Stelle jedoch noch nicht genauer eingegangen werden soll.

Erst nach seinen Diensten bei Abraham habe sich Gott seiner angenommen. „Weil er fromm war“, so schreibt beispielsweise Hartwig Hundt-Radowsky 1830 in Band 1 von „Die Juden – wie sie waren, wie sie sind und wie sie seyn werden“, machte ihn Gott „zum Könige von Basan, damit er als ein Gottloser (als ein Nichtjude) seinen Theil an der zukünftigen Welt haben mächte.“

Artikel: Wie die Götter den Bootsbau auf die Fidschi-Inseln brachten – und dann im Zorn die Sintflut (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die Sintflut auf den Fidschi-Inseln – mehr HIER (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Eine solche Sonderstellung des Riesen Og, angefangen bei der Rettung auf der Arche, mag sich durch andere Legenden und Traditionen der Rabbiner erklären. Nach diesen war Og kein geringerer als der Sohn von Schamchiel, einem der „Engel“, der „Gottessöhne“, die vor der Flut rebellierten, auf die Erde kamen und Chaos verursachten.

„Familienbande“ zwischen Himmel und Erde

Und wer war die Mutter? Das sei die Frau von Ham gewesen, der niemand geringeres als ein Sohn Noahs selber war.

Ein weiteres Kind von diesem Himmlischen und Hams Frau war übrigens Sichon (Sihon, Senir, Sirjon), der König der Amoriter, der mehrfach im Alten Testament zu finden ist. Es war ein feindliches Volk beim Exodus des Moses bzw. seines Nachfolgers Josua in das „gelobte Land“. Gelebt habe dieses in den östlichen Bergen, wie die Bibel vielfach betont. Letztlich wurde es besiegt, obwohl, sicher wenig verwunderlich, auch dieser Herrscher ein Riese gewesen sein soll. Zumindest ein Herrscher eines der Riesengeschlechter, zu dem die Schrift Amos in 2,9 bemerkt:

Und doch habe ich den Amoriter vor ihnen vertilgt, dessen Höhe wie die Höhe der Zedern war, und er war stark wie die Eichen (…)“

Somit scheint die Rettung der Riesen durch Noah auf seinem Schiff schon so was wie eine Familienangelegenheit gewesen zu sein. Wer aber war eigentlich dieser Schamchiel, der in diesem Kontext als Vater erwähnt wird? Er war kein geringerer als der Anführer der Rebellion der Wächter, Gottessöhne oder vermeintlichen „Engel“ im Himmel gegen Gott. Jene also, die den Plan ausheckten und auch ausführten, vor der Flut auf die Erde zu kommen, um mit den Menschentöchtern Kindern zu zeugen. Eine dieser Töchter der Menschen war folglich die Schwiegertochter Noahs.

Schamchiel heißt bei den Rabbinen ein aus dem Himmel verstoßener Engel, der sich mit den Weibern der Menschen vermischt haben (…) soll.“

Klärt hierzu schon das „Allgemeines Lexicon der Religions- u. christlichen Kirchengeschichte für alle Confessionen“ von Christian Gotthold Neudecker aus dem Jahr 1835 auf. Und in dem nicht minder alten Nachschlagewerk „Jüdisches Conversationslexikon für Christen aus allen Ständen“ von Rudolf Giehrl von 1829 lesen wir in Band 2 zu Og:

Sein Vater war der Teufel Schamchiel, seine Mutter lebte zu den verdorbenen Zeiten Nohas, ohne dass die Geschichte ihren Namenaufbewahrt hätte; nur so viel ist gewiss, dass Og noch mehrere Jahre vor der Sündfluth geboren wurde.“

Blut ist dicker als Wasser

„Og (..) war einer dieser Engelskinder, und ward vor der Sündfluth geboren“, notierte schon der oben erwähnte Hartwig Hundt-Radowsky. An dieser Deutung oder Tradition anhand von Sagen und Legenden hat sich bis heute nichts geändert.

Der Vater dieses Gewaltigen namens Og, der nach einigen Legenden hunderte, ja, tausende Kilometer groß war, war also der Teufel persönlich. Damit hatte Noah einen höchst angenehmen Zeitgenossen mehr oder weniger in seiner Familie. Der Spruch „Blut ist dicker als Wasser“ trifft hier hervorragend zu. Sonst hätte er Og nicht vor den Fluten gerettet. Was ja, wie wir gesehen haben, auch Gott so plante, da er nicht alle Riesen bzw. Abtrünnigen ermorden wollte, sondern in der neuen Welt einige weiter leben sollten. Wobei hier natürlich überhaupt keine direkte Blutsverwandtschaft bestand.

Og war der gewaltigste der Riesen. Und unter den „Engeln“ war sein Vater der Gewaltigste, wie es eine jüdische Sage erzählt. Og wiederum war im wahrsten Sinne des Wortes der größte der Großen.

Stammvater Abraham habe angeblich aus seinen Zähnen sogar Schlafkammern gebaut. 60 Städte habe Og errichtet, wobei die kleinste von ihnen bescheidene „sechzig Meilen hoch“ gewesen sei. 1.000 Maß Wein habe er jeden Tag getrunken. Dazu verspeiste er je 1.000 Eber, Rehe und Ochsen täglich. „Ein Tropfen seines Speichels aber wog sechs und dreißig Pfund“, so die von Gabriel G. Bredow 1823 in „Rabbinische Mythen, Erzählungen und Lügen“ rezitierte Legende. Nur bis zur Hüfte habe das Wasser der Sintflut dem Titanen gereicht. Andere Versionen behaupten sogar nur bis zu den Knöcheln.

Gewaltiger geht es wohl kaum.

Noahs unehelicher Enkel: Ein Riese

„Mythen, Erzählungen und Lügen“? Zweifellos extrem ausgeschmückte Überlieferungen, deren mutmaßlich wahren Kern wohl niemand genau bestimmen kann.

Dass der Teufel selbst mit einer Frau der Menschen ein (Riesen-)Kind zeugte, mag erstaunen. Dieser Teufel wird heute unter anderem mit dem Engel Luzifer gleichgesetzt. Dem Obersten und Anführer der „gefallenen Engel“ der christlichen Tradition. Hierbei soll es sich um genau jene Söhne des Höchsten handeln, die in Gen. 6,1ff. und anderen Quellen vom Himmel kam, um Kinder zu zeugen.

Moderne Interpretation von Riesen in der Popkultur (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Moderne Interpretation von Riesen in der Popkultur (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

„Semjasa, ihr Oberster“, nennt ihn das äthiopische Buch Henoch (6,7) in einer Auflistung der Namen der Rebellenführer vom Himmel. „Wächter“ heißen sie dort. Wie auch im Buch der Jubiläen, das vermerkt, dass diese „mit den Menschentöchtern sündigten“. In dem sie „begannen, den Menschentöchtern beizuwohnen, so dass sie befleckt wurden“, so das Jubiläenbuch vorwurfsvoll (4,22). Demnach war der Vater von Og der Chef, Anführer, Oberste oder ganz einfach Hauptverantwortliche der himmlischen Rebellion. Und damit der heutige Satan oder Teufel.

Kein Wunder also, dass er, wie oben gesehen, mit Gott verhandelte, damit einige seiner Getreuen am Leben gelassen werden. Immerhin war sein Sohn Og als Mischwesen aus Mensch (Noahs Schwiegertochter) und Himmlischen unter ihnen. Und dieser wäre somit eine Art von Kuckucks-Enkel des Noah gewesen. Ungeheuerliche Behauptungen …

Obwohl die christliche Tradition sagt, dass es ein „Fall der Engel“ war und diese von Gott aus dem Himmel verbannt wurde, stimmt das so nicht. Diese Angehörigen der „himmlischen Ratsversammlung“, wie die Bibel es auch nennt, kamen freiwillig mit einer festen Abmachung. Sie konnten aber nicht mehr zurück und fanden keine Gnade mehr in Gottes Augen. Sie waren also schon hier, bevor sie Hausverbot auf Lebenszeit im Himmelreich bekamen.

Abraham und Riesen

Das Buch Artapanus, benannt nach einem jüdischen Historiker und Geschichtsschreiber, der im zweiten Jahrhundert vor Christus in Alexandria (Ägypten) lebte, ist dazu ebenso erstaunlich. Artapanus beruft sich in seinem Werk auf scheinbar verschollene Schriften, die er angeblich persönlich einsehen konnte. So erfahren wir bei Artapanus zu dem Sumerer Abraham aus Ur und dem Turmbau zu Babel gleich zu Beginn folgendes:

In namenlosen Schriften finden wir Abraham in Beziehung zu den Riesen gesetzt; diese wohnten in Babylonien, wurden aber wegen der Gottlosigkeit von den Göttern vernichtet.

Einer davon, Bel, sei dem Tod entflohen und habe sich in Babylon angesiedelt, dort einen Turm gebaut und darin gewohnt; dieser wurde dann von seinem Erbauer Bel Belon genannt.“ (1,4-5)

Diese zwei Verse beinhalten bei genauerem Hinsehen wesentlich mehr. Dass die Götter die Riesen (durch die Flut) vertilgen wollten, wissen wir. Nach Artapanus war auch ein gewisser Bel einer dieser Titanen. Aber wer ist oder war dieser Bel, der dem Tode entrinnen konnte?

Bēl ist nur eine Bezeichnung von einer Vielzahl an Namen unterschiedlicher Völker und Kulturen für ebenso unterschiedliche Götter. Bekannt ist er vor allem als Baal aus der Bibel.

Für uns ist interessant, dass der biblische Baal in seiner Funktion als Gottheit der Fruchtbarkeit und des Wetters und sein Kult quasi als Sinnbild der Vielgötterei gilt. Natürlich damit also eine Götze, die später im Christentum sogar zum Dämon wurde. Aus der antiken Stadt Sechem ist bekannt, dass Baal in dem rund 4.000 Jahre alten Handelszentrum „Baal-Zebub“ („Herr der Fliegen“) genannt wurde. Oder besser und genauer ausgedrückt, dass der christliche Aberglaube daraus den berühmten Beelzebub machte. Denn eigentlich war es „Baal-Zebul“, was so viel wie „Erhabener Fürst“ bedeutet.

Baal und Beelzebub

Heute kennt wohl jeder diesen Namen, den wir beispielsweise in 2. Buch der Könige 1,3 als „Beelzebul, den Gott von Ekron“ finden. Aber wieso „Herr der Fliegen“? Gibt es da irgendeinen Zusammenhang, eine Vermischung oder eine verspielte Verballhornung mit der Sintflut-Geschichte aus dem Gilgamesch-Epos?

Die Arche nach den Beschreibungen der XI. Tafel des des Gilgamesch-Epos (Bild: Fischinger-Online)
Die Arche nach den Beschreibungen der XI. Tafel des des Gilgamesch-Epos – mehr HIER (Bild: Fischinger-Online)




Bekanntlich ist diese Überlieferung wesentlich älter als das Alte Testament und diente nachweislich den Autoren der dortigen Flut-Legende als Vorlage. Wie Noah im Buch Genesis ein Dankopfer nach der Flut seinem Herrn dar brachte, tat es auch Utnapischtim im Gilgamesch-Epos. Er ist der Noah des Epos. Es war ein Brandopfer auf einem Altar, dessen Duft zu Gott angenehm zum Himmel emporstieg. Was Gott laut Genesis 8,20ff. derart milde stimmte, dass er versprach, nie mehr die Menschen zu vernichten oder wegen unserer Spezies die Erde zu verfluchen, wie er es vor der Flut tat.

Übrigens auch deshalb, da er feststellte, das alles, von aus den Herzen des Menschen von frühesten Kindertagen an kommt, ganz einfach böse wäre. Und da der Mensch „böse ist von seiner Jugend an“, wie es Genesis 8,21 ausdrückt, scheint für Gott nach der Flut dennoch alles verloren zu sein. Oder ganz einfach egal …

Im Epos des Gilgamesch liest sich diese Szene etwas anders. Vor allem deshalb, da in diesem mesopotamischen Werk von Weltrang von vielen Götter gesprochen wird. Nicht nur von einem, wie meistens in der Bibel. So lesen wir auf Tafel XI hierzu folgende Aussage:

„(…) Götter rochen den Duft,
Die Götter rochen den wohlgefälligen Duft,
Die Götter scharten wie Fliegen sich um den Opferer.“

In verschiedenen Ausgaben des Epos findet sich diese Stelle mit unterschiedlichen Versnummern versehen. Und leicht variierenden Übersetzungen, deren Kernaussage jedoch immer identisch ist: „Die Götter versammelten sich wie Fliegen über dem Opfernden.“

Der „Herr der Fliegen“

Und auch diese Wesen waren sich schnell einig, dass man nie mehr zustimmen werde, die Menschheit zu vertilgen. Der oberste der Götterwesen, hier der Gott Enlil, war in diesem Zusammenhang weniger erfreut, dass noch immer Menschen lebten. Und kam auch nicht zum Opfer des Utnapischtim wie eine „Fliege“ herbei. Vielmehr war es der Gott Ea, sein Bruder und oftmaliger Widersacher, der für die Rettung der Menschen in einer Arche (s. Abb. oben) verantwortlich war. Ea nahm das Opfer an.

Laut jüdischen Mythen war es ebenso ein Widersacher des Höchsten, wie wir gesehen haben, der mit diesem über die Rettung einiger seiner „Artgenossen“ verhandelte: Der „Herr der Fliegen“ – der angebliche Satan.

Ganz interessant ist, dass Gilgamesch nach dem Qumran-Text 4Q531, Fragment 1, oder auch 4Q530, Kolumne 2, als einer der Giganten zu finden ist, die vor der Sintflut versuchten über den Propheten Henoch Gnade bei dem Höchsten zu finden. Offensichtlich lebte der Namensgeber des bekannten Epos und Riese auch noch nach der Flut. Laut Tafel I des Epos war der Held zwei Drittel Gott und ein Drittel Mensch und eindeutig ein Riese (was in einigen Ausgaben des Epos nicht übersetzt ist!).

Um die Verwirrung dieser mythologischen Ereignisse, die sicher nicht erschöpfend in diesem Mystery Files-Artikel dargelegt werden können, zu komplettieren, kommen hier weitere Name und Reisen ins Spiel. So auch der bekannten Nimrod, den „ersten Machthaber auf Erden“ (Gen. 10,8). Er war laut Stammbaum im Buch Genesis der Enkel von Noahs Sohn Ham. Genau jener Spross, dessen Frau angeblich mit einem der vom Himmel gestiegenen Wächter verkehrte und einen Riesen gebar.

Vielleicht einer der Gründe, warum Noah seinen eigenen Sohn Ham nach der Sintflut verfluchte. Quasi als Strafe für die Missetaten seiner Frau.

Nimrod, der gewaltige Herrscher

Wie dem auch sei: Nimrod wird als Herrscher über Babel (Babylon), Akkad und Erech (Uruk) genannt. Alles Orte im Land Sumer (Schinear) im heutigen (Süd)Irak, wie es die Bibel in Gen 10,10f. richtig weiß. Hier wurde auch Abraham in der Stadt Ur geboren. Angeblich erbaute dieser Nimrod sogar die weltberühmte Stadt Ninive. Einige Forscher vergleichen diesen Herrscher mit König Sargon von Akkad (etwa 2334 – 2279 vor Christus), der als großer Krieger galt. Ob dem so war, ist ungewiss. Nimrod wird als Herrscher über Babylon natürlich auch mit dem legendären Turm zu Babel in Verbindung gebracht.

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Nimrod in seiner Eigenschaft als gewaltiger Jäger und Herrscher weist auch Parallelen zum Titan Orion aus der griechischen Mythologie auf. Dieser Orion, Sohn von Poseidon und Euryale, soll ebenfalls ein gewaltiger Jäger gewesen sein. Doch die Mythologie des alten Griechenland kennt auch eine Person mit dem Namen Nimrod, die wesentlich mehr Ähnlichkeit mit der Person in der Bibel aufweist. Der griechische Nimrod ist der Sage nach der Erbauer eines gewaltigen Turmes.

Mit diesem Turm wollten die Giganten oder auch Titanen den Olymp der Götter und des Göttervaters Zeus angreifen. So wie der Turm vom Babel bis zum Himmel (Gottes) reichen sollte, wie es die Bibel überliefert.

Wenn Nimrod als Riese den Turm zu Babel errichtete, wie die Riesen in der Mythologie der Griechen, ist die Deutung von Nimrod als Gigant eine weitere Verbindung. Diese wurde schon dem heiligen Augustinus (354 – 430 nach Christus) vertreten, der zu den vier ganz großen Kirchenvätern zählt.

Der sumerisch-akkadische-assyrische (Wasser- und Krieg-)Gottkönig Ninurta, ein göttlicher Krieger, bewaffnet mit einem Bogen, vergifteten Pfeilen und Keule, der etwa in der Stadt Nimrud am Ostufer des Tigris (Kalach heute) verehrt wurde, scheint ebenso an den biblischen Nachfahren Noahs zu erinnern.

Geschichte und Geschichten?

Ninurta ist in den Hymnen des Zweistromlandes zahlreich zu finden. Als Begründer vieler Städte, Erbauer von Bewässerungskanälen und im Zusammenhang mit der Urbarmachung der Region. Beispielsweise preist ihn der „Hymnus an Ninurta als dem Gott der Vegetation“. Und beide, der biblische Nimrod und der Gottkönig Ninurta traten nach der Sintflut in den Zeiten des Neuanfangs auf.

Man mag geneigt sein, in Ninurta als Ahnherrn der babylonischen und assyrischen Hochkulturen eine geschichtlich reale Person zu sehen. Identisch mit dem biblischen Urenkel des Noah, dem gewaltigen Nimrod. Doch erst später wurde er im mesopotamischen Kulturraum aufgrund seiner enormen und schier unmenschlichen Leistungen zu einem Gott erhoben. So zumindest eine Reihe von Studien über diesen mythischen Helden, die zum Beispiel im „Harvard Theological Review“ (83 / 1990) oder in „I Studied Inscriptions from Before the Flood: Ancient Near Eastern Literary and Linguistic Approaches to Genesis 1-11. (1994) zu finden sind.

All das ist schwere Kost. Ich gebe es gerne zu. Mögliche Wahrheiten, religiöse Propaganda und kulturübergreifende Zusammenhänge geben sich hier die Klinke der Arche Noah in die Hand. Geschichte gepaart mit Geschichten?

Doch allein der Umstand, dass der Herr in seiner Absicht, alles und jeden zu vernichten, mit sich verhandeln lässt, sollte jeden erstaunen. Führt man sich vor Augen, dass der Verhandlungspartner der heutige Satan war, der um das Leben seiner Leute oder deren Kinder fürchte, wird all das noch kurioser. Dass Noah indirekt über die Frau eines seiner Söhne und ihren beiden Riesenkindern mit diesem abtrünnigen Himmlischen zu tun hatte, klingt nicht minder unglaublich.

So aber erklärt sich zumindest aus mythologischer Sicht, warum Gottes Todesplan dermaßen schief ging.

Video-Auswahl zum Thema

Video vom 18. Februar 2020 auf Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER
Video vom 16. März 2021 auf Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER
Video vom 3. November 2016 auf Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

 

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , , , , , , , <

Gott*, Gott+ oder nur Gott? Junge Katholiken wollen Gott „gendern“ und der „Geschlechtervielfalt in Rede, Schrift und Bild“ anpassen

Teilen:
Gott*, Gott+ - Junge Katholiken wollen Gott "modern" gendern (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Gott*, Gott+ – Junge Katholiken wollen Gott „modern“ gendern (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

„Gott hat vielen Namen.“ So sagt man schnell mal daher. Aber ist die männliche Bezeichnung „Gott“ und seine Darstellung als bärtiger, alter Mann heute noch „politisch korrekt“? Ein großer katholischer Verband junger Gläubiger sagt klar nein und will das ändern. Auch „Gott“ muss ihrer Meinung nach „gegendert“ werden, da man offenbar sonst keine Probleme in der katholischen Kirche hat. Alles über dieses kuriose Vorhaben erfahrt Ihr hier.


Gott

Wohl jeder Mensch kann mit dem Begriff „Gott“ etwas anfangen. Zumindest irgendwas. Auch wenn man nicht gläubig ist, an keinen Gott der heiligen Schriften glaubt oder sogar an viele Götter glaubt. Und irgendwie hat jeder die eine oder andere Vorstellung davon, was Gott sein soll oder sein könnte. Selbst dann, wenn man sich selber als Atheist bezeichnet. Obwohl die Bibel nicht wirklich konkret aussagt, wie Gott aussehen soll.

In der Welt der Christen herrscht bei dieser Vorstellung klar das Bild vor, dass er ein alter Mann mir langem Bart ist. Ein weiser Senior, der über die Geschicke der Menschheit wacht und sie vor langer Zeit einstmals sogar nach „seinem Ebenbild“ erschaffen haben soll. Tatsächlich finden sich in einigen heiligen Texten, vor allem in Apokryphen, Aussagen, die Gott als klar „Mann“ bezeichnen oder definieren.

Dass es auch so ist, bezweifelt die „Katholische junge Gemeinde“ (KjG). Ein christlicher Jugendverband  der mit rund 80.000 Mitgliedern der zweitgrößte Jugendverband der katholischen Kirche in Deutschland ist. Ihnen passt der Name „Gott“ nicht mehr, wie es in mehren Mitteilungen auf deren durchgehend „gegenerten“ Internetseite zu lesen ist. Ihr Verband stehe für Gleichheit und Gleichberechtigung in einer modernen Welt und Kirche. Dem kann sich dann wohl nicht einmal Gott entziehen.

Gott steht nicht über der Geschlechtervielfalt

In einem 20-seitigen „Leitbild Geschlechtervielfalt in der KjG“ von 2018 wird die Geschlechtervielfalt hervorgehoben, die auch aus mehr als Mann und Frau bestehen kann. Schon 2014 wurde deshalb die „Geschlechtervielfalt in Rede, Schrift und Bild“ von der KjG festgelegt. Darum sei es „ein Meilenstein“, dass 2017 „das Bundesverfassungsgericht entschied, dass bis Ende 2018 eine Möglichkeit geschaffen werden muss, eine dritte Option (neben weiblich und männlich) beim Eintrag ins Personenstandsregister auszuwählen“.

Eine Gesetzesänderung, die heute Alltag ist und wohl kaum jemanden wirklich stören wird. Oder stören sollte.

In ihrem „Leitbild“ werden 11 Punkte festgelegt, dass zukünftig überall „gegendert“ werden soll und muss. Nicht nur die „Verwendung des Gender-Sternchens* in Satzung und allen geschriebenen Texten“ und die „Geschlechtervielfalt in gesprochener Sprache“. Auch möchte man das Thema weit verbreiten und quasi in die Welt hinaus tragen. Nicht nur in die Politik und die Bistümer. Eine Herzensangelegenheit der jungen Christen-Rebellen.

Das Ergebnis kann man in den Texten der Webseite des Vereins ebenso sehen, wie in deren Pressemitteilungen und Beschlüsse, die dort zum Download bereit stehen.

Nur deren 63 Seiten lange Satzung mit Stand Oktober 2021, die als PDF heruntergeladen werden kann, ist nicht durchgehend „gegendert“. Hier findet sich die *-Schreibweise nur halbherzig mal hier, mal dort. Aber wenn schon das Bundesverfassungsgericht zur Geschlechtergleichheit ein Urteil fällt, dann muss sich auch der Gott der Christen dem beugen. Immerhin ist dieser Gott in den christlichen Lehren eher so was wie eine spirituelle und metaphorische Macht, die nicht greifbar ist.

Nur sein Sohn Jesus war bekanntlich laut Dogma ein fleischgewordener Mann.

Gott* vs. Gott

Deshalb beschloss der Bundesrat des Verbandes bei einem Treffen vom 22. bis 24. Oktober 2021 unter anderem folgendes:

Diskutiert: ‚Gott*‘

Engagiert und mit Sorgfalt ist die KjG auf der Suche nach Gottesbezeichnungen, die mehr umfassen als die männlich weiße Vorstellung von Gott. Hierbei bezieht sie alle Ebenen des Verbandes ein. Die KjG vertritt den Standpunkt, dass die Möglichkeiten der Gottesbilder vielfältig sind. Wie wir von Gott sprechen, prägt auch unser Menschenbild. Diese Erkenntnisse sind nicht neu.

Neu ist aber, dass immer mehr Gläubige von der Vorstellung eines männlich patriarchalen, weißen Gottesbildes befremdet sind und das auch laut sagen. Die männlich weiße Vorstellung von Gott greift theologisch zu kurz und erschwert vielen jungen Menschen den Zugang zu Gott. Andererseits ist für viele Katholik*innen mit der Verwendung des Gottesbegriffs im tradierten Sinne religiöse Heimat verbunden. Die Einführung von ‚Gott*‘ wird daher innerhalb des Verbandes sensibel vorbereitet.



Dieser „Bundesrat“ wiederum ist so was wie die Vorstandsitzung des katholischen Verbandes, die zweimal jährlich stattfindet. Mehre dutzend Vertreter aller Regionen kommen hier zu demokratischen Abstimmungen zusammen, die die Belange der KjG betreffen.

Der „Tagesspiegel“ zitiert zu diesem Vorhaben Rebekka Biesenbach, „die geistliche Bundesleiterin der Katholischen jungen Gemeinde“, mit den Worten:

Wir haben noch keine Beschlusslage dazu, aber wir wollen auf jeden Fall etwas ändern. Die Leitfrage ist: Was können wir tun, um das an vielen Stellen sehr männlich geprägte Gottesbild in die Vielfalt zurückzubringen, die es verdient?

Dazu sei auch die Schreibweise „Gott+“ in der Diskussion. Ob Stern oder Plus – beides spräche man dann einfach mit. Bei „Gott+“ kann das Pluszeichen aber zusätzlich auch als Kreuz gedeutet oder angesehen werden. Was natürlich dann ausschließlich auf den Gott der Christen anwendbar wäre. Wenigstens wird offenbar auf die Bezeichnung „div.“ verzichtet …

Hat die katholische Kirche sonst keine Probleme?

Erst beim Frühjahrs-Treffen des „Bundesrat“ der „Katholischen jungen Gemeinde“ 2022 werden man endgültig darüber abstimmen. Dieses fünftägige Treffen findet ab dem 30. März statt. „Gott*“ seit damit eine Aufgabe für dieses Jahr und der kommende „Beschluss 04“ nennt dazu als Auftrag:

Die KjG soll sich im kommenden Arbeitsjahr mit einer vielfältigen Schreibweise von Gott beschäftigen. Insbesondere die Diözesanverbände machen sich zu dem Thema sprechfähig. Hierzu finalisiert der Sachausschuss Glaube und Spiritualität bis Ende des Jahres 2021 die angekündigte Methodenmappe für die Entdeckung vielfältiger Gottesbilder.

Im Rahmen der Bundeskonferenz 2022 findet ein Studienteil mit dem Schwerpunkt auf der Schreibweise von Gott statt. Auf der Bundeskonferenz 2022 wird über die konkrete Schreibweise abgestimmt. Zwischen dem Studienteil und der Abstimmung des Antrags soll mindestens ein Tag Bedenk- und Austauschzeit liegen.“

Sofern die jungen „modernen“ Christen beschließen, dass Gott tot ist und fortan „Gott*“ heißen muss, bleibt die Wirkung fraglich. Ob der neue Gottes-Name über die Mitglieder des Verbandes hinaus geht, ist zu bezweifeln. Andere Gemeinden oder sogar andere Länder wird der deutsche KjG-Beschluss wohl wenig interessieren. Anders als wahrscheinlich die deutschen Medien. Für sie wäre es ein gefundenes Presse-Fressen.

So schrieb auch die katholisch-christliche Newsseite Kath.net bereits am 26. Oktober 2021 treffend dazu:

„(…) ob ernsthaft noch jemand glaubt, dass das Imageproblem der Kirche mit einem stärkeren Sich-Anschmiegen an aktuelle gesellschaftspolitische Debatten gelöst werden könne.

Denn, so das Portal weiter, Lucas Wiegelmann habe in einem Kommentar zu dem Vorhaben in der „Welt“ geschrieben:

Man kann um des Ansehens der katholischen Kirche in Deutschland willen nur hoffen, dass diese Argumentation nicht weiter um sich greift. Besonderer Optimismus ist allerdings nicht angesagt, zumal es nicht der erste Vorstoß dieser Art eines katholischen Verbandes ist.

Dem ist sicher nichts hinzuzufügen, liebe Mystery-Freund*innen …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , <

„Schlachten am Himmel“ und UFOs im Mittelalter – und zehntausende tote Soldaten durch „Pfeile und Blitze“ vom Himmel vor 2.200 Jahren

Teilen:
Schlachten am Himmel im Mittelalter - und zehntausende Tote durch "Pfeile und Blitze" vom Himmel (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Schlachten am Himmel im Mittelalter – und zehntausende Tote durch „Pfeile und Blitze“ vom Himmel (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Mittelalterliche Drucke wie Flugblätter zeigen immer wieder seltsame Zeichen am Himmel, Wunder und rätselhafte Erscheinungen. Selbst von ganzen „Schlachten am Himmel“ wurde berichtet. Einige solcher Ereignisse sind heute Klassiker der UFO-Forschung, wenn nach „Unbekannten Flugobjekten“ in der Vergangenheit gefahndet wird. Skeptiker sehen hier nur theologische Warnungen und religiöse Propaganda. Doch eine derartige Himmelsschlacht vor gut 2.200 Jahren ist dabei besonders erschreckend! Und obwohl sie über 20.000 Tote gefordert haben soll, ist sie heute so gut wie unbekannt.


Himmelsschlachten und UFOs der Antike

Klassische Beispiele von mutmaßlichen „UFOs in der Vergangenheit“ sind vor allem zwei Flugblätter aus dem Mittelalter. Die „Himmelschlacht von Nürnberg“ vom 14. April 1561 ist dabei fraglos das bekannteste Flugblatt dieser Art.

Doch Berichte über Schlachten am Himmel oder ähnliches sind sehr zahlreich. Schon die alten römischen Chronisten berichten von derartigen Phänomenen. Und auch im Koran findet man diese. Mit Aufkommen des Buchdruckes wurden solche Erscheinungen aber weithin in der Bevölkerung bekannt. Zumal diese Drucke nicht nur entspreche Zeichen am Himmel in Worten wiedergaben, sondern vor allem auch in Bildern. So erreichte man die Bevölkerung, da in jenen Tagen die wenigstens einfachen Menschen lesen konnten. Ein Bild sagte damals schon mehr als 1.000 Worte.

In zahlreichen Blog-Artikel und vielen Videos auf meinem Mystery-Files-Kanal bei YouTube wurden solche Himmelszeichen bereits thematisiert. Die zum Teil sehr unterschiedlich ausfallen und längst nicht immer Schlachten am Himmel waren. Solche waren meistens die Ausnahme.

Moralische Lehren

Kritiker sehen beispielsweise in der „Himmelschlacht von Nürnberg“ von 1561 keinen Hinweis auf UFOs im Mittelalter. Eher „düstere Vorhersagen“, die dabei „nicht tatsächliche Ereignisse“ wiedergaben. Sie dienten dem Urheber vielmehr „zur Verbreitung seiner moralischen Lehren“. So etwa schrieb es schon 2010 der Autor Ulrich Magin in seiner Analyse „Ein UFO im Jahr 1561?“ (in: „Journal für UFO-Forschung“ Nr. 187, 1/2010). Magin weiter:

Die Mutterschiffe waren Kanonen, die Telemeterscheiben Kanonenkugeln, und das Geschehen wurde nicht überliefert, weil es interessant war, sondern weil es vor einem Krieg warnte.“

In derselben Tradition solcher vielfach überlieferten Himmelsschlachten stünde demnach auch ein anderes bekanntes Flugblatt. Es stammt von Samuel Apiarius und Samuel Coccius aus Basel in der Schweiz und zeige seltsame „Kugeln“, die am 7. August 1566 über der Stadt erschienen sind. Unter anderem erfährt der mittelalterliche Leser über das „Baseler Himmelsspektakel“:

Weiter, am 7. August, bei Sonnenaufgang und ein wenig davor, sind viele große schwarze Kugeln in der Luft gesehen worden, welche vor der Sonne mit großer Schnelle und Geschwindigkeit umherflogen und gegeneinander prallten, als ob sie einen Streit führten, wobei sie rot und feurig wurden, und daraufhin zerfielen erloschen.“ (Zentralbibliothek Zürich, PAS II 6/5, wiedergegeben in moderneren Deutsch)

Auch hier sehen Kritiker lediglich Warnungen im Sinne von Vorzeichen kommenden Unheils. Ganz im Zeichen der biblischen „apokalyptischen Reiter“ als Ankündigung des Endes aller Tage nach christlichen Lehren und Symbolen. Eine Himmelsschlacht zwischen den „guten“ und „bösen“ Heeren.

C. G. Jung und die UFOs

Interessanterweise hat auch Carl Gustav Jung, der legendäre Schweitzer Psychiater, sich diesen UFO-Phänomen gewidmet. In seinem UFO-Buch „Ein moderner Mythus“ zeigte er schon vor über 60 Jahren unter anderem das Flugblatt aus Nürnberg. Jung unterlässt bei diesem Beispiel antiker UFOs eine gesonderte, genauere Interpretation der Illustration und der geschilderten Himmelsphänomene. Vielmehr schreibt er lediglich:

Die dunkle Farbe der UFOs dürfte wohl daher rühren, dass sie gegen das Licht der aufgehenden Sonne gesehen wurden. Andere sind dagegen hell (und sogar feurig). Charakteristisch für die Ufos ist die Schnelle und willkürliche Unregelmäßigkeit der Bewegung.

Damit spielt er der „UFO-Interpretation“ dieses Dokumentes durchaus in die Hände. Bedenken sollte man aber, dass reale Phänomene am Himmel durchaus als Grundlage für die eine oder andere Interpretationen der damaligen Menschen dienten. Hinlängliche Beispiele dafür sind aus der Geschichte bekannt. Von ganz natürlichen Phänomen bis zu Erscheinungen, die sich nicht natürlich erklären lassen …

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Bei der Deutung im Sinne „apokalyptischer Warnungen“ oder einer Tradition des Glaubens an eine Endschlacht zwischen Gut und Böse, gibt es durchaus zutreffende Fälle. Etwa Beschreibungen, dass am Himmel „Ritter“ und ähnliches erschienen, die mit Waffen gegeneinander kämpften. Was der reale Auslöser solcher rätselhaften Himmelszeichen war, steht wieder auf einem anderen (Flug-) Blatt.

Himmelsschlachten und zehntausende Tote

Etwas überaus erstaunliches über eine solche Schlacht am Himmel lesen wir in der biblischen Schrift des 2. Buches der Makkabäer. Ein Buch, das heute zu den Aapokryphen Büchern des Alten Testament zählt und nicht mehr darin zu finden ist.

Dort lesen wir von einem „Vorzeichen“, als König Antiochus IV. um 169 vor Christus einen Feldzug gegen die Ägypter begann:

Da erschienen fast vierzig Tage lang über der ganzen Stadt Reiter, die durch die Lüfte jagten, in golddurchwirkten Gewändern; Lanzenträger rückten in Abteilungen zum Kampf aus, Schwerter zuckten. Reiterscharen ordneten sich zur Schlacht, Angriffe wurden gemacht, von beiden Seiten rannte man gegeneinander an, Schilde bewegten sich, Speere gab es in Menge, Wurfgeschosse flogen, goldener Waffenschmuck blitzte auf und man sah Rüstungen aller Art. Alle beteten deshalb, die Erscheinung möge etwas Gutes bedeuten.“ (2. Makk. 5,2-4)

Und an späterer Stelle erfahren wir weiter:

Als nun der Streit gewaltig geworden war, erschienen den Feinden vom Himmel her auf goldbezäumten Rossen fünf glänzende Reiter, von denen zwei sich an die Spitze der Juden stellten und zwei den Makkabäer in die Mitte nahmen und ihn mit ihren Waffen deckten und vor jeder Verwundung schützten, während sie Pfeile und Blitze gegen die Feinde schleuderten, wodurch diese geblendet und verwirrt wurden und in Unordnung gerieten.

So wurden von ihnen 20.500 Mann nebst 600 Reitern niedergehauen.“ (2. Makk. 10,29-31)

„Gott straft sein Volk“

Da das 2. Makkabäerbuch um 50 vor Christus entstanden sein soll, also in eine Zeit fällt, in der an ein Christentum und damit an christlich-theologischen Deutungen von „Himmelsschlachten“ nicht zu denken war, gelten diese Bibelverse als Urquelle dieser Kämpfe am Firmament. Was aber meint das 2. Makkabäerbuch mit diesem Ereignis, in dessen Verlauf angeblich vom Himmel kommende Pfeile und Blitze 20.500 Menschen töteten? Eine unglaubliche Anzahl, deren historische Korrektheit fragwürdig erscheint. Ein derart großes Heer, das nach diesem ungleichen Kampf zusammengenommen 21.100 Gefallenen zu beklagen hatte, ist sicher weit übertrieben.

Ich denke nicht, dass diese Phänomen unter König Antiochus IV. die auslösende Erzählung für all die späteren Schilderungen von Schlachten am Himmel war. Auch wenn früh- und spät-mittelalterliche Autoren und Akademiker diese biblischen Aussagen durchaus gekannt haben dürften. Als warnende Worte vor einer Abkehr vom Glauben, in dem „Gott sein Volk für seinen Abfall straft und sich ihm nach seiner Rückkehr zur Religion der Väter wieder zuwendet“. So formulierte es Klaus Bringmann von der Universität Frankfurt in seiner kritischen Untersuchung „Zur Kritik historischer Darstellung im Zweiten Makkabäerbuch“ (in: „Klio“, Bd. 96, Heft 2, Dezember 2014).

Mögliche reale Beobachtungen von Himmelserscheinungen wurden missverstanden und theologisch gedeutet und interpretiert. Natürliche, naturwissenschaftliche heute erklärbare Phänomene ebenso, wie „UFOs der  Vergangenheit“. Belegen lassen sich solchen Spekulationen ebenso wenig, wie die skeptischen Deutungen.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , , <

Adam und Eva und das UFO: War die erste Frau auch die erste UFO-Zeugin der Menschheit? Hintergründe zu einer seltsamen Überlieferung

Teilen:
Adam und Eva und das UFO: Die erste Frau auch die UFO-Zeugin der Menschheit? (Bilder: gemeinfrei/Archiv / Montage: Fischinger-Online)
Adam und Eva und das UFO: War die erste Frau auch die erste UFO-Zeugin der Menschheit? (Bilder: gemeinfrei/Archiv / Montage: Fischinger-Online)

Wann berichteten Menschen erstmals von UFOs? Erst 1947 – oder doch schon vor tausenden oder zehntausenden von Jahren? Anfang 2015 sorgte Erich von Däniken mit einer kleinen Kolumne im Netz für Erstaunen, als dieser schrieb, dass schon Eva, die Frau Adams aus der Bibel, ein UFO sah. Was er damit meinte, legte ich damals in einem YouTube-Video dar. Und so kam aktuell das Prä-Astronautik-Thema „Eva und das UFO“ erneut in einer kurzen Magazin-Kolumne auf. Aber was steckt genau dahinter und welche Überlieferungen oder Texte berichten wo und in welcher Form von diesem vermeintlichen UFO? Hier erfahrt Ihr die exakten Quellen und Aussagen rund um die „Lichtwagen“ oder fliegenden „Thronwagen„, die in unbekannten Tagen (angeblich zu Eva) vom Himmel kamen.


Erich von Däniken: Eva und das UFO

Bereits am 5. Mai 2015 stellte ich auf meinem YouTube-Kanal rund um die Mystery Files das Video „Eva und das UFO“ online. Unten angehangen findet Ihr das nun schon sehr in die Jahre gekommene Video erneut. Darin ging es um die Frage, ob die biblische erste Frau (und durchaus auch Adam) auch die erste UFO-Zeugin der Geschichte war. Alte Überlieferungen bzw. Schriften sollen dies nahelegen.

Denn damals publizierte Erich von Däniken in der Zeitung „Blick am Abend“ in seiner dortigen Mystery-Kolumne diese Story in knappen Worten und Formulierungen. Dafür sind Kolumnen ja auch da. Dabei ist das Thema bei weitem viel komplexer und umfangreicher, wie ich es schon 1997 in meinem Buch „Götter der Sterne“ darlegte. Darin ging es als eines von vielen Themen um den Tod Adams, Gott, seine vermeintlichen „Engel“ usw. sowie um die Begegnung der Eva mit einem „Lichtwagen“. Ein „Thronwagen des Herrn“, der vom Himmel hernieder kam. Das, was von Däniken 2015 provokant als „UFO“ damals bezeichnete.

„Nun dreht Däniken durch“, „der Mann wird senil“ und ähnliche Kommentare fand ich sinngemäßen dazu damals im Netz. Aktuell hat Erich von Däniken dieses Thema erneut in wenigen Worten in seiner Mystery-Kolumne aufgegriffen, die in dem Magazin „Mysteries“ regelmäßig erscheint. Und grundsätzlich klingt das alles vollkommen verrückt. Eva als Zeugin eines UFOs?! Wie kann das sein?

Verrückt ist das natürlich nur dann, wenn man sich nicht mit der Prä-Astronautik befasst hat. Wenn man also nicht annimmt, dass alte Mythen und Schriften auf die einstige Existenz von Außerirdischen hinweisen könnten, wie es eben die Astronautengötter-Idee voraussetzt. Dass es dafür keine Beweise gibt, ist dabei nebensächlich. Denn diese Thematik lebt von der Deutung und Interpretation von Überlieferungen und auch archäologischen Hinterlassenschaften. Dass Theologen und Archäologen dies naturgemäß ganz anders sehen, sollte wohl niemanden verwundern.

„Fliegenden Wagen“ der Astronautengötter

Dennoch sind Texte da, die in der Tat von von fliegenden Wagen und anderen Fluggeräten sprechen, mit den Himmelswesen herum fliegen konnten. Auch und vor allem der biblische Gott. Auch er besaß „Thronwagen“ und feurige, tosende Fluggeräte, die durch die Lüfte flogen und hier und dort mal landeten. Solche mutmaßlichen Technologien der „Alien-Götter“ finden sich auch in biblischen Schriften außerhalb der Bibel. Also altjüdischem Schrifttum und entsprechenden Sagen, die nicht in der Bibel zu finden sind.

Und genau aus solchen Texten stammt die Geschichte des UFO der Eva, das auch wohl Adam gesehen hat. In der Bibel sucht man diese Geschichte vergeblich. Und selbstverständlich nimmt kein Bibelforscher oder Theologe an, dass solche „Thronwagen“ reale Fluggeräte realer und physischer Astronauten aus dem All waren! Das nimmt nur die Idee der Prä-Astronautik an. Dort hat sich in den letzten Jahrzehnten ganz klar die Meinung durchgesetzt, dass diese „Thronwagen Gottes“ oder „Herrlichkeiten des Herrn“ Zubringerfluggeräte waren, die in der Erdatmosphäre mittels Rotoren flogen. Im All hingegen mit einer Art Raketenantrieb.

Ohne hier noch weiter in die Tiefe der Prä-Astronautik eindringen zu wollen: Der Entwurf dieses Vehikels stammt schon aus den 1970er Jahren von einem damaligen NASA-Ingenieur. Mehr dazu erfahrt Ihr unter dem Stichwort „Ezechiel“ HIER und in Mystery Files-Videos HIER. Ebenso HIER. Diese beiden fliegenden „Dinger“ in dem Titelbild dieses Beitrages zeigen diesen Flugwagen, die als „Raumschiff des Ezechiel“ bekannt wurden.

Lars A. Fischinger: "Götter der Sterne"
Buch zum Thema: Lars A. Fischinger: „Götter der Sterne“ – mehr auch HIER

Schaut man sich die unzähligen Schriften und Mythen in und außerhalb der Bibel genauer an, findet man zahlreiche Beispiele dieser fliegenden Wagen des Herrn. Und so ist es dann auch bei diversen Geschichten über Adam und Eva, dem Garten Eden und ihrem späteren Leben der Fall. Nachzulesen nicht im Alten Testament, sondern beispielsweise in dem Buch „Das Leben Adam und Evas“ bzw. „Apokalypse des Moses“.

Adam und Eva – und das „UFO“

Hierzu muss man im Hinterkopf haben, dass diese und andere Überlieferungen und Schriften inklusive des Koran sagen, dass der Garten in Eden nicht auf der Erde lag. Das besagen diese Texte unmissverständlich, wie in diesem umfangreichen Blog-Artikel HIER dargelegt. Er lag, im Sinne der Prä-Astronautik gedeutet, im All. Hier geschah der angebliche „Sündenfall“ und das erste Menschenpaar wurde anschießend von dort auf die Erde verbannt. „Wir aber kamen auf die Erde.“, wie es zum Beispiel in „Apokalypse des Moses“ (Vers 29) an einer Stelle heißt.

Eines Tages jedoch musste auch Adam sterben. Genau hier beginnen die eigentlichen Geschichten um das „UFO der Eva“ in dem Text „Apokalypse des Moses“. Wir erfahren dort (ab Vers 31), dass Eva in Kummer und Trauer nach dem Tod ihres Gatten bitterlich um die Vergebung der Sünden bat. Was auch erhört wurde, da ein Himmelswesen erschien und ihr sagte, sie sollen zusehen, wie Adams „Geist zu seinem Schöpfer fährt und dort vor ihm erscheint.“

So kam es dann auch. Die verängstige Witwe Eva „deckt mit ihrer Hand das Angesicht“ und sah einen fliegen Wagen kommen:

Und Eva blickt zum Himmel auf; da sieht sie einen Lichtwagen heranfahren, gezogen von vier glänzenden Adlern. Kein aus dem Mutterleib Geborener kann ihre Herrlichkeit beschreiben, noch in ihr Antlitz schauen; voraus dem Wagen gingen Engel. Sie kamen zu dem Ort, wo Adam, euer Vater, lag. Da hielt der Wagen und zwischen eurem Vater und dem Wagen waren Seraphim.“ (Vers 33)

Die himmlisches Wesen („Engel„) beteten daraufhin für den verstorben Adam und priesen ihn als Schöpfung des Herrn. Letztlich wurde der Leichnam mitgenommen:

Nach diesem Engelsruf kam einer der sechsflügeligen Seraphim, nahm Adam auf und führte ihn zum acherontischen See (ein See der Unterwelt, Anm. LAF). Er wusch ihn dreimal ab und brachte ihn vor Gottes Angesicht.“ (Vers 37)

Ein „UFO“ holt die Leiche Adams ab!

Drei Stunden später „streckt der Allvater die Hände aus“, nahm Adam und übergab ihm einem seiner Gehilfen mit den Worten „erheb ihn bis zum dritten Himmel in das Paradies„. Danach bat der angebliche „Engel“ seinen Chef „um die Bestattung seiner Überreste“, so das der Herr seinen Hofstaat nach Rangordnung getrennt „vor sein Antlitz kommen“ lies. „Nach seiner Ordnung einen jeden“, wie es formuliert ist, worauf auch „alle Engel kamen“ (Vers 38). Dann machte man sich mit dem fliegenden Wagen auf den Weg:

Da stieg der Herr der Heeresscharen ein; die Winde zogen ihn, von Cheruben gelenkt; des Himmels Engel gingen ihm voran. Sie kamen zu dem Ort, wo Adams Leichnam lag; da nahmen sie ihn mit. So kommen sie ins Paradies und alle Paradiesesbäume blühen und von dem Wohlgeruch entschlummern die Adamskinder alle (…)“ (Vers 38)

Nach einer anderen Übersetzung ließ sich die fragliche Stelle so:

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Und siehe, der Herr, der Starke, stieg ein in den Wagen; vier Winde zogen ihn, die Kerube lenkten die Winde, und die Engel vom Himmel gingen ihm voran. Und sie kamen auf die Erde, dahin, wo Adams Leib lag, und nahmen ihn mit. Als sie nun ins Paradies kamen, bewegten sich alle Blätter des Paradieses, und alle Menschen, von Adam geboren, schlummerten vom Wohlgeruch ein (…)“

Ziel dieser Aktion war der „dritte Himmel“ im Reich des Höchsten. Insgesamt, so schildern es nicht wenige Texte und jüdische Sagen, gab es bekanntlich „sieben Himmel“. Wir kennen noch heute alle den Ausdruck „im 7. Himmel“. Himmel Nr. 3 wird in den Überlieferungen vielfach als Ort angesehen, in dem sich der Garten Enden und/oder das Paradies befunden haben soll. Der Prophet Henoch, als ein Beispiel, bemerkt dazu während seiner Reise durch diese Himmel außerhalb er Erde:

Da nahmen mich die beiden (Himmelswesen/“Engel“, Anm. LAF.), trugen mich in den dritten Himmel und setzten mich hier mitten im Paradiese ab, an einem wunderschönen Ort.“ (Slawisches Buch Henoch 8,1)

Und im Neuen Testament erfahren wir parallel dazu, was sich möglicherweise auf Henoch bezieht:

Ich kenne jemand, einen Diener Christi, der vor vierzehn Jahren bis in den dritten Himmel entrückt wurde (…) Und ich weiß, dass dieser Mensch in das Paradies entrückt wurde (…) Er hörte unsagbare Worte, die ein Mensch nicht aussprechen kann.“ (2. Kor. 12,2-4)

Wer landete im Garten Eden?

Aber was war mit Adam, der, wie eingangs erwähnt, auch ein „UFO“ gesehen haben soll? Dies geschah unmittelbar nach dem „Sündenfall„, als das Pärchen von dem verbotenen Baum aß. Dazu heißt es im Alten Testamt:

„Und sie hörten die Stimme (Schritte) Gottes des Herrn, der im Mittagswind (Tagwind) durch den Garten fuhr; da versteckten sich Adam und sein Weib vor Gott dem Herrn zwischen den Bäumen des Gartens. Und Gott der Herr rief nach Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? – Und er antwortete ihm: Ich habe deine Stimme (Schritte) gehört im Garten und fürchtete mich, weil ich nackt bin, und verstecke mich. (Gen. 3,8-10)

Buch zum Thema: Lars A. Fischinger: "Rebellion der Astronauten-Wächter"
Buch zum Thema: Lars A. Fischinger: „Rebellion der Astronauten-Wächter“ – mehr auch HIER

In der Apokryphe „Apokalypse des Moses“ ließt sich dieses Ereignis folgendermaßen:

Zur selben Stunden hörten wir, wie der Erzengel Michael die Trompete blies und wie die Engel also riefen: So spricht der Herr: Kommt in das Paradies mit mir und hört den Spruch, womit ich Adam richten werde! Als wir den Erzengel trompeten hörten, da dachten wir: Gott kommt ins Paradies, um uns zu richten; deswegen fürchteten wir uns und suchten ein Versteck. Gott aber fuhr zum Paradies auf einem Cherubwagen; die Engel aber priesen ihn. Als Gott das Paradies betrat, da schlugen alle Bäume wieder aus in dem Bezirke Adams, wie im meinen, und Gottes Thron ward aufgestellt beim Lebensbaum. Und Gott rief Adam: (…)“ (Verse 22f.)

Im Kern also dieselbe Geschichte. Mit dem Unterschied, dass hier der Herr mit Trompetenschall auf seinem „Thronwagen“ ins Paradies kam und direkt am Lebensbaum landetet. Oder parkte, denn es ist nicht eindeutig vermerkt, dass er angeflogen kam. Man kann es aber durchaus annehmen.

„Wir“ …?

Aber wieso „hörten wir“ und „dachten wir“? Damit sind natürlich Adam und Eva selber gemeint. Denn nach diesen alten Schriften hat all das Eva höchst persönlich gesagt. Wie ein überlieferter Augenzeugenbericht der ersten Frau der Menschheit, die ihre Erinnerungen an ihr aufregendes und wechselhaftes Leben diktierte. Bei solchen Schriften ist das quasi die Norm, dass hier diese oder jene Person spricht oder diese entsprechenden Bücher selber geschrieben haben soll. Man denke nur an die biblischen Bücher „des“ Moses. Oder jene des „des“ Propheten Henoch.

Niemand will, so hoffe ich, behaupten, dass hier echte Augenzeugenberichte vorliegen. Die mythische Eva also reale Person in Eden betrachten, die ihre Erinnerungen diktierte. Das Buch „Apokalypse des Moses“ stammt aus dem 1. Jahrhundert nach Christus und beinhaltet mit Sicherheit Legenden, Sagen und Mythen, die weit älter sind. Aber bis zu Eva gehen sie kaum zurück! Vielmehr, so deuten es hoffentlich die meisten „Anhänger der Prä-Astronautik„, sind diese Schilderungen ausgeschmückte Mythologien. Erinnerungen an „fliegende Wagen“ aus dem Himmel, in denen sich die Astronautengötter fortbewegten. Schon vor vielen Jahrtausenden – auch in der mythischen Zeit des Garten Eden.

Mit den UFOs, wie sie heute jeder kennt, haben diese feurigen oder donnernden Fluggeräte des Herrn auch nichts gemeinsam. Außer, dass die für die damaligen Zeugen eben tatsächlich „unbekannte Flugobjekte“ waren. Deren reale Existenz vorausgesetzt, natürlich. Und die lehnt die Bibelforschung kategorisch ab. Gleichnisse, Metaphern und theologische Anschauungen sollen hier zugrunde liegen, nicht mehr.  Etwa in dem Sinne, dass Gott als König natürlich einen Thron und einen Hofstaat braucht. Da der „Höchste“ bekanntlich im „Himmel“ wohnt, muss dieser Wagen dann auch fliegen können.

Sein Hofstaat (der hin und wieder auch so oder so ähnlich genannt wird) bilden demnach die Himmelssöhne, „Engel“, Wächter oder Himmlischen, wie sie in den Texten zu finden sind. Dass es wirkliche Technologien von Außerirdischen waren, kann aber auch die Prä-Astronautik nicht nachweisen.

Video zum Thema

Video vom 5. Mai 2015 auf Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , <

Henoch und die außerirdischen Wächter des Himmels: Alles nur geträumt? (+ Videos)

Teilen:
Henoch und die außerirdischen Wächter des Himmels: Alles nur geträumt? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Henoch und die außerirdischen Wächter des Himmels: Alles nur geträumt? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Alles, was die Propheten der Schriften innerhalb und außerhalb der Bibel mit himmlischen Wesen erlebten, waren nichts als Träume. Im besten Fall Visionen, da einige Überlieferungen diese selber so nennen. Für den Propheten Henoch und seine außerbiblischen Bücher gelte das damit natürlich ebenso. So sagen es viele Kritiker. Dabei besagt das weniger beachtete „2. Buch Henoch“ das genaue Gegenteil – und betont sogar, dass es kein Traum war. Es sei real gewesen. Was wir dort erfahren, und in welchem Zusammenhang dies zu sehen ist, erfahrt Ihr hier.


Henoch und die Außerirdischen

Mit dem Buch „Rebellion der Astronautenwächter“ (2015) erschien die bisher umfangreichste Betrachtung, Analyse und auch Spekulation rund um den Propheten Henoch. Jener biblische Held der vorsintflutlichen Patriarchen, der laut Buch Genesis dem Herrn so treu ergeben und dienlich war, dass er von ihm vor seinem Tod in den Himmel geholt wurde. Er starb damit nicht auf der Erde. Ein Privileg, dass keiner der Patriarchen für sich beanspruchen konnte.

Da Henoch vor allem in der Prä-Astronautik aufgrund dieser biblische Behauptung seit jeher viel Beachtung findet, ist er immer wieder Thema. Vor allem aber deshalb, da es Legenden und außerbiblische Bücher gibt, die seinen Namen als Autor tragen. Spannende Erzählungen rund um „Wächter des Himmels“, Gottessöhne, von denen sich interessante Überlegungen über Astronauten der Antike ableiten lassen. Vor allem drei „Kern-Thesen“ oder Aussagen, die deshalb im oben genannten Buch genau beleuchtet wurden.

In der Prä-Astronautik scheint die Meinung zu herrschen, dass diese Schriften mit Henochs Namen tatsächlich von ihm verfasst wurden. Ein absurder Gedanke. Nicht nur deshalb, da die ältesten bisher vorhandenen Texte dieser Bücher erst in christlicher Zeit entstanden. Vor allem aber, da die aus den Texten der Bibel abzulesende Lebenszeit des Propheten vor der Sintflut gewesen sein soll. Wann immer das auch genau gewesen sein mag – vielleicht vor 5.000, vielleicht vor 12.000 Jahren -, es ist kaum vorstellbar, dass aus dieser Zeit bis heute ganze Bücher enthalten sind. Auch ist der christliche Einfluss auf die erstaunlichen Aussagen dieser Überlieferungen unverkennbar!

Dennoch verweisen „die“ Prä-Astronautiker gerne darauf, dass die Werke in der „Ich-Form“ geschrieben wurden. Eigentlich nichts besonders, da wir sogar altjüdisches Schriftgut haben, sogenannte Apokryphen, in denen Adam und Eva selber berichten. Zum Beispiel Eva über die Ereignisse nach dem Tod ihres Gatten, als dieser mit einem göttlichen Fluggerät abgeholt wurde. Mehr dazu in diesem Video HIER.

Wer schrieb Henoch?

Verwiesen wird aber auch auf den Umstand, dass in den Henoch-Büchern gewisse Aussagen doppelt betont werden. Im Sinne von „Ich sah und schaute“, was die „Anhänger der Prä-Astronautik“ sehr gut aus dem biblischen Buch des Propheten Ezechiel kennen.

Mit Sicherheit wurden die Geschichten über Henoch schon lange, sehr lange, vor der Niederschrift der heute vorhandenen Henoch-Bücher mündlich weitergegeben. Seine Abenteuer mit den außerirdischen Wächtern des Himmels usw. vor der Sintflut finden sich in Legenden und Mythen. Eines Tages wurden sie aufgeschrieben. Nicht anders als bei all den zahllosen anderen Büchern innerhalb und außerhalb der Bibel. Durchaus ein sehr großes Problem für all jene, die in solchen Überlieferungen die Spuren der Ancient Aliens suchen.

Was ist Fakt und was ist Fiktion um die Raumfahrer des Altertums in solchem Schriftgut? Niemand weiß es. Was man aber sicher weiß und was durch die alten Schriften bewiesen ist, ist der Umstand, dass von solchen Außerirdischen gesprochen wird. Zwar als Wesen Gottes, meinetwegen Engel, aber auch sie sind außerirdisch. Selbst wenn sie aus einer „metaphysischen Welt“ oder eben dem „Himmel“ stammen, wie es die Theologie sagt. Auch diese Welten sind außerirdisch.

Überlesen wird bei Henoch aber immer wieder eine Aussage, die ich in einigen Büchern bereits unterstrichen habe. So wie auch in dem ersten YouTube-Video unten von 2016. Denn während gerne hochgehalten wird, dass in den Henoch-Büchern betont wird, dass er „sah und schaute“ oder ähnlich, und damit nicht irgendwie träumte, schloss „er“ einen Traum selber aus. Er in Anführungszeichen. So, als wolle der Verfasser doppelt unterstreichen, dass diese Kontakte mit den Himmlischen real stattfanden. Und das tat der Autor so deutlich, dass es an der Aussage nichts zu deuten gibt.

Henoch und die Wächter

Was man über Henoch außerhalb seiner Bücher weiß, fasst dieser Artikel HIER zusammen. Sicherlich aber sind die Bücher mit seinen Namen die Hauptquelle von Erzählungen über ihn. Studiert man das 1. Buch Henoch (äthiopisches Buch Henoch), so wird dort über Henoch stolz notiert:

Vorher war Henoch verborgen worden, und niemand von den Menschenkinder wusste, wo er verborgen war (…) Was er tat, das tat er mit den Wächtern, und seine Tage verbrachte er mit den Heiligen.“ (12,1-2)

Diese Aussage finden wir mehrfach auch in den anerkannten Texten der Bibel. Sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament. Er „ging seinen Weg mit dem Herrn “ (Sir. 44,16) heißt es dort. Und natürlich als die Hauptaussage von allem im Buch Genesis:

Nach der Geburt Metuschelach ging Henoch seinen Weg mit Gott noch dreihundert Jahre lang und zeugte Söhne und Töchter. Die gesamte Lebenszeit Henochs betrug dreihundertfünfundsechzig Jahre. Henoch war seinen Weg mit Gott gegangen, dann war er nicht mehr da; denn Gott hatte ihn aufgenommen.“(5,22-24)

Wie in „Rebellion der Astronautenwächter„aufgezeigt, verschwand Henoch im angeblich „perfekten“ Alter von 365 Jahren (ein Sonnenjahr = 365 Tage) aber nicht für immer und ewig von der Erde. Hier ist der Beginn der umfangreichen Kontakte und damit verbundenen Missionen mit den Himmlischen (auch außerhalb der Erde) zu datieren.

Diese Berichte sind im 2. Buch Henoch zu finden. Es spielt damit eigentlich vor dem allseits bekannten äthiopischen Buch des Propheten. Dort lesen wir von einer rätselhaften Begegnung des Henoch mit Alter von „jungen“ 365 Jahren:

Als ich 365 Jahre alt geworden war, war ich an einem Tag des zweiten Monats alleine zu Hause. Ich war in großer Kümmernis und weinte; dann schlief ich ein. Da erschienen mit zwei sehr große Männer, wie ich nie auf Erden gesehen. Ihr Antlitz leuchtete wie die Sonne, ihr Augen wie brennende Fackeln; aus ihrem Munde sprühte Feuer: ihre Kleidung und ihr Gesang waren herrlich, ihre Arme wie goldene Flügel. Sie standen zu Häupten meines Bettes und riefen mich mit Namen.“ (1,1-5)

Kein Traum

Nichts weiter als eine bizarrer Traum eines traurig eingeschlafenen, frommen Propheten, könnte man meinen. Schließlich heißt es ja, dass er einschlief. Also doch eine „Vision“? Nicht wenn man den Kontext beachtet. Zwar kennen Prä-Astronautik-Autoren wie Erich von Däniken die Aussagen über große Wesen, die Henoch nie zuvor auf diesem Planeten sah, und dennoch seinen Namen kannten – aber es heißt weiter:

Ich erwachte vom Schlaf und stand von meinem Lager auf; dann verneigte ich mich vor ihnen, mein Antlitz bleich vor Schrecken. Da sprachen die zwei Männer zu mir: Sei getrost, Henoch! Fürchte dich nicht! Der ewige Herr hat uns zu dir gesandt. Du sollst mit uns heute in den Himmel gehen. Gib deinen Söhnen und deinen Gesinde Anweisung für das, was sie in deinem Haus tun sollen! Keiner soll dich suchen, bis der Herr dich ihnen wieder zuführt.“ (1,6-9)

Hier beginnt die Überlieferung über Henochs erste Kontakte mit Wächtern oder Engeln, durch die er die Geheimnisse des Himmels und der Erde erfahren haben will. Entstanden seine hierbei übrigens nicht weniger als 360 Bücher, die der Prophet von einem Himmlischen diktiert bekommen haben will. Henoch erwies sich als gelehriger und friedlicher Schüler der Himmelssöhne, so dass er später sogar mit der Aufgabe eines Botschafters der Fremden beauftragt wurde. Klar und deutlich wird bei all dem betont, dass es kein Traum war. Henoch „erwachte vom Schlaf“, stand erschrocken auf und begann eine Unterredung mit den Abgesandten des Himmels.

Kritiker wenden gerne ein, dass Propheten alles nur geträumt haben. Oder sie eben ein „Vision“ hatten, da beispielsweise auch Ezechiel im Alten Testament bei seiner Begegnung mit dem „Raumschiff des Ezechiel“ selber von einer „Vision“ (je nach Übersetzung) spricht. Sofern überhaupt Kritiker hier reale Hintergründe zulassen, und nicht alles als Fiktion und Phantasie anlehnen.  Diese Verse beweisen, dass herausgestellt wurde, dass die Person wach war. Sie beweisen natürlich nicht, dass hier reale Außerirdische vom Himmel kamen und Kontakt aufnahmen.

Dies gilt auch für eine Art „modernen Henoch“ und seine angeblichen Kontakte mit Himmelswesen. Diesen Religionsgründer sehen wir uns in einen späteren Artikel auf diesem Blog deshalb einmal genauer an.

Videos zum Thema

Video vom 3. November 2016 auf Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

Video vom 12. Juli 2012 auf Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , , , , , , <