Henoch und seine Reisen in den Himmel: Beschreibt ein über 2000 Jahre alter Text die rotierende, „ruhelose“ Sonne im All? (+ Videos)

Teilen:
Henoch und die Reisen in den Himmel: Beschreibt ein über 2000 Jahre alter Text die rotierende, wilde Sonne im All? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Unterstütze auch DU Mystery Files
Henoch und die Reisen in den Himmel: Beschreibt ein über 2000 Jahre alter Text die rotierende, wilde Sonne im All? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Könnten Jahrtausende alte Schriften und Überlieferungen vermeintlich „modernes“ Wissen beinhalten? Zum Beispiel über Technologien oder die Beschaffenheit der Welt und darüber hinaus, wie in einigen Beiträgen auf Mystery Files bereits mehrfach berichtet wurde? Und so könnte man vielleicht auch einen (in Teilen) über 2000 Jahre alten Text modern interpretieren. Denn das erste Buch Henoch enthält eine Passage während einer angeblichen Reise mit einem Himmelswesen, die ein sonderbares „Feuer“ erwähnt. Schaut man genau hin, scheint hier die Sonne als rotierender Stern im Zentrum des Sonnensystems beschrieben worden zu sein. Davon aber konnte der Schreiber des Textes damals nichts wissen.


Unsere ruhelose Sonne

Die Erde dreht sich in rund 24 Stunden einmal um sich selbst. Das ist Allgemeinwissen und jemdem bekannt. Weniger bekannt ist da schon, dass auch auch die Sonne im Zentrum unseres Sonnensystems um ihre Achse rotiert.

Anders als Planeten rotiert diese aber ausgesprochen unruhig. Als Feuerball im All unterscheidet sich die Rotationsgeschwindigkeit der Sonne je nach ihrer Region sogar um mehrere Tage. In der Nähe der Pole benötigt sie etwa 31 Tage für einen Umlauf und am Bereich ihres Äquators ganze 6 Tage weniger. Es ist ein ruheloser Gasball, der noch dazu unter seiner Oberfläche schneller rotiert.

Diese Ruhelosigkeit unseres Sterne betrifft demnach nicht nur die allseits bekannten Eruptionen an der Oberfläche, die wohl jeder schon mal auf entsprechen Satellitenaufnahmen gesehen hat. Anhand der dunklen Sonnenflecken auf der Sonnenoberfläche wurde schon vor rund 200 Jahren vermutet, dass die Sonne sich ähnlich wie Planeten um ihre Achse dreht. Allerdings dauert es bis 1863, bis durch Beobachtung dieser Flecken zwei Astronomen diese Rotation nachweisen und berechnen konnten.

Um diese Drehung der Feuerkugel anhand ihrer Flecken sehen zu können, benötigt man Spezial-Teleskope. Heute kann jeder Interessierte diese Rotation im Internet anhand von Satellitenaufnahmen und Filmen sehen. Und so haben Astronomen solche Technologien längst zur Beobachtung unseres Fixsterns im All selber zur Verfügung stehen. Hierbei ist das 1995 gestartete Sonnenobservatorium „Solar and Heliospheric Observatory“, besser bekannt unter dem Kürzel SOHO, sicher die bekannteste Sonnen-Forschungssonde.

Moderne Erkenntnisse der Astronomie und der Wissenschaft – könnte man meinen. Denn es gibt einen alten jüdisch-christlichen Text, der „zwischen den Zeilen gelesen“ vielleicht schon die Rotation und „Unruhe“ der Sonne beschrieben hat.

Henoch, der Sonderling

Es ist das äthiopische Buch Henoch (auch 1. Henoch genannt), das nach dem vorsinflutlichen Patriarchen Henoch aus dem Buch Genesis bekannt ist. Eine Schrift, die sich nicht im Kanon der Bibel findet, und die ich HIER bereits detailliert im „modernen Sinne“ diskutiert habe. Dieses Buch soll in seinen ältisten Textabschnitten bereits im dritten Jahrhundert vor Christus niedergeschrieben worden sein.

Der Prophet Henoch als mythische Person in der biblischen Urzeit des Buch Genesis (5,18ff.) ist dort ein wahrhaftiger Sonderling. Er entsprach laut Bibel der 7. Generation nach Adam und Eva und starb nicht auf der Erde in einem wahrhaftig biblischen Alter. Während beispielsweise sein Vater Jared laut Genesis betagt mit 962 Jahre starb, wurde Henoch mit „nur“ 365 Jahren von Gott von diesem Planeten geholt. Denn „er wandelte mit Gott“, wie es die Bibel erzählt.

Und so wurde er nach verschiedenen Missionen, Reisen in den Himmel, Unterrichtungen durch Himmlische und nach seinem Einsatz als Vermittler zwischen den sogenannten „Wächtern des Himmels“ auf der Erde und im Himmel quasi also Belohnung zu ihnen geholt. Dies berichten zumindest die verschiedenen Henoch-Bücher, die in dem oben verlinkten Buch „Rebellion der Astronauten-Wächter“ durchleuchtet wurden. Deshalb soll dies an dieser Stelle nicht erneut wiederholt werden.

Bei einem seiner Abenteuer im Himmel zusammen mit dem Höchsten und seiner Wächter, die auch Engel, Diener oder Gottessöhne genannt werden, zeigten ihm die Himmlischen allerlei kosmische Geheimnisse. Es werden Reisen beziehungsweise Flüge mit diesen Wesen geschildert, die ihm dabei offensichtlich in die Mysterien der Welt und des Kosmos einweihen wollten. Recht ähnlich wie auch den legendären Stammvater Abraham später ebenfalls (mehr zum Beispiel in diesem Video HIER und HIER).

Ein rätselhaftes Feuer

Doch sah Henoch bei diesen Reisen auch die Sonne aus der Nähe?

Hierzu heißt es in ersten Buch Henoch, dass er in den Gefilden der himmlischen Wächter und des Höchsten von diesen zahlreiche Dinge offenbart bekam. Es liest sich fast schon wie eine Schulungsreise, bei der immer wieder Stopps eingelegt wurden, um ihm dieses oder jenes Geheimnis zu zeigen. Und einer dieser Aufenthalte war „gegen Westen“ am „Ende der Erde“, wo Henoch folgendes erblickt haben will:

Ich sah ein loderndes Feuer, das rastlos [hin und her] lief und von seinem Laufe weder bei Tag noch bei Nacht abließ, sondern sich gleichlieb. Da fragte ich, in dem ich sagte: ‚Was ist dies da, das kein Ruhe hat?‘

Darauf antwortete mit Reguel, einer von den heiligen Engeln, der bei mir war, und sagte zu mir: ‚Dieses rotierende ‚Feuer‘, das du in Richtung nach Westen gesehen hast, ist das Feuer, das alle Lichter des Himmels in Bewegung setz.‘“ (1. Hen. 23,2-4)

Daraufhin ging die Reise auch schon direkt weiter zu einem anderen Ort. Doch was war dieses Feuer? Der Text oben wurde nach Emil Kautzsch zitiert, der das erste Buch Henoch 1900 in seinem zweiten Band „Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments“ veröffentlichte. Es war ein Feuer „das lodert“, wie Kautzsch zum letzten Vers anmerkte. Denn es gibt Variationen in den Übersetzungen, wie man es auch von biblischen Texten her kennt.

So übersetzte Paul Rießler in seinem Werk „Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel“ diese Aussage 1928 folgendermaßen:

Ich sah, wie ein loderndes Feuer rastlos hin und herlief und von seinem regelmäßigen Lauf weder bei Tag noch bei Nacht abließ, sondern sich gleich blieb. Ich fragte: Was ist dieses ruhelose Ding?

Da antwortete mir Raguel, der heiligen Engel einer bei mir, und sprach zu mir: Dieses laufende Feuer, das du im Westen sahest, ist das Feuer, das alle Himmelslichter versorgt.

Die Sonne aus der Nähe?

Schauen wir hier genau hin, zeigt sich etwas Spannendes. Was beschreibt dieser Text – die Sonne im All?

Die in einfachen Worten erfolgte Beschreibung kann tatsächlich auf diese zutreffen: Ein rotierendes Feuer mit regelmäßigem Lauf, das immer gleich bleibt und „alle Himmelslichter versorgt“ Oder nach einer anderen Übersetzung , dass „alle Lichter des Himmels in Bewegung setzt“, was astronomisch absolut (für unser Sonnensystem!) zutreffend ist.

Könnte die Sonne in treffenderen Worten beschrieben werden?

Ebenso stellt sich die Frage, woher wusste der Schreiber, dass sich die Sonne (um die eigene Achse) dreht und auch in der Nacht scheint? Auch fragte Henoch nicht, „was ist das für ein ruheloses Feuer„, sonder „was ist das für ein ruheloses Ding“ – er wird kaum ein gewöhnliches „Feuer“ einfach mit „Ding“ bezeichnen, wenn es nicht auf die ein oder andere Art „fest“ und natürlich ihm völlig fremd gewesen ist.

Der Lauf der Sonne ist „regelmäßig“ und dennoch ist sie zweifellos an ihrer Oberfläche mehr als nur „ruhelos“. Und glauben wir der zuerst zitierten Aussage, „rotierte“ diese seltsame Feuer sogar. Welcher Mensch konnte vor Jahrtausenden wissen, dass unser Stern rotiert, ruhelos ist aber dennoch regelmäßig Tag und Nacht brennt und die anderen Himmelslichter versorgt? Also die Planeten und Monde anstrahlt oder sogar „alle Lichter des Himmels in Bewegung setz“?

Solche alten Schriften sind immer eine Fundgrube, um diese mit „moderner Brille“ und Phantasie zu deuten. Von einer „Sonnenscheibe“, eine weit verbreitete Vorstellung in der Antike, spricht der Text leider nicht. Leider auch nicht von einer Kugelgestalt dieses ominösen „Feuers“. Und deshalb bleiben leider nur Spekulationen oder theologische Interpretationen.

Video-Auswahl zum Thema auf Mystery File

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

MEHR THEMEN:

Tagged , , , , , ,