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Bizarre Cargo-Kulte: Wenn Prinz Philip zum Gott, die USA zum “gelobten Land” und Seefahrer zu himmlischen Ahnen werden

Bizarre Kulte: Wenn Prinz Philip zum Gott wird und andere Cargo-Kulte (Bilder: Archiv e. v. Däniken & W.-J. Langbein)
Bizarre Kulte: Wenn Prinz Philip zum Gott wird und andere Cargo-Kulte (Bilder: Archiv e. v. Däniken & W.-J. Langbein)

Die Menschheit hat in ihrer Geschichte zahllose Religionen, Kulte, Bewegungen und Sekten “erschaffen“. Und immer wieder entstanden aus der Begegnung zwischen “fortgeschrittenen Menschen” und “Primitiven” sogar seltsame Kulte, die man heute Cargo-Kulte nennt. Die Europäer, wie etwa die ersten Seefahrer auf ihren Fahrten, wurden dabei immer wieder für “Götter” oder “wiedergekehrte Ahnen” gehalten. Sogar noch im Zweiten Weltkrieg verehrten Insulaner im Pazifik die Technik der Amerikaner als “göttlich” oder “magisch” und vom Himmel gekommen. Zum Teil auch die Soldaten selbst. Auch Prinz Philip, der nun 99jährige Duke of Edinburgh und Prinzgemahl der britischen Königin Elisabeth II., wird in einem dieser Kulte “vergöttlicht”. Bizarre und zugleich faszinierende Kulte, wie Ihr in diesem Artikel erfahrt.


Zeitalter der Entdeckungen

Die heutige Welt wimmelt von Religionen, Kulten und Sekten. Es existieren nicht nur die vier großen Weltreligion Islam, Judentum, Hinduismus und Christentum, sondern unzählige große und kleine Religionen, Kulte und Glaubensvorstellungen neben diesen.

Vor Jahrhunderten war es nicht anders. Auch schon damals existierten auf Erden nicht zu zählende Kulte und Glaubensrichtungen und praktisch jedes Volk der Erde hat seine eigene und oftmals unabhängige Religion. Weltanschauungen, die sich teilweise regional in ganz unterschiedliche Richtungen entwickelten. Götter, mythischen Helden, himmlische oder schlicht überirdische Wesen oder Ahnengeister, die lokal in unterschiedlichen Variationen verehrt wurden.

Im 15. Jahrhundert änderte sich das Bild der Welt schlagartig, als Christoph Kolumbus  eine schon sehr lange kursierende Idee endgültig beweisen wollte: Er plante Indien auf dem Seeweg zu erreichen, in dem er “verkehrt herum” in das Land der Gewürze und Reichtümer fuhr. Da die Erde rund sei, müsste man mit einem Schiff nur lange genug in Richtung Westen segeln und so würde man irgendwann die Küste Indiens erreichen.

Diese Vorstellung war fast richtig. So segelte Kolumbus mit drei Schiffen 33 Tage lang in Richtung Westen und betrat am 12. Oktober 1492 die Insel San Salvador; eine Insel der Bahamas-Gruppe in der Karibik. Er und seine Besatzung waren sicher, sie hätten Asien erreicht und den westlichen Seeweg nach Indien gefunden. Natürlich war diese Annahme falsch, wie heute jeder weiß. Kolumbus hatte den amerikanischen Kontinent (wieder) entdeckt. Damals ahnte niemand (heißt es zumindest!), dass zwischen Europa und Asien noch ein gewaltiger Doppelkontinent liegt.

Der Grundstein großartiger Entdeckungen und seltsamer Geschehnisse war gelegt.

“Göttliche” Seefahrer aus Europa

Kolumbus und seine Männer betraten San Salvador und trafen sogleich auf Eingeborene. Und diese waren alles andere als feindlich gesinnt. Der Sohn von Christoph Kolumbus hielt fest:

Wir bemerkten zwei oder drei Siedlungen, und das Volk der Eingeborenen rief uns an und dankte Gott. Einige brachten Wasser, andere brachten uns zu essen […] Wir verstanden, dass sie uns fragten, ob wir vom Himmel kämen.

Vom Himmel? In der Tat hielten die Ureinwohner von San Salvador die fremden, weißen und bärtigen Männer mit ihren riesigen Schiffen und in ihren seltsamen Kleidern für eine Art Götter. Für irgendwie “fremde Wesen” einer ebenso “fremden Welt”. Was im Grunde auch zutraf. Eine Tatsache, die sich rund 30 Jahre später in erschreckender Weise wiederholen sollte.

1519 landete Hernando Cortez mit elf Schiffen und einigen hundert Männern an der Ostküste Mexikos. Kein besiedeltes Land, denn dort existierte unter anderem das riesige Imperium der mächtigen Azteken, dessen ehemalige Hauptstadt Tenochtitlan heute Mexiko-City ist. Die Azteken glaubten an einen Gott mit dem Namen Quetzalcoatl, der, so ihre Überlieferungen, eines Tages wiederkehren würde.

Diesen Gott sahen die Azteken in dem fremdartigen Cortez, der mit mächtigen Schiffen und zahlreichen seltsamen Männern und Geräten über das Meer gekommen war. Ein Umstand, der bei der Eroberung des riesigen Azteken-Reiches sehr hilfreich war, denn Montezuma, König der Azteken, wagte es erst nicht Widerstand zu leisten und empfing freiwillig den Spanier in seiner Hauptstadt. In wieweit die eingeborenen Azteken allerdings tatsächlich Cortez und seine plündernden Spanier für “Götter” hielten, ist aber heute umstritten. Einige Historiker halten diese Aussagen für Propaganda bzw. Irrtümer der spanischen Chronisten.

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Solche Beispiele gibt es zahlreich aus dem Zeitalter der Entdeckungen. Ureinwohner der erkundeten Länder und Inseln sahen sich plötzlich fremdartigen Menschen gegenüber, dessen Herkunft sie sich nicht erklären konnten. Auch beim Untergang der legendären Kultur auf der Osterinsel im Pazifik scheint dies eine große Rolle gespielt haben. Zumindest indirekt, wie in diesem Blog-Artikel HIER beschrieben (s. a. Video HIER)

So etwa auch der legendäre Entdecker Cook 1779 auf Hawaii. Als James Cook die Inseln erreichte, betrat ein hoher Würdenträger der Ureinwohner Cooks Schiff “Resolution” und schmückte den Entdecker mit einem roten Umhang. Der Indio sah in Cook den legendären Helden Rono, der einstmals Hawaii verließ und inzwischen dort als Gottheit verehrt wurde. Dennoch wurde Cook später von Insulanern erschlagen, als sie ihren Irrtum erkannten …

Technik-Religionen

Doch nicht nur im Zeitalter der Entdeckungen sahen “primitive Eingeborene” in den Europäern Götter oder himmlische Wesen. Auch in moderner Zeit gibt es Beispiele, dass isoliert lebende Ureinwohner fremde Menschen und ihre Technologien als göttlich und magisch verehrten. Es entwickelten sich darauf regelrechte Technik-Religionen, die man heute in der Völkerkunde zusammenfassend Cargo-Kulte (Cargo steht für “Ware”, “Güter”) nennt.

Im Zweiten Weltkrieg tobte im Pazifik der Krieg zwischen den USA und dem Kaiserreich Japan. Japan hatte umfassende Expansionspläne und eroberte eine Insel nach der anderen, wurde letztlich aber doch geschlagen.

So kam es, dass im Frühjahr 1945 die USA die Region Hollandia (Neuguinea) zu einer Militärbasis ausbaute und dort bis zu 40.000 Soldaten mit ihrem militärischen Material stationierte. Auch ein Flugplatz wurde errichtet und pausenlos starteten und landeten Flugzeuge. Die eingeboren Papuas sahen staunend und voller Unverständnis und Unkenntnis dem regen Treiben der Amerikaner auf ihrem Land zu. Später verteilten die Soldaten auch kleine Geschenke an die Eingeborenen, wie es auch die frühen Entdecker wie etwa Kolumbus taten.

Doch nun geschah hier und auf anderen Inseln Neu-Guineas etwas Erstaunliches. Die Eingeborenen begannen aus Holz und Stroh Flugzeuge nachzubauen, die sie auf nachempfundenen Startbahnen stellten (s. Titelbild li.). Sie bauten Hallen und Funkmasten aus Holz und sprachen in hölzerne Mikrophone. Immer in dem Glauben, die “donnernden Himmelsvögel”, die US-Flugzeuge, wieder zur Erde zu locken. Eben genau so, wie sie es bei den amerikanischen Streitkräften gesehen haben. Es war die Geburt einer Art Religion, die lediglich auf der Unwissenheit der Eingeborenen gegenüber der modernen Technik beruhte

Ein ganz erstaunlicher Cargo-Kult existiert auf der Insel Tanna im südlichen Pazifik. Sie gehört zu einer Inselgruppe mit Namen Vanatu, die aus 80 Inseln besteht. Dort beten die Eingeborenen zu einem Messias mit dem Namen “John Frum“.

Die USA: Das “gelobte Land”

Seit über 60 Jahren ist dieser Kult nun bekannt und gibt bis dato Rätsel auf. Die Bewohner glauben an ein göttliches Wesen mit dem Namen John Frum und setzten diesen aufgrund christlicher Einflüsse der lokalen Missionare inzwischen mit Jesus Christus gleich. Die Wiederkehr von John Frum wird sehnsüchtig erwartet.

1942 war es dann so weit.

Soldaten, Schiffe und Flugzeug der USA erreichten das Eiland und die Bewohner erhielten von den Amerikanern Geschenke. Doch die Ureinwohner wollten mehr, mehr Cargo. So kam es, dass sich ein Ureinwohner mit Namen Neloiag als Reinkarnation ausgab und angeblich Rat wusste. Es wurden primitive Landepisten für die Himmelsvögel, die Flugzeuge der USA, angelegt und so wollte man diese göttlichen Vögel wieder auf die Erde locken um mehr Cargo beziehungsweise Geschenke zu bekommen.

Dr. Friedrich Steinbauer, Autor des Buches “Melanesische Cargokulte” (1971), ist sicher, dass es sich bei dieser Gottheit John Frum um eine erfundene Person handelt. Der Theologe konnte auch in seiner als Buch veröffentlichten Doktorarbeit 185 ähnliche Kulte nachweisen. Andere Forscher sind sicher, dass dieser John eine reale Person war, die sich einst auf der Insel aufhielt.

Beispielsweise der Mystery-Forscher, und Autor Walter-Jörg Langbein, der vor Ort auf Tanna den Kult beobachtete. Er ist sicher, dass es sich in Wahrheit um einen US-Soldaten gehandelt hat. Am 15. Februar 2004 konnte Langbein selber vor Ort beobachten, wie die Anhänger des Kultes mit Holzgewehren militärisch aufmarschieren, salutieren und Flaggen hissen. Alles zu ehren des Messias John Frum. Ebenso schreiben sich die Kultanhänger die Buchstaben USA auf den Körper; das gelobte Land, aus dem John Frum einst kam (s. Titelbild re.).

Auf diesem Blog finden Ihr HIER einen ausführlichen Artikel von Langbein darüber.

Prinz Philip: Ein Gott!

Von einem eher neuen Cargo-Kult, ebenfalls auf der Insel Tanna, berichtete beispielsweise die BBC schon 2007. Prinz Philip, Duke von Edinburgh und Ehemann der Königin von England, wird in diesem erstaunlichen Kult als eine Gottheit verehrt. Der Prinzgemahl, der am 10. Juni 2020 99 Jahre alt wurde, ist in seiner Heimat Großbritannien überaus beliebt. Doch so beliebt, wie in der “Prinz-Philip-Bewegung” von Teilen der Bevölkerung im Süden Tannas, dann doch nicht.

Die Anhänger des Kultes sehen in Prince Philip einen Berggeist der Insel und verehren Fotos des Prinzen. Chief Jack Naiva, Ältester des Stammes vom Dorf  Yaohnanen, berichtete der BBC, dass dieser Kult seit den sechziger Jahren existiert. Damals war die Insel noch Kolonialbesitz des britischen Königreiches. Eine Legende der Einwohner spricht von dem hellhäutigen Sohn eines lokalen Berggeistes, der laut Legende zur See fuhr, um auf diesem Wege eine angemessene Gemahlin zu finden.

Diese Legende wurde von den Kultanhängern der Insel mit dem Leben von Prinz Philip verwoben, der mit der englischen Monarchin tatsächlich eine mächtige Gemahlin hat. Ursprung dieses Cargo-Kultes um Prinz Philip könnte die “Religion” um John Frum sein, da er auch als Sohn von diesen angesehen wird.

Die rund 400 Gläubigen des Philip-Kultes erhielten im Jahre 1974 tatsächlich eine Bestätigung des Glaubens. Damals besuchte die britische Königin Elisabeth II. zusammen mit Prince Philip mit großem Pomp auf der königlichen Yacht “Britannia”die Insel. Die Gläubigen dachten, der hellhäutige Sohn des Berggeistes sei zurückgekommen um seine machtvolle Gemahlin zu präsentieren, die er nach langer Suche letztlich gefunden hatte.

Göttliche Geschenke aus Großbritannien

1978 wurde der Prinz von den dortigen Vertretern der britischen Regierung offiziell informiert, dass er nun ein “Gott” sei. Als Dank schickte Prinz Philip signierte Fotos und Geschenke. Später (1980 und 2000) folgten weitere Fotos des Prinzen für seine “Gläubigen”, auf denen er auch eine traditionelle Jagdwaffe seiner Anhänger hält. Diese hatten sie ihrem Gott zuvor geschickt. Selbst einige Vertreter des Kultes reisten später nach Großbritannien.

Im Jahr 2009 nahm sich auch der Fernsehen dieser Religion um den Prinzen an. So entstand die dreiteilige Dokumentation “Besuch aus der Südsee” auf dem Sender Arte, im Zuge dessen Stammesangehörige nach Großbritannien kamen. Fraglich, inwieweit hier noch ein echter Glaube, eine echte Religion mit dem Prinzen als Gott oder Messias, im Bewusstsein der Bevölkerung verankert sein wird.

Die Zeitung “Der Westen” kommentierte  die Dokumentation und die “Prinz-Philip-Bewegung” am 3. Juni 2009 mit den Worten:

Obwohl die Kulturen an beiden Polen der Welt unterschiedlicher nicht sein können, gibt es ein verbindendes Element, das die Dokumentation wie ein roter Faden durchläuft: Der Häuptling möchte Prinz Philipp animieren, nach Tanna zurückzukehren. Denn auf dem Südsee-Atoll wird der Geist des Kronprinzen als Gott verehrt.

Wenn er seinen Dienst in England verrichtet hat, sollte er in seine Heimat am anderen Ende der Welt zurückkehren, glauben die Männer. Sie schaffen es tatsächlich, eine Audienz beim Prinzen zu bekommen.”

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die Madonna von Guadalupe: Gerüchte und wilde Spekulationen um die Tilma von Guadalupe (Artikel)

Die Madonna von Guadalupe: Gerüchte und wilde Spekulationen um die Tilma von Guadalupe (Bild: Fischinger-Online)
Die Madonna von Guadalupe: Gerüchte und wilde Spekulationen um die Tilma von Guadalupe (Bild: Fischinger-Online)

Im Dezember 1531 soll es im heutigen Mexiko-City zu einer Reihe von Marienerscheinungen gekommen sein, die der Azteke Juan Diego dort erlebte. Höhepunkt war ein ein Wunder – das Wunder von Guadalupe. Vor den Augen einer Reihe von Zeugen soll sich farbiges Bildnis der Jungfrau Maria auf einem Kleidungsstück des Diego aus dem Nichts gebildet haben: Die heute als Tilma von Guadalupe verehrte Reliquie in dem gleichnamigen Wallfahrtsort in Mexiko. Die größte ihrer Art weltweit. Für Gläubige ein Wunder des Himmels, zu dem Millionen Menschen pilgern. Doch es gab schon im 16. Jahrhundert Kritiken und mehr Gerüchte über die Tilma von Guadalupe, als je zuvor. Was genau es damit auf sich hat und welche frommen Spekulationen dazu seit Jahren kursieren, erfahrt Ihr in diesem Blog-Artikel.


Das Wunder von Guadalupe 1531

Im Jahre 1531 soll mitten im heutigen Mexiko-City ein Wunder geschehen sein: Mehrfach begegnete der Indio Juan Diego auf einem kleinen Hügel einer rätselhaften Erscheinung, die „vom Himmel“ kam. Die Frauengestalt sprach mit ihm, erteilte ihm Botschaften bzw. Aufträge, die er unter anderem dem damaligen Bischof überbringen sollte. Letztlich kündigte die Erscheinung ein großes Wunder an. „Damit alle glauben“.

Vorgestellt hatte sich die schöne Dame vom Himmel als Mutter Maria – die Gottesmutter.

Dieses angekündigte Wunder zum Abschluss der Marienerscheinungen von Guadalupe, wie die Ereignisse heute bekannt sind, war ein plötzlich erscheinendes Bild der Jungfrau Maria auf dem Umhang des Diego. Vor den Augen des Bischofs Juan de Zumárraga und anderer Anwesenden „manifestierte“ sich diese Abbildung auf der sogenannten „Tima“ (eine Art Poncho der Azteken) des Juan Diego. Zumárraga, 1531 der erste Bischof von Mexiko-City, dem damaligen Tenochtitlan, der Hauptstadt der Azteken, war durch dieses Wunder überzeugt. Hier wirkte wirklich die Mutter Gottes, war er sich sicher.

In dem Text „Nican Mopohua“ (1540 – 1550), dem Urtext zu den Ereignissen von Guadalupe, heißt es zu diesem Höhepunkt der Erscheinungen:

Und als der regierende Bischof es sah, und alle die dort waren, knieten sie nieder, bewunderten sie es sehr, sie standen auf, um es zu sehen, sie waren traurig, sie betrübten sich, das Herz, die Gedanken erstaunt.

Und der regierende Bischof bat ihn mit Weinen, in Betrübnis, er begehrte von ihm Verzeihung, dass er nicht gleich ihren Willen, ihren ehrwürdigen Hauch, ihr ehrwürdiges Wort ausgeführt hatte.“ (Verse 185-187)

In den Folgejahren wurde der Ort der Marienerscheinungen immer weiter ausgebaut und mit Kapellen und Kirchen versehen. Heute ist dieser Hügel mit dem Namen Tepeyac in Mexico-City die größte Wallfahrtsstätte der Welt – Guadalupe. Und die wundersamen Erscheinungen der Madonna sind als „Unsere Liebe Frau von Guadalupe“ unter Gläubigen weltweit bekannt. Genauer gesagt ist ihr Abbild darunter bekannt. Denn das Bild der Mutter Gottes, das 1531 durch ein himmlisches Zeichen oder Wunder auf der Tilma des Juan Diego erschien, wird dort bis auf den heutigen Tag verehrt.

Herkunft? Der Himmel!

Mehr als 20 Millionen(!) Pilger reisen jedes Jahr nach Guadalupe, um das 142,24 Zentimeter hohe Bildnis der Madonna zu sehen und dort zu beten. Ein sogenanntes „Gnadenbild“ der Katholischen Kirche, das sich von allen anderen in der Welt enorm unterscheidet.

Zu einem durch die angebliche Herkunft von Gott, dem Himmel oder eben durch die Mutter Gottes selbst. Durch ihre überirdische – göttliche – Macht hat sie bewirkt, dass das Bildnis auf der Tilma erschien. Inklusive einer Vorankündigung.

Dann unterscheidet es sich vor allem dadurch, dass die genaue Herkunft der Tilma lückenlos bis heute dokumentiert ist (sofern nicht längst heimlich durch eine Kopie ausgetauscht): Erschienen am 12. Dezember 1531 im Bischofssitz von Mexiko-Stadt, von dort kam sie später in eine erste dafür erbaute Kapelle auf dem Tepeyac und 1709 in die erste Basilika. Seit 1976 befindet sich das Abbild in der neu errichteten Basilika von Guadalupe. Eine der größten Kirchen der Welt, in der 40.000 Menschen (stehend) Platz haben! Das unterstreicht sehr deutlich den Stellenwert der Madonna von Guadalupe in der Kirche.

Nicht weniger wie die Tatsache, dass Papst Johannes Paul II. zwischen 1979 und 2002 fünfmal den Wallfahrtort besuchte. Mit den Worten „sei gegrüßt, du Mutter Lateinamerikas“, eröffnete Johannes Paul II. am 27. Januar 1979 seine Rede an der Wallfahrtsstätte. Dabei sprach er von einem „entscheidenden Einfluss auf das christliche Leben des mexikanischen Volkes“, den die Marienerscheinungen und das Wunder von Guadalupe ausgeübt hätten.

Die im 16. Jahrhundert auf 167,64 mal 94,15 Zentimeter zugeschnittene Tilma unterscheidet sich letztlich auch von ihrer „Machart“ her von allen anderen Reliquien dieser Art. Man denke hier an das Grabtuch von Turin, den Schleier von Manoppello oder auch das Schweißtuch von Oviedo. Oder auch an die unzähligen angeblichen Abbildungen der Mutter Gottes oder Jesus, die überall auf der Welt immer wieder entdeckt werden. Denn was man auf dem Tuch sieht, ist eindeutig. Hier gibt es keinen Spielraum für Interpretationen. Zu sehen ist klar und deutlich die Madonna in prachtvollen Farben.

Azteken “sind keine Menschen”

Die Bedeutung der Madonna von Guadalupe und ihres Heiligtums in Mexiko-City innerhalb der katholischen Kirche kann man nicht deutlich genug unterstreichen. Selbst der Umstand, dass nach dem Wunder rund zehn Millionen Azteken zum Christentum übertraten, wird mit diesen Erscheinungen in Verbindung gebracht. Die spanische Eroberung und die Zerschlagung des Aztekenreiches durch die Spanier waren zu diesem Zeitpunkt erst genau zehn Jahre her.

Hierzu muss man sagen: Die spanischen Eroberer, die Konquistadores unter Hernán Cortés, wüteten bei der Eroberung Mexikos und der Vernichtung des Aztekenreiches im ganzen Land. Raub, Vergewaltigung, Mord, Zerstörung und Plünderung der Heiligtümer waren an der Tagesordnung. Die Gier nach Gold war ihr Antrieb. Sogar Cortés selber wurde wegen zweifachen Mordes 1528 angeklagt und musste nach Spanien zurück, um sich vor Kaiser Karl V. zu verteidigen – wurde aber freigesprochen.

Cortés selber sah in den Indios keine Menschen, sondern Tiere ohne Seele. So könne man die Bewohner Mittelamerikas eben auch so behandeln. Dies sei, so heißt es immer wieder, der Grund warum so viele Azteken mehr oder weniger freiwillig Christen wurden. Jedoch hat der damalige Papst Paul III. bereits versucht dem Treiben Einhalt zu gebieten. Er erließ am 12. Juni 1537 die Bulle „Sublimis Deus“. Eine offizielle päpstliche Erklärung, in der der Papst deutlich machte, dass die Indios sehr wohl vernunftbegabte Menschen mit Seele sind.

Heute unvorstellbar. Nun könnte man meinen, dass für die Katholische Kirche das Abbild der Jungfrau Maria auf der Tilma eben eines Azteken gerade zur rechten Zeit kam. Im Prinzip stimmt das auch. Doch auch das sorgte für Streit. Alonso de Montufar, der Zumárraga als Bischof in Mexiko-City folgte, hielt als erster eine Predigt unter der Tilma – um sogleich harsche Kritik anderer Christen auf sich zu ziehen. Der aus Europa auch in Mexiko angekommene Protestantismus sprach von Götzendienst. Die Anbetung von Bildern und anderen Objekten dieser Art war nichts als Teufelsanbetung. Eben ein heidnisches Treiben, wie bei den Azteken mit ihren Götzen.

Streit um die Tilma von Guadalupe

Angesichts des dadurch um sich greifenden Streites ist es fraglich, aus welchen Gründen genau Millionen „Heiden“ zum Christentum übertraten. Für Protestanten blieben sie Götzendiener …

Natürlich ist neben den Marienerscheinungen auch das Abbild auf der Tilma selbst bis heute umstritten. Innerhalb des Christentums genauso wie bei den Skeptikern. Während die einen sagen, dass sind Wunder Gottes und des Himmels, lehnen andere Christen die Verehrung von solchen Reliquien und den Kult um die Jungfrau Maria bis heute rund weg ab. Dass in der Vatikanischen Krypta unter dem Petersdom, dort, wo die Päpste ihre letzte Ruhe finden, auch nur ein Bild – und zwar das von der Madonna von Guadalupe in einer Altarnische – hängt, macht die Sache nicht besser.

Andere Kritiker aus dem nicht religiösen Bereich sehen das alles noch weitaus fragwürdiger. Das Bild der Madonna sei nichts als ein Gemälde und damit ein Fake der Kirche. Vielleicht strategisch angefertigt, damit die Azteken konvertieren. Juan Diego selber als Auserwählter der „vollkommenen heilige Jungfrau Maria, die Mutter des einzigwahren Gottes“, wie sie sich ihm laut „Nican Mopohua“ (Vers 26) unter anderem vorstellte, habe auch nie existiert. So die nüchternen Zweifler.

Dass Johannes Paul II. Diego am 31. Juli 2002 Heilig sprach, ist dabei Öl im Feuer der Kirchenkritiker. Nicht minder wie der Umstand, dass die Katholische Kirche Guadalupe und all die Wunder natürlich als eben solche längst anerkannt hat.

Die Ereignisse von 1531 bis heute rund um diese Marienerscheinungen sind sehr vielschichtig. Auch diesem Blog habe ich mehrfach in Artikeln darüber berichtet. Ebenso in meinem Buch „Das Wunder von Guadalupe“ (2007), in dem sämtliche Details umfangreich dargelegt wurden.

Trotz aller Skepsis und obwohl niemand beweisen kann, dass hier „der Himmel“ am Werk war, verleiten Objekte dieser Art viele Menschen zu Spekulationen. Und das schließt ausdrücklich die Gläubigen mit ein. Gerade bei Reliquien aller Art werden immer wieder und sehr gerne die verschiedensten Querverbindungen gezogen. Ergänzt mit dem Glauben, dass solche Objekte der Verehrung Wunder bewirken können. Bei der Madonna von Guadalupe war und ist das nicht anders, wie ich es im oben genannten Buch aufzeige.

Die himmlische Frau und der Drache

Doch die „Liebe Frau von Guadalupe“ soll auch in direkten Zusammenhang mit der Apokalypse des Johannes stehen. Jenem rätselhaften letzten Buch der Bibel, in dem wir unter der Überschrift „Vision von der Frau und dem Drachen“ folgendes lesen:

Und ein großes Zeichen erschien im Himmel: ein Weib, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupte eine Krone mit zwölf Sternen. Und sie war schwanger und schrie in Wehen und Schmerzen der Geburt.“ (12,1-2)

Diese „Vision“ aus der Offenbarung wird hin und wieder mit der Madonna auf der Tilma von Guadalupe verglichen. (Übrigens auch mit diversen „Prophezeiungen“ vom Ende der Welt und diversen Sternenkonstellationen…)

Warum?

Die vermeintliche „Vision“ der Offenbarung spricht von einer im Licht der Sonne gekleideten Frau, unter deren Füßen sich der Mond befindet. Das stimmt mit der Tilma und den Erscheinungen des Juan Diego auf dem Tepeyac durchaus überein. Bedenken muss man aber, dass die Mondsichel auf der Tilma auch eine nachträgliche Malerei sein könnte. Es ist nicht ganz klar, ob die ursprüngliche Frauengestalt auf der Tilma tatsächlich auf einer Mondsichel stand. Untersuchungen zeigten, dass genau an dieser Stelle Farbe nachweisbar ist (an vielen anderen wiederum findet sich nichts dergleichen).

Nicht ausgeschlossen ist aber auch, dass es Ausbesserungen sind. Zum Beispiel nachdem 1791 bei einem Unfall Salpetersäure über das Bild lief. Es ist ja nicht einmal klar wann genau und warum durch wen die Tilma im 16. Jahrhundert auf ihre heutigen Maße zugeschnitten wurde.

Ein “schwangeres Bild”?

Dennoch haben schon die Gläubigen im 16. Jahrhundert diese biblischen Verse auf die Erscheinungen der Gottesmutter in Guadalupe übertragen. Doch es gibt einen klaren Unterschied zwischen biblischer Überlieferung und der Tilma-Abbildung. Die Bibel spricht von einer schwangeren Frau, ja, sie berichtet sogar, dass die himmlische Dame in den Wehen liegen würde. Betrachten wir uns die prachtvolle Madonna auf der Tilma in Guadalupe, so ist von einer Schwangerschaft eindeutig nichts zu sehen.

Etwas ganz anderes besagen dazu aber fromme Gerüchte, die seit Jahren im Internet kursieren. Denn schon vor über 20 Jahren soll bei der Tilma eine neuerliche und sensationelle Entdeckung gemacht worden sein. Forschungen sollen laut der bis heute online kursierenden Meldung bewiesen haben, dass die Madonna auf der Tilma schwanger ist.

Hier die Meldung im Wortlaut, die auf verschiedenen Webseiten im Internet noch immer zu finden ist:

Maria in Erwartung

Die Jungfrau von Guadalupe hat jene sieben typischen schwarzen Schleifen über ihren Schoss, die alle Azteken sofort zu deuten wussten: Diese Frau ist in Erwartung. Um das zu bestätigen, wurde 1991 die mexikanische Bischofskonferenz gebeten, ein Phonogramm, eine Geburtshilfeuntersuchung zur Aufzeichnung der Herztöne eines Ungeborenen, am Bild vorzunehmen zu lassen. 1995 machte P. Maria Rojas, Professor der Päpstlichen Universität Mexikos, daraufhin mit Hilfe der Herztonuntersuchung die unglaubliche Entdeckung: auf dem Bild waren im Bereich des Schoßes Mariens eindeutig Herztöne hörbar. Zudem zeigten Videoaufnahmen des Regisseurs John Bird an derselben Stelle Bewegungen wie bei einer Frau im letzten Schwangerschaftsstadium.

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Nach dieser revolutionierenden Entdeckung untersuchte der bekannte Gynäkologe Dr. Carlos Fernandez del Castilo im Auftrag von Professor Rojas erneut das Bild der Tilma. Dabei konnte er in einem abschließenden Gutachten die bereits vorliegenden Befunde bestätigen. Demnach erwartet die Frau auf dem Guadalupebild eindeutig ein Kind, das mit dem Kopf nach unten in so genannter linker Position in ihrem Schoß liegt. Der Arzt schließt seinen Bericht mit dem Hinweis, dass es sich um eine normale, gesunde Schwangerschaft handelt und die Geburt des Kindes nahe bevorsteht.“

Ohne Frage klingt die Aussage dieser Meldung nach einer Sensation. Ein Tilma-Bild, auf dem die Bewegung eines Ungeborenen nachweisbar ist, ist fraglos mehr als nur spektakulär.

Die Herzschläge von Jesus

Damit nicht genug, denn spätestens am 27. Februar 2016 verschärfte die „The American Society of the Defense of Tradition, Family an Property“ dieses Gerücht. In einem Artikel für die Gesellschaft schrieb Norman Fulkerson unter anderem:

Die schwarze Schärpe mit Schleife, die sie (die Madonna auf der Tilma, Anm. LAF) um die Taille trägt, war unter aztekischen Frauen üblich, um anzuzeigen, dass sie ein Kind erwartet. Diese Tatsache wurde auf wundersame Weise von Carlos Fernandez del Castillo, einem führenden mexikanischen Gynäkologen, bestätigt. Nachdem er das Bild untersucht hatte, beschloss er, ein Stethoskop direkt unter der Schärpe zu platzieren. Er war erstaunt, die rhythmische Herzfrequenz von 115 Schlägen pro Minute zu hören. Die gleiche wie die eines Babys im Mutterleib.“

Herztöne eines Ungeborenen aus dem Leib eines Frauenbildes? Wenn das nicht spektakulär ist, was dann?

Die einschlägige Tilma-Literatur indes schweigt sich über diese Berichte weitestgehend aus. Eine Ausnahme ist der Geistliche Johannes Dieter Becker, der diese 2014 in seinem Buch „Das Lied von Guadalupe“ beiläufig erwähnt. Nach Becker, der unter dem glühenden Marienverherer Papst Johannes Paul II. Kaplan war, seien diese Entdeckungen an der Tilma 1995 gemacht worden. Eine exakte Quelle benennt der Träger des Deutschen Bundesverdienstkreuzes und von Papst Benedikt XVI. 2008 sogar zum „Apostolischen Protonatar“ ernannte Becker nicht. Er schreibt lediglich:

Forscher der Universität Mexiko untersuchten das Gnadenbild und sind sicher, Herztöne eines Ungeborenen im Bauchbereich der Jungfrau Maria zu vernehmen, sie ist schwanger: Geburt Jesu 25. Dezember!

Filmaufnahmen des Wissenschaftlers Jon Bird sollen Bewegungen eines Ungeborenen auf dem Tilmabild zeigen und der Gynäkologe Dr. Carlos Fernandez del Castilo bestätigt die Entdeckung. Ist es ein Gerücht? – Abwarten!

Fromme Märchen?

War Becker als tief religiöser und erfolgreicher Kirchenmann einem Irrtum aufgesessen? Immerhin ist er offenkundig auch ein Verehrer der Madonna von Guadalupe, wie es eine Passage in seinem Buch deutlich macht. Darin schreibt er, dass er 1999 ein Benediktinerkloster in Santa Rosa, Brasilien, zu Ehren der Gottesmutter gründete. „Die Klosterkirche ist Unserer Frau von Guadalupe – Mutter Amerikas geweiht“, so Becker.

Auch die Quelle des oben zitierten Artikels der „The American Society of the Defense of Tradition, Family an Property“ ist sehr zweifelhaft. Denn darin wird sich auf den Artikel „Miraculous Image of Our Lady of Guadalupe“ berufen, der am 2. April 2012 auf dem Blog „Infallible Catholic“ („Unfehlbarer Katholik“) erschien. Ohne Quellenangabe heißt es dort:

Carlos Fernandez del Castillo, ein Gynäkologe, untersuchte das Bild und hat festgestellt, dass die gynäkologischen Messungen Unserer Lieben Frau (zeigten), dass sie schwanger ist. Vollkommen im Einklang mit dem Stadium der Schwangerschaft am 9. Dezember für Jesus Geburt am Weihnachtstag auftreten.

Ein Stethoskop wurde unter dem schwarzen Band an der Taille Unserer Dame (ein Zeichen, dass sie schwanger ist) gelegt und man hörte rhythmische wiederholende Takte bei 115 Schlägen pro Minute. Die gleichen, wie die eines Baby im Mutterleib.“

Zum genannten Datum 9. Dezember ist zu sagen, dass dies der Tag war, als Juan Diego 1531 zum ersten Mal auf dem Tepeyac der Erscheinung der Gottesmutter begegnet ist.

“Wahrheit und Lüge”

Solche religiösen Aussagen waren auch auf dem Blog „Infallible Catholic“ einem Priester namens Anthony Gerber zu viel. Zumindest nannte sich diese Person am 13. Dezember 2014 so, als sie den dortigen Artikel kommentierte. Hier seien „Wahrheit und Lüge“ vermischt worden, da niemals solche Herztöne durch ein Stethoskop nachgewiesen worden sind, so Gerber. Er selber habe mit Verantwortlichen bzw. nahen Beteiligten der Heiligsprechung des Juan Diego gesprochen, die solche Entdeckungen dementierten. Konkret nennt er Pater Eduardo Chavez, dem Postulator der Heiligsprechung von Juan Diego und Mitgründer sowie Dekan des „Instituts für Guadalupe-Studien“ („INTERLUPE“) und Ehrenkanon der Basilika von Guadalupe.

Anonyme Folgekommentare warfen auf dem Blog dann wieder Gerber vor, er sei ganz einfach ein Ungläubiger. Dass er „diese wundersamen Tatsachen“ ignoriert, solle „Schande“ über ihn bringen, da sein Vorwurf der Unwahrheit eine „Todsünde“ sei.

Abgesehen von der sicher nicht unberechtigten Frage, wie man auf die Idee kommt, mit einem Stethoskop ein Bild abzuhören, ist die Quellenlage also sehr fragwürdig. Mich erinnert das an eine Szene aus dem ersten Teil der erfolgreichen Kinokomödie „Ghostbusters“ von 1984, als einer der Geisterjäger mit eben genau so einem Stethoskop den Geräuschen eines Geistes in einem Tisch lauscht …

Spätestens im Jahr 2000 verbreitete sich diese religiöse Sensationsmeldung im Internet. Eine – wenn nicht die – erste Verbreitung erfolgte um 2000 durch die Webseite der „Br.-Thomas-Apostolatsgemeinschaft“. Dahinter steckt ein „Bruder Johannes-Markus“, der seit 1998 selber ein Seher ist und Botschaften von Maria und Gott persönlich empfangen will. Auslöser war eine Pilgerreise nach Medjugorje in Bosnien und Herzegowina. Ebenfalls ein Ort von Marienerscheinungen, wie es von den Gläubigen heißt (s. auch HIER). Von diesem angeblichen Seher stammt die oben zitierte Meldung, die von dort aus viral unter den Gläubigen ging.

Die Tilma schweigt

Die Mystery-Autorin Gisela Ermel, die unter anderem 2002 ein Buch über die Tilma von Guadalupe veröffentlichte, schrieb in dem Magazin „Sagenhafte Zeiten“ (Nr. 5/2005) dazu, dass Bruder Johannes-Markus diese Erkenntnisse auch nur aus einer Sekundärquelle habe. Auf Nachfrage teilte er ihr mit, dass er „die Informationen aus einer Broschüre während eines ‚Bischöflichen Projekts‘ abgeschrieben (habe); wo und wann war nicht zu erfahren“, so Ermel. Und weiter:

Auch Anfragen bei der für Forschung zuständigen Stelle der Basilika von Guadalupe und verschiedenen Forschungsgesellschaften wie INTERLUPE (Zentrum für Guadalupe-Studien in Mexico-City) ergaben nichts anderes. Nirgends hatte man von einer derartigen Entdeckung oder Beobachtung auch nur andeutungsweise gehört.

Auffindbar ist jedoch der in der Meldung erwähnte Film von John Bird, der angeblich diese Beweise zeige. Dieser wurde für 65 Dollar im Rahmen einer Videoreihe in vier Teilen über Orte in Portugal, Spanien, Afrika, USA und Mexiko, die für Marienerscheinungen bekannt sind, vertrieben. Die Serie nennt sich „River of Light“ und wurde unter anderem in den USA von der „Mary´s Media Foundation“, New York, vertrieben. Die Foundation ist eine gemeinnützige Vereinigung, die es sich zu Aufgabe gemacht hat Informationen über die Jungfrau Maria zu verbreiten. Finanziell wird die Foundation von der katholischen Kirche getragen. Und im Rahmen dieser Videoreihe taucht tatsächlich auch der Film von Bird und der Tilma von Guadalupe auf. Enthalten im 4. Teil der Filmreihe.

Doch der Film von Bird zeigt keinerlei Bewegung auf der Tilma; nicht die Spur einer schwangeren Maria und eines ungeborenen Jesus-Baby sind nachweisbar. John Bird selber bestätigt, dass er und auch keiner aus seinem Mitarbeiterteam jemals ein Ungeborenes bei ihren Filmarbeiten zur Tilma beobachtet haben. Ermel dazu schon 2005:

Eine schriftliche Anfrage bei dem Regisseur John Bird ergab, dass er und sein Team etwas Derartiges weder beim Filmen noch beim Bearbeiten des Filmmaterials bemerkt hätten.“

Für Ermel ist das erneut ein Beweis, „wie kritisch man mit derartigen Berichten umgehen muss“, wie sie ganz richtig schreibt.

Ein Zeichen der Jungfrau von Guadalupe …

Kritik und Skepsis sind aber in der Religion und beim Glauben sehr oft Mangelware. Da hilft auch nicht der geflügelte Ausspruch „Gottes Wege sind unergründlich“ etwas. Außer für die Gläubigen, natürlich.

Das zeigte sich auch 2007. In seinem kritischen Buch „Belichtete Augen“ (2011) schreibt Bernd Stiegler über dieses angebliche Mysterium des Glaubens:

Und der Gynäkologe Dr. Carlos Fernandez del Castillo kann schließlich sogar die Lage des Kindes identifizieren: Es liegt mit dem Kopf nach unten in linker Position. Und solche Bilder sind nicht ohne klare Botschaft: In den diversen Diskussionsforen zur Jungfrau von Guadalupe findet sich ein weiteres Dokument einer vermeintlichen visuellen Offenbarung, das nun einen Lichtreflex als Zeichen für den Schutz des ungeborenen Lebens deutet: Am 24 April 2007, just zu dem Zeitpunkt, als der Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche in Mexiko legalisiert wird, erblickten viele Pilger eine besondere Lichterscheinung auf dem Gnadenbild.“

Wirklich eine Warnung des Himmels bzw. der Jungfrau von Guadalupe? Oder doch eben nur ein religiös umgedeuteter Lichtreflex, wie es auch Stiegler sieht? Weiter zitiert Stiegler dazu von einer heute nicht mehr erreichbaren Webseite:

Ein Fotograf hat das Bild untersucht und festgestellt, dass das Licht, das einen Embryo im Mutterschoß zeigt, kein Reflex ist, sondern aus dem Bild selbst herauskommt.“

Eine erstaunliche “Analyse”

Diese „Analyse“ des Fotografen wäre schon eine erstaunliche Leistung. Denn besucht man die Basilika von Guadalupe mit der Tilma wird man sehr schnell feststellen, dass man das Objekt aus verschiedenen Gründen überhaupt nicht genau sehen geschweige denn fotografieren kann. Es hängt in luftiger Höhe über dem Altar, und die Besucher fahren auf Laufbändern hinter und unter dem Altar an dem Bild vorbei. So werden Staus durch den Andrang der Betenden und natürlich auch all jener vermieden, die es fotografieren wollen.

Mit einem guten Objektiv im Inneren der Basilika ist aber das kein Problem. Dabei hängt das Abbildung natürlich nicht frei in seinem Rahmen, sondern ist hinter einer dicken Glasscheibe zum Schutz gesichert (am 14. November 1921 gab es einen Bombenanschlag auf die Tilma). Und was eignet sich besser für eine Lichtreflexion als (Panzer)glas? Und wie sieht ein derartiger Reflex eigentlich aus, dass man darin „einen Embryo im Mutterschoß“ erkennen kann, der „aus dem Bild selbst herauskommt“, wie es Stiegler zitiert?

Somit scheint es sich abzuzeichnen, dass die Meldung eine Ente ist. Auch wenn sie noch immer auf unterschiedlichen Seiten im Internet zitiert wird.

Bedenken muss man auch, dass in der Meldung davon die Rede ist, dass „die Geburt des Kindes nahe bevorsteht“. Angeblich ermittelt durch die Frequenz des Herzschlages. Schon ein flüchtiger Blick auf die kunstvolle Abbildung der „Königin des Himmels“ auf der Tilma zeigt, dass von einem „Babybauch“ nichts zu sehen ist.

Ebenso ist vollkommen unklar, was der Bericht mit den „sieben typischen schwarzen Schleifen über ihren Schoß“ meint (mehr HIER). Diese finden sich nicht auf der Tilma. Zumindest ich zähle dort, direkt unter den Händen, nur fünf schwarze „Bänder“.

Wie also sollten 1531 „alle Azteken sofort“ gewusst haben, dass dies ein Zeichen für die Schwangerschaft der abgebildeten Gottesmutter ist?

Video zum Thema

Das Wunder von Guadalupe - Vortrag von Lars A. Fischinger von 2009

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Lars A. Fischinger

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Tenochtitlán – Die sagenhafte Hauptstadt der Azteken: Archäologen auf den Spuren ihrer Gründung (Artikel)

Das Allerheiligste im Zentrum von Tenochtitlan – Der sagenhaften Hauptstadt der Azteken (Bild: Fischinger-Online)
Das Allerheiligste im Zentrum von Tenochtitlan – Der sagenhaften Hauptstadt der Azteken (Bild: Fischinger-Online)

Dort, wo heute die riesige Metropole Mexiko-City liegt, erhob sich einst die Stadt Tenochtitlán. Die längst zerstörte Hauptstadt des mächtigen Reiches der Azteken, das im 16. Jahrhundert von den Spanien vernichtet wurde. Heute ist die versunkene Megacity der Azteken genauso zu einem Mythos geworden, wie die Geschichte über ihre Gründung. Doch jetzt haben Archäologen in Mexiko bekannt gegeben, dass sie Funde gemacht haben, die zumindest einige der Legenden über den Ursprung von Tenochtitlán in einem neuen Licht erscheinen lassen. Welche das sind und was die untergegangene Hauptstadt der Azteken bis heute zu einem Mythos machen, erfahrt Ihr in diesem Artikel.


Versunkenes Tenochtitlán

Mexiko-City und die umliegenden Regionen sind mit über 21 Millionen Einwohnern eine der Riesenstädte der Welt. Ein Moloch von Smog, chaotischen Verkehrsverhältnissen, Kriminalität, Armut, und Menschenmassen und mit einer überaus bewegten Vergangenheit. Denn genau dort lag einst die blühende Stadt Tenochtitlán – die frühere Hauptstadt der Azteken.

Heute tummeln sich an den Treffpunkten der Touristen die Straßenhändler und versuchen ihre Waren an den Mann oder die Frau zu bringen. Überall hupen Taxis und dröhnen Busse und LKWs durch die vollgestopften Straßen. Armut und Reichtum liegen hier, wie in vielen Städten der so genannten dritten Welt, eng beieinander. Die Region von Mexiko-City gehört heute zu den am schnellsten wachsenden Gebieten der Erde. Ein undurchsichtiges Knäuel an Menschenmassen und lärmenden Verkehrsmitteln.

Vom einstigen Glanz der Azteken-Hauptstadt ist nicht mehr viele geblieben.

Das Historische Zentrum der Stadt und der „Platz der Verfassung“ (Zócalo) und die berühmten Wassergärten im Stadtteil Xochimilco. Heute sind es die Touristenattraktionen und stehen seit 1987 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Dort, wo einst der Königspalast des legendären aztekischen Herrscher Moctezuma II. (1465 – 1520) stand, liegt heute der Verfassungsplatz Zócalo. Überragt von der 1573 und 1667 errichtete und weltbekannte Kathedrale von Mexiko-Stadt. Mexiko-Stadt ist seit den Zeiten von Bischof Juan Zumárraga, dem ersten Bischof Amerikas, auch Bischofssitz.

Doch die Stadt hat historisch sehr viel zu bieten. Nicht nur Museen und historische Schätze warten auf die Touristen, sondern auch Reste aztekischer Tempelbauten und Bauwerke der spanischen Eroberer. Berühmt ist vor allem das „Museo Nacional de Antropología” im Chapultepec-Park. Es beherbergt die wichtigste Sammlung des präkolumbischen Erbes Mexikos und zählt zu den bedeutendsten archäologischen Sammlungen der Welt überhaupt. Der Besucher dieser Stadt geht im wahrsten Sinne des Wortes auf historischen Boden.

Vor fast 500 Jahren aber sah die Region vollkommen anders aus. Hier standen stolz Tempel, Häuser, religiöse Zentren, Pyramiden-Tempel und Paläste der mächtigen Azteken. Mexiko-City ist heute ein kultureller Schmelztopf der Spaniern und der Kultur der Azteken.

Die Azteken

Als die Azteken von Norden her einwanderten, so besagt es eine Legende, würden sie einen Adler sehen, der auf einem Kaktus sitzt und in seinen Krallen eine Schlange festhält bzw. sie frisst. Genau dort sollten sie ihre Stadt gründen und siedeln. Das war auf der Insel im einstigen, heute längst verschwunden Texcoco-See. Dort gründeten die Einwanderer ihre Hauptstadt. Noch heute ist das Motiv des Adlers auf dem Kaktus mit der Schlange auf dem Münzgeld und der Flagge Mexikos zu finden.

Besiedelt wurde aber auch die kleinere Nachbarinsel mit Namen Tlateloco, auf der sich vor allem die Warenwirtschaft entwickelte. Dort blühten der Markt und der Handel mit weit entfernten Regionen und Völkern. Dieser Markt der indianischen Bewohner begeisterte auch Hernán Cortés (1485 – 1547), der spanische Eroberer Mexikos. An seinen Kaiser Karl V. schrieb er in einem Brief:

Unter uns sind Soldaten, die in der Welt weit herum gekommen sind, in Konstantinopel, in ganz Italien, sogar in Rom, und sie sagen, sie hätten niemals einen so geordneten, großen und so von Waren und Menschen überfüllten Markt gesehen.“

Dieser Markt war der Hauptmarkt der Azteken und zugleich der größte Marktplatz in ganz Mittelamerika. Zur Hauptzeit sollen auf dem Mark bis zu 30.000 Menschen ihren regen Tauschgeschäften nachgegangen sein. Begeistert schilderten die Spanier, dass in ganz Europa nichts Vergleichbares existiert.

Geschickt verstanden es die Azteken durch den Bau von Staudämmen die umliegenden Sümpfe aufzustauen und ihre stetig wachsende Hauptstadt so zu einer uneinnehmbaren Inselfestung zu machen. Mit Kanälen waren die einzelnen Wasserflächen verbunden und durch Zugbrücken konnte man sich vor Angriffen schützten.

Doch es mangelte schon damals an Nutzflächen für die Ernährung der Menschenmassen. So kamen die Azteken auf die geniale Idee Holzflöße in allen erdenklichen Größen zu bauen und mit Erde zu bedecken. Neben Blumen züchteten die Azteken dort auch Gemüse und andere Nahrungsmittel. Noch heute sind die „schwimmenden Gärten“ im Xochimilco-Park bekannt, der 1990 zum Ökologie-Park der Stadt erklärt wurde.

Die meisten der aztekischen Bauten wurden nicht nur durch den Einfall der Spanier zerstört, sondern die Spanier nutzten die Monumente als willkommene Steinbrüche für ihre eigenen Kathedralen und Bauwerke. Erst 1978 wurde bei Erdarbeiten für ein Kabel unweit der berühmten Kathedrale von Mexiko-Stadt der „Templo Mayor“ wieder entdeckt. Heute eine Attraktion für die zahlreichen Touristen in der Stadt.

Beeindruckte Eroberer

Im Zentrum der aztekischen Hauptstadt erhoben sich prachtvolle Pyramiden und Tempeltürme. Weithin sichtbare Zeichen der Macht, Stärke und Größe des aztekischen Imperiums. Der Reichtum der Stadt begründete sich nicht nur darin, dass die Azteken durch kriegerische Handlungen benachbarte Völker beraubten. Sie zwangen die besiegten Stämme, Sippen und Völker auch zu Tributzahlungen und vergrößerten so stetig ihren Reichtum.

Als 1519 Hermán Cortés mit einigen hundert Männern an der Ostküste Mexikos anlandete, befand sich Tenochtitlán auf dem Höhepunkt seiner Macht. Zwar durch innen- und außenpolitische Unruhen nicht gefestigt, aber dennoch die größte Nation auf dem gesamten amerikanischen Kontinent. Etwa 200.000 bis 300.000 Menschen lebt in dieser Stadt und Cortés gelang es durch Strategie, Mord und Verbindung mit den Azteken feindlich gesonnenen Stämmen schon am 13. August 1521 die Stadt einzunehmen.

Überwältigt standen die Spanier in einer gewaltigen Metropole, die den europäischen Städten mindestens ebenbürtig war. Das Zentrum der Stadt war anders als in heutigen Städten ein rein religiöses Zentrum. Kern des rechteckigen Bezirkes war eine Art Doppel-Pyramide, die den Götter Tlaloc und dem wichtigen Gott Huitzilopochtli geweiht war. Es war jener Tempel, zu dessen Einweihung 20.000 feindliche Krieger ihrer Leben in bestialischen Opferzeremonien verloren. Zumindest behauptete das die spanische Propaganda …

Mit 50 Metern Höhe überragte das Bauwerk den heiligen Bezirk von Tenochtitlán. Es waren zwei Stufenpyramiden, die entfernt an die Pyramide in Sakkara, Ägypten, und die Pyramiden in Mesopotamien erinnern. Oben standen auf dem Doppelbauwerk zwei den aztekischen Göttern geweihte Tempel und von der Westseite her führte eine gewaltige Treppe mit 112 Stufen hoch zur Spitze des Monumentes. Vor den Heiligtümer der Götter Tlaloc (Nordseite) und Huitzilopochtli (Südseite) auf der Spitze der Pyramiden stand jeweils ein Opferstein aus Jaspis. Dort vollzogen  die Hohenpriester grausam Menschenopfer.

Der heilige Bezirk von Tenochtitlán, vergleichbar mit der „verbotenen Stadt“ in China, war von der „Schlangenmauer“ umgeben. Etwa 400 Meter lang und 300 Meter breit war der Tempelbezirk, den diese Mauer umgab. Zu sehen ist davon praktisch kaum noch etwas.

Das Allerheiligste der Azteken

Lediglich karge Reste des Heiligtums können heute auf dem Plaza unweit der Kathedrale besichtigt werden. Dort, wo heute das Kreuz des Christentums herrscht, war das spirituelle Zentrum der aztekischen Hauptstadt und des ganzes Reiches. Hier in Mexiko wurde nicht anders verfahren, wie in allen anderen Teilen der Welt in den Jahrhunderten zuvor. Denn christliche Bauten sind in der Vergangenheit sehr oft über „heidnischen Heiligtümern“ errichtet worden. Die Erinnerung an die fremden Religionen und Kulte galt es auszumerzen und die ohnehin schon vorhanden heiligen Plätze für das Christentum zu vereinnahmen.

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Direkt gegenüber dem Doppelheiligtum stand eine sehr außergewöhnliche Pyramide. Ihre Front war wie eine Stufenpyramide errichtet, jedoch wurde die Rückseite rund gebaut. Auf der Spitze fand sich auch kein rechteckiger Tempel, wie bei allen anderen aztekischen Pyramidentempeln, sondern ein konischer Aufbau. Archäologen vermuten, dass dieser ungewöhnliche Bau einst den aztekischen Priestern, die gleichzeitig auch als Astronomen und Sterndeuter fungierten, als Sonnenobservatorium gedient haben könnte.

Tatsächlich wies A. F. Avenie in seinem Buch „Astronomy in Ancient Mesoamerica“ schon 1974 nach, dass an den Tagundnachtgleichen am 21. März und 21. September die Sonne exakt zwischen der Doppelpyramide aufging. Sie konnte so von dem genau gegenüberliegenden Bauwerk und dessen konisch geformter Spitze beobachtet werden. Ein Zufall war diese architektonische Eigenart der Anlage nicht. Die Erbauer haben den Ort ihrer Doppel-Pyramide folglich mit Bedacht gewählt und ausgerichtet.

Bernal Díaz del Castillo (1492 – 1581), ein spanischer Volksheld, der 1514 nach Amerika auswanderte und schon bei den ersten Entdeckungsfahrten nach Mexiko dabei war und der 119 Schlachten und Gefechte überlebte, schrieb ein halbes Jahrhundert nach der Eroberung des Aztekenreiches seine unzähligen Erinnerungen nieder. Er verglich den Grundriss der aztekischen Hauptstadt mit einem Schachbrett und war sprachlos über ihre Schönheit. Er notierte tief beeindruckt in seinen Erinnerungen über die Stadt:

Als wir diesen wunderbaren Anblick gewahrten, standen wir völlig sprachlos da und wussten nicht, ob das, was wir schauten, Wirklichkeit war. Auf der einen Seiten waren auf dem Lande große Paläste und noch mehr draußen aus dem See zu sehen, und es war da ein breiter Damm, unterbrochen von vielen Brücken, und vor uns lag die prächtige Stadt Tenochitlán, gleich der verzauberten Stadt, von der die Sage von Amadis erzählt, die aufsteige aus dem Wasser mit mächtigen Türmen und Steinpalästen.

Große Boote konnten vom See in die Gärten fahren. Alles war aus Stein und prachtvoll geschmückt mit Wandbildern; viele Monumente waren da, und ich dachte, dass nirgends auf der Welt ein schöneres Land wie dieses entdeckt werden würde. Von all diesen Wundern, die ich damals schaute, ist heute nichts mehr geblieben; alles ist vernichtet und verschwunden.

Die Spanier waren beeindruckt und sprachlos angesichts der Pracht der Stadt. Vernichteten und zerstörten letztlich aber doch alles.

Kampf gegen das Heidentum

Natürlich warfen sie im gleichen Atemzug den Azteken vor, sie beten dämonische Kreaturen der Unterwelt an und wissen nichts von dem wahren Gott und Jesus Christus. Deshalb ließ Cortés auf der Hauptpyramide einen steinernen Schrein mit einem Kreuz als Symbol des Christentums und einem Abbild der Madonna errichten.

Doch zur Verwunderung der Spanier war den Azteken das Symbol des Kreuzes als Zeichen göttlicher Herkunft nicht unbekannt. Abbildungen aztekischer Götter zeigen zum Beispiel den Gott Quetzalcoatl mit einem Kreuzsymbol. Auch kannten die Azteken einen allmächtigen Schöpfergott, dem alle anderen Götter unterstanden. Ein Glaube, der in vielen Völkern der Erde nachzuweisen ist.

Eine Parallele mag es auch zur legendären Bundeslade aus dem Alten Testament geben. Jenem tragbaren Heiligtum der Hebräer beim Auszug aus Ägypten, die laut Buch Exodus auf Befehl Gottes von Moses angefertigt wurde. Denn auch die Azteken trugen laut ihren Überlieferungen bei ihrer Wanderung vor der Gründung ihrer Hauptstadt eine solche „Bundeslade“ ihres Hauptgottes bei sich, wie in diesem Video HIER und Artikel HIER berichtet.

Erstaunlich auch, dass die Azteken eine Sintflut als Endpunkt einer vergangenen Zeit und gleichzeitig einem Neuanfang der Welt kannten. Solche Parallelen wurden zum Teil schon im 16. Jahrhundert als Hinweis auf Kontakte zwischen Europa und Amerika von der Vergangenheit gedeutet.

Der Dominikaner-Pater Diego Duran, der bereits 1542 nach Mexiko kam, war überzeugt, dass die Azteken mehr mit der Alten Welt zu tun haben, als angenommen. In seinem Buch „Historia de las Indias de Nueva España“ widmet er sich den scheinbaren Parallelen zwischen der Alten Welt und dem Glauben der Neuen Welt. Er vertrat sogar die Überzeugung, dass die Bewohner Mexikos hebräischer (biblischer) Abstammung sein könnten. Duran schrieb:

Diese Eingeborenen sind Nachkommen der zehn Stämme Israels, die der assyrische König Salmanassar I. gefangen genommen und nach Assyrien verschleppt hat.“

Das es Kontakte zwischen Europa und Amerika gab, ist Thema ungezählter Bücher. Dennoch bleibt die Tatsache, dass Cortés und seine Mannen in Mexiko auf ein hohes Kulturvolk und eine beeindruckende Hauptstadt stieß.

Im „Venedig Mexikos“ blühte Wissenschaft, Religion, Kultur und Handel. Geld jedoch war unbekannt. Die unterworfenen Stämme leisteten ihren Tribut an die Azteken in Waren und Gütern und trugen so maßgeblich zum Wachstum der Hauptstadt bei. Auch eine Art Schrift kannten die Azteken und ihr heiliges Zentrum zierten zahlreiche Symbole. Jedoch handelte es sich nicht um eine Schrift, die die spanischen Eroberer kannten. Es war vielmehr eine Art Comic ohne Sprechblasen. Symbole mit mehrfacher Bedeutung und bis heute befremdlichen Aussehen.

Die Gier nach Gold

Für die Spanier waren nicht nur der Glaube der Azteken und ihre sonderbaren Riten in der Hauptstadt dämonisches Treiben, sondern auch ihre Handschriften. Als „Teufelszeug“ verbrannt man die Dokumente und nahm so einem ganzen Volk ihre Identität.

Die Spanier kamen nicht als friedliche Überbringer des Christentums oder als Freunde nach Mexiko. Der Untergang des riesigen Reiches der Azteken war praktisch beschlossene Sache. Die Gier nach Gold trieb die Spanier immer weiter voran. Auch die Schönheit und Pracht der aztekischen Hauptstadt war dem Untergang geweiht und ein ganzes Volk verschwand von der Bildfläche der Geschichte. Cortés kam als kriegerischer Eroberer.

Das Bild der Spanier in den Augen der Indios war klar. Sie waren eiserne Männer, die nur und ausschließlich auf das Gold der Azteken aus waren. Sahagún, der rund 50 Jahre später die Berichte der Azteken aufschreiben ließ, berichtet dies in klaren Worten:

In Hafen kommen sie, wie ein Strom kommen sie, den Staub wirbeln sie auf (…) Ihr Eisenstab, ihr Fledermausstab gleichsam ein Meer von Glanz; und ihr Eisenschwert wie Wasserwellen und her gebogen (…) und einige bestehen ganz und gar aus Eisen, sind Eisenmänner geworden, glänzen. Darum wurden sie mit großer Scheu angesehen, daher wurden sie sehr gefürchtet, daher erregten sie starkes Entsetzten, (…) und Moctezuma entsendete ihnen (…) das Goldbanner, das Quetzalfederbanner und die goldenen Perlhalskette.

Und als sie es ihnen gegeben hatten, lachten sie Spaniern über das ganze Gesicht, freuten sich sehr; wie Affen griffen sie nach dem Golde, ihr ganzes Herz richtete sich gleichsam darauf, ihr Herz war gleichsam blank, ihr Herz war gleichsam kalt, denn danach dürsteten sie sehr, sie verlangten danach, sie hungern danach, suchen das Gold wie die Schweine.“

Auf der Jagd nach Gold zogen die Invasoren durch das Land. Doch die Zerschlagung des ganzes Reiches begann eigentlich schon mit der Anlandung der Spanier am der mexikanischen Ostküste.

Die erhaltenen Chroniken über die Vernichtung der Azteken und ihrer Stadt Tenochtitlán lassen keinen Zweifel über die Absichten der Spanier. An anderer Stelle wurde darüber bereits umfangreich berichtet.

Tenochtitlán wurde sehr schnell zu einem Mythos. Die Pracht und Größe war zwar vernichtet, doch in den Erinnerungen lebte diese mächtige Stadt weiter. Und immer wieder finden sich im gesamten Stadtgebiet des heutigen Mexiko-City archäologischen Spuren der Azteken. Wann und wie genau die Stadt gegründet wurde, ist allerdings schwer nachzuweisen. Außer in den Mythen der Azteken, die von ihren Wanderungen aus Norden kommend mit ihrer „Bundeslade“ des Gottes Huitzilopochtli erzählen.

Archäologen auf den Spuren eines Mythos

Nach vielen Jahren des Nomadendaseins soll es dann 1325 soweit gewesen sein. Inmitten des Texcoco-See erfüllte sich die Prophezeiung ihres Gottes, als sie dort den Adler mit der Schlange auf dem Kaktus sahen. Ein Gründungsmythos, dem auch auf dem zentralen Platz von Mexiko-City ein Denkmal errichtet wurde.

Ob diese Überlieferung den Tatsachen entspricht, kann natürlich niemand mit Bestimmtheit sagen. Es ist allerdings bezeichnet, dass es weitaus bessere Siedlungsgebiete gegen hätte, als kleine Inseln im See mit sumpfiger Umgebung. Deshalb spekulieren Forscher dahingehend, dass die Einwanderer sich diesen Ort im See nur deshalb aussuchten, da er sich gut verteidigen ließ. An Fisch und Wasser herrschte dabei natürlich auch kein Mangel.

Archäologen sind auch nicht sicher, wo genau die Grundsteinlegung von Tenochtitlan erfolgt sein könnte. Irgendwo unterhalb der Metropole Mexiko-City schlummern dafür die Beweise. Diese Spuren jedoch könnte ein Forscherteam des „Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte“ in Mexiko jetzt gefunden haben.

Im heutigen Stadtteil La Meced im Südosten des einstigen Zentrums von Tenochtitlan entdeckten sie Ruinen, die sie auf das 14. Jahrhundert datierten. Hier lag einst der Bezirk Temazcaltitlan der Azteken-Hauptstadt, der sich in unmittelbarer Nähe des einstigen Allerheiligsten befand. Der berühmte „Templo Mayor“ liegt praktisch nebenan und die Archäologen um Víctor Esperón Calleja sind sicher, dass dies der älteste Teil der versunkenen Metropole ist.

Die Forscher sind sicher, dass sie hier unter anderem die Reste von rituellen Bädern gefunden haben. Von genau diesen berichten auch Legenden der Azteken. Nach diesen wurde in Temazcaltitlan ein sogenanntes „Temazcal“ errichtet, um dort das heilige Mädchen Quetzalmoyahuatzin zu waschen und zu baden. Nach dem „Aubin Codex“ von 1576 wurde der Ort in der Folge zu einer Pilgerstätte. Auch und vor allem für schwangere Frauen, die hier ihre Kinder bekommen wollten.

Hernando de Alvarado Tezozomoc, ein Enkel des Aztekenkönigs Moctezuma II., schrieb 1598 in seiner „Crónica Mexicana“ dazu unter anderem:

Deshalb ließen sie sich dort nieder, wo der Tempel von San Pablo Itepotzco steht, wo sie das ‚Temazcal‘ errichteten, in dem sie die Mädchentochter der Mexikaner namens Quetzalmoyahuatzin badeten, die Mutter von Contzallan, weshalb Temazcaltitlan genannt wird. Sie badeten dort und ließen sich dort nieder und blieben dort.“

Dieser bisher als mythisch angesehene Ort der Gründung scheinen die Archäologen nun gefunden haben. Zumindest nach den Interpretationen und Forschungen von Calleja. Denn unter den Straßen von Mexiko-City warten noch unzählige Entdeckungen der sagenhaften Metropolen der Azteken …

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Lars A. Fischinger

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Interview mit dem Autoren und YouTuber Lars A. Fischinger von Grenzwissenschaft & Mystery Files: “Ich bin nicht der deutsche Erich von Däniken”

Interview mit Lars A. Fischinger von Grenzwissenschaft und Mystery Files 2011 (Bild: Mars/NASA/JPL / M. Sievers)
Interview mit Lars A. Fischinger von Grenzwissenschaft und Mystery Files 2011 (Bild: Mars/NASA/JPL / M. L. Sievers)

Anfang 2011 habe ich dem bekannten Internetportal “Nachgebloggt” ein umfangreiches Interview zu meiner Arbeit als Autor des Phantastischen gegeben. Ein Interview, das einen Einblick hinter die Kulissen eines Phänomene-Jägers und hinter “Grenzwissenschaft und Mystery Files” gibt. Hier erfahrt Ihr nicht nur, was ein Mystery-Autor macht, wenn er ein Buch schreiben möchte, sondern auch, warum ich nicht Deutschlands Erich von Däniken bin – und weshalb ich auch nicht in die Sauna gehe …


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Auf dem Entertainment-Portal “Nachgebloggt” finden die Leser eine ganze Reihe Interviews, Tipps und News aus Bereichen wie Sport und Comedians über Schauspieler und Gaming bis Musik und Technik. Ein Ressort sind dabei auch Interviews mit Autoren.

Das folgende Interview mit Daniel Pietrzik stellte ich bereits Anfang Februar 2011 auf meinem früheren grenzwissenschaftlichen Blog online, ist jedoch bisher nicht auf diesen Seiten zu finden. Das soll an dieser Stelle nun endlich nachgeholt werden.

Dass mein Kanal bei YouTube hier übrigens keine Rolle spielt liegt daran, dass dieser erst 1,5 Jahre später online ging.

Interview mit Lars A. Fischinger (2011)

Lars, wie ist eigentlich Ihr Interesse an Prä-Astronautik /seltsamen Phänomenen , UFOs etc. gewachsen?

Ich interessiere mich seit ich denken kann für die Rätsel der Welt, Geschichte, Phänomene, Weltraum, Aliens & Co. Sciencefiction, „Paranormales“ und alles, was auch irgendwie „seltsam“ und „alt“ erscheint. Mit sechs Jahren kam ich dann auch noch in Berührung mit den „fliegenden Untertassen“. Doch erst Ende 1989 „mischten“ sich meine seit der Kindheit bestehenden Interessen zu jenen Themenkomplexen, über die ich heute schreibe.

Damals sah ich eine Prä-Astronautik-Dokumentation am Fernsehen (Pro7, von Erich von Däniken). Und – das kann man kaum leugnen – die Prä-Astronautik umfasst alle Themen, für die ich mich schon als junger Bube interessierte. So begann ich schon 1990 mein 1. Buch zu schreiben. Dies erschien im Sommer 1996 unter dem Titel, „Göttliche Zeiten“ und war eine Art „klassisches Prä-Astronautik-Buch“. 1989/1990 war übrigens auch die Zeit der legendären belgischen UFO-Welle. Wobei ich jedoch sagen muss, dass die UFO-Thematik nur eine Art Randthema meiner Tätig ist.

Unser täglich UFO gib uns heute! Öffentlich-rechtlich vs. Privat-TV: Der NDR über die UFO-Dokus auf N24 und warum es so ist, wie es ist (Bilder: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Unser täglich UFO gib uns heute! Öffentlich-rechtlich vs. Privat-TV: Der NDR über die UFO-Dokus auf N24 und warum es so ist, wie es ist (Bilder: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Die Rätsel des Altertums sind es, die mich bis heute in ihren Bann ziehen. Und das immer mehr – auch nach über 20 Jahren. Erst 1989 kaufte ich mein erstes Buch über die Prä-Astronautik. Natürlich “Erinnerungen an die Zukunft” von Erich von Däniken nach der Fernsehsendung.

Ich denke mal Sie werden nebenbei nicht noch einer weiteren Arbeit nachgehen, war das eigentlich schwer den Sprung zu schaffen und wie war das genau? Arbeit und nebenbei schreiben stelle ich mir schon ziemlich stressig vor?

In der Schulzeit wollte ich schon Autor werden. Die Bücher von Jules Verne zogen mich in ihren Bann und ich versuchte eben ein solchen Buch zu schreiben. Ich weiß es noch genau: Mit einem Kuli auf losem Papier… Damals erschien sogar mein erster Artikel in einer Schülerzeitung, der sich mit den Ancient Aliens befasste. Viele Jahre habe ich neben meinem normalen Berufsleben Bücher und Artikel geschrieben. Das ging alles sehr gut und da schreiben gleichzeitig mein Hobby ist gab es niemals zeitliche Probleme.

Seit 2002 bin ich nun nur noch als Autor und Journalist tätig.

Wie lange arbeiten Sie eigentlich an so einem Buch und wie recherchieren Sie die Themen?

Das ist vollkommen unterschiedlich. An meinem 1. Buch schrieb ich sechs lange Jahre. Andere in wenigen Monaten oder sogar Wochen. Es liegt daran welchen Inhalt diese haben und ob zuvor schon an den Themen recherchiert wurde. Heute schreibe ich aber erst dann ein Buch, wenn ein Verlag meinen Buchvorschlag annimmt.

Im Bezug auf Ihre Bücher, was war der spannendste Ort den Sie bisher besuchen durften?

"Das Alien-Grey-Dämonen-Evangelium" der UFOs und Astronautengötter: Wie Erich von Däniken bin auch ich ein dämonischer Verführer mit meinen Lehren (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
UFOs und Astronautengötter: Angeblich sind Erich von Däniken und ich dämonische Verführer der Satan … (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Das ist einfach – und vor allem für jeden „machbar“: Es sind die jährlich im deutschen Sprachraum stattfinden One-Day-Meetings der „Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI“ (A.A.S.) von Erich von Däniken.

Der Grund ist ebenso einfach: dort treffen sich jedes Jahr die Autoren des Phantastischen und Interessierte. Auch und natürlich werden dabei Vorträge gehalten. Das ist nicht nur sehr inspirierend, sondern es ist das A und O des Gedankenaustausches für mich als Autor (ebenso aber auch die teils bizarren Diskussionen und Seiten im Web).

Kritiker verspotten diese Kongresse als eine Art Beweihräucherung der Autoren der Prä-Astronautik; vor allem Erich. Quasi eine Huldigung der Autoren des Unmöglichen. Darüber muss ich lachen, denn der Austausch zwischen Leser und Autor – pro und kontra – ist für einen Autoren aber auch für einen an den Themen interessierten doch eigentlich Pflicht! Neben diesen Meetings beeindruckte mich Jerusalem und Umgebung wirklich sehr.

Haben Sie als Schriftsteller Vorbilder?

Nein, nicht wirklich.

Welches Ihrer Bücher ist Ihrer Meinung nach das gelungenste?

Das kann ich leider so nicht beantworten weil es sich sehr, sehr oft ändert. Mal lese ich mit Freude das eine oder andere meiner eigenen Bücher. Später krame ich wieder ein anderes vor, da es mich gerade interessiert …

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Bei Facebook habe ich gelesen, dass Sie an einem Buch schreiben, dieses zu 98 % fertig wäre es aber kein Verlag haben möchte? Woran liegt das? Ihre Bücher verkaufen sich doch recht gut, gab es da eine direkte Antwort warum man Ihr Buch nicht haben wollte?

Ich habe fast 20 Bücher (besser: Exposés) vorbereitet; alle sind für die „großen Verlage“ „zu speziell“. Auch das bei Facebook erwähnte Buch ist zu „speziell“ und detailliert usw. Darum lehnten es meine Verlage ab. Das Buch – und noch ein anderes! – habe ich vor über für Jahren geschrieben, da ich damals einen Agenten hatte, der sicher war: ich bringe es unter. 2009 erhielt das Buch ein notwendiges Update und nun habe ich es mal aus der Schublade genommen. Wenn es einen ansprechenden Verlag findet…muss es natürlich noch auf den Stand von 2011 gebracht werden. Das sind die zwei fehlenden Prozent des Manuskriptes.

Wie gesagt schreibe ich heute eigentlich nur dann ein Buch, wenn ich dafür auch einen Vertrag habe.

Was tut man als Autor eigentlich wenn man ein Buch geschrieben hat, der Verlag es aber nicht möchte? Gibt es dann Kontakte zu anderen oder wie kann man sich das vorstellen?

Das sollte ein Autor nie machen. Den Fehler habe ich früher auch immer gemacht. Immer erst ein Exposé ausarbeiten und erst nach einer Zusage das Buch schreiben. Natürlich hat man als Autor aber auch mehr oder weniger intensive Kontakte zu anderen Verlagen und Lektoren.

Worüber wird das neue Buch handeln?

Erich von Däniken und Lars A. Fischinger
Erich von Däniken und Lars A. Fischinger

Das kommt ganz darauf an welches meiner Ideen von einem Verlag genommen wird.

Wie reagieren Sie wenn man Sie mit Erich von Däniken vergleicht?

Erich und ich sind befreundet – aber ich bin nicht der „deutsche Erich von Däniken“. Und doch schätze ich ihn als Kollegen und Autor sehr! Dass ich nicht der deutsche Erich bin sieht man schon daran, was ich außerhalb der Prä-Astronautik für Themen behandele. Etwa in Artikeln oder auch Büchern. Zum Beispiel die Kryptozoologie, Leben nach dem Tode, „Spuk“, Reinkarnation, paranormale Dinge oder auch Sekten, christliche Mystik und jüngst mein „Anti-2012-Buch“ „Die Akte 2012“ (das leider nur “zensiert”/entschärft erscheinen konnte).

Ich könnte mir vorstellen, dass Sie unglaublich viel lesen, gibt es auch Tage an denen man sich davon komplett befreien kann? Ohne Lesen, ohne druck etc.?

Ja, die gibt es. Ich bin jedoch ein Autor der in zahllosen Internetforen usw. unzählige Themen passiv verflogt, die mich und meine Arbeit interessieren.

Solche oft ins bizarre und blödsinnige abdriftenden Diskussionen in Foren in BLOGS verfolge ich seit vielen Jahren. Es sind zehntausende und zehntausende Beiträge und das kostet enorme Zeit. Täglich kommen ja neue Beiträge zu den mich interessierenden Themen dazu.

Nach einer „Auszeit“ heißt es dann: alles nachholen um wieder bei den Diskussionen den Faden zu finden. Ich bin der festen Überzeugung, dass man nirgendwo anders die Meinungen von an den „Rätsel und Mysterien der Welt“ interessierten Usern erfahren kann als in Foren & Co. im Web.

Grenzwissenschaft, UFOs, Erich von Däniken ... auch als Thema in der Schule - Sinn oder Unsinn? (Bild: gemeinfrei / L. A. Fischinger)
VIDEO: Grenzwissenschaft, UFOs, Erich von Däniken … auch als Thema in der Schule – Sinn oder Unsinn? (Bild: gemeinfrei / L. A. Fischinger)

Das bezieht sich nicht auf meine Bücher oder Artikel, sondern ganz allgemein. Vor allem ist es ein wundervolles Medium, um auch die Contra-Meinungen und –Ansichten zu studieren. Es fordert Zeit – aber es lohnt sich. Und ganz nebenbei wird mal sogar oft angesichts häufig dort geäußerten Quatsch prima unterhalten …

Wie ist es denn zu der Papst Audienz gekommen?

Ich habe mein Buch „Das Wunder von Guadalupe“ nach meinen Recherchen in Mexiko und Italien im September 2007 veröffentlicht und damals den Vatikan auf dieses Buch hingewiesen. Nur kurz darauf kam vom Sekretär des Papstes eine persönliche Einlandung für mich zu einer Audienz mit dem Papst Anfang Dezember 2007. Siehe auch hier: www.tilma-von-guadalupe.de Besagtes Buch hat aber nichts mit Aliens & Co. zu tun. Nur eben mit einem „Phänomen“…eben das Bild der Madonna auf der Tilma, das man in Mexiko-City bewundern kann.

Gibt es etwas, dass Sie an dieser Stelle dem Leser sagen möchten?

Die Welt steckt voller faszinierender Geheimnisse und Storys. Aber nicht alle sind auch wirklich Rätsel und Mysterien. Spannend sind sie jedoch allemal.

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Ich gehe nicht in die Sauna, es ist zu warm zum Denken dort …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Neues von den “Roswell-Dias”: Die beiden Fotos mit “fremden Wesen”, die angeblich vom UFO-Absturz von Roswell 1947 stammen könnten, werden am 5. Mai 2015 veröffentlicht (YouTube-Video)

Zwei "echte Roswell-Alien-Fotos" sollen am 5. Mai veröffentlicht werden (Bild: L.A. Fischinger)
Zwei “echte Roswell-Alien-Fotos” sollen am 5. Mai veröffentlicht werden (Bild: L.A. Fischinger)

Am 16. November 2013 stellte ich auf meinem YouTube-Kanal “Ancient Aliens & Mystery Files” ein Video zum Thema UFO-Crash bei Roswell 1947 und angeblich neu aufgetauchte Beweise online. Es ging darin um die aufgetauchten Fotos bzw. Dias von diesem UFO-Fall, die angeblich “außerirdische Leichen” zeigen sollen oder könnten. Diese “Roswell-Dias” sollen nun am 5. Mai 2015 in einem Livestream währen einer Veranstaltung in Mexiko der Öffentlichkeit gezeigt werden.

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

2013 schrieb ich auf diesem Blog hier:

Das „Roswell Investigation Team” soll zwei Fotos vorliegen, die durch Zufall in einem Nachlass aufgetaucht sind. Die beiden Dias zeigen angeblich einen toten Außerirdischen in zwei Ansichten und sollen aus den 1940ger stammen – und auch nicht „nicht gefälscht” worden sein. Sie sollen von dem Geologe Bernerd A. Ray stammen, der zur fraglichen Zeit des Roswell-Ereignis tatsächlich in der Region tätig war.”

Nun wurde bekannt gegeben, dass am 5. Mai in diesem Jahr diese beiden Fotos vom UFO-Fall von Roswell öffentlich gezeigt werden. Angeblich halten Wissenschaftler die beiden Bilder für echt, und so ist ein internationaler Livestream-Event geplant, um die “Kodachrome-Bilder” zu präsentieren. Auch die Herkunft der Aufnahmen sei bei den Untersuchungen bestätigt worden. Don Schmitt, Dr. Edgar Mitchell, Tom Carey und andere werden die beim Aufräumen eines Dachbodens gefundenen Dias bei einer Veranstaltung in Mexiko-City via Livestream der Welt zeigen und von den Rechercheergebnissen um diese berichten.

Ich denke, wir sind sicher alle gespannt, was dabei herauskommen wird und ob diese “Wesen” auf den beiden Dias nicht vielleicht als etwas rein irdisches identifiziert werden konnten oder noch können..

Hier noch mal mein YouTube-Video zum Thema der “Roswell-Dias” vom 16. November 2013:

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Die Marienerscheinungen von Guadalupe 1531 und das Tuch-Wunder auf der Tilma: Artikel, Videos, Vortrag & Interviews

Das Wunder von Guadalupe 1531 und seine Geschichte: Vortrag, Interview und Artikel von Lars A. Fischinger (Bild: Fischinger-Online / gemeinfrei)
Das Wunder von Guadalupe 1531 und seine Geschichte: Vortrag, Interviews und Artikel von Lars A. Fischinger (Bild: Fischinger-Online / gemeinfrei)

Der Volksmund weiß es schon sehr lange: „Wunder gibt es immer wieder.“ Aber das Thema „Wunder“ ist auch fester Bestandteil aller Religionen der Welt. Vor allem auch im Christentum werden Wunder gerne als Zeichen Gottes oder des Himmels angenommen. Und die „Marienerscheinungen“ sind dabei in der gesamten christlichen Welt ein fundamentaler Bestandteil der Glaubenswelt. Doch auch wenn die wenigstens angeblichen Erscheinungen von den entsprechenden vatikanischen Untersuchungsbehörden anerkannt werden, so ist ein Marien-Wunder für die katholische Kirche unumstritten: Guadalupe in Mexiko-Stadt, das ab dem 9. Dezember 1531 seinen Anfang nahm. In diesem Posting fasse ich für Euch das Thema in einem umfangreicher Artikel zusammen. Ebenso findet Ihr hier einen Vortrag dazu von meinem YouTube-Kanal, der auch andere Mysterien, wie etwa das Grabtuch von Turin und der Schleier von Manoppello, zum Thema hat.


“Nicht von Menschenhand – Das Wunder von Guadalupe”

Der erste Papst, der das Guadalupe-Wunder von 1531 offiziell anerkannte, war bereits im Jahr 1754 Benedikt XIV. Auch andere Päpste nach ihm betonten die Echtheit der Marienerscheinung und im Jahre 1976 wurde aufgrund des großen Zustroms von gläubigen Pilgern sogar eine neue Basilika mit Platz für ca. 10.000 Menschen in Mexiko-City gebaut.

Guadalupe gilt damit heute als der größte Wallfahrtsort der Erde.

Im Jahre 2007 habe ich zum Thema der Erscheinungen der Mutter Gottes 1531, der Reliquie der “Tilma von Guadalupe” und anderen rätselhaften Tuch-Reliquien mein Buch “Nicht von Menschenhand – Das Wunder von Guadalupe” veröffentlicht habe (s. a. HIER). In dieser Veröffentlicht erfahrt Ihr die Geschichte und die Details rund um dieses Erscheinung in allen Einzelheiten. Ebenso findet Ihr am Ende dieses Artikels ein entsprechendes YouTube-Video mit einem Vortrag von mir zu diesen Mysterien der Christenheit.

Doch was war hier vor Jahrhunderten geschehen?

Die Geschichte des Wunders von Guadalupe.

Am 9. Dezember 1531 machte sich der aztekisch-stämmige Christ Juan Diego aus Tolpetlac auf den Weg zur heiligen Messe in Mexiko-Stadt. Auf dem Wege dorthin passierte er den Hügel Tepeyac und hatte dort seine erste Begegnung mit der rätselhaften Erscheinung. Von der Spitze des Hügels herab konnte Diego eine für ihn übernatürlich erscheinende Musik und einen „wunderbaren himmlischen Gesang“ vernehmen.

Plötzlich aber verstummte diese himmlische Musik und er hörte wie jemand seinen Namen rief. Neugierig machte er sich auf den Weg zum Gipfel. Dort angekommen sah er sich nun einer wunderbaren Gestalt, einem „Edelfräulein“, wie es die Überlieferung nennt, gegenüber.

Bild des Juan Diego in Guadalupe (Bild: L. A. Fischinger)
Bild des Juan Diego in Guadalupe (Bild: L. A. Fischinger)

Diego erfuhr von der Erscheinung, dass sie die heilige Jungfrau Maria persönlich sei und einen Auftrag für ihn habe. Er sei dazu auserwählt, an diesem Ort auf dem Tepeya für die Mutter Gottes ein Heiligtum zu errichten. Dazu soll er nach Mexiko-City gehen um diesen heiligen Auftrag dem dortigen Bischof P. Juan de Zumárraga zu unterbreiten. Ein Auftrag des Himmels, das war für Diego klar. Und natürlich machte er sich umgehend auf den Weg zum Bischof.

Doch Bischof Zumárraga war verständlicherweise misstrauisch gegenüber der Bitte des Azteken Diego. Und so entließ er Diego mit dem Hinweis, bei Zeiten über das von ihm Gehörte nochmals nachzudenken.

Juan Diego verließ Mexiko-City und begab sich zurück zum Hügel der Erscheinung wo es erneut zu einer Begegnung mit der heiligen Mutter Gottes kam. Diego berichtete, dass er mit Sicherheit der falsche Mann für diese Aufgabe sei und sie doch bitte einen anderen in ihren Namen zum Bischof schicken solle. Doch die „Mutter Gottes“ blieb stur: Diego sei der Vermittler ihrer Bitte und solle am folgenden Tag gleich wieder zum Bischof gehen um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen.

So sprach Diego am kommenden Tag erneut bei Bischof Zumárraga vor. Doch dieser war weiterhin nicht überzeugt, dass der Azteke die Wahrheit sprach. Auf das Wort eines einzelnen Mannes könne er nicht eine Kirche bauen, so der Bischof. Diego solle einen Beweis bringen, dass er tatsächlich „von der Königin des Himmels persönlich gesandt“ wurde.

Auf dem Weg zurück traf Diego ein drittes Mal auf die „Königin des Himmels“ und schilderte ihr erneut seinen Misserfolg. Doch diesmal erfuhr Diego, dass er am kommenden Tag erneut hierher kommen soll und dann den geforderten Beweis erhalten werde. 

Das eigentliche Wunder von 1531: Die Tilma von Guadalupe und das Abbild der Mutter Gottes

Blick zur Spitze des Tepeyac heute (Bild: L. A. Fischinger)
Blick zur Spitze des Tepeyac heute (Bild: L. A. Fischinger)

Nun wurde es sehr interessant, denn Diego kam natürlich wie befohlen erneut zum verabredeten Treffpunkt und die heilige Dame trug Diego auf, er soll zum Gipfel steigen und dort die Blumen pflücken, die er dort vorfinden wird. Schon das verwunderte Diego, denn es war mitten im Winter.

Auch im Dezember ist es kalt in Mexiko und von einer Blumenpracht kann keine Rede sein.

Doch an diesem Tage, so die Überlieferungen weiter, wuchsen dort die herrlichsten Blumen und Diego sammelte sie begeistert auf und legte sie in seinen Umhang, die so genannte „Tilma“. Die Madonna trug ihm deutlich auf, dass diese Blumen der Beweis sind, den der Bischof verlangt habe. Ein drittes Mal machte sich Diego nun auf dem Weg zum Bischof und wurde auch zu ihm vorgelassen. Dieser war aber nun nicht allein in seinem Raum. Als ihn der Bischof fragte, ob er nun den Beweis habe – geschah das eigentliche “Wunder von Guadalupe”.

Wieder schilderte Diego voller Leidenschaft seine Geschichte und aufmerksam hörte sich der Bischof alles an. Sicher voller Erwartung, ob der Azteke das geforderte Wunder liefen kann, blickte er auf die an sich schon wundersame Blumenpracht in Diegos Tilma! Dann geschah das “Zeichen des Himmels”, das bis auf den heutigen Tag von 20 Millionen Menschen im Jahr besucht wird.

Der Urtext überliefert:

Vortrag über "Das Wunder von Guadalupe", das Grabuch von Turin und den "Schleier von Manoppello" von L.A. Fischinger 2009 (Bild: L.A. Fischinger)
VORTRAG über “Das Wunder von Guadalupe”, das Grabuch von Turin und den “Schleier von Manoppello” von Lars A. Fischinger (Bild: L.A. Fischinger)

Und dann breitete er seine weiße Tilma aus, in die hinein sie die Blumen gelegt hatte. Und sobald die verschiedenen kostbaren Blumen zu Boden fielen, da verwandelte sie (die Tilma, Anm. LAF) sich dort in ein Zeichen, es erschien plötzlich das geliebte Bild der Vollkommenen, der Heiligen Jungfrau Maria, der Mutter Gottes, in der Form und Gestalt, wie es jetzt ist.

Dort, wo es jetzt aufbewahrt wird in ihrem geliebten kleinen Haus, in ihrem kleinen Heiligtum dort auf dem Tepeyac, der Guadalupe genannt wird. Und als der regierende Bischof es sah, und alle die dort waren, knieten sie nieder und bewunderten es sehr. Sie standen auf, um es zu sehen (…) das Herz, die Gedanken erstaunt…

Und der regierende Bischof bat ihn unter Weinen und in Betrübnis um Verzeihung, dass er nicht gleich ihren Willen, ihren ehrwürdigen Hauch, ihr ehrwürdiges Wort ausgeführt hatte. Und als er aufstand, löste er von der Schulter, wo es zusammengebunden war, das Gewand, die Tilma von Juan Diego, auf der erschienen war, auf der sich in ein Zeichen verwandelt hatte die Königin des Himmels.

Die Blumen lösten sich bei der Berührung des Bodens in Luft auf, aber von Erstaunen ergriffen blickten die Anwesenden nun auf ein Bild der Jungfrau Maria, das auf Tilma erschien.

Die Tilma von Guadalupe heute (Bild: L. A. Fischinger)
Die Tilma von Guadalupe heute (Bild: L. A. Fischinger)

Umgehend erklärte sich der tief beeindruckte Bischof bereit, die kleine Kirche am Ort der Erscheinung zu errichten und am 26. Dezember 1531 wurde das Bildnis der Madonna feierlich in die neue Kapelle getragen. Der Bischof war nicht nur erstaunt, er war nun überzeugt! Zumárraga zweifelte nach dem, was er da gesehen hatte, keine Sekunde mehr, dass der Indio tatsächlich eine Begegnung mit dem Himmel gehabt hatte, dass er der Sprecher der Gottesmutter war und dass der Wunsch nach einer Marienkirche erfüllt werden musste.

So bat er Diego am folgenden Morgen, dass er ihm genau zeigen solle, wo das Gotteshaus der Maria denn erbaut werden sollte. Also machten sich Diego, der Bischof und einige Gefolgsleute auf den Weg zum Tepeyac. Diego führte die Gesandtschaft genau dorthin, wo er seine Treffen mit der Erscheinung gehabt hatte. Dort entstand in den folgenden Jahrhunderten nach und nach die Wallfahrtsstätte der Jungfrau von Guadalupe in Mexiko-Stadt; der meistbesuchte Pilgerort der Erde.

Eine Marienerscheinung, die eine Reliquie hinterlassen hat?

Was hier vor über 450 Jahren geschehen sein soll, gilt bis heute als ein reales Wunder. Die Zeugen, die 1531 bei der Manifestation des Bildes der „lieben Frau“ zugegen waren, sahen die plötzliche Erscheinung des Bildes mit eigenen Augen. Aber das Originalbild dieses Wunders liegt bis heute vor. Es existiert noch immer – und es ist ohne Zweifel eines der erstaunlichsten Reliquien der Christenheit.

Als Wunder muss man eigentlich schon allein den Umstand bezeichnen, dass wir das Bildnis seit 1531 noch immer vorliegen haben. Außer natürlich, wir unterstellen der katholischen Kirche, dass sie schon lange das Bildnis in der Basilika gegen eine Kopie ausgetauscht hat. Der Stoff, aus dem die Tilma einst hergestellt wurde, hält normalerweise nämlich nicht länger als 20 bis 25 Jahre. Normalerweise …

Lars A. Fischinger vor der Basilika von Guadalupe in Mexiko (Bild: L. A. Fischinger)
Lars A. Fischinger vor der Basilika von Guadalupe in Mexiko (Bild: L. A. Fischinger)

Doch bis heute ist an dem Gewebe keinerlei Spur einer Abnutzung zu sehen. Jahrhunderte lang haben es fromme Menschen geküsst und gestreichelt, Weihrauch geopfert, unzählige Kerzen vor dem Bildnis angezündet, und zum Teil sogar kranken Menschen über gelegt. Dabei war das Bild über lange Zeiten hinweg offen in der Kapelle ausgestellt. Keine Glasscheibe schützte das heilige Relikt vor den Einwirkungen der Zeit.

Auch Fenster gab es nicht. Die „Farben“ sind bis heute dennoch kräftig und erscheinen frisch. Schon im Jahre 1979 stellte Professor Philipp Callaham, Biophysiker an der Universität Florida, fest, dass die andauernde Bestrahlung des Bildes mit ultraviolettem Licht der Kerzen die Farben schon unlängst zerstört hätte. Hat es aber nicht.

Doch Jahrzehnte zuvor, im Jahre 1936, kam es bereits zu einer anderen, seltsamen Entdeckung: Professor Richard Kuhn, Nobelpreisträger für Chemie von der Universität Heidelberg, bekam eine gelbe und eine rote Faser des Stoffes zu genauen Analysen. Professor Kuhn kam nach eingehenden Untersuchungen der Proben zu einem seltsamen Ergebnis, denn er konnte weder tierische, mineralische noch pflanzliche Farbstoffe in den Proben nachweisen.

Interview der GEP eV zum Wunder von Guadalupe mit Lars A. Fischinger (Bild: L. A. Fischinger)
Interview der GEP eV zum Wunder von Guadalupe (Bild: L. A. Fischinger)

Die Ergebnisse von Professor Kuhns Forschungen wurden zehn Jahre später bestätigt. 1946 untersuchte man das gesamte Tuch mit einem Mikroskop. Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei dem Abbild auf keinen Fall um ein Gemälde handeln kann – jegliche Spuren einer Pinselführung fehlten vollkommen.

Auch der Physiker Professor Franciso Camps Rivera untersuchte das Material 1954 und 1966 auf Hinweise, dass hier ein Gemälde und somit um eine Fälschung vorliegt. Doch auch seine Analysen kamen zu identischen Ergebnissen.

Den endgültigen Nachweis, die die These einer geschickt angefertigten Fälschung widerlegte, erbrachten 1979 der schon erwähnte Professor Philipp Callaham und Professor Jody Smith. Durch ihre Infrarotuntersuchungen wiesen sie nach, dass das Bild keine Untermalung oder Grundierung besitzt.

Auch wird das Motiv auf dem Tuch von keiner Glasur oder ähnlichem vor der Witterung geschützt, was aufgrund des sehr guten Erhaltungszustandes sicher mehr als erstaunt. Auch eine Leimung schlossen die beiden Forscher aus und bezeichneten das mysteriöse Phänomen des Tuches als „phantastisch“. Sogar die Zwischenräume der einzelnen Fasern waren leer; es fanden sich keine Farben oder andere Materialien dazwischen.

Ein Team von KODAK gab im Jahre 1963 sogar bekannt, dass das Abbild der Madonna „den Charakter einer Fotografie“ habe. Erklären konnten sie es nicht. 

Bilder in den Augen der Madonna von Guadalupe?

Der Umstand, dass das umstrittene Abbild der Maria auf dem Mantel kein Gemälde ist, ist nur eine Besonderheit des Objektes. Eine andere Eigenart und sicher auch bedeutendere Feststellung sind die seltsamen Details des Bildes an sich. Im Jahr 1929 machte der mexikanische Fotograf Alfonso Gonzales als erster die Entdeckung, dass das Abbild der Jungfrau angeblich versteckte Szenen enthält. Er wies die kirchlichen Behörden darauf hin, dass er in den Augen der Mutter Maria das Gesicht eines Menschen fand.

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Doch mit seiner Entdeckung konnte man lange nichts anfangen und so dauerte es noch bis zum Jahre 1951.

Am 29. Mai griff der Grafiker Carlos Salinas diese Entdeckung wieder auf und stellte eigene Untersuchungen an. Salinas fand tatsächlich in der Pupille des rechten Auges das Abbild eines Mannes mit Bart. Sogleich unterrichtete er Luis Maria Martinez, Erzbischof von Mexiko-City. Salinas hatte mehr Glück als Gonzales 1929, denn der Erzbischof rief eine Sonderkommission ein, die das Abbild genauer untersuchen sollte. Die Untersucher bestätigten am 11. Dezember 1955 nicht nur das Vorhandensein eines menschlichen Gesichtes im Auge der Abbildung, sondern sprachen dies sogar Juan Diego höchst selbst zu.

Sind in den Augen der Madonna der Tilma von Guadalupe Personen zu sehen? (Bild-Beispiele entnommen aus dem Buch "El secreto de sus ojos" von José Aste Tönsmann 2004)
Sind in den Augen der Madonna der Tilma von Guadalupe Personen zu sehen? Klick zur Großansicht. (Bild-Beispiele entnommen aus dem Buch “El secreto de sus ojos” von José Aste Tönsmann 2004)

Die Entdeckungen gingen noch weiter.

Schon im Juli 1956 konnten die Augenärzte Dr. Javier Torroelle Bueno und Rafael Torifa Lavoignet die Ergebnisse nicht nur bestätigen sondern noch erweitern. Lavoignet wies darauf hin, dass die Abbildungen in den Augen der heiligen Madonna exakt einer Spiegelung entsprechen, wie sie in einem echten menschlichen Auge entstehen kann. „Die Verzerrung und die Stelle des optischen Bildes stimmen mit dem überein, was in einem normalen Auge produziert wird“, schrieb Lavoignet.

Lars A. Fischinger im Interview 2010 (Bild: L.A. Fischinger)VIDEO: iPhone, eBooks, neue Medien & die alten Mysterien der Menschheit: Interview von Susan Heat mit Lars A Fischinger auf der Buchmesse Frankfurt 2010
VIDEO: Lars A. Fischinger im spontanen Interview mit Susan Heat auf der Buchmesse Frankfurt 2010 (Bild: L. A. Fischinger)

Doch die Untersuchungen des Augenarztes Dr. C. Wahlig und seinem Team aus Optikern und Ärzten übertrafen alle bisherigen. Ihnen gelang es nicht nur weitere „Personen“ in den Augen des Bildes zu finden, sondern sie konnten sogar rekonstruieren in welcher Anordnung sich diese befanden. Dr. Wahlig vermutet, dass die Szene in den Augen der Jungfrau Maria exakt jener Szene entspricht, wie sie sich im Dezember 1531 in den Räumen des Bischofs von Mexiko-City zugetragen hat, als Juan Diego die Blumen vor den Geistlichen auf dem Boden warf … heißt es.

Die letzte derartige Untersuchung der Augen des Madonna-Bildnisses wurde 1986 von dem Augenarzt Dr. Jorge Padilla durchgeführt. Mittels Computeranalysen und Aufnahmen durch ein Elektronenmikroskop bestätigte auch Dr. Padilla die Existenz der Personen im vollen Umfang. 

Ein „Wink des Himmels“?

Die Tilma ist nur 167,64 mal 94,15 Zentimeter groß.

Lars A. Fischinger im Interview (Bild: S. Ampssler / WikiCommons)
VIDEO: Lars A. Fischinger 2008 im (lokalen) TV-Interview – u.a. zum Thema “Guadalupe” (Bild: S. Ampssler / WikiCommons)

Das eigentliche Bild der „Mutter Lateinamerikas, wie Papst Johannes Paul II. es bei seinem Besuch in Guadalupe 1979 nannte, ist nur 142,24 Zentimeter hoch. Ein sehr grob gewebtes Stück Stoff, das seit der ersten, einfachen Untersuchung 1666 immer mehr Rätsel aufgibt.

Was mag hier vor Jahrhunderten geschehen sein? Was hat es mit der Geschichte auf sich? Ist alles reines Wunschdenken der Gläubigen? Ist die Urschift der Ereignisse, das “Nican Mopohua” von 1540 bis 1550, das die Geschichte erzählt, authentisch? Für Skeptiker ist allein schon dieser Text ein Fake. Und was wollte Gott, Jesus, der heilige Geist oder die Mutter Maria mit diesen Erscheinungen und dem Wunder auf der Tilma überhaupt erreichen?

Die Ereignisse und wundersamen Marienerscheinungen in Mexiko liegen lange zurück, sind aber vom Vatikan als eine Art „Wink aus dem Himmel“ und “Zeichen von Gott” anerkannt.

Auch den Einheimische Juan Diego, der bis heute in Mexiko eine Art „Held“ oder besser eine nationale Ikone ist, hat der Papst als ersten Amerikaner heiliggesprochen. Obwohl es Zweifel gibt, dass es diesen Mann jemals gab. Und wir haben von der Erscheinung der Mutter Gottes ein „Zeichen“ in Form des Bildes auf der Tilma bis heute vorliegen. Jeder kann es sich ansehen. Wenn es – denn auch diese Einwände existieren – tatsächlich noch das echte Bild von 1531 ist.

Bei allen Untersuchungen des Bildes verstärkten sich die Hinweise, dass wir hier tatsächlich eine unerklärliche Situation vor uns haben. Die Abbildung scheint kein Gemälde zu sein, sie ist seit rund 480 Jahren in einem bemerkenswert guten Erhaltungszustand und in den Augen wurden mutmaßlich die Abbildungen von Menschen nachgewiesen, die sogar jene Personen seien, die im Dezember 1531 beim Wunder anwesend waren. Und vom Bildnis selber sollen ebenso „Wunder“ ausgehen.

Grenzwissenschafts-Autor und Mystery-Jäger Lars A. Fischinger im Interview: Die Welt der Prä-Astronautik, die Skeptiker, der Papst und die “Ancient Aliens-Religion” (Bild: L. A. Fischinger)
VIDEO: Lars A. Fischinger im Interview: Die Prä-Astronautik, die Skeptiker, der Papst & die „Ancient Aliens-Religion“ (Bild: L. A. Fischinger)

Wie vom heiligen Wallfahrtsort Fatimá und anderen wird auch von dem Bildnis in Guadalupe berichtet, es haben Menschen geheilt usw. Auch einer Wasserquelle, die am Ort der Erscheinungen entspringt, werden heilende Wirkungen nachgesagt. Doch das Größte Wunder ist wohl die Tatsache, dass das Bild der heiligen Jungfrau zu einer Zeit erschienen sein soll, als das große Volk der Azteken seine schlimmsten Jahre durchlebte.

Die spanischen Eroberer schafften es in rund 40 Jahren nicht nur ein riesiges Reich zu zerschlagen sondern fast das gesamte Volk der Azteken auszulöschen. Eingeschleppte Erkrankungen der Europäer taten dabei ihr übriges. In diesen Tagen des Untergangs erschien das Bild.

Im Zuge dieses Wunders von Guadalupe – ließen sich über neun Millionen Azteken taufen und vermischten sich mit den Spaniern …

Update 2. September 2018: Layout, Links & Bilder

Vortrag von 2009 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files zum Thema
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Artikel: Ein Fall für Indiana „Indy“ Jones: Exodus und Bundeslade bei den Azteken in Mexiko und in der Bibel?

Gab es eine Art Bundeslade auch in der Alten Welt bei den Azteken? (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / WikiCommons/ Bearbeitung: L. A. Fischinger
Gab es eine Art Bundeslade auch in der Alten Welt bei den Azteken? (Bild: L. A. Fischinger/ Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Die Welt der Wissenschaft und natürlich auch der Grenzwissenschaft beinhalten auch ein Thema, das seit Jahrzehnten immer wieder ins Licht des Interesses rückt: Hatten die Völker und Zivilisationen der Frühzeit auch über die Ozeane hinweg miteinander Kontakt? Und das lange – zum Teil sogar sehr lange – vor Christoph Kolumbus? Viele verschiedene Autoren und Hobbyforscher wie etwa zum Thema „Atlantis“ versuchen genau das nachzuweisen. Aber gab es auch eine „Bundeslade“ und einen „Exodus“, die im Alten Testament zu finden sind, auch in Mittelamerika?

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