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Geheimnis Cheops-Pyramide: Die verschollenen Bücher und Schriften der Pyramiden-Bauer +++ Artikel +++

Geheimnis Cheops-Pyramide: Die verschollenen Bücher der Pyramiden-Bauer (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
Geheimnis Cheops-Pyramide: Die verschollenen Bücher und Schriften der Pyramiden-Bauer (Bilder: L. A. Fischinger & gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Keine Bauwerke der Vergangenheit regen so sehr zu Spekulationen, Thesen und immer neuen Überlegungen über deren Sinn und Zweck an, wie die Pyramiden von Gizeh in Ägypten. Mächte Monumente einer längst versunkenen Zeit, die noch heute Archäologen, “Laien-Forscher”, Autoren und Besucher faszinieren. Allerlei Geheimnisse sagt man den Bauwerken nach, die laut einigen Berichten sogar schon vor der Sintflut erbaut worden sein sollen. Und man vermutet in ihrem Inneren immer wieder “geheime Dinge”, die hier vor Jahrtausenden verborgen wurden. Was bei diesen Hypothesen allerdings kaum bis gar nicht beachtet wird, ist die Tatsache, dass die Pyramiden-Bauer in ihren Monumenten angeblich auch hunderte von geheimen Büchern versteckt haben. Schriften, die teilweise sogar von den Bauherren selber geschrieben wurden. Und ein berühmter und viel zitierter Geschichtsschreiber will sogar Jahrtausende später noch ein solches Buch persönlich besessen haben. Die Quelle seines Wissens, wie es heißt. In diesem Blog-Artikel soll den Spuren und Aussagen über diese verschollenen Bücher und Schriften der Pyramiden-Bauer einmal genauer nachgegangen werden. Denn diese sind mehr als erstaunlich,wie Ihr hier lesen werdet!


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Schatzkammern in den Pyramiden

In den vergangenen Jahrtausenden haben sich eine Fülle an Sagen, Legenden, Mythen, Spekulationen und Geheimnisse um die Pyramiden in  Ägypten angesammelt. Vor allem um die Pyramiden von Gizeh – und hier speziell um die Cheops-Pyramide. Wohl auch deshalb, dass sie mit ihren rund 147 Metern Höhe die größte ihrer Art in ganz Ägypten ist.

Nicht nur über den Sinn und Zweck oder die Erbauung an sich kursieren verschiedene Überlieferungen, wie man sie von dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot (490 – 430 vor Christus) oder aus dem mittelalterlichen „Hitat“ des arabischen Historikers Muhammad Al-Makrizi (1364 – 1442 nach Christus) kennt. Auch zahlreiche Geschichten wurden überliefert, die nicht nur davon erzählen, dass allerlei wundersame und wertvolle Dinge in der Pyramide verborgen wurden. Sie berichten auch davon, dass innerhalb der Cheops-Pyramide (oder allgemein in den Gizeh-Pyramiden) geheime Bücher und Schriften versteckt worden sein sollen.

Legendär wurde hierbei längst eine Behauptungen des „Hitat“, die hier nur zusammengefasst wiedergegeben soll. Denn darin heißt es, dass ein König mit Namen Saurid 300 Jahre vor der Sintflut in Träumen die nahe Katastrophe kommen sah. Wasser und Feuer werde die Erde vernichten, so seien Vision. So ließ er daraufhin die 130 „Obersten seiner Wahrsagen aus allen Provinzen Ägyptens“ zu sich kommen, um seine Träume zu interpretieren.

In einer „geheimen Besprechung“ mit König Saurid wurde untereinander diskutiert, was zu tun sei. Einstimmig habe man daraufhin den Bau der Pyramiden zur Rettung von Wissen und Weisheit beschlossen. Und so lesen wir im „Hitat“ über das Ergebnis dieser geheimen Tagung der Weisen mit dem König unter anderem:

Darauf ließ er in der westlichen Pyramide 30 Schatzkammern aus farbigen Granit angelegen; die wurden angefüllt mir reichen Schätzen, mit Geräten und Bildsäulen aus kostbaren Edelsteinen, mit Geräten aus vortrefflichen Eisen, wie Waffen, die nicht rosten, mit Glas, das sich zusammenfalten lässt, ohne zu zerbrechen, mit seltsamen Talismanen, mit verschiedenen Arten der einfachen und der zusammengesetzten Heilmittel und mit tödlichen Giften.“

In kaum einen „alternativen Geschichtsbuch“ über die Rätsel der Pyramiden fehlt diese Aussage. Ob sie in irgendeiner Form der Wahrheit entspricht, weiß niemand. Ebenso wenig kann niemand sagen, ob die Araber im 9. Jahrhundert irgendwas davon gefunden haben. Denn sie sollen es unter dem Kalifen Al-Mamun um 820 nach Christus gewesen sein, die „erstmals“ die Cheops-Pyramide  aufbrachen. In der Tat, wie umfangreich in meiner Artikel-Serie HIER aufgezeigt, machten sie dabei eine ganze Reihe von Funden.

Von den so wundersamen Dingen, wie oben zitiert, fanden sie aber scheinbar nichts.

Zauber- und Geheimbücher

Für Archäologen klingen diese Aussagen verständlicherweise so oder so viel zu phantastisch. Obwohl der Gesamtkontext noch weitaus phantastischer ist. Was im Zusammenhang mit dieser Geschichte häufig übersehen wird, ist aber eine spätere Aussage in dieser „Hitat“-Überlieferung:

In die farbige Pyramide endlich ließ er die Leichname der Wahrsager in Särgen aus schwarzem Granit bringen; neben jedem Wahrsager lag ein Buch, in dem seien wunderbaren Künste und Werke, sein Lebenslauf, was er zu seiner Zeit verrichtet hatte, und was vom Anfang bis zum Ende der Zeiten war und sein wird, beschrieben war. (…) Auch gab es keine Wissenschaft, die er (Saurid, Anm. LAF) nicht niederschreiben und aufzeichnen ließ.“

Letztlich wurde für die nachfolgenden Generationen noch eine Art „Bedienungsanleitung“ für alle diese Wissenschaften beigelegt:

Dazu kam eine Beschreibung jeder Fähigkeit, sowie der Art ihrer Ausführung und dessen, was sich dafür brauchen lässt.“

Demzufolge hat der Baumeister von Gizeh – in diesem Fall Saurid – mindestens 130 Bücher mit Geheimwissen in nur einer Pyramide verstecken lassen. Gut behütet von den Mumien ebenso vieler Weissager, denen noch dazu „die Schätze der Gestirne, die diesen als Geschenk dar gebracht worden waren“, mit ins Grab gelegt wurden.

Wo sind all diese Zauber- oder Geheimbücher der Pyramiden-Bauer? Wer hat den Weisen des Saurid „Schätze der Gestirne“ geschenkt – und was soll das gewesen sein? Gerade dies verlockt heute durchaus zu vielen Interpretationen und Deutungen, die von Meteoren bis außerirdischen Dingen reichen könnten …

Obwohl verschiedene Chronisten im „Hitat“ behaupten, dass innerhalb der Cheops-Pyramide unter Al-Mamun Schriftrollen oder Schriften gefunden worden sein sollen, schweigt es in Details. Die Ägyptologie kennt ebenso keine authentischen „Original-Funde“ dieser Art.

Eine gefundene Schriftrolle

Zumindest eines dieser Bücher wurde aber nach den Erzählungen des „Hitat“ tatsächlich gefunden. Oder besser gesagt, es soll erhalten geblieben sei. Im Laufe der Jahre sei dieses ominöse Werk aus der Pyramide immer wieder abgeschrieben und kopiert worden, so dass es die Zeiten überdauerte. Ursprünglich stamme die erste Kopie sogar von einem ägyptischen Überlebenden der Sintflut. So haben man die Schrift „in ununterbrochener Folge von ihm geerbt“, vermerkt der Historiker Kadi Abu Abdallah al-Kuda im „Hitat“.

Eines Tages dann habe ein Ägypter, der „eifrig nach den alten Büchern und Schatzquellen dort forscht“, das geheime Buch wiedergefunden. Ursprünglich stamme es nämlich tatsächlich aus der Cheops-Pyramide, die an dieser „Hitat“-Stelle dem Hermes zugeschrieben wird:

Was die Pyramiden betrifft, so gruben Leute ein Grab im Kloster von Abu Hirmis und fanden darin ein einen Toten in Leichentücher eingehüllt. Auf seiner Brust lag eine Papyrusrolle, die in ein Stück Zeug gewickelt war, als sie die aus dem Stück Zeug heraus nahmen, erblickten sie eine ihnen unbekannte Schrift.“

Was auf dieser Papyrusrolle gestanden haben soll, wird in der arabischen Chronik ebenfalls umfangreich rezitiert. Es war eben die Geschichte des Herrschers Saurid, der von einer Sintflut träumte und daraufhin die Pyramide(n) erbaute. Angefüllt mit Wissen, Weisheit, heiligen Büchern und Schätzen.

„Er habe die beiden Pyramiden in einem Zeitraum von sechs Monaten erbaut“, heißt es im „Hitat“ unter anderem zu dieser gewaltigen Leistung. Für die Ewigkeit war das ganze Projekt allerdings gar nicht gedacht. Nach den Legenden sollten die Pyramiden bzw. ihre „von oben bis unten mit eng zusammenstehenden, parallel laufenden Zeilen in der Schrift ihres Erbauers beschrieben“ Außenverkleidungen „in 600 Jahren zerstört werden“.

All diese angeblichen Bücher oder Schriften und geheimnisvollen Dinge sind heute lange verschollen. Ebenso wie die Außenverkleidungen der Pyramiden. Wobei es interessant ist, dass Ägyptologen wie Mark Lehner in diesen nicht zu entziffernden Inschriften „wahrscheinlich Graffiti von Besuchern, zum Teil sogar aus pharaonischer Zeit“ vermuten.

Es würde an dieser Stelle zu weit führen, all die überlieferten Geschichten über das Pyramiden-Inventar und andere derartige Mysterien umfangreich zu durchleuchten. Das wir an einer anderen Stelle nachgeholt, denn hier soll sich auf die geheimem Schriften und Bücher konzentriert werden. Immerhin waren sie ein fester und zugleich wichtiger Teil dieser Schätze.

Die Pyramiden-Baumeister

Bezeichnungen wie „Zauberbücher“ oder „Bücher der Weisheit“ sind eigentlich vollkommen nichtssagend. Wie will man sagen, was in ihnen stand oder wer sie überhaupt geschrieben hat? Bis auf die oben zitierte Ausnahme, wissen wir davon nichts. Es gibt jedoch noch ein Ausnahme-Buch in den alten Überlieferungen, das angeblich sogar vom Erbauer der Pyramiden persönlich geschrieben wurde.

Und hier wird es kompliziert.

Es finden sich in der mittelalterlichen Chronik „Hitat“ sowie in anderen Quellen eine ganze Palette an Namen des Pyramiden-Baumeisters genannt. Einige scheinen dieselbe (mythische?) Person zu meinen, andere verwirren mehr, als das sie nutzen. Eine Auswahl aus dem „Hitat“ und anderer Chroniken:

  • Cheops
  • Henoch
  • Saurid b. Sahluk (Saurid b. Sahluk b. Sarjak)
  • („der erste“) Hermes
  • Gannad
  • Idris
  • „Die Ägypter“
  • Agathodaimon
  • Saddad b. Ad
  • Utarid
  • „Die Amalekiter“
  • Souphis

Dass im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende immer mehr Geschichten und damit Namen mit den Pyramiden in Verbring gebracht werden, ist nicht verwunderlich. „Märchenonkel“ Herodot war im 5. Jahrhundert vor Christus mit seinen „Historien“ einer der ersten Chronisten, der bekanntlich Cheops als Auftraggeber nennt. Obwohl er (heute) nachweislich Unwahrheiten über diesen Pharao überliefert hat. Man denke hier an das Heer der Sklaven-Arbeiter, die angeblich die Pyramide bauten. Heute ist das längst widerlegt.

Alle anderen Namen erschienen zum Teil 1.500 und mehr Jahre nach Herodot auf der geschichtliche Bühne der Mythen.

Wusste Manetho mehr?

Schon kurz nach Herodot widersprach ihm jedoch schon ein anderer Geschichtsschreiber mit Namen Manetho. Er lebte um die Mitte des 3. Jahrhundert vor Christus und gilt bis heute als ein ausgezeichneter Chronist, der zu Lebzeiten Zugang zu einem enormen Fundus an Quellenmaterialien gehabt haben muss. Auch wenn seine vollständigen Texte und Werke als verschollen gelten.

In seinem von vielen Historikern kopiertem und zitiertem Werk „Aegyptiaca“ wiederum findet sich auch eine interessante Chronologie der ägyptischen Dynastien. Inklusive der Herrschaft von Göttern und Halbgöttern. Zur 4. Dynastie schreibt er, dass die große Pyramide von Gizeh von einem König mit Namen Souphis erbaut wurde. Dies sei 4.300 Jahre vor dem Perserkönig Kambyses II. (558 bis 522 vor Christus) gewesen. Damit grob zwischen 2838 bis 2802 vor Christus. Ein Unterschied zur Regierungszeit von Cheops von mehreren Jahrhunderten, die von ca. 2620 bis 2580 vor Christus datiert wird. Dieser König Souphis habe auch nicht etwa 23 Jahre wie Cheops regiert, sondern 63 Jahre, wie Manetho schreibt.

Trotzdem setzt die Ägyptologie diesen Souphis mit Cheops gleich. Kleine Abweichungen seien Geschichtsschreibern wie Manetho halt gestattet. So lange sie nicht gleich alles vor die Sintflut verlegen, wie wir es im „Hiat“ gesehen haben, könnte man denken.

Es gibt hierbei ein Problem. Zu finden in der Manetho-Abschrift über die „Vierte Dynastie von acht Königen von Memphis, aus einer anderen Linie“ von dem byzantinischer Mönch und Geschichtsschreiber Georgios Synkellos aus dem 8. Jahrhundert. In seiner Weltchronik „Ekloge chronographias“ lesen wir über Souphis:

Er errichtete die Große Pyramide, die laut Herodotos unter Cheops erbaut wurde.

Er wurde auch gottverachtend und verfasste das heilige Buch. Dies habe ich in Ägypten erworben, weil es ein großer Schatz war.“

Allerhand!

Nicht nur deshalb, da offenbar Cheops und Souphis eben nicht als ein und dieselbe Person beschrieben sind. Zumindest kann man die Aussage zu Herodot so interpretierten. Nein, dieser Bauherr habe auch noch ein Buch verfasst, dass Manetho selber „in Ägypten erworben“ haben will. Kein Wunder also, dass man bis heute dem Geschichtsschreiber ein umfangreiches Quellenwissen zugesteht. Trotz chronologischer Fehler.

Ein Buch von Cheops selbst

Auch wenn Souphis = Cheops entspricht, was war das heilige Buch des „gottverachtenden“ Herrschers? Welche Informationen standen in dem „großen Schatz“ des Manetho niedergeschrieben? Oder hat er sich dieses uralte Buch des Pharao nur als Quelle ausgedacht, um seiner Geschichtsschreibung einen weiteren Anstrich von Seriosität zu verleihen?

Zumindest den berühmten jüdisch-römische Geschichtsschreiber Flavius Josephus (ca. 37 bis 100 nach Christus) beeindruckte er damit sehr. Josephus, der wichtigste Autor über die jüdische und frühe christliche Geschichte des 1. Jahrhundert, wollte Manetho in Sachen Quellenstudium in nichts nachstehen. Wie sein Vorbild wollte auch er Quellen aus erster Hand. In „Chronologie des Manetho“ (1867) schreibt Georg F. Unger über diese Bemühungen:

„Seine Berühmtheit als Historiker bei den Bibelgelehrten verdankt Manetho dem Josephus (… von dem) sich der Besitz und die Benutzung seines Werkes mit Grund behaupten lässt. (…) Dieselben Motive und der Vorgang des Josephus, in dessen Fußtapfen Africanus als Geschichtsschreiber der Juden trat, machten diesen auf Manetho aufmerksam und bewogen ohne Zweifel den wissbegierigen Sammler, der seinen Aufenthalt in Ägypten, wie er sich rühmt, dazu benutzte, das berühmte Werk des Königs Cheops zu erwerben, auf Manethos Werk zu fahnden. Die Chronographen nach ihm kannten Manetho wahrscheinlich nur aus Africanus. Dies und die Entstehung mehrerer unächter Auszüge und Schriften beweist, dass sein Werk selten und frühzeitig verschollen war.

Trotz alledem sind die dürftigen Auszüge aus Manetho, schon bei dem Mangel eines zweiten vollständigen Kanons der ägyptischen Geschichte, von höchstem Wert. (…) im Ganzen und Großen hat er die Vorzuge, welche man von einem Geschichtsschreiber aus dem Lande, das die Wiege der Historie ist, erwarten darf, vermehrt durch andere, welche er dem Vorbild des Berosus verdankte.“

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Der Erbauer der Großen Pyramide ist damit wohl der einzige ägyptischer Herrscher in all den Jahrtausenden gewesen, der selber ein Buch – ein „heiliges Buch“ – geschrieben hat oder haben soll. Wo es heute ist, weiß natürlich niemand mehr.

Oder vielleicht doch?

Pharao Cheops, wenn wir ihm die Autorenschaft des ominösen Buches zubilligen wollen, starb vor rund 2.600 vor Christus. Etwa 2.300 Jahre später (Manethos Lebzeiten sind nicht bekannt, man datiert ihn zwischen 285 – 246 vor Christus) soll folglich noch ein Buch aus seiner Feder existiert haben, dass Manetho schließlich „in Ägypten erworben“ habe. Und das, obwohl angeblich erst über 1.000 Jahre nach ihm die Cheops-Pyramide durch die Araber „erstmals“ geöffnet und geplündert wurde.

Wer hat wo das Buch des Pyramiden-Bauers so lange verwahrt?

Der Prophet Henoch als “König von Ägypten”

Es geht in diesem Zusammenhang aber noch länger, sehr viel länger. In der Sammlung „Hitat“ des Al-Mamun wird bekanntlich von einigen (wenigen) Chronisten bzw. an verschiedenen Stellen der Bau der Gizeh-Pyramiden vor der Sintflut angenommen. Durch den vor allen in der Grenzwissenschaft viel zitierten Propheten Henoch, zu dem sich folgende Aussage findet:

Es gibt Leute, die sagen: Der erste Hermes, welcher der ‚dreifache‘ in seiner Eigenschaft als Prophet, König und Weiser genannt wurde (es ist der, den die Hebräer Henoch, den Sohn des Jared, des Sohnes des Mahalalel, des Sohnes des Henan, des Sohnes des Enos, des Sohnes Seths, des Sohnes Abraham – über ihm sei Heil – nennen, und das ist Idris), der las in den Sternen, dass die Sintflut kommen werden. Da ließ er die Pyramiden bauen und in ihnen Schätze, gelehrte Schriften und alles, worum er sich sorgte, dass es verloren gehen und verschwinden könnte, bergen, um die Dinge zu schützen und wohl zu bewahren.

Die ist die einzige Stelle im „Hitat“, in der Henoch explizit als Hermes und Baumeister genannt wird. Wobei nicht übersehen werden darf, dass über 30 weitere Historiker in dieser Chronik zu finden sind. Und bei ihnen kommt eine direkte und unmissverständliche Gleichsetzung der vorsintflutliche Personen Henoch und König Saurid nicht vor. Auch wenn König Saurid mehrfach als Herrscher vor der Sintflut bekannt wurde.

Hermes ist bekanntermaßen eine Gottheit. Auch der in Auflistung oben genannte Baumeister „Utarid“ entspricht diesem Gott Hermes. Nach dem „Hitat“-Historiker al-Warrak ist Utarid der, der „in der Sprach der Chaldäer Hermes genannt wurde“. Utarid sei „einer der sieben Torwächter gewesen, die zur Hut der sieben Planeten-Häuser bestellt waren“ und wurde aus „irgendwelchen Gründen“ König von Ägypten.

Demzufolge wäre Henoch alias Hermes einst König von Ägypten gewesen?! Das klingt nicht sehr glaubhaft.

Die Kopten

Obwohl die Mehrzahl der arabischen Historiker vollkommen uneins sind, wer letztlich die Pyramiden erbaut habe (die meisten nennen sogar den arabischen Herrscher Saddad b. Ad, der natürlich Jahrtausende nach Cheops lebte!) sprechen sie immer wieder von diesen „geheimen Büchern“. Wäre Henoch eine reale Person vor der Sintflut gewesen, die die Pyramiden erbaute, müsste er der Autor des von Manetho in Ägypten gefundenen Buches sein.

Tatsächlich gibt es alte Bücher, die Henoch als Autor nennen. Der Prophet lebte laut Bibel vor der Sintflut und schrieb laut den Henoch-Büchern tatsächlich unzählige Bücher auf Anweisungen des „Höchsten“ und seiner „Engel“. Historiker datieren diese Bücher Henochs natürlich lange nach dem Bau der Pyramiden. Sie wurden bereits unter christlichen Einfluss verfasst und stammen in den vorliegenden Fassungen mit Sicherheit nicht aus dem Zeitalter der Pyramiden-Bauer.

Manetho war wohl der letzte, der ein echtes Buches dieser Epoche besaß. Sofern er die Wahrheit sagte. Allerdings beruft sich das „Hitat“ an nicht wenigen Stellen auf die Kopten in Ägypten. Eine christliche Strömung, die naturgemäß erst nach Christus nach Ägypten kam. Im 3. Jahrhundert entstand das Koptische aus dem Ägyptischen heraus, und angeblich seien einige „Hitat“-Überlieferungen Übersetzungen aus koptischen Texten. Der christliche oder biblische Einfluss auf das gesamte „Hitat“ ist zumindest unverkennbar. Auch die in einem „Grab im Kloster von Abu Hirmis“ gefundene Schriftrolle soll in koptisch verfasst gewesen sein.

Sie aber können nicht die Autoren „Bücher der Pyramiden-Bauer“ gewesen sein. Ein koptischer Text, den man in einem Grab in der Cheops-Pyramide, dem Kloster Hermes („Abu Hirmis“), gefunden haben will, kann unmöglich Jahrtausende alt sein. Zumal an einigen Stellen von nicht zu lesenden Schriften gesprochen wird.

In der arabischen Zeit Ägyptens und vor allem in den Tagen der „Hitat“-Historiker waren das alte Ägyptisch und die Hieroglyphen unlängst in Vergessenheit geraten. Nicht ausgeschlossen, dass einige Gelehrte diese Sprache noch lesen und übersetzen konnten. Waren sie es, die alte Bücher und Schriften übersetzten bevor die Ur-Quellen verloren gingen? Stammen diese Quellen wirklich aus den großen Pyramiden und haben eine derart lange Zeit überstanden? Sind damit die gefunden Texte nur Beigaben wesentlich späterer Bestattungen? Ist deren Inhalt in irgendeiner Form korrekt?

Die Geheimbücher des Propheten

Die alten Chronisten sind sich dahingehend einig, dass sie sich nicht einig sind. Zusammenfassend gesagt erzählen sie, man habe die Pyramiden von Gizeh irgendwann zwischen den Tagen vor der Sintflut und Noah mit seiner Arche und Saddad b. Ad errichtet. Saddad b. Ad. ist eine literarische Figur der frühen Araber bei der der Eroberung Ägyptens, der zu einem mythischen Helden wurde. Dementsprechend ist dieser Held vor erst ca. 1.400 Jahre im Land der Pyramiden aktiv gewesen. Der Einfall der Muslime in Ägypten begann schließlich erst ab 640 nach Christus.

Wohl niemand will bestreiten, dass zu diesem Zeitpunkt die Pyramiden alle schon Jahrtausende standen.

Obwohl der Prophet Henoch, der schon laut Bibel „Umgang mit Gott pflegte“, als Bauherr im „Hitat“ die absolute Ausnahme ist, ist er der einzige, von dem bis heute Bücher vorliegen. Geschrieben wurden sie laut Bibelforschung zwischen dem 3. Jahrhundert vor und dem 1. Jahrhundert nach Christus. Auch da standen die Pyramiden schon längst. Die Sintflut, vor der Henoch gelebt haben soll, war da auch schon eine gefühlte Ewigkeit vorbei. Egal ob man sie jetzt 10.000 oder 5.000 vor Christus datiert, als lokales Ereignis (zum Beispiel in Mesopotamien), als Hirngespinst oder als globale Katastrophe.

Es existieren bis heute keine derart alte Schriften/Bücher oder Ur-Quellen, die man den Pyramiden-Baumeistern zusprechen könnte. Auch nicht von Henoch. Obwohl der Autor des slawischen Buch Henoch im 1. Jahrhundert über ihn Spannendes wusste:

Da rief der Herr den Bretil, einen seiner Erzengel, ihn, der weise ist und alle Werte des Herrn aufschreibt. Und der Herr sprach zu Bretil: Nimm die Bücher aus den Behältern! Gib Henoch eine Feder und diktiere ihm die Bücher an! Da brachte mit Bretil eilends die Bücher, die nach Myrrhen duften, und gab mit seine Feder.

Und er beschrieb mir alle Dinge im Himmel, auf Erden und im Meer, die Läufe und Orte aller Elemente, die Jahreszeiten, der Tage Läufe und Änderungen, die Gebote und die Lehren. Und Bretil sprach zu mir dreißig Tage und Nächte; seine Lippen redeten unaufhörlich. Auch ich schrieb, ohne auszuruhen, den ganzen Inhalt nieder. Als ich fertig war, hatte ich 360 Bücher geschrieben.“ (slawisches Buch Henoch, 22,11-23,6)

Da der vorsintflutliche Patriarch Henoch für die Bibelforschung nur ein mythische und keine reale Person war, hat er auch dies gerade mal knapp 2.000 Jahre alte Buch nicht selber geschrieben. Auch wenn hier in der 1. Person gesprochen wird. Von den 360 Büchern mit himmlischem Wissen will die Bibelforschung schon gar nichts hören. Auch dies sei reine Phantasie eines frühchristlichen Autors, der nur Henoch als Urheber nannte, um seinen Werken eine gewisse Glaubwürdigkeit zu verleihen. Man denke hier an die fünf Bücher Moses des Alten Testament, die ebenso nicht von Moses geschrieben wurden. (detailliert zu den Überlieferungen und Büchern von Henoch HIER)

Noch mehr Widersprüche

Historisch authentisch ist das mittelalterliche „Hitat“ in keinem Fall. Dafür sind die Widersprüche der einzelnen Chronisten bzw. deren Überlieferungen viel zu gravierend. Wer aber mag Fakt und Fiktion darin zu unterscheiden, da auch offenkundige Tatsachen darin zu finden sind. Beispielsweise wird darin auch von dem Versuch des Sultan von Ägypten berichtet, eine Pyramide von Gizeh abzureisen. Wie heute jeder an der Nordseite der Mykerinos-Pyramide sehen kann, wurde das auch versucht.

Übeltäter und Verursacher der 8 Meter tiefen Beschädigung war Al-Aziz Uthman bin-Yusuf (1171 bis 1198), der eigentlich ganz Gizeh abreißen wollte. Als er aber acht Monate lang kaum Fortschritte machte, seine Arbeiter nur ein bis zwei Steine pro Tag fortschaffen konnten und die Kosten für die Zerstörung explodierten, ließ er von seinem Vorhaben ab. Was ihm aber gelungen sein soll, war die Zerstörung von Nebenpyramiden und der Verkleidungssteine der großen Pyramiden.

Was das „Abrisskommando“ des Sultans aber nicht überlieferte ist die Art der Inschriften eben auf diesen Außenverkleidungen. Ob die „von oben bis unten mit eng zusammenstehenden, parallel laufenden Zeilen in der Schrift ihres Erbauers“ angebrachten Texte wirklich nur Besucher-Graffiti waren, ist eine reine Vermutung der Archäologie. Ausschließen, dass Besucher auf den Pyramiden herum schmierten, kann wohl niemand. Waren das aber wirklich die einzigen „unlesbaren Texte“?

Sehr interessant ist eine weitere Aufzeichnung der arabischen „Hitat“-Chronisten. Es heißt in dieser, dass die Wände der Pyramiden „mit griechischer Schrift bedeckt waren“. Einige berichten, sie seien Gräber, doch die sind nichts Derartiges“, heißt es. Man habe sie zum Schutz vor der Flut gebaut, dass alles, „was nicht Schutz in solchen Bauwerken fände“ auf Erden vernichtet werden würde. Also ließ der Baumeister „seine Schätze und seinen Besitz“ in die Pyramiden schaffen.

Als sich schließlich die Sintflut wieder „verlaufen hatte“ wurden die Kostbarkeiten – was immer es auch gewesen sein mag – wieder aus den Pyramiden genommen und einer Person mit Namen Bisir oder Bisar übergeben. Es sei der „Sohn Miriams, des Sohnes Harns, des Sohnes Noah“ gewesen. Demnach wohl ein Enkel bzw. Nachkomme Noahs, die wir im 1. Buch Moses in Kapitel 10 finden.

Pyramiden-Schätze in Kornspeichern?

Wo aber sind diese Dinge dann hingekommen? „Spätere Könige brachten sie in ihren Kornspeichern unter“, sagt das „Hitat“ über deren Verbleib. „Und Gott weiß es am besten“. Informationsgehalt ist hier wieder einmal Mangelware. Eher scheint es sich hierbei um eine verschwommene Aussage zu handeln, die sich um den biblischen Stammvater Josef und seinem Aufenthalt in Ägypten dreht. Nachzulesen im 1. Buch Moses ab Kapitel 37. Josef habe einst laut Buch Genesis dem Pharao Träume gedeutet, dass sieben Jahre des Wohlstandes kommen, denen sieben Jahre des Hungers folgen werden.

Also ließ der Pharao vorsorglich dank der Traumdeutung des Josefs in den sieben „fetten Jahren“ einen Teil des Getreides für die Jahre des Hungers einlagern. Wie angeblich von Gott beschlossen brach daraufhin die Hungersnot über Land und Volk herein, und so „öffnete Josef alle Speicher und verkaufte Getreide an die Ägypter“ (Genesis, Kapitel 41).

Auch wenn es kaum zu glauben ist, aber genau diese Kornspeicher des Josef sollen die Pyramiden gewesen sein. Ein Märchen, das man sich jahrhundertelang über diese Monumente auch in Ägypten selber erzählte. Vor allem nachdem der römische Autor Julius Honorius (um 500 nach Christus) in „Cosmographia“ und der französische Bischof und Historiker Gregory von Tours in „History of the Franks“ (594 nach Christus) dies behaupteten.

Die Ägypter hätten einfach von oben durch ein Loch in der Spitze das Getreide in die Pyramiden gefüllt. Ein Mythos, der wohl erst durch den frommen deutschen Pilger Bernhard von Breydenbach nach einem persönlichen Besuch 1484 in Gizeh endgültig beendet wurde. In seinem mittelalterlichen Besteller „Peregrinatio in terram sanctam“ schrieb er nämlich 1486, dass diese Idee „eindeutig falsch ist, da diese Pyramiden innen nicht hohl sind“.

Obwohl heute jedem klar sein sollte, dass diese „Kornspeicher-Hypothese“ vollkommener Nonsens ist, vertrat sie beispielsweise der US-Präsidentschaftskandidat Dr. Ben Carson 2015 noch immer.

Die „Kern-Information“ dieser Legende erscheint letztlich recht dürftig. Sie könnte darin bestehen, dass nach der Flut die Nachfahren der Überlebenden (hier Noah), diese Schätze und damit wohl auch Schriften an sich nahmen. Diese „späteren Könige“ hüteten daraufhin das kostbare Erbe, in dem sie es an unbekannten Orten (hier Kornspeicher) verbargen …

Der Vollständigkeit halber sei hier noch einmal Henoch genannt. Die Henoch-Bücher sowie jüdische Sagen über ihn berichten, dass er seine Schriften seinen Nachfahren übergab. Dazu zählt natürlich auch Noah. Sie sollten sie sicher verwahren, da die große Flut naht. So kamen diese Werke mit auf die Arche und überstanden auf diesem Weg die Vernichtung.

Diese und weitere Überlieferungen führten auch zu der Überlegung, dass die Cheops-Pyramide in Wahrheit die Arche Noah war. Dazu finden Ihr HIER auch ein Video auf YouTube.

Fragen, Fragen, Fragen

In diesem Beitrag sollte der Fokus der seltsamen „Hitat“-Erzählungen auf die verschollenen Bücher der Pyramiden-Bauer oder „Weisen“ gerichtet werden. Diese mittelalterlichen Erzählungen sind, wie auch HIER gezeigt, natürlich weitaus komplexer. Und so ergeben sich zusammenfassend viele „Solls“ und „Wenns“, die sich ausnahmslos alle nicht belegen lassen:

  • Die über 30 Chronisten des „Hitat“ sowie andere Historiker widersprechen sich, wer die Gizeh-Pyramiden baute.
  • Wenige sagen, dass sie vor der Flut erbaut wurden und in ihnen Bücher und geheime Schriften verborgen waren.
  • Die Araber sollen im Zuge der „ersten“ Öffnung der Cheops-Pyramide im 9. Jahrhundert tatsächlich Texte oder Schriftrollen gefunden haben.
  • Wenn dem so ist, kann niemand sagen woher sie stammen oder wie alt sie waren.
  • Es soll auch ein Grab (im „Hermes-Kloster“) gefunden worden sein, in dem man eine Schriftrolle fand.
  • Diese sei in Koptisch verfasst gewesen (und von König Saurid und der Sintflut etc. berichtet haben).
  • Das Koptische ist eine relativ „moderne“ Schrift in Ägypten. Damit können die geheimnisvollen Bücher in ihrer Ur-Version nicht in koptisch verfasst worden sein.
  • Der Historiker Manetho soll der letzte Mensch gewesen sein, der angeblich ein authentisches Buch vom Baumeister der Pyramide in seinem Besitz hatte. Mutmaßlich geschrieben von Pharao Cheops selber.
  • Der Prophet Henoch wird mit einem Gott (Hermes) gleichgesetzt, wird allerdings (nur) einer „Hitat“-Stelle konkret als Pyramiden-Bauer (Saurid) genannt.
  • Mindestens 130 geheime Bücher mit Weisheiten sollen in der Pyramide im Auftrag von Saurid vor der Sintflut versteckt worden sein.
  • Henoch schrieb nach einem Buch mit seinem Namen aus dem 1. Jahrhundert nach Christus sogar 360 Bücher mit göttlichen Weisheiten und Wissen. Auch vor der Flut.
  • Wenn irgendwelche Bücher davon jemals existieren, sind sie ausnahmslos alle verschollen. Ob vor der Flut geschrieben oder „klassisch“ in der 4. Dynastie von Pharao Cheops, spielt dabei keine Rolle.
  • Wenn diese Schriften angeblich in koptisch verfasst gewesen sind, warum waren dann andere nicht zu entziffern?

Verschollen, versteckt, vernichtet – wer kann das schon mit reinem Gewissen sagen? Die Suche nach den Mysterien der Vergangenheit wird wohl noch dann faszinieren, wenn das heute bereits lange Vergangenheit ist.

Video-Auswahl zum Thema auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

Mehr Videos dazu HIER.

Video vom 26. Aug. 2019 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

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Video vom 28. Sep. 2017 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

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Video vom 6. Okt. 2018 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Müssen alle unsere Religionsbücher umgeschrieben werden, wenn wir Aliens finden oder Kontakt mit ihnen haben?

Müssen alle Religionsbücher umgeschrieben werden - wenn wir Aliens finden? Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Müssen alle Religionsbücher neu geschrieben werden – wenn wir eines Tages Kontakt mit Aliens haben? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Drei Fragen bewegen Menschen immer wieder: Gibt es Gott? Gibt es intelligente Außerirdische? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Alle Religionen der Welt kombinieren die erste und dritte Frage in ihren Heilslehren, Dogmen und Weltanschauungen. Die Angst vor dem Tod und einem möglichen “Danach” ist das Fundament aller Religionen, gleich wie genau sie dieses angebliche Leben nach dem Tod jeweils ihren Anhängern verkünden. Aber brächte die direkte oder indirekte Entdeckung von anderen Zivilisationen im All diese Glaubenslehren ins Wanken? Müssten die Religionsbücher “neu geschrieben” werden, wenn wir eines Tages Aliens entdeckten? Wichtige Fragen, die ich in diesem zusammenfassenden Artikel beantworte.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die Suche nach den Aliens

Noch haben wir sie nicht gefunden, die Aliens, die Außerirdischen. Bisher sind wir allein auf unserem Planeten Erde und wissen nicht, ob und wo sich andere intelligente Spezies im Universum befinden. Aber wir vermuten oder glauben, dass es sie gibt!

Heutige Astronomen leben und arbeiten in einem für sie unfassbar faszinierenden Zeitalter der Entdeckungen im All. Nicht nur, da unlängst die allermeisten sicher sind, dass es irgendwo auch andere Intelligenzen und Zivilisationen im Universum gibt. Begeistert sind viele “Weltraumforscher” auch deshalb, da sie sicher sind, dass noch zu unseren Lebzeiten diese Aliens gefunden werden.

Ob wir jetzt Mikroben auf anderen Himmelskörpern unseres Sonnensystems finden, ein Radiosignal einer Alien-Zivilisation durch SETI empfangen oder einen bewohnten Exoplaneten finden werden: Wir werden anders Leben im All finden. Wenn die fremden Wesen nicht eines Tages plötzlich mit ihren Raumfahrzeugen die Erde besuchen, suchen Astronomen weltweit eben nach diesen “Anderen”.

Das sind nüchternen Fakten. Wobei natürlich der Unterschied zwischen gefundenen Mikroben irgendwo in unserem eigenen Solarsystem und einer fremden Intelligenz irgendwo im All natürlich gewaltig sind.

Was aber würden die Weltreligionen dazu sagen, wenn wir eines Tages (SETI-)Kontakt mit einer anderen Rasse aus dem Weltraum haben werden? Stampfen sie dann ihre Religionsbücher ein oder werden diese “umgeschrieben” und erscheinen dann als “Bibel 2.0” oder “Cosmic Koran”? Spannende Fragen, die ich schon seit Jahren auf Grenzwissenschaft und Mystery Files in Artikeln und Postings immer wieder behandel.

So auch aus “aktuellem Anlass” zusammenfassend an dieser Stelle.

Update der Religionsbücher?

Auf der Webseite “Gutefrage.net”, auf der ich immer wieder Themen meiner Kategorie “Netzfundstück” finde, erschien vor zwei Tagen die Frage:

Müssen alle Religionsbücher umgeschrieben werden, wenn Radiosignale von Außerirdischen die Erde erreichen oder wenn sogar Außerirdische auf der Erde landen?

Eine einfache Frage die man grundsätzlich ganz einfach beantworten kann: Nein!

Man kann sie aber auch wesentlich umfassender beantworten und diskutieren, wenn man die Konsequenzen dieser Entdeckung für Religionen mit in die Antwort einbezieht. Eben so, wie ich es in vielen Blog-Postings getan habe (z. B. HIER, HIER, HIER, HIER & HIER uvm.). Die Folgen für Religion und Gesellschaft und vor allem auch für die individuellen Gläubigen dieser Religionen wären weltweit kaum fassbar. Von katastrophal bis ignorant.

“Umschreiben” kann man aber Religionsbücher deshalb nicht. Ob Koran, Bibel oder externe Religionsbücher zu den verschiedenen religiösen Texten, sie alle stehen fest. Der Inhalt der Bibel vor allem ist seit Jahrhunderten zumindest im großen Kern festgelegt. Obwohl es unzählige Schriften außerhalb der Bibel gibt, die nicht in die Bibel aufgenommen wurden. Das gilt für Evangelien ebenso wie für Propheten-Bücher oder Apokalypse.

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Zusätzlich ist die Bibel nicht das Wort Gottes, sondern wurde im Laufe der Jahrtausende immer und immer wieder verändert, wie in diesem Artikel dargelegt. Sollten jetzt also SETI-Signale von intelligenten Aliens empfangen werden oder die Fremden gleich hier landen – kann man nicht einfach die Religionsbücher “umschreiben”.

Mit diesem “umschreiben” der heiligen Schriften inkl. ihrer Sekundärliteratur ist natürlich gemeint, dass man diese korrigieren und ergänzen würde. Das würde bei Texten und Büchern, die teilweise Jahrtausende alt sind, überhaupt nicht gehen. Wer sollte sich beispielsweise hinsetzten, das heute jedem bekannte Neue Testamt in die Hand nehmen und dort Ergänzungen vornehmen? Zum Beispiel um irgendwelche Aussagen zu außerirdischem Leben hinzuzufügen, die dann vielleicht sogar Jesus Christus zugesprochen werden …

Natürlich gilt das auch für die jüdische Thora und den Koran. Kein Rabbiner oder Imam würde es auch nur wagen in den Schriften etwas umzuschreiben und zu ändern,”nur” weil jetzt Außerirdische gefunden wurden. Eher wäre das Gegenteil der Fall.

Das Ende der Religionen?!

Religiöse Schulbücher könnte man selbstverständlich einfach erweitern. Einfügungen in dem Sinne, dass der Herr überall im Kosmos Leben erschaffen hat, wären hier durchaus realistisch. Gleiches gilt für all die zahllosen Bücher, die Gott und seine Texte interpretieren etc., die es bekanntlich ja auch von verschiedenen Päpsten gibt.

Alles andere wäre auch naiv, schließlich sind Außerirdische in diesem Gedankenexperiment ja eindeutig bewiesen oder sogar hier. Vielmehr werden die Religionen der Welt statt ihre Bücher “umzuschreiben” diese für ihre Anhänger neu deuten und auslegen. Der Vatikan hat zum Beispiel kein Problem mit anderen Völkern im All. Sofern diese Aliens nie von Jesus besucht worden wären, da es nach deren Ansicht nur hier auf der Erde Jesus als Erlöser gab.

Viele Religions-Fanatiker werden sicherlich die Außerirdischen dämonisieren und verteufeln. Für mich steht das außer Frage. “Normale” Anhänger dieser oder jener Religion werden aber sicher auf entsprechende Aussagen und Deutungen ihrer geistigen und spirituellen Führer warten und hören. Immerhin finden sich in Thora, Bibel und auch Koran keine klaren Aussagen für die gläubigen Leser, dass es noch andere Wesen im All gibt. Aber auch keine dagegen. Auch bei “Gutefrage.net” wird dies in einer Reihe von Antworten richtigerweise betont.

Ob das nicht dennoch das Ende vieler Religionen sein wird, steht auf einem anderen Blatt.

Betrachtet man aber diese heiligen Bücher modern und im Sinne von Außerirdischen im All, wird man durchaus an vielen Stellen fündig. Man muss dabei nicht einmal ein Prä-Astronautiker oder allgemein Grenzwissenschaftler sein, der (wie ich) solche Schriften nach Astronautengötter-Spuren der Vergangenheit hin untersucht. Solche Stellen, Verse oder Aussagen sind dann für die geistigen Oberhäupter quasi “Hintertürchen” für ein neue bzw. erweiterte Deutung der religiösen Bücher.

Religiöse Hintertüchern für die Gläubigen

Nehmen wir den ersten Satz der Bibel und damit der Thora im Buch Genesis:

Am Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.

Schon hier haben wir ein Hintertürchen. Auch wenn in vielen modernen Bibeln nicht mehr “die Himmel” steht, sondern nur “den” , so schuf der Herr doch mehre Himmel. Für die Neuauslegung nach dem Kontakt mit Außerirdischen ist schon das wunderbar dazu geeignet, den Gläubigen zu sagen: “Seht her, es gibt noch andere Himmel und damit Welten.”

Beispiele für solche Textstellen, die aufgrund der Entdeckung von Aliens neu interpretiert werden können, gibt es viele in der Bibel.

Einfacher haben es da aber die Muslime mit dem Koran, denn hier könnte der Imam zum Beispiel auf folgende Verse verweisen:

Seht ihr nicht, wie Allah sieben Himmel erschuf, einen über dem anderen (…)“ (71. Sure, “Noah”, Vers 16)

Und er (Allah, L.A.F.) bildete in zwei Tagen zu sieben Himmel und teilte jedem Himmel seine Aufgabe zu, und wir schmückten den untersten Himmel mit Leuchten aus und stellten ein Wache hin.“ (41. Sure, “Die deutliche Erklärung“, Vers 13)

Natürlich können auch die Christen die angeblichen Worte von Jesus “In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen” (Joh. 14,2) in dieser Hinsicht deuten. Es steht ja nicht geschrieben, dass diese “Wohnungen” nur Menschen vorbehalten sind.

Die zahllosen Gläubigen in Indien und Asien, die ihrem National-Epos Mahabharata treu sind, finden darin ähnliche Aussagen. So etwa über die hinduistische Gottheit Indra, in deren Zusammenhang auch von einem “Weltenhüter” gesprochen wird. Was sind oder waren das für “Welten”, die Heimatwelten von Außerirdischen?

In jüdischen Schriften außerhalb der Bibel (Apokryphen) sowie in den weltbekannten Schriftrollen von Qumran gibt ebenso viele Alien-deutbare Verse für die Gläubigen. Im rund 2.000 Jahre alten “Genesis-Apokryphon” (früher “Lamech-Rolle” genannt) aus Qumran lesen wir zum Beispiel in 1QapGen II  bis V Aussagen wie diese über Gott:

Ich möchte, dass du schwörst, beim Allerhöchsten, beim obersten Herrn, dem König aller Welten, dem Führer der Söhne des Himmels (…)“

Ich schwöre es du durch den Heiligen Großen, den König der Himmel (…)”

König “aller Welten” und “der Himmel” ist problemlos als Gott oder Schöpfer von anderen Planeten und deren Bewohner auszulegen.

Auch wenn nach der Entdeckung von Aliens sicher keine Religionsbücher “umgeschrieben” werden müssen (oder können), werden viele Gläubige trotzdem fragend in den Himmel blicken. Ob zu den Außerirdischen oder ihrem jeweiligen Gott sei mal dahingestellt. Sicher wird aber eine nicht geringe Anzahl der Gläubigen ihre spirituellen Führer fragen, warum sie nicht viel früher ihre heiligen Schriften dahingehend betrachtet haben.

“Jetzt, wo die fremden Wesen im All gefunden wurden, könnt ihr uns viel erzählen!” So oder so ähnlich könnte ich mir deren Vorwürfe und Zweifel vorstellen.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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War Gott ein Außerirdischer? Der Prä-Astronautik-Buchklassiker “Götter der Sterne” von Lars A. Fischinger als E-Book erschienen! (+++Plus YouTube-Video+++)

"Götter der Sterne" von Lars A. Fischinger als eBook erschienen! (Bild: Reichel Verlag / NASA / Montage: L. A. Fischinger)
“Götter der Sterne” von Lars A. Fischinger als E-Book erschienen! (Bild: Reichel Verlag / NASA / Montage: L. A. Fischinger)

Auch und eigentlich vor allem die “Götter der Sterne” machen nicht vor dem Fortschritt der modernen Technologie halt. Doch wie “modern” unsere Techniken von heute sind, das fragen sich Prä-Astronautik-Autoren und -Forscher seit Jahrzehnten. So auch ich in meinem Buch “Götter der Sterne – Bibel, Mythen und kosmische Besucher” aus dem Jahr 1997. Damals mein zweites Sachbuch zu den Rätseln der Welt überhaupt und ein Klassiker der Thematik. Nun ist es dank des Reichel Verlages, der damals auch die Papierausgabe verlegt hat, genau 20 Jahre nach der 1. Ausgabe als E-Book erschienen. Im neuen Gewand aber noch immer auf den Spuren der Ancient Aliens des Alten Testamentes und paralleler Überlieferungen.

 

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Beginnen wir mit einer Geschichte aus dem Leben eines Mystery-Autoren.

Astronautengötter sind ko(s)misch …

Bei der Arbeit an “Götter der Sterne” bastelte ich vor nun rund 20 Jahren mit Bildmaterial der NASA auch die Idee des Buchcovers. Bildmaterial übrigens, das ich dank meines gepflegten Archivs für das leicht veränderte und mir sehr gut gefallene E-Book-Cover dem Reichel Verlag natürlich zwei Jahrzehnte später umgehend erneut liefern konnte …

Auch den Titel und Untertitel des Buches überlegte ich mir, und faxte meinen entsprechenden Vorschlag voller Begeisterung zum Verlagshaus. Die Antwort auf meine brillant erdachte Titel-Idee kam via Telefonanruf von meiner Verlegerin Frau G. Reichel. Doch dieser Anruf verwirrte mich!

Ob ich sie mit dem Buchtitel auf den Arm nehmen wolle, fragte sie mich höflich aber bestimmt am Telefon. Keineswegs, entgegnete ich natürlich – denn als Jungautor der Prä-Astronautik war ich auf mein kommendes zweites Sachbuch und selbstverständlich auf meinen mühsam erdachten Buchtitel mehr als stolz. Wie konnte da der Verlag bzw. meine Verlegerin Frau Reichel nur behaupten, ich wolle sie angesichts meines sorgsam ausgearbeiteten Titelvorschlages verschaukeln wollen?!

"Götter der Sterne" von Lars A. Fischinger 1997
“Götter der Sterne” von Lars A. Fischinger 1997

In Anbetracht dieser “verlegerischen Ungeheuerlichkeit” mir gegenüber war der Groschen während des Telefonats jedoch schnell gefallen: Es hatte sich der Fehlerteufel in meinen Untertitel von “Götter der Sterne” eingeschlichen. Statt richtigerweise “Bibel, Mythen und kosmische Besucher” schlug ich dem Reichel Verlag in meiner schreibenden Unachtsamkeit den Untertitel “Bibel, Mythen und komische Besucher” vor. Der Fehlerteufel schien den fehlenden Buchstaben “s” in ein Paralleluniversum gesogen zu haben …

Ein kosmisch-komischer Irrtum, über den langjährige Weggefährten von mir und ich immer wieder gerne lachen. Sicher hat jeder Autor so seine Geschichten und Erfahrungen sammeln können, die auf Tagungen/Meetings immer wieder für Heiterkeit sorgen.

Doch nun zu den sogenannten “Göttern” – den “Götter der Sterne”

Auf diesen Internetseiten oder auch auf meinem Kanal bei YouTube nenne ich die Ancient Aliens, Astronautengötter, Lehrmeister des Himmels etc. immer mal wieder auch “Götter der Sterne”. Grund ist eben diese Buchveröffentlichung von 1997, zu der thematisch 2015 eine sehr detaillierte weitere Veröffentlichung erschien.

Das Thema des E-Book ist schnell umrissen: “Gott und seine Helfer waren Außerirdische!”

Eine Spekulation, die schon seit den ersten Jahren der Prä-Astronautik im Raume steht. Bis “Götter der Sterne” 1997 erschien standen diese Ideen jedoch zusammenhanglos und ohne den legendären “roten Faden” im weiten Feld der Astronautengötter-Überlegungen, was ich eben mit diesem Buch ändern wollte. “,Götter der Sterne’ – meine 2. Arbeit – ist überfällig gewesen”, schrieb ich genau deshalb damals. Und weiter:

Cover: "Götter der Sterne" von Lars A. Fischinger als E-Book 2016
Cover: “Götter der Sterne” von Lars A. Fischinger als E-Book 2016

“Es behandelt in sehr detaillierter und analytischer Form das Alte Testament und viele andere Texte. Was ist der Sinn dieser Mythen? Viele Autoren der Grenzwissenschaft haben behauptet, die Bibel würde von Außerirdischen sprechen, aber keine lieferte hierzu eine detaillierte Arbeit. Ich denke, diese habe ich mir Götter der Sterne nun endlich vorgelegt!

 

Im Verlagstext liest sich das wie folgt:

Dieses Buch enthält genaue und kritische Untersuchungen der Aussagen und Rätsel der Bibel und der Apokryphen von der Schöpfung bis zu den Propheten. Lars A. Fischinger analysiert hier detailliert die alttestamentarischen Schriften und andere uralte Mythen. Erstaunliche Entdeckungen werden offenbart und liefern uns ein neues, phantastisches Bild der Bibel und der frühen Menschheit. Besucher aus dem All kamen als “Götter” zur Erde, schufen den Menschen und vollbrachten hier Dinge, die uns zwar detailliert überliefert, aber bislang unverstanden geblieben sind.

Bibeltexte, Mythen und entsprechende Überlieferungen sind zum Teil uralt. Deshalb ist auch der Inhalt des E-Book “zeitlos aktuell” bei der Jagt nach den Mysterien und Göttern der Vorzeit.

Einblick in die “Götter der Sterne“: Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Prolog

Teil I Mythen der Schöpfung, Überlieferungen der Urzeit

Kapitel I Genesis: Das Buch der Ursprünge

Sah schon die biblische Eva ein UFO? (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)
VIDEO: Sah schon die biblische Eva ein UFO? (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)

I.1 Im Anfang war Etwas

I.2 Monotheismus oder Polytheismus in der Genesis?
I.3 Die Schöpfung der Himmel
I.4 „Lasset uns den Menschen machen…“ – die zweite Schöpfung
I.5 Adam und seine „Rippe“ Eva
I.6 Als der Mensch wie „Götter“ wurde
I.7 Die Vertreibung aus dem Garten der „Götter“
I.8 Lag das Paradies in Südmesopotamien?
I.9 Das himmlische Paradies und weitere Paradies-Schriften

Kapitel II Schöpfungsmythen anderer Völker

II.1 Mesopotamische Überlieferungen wissen mehr
II.2 Der Mensch aus dem Himmel
II.3 Parallelen in globalen Schöpfungslegenden!
II.4 Adams Kinder und erste Frau
II.5 Himmlische Schwangerschaften – sonderbare Abstammungen
II.6 „Monster“ – genetische Fehlversuche?
II.7 Adam und Eva – Mythos oder Wahrheit?
II.8 Problematische Überlieferungen

Kapitel III Als die Sintflut kam

III.1 Zeit der himmlischen Sünde – Sex mit den Gottessöhnen
III.2 Der „Herr“ greift ein
III.3 Die Arche des Helden Noah – ein unmögliches Projekt
III.4 Sintflut in mesopotamischen Mythen – die Urquellen
III.5 Die Welt trocknet
III.6 Turmbau zu Babel – ein neuer Anfang, der „Gott“ missfällt

Das uralte Buch "Die Apokalypse des Abraham" erzählt: Engel brachten Abraham in das "All". (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger / WikiCommons)
VIDEO: Die “Apokalypse des Abraham” erzählt: Engel brachten Abraham in das “All”. (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger / WikiCommons)

Kapitel IV Die Abraham-Apokryphe

IV.1 Abraham der Normade
IV.2 Engelkontakte
IV.3 „…bis an der Feuerflammen Grenzen“
IV.4 Der Thron „Gottes“
IV.5 Abraham sah „Verborgenes“
IV.6 Die Erde aus dem All
IV.7 Weitere Offenbarungen „Gottes“

Kapitel V Vernichtender Zorn „Gottes“

V.1 Spione der Zerstörung
V.2 Himmlische Reize
V.3 Der Countdown der Zerstörung läuft
V.4 Atomare Vernichtung vor Jahrtausenden?
V.5 Hinweise moderner Waffen in anderen Quellen
V.6 Archäologische Indizien

Kapitel VI Mose, ein Mann Gottes

VI.1 Ein Kind namens Mose
VI.2 Mord und Flucht in die Wüste
VI.3 Moses Berufung am Brennenden Dornbusch
VI.4 Ein Pharao wird erpresst
VI.5 Der Auszug – die Israeliten plündern Ägypten
VI.6 Marsch der „Wunder“
VI.7 Sinai – wichtige Ereignisse am heiligen Berg
VI.8 Israels Rückfall zum Götzendienst

VIDEO: Indiana Jones und der „Jäger des verlorenen Schatzes“ – ist das Aussehen der Bundeslade à la Hollywood eigentlich korrekt? (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei)
VIDEO: Indiana Jones und der „Jäger des verlorenen Schatzes“ – ist das Aussehen der Bundeslade à la Hollywood eigentlich korrekt? (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei)

VI.9 Die Lade Jahwes – eine bemerkenswerte Konstruktion
VI.10 Eigenschaften und Geschichte der Bundeslade

Teil II Propheten und himmlische Erscheinungen

Kapitel VII Die unverstandenen Worte Henochs

VII.1 Henoch – kein Prophet der Bibel
VII.2 Der Fall der Engel – wertvolle Ergänzungen zum Genesis!
VII.3 Diplomat zwischen Himmel und Erde
VII.4 Von Himmel zu Himmel zum „Herrn“
VII.5 Henoch starb nicht auf Erden

Kapitel VIII Elija, ein treuer Diener Jahwes

VIII.1 Elija, der wundersame Prophet ohne Vorleben
VIII.2 Ein Mann mit himmlischen Verbindungen
VIII.3 Flucht in Berge – Begegnung mit Jahwe
VIII.4 Der Mörder im Namen „Gottes“
VIII.5 Elijas Auftrag ist beendet – die Himmelfahrt
VIII.6 Abstecher zu anderen Himmelfahrtsberichten

Kapitel IX Der perfekte Berichterstatter: Ezechiel

IX.1 Historische Daten und ihre Probleme
IX.2 „Und ich sah, und siehe“ den Thronwagen Jahwes
IX.3 „Gott Gütiger“…?
IX.4 Ein Prophet mit Auftrag

Zeitreise vor 2500 Jahren?! (Bild: NASA/JPL / WikiCommons / W.-J. Langbein / Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Zeitreise vor 2500 Jahren?! (Bild: NASA/JPL / WikiCommons / W.-J. Langbein / Montage: L. A. Fischinger)

Teil III Weitere Geschehnisse

III.1 Jesaja schaut den „Thronwagen Gottes“
III.2 Jakob, Hiob, Sacharja und Jeremia – alles Träumer?
III.3 Baruch, ein biblischer und apokrypher Prophet
III.4 Esdras himmlische Gesichte
III.5 Daniel, der visionierende Prophet
III.6 Politik des Todes
III.7 Johannes´ geheimnisvolle Offenbarungen
III.8 Fehlende Zeit

Teil IV Anhang

• Epilogische Schlußbetrachtung: Gott nur ein Wunschtraum?
• Nachwort von Dr. Johannes Fiebag
• Ein Dankeswort
• Quellen (Bibeln, allgemeine Quellen, Fachartikel und Zeitungen)
• Zeitschriften und Magazine zum Thema
• Bildnachweis (Abbildungen im Text und Bildteil)
• Namen- und Sachregister
• Biblisches Stellenregister
• Apokryphes Stellenregister
• Übriges Stellenregister (Koran, Gilgamesch-Epos, Sohar, Enuma Elisch und Mormon)

Alles weitere zum neuen E-Book plus YouTube-Video hier:

  • Produktform: E-Book
  • Auflage: 1. Auflage der EPUB Ausgabe
  • Seiten der gedruckten Ausgabe: 375
  • Verlag: Reichel Verlag
  • Erschienen: 23.02.2016
  • Format: 21,0 x 14,5 cm
  • ISBN-13: 978-3-946433-12-5
  • GTIN: 9783946433125

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Neues Video auf YouTube: Jahwe der Kriegsherr! Das geheime “Buch der Kriege Gottes”: Verschollen oder versteckt?

Wo ist "Das Buch der Kriege Gottes"? (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Wo ist “Das Buch der Kriege Gottes”? (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Das Alte Testament gilt seit den ersten Büchern über die Rätsel der Welt und der Prä-Astronautik als eine wahre Fundgrube an Hinweisen auf die Ancient Aliens. Zum Beispiel das Buch Exodus oder (natürlich) das Buch Genesis. Doch nicht alle der einst geschriebenen Bücher sind heute Bestandteil der Bibel – es gibt auch die Apokryphen, „die verborgenen Bücher der Bibel“. Aber auch sie sind unvollständig? So wird in der Bibel ein Text mit dem erstaunlichen Namen „Buch der Kriege Gottes“ zitiert. Was hat es damit auf sich? Dieser Frage gehe ich in diesem neuen Video des Phantastischen auf meinem YouTube-Kanal nach.

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Von Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Apokryphe Texte kennen die Leserinnen und Leser von Prä-Astronautik-Büchern mit Sicherheit zumindest in Auszügen einige. Texte „von“ Henoch und Abraham sind dabei schon Klassiker außerhalb der Bibel.

Doch das 4. Buch Moses zitiert ein Buch mit dem Titel „Das Buch der Kriege Gottes“ um die Kriegskunst des Herrn zu huldigen. Nur: Dieses Buch ist nirgendwo zu finden! Nicht in den Apokryphen und nicht in der Bibel. Warum nicht, wo es doch konkret ziertet wird?

Was mag in diesem „geheimen Buch“ über die Schlachten und Kriege des Herrn drin stehen? Ist es tatsächlich nur verschollen oder wird es uns aufgrund seiner Brisanz (Gott als Krieger) vorenthalten.

Mehr dazu in diesem YouTube-Video auf den Spuren des Phantastischen!

Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen bei YouTube.
Gerne könnt Ihr meine Arbeit mit einem Daumen hoch honorieren, die Videos teilen und meinen grenzwissenschaftlichen Kanal abonnieren. Danke!

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Prä-Astronautik-Buch: “Rebellion der Astronautenwächter” – Spuren der Götter aus dem All rund um die Erde von Lars A. Fischinger

Neues Prä-Astronautik Buch von Lars A. Fischinger: “Rebellion der Astronautenwächter”
Neues Prä-Astronautik Buch von Lars A. Fischinger: “Rebellion der Astronautenwächter”

“Engel” waren Kosmonauten – Außerirdische, die vor Jahrtausenden gegen ihre Anführer rebellierten und zu uns auf die Erde kamen. Erst die Sintflut vernichtete sie und die ersten Kulturen der Menschheit. Unglaublich? Nichts anderes haben unsere Vorfahren uns weltweit überliefert. Eine globale Spurensuche zeigt, dass solche Sagen und Mythen offensichtlich einen realen Kern haben: Die Prä-Astronautik. Jüngst ist dazu ein neues Buch von mir erschienen, das detailliert den mythologischen Spuren dieser Ancient Aliens nachgeht: “Rebellion der Astronautenwächter Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen“. Inhalt, Vorwort, ein YouTube-Video und weitere Informationen dazu sind hier zu finden.

Erschienen als Buch und E-Book – und auch als attraktives Angebot über meinen Online-Shop HIER erhältlich!


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Was lange währt, wird endlich gut

So weiß es schon der Volksmund.

Rebellion der Astronautenwächter“: Eine weltweite Spurensuche nach einem möglichen wahren Kern der Mythologie unserer Ahnen, in denen es auf der ganzen Erde heißt, dass es einst eine “Rebellion der Götter der Sterne”, eine Sintflut und einen “Weltuntergang” gab.

Die Fahndung nach diesen Hinweisen ist und war mühsam und stellte sich sehr oft als Sackgasse heraus.

Trotz solcher Misserfolge sind sie aber in den Überlieferungen auf dem gesamten Erdball zu finden. Teilweise so erstaunlich ähnlich, dass in “Rebellion der Astronautenwächter” alle Aussagen durch rund 700 detaillierte Fußnoten belegt wurden.

Die detaillierte Betrachtung der Ursprungs-Quellen zeigt, dass solche Sagen und Mythen offenbar einen realen bzw. auffindbaren Kern haben. Anders als von allen Kritikern der „Raumfahrt im Altertum“-Idee immer behauptet wird. Alte Überlieferungen ergeben das schlüssige Bild einer Rebellion von Astronauten aus dem All, die weltweit Spuren hinterlassen hat.

So liegt nun erstmals in der Prä-Astronautik ein Sachbuch vor, in dem Skeptiker wie Befürworter alle Hinweise auf Astronautengötter im Detail prüfen können. Hinweise und Spuren, die bis heute zum Teil Milliarden Menschen kennen, aber offenkundig missverstehen

Aus dem Inhalt:

  • Die Erde als Planet der Sünde
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    MEIN TOP ANGEBOT für Euch: “Rebellion der Astronautenwächter” inkl. gratis Überraschungen & Versand: Nur 11,11 Euro!
  • Die Pläne der Außerirdischen
  • Engel, Nephilim und die Anunnaki
  • Der Satan ist an allem schuld!
  • Eine versunkene, erste Zivilisation
  • Besuch beim höchsten Astronautengott
  • Sex mit den Göttern
  • Sintflut(en) und die Arche Noah
  • Die Missionen des Henoch
  • “Gottes” Kontrollverlust
  • Wer der Teufel wirklich war
  • Atlantis und archäologische Spuren
  • Bibelfanatiker und ihr Glaube
  • Geheime Kammern in den Pyramiden?
  • Riesen zwischen Mythen, Spekulationen und Fakten

Lars A. Fischinger: „Rebellion der Astronautenwächter: Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen" (E-Book)Rebellion der Astronautenwächter

Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen

  • Format: gebunden
  • Verlag: AMRA Verlag
  • Seitenzahl: 305
  • ISBN-10: 393937346X
  • ISBN-13: 978-3939373469
  • Preis: 19,95 Euro (mit ca. 50 % Rabatt nur HIER)

Auch als E-Book für 15,99 Euro erschienen (HIER)


Inhalt von “Rebellion der Astronautenwächter”

Einleitung des Autors

Teil I – Ungöttliche Zeiten

1 Sündenpfuhl Erde – Noah betritt die Bühne
2 Himmel, hilf!
3 Die Arche Noah
4 Sintflut-Mythen – Urquellen und Fragen
5 Die neue Weltordnung
6 Neuer Ärger: Das “Gottestor” KÄ.DINGIRKI
7 Der Satan ist an allem schuld!

Teil II – Kronzeuge Henoch

1 Henoch, “Schreiber der Gerechtigkeit”
2 Rebellion der Astronautengötter
3 Die Missionen des Henoch
4 Besuch beim höchsten Astronautengott
5 Das “Ende” des Parlamentärs Henoch

Teil III – Archäologische Beweise?

1 Denkfehler? Beweise?
2 Die Sintflut(en) fand(en) wirklich statt
3 Fluten, Überlebende und die Arche Noah
4 Eine versunkene erste Zivilisation?
5 Spurensuche in Ägypten
6 Riesen zwischen Mythen und Fakten

Teil IV – Anhang

Nachgedanken

Stammbaum von Adam & Eva bis Lot
Anmerkungen & Quellen
Danksagung
Über den Autor

_______________________________________________________________

Einleitung aus “Rebellion der Astronautenwächter”

“Kommen Sie mit, liebe Leserinnen und Leser!”

Mythen sind cool – Henoch ist cool.

Ich meine Henoch, den Sohn des Jared, Vater des legendären Metuschelach, der mit Gott wandelte und einst in den Himmel aufstieg – “und er wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte”.

So die Bibel …

Das sind so ziemlich die einzigen Informationen, die das Alte und Neue Testament über den vorsintflutlichen Propheten und Patriarchen Henoch (= Enoch) bereithalten. Eine mythische Gestalt aus dem dunklen Nebel der sagenhaften Vergangenheit der Menschheit, die in der Bibel zur Ahnenreihe der Stammväter vor der großen Flut gezählt wird. Ein scheinbar belangloser Name in einer ganzen Liste von Patriarchen, der sich aber bei genauem Hinsehen erheblich von allen anderen genannten unterscheidet.

Henoch, so sagt die Bibel, “wandelte mit Gott” und starb nicht hochbetagt wie all die anderen Patriarchen vor der Flut. Während etwa Henochs Vater, der Erzvater Jered (Jared), nach der Bibel im greisen und sicher auch weisen Alter von 962 Jahren verschied, wird Henochs Alter mit “nur” 365 Jahren angegeben. Und er stieg auf in den Himmel Gottes und war von der Erde verschwunden »und wurde nicht mehr gefunden«. Von einem “normalen Tode” des Mannes keine Spur.

Seltsam.

Durch seinen innigen Glauben habe es Henoch erreicht, vom Herrn in den Himmel aufgenommen zu werden. Das will uns die Bibel erzählen. Mehr indes nicht. Wie sollen wir das nun verstehen, deuten, interpretieren? Dringen wir tiefer in die Materie rund um Henoch & Co. ein, dann berichten unsere Ahnen über den Patriarchen und seine rätselhafte Epoche vor Jahrtausenden wahrhaft Sensationelles.

“Verborgenen Bücher der Bibel”

Wie das möglich ist? Weil neben dem Alten Testament noch zahlreiche andere uralte Schriften und Mythen existieren. Es sind die “verborgenen Bücher der Bibel” – Ergänzungen und weitere Ausführungen nicht nur alttestamentarischer Ereignisse, sondern auch solcher des Neuen Testaments. Unter diesen als Apokryphen bezeichneten Werken, die nicht in die Bibel aufgenommen wurden, finden sich auch Bücher, die Henoch als Autoren ausweisen. Und sie sind eine eingehende Lektüre wert. Sie schildern Ereignisse, die sich vor, während und nach der legendären Sintflut zugetragen haben sollen.

In den gängigen Ausgaben der Bibel finden sich die Schriften des Propheten bis heute eher “versteckt”: Im ersten Buch Moses schildert das sechsten Kapitel sehr merkwürdige Dinge. Dort findet sich nicht nur die Sintflut-Geschichte, das Alte Testament nennt in wenigen Worten auch den wahren Grund für den göttlichen Zorn, der sie ausgelöst haben soll. Die Menschen seien boshaft, sündig, verderbt und das “Gedankengebilde ihres Herzens allzeit nur auf das Böse gerichtet” gewesen, heißt es darin. Im Himmel entschloss sich Gott deshalb, seine Schöpfung durch eine große Flut zu vernichten.

Doch wie kam es zu dieser Verderbtheit der von Gott nach “seinem Ebenbilde” geschaffenen Menschheit? Was war geschehen, dass scheinbar nur der Ausweg der völligen Vernichtung blieb? Auch hierüber berichtet die Genesis: Wesen des Himmels – die Söhne der Götter, die in der Mythologie auch “Wächter” heißen – seien auf die Erde gekommen, hätten sich Menschenfrauen nach Belieben gewählt und mit diesen Riesen-Kinder gezeugt. Die Menschheit sei durch diese Vermischung mit Wesen aus dem Himmel ihrem unausweichlichen Verderben entgegengerutscht.

So sagt es die Bibel

Ein mythischer, sehr kurzer biblischer Text, der sicher meist einfach überlesen wird und für sich genommen unverständlich bleibt. Bibeln mit unterschiedlichen Kommentaren und Anmerkungen moderner Theologen heben den Schleier leider auch nicht.

Es klafft eine Lücke zwischen der erstaunlichen Feststellung über die vom Himmel gekommenen Gottessöhne oder Engel und dem Ausbruch der Sintflut. Eben diese Lücke schließen die Schriften des Henoch und einige Überlieferungen des Nahen Ostens.

Sie schildern umfassend, was vor der Sintflut auf der Erde geschehen war, wie die “Wächter” vom Himmelsgewölbe hernieder stiegen, welche Namen sie trugen, was sie hier taten, was Gott darüber dachte und viele andere spannende Dinge mehr.

Dabei berichten die Bücher Henoch nicht etwa aus Sicht einer dritten, unbeteiligten Person, sondern Henoch selbst soll aktiv an den Geschehnissen dieser Urzeit teil gehabt haben. Sie schildern sogar, wie der Patriarch als Vermittler der “gefallenen Engel” auf der Erde und im Himmelreich Gottes eingesetzt wurde. Henoch diente dem Herrn sprichwörtlich als Zwischenhändler zwischen ihm und seinem Hofstaat sowie den rebellierenden Wächtern auf der Erde.

Das Fazit:

In den Zeiten vor der großen Flut brach eine Rebellion der Wächter oder Engel im Reich des Himmels, in den Gefilden der Glückseligkeit, aus. Einige Engel lehnten sich gegen Gott und seine Autorität auf, kamen auf die Erde und versündigten sich mit den Menschenfrauen.

Im Himmelreich konnten Gott und seine treu gebliebenen Engelwesen dies nicht verhindern. Aus der Verbindung von Menschenfrauen und Engeln des Himmels entwickelte sich eine Art “Mischrasse”. Das sollen Riesen gewesen sein, so steht es zum Teil noch heute in einigen Bibel-Ausgaben. Und diese Riesen oder Giganten kamen (fast!) alle in den Wogen der gewaltigen Flut um …

Schon seit Jahrhunderten suchen Menschen nach greifbaren, archäologischen Beweisen für eine solche Flutkatastrophe. Ob es diese gibt, soll hier ebenso diskutiert werden wie der überlieferte Hintergrund für die eigentliche Flut – nämlich der Fall einiger Wächter des Himmels und ihre Vermischung mit den Weibern der Menschenkinder.

Weibliche Engel gibt es nicht! Auch wenn das moderne Bild eines Engels gern mit einer Frau assoziiert wird, tragen doch alle Engelwesen in der Bibel und den außerbiblischen Apokryphen ausnahmslos männliche Namen. Engel sind auch nicht, wie es ungezählte Abbildungen und Figuren glauben machen wollen, asexuelle oder androgyne Wesen. Das beweisen ihre angeblichen Taten auf der Erde, wie wir sie in den heiligen Texten finden und in diesem Buch noch detailliert kennenlernen werden.

Die Geschichte hinter der Geschichte

Rebellion der Astronautenwächter von Lars A. Fischinger
Cover-Gesamtansicht (zum Vergrößern [klick])

Die Rebellion der Astronautengötter ist zeitlich vor, während und nach der Sintflut anzusiedeln, und hier – im gleichnamigen Buch – wird die Geschichte hinter der Geschichte analysiert.

Kamen Wesen aus dem Himmel auf die Erde, wie es nicht nur Henoch und die Genesis sagen, sondern verschmolzen sie weltweit mit Völkern aller Religionen? Wer waren sie? Ging tatsächlich eine Kultur vor den uns bekannten Zivilisationen unter, etwa durch eine Flut? Wo sind gegebenenfalls deren Spuren zu finden? Gab es die legendären Riesen wirklich, von denen die Überlieferungen weltweit erzählen?

Zahlreiche Fragen leiten sich aus wenigen Versen im Buch Genesis ab – und ergeben ebenso zahlreiche erstaunliche Antworten und eine Flut an neuen Fragen.


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Viel Vergnügen auf den Spuren des Unfassbaren …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Erich von Däniken im Interview zu Gott, Jesus und die Bibel: “Nicht zu fassen, wie eine Milliarde Menschen so einen Blödsinn glauben kann!”

Erich von Däniken im Interview: "Nicht zu fassen, wie eine Milliarde Menschen so einen Blödsinn glauben kann!" (Bilder PixaBay/gemeinfrei & E. v. Däniken/sagenhaftezeiten.com)
Erich von Däniken im Interview: “Nicht zu fassen, wie eine Milliarde Menschen so einen Blödsinn glauben kann!” (Bilder PixaBay/gemeinfrei & E. v. Däniken/sagenhaftezeiten.com)

Seit nunmehr einem halben Jahrhundert schreibt Erich von Däniken Bücher, gibt Interviews, hält Vorträge und ist in TV-Sendungen und -Dokus zu sehen. Zählen kann diese längst niemand mehr. Auch nicht seine Interviews der letzten 50 Jahre, die in Zeitungen, Magazinen, Fernsehen oder bei YouTube erschienen sind. Viele der darin enthalten Aussagen und Meinungen von Erich von Däniken kennen seine Leser, Fans und auch Kritiker. Entweder aus anderen Interviews, oder, da sie seine Bücher gelesen haben. Obwohl viele Interviews mit von Däniken meist recht kurz und allgemein sind, gibt es Ausnahmen. So ein Interview vom November 2013, in dem er sich zum Teil recht umfangreich und klar äußerte. Vor allem auch zum Thema Religion(en), Jesus Christus und Katholische Kirche. “Alles Mist”, so von Däniken. Warum er das so sieht, und was die „Erbsünde“ damit zu tun hat, erfahrt ihr in diesem Beitrag.


Erich von Däniken

Erich von Däniken ist seit nunmehr 50 Jahren aktiv auf der Suche nach den Spuren der Astronautengötter. Über 40 Bücher erschienen bereits von ihm, Tausende Vorträge hat er in er in aller Welt gehalten und nicht mehr zu zählende Interviews gab er bereits. Auch auf Fischinger-Online sind diese immer wieder Thema. Zu Recht bezeichnet man von Däniken deshalb als Urgestein und auch Vater der Prä-Astronautik (s. a. HIER).

In den unzähligen Interviews mit von Däniken der letzten Jahrzehnte finden seine Fans und vor allem emsigen Leser immer wieder bekannte Aussagen. Bekannt aus seinen Büchern, Vorträgen und TV-Dokumentationen sowie aus der Doku-Serie „Ancient Aliens“ aus den USA. Auch wenn die meisten Interviews mit dem „Götter-Jäger“ meistens sehr kurz ausfallen.

Doch in einem durch Zufall gefundenen Interview vom November 2013 äußerte sich von Däniken zum Teil sehr umfangreich zu verschiedenen Themen. Vor allem auch zum Thema Religion, Jesus Christus und Katholische Kirche und ihre Lehren.

In dem Interview mit Jakob Buhre spricht von Däniken anfangs vor allem über seine Ansichten bzw. dem ewigen Streit zwischen diesen und der etablierten Wissenschaft. Ebenso über die unterschiedliche Art und Weise, wie in Europa im Vergleich zu anderen Teilen der Welt (etwa Südamerika oder den USA) seinen Ideen und der Prä-Astronautik begegnet wird. Zum Beispiel im „akademischen Betrieb“, wie es Buhne im Interview formuliert.

Interessante Aussagen und Erklärungen, die viele thematisch Interessierte kennen dürften. Auch von entsprechenden Beiträgen und Artikeln hier bei Fischinger-Online.

“Grauenhaftes Heidentum”

Spannend wird es in der zweiten Hälfte des Interviews, da sich hier von Däniken ungewohnt scharf und konkret zum Thema Kirche, Jesus Christus und die Lehren des Neuen Testamentes bzw. des Vatikan äußert. „Also, ich habe meinen christlichen Glauben längst verloren“, so von Däniken. Er sei durchaus gläubig an einen „Geist der Schöpfung“ hinter allem, was er in zahlreichen anderen Interviews bereits betonte, doch er möchte mit Religion „möglichst nichts“ zu tun haben. „Ich halte nichts davon“, so der Prä-Astronautiker.

Da verwundert es natürlich nicht, dass auch Kirchenbesuche für von Däniken nur hin und wieder eine gesellschaftliche Verpflichtung sind. „Ich gehe nur, wenn ich muss, bei einer Hochzeit oder einer Beerdigung“, womit von Däniken mit Sicherheit nicht allein ist. Denn, wie in diesem Beitrag HIER detailliert ausgeführt, besteht die katholische Kirche so oder so aus unzähligen Karteileichen. Menschen, die auf dem Papier Christen sind, und plötzlich zu Weihnachten in die Kirchen strömen – „da sich das so gehört“ …

Für Erich von Däniken kommen auch weihnachtliche Kirchgänge nicht in Frage:

Wenn ich christliche Weihnachtslieder höre, dann frage ich mich immer: ‚Wie können Menschen so einen Mist singen und so einen Mist glauben?‘“

Der Niedergang, wenn man es so bezeichnen möchte, der Katholischen Kirche in den Industrienationen belegt, dass von Dänikens Ansicht mehr und mehr Menschen teilen. Weiter sagt er dazu ungewohnt scharf für ein Interview:

Nach christlichem Denken soll Jesus gekommen sein, um uns Menschen zu erlösen. Aber von was zu erlösen? Von einer sogenannten Erbsünde. Was soll denn das sein?

Da gab es mal nach christlichem Denken etwas, das nennt man Gott. in seiner unendlichen Güte zwei Menschen geschaffen: Adam und Eva. Er hat sie in ein angebliches Paradies gesetzt, hat ihnen gesagt: ‚Ihr dürft alles machen, nur von diesem Apfel essen, dürft ihr nicht.‘ Prompt machen sie, was er in seiner Zeitlosigkeit sowieso vorher weiß. Jetzt ist er aber tödlich beleidigt, obschon er das auch selber inszeniert hat, jagt die beiden Stammeltern aus dem Paradies und belastet die ganze Nachkommenschaft, die nichts dafür kann, mit einer sogenannten Sünde.

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Nach Jahrtausenden schickt der allmächtige Gott dann seinen eigenen Sohn. Der wird Fleisch. Und was machen diese Trottel auf der Erde? Sie verstehen nicht, was er sagt, sie foltern ihn, sie töten ihn, sie nageln ihn ans Kreuz. Und jetzt ist Gott versöhnt.

Das ist der Grundgedanke: Das Opfer des Unschuldigen für die Sünden der Schuldigen – das ist ein grauenhaftes Heidentum. Wie kann man so einen Schmarren… an Weihnachten singen wir das: ‚Himmlische Heere, jauchzen dir Ehre…‘

Das ist nicht zu fassen, wie eine Milliarde Menschen so einen Blödsinn glauben kann.“

Welche “Erbsünde”?

Kein Wunder, dass Erich von Däniken als bekannte und öffentliche Person aufgrund solcher Überzeugungen von tief religiösen Menschen wortwörtlich verteufelt wird (mehr dazu z.B. HIER & HIER). Immerhin gilt die angebliche „Erbsünde“ als ein Grunddogma der Katholischen Kirche. Dass die „Erbsünde“ aber frei erfunden ist, so nicht in der Legende von Adam und Eva und dem „Sündenfall“ vorkommt, habe ich an dieser Stelle bereits sehr detailliert aufgezeigt.

Erst der berühmte Kirchenvater Augustinus von Hippo (354 – 430 nach Christus) formulierte das Dogma der vererblichen Sünde. Die eigentliche Lehre von einer „Erbsünde“ wurde wiederum erst auf 5. Sitzung des Konzils von Trient (1545 – 1563) im Jahr 1546 zu einem amtlichen Glaubensgrundsatz der Kirche

Die Interpretationen von Augustinus gingen auch noch von einer falsch übersetzten Bibeltextstelle im Paulusbrief an die Römer aus (Röm. 5,12-21). Die hebräische Überlieferung des „Sündenfalls“ kennt weder Worte wie „Sünde“ oder „Sündhaftigkeit“ noch den „Sündenfall“ an sich.

Prof. Robin Lane Fox, ein herausragender Experte für die Schriften der Bibel, dessen geschichtliche Arbeiten mehrfach preisgekrönt wurden, beschreibt diese Tatsache in seinem Buch „Im Anfang war das Wort (1995) sehr deutlich. Auf Seite 30 heißt es bei Prof. Fox unter anderem dazu:

Augustinus’ Interpretation basierte auf einem Text, der fälschlicherweise lautet: ,Der Tod gelangte zu allen Menschen wegen Adam, durch den alle sündigten.’ Die Erbsünde wurde also in die Genesis hinein gelesen und dann infolge eines Übersetzungsfehlers mit dem Paulusbrief in Zusammenhang gebracht.“

Eine Kirche ohne Wert(e)?

Erich von Däniken lehnt die von der christlichen Kirche vermittelten Werte natürlich nicht rund weg ab. Immerhin seien durchaus „auch gute Werte dabei“, wie er es in dem Interview unterstreicht. Allerdings:

Aber der Glaube dahinter, der liebe Gott habe seinen Sohn geschickt, wir haben ihn abgeschlachtet, um uns zu erlösen: Das ist ein absolutes Heidentum. Das ist ein grauenhafter Gedanke.“

Solche Werte, etwa die klassischen Zehn Gebote der Alten Testament, „funktionieren auch ohne Jesus“, so von Däniken ganz richtig. „Seit Jahrtausenden haben wir Krach und Streit, vorwiegend auch um Religionen“, erzählt von Däniken weiter, „die hauen sich aus religiöser Rechthaberei und Rassismus gegenseitig die Schädel voll“. Deshalb ist er überzeugt, dass der Kontakt mit Außerirdischen oder sogar deren physische Ankunft zu einem neuen Denken der Menschheit als Ganzes führen würde.

Eine Ansicht, die ich seit nunmehr 30 Jahren ebenso teile. Wobei hinzugefügt werden muss, dass anfänglich fraglos ein Chaos in diesem „Denken“ herrschen wird. Auch und vor allem unter religiösen Menschen, gleich welcher Sekte, Religion oder Glaubensrichtung. Viele werden daraufhin Religionen plötzlich auch als „Unsinn“ betrachten. Sofern sie es nicht bereits heute tun, wie es vor allem bei naturwissenschaftlich interessierten und gebildeten Menschen zu sehen ist.

Und wegen dem Unsinn haben sich unsere Väter die Schädel eingeschlagen, Kriege geführt mit Millionen von Toten. Das ist bekloppt.“

Untergang der Religionen

So Erich von Däniken. Natürlich kann auch der Prä-Astronautiker nicht in die Köpfe der Menschen und ganzen Menschheit sehen. Fraglos gibt es in jeder Religion „seichte“ und „harte“ Gläubige. Zumindest unter jene Personen, die von sich selber sagen, dass die angeblich gläubig sind. Diese könnten sich mutmaßlich „anpassen“, wenn sie erkennen, dass religiöse Dogmen und Texte ihnen nur etwas vorgegaukelt haben.

Wobei von Däniken Themen wie Prä-Astronautik und Außerirdische im Islam eher als sinnlos ansieht:

Mit denen kannst du ja nicht reden. Über unsere Bibel kannst du debattieren, da kannst du streiten. Im arabischen Raum kannst du über den Koran oder Mohammed nicht streiten. Das ist sinnlos, komplett intolerant.“

Da niemand in die Zunft sehen kann, wird sich zeigen, wie die Menschheit als Ganzes und einzelne Gruppen, Religions-Strömungen und Personen reagieren werden. Es ist dennoch offensichtlich, dass „die“ Gesellschaft mehr und mehr kirchlichen Dogmen rund um die Bibel oder Jesus nicht mehr folgen kann oder will. Die deutlichen Worte und berechtigten Kritiken von Erich von Däniken in diesem nunmehr sechs Jahre alten Interview unterstreichen das.

Vielleicht ein willkommener Anlass selber einmal genauer diverse Lehren und Dogmen zu hinterfragen und in den biblischen Texten nachzulesen …

Interview von Fischinger-Online mit Erich von Däniken

YouTube-Video vom 21. November 2015 auf Fischinger-Online

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Im Bann der Dämonen: Seltsames über König Salomon und dem Bau des Tempels von Jerusalem +++ Artikel +++

ARTIKEL: Die Dämonen im Bann: Seltsames über König Salomon und dem Bau des Tempels von Jerusalem (Bilder: gemeinfrei / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
ARTIKEL: Die Dämonen im Bann: Seltsames über König Salomon und dem Bau des Tempels von Jerusalem (Bilder: gemeinfrei / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In den Büchern der Bibel finden sich zahllose große und kleine Protagonisten, die mal mehr und mal weniger bekannt sind. Einige sind legendäre Berühmtheiten, auch wenn man oft nicht mal weiß, ob es sie wirklich gab. Zum Beispiel Moses, Abraham oder König David. Und doch sind auch und gerade diese Personen zahllosen Menschen mehr oder weniger gut bekannt. Dazu zählt auch der legendäre König Salomon. Ein Herrscher, der vor rund 3.000 Jahren den 1. Tempel von Jerusalem gebaut haben soll und aufgrund seiner Weisheit bis heute gepriesen wird. Doch Salomon hatte nach den alten Texten auch seine Schattenseiten, die offenbar sogar in der Bibel selbst überwiegen. Welche das sind und was der sagenumwobene König zu Lebzeiten alles getan haben soll, erfahrt Ihr in diesem Blog-Artikel.


Der Tempel des Salomon

In der Bibel gibt es eine Reihe von Namen und Figuren, die immer wieder auftauchen. Berühmtheiten, von denen viele Menschen vielfach gehört haben, auch wenn sie nicht selber im Alten und Neuen Testament lesen. Allen voran natürlich Jesus und Maria aus dem Neuen Testament oder Adam, Eva, Noah sowie Moses aus dem Alten Testament sind hier zu nennen.

Eine durchaus auch noch bekannte Person aus dem Alten Testament ist sicherlich König David. Vor allem aufgrund des Kampfes „David gegen Goliath“ und vielleicht auch noch in seiner biblischen Funktion als frommer Herrscher in Jerusalem. Sein Nachfolger König Salomon hingegen ist dabei schon weniger prominent. Auch wenn seine legendäre Weisheit fraglos geläufig ist.

Als Baumeister des ersten Tempels von Jerusalem, dem nach ihm bekannten „Salomonischen Tempel“, ist aber auch dieser König eine wahrhaftige Legende der biblischen Geschichte und Forschung. Auch wenn weder die Person Salomon noch sein Tempel auf dem Tempelberg in Jerusalem archäologisch und historisch unumstritten belegt sind. Was aber für sehr viele biblische Figuren und Aussagen gleichermaßen gilt.

Über König Salomon berichten uns das 1. Buch der Könige und das 2. Buch der Chronik im Alten Testament. Vor allem das 1. Buch der Könige widmet sich dabei der größten Leistung des mythischen Herrschers – nämlich den Bau des Jerusalemer Tempels im 10. Jahrhundert vor Christus. Seinem Vater König David war diese Tat zu Lebzeiten nicht mehr vergönnt, weshalb erst Salomon ab etwa 974 vor Christus mit dem Tempelbau begann (im 4. Jahr seiner Regentschaft). Nach sieben Jahren emsiger Bauarbeiten feierte man Richtfest und Jerusalem hatte seinen Tempel zu Ehren Gottes. Kernheiligtum war darin im sogenannten „Allerheiligsten“ die Bundeslade.

Der transportable Tempel

Im Prinzip war der Tempel des Salomon ein „Nachbau“ in Stein des Zeltheiligtums des Exodus. Im Buch Exodus wird ab Kapitel 25 und ab Kapitel 36 dieses transportable Heiligtum mit seinem Inventar und Aussehen beschrieben. Es diente als Tempel für die aus Ägypten fliehenden Nomaden, der immer wieder auf- und abgebaut werden konnte. Auch hier stand im Allerheiligsten die Bundeslade und auch hier opferte man Gott bzw. nahm Kontakt mit ihm auf.

Ob es dieses Zeltheiligtum bei Exodus unter Moses jemals gab, weiß niemand wirklich zu sagen. Das gilt allerdings nicht nur für den „Mischkan“ oder „Stiftshütte“ genannte Zelt-Tempel, sondern für den gesamten Auszug der Hebräer aus Ägypten an sich.

Was aber unbestritten ist, ist die Tatsache, dass Gott selber laut Buch Exodus die Anweisungen zum Bau des Heiligtums und der Lade des Bundes gab. Zumindest haben die Autoren des Textes dem Herrn diese zugesprochen. Für einige Bibelforscher wurde jedoch nur der Jerusalemer Tempel und der entsprechende Kult darin von den Bibelautoren auf den Exodus zurückgedichtet.

Neben der Bibel gibt es keine Quelle für den Bau des Tempels von Salomon. Ein Hinweis, dass er existierte, könnte der Bericht im 2. Buch der Könige ab Kapitel 12 sein. Dort heißt es, dass König Joas Ende des 9. Jahrhunderts vor Christus den Salomonischen Tempel restaurierten ließ. Diesen Herrscher sowie die Instandsetzungen könnte es durchaus gegeben haben.

Während das Zeltheiligtum mit Bundeslade im 2. Buch Moses noch auf direkten Wunsch von Gott persönlich angefertigt wurde, ist es beim Tempel des Salomon anders. Hier gibt Gott keinen direkten Befehl, dass man ihm eine „Wohnstätte“ bauen soll, wie es noch im Buch Exodus der Fall war. Denn dort hat er angeblich sogar Moses noch persönlich Modelle der zu fertigen Dinge wie Bundeslade und Zelt gezeigt.

Gott braucht keine Wohnstätte!

Genaugenomen finden sich in der Bibel sogar eher als abwertend zu bezeichnende Aussagen bezüglich Salomon und seinem Tempelbau. Zum Beispiel in der Apostelgeschichte ab 7,44, wo wir lesen:

Unsere Väter hatten das Zelt des Zeugnisses in der Wüste, wie der, welcher zu Mose redete, befohlen hatte, es nach dem Muster zu machen, das er gesehen hatte. Und unsere Väter übernahmen es und führten es mit Josua ein bei der Besitzergreifung des Landes der Nationen, die Gott austrieb von dem Angesicht unserer Väter hinweg, bis zu den Tagen Davids, der Gnade fand vor Gott und eine Wohnstätte zu finden begehrte für den Gott Jakobs.

Salomo aber baute ihm ein Haus. Aber der Höchste wohnt nicht in Wohnungen, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht: ‚Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. Was für ein Haus wollt ihr mir bauen, spricht der Herr, oder welches ist der Ort meiner Ruhe?‘

Auch wenn diese Aussage natürlich aus der direkten Zeit nach Jesus Christus stammt und zu jener Zeit wahrscheinlich noch der 2. Tempel (von König Herodes) in Jerusalem stand, klingt sie schon erstaunlich. Durchaus auch in Bezug auf König David, der „Gnade fand vor Gott“. Immerhin hat dieser David laut Bibel alle möglichen Konkurrenten und Widersacher ermorden lassen und schreckte vor keiner Tat zurück. Ihm ist es jedoch zu verdanken, dass die Bundeslade aus der Stadt Silo nach Jerusalem gebracht wurde.

Eigentlich auch nur ein politischer Schachzug des Herrschers, der damit die Priesterschaft in Silo gewaltig schwächte. So konnte er Jerusalem zu seinem Zentrum für Politik und Religion als „Davidstadt” ausbauen bzw. gründen.

Es gibt zwar sehr spärliche archäologische Hinweise auf das „Haus David“ als Herrscherdynastie, doch keine echten Belege seiner Existenz. Hier ist vor allem eine Inschrift zu nennen, die 1993 in Tel Dan gefunden wurde. Sie stammt aus dem Jahr 840 vor Christus und besagt, dass die Könige Judas vom „Haus David“ abstammen. Ein Beweis für eine real gelebte Person König David ist das aber nicht.

Und doch ist vor allem David und sein Geschlecht in der gesamten Bibel ein enorm wichtiger Bestandteil. Schließlich soll auch Jesus selber ein „Sohn Davids“ gewesen sein … damit aus seiner Ahnenreihe entstammen.

König Salomon und der Tempelberg

So verwundert es auch nicht, dass König David allein im Neuen Testament 59-mal erwähnt wird. Nur Moses (80-mal) und Stammvater Abraham (73-mal) werden hier öfter namentlich genannt. Natürlich mit Ausnahme von Jesus. Da aber David geradezu wie ein Diktator lebte, mordete, herrschte und vor allem sündigte, wollte ihn sein Gott letztlich doch dafür bestrafen. Diese Strafe bestand laut den Samuel-Büchern darin, dass es ihm nicht vergönnt war, den heiligen Tempel zu errichten. Jedoch wird der König im 2. Buch Samuel (ab Kapitel 11) als ein Liebling Gottes dargestellt, der letztlich seine skrupellosen Taten bereute. Eine Erzählung, die sich beispielsweise auch im Koran wiederfindet (Sure 38, ab Vers 21).

Als Salomon die Nachfolge seines Vaters David als König antrat, soll eine goldene Zeit angebrochen sein. Sie fand ihren Höhepunkt fraglos im Tempelbau für die Bundeslade und den Kult um Jahwe in Jerusalem. Schließlich gab es nichts, was heiliger ist, als die Lade des Bundes mit den Zehn Geboten. Sie bildete das geistige und spirituelle Zentrum innerhalb des Salomonischen Tempels.

Dabei soll – nach der sich entwickelten jüdischen Tradition – König Salomon den Bauplatz für den Tempel mit großer Sorgfalt gewählt haben. Nirgendwo sonst haben mehr religiöse Ereignisse stattgefunden, als auf dem heute als Tempelberg bekannten Platz. Zumindest dem Glauben nach. Dort, wo heute der muslimische Felsendom steht, liegt der Nabel der Welt in Form des namensgebenden Felsen. Und diese, meistens nicht in alten schriftlichen Aufzeichnungen nachweisbaren, Traditionen um den Felsen und Tempelberg sind überaus umfangreich. Beispiele:

  • Der Felsen ist der „Urfels“ von dem aus die Welt entstand bzw. der „Grundstein“ der Schöpfung.
  • Adam und Eva haben dort Gott geopfert.
  • Ihre Söhne Kain und Abel ebenso.
  • Der Garten Eden lag auf dem Tempelberg.
  • Nach der Sintflut habe auch Noah hier seinem Herrn ein Dankopfer dargebracht.
  • Abraham habe seinen Sohn Isaak auf diesen Felsen gelegt, als er ihn auf Befehl seinem Gott opferten wollte.
  • Der Prophet Mohammed sei von hier in den Himmel gefahren.
  • Letztlich stand angeblich auch die Bundeslade genau auf diesem Felsen.

Interessante Traditionen und Glaubensvorstellungen, von der aber nicht eine belegbar ist. Dennoch war bereits vor Jahrtausenden hier das Zentrum des Glaubens, was vor allem auch dem Tempel des Salomon zu verdanken ist.

Salomon – ein verschmähter König?

Man könnte also meinen, dass Salomon als Baumeister der Wohnstätte Gottes in Jerusalem in der Bibel gefeiert und gepriesen wird. Seltsamerweise ist aber genau das nicht der Fall.

So ist der Herrscher im Neuen Testament an gerade mal 12 Stellen belegt. Verglichen mit seinem sündigen und kriegerischen Vater David mit 59 Nennungen ist das verschwindend wenig. Schmeichelhaft sind zahlreiche der Erwähnungen Salomons im Neuen Testament auch nicht. Dazu zählt nicht nur die oben zitierte Kritik am Bau eines Hauses für den Herrn aus der Apostelgeschichte. Im Prinzip fängt es schon in im Matthäusevangelium (1,6f.) mit der unehelichen Zeugung mit der Frau Urias an.

„Bei diesen Stellen wird deutlich, dass die Figur Salomons im Neuen Testament stets in eher abwertendem Zusammenhang steht“, schreibt beispielsweise der Bibelforscher Peter Busch in seiner Analyse „Das Testament Salomons“ (2006). Obwohl der König auch als großer und weiser Exorzist und Dämonen-Bändiger in der traditionellen Überlieferung angesehen wird, werde er im Neuen Testament „keineswegs als Exorzist vorgestellt“, so Busch.

Solche religiösen Vorstellungen und Ansichten entlehnen sich meist aus mündlichen Erzählungen, Sagen und Märchen über diverse Figuren der biblischen Geschichte. Oder aus Schriftgut außerhalb der Bibel, das damit nicht in den heutigen Bibel zu finden ist. Man denke hier an das genannte Beispiel von Noah, der angeblich auf dem Tempelberg seinem Gott nach der Sintflut opferte. Laut Sintflut-Geschichte im biblischen Buch Genesis strandetet die Arche Noah nach der Flut nämlich sehr weit weg von Jerusalem. „Am Gebirge Ararat“ sei das gewesen …

„Das Testament des Salomon“

Zu der seltsamen Figur des Salomon existieren einige alte Schriften (Apokryphen), die sein Leben und Wirken weiter ausführen. Einige davon sollen sogar direkt von dem König selber verfasst worden sein. Wie das apokryphe und „okkulte“ Buch „Das Testament des Salomon“, das durchaus als zumindest eine Quelle der Traditionen um ihn als Dämonen-Bändiger angesehen werden kann. Auch der legendäre „Ring des Salomon“, Symbol und Werkzeug zur Kontrolle von bösen Mächten und Dämonen, entstammt diesem Text.

Verglichen mit der angenommenen Lebenszeit Salomons im 10. Jahrhundert vor Christus ist sein „Testament“ relative jung. Es soll, auch wenn Salomon hier selber als Autor in der Ich-Form spricht, erst im 4. Jahrhundert nach Christus entstanden sein. Also bereits unter dem frühen Christentum, was auch am Text deutlich erkennbar ist.

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Inwiefern es wirklich eine Version aus vorchristlicher Zeit gab, die dann unter christlichen Einfluss neu bearbeitet wurde, ist ungewiss. Peter Busch vermutet in seiner Arbeit, dass das gesamte „Testament des Salomon“ eine christliche Schrift ist.

Inhaltlich bietet es aber spannende Aussagen über den Herrscher und Tempelbauer, die man durchweg als „verstörend“ ansehen könnte. Denn sie werfen ein vollkommen neues Licht auf den Bau des erstens Tempels auf dem Tempelberg, die in der Bibel nicht mal ansatzweise angeschnitten werden. So ist die Kernaussage des Buches, dass König Salomon den Bau des Tempels mit Hilfe von Dämonen realisierte. Er wird als mächtiger Mann dargestellt, der durch Gottes Unterstützung in der Lage war sich böse Dämonen gefügig zu machen und in seinem Sinne zu manipulieren.

Der magische Ring des Salomon

Freiwillig dürften Dämonen oder „gefallene Engel“ wohl eher weniger bereit gewesen sein, Salomon beim Bau eines Heiligtums für Gott zu helfen! Obwohl einige Deutungen dahin gehen, dass der Tempelbau nur als „Rahmenhandlung“ dient, um Salomons Macht über diese dunklen Wesen zu unterstreichen.

Der Mensch Salomon war allein nicht fähig sich Dämonen Untertan zu machen. Das zeigt sich darin, dass ab Kapitel 1 zu erfahren ist, dass ein Dämon und „böser Geist“ mit Namen Ornias die Bauarbeiten am Tempel immer wieder störte. Angeblich habe die Kreatur den Oberaufseher der Bauarbeiter regelmäßig heimgesucht, ihm den Lohn und Nahrung gestohlen sowie schlicht die Kraft geraubt.

Bauherr Salomon war entsetzt, als er von diesen Heimsuchungen hörte, und „betete aus ganzer Seele Tag und Nacht“ zu Gott, um Hilfe zu bekommen. Sein Bitten wurde letztlich erhört, und er bekam Besuch aus dem Himmel:

Als ich zum Gott des Himmels und der Erde betete, ward mir vom Herrn der Heeresscharen durch Michael, den Erzengel, ein Ring gegeben, darin ein eingraviertes Siegel aus Edelstein.

Er sprach zu mir: Nimm, Salomo, des Davids Sohn, hier das Geschenk, das dir der Herr, der höchste Gott der Heeresscharen, sendet! Damit kannst du die Geister all bezwingen, die männlichen und weiblichen; mit ihrer Hilfe kannst du auch Jerusalem erbauen, trägst du dies Gottessiegel.“ (1,6-7)

„Da ward ich hocherfreut“, so Salomon, und mit seinem magischen Ring vom Himmel konnte er den „lästigen Geist Ornias“ bändigen. „Gleichwie ein brennend Feuer“ sei diese Kreatur gewesen und gestand dem König, dass er zwar von den Engeln abstamme, aber von ihnen verstoßen worden sei. Mit seinem machtvollen Ring verdonnerte Salomon den Dämon daraufhin „zur Arbeit in dem Steinbruch“. Zuvor handelte er aber noch einen Deal mit ihm aus.

Herr der Dämonen

Der verstoßene Engel und der menschliche Herrscher einigten sich, dass Ornias weitere Dämonen in den Dienst des Königs stellen würde. Hierzu überließ Salomon ihm sogar den von Gott empfangen Ring und befahl ihm „hole mit den Obersten der Geister“! Gleichzeitig hatte Salomon aber mit dem manipulierten Geist Ornias einen ausgezeichneten Informanten gewonnen, der in der Lage war Informationen aus dem Himmel von Gott zu besorgen.

Genau dazu findet sich in der Schrift eine überaus erstaunliche Aussage:

Wir Dämonen, wir wandeln an dem Himmelsfirmament und fliegen mitten durch die Sterne hin; da hören wir die Ratschlüsse, die Gott für Menschenseelen festgelegt.

(…)

Was in dem Himmel sich ereignet, geschieht auch auf der Erde. Es gibt ja Fürstentümer, Herrschaften und Mächte, die oben fliegen und die des Eintritts in den Himmel schon gewürdigt werden.

Wir Dämonen dagegen werden müde, weil wir zum Ausruhen keine Stätte haben; so fallen wir herab, wie Blätter von den Bäumen. Die Menschen, die uns sehen, meinen, es fallen Sterne von dem Himmel.“ (20,12-16)

Dies widerspricht in allen Details der christlichen Tradition der angeblich „gefallenen Engel“. Eigentlich soll niemand der „gefallenen Engel“, aus denen das Christentum Satan und seine Dämonen der Hölle machte, je wieder in der Lage gewesen sein zu Gott zu reisen. Ein Weg zurück in den Himmel zum Herrn und seiner ihm treu gebliebenen Untergebenen war eigentlich versperrt (detailliert dazu HIER). Warum also nicht auch in diesem Text, zumal er unter christlichen Einfluss entstand?

Nach einer Art Test durch Salomon unterstreicht die Überlieferung sogar noch, dass der Dämon in diesem Zusammenhang die Wahrheit sagte:

Bei dieser Nachricht wusste ich, Salomo: Der Dämon hat die Wahrheit mir gesagt. Ich pries den Gott des Himmels und der Erde.“ (20,21)

Salomon erlangte durch den Zauberring des Herrn schier grenzenlose Macht über die Dämonen. Er nutze ihre Kräfte und Fähigkeiten um seinen Tempelbau voran zu treiben und sogar benachbarten Völkern zu helfen. Etwa den Bewohnern Arabiens, die unter einem tödlichen Wind oder „Hauch“ im Reich des Königs Adares litten. Ursprung dieses schrecklichen Windes war ein Dämon.

Hilfe für den Araber-König

Als der Araber-König Salomon deshalb um Hilfe bat, schickte dieser eine Gesandtschaft in das Reich Königs Adares. Mit dabei hatten sie Salomons Dämonen-Ring, den der weise Herrscher für diesen guten Zweck gerne erneut verlieh. So gelang es in Arabien diesen bösen Geist mit Namen Ephippas in einem „Schlauch“ einzufangen und zu Salomon nach Jerusalem zu bringen. Arabien war gerettet und auch der “gefallene Engel” Ephippas musste fortan beim Tempelbau helfen.

„Ich bin imstande, Berge zu versetzen und Häuser vorzutragen“, brüstete sich der Dämon beim Verhör gegenüber Salomon. Damit war seine Aufgabe auf der Tempelbaustelle festgelegt. Er musste jene Steine auf der Baustelle bewegen und verbauen, die zuvor niemand bewegen konnte.

Ephippas war auch bereit einen weiteren Geist zu verraten. Es war der „Dämon in dem Roten Meer“, mit dessen Hilfe Ephippas noch weit mehr auf der Baustelle leisten könne, wie er dem König berichtete. Da jede Hilfe willkommen war – und sei sie auch dämonischer Natur – wurde daraufhin auch dieses Wesen nach Jerusalem gebracht. Sein Name war Abezethibu, der eine sehr dunkle Vergangenheit hatte, wie er Salomon erzählte.

Einstmals habe er im „ersten Himmel“ gelebt und sei verantwortlich für viele schreckliche Ereignisse, die beim Exodus der Hebräer aus Ägypten geschehen seien. Er habe damals nicht nur „bei den Wundern und den Zeichen mit Moses wettgeeifert“. „Ich war zugegen“, so der Dämon, „als Moses zu Ägyptens König Pharao ging und dessen Herz verhärtete“. Ein mehr als rätselhafte Aussage, wenn man die Exodus-Geschichte des Alten Testament kennt. Denn darin heißt es vielfach, dass Gott selber der Herz des Pharaos immer wieder „verhärtete“, dass dieser die Hebräer nicht ziehen ließ.

Der Dämon des Exodus

Nach der biblischen Erzählung vom Auszug aus Ägypten habe der Herr durch die Manipulation des Pharao letztlich auch dafür gesorgt, dass seine Soldaten den Hebräern nachjagten. Das Ende ist bekannt, denn alle seien beim „Meerwunder“ schließlich ertrunken.

Ein überaus sonderbares Verhalten des Herrn im Buch Exodus, das an anderer Stelle umfangreich hinterfragt wurde.

Im „Testament des Salomon“ wird Gott quasi von dieser Schuld freigesprochen. Auch wenn das Buch Exodus ihn als Urheber klar benennt. Hier jedoch gesteht der Dämon gegenüber Salomon schließlich alles:

Beim Auszuge der Israeliten verhärte ich das Herz des Pharao und reize sein und seiner Diener Herz. So machte ich, dass sie die Söhne Israels verfolgten; es folgte ihnen Pharao mit allen den Ägyptern. Damals war ich dabei; wir folgten ihnen allzumal und kamen insgesamt ans Rote Meer.“ (25,5-6)

Abezethibu wurde dann aber unachtsam. Denn als das Meer wieder zurückwich, das Heer der Ägypten unter sich begrub und so alle starben, war auch er im „Lager der Ägypter“. So wurde er „mit Wasser zugedeckt“ und blieb im Meer gefangen. Bis er durch Salomons magischen Ring nach Jerusalem gelangte.

Das „Testament“ schließt damit, dass der König seinen Abfall vom Herrn beschreibt. Wie er zum Sünder wurde, „aus jedem Land und Reiche Weiber“ nahm, fremden Göttern opferte und sogar „Götzentempel“ errichtet, da ihm „Gottes Geist entzogen ward“. Gottes Herrlichkeit sei so am Ende seiner Tage sogar ganz von ihm gewichen.

Diese Sünden und Verehrung von Götzen durch Salomon sind in unterschiedlichen Texten und Überlieferungen zu ihm belegt. Selbst den heidnischen Göttern der legendären Königin von Saba soll er einst in Jerusalem gehuldigt haben. Wohl kein einziger biblischer Herrscher bzw. keine biblische Figur verhielt sich immer ganz im Sinne Gottes.

Dass das Heiligste von diesem Herrscher aber mit tatkräftiger Hilfe von Dämonen und bösen Geistern errichtet wurde, sticht bei den zahllosen biblischen Mysterien heraus. Hilfe, Unterstützung oder Tipps kommen eigentlich immer von Gott selber oder von seinen himmlischen Helfern. Beispielsweise von sogenannten “Engeln” die Menschen oder ganze Völker ermorden, die im Wege standen.

Gräueltaten des Himmels

Dabei ist die Palette dieser angeblichen Taten mehr als lang (s. a. Video HIER): Von der Tötung aller „Sünder“ durch die Sintflut, über Sodom und Gomorrha, der Ermordung von Heiden (z. B. 2. Kön. 1) bis zur „Landnahme“ des Volkes Israel und der Beseitigung unzähliger Menschen auf Gottes Geheiß hin (z. B. Jos. 6).

In einem Extrem-Beispiel, niedergeschrieben im apokryphen Buch Philo, Kapitel 6, soll Gott sogar zu Abrahams Zeiten 83.500 (ungläubige) Menschen durch Feuer und Erdbeben absichtlich getötet haben. Ein zweites Extrem ist im 2. Buch Samuel, Kapitel 24, zu finden (s. a. 1. Chr. 21). Hier ist Gott derart zornig, dass schlussendlich als Strafe 70.000 Menschen ihr Leben verlieren.

Diese Beispiele ließen sich endlos fortsetzten.

Doch nicht immer hat der Herr sich selber „die Finger schmutzig gemacht“, wie es eine unfassbare Geschichte im 2. Buch der Könige behauptet. Dort erfährt der Bibelleser, dass um etwa 702 vor Christus der assyrische König Sanherib mit seiner Armee Jerusalem unter König Hiskia belagerte (s. a. Jes. 37). Die Lage war aussichtslos und der Assyrer sandte eine Drohschrift oder ein Ultimatum an seinem Widersacher nach Jerusalem. In Stunden der größten Not legte König Hiskia diesen Brief im von Salomon erbauten Tempel vor den Herrn (die Bundeslade) und flehte um Hilfe.

Glücklicherweise wurde er von Gott erhört, der beschloss „diese Stadt (zu) beschrimen, dass ich ihr helfe“ um die Assyrer zu vernichten. Selber hatte Gott dafür allerdings keine Zeit und schickte deshalb einen seiner Helfer:

Und es begab sich in derselben Nacht, da ging der Engel des Herrn aus und erschlug im Lager der Assyrer 185.000 Mann. Und als man sich am Morgen früh aufmachte, siehe, da waren sie alle tot, lauter Leichen. Da brach Sanherib, der König von Assyrien, auf und ging weg und kehrte zurück und blieb zu Ninive.“ (2. Kön. 19,35-36)

Engel des Todes

Jerusalem war gerettet, unzählige Assyrer von einem „Engel“ ermordet und König Sanherib wurde nach seinem Abzug in der Heimat von seinen Söhnen erschlagen.

Sanherib und diesen Kampf um Jerusalem hat es tatsächlich gegeben. Auch der berühmte jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus aus dem 1. Jahrhundert nach Christus erwähnt diese Tragödie. Josephus zitiert dabei den nicht minder bekannten Babylonier Berossos mit den Worten:

Als nun Senacherib von dem Zuge gegen Ägypten nach Jerusalem zurückkehrte, fand er, dass die unter Rapsakes zurückgelassenen Truppen schwer an der Pest litten. In der ersten Nacht, da er gemeinsam mit diesen Truppen die Belagerung weiterführte, tötete die Seuche in seinem Heere 185.000 Mann samt ihren Führern und Hauptleuten.“

Die Anzahl der Toten ist dieselbe wie im Alten Testament. Die Ursache aber ein ganz andere und vollkommen natürliche (wie bei anderen Chronisten), die nichts mit Gott oder einem Engel zu tun hat.

Es zeigt sich sehr deutlich, dass die Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Historisch unterlag Jerusalem den Assyrern unter Sanherbib. Und die Assyrer wissen (angeblich?) nichts von einem derart gewaltigen Verlust in ihrer Reihen. Ebenso ist eine solche riesige Streitmacht vor den Toren Jerusalems vor fast 3.000 Jahren kaum vorstellbar.

Alles Propaganda?

Also sind diese Beispiele von Tötungen durch die Himmlischen nicht weiter als biblische Propaganda? Wahrscheinlich ja. Zumindest zum Teil bzw. sie sind maßlos übertrieben. Sie zeigen aber sehr deutlich, dass im Zusammenhang mit „himmlischen Mächten“ und auch Gottes menschlichen Helfern in den alten Texten sehr gerne manipuliert wurde. Bei König Salomon und seinem Tempelbau mag es nicht anders gewesen sein, als lange Zeit nach ihm sein „Testament“ geschrieben wurde.

Trotz der überall zu findenden religiösen Propaganda in den entsprechenden Schriften beinhalten sie aber immer auch Wahrheiten. Oft bis ins unkenntlich verdreht und verzehrt. Wo könnte diese bei Salomon und seinen Dämonen liegen? Sofern der Text tatsächlich von Christen in seiner Gesamtheit erst im 4. Jahrhundert verfasst wurde, scheint der weise Salomon hier absichtlich in ein schlechtes Licht gerückt worden zu sein. Die dortigen Schilderungen seines Abfalls von Gott unterstreicht das deutlich.

Warum aber dann „gefallene Engel“ oder Geister-Dämonen, die beim Bau des Allerheiligsten der Juden halfen? Immerhin waren die ersten Christen allesamt Juden. Wollte man sich vom Salomonischen Tempel inklusive dortiger Bundeslade als Heiligstes des Heiligen abgrenzen? Eine Verachtung der eigenen Wurzeln? Wenig vorstellbar –  doch möglich. Oder sollte Salomon hier als so mächtig beschrieben werden, dass er vor seinem Fall Kontrolle und Hilfe von übermenschlichen Wesen hatte?

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Engel sind wahrlich keine Engel: Das völlig falsche und verzerrte Bild der lieblichen “Boten Gottes” der Bibel

Engel – In Wahrheit waren sie alles andere als Engel. Im Gegenteil! (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In diesen Tagen kurz vor Weihnachten sind sie wieder allgegenwärtig: Die Engel. Niedliche oder besser gesagt kitschige Darstellungen der Boten und Diener Gottes, die wir alle aus der Bibel kennen. Glauben zumindest die meisten Menschen und “Gläubigen”. In Wahrheit sind Engel alles andere als Engel in den alten Schriften und Überlieferungen. Fast alles, was heute als “Engel” gehandelt wird, ist nicht nicht nur falsch und verzerrt, sondern schlicht erfunden und falsch. In diesem Artikel erfahrt Ihr, warum die heutigen Engel schon lange nichts mehr mit ihrem wahren Ursprung zu tun haben – und dass diese Himmelswesen aus dem Hofstaat Gottes das genaue Gegenteil von dem waren, als was sie heute angesehen werden. Eine unangenehme Wahrheit, die von der Kirche längst verdreht wurde …


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Engel sind keine Engel

Jahrtausende alte Schriften und Texte aus dem Nahen Osten erzählen uns von seltsamen Wesen aus dem Himmel. Meistens werden sie darin Himmlische, Söhne Gottes, Gesandte, Göttersöhne, Wächter, himmlische Heerscharen etc. genannt. Heute kennt sie jeder unter ihrem allgemeinen Namen „Engel“.

Das Problem ist nur, dass diese „Abgesandten Gottes“ lange schon ihre wahre Identität verloren haben. Engel von heute sind nur noch Karikaturen ihres wahren Ursprungs. Ein erster flüchtiger Blick genügt hier schon:

Die mythischen Himmlischen sahen in den alten Texten alle ausnahmslos wie wir Menschen aus. Und ohne Ausnahme waren es Männer wie die irdischen Männer. Mit dem Unterschied natürlich, dass ihre Welt eben nicht die Erde gewesen sei, sondern sie vom Himmel kamen. „Engel“ waren demnach alles andere als die asexuellen Gestalten mit Flügeln, Harfe oder Trompete in der Hand, dicken Kinderbäckchen und niedlichen Babygesichtern von heute.

Es ist ein vollkommen verzerrtes oder besser gesagt falsches und erfundenes Bild, dass heute von Engeln in der westlichen Welt vorherrscht. Gerade in der Weihnachtszeit, in der allerorten solche kitschigen Engel-Darstellungen zu sehen sind. Ob in Kirchen, heimischen Wohnungen oder in den Innenstätten: Überall Zerrbilder, die rein gar nichts mit den Engel der alten Schriften zu tun haben.

Gleiches gilt auch für die „moderne“ Art der Engel als Lichtwesen, Schutzengel oder „spirituelle Begleiter“ usw. Solche Ansichten sind ebenfalls Erfindungen und Wunschdenken, die sich aus keinen alten Überlieferungen wirklich herleiten lassen.

Aus diesem Grund lohnt es sich immer mal wieder in Erinnerung  zu rufen, was die alten Texte von diesen Engeln eigentlich so alles erzählen.

Männer sind auch nur Engel

Schauen wir zuerst auf eine spannende Aussage des Propheten Henoch, die wohl kaum jemand kennt. Henoch hält in den nach ihm bekannten Schriften zum Beispiel fest, dass er einst von den „Glorreichen“ von der Erde in die Gefilde des „Höchsten“ entrückt wurde. Engel bzw. „Wächter des Himmels“ nahmen ihn fort und brachten ihn zu Gott. Oder, da Henoch nie den Terminus „Gott“ nutzte, zum „Höchsten“ oder auch den „Alten, des Regenten der Sternenreihen“ (Slawisches Buch Henoch 4,1).

Hier oben im Himmel – außerhalb der irdischen Welt der Menschen – zog er dann die Kleidung der vermeintlichen „Engel“ an, um dann erstaunt an sich festzustellen:

Als ich mich beschaute, war ich wie einer der Glorreichen ohne Unterschied. Furcht und zittern viel von mir ab.“ (Slawisches Buch Henoch 22,10)

Folgerichtig hat der Mensch und Mann Henoch sich nur umziehen müssen, um wie ein Engel auszusehen. Schon das ist mit Blick auf die Engel von heute eine staunenswerte Feststellung.

Eine Ausnahme dieser Männer aus dem All ist aber im Jahrhunderte später entstandenen Koran zu finden. Dort wird von eindeutig weiblichen Engeln gesprochen, die sich sonst nirgendwo finden. So heißt es in Sure 43, Vers 19:

Und sie machen die Engel, die des Gnadenreichen Diener sind, zu weiblichen Wesen.

Solche “weiblichen Engel” sind den älteren Texten des Nahen Osten vollkommen fremd. Eigentlich aber haben Engel im Islam keine festen Körper. Sie seien auch Licht erschaffen worden und damit nicht-materiell.

Thomas von Aquin (1225 – 1274), einer der bedeutendsten Kirchenlehrer und Theologen der Katholischen Kirche, sieht das in seinen Lehren sehr ähnlich. In seinem Werk “Summa theologica, also der “Summe der Thologie” legte r fest, dass Engel immaterielle Wesen des Himmels seien. Sie haben keine Materie, so der Theologe in seinem bedeutenden Standartwerk.

Im Buch Tobit aus dem 2. Jahrhundert vor Christus lesen wir dann aber wiederum, dass die Himmlischen den Menschen glichen. Nicht nur glichen – sie waren identisch mit uns Menschen bzw. den Männern der Menschen:

Tobias ging hinaus, um jemanden zu suchen, der mit ihm nach Medien reisen könnte und dem der Weg vertraut war. Er ging also hinaus und fand Rafaël, den Engel, vor sich stehen. Er wusste aber nicht, dass es ein Engel Gottes ist.“ (Tobit 5,4)

„Junger Mann“ und „Bruder“ nannten Tobias und andere im Verlauf des Textes im Buch Tobit den Engel. Offensichtlich sah er demnach nicht aus, als stamme er nicht der Erde. Flügel, eine Trompete dicke Bäckchen und ein asexuelles und babyhaftes Aussehen war an ihm ebenso wenig zu erkennen. Das wäre Tobias und den anderen Personen der Überlieferung sicherlich aufgefallen.

Engel-Besuch in Sodom

Wie auch bei den drei Engeln von Sodom im 1. Buch Mose.

Laut dem Buch Genesis (Kapitel 18) kamen drei Männer in das Lager von Stammvater Abraham und seiner Frau Sara. Abraham lebte in diesen Tagen als Nomade und Schäfer unweit der verruchten Stadt Sodom. Dass die drei Männer in Wahrheit aber Engel waren, erkannten sie vorerst nicht. Im Gegenteil, da die Familie Abraham die drei Herren erst einmal freundlich als Gäste in ihren Zelten willkommen hieß.

Wie wir wissen, war die zu überprüfende Stadt Sodom eine Stadt voll Sünde und Gotteslästerung. Sie und einige andere Orte der Region wurden letztlich durch den Zorn Gottes vernichtet. Mit fast allen Bewohnern.

Zum Teil wird einer der Männer/Engel später sogar als Gott persönlich angesprochen. Was recht interessant ist, da die Bibelforschung die drei Männer als „Vorzeichen der Dreifaltigkeit Gottes“ deutet. Also Gott, Sohn und Heiliger Geist (was aber eine Erfindung des Christentums ist, die nicht durch die Bibel belegt ist).

Abraham und Sara bewirteten im Folgenden gastfreundlich die drei Engel, die dann weiter Richtung Sodom zogen. Es galt vor Ort zu prüfen, ob die Stadt tatsächlich so sündig und ungerecht sei, wie es den vollkommen menschlichen Engeln zu Ohren gekommen war.

Übrigens sagt die Bibelforschung zu dieser Bewirtung wiederum, dass die Autoren der Geschichte damit lediglich die unter Nomaden verbreitete Gastfreundschaft betonen wollten. Den Umstand, dass Abraham im weiteren Verlauf der Erzählung dann mit Gott/den Engeln um die Anzahl der in Sodom lebenden Gerechten feilscht und handelt – ist nach Bibel-Exegese Ausdruck der im Nahen Osten beliebten Feilscherei …

Zurück zu der Erzählung:

Am Stadttor von Sodom angekommen saß Lot – der Neffe von Abraham – davor (Gen. 19,1ff.). Mit den Worten „meine Herren! Kehrt doch ein in das Haus eures Knechtes“ lud er sie in sein Haus ein. Gastfreundlich eben.

Auf sein Drängen gaben die Engel schließlich nach und kamen mit. Eigentlich wollten sie auf dem Markplatz von Sodom übernachten. Was dann geschah, kennen viele Menschen aus aller Welt:

Noch hatten sie sich nicht niedergelegt, da umringten die Männer der Stadt, die Männer von Sodom, das Haus, vom Knaben bis zum Greis, das ganze Volk von allen Enden der Stadt.

Und sie riefen nach Lot und sagten zu ihm: Wo sind die Männer, die diese Nacht zu dir gekommen sind? Führe sie zu uns heraus, dass wir sie erkennen!“ (Gen. 19,4-5)

Auch hier: Eindeutig vollkommen menschliche Männer diese Engel des Himmels. Immerhin wollten die (männlichen und homosexuellen) Bewohner von Sodom mit ihnen sogar Sex („erkennen“) haben. Selbst als Lot anbot, dass er seine beiden jungfräulichen Töchter zum Sex herausbringen würde, damit man seine Engel in Ruhe ließe, lehnte der Pöbel vor dem Haus ab.

Was sagt die Bibelforschung dazu? Es sei ein indirekter oder verspielter Hinweis darauf, dass Homosexualität gegen Gottes Gebote und eine schwere Sünde sei.

Auf der Suche nach den Engeln der Bibel

Engel des Himmels, die hin und wieder als „Glorreiche“ oder „Wächter“ bezeichnet werden, waren nach diesen Textbeispielen zweifellos Männer. Nicht oder kaum zu unterscheiden von den Männern der Menschen, die damals über die Erde liefen. Und doch glaubt jeder „anständige Christ“ genau zu wissen, was es mit diesen Wesen auf sich hat. Immerhin berichtet ja die Bibel vielfach von ihnen – glauben sie zumindest – und schon die Geburt von Jesus Christus wurde ja von einem Engel verkündet.

Mit diesem „Wissen“ ist die Tatsache erstaunlich, dass man in den Schriften der kanonischen Bibel meist vollkommen vergeblich nach Engeln sucht. Namentlich genannt werden sogar nur vier Männer: Michael, Gabriel, Rafael und den später gegen den Höchsten auflehnenden Rebellenführer Luzifer (s. weiter unten).

Alle Engel von heute wurden später erfunden oder stehen in alten Schriften, die wir heute nicht in der Bibel finden. Wie die Bücher Henoch oder auch das Buch der Jubiläen. Von dort bedienten sich die gläubigen Kirchenväter mit vollen Händen im Pool der Himmlischen. In ihren Lehren oder besser gesagt Irrlehren unterschlagen sie dabei bis heute, was in diesen Texten die Wesen Gottes eigentlich so alles machten.

Sehr umfangreich und im Detail beleuchtet habe ich das im meinem Buch „Rebellion der Astronautenwächter“. Aufgrund des gewaltigen Umfangs des Themas, möchte ich an dieser darauf verweisen.

Der Hofstaat des Herrn

Es soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bibel ganze Scharen von Engeln kennt. Zwar nennt sie keine Namen, aber immer wieder findet der aufmerksame Leser die „himmlischen Heerscharen“. Einen Hofstaat des Herrn voller Engel, deren Anzahl an keiner Stelle exakt benannt ist. Der „Herr der Heerscharen“, wie Gott im Alten Testament auch genannt wird (z. B. in 1. Sam. 4,4), habe tausende von Engeln unter und um sich gehabt. Sagen zumindest einige Texte außerhalb der Bibel.

Konkreter wird es im bereits oben zitierten Buch Tobit. Dort lesen wir in 12,15 zumindest von sieben Anführern (ohne Namen):

Denn ich bin Rafaël, einer von den sieben Engeln, die vor die Herrlichkeit des Herrn treten dürfen.“

Nur sieben dürfen das? Eine klare Hierarchie der Engel im Himmelreich der Glückseligkeit. Was aber auch nicht von der modernen Bibel-Lehre abgestritten wird. Warum sich aber niemand der Gläubigen fragt, weshalb es im himmlischen Reich Gottes eine Hierarchie unter den Glorreichen geben soll, ist zumindest mir schleierhaft.

Der Hofstaat des Herrn aus seinen Helfern und Helfershelfern ist gleichzeitig eine himmlisches Ratsversammlung. Eine Glaubensvorstellung, die wir von den alten Völkern Mesopotamiens bis zu den Römern und Griechen überall vorfinden: Ein Chef-Gott und ein Stab von Beratern, Unter-Göttern, Himmlischen oder eben Engeln. Dazu mehr in dieser Artikel-Reihe HIER.

Im Neuen Testament ist dazu eine recht interessante Spur zu finden, da dort eventuell die Anzahl der Berater am Himmels-Hof genannt ist. In der Offenbarung heißt es, dass der Herr einen Ältestenrat von 24 Getreuen um sich versammelt hatte:

Und rings um den Thron waren 24 Throne, und auf den Thronen saßen 24 Älteste, bekleidet mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern goldene Kronen.“ (Off. 4,4)

Solche Überlieferungen passen natürlich auch nicht in das heutige Bild der Engel, die ihren Herrn umgeben. Der Allmächtige bedarf doch eigentlich keinen Ältestenrat, Berater oder überhaupt Boten als Mittler seines Willens. Sollte man denken.

In einem beliebten viel genutzten Handbuch zur Bibelforschung liest sich das so:

Im Alten Testament bedeutet Söhne Gottes immer die Wesen, die zum Hof oder Heer Jahwes gehören ihm dienen und seine Boten sind.“

Beispielsweise im 1. Buch der Könige in Vers 22,19:

Ich sah Jehova auf seinem Throne sitzen, und alles Heer des Himmels bei ihm stehen, zu seiner Rechten und zu seiner Linken.“

Ein Angehöriger des Stabes um Gott war natürlich auch der Engel Luzifer. Bevor man ihn verteufelte. So erfahren wir im Buch Hiob 1,6 über eine Versammlung des Herrn mit seinem Engel-Hofstaat Folgendes:

Es begab sich aber eines Tages, da die Söhne Gottes vor den Herrn zu treten pflegten, dass auch der Satan unter ihnen kam.“

Hier steht die Bezeichnung „Satan“ für den Engel Luzifer.

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Guter Bote …

Göttersöhne“ (s. weiter unten), „Söhne des Höchsten“, „Wächter“ … alle diese Bezeichnungen für Engel und ihren Staat sind zwar selten in der Bibel, aber durchaus vorhanden. Sie finden sich ausführlich bei Henoch & Co. Zugleich sind es eben die Boten Gottes, wie es auch der Name „Engel“ sagt, was vom griechischen „ángelos“ stammt und so viel wie „Bote“ oder „(Ab)Gesandter“ bedeutet. Wer diese Schriften und biblischen Texte auch nur etwas genauer kennt, der weiß, dass die Bezeichnung als „Bote“ durchaus zutreffend ist. Immerhin treten diese Himmels-Männer als Botschafter des Herrn auf.

Im Koran sind Engel ebenfalls Diener. Mittler und Boten Gottes. (z. B. Sure 43:19 Sure 16:2 oder Sure 21:26), was eigentlich nicht weiter verwundern sollte. Immerhin entstand der Koran nach und aus den jüdisch-christlichen Texten und der Bibel. Das Judentum und das Christentum sind die Grundlage des Koran und Islam.

Besonders erfreulich war ihre Botschaft natürlich im Neuen Testament, wo sie die berühmte „Frohe Botschaft“ verkündet haben.

Als laut der „Weihnachtsgeschichte“ das leere Grab Jesus Christus entdeckt wurde, waren sie da, um die Botschaft der Auferstehung zu überbringen. Ein oder zwei von ihnen. Laut dem Evangelium des Markus (16,5) trafen die drei Frauen Maria, Maria Magdalena und Salome im Grab „einen jungen Mann“ an, „der mit einem weißen Gewand bekleidet war“. Ein Engel, der vom Himmel kam und laut Matthäus Evangelium (28,3) „wie der Blitz“ ausgesehen haben soll und ein „Gewand weiß wie Schnee“ trug. Lukas indes erzählt in 24,4 von „zwei Männer in strahlendem Gewand“, die am leeren Grab erschienen seien.

Auch hier zeigt sich die Betonung der fremdartigen oder zumindest außergewöhnlichen Kleidung dieser Männer vom Himmel.

Übrigens konnte auch Luzifer als rebellierender Engel gegen Gott wie ein Blitz vom Himmel fahren. Jesus selber habe das gesehen, wie er es zu Lebzeiten seinen Jüngern sagte:

Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen.“ (Lk. 10,18)

Die Männer des Himmels standen laut Bibel zum Teil sogar unter Termindruck. Zumindest kann man so Daniel 10,13-14 deuten. Hier offenbart sich Daniel ein ihm fremder Engel, obwohl zuvor „Michael, einer der ersten Fürsten“ mit ihm Kontakt hatte. Jetzt aber kam dieser andere Himmlische, um die Mission weiter zu führen. „Einer, den Menschenkindern gleich“ übrigens.

… schlechter Bote

Wenn die Bibel und verwandte Überlieferungen Gott als „Herr der Heerscharen“ benennt, sollte der genaue Leser eigentlich ebenfalls stutzig werden. Hier ist nicht von den Scharen des Herrn im Sinne von Gott die Rede, sondern von einem Herr – und damit von einer kriegerischen Organisation! Ein Heer ist nichts anders als Militär oder eine Armee.

Überspitzt aber dennoch wahrheitsgemäß ausgedrückt, stellen wir uns also zu Weihnachten Soldaten/Krieger in die Wohnzimmer und Kaufhäuser. Mit ihren goldenen Haaren, Flügelchen und kindlichen Aussehen mag man es gerne vergessen. Vor allem angesichts der Botschaft, die schließlich ein oder zwei der Himmels-Krieger am leeren Jesus-Grab nach der Auferstehung den Anwesenden verkündet haben.

Anders erging es erneut dem Propheten Henoch, als dieser von zwei Wächtern in den Himmel geholt wurde. Er sah dort nämlich beispielsweise das:

Inmitten des Himmels sah ich bewaffnete Scharen, die dem Herrn mit Pauken und Zhmbeln fortwährend Lob sangen. Ich ergötzte mich an ihnen.“ (Slawischens Buches Henoch 17,1)

Wer sich bis hierhin noch nicht von dem Bild der Engel in den Köpfen der westlichen Welt verabschiedet hat, sollte es spätestens jetzt. Bleiben wir aber bei der Bibel als „Quelle“ des Engel-Bildes.

Im Buch Numeri lesen wir die Geschichte von Bileam, wie er zu König Balak reisen wollte. Kein König, der dem Volk Israel wohlgesonnen war, wohlgemerkt. Der Herr wollte dieses Treffen unterbinden „und wurde zornig, weil Bileam mitging“. Also sandte er einen seinen Botschafter aus „und der Engel des Herrn trat Bileam in feindlicher Absicht in den Weg“ (Num. 22,22). Und Bileam „sah den Engel des Herrn auf dem Weg stehen, mit dem gezügten Schwert in der Hand“, heißt es daraufhin später im Buch Numeri 22,31.

Während das Erlebnis von Bileam noch harmlos war, ist das, was das 2. Buch der Könige überliefert, schon eine ganz andere Kategorie. In den Texten heißt es, dass der assyrische König Sanherib 701 vor Christus den Jerusalemer König Heskija/Hiskia bedrohte und ihm eine Art Ultimatum zukommen ließ. Laut 2. Kön. 19,14-16 aber auch Jes. 37,14-20 nahm König Hiskia die Drohschrift der Assyrer und trug sie mit der Bitte um Hilfe Gott mittels der Bundeslade im Tempel vor.

Laut der Überlieferung in der Bibel hat der Höchste den Hilferuf des Königs auch gehört. Also schickte der Herr einen seiner Engel, der die Sache auf „göttliche Art“ erledigen sollte:

In jener Nacht zog der Engel des Herrn aus und erschlug im Lager der Assyrer 125.000 Mann. Als man am nächsten Morgen aufstand, fand man sie alle als Leichen.“ (2. Kön. 19,35)

Ob Wahrheit oder Fiktion: Das sind die Geschichten, die die Bibel über Engel aus dem Hofstaat Gottes überliefert!

Sex-Lüsterne Engel

Auch wenn im Zeitalter der Aufklärung bzw. im 19. Jahrhundert einige Künstler Engel weiblich darstellten, waren sie es nicht. Ganz besonders zeigt sich das bei ihrem allerersten Auftreten in der Bibel überhaupt, wo sie direkt das moderne Engel-Bild zunichte machten.

Dort lüsterte es ihnen nach Sex mit den Frauen der Menschen auf der Erde, mit denen sie unbedingt Kinder zeugen wollten. Für angeblich aus Licht von Gott geschaffene und nicht-materielle Wesen schon eine durchaus verblüffend menschliche Schwäche dieser Engel.

Beschrieben ist das im 1. Buch Moses ab 6,1 in nur vier Versen. Wir erfahren dort, dass sich vor der Sintflut die Menschheit verbreitete und die „Töchter der Menschen schön waren“. Da „sahen die Göttersöhne, wie schön die Menschentöchter waren, und sie nahmen sich von ihnen allen Frauen, die sie auswählten“, wie es die Bibel weiß. Riesen habe es damals gegeben, „nachdem sich die Göttersöhne mit den Menschentöchtern eingelassen und diese ihnen Kinder geboren hatten“, so Gen. 6,4.

Da im Zuge dieser Vermischung der abtrünnigen Engel mit menschlichen Frauen angeblich die „Bosheit des Menschen zunahm und das alles Sinnen und Trachte seines Herzens immer nur böse war“, wollte Gott alle töten. Deshalb habe er die Sintflut geschickt, denn es „reute es den Herrn, auf der Erde den Menschen gemacht zu haben“ sagt Gen. 6,6.

Überaus detailliert schildern diese Geschehnisse biblische Texte außerhalb der Bibel und auch Schriften aus den Höhlen von Qumran. Auslöser für alle diese Ereignisse war der Wunsch einer Gruppe von himmlischen Engeln nach Sex mit Menschenfrauen. Sie planten eine Rebellion gegen den Höchsten der Ratsversammlung und „diesen Plan nicht aufzugeben, sondern ihn auszuführen“. So sagt es das äthiopische Buch Henoch in 6,4 beispielsweise. Oder an anderer Stellen:

Sie gingen zu den Menschentöchtern auf der Erde, schliefen bei den Weibern und verunreinigten sich; dann machten sie sie mit allen Arten von Sünden bekannt. Die Weiber gebaren Kinder und dadurch ward die ganze Erde von Blut und Ungerechtigkeit erfüllt.“ (Äthiopische Buch Henoch 9,8-9)

Alle anderen bei ihnen nahmen sich Weiber, und jeder von ihnen wählte sich eine aus. Dann begann sie, zu ihnen zu gehen und sich an ihnen zu verunreinigen. (…) Sie wurden schwanger und gebaren Riesen, die 3.000 Ellen groß waren. Diese verzehrten alle Vorräte der anderen Menschen. Als aber die Leute ihnen nichts mehr geben konnten, wandten sich die Riesen gegen diese und fraßen sie auf.“ (Äthiopische Buch Henoch 7,1-4)

Insgesamt seien es 200 Himmlische gewesen, „die in Jareds Tagen zum Gipfel des Hermonsberges herabstiegen“ erzählt Henoch. Diese Engelschar wurde von 19 namentlich genannten Anführern befehligt, wobei sich ihnen auch „Semjasa, ihr Oberster“ trotz anfänglicher Bedenken anschloss.

Wirklich kein „engelhaftes“ Verhalten der Himmlischen.

Göttersöhne

„Göttersöhne“ sind eine uralte Bezeichnung für die heutigen Engel. Im frühen Judentum bzw. den Schriften der Bibel steht sie für ein Pantheon von himmlischen/göttlichen Wesen. Den Hofstaat oder die die Entourage von Gott als Höchsten. Hierzu finden sich zahlreiche sehr deutliche Parallelen zu benachbarten Völkern der biblischen Autoren. Erinnerungen an urzeitliche Götterwesen im Himmel, wie es die Bibelforschung sieht.

Allerdings sollen diese Göttersöhne nicht nur vor der Flut auf der Erde gewesen sein, sondern auch in historischer Zeit. So heißt es im Buch Daniel in 3,25:

Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen und sie sind unversehrt; und der vierte sieht aus, als wäre er ein Sohn der Götter.

Angeblich soll das der babylonische König Nebukadnezar gesagt oder gesehen haben. Eine geschichtlich belegte Person also. Wobei das Buch Daniel aber fraglos eine apokalyptische Schrift ist, die bekanntermaßen angeblich „codierte Visionen“ beinhalten. Daniel nennt wie andere Propheten auch die Göttersöhne aber auch Wächter. „Und siehe, ein heiliger Wächter fuhr vom Himmel herab“, lesen wir dort in 4,10. Und in 4,20 heißt es, „dass aber der König einen heiligen Wächter gesehen hat vom Himmel herabfahren“ wäre.

Verständlich, dass „Söhne der Götter“ (vor allem wenn sie Sex mit Menschenfrauen haben) im Monotheismus der Bibel bei Juden und Christen ein Problem sind. In der Septuaginta, der ältesten bisher bekannten durchgehende Übersetzung der hebräisch-aramäischen Bibel, war man deshalb ganz geschickt bei der Verschleierung dieser unangenehmen Aussagen. Hier setzte man einfach „Engel Gottes“ als „Übersetzung“ ein. Zum Beispiel bei Hiob in 1,6, wo der Höchste seinen Hofstaat inklusive Luzifer zusammenkommen lässt.

Bei anderen erhaltenen Übersetzungen wie etwa Texten in Griechisch sind unliebsame Feststellungen mit „Söhne des Himmels“ wiedergegeben. Etwa jene, in denen die Göttersöhne sich mit den irdischen Frauen vereinigten in Gen. 6,1-4. Jüdische Rabbiner haben diese sogar als „Söhne der Richter“ gedeutet, um ihnen so jegliche Verbindung zu Gott und dem Himmel abzuerkennen.

Damit wurden aus diesen außerirdischen und göttlichen Wesen des Himmels – Menschen. Nur wären dann auch die Engel der Christenheit Menschen …

Gefallene Engel

All dies taten die Göttersöhne in den Tagen vor der Sintflut, als laut Buch Genesis Henoch lebte. Der Anführer dieser Rebellen ist heute unter den Namen Luzifer, Teufel oder schlicht Satan jedem einen Begriff. Jener Engel vom Hofstaat Gottes, der sich gegen seinen Herrn aufrührte und so vom Himmel verstoßen wurde. In der christlichen Tradition wurde daraus später der „Fall der Engel“.

Hier ist sich die Bibelforschung einig, dass sich die „gefallenen Engel“ auch und vor allem aus den Texten außerhalb der Bibel herleiten. Die vier knappen Verse im Buch Genesis sind nur „mythologische Reste“ dieser himmlischen Sünder und ihrer Menschenfrauen. Auch darin ist man sich einig. Einig ist man sich auch, dass Luzifer ihr Anführer war und dessen „Fall“ mit Textstellen in der Bibel über den Sturz des „Morgenstern“ verbunden wurde.

Luzifer beutet vom Lateinischen „Lichtbringer“. Einer der vielen Gründe, weshalb verschiedene Übersetzungen der Bibel und einige der ersten Kirchenväter Luzifer mit dem Morgenstern gleichstellen oder direkt übersetzten. Oder umgekehrt.

Ohne hier zu sehr ins Detail gehen zu wollen, wandelte sich der Engel Luzifer und der Morgenstern im Laufe der Zeit bei den Übersetzern zum Satan. Wirklich Gleichgestellt wurde der Lichtbringer Luzifer mit dem Satan aber erst in späterer Zeit. Hier vor allem in außerbiblischen Büchern, wie etwa „Leben Adam und Evas“. Wieder ein Buch also, das nicht in der Bibel zu finden ist, doch dessen Inhalt in den kirchlichen Lehren und Traditionen übernommen wurde.

Was aber in diesem Zusammenhang am Rade durchaus interessant ist, ist der Umstand, dass sich Jesus Christus in der Offenbarung (22,16) selber als „strahlender Morgenstern“ bezeichnet. Tatsächlich sah man deshalb im frühen Mittelalter Luzifer sogar als einen Beinamen von Jesus selber an.

Im Evangelium des Lukas sagt Jesus wiederum:

Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen.“ (Lk. 10,18)

Passend für einen Lichtbringer.

„Satan“ ist eigentlich für den Anführer dieser rebellierenden Engel ein nicht minder treffender Name. Im Hebräischen bedeutet „ha-Satan“ so viel wie „Widersacher“. Genau das war er mit seiner  Schar Engel, die vom Himmel zu den Menschenfrauen kamen, ja auch. Erst die aufkommende christliche Engelslehre im 4. und 5. Jahrhundert formte nach und nach das heute bekannte Bild der „gefallenen Engel“.

Sie fielen ja durchaus tatsächlich.

Und zwar vor den Augen ihres Höchsten, gegen die sich meuterten um auf die Erde zu kommen. Ein Zurück gab es für diese 200 Wächter nicht mehr, wie es die Schriften und jüdische Sagen berichten. Henoch als weiser und tugendhafter Mann wurde sogar vom obersten Herrn dazu berufen, dass er als Mensch als Mittler zwischen herabgestiegenen Engeln und ihm fungieren solle. Als Diplomat und Botschafter zwischen Himmel und Erde.

So preist zum Beispiel auch das Buch der Jubiläen in 4,22 Henoch aufgrund seiner Taten mit den Worten:

Er zeugte gegen die Wächter, die mit den Menschentöchtern sündigten. Denn jene begannen, den Menschentöchtern beizuwohnen, so dass sie befleckt wurden, und Henoch zeugte gegen sie alle.“

Keine Gnade für die Engel!

Dass der Höchste über den Fall oder besser Abfall seiner Engel von ihm mehr als nur zornig war, lesen wir etwa in drastischen Gottesworten wie diesen:

Henoch, du Schreiber der Gerechtigkeit, geh hin und verkünde den Himmelswächtern, die den hohen Himmel, die heilige ewige Stätte verließen, sich mit Weibern nach Menschenart verunreinigten, sich Weiber nahmen und so großes Verderben auf die Erde brachten:

Sie werden weder Frieden noch Verzeihung finden. So oft sie sich über ihre Kinder freuen, werden sie die Ermordung ihrer Lieblinge erleben und über den Untergang ihrer Kinder seufzen; sie werden immerdar bitten, aber weder Gnade noch Frieden erlangen!“ (Äthiopisches Buch Henoch, 12,4)

Und so führte der „Fall der Engel“ auch laut Alten Testament zu Sintflut und „das Ende allen Fleisches“, wie es der Herr beschloss.

Schon sonderbar, was die „Ur-Engel“ getrieben haben sollen, und was die christliche Engelslehre aus ihren und ihrem „Fall“ machte. Dabei sagt schon das Alte Testament selber, dass Gott seinem Hofstaat nicht traute:

Siehe, selbst seinen Dienern vertraut er nicht, und seinen Engeln legt er Irrtum zur Last.“ (Hiob 4,18)

Auch das offensichtlich eine unpassende Aussage für ein (christliches) Himmelreich der Glückseligkeit bei Gott. Wobei es aber nicht so war, dass die Engel, Wächter, Göttersöhne, Boten – oder welchen ihrer Namen man auch bevorzugen mag – nicht wieder versuchten zurück in den Himmel kommen. So lesen wir bei Henoch in seiner Funktion als Mittler zwischen Erde und Himmel unter anderem folgende Passage:

Sie (die Wächter des Himmels, L.A.F.) baten mich (Henoch, L.A.F.), für sie eine Bittschrift zu schreiben, damit ihnen Verzeihung zuteil würde, und ihre Bittschrift vor dem Herrn des Himmels vorzulesen. Denn sie konnten von da an nicht mehr mit ihm reden, und ihre Augen zum Himmel erheben aus Scham über ihre Sünden, derentwegen sie gestraft wurden. So verfasste ich ihre Bitt- und Flehschrift (…).“ (Äthiopisches Buch Henoch 13,4-6)

Genutzt hat es bekanntlich nichts. Schließlich sind Engel eigentlich auch nur Menschen, wenn es heißt:

Es wurden ja die Menschen ganz gleich wie die Engel geschaffen (…)“ (Äthiopisches Buch Henoch 69,11).

Da sollte es auch nicht verwundern, dass diese Wesen sich nach den Frauen der Irdischen sehnten. Nicht nur weil es offensichtlich keine Frauen unter den Engeln gab. Auch deshalb, da beide „Spezies kompatibel“ waren. Die Söhne des Himmels waren aber laut einigen Schriften „Riesen“. Sicher nicht hoch wie ein Kirchturm, wie man sie aus Märchen und Sagen kennt, aber offenkundig größer als die Menschen der damaligen Zeit. Schon 2 Meter Körpergröße war von Jahrtausenden durchaus ein Riese.

Im Slawischen Buch Henoch (18,1) erfahren wir auch dazu etwas.

Als der Prophet auf dem Weg zum Höchsten durch die Himmelsregionen flog sah er „viele Scharen Wächter; ihr Aussehen glich den Menschen; sie waren größer als die größten Riesen.“ So sollte es nicht verwundern, dass laut 1. Buch Moses und zahllosen außerbiblischen Überlieferungen die Kinder der Engel mit den Menschenfrauen zu Riesen heran wuchsen. Halb-Engel vom enormen Wuchs, der mit Sicherheit nicht 3.000 Ellen betrug, wie weiter oben zitiert.

Dies wären immerhin rund 1,5 Kilometer Körpergröße …

Und die guten Erzengel?

Jetzt könnte man einwenden: Gut, diese Engel waren nun wirklich keine Engel. Aber es gibt ja in der Bibel die Erzengel; also die Guten.

Leider stimmt auch das so nicht.

Von den drei in der Bibel genannten Engeln (plus Luzifer) ist einer ausdrücklich der Chef. Es ist der Engel Michael, der in Judas 9,9 als „Erzengel Michael“ bezeichnet wird. Rafael und Gabriel werden zwar in der Bibel ausdrücklich als Engel bezeichnet, aber nur als einfache Engel. Alle anderen Erzengel, die man heute vor allem in der weltweiten Tradition unterschiedlicher christlicher Strömungen findet, sind pure Erfindungen.

Die christliche Tradition machte aber auch Rafael und Gabriel kurzerhand einfach so zu Erzengeln. Ebenso Uriel, den wir natürlich nirgends in der Bibel finden. Wie auch die ganze Armee von Engel-Namen bzw. Erzengeln wie Zedakiel, Anael, Sychael, Phlogotheel ,Rumiel, Pantasaron und viele weitere mehr. Ausnahmslos alles Fake-Engel.

Erst im 6. Jahrhundert erfanden die frühen Christenväter die heutige Engelslehre, die sich „Pseudo-Dionysius Areopagita“ nennt. Hierin wurde versucht der Welt der himmlischen Boten eine Struktur und vor allem eine Hierarchie zu geben. Eine Ordnung mit Gott an der Spitze und von da weiter abfallenden niederen Engeln. In den heute erhaltenen frühen Kirchen erkennt man diese erfundene Hierarchie sehr gut an den prachtvollen Innengemälden.

Bei den ersten Engel-Darstellungen ist es interessant, dass diese auch keine Flügel haben. Zum Beispiel zu finden in den Katakomben von Rom aus dem 3. Jahrhundert, in denen die ersten Christen auch ihre Toten bestatteten.

Nur findet man bekanntlich eine Vielzahl an Wächtern inkl. Namen in den Texten außerhalb der Bibel, von denen bei Henoch 19 explizit als „Anführer“ bezeichnet werden. Ein Chaos unter den Himmlischen, denn auch die außerbiblischen Schriften wurden selbstverständlich von den frühen Christen gelesen. Und selbst Jesus zitiert Henoch.

Im Jahr 745 wollte Papst Zacharias mit all dem Schluss machen. Er verbot auf einem Konzil in Rom kurzerhand die Anbetung irgendwelcher Engel/Erzengel von außerhalb der Bibel. Offizielle Lehre des Christentums sei es fortan, dass ausschließlich die drei Engel der Bibel namentlich bekannt sein dürfen und damit auch verehrt werden sollen. Und zwar als Erzengel.

Erzengel sind Befehlsgeber

„Erz“ bedeutet „Beginn“ oder „Führung“, weshalb ein Erz-Engel nichts weiter als ein „Führungs-Engel“ ist. Eben exakt wie jene 19 Anführer bei Henoch. In der Bibel wird es aber recht mühsam eine echte Hierarchie und überhaupt Erzengel namentlich zu finden. Rafael und Gabriel sind es schon mal nicht, auch wenn es die Kirche heute so lehrt. Dass es aber Führer-Engel gab, dass weiß die Bibel in der Tat, weshalb Erzengel an sich richtig sind.

Im Buch Sacharja 2,7-8 findet sich im Alten Testament dazu ein erster Hinweis. Hier steht eindeutig geschrieben, dass ein Engel dem anderen Engel einen „Befehl“ erteilt:

Und siehe, da trat der Engel, der mit mir redete, hervor und ein anderer Engel trat auf, ihm entgegen. Er sagte zu ihm: Lauf und sag dem jungen Mann dort (…)“

Zumindest in den Augen des Kirchenvaters Isidor von Sevilla um das Jahr 600 zeugt diese Passage von einfachen und befehlenden Engeln. Zweifellos nachvollziehbar, was auch folgende Passage aus dem biblischen Buch Josua 5,13-15 unterstreicht:

Als Josua bei Jericho war und die Augen erhob, schaute er und siehe: Ein Mann stand vor ihm, mit einem gezückten Schwert in der Hand. Josua ging auf ihn zu und fragte ihn: Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden?

Er antwortete: Nein, ich bin der Anführer des Heeres des Herrn. Ich bin soeben gekommen. Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde nieder, um ihm zu huldigen, und fragte ihn: Was befiehlt mein Herr seinem Knecht?

Der Anführer des Heeres des Herrn antwortete Josua (…)“

Ein Name dieses Soldaten-Engel wird leider nicht verraten. Aber dieser führt das Heer Gottes, da schließlich auch der „Allmächtige“ Krieger besaß, wie oben gesehen. Vielleicht war es sogar der Engel Michael, da dieser im Slawischen Buch Henoch 33,10 als „Heerführer“ bezeichnet wird. Da Michael in der Bibel der einzige Himmlische mit der Stellung „Erzengel“ ist, könnte das sehr gut zutreffen. „Michael und seine Engel kämpften“ weiß denn auch die Offenbarung in Vers 12,7.

Auch wenn er nur einer von vielen ist oder war. So sagt das Bibel-Buch Daniel in 10,13, dass „Michael, einer der ersten unter den Fürsten“ sei. Folgerichtig gab es noch andere Führer der Heerscharren des Herrn, dessen Namen die Bibel leider ungenannt lässt.

Erzengel sind damit lediglich Befehlshaber, die den niederen Engeln Aufgaben und Aufträge erteilen. Wie es die Engelslehre der Kirche auch sagt. Sie führt auch weiter aus, dass normale Engel für die einfachen Botschaften von Gott an einen Menschen zuständig sind. Erzengel für Botschaften an ganze Völker oder die Menschheit selbst. Und natürlich gehört dieser Erzengel, da es nur einen davon in der Bibel gibt, nicht zu den „gefallenen Engeln“. Er steht in der Bibel bekanntlich weiterhin im Dienst des Höchsten.

Unheimliches aus dem Neuen Testament

Ein durchaus mulmiges Gefühl sollten Gläubige bekommen, wenn sie im Neuen Testament nachschlagen. Da Michael als Führungs-Engel laut Dogma als Künder von Botschaften für die ganze Menschheit fungiert, warum sucht man ihn dann bei Jesus Auferstehung vergeblich? Keine Spur von seinem Namen als Erzengel am leeren Grab Jesus Christus, wo nur von „Männern“ die Rede ist.

Es wird aber noch unheimlicher, sofern man es so ausdrücken möchte:

Im Evangelium des Lukas (1,26-38) lesen wir von der wundersamen Ankündigung, dass Maria schwanger werden und einen Sohn bekommen wird. Gott habe sie „unter allen Frauen auserwählt“ und sie werde „einen Sohn zur Welt bringen“. „Jesus soll er heißen“, offenbart es der Engel der erschrockenen Maria. Scheinbar eine eher „einfache Botschaft“ für einen niederen Boten des Herrn. Warum sonst schickte er nicht Erzengel Michael zu der kommenden Mutter von seinem Sohn, sondern den Engel Gabriel, wie es dort zu lesen ist?

Schaut man im „bedeutendstes Lexikon der wissenschaftlichen katholischen Theologie im deutschsprachigen Raum“ nach, findet man eine erstaunliche Aussage in diesem Zusammenhang. Im „Lexikon für Theologie und Kirche“, einer Standardwerk von rund 2.700 Theologen und Mitarbeitern, erfährt man zu Erzengel, dass diese im Neuen Testament überhaupt nicht vorkommen können. Im Aramäischen und Hebräischen, den Sprachen des Neuen Testaments, gibt es keine Entsprechung für das aus dem Griechischen stammende Wort „Erzengel“.

Was es nicht gibt – kann man auch nicht in Worte fassen.

Und die guten Schutzengel?

Es gibt natürlich noch eine weitere Kategorie der himmlische Heerscharen, die heute vor allem in der Esoterik bis auf das Äußerste strapaziert werden: Die Schutzengel.

Von diesen Schutzengeln finden wir natürlich auch keine Namen in den Schriften der Bibel. Keiner der drei bekannten Bibel-Engel noch Luzifer wird irgendwo als „Schutzengel“ oder ähnliches bezeichnet. Es ist aber nicht schwer anhand zahlreicher Aussagen des Neuen und des Alten Testament solche Schutzengel herzuleiten. Immer wieder griffen Engel bei diversen Gelegenheiten schützend, helfend oder rettend ein. In der Apostelgeschichte „öffnete während der Nacht“ ein Engel sogar „die Türen des Gefängnisses und führte sie hinaus“ und verhalf so den Jüngern Jesu zu Flucht.

So haben laut Bibel immer wieder Engel irgendwie in die Geschicke der Menschen eingegriffen: Mal Feine ermordet, mal Nahrung gebracht, mal Propheten in misslichen Situationen geholfen usw. Es gehörte auch zu ihren Aufgaben, die der Herr ihnen gegeben haben soll:

Denn er bietet seine Engel für dich auf, dich zu bewahren auf allen deinen Wegen.“ (Ps. 91,11)

Von solchen Aussagen auf die Idee einer Engel-Klasse der „Schutzengel“ zu kommen, war vor allem für die frühen Christen ein Leichtes. Immerhin hat Jesus selber in seinem berühmten „Gleichnis vom verlorenen Schaf“ laut Matthäus-Evangelium 18,10 gepredigt:

Seht zu, dass ihr keines dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.“

Zur Ehrenrettung der Engel gibt es sie also – die guten Wächter des Himmels. Aber das stand niemals in Abrede. Im Gegenteil, denn der hinterhältige Plan den Höchsten zu umgehen, um sich mit den Frauen der Menschen einzulassen, wurde nicht von allen durchgeführt. Die Überlieferungen lassen keinen Zweifel daran, dass einige im Himmel bei ihrem Obersten blieben. Im Kern eine Aussage, die schon Jahrtausende vor der Bibel von anderen Kulturen des Nahen Ostens überliefert wurde, wie detailliert HIER ausgeführt.

Engel – Eine Bilanz

Mit Sicherheit ist in diesem Beitrag das schwierige Thema nicht in all seinen Punkten umfangreich durchleuchtet. Sollte es auch nicht, da es an anderen Stellen bereits getan wurde ( z. B. HIER, HIER, HIER , HIER, HIER & HIER). Einige Punkte wurden auch ganz ausgelassen. Trotz vieler nachträglicher Streichungen in diesem Artikel werden auch die wenigsten alles oder bis hierher gelesen haben …

Resümierend ist die Bilanz aber ernüchternd.

„Engel“ waren ursprünglich nichts weiter als außerirdische/himmlische Männer aus dem Hofstaat Gottes, die sich Sex mit menschlichen Frauen wünschten, um so Kinder zu zeugen. Natürlich gegen den Willen ihres Höchsten, so dass eine Gruppe der Himmlischen unter ihrem Anführer „Satan“ sich gegen diesen verschworen.

Von diesem sündigen Plan waren die Wächter vom Hof Gottes  nicht abzubringen und schworen diesen „nicht aufzugeben, sondern ihn auszuführen“. Ihren Weg zurück in die Reihen der im Himmel gebliebenen Engel und vor allem zum Höchsten hatten sie sich damit für immer verbaut.

Sie, ihre Kinder und die ganze Menschheit einschließlich aller auf der Welt lebenden Riesen mussten vernichtet werden. Tiere inklusive, da der Herr eine Flut zu deren Untergang schicken wollte.

Im Verlauf des Christentums wurde aus diesen alten Überlieferungen der „Fall der Engel“ und aus ihrem Anführer der Fürst der Hölle – Satan. Trotzdem pflegt man bis heute den Glauben an die guten Engel, von denen sich aber nur bescheidene drei in der Bibel finden. Von diesen wiederum ist nur einer ein machtvoller Erzengel und damit ein Chef-Himmlischer. So ein richtiger „Engel“ im heutigen Sinn war aber auch er ebenso wenig, wie alle anderen namenlosen Engel der Bibel. Erzengel Michael ist als Soldatenführer beschrieben, als ein Befehlsgeber des Heeres des liebenden und friedlichen Allmächtigen …

Urtümlich stammt der vielschichtige Engels-Glaube aus Schriften außerhalb der Bibel, worin sich die Bibelforschung einig ist. (Noch früher aus Mythen Mesopotamiens, was hier außen vor blieb!) Genau das sind aber die Quellen, die von den sündigen Machenschaften dieser Gottessöhne erzählen und die Gott damit nicht unter Kontrolle hatte. Und genau das erfährt weder der angeblich fromme Kirchengänger noch der Bibelleser überhaupt in den Schriften. Nur im 1. Buch Moses in wenigen Versen, die so gar nicht nach Engeln klingen und überlesen werden. Obwohl in diesen exakt das steht, was zur Rebellion im Himmel gegen den Herrn führte.

Industrienationen-Engel von heute sind nichts als Phantasie, Propaganda und sogar Lügen. Niedliche und bis zur Unkenntlichkeit verzerrte Darstellungen, die keine Entsprechung in der Bibel haben. Obwohl es selbstverständlich Texte mit geflügelten Wesen um den fliegenden Thronwagen des Herrn gibt, die mit Posaunenlärm und Lobgesagt seine Landungen ankündigen usw. Nur am Rande: Das sollen laut Engellehre Himmlische sein, die noch weiter in der Hierarchie oben stehen.

Kein einziger Engel in den Schriften ist eine Frau oder trägt einen Frauennamen. Es finden sich auch nirgends Kindlein, Babys, Mädchen, Jungen oder geschlechtlich undefinierbare Kreaturen, wie wir sie heute allerorten sehen müssen. Alle Diener des Herrn waren männlich und sahen aus wie die Männer der Menschen. Wahrscheinlich sogar nahezu identisch, wenn auch größer. Ihre hier und dort erwähnte „strahlend weiße“ Kleidung passt erfrischender Weise zu den beliebten Weihnachtsengeln. Schließlich war der Mann oder Jüngling im leeren Jesus-Grab auch so angezogen.

Doch ein „Engel“ war eigentlich keiner der Engel …

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Wenn “Eiserne Vögel” vom Himmel kommen und die Welt erschaffen: Seltsames aus der Mythologie Ungarns und dem Ural +++ Artikel +++

Wenn "Eiserne Vögel" die Welt erschaffen: Seltsames aus der Mythologie (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Wenn “Eiserne Vögel” die Welt erschaffen: Seltsames aus der Mythologie (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Es gibt kein Volk der Erde, das in ihren Überlieferungen keine Mythologien über die Schöpfung besitzt. Gleichgültig ob bei kleinen Stämmen und Völkern oder in großen Kulturen und Gemeinschaften, wir finden solche Erzählungen überall. Oftmals in einer Vielfalt, die sich selbst innerhalb der einzelnen Regionen oder Kultur individuellen unterscheiden. So auch bei dem Volk der Mansen (“Wogulen”) aus dem nordöstlichen Ural. In dieser finno-ugrische Völkergruppe, die von West-Sibirien über Ungarn und Nordrussland reicht, findet sich eine besonders interessante wie auch seltsame Überlieferung vom Anbeginn der Welt: Vögel aus Eisen hätten sie geschaffen. Diese Mythologie wollen wir uns hier einmal genauer ansehen, da sie erstaunliche Spuren und Querverbindungen öffnet!


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Vom Ural bis Ungarn

Die finno-ugrische Völker oder auch die uralischen Völkerfamilie haben alle eine gemeinsame Urgeschichte. “Kerngebiet” dieser Menschen ist Nordrussland und vor allem das Gebiet des Ural-Gebirges im Westen von Sibirien. Jenes Gebirge, das oftmals als die Ost-Grenze Europas gilt.

Trotzt einer gemeinsamen Frühgeschichte schlugen die einzelnen (heutigen) Volksgruppen jedoch im Laufe der Geschichte vollkommen andere Wege ein. Ihre Siedlungsgebiete reichten beispielsweise bis in das heutige Ungarn, Finnland, Estland, Polen oder auch in den Norden des Schwarzen Meeres und dem Gebiet der heutigen Stadt Sankt Petersburg.

Die “Mansi”, wie sie sich selber nennen, und heute vor allem an Mansen bekannt sind, nannte man früher “Wogulen“. Heute haben diese Volksgruppen je nach Siedlungsgebiet zahlreiche Namen. Trotz ihrer frühzeitigen Verbreitung und Trennung über den Osten und Nordosten Europas haben sie gemeinsame Wurzeln. Auch und natürlich in ihrer Sprache und in ihren Mythologien, bei denen es bis heute Parallelen und Berührungspunkte zu finden gibt.

Möglicherweise kennt der ein oder andere Grenzwissenschaft & Mystery Files-Interessierte das Volk der Mansen aus dem Ural bereits. Es ist das Ur-Volk, dass im Ural in jenem Gebiet lebt, in dem 1959 der legendären “Dyatlov-Pass-Vorfall” mit 9 toten Studenten geschah (mehr dazu in den Videos HIER & HIER).

Und eine dieser Überlieferungen der “Mansi” wurde 1891 in den “Ethnologischen Mitteilungen aus Ungarn” aufgezeichnet, und erscheint uns heute fraglos sehr sonderbar.

“Eiserne Vögel vom Himmel”

In der Legende heißt es, dass ein Mann zusammen mit seiner Frau und einem “schneeweißen Raben” in eine m Haus lebten. Niemals verließen sie das Haus, dass nur von Wasser umgeben gewesen sei, da es noch keine fester Erde gab. “Die Außenwelt, wie sie gestaltet,” kannte der Mann nicht. Eine Art erstes Menschenpaar also, dass irgendwo am Anfang aller Zeiten gelebt haben soll. Bis dann eines Tages:

Wie sie so leben, erschallt auf einmal aus dem oberen Himmel irgendein Geräusch. Der Alte schaut zum Fenster hinaus: also von obenher aus dem Himmel kommt ein eiserner Tauchervogel. Erde zu suchen, taucht er ins Wasser. Er ging und ging umher, er tauchte auf, er hatte keine Erde gefunden. Er schöpfte Atem und tauchte wieder ins Wasser. Er ging und ging umher, er tauchte auf, wieder vergebens, Erde gibt es keine.

Ein wenig atmete er und tauchte zum dritten mal unter. Als er auftauchte, holte er so stark Atem, dass ihm unten die Kehle barst; an der Schnabelwurzel hatte er ein Bröcklein Erde. Er schwang sich auf und stieg damit gen Himmel.

Was ist ist “eiserner Tauchvogel”, der vom Himmel kam? Vögel, die in und unter das Wasser tauchen gibt es natürlich viele. Zum Beispiel machen das auch Enten bei der Suche nach etwas Essbaren. Aber warum diese Legende gleich von einem Tauchvogel aus Eisen spricht, ist seltsam. Mit “modernen Augen” denken hier sicher viele Mystery-Jäger an etwas Mechanisches oder Technisches …

Da aber dieser Metall-Vogel nur ein “Bröcklein Erde” bei seinem Tauchversuchen auf dem Meeresgrund finden konnte, war seine Mission offenkundig gescheitert. So kam es, dass am anderen Morgen ein zweiter Eisen-Vogel vom Himmel stieg, um erneut im Meer nach Erde zu suchen. In der Überlieferung heißt es dazu:

Morgens, als sie aufstehen, erschallt wieder ein Geräusch aus dem Himmel. Als der Alte hinaus schaut, steigt ein eisernes Seehuhn vom Himmel, taucht ins Wasser. Es ging und ging herum, als es auftauchte, hatte es nichts, ganz und gar nichts.

Nach dieses himmlische Seehuhn aus Eisen mehre Tauchversuche unternahm, konnte er tatsächlich “ein ziemliches Stückchen Erde” bergen. Das “eiserne Seehuhn vom Himmel” rieb daraufhin am Haus des Paares seinem Schnabel – “dann flog es gen Himmel” zurück. Wie durch ein Wunder stellte das Paar am anderen Morgen fest, dass über Nacht “die Erde fußsohlenbreit geworden” war. Das wiederholte sich in den Folgetagen, bis sich das Wasser der Welt “in Erde verwandelt” hatte.

Der “schneeweiße Rabe”

Sicherlich waren der Alte und seine Gemahlin überaus erfreut, als sie nach einigen Tagen feststellten, dass es um ihr Haus jetzt festes Land gab, so weit das Auge reichte. Wie weit genau diese Erde allerdings reichte, dass wussten sie nicht. So kam ihr Haustier, der “schneeweiße Rabe”, ins Spiel:

“(…) am dritten Tage, als die Frau und ihr Alter zum Fenster hinaus sehen, gibt kein Wasser, überall hatte es sich in Erde verwandelt. Zu seinem schneeweißen Raben sprach der Alte: ‘Geh nur, sieh, wie groß die Erde geworden!’ Der Rabe entfernte sich, blieb eine kleine Stunde weg, so groß war die Erde schon geworden.”

An den folgenden Tagen wiederholten die beiden Menschen dieses Prozedere mit ihren mysteriösen Raben. Immer länger blieb er fort und so wussten sie, dass die Erde immer weiter wächst bzw. sich das Wasser in Land verwandelte. Eines Tages kam der Rabe erst “zur Zeit des Niederlegens” zurück und war plötzlich nicht mehr weiß sondern ganz schwarz geworden. “Du hast auf deinem Fluge was angestellt!”, warf der Alte seinem Raben vor.

Sich keiner Schuld bewusst sprach der seltsame Rabe, dass er gesehen hat, dass ein Mensch gestorben sei. “Von dem habe ich gesessen, deshalb bin ich schwarz geworden.” Das erschreckte den Mann so, dass er seinen Vogel fortjagte und verfluchte:

“,(…) so fort mit dir von hinnen! Beim Eintritt der Welt des Menschenzeitalters sollst du allein nicht vermögen, Tiere des Waldes zu töten, sollst du nicht vermögen, Fische des Wassers zu töten; wo der Mensch irgendein Waldtier getötet, dort am blutigen Ort sollst du deinen Hunger stillen; an manchem Tage sollst du dich hungrig niederlegen.‘”

Vertrieben und verflucht von seinen Menschen zog der Rabe in Wald und lebte fortan dort. Bis heute als ein “Schnorrer” oder “Schmarotzer”, wie man sagen würde.

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Hier stimmt was nicht!

Klammern wir die Verbannung des Menschenfressenden Raben zunächst einmal aus, erzählt diese Mansen-Legende einige überaus spannende Details.

Zum einen haben wir da natürlich die Tatsache, dass zwei verschiedene “Tauchvögel” vom Himmel kamen, die aus Eisen bestanden haben sollen. Warum gerade Eisen, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Überlieferungen und natürlich Schöpfungsmythen weltweit beinhalten überaus häufig diverse Tiere, die ebenso diverse Taten oder Aufgaben erledigten. Aber sie sind in diesen Legenden immer aus “biologischen” oder “natürlichen Stoffen”, wenn sie nicht sogar ganz einfach als Tier bezeichnet werden.

Eisen ist zwar natürlichen Ursprungs, muss aber auf komplizierten Wege gewonnen und verarbeitet werden. Wer oder was hat also diese “Eisen-Vögel” geschaffen?

Einen weiteren seltsamen Punkt dieser Sage von den Anfängen erkennt man vielleicht nicht auf den ersten Blick: Es ist der Rabe des Paares selbst.

Ohne hier zu sehr ins Details gehen zu wollen (das wäre zu umfangreich!), ist der Rabe in globalen Legenden und auch Schöpfungsmythen immer wieder ein enorm wichtige “Figur” in diesen. Zum Teil so wichtig, dass ganze Überlieferungen ihm, den Raben, die Schöpfung der Welt und Menschheit zusprechen. In diesem Fall ist es aber offenbar ganz anders, da der Rabe von dem Menschen geradezu verflucht wurde. Grund war sein Verzehr von Menschenfleisch.

Aber woher kamen diese Menschen eigentlich?

Von der Sintflut und dem Raben

Menschen, die Vögel aus einem “Haus” aussenden, um von diesen nachsehen zu lassen, wie weit die Erde (das Land) schon “gewachsen” war, kenne wir alle. Denn Noah aus der Bibel tat zum Ende der von Gott geschickten Sintflut genau dasselbe aus seiner Arche heraus. Nach der biblischen Erzählung ab Genesis 8,1 schickte Noah dreimal eine Taube aus, als die Wassermassen der Sintflut langsam wieder zurück gingen. Die Vögel sollten für ihn und seine Familie prüfen, ob es schon irgendwo festes Land gibt (obwohl mal schon die ersten Berge sehen konnte).

Die dritte Taube kehrte bekanntlich nicht wieder zurück und so wussten die Insassen der Arche Noah, dass es Zeit ist, das Schiff zu verlassen. Was aber weniger bekannt ist, ist der Umstand, dass Noah vor den drei Tauben einen Raben losschickte, um nach Land zu suchen. Es heißt dazu im 1. Buch Mose 8,7:

Und er sandte den Raben aus; der flog hin und her, bis das Wasser auf Erden vertrocknet war.

Noahs Rabe flog folglich immer mal wieder zur wundersamen Rettungs-Arche zurück, um sich quasi auszuruhen, dann aber wieder fort zum fliegen. Gibt es hier einen tieferen Sinn oder sogar eine Parallele zwischen der Masen-Legende und der Sintflut-Geschichte der Bibel? Könnte demnach die Mansen-Überlieferung eine Art Sinflut-Erzählung sein, die bekanntlich auch in allen Teilen der Erde zu finden ist?

Möglicherweise ja. Denn bei einem Blick “hinter diese mythischen Zeilen” findet sich ein überaus interessanter Zusammenhang. So lesen wir im 3. Buch Mose (11,13-15) eine Auflistung von unreinen Tieren, die nicht gegessen werden dürfen und die es zu “verabscheuen” gilt. Darunter sind auch “alle Arten von Raben”. Dieses Gebot an die “Kinder Jahwes” wird im 5. Buch Mose in 14,14 sogar wiederholt.

In der Bibel wird an dieser Stelle das Wort “oreb” benutzt, was soviel wie “schwarz sein” bedeutet und für die gesamte Vogelgattung “Corvus” verwendet wird. Krähen gehören ebenso dazu, wie eben der Rabe. Dieser ist ein “unreines Tier”, da er sich von Aas ernährt bzw. ernähren kann. Demzufolge kann er kaum zu Gottes “reinen Tieren” gehören. Gerade deshalb soll, so einige Deutungen der biblischen Sintflut, Noah zuerst einen Raben aus der Arche geschickt haben. Er konnte sich ja von den überall herumtreiben Toten der Flut Gottes ernähren, heißt es …

Grundsätzlich erzählen die Mansen in der oben zitierten Überlieferung genau das. Auch darin wird ein Rabe entsandt, der dabei von einem Toten speist, den er irgendwo bei seinem Rundflug gefunden hatte. Ein Aasfresser eben. Trotzdem laut Bibel natürlich ein Wesen Gottes, da an verschiedenen Stellen betont wird, dass der Herr die Raben trotzdem ernährt. Schon Jesus sagte seinen Jünger in Lukas 12,24, dass Raben “nicht säen noch ernten, die weder Vorratskammer noch Scheune haben, und Gott ernährt sie” dennoch.

Der Teufel im Federkleid

Interpretationen biblischer Verse, Geschichten und Bildnisse sind vielschichtig. So auch beim unreinen Raben. Er soll beispielsweise als verdorbener Geist am Ende der Flut bewusst von Noah herausgeschickt worden sein, damit er sich an den Leichen der toten Sünder laben kann. Als symbolischer Satan, dem dann letztlich Gott bzw. Jesus als friedliche Taube folgte.

Selbst Babylon, die legendäre Stadt mit dem ebenso legendären Turm von Babel, wird in der Bibel damit in Verbindung gesetzt. In der Offenbarung lesen wir in 18,2, Babylon “ist eine Behausung von Dämonen geworden und ein Gefängnis jedes unreinen Geistes und ein Gefängnis jedes unreinen und gehassten Vogels”. Damit soll der Rabe gemeint gewesen sein und schlussendlich der Satan.

In der Ur-Version der Erzählung von der Arche Noah und der Sintflut ist es übrigens genau umgekehrt: Im Gilgamesch-Epos, dessen Sintflut-Überlieferung zweifellos von den biblischen Flut-Autoren übernommen und abgeändert wurde, strandet die dortige Arche ebenfalls an einem Berg. Das im Vergleich zur Bibel wesentlich ältere Epos aus Mesopotamien erzählt daraufhin auf Tafel XI weiter, dass Utnapischtim, wie Noah hier heißt, drei Vögel aus seiner Arche lässt.

Zuerst eine Taube, doch “kein Ruheplatz fiel ihr ins Auge, da kehrte sie um”. Daraufhin eine Schwalbe, die ebenso wieder zurück zur Arche kam, da sie keinen Ruheplatz finden konnte. Als drittes folgte – wen wundert es? – ein Rabe:

Einen Raben ließ ich hinaus; auch der Rabe machte sich fort; da er sah, wie das Wasser sich verlief, fraß er, scharrte, hob den Schwanz — und kehrte nicht um.

Im Gilgamesch-Epos ist der Rabe alles andere als ein teuflisches Tier. Letztlich war es ja er, der dem dortigen Noah Utnapischtim zeigte, dass das Land wieder erschienen war. Freudig über den dank des Raben erfahrenen Rückgang der Flut sagte Utnapischtim daraufhin “da ließ ich hinausgehen nach den vier Winden”. Die Arche wurde verlassen. Und wie in der Bibel auch, brachte der mesopotamische Sintflut-Held noch direkt am Berg der Landung ein Brandopfer für seine Götter dar.

In der Legende der Masen heißt es am Ende, dass der einst weiße Rabe in den Wald ging, wo er bis zum heutigen Tag lebt. Er wäre aber eben kein Jäger und müsste fortan Aas fressen, wie er es zuvor auch tat, als er einen Toten fand. Ich möchte bezweifeln, dass in einem Raben der Teufel oder ein unreiner und dämonischer Geist wohnt, wenn ich einen solchen Vogel sehe …

Allerdings war das an die 3.000 Jahre alte Epos des Gilgamesch mit der dortigen Flut-Legende dem Volk der Mansen wohl kaum bekannt. Erste Texte wurden im Jahr 1853 gefunden und erst 1872 in Großbritannien übersetzt. Unwahrscheinlich, dass der Inhalt dieses Epos in so kurzer Zeit in ihre Mythologie eingeflossen ist.

Ein netter “unreine Rabe” in der Bibel

In biblischen Zeiten gab es nicht nur Jahwe als Gott der Israeliten, sondern viele Götter. An dieser Stelle ist in diesem Zusammenhang besonders der Gott Baal zu nennen, der nicht nur als Götze sondern auch als Teufel galt. Der israelische König Ahab (etwa 871 bis 852 v. Chr.) leistete sich diesbezüglich einen ganz besonders gottlosen Frevel, als er die Verehrung dieses Baal und der Göttin Aschera zuließ und sogar förderte. Eine von dem Propheten Elija prophezeite Dürre werde deshalb die nächsten Jahre kommen, bis er als Diener Gottes sagt, dass es wieder regnen wird.

Fortan musste sich der Elija verstecken. In einer Höhle auf der anderen Seite des Jordan, die ihm sein Gott persönlich zugewiesen hatte, lebte der Prophet nun. Aber er litt weder Hunger noch Durst, denn auch dafür hatte sein Herr gesorgt. So erfahren wir im 1. Buch der Könige in 17,4-6 Erstaunliches:

‘Ich habe den Raben befohlen, dich dort mit Nahrung zu versorgen, und aus dem Bach kannst du trinken.’ Elija gehorchte dem Wort Jahwes, ging auf die andere Jordanseite und hielt sich im Tal des Krit auf. Morgens und abends brachten ihm die Raben Brot und Fleisch.

Schon seltsam, dass der Rabe als unreines und dämonisches Tier oder sogar der Teufel selbst, den treuen Diener und Kämpfer Gottes umsorgt haben soll. Das passt in dieser biblischen Mythologie nicht so ganz. Außer wir glauben der Deutung, dass hier gezeigt werden soll, dass Jahwe als Allmächtiger auch Macht über den Teufel hat, und ihm seinen Willen auferlegen kann. Warum der Herr allerdings heute dem Bösen, Unreinen und Teufel nicht mehr seine Befehle ausführen lassen kann, sagt diese Interpretation nicht.

Schamanismus und Mischregionen

Persönlich vermute ich, dass die 1891 in Ungarn aufgezeichnete Mansen-Legende eine verstümmelte oder kaum mehr erkennbare Sintflut-Überlieferung ist. Durchaus mit biblischen Einflüssen, da die Mansen zumindest auf dem Papier im 18. Jahrhundert zum Christentum “bekehrt” wurden. Dennoch ist ihre ursprüngliche Naturregion des Schamanismus und dem Glauben an Geister, spirituelle Wesen in allen natürlichen Dingen der Welt, nicht ausgestorben. Sie leben eine Art Mischregion.

So schreibt  etwa schreibt Winfried Dallmann in “Indigene Völker im Norden Rußlands” (“Gesellschaft für bedrohte Völker”, Bozen 1998):

Das Unverständnis der ‘modernen’ Welt, das weitgehend auch heute noch anhält, hat einen großen Teil dieses Wissens bereits verloren gehen lassen. Unter vielen sibirischen Völkern ist die Christianisierung weit weniger nachhaltig praktiziert worden (…)”

Wie viele Ur-Völker scheint demnach auch die uralischen Völkerfamilie christliche Elemente in ihre Religionen und Weltanschuungen eingewebt zu haben. Indigene Kulturen sahen immer in Tieren, wie eben Vögeln und damit Raben, beseelte Wesen oder sogar Mittler zwischen den Welten. Man denke hier als klassisches Beispiel an in amerikanischen Indianer.

Im skandinavischen Gebiet, einer Region, in dem auch uralische Völker ihre Heimat fanden, sind zwei Raben wiederum spannend. Sie heißen Hugin und Munin und sitzen auf den Schultern des Gottes Odin. Nicht als Satan oder böse Wesen, sondern als Verkünder und Ermittler von Wissen und Informationen für ihren Herren Odin. Obwohl natürlich auch hier die Traditionen und Legenden variieren, ist es bei diesen beiden Raben bezeichnet, dass sie bei Tagesanbruch über die ganze Erde fliegen und so für Odin Neuigkeiten besorgen.

In der Grímnismál, eine mythologische Liedersammlung der nordischen Edda, lesen wir:

Hugin und Munin müssen jeden Tag über die Erde fliegen. Ich (Odin) fürchte, dass Hugin nicht nach Hause kehrt; doch sorge ich mehr um Munin.

Warum befürchtet der mächtige Gott Odin, dass seine beiden Raben nicht wieder heim kommen? Sollte eine Verbindung zum Raben in der Legende über den alten Mann, seinem Frau und seinem Raben bestehen? Auch Heinrich Beck und Bernhard Maier schreiben in dem von Walter de Gruyter herausgegeben Standartwerk “Reallexikon der germanischen Altertumskunde” in Band 15 (New York 200):

Ungeklärt ist bis jetzt, warum der Gott die Nichtwiederkehr von Hugin und Munin befürchtet – und dies verstärkt bei Munin.

Das Phantastische!

Hinterfragt man als an den Mythen der Vorzeit Interessierter eben solche einmal etwas genauer, öffnen sich buchstäblich Welten! Eine scheinbare Legende von der Erschaffung der Welt könnte ebenso eine kaum mehr zu erkennende Überlieferung von der Sintflut sein. Inklusive Bezüge zur Arche Noah, dem biblisch unreinen Raben und letztlich dem Satan.

Das Phantastische daran ist – neben weltweiten Parallelen – dass die Mansen-Sage von “eisernen Vögeln” spricht. Wie soll man solche Eisen-Vögel verstehen? Auch wenn biblische Elemente hier eingeflossen sind, weichen diese enorm vom Alten Testamt und der dortigen Flut-Erzählung ab. Vögel aus Eisen, die mit einem “Geräusch aus dem Himmel” kommen, um im Meer nach Erde zu suchen, sind wohl kaum mit den Tauben des Noah zu vergleichen. Sofern man diese Verbindung ziehen möchte.

Warum erzählt die Überlieferung beispielsweise nicht einfach von Fischen, die Erdreich in ihren Mäulern vom Grunde des Wassers holen? Das ist für eine naturverbundene Schamanen-Religion mit Sicherheit weit logischer und nachvollziehbarer, als irgendwelche (künstlichen) Metall-Vögel

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Der Garten Eden lag im All – und nicht nur das: Von Menschen aus dem Himmel und dem Paradies außerhalb der Erde +++ Artikel +++

Der Garten Eden lag im All (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Der Garten Eden lag im All (Bilder: NASA & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Die Jagd nach den Astronautengöttern der Vorzeit ist vor allem auch eine Jagd in der Welt der Mythen, Überlieferungen und Legenden verschiedenster Kulturen der Erde. Natürlich haben all diese Völker auch Schöpfungslegenden, in denen sie ihre jeweiligen mythischen Erinnerungen an ihre Herkunft oder ihren Ursprung bewahren. Das beginnt schon bei Adam und Eva und dem Garten Eden in der Bibel. Doch blickt man tiefer hinter solchen Legenden sowie den ersten Menschen und dem Paradies der Bibel, öffnen sich ungeahnte Aussagen, Widersprüche aber auch Ähnlichkeiten rund um die Welt. Welche das sind, warum selbst Adam und Eva aus einem Garten Eden im All gekommen sein sollen und weshalb es trotz aller globalen Parallelen auch unvereinbare Überlieferungen gibt – all das erfahrt Ihr in diesem Beitrag!


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Rauswurf aus dem Garten Eden

Einstmals, so sagte es die Bibel im 1. Buch Moses, gab es eine geradezu paradiesische Zeit für die Menschen: Das erste Menschenpaar Adam und Eva lebten glückselig und zufrieden in einem von dem Herrn geschaffenen Garten Eden. „Damit er ihn anbaue und pflege“ sagt es das Buch Genesis (2,15) dazu.

Der erste Mensch war also so was wie ein Gärtner dieses Garten Eden. Bis der biblische Gott eines Tages bemerkte: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen.“ (Gen. 2,18). So wurde seine Frau Eva geschaffen, da der einsame Gärtner Adam zuvor „keine Gehilfin gefunden“ hatte.

Was daraufhin folgte war der „Sündenfall“ durch eine Verfehlung der ersten Menschen, nachdem diese vom „Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen“ aßen. Voller Zorn warf Gott Adam und Eva deshalb aus dem Garten Eden, denn „der Mensch ist geworden wie unsereiner, insofern er weiß, was gut und böse ist“. Die Erde wurde vom Herrn verflucht, „östlich von Eden“ ein Torwächter mit einem Flammenschwert eingesetzte und nie wieder solle der Mensch den Garten Eden betreten dürfen.

An anderer Stelle HIER habe ich diese tragische Überlieferung des „Sündenfall“ und der Vertreibung aus dem Paradies bereits genauer betrachtet.  Der Mensch sollte „nicht auch noch seine Hand ausstrecken und vom Baume des Lebens nehmen und essen und ewiglich leben“, so Gottes Begründung für den Rauswurf aus Eden in Gen. 2.22.

Eine phantastische Geschichte, die seit Jahrhunderten Generationen von Bibellesern, Theologen, Abenteurern und Historiker in ihren Bann gezogen hat. Was mag hinter dem Gärtner-Ehepaar Adam und Eva und dem Garten Eden stecken? Gab es diesen Ort? Wo könnte er gelegen haben? Sind hier vielleicht historische Wahrheiten oder Ereignisse in theologischen Gleichnissen verpackt worden oder ist all das nur eine reine Erfindung?

Der Garten Eden lag im All

Zugegeben ist an dieser Stelle kein Platz das gesamte Thema „Garten Eden“ und das erste Menschenpaar genau zu beleuchten. Vor allem aus dem Grunde, da es neben dieser klassischen Paradies-Geschichte zahllose weitere Mythologien und Überlieferungen dieser Art existieren. Und das weltweit mit zum  Teil ganz erstaunlichen Ergänzungen, Aussagen und Parallelen.

Und das die biblische Erzählung in dieser Form kein Tatsachenbericht sein kann, ist auch jeden Bibelleser klar. Dennoch gibt es einige überaus sonderbare Details in den Überlieferungen über den ersten Menschen und den Garten Eden. Nämlich der Umstand, dass die Menschheit nicht von der Erde stammen soll und auch das Paradies in Wahrheit nicht auf diesem Planeten lag.

Das beginnt schon in der Bibel selber; allerdings abseits der eigentlichen Eden-Erzählung. Hier findet sich im Neuen Testament eine Art erster Hinweis im 1. Brief an die Korinther (15,47):

Der erste Mensch ist von der Erde, von Staub; der zweite Mensch vom Himmel.“

Hier geht es um den „geistigen“ (himmlischen) und den „natürlichen“ (irdischen) Leib des Menschen nach der Auferstehung. Demnach eine christliche Lehre vom ewigen Leben der Gläubigen. Aber warum ist dann ein „zweiter Mensch“ vom Himmel? Ist hier wirklich die Seele, der Geist, des Menschen gemeint?

Laut Buch Genesis lag der Garten Eden „im Osten“. Da hinein setzte er nach der Erschaffung des ersten Mannes diesen Adams als Gärtner. Und von da wurde er später mit seiner Gemahlin Eva vertrieben (dazu gleich mehr). Auch Flüsse wie der berühmte Tigris in Mesopotamien sollen durch Eden geflossen sein und machen so diesen Garten des Herrn zu einem geographischen Ort auf der Erde.

Hierzu finden wir aber ebenfalls im Neuen Testament eine überaus merkwürdige Aussage im 2. Brief an die Korinther (12,2-4):

Ich kenne jemand, einen Diener Christi, der vor vierzehn Jahren bis in den dritten Himmel entrückt wurde (…) Und ich weiß, dass dieser Mensch in das Paradies entrückt wurde (…) Er hörte unsagbare Worte, die ein Mensch nicht aussprechen kann.“

In einem dritten Himmel – also nicht auf der Erde! – lag also das Paradies, wo dieser Diener Christi hin entrückt wurde?

Genau das sagen weitere Texte zur Bibel, die allerdings nicht in dieser zu finden sind. Etwa das slawische Buch Henoch in 8,1, in dem wir über die Himmelsreise des Propheten lesen:

Da nahmen mich die beiden (Engel, Anm. LAF), trugen mich in den dritten Himmel und setzten mich hier mitten im Paradiese ab, an einem wunderschönen Ort.“

Solche und sehr ähnliche Aussagen finden sich in nicht wenigen außerbiblischen Schriften. Bei allen ist dabei gleich, dass der Garten Eden oder das Paradies nicht auf der Erde sondern im „dritten Himmel“ war. Aber war dieses Paradies das Paradies, in dem die ersten Menschen „gesündigt“ haben sollen und von wo sie vertreiben wurden?

Die Menschheit vom Himmel

Wenn Eden irgendwo außerhalb der Erde im Himmel gelegen haben soll, dann müsste ja eigentlich nach dem Sündenfall die Menschheit von dort gekommen sein. Schließlich ist die Vertreibung aus dem Paradies ein mehr als wichtiges Kernelement in der biblischen Erzählung. Und tatsächlich gibt es solche Überlieferungen. Nicht wenige sogar.

So beispielsweise erzählt natürlich auch der Koran von Adam und Eva und ihrem Tun in Eden. Jedoch mit einem kleinen aber feinen Unterschied:

Hinab mit euch! (Aus dem Paradies hinab auf die Erde) Einer sei des anderen Feind. Auf der Erde sei von nun an eure Wohnung und Nahrung auf unbestimmte Zeit.“ (7. Sure, Vers 25)

Wie es auch biblische Texte erzählen, so gibt es auch im Koran sieben Himmel, „einen über den Anderen“ (71. Sure Vers 16). Allah „bildete in zwei Tagen zu sieben Himmel und teilte jedem Himmel seine Aufgabe zu“, ergänzt zum Beispiel die 41. Sure in Vers 13. Laut Koran fand der Sündenfall also irgendwo in diesen Himmeln, der Gegenden Allahs und seiner Gehilfen, statt. Von hier wurde der erste Mensch verjagt und er kam so zur Erde.

Das erzählt auch das Buch „Apokalypse des Moses“ (bzw. „Leben Adam und Evas“). Hierin heißt es, dass vor der Vertreibung Adam flehte und bettelte und aus dem himmlischen Eden noch Gewürze und Sämereien mitnehmen durfte:

Mit diesen ging er aus dem Paradies. Wir aber kamen auf die Erde.“ (8,29)

Es wird aber noch weitaus verwirrender: Das ebenfalls nicht in der Bibel zu findende Buch „Schatzhöhle“ erzählt im dritten Kapitel den Fall „Satanas“ und seiner „Schar“ (Anhänger). Als Grund für den Fall wird darin gesagt, dass der Ex-Engel Satan sich weigerte, Adam zu verehren und zu preisen. Für den ersten Menschen eigentlich ein Glücksfall, denn es heißt weiter:

Als der Satan vom Himmel gestoßen wurde, ward Adam erhöht, so dass er zum Paradies in einem feurigen Wagen hinauffuhr. Während nun die Engel vor ihm lossangen, die Seraphe ihn heiligten und die Kerube ihn segneten, fuhr Adam unter Jubel und Lobgesang zu Paradiese empor. Als er hinaufkam, ward ihm vorgeschrieben, von welchem Baum er nicht essen dürfe.“ (3,8-9)

Einen größeren Widerspruch zur Paradies-Legende um 1. Buch Moses kann es wohl kaum geben! Von der Erde reiste Adam mit einem Feuerwagen (den „Thronwagen Gottes“) ins All – und erst dort begegnete er den verbotenen Bäumen, von denen letztlich einer zum „Sündenfall“ führte. Nach dem Tode Adams erbarmte sich der Herr übrigens doch noch, in dem er den Leichnam des ersten Menschen wieder ins himmlische Paradies aufnahm (s. a. Video HIER). Nach der Waschung von Adams Leiche an einem See (der angeblich in Griechenland liegen soll) …

„(…) streckte der Vater des Alls seine Hand aus, auf seinem Throne sitzend, hob Adam auf und übergab ihn dem Erzengel Michael mit den Worten: Erhebe ihn ins Paradies bis zum dritten Himmel und lasse ihn dort (…)

Da stieg der Herr der Heeresscharen ein; die Winde zogen ihn, von Cheruben gelenkt; des Himmels Engel gingen ihm voran. Sie kamen zu dem Ort, wo Adams Leichnam lag; da nahmen sie ihn mit. So kommen sie ins Paradies (…)“ (8,37-38)

Der Koran kennt diese Geschichte mit dem sich weigernden Satan in ähnlicher Form ebenso. Auch hier wird an verschiedenen Stellen erzählt, dass die Engel den erschaffenen Adam verehren sollten. Satan jedoch tanzte auch hier aus der Reihe der himmlischen Wesen, wie es die 7. Sure in Vers 12 sagt:

Wir haben euch (die Menschen, Anm. LAF) erschaffen, dann euch gestaltet, und darauf zu den Engel gesagt: Verehrt den Adam; und sie taten also, mit Ausnahme des Iblis, des Satans, der nicht mit den Verehrenden sein wollte.“

In meinem Buch „Rebellion der Astronautenwächter“ sind zum Fall der Engel unter Führung des „Satan“ detaillierte Ausführungen zu finden.

Widersprüche und noch mehr Seltsames

Nicht eine einzige dieser (hier nur angeschnittenen) Überlieferungen von Menschen aus einem Garten Eden außerhalb der Erde lässt sich mit der Bibel vereinbaren. Die Erzählung in Genesis ab Kapitel 2 (Schöpfung) bis zum Ende von Kapitel 3 (Vertreibung aus Eden) steht schlicht und einfach hier zu sehr im Widerspruch.

Adam wurde nicht in Eden geschaffen, wie es die Bibel sagt. „Der Herr pflanzte einen Garten in Eden, im Osten“, in dem er dann den ersten Menschen setzte. Eine Angabe wie „Osten“ ist bei einem Paradies im All oder „dritten Himmel“ vollkommen sinnlos. Das gilt auch für die Aussage, dass „östlich vom Garten Eden“ ein himmlischer Wächter den Eingang bewachte und Adam und Evas Rückkehr verhindern sollte (Gen, 3,24).

Nach dem Brudermord von Kain und Abel findet sich aber noch eine Ortsangabe in der Bibel:

Kain aber ging von dem Angesicht des Herrn hinweg und ließ sich im Lande Nod östlich von Eden nieder.“ (Gen. 4,15-16)

Auch damit kann man nicht wirklich etwas anfangen. Jedoch gibt es die jüdische Tradition, dass Adam in Jerusalem als Zentrum des Universums erschaffen wurde. Ausgehend von Jerusalem in Richtung Osten, wo das Paradies geschaffen worden sein soll, ist man direkt in Mesopotamien. Dort finden sich bekanntlich die beiden Flüsse Euphrat und Tigris, die laut Bibel durch Eden flossen. Tatsächlich ein uraltes Kulturland zahlloser Völker und Zivilisationen, was aber natürlich trotzdem auf der Erde liegt. Heute nennen wir das Gebiet Irak und Iran.

Hier ist ein anderes apokryphes Buch wiederum recht interessant. Im „Buch der Jubiläen“ erfahren wir (Jubi. 3,9), dass „Adam vierzig Tage in dem Land, wo er erschaffen ward, zugebracht hatte“. Erst dann kam er in den für ihn errichteten Garten Eden und Eva soll erst „am achtzigsten Tag“ das Paradies betreten haben. Sieben Jahre haben die beiden den Garten Eden bewohnt, „ihn pflegend und ihn hütend“, wie es heißt. „Wir gaben ihm Arbeit und lehrten ihn die richtige Pflege.”

Natürlich ist auch in dieser Schrift der Sündenfall des Gärtner-Paares beschrieben, bis man plötzlich auf eine sonderbare Bemerkung bei der Vertreibung aus Eden stößt:

Am Neumond des vierten Monats verließen Adam und sein Weib den Garten Eden und wohnten im Lande Elda, dem Land ihrer Erschaffung.“ (3,32)

Wie bitte, „im Lande Elda“?

In Elda oder auch Eldad wurde der Mensch also demnach erschaffen und hier soll Adam sogar beerdigt worden sein. In 4,29 steht nach dem Tode Adams „und all seine Kinder begruben ihn im Land seiner Erschaffung“, demnach in Elda. Nur kennt dieses „Geburtsland“ oder Land der Schöpfung niemand bzw. kann eindeutig bestimmen, was damit gemeint ist. Nach den Legenden eines himmlischen Eden und vor allem der Mensch(heit) aus dem Himmel kann es wohl kaum auf diesem Planeten sein.

Anzumerken ist hier allerdings, dass in einer Ausgabe des „Buch der Jubiläen“, das 1874 von Hermann Rönsch herausgegeben wurde, bemerkt ist (S. 264), dass zu Elda „auch der Berg Zion gehört“. Folgerichtig wäre das Jerusalem oder besser gesagt Israel. Auch wenn sich das aus dem Jubiläen-Buch nicht wirklich ableiten lässt!

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Als der Mensch auf diesen Planeten kam

Studiert man all die zahlreichen jüdischen Sagen und Schriften außerhalb der Bibel zum Garten Eden und Adam und Eva, stellt man eines schnell fest: Die Mehrheit dieser Überlieferungen sprechen von einem himmlischen Eden. Die Geschichte des irdischen Garten „im Osten“ und der Erschaffung von Mann und Frau auf Erde ist im Alten Testament eher eine Ausnahme.

Eine Lösung könnte hier sein, dass es mehrere Garten Eden und mehrere „erste Menschen“ gab. Zumindest letzteres steht durchaus in der Tradition der biblischen Welt, wenn man an die mythologische erste Frau Adams denkt. Ohne auf diese hier auch noch einzugehen, ist diese erste Gemahlin des ersten Mannes unter den Namen Lilith durchaus auch heute ein Begriff. Sie soll ebenso wie Adam geschaffen worden sein, sich dann aber gegen ihn und Gott aufgelehnt haben. Das führte zu ihrer Verbannung um im Laufe der Geschichte sogar zu einer Dämonisierung dieser Frauenfigur.

Auf der ganzen Welt finden wir aber Mythologien, dass der Mensch vom Himmel kam oder auch, dass es mehrere Schöpfungen des Menschen gab. Das beginnt schon im Koran, wo in der 40. Sure, Vers 68 zu lesen ist:

Er ist es, der euch zuerst aus Staub geschaffen hat, dann aus einem Samentropfen, dann aus geronnenem Blut und euch als Kinder aus dem Mutterleib werden (…) ließ.“

Es klingt durchaus danach, als sei hier von drei Schöpfungsakten die Rede.

Auch andere Überlieferungen berichten von einem Menschen aus Lehm oder Staub, der nicht auf Anhieb gelang. Etwa das Popol Vuh, dem heiligen Buch der Maya. Einige „Exemplare“ mussten laut den Maya wieder vernichtet werden, und eine neue Schöpfung wurde durchgeführt. Nicht selten heißt es in solchen Mythologien auch, dass durch Götter oder andere Wesen, die vom Himmel kamen, Leid und Schlechtigkeit zur jungen Menschheit kam. Ausgelöst durch Wesen, die zum Teil von einer Art Obergottheit aus dem Himmel verbannt wurden, was schlussendlich eine Vernichtung nach sich zog. Etwa durch eine Sintflut (mehr dazu dazu im Video HIER).

Auch nach der Weltanschauung der im Regenwald von Zaire in Afrika lebenden Ngombe gab es am Anfang der Zeit keine Menschen auf der Erde:

Am Anfang gab es keine Menschen auf der Erde. Sie lebten im Himmel mit Akongo (der Schöpfer, Anm. LAF.) und waren glücklich.“

Die Ngombe-Legende erzählt weiter, dass eines Tages eine Frau mit ihren Kindern aus dem himmlischen Paradies vertrieben wurde und fortan auf der Erde leben musste. So nahm die Menschheit hier ihren Anfang.

Eine andere Legende vom Beginn der Menschheit auf der Erde erzählt man sich an der afrikanischen Elfenbeinküste. Darin heißt es, dass zu Beginn der Welt eine „Götter-Mutter“ im Himmel lebte, die Niamye und Anangama, die ersten und höchsten „Götter“(Brüder), gebar. „Durch Gottes Hand“ wurde auch der Mensch im Himmel erschaffen und sie lebten hoch im Himmel „und vermehrten sich (…) bis es im Himmel zu eng wurde“.

Der höchste Gott sah sich deshalb gezwungen gegen die Übervölkerung seines himmlischen Reiches etwas zu unternehmen. So schuf er die Welt und schickte seine Frau Assie mit Pflanzen hinunter, damit sie die Erde bepflanzt. Als das alles erledigt war, war es an der Zeit Menschen und Tiere dort anzusiedeln. An einer langen, starken „Kette“ verließen so die ersten Menschen den Himmel in Richtung Erde:

„(…) erst einen Mann, dann eine Frau, und so machte er es bei jedem Menschenvolk, das er im Himmel hatte, ein jedes an seinem Platz. Und jedem Menschenvolk gab er ein Paar von allen Tieren (…)“

Was dann folgte waren zahlreiche Geistwesen, die der Gott Niamye aus dem Himmel warf. Sie hätten sich „im Himmel schlecht aufgeführt“, mussten ihn  deshalb verlassen und die Verbindung von Himmel-Erde wurde gekappt. Leider zum Nachteil der Menschheit, da diese „unten auf der Erde miteinander Krieg zu führen begannen und überhaupt viel Schlimmes geschah“. Wie im Alten Testament vor der Sintflut, als die “Göttersöhne” vom Himmel auf die Erde kamen (Gen 6,1-6) oder auch in den Bücher Henochs und anderen Texten …

Als die Verbindung zum Himmel riss …

Eine derartige Verbindung von Himmel und Erde ist ebenfalls interessant, da man dieses Element in vielen Legenden über die erste Menschheit findet. Im Prinzip ja auch bei Adam und Eva, die nach der Vertreibung aus Eden (das im Himmel und das auf der Erde) ebenfalls nie mehr zurück in den göttlichen Garten konnten.

Auf der andern Seite des Atlantiks, in Venezuela in Südamerika, kennt das Volk der Warao (Warrau) erstaunlicherweise etwas ganz Ähnliches, wie die Legenden aus Afrika.

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„Im Anfang wohnten die Warrau in einer schönen Gegend über dem Himmel“, so deren Schöpfungslegende. Eine Welt, in der auch der Jäger Okonorote lebte, der eines Tages bei der Jagd durch Zufall ein Loch entdeckte. Eine Öffnung, die direkt zur Erde führte:

Da die Öffnung groß genug war, um hindurchzuschlüpfen, beschloss er, ein Tau oder eine Leiter aus Baumwolle zu verfertigen und hinabzusteigen. Mit Hilfe seiner Freunde wurde die Leiter fertiggestellt. Es dauerte viele Monate. (…) Der mutige Okonorote kletterte daran hinab.“

So kam auf die Erde, sah die Schönheit und Vielfalt dieser Welt und berichtete nach seiner Rückkehr in den Himmel den anderen Menschen von diesen neuen Welt. „Es war schwer, hinabzusteigen“, so die Legende, „aber hinaufzusteigen war noch schlimmer“. Trotzdem wollten alle anderen Menschen des Himmels in dieser neuen Welt unter dem Himmel leben. „Wir wollen nicht hier bleiben“, riefen sie, „lasst uns gehen“. Und weiter:

So stiegen sie die Leiter hinab auf diese Welt hier unten. Alle waren damals jung – alte Leute gab es noch nicht.“

Dann aber kam es zu einem Zwischenfall bei diesem Abstieg auf die Erde, denn „ein dicke Frau, die eingekeilt in dem Loch stecken blieb“, versperre die Verbindung zum Himmel. Niemand der Stammesgenossen konnte oder wollte die steckengebliebene Frau befreien, da es ihnen auch zu gefährlich wurde. Ein Weiser des Stammes warnte eindringlich, dass auch sie es auch nicht mit mehreren Männern versuchen sollen. „Sie wird mit solcher Wucht herauskommen“, mahnte der weise Mann, dass die Männer „herabgeschleudert werden“ und dadurch das Volk ihre „besten Männer verloren“ hätten. Und so endet der Mythos für die füllige Frau und eigentlich für die gesamte Menschheit tragisch:

So blieb die Frau oben, und die Leiter riss. So wird sie immer dort oben bleiben. Sie füllt das Loch aus, daher können wir niemals mehr in den Himmel hineinschauen.“

Ein brasilianischer Indianerstamm, die Kaiato vom Fluss Xingu (einem Seitenarm des Amazonas) berichtet von etwas ganz Ähnlichem. Sie erzählen von einem weit entfernten „Stern“, auf dem einst ein „Indianergericht“ versammelt war, um darüber zu beraten, „den Wohnort zu wechseln“. Der Oberste dieses hohen Rates gelang durch eine „Loch“ im Himmel zur Erde, wurde aber durch den „Luftwiderstand“ davon abgehalten, sie zu betreten.

Seine Erlebnisse trug er dem himmlischen Rat der Indianer vor, die daraufhin beschlossen, dass ihr gesamtes Volk auf diesem Planeten leben sollte. Sie begannen damit „aus Baumwollflocken lange Stricke zu drehen“, mit denen sie durch das „Loch“ zur Erde niederstiegen. Ganz langsam, damit sie nicht zurückgeschleudert wurden.

Fortan lebten die Kaiato auf der Erde, standen aber durch diesen ominösen „Strick“ in ständiger Verbindung zum Himmel und ihren dortigen Brüdern. Ein „böser Zauber“ aber zerschnitt dieses Band Himmel-Erde, so dass sie letztlich nie wieder zurück konnten …

Wiederum in Afrika erzählt man sich in verschiedenen Regionen den Mythos vom „Salz der Erde“. Darin erfahren wir, dass in der Vorzeit die „Kinder Gottes bei ihrem Vater im Himmel lebten“ und ihnen Frieden, Glück und Reichtum dort sicher war. Eines Tages dann „wollte Gott sie prüfen“ und schickte seine Schöpfung hinab zur Erde, „verbot ihnen aber, vom Salz der Erde zu essen“.

Sodann stiegen sie „an einem Faden herab auf die Erde“, wobei alle Menschen das Gebot, nicht vom Salz der Erde zu essen, übertraten. Fast alle. Als dann aber eines Tages die Menschen zurück in ihre Ur-Heimat im Himmel emporsteigen wollten, „da riss der Faden bei denen, die Salz gegessen hatten.“ Zwar versuchten sie es noch einmal, aber es gelangte ihnen nicht „und sie mussten auf der Erde bleiben“.

Diejenigen, die das Gebot befolgten, erreichten wieder sicher den Himmel.

“Mythisches Erzählgut”?

Mythen sind Reportagen der Ur- und Vorzeit, aber keine wissenschaftliche Abhandlungen über Geschehnisse in der dunklen Vergangenheit. Nicht mal die Mehrzahl aller noch so sehr an Grenzwissenschaft und Prä-Astronautik glaubende Menschen, sieht das so. Vielmehr sind sie ein „Brei“ von verschiedenen Mythen der Urzeit, der sich immer wieder neu vermischte und formte. Auch bei den Erzählungen im Buch Genesis ist das der Fall. So lesen wir in einem anerkannten Handbuch zur Bibelkunde:

Die Elemente der Erzählungen stammen zum größten Teil aus dem Erzählgut des Volkes Israel, das er zum Teil aus den Mythen und Sagen anderer Völker entlehnt hat. Seit wann (…) wissen wir nicht.“

Wir wissen es tatsächlich nicht. Was wir aber wissen ist folgende Problematik:

Legenden von einem himmlischen Paradies und den ersten Menschen oder auch Adam und Eva vom/im Himmel, kann das Volk Israel eigentlich nicht „aus den Mythen und Sagen anderer Völker entlehnt“ haben. Zumindest nicht nur. Vollkommen unabhängige Kulturen rund um den Erdball enthalten solche Aussagen in ihrer Mythologie. Wie sollte ein Volk im Nahen Osten von diesen erfahren haben? Oder andersherum: wie und woher sollten Völker in Amerika etc. von derartigen Überlieferungen wissen?

Aufgrund der Vielzahl der entsprechenden Erzählungen ist das Thema wohl eines der umfangreichsten im Bereich der Astronautengötter. Zumal es noch sehr viel weitere Überlieferungen und Thematiken gibt, die eigentlich dazu gehören. Dieser Abriss zeigt aber eines sicherlich deutlich: Dass es mehrere himmlische Paradies sowie Menschen vom Himmel gab, könnten die Widersprüche in solchen Legenden erklären. Und liegen hier reale Kernaussagen zugrunde, erklärt dies das weltweite Vorkommen solcher Mythologien.

Dann aber müssten auch die Götter, Schöpfer, Himmelswesen solcher Erzählungen auf einen wahren Kern beruhen …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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