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Wettbewerb ausgeschrieben: SETI-Forscher des Arcecibo Radioteleskop wollen 2019 erneut eine Nachricht an Außerirdische senden

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Wettbewerb: Wissenschaftler des Arcecibo Radioteleskop wollen 2019 erneut eine Nachricht an Außerirdische senden (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online
Wettbewerb: Wissenschaftler des Arcecibo Radioteleskop wollen 2019 erneut eine Nachricht an Außerirdische senden (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Am 16. November 1974 wurde das damals größte Radioteleskop der Welt feierlich und vor allem öffentlichkeitswirksam in Betrieb genommen: Das 305 Meter messende Observatorium von Arecibo auf der Insel Puerto Rico sendetet eine ausgeklügelte und durchdachte Botschaft an Außerirdische in das All. Ersonnen von dem SETI-Pionier Professor Frank Drake beinhaltet die sogenannte “Arecibo-Botschaft” der Menschheit codiert zahlreiche Informationen zu unserem Planeten und uns als Spezies. Zum 45. Jahrestag dieser Botschaft der Menschheit wollen die Verantwortlichen von Arecibo 2019 erneut eine Signal an außerirdische Zivilisationen senden. Diesmal aber mit dem Unterschied, dass jeder im Rahmen eines Wettbewerbes seine Nachricht an die Aliens einreichen kann, und die Sieger-Botschaft  dann im November 2019 in das All geschickt wird. Was Ihr tun müsst, um an diesem Wettbewerb teilzunehmen, was sich die Verantwortlich davon versprechen, was die Medienberichte bisher alle übersahen und was Skeptiker dazu sagen – all das erfahrt Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Aliens, bitte melden!

Als im November 1974 das Radioteleskop von Arecibo in der Karibik seine Arbeit aufnahm, bewiesen die verantwortlichen Astronomen in zweierlei Hinsicht Weitsicht.

Erstens haben sie eine von dem Astronomen Professor Frank Drake, einer Legende aus dem Bereich SETI und “Suche nach außerirdischen Intelligenzen“, erdachte Nachricht an Aliens in dass All gesandt. Aktiv beteiligt war damals auch der legendäre Astronom und Autor Dr. Carl Sagen, dessen Alien-Buch “Contact” 1999 in die Kinos kam. 1974 war es eine Radiobotschaft in Richtung des 22.180 Lichtjahre entfernten Kugelsternhaufens M13.

Theoretisch könnte dieser Gruß von der Erde dort bzw. in der Umgebung von M13 von einer Zivilisationen empfangen und beantwortet werden. Allerdings erst in 22.180 Jahren, so dass deren Antwort erst in 44.360 Jahren hier ankommen würde, wie es in dem Posting HIER und beispielsweise auch HIER dargelegt wurde.

Und daraus ergibt sich zweitens: Sie haben mit dieser heute weltbekannten “Arecibo-Botschaft” die Themen SETI und außerirdische Zivilisationen weithin bekannt gemacht und in das öffentliche Bewusstsein gebracht. Werbewirksam schaute die ganze Welt damals auf das riesige Teleskop auf der kleinen Insel Puerto Rico.

Wirklich ernsthaft daran geglaubt, das man jetzt nur “einige Zeit” auf eine Antwort von einer fremden Spezies im Kosmos warten muss, hat natürlich keiner der beteiligten Astronomen und Astrophysiker. Auch nicht Frank Drake, dessen legendäre Formel zu Berechnung der Anzahl von außerirdischen technischen Zivilisationen im All, die er auf der ersten SETI-Konferenz 1961 präsentierte, bis heute das Ohmsche Gesetz der (SETI-)Astronomie ist. Bekannt ist sie als Drake-Gleichung oder Green-Bank-Formel.

2019: Eine “neue Botschaft an Außerirdische”

Zum 45. Geburtstag der “Arecibo-Botschaft” an Aliens von 1974 wollen es die SETI-Forscher des Radioteleskop es erneut wagen. Einen “globalen Wettbewerb” haben sie deshalb ausgeschrieben, zu dem die Forscher schreiben:

Anlässlich des 45-jährigen Bestehens der legendären Arecibo-Botschaft wird das Arecibo-Observatorium (AO) 2019 aktualisierte Meldungen auswählen, die von generationsübergreifenden, verschiedenen und internationalen Studententeams erstellt wurden.

(…) Die Herausforderung sucht nach innovativen Ideen, die sich aus einer weltweiten Zusammenarbeit ergeben, die von der Jugend geleitet wird, um eine aktualisierte Botschaft zu definieren, die den intelligentesten und sichersten Weg darstellt, unsere möglichen galaktischen Nachbarn zu begrüßen, die friedliche Nutzung des Weltraums zu fördern und den Raum zu erkunden Spitzentechnologie und wissenschaftliches Wissen sind heute verfügbar.

Gestartet ist der Wettbewerb für die “neue Arecibo Botschaft”, wie die SETI-Astronomen sie schlicht nennen, am 16. November zum 44. Jahrestag. Und fast jeder kann sich in diesem Wettbewerb zur Kontaktaufnahme mit Außerirdischen einbringen, wie es auf der Internetseite des Arecibo Observatorium erhört ist. “Werde Teil der Geschichte”, rufen die Astronomen dort begeistert auf, und suchen durch den Wettbewerb “nach innovativen Ideen, die aus einer globalen Zusammenarbeit von generationsübergreifenden, diversen und internationalen Studententeams” stammen.

Eine “neue Generation von Weltraum-Enthusiasten” soll inspiriert werden, um eine “neue Arecibo-Botschaft zu definieren”. Neu ist ist die Idee eines solchen SETI-Wettbewerb allerdings nicht.

“Globale Herausforderung”

Francisco Cordova, Direktor des Observatoriums vom Arecibo, wird auf der Internetseite der Universität von Zentral-Florida, einem der Betreiber des Radioteleskops, mit den mehr als euphorischen Worten zitiert:

Wenn wir also heute unsere Botschaft zusammenstellen würden, was würde das bedeuten? Wie würde es aussehen? Was müsste man lernen, um die richtige aktualisierte Nachricht von den Erdlingen zu entwerfen? Dies sind die Fragen, die wir jungen Menschen auf der ganzen Welt durch die neue Arecibo-Botschaft stellen – die globale Herausforderung.

Doch ganz einfach wird es den Teilnehmern an dem Wettbewerb auch nicht gemacht. Es können zwar die unterschiedlichsten (kleinen) Teams teilnehmen – von Schulkindern mit ihrem Lehrer bis Studenten mit ihrem Professor – dich diese müssen erst diverse “Puzzle” knacken, die das Observatorium online stellt. Neun Monate haben diese dann insgesamt Zeit, ihre Vorschläge für die “neue Arecibo Botschaft” einzureichen.

Francisco Cordova:

Wir haben einige Überraschungen für die Teilnehmer auf Lager und werden im weiteren Verlauf des Wettbewerbs mehr Details mitteilen. Wir können es kaum erwarten zu sehen, was unsere jungen Leute auf der ganzen Welt erwarten.”

45 Jahre nach der ersten Botschaft ins All, sei es an der Zeit für eine neue. “Unsere Gesellschaft und unsere Technologie haben sich seit 1974 sehr verändert”, so Cordova, was in den Augen der SETI-Astronomen den ganzen Wettbewerb mehr als interessant werden lasse.

Mitmachen kann fast jeder, der unbedingt im kommenden Jahr am 16. November eine Nachricht an außerirdische Zivilisationen senden möchte. Laut Webseite des Observatorium ist Teamarbeit gefragt. Ein Team muss aus mindestens fünf Studenten bzw. Teilnehmern und einem “Mentor” bestehen. Einem Lehrer, Wissenschaftler oder Professor. Natürlich müsse man zuvor mit wissenschaftlichen Methoden und durch Kenntnisse der Weltraumtechnologie das “Gehirn-Puzzle” lösen.

Start ist der 16. Dezember 2018.

Und wozu?

Das Ziel des Wettbewerbes um diese erneute Nachricht an Aliens fasst das Observatorium in knappen Worten zusammen. Und das liest sich ganz anders als in fast allen Medien, die über den Wettbewerb berichtet haben:

Das Hauptziel dieser Aktivität ist die Aufklärung der Jugend über Radioastronomie-Techniken und exoplanetarische Spitzenforschung. Dabei wird die Einzigartigkeit der Arecibo-Observatoriums-Fähigkeiten dargestellt und die Sensibilisierung für die möglichen Risiken erhöht, die mit der Aussendung unbekannter Erdlinge (durch soziale Medien) oder außerirdischen Zivilisationen (durch Funkwellen) verbunden sind.”

Hier sind klar drei Ziele benannt: Erstens natürlich die Förderung der Forschung oder schlicht die Begeisterung, an Astronomie & Co. Zweitens möchte man “sensibilisieren”, dass Kontaktversuche oder der Kontakt mit Außerirdischen potentielle Gefahren mit sich bringt. Und drittens, was in den aktuellen Medienberichten nicht erwähnt wird, wolle man Bewusstsein im Umgang mit den Sozialen Medien/Netzwerke schärfen.

Was hier mit der Versendung von Nachrichten von “unbekannten Erdlingen in Sozialen Medien” gemeint ist, ist klar.

Durchaus erstaunlich, dass im Zuge des Wettbewerbes zur Arecibo-Botschaft 2019 gleichzeitig die neue Generation im Umgang mit Nachrichten in Sozialen Netzwerken & Co. “sensibilisiert” werden soll. Nicht nur Botschaften an außerirdische und uns vollkommen fremde Zivilisationen bergen Gefahren – auch Nachrichten in sozialen Medien. Das soll hier vermittelt werden.

Gefahr aus dem All

Dass es theoretisch ohne Zweifel eine Gefahr ist, wenn die Menschheit Nachrichten an Außerirdische sendet, wurde bereits mehrfach auf Grenzwissenschaft & Mystery Files dargestellt (z. B. HIER, HIER, HIER, & HIER). Wer mag schon ahnen, wie uns mutmaßliche außerirdische Völker gesonnen sind, die irgendwann einmal ein solches Signal der Erde empfangen?! Und das hat nichts mit Hollywood zu tun, wo Aliens eigentlich fast immer böse und gewalttätig sind, wenn sie hier ankommen. Beachtete dazu auch dass Video unten.

Wenn es nicht gleich Kampfraumschiffe sind, die uns Menschen ausmerzen wollen, dann sind es vielleicht Mikroorganismen aus dem All. Versehentlich mitgebracht von den Außerirdischen und für diese vollkommen ungefährlich. Für Erdlinge aber tödlich. Wie etwa Krankheiten der Europäer, die sie bei ihren Eroberungszügen auf den amerikanischen Kontinenten aus Europa zu den Ureinwohnern brachten. Ihr Immunsystem war vollkommen wehr- und schutzlos; Millionen starben.

Wie sähe das erst bei Mikroorganismen aus, die von außerhalb der Erde stammen?

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Aufgrund solcher Bedenken sehen Kritiker auch immer wieder Gefahren, wenn die Menschheit Signale an fremde Wesen im All sendet. Wie aktuell bei der neuen SETI-Nachricht von Arecibo Ende 2019. Nicht nur Professor Stephen Hawking warnte zu Lebzeiten bekanntlich vor solchen “Activ SETI” genannten Projekten, auch wenn er fraglos in diesem Zusammenhang die prominenteste Person war.

Leider ist bis dato noch unbekannt, wohin die Nachricht dem Radioteleskop in einem Jahr geschickt werden soll. Sicher nicht erneut zum Kugelsternhaufen M13 wie im Jahr 1974, da diese so oder so noch über 22.000 Jahre benötigt, um dort erstmal anzukommen. Gäbe es aber im Umkreis von eigen Dutzend Lichtjahren um unseren Planeten aggressive Aliens, die technologische zu uns kommen könnten, wären sie schon lange hier.

“Informationsmüll” der Menschheit

Jahrzehnte schon sendet die Erde Radiosignale in das All. Mit voller Absicht an irgendwelche anderen Zivilisationen genauso, wie versehentlich. Wir “müllen” unsere kosmische Umgebung durch TV- Radio- Radar- und Funk-Signale regelrecht zu, die von unserem Planeten ausgestrahlt werden. Bei diesem “Informationsmüll” haben die Außerirdischen vielleicht auch einfach kein Interesse sich bei uns zu melden.

Der Astrophysiker Sebastian von Hoerner drückte dies treffend mit den Worten aus:

Würden sie uns allein an den Krieg- und Terrorberichten der TV-Nachrichten messen, dürfen wir uns über ihr Schweigen wohl kaum wundern.”

In dem eingangs erwähnten Buch “Contact” von Carl Sagan, dessen Verfilmung 1997 mit Jodie Foster als Hautdarstellerin der SETI-Astronomin ihr einen “Golden Globe” als beste Schauspielerin einbrachte, zeigt das sehr drastisch:

Als eine Art Trägerwelle empfangen die SETI-Forscher in “Contact” von den Aliens als erstes TV-Aufnahmen der Eröffnungsrede von Adolf Hitler bei den Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin. Warum? Weil diese Radio- und TV-Übertragungen von damals (tatsächlich) seit 1936 mit Lichtgeschwindigkeit durch das All rasen und im Film von den Außerirdischen empfangen wurden. Friedliche Aliens, übrigens.

Jahrzehntelang reisen also schon längst “Botschaften der Menschheit” durch das Universum. Nicht nur Hitlers Rede.

Übrigens arbeitet die SETI-Astronomin im Film “Contact” zu Beginn am Arecibo-Observatorium auf Puerto Rico.

Video-Auswahl auf Grenzwissenschaft & Mystery Files auf YouTube

Mehr YouTube-Videos zum Thema “SETI” HIER.

YouTube-Video vom 16. Dez. 2014

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YouTube-Video vom 24. April 2018

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YouTube-Video vom 25. Aug. 2014

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Was denkt Ihr? Und was wäre EURE Botschaft an die Aliens? Diskutiert gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft? Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird (und wie man eine Zeitmaschine baut) +++ Gast-Artikel +++

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UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft? Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird! Artikel von Ernst Mecklenburg (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft? Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird! Artikel von Ernst Mecklenburg (Bilder: gemeinfrei & NASA / Montage: Fischinger-Online)

Neben der These, dass sich hinter dem UFO-Phänomen außerirdische oder überdimensionale Erscheinungen (Aliens) verbergen, gibt es noch einige wenige weitere. Auch wenn alle anderen Erklärungsansätze weit hinter der extraterrestrischen These stehen. Sofern man einmal die weit verbreite Erklärung als Unsinn, Irrtum, Lug & Trug, Fehldeutungen etc. außen vor lässt. Eine dieser weiteren Interpretation des UFO-Phänomens ist die der Zeitmaschinen und Zeitreisenden, die verschiedene Forscher immer wieder anführen. Ein Vertreter dieser UFO-Zeitreise-Ideen war der 2008 verstorbene deutsche PSI- und Mystery-Schriftsteller Ernst Meckelburg aus Deutschland. In diesem Artikel schildert Meckelburg, warum seiner Meinung nach UFOs auch “Zeitmaschinen aus der Zukunft” sein könnten. Eine rund 20 Jahre alte Veröffentlichung, die grundsätzlich nichts an ihrer Aktualität verloren hat – eben zeitlos, wie Ihr es hier lesen werdet.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Ernst Meckelburg veröffentlichte diesen Artikel in der von mir mit herausgegebenen Zeitschrift “Unknown Reality” und in meinem einstigen Online-Magazin “PräO”, “Prä-Astronautik Online”, Ausgabe 7, 27. Oktober 2000.

Paranormale Phänomene, Leben nach dem Tod und Zeitreisen waren die drei Kernthemen des jahrzehntelang erfolgreichen aber auch umstrittenen Autos. Thesen und Überlegungen, die ich zum Teil ebenso bzw. sehr ähnlich sehe, wie er (s. HIER & HIER).

Mit seinen beiden ersten Büchern “Der Überraum” (1978) und “Besucher aus der Zukunft” (1980) legte Meckelburg sehr früh den Grundstock seiner Arbeit, als alle Welt nur über Aliens in UFOs und vor allem Prä-Astronautik sprach.

UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft?

Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird

Von Ernst Meckelburg

Zeitreisen verletzen keine physikalischen Gesetze!

Nachdem sich der Welt bedeutendster Physiker nach Albert Einstein, Professor Dr. Stephen Hawking, Universität Cambridge – man verlieh ihm 1979 den ehrenvollen Titel “Lucasian Professorship” – in seinem viel beachteten Bestseller “Eine kurze Geschichte der Zeit” zum Thema “Zeitreisen” nicht weiter äußerte, von dem man aber weiß, dass er noch vor Jahren deren Durchführbarkeit vehement bestritten hatte, musste es jeden hiermit befassten Wissenschaftler verwundern, als dieser sich im September 1995 in aller Öffentlichkeit zur Machbarkeit von Zeitsprüngen in die Vergangenheit bekannte.

Zu dem verblüffenden Statement der Physik-Koryphäe Hawking heißt es in der „BILD“ vom 2. Oktober 1995 unter anderem:

Die Vision von Hawking – Wir können bei unserer Geburt zugucken, uns im Kindergarten spielen sehen. Wir können unsere Urahnen besuchen, vielleicht sogar Cleopatra beim Baden in Eselsmilch überraschen. Der Zeitreisende kann sogar in der Vergangenheit eingreifen, ein Unglück verhindern. Auch der Blick in die Zukunft wäre möglich: Werde ich reich, mache ich Karriere, wann muss ich sterben?“

Der plötzliche Sinneswandel des berühmten Zeitgenossen erscheint jedoch bei näherer Betrachtung gar nicht so ungewöhnlich, hatten doch drei Astrophysiker des „California Institute of Technology“ (CALTECH) schon am 26. September 1998 in der renommierten amerikanische Physik Fachzeitschrift “Physical Review Letters” in einem aufsehenerregenden Beitrag einer erstaunten Leserschaft unterbreitet, dass in ferner Zukunft Zeitreisen in die Vergangenheit möglich seien, ohne die Kausalität – die gewohnte Abfolge von Ereignissen (Ursache – Wirkung) – zu verletzen. Der Publikation zufolge müsste es einer technischen Hochzivilisation einmal möglich sein, auf künstlichem Wege “Wurmlöcher” – Öffnungen in der Raumzeit – zu schaffen und diese durch Stabilisieren in (wörtlich) “Zeitmaschinen” umzuwandeln.

In Kreisen einschlägig befasster Wissenschaftler fand der Beitrag seinerzeit starke Beachtung. Auch in anderen naturwissenschaftlichen Fachzeitschriften, unter anderem in der englischen “Nature” wurde das Thema lebhaft diskutiert, ohne dass man an den von den CALTECH-Astrophysikern Michael Morris, Kip Thorne und Ulvi Yurtsever vorgelegten Kalkulationen Unkorrektheiten nachweisen konnte.

Zeitreisende UFOs?

Ausgehend von der Zeitreisetheorie dieser Physiker, der schon bald weitere mehr oder weniger verwertbare Realisierungsmodelle folgten und Stephen Hawkings jüngstes Statement, lässt sich ableiten, dass es “Besuche” aus unserer Zukunft und aus anderen virtuellen Realitäten innerhalb des Kosmos der Dimensionen schon längst gibt, dass es sich hierbei um nichts anderes als um die mysteriösen UFOs handelt, die bislang ausschließlich als “Außerirdische” gewertet wurden, obwohl vieles gegen diese Annahme spricht. Wie später noch dargelegt werden wird, entspricht das Verhalten dieser Objekte in geradezu auffälliger Weise dem Idealbild einer “Zeitmaschine”, ganz so, wie sie von Physikern beschrieben werden würde.

Dies zugrundeliegend schrieb ich am 18. August 1997 Prof. Hawking einen kurzen Brief, mit dem ich ihm nur eine einzige Frage stellte:

Halten Sie es für möglich, dass die sog. nicht identifizierbaren Flugobjekte (UFOs) Zeitreise-Vorrichtungen einer zukünftigen Hochzivilisation (womöglich aus unserer eigenen Zukunft) sind, die sich in ihre eigene Vergangenheit projizieren?

Die höfliche Antwort aus dem „Department of Applied Mathematics and Theoretical Physics“ fiel allerdings recht dürftig aus. Es heiß hier:

Professor S. W. Hawking freut sich immer über jeden Brief und schätzt es, dass Sie ihm geschrieben haben. Er hofft auf Ihr Verständnis, dass er Ihnen aufgrund seiner schweren Behinderung nicht persönlich antworten kann. Bitte nehmen Sie unsere Entschuldigung als seine Form der Antwort.“

Vielmehr konnte man sicher nicht erwarten, zeigt dieses Verhalten doch die große Verlegenheit, in der das Department sich befinden muss, die sich aus der Unvereinbarkeit eines berühmten, orthodoxen Lehrstuhls mit der als “unwissenschaftlich” gebrandmarkten UFO-Theorie ergibt.

Sicher wäre es dem Sekretariat nicht schwergefallen, Professor Hawking diese simple Frage zu unterbreiten und mir seine Antwort zu übermitteln. Offenbar wollte oder durfte er sich hierzu nicht äußern, zumal die Antwort womöglich zu einem Politikum hatte ausufern können.

Dennoch: Eine ausweichende Nicht-Antwort ist auch eine Antwort. Dass sich Hawking dessen ungeachtet mit der UFO-Problematik befasst haben muss, erhellt aus seiner Aussage in “Die illustrierte Geschichte der Zeit” (1997):

Außerirdische könnten die Reise zur Erde nur dann in einer vernünftigen Zeit zurücklegen, wenn sie sich mit Überlichtgeschwindigkeit fortbewegten. Insofern wären beide Möglichkeiten (Raumfahrt und Zeitreisen) gleichbedeutend.”

Noch eindeutiger wird es, wenn er in der gleichen Publikation philosophiert:

“Wenn sich (die Zeitreisenden) zu. erkennen geben, warum dann nur gegenüber Leuten, die nicht als glaubwürdige Zeugen gelten?

Keine Chance bei Unterlichtgeschwindigkeit

Dass die unvorstellbar großen Entfernungen allein in unserer Galaxis, der Milchstraße, selbst mit noch so raffinierten exotischen Antriebstechniken, innerhalb vernünftiger Zeitspannen nicht zu bewältigen sind, dass hierfür allemal ein überlichtschnelles oder Hyperraum Engineering jenseits unserer Raumzeit erforderlich ist, wird jedem einleuchten, der sich einmal etwas näher mit Weltraumdistanzen und möglicherweise realisierbaren Antriebstechniken befasst hat. Der Durchmesser unserer Galaxis beträgt 75.000 bis 100.000 Lichtjahre und ihre Tiefe etwa 20.000 Lichtjahre.

Mit den heutigen und den auch in naher Zukunft zu erwartenden Antrieben sind allenfalls “Kurzstreckenreisen” im eigenen Sonnensystem mit Unterlichtgeschwindigkeit möglich. Als nächste Stufe der Antriebstechnik wurden Motoren mit atomarem Antrieb (Kernspaltung) vorgeschlagen. Obwohl es sich hierbei um die derzeit effizienteste beherrschbare Energieform handelt, kann man mit ihr nicht annähernd so viel Energie erzeugen, wie dies für interstellare Flüge erforderlich wäre.

Selbst für interplanetare Reisen innerhalb unseren relativ kleinen Sonnensystems wäre die Menge an mitzuführenden spaltbarerem Material so groß, dass für Besatzung und Nutzlast kaum noch Platz bliebe. Günstiger wäre es, Antriebe auf dem Prinzip der Kernfusion zu entwickeln. Bei den benutzten Fusionsreaktoren wäre allerdings die Abschirmung problematisch. Um die Kernfusion anlaufen zu lassen, würden zudem Temperaturen um 10 Millionen Grad Celsius benötigt werden, was mit einem ungeheuren technischen Aufwand verbunden wäre.

Interstellare Reisen

Eine Variante des Fusionsreaktorantriebs wäre ein Fusions-Ramjet, das heißt ein Staustrahltriebwerk. Dieses würde die im Weltraum dünn verteilten Wasserstoffatome einsammeln, um sie als Fusionsmaterial zu nutzen. Ein solches System könnte sich allenfalls für interplanetare Reisen mit Geschwindigkeiten von etwa 100.000 km/h eignen und zum Beispiel den minimal 56 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Planeten Mars in drei Wochen erreichen.

Um eine Vorstellung von den allein schon in unserer Galaxis mit Unterlichtgeschwindigkeit nicht zu bewältigenden Entfernungen – Reisen zwischen den einzelnen Sonnensystemen – zu bekommen, greifen wir auf ein simples Beispiel zurück: Mit einem fusionsantriebsbestückten Raumfahrzeug, das eine Reisegeschwindigkeit von 100.000 km/h entwickeln soll, wäre man bis zum nächstgelegenen Stern, dem Proxima Centauri, der 40 Billionen(!) Kilometer von uns entfernt ist, fast 46.000 Jahre unterwegs, ein Vorhaben, das selbst mit sogenannten Generationsschiffen, wie sie bisweilen in der SF-Literatur beschrieben werden, absolut illusorisch sein dürfte.

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Antimaterie-Triebwerke

Diskutiert wird auch über Antimaterie-Antriebe, zumal diese mit sehr geringen Treibstoffmengen auskommen würden. Wir wissen: Zu jedem elektrisch geladenen Kernteilchen gibt es entsprechende Partikel mit entgegengesetzter Ladung, sog. Antiteilchen. So existiert zum Beispiel zu den positiv geladenen Protonen im Atomkern ein negativ geladenes Antiproton und zu den negativ geladenen Elektronen auf der Atomhülle ein positives Pendant, das Positron. Gewöhnliche Materie und die in unserem Universum nicht natürlich vorkommende Antimaterie löschen beim Zusammentreffen einander sofort aus. Die freiwerdende Wärmeenergie könnte dann zum Antrieb von Raumfahrzeugen benutzt werden.

Gegen den Einsatz von Antimaterie-Triebwerken sprechen nicht allein die riesigen Kosten zur Bereitstellung des exotischen Anti-Materials, sondern auch enorme Abschirmungsprobleme. Um zu verhindern, dass Materie mit Antimaterie unkontrolliert reagiert, bedarf es spezieller Magnetfeldsysteme, über deren Beschaffenheit man sich heute noch gar nicht im Klaren ist. Außerdem reichen die mit Antimaterie-Triebwerken erzielbaren Beschleunigungen immer noch nicht aus, um zu Welten jenseits unseres Sonnensystems zu gelangen.

Das sogenannte Arche-Prinzip, das “Generationsraumschiffe” vorsieht, die bis zum Ziel Jahrhunderte oder gar Jahrtausende unterwegs sind, erscheint für interstellare oder gar intergalaktische Reisen ebenfalls ungeeignet. Man fragt sich, wie an Bord eines Generationsraumschiffs bei ungewissem Ausgang der Expedition über so lange Zeiträume eine intakte Kommandostruktur aufrechterhalten werden kann, wie man über die langen Zeiträume zehn- oder gar hunderttausend Personen gesund zu ernähren und mit den psychischen Strapazen einer solchen Fahrt fertig zu werden gedenkt.

Pseudo-Zeitreisen: Das “Zwillingsparadoxon“

Viele Wissenschaftler sind auch heute noch der Ansicht, die unvorstellbar großen Entfernungen im Weltraum mit relativistischen Geschwindigkeiten, d.h. mit solchen nahe der Lichtgeschwindigkeit (ca. 300.000 km/s) in kürzeren Zeiten bewältigen zu können. Wenn sich – rein theoretisch – ein Raumschiff auf 99,99999999 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen ließe, würden nach Einsteins Spezieller Relativitätstheorie an Bord befindliche Uhren, die Aktivitäten der inneren Organe der Astronauten, Verdauungsvorgänge usw. um den Faktor 70.000 verlangsamt werden.

Mit einem derart beschleunigten Schiff könnte man den neun Lichtjahre entfernten Stern Sirius zwar in wenigen Stunden erreichen und auch ebenso schnell wieder zur Erde zurückkehren, ein daheim gebliebener Freund wäre aber inzwischen um 18 Jahre gealtert. Diese Zeitkontraktion – sie wird in der Astrophysik als Zwillingsparadoxon bezeichnet – ist keine Zeitreise im eigentlichen Sinn. Sie ermöglicht weder die Herstellung des ursprünglichen Zeitstatus – die Rückkehr in die Ausgangszeit -, noch Reisen in die Vergangenheit. Diese setzen immer Überlichtgeschwindigkeit voraus, was in unserem Raumzeituniversum praktisch unmöglich ist, da hier, gemäß Einstein, nichts schneller als Licht sein kann.

Die Jahrhunderte, ja sogar Jahrtausende annullierenden Abkürzungen durch den zeitfreien Hyperraum würden Versetzungen selbst innerhalb unserer Galaxis praktisch in Nullzeit ermöglichen. Es wären dies echte Zeitreisen, die nicht nur Entfernungen, sondern auch Reisezeiten gegen Null schrumpfen ließen. Und solche Sofort-Versetzungen in der Raumzeit bedingen, dass in unserem Universum so etwas wie Gleichzeitigkeit herrscht, was nach Einsteins Spezieller Relativitätstheorie von 1905 tatsächlich auch der Fall ist.

Rückwärtsbewegungen in der Zeit sind kein Unding.

Sie sind mit physikalischen Grundprinzipien, auch mit den Regeln der Quantenmechanik durchaus vereinbar. Das hat erst vor wenigen Jahren Professor Dr. Günter Nimtz vom II. Physikalischen Institut der Universität Köln experimentell bewiesen. Bei einem Quantentunnel-Experiment übertrug er Mozarts 40. Symphonie in g-Moll mit der 4,7-fachen Lichtgeschwindigkeit, was von ihm sogar tontechnisch aufgezeichnet wurde. Das Werk musste somit aus der Zukunft kommen, das heißt es wäre hörbar, noch bevor es ausgesendet wurde(!).

Die zur Übertragung benutzten Radiowellen hoher Frequenz (Mikrowellen), denen das Tonwerk aufmoduliert war, wurden von Nimtz durch einen rohrförmigen Hohlleiter geschickt, in dessen Zentrum der Querschnitt eingeengt war. Und an dieser Stelle, auf einer Länge von nur acht Zentimetern, werden die eintreffenden Wellen auf das Mehrfache der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Physiker bezeichnen dies als superluminale Tunnelgeschwindigkeit.

Schleichwege durch die Raumzeit

Im Jahre 1985 erkundigte sich der bekannte Kosmologe und Autor Carl Sagan bei einem befreundeten Astrophysiker, Kip Thorne vom California Institute of Technology (CALTECH), ob überlichtschnelle Weltraumreisen, d.h. Zeitreisen, machbar seien. Thorne entdeckte nach Lösung einiger Einsteinscher Gleichungen, dass es tatsächlich solche “Schleichwege” in vergangene bzw. zukünftige Zeiten gibt, die noch nicht einmal der Überlichtgeschwindigkeit bedürften, um die Zeit zu überholen: sogenannte Wurmlöcher. Es sind dies Transittunnels zwischen unterschiedlichen Bereichen ein- und desselben Universums oder zwischen unterschiedlich-dimensionalen Welten bzw. zwischen ganz verschiedenen Zeiten.

Berechnungen ergaben, dass diese Winzlinge einen Durchmesser von gerade einmal. 10-33 Zentimeter besitzen (Dezimalbruch mit 32 Nullen hinter dem Komma).

Gedankenexperimente mit Zeitreisen durch eben diese Wurmlöcher, das heißt übergeordnete oder Hyperuniversen, lassen erahnen, welch riesige Entfernungen und Zeiträume mittels solcher Abkürzungen überwunden werden können. Gelänge es zum Beispiel durch das “Gewebe” der Raumzeit einen Wurmloch-Tunnel zu bohren, könnte man den nur vier Lichtjahre von uns entfernten Alpha Centauri schon in Sekundenschnelle erreichen. Bewegen sich die Tunnelenden relativ zueinander, ist es sogar möglich, in der Zeit vorwärts bzw. rückwärts zu reisen.

In unserer Jetztzeit ist es allem Anschein nach noch niemand gelungen, ein Wurmloch künstlich zu erzeugen. Dennoch besagt Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie, dass es solche “Schnellstraßen” quer durch die Raumzeit geben muss.

Unlängst äußerte sich eine Gruppe amerikanischer Physiker dahingehend, dass man Wurmlöcher irgendwann einmal entdecken würde. Einer ihrer italienischen Kollegen war noch zuversichtlicher und meinte, dass sich für Zeitreisen nutzbare Wurmlöcher sogar im Labor herstellen ließen.

Paradoxa gibt es nicht

Die Undurchführbarkeit von Zeitreisen wird von einigen “Schubladendenkern” damit begründet, dass bei Zeitreisen sogenannte Paradoxa und Anachronismen entstünden. Paradoxe

Situationen müssten nach Meinung der Kritiker immer dann eintreten, wenn sich Zeitreisende irgendwann einmal einer “jüngeren Version” ihrer selbst in die Quere kommen. Paradebeispiel für durch Zeitreisen angeblich entstehende Paradoxa ist das sogenannte “Großmütterchen-Syndrom”. Hier begibt sich der Zeitreisende in die Vergangenheit, um absichtlich oder auch unbeabsichtigt seine Großmutter zu töten, noch bevor seine Mutter geboren wurde, woraufhin auch er nicht länger existieren würde.

Da er dann auch keine Zeitreise antreten könnte, würde seine Großmutter wieder lebendig und seine Mutter geboren werden. Daraufhin käme auch er wieder zur Welt und könnte in die Vergangenheit reisen, um seine Großmutter umzubringen ad infinitum… eine Kausalschleife ohne Anfang, ohne Ende.

Neue, faszinierende Aspekte der Quantentheorie lassen jedoch darauf schließen, dass zeitliche Widersprüche gar nicht erst entstehen können. So lässt die von den Princeton-Professoren John Wheeler und Hugh Everett entwickelte Theorie eines sich in unendlicher Folge ständig verzweigenden Universums den Schluss zu, dass in einem dadurch entstandenen riesigen Multiversum alle denkbaren Situationen existieren, zum Beispiel auch solches die das Töten der Großmutter vor der Geburt der Mutter des Zeitreisenden erlauben, ohne die Kausalität zu verletzen, also ohne dass er dadurch seine eigene Geburt verhindert.

Die seit Anbeginn unseres Universums durch permanentes Verzweigen der Ausgangssituation entstandenen (und immer weiter entstehenden) parallelen Kopien unserer Welt, stellen ideale “Ausweichgleise” vom Ver- und Abschieben realitätsfremder Ereignisse dar, die die Kausalität in unzulässiger Weise beeinflussen und den folgerichtigen Schicksalsverlauf behindern könnten.

Wie man eine Zeitmaschine baut

Immer wird der Autor gefragt, wie eine Zeitmaschine für problemlose, kausalitätskonforme Expeditionen in die Vergangenheit beschaffen sein müsste – eine Frage, die sich zum jetzigen Zeitpunkt nur theoretisch erörtern lässt. Der deutsche Physiker H.-P. Stricker hat die vom CALTECH-Team konzipierte Technik in einer Art Konstruktionsanleitung für Zeitmaschinen zusammengefasst:

  • man isoliere ein virtuelles Wurmloch, das etwa eine Milliarde mal kleiner als ein Atomkern ist;
  • man besorge sich eine ausreichende Menge an “negativer Masse” oder “exotische Materie”(die einen negativen Druck erzeugt);
  • man stabilisiere das Wurmloch durch Injektion einer kleinen Menge negativer Masse;
  • unter ständigem Nachführen negativer Masse vergrößere man das stabilisierte Wurmloch auf Zeitmaschinengröße;
  • man erzeuge zwischen beiden Enden des Wurmlochs eine Zeitdifferenz, indem man das eine Ende mit hoher Geschwindigkeit für eine entsprechende Dauer auf einen Rundkurs durchs All schickt und das andere stationär hält;
  • um in die Vergangenheit zu gelangen, durchquere man das Wurmloch vom bewegten Ende zum stationären;
  • um in die Zukunft zurückzukehren, durchquere man es vom stationären Ende zum bewegten.

Problematisch ist nur, dass bis jetzt niemand die virtuellen Wurmlöcher nachzuweisen vermochte, offenbar, weil sie gem. Albert Einstein extrem kurzlebig sind. Sie kollabieren sofort nach ihrer Entstehung. Das aber würde einen Hyper-Tunnel in die Vergangenheit bzw. Zukunft sofort einstürzen lassen. Dieser Schwierigkeit will man unter anderem durch den sog. Casimir-Effekt entgegenwirken, durch den man einen negativen Druck erzeugt, der antigravitativ wirken soll.

Der holländische Physiker Hendrik Casimir hatte schon 1948 nachgewiesen, dass es zwischen zwei parallelen Metallplatten eine winzige negative Anziehungskraft gibt, weil diese Platten auf das sog. Quantenvakuum eine Störung ausüben. Baut man ein solches System in ein stabilisiertes Wurmloch ein, würde die Antigravitation des Plattensystems ausreichen, um es nicht kollabieren zu lassen.

Zeitreisende könnten sich nun an den Ein- und Ausgängen des Wurmlochs aufhalten, ohne von den Mini-Schwarzen- bzw. Mini-Weißen-Löchern “verschluckt” zu werden; sie könnten nach dem Aufenthalt in der Vergangenheit bzw. Zukunft auch wieder sicher zurückkehren.

Zusammenfassend wäre zu sagen, dass der Raum um uns herum – das sog. Quantenvakuum – von virtuellen Wurmlöchern nur so wimmelt. Wir müssen nur versuchen, diese winzigen “Zeitmaschinen” einzufangen, sie für unsere Zwecke zu manipulieren.

Wurmlöcher

Im Jahre 1995 hat ein italienischer Physiker namens Claudio Maccone vorgeschlagen, Wurmlöcher mittels Magnetfelder zu erzeugen. Jedes “magnetische Wurmloch” wäre nach Maccones Ansicht so groß, dass nur ein kleiner Teil von ihm im Labor Platz hätte Man müsste schon unvorstellbar starke Magnetfelder erzeugen, um einen in einem Labor normaler Größe ein einsatzfähiges Wurmloch für Zeitreisen installieren zu können. Das bislang stärkste im Labormaßstab erzeugte Feld betrug gerade einmal zehn Tesla. Für die Schaffung eines Wurmlochs müssten jedoch Feldstärken von Billionen Tesla aufgewendet werden. Von allen bislang vorgestellten Zeitmaschinenmodellen erscheint das des israelischen Physikers Professor Yakir Aharonov noch am anschaulichsten.

Seine Vorstellung von einem Quanten-Zeittranslationssystem wurde vor neun Jahren in der angesehenen Fachzeitschrift “Physical Review Letters” veröffentlicht. Die in einem blasen- oder ballonartigen, geschlossenen System untergebrachten Temponauten (Zeitreisende) werden dadurch in die Vergangenheit oder Zukunft (eine von unendlich vielen) versetzt, dass man dieses exotische, hier nicht näher beschriebene Objekt – je nach Zielvorstellung – expandieren oder schrumpfen lässt. Der Aharonow-“Ballon” übt – genau wie kosmische Massen – auf alles hierin Befindliche einen bestimmten gravitativen Einfluss aus. Nimmt sein Volumen zu, wären die Insassen einer schwächeren gravitativen Beeinflussung ausgesetzt.

Lässt man hingegen den Ballon schrumpfen, würde seine Gravitation pro Volumeneinheit zunehmen, das heißt stärker werden. Auf den Zeitverlauf übertragen bedeutet dies: Für die Temponauten in einem expandierenden Ballon würde die Zeit schneller, für die im schrumpfenden Ballon langsamer ablaufen. Durch Überlagern selbst winziger Zeitdifferenzen würden sich, so Aharonov, Reisen in die Vergangenheit bzw. in die Zukunft durchführen lassen.

“Warpen”: Wenn Science-Fiction Realität wird

Yakir Aharonows Idee halten Physiker wie Dr. Miguel Alcubierre, ein früherer Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts, durch die sogenannte Warp-Technik durchaus für realisierbar. Vordenker Alcubierre schlug vor, nicht das als Zeitmaschine umfunktionierte Raumschiff selbst zu beschleunigen, sondern eine künstlich geschaffene Raumzeit-Blase (eben jenen Aharonow-Ballon), in der die zeitmanipulierende Vorrichtung eingebettet ist.

Hohe Energien würden vor dem Schiff ein Gravitationsfeld erzeugen, das den Raum zusammenzieht und hinter ihm steckt. Die Warp-Blase müsste sich, ähnlich einem Surfer, auf einer Welle bewegen, was von Physikern als Spacetime-Hypersurfing bezeichnet wird. Der Raum zwischen Schiff und Zielort würde dadurch extrem verkürzt werden. Die Zeitmaschinen-Besatzung in der Blase wäre überhaupt keiner Bewegung und daher auch nicht den enormen Gravitationskräften ausgesetzt. Auch das zuvor erwähnte Zwillingsparadoxon, das bei Reisen nahe Lichtgeschwindigkeit auftritt, würde sich bei solch echten Zeitreisen nicht bemerkbar machen.

Kürzlich publizierte der belgische Physiker Chris van den Broeck von der Katholischen Universität in Leuven in der Wissenschaftszeitschrift “General Relativity and Quantum Cosmology” einen Beitrag, in dem er feststellt, dass für das Warpen viel weniger Energie benötigt wird, als von Dr. Alcubierre ursprünglich errechnet. Es hat den Anschein, als ob uns die Warp-Technik in ferner Zukunft die Zeitreise bescheren wird.

Nach Aussagen präkognitiv veranlagter US-Medien, die von dem amerikanische Autor Brace Goldberg zusammengetragen wurden, wäre damit zu rechnen, dass die technischen Voraussetzungen für Zeitreisen erst ab dem 3. Jahrtausend gegeben wären. Das könnte auch das Auftreten nicht menschlich wirkender UFO-Insassen – ihre abweichende Körpergröße, Physiognomie, Hautfarbe, Verhaltensweise usw. – erklären. Es könnte auch sein, dass es sich bei UFO/Zeitmaschinen-Besatzungen um Menschen handelt, deren Vorfahren irgendwann einmal in andere Sternensysteme oder Galaxien immigrierten (eigentlich immigrieren werden), wo sie unter veränderten Umweltbedingungen mutierten oder um Bioroboter bzw. Androiden, die aus der Zukunft kommend, “Ahnenforschung” betreiben.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt

Mit diesem Beitrag soll dargelegt werden, warum mit konventionellen und sogar mit exotischen Antrieben, wie sie heute diskutiert werden, keine interstellaren oder gar galaktischen Reisen unternommen werden können, warum diese allemal Zeitmaschinen erforderlich machen, die echte Zeitreisen ermöglichen.

Die unvorstellbar großen Entfernungen allein in unserer Galaxis machen Zeitreisen zu einer zwingenden Notwendigkeit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Seit 1977 tragen die Raumsonden “Voyager” Botschaften und Musik an Aliens durch das All: Jetzt will eine Plattenfirma sie für die Menschheit veröffentlichen

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Die Raumsonde "Voyager": sie trägt Musik und Botschaften an Außerirdische seit 40 Jahren durch das All (Bilder: NASA / gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die Raumsonde “Voyager”: sie trägt Musik und Botschaften an Außerirdische seit 40 Jahren durch das All (Bilder: NASA / gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Weltraum-Fans aufgepasst: Vor 40 Jahren schickte die NASA die beiden Raumsonden “Voyager 1” und “Voyager 2” hinaus in das All, die ferne Planeten in unserem Sonnensystem erforschen sollten. Mit an Bord haben diese irdischen Raumfahrzeuge allerdings auch Nachrichten, Geräusche, Botschaften und Musik an Außerirdische, die auf einer goldenen Schallplatte gespeichert sind. Da diese irdischen Botschaften an fremde Intelligenzen kaum jemals wirklich in die Hände von Aliens fallen werden, möchte jetzt ein US-Plattenfirma diese Audiodateien der legendären “Golden Record” für den irdischen Markt veröffentlichen.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die NASA auf dem Weg zu ET

Als 1977 die Raumsonden des NASA-Projektes “Voyager” starteten, hatte die US-Raumfahrtbehörde mit diesen Raumfahrzeugen überaus ehrgeizige Pläne. Die Wissenschaftler wollten mit dieser Mission die äußeren Planeten – die sog. Gasriesen – wie Saturn und Jupiter sowie deren Monde erforschen. Was den verantwortlichen Ingenieuren und Forschern des “Voyager”-Projektes auch mehr als erfolgreich gelang.

Da die Sonden eines sehr fernen Tages unser Sonnensystem verlassen werden oder könnten, entschloss man sich, ihnen auch Botschaften an Außerirdische mitzugeben. Unter Federführung des weltberühmten Astronomen Carl Sagan  (1934 – 1996) wurde so die “Golden Record” entworfen. Eine Schallplatte mit Musik und Botschaften an Außerirdische, die rein theoretisch diese Sonden tatsächlich eines Tages im All zufällig finden könnten. In 55 Sprachen sind die Nachrichten der Erde gesprochen.

Diese goldene Schallplatte, über dessen Inhalt in diesem Blog-Posting bereits genauer berichtet wurde, steckt dabei in einer ebenso goldenen Hülle. Auf dieser befindet sich eine Art Genrauchanweisung für die außerirdischen Finder, wie sie die Daten der Platte abrufen können. Immerhin müssen diese Aliens erst einmal Plattenspieler etc. besitzen/bauen, um unsere Musik, Töne und Grußbotschaften auf den Platten hören zu können. Ohren müssen sie natürlich auch haben.

“Alien-Musik” auch für die Menschheit

ARTIKEL: “Hallo zusammen” und “Wie geht´s Dir?”: Was für Töne, Bilder und Grüße die Menschheit 1977 mit zwei Raumfahrzeugen der NASA an Außerirdische schickte. (Bild: NASA/JPL/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: “Hallo zusammen” und “Wie geht´s Dir?”: Was für Töne, Bilder und Grüße die Menschheit 1977 mit zwei Raumfahrzeugen der NASA an Außerirdische schickte. (Bild: NASA/JPL/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Ohren haben natürlich wir Menschen. Und obwohl einige der Klänge der “Voyager“-Platte inzwischen online abrufbar und hörbar sind, möchte eine Plattenfirma in San Francisco in Kalifornien diese “Alien-Musik” als Schallplatten und CDs für die irdischen Musikliebhaber veröffentlichen.

Im Sommer 2017 startete die Plattenfirma “Ozma Records” deshalb eine entsprechende Crowdfounding-Kampagne und war über die enorme Nachfrage überrascht. Nach Angaben der Firma kamen rund 1,4 Millionen US-Dollar für diese außergewöhnliche und außerirdische Idee zusammen und so steht einer Herstellung für die Menschheit nichts mehr im Wege.

David Pescovitz von “Ozma Records” sagte der “Washington Post” am 27. November 2017 gegenüber, dass bereits Ende Januar 2018 die Produktion der irdischen Version der goldenen Schallplatten der “Voyager” fertig sein wird. Für 98 US-Dollar kann dann eine limitierte Sammlerbox mit drei goldenen Vinyl-Platten bei der Plattenfirma “Ozma Records” bestellt werden.

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Mit dabei gibt es in der Fan-Box einen Bildband, das die Geschichte der “Voyager”-Mission der NASA erklärt und beschreibt. Außerdem wird es die “Alien-Musik” auch als Doppel-CD sowie weitere “Voyager”-Fanartikel im Online-Shop der Produktionsfirma geben.

Anfang 2018 kann sich also jeder Weltraum- Musik- Alien- und Platten-Fan diese Scheiben von 1977 selber kaufen. Das ist wahrscheinlich wesentlich schneller, als dass irgendwelche Außerirdische die Raumsonden finden. Es wird noch rund 40.000 Jahre dauern, bis “Voyager 1” einem anderen Stern nahe kommt. Es wird der Stern Gliese 445 sein, den die Sonde dann aber immer noch in einem riesigen Abstand von 1,6 Lichtjahren passieren wird. Ob es dort intelligentes Leben gibt, ist wiederum eine andere Frage.

ET, bitte melden: Projekt “Ozma”

Raumfahrt-Freunde werden an der Veröffentlichung dieser goldenen Schallplatte durch “Ozma Records” mit Sicherheit ihre Freude habe. Es sind halt, wie ich finde, wirklich schön gestaltete Sammlerstücke für Weltraum-Begeisterte.

Alien-Suche bei “Wer wird Millionär?” und der spannende Hintergrund der eine Millionen Euro-Frage bei Günther Jauch (Bild: rtl-now.rtl.de / Montage: L. A. Fischinger)
Alien-Suche bei “Wer wird Millionär?” und der spannende Hintergrund der eine Millionen Euro-Frage bei Günther Jauch (Bild: rtl-now.rtl.de / Montage: L. A. Fischinger)

Aber auch die US-Plattenfirma an sich ist wie kaum eine zweite ihrer Art für diese Crowdfounding-Kampagne und die Realisierung der “Voyager Records” geeignet. Hier ist der Name Programm: “Ozma”.  Und “Projekt Ozma” war das erste SETI-Projekt, das am 21. April 1960 versuchte Radiosignale von Außerirdischen aufzufangen. Der “Zauberer von Oz” diente hier als Namensgeber.

Damals belauschte Astronom und SETI-Legende Frank Drake (Cornell Universität) mit dem 26-Meter-Radioteleskop des Green-Bank-Observatoriums die beiden Sterne Tau Ceti und Epsilon Eridani. Alien-Signale fand er während seiner 150 Stunden andauernden Beobachtung der beiden Sterne nicht.

Damit war SETI, wie wir es heute kennen, war geboren. Nur ca. 1,5 Jahre später fand unter Drake und anderen Astronomen am Green-Bank-Observatorium bereits die erste SETI-Konferenz statt.

Es war zugleich die Geburtsstunde der weltberühmten “Drake-Formel” oder  “Green-Bank-Gleichung“, mit der die theoretische Anzahl von außerirdischen technischen Zivilisationen im All bestimmt werden kann oder soll. Mit bei dieser ersten SETI-Konferenz der Geschichte im November 1961 war auch Carl Sagan, der Jahre später die goldenen Schallplatten von “Voyager” entwarf.

Der Kreis schließt sich …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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“Hallo zusammen” und “Wie geht´s Dir?”: Was für Töne, Bilder und Grüße die Menschheit 1977 mit zwei Raumfahrzeugen der NASA an Außerirdische schickte.

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Künstlerische Darstellung der Raumsonde "Voyager" - sowie die an Bord angebrachte goldene Schallplatte mit Botschaften an Außerirdische (Bild: NASA/JPL/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Künstlerische Darstellung der Raumsonde “Voyager” – sowie die an Bord angebrachte goldene Schallplatte mit Botschaften an Außerirdische (Bild: NASA/JPL/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Im August und September 1977 startete die NASA ihr Programm “Voyager”. Zwei baugleiche Raumsonden wurde in das All geschossen, die unter anderem die Planeten Saturn und Jupiter und einige ihrer Monde untersuchen sollten. Für die Raumfahrt und die NASA an sich einer der erfolgreichsten Missionen der Geschichte. Aber die Raumfahrtzeuge “Voyager 1” und “Voyager 2” sind just heute  nicht nur 20,11 bzw. 16,56 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, sondern haben auch Botschaftern an Außerirdisch mit an Bord. Darunter Musik, Grüße in dutzenden Sprachen an die Aliens und Sounds der Erde. Dabei befinden sich auch recht “sonderbare” Botschaften der Menschheit. Welche zum Teil “seltsamen” Töne, Grüße, Musik, Bilder und Geräusche die NASA im Namen der Menschheit an die fremden Außerirdischen schickte, erfahrt Ihr hier.

Blog-Feed

Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die NASA feiert bis heute den grandiosen Erfolg ihrer beiden Raumsonden “Voyager”. Die Daten und Bilder, die diese Raumfahrzeuge von den äußeren Planten wie Saturn und Jupiter und verschiedenen Monden zur Erde schickte, sind bis heute für die Astronomie unschätzbare Quellen. Aber zugleich hat sich die NASA bei der Entwicklung der Sonden auch über Außerirdische Gedanken gemacht, die diese Fahrzeuge der Menschheit eines Tages einmal im All finden könnten. Und so wurden Botschaften an diese Unbekannten im Kosmos mit an Bord der Sonden gegeben.

Jedes Kind, das sich für Astronomie interessiert, kennt die Missionen der “Voyager”-Sonden von 1977. Auch zahlreiche TV-Dokumentation zu den Themen Raumfahrt und auch Leben im All kommt nicht um diese Sonden herum.

Botschaften an die Außerirdischen

Die “Goldene Schallplatte” der Raumsonden mit den Botschaften der Menschheit an Aliens sind schon lange legendär. Neben zahlreichen Fotos von Menschen, der Erde und Tieren befinden sich an Bord der Sonden auch wissenschaftliche Darstellungen, die mutmaßliche Außerirdische verstehen sollten. Etwa Darstellungen unserer Planten im Sonnensystem, unsere DNA, mathematische und chemische Modelle und vielem mehr.

Aktiv SETI - Sollten wir wirklich versuchen Kontakt mit Aliens aufnehmen? (Bild: L.A. Fischinger / Archiv / NASA/JPL [Hubble])
Aktiv SETI – Sollten wir wirklich versuchen Kontakt mit Aliens aufnehmen? (Bild: L.A. Fischinger / Archiv / NASA/JPL [Hubble])
Mit an Bord ist auch Musik aus vielen Teilen der Welt. Die außerirdischen Empfänger dieser Botschaften können sich mit Kompositionen von Bach oder Beethoven über Musik aus Peru oder Indien bis “Jonny B. Goode” von Chuck Berry beschallen lassen, währen sie sich Bilder unserer Heimat ansehen. Oder sich am Klang eines brüllenden Schimpansen oder dem Rattern und Hupen eines Zuges erfreuen. Scheinbar haben die NASA und die mitwirkenden Wissenschaftler an alles gedacht, um den Aliens unsere Welt umfassend darzustellen. Auch wenn es vielleicht die Fremden verirren wird, wenn sie Bilder des Gebäude der UN in New York mit dem einer Buschhütte in der Savanne Afrikas vergleichen …

“Herzliche Grüße an alle!”

Viele Freundinnen und Freunde des Phantastischen werden auch die Grußbotschaft “Hello from the children of planet Earth” kennen, die sich auf der Platte der Raumfahrzeuge befindet. Sie wird seit Jahrzehnten immer wieder in entsprechenden Sendungen am Fernsehen wiedergegeben. Dabei handelt es sich um die Stimme des sechsjährigen Nick Sagan, dem Sohn des legendären Astronomen Carl Sagan. Dieser war maßgeblich an der Entwicklung dieser Botschaften der Sonden “Voyager” sowie der Sonden “Pioneer”, die ebenfalls Botschaften der Menschheit enthalten, beteiligt. Aber auch an der SETI-Botschaft des Arecibo Radioteleskops auf der Insel Puerto Rico, die am 16. November 1974 an außerirdische Empfänger geschickt wurde, war Sagen (neben SETI-Legende Frank Drake natürlich) beteiligt. Auch der Science-Fiction-Film “Contact” mit Jodie Foster von 1998, in dem die Menschheit durch das SETI-Programm Kontakt mit Außerirdischen herstellt, basiert auf einer Novelle von Carl Sagen von 1985.

Da sollte es nicht verwundern, dass der Sohn des 1996 verstorbenen Sagen das “Hallo von den Kindern des Planeten Erde” sprach und dieses mit auf die goldene Schallplatte(n) von “Voyager” kam. Insgesamt sind jedoch Grußworte in 55 verschiedenen Sprachen auf der nun fast vier Jahrzehnte andauernden Reise der Sonden durch das All unterwegs. Nicht nur in Englisch. Diese kann man man sich bei der NASA wie eine Auswahl der andere Sounds und Klänge ebenso anhören.

Wissenschaftler starten einen Aufruf an die Menschheit: Eine Million Dollar Preisgeld für die beste SETI-Nachricht an Außerirdische ausgeschrieben!
Wissenschaftler starten einen Aufruf an die Menschheit: Eine Million Dollar Preisgeld für die beste SETI-Nachricht an Außerirdische ausgeschrieben! (Bild: NASA / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Diese kleinen Kurzbotschaften sind im Grunde genommen nichts weiter als Grüße. Keine tiefgreifenden philosophischen oder spirituellen Botschaften, oder was jeder für sich sehr gerne Aliens sagen möchte. Die Deutsche Grußbotschaft auf den Raumfahrzeugen zum Beispiel lautet “Herzliche Grüße an alle.” Die Grüße in Französisch sind da schon mehr als knapp: “Hallo zusammen” und polnisch ist etwa mit den Worten “Willkommen, Kreaturen hinter der äußeren Welt” vertreten.

Hallo Aliens, wie geht´s?

Es ist wirklich recht amüsant, was da alles in den unterschiedlichsten Sprachen an Grüßen durch das All fliegt. In Hebräisch etwa brauch man scheinbar nicht viele Worte, denn in dieser Sprache reist nur das Wort “Frieden” zu den Sternen. Auf Türkisch wiederum wird es problematisch einen entsprechenden Empfänger im Universum zu finden, da diese Botschaft an “Liebe Türkisch sprechende Freunde” gerichtet ist. Koreanisch ist ebenso vertreten – mit einem einfachen “Wie geht´s Dir?”, währen arabisch der Wunsch ausgedrückt wird, dass man eines Tages diesen Aliens auch begegnet. Wie auch auf Indonesisch, wo es heißt, dass man sich “demnächst sieht”. Auch in Gujarati, einer Sprache in Indien, heißt es “Bitte Kontakt”.

Schaut und hört man sich diese Nachrichten bzw. “Grüße an das Universum” an, stellt man sich sicherlich die Frage, was würde man selber für einen kurzen Gruß an ET in eine solche Raumsonde wie “Voyager” packen? Natürlich ist es technisch heute einfacher als 1977 mit den goldenen Schallplatten, aber dennoch regen solche Botschaften sicherlich sehr zum Nachdenken an. Wie eigentlich alle Informationen, die diese Platten beinhalten. Auch wenn es mehr als fraglich ist, ob diese Sonden jemals von irgendwelchen Aliens gefunden werden.

Wenigstens finden sich keine Grüße wie “Ich grüße alle, die mich kennen” oder “Was geht?!” an Bord der Sonden …

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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Neues zum angeblichen "Ende der UFO-Forschung" und der angeblich 100 Prozent-UFO-Aufklärungsrate (1)

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Die UFO-Forschung soll ja mal wieder, so hieß es kürzlich aus Großbritannien, am Ende sein. Während die Medien auch in Deutschland die PR-UFO-Tagung-Mitteilungen von dort zum Ende der UFOs aufnahmen, gab es auch UFO-Vorträge in Deutschland. “BILD Leipzig” berichtete heute kurz nach Mitternacht online darüber. Darin wird nicht nur dargelegt, dass die UFO-Forschung eigentlich am Ende sei – sondern auch, dass 100 Prozent der UFO-Meldungen zu erkären seien. Diese und andere Aussagen lösten hitzige Debatten in der UFO-Szene aus.

Leserbrief von Marius Kettmann der DEGUFO e.V. an die “BILD” bzg. dieses Artikels
(dort auch die Kommentare beachten)

Sehr geehrte Bild-Redaktion,
sehr geehrte Frau Dollmeyer,

ich habe heute im Leipziger Regionalteil von Bild.de Ihren Artikel mit dem Titel: „Bild beim Leipziger UFO-Kongress: Haben die noch alle fliegenden Untertassen im Schrank?“ gelesen und möchte Ihnen meine Meinung zu diesem nicht vorenthalten.

Bereits in Ihrer Einleitung, ist Ihnen ein Fehler unterlaufen. Tatsächlich sah der Pilot Kenneth Arnold am 24. Juni 1947 9 fliegende Objekte im US-Staat Washington, die er nicht identifizieren konnte. Durch seine Beschreibung des Flugmusters, nicht wie oft fälschlicherweise behauptet der Objektform, war er zwar in gewisser Weise der „Schöpfer“ des Begriffs „Fliegende Untertasse“, jedoch nicht der erste Sichter unidentifizierter fliegender Objekte.

Das UFO-Phänomen entstand nicht, wie von Ihnen beschrieben, in der Nachkriegszeit. Zusammenfassungen von Wissenschaftlern wie Dr. Jacques Vallée zeigen, dass es UFO-Sichtungen in allen Menschheitsepochen gab.

Ihre Aussage, dass die „Untertassen-Forscher“, wie sich übrigens die Untersucher des UFO-Phänomens nicht bezeichnen, in einer Krise stecken, ist zu ungenau und zu pauschalisierend. Er betrifft in erster Linie eine UFO-Forschungsvereinigung in Großbritannien und bezieht sich in deren Äußerungen, auf die geeigneten Methoden der Erfassung, Untersuchung und Auswertung von eingehenden Sichtungsmeldung und der Verifizierung von Erklärungshypothesen. Diese Aussage ist nicht unisono auf andere Vereinigungen zu übertragen und auch nicht auf das Phänomen oder seine Erforscher.

In einem weiteren Absatz kommen Sie zu der falschen Aussage, dass der anerkannte Diplom-Physiker Illobrand von Ludwiger UFO-gläubig wäre. Diese Aussage zeigt allenfalls öffentlich vorherrschende Fehlurteile zum Untersuchungsobjekt, die jedoch an der Realität vorbeigehen. In einem Falle der „Gläubigkeit“, müssten sie bei anderen Forschern z.B. zu folgenden Aussagen gelangen: „Der Blitz-und-Donner-gläubige Jörg Kachelmann…“, „Der Sonnen-gläubige Stephen Hawking…“ oder „Der verstorbene Sternen-gläubige Carl Sagan…“. Dem Subjekt UFO kann nicht mit einer Glaubenseinstellung begegnet werden. Da es sich um eine neutrale Abkürzung handelt, welche vom Geheimdienst der US-amerikanischen Luftwaffe, Air Force Intelligence Agency (ATIC), in den 1950er Jahren entwickelt wurde. Diese Abkürzung steht für: „Unidentified Flying Object“ – auf Deutsch: „Unidentifiziertes Flugobjekt“. Sämtliche Meldungen die bei UFO-Vereinigungen eingehen, von Objekten die im Luftraum von Personen beobachtet wurden und die von diesen Personen nicht erklärt werden können, sind sogenannte UFOs im weiteren Sinne (UFOs i.w.S.). Diese Meldungen enthalten nichts, woran man glauben kann oder müsste. Der Begriff des Glaubens hat bei der wissenschaftlichen Untersuchung keine Relevanz. Die Titulierung „UFO-gläubig“ hätte dann auch die Untersucher der US Air Force getroffen, die gerade aus wissenschaftlichen Gründen diese neutrale Definition eingeführt hatte. Die Fälle die auch nach der Untersuchung durch UFO-Forscher und Wissenschaftler keine Aufklärung finden, werden UFOs im engeren Sinne (UFOs i.e.S.) genannt. Diese Fälle haben jedoch ebenfalls nichts mit Glauben zu tun. Lediglich die Personen, die hinter den unidentifizierten Fällen bestimmte Erklärungsthesen postulieren, können an diese nur „glauben“ bis diese Thesen durch wissenschaftliche Untersuchungen verifiziert oder falsifiziert wurden. Reine UFO-Sichtungen und die Behandlung nach genau dieser Definition haben mit Glauben jedenfalls nichts zu tun.

Die von Ihnen gebrachte Aussage, dass Illobrand von Ludwiger nur „alte Zeitungsartikel, CIA-Berichte aus den 1950ern und krakelige Zeichnungen“ präsentiert, ist nicht vollzählig. Neben den von ihnen genannten bildlichen Darstellungsformen, wurden auch Radaraufnahmen gezeigt. Diese sind von der militärischen Luftraumüberwachung zur Verfügung gestellte offizielle, von Radargeräten gespeicherte Flugbewegungen, die keinem bekannten Auslöser zugeordnet werden konnten. Die meist mit sehr großer Sorgfalt und Detailtreue angefertigten Objektskizzen als „krakelig“ zu bezeichnen, mag Ihre subjektive Meinung wiederspiegeln, hat aber in einem neutralen journalistischen Beitrag nichts zu suchen.

Die größten Falschaussagen kommen jedoch von dem von Ihnen zitierten „Skeptiker“ Jens Lorek, die Sie scheinbar ohne nähere Prüfung übernommen haben. Bei Herrn Lorek, der in keinem der drei in Deutschland ehrenamtlich betriebenen und im Vereinsregister eingetragenen gemeinnützigen Vereinen zur UFO-Forschung, namentlich DEGUFO, GEP und MUFON-CES, Mitglied ist und somit an der Erforschung des Phänomens gar nicht beteiligt ist, handelt es sich offenbar um den einzigen Menschen auf der Welt, der hundert Prozent aller UFO-Sichtungen aufklären kann. Es gibt unterschiedliche Aufklärungsquoten von UFOs i.w.S. – meist liegen diese zwischen 80 und 95 Prozent. Keine der staatlich/wissenschaftlich geführten UFO-Studien in den USA, der ehemaligen Sowjetunion und Frankreich, keine der staatlich/militärisch geführten UFO-Untersuchungen z.B. in den USA, Frankreich, Großbritannien und keine der weltweit aktiven privaten UFO-Untersuchungsgruppen, konnte eine hundertprozentige Aufklärungsquote erreichen. Bei allen blieben und bleiben stets Fälle übrig, die zu UFOs i.e.S. werden. Mehr noch, gerade Fälle in denen sich die Objekte besonders nah an den Zeugen befanden und in denen die Zeugenanzahl besonders groß war, gibt es oft keine natürliche Erklärung.

Um was es sich bei UFOs i.e.S. handelt bzw. um was es sich nicht handelt, lässt sich von Niemandem genau sagen. An dem Punkt, an welchem ein Objekt identifiziert ist, wird es zum IFO und bleibt kein UFO mehr. Wenn Herr Lorek aussagt, dass er alles irdisch erklären kann (womit er wahrscheinlich meint ohne exotische Ursachen), dann ist dies wissenschaftlich gesehen genauso unhaltbar, wie die Aussage von Personen, die UFOs als außerirdische Raumschiffe identifizieren. Die klare Aussage ist: das man im Moment nicht sagen kann, um was es sich bei UFOs i.e.S. handelt. UFO ist kein Synonym für außerirdische Flugobjekte. Das dies scheinbar in der deutschen Skeptiker-Szene auch im Jahre 2012 noch nicht durchgedrungen ist, ist äußerst kritisch zu sehen. Hingegen der wissenschaftlich orientierten UFO-Forschung in den Vereinen DEGUFO, GEP und MUFON-CES, in welchem keine Aussagen über die Herkunft von UFOs i.e.S. getätigt wird, scheint Herr Lorek, der sich selbst „Alien-Anwalt“ nennt, keine kritische Trennung seiner eigenen Meinung vom tatsächlichen Untersuchungsobjekt vornehmen zu können.

Die Aussage es gebe nichts Neues, ist ebenso falsch. Allein der DEGUFO wurden im Jahr 2012 ca. 300 Sichtungen gemeldet, was immerhin ca. eine Meldung pro Tag bedeutet.

Ihre Umfrage hat ebenfalls den Kern der UFO-Forschung komplett verfehlt, weil Sie UFOs als Synonym für außerirdische Raumschiffe verwenden, was wissenschaftlich nicht haltbar ist.

Ich nehme nicht an, dass Sie meinen Leserbrief veröffentlichen werden, da die gesamte Darstellung des Themas in Ihrem Bild.de Beitrag scheinbar bewusst in eine falsche Ecke gerückt werden sollte, jedoch möchte ich an ihre journalistische Sorgfaltspflicht appellieren, in der es unter anderem heißt: „Bei Konflikten sind die Positionen beider Seiten darzustellen.“ Gerade bei kontroversen Themen, sollten und können Sie sich nicht auf Aussagen einzelner Verlassen, sondern sollten bewusst investigativ vorgehen. Warum Sie sich, obwohl Sie die Möglichkeit besaßen, mit keinem der Referenten unterhielten, bleibt mehr als fraglich.

Sollten Sie sich hingegen meiner Annahme, doch für eine Veröffentlichung dieses Leserbriefes entscheiden, würde dies sicher die Sachlichkeit des Themas und Ihrer eigenen Glaubwürdigkeit hervorheben.

Mit freundlichen Grüßen

Marius Kettmann
Militärhistoriker
2. Vorsitzender der DEGUFO
Mitglied der MUFON-CES

Links:

Zum Thema:

Es muss nicht alles so sein, es kann auch ganz anders sein. Manche Rätsel sind Scheinrätsel, manche werden zu welchen gemacht, manche aber widerstehen ziemlich hartnäckig allzu glatten Erklärungsversuchen.
(Walter-Jörg Langbein, 1993 in “Die großen Rätsel der letzten 2500 Jahre”)

www.Youtube.com/FischingerOnlineDER MYSTERY-VIDEO-CHANNEL
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Alien-Suche bei “Wer wird Millionär?” und der spannende Hintergrund der eine Millionen Euro-Frage bei Günther Jauch

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"Wer wird Millionär?" vom 14. September 2012: auf der Suche nach Außerirdischen (Bild: rtl-now.rtl.de)
“Wer wird Millionär?” vom 14. September 2012: auf der Suche nach Außerirdischen (Bild: rtl-now.rtl.de / Montage: L. A. Fischinger)

Am 14. September 2012 scheiterte der Kandidat der beliebten “RTL”-Sendung “Wer wird Millionär?” an dieser eine Millionen Euro-Frage: “Mit der Drake-Gleichung berechnet man die Wahrscheinlichkeit von…?” Und diese “Drake-Gleichung” ist sicher vielen Freundinnen und Freunden des Phantastischen und natürlich allen Astronomen bekannt. Aber was genau steckt hinter dieser “Mathematik der Alien-Suche”? Wieso gibt es eine mathematische Formel, mit der man intelligente Alien-Zivilisationen im All berechnen oder besser gesagt deren Wahrscheinlichkeit bestimmen kann?


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Die Antwort “D” bei “Wer wird Millionär?” war und ist heute (14. September 2012) bei “RTL” richtig gewesen: Mit der “Drake-Gleichung” oder auch “Drake-Formel” berechnet man die Anzahl von außerirdischen Zivilisationen im Universum.

Der Show-Kandidat schloss diese Antwort jedoch als erstes aus und musste so letztlich passen. Das ist mit Sicherheit keine Schande.

Es gibt also tatsächlich eine Formel, mit der man Aliens im All mathematisch dingfest machen kann? Ja, die gibt es und Günther Jauch hat diese auch sehr gut in knappen Worten anschließend in der Show erklärt.

Die Drake-Gleichung ist eigentlich sogar ein uralter Hut, den mit Sicherheit die meisten Freunde von Astronomie, Leben im All aber auch Mystery & Co. und meine Leser aus meinen Büchern kennen. In diversen Facebook-Gruppen ist die Formel nach der Sendung “Wer wird Millionär?” von heute nun auch zum Thema geworden.

Was man sich darunter vorzustellen hat

Aufgestellt hat die Formel der berühmte Astrophysiker Professor Frank Drake schon im Jahre 1961 auf einer Konferenz in Green Bank in den USA. Sie soll die Möglichkeit von intelligentem Leben in unserer Galaxis berechenbar machen. Drake gilt als Vater von SETI, der Suche nach Aliens mit Hilfe von Radioteleskopen auf der Erde, die der Masse durch den Kinofilm “CONTACT” (1997) mit Jodie Foster in der Hauptrolle bekannt wurde.

Vorlage war ein gleichnamiger Roman des Astronomen Professor Carl Sagan. Sagan war nicht nur vielfach ausgezeichneter Autor, Astronom und Physiker, sondern schickte auch 1974 eine Radionachricht an mutmaßliche Aliens zusammen mit Frank Drake in das All (Arecibo-Nachricht) um auf die Menschheit auf der Erde hinzuweisen.

Wie im Film “CONTACT” geht die Radioastronomie davon aus, dass technische Zivilisationen im All Radiosignale (bewusst oder wie wir hauptsächlich als “Müll”) aussenden. Diese mit rund 300.000 km/s (Lichtgeschwindigkeit) durch das All rasenden Signale könnten wir Menschen auf der Erde von diesen Außerirdischen heute auffangen. Eben mit dem Projekt SETI – der “Search for Extraterrestrial Intelligence”. Und auf der ersten SETI-Konferenz 1961 wurde eben die Drake-Formel ins Leben gerufen.

Eine Millionen Dollar Preisgeld für die beste SETI-Nachricht an Außerirdische ausgeschrieben (Bild: NASA / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Wissenschaftler starten einen Aufruf an die Menschheit: Eine Million Dollar Preisgeld für die beste SETI-Nachricht an Außerirdische ausgeschrieben! (Bild: NASA / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

So sieht sie aus: N = R Fp Ne Fl Fi Fc L

Diese Gleichung stellte Professor Drake vor über 50 Jahren auf. Zu dieser Zeit gab es unter den Namen “Ozma” ein Radioteleskop-Programm, um eben vermutete außerirdische Signale aufzufangen.

Die bei diesem SETI-Meeting erstellte Gleichung ist bis heute in vielen Büchern, Artikeln und TV-Berichten über extraterrestrisches Leben zu finden. Für all jene, die sich für Astronomie und vor allem Leben im All interessieren, ist diese Formel schon zu einer Art “Legende” geworden. Eine Legende, die immer wieder für Spekulationen und neue Wahrscheinlichkeitsberechnungen sorgt.

Was heißt das alles?

Die Parameter der Formel im Detail:

  • N = Ergibt die Anzahl der intelligenten Alien-Zivilisationen
  • R = durchschnittliche Entstehungsrate von Sternen
  • Fp = Anzahl der Sterne in der Milchstraße, die tatsächlich Planeten besitzen
  • Ne = Anteil der Planeten je Sonnensystem, die irdischen Lebensbedingungen entsprechen bzw. in der einer lebensfreundlichen Zone um ihrer Sonne kreisen.
  • Fl = Anzahl der Planeten mit Lebensformen
  • Fi = Menge der Planeten mit intelligenten Lebensformen
  • Fc = Menge der Planeten mit intelligenten Zivilisationen, die die technische Fähigkeit für eine interstellare Kommunikation entwickelt haben
  • L = die Lebensdauer, die eine derartige außerirdische Kultur überhaupt erreichen kann

Jedem sollte dabei aber sofort auffallen, dass das Ergebnis “N” aus entweder unbekannten oder nur vermuteten Angaben gebildet wird. Und vor 50 Jahren wusste man nicht einmal, ob es überhaupt irgendwelche Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gibt. Seit etwa 20 Jahren kennen wir aber tausende solcher fremden Welten

Die “Erde 2.0” aber bisher nicht. Die aktuelle NASA-Teleskop-Mission “Kepler” im Erdorbit ist eifrig auf der Suche nach dieser. Optimisten glauben, dass es keine zehn Jahre mehr dauern wird, bis wir die zweite Erde im All unter all den Exoplaneten nachweisen können (ob es da intelligente Aliens gibt ist eine andere Frage).

Aktiv SETI - Sollten wir wirklich versuchen Kontakt mit Aliens aufnehmen? (Bild: L.A. Fischinger / Archiv / NASA/JPL [Hubble])
“Active SETI”: Sollten wir selber versuchen Kontakt mit Aliens aufnehmen? (Bild: L.A. Fischinger / Archiv / NASA/JPL [Hubble])
Nachdem Drake einst diese Gleichung vorge­stellt hatte, begannen die dort Anwesenden (unter anderem eben auch Professor Carl Sagan) Zahlen für die einzelnen Punkte zu suchen. Nachdem jede einen Wert zugeteilt bekam stellte sich heraus, dass N = L ist. Somit hängt die Anzahl intelligenter Zivilisa­tionen in unserer Galaxis einzig allein von der Lebenserwartung dieser ET-Kulturen ab.

Professor Drake vermutete, dass es trotzdem zwischen 100 und 1000 oder Millionen bewohnte Welten allein in unserer Milchstraße gibt. Andere sprechen von Milliarden außerirdischen Zivilisationen. Und wieder andere, dass es in unserer Milchstraße nur uns alleine gibt.

Bis heute wird diese Gleichung immer mal wieder neu berechnet und analysiert. Immer mit verschiedenen Ergebnissen. Anhand solcher Angaben dürfen wir also schlicht sagen: es ist jedem selber überlassen, wie viele Alien-Zivilisationen er im All haben möchte.

Intelligenzen im All = Eine oder …?!

Da N = L sein könnte, stellt sich selbstverständlich die Frage, wie lange eine technische Zivilisation überhaupt existieren kann. Der deut­sche Astrophysiker Sebastian von Hoerner legte einst diese durchschnitt­liche Lebenserwartung auf rund 4.500 Jahre fest. Entweder nimmt eine Zi­vilisation diese Hürde oder sie geht vorher unter. Die Gründe hierfür sind unserer irdischen Gesellschaft wohl bekannt: Um­weltzerstörung, Übervölkerung, Kriege, Ausbeutung der planetaren Ressourcen etc. Aber auch und natürlich kosmische Katastrophen, wie der Einschlag eines Kometen, können zum Untergang eines Planeten und somit einer Kultur führen.

Von Hoerner hatte übrigens auch eine einfach-geniale Erklärung, warum bisher keine Außerirdischen ihre Signale bewusst zur Erde sandten: Bei den “Informationsmüll“, den die Menschen durch Fernseh- Radio- Radar- und Funkstrahlungen in das All senden, denn solche Strahlungen bewegen sich bekanntlich mit Lichtgeschwindigkeit von der Erde weg, werden die Außerirdischen einfach kein Interesse an uns haben.

Von Hoerner:

Würden sie uns allein an den Krieg- und Terrorberichten der TV-Nachrichten messen, dürfen wir uns über ihr Schweigen wohl kaum wundern.”

Stephen Hawking sucht nach Aliens - und warnt vor einer Eroberung der Erde durch Außerirdische (Bild: NASA / L.A. Fischinger / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L.A. Fischinger)
Stephen Hawking sucht nach Aliens – und warnt vor einer Eroberung der Erde durch Außerirdische (Bild: NASA / L.A. Fischinger / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L.A. Fischinger)

Aber wie groß ist die Chance, dass solche außerirdischen Superwesen von uns entdeckt werden können? Welche Möglichkeiten stehen uns heute dafür zur Verfügung? Nur Radiosignale? Die Frage wird von Wissenschaftlern schon seit langem diskutiert. Ebenso, ob wir die Erde sogar im All vor den Außerirdischen “verstecken” sollten – wofür es aber eigentlich schon lange zu spät ist.

SETI: Ein nostalgischer Rückblick

Bereits im Jahr 1820 entwarf der Mathematiker Karl Gauss eine Methode, um sich fremden Wesen im All bemerkbar zu machen. Er schlug vor, in Sibirien ein riesiges und rechtwinkliges Dreieck aus Weizen anzulegen, an deren Seiten Pinienwälder gepflanzt werden sollten. Diese Wälder würden den Satz des Pythagoras darstellen, welcher von Au­ßerirdischen dann klar als intelligentes Signal identifiziert wer­den kann.

Da zu Lebzeiten von Gauss vermutet wurde, dass der Mars und sogar der Mond von Wesen bewohnt seien, ist der Vorschlag von ihm (zu seiner Zeit) in der Tat sehr sinnvoll gewesen. Starke Teleskope der grünen Männchen oder des Mann im Mond würde solche geometrischen Formation entdecken und als künstlich erkennen.

Heute nennt man die Methode, absichtlich Signale an Außerirdische zu senden, “Active SETI”. Karl Gauss fand 1820 allerdings keinen Sponsor für sein “Active SETI“-Projekt. Gespartes Geld, wie wir heute wissen.

Einen weiteren Vorschlag machte 1840 der Physiker Joseph von Littrow. Seine Idee bestand darin, in der Sahara Löcher von 20 Meilen Durchmesser zu graben, sie dann mit Kerosin zu füllen und mit Hilfe eines Streichholz(!) zu entzünden. Somit sollten in un­serem Sonnensystem brennende, geometrische Figuren auf eine Intelligenz auf der Erde aufmerksam machen. Selbstmord und Rohstoff­vergoldung im Zeichen der heute kindlich klingenden Wissenschaft damaliger Tage …

Der erste vernünftige Schritt folgte 1899 durch den Elektroin­genieur Nikola Tesla. Er entwarf einen Radiosender (“Tesla-Spirale” genannt und von vielen Esoterikern für allerlei angebliche Zwecke herangezogen) mit 23 Metern Durchmesser, den er in Colorado Springs installierte. Mit der finanziellen Hilfe von J. Pierpont Morgan sendete er nicht nur, sondern es gelang ihm sogar Signale zu emp­fangen. Diese waren aber leider keine außerirdischen Rufsignale, sondern, wie es heute heißt, Niederfrequenzwellen, die sich auf den Kraftlinien der Erde bewegen.

Prof. Stephen Hawking warnt in einem Interview vor dem Untergang der Menschheit - Und spekuliert auch, wie wir den Weltuntergang überleben können ... (Bild: NASA/JPL / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
VIDEO: Stephen Hawking warnt vor dem Untergang der Menschheit (Bild: NASA/JPL / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Heute ist die Technik natürlich sehr viel weiter. Vor allem den rasant fortschreitenden Computertechnologien verdankt SETI überaus viel. Aber weder SETI noch die Drake-Gleichung haben bisher eindeutige Aliens gefunden. Vielleicht ist es auch gut so, dass wir noch keine Außerirdischen gefunden haben. Oder besser gesagt: Dass diese uns noch nicht gefunden haben.

Denn wie sagte der weltbekannte Physiker Professor Stephen Hawking in einem Interview am 25. September 2015 mit einer spanischen Zeitung zur Frage nach den Aliens:

Wenn Aliens uns besuchen, könnte das wie bei der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus enden: Den Ureinwohnern erging es nicht gut. Die Außerirdischen könnten Nomaden sein und versuchen, alle Planeten, die sie erreichen können, zu erobern und zu kolonialisieren. Für mein mathematisches Gehirn reichen die Zahlen bereits als Begründung aus, um über Aliens nachzudenken. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, herauszufinden, was Außerirdische tatsächlich sind.“

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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