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Sensationelle Funde in Südamerika: Die Besiedlung von Amazonien fand rund 8.000 Jahre früher statt

Sensationelle Funde in Südamerika: Die Besiedlung des Amazonas fand rund 8.000 Jahre früher statt!
Sensationelle Funde in Südamerika: Die Besiedlung des Amazonas fand rund 8.000 Jahre früher statt! (Bilder: J. M. Capriles / Science Advances)

Und wieder müssen die Geschichtsbücher umgeschrieben werden! Ein Forscherteam von Archäologen und Anthropologen um José M. Capriles von der Pennsylvania State University haben bei Ausgrabungen in Bolivien Siedlungsspuren gefunden, die darauf hinweisen, dass die Menschen hier bereits um die 8.000 Jahre führe siedelten, als bisher angenommen. Bisher wurde angenommen, dass hier erste Siedlungen erst vor 2.000 bis 2.500 Jahren entstanden und die ersten Südamerikaner zuvor an die 15.000 Jahren lang als Nomaden durch Amazonien zogen. Die neuen Funde der Forscher werfen diese lang gehegten Theorien nun über den Haufen, wie Ihr es hier lesen könnt.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Siedler in Südamerika

Wissenschaftler nahmen bisher an, dass bereits vor 17.000 Jahren Menschen im Gebiet Amazoniens lebten. Sie bildeten eine Gesellschaft von Nomaden, die von der Jagd und dem Sammeln lebten und ließen sich höchstens sehr vereinzelt in kleinen Behausungen nieder.

Erst um Christi Geburt begannen die frühen Südamerikaner in Amazonien sesshaft zu werden und auch eine Landwirtschaft zu entwickeln. Da gab es in anderen Gebieten Südamerikas längst sesshafte Kulturen und ganze Zivilisationen. Zum Beispiel in Peru.

Die Forschungen um José M. Capriles und seinen Kollegen im Amazonas-Gebiet von Bolivien scheinen diese Chronologie jetzt zu widerlegen. Wie die Wissenschaftler am 24. April 2019 in “Science Advances” berichten, haben sie Spuren von menschlichen Siedlungen gefunden, die zum Teil um die 10.600 Jahre alt sind.

Bei ihren Grabungen an drei sogenannten “Waldinseln” in diesem Gebiet (s. Abb. HIER), entdeckten sie in ca. zwei Metern Tiefe eindeutige Belege für frühe Siedlungen. Hier haben Menschen bereits um 5.000 vor Christus gelebt. Und das sogar sehr gesund, was die Analysen der dort gefundenen Zähne und menschlichen Überreste zeigten. Sie wurden vergleichsweise sehr alt und ernährten sich durch eine abwechslungsreiche Kost.

Die Ausgrabungen an den drei “Waldinseln” von Isla del Tesoro, San Pablo und La Chacra ergaben jedoch noch weitaus ältere Ergebnisse. Ein in zwei Meter Tiefe gefundenes Skelett in La Charca war dabei ein Glücksfall, da in dem feucht-heißen Gebiet Amazoniens organische bzw. menschliche Überreste kaum über längere Zeit erhalten bleiben. Diesen Toten datierten die Forscher auf ein Alter von 6.250 bis 6.820 Jahren.

Bei tieferen Grabungen fanden die Forscher zu Überraschung noch weitaus ältere Spuren einer dauerhaften menschlichen Besiedlung. Beispielsweise zahlreiche Reste von Wild und Fischen, von denen sich die frühen Siedler ernährten. An diesem Ort, so schlussfolgern die Ausgräber in ihrer Untersuchung, haben Menschen bereits vor über 10.000 Jahren sesshaft gelebt.

Die Siedlungsgeschichte muss umgeschrieben werden

Auch wenn in Amazonien vereinzelt sesshafte und auch Landwirtschaft betreibende Menschen lebten, glaubte man bisher, dass erst vor etwas über zwei Jahrtausenden diese Kulturen Fuß fassten. Die Funde von Capriles und seinem Team belegen aber, dass es noch eine Art “Zwischenkultur” gegeben haben muss. Die ausgegrabenen archäologischen Fundstellen zeigen nach Meinung der Forscher, dass dieses “Waldinseln” mit ihren heute so auffälligen Bewuchs (kulturelle) Zentren der Nomaden waren.

Diese Menschen waren keine sesshaften Bauern im eigentlichen Sinn, sondern nutzen immer wieder dieselbe Orte. Sie lebten in einer Art Teilsesshaftigkeit, bevor Jahrtausende später die Landwirtschaft in ganz Amazonien die Kultur der Jäger und Sammler ablöste. Das bedeutet zugleich auch, dass die Urbevölkerung des Amazonas für enorme Zeiträume hinweg dieselben Plätze nutze und aufsuchte.

Die Archäologen schreiben in ihrer Veröffentlichung unter anderem dazu:

Diese archäologischen Stätten und ihr Inhalt sind der früheste Beweis für Gemeinschaften, in denen Bedingungen herrschten, die der Nahrungsmittelproduktion förderlich waren, wie Umweltstabilität, Ressourcenstörung und erhöhte Territorialität im tropischen Tiefland des Amazonas.

Als einen der Gründen für diese ersten Siedlungen  in diesem Gebiet nennen Capriles und seine Koautoren auch das Vorhandensein von Wasser. Im Fall von San Pablo war es ein flacher Süßwassersee, wie Sedimentbohrungen ergeben haben.

Die “Waldinsel” in dieser Region stehen schon länger im Fokus der Forschung. Vor allem auf Luftaufnahmen des 110.000 Quadratkilometer großen Gebietes Llanos de Moxos (“Moxos-Ebene”) erkennt man die versunkenen Spuren von tausenden kreisrunder Anlagen, “Waldinseln”, schnurgerade Linien und Feldern sowie kilometerlange Dämme. Ein Gebiet, dass nach diesen Forschungen demnach Jahrtausende früher besiedelt war, als bisher angenommen.

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die Alien-Leichen von Peru: Der nächste “spektakuläre Fund” einer Alien-Mumie in Südamerika (und eine Doku-Serie)

Die Alien-Leichen von Peru - der nächste Streich aus Südamerika (Bilder: Gaia.com / Screenshots YouTube)
Die Alien-Leichen von Peru – der nächste Streich aus Südamerika (Bilder: Gaia.com / Screenshots YouTube)

Mehr und mehr entwickelt sich Südamerika und hier speziell Peru zu einem Eldorado für Alien-Fans. Nachdem zuerst winzige “Alien-Mumien” und dann eine “Alien-Hand” dort aufgetaucht sein sollen, wie HIER und HIER berichtet, geht es nun in die dritte Runde. Jetzt haben die dortigen Mystery-Fans/Forscher gleich eine vollständige und perfekte Mumie eines mutmaßlichen Außerirdischen mit drei riesigen Zehn und Fingern gefunden. Diesmal ist der Fund, der laut Berichten auf der legendären Hochebene von Nazca ausgegraben wurde, sogar etwa 1,68 Meter groß und sei ein weibliches Wesen. Eine archäologische und geschichtliche  Sensation, wie es heißt. Mehr dazu in diesem Posting und einigen Videos dazu.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die Grenzwissenschaft und Mystery Files Gemeinde in Südamerika kommt nicht zur Ruhe: Nach den mehr als zweifelhaften Entdeckungen von Alien-Leichen und einer fremdartigen mumifizierten Hand mit riesig langen Fingen kommt nun die nächste Sensation aus Peru!

Die dortigen Mystery-Forscher vermelden, dass sie im Bereich der Ebene von Nazca eine vollständige Mumie eines fremden Wesens gefunden haben (s. Titelbild). Diesmal sei die Entdeckung eine epochale Entdeckung, da das (weibliche) Wesen scheinbar ein Alien und in einem ausgezeichneten Zustand ist.

Außerdem sei es diesmal nicht eine kleine Alien-Leiche, wie meist bei  solchen Funden üblich, sondern dieser Humanoid war einst fast 1,70 Meter groß. Und trauen wir beispielsweise veröffentlichten Röntgenaufnahmen, dann gab es schon am 19. Mai 1997 erste Untersuchungen der Gestalt.

Hier seht Ihr eine Computer-Rekonstruktion aus Peru, wie man sich dort das aufrecht stehende Individuum vorstellt:

Die Alien-Leichen von Peru : So soll die Mumie aufgerichtet aussehen (Bilder: Gaia.com / Screenshots YouTube)
Die Alien-Leichen von Peru : So soll die Mumie aufgerichtet aussehen [für eine Großansicht – anblicken] (Bilder: Gaia.com / Screenshots YouTube)
Nun könnte man an dieser Stelle sehr viel über diese neue Mumie aus Peru diskutieren. Doch durch die oben verlinkten Postings mit den peruanischen Alien-Mumien und der seltsamen Hand, scheint es wieder nur Unfug zu sein. Zwar ist die “hockende Position” der Mumie im Andenraum von Südamerika sehr verbreitet, aber das war es auch schon.

Ebenso zeigt sich sehr schnell, wenn man die Internet-Videos und die Berichte zu dieser Mumie im Netz studiert, dass auch hinter dieser “sensationellen Entdeckung” die gleichen Personen stecken, wie bei der Hand und den Mumien zuvor.

Auch ist augenscheinlich, dass diese neue Alien-Mumie mit ihren 17 Zentimeter langen Fingen ausgezeichnet zu der gruseligen Hand passt, mit denen man zuvor an die Medien ging (Bild).

Die Mumie hat zwar Hand und Fuß, aber diesmal gehen die fragwürdigen Grenzwissenschaftler in Peru einen Schritt weiter: Sie haben zusammen mit der Firma “Gaia” eine Doku-Serie nach typischer us-amerikanischer Art daraus gemacht.

Kein Wunder, denn “Gaia” sitzt in Louisville, Colorado, USA, und hat zahlreiche Videos und Artikel zu Themen des Phantastischen im Angebot. Von Themen wie Ancient Aliens und Leben nach dem Tod bis UFOs, Jesus-Mysterien und Esoterik ist alles dabei. Übrigens auch den fragwürdigen “Alien-Mumien-Film” SIRIUS von Steven Greer (HIER mehr dazu).

So jetzt auch die Video-Reihe “Unearthing Nazca” mit dieser seltsamen “Alien-Leiche”, die man jedoch nur gegen Bezahlung vollständig sehen kann (was grundsätzlich ja OK ist). Wenn man sich jedoch schon in dem “Spezial Report”-Video HIER der Produktion einmal die ersten 5 bis 7 Sekunden anschaut ist es schon überaus erstaunlich, dass die riesigen Zehn der angeblich uralten Mumie so perfekt erhalten und nicht abgebrochen sind.

Ich bezweifele, dass hier irgendwas Spektakuläres heraus kommen wird. Leider …

Hier ein Video von mir zu den Funden in Peru, zu dem sich nun diese neue Mumie gesellt:

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft [klick] hier.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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“Alien-Hand” in Peru gefunden: was ist denn da schon wieder in Südamerika los?

"Alien-Hand" in Peru gefunden: was ist denn da schon wieder in Südamerika los? (Bild: YouTube-Screenshot Tyler Cusco)
“Alien-Hand” in Peru gefunden: was ist denn da schon wieder in Südamerika los? (Bild: YouTube-Screenshot Tyler Cusco)

Und wieder wurde etwas angeblich Seltsames in Peru gefunden; diesmal eine “Alien-Hand”. Man könnte auch sagen, dass das Trio Thierry Jamin, Scott C. Waring und Brien Foerster hat mal wieder zugeschlagen, nachdem sie kürzlich erst zwei “Alien-Mumien” aus Peru in der grenzwissenschaftlichen Szene in Südamerika und den USA bekannt machten. Diesmal jedoch ist eine sehr große menschenähnliche Hand, die nach den Röntgenbildern zu urteilen auf keinen Fall von einem Menschen stammen kann. Aber was ist sie dann und was geht derzeit in Peru vor sich? Den Background dieser “Alien-Hand” und wer genau hinter dieser Story steckt – erfahrt Ihr hier.

“Alien-Hand” in Peru gefunden: was ist denn da schon wieder in Südamerika los? weiterlesen

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“Alien-Mumie” in Südamerika gefunden: DNA-Untersuchungen sollen Klärung bringen. Ein genauer Fakten-Check

Erneut "Alien-Mumie" in Südamerika gefunden - diesmal in Nazca ... (Bild Thierry Jamin Screenshot facebook.com thierry.jamin)
Erneut “Alien-Mumie” in Südamerika gefunden – diesmal in Nazca … (Bild Thierry Jamin Screenshot facebook.com thierry.jamin)

Wiedereinmal macht eine angebliche Mumie eines Aliens die Runde, die diesmal in Peru gefunden worden sein soll. Zwar ist der Fund bzw. die beiden “Aliens” noch nicht so sehr in der englischen und deutschen Grenzwissenschaft bekannt, aber im spanischsprachigen Internet sehr wohl. Dort sowie in den südamerikanischen Medien werden diese Funde bereits seit einigen Woche diskutiert. Zumal es augenscheinlich erste medizinische Untersuchungen der “Alien-Mumie” in Cusco, Peru, gab (Röntgenaufnahmen), die einen Fake aus anorganischen Materialien ausschließen sollen. Aber wie bei praktisch jeder Entdeckung dieser Art gibt es mehr Fragen als Fakten dazu. Hier sollen deshalb Fakt und Fiktion zu der “Alien-Mumie” und dem dazugehörigen “Alien-Schädel” aus der Wüste von Peru einmal genau vorgestellt werden.

 

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Spontan fallen mir mehr als ein halbes Dutzend angeblicher “Alien-Mumien” ein, die in den letzten Jahre entdeckt wurden. Mal begleitet von großem Interesse innehab der Grenzwissenschaft und teilweise auch Mainstreampresse, mal standen diese “Wesen” eher beiläufig im Fokus des Mystery-Interesses.

“Stammleser/Innen” dieses BLOG und meiner Veröffentlichungen wissen, dass solche angeblichen Alien-Leichen aus der ganzen Welt durchaus spannendes Themen sein können. So könnte es vielleicht auch bei diesem neuen Fund aus Peru in Südamerika sein, der im spanischen Internet kursiert.

Obwohl ich persönlich, dies sei vorweg deutlich gesagt, auch diese Entdeckung nicht für eine “Alien-Mumie” halte. Ich halte sie nicht mal für eine echte Mumie, da hier wohl eher von modifiziert als von mumifiziert zu sprechen ist …

Riesen Schädel – riesen Augen – mini Füßchen

Die Herkunft der angeblichen Mumie eines fremden Wesens ist (wiedermal) nicht eindeutig. Vor allem auch deshalb, da es mindestens zwei “Alien-Mumien” gibt, die hier in Peru aufgetaucht sind. Ich bin sicher, dass dieser Umstand noch für Verwirrung sorgen wird, sofern diese Funde es  in die deutsche Gemeinde der Grenzwissenschaft schaffen.

Zumindest aber sollen sie in Nazca bzw. “in der Wüste im südlichen Peru” gefunden worden sein. Wobei die Hochebene von Nazca in Peru mit ihren Scharrbildern natürlich jeder grenzwissenschaftlich Interessierte kennt. Bekannt ist diese 21 Zentimeter winzige Mumie (nennen wir sie mal weiterhin so) bisher jedoch nur im spanischen Internet und dort vor allem auf entsprechenden Facebook-Seiten. Hier ist vor allem Thierry Jamin der Mystery-Gruppe “Paititi” zu nennen, der schon seit spätestens 16. November 2016 bei Facebook von dieser “außergewöhnlichen archäologischen Entdeckung” schreibt, die “im Süden von Peru zu Beginn des Jahres 2016” gemacht worden sein soll.

Angeblich, so heißt es auch , seien die Entdeckungen in einer verschlossenen Höhle gemacht worden, in der verschiedene Steinsarkophage standen. In diesen Särgen wiederum befanden sich verschiedene Leichname oder Mumien “unterschiedlicher Größen und Spezies”. Darunter auch der “Mini-Alien” und ein einzelner “Alien-Kopf”.

Auch der peruanische Fernsehsender “CTC” aus Cusco berichtetet in diesem Jahr von den “außergewöhnlichen Entdeckungen” und machte sie so weithin in Südamerika bekannt. Dies geschah bereits in dem “News Report” des Senders am 6. Oktober, in dem sie auch den anonymen Finder/Grabräuber/Archäologe mit dieser Mumie interviewten. Eine Tage später ist dieses Interview auch von “CTC” bei YouTube hier hochgeladen worden.

Die angebliche "Alien-Mumie" aus Peru (Bild CTC Cusco / YouTube-Screenshot)
Die angebliche “Alien-Mumie” aus Peru – Zur Großansicht anklicken (Bild: CTC Cusco / YouTube-Screenshot)

Nur anhand eines TV-Beitrages aus Peru wäre dieser “außerirdische Gnom” an dieser Stelle nicht von Interesse. Doch am 12. Dezember wurde der Winzling in einem medizinischen Labor genauer untersucht. Das heißt, es wurden Röntgenaufnahmen von dem Kopf und der Mumie angefertigt, wie unter anderem Thierrey Jamin auf seiner Facebook-Seite berichtete. Dazu schreibt er:

Die Meinung der radiologischen Ärzte ist klar: Es handelt sich tatsächlich um einen mumifizierten Kopf aus Fleisch und Blut. Es kann sich nicht, in keinster Weise, um Betrug oder einen Kopf aus Holz, Plastik oder Pappe handeln. Die Details der Röntgenaufnahmen gehen in Richtung Echtheit dieses ,Relikt’“.

Weiter heißt es, dass jetzt nicht nur Institute für C14-Untersuchungen des Fundes gesucht werden, sondern auch für DNA-Analysen des Körpers. Diese könnten die Röntgenuntersuchungen des Arztes Dr. Edson Salazar Vivanco weiter führen und so die Echtheit des Fundes bestätigen oder eben widerlegen. Auch der bekannte Mystery-Autor Brien Foerster aus den USA ist in diesem Zusammenhang aktiv, da auch er um eine Untersuchung der Funde bemüht sei.

Tatsächlich hat Dr. Vivanco seit dem 3. Dezember Fotos und Videos auf sein Facebook-Profil hochgeladen, die die Mumie sowie die Röntgenaufnahmen dieser zeigen. Die Mumie sei “wirklich erstaunlich”, so Dr. Vivanco, und habe klar ein humanoides Aussehen. Das seht Ihr ja auch auf dem Bild oben – aber dazu gleich mehr.

Dr. Vivanco schrieb bei Facebook dazu:

“Der Körper befindet sich in mumifizierten Zustand und  hat eine schwammige (oder mürbe, LAF) Struktur. Es sind Details der Haut und der Knochen zu erkennen, die den unseren ähneln, und hat einen überproportionalen Kopf, einen Hals, Brust, Wirbelsäule, drei Rippen, Becken und Extremitäten.”

“Drei Rippen” ist hier eine etwas verwirrende Aussage. Die Röntgenbilder, die etwa in diesem Video zu sehen sind, zeigen drei Rippen auf jeder Seite.

“Zieht Eure eigenen Schlussfolgerung”

Was soll man davon jetzt halten? Dr. Vivanco rät seinen Lesern bei Facebook, selber Schlüsse zu ziehen. Jäger das Phantastischen machen das doch zu gerne.

Bei Facebook und bei YouTube finden sich inzwischen in spanischen Beiträgen eine ganze Reihe von Fotos und Videos dieses angeblichen Außerirdischen (s. auch hier). Dabei fällt schnell auf, dass hier eindeutig zwei unterschiedliche “Figuren” untersucht wurden. Zum einen die nur 21 Zentimeter kleine “Alien-Mumie” oben auf dem Bild, zum anderen nur ein einzelner Schädel ohne Körper. Dieser einzelne Schädel ist es auch, von dem die meisten Details zu sehen sind:

Die angeblichen Alien-Leichen aus Peru - Zur Großansicht anklicken (Bilder: E. Vivanco / Collage: L. A. Fischinger)
Die angeblichen Alien-Leichen aus Peru – Zur Großansicht anklicken (Bilder: E. Vivanco / Collage: L. A. Fischinger)

Schaut man sich die Röntgenaufnahmen der vollständigen Mumie einmal an (siehe unten), dann scheint die mumifizierte “Alien-Leiche” tatsächlich auch Knochen zu bestehen. Doch der Körper erscheint auf den Bildern wie aus verschieden Knochen zusammengesetzt zu sein, was auch die Aufnahmen des Senders “CTC” des Körpers selber nahelegen. Also: gefälscht. Schon allein die “Wirbelsäule” und die beiden “Schlüsselbeine” erwecken zumindest bei mir den Eindruck eines plumpen Schwindels.

Interessant ist natürlich auch der einzelne “Alien-Schädel“, der oben links in der Collage zu sehen ist. In einem YouTube-Video vom 21. November soll zu sehen sein, wie der Schädel aufgefunden ausgesehen hat. Er war dabei von festem Erdreich bzw. Sand umgebenen gewesen und das Video zeigt, wie vollkommen dilettantisch mit einem Zahnstocher (und ohne Handschuhe, wie bei fast allen Fotos/Videos auch zu sehen) der sonderbare Kopf vom Schmutz befreit wird.

Man sieht weiter, dass offenbar mit einem Seitenschneider (“Kneifzange”) und einem Teppichmesser dann die Haut aufgeschnitten wurde und so der eigentlich Knochen zum Vorschein kam. Ebenso wird im Video mit einem Zahnstocher Baumwolle (heißt es) aus dem Schädel entnommen und später zeigt der Film die Röntgenuntersuchungen. Jedoch die Röntgenaufnahmen der vollständigen “Alien-Mumie” und nicht des zuvor “sezierten” Schädels …

Auf eine Einbindung dieses Videos an dieser Stelle verzichte ich mal.

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Eine tote Katze?

Um eventuellen Verwechselungen wirklich vorzubeugen, hier ein Film-Screenshot beider Funde nebeneinander:

Die angeblichen "Alien-Leichen" im Vergleich - Zur Großansicht anklicken (Bild: YouTube-Screenshot)
Die angeblichen “Alien-Leichen” im Vergleich – Zur Großansicht anklicken (Bild: YouTube-Screenshot)

Einweghandschuhe kennt man in Peru scheinbar nicht oder besser gesagt selten. Nicht sehr förderlich, wenn doch eine C14-Datierung und eine DNA-Analyse der seltsamen Funde angedacht ist. Und immerhin sucht selbst Dr. Vivanco auf seinem Facebook-Profil nach Unterstützung, da die Untersuchungen 7.000 Dollar oder mehr kosten würden.

Die Röntgenbilder des einzelnen Schädels, der offenkundig zumindest im Inneren tatsächlich ein Schädel ist, könnten vielleicht ein wenig dieses südamerikanische Mysterium erhellen. Es könnte sich um einen bearbeiteten/manipulierten Schädel einer Katzenart handeln, wenn man einmal die Bildersuche bei Google zum Vergleich bemüht. Vielleicht sogar einer einfachen Hauskatze, bei der der Unterkiefer fehlt. Durch den entfernten Unterkiefer, ein nicht gerade kleiner Knochen im Kopf einer Hauskatze, erscheint ein Katzen-Schädel tatsächlich absurd länglich und “außerirdisch”. Die Haut und das Alien-Gesicht wurden dann um diesen Schädel herum “modelliert”.

Man sollte diesem “Alien-Schädel” auch mal in die Augen blicken: Was sollen diese absurden Querlinien auf oder in den Augen der “Alien-Mumie“?! Ebenso sind die Röntgenaufnahmen des vollständigen Zwerges alles andere als beeindruckend oder beweiskräftig. Selbst die unterschiedlich aussehende Wirbelsäule erscheint hier, als habe man sie aus mindestens zwei Knochen zusammengesetzt – inklusive einem “Gelenk” dazwischen. Da, wo beim Menschen das Steißbein sitzt, ist bei dem “Außerirdischen” übrigens seine Wirbelsäule augenscheinlich abgebrochen.

In diesem Zusammenschnitt aus zwei Bildern habe ich mal die entsprechenden “Stoßkanten” und die “Abbruchkante” der Knochen markiert:

Röntgenbild der angeblichen nur 21 Zentimeter kleinen Alien-Leiche (Bild: YouTube-Screenshot / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Röntgenbild der angeblichen nur 21 Zentimeter kleinen Alien-Leiche – Zur Großansicht anklicken (Bild: YouTube-Screenshot / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Wer will uns hier wieder einmal einen “Alien aufbinden”, wie ich denke? Diese Bilder sagen eigentlich alles. Und das sollte auch jeder Mediziner und jeder medizinische Laie in Peru erkennen! Hier ist wohl eher von modifiziert als von mumifiziert zu sprechen.

Wenn man nicht die ganze Welt der Grenzwissenschaft wachsam im Auge behält, immer hinterfragt und sich diverse “Sensationen” genau ansieht (wenn man daran überhaupt Lust und Interesse hat) – gibt es bald nur noch Lug und Trug …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Erich von Däniken: “Unmögliche Wahrheiten: Von Südamerika nach anderswo”

Spannende Erkenntnisse und faszinierende Bilder!

Mehrere Jahrzehnte sind vergangen, seit Erich von Däniken seine ersten Bestseller veröffentlichte, die rund um die Welt Millionenauflagen erreichten. Was ist seither geschehen? Wurden die Rätsel entschlüsselt, die Geheimnisse gelüftet? Fanden Wissenschaftler überzeugende Erklärungen?

Diese Fragen beantwortet Erich von Däniken in seiner spannenden Neuerscheinung ganz klar: Nein, keines der Rätsel wurde gelöst. Im Gegenteil: Neue und sensationelle archäologische Funde werfen weitere Fragen auf.

Erich von Däniken nimmt Sie mit zu all den rätselhaften, geheimnisvollen und mitunter unheimlichen Schauplätzen in aller Welt. Erfahren Sie die neuen brisanten Erkenntnisse des Autors. Und lassen Sie sich faszinieren von den zahlreichen aussagekräftigen Bildern, mit denen Erich von Däniken seine spektakulären Forschungsergebnisse illustriert.

Tauchen Sie ein in die Welt der unmöglichen Möglichkeiten.

Glaubte man früher, nur die Nazca-Indios in Peru hätten vor Jahrtausenden gigantische Bilder in den Boden gekratzt, weiß man’s inzwischen besser. Dieser Spuk existiert weltweit. Im Nordosten Jordaniens, 150 Kilometer nördlich von Medina (Saudi-Arabien), am Aralsee, im Grenzgebiet der mexikanisch-kalifornischen Wüste von Macahui und sogar in der südafrikanischen Kalahari-Wüste – überall existieren riesige Kreise und Räder im Gelände, soweit das Auge reicht, kilometerlange drachenähnliche Gebilde und übernatürliche Wesen mit Strahlenköpfen.

“Wann endlich begreift man die Globalität des Phänomens Nazca?”, fragt Erich von Däniken und belegt es mit eindrücklichen Bildern. “Offensichtlich war die ,Ideologie’ unserer steinzeitlichen Vorfahren weltweit die gleiche. Es ging immer um Zeichen für die Götter, um Signale an jene, die sich am Firmament bewegten.”

Wer weiß schon, dass König Salomon über einen Flugwagen verfügte, der “an einem Tag eine Wegstrecke von drei Monaten zurücklegte”? Wer hörte je von einer uralten Flugkarte, welche “die Erde mit ihren Kontinenten und Meeren, die bewohnten Landstriche, ihre Pflanzen und Tiere und viele andere erstaunliche Dinge” zeigte?

Durch diesen hochbrisanten Report des meistgelesenen und meistkopierten Sachbuchautors der Welt lernen Sie das Staunen wieder.

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Drangen spanische Kelten lange vor Kolumbus bis nach Peru in Südamerika? Das Rätsel der "Wolkenmenschen" Chachapoya

Kamen die Kelten als erste Siedler nach Amerika? Darüber berichtete ich kürzlich auf diesem BLOG. Nun hat der Kulturwissenschaftler Hans Giffhorn dazu ein Buch veröffentlicht. Er verweisst darin unter anderem auf eine genetische Verwandschaft zwischen Peru und Kelten aus Spanien. Auch “Focus Online” widmete sich nun diesem Thema.

Bei “Amazon” wird die Arbeit “Wurde Amerika in der Antike endeckt?von Hans Giffhorn mit diesen Worten beworben:

In den peruanischen Anden, in der kaum erforschten Region des rätselhaften, vor Jahrhunderten untergegangenen Volkes der Chachapoya, stießen Abenteurer auf uralte steinerne Rundbauten und gewaltige Festungen, die nirgendwo in Amerika ihresgleichen finden – die aber bis ins Detail den zweitausend Jahre alten Bauwerken spanischer Kelten entsprechen.

Zufall, könnte man meinen. Aber Hans Giffhorn entdeckte weitere Indizien, die für eine Herkunft der Chachapoya aus dem antiken keltisch-karthagischen Kulturraum sprechen: ähnliche Götterdarstellungen, fast identische Steinschleudern, die gleiche Technik der Schädelbohrung. Mehr noch: In uralten Mumien der Chachapoya konnte die aus der Alten Welt stammende Tuberkulose nachgewiesen werden, und neue genetische Untersuchungen ergaben Indizien für eine Verwandtschaft von Nachkommen der Chachapoya mit spanischen Kelten. Hans Giffhorn weist nach, dass es keltischen Kriegern im Verbund mit Karthagern durchaus möglich war, nach Peru zu gelangen, und er berichtet fesselnd von seiner akribischen Spurensuche am Amazonas und in den Anden, aber auch in Labors, Museen und Archiven.”

Fraglos ein sehr spannendes Thema.

“Focus Online” berichtet dazu am 28. Januar 2012 zum Beispiel:

Darin (in dem Buch, Anm. L.A.F.) entwirft er das Szenario, karthagische Seeleute hätten im 2. Jahrhundert vor Christus zusammen mit keltischen Kriegern und Söldnern aus Mallorca den Atlantik überquert. Ziel sei es gewesen, den Römern, die damals die rivalisierende Metropole Karthago in Nordafrika zerstörten, zu entkommen. Ebenfalls per Schiff hätten die Flüchtlinge anschließend das Amazonas-Gebiet durchquert und zuletzt im Nordosten des heutigen Perus eine neue Kultur begründet: die der Chachapoya.”

Das klingt schon sehr spannend …

Archäologie: Spektakuläre These: Kamen die Kelten bis nach Amerika? – weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/wissen/mensch/archaeologie/tid-29207/archaeologie-spektakulaere-these-kamen-die-kelten-bis-nach-amerika_aid_905807.html

VLOG zum Thema von Lars A. Fischinger:

 Links

   Zum Thema:

  Es muss nicht alles so sein, es kann auch ganz anders sein. Manche Rätsel sind Scheinrätsel, manche werden zu welchen gemacht, manche aber widerstehen ziemlich hartnäckig allzu glatten Erklärungsversuchen.

(Walter-Jörg Langbein, 1993 in “Die großen Rätsel der letzten 2500 Jahre”)
www.Youtube.com/FischingerOnlineDER MYSTERY-VIDEO-CHANNEL

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Das Sonnentor von Tiahuanaco: Eine "Sintflut" vor Jahrtausenden hoch in den Anden Südamerikas?

Das Sonnentor von Tiahuanaco in Bolivien (Langbein)

Rätsel über Rätsel machen uns staunen! Da gab es vor Jahrtausenden auf der Hochebene in den Anden Boliviens eine unglaublich fortgeschrittene Kultur mit einem fremdartigen Kalender. Das Sonnentor von Tiahuanaco erweist sich als komplexer Kalender von unglaublicher Präzision!

Eisiger Wind beißt sich durch meine zwei dicken Wollpullover. Jeder Schritt fällt schwer, jeder Atemzug schmerzt. Kein Wunder: Ich befinde mich in 4.000 Metern Höhe über dem Meeresspiegel, nicht im Flugzeug, sondern in den Hochanden Boliviens. Vor mir erhebt sich ein Monument aus schwärzlich-grauem Stein. Das seltsame “Sonnentor” wurde aus einem einzigen Andesitblock gemeißelt. Irgendwann einmal zerbracht es in zwei Teile … wurde es von einem Erdbeben gestürzt? Wurde es in einer apokalyptischen Katastrophe umgeworfen, so als wäre es ein kleines Modell für die Spielzeugeisenbahn und nicht dreieinhalb Meter hoch und vier Meter breit?
 
Das Geheimnis der Anden IV, Teil 125 der Serie “Monstermauern, Mumien und Mysterien” von Walter-Jörg Langbein. Mehr bei bei “Ein Buch lesen!“:

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Rüdiger Nehberg verstorben: Was der Survival-Experte mit den Themen von Erich von Däniken zu tun hatte – Ein Abenteuer auf der Suche nach den Außerirdischen von Akakor (Artikel)

Rüdiger Nehberg verstorben: Was der Überlebenskünstler mit der Grenzwissenschaft zu tun hatte (Bilder: gemeinfrei / S. Schmid/Archiv W. Siebenhaar / WikiCommons/Chemikus69/gemeinfrei)
Rüdiger Nehberg verstorben: Was der Überlebenskünstler mit der Grenzwissenschaft zu tun hatte (Bilder: gemeinfrei / S. Schmid/Archiv W. Siebenhaar / WikiCommons/Chemikus69/gemeinfrei)

Der deutsche Abenteurer und Aktivist für Menschenrechte Rüdiger Nehberg ist verstorben. Ein weltbekannter Survival-Expert, den seine zahllosen Fans liebevolle “Sir Virval” nannten und den viele TV-Zuschauer kannten. Nicht nur deshalb, da er bei seinen Abenteuern und Überlebens-Tipps alles aß, was da irgendwo herumkrabbelte. Auch durch seinen Einsatz zum Schutz indigener Völker und zuletzt vor allem gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Doch was die wenigstens wissen: Nehberg hatte einst weit mehr mit Grenzwissenschaft, Erich von Däniken und dem Thema “unbekannte Kulturen” zu tun, als es heute den Anschein hat. Denn er war maßgeblich an der Aufdeckung eines gewaltigen und vor allem tödlichen Betruges um ein versunkenes Reich namens Akakor in Brasilien beteiligt. Eine Story, die für Aufsehen sorgte und selbst Steven Spielberg seinen Film “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” beeinflusste. Ein Geschichte um Morde, Skandale, Betrug und der Suche nach einem fremden, rätselhaften Volk im Urwald Südamerikas, wie sie kein Autor erfinden könnte. Und dessen Hauptfigur, ein Deutscher, offenbar bis heute nicht von seinen Geschichten abrücken will. Was hinter dieser unglaublichen Geschichte steckt, was Rüdiger Nehberg einst aufdeckte, was die ARD und Erich von Däniken damit zu tun hat und warum die Ereignisse bis heute ohne Konsequenzen blieben, erfahrt Ihr in diesem Artikel.


Versunkene Kulturen und die Suche nach El Dorado

Sind die alten Kulturen und Völker der Vergangenheit von den Archäologen und Forschern in aller Welt bereits entdeckt? Wissen wir heute, wo und wann sich diese oder jene Zivilisation entwickelte und können wir in gerader Linie nachweisen, wie sich die Menschheit auf der Erde entwickelte? Gibt es noch heute unentdeckte Kulturen der Vergangenheit von denen wir – wenn überhaupt – nur in Mythen und Legenden erfahren?

Befasst man sich mit der Vergangenheit, so erscheint es, als sei alles lückenlos geklärt. Doch näher betrachtet streitet heute kein Archäologe der Welt mehr ab, dass es noch viele Fragen und unentdeckte Spuren der Ahnen gibt. Rund um den Erdball machen Wissenschaftler immer wieder neue Entdeckungen und immer wieder muss auch die Geschichte umgeschrieben werden. Ein Bruchteil der uralten Schriften der Vergangenheit ist zum Beispiel erst entziffert. Was mögen sie uns in Zukunft noch offenbaren?

Doch ist es nicht ein faszinierender Gedanke irgendwo auf der Erde neue und bislang unentdeckte Spuren unbekannter Zivilisationen und Völker zu finden? Beispielsweise wie die angeblichen “Bosnischen Pyramiden”, an denen seit Jahren gegraben wird. Oder auch die versunkenen Städte vor der Küste Indiens, die erst vor wenigen Jahren gefunden wurden und 9.000 Jahre alt sein sollen.

Auch Südamerika ist zum Teil noch ein weißes und unbekanntes Terrain. Das alte Kulturland Perus zum Beispiel verbirgt noch viele kulturelle und geschichtliche Fragen. Nicht nur die Inkas lebten hier, sondern vor ihnen bereits andere Zivilisationen. Selbst Pyramiden, die älter sind als die Pyramiden in Gizeh in Ägypten, finden sich in Peru.

Schon die Spanier suchten im 16. Jahrhundert versunkene Städte und Völker in Südamerika. El Dorado, die legendäre Goldstadt voller Reichtümer und Gold, wurde ebenso gesucht wie andere Orte in den Weiten des Kontinentes. Abenteurer und Reisende berichteten in den vergangenen Jahrhunderten auch immer wieder von versunkenen Städten unbekannter Herkunft und unbekannten Alters im riesigen Dschungelgebiet Brasiliens. Gefunden und erforscht wurden sie jedoch bis heute nicht.

Die Chronik von Akakor

Doch im Jahre 1976 erhielt die Suche nach versunkenen Völkern in Südamerika neuen, scheinbar sensationellen Aufwind.

In Deutschland erschien das Buch „Die Chronik von Akakor“ des Journalisten Karl Brugger. Und diese Veröffentlichung schlägt bis heute weite Wogen bei der Leserschaft. Auch über 30 Jahren nach seiner Erstauflage haben das Buch und vor allem die darin erzählte Geschichte ihre Fans. Obwohl schon damals die unglaubliche Geschichte in dem Buch mit keinerlei Beweisen aufwarten konnte. Auch wenn „Die Chronik von Akakor“ vom Verlag als „historisches und kulturelles Dokument“ beworben wurde.

Der Autor Brugger war bei Erscheinen seines Buches auch kein Unbekannter: Der 1942 nahe München geborene Brugger studierte Zeitgeschichte und Soziologie in München und Paris. Er gilt als Experte für Indianerfragen, arbeitete bis 1974 als Korrespondent für Fernsehen und Rundfunk und war außerdem Auslandskorrespondent der ARD in Rio de Janeiro in Brasilien. Folglich sah man in seinem Buch 1976 eine ernsthafte Veröffentlichung eines seriösen Journalisten aus Deutschland.

Doch was erzählte Brugger nun damals in seinem Buch?

Brugger schildert nicht weniger als die Geschichte eines unbekannten Indianervolkes in Südamerika mit einer sensationellen Herkunftsgeschichte. Der „weiße Häuptling“ der Ugha Mongulala genannten Indianer, Tatunca Nara, traf sich am 3. März 1972 mit Brugger und erzählte ihm die phantastische Story seines Indianervolkes und ihrer vor der Zivilisation versteckten Gesellschaft. Die vorrückende Zivilisation bedrohe die Existenz seines Volkes, und so wollte Tatunca Nara nach eigenen Angaben dafür sorgen, dass die Historie seines Volkes nicht untergeht.

Tatunca Nara, der “weiße Häuptling” der Ugha Mongulala

Angeblich, so schildert es der weißhäutige Häuptling dem deutschen Journalisten, begann die Geschichte seines Volkes vor weit mehr als 13.000 Jahren. Eine Zeit also, in der es nach der allgemeinen Geschichtsschreibung nirgendwo auf der Erde eine Zivilisation gab. Damals, so Nara weiter, kamen die leibhaftigen Götter aus dem Himmel zur Erde und wurden die Lehrmeister der Indianer Südamerikas. Mit glänzenden Raumschiffen seien sie von einem Planeten mit Namen „Schwerta“ gekommen. „In der Stunde Null, 10481 vor Christus in der Zeitrechnung der Weißen Barbaren, verließen die Götter die Erde“, so berichtete es Tatunca Nara.

Im Jahre 3166 vor Christus kamen die außerirdischen Götter wieder auf Erde. Es war die Zeit nach einer verheerenden Katastrophe und das Volk wurde immer kleiner. Die Außerirdischen verschwanden nach diesem Krieg der Sterne wieder und zurück blieb bis ihr Reich mit Akakor als Hauptstadt. Dieses legendäre Akakor liegt, so die Geschichte weiter, in Südamerika teilweise über und teilweise unter der Erde. Bis heute besteht dieses von den Außerirdischen gegründete Reich von Akakor und wird von einigen Tausend Menschen bewohnt. Es handelt sich um 13 unterirdische Städte, die von „künstlichen Licht“ erhellt werden.

Im Zentrum des Reiches liegt Akakor und die unterirdische Welt ist im „Sternbild der Götterheimat Schwerta“ angeordnet. Von hier haben die Götter über 362 Millionen Menschen und die ganze Erde geherrscht, erzählte Tatunca Nara.

Außerdem seien im zweiten Weltkrieg mindestens 2.000 Soldaten des Nazi-Regimes des Deutschen Reiches bis nach Akakor vorgedrungen. Ziel war es, die Akakor-Indianer zu unterstützten und den Kampf gegen Brasilien aufzunehmen. In der Story heißt es, dass der Hohe Rat von Akakor mit Adolf Hitler und dem Regime der Nazis einen Vertrag abschloss. Deutschland sollte nach dem Endsieg die brasilianischen Küstengebiete bekommen und das Volk von Akakor jene Region, die ihm vor Jahrtausenden von den Götter zugesprochen wurde.

Die Nachfahren dieser Deutschen Soldaten leben dort noch heute versteckt vor der Zivilisation des Westens. Auch Häuptling Tatunca Nara hat nach eigenen Angaben eine deutsche Ordensfrau als Mutter.

Da es Tatsache ist, dass die Nazis im Dritten Reich weltweit Expeditionen auf der Suche nach den Nachfahren der so genannten „Arier“ aussandten, wurde diese Behauptung vor 30 Jahren (bis heute) mit großem Interesse aufgenommen. Verantwortlich für derartige Expeditionen im Zeichen des Rassenwahns waren damals das Institut „Ahnenerbe“ in Berlin und die SS.

Tod und Verschwörungstheorien

Brugger nahm die Unterhaltungen mit dem Häuptling damals auf Tonband auf, fasst die sensationelle Geschichte zusammen und veröffentlichte letztlich alles in seinem erstaunlichen Buch über die Chronik von Akakor.

Seit nunmehr 40 Jahren kursiert die Legende von Akakor und den dort vor Jahrtausenden gelandeten Außerirdischen. Auch das Buch von Karl Brugger wurde 2002 neu aufgelegt und mit Verschwörungstheorien beworben. Dafür gab es auch einen triftigen Grund. Im Jahr 1985 wurde nämlich Karl Brugger in Brasilien erschossen. In der Nachrichtensendung „Tagesschau“ der ARD wurde am 3. Januar 1984 um 20 Uhr die Todesmeldung verlesen. Man sprach von einem Überfall auf offener Straße und dass der Zeuge Ulrich Encke, der Nachfolger von Brugger, unversehrt blieb.

Encke berichtete daraufhin in verschiedenen Hörfunksendungen über den Tot von Brugger, dass dieser ein neues Buch schreibe. Auch wusste Encke, dass Brugger sich in naher Zukunft auf die Suche nach einer verborgenen Stadt in Südamerika machen wolle. Was dies Akakor? Wusste Brugger zu viel über das geheime Reich Akakor, fragen sich die Anhänger der Akakor-Legende? Gibt es bei seinem Tod Ungereimtheiten?

Die Neuauflage des Buches wirbt nun damit, dass Brugger bei seinen Recherchen in Brasilien auf offener Straße erschossen wurde. Das gebe der Chronik noch mehr Brisanz. In Wahrheit jedoch wurde der Journalist Opfer eines schlichten Raubüberfalls und nicht von dunklen Mächten beiseite geschafft. Doch fraglich bleibt, warum der Räuber nach seiner Tat Brugger nicht dann doch ausraubte. Vielleicht hat er einfach nur nach dem Schuss Panik bekommen und floh…

Dennoch kann durchaus mehr hinter dem Tod von Brugger stecken, was sie nur noch immer nicht eindeutig belegen lässt!

Da nach der Legende auch einige Tausend Deutsche Soldaten nach Akakor geschickt wurden, nahmen auch gewisse Autoren und Verschwörungstheoretiker die Story auf. So genannte „Flugscheiben“ wie HANEBU oder VRIL, die angeblichen „UFOs“ der Nazis, seien dorthin gebracht worden. Deutsche Top-Wissenschaftler sind nicht nur in den Wirren der letzten Kriegstage nach Akakor geflohen, sondern sie haben dabei auch UFO-Technologie in den Dschungel Brasiliens gebracht. So die aktuellen Thesen diverser Autoren.

Eine Geschichte übrigens, die man sich auch über die Antarktis und das dortige Neuschwabenland erzählt. Ein 600.000 Quadratkilometer großes Gebiet der Südarktis, das von den Nazis bei einer Expedition im Jahre 1938/39 in Besitzt genommen wurde.

Rüdiger Nehberg und Tatunca Nara

Doch die Wahrheit hinter dem Mythos sieht wie so oft ganz anders aus.

Inzwischen ist bekannt, dass es Akakor ebenso wenig gibt, wie den weißen Häuptling Tatunca Nara, der eben ein Herrscher eines verborgenen Indianervolkes gewesen sein will. In Wahrheit hieß er allerdings vollkommen unspektakulär Günther Hauck, wurde am 5. Oktober 1941 in Grub am Forst nahe Coburg, Deutschland, geboren und wanderte Mitte der sechziger Jahre nach Südamerika aus. Nachdem er seine Frau und Familie im Stich ließ.

Er war also tatsächlich deutscher Herkunft – mehr auch nicht. Und sein Volk waren keine verborgenen Indianer in Brasilien. Wenn, dann waren es die deutschen Franken.

Rüdiger Nehberg als Survival-Experte und Abenteuer aus Hamburg nahm bei mehreren Vor-Ort-Recherchen in Brasilien Kontakt mit dem „Häuptling“ auf. Was steckte hinter diesem seltsamen Indianer, wollte er wissen. Und die Ergebnisse seiner Nachforschungen zeigten klar, dass Tatunca Nara ein Märchenerzähler und Betrüger ist!

Ein „Betrüger und mutmaßlicher Mehrfachmörder“ sei Tatunca sogar, so Nehberg zu mir, als ich ihn im Zuge meiner Recherchen zu meinem Buch “Historia Mystica” (2009) zu befragte. Eine Reihe von Personen, die mit Tatunca auf Expeditionen nach Akakor waren, kehrten nicht mehr zurück. Hat Tatunca mit ihren Verschwinden etwas zu tun? Sogar mit dem Mord an Karl Brugger wurde Tatunca in Verbindung gebracht. Und so fragte sich nicht nur die „BILD-Zeitung“ am 27. April 1989: „3 Morde im Regenwald: War´s der Indianer aus Nürnberg?“

Tatunca wehrte sich gegen die Vorwürfe von Nehberg und bezichtigte ihn, gegen ihn als armer Indianerhäuptling zu hetzen. Das Nehberg für seinen Einsatz in Sachen Menschenrechte und Indianer-Schutz bekannt ist, schien Tatunca nicht zu wissen.

Das ist der wahre Kern der erfundenen Akakor-Geschichte, die Nehberg vor allem in seinem Buch “Der selbstgemachte Häuptling: Tatunca Nara alias Günther Hauck – oder wie man der Welt einen Bären aufbindet: Eine Reportage” (1991) dokumentierte. Ein Buch, dass als Taschenbuchausgabe 1993 mit dem viel sagen Untertitel “Tatunca Nara alias Günther Hauck oder – Der Mörder im Regenwald” erschien. Auch eine TV-Dokumentation mit dem Titel “Das Geheimnis des Tatunca Nara” sendetet 1991 der WDR dazu.

Wir können heute nur raten, was Günther Hauck damals dazu bewegte, einem angesehenen deutschen Journalisten wie Brugger eine solche bizarre und erfundene Geschichte mit Außerirdischen und verborgenen Reichen zu erzählen. Und diese Geschichte bis heute zu erzählen. Dazu am Ende mehr. Hinzu kommt, so Martin Klenke, deutscher Konsul h. c. in Manaus, Brasilien, dass sich Tatunca 2003 „von einem angesehenen Arzt für verrückt erklären ließ“…

Erich von Däniken auf Spurensuche

Auch Bestsellerautor Erich von Däniken, der immer bemüht ist, Beweise für Astronautengötter auf der Erde zu finden, war angesichts der Geschichte begeistert. Er wollte vor Ort in Südamerika mehr über diese geheimnisvolle Welt Akakor erfahren.

In seinem Buch „Beweise“ von 1977 berichtete von Däniken umfassend über die Story von Akakor. Über mehrere Seiten zitiert er die Erzählungen von Tatunca Nara, die erst ein Jahr zuvor in “Die Chronik von Akakor” von Karl Brugger erschien. Im selben Verlag wie Dänikens Buch “Beweise”, das noch vor dem gewaltsamen Tod Bruggers erschien. Die Aussagen von Tatunca Nara über den Besuch von Außerirdischen vor rund 15.000 Jahren, ihren Fluggeräte, wie sie der Menschheit Wissen und Weisheit brachte und wie sie als “Götter” verehrt wurden, waren verständlicherweise für von Däniken hoch-spannend.

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Ein Beispiel aus den Erzählungen des “Häuptlings”, wie sie auch von Däniken 1977 zitierte:

Nach den Überlieferungen unserer Vorväter muss es 3.000 Jahre vor der Stunde Null gewesen sein, 13.000 vor Christus. in der Zeitrechnung der Weißen Barbaren. Da tauchten am Himmel plötzlich goldglänzende Schiffe auf. Gewaltige Feuerzeichen erleuchteten die Ebene. Die Erde bebte, und Donner hallte über die Hügel. Die Menschen beugten sich in Ehrfurcht vor den mächtigen Fremden, die kamen, um Besitz zu nehmen von der Erde.

Dass derartige angeblich uralte indianische Überlieferungen jeden Prä-Astronautiker auch heute noch begeistern, dürfte außer Frage stehen. Was aber von Däniken in seinem Buch von 1977 nicht klar mitteilt, ist die Tatsache, dass er selber vor Ort in Brasilien bei Tatunca Nara war. Denn er selber bekam ernsthafte Zweifel an der Geschichte, als er sich bemühte, Akakor persönlich zu besuchen.

Trotz umfassender Vorbereitungen, Kontakten nach Südamerika und großen Geldsummen für eine Helikopter-Expedition scheiterte seine Recherche. Von Däniken traf zu diesem Zweck am 15. Juli 1977 Tatunca Nara im „Sheraton“ Hotel in Rio de Janeiro. Großspurig versicherte der Häuptling bei diesem Gespräch, dass er als Führer Erich von Däniken und eine Expedition in sein geheimes Reich bringen würde. Dort würde er auch außerirdische Relikte zu sehen bekommen.

Für von Däniken der lang gesucht Beweis für seine Thesen.

Viel Geld für leere Versprechungen

Die genannte Expedition bestand aus dem Götterjäger selber, seinem damaligen Sekretär Willi Dünnenberger, dem Schriftsteller Walter Ernsting und dem ehemaligen “Swissair”-Piloten Ferdinand Schmid. Schmid lebte zur damaligen Zeit in Brasilien, wo er mit Tantunca Nara Kontakt hatte. Nach allem, was über Neugierige heute bekannt ist, die mit dem “Häuptling” Akakor besuchten wollten, kann die Gruppe von Glück reden, dass aus ihre Expedition 1977 nichts wurde …

Erst 2006 hat Wolfgang Siebenhaar in seinem Buch “Die Wahrheit über die Chronik von Akakor” die Umstände der Recherchen von Däniken in den 1970gern veröffentlicht. Inklusive einer Abschrift des damals auf Tonband aufgenommenen Gespräches zwischen ihm und den Blender Tatunca Nara. Ein sehr langes Gespräch, in dem von Däniken ihn vor allem erst mal nur berichten lassen wollte. Und vor allem wuchsen in ihm mehr und mehr Zweifel an diesem seltsamen “Indianer” und seiner verrückten Geschichte.

Die genauen Hintergründe seiner Recherchen gab von Däniken erst 2015 in seinem Buch “Was ich jahrzehntelang verschwiegen habe” preis. Am 18. November 1975 habe er von dem genannten Schmid einen 16seitigen Brief aus Brasilien bekommen, in dem dieser von Däniken über Akakor und die Nara-Story informierte. Von Däniken informierte sich daraufhin über Schmid selber. Ob er beispielsweise wirklich für “Swissair” arbeitete, was bestätigt wurde.

So folgte eine umfassende Korrespondenz mit ihm. Weitere Informationen zu Akakor folgten. Ebenso ein aufgezeichnetes Gespräch bzw. Interview zwischen Schmid und Tatunca Nara zu von Dänikens Wünschen Beweise für die Geschichte zu sehen und zu dokumentieren. Bereitwillig stimmte der “Eingeweihte” Nara zu, von Däniken reiste nach Brasilien und so kam es zum Treffen mit dem “Häuptling”. Und zur Absage des Besuches von Akakor durch ihn. Angeblich, da die “Götter” und “Weisen” von Akakor damit nicht einverstanden wären, so Tatunca Nara …

Zu diesem Zeitpunkt hatte Erich von Däniken bereits 80.000 Schweizer Franken investiert., Für den Helikopter ebenso wie Flüge nach Südamerika oder Hotels. Großspurig versprach ihn der “Häuptling” aber einen handfesten und greifbaren Beweis für Akakor zu liefern. Ein außerirdisches Artefakt. “Die Jahre vergingen, der Gegenstand kam nie an”, so von Däniken 2015. Heute wundert er sich darüber nicht mehr.

Dann kamen die verschwundenen bzw. ermordeten Personen im Umfeld des “Indianers” an Licht. Die Kriminalpolizei der Schweiz und das deutsche Bundeskriminalamt baten ihn “um Auskunft über Tatunca”. “Man machte mir klar, dass er vermutlich ein mehrfacher Mörder ist”, schreibt von Däniken zu den damaligen Ereignissen. Unter den Kriminalfällen, die er selber nochmals auflistet, war übrigens auch eine Bekannte von Däniken selber. Eine brasilianische Ethnologin namens Felicitas Barreto, die er einige Jahre zuvor in Brasilien traf.

Indiana Jones vs. Tatunca Nara

Interessant ist es, was bei meinen Recherchen 2008/2009 zu meinem Buch “Historia Mystica” über den Verbleib von Tatunca Nara zutage kam.

Eine niederländische Reiseagentur mit Büros in Eindhoven, Amsterdam und Rotterdam bot damals noch Abenteuerreisen in verschiedene Regionen der Erde an. So auch zum Beispiel nach Südamerika, speziell nach Brasilien ins Amazone-Gebiet des Rio Negro. Also exakt in dass “Herrschaftsgebiet” des Tatunca Nara.

Im Internet pries die Reisegesellschaft einen „einheimischen Indianer“ an, der Touristen tief in den Dschungel führen würde. Und dieser angebliche Indianer war kein anderer als Günther Hauk alias „Tatunca Nara“! Auf den Internetseiten der Agentur war zu lesen, dass der „Indianer“ noch immer in Barcelos am Rio Negro in Brasilien lebe und man seine Frau Anita Nara auf Wunsch kontaktieren kann.

Ob Tatunca Nara noch immer Interessiere auf die Spuren von Akakor bringt, stand dort jedoch nicht. Dass er schon seit Jahrzehnten auch als Führer tätig ist, macht die Sache nicht besser oder glaubhafter. Beispielsweise arbeitete er schon 1983 für den legendären Meeresforscher Jacques Cousteau als Führer, als dieser mit seinem nicht weniger legendären Schiff “Calypso” die Region erkundete …

Den jetzt verstorbenen Aktivisten und Abenteurer Nehberg ließ der Fall um den selbsternannten Häuptling scheinbar auch Jahre später keine Ruhe. So erschien 2004 erneut ein Buch zum Thema von ihm. In “Abenteuer Urwald” unterstrich er erneut, dass Tatunca Nara in Wirklichkeit Hansi Richard Günther Hauck sei – und er, trotz Ermittlungen des Bundeskriminalamt Ende der 1980ger Jahre, unbehelligt blieb.

“Die Morde um Tatunca Nara”, so ein Untertitel des Buches, konnte Rüdiger Nehberg hier penibel dokumentieren. Die Ermittlungen wegen Mordverdacht hingegen wurden in Deutschland eingestellt, da der Beschuldigte Hauck abwesend war. Abwesend im Urwald von Brasilien. Letzlich fehlen vor allem auch deshalb die endgültigen, juristischen Beweise in Deutschland.

Tatunca Nara selber gefällt seine wilde Geschichte von Aliens, Nazis und einer geheimen Stadt zweifellos.

Auch Hollywood-Legende Steven Spielberg beeindruckten und inspirierten die Märchen des Deutschen offensichtlich sehr. In seinem Spielfilm “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” aus dem Jahr 2008 sind entsprechende Parallelen zu ihnen unverkennbar. Hier sucht der Held Indiana Jones die am Amazonas verborgene Stadt “Akator” und das fremde Volk der “Ugha Mogulala”. Wie Tatunca Nara in seinem klassischen Auftreten als “Häuptling” trägt bei Spielberg der Indianer eine Feder und einen Lendenschurz.

Günther Hauck gibt nicht auf

Erst vor sechs Jahren betrat Hauck erneut die Bühne der Presse. Der “Spiegel” (Nr. 27/2014) nahm seine Spur in Südamerika wieder auf und besuchte ihn vor Ort. Niemand würde ihn trauen, so erfuhren die Reporter des “Spiegel”, und “die Leute scheinen Angst vor ihm zu haben”. Er habe sogar sein Haus “mit Dynamit gespickt”. “Unheimlich, der Mann”, so der US-Auswanderer Patrick Falterman zu den Journalisten.

Schließlich trafen sie Tatunca Nara in einem Einkaufszentrum in Manaus. Bereitwillig redete er mit den Reportern und beharrte darauf, dass er nicht der Deutsche Hauck sei und selbstverständlich  auch seine Geschichten wahr sind. Umgebracht habe er auch niemanden. Außer als Soldat, wie er betont, nicht aber die im Urwald vermissten Menschen, die unter anderem Akakor besuchen wollten. Nara:

Ich lebe mit meinem Gewissen. Ich habe viele umgebracht, aber als Soldat, die hatten eine Waffe in der Hand – ich bin nicht unschuldig. Aber ich habe die drei nicht umgebracht, wie sie mir vorgeworfen haben.

Zu seiner versunkenen Welt Akakor meine er gegenüber dem “Spiegel”:

Im November habe ich die Häuptlingswürde abgegeben. Der Chefpriester hatte zwei von diesen drei Meter großen Dienern der Götter bei sich. Er sagte, die Altväter kehren zurück, sie haben den Tunnel geöffnet.

Es gibt Deutsche in meinem Volk. Natürlich sind sie nicht mit U-Booten gekommen. Dazu ist das Wasser dort zu niedrig. Sie müssen vorher umgestiegen sein.”

Riesen leben also in dieser geheimen Welt, die den Göttern aus dem All dienen. Und noch wenige Monate zuvor habe er sie selber gesehen! Weiter heißt es:

“‘Wollt ihr nach Eldorado?’, fängt er an. ‘Das ist keine Legende. Ich habe Mauern gefunden wie die von Machu Picchu. Ich kann euch hinführen.’

Ohne Zögern nimmt er Stift und Notizblock und beginnt, den Weg nach Eldorado aufzuzeichnen. Es liegt irgendwo auf einem Hochplateau zwischen Rio Araçá und Rio Demini.

Günther Hauck sei auch eine ganz andere Person, wie der “Indianer” wiedermal betonte. “Ich bin Tatunca. Punkt.” Außerdem stehe in seinem brasilianischen Personalausweis, dass er “Indianer” ist. Die Recherchen von Nehberg seien außerdem sowieso alle falsch und erfunden: “Der ist schizophren, der Nehberg. Ein Lügner.” Nehberg selber schrieb noch im Mai 2014 an den “Spiegel”:

Tatunca will mich persönlich im Rio Negro ersäufen.

Frust bei “Familie Nara”

Was bleibt, außer einem Verdacht, von einem Fantasten, einem Blender und begnadeten Selbsterfinder, einem Menschen, dem seine Geburtsurkunde nicht mehr war als eine bloße Möglichkeit?

Resümieren die Journalisten nach ihren Gesprächen mit dem “weißen Indianer”. Dennoch trafen sie auch Seder Helio, dem Sohn von Tatunca. Er erlangte offensichtlich die nicht Häuptlingswürde als Erbe, nachdem sein Vater sie nach eigenen Angaben “im November abgegeben” habe. “Vorarbeiter” sei Helio geworden, der aufgrund seines fairen Umganges mit den Yanomami-Indianern geschätzt würde. “Ganz ohne Kontakt zu Außerirdischen, zu Altvätern und nach Eldorado”, so Alexander Smoltczyk in seinem Bericht für den “Spiegel”.

Trotzdem ist Helio frustriert. Das Gerede um seinen Vater als Mörder habe diesen ruiniert und nicht mal aus Hollywood gab es einen Cent:”

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Neue Studie zum Rätsel der Osterinsel – Doch vielleicht brachte erst der Besuch der Europäer dort das Ende

Die Rätsel der Osterinsel: Brachten erst die Europäer das Ende der Kultur? (Bilder: gemeinfrei & Fischinger-Online)
Die Rätsel der Osterinsel: Brachten erst die Europäer das Ende der Kultur? (Bilder: gemeinfrei & Fischinger-Online)

Als im Jahre 1722 die Osterinsel Mitten im Pazifik durch niederländische Seefahrer entdeckt wurde, war dort die Welt scheinbar noch in Ordnung. Eine Welt, in der die Insulaner hunderte riesige Steinfiguren mit Namen Moai anfertigten, die inzwischen weltberühmt sind. Doch etwas dramatisches muss sich auf der “einsamsten Insel der Welt” ereignet haben, denn der Kult um die Moai wurde ebenso zerstört, wie die gesamte Inselwelt an sich. Wann und warum das geschah, ist schon lange ein Streitpunkt in der Forschung. Jetzt zeigt eine neue Studie, dass Kult und Kultur auf der Osterinsel offenbar wesentlich länger existierten, als bisher angenommen wurde. Aber wann genau und warum ging diese mächtige Religion dort unter? Waren die Insulaner wirklich alleine an ihrem Untergang schuld? Vielleicht war der erste kurze Aufenthalt der Europäer (mit) die Ursache, wie Ihr in diesem Beitrag erfahrt.


Die Osterinsel

Die Osterinsel im Südosten des Pazifiks gehört sicherlich zu den berühmtesten Inseln der Welt. Sie braucht sich in ihrer Bekanntheit nicht hinter bekannten Inseln wie etwa Hawaii im Norden des riesigen Ozeans verstecken. Und doch ist die Osterinsel weitaus rätselhafter und bei den meisten Menschen nur aufgrund einer Eigenart bekannt: Den Moai. Riesige Menschenfiguren aus Stein, die zu hunderten auf der winzigen und einsamen Insel verteilt zu finden sind. Vermutlich waren es einst über 1.000 Exemplare und genau 887 Moai sind es noch heute.

Genau dieses Kolossalstatuen, von denen einige über 12 Tonnen wiegen, machten die Insel berühmt. Hier herrschte ein Kult um diese Moai, was allein ihre gewaltige Anzahl auf der nur rund 160 Quadratkilometer winzigen Insel belegt. Eine Massenanfertigung von seltsam aussehenden und starr blickenden Figuren hat hier einstmals stattgefunden. Und zählt man jene Moai-Figuren dazu, die die Ureinwohner in Größen von nur einigen Dutzend Zentimetern anfertigen, ging ihre Anzahl zweifellos in die Tausende.

Mit großer Mühe meißelten die früheren Einwohner der Insel ihre Figuren. Idole, die sie teilweise auf Plattformen stellten, die vor allem rund um die Küstenlinien der Insel errichtet wurden. Auf dieses Ahu genannten Plattformen bugsierten sie ihre fertigen Moai, die die Arbeiter zuvor in den Steinbrüchen der dortigen Vulkane aus dem Fels schlugen und zu ihren vorgesehenen Plätzen schafften.

Bis auf sieben (die „Sieben von Akivi“ – s. d. Artikel HIER) blickten die Moai alle in Richtung Inselinneres.

Und noch heute sieht man auf der gesamten Insel verteilt Moai stehen und liegen. Einige zerbrochen, anderen halb im Erdreich vergraben und wieder andere sogar noch unfertig in den Steinbrüchen. Irgendwann jedoch wurde der religiöse und zeremonielle Kult um diese Moai-Idole bedeutungslos. Scheinbar „von jetzt auf gleich“, was mehr ein eindrücklich die unfertigen Figuren in den Steinbrücken am Vulkan Rano Raraku belegen.

Was geschah auf der Osterinsel?

Was war hier einst geschehen?

Darüber streiten sich die Archäologen und Interessierten bis heute. Denn der „Moai-Kult“ auf der Osterinsel ist in vielerlei Hinsicht rätselhaft und einzigartig. Hierzu zählt auch die vollkommen isolierte Lage der Insel im Pazifischen Ozean. Luftlinie sind es zur Küste Südamerikas 3.833 Kilometer und die nächsten Nachbarn leben auf der Pitcain-Insel in 2.078 Kilometern Entfernung. Das ist dort, wo 1790 nach der legendären „Meuterer auf der Bounty“ die Flüchtigen ihr Versteck fanden. Zu den bekannten Inseln von Tahiti westlich der Osterinsel sind es 4.251 Kilometer.

Nicht ganz zu Unrecht hat die Osterinsel deshalb ihren Beinamen „einsamste Insel der Welt“. Einer der Gründe, warum die Polynesier aus dem Westen sie erst sehr spät besiedelten, wie es die Archäologie besagt. Auch wenn die durch Thor Heyerdahl angestoßene Diskussion um Siedler aus dem Osten – von Südamerika, Peru – noch immer im Gespräch ist.

Einzigartig und damit überaus seltsam erscheint die Osterinsel mit ihren einmaligen Kult auch deshalb, da das Eiland so gar nicht nach einer schönen Pazifikinsel aussieht. Kein „tropisches Paradies“, eher ein Steinklotz im Ozean ohne nennenswerte Bäume. Für viele Forscher waren die Ureinwohner selber der Grund, dass die Osterinsel nach und nach zu dem wurde, was sie heute ist. Sie haben durch exzessive Abholzung und Landwirtschaft ihre Umwelt zerstört. Der karge Boden der felsigen Vulkaninsel verlor dadurch auch seinen Halt. Wind und Regen trugen den einst fruchtbaren Boden ins Meer.

Spekulationen um einen winzige Insel

Solche Ereignisse führten eines Tages zur Revolution, zum Untergang der einmaligen Kultur der Insel. Die Moai wurde bedeutungslos, die Herrscherkaste verlor ihre Macht und das Volk lehnte sich auf. So die klassische Interpretation zum Untergang der Moai. Auch wenn eine in diesem Video HIER vorgestellte Studie besagt, dass die Moai errichtet wurden, um Süßwasserquellen anzuzeigen.

Spekulationen um die Kultur von Rapa Nui, wie die Insel bei den Ureinwohnern heißt, sowie die rätselhaften Moai an sich gibt es sehr viele. In der etablierten Archäologie ebenso, wie bei alternativen Historikern, Prä-Astronautikern, Esoterikern und Atlantis-Autoren. Dies zeigt sehr eindrücklich, welche Faszination die Osterinsel heute ausübt. Zum Beispiel wären da:

  • Hier landeten einst Außerirdische vor Jahrtausenden, die Moai sind ihre Abbilder bzw. Erinnerungen an sie.
  • Die Moai sind verstorbene Ahnen oder Herrscher. Damit also Ahnengeister.
  • Seefahrer aus Südamerika (Peru, Bolivien) brachten die Kultur auf die Insel.
  • Die Moai wurden als „Wegweiser“ zu Wasserquellen erbaut.
  • Nach einer unsäglichen Odyssee erreichten Seefahrer aus Polynesien die Osterinsel und entkamen so dem sicheren Tod auf dem Ozean. Von nun an verachteten sie das Meer geradezu, weshalb sie die Moai schufen und mit dem Rücken zum Ozean an den Küsten aufstellen.
  • Die Osterinsel ist die Spitze eines riesigen versunkenen Kontinents, der Mu genannt wird (s. a. Artikel HIER).
  • Die Ureinwohner haben mangels Bäume für Bauholz ihre tonnenschweren Statuen auf einer rutschigen Schicht aus Kartoffelbrei über die Insel gezogen. So wurde die Nahrung knapp – der Untergang des Kultes war nicht mehr aufzuhalten.
  • Um die Figuren zu transportieren … haben die Bewohner jeden einzelnen Baum gefällt.
  • Ratten und Mäuse haben die Samen der Bäume alle gefressen, so dass die Vegetation keine Chance auf Erholung hatte.

Ein hausgemachter Untergang?

Besiedelt wurde die Insel nach offizieller Lesart im 5. oder 6. Jahrhundert nach Christus. Hier ist man sich nicht einig. Einig ist man sich aber, dass sich zwischen ca. 1000 und 1300 die eigentliche Zivilisation dort entwickelte, wie wir sie heute kennen. Auch der Raubbau nahm zu. Es folgten Kriege unter den Stämmen, Kannibalismus, ein extremer Rückgang der natürlichen Ressourcen wie Seevögel als Nahrungsquelle und ein vollkommener Zerfall der Gesellschaft.

Der Untergang war also hausgemacht, wovon die meisten Forscher ausgehen. Die Bewohner zerstörten das ökologische Gleichgewicht ihrer Heimat und waren durch ihre Isolation im Ozean letztlich machtlos. Andere Forscher sehen auch eine jahrelange Dürre oder Klimawandel als Ursache des Verfalls. Vielleicht auch eine Kombination aus all diesen Gründen. Auch der Bau neuer Moai und ihren Ahu-Plattformen  wurde letztlich eingestellt. Um das Jahr 1600, so die bisherigen Datierungen, war der Maoi-Kult Geschichte.

Was aber bisher so gut wie nicht beachtet wurde, ist der Einfluss der europäischen Entdecker auf die dortige Gesellschaft und Kultur.

Entdeckt wurde die Insel erst Ostersonntag 1722 durch den Niederländer Jakob Roggeveen, der ihr auch den heutigen Namen gab. Wobei wahrscheinlich bereits der Seeräuber Edward Davis 1687 die Insel von seinem Schiff aus sichtete. Betreten hatte er sie allerdings nicht, obwohl er glaubte, dass er den sagenumwobenen Südkontinent „Terra Australis“ entdeckt habe.

Könnte vielleicht dieser Besuch 1722 dem einsamen Volk der Osterinsel den Todesstoß versetzt haben? Durchaus möglich, wie sich aus einer jetzt im „Journal of Archaeological Science“ veröffentlichten Studie um Robert DiNapoli von der University of Oregon ableiten lässt.

Wann zerbrach die Kultur der Osterinsel?

DiNapoli und sein Team haben durch neue Analyse der bereits von der Insel bekannten C14-Datierungen und der physikalischen und geologischen Daten rund um die Ahu-Plattformen der Moai herausgefunden, dass dieser Kult weit länger praktiziert wurde, als bisher angenommen. „Wir nutzen diese Methode, um erstmals die Geschichte des Plattformbaus auf der Osterinsel zu rekonstruieren“, so Carl Lipo von der Binghamton University und Mitautor der Studie:

Wir haben herausgefunden, dass die Menschen schon kurz nach ihrer Ankunft auf der Insel mit dem Bau dieser Steinmonumente begannen. Dann führten sie diese Arbeiten bis in die Zeit hinein fort, als ab 1722 die ersten Europäer ankamen. Unsere Ergebnisse demonstrieren ein Fehlen jedes Belegs für einen Kollaps vor dem ersten Kontakt mit Europäern.“

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Anhand der Daten sind die Forscher sicher, dass auch noch nach der Ankunft der Europäer der Moai-Kult weiter praktiziert wurde. Es wurden weiterhin neue Figuren gebaut und neue Plattformen für sie errichtet. Deshalb ist DiNapoli überzeugt, „dass es keinen Kollaps der Monument-Konstruktion vor Ankunft der Europäer gab“ und widerspricht damit der gängigen Lehrmeinung. Es ließe sich keinerlei Beweis finden, dass um das Jahr 1600 die Gesellschaft und der Kult auf der Osterinsel zusammenbrachen, resümieren die Wissenschaftler in ihrer Untersuchung.

Für viele Osterinsel-Forscher ist das alles andere als neu. Denn diese Tatsache lässt sich durchaus anhand der Aufzeichnungen der ersten europäischen Seefahrer nachvollziehen. Was bisher fehlte waren die wissenschaftlichen Belege für diese Aufzeichnungen aus dem 18. Jahrhundert. Die Zerstörungswut gegen die Statuen, ihre heiligen Plattformen und sicher auch gegen die dazugehörigen Priesterkaste, muss viel später einsetzt haben.

1722: Der Kult lebt

Carl Friedrich Behrens, ein Seefahrer, der 1722 bei der Entdeckung der Insel durch Roggeveen dabei war, notierte in seinen Erinnerungen “Der wohlversuchte Süd-Länder” damals:

“(…) die Leute hatten, dem Ansehen nach, keine Waffen, allein, wie ich merkte, so verließen sie sich in dem Fall auf ihre Götter oder Götzenbilder, welche allda in einer großen Menge am Strande aufgerichtet, vor welchen sie niederfielen und sie anbeteten.

Diese Götzen-Bilder waren alle aus Stein gehauen, und der Form nach, wie ein Mensch, mit langen Ohren, oben auf dem Haupt mit einer Krone gezieret, doch alles nach der Kunst gemacht, worüber wir uns nicht wenig verwunderten. Bey und um diesen Abgöttern herum waren in 20 bis 30 Schritt, lauter weiße Steine gelegt. Einen Theil dieser Leute, sahe ich für Pfaffen an, weilen sie die Götzen mehr verehrten, als die anderen, auch im Anbeten sich gegen selbige  viel devoter bezeigten.”

Offensichtlich wurden die Seefahrer unter Roggeveen bei der Entdeckung der Insel eindeutig Zeuge eines lebhaften Moai-Kultes. Von einem untergegangene Kult und den überall zerstörten Figuren und Stätten, ist hier keine Rede. Im Gegenteil.

Das sah nur wenige Jahre ganz anders aus. Nachdem am 15. November 1770 Don Felipe González im Auftrag von Manuel d’Amat i de Junyent, Gouverneur von Chile und Vizekönig von Peru, die Insel betrat, ließ dieser überall christliche Kreuze aufstellen. Er sollte im Auftrag der Krone Spaniens die Osterinsel in Besitz nehmen, denn der Konkurrent England wurde ihnen in Südamerika und im Pazifik zu stark.

González verschwand nach getaner Arbeit wieder und segelte weiter Richtung Feuerland. Zurück blieben die Zeichen der Annektierung der Insel durch Spanien. Womit die Einheimischer sicher so oder so nichts anfangen konnten.

1774: Das Ende war da

Einige Jahre später war auf der Osterinsel nichts mehr, wie es einst war. Zwischen dem 13. und 17. März 1774 hielt sich der legendäre Entdecker James Cook während seiner zweiten Seefahrtexpedition durch die Südsee auf der Insel auf. Und er war wenig begeistert von dem kleinen Eiland, wie er seinem Logbuch anvertraute:

Die See scheint wie von Fischen befreit, konnten wir doch nicht einen einzigen fangen, und es waren auch nur sehr wenige, welche wir bei den Eingeborenen entdeckten.

Keine Nation wird je für die Ehre kämpfen, die Osterinsel erforscht zu haben, zumal es kaum ein anderes Eiland im Meer gibt, welches weniger Erfrischungen bietet und Annehmlichkeiten für die Schifffahrt denn dieses.“

Der Naturforscher und Ethnologe Georg Forster, der Cook während dieser Reise begleitete, schrieb in „Entdeckungsreise nach Tahiti und in die Südsee“ unter anderem eindrücklich:

Fünfzig Schritte weiter fanden wir einen erhabenen Platz, dessen Oberfläche mit ebensolchen Steinen gepflastert war. In der Mitte dieses Platzes stand eine steinerne Säule aus einem Stück, die eine menschliche Figur, bis zu den Hüften abgebildet, vorstellen sollte und zwanzig Fuß hoch und fünf Fuß dick war.

Diese Figur war schlecht gearbeitet und bewies, dass die Bildhauerkunst hier noch in der ersten Kindheit war. Augen, Nase und Mund waren an dem plumpen Kopf kaum angedeutet, die Ohren nach der Landessitte ungeheuer lang und besser als das übrige gearbeitet. Den Hals fanden wir unförmig und kurz, Schultern und Arme nur wenig angedeutet. Auf dem Kopfe war ein sehr hoher zylindrischer Stein aufgerichtet, der über fünf Fuß in der Breite und Höhe hatte. Dieser Aufsatz, der dem Kopfputz einiger ägyptischer Gottheiten glich, bestand aus einer anderen, rötlichen Steinart. Kopf und Aufsatz machten die Hälfte der ganzen Säule aus, soweit sie über der Erde sichtbar war.

Wir bemerkten übrigens nicht, dass die Insulaner diesen Statuen Verehrung erwiesen.

Auf der Ostseite der Insel kamen wir zu einer Reihe von sieben Bildsäulen, wovon noch vier aufrecht standen, eine hatte aber schon die Mütze verloren. Sie standen auf einem Piedestal, und die Steine im Postament waren behauen und passten gut ineinander.“

Tod und Elend

1774, nur 52 Jahre nach der Entdeckung, waren Kult und Kultur der Osterinsel zerstört. Die Moai umgeworfen und teilweise zerbrochen, die Sockel vernichtet und die Insulaner erwiesen ihren einstigen Heiligtümern keine Verehrung mehr. Warum das so kam, wird sich wohl niemals mehr restlos klären lassen.

Nach den ersten Besuchen breiteten sich von den Europäern eingeschleppte Krankheiten auf der Insel aus, gegen die die Ureinwohner machtlos waren. Sklavenhändler aus Südamerika überfielen immer wieder die Insel und verschleppen die Bewohner. Leid, Tod und Elend breiten sich aus, so dass eines Tages nur noch knapp 110 bis 150 Menschen auf der Insel lebten. Heute sind es wieder fast 8.000. Hinzu kam die Plünderung und Zerstörung der Kulturgüter, wie die berühmten Schrifttafeln der Insulaner. Holztafeln, die mit der Schrift „Rongo-Rongo“ beschrieben waren, und die es nur dort gab. Heute sind fast alle zerstört – durch Missionare ebenso wie sicherlich durch „abgefallene“ Einheimische. Einige wenige sind nur noch erhalten.

Vielleicht hätten diese Holztafeln das Geheimnis über die Geschichte und den Untergang lüften können.

Doch wie konnte es soweit kommen?

Mehr als 1.500 Jahre lebten die Insulaner vollkommen isoliert und allein auf ihrem kleinen Stück Erde. Auch wenn es eine zweite Siedlungswelle aus Polynesien und möglicherweise aus Südamerika gegeben haben mag. Ihre Welt, ihr Universum, war ihre Insel, der endlose Ozean und der Himmel über ihren Köpfen mit den Sternen in der Nacht. Dann kam plötzlich der Entdecker Roggeeveen aus dem Nichts über das Meer zu ihnen. Aus einer vollkommen fremden Welt, von denen die Insulaner nie etwas hörten.

Mutmaßlich bestand Ihre gesamte Welt nur aus ihrer Insel, etwas anders gab es nicht im Kosmos. Außer die Ahnen und Götter.

Sturz der Moai-Priester

So schnell, wie die Niederländer 1722 kamen, verschwanden sie auch wieder. Die Bewohner waren wieder allein und verlangten mit Sicherheit Antworten von ihren Führen und geistigen Oberhäuptern. Konnten die Moai-Priester nicht mehr sagen oder sie im Voraus auf die Ankunft der Fremdlinge vorbereiten?

Konnten sie nicht. Auch nicht, als einige Jahre später Don Felipe González 1770 über das Meer kam und seltsame Kreuze in ihrer Welt verteilte. Als Zeichen der Inbesitznahme durch die spanische Krone. Einem Land auf der anderen Seite des Planeten, mit dem kein Insulaner wirklich irgendwas anfangen konnte. Schon gar nicht damit, dass ein anders unbekanntes Land, nämlich England, mit diesem Spanien in Konkurrenz stand. Und was sollen diese Kreuze eines ihnen fremden Gottes, die diese Weißen überall aufstellten?

Das Volk verlangte endlich Antworten von ihren allmächtigen Priestern oder Schamanen. Schließlich haben sie in tiefem Glauben und voller Leidenschaft jahrhundertelang für die Elite die Moai aus dem Felsen geschlagen, transportiert, aufgestellt und verehrt. Und dabei ganz nebenbei ihre Umwelt und Lebensgrundlagen mehr und mehr zerstört.

Ebenso erbrachte der Kult um den „Vogelmann“ keine Antworten. Ein religiöses Ritual, bei dem das erste Ei des Jahres der Seeschwalbe von der vorgelagerten „Vogelinsel“ in einem Wettbewerb geholt wurde. Die Teilnehmer schwammen hinüber, suchten das Ei, schwammen zurück und übergaben es ihrem Oberhaupt. Der Sieger wurde daraufhin für ein Jahr der „Vogelmann“ und Früherer, der seinem Stamm damit Ruhm und Ehre einbrachte.

Nur konnte auch dieser stolze Sieger als eine Art „Verkünder des Glaubens“ dem Volk nicht die Ankunft der Fremden erklären. Oder sie zumindest darauf vorbereiten. Sie brachte das “Fass zum Überlaufen” und die Gelegenheit, sich der nun lästigen Arbeit an den Moai im Steinbuch zu entledigen und sich gegen die Oberen aufzulehnen.

Ob es so oder so ähnlich war? Niemand weiß es. Denkbar ist es schon.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Video-Interview mit Erich von Däniken: Von Däniken über die neuen Forschungen in Nazca in Peru und die Hintergründe

Video-Interview mit Erich von Däniken 2019 (Bilder: E. v. Däniken & Hangar 18b / Montage: Fischinger-Online)
Video-Interview mit Erich von Däniken 2019 (Bilder: E. v. Däniken & Hangar 18b/Screenshot / Montage: Fischinger-Online)

Ende Oktober 2019 fand in Hannover die Jahrestagung der “Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI” (A.A.S.) statt. Neben zahlreichen weiteren Referenten aus dem Bereich der Prä-Astronautik war natürlich auch Erich von Däniken dabei. Er hielt nicht nur traditionell den Abschlussvortrag, sondern gab auch den Kollegen von “Hangar 18b” ein kurzes Interview. Vor allem über die von ihm mit initialisierten neuen Forschungen auf der Hochebene von Nazca in Peru. Dieses Video-Interview ist jetzt online und soll hier mit weiteren Hintergrundinformationen vorgestellt werden.


Erich von Däniken und Nazca

Wie jedes Jahr Ende Oktober hat die “Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI” (A.A.S.) auch 2019 ihres Jahrestagung veranstaltet (s. Link HIER). Im vergangenen Jahr fand diese in Hannover statt. In diesem Jahr soll das sogenannte “One-Day-Meeting” des Vereins sie in Leipzig stattfinden.

Mit bei dem Treffen 2019 waren auch die geschätzten Kollegen von “Hangar 18b“. Unter anderem hat das Team von “Hangar 18b” alle Vorträge der Tagung gefilmt und kostenlos auf ihren YouTube-Kanal online gestellt. Ihr findet diese all für jeden kostenlos HIER.

Im Rahmen der Tagung fand aber auch Erich von Däniken Zeit für ein Interview, das Ihr unten angefügt findet. Geführt hat es “Prisma TV”. Von Däniken berichtet in diesem vor allem über die neuen Fragen an das alte Nazca. Jene rätselhafte Wüste in Peru, die von Linien, Pisten und Figuren übersät sind, und seit ihrer Entdeckung für Spekulationen und Rätselraten sorgen. Deshalb hat Erich von Däniken bzw. die “von Däniken Stiftung” ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen.

Dieses Projekt, genannt “Nazca III”, soll vor Ort in Peru Untersuchungen, Messungen und Forschungen in Nazca durchführen, und wird von verschiedenen Forschungsinstituten und Wissenschaftlern begleitet. Ein Forschungsprojekt, dass mit ganz anderen Fragen an die Hochebene von Nazca herangeht, als es die klassische Archäologie macht. So unterstreicht es von Däniken auch in diesem Interview.

Bekanntlich ist die Hochebene von Nazca seit Jahrzehnten ein fester Teil der Thesen und Ideen von Däniken. Kaum ein anderes Thema zieht sich so sehr durch seine Bücher, Vorträge und TV-Dokumentationen wie diese seltsame Landschaft in Südamerika.

“Nazca III”

In diesem Beitrag HIER auf Fischinger-Online wurde das Projekt “Nazca III” und die gesetzten Ziele bereits vorgestellt. Um diese kostspieligen Forschungen in Peru realisieren zu können wurde ein Teil der Kosten mittels Crowdfunding gesammelt. Und es gelang auch die Finanzierung zu sichern, nachdem die “Däniken-Stiftung” in den Jahren zuvor bereits zwei Nazca-Expeditionen in die Tat umsetzte.

Vor allem sollen mit “Nazca III” folgende Fragestellungen untersucht werden:

  • Aus welchem Material bestehen die breiten, pistenähnlichen Linien?
  • Gibt es unterschiedliche Minerale oder geochemische Elementverbindungen zwischen dem Wüstenboden und den “las Pistas”?
  • Existieren Hinweise auf irgendeine verborgene Technologie, die bei den bisherigen Untersuchungen nicht entdeckt wurde, weil gar nicht danach gesucht wurde?
  • Gibt es Informationen, die sich unterhalb der Scharrlinien und Figuren im Wüstenboden befinden?
  • Sollten neue Messinstrumente eingesetzt werden?

Ein überaus ehrgeiziges und vor allem umfangreiches Projekt, dass Erich von Däniken in dem unten stehenden Interview in der Kürze der zeit nicht umfassend vorstellen konnte. Denn das Team der internationalen Wissenschaftler, die sich an “Nazca III” beteiligen, hat viel vor:

  • Geophysikalische Messungen vornehmen, und auch das neue “Gesteinsradar” soll zum Einsatz kommen.
  • Laboruntersuchungen der Bodenchemie, Bodenphysik und der Mineralogie durchführen.
  • Altersdatierungen erstellen.
  • Luft-und Satellitenbildauswertung einsetzen. Auch deshalb, um verschiedene Zeitepochen der letzten 70 Jahre miteinander zu vergleichen und zu erfahren, ob Einflüsse von Klimaveränderungen, Umweltverschmutzungen und Massentourismus auf die sensiblen Bodenzeichnungen zu erkennen sind. Unter anderem wird Upscaling eingesetzt. Das heißt, durch modernste Berechnungsverfahren wird die Bildqualität oder Bildstärke hochskaliert. Zum Beispiel bei der Pampa de Nasca.

Auf die Ergebnisse dieser neuen Forschungen können wir gespannt sein. Denn die beiden vorherigen Projekte in Nazca erbrachten “Anomalien des Magnetfeldes auch geoelektrische Unregelmäßigkeiten”. Ebenfalls konnten erheblich abweichende Ergebnisse bei elektrischen Messungen zwischen den Pisten der Ebene und der Umgeung gemessen werden. “In Nazca stimmt etwas nicht”, so von Däniken.

Interview mit Erich von Däniken

Video vom 1. Jan. 2020 auf dem Kanal von Hangar 18b

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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