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Das „Logbuch des Merer“ auf dem Papyrus Jarf: Wirklich ein Beweis für den Bau der Cheops-Pyramide unter Pharao Cheops?

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Das "Logbuch des Merer" auf dem Papyrus Jarf: Wirklich ein Beweis für den Bau der Großen Pyramide unter Pharao Cheops? (Bilder: gemeinfrei & P. Tallet)
Das „Logbuch des Merer“ auf dem Papyrus Jarf: Wirklich ein Beweis für den Bau der Großen Pyramide unter Pharao Cheops? (Bilder: gemeinfrei & P. Tallet)

Wie genau die Cheops-Pyramide gebaut wurde, ist bis heute ein Rätsel. So verwundert es auch nicht, dass gerade in „alternativen Geschichtskreisen“ bezweifelt wird, dass es wirklich Pharao Cheops vor rund 4.600 Jahren war, der das Monument errichtete. Es gäbe nämlich, argumentierende diese, keine entsprechenden Aufzeichnen und Berichte aus der Zeit Cheops, die das belegen. Falsch sagen Kritiker und Ägyptologen. Sie verweisen auf einen erst 2013 gefundenen Papyrus aus den Tagen von Cheops, der dies belegen soll.  Ein „Logbuch“ eines Arbeitertrupps, der Steine nach Gizeh zur Cheops-Pyramide lieferte. Außerhalb von Fachkreisen ist dieser Fund kaum bekannt – aber ist der Text darauf wirklich ein Beweis, wie Skeptiker der „alternativen Historiker“ immer sagen? Grund genug, sich diesen Papyrus und dessen Hintergründe in diesem Blog-Artikel einmal genau anzusehen.


Cheops-Pyramide

Über keine Pyramide der Welt wird soviel geschrieben, geforscht und vor allem spekuliert wie über die Cheops-Pyramide von Gizeh. Die Große Pyramide, die auch immer wieder Thema in Beiträgen und Artikeln auf diesem Bog und in zahlreichen Videos auf meinem YouTube-Kanal ist, regt seit Jahrtausenden die Phantasie an. Ihre Größte und offensichtliche „Schlichtheit“ scheinen wohl der Grund dafür zu sein.

Aber auch der Umstand, dass nach der „ersten Öffnung“ der Pyramide durch die Araber im 9. Jahrhundert keine weiteren Funde in Form von Artefakten in ihr gemacht wurden. Mit Ausnahme der „Dixon-Relikte“, über die Ihr HIER mehr erfahrt, und die zum Teil älter als die Pyramide selber sind, wie in diesem Video HIER dargelegt. Denn während die Araber noch Gold, Statuen und sogar Mumien und viele andere Dinge laut arabischen Chronisten im Inneren der Cheops-Pyramide fanden, wartet man seit dem auf vergleichbare Funde vergeblich. In meiner Artikel-Reihe „Mythos Cheops-Pyramide“ auf diesem Blog sind übrigens unter andrem alle diese Funde aufgelistet. Teil 1 findet Ihr HIER.

Obwohl die benachbarte Chephen-Pyramide vor Ort in Gizeh aufgrund ihres Standortes eigentlich mindestens ebenso groß wie die des Cheops erscheint, konzentrieren sich nahezu alle Spekulationen und auch Phantasien auf die Große Pyramide. Sie ist nur wenige Meter größer, aber im Inneren ungleich ausgefeilter und rätselhafter gebaut. So verwundert es nicht, dass die klassischen Erklärungen der Archäologie rund um die Pyramide des Cheops von „alternativen Historikern“ meist abgelehnt werden. Diese vermuten weit mehr hinter dem Monument. Zum Beispiele, dass in dieser in noch verborgenen Geheimkammern spektakuläre Funden auf ihre Entdeckung warten.

Etwa jene mutmaßlichen Kammern oder Hohlräume, die erst vor wenigen Jahren oberhalb der „Großen Galerie“ und nahe des Einganges gefunden wurden. Mehrfach wurde darüber HIER in Videos und Artikeln berichtet – nur ist es bisher still um diese geworden.

Atlanter bauten die Pyramide – oder Aliens

Eine Verschwörung? Denn genau das vermuten nicht wenige, die der anerkannten Deutung der Großen Pyramide mehr als skeptisch gegenüber stehen. Sie bezweifeln, dass die Cheops-Pyramide in der IV. Dynastie vor rund 4.600 Jahren von genau eben diesem Pharao erbaut wurde. Auch wenn die meisten Chronisten und Historiker mit Abstand ihn am Häufigsten als Baumeister nennen. Etwa das Werk „Hitat“ oder der Grieche Herodot.

Vielmehr wird mehr hinter der Cheops-Pyramide vermutet, als es uns die Ägyptologen sagen. Viel mehr. Wenige behaupten sogar, dass antike Astronauten aus dem All, also Außerirdische, die Pyramiden bauten. Selbst mit frei erfundenen „alten Schriften“ wird versucht, dies zu belegen. Andere sehen eher so was wie eine versunkene Ur-Kultur als Bauherren der Pyramide oder Pyramiden inklusive Sphinx. Während früher hier gerne das Stichwort „Atlantis“ in diesem Kontext fiel, spricht man heute lieber von einer „Mutterkultur“ oder ähnlichem. Gleichfalls sei die Pyramide damit auch sehr viel älter. Vielleicht sogar über 10.000 Jahre.

Fraglos spannende und faszinierende Spekulationen und Überlegungen. Wenig verwunderlich ist es da, dass die etablierte Archäologie von solchen Deutungen nichts wissen will. Es wären nicht mehr als wilde Phantastereien. So ist man sich einig.

Das gilt auch für die unzähligen „Erklärungen“, was genau die Cheops-Pyramide einst war oder wozu sie diente. Ein Grabmal des Pharao sagen bekanntlich die Archäologen. Archäologische Laien wollen davon nichts wissen! Sie haben immer wieder neue „Erklärungen“, die sich meistens alle widersprechen. Von eine Art „Signalstationen für Alien-Raumschiffe“ bis zu „Wettermaschinen“ oder „Wissensbunker“ zum Schutz vor der Sintflut reichen diese Interpretationen. Denn, so wird auch argumentiert, die Alten Ägypter hätten ein solch gigantisches Monument nie bauen können. Angebliche gäbe es keine Beweise dafür, alles wäre zu perfekt („millimetergenau“) und außerdem sei hier alles viel zu exakt, als das man dies mit einfachen Werkzeugen hätte schaffen können. Eher waren es Ancient Aliens als Pharaonen …

In diesem Video HIER gehe ich darauf ein. (Das Video ist nur für Kanalmitglieder und treue Fans auf Mystery Files!)

Die Baupläne des Pharao

Archäologen scheren sich nicht um solchen Spekulationen. Und wenn, dann nur beiläufig und vor allem – ablehnend. Sie verweisen unter anderem auf eine gigantische Flut an Funden und Erkenntnissen zur Großen Pyramide, die in den letzten – sagen wir – 200 Jahren durch die Forschung erbracht wurde. Beispielsweise die Entdeckung der Steinbrüche in Gizeh inklusive der offensichtlich primitiven Technik des Steinabbau. Dazu auch die Funde von zahllosen Werkzeugen in diesen und natürlich die Ausgrabungen der Wohnstätten der einstigen Arbeiter. Einem ganzen Dorf unweit der Pyramiden. Vor Ort kann man dies alles mit eigenen Augen sehen.

Kritiker der etablieren Archäologie fragen oft, wo sind denn die Aufzeichnungen von damals? Die Papyri oder eben alten Schriften, die uns überliefern, wie die Pyramiden gebaut wurden? Schließlich, so heißt es weiter, haben die alten Ägypter nahezu alles aufgezeichnet und dokumentiert. Dass solche Dokumente oder sogar Baupläne nicht existieren, ist auch für die Ägyptologie mehr als bedauerlich. Ausnahmslos jeder Ägyptologe würde die Korken knallen lassen, sobald dem Sand Ägyptens solche Funde entrissen werden könnten. Darauf warten sie bis heute vergeblich.

Für die meisten Ägyptologen steht aber außer Frage, dass es Baupläne und zahlreiche weiteren Unterlagen für die Architekten gegeben haben muss. Eine ganze Bibliothek mit Plänen und Aufzeichnungen, die auch entsprechende Dokumente der III. und IV. Dynastie enthalten haben müssen. In einem späteren Blog-Artikel wird dieses Thema noch genauer ausgeführt.

Als Argument für das Fehlen solcher Beweise führen die Forscher gerne an, dass diese zwar existieren, aber eben noch nicht gefunden wurden. Oder, nicht unwahrscheinlich, diese im Laufe der Jahrtausende längst zerstört sind. Optimisten (oder Pessimisten, wie man es sehen mag) bemerken etwa, dass nur 1 Prozent der Schätze und Hinterlassenschaften Ägyptens bis heute erst entdeckt, erforscht und dokumentiert wurden. Wobei man sich hier nicht um ein paar wenige Prozent streiten sollte. Wo also sind die Baupläne des Pharao oder die Bücher der Pyramidenbauer, die es laut Legenden einst ebenso gegeben hat, wie in diesem Artikel HIER ausgeführt?

Sie könnten tatsächliches noch eines Tages gefunden werden. Zumindest teilweise. Ägyptologen oder Kritiker irgendwelcher alternativen Hypothesen haben hierzu aber ein Ass im Ärmel, wie sie glauben. Ein Papyrus aus der IV. Dynastie aus der Zeit des Pharao Cheops, der als eine Art Logbuch des Pyramidenbaus verstanden wird. Zumindest soll dieses einzigartige Dokument beweisen, wie die Pyramiden gebaut wurden. Vor allem aber, dass es Cheops war, der die Große Pyramide schuf.

Wadi al-Garf und „Papyrus Jarf A und B“

Das Dokument nennt sich „Papyrus Jarf A und B“ und ist zweifellos ein unschätzbarer Fund aus der Zeit der großen Pyramiden. Die Fragmente dieser Papyri waren eine Sensation, als diese erst im Jahr 2013 entdeckt wurden, da sie die bisher ältesten beschriebenen Papyri überhaupt sind. Sie stammen aus der Zeit von Cheops und sind damit vor etwa 4.600 Jahren beschrieben worden. Ein unglaublicher Fund, der in einer künstlichen Höhle, einer Art „Galerie“, im Wadi al-Garf entdeckt wurde, und sich als Aufzeichnung eines Arbeitstrupps von Cheops herausstellte.

Wadi al-Garf wiederum wurde schon 1832 von Forschern entdeckt bzw. erstmals dokumentiert und beschrieben. Es liegt am Westufer des Roten Meer (Golf von Suez) im nördlichen Ägypten und ist eine uralte Hafenanlage. Intensive Forschungen und Ausgrabungen fanden hier damals nicht statt. So geriet die Stätte immer wieder aus dem Fokus, bis erst ab 2011 intensive Grabungen von französischen Archäologen begannen. Maßgeblich unter Leitung des Archäologen Pierre Tallet vom „Französischen Institut für Orientalische Archäologie“.

Die gesamte archäologische Stätte erwies sich als wahre Fundgrube. Nicht nur die Hafenanlage wurde dokumentiert, sondern auch zahlreiche große Verwaltungsgebäude und Wohnhäuser sowie zahllose Einzelfunde. Vermutet wird unter anderem, dass die ca. fünf Kilometer riesige Anlage für den Schiffsverkehr zur Sinai-Halbinsel diente, die an dieser Stelle nur knapp 50 Kilometer über den Golf von Suez entfernt ist.

Unter anderem fanden die Forscher eben diese „Galerien“, die aus langen Räumen in rechteckiger Form bestehen und bis zu 34 Meter in die Felsen geschlagen wurden. Knapp 30 dieser Räume sind bisher bekannt, die rund drei Meter hoch und 2,5 Meter breit angelegt wurden. Es waren scheinbar mühsam angelegte Lagerräume, die mit Steinplatten verschlossen wurden und eine Vielzahl an Funden für die Archäologen enthielten. Auch wenn längst nicht alle der Kammern oder „Galerien“ bisher geöffnet und ausgegraben wurden. Das entdeckte Inventar an sich könnte man als typisch für Lagerhäuser in Häfen bezeichnen.

Viele Funde datieren den Hafen an den Anfang der IV. Dynastie. Selbst die Namen Cheops und die des Herrschers Snofru wurden auf Siegeln entdeckt. Snofru war der Vater und Vorregent des Cheops und ist laut Ägyptologie der Baumeister von gleich drei Pyramiden. Genau dort, in einer solchen „Galerie“, fand Pierre Tallet den sensationellen „Papyrus Jarf A und B“ als bisher einziges Dokument, dass vom Bau der Cheops-Pyramide spricht. Wie behauptet wird.

Was sagt „Papyrus Jarf A und B“ wirklich?

Ägyptologen feiern den Fund, und viele „Mystery-Kritiker“ schließen sich dem Fest an. Aber ob das zurecht geschieht, steht eigentlich auf einem anderen Blatt oder Papyrus!

Das Dokument ist ein Teil des Schiffslogbuch einer Gruppe von Arbeitern unter ihrem „Inspektor“ namens Merer. Ihre Aufgabe war es, Bausteine aus den Tura-Steinbrüchen südlich von Gizeh über den Nil zur Baustelle auf dem Gizeh-Plateau zu liefern. Dazu segelten sie immer hin und her und kamen so auf zwei bis drei Fahrten in einem Zeitraum von 10 Tagen. Eine mehr oder weniger eintönige und sich immer wiederholende Fahrt, wenn man es so sehen will. Unzählige solche Arbeitstrupps mit ihren Booten muss es einst gegeben haben, die Material von Tula herbeischafften. Nur den Trupp um Merer kennen wir dank dieses Fundes heute.

Der Papyrus bzw. das dort verzeichnete Logbuch ist streng gegliedert und schon fast monoton und langweilig. Es verzeichnet die Monate und Tage und notiert dabei, was genau an diesem oder jenem Tag geschah. Wo übernachtet wurde, wann in Tura geladen wurde oder was der Truppführer Merer machte. Eben ein Logbuch zur Dokumentation, das aus dem 26. Regierungsjahr von König Cheops stammt. Im „Jahr nach der 13. Volkszählung von Cheops“, wie es der Entdecker Pierre Tallet konkret benennt.

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In Gizeh selber wird auch eine Person genannt, die eine Art Hafenmeister von Cheops am Gizeh-Plateau selber war. Ein Mann mit Namen Anchhaf, der als hoher Beamter selber später in Gizeh bestattet wurde, und dessen Grab in Form einer Mastaba das größte private Grab auf dem Ostfriedhof dort ist. Weiter finden sich dort neben dem Gizeh-Hafen auch die Cheops-Pyramide (= „Achet-Chufu“, „Horizont des Cheops“) selber erwähnt, sowie eine „Kapelle“ des Cheops, in der die Arbeiter bei ihren Fahrten einmal übernachteten.

Das klingt alles überaus plausibel: Eine Arbeitertruppe unter Leitung des Vorarbeiters Merer, die zwischen Gizeh und den Steinbrüchen mit ihrem Boot pendelte, um einen Stein nach den anderen zu liefern. Vor Ort wurde natürlich das Schiff beladen und die Arbeiter übernachteten bei ihren Reisen, um am anderen Morgen ihr Tagewerk weiter zu verrichten. Doch dann beginnen auch bei den Archäologen die ersten Spekulationen!

Im 26. Regierungsjahr des Cheops

Der Kalkstein aus Tura, der in diesem Logbuch erwähnt wird, diente wahrscheinlich für die Außenverkleidung der Cheops-Pyramide, vermutet die Archäologie. Wie man an der Spitze der Chephren-Pyramide noch heute sieht, waren die Pyramiden einst mit diesem Kaltstein verkleidet. Heute sind die Monumente durch Steinraub und den Zahn der Zeit kahl. In dem Papyrus steht die genaue Verwendung des gelieferten Steines allerdings an einer einzigen Stelle genannt.

Die Vermutung, die dienten der Verkleidung, liegt aber durchaus nahe. Der Papyrus stammt aus dem 26. Regierungsjahr des Cheops und damit wäre seine Pyramide zu dieser Zeit schon so gut wie fertig. Also lieferten seine Arbeit für den letzten Schliff zu dieser Zeit schon die Steine für die Außenverkleidung des Bauwerkes, die natürlich erst gegen Bauende angebracht wurde. Das wäre im Jahr 2594 vor Christus gewesen, wenn Cheops 2620 vor Christus den Thron bestieg. 14 Jahre vor seinem Tod, wobei so wirklich auf ein Jahr genau will sich kein Ägyptologe auf die Lebensdaten des Cheops festlegen. Mit den sicherlich notwendigen Jahren der Vorplanung des Bauwerkes wäre der Papyrus zeitlich sicher sehr gut in die von den Archäologen immer angeführten Daten und Bauzeiten in Einklang zu bringen.

Pierre Tallet als Entdecker dieser Dokumente veröffentlichte eine Übersetzung und Analyse des Textes in seiner Untersuchung „Les papyrus de la mer Rouge I. Le ‚journal de Merer‘ (Papyrus Jarf A et B)“ 2017 beim „Französischen Institut für Orientalische Archäologie“. „Sie liefern ein einzigartiges, wenn auch indirektes Zeugnis für die Konstruktion eines Außergewöhnlichen Denkmal“, so Tallet in seiner Publikation. Doch „leider werden die derzeit angewandten Bautechniken nicht erwähnt“, bedauert er weiter. Was aufgrund der Art dieses Fundes, eben ein Logbuch eines Arbeitertrupp unter ihrem Führer, auch nicht zu erwarten wäre, wie Tallet selber schreibt.

Bestimmt waren die abgebauten Steine, so Tallet weiter, für die „Baustelle der Pyramide, wo sie höchstwahrscheinlich, aber nicht ausschließlich, in der Außenverkleidung verwendet“ wurden.

Bau oder Umbau?

Sehr weite Teile der Untersuchung des Textes nehmen bei Tallet verschiedene Berechnungen und Analysen des Kontextes ein. Also wie viel Mann dieser Trupp hatte (ca. 40), wie die Strecke genau aussah, welche Verbindungen die Hafenalgen hatten, wie große die Boote waren, was diese an Last tragen konnten oder auch wo sich weitere Steinbrüche finden. Hierbei stützt er sich auf vorangegangene Untersuchungen und Forschungen, wie etwa von den bekannten Ägyptologen Mark Lehner. Schließlich ist längst bekannt, dass am Rande des Gizeh-Plateaus eine Hafenanlage und Kanäle lagen.

Tallet ist sich sicher, dass Kalkstein aus Tura nur eine Quelle für die Steine war. Schon bei den Pyramiden des Snofu wären weitere Gesteinsarten anderer geologischer bzw. mineralischer Zusammensetzung nachweisbar. Für den Bau der Cheops-Pyramide ist grundsätzlich die immer wiederkehrende Aussage „segelt am Morgen in Richtung Achet-Chufu“ spannend. Auch wenn heute viele Spuren der Hafenanlagen in Gizeh und der anderen im Text genannten Gebäude nicht oder kaum mehr vorhanden sind, belegt das „Logbuch“ einen Steintransport per Schiff zur Cheops-Pyramide. Mutmaßlich für deren Außenverkleidung und auch andere Bauwerke auf dem Plateau, wie es der Archäologe Tallet selber ausführt.

Dennoch muss man auch als Archäologe zugeben, dass diese Dokument kein Beweis für den Bau der Großen Pyramide unter Cheops ist. Zumindest aus Sicht der Ägyptologie-Skeptiker ist das ganz sicher so. Es wird nicht gesagt, wofür die Steine eigentlich gedacht sind. Und vor allem, so werden mit Sicherheit viele einwenden, heißt das nicht, das dieser Papyrus nicht nur eine Renovierung oder Instandsetzung der ihm zugeschrieben Pyramide durch Cheops dokumentiert. Schon seit Jahrzehnten wird nämlich genau das behauptet: Cheops habe die Große Pyramide nur unter seiner Regierung wieder erneuert und restauriert. In Wahrheit stand sie schon tausende Jahre dort, bis er Pharao wurde.

Grundsätzlich widerlegt der „Papyrus Jarf A und B“ diese Spekulation nicht. Es wäre zwar eine mehr als umständliche Art der Renovierung, dass hierzu extra Hafenanlagen und Kanäle gebaut (oder wieder herrichtet?) wurden, aber theoretisch ginge dieses Unternehmen. Böse Zungen könnten sogar in den Raum werfen, der Textfund ist eine Fälschung der Altertumsforscher … Dazu aber gleich mehr.

Nur eine Fälschung?

Ägyptologen werden solchen Spekulationen niemals folgen wollen. „Papyrus Jarf A und B“ passt dafür fraglos zu gut in den Gesamtkontext des Pyramidenbaus der IV. Dynastie. Sie oder Kritiker der „alternativen Hypothesen“ können aber auch nicht behaupten, dass der erhaltene Text den Bau der Cheops-Pyramide unter Cheops belegt.

Angenommen, der Herrscher habe tatsächlich sich die Mühe gemacht die Große Pyramide wieder neu zu verkleiden – dann würden wir auch exakt ein derartiges „Logbuch“ seiner Arbeiter finden können, wie es beim fraglichen Papyrus der Fall ist. Der Inhalt – allein für sich betrachtet! – träfe in beiden Fällen zu. Dieser würde aber auch zeigen, dass Cheops als König damals schon der Großen Pyramide seinen Namen verlieh. Sie ist auf dem Papyrus natürlich nicht als „Cheops-Pyramide“ oder „Pyramide des Khufu“ bezeichnet, sondern mit dem alten ägyptischen Namen „Achet-Chufu“. Damit als „Horizont des Cheops“, womit der Text eindeutig zeigt, dass Cheops im 26. Jahre seiner Herrschaft die Große Gizeh-Pyramide quasi für sich beanspruchte. Wenn man im Hinterkopf an die Spekulation der Pyramiden-Restaurierung durch Cheops der Pyramide denkt.

Was wäre aber, wenn die Ägyptologen diesen Papyrus tatsächlich gefälscht haben? Eine Archäologie-Verschwörung wird ja schon seit Jahrzehnten überall vermutet, nicht nur bei den Pyramiden. Dass Artefakte oder archäologische Funde gefälscht wurden, ist aus der Vergangenheit hinlänglich belegt. Auch in diesem Fall?

Pierre Tallet als Archäologe, der diese Schriften fand und erforschte, entdeckte in den Lagern von Wadi al-Garf zahlreiche Objekte aus der Zeit des Cheops und seines Vaters. Zum Beispiel Vorratskrüge, Seile, Keramiken, Stoffe oder auch Hölzer und Ruder für die Boote. Daneben eine unermessliche Anzahl von Scherben, von denen einige Inschriften trugen. Nicht selten sogar die Namen der einzelnen Mannschaften und der Schiffe. Der Fundzusammenhang ist damit klar und der Hafen sehr gut zeitlich einzuordnen. Alles ergibt ein rundes Ganzes, wie man so schön sagt.

Jetzt wiederum wäre es einem Ägyptologen sicher ein leichtes ein Dokument wie „Papyrus Jarf A und B“ zu faken, geschickt zu platzieren und dann rein „zufällig“ bei den Grabungen zu entdecken. „Seht her, was ich da habe, hier steht die Cheops-Pyramide genannt“, gäbe es dann zu verkünden. Schnell wäre nach einer genaueren Analyse und Übersetzung der Fragmente klar, womit man es hier zu tun hat. Ein Jahrtausendfund für die Ägyptologie. Im Speziellen für die Erforschung der Cheops-Pyramide.

Ein unspektakuläres „Logbuch“

Tallet hat im Anhang seiner Untersuchung des „Papyrus Jarf A und B“ diesen auch in Übersetzungen wiedergegeben. Jeder kann sie damit nachlesen, wird aber schnell feststellen, dass das „Logbuch“ für den Laien sehr langweilig ist. Es sind eben lediglich bürokratische Aufzeichnungen, die wohl der Dokumentation der geleisteten Arbeiten dienten. Heute würde man dazu  Tätigkeitsnachweis oder „Stempelkarte“ sagen.

Nicht nur, dass Angaben darüber fehlen, wo die Steine genau verbaut worden sind, sondern nicht mal ihre Größe wird erwähnt. Zumindest nicht in den erhalten Teilen des Papyrus. Sollte man, wenn man ernsthaft einen Betrug unterstellen möchte, nicht annehmen, dass ein solches Dokument etwas detaillierter gefälscht würde? Etwa im Sinne einer Erwähnung wie: „Wir schleppten die Steine für die Verkleidung der Pyramide unseres Königs Cheops am Morgen auf das Schiff und fuhren los.“? Oder irgendeine andere Art der konkreten Erwähnung des Pyramidenbaus des Pharao Cheops, die sich direkt auf die Arbeit der Bootsmannschaft bezog?

Hier muss sicher ein mutmaßlicher Faker abwägen, um nicht bei seinem Betrug zu übertreiben. In Fachkreisen wurde der Fund so oder so in Windeseile bekannt. Für Laien ist er zu unspektakulär, als das man damit Weltruhm erlangen könnte. Sicher denken die meisten auch nach 100 Jahren hier noch an das Grab des Tutanchamun, wenn es um Schätze und Entdeckungen der Pharaonen geht. In der archäologischen Community wiederum ist Tallet damit berühmt geworden. Auch ohne öffentlichkeitswirksame Sensationen. Zweifel an der Echtheit hat niemand.

Auch ich persönlich bezweifle nicht, dass „Papyrus Jarf A und B“ authentisch ist und von „Achet-Chufu“, also der Cheops-Pyramide, spricht. Nur lässt er genug Spielraum ihn in dem Sinne umzudeuten, dass hier lediglich die Renovierung der Pyramide durch Cheops beschrieben wurde. Oder sogar andere Bauarbeiten auf dem Gizeh-Plateau unweit der Pyramide, da die Nutzung der gelieferten Steine nicht überliefert ist. Ebenso hätte ihre Bestimmung irgendein Bauwerk dort sein können, nachdem Cheops die Große Pyramide für sich vereinnahmte und umbaute. Reine Spekulationen, die sich aber aus dem Dokument herleiten lassen, wenn man ihn als angeblichen „Beweis“ für sich betrachtet …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die Geheimnisse der Chephren-Pyramide in Ägypten: Seltsame Sagen, verborgene Kammern und Löcher im Fels +++ Video +++

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Die Geheimnisse der Chephren-Pyramide in Ägypten: Seltsame Sagen, Kammern und Löcher im Fels (Bild: Fischinger-Online)
Die Geheimnisse der Chephren-Pyramide in Ägypten: Seltsame Sagen, Kammern und Löcher im Fels (Bild: Fischinger-Online)

Über die Rätsel der Cheops-Pyramide in Gizeh wird gerne und viel diskutiert. Kein anderes Bauwerk der Antike fasziniert offenkundig die Menschen so sehr wie dieses. Und so kommen auch immer wieder neue Thesen, Entdeckungen und Spekulationen über die Pyramide des Cheops hinzu. Doch was ist eigentlich mit der Nachbar-Pyramide, der Chephren-Pyramide? Auch um sie sowie dem Pharao Chephren selber ranken sich Mythen und Legenden. Und genau diesen Geheimnissen um die Pyramide des Chephren wollen wir in diesem YouTube-Video einmal genauer nachgehen.


Die Geheimnisse der Chephren-Pyramide

Beim Thema Rätsel der Archäologie und Geheimnisse der Pyramiden konzentrieren sich viele fast ausschließlich auf die Pyramide des Cheops in Gizeh. Eigentlich kein Wunder, da sie die größte Pyramide ist und noch dazu ein bis heute faszinierendes Inneres aufweist.

Kammer, Stollen, Gänge und vielleicht sogar versteckte Räume … Genau das sorgt seit Jahrzehnten für viele Diskussionen, wie Ihr es durch Artikel und Beiträge auf diesem Blog sowie von zahlreichen Videos auf meinem YouTube-Kanal kennt. Erbaut wurde die Cheops-Pyramide nach Meinung der Archäologie vor rund 4.500 Jahren.

Doch was ist mit der Nachbar-Pyramide, der Chephren-Pyramide?! Sie wurde von einem Sohn des Cheops erbaut und ist kaum kleiner als die Cheops-Pyramide. Und auch um sie ranken sich Mythen und Legenden. Doch wie auch bei der Pyramide des Cheops werden diese von der etablierten Archäologie nicht ernst genommen.

Es sind Legenden, die nicht nur von Geheimkammern in der Pyramide des Chephren berichten, sondern auch vom Pharao selbst. Schaut man dann etwas genauer auf die Geschichte der Pyramide, deren Erforschung und den Entdeckungen dort, so stellen sich auch hier viele Fragen.

Und genau diesen Geheimnissen um die Pyramide des Chephren wollen wir in diesem Video einmal genauer nachgehen. Und uns auf Spurensuchen nach verborgenen Kammern mit wundersamen Gegenständen begeben …

Bleibt neugierig …

Video vom 3. September 2020

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Lars A. Fischinger

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Geheimkammern und Tunnel unter der Sphinx könnten den Weg zu verborgenen Schätzen der Pharaonen weisen (+ Video)

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Geheimkammer unter der Sphinx könnte den Weg zu verborgenen Schätzen der Pharaonen weisen (Bild: Fischinger-Online)
Geheimkammer unter der Sphinx könnte den Weg zu verborgenen Schätzen der Pharaonen weisen (Bild: Fischinger-Online)

Derzeit sorgt die Sphinx von Gizeh in Ägypten wieder für Diskussionen und Spekulationen. Auslöser waren Aussagen der Historikerin Prof. Bettany Hughes in einer TV-Dokumentation des britischen Senders „Channel 5“ von und mit ihr. Darin stellte sie den Zuschauern die größten Schätze des Alten Ägypten vor und berichtete auch über die rätselhafte Sphinx. Denn unterhalb der Figur befinden sich verborgene Kammern und  Tunnel, die vielleicht sogar zu versteckten Schätzen führen könnten. Möglicherweise sogar zu Geheimkammern, die mit der Cheops-Pyramide in Verbindung stehen, hieß es in der TV-Sendung. Was Hughes den TV-Zuschauern noch sagte und was genau sie gemeint haben könnte, erfahrt Ihr in diesem Beitrag. Ebenso in einem YouTube-Video wie diese geheimen Räume unter der Sphinx aussehen.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Geheimkammern unter der Sphinx und verborgene Schätze

In englischsprachigen (Boulevard-)Medien, Diskussionsgruppen und diversen Videos auf YouTube sorgt derzeit eine Meldung für Schlagzeilen und  Aufregung. Demnach würden eine Geheimkammer oder versteckte Räume unterhalb der weltberühmten Sphinx von Gizeh entdeckt worden sein. Diese verborgenen unterirdischen Kammern unter der riesigen Statue auf dem Gizeh-Plateau könnten den Berichten nach zu den versteckten „Schätzen der Pharaonen“ führen.

So zumindest die Historikerin, Autorin und TV-Doku-Moderatorin Prof. Bettany Hughes in einer Sendung des britischen Senders „Channel 5“.

Hughes wiederum ist in TV-Dokumentationen rund um Geschichte und die Rätsel der Vergangenheit  keine Unbekannte. Sie wirkte bereits in zahlreichen entsprechenden Dokumentarfilmen für verschiedene TV-Sender mit. Aktuell hat sie auf „Channel 5“ die Sendung „Ägyptens größte Schätze“, die erstmals am 3. August 2019 ausgestrahlt wurde. Eine zweistündige Dokumentation, in der sie den Zuschauern „ihrer zehn wichtigsten Schätze des alten Ägypten“ in einem Countdown präsentiert. Zumindest stellt der TV-Sender diese so vor.

Ihre Schatzsuche in Ägypten führte die Forscherin bzw. Moderatorin dabei natürlich auch nach Gizeh. Hier präsentierte sie dem Fernsehpublikum unter anderem die mächtige Sphinx, die „Generationen von alten Ägypten fürchteten“ und verehrten. „Sie glaubten wirklich“, so Hughes weiter, „dass sie übernatürliche Kräfte besitzt“. Die „Faszination an der Sphinx“ habe bis heute nicht nachgelassen.

Nachdem sie ihren Zuschauern das Monument leidenschaftlich präsentiert hat, wird es in ihrer Dokumentation mysteriös. Ägyptologen würden ihrer Aussage nach „unter der Sphinx“ Untersuchungen durchführen, da es dort versteckte Räume geben soll. Und sie ist sogar sicher:

Die Sphinx steht direkt über einem Netzwerk von Kammern und Tunneln.

Die Wahrheit ist, wir haben absolut keine Ahnung, wofür diese verwendet wurden, aber es ist ein Rätsel, das Forscher derzeit zu lösen versuchen. Einige hoffen, dass diese verborgenen Tunnel uns zu neuen und unentdeckten Schätzen führen könnten.“

Der Einstieg in die Unterwelt der Sphinx

Bettany Hughes präsentiert in ihrer Sendung aber auch den oder einen Eingang in diese geheime Unterwelt unter der Sphinx. „ein tiefes Loch in der Nähe des Schwanzes der Sphinx“, sei der Einstieg in diese Geheimkammer. Von diesem Loch würde angenommen, dass es in eine große Kammer führen würde. Auch ein kleiner bisher unerforschter Raum unter den Pfoten des Bauwerkes würde existieren, so Hughes weiter.

Es sei aber weiterhin vollkommen unklar, wohin diese Tunnel und Räumlichkeiten letztlich führen würden. Vielleicht stünden sie mit der Cheops-Pyramide in Verbindung, wird von der Historikerin weiter vermutet, da sie sich ganz in der Nähe der Sphinx befindet.

Das sind durchaus erstaunliche Aussagen, der Archäologin bzw. Historikern, die sie auf „Channel 5“ tätigte. Alleine steht sie mit diesen Spekulationen – und nur solche sind es! – aber nicht. Schon sehr lange, seit Jahrhunderten, werden unter und an der Kolossalstatue auf dem Gizeh-Plateau verborgene Tunnel, Kammern und Räume vermutet. Einige sprechen sogar von der legendären „Halle der Aufzeichnungen“, die der 1945 verstorbene Amerikaner Edgar Cayce „prophezeit“ hat.

Cayce wurde unter dem Namen „Der schlafende Prophet“ bekannt, da er zu Lebzeiten in Trance angebliches Wissen einer versunkenen Welt offenbaren konnte. Dieses Atlantis sei nach seinen Worten vor rund 12.500 Jahren untergegangen und habe diese „Kammer des Wissens“ angelegt. Sie befinde sich unterhalb der Sphinx und warte nur auf ihre Entdeckung, so der Hellseher, der bis heute viele Anhänger hat. Denn gefunden wurde sie offiziell nie.

Ebenso wenig wie andere verborgene Tunnel und Kammern, von denen Bettany Hughes im TV sprach oder sie zumindest andeutete.

Die Ägyptologie weiß von nichts

Tatsächlich hat es sogar sehr viele offizielle Untersuchungen in diesem Bereich gegeben. Bohrungen in den felsigen Untergrund ebenso wie Georadarmessungen und andere geologische Untersuchungen. Die Ergebnisse sind für die meisten etablierten Ägyptologen ohne Relevanz. Es wurden zwar Hohlräume entdeckt (wie auf dem gesamten Plateau), aber diese seien natürlichen Ursprungs. Es seien Karsthöhlen, die durch Wasser und Erosion im Gestein entstanden sind, und damit alles andere als Geheimkammern. Was verständlich Weise von nicht wenigen Mystery-Jägern angezweifelt wird.

Unklar ist aber, warum Bettany Hughes in ihrer TV-Dokumentation diese Aussagen traf. Zum Beispiel ist das besagte Loch am hinteren Ende der Sphinx alles andere als irgendwie geheimnisvoll oder verborgen. Jeder noch so eilige Bus-Tourist kann es bei seinem Kurzbesuch für ein Foto an der Sphinx selber sehen. Nicht wenige waren auch schon im Inneren, wie in dem Video unten berichtet und gezeigt.

Nicht minder seltsam erscheint auch die Behauptung von Hughes von Schätzen und einer Verbindung zur Cheops-Pyramide bzw. Pharao Cheops. Nach den meisten Ägyptologen hat Pharao Chephren, der Nachfolgen von Cheops, die Sphinx erbauen lassen. Sie wird also ihm und seiner Pyramide und nicht der Cheops-Pyramide zugesprochen. Obwohl nicht alle Archäologen diese Meinung teilen. Einige sehen die Sphinx tatsächlich als Werk von Cheops, welches zu seinem Pyramiden-Komplex zu zählen sei. Die Statue würde auch den Kopf des Cheops und nicht des Chephren zeigen.

Bei anderen Deutungen und Spekulationen um die Sphinx spielt das allerdings überhaupt keine Rolle. Nach diesen hat weder Cheops noch Chephren das Löwenwesen geschaffen, sondern eine längst versunkene unbekannte Kultur. Jahrtausende vor den Pharaonen, die höchstens die bereits existierende Figur umgestalteten (s. auch Buchtipps unten).

Dass davon die klassische Geschichtsschreibung und Ägyptologie nichts wissen will, ist verständlich.

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

YouTube-Video zum Thema auf Fischinger-Online

Video vom 28. Sep. 2017 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

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Das „Osiris-Grab“ von Gizeh: Wie Ägyptens letzter Pharao Dr. Zahi Hawass einen Jahrzehnte bekannten Fund in seine Entdeckung ummünzte

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ARTIKEL: Das Grab des Osiris von Gizeh: Wie Ägyptens letzter Pharao Zahi Hawass einen fast 100 Jahre alten Fund als seine Entdeckung präsentierte (Bild: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Das Grab des Osiris von Gizeh: Wie Ägyptens letzter Pharao Zahi Hawass einen fast 100 Jahre alten Fund als seine Entdeckung präsentierte (Bild: L. A. Fischinger)

Ägypten ist seit geraumer Zeit wieder als Land der Pharaonen mit seiner Jahrtausende alten Geschichte im Fokus der Medien. Grund sind mutmaßlich Geheimkammern, die sich im Grab des Pharao Tutanchamun in Tal der Könige nahe Luxor befinden könnten. Im Zuge dieser Berichterstattungen bot „Focus Online“ in einem Video & Artikel den ehemaligen „Pyramiden-Chef“ Dr. Zahi Hawass wieder eine mediale Plattform. Und zwar mit einer alter Aussage von ihm, in der er sich selber als Entdecker des schon legendären „Osiris-Grab“ von Gizeh feierte. Nur leider schmückte sich Hawass hier mit der Entdecker-Krone eines anderen, denn das „Osiris-Grab“ wurde schon 1933/34 von jemanden anderem entdeckt. Und das wusste Hawass mit Sicherheit. Die genauen Hintergründe zu dem Schwindel von Ägyptens letzten Pharao Zahi Hawass erfahrt Ihr hier.


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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Bei den Namen Dr. Zahi Hawass sträuben sich zahlreichen Archäologen und auch Grenzwissenschaftlern die Nackenhaare. Obwohl der Archäologe offiziell schon lange nicht mehr das Amt des Chef der ägyptischen Antikenverwaltung innehat, so zieht der doch im Hintergrund immer wieder die Fäden. Das zeigte sich beispielsweise beim Cheops-Skandal um die Deutschen Stefan Erdmann und Dr. Dominque Görlitz, über den hier vielfach berichtet wurde.

Dr. Hawass und „die aufregendste Entdeckung meines Lebens“, die „er“ in Gizeh machte

Der Archäologe Dr. Hawass, spätestens seit der inszenierten „Live-Öffnung“ des Sperrstein am Ende des Gantenbrink-Schacht der Cheops-Pyramide im September 2002 spöttisch mit „Indianer Jones“ verglichen, sorgte durch eine andere Entdeckung ebenso für Schlagzeilen. Auch wenn ihn die TV-Show 2002 weltweit bekannt machte, so war und ist der Ägyptologe immer wieder für fragliche Überraschungen gut. Beispielsweise im Sommer 2015, als sich Hawass bei einem Vortrag von Graham Hancock in Beschimpfungen gegen den Autor Robert Bauval verlor. Und er dabei ganz nebenbei behauptet, dass es die sensationellen Ruinen von Göbekli Tepe in der Türkei nicht gibt bzw. wenn, dass sie niemals 12.000 Jahre alt sein können. Zum Vergleich: Die Cheops-Pyramide in seinem Land ist „erst“ rund 4.500 Jahre alt.

Dr. Zahi Hawass: Er kennt als Archäologe die sensationelle Ruinen von Göbekli Tepe nicht! (Bild: gemeinfrei/WikiCommons / L.A. Fischinger)
VIDEO: Dr. Zahi Hawass: Er kennt als Archäologe die sensationelle Ruinen von Göbekli Tepe (angeblich) nicht! (Bild: gemeinfrei/WikiCommons / L.A. Fischinger)

Aber eine Sensation hatte Dr. Zahi Hawass schon vor bald zwei Jahrzehnten zu melden. Er persönlich habe, so ließ er es 1999 verkünden, einen fast 30 Meter tiefen, senkrechten Schacht „genau in der Mitte zwischen der Chephren-Pyramide und der Sphinx“ gefunden.[i] Im inneren des unterirdischen Systems lagen eine Reihe von Kammern verborgen, die Hawass als „Osiris-Grab“ bezeichnete und die Anlass zu Spekulationen gaben und noch immer geben. Immerhin war auch Hawass mehr als begeistert über den Grabfund, den er „die aufregendste Entdeckung meines Lebens“ nannte.

Die Spekulationen um das seltsame Grab eines Gottes reißen weiterhin nicht ab. Auch wenn mehrere Vor-Ort-Besuche die ganze Sache weniger spektakulär erscheinen lassen und eine ganze Reihe Irrtümer in der Diskussion über die Grabanlage offenbaren, wie ich 2015 in meinem Buch „Rebellion der Astronautenwächter“ berichtete. Auch gab es unlängst Untersuchungen der „National Research Institute of Astronomy and Geophysics“ in Kairo mit dem „Ground Penetrating Radar“ (GPR) dieses und anderer Gebiete auf dem Plateau von Gizeh. Diese zeigten noch weitere „Geheimkammern“ usw. um die Pyramiden von Gizeh. Verborgene Räume und Schächte, die zu einem Großteil sicher Grabanlagen aus der Zeit nach den großen Pyramiden sein werden. Von diesen finden sich auf dem Plateau unzählige und auch das „Osiris-Grab“ gehört dazu, da es fast 2.000 Jahre nach der Cheops-Pyramide gebaut wurde.

Diese Schachtanlage liegt auch nicht – wie sehr oft behauptet wird! – in oder unter einer Pyramide sondern unter dem Auffweg der Chephren-Pyramide. Etwa zwischen dieser und der Sphinx, was Hawass aber immer korrekt angab und es damit nicht auf „seinem Mist gewachsen“ ist. Das Grab des Osiris ist folglich keine Geheimkammer in einer Pyramide, sondern liegt ein ganzes Stück weiter von ihnen entfernt.

Dennoch hieß 2006 in dem Untersuchungsbericht über die GPR-Forschungsergebnisse zum Beispiel:

Die Ergebnisse dieser Studien unterstützen die Möglichkeit der Präsenz unentdeckter Relikte von hohem Wert.“ [ii]

Wenigstens etwas …

Doch schon früher waren Dr. Hawass solche Schachtanlagen unter der Erde von Gizeh und anderswo mit Sicherheit bekannt. In einer Fernsehdokumentation von 1995 beispielsweise führt er das TV-Team selber in unterirdischen Räumen herum.[iii] Am 2. März 1999 brachte der TV-Sender „FOX“ sogar das Live-Spezial „Öffnung des verlorenen Grabes – Live aus Ägypten“ um die Entdeckung der Kammern/Schächte und präsentierte einem erstaunten Publikum die unterirdische Welt von Gizeh.[iv]

Wie Dr. Zahi Hawass die Entdeckung von jemand anderem in seine eigene ummünzte!

Damit sind versteckte Kammern, Tunnel, Schächte und Räume bei den Pyramiden von Gizeh eine Realität. Doch zu oft werden diese aufgebauscht und es wird dabei verschwiegen, dass es auf/in Gizeh eben von Gräbern aus unterschiedlichen Zeiten nur so wimmelt. Das Plateau ist ein Schweizer Käse. Das „Osiris-Grab“ wiederum hebt sich fraglos von anderen ab, steht aber archäologisch nicht allein dar.

Und hier kommt Ägyptens letzter Pharao ins Spiel:

Zahi Hawass persönlich foppte die Medienwelt mit der Aussage, er selber habe das unterirdische Grab des Gottes Osiris gefunden. Eben jene bis heute heiß diskutierte Anlage, die ich erstmals im Februar 2006 aufsuchte, als dort die oben genannten Radar-Messungen durchgeführt wurden. Diese Hawass-Behauptung wurde erst am 4. Mai 2016 von „Focus online“ in einem Online-Video und dem zugehörigen Artikel „Archäologische Sensation in Pyramide gefunden“ neu belebt. Im Zusammenhang mit den Untersuchungen im Grab des Tutanchamun haben verschiedene Mainstream-Medien über diverse Themen der Ägyptologie berichtet. So eben auch der „Focus“ über Hawass „seine“ spektakuläre Entdeckung vor etwa 20 Jahren.

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Hawass im erneut zitierten Interview zu dem Fund der Grabanlage:

„Ich habe mit diesem Schacht zwei wichtige Entdeckungen gemacht, die erste ist, das es sich um das Grab handelt, dass Herodot beschrieben hat. Niemand ahnte, dass es tatsächlich existierte, bis ich es ausgegraben habe und den Sarkophag fand. Die zweite Entdeckung ist, dass es sich um ein symbolisches Grab für den Totengott Osiris handelt, Osiris der auch über das unterirdische Labyrinth von Gizeh regierte. Ich muss sagen das Osiris Grab ist wirklich die aufregendste Entdeckung meines Lebens.

Bravo, Herr Dr. Hawass, für diese dreisten Lügen damals! Beim Bart des Pharao und bei Hut von Indiana Jones – die Ehre der Entdeckung gebührt einem anderen Ägyptologen. Hawass sagte rund um die Umstände der Entdeckungen nicht die Wahrheit.

Es war der Ägyptologe Professor Dr. Selim Hassan, der das „Osiris-Grab“ schon bei seinen Grabungen in den Jahren 1933 und 1934 entdeckte und dokumentierte und nicht Hawass.[v] Dr. Hassan war es übrigens auch schon, der die Grabanlage damals auf etwa 600 vor Christus datierte. Das muss einem Ex-Chef der Antikenverwaltung, Ägyptologe und einstmals Wächter der Grabungen und Forschungen in Gizeh und ganz Ägypten bei seinen Interviews um 1999 bekannt gewesen sein.

Hawass und die jüdische Weltverschwörung

Wohlwollend könnte man annehmen, dass Zahi Hawass tatsächlich nichts von den Entdeckungen seines früheren Kollegen Selim Hassan wusste. Ob das aber irgendwie glaubhaft erscheint, ist fraglich. Dr. Hawass als Teil der ehemaligen Elite unter der Regierung von Präsident Muhammad Husni Mubarak glaubt so oder so an eine Verschwörung gegen ihn, weshalb er im Juli 2011 seine Ämter endgültig verlor. Selbst an eine jüdische Weltverschwörung glaubt Hawass, wie er es beispielsweise in einem TV-Interview am 11. Februar 2009 im ägyptischen Fernsehen erzählte.

Dr. Dominique Görlitz und Lars A. Fischinger im Interview zu den Rätseln der Cheops-Pyramide und dem "Cheops-Projekt" (Bild: L. A. Fischinger)
VIDEO: Dr. Dominique Görlitz und Lars A. Fischinger im Interview zu den Rätseln der Cheops-Pyramide und dem „Cheops-Projekt“ (Bild: L. A. Fischinger)

Auch Stefan Erdmann und Dr. Dominique Görlitz sowie Robert Bauval gehören dieser geheimen Weltherrschaft der Juden an. So zumindest seine haarsträubenden Aussagen im Rahmen der Kontroversen um den Cheops-Skandal. Hawass unterstellte ihnen nämlich, dass sie die Cheops-Pyramide neu und älter datieren und die Juden zu den Bauherren erklären wollen. Die beiden Deutschen bzw. alle alle Drei wollen mit ihrem „Cheops-Projekt“ nichts anders, als belegen, dass vor 15.000 Jahre die Juden die mächtigen Monumente von Gizeh erbaut hätte, so Zahi Hawass.

Dass das Unfug ist, wird allein schon durch die Tatsache belegt, dass es vor 15.000 Jahren noch gar keine Juden gab. Noch sehr lange nicht, weshalb es wohl mehr als schwer sein würde, diesem Volk den Bau der Pyramiden von Gizeh vor 15 Jahrtausenden zuzusprechen. Aber vielleicht ist dies dem Ägyptologen ebenso entgangen, wie die (anerkannten) Ausgrabungen und Forschungen in Göbekli Tepe in Anatolien, die vor allem von dem 2014 verstorbenen Archäologen Dr. Klaus Schmidt seit 1995 durchgeführt wurden. Einem Deutschen übrigens …

Immerhin glaubt Hawass an geheime Kammern in der Cheops-Pyramide. Hin und wieder zumindest, da er diesen Glauben auch gerne mal ändert. So sagte er zum Beispiel bei seiner weltweiten Vortragstournee im Juni 2013 gegenüber „LiveScience“:

Ich glaube wirklich, dass die Kammer des Cheops noch nicht entdeckt wurde und alle drei Kammern nur da sind, um die Diebe zu täuschen. Die Schätze des Cheops sind immer noch in der Großen Pyramide versteckt.

Wirklich eine schillernde Figur der Ägyptologie.

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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Fußnoten

[i] Insel in der Unterwelt, Spiegel online, 30. Oktober 2000 (und Nr. 44/2000) & Hawass, Zahi, in: Newspaper Extra Bladet (Kopenhagen), vom 31. Januar 1999, „Sandpit Of Royalty“, von Dorte Quist

[ii] z. B.: Abbas, Mohamed (u. a.): Uncovering the Pyramids Plateau – Giza Plateau in a Search for Archaeological Relics by Untilizing Ground Penetrating Radar, in: NRIAG Journal of Geophysics, Special Issue, National Research Institute of Astronomy and Geophysics, Cairo 2006, S. 2

[iii] The Mystery of the Sphinx, NBC 1995

[iv] Opening The Lost Tombs, Fox TV, 2. März 1999

[v] Hassan, Selim: Excavations at Giza, vol. V: 1933-1934. Kairo 1944, S. 193ff.

 

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Unterirdische Rätsel in Ägypten: Alles ein Werk der Pharaonen?

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Schacht-Ausgrabungen in Gizeh zwischen Cheops-Pyramide und Chephren-Aufweg (Fischinger)

Unter dem Wüstensand ist noch viel verborgen, nicht zuletzt auch in Ägypten. Im folgenden Bericht stellt Armin Risi drei Beispiele von unterirdischen Rätseln vor, die in der Öffentlichkeit und auch in Ägyptologiekreisen weitgehend unbekannt sind.

von Armin Risi (ca. 2008)

Die Megalith-Anlagen Ägyptens, angefangen mit den großen Pyramiden, sind Weltwunder, die auch heute noch mit vielen offenen Fragen verbunden sind. Weniger bekannt ist, daß es in Ägypten auch unterirdische Megalith-Bauwerke gibt, die nicht minder rätselhaft sind. Die meisten dieser ober- und unterirdischen Bauten sind ohne Inschriften, also anonym. Und wie die Bezeichnung „Megalith-Anlage“ sagt, ist auch die Größe der verwendeten Steine ein auffälliges Merkmal, wobei viele dieser Mega-Quader mit einer maschinenhaft anmutenden Präzision „zugeschnitten“ sind.

Im Herbst 2005 war es meiner Lebenspartnerin, Silvia Siegenthaler, und mir möglich, zwei unterirdische Anlagen zu besuchen, die weitgehend unbekannt und für die Öffentlichkeit, ja sogar für „gewöhnliche“ Forscher verschlossen sind: die Monolithkammer bei der Unas-Pyramide von Sakkara und die Osiris-Krypta von Giza. Diese zwei unterirdischen Anlagen plus eine fast vergessene Entdeckung aus dem Jahr 1980 sollen im vorliegenden Artikel vorgestellt werden.


Die Kapitel des Artikels:

  • Die Schacht-Anlage bei der Unas-Pyramide
  • Das Größenproblem
  • Granit
  • Pyramiden – wirklich alles schon geklärt?
  • Steilhang und Granit vor der Sphinx
  • Die Osiris-Krypta von Giza
  • Die ersten zwei unterirdischen Ebenen
  • Keine Grabanlage!
  • Die dritte Ebene
  • Ein weiterer Gang?
  • Eine Hypothese zum Zweck dieser Anlagen
  • Wer waren die Erbauer?
  • Literatur

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Die Sphinx von Gizeh ist 12.000 Jahre alt – sagt ein Geologe! Die Hintergründe zu einer neuen alten Meldung +++ Video +++

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VIDEO: Die Sphinx von Gizeh ist 12.000 Jahre alt! Sagt ein Geologe: Die Hintergründe (Bild: Fischinger-Online)
VIDEO: Die Sphinx von Gizeh ist 12.000 Jahre alt! Sagt ein Geologe: Die Hintergründe (Bild: Fischinger-Online)

Das Magazin „Focus“ verkündete in einer kleinen Online-Meldung scheinbar eine sensationelle Neuigkeit in Form eines kurzen Videos. Demnach habe ein Geologe bei Untersuchungen der Sphinx von Gizeh in Ägypten festgestellt, dass das weltberühmte Monument in Wahrheit an die 8.000 Jahre älter ist, als es die klassische Archäologie behauptet. Nicht erbaut von Pharao Chephren vor rund 4.500 Jahren, sondern bereits vor 12.000 Jahren! Eine neuerliche Sensation aus dem Land der Pyramiden? Und was genau sind die Quellen des „Focus“? Alles dazu und die Hintergründe erfahrt Ihr in diesem YouTube- Video.


Sphinx von Gizeh – vor der Sintflut erbaut?

Die – oder auch der – Sphinx von Gizeh in Ägypten gilt als „Sinnbild aller Mysterien“. Eine riesige aus dem Fels geschlagene Figur, die über die Gizeh wacht. Eine Mischung aus Löwe und Mensch, wie es sie sehr viele im Alten Ägypten gibt. Allerdings in wesentlich kleineren Ausführungen. Archäologen sagen zu diesem weltberühmten Monument: Erbaut hat die Sphinx der Pharao Chephren, der Sohn des Cheops, der die Große Pyramide von Gizeh errichtet hat. Dies sei rund 4.500 Jahre her.

„Alternative Historiker“ oder auch Grenzwissenschaftler sehen das zum Teil anders. Ganz anders sogar. Nach deren Thesen ist die gewaltige Sphinx in Wahrheit sehr viel älter. Jahrtausende vor dem angeblichen Erbauer Pharao Chephren aus der IV. Dynastie wurde die Sphinx bereits erbaut. Möglicherweise sah sie da aber noch anders aus und trug einen Löwenkopf statt den eines Menschen, heißt es.

Genau das sagt „jetzt“ auch ein Geologe, wie es das Nachrichtenmagazin „Focus“ meldet. Dieser habe durch Untersuchungen von Verwitterungen und Erosionen in und um die riesige Figur herausgefunden, dass sie in Wahrheit bis zu 12.000 Jahre alt ist! Gemeint ist damit natürlich Robert M. Schoch. Damit stamme sie quasi aus den Tage „vor der Sintflut„.

Anhaltender Regen haben zu dieser Zeit die geologischen Spuren verursacht, den es seit Jahrtausenden nicht mehr in Ägypten gibt. Damit können nicht die Pharaonen die Sphinx gebaut haben. Eher stamme sie damit aus den Tage „vor der Sintflut„, wie vielfach mutmaßt wird.

Eine neuerliche Sensation aus dem Land der Pyramiden? Nicht ganz, wie Ihr es in diesem Video vom 11. März 2020 erfahren werdet.

Bleibt neugierig …

Video vom 11. März 2020 auf Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
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10 (erstaunliche) Dinge, die man wissen muss – über: Die Cheops-Pyramide +++ Blog-Serie, Teil #6 +++

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Blog-Serie, Teil #6: "10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss - über die Cheops-Pyramide (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Blog-Serie, Teil #6: „10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss – über die Cheops-Pyramide (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

„10 (erstaunliche) Dinge, die man über wissen muss“ – sechster Teil meiner Serie auf dem Mystery Files-Blog für Euch. Teil #6 der erstaunlichen „10 Dinge, die man wissen muss„, widmet sich diesmal der Cheops-Pyramide. Dieses riesige Weltwunder der Vergangenheit in Ägypten ist wohl das Sinnbild aller Mysterien und Rätsel der Geschichte. Aus diesem Grunde werden nur 10 herausgesuchte Beispiele dem Monument wohl kaum gerecht!

Dennoch hier „10 (erstaunliche) Dinge, die man über die Cheops-Pyramide wissen muss“!


10 (erstaunliche) Dinge, die man über die Cheops-Pyramide wissen muss

Wissen zum Angeben, Mitreden, Auffrischen und Nachdenken!

1.:

Die Cheops-Pyramide ist nach den „klassischen“ Deutungen und Forschungen vor rund 4.500 Jahren als höchste Pyramide der Welt erbaut worden. Nicht ganz 147 Meter reichte sie einstmals in die Höhe. Keine Pyramide davor oder danach war jemals höher. Heißt es. Denn das muss nicht stimmen, da nur wenige Kilometer entfernt einst ein Monument aus Nilschlammziegeln stand, dass einige Meter weiter in den Himmel ragte.

Diese mächtige und fast unbekannte Pyramide ist bis heute ein einziges Rätsel. Die Archäologen wissen nicht einmal wann genau diese von wem erbaut wurde, weshalb sie nicht einmal einen Namen hat. Nicht ein Artefakt fand sich in den Ruinen. Und sie ist schon seit unbekannten Zeiten so gut wie vollkommen zerstört. Als die ersten Archäologen eintrafen, konnten sie noch mit eigenen Augen sehen, wie die Bevölkerung in Massen das Baumaterial abtransportierte. Zum Düngen ihrer Felder und zum Bau ihrer eigenen Häuser.

So blieb nur ein Schutthaufen der Pyramide über. Eine Stufenpyramide, ähnlich wie in Sakkara, sei sie einst gewesen. Oder vielleicht doch eine richtige Pyramide mit glatten Seiten. Es war ein Bauwerk, dass breites rund 500 Jahre vor der üblichen Datierung der Pyramide des Cheops in den Himmel gebaut worden sein könnte. Bis auf über 150 Meter, wie es Berechnungen der traurigen Trümmer in den 1980er Jahren ergaben. (Video dazu HIER).

2.:

Bis heute hält sich mehr als hartnäckig der Mythos, dass „die Prä-Astronautiker“ behaupten, dass Außerirdische die Pyramide bauten. Allen voran wird das Erich von Däniken in den Mund gelegt. Eine Aussage, die seit Jahrzehnten immer wieder aufkommt. In der Presse ebenso wie von Seiten der Prä-Astronautik-Kritiker in Sozialen Netzwerken & Co.

Dabei muss man schon sehr genau suchen um Autoren oder Forscher zu finden, die genau das tatsächlich behauptet haben. Denn mit Abstand die wenigsten „Anhänger der Prä-Astronautik“ haben derartiges jemals publiziert.

Mehr dazu findet Ihr auch in diesem Mystery Files-Video HIER.

3.:

Apropos Baumeister: Jahrzehntelang wurde in der Ägyptologie behauptet, dass 100.000 Sklaven die Große Pyramide in einem unsäglichen Kraftakt für Pharao Cheops bauen mussten. In der Archäologie ist dieser einstige Stand der Forschung lange widerlegt. Jedoch nicht in allen Veröffentlichungen dazu.

Dabei berief sich die Forschung immer auf den Historiker Herodot aus Griechenland, der das in Band 2 seiner „Historien“ im 5. Jahrhundert vor Christus behauptete. Dieser Aussage schenkte man sehr lange Glauben. Der Angabe von Herodot, dass „Maschinen“ beim Bau genutzt wurden, glaubte man allerdings nicht. Ebenso wenig wie seine Behauptung, dass Cheops nahe der Pyramide Geheimkammern anlegte, in denen er sich bestatten ließ. Demnach nicht im Inneren der Pyramide selber.

Herodot galt schon in der Antike auch als „Märchenonkel„. Etwa um 60 vor Christus bei dem Geschichtsschreiber Diodor von Sizilien. Ebenfalls einem Griechen, dessen Werke heute wertvolle Quellen für die Forschung sind. Jedoch schrieb auch der Kritiker Diodor, dass Cheops tatsächlich nicht in der Pyramide mit seinem Namen begraben wurde, sondern in einem geheimen Versteck. Ähnliches also wie sein Vorgänger Herodot.

Als Grund für diese Form des Begräbnisses des Königs führt Diodor aus, dass er die Rache der von ihm versklavten Bauarbeiter beziehungsweise Bevölkerung befürchtet habe. Auch sein Nachfolger Pharao Chephren sei auf diese Weise und genau aus demselben Grund versteckt bestattet worden. Ganz nebenbei nennt Diodor auch noch andere Namen als Bauherren der Großen Pyramide. Zum Beispiel Harmais und Amasis.

4.:

Bleiben wir mal bei diesem Pharao Amasis, den Diodor nennt. Wer war das?

Diesen Pharao wiederum hat es tatsächlich gegeben, auch wenn er rund 2.000 Jahre nach dem Bau der großen Pyramiden lebte. Es handelt sich dabei um den Pharao Ahmose II. (570 bis 526 vor Christus), der erst rund 2.000 Jahre nach Cheops Herrscher wurde. Damit wäre die Pyramide Jahrtausende jünger und von einem König erbaut worden, den Diodor als Pharao von „außergewöhnlicher Klugheit und in seinem Charakter maßvoll und gerecht“ lobt.

Pharao Ahmose II. könnte dennoch tatsächlich etwas mit den Pyramiden zu tun gehabt haben. Seine Herrschaft fiel in die 26. Dynastie des Pharaonenreiches. Das ist genau jene Saiten-Dynastie genannte Epoche, in der Umbauten und Restaurationen an den Pyramiden von Gizeh und anderen Monumenten durchgeführt wurden. Wurde er deshalb vielleicht nachträglich in der Cheops-Pyramide bestattet?



5.:

Nachträglich in der Pyramide bestattet? Tatsächlich stimmt die weit verbreitete Behauptung nicht, das 832, als die Araber unter Kalif al-Mamun „erstmals“ die Cheops-Pyramide aufbrachen, diese vollkommen leer war. Und auch nicht, dass keine Mumie von den Plünderern in ihrem Inneren gefunden wurde.

Heute betreten die Besucher durch diesen Stollen die Pyramide.

Tatsächlich machten sie laut arabischen Chronisten innerhalb der Pyramide sogar sehr zahlreiche Funde. Inklusive einiger Kostbarkeiten, „Mumien“, „Leichen“ und weiteren Gegenständen (Artikel-Serie in 5 Teilen dazu HIER). Diese zahlreichen Funde sind heute alle verschollen und können somit nicht mehr zugeordnet oder erforscht werden. Aufgeschrieben wurden diese erst im Mittelalter im bekannten Werk „Hitat“.

Ein ausführliches Video über die angeblich entdeckten Artefakte finden Ihr HIER.

6.:

Das Buch „Hitat“ ist es auch, in dem an einer einzigen Stelle erwähnt wird, dass ein König Saurid, denn die Hebräer Henoch nennen, die Große Pyramide vor der Sintflut gebaut hat. Eine arabische Behauptung, die vielfach und oft von Mystery-Autoren erwähnt wird (mehr auch zum Beispiel HIER).

Dabei finden sich allein in dem Pyramidenkapitel dieses Buches von al-Makrizi unzählige weitere Namen, die arabische Chronisten als Bauherren der Großen Pyramide(n) nennen. Der dabei am häufigsten erwähnte Erbauer ist Pharao Cheops.

7.:

Die Araber hatten noch im 9. Jahrhundert genaue Kenntnisse, wo sie wie genau in das Innere der Cheops-Pyramide einbrechen konnten. Anders können es sich viele nicht erklären, warum der gemeißelte Tunnel exakt so durch das Kernmauerwerk verläuft, dass er nach einer scharfen Kurve genau da auf den inneren Tunnel trifft, von wo die Sperrsteine umgangen werden. Und diese Sperren waren aus massiven Granit und damit bei weitem schwerer zu durchschlagen, als der weiche Kalkstein der Pyramide.

Folglich kannten die Araber entweder den inneren Bauplan der Cheops-Pyramide oder sie nutzen einen schon vorhanden Gang. Denn schon rund 900 Jahre vor ihnen berichtete der griechische Geschichtsschreiber Strabon in seinem Werk „Geograhika“ von einer offenen Pyramide. Er bereiste um 25 vor Christus Ägypten und erwähnt eine herausklappbare Steinplatte vor dem Eingang. Ein Art Schwingtür, wie man spekulieren könnte.

Nur rund 100 Jahre später berichtete der römische Gelehrte Plinius der Ältere in seiner Enzyklopädie „Naturalis historia“ von einem Schacht im Inneren der Pyramide. Dieser sei 86 Ellen tief gewesen, was grob 43 Metern entsprechen würde. Archäologen vermuten, dass er den sogenannten „Flucht- oder Luftschacht“ mit der „Grotte“ gemeint haben könnte. Dieser Schacht führt vor dem Aufstieg in die Große Galerie steil in die Tiefe bis zum absteigenden Tunnel, der in die untere Kammer führt.

8.:

Ägyptologen schließen fast ausnahmslos heute aus, dass es im Inneren der Pyramide noch Geheimkammern oder verborgene Korridore gibt. Mit Ausnahme von Ägyptens letzten Pharao Dr. Zahi Hawass. Je nach Laune gibt es für ihn keine versteckten Kammern mehr in der Pyramide – oder eben doch.

So sagte er zum Beispiel bei seiner weltweiten Vortragstournee im Juni 2013 gegenüber dem Portal „LiveScience“, dass er glaube, dass „dass die Kammer des Cheops noch nicht entdeckt wurde und alle drei Kammern nur da sind, um die Diebe zu täuschen“. Seiner Meinung nach seien „die Schätze des Cheops (…) immer noch in der Großen Pyramide versteck“. Und das, obwohl er 1999 verkündete, er habe einen Schacht in Gizeh gefunden, den er für das Cheops-Grab hält, dass Herodot beschrieben hat: Ein tiefes System außerhalb der Pyramide mit einem Sarg auf einer Insel im See.

Damit ist das „Osiris-Grab“ weit abseits der Pyramide gemeint, durch das Zahi Hawass übrigens schon 4 Jahre zuvor ein NBC-Kamerateam führt. Dass dieses unterhalb der Cheops-Pyramide gefunden wurde, ist damit falsch. Ebenso falsch wie Hawass seine Aussage, er habe diese Entdeckung gemacht. Als „die aufregendste Entdeckung meines Lebens“. Denn das war der Ägyptologe Professor Dr. Selim Hassan, der das „Osiris-Grab“ schon bei seinen Grabungen in den Jahren 1933 und 1934 entdeckte und in „Excavations at Giza“ (vol. V: 1933-1934, Kairo 1944) dokumentierte.

Mehr dazu in diesem Artikel HIER.

9.:

Vor wenigen Jahren entdeckten Wissenschaftler mittels modernsten Technologien weitere Hohlräume im Pyramiden-Inneren. Vor allem eine große „Kammer“, die sie „Big Void“ nannten und sich oberhalb der Großen Galerie befindet. Dieser Hohlraum soll mindestens 40 Meter groß sein, wie es weitere Untersuchungen ergaben (zum Beispiel Video HIER). Zuvor sprach noch von 30 Metern. Auch nahe dem Eingang fanden die Forscher durch den Scan von kosmischen Teilchen, den Myonen, eine weitere „Anomalie“. Also einen Hohlraum.

Ob diese „Höhlungen“ als ein Ganzes zusammenhängen, ist noch nimmer unklar. Denn dann wurde es still um diese ausgesprochen spannenden Entdeckungen und die Forschungen wurden eingestellt.

Das stimmt so nicht. Unlängst wurde ein erweitertes Projekt vorgestellt, dass die vorherigen Untersuchungen nicht nur ergänzen soll. Vielmehr soll es 100fach genauerer Ergebnisse liefern als die bisherigen Daten. Somit können man auch genau feststellen, was sich im Inneren der mutmaßlichen Geheimkammern befindet und ob diese Hohlräume als absichtliche Kammern gebaut wurden. Diese Forschung geht damit tatsächlich (irgendwann) weiter.

Die Ergebnisse durch die lang andauernden Scans und Datenauswertungen werden aber wohl einige Jahre auf sich warten lassen, wie in diesem Video HIER berichtet.

10.:

Immer wieder wird behauptet, dass die Cheops-Pyramide aus perfekten Steinen gebaut wurde. Millimetergenau bearbeitet und Tonnen schwer wären diese Bausteine gewesen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Die einzelnen Bausteine der Pyramide sind verschieden groß und im Inneren findet sich sogar „Bauschutt“ und einfacher Bruchstein als Füllmaterial. Teilweise kann man in die Fugen gleich sein ganzes Bein hineinstecken. Auch vor Ort kann man sehen, wo diese weichen Kalksteine zum Teil abgebaut wurden.

Wie sie oft ist das aber wieder nur die halbe Wahrheit.

Denn es gibt riesige Blöcke aus hartem Granit, die perfekt bearbeitet und verlegt wurden. Es sind im Vergleich zwar nur verschwindet wenige – aber dafür um ein vielfaches beeindruckender. Diese befinden sich beispielsweise als Bausteine der Königskammer und wiegen bis über 70 Tonnen. Ebenfalls finden sich im direkten Umfeld der Pyramide solche Steine in kleineren Versionen. Doch vor allem nahe der Sphinx sind diese in den Resten des dortigen Tempels zu bestaunen. Also weit abseits der Großen Pyramide und damit auch nicht ein Teil von ihr.

Hier sieht selbst der Tourist, dass die dortigen Granitblöcke quasi ohne Fugen und perfekt verbaut wurden. Hier wird gerne darauf verwiesen, dass die Blöcke so haarfein voneinander getrennt wurden, dass einzelne Kristalle im Inneren dabei durchtrennt wurden. Vor allem Dr. Hans Jelitto machte darauf durch fotografische Vergrößerungen aufmerksam (mehr dazu HIER). Was bei diesen Schnitten „ohne Materialverlust“ (Bild) aber fast kaum beachtet wird:

Wie konnten die Baumeister nach Schnitten im Bereich von Zehntel Millimetern diese Tonnen schweren Steine dann so exakt wieder zusammensetzten, dass die durchtrennten Granitkörner wieder aufeinander liegen?

Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Endlich: Nach 40 Jahren ist die Sicht auf die Südseite der Cheops-Pyramide wieder frei – Sonnenbarken-Museum in Gizeh abgerissen

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"Sonnenbarken-Museum" in Gizeh abgerissen: Nach 40 Jahren hat man wieder einen freien Blick auf die Südseite der Cheops-Pyramide (Bild: Fischinger-Online)
„Sonnenbarken-Museum“ in Gizeh abgerissen: Nach 40 Jahren hat man wieder einen freien Blick auf die Südseite der Cheops-Pyramide (Bild: Fischinger-Online)

An der Südseite der Cheops-Pyramide wurde 1982 ein längliches Gebäude errichtet, dass seitdem den Blick auf das Monument „verunstaltet“. Es war ein Museum für die „Sonnenbarke des Cheops“, die erst 1954 entdeckt wurde. Damit ist es nun vorbei, denn das Museum wurde und wird abgerissen und das Boot darin fand schon vor Monaten einen neuen „Heimathafen“. Warum aber baute man dieses Gebäude überhaupt direkt vor dieses Weltkulturerbe? Was macht dieses Boot so besonders und wo kommt es eigentlich her?


Die „Sonnenbarke“ an der Cheops-Pyramide

Genau vier Jahrzehnte mussten Pyramiden-Fans und  Ägypten-Touristen warten, jetzt ist es soweit: Das sogenannte Bootsmuseum oder auch „Sonnenbarken-Museum“ an der Südseite der Cheops-Pyramide wurde abgerissen. Für viele war es ein architektonischer Schandfleck, der die Kulisse der Großen Pyramide zumindest von dieser Seite ruinierte. Für andere war es mehr oder weniger ein „notwendiges Übel“, da die in diesem Museum ausgestellte Sonnenbarke ein archäologischer Sensationsfund ist.

Wer noch nie selber in Gizeh war und nur Fotos oder Aufnahmen von Google Earth kennt, dem wird dieses längliche weiße Gebilde sicher bereits aufgefallen sein. Warum aber hat man es 1982 überhaupt genau dort hingestellt? Schließlich war von vornherein klar, dass ein Viertel der Pyramiden-Ansicht damit zerstört sein würde. Und dies bei dem letzten erhaltenen der Sieben Weltwunder der Antike und einem UNESCO-Weltkulturerbe.

Dies verdanken wir den Alten Ägyptern vor rund 4.500 Jahren selber. Sie legten auf dem Plateau von Gizeh verschiedene Bootsgruben an, in denen sie riesige Boote vergruben. Insgesamt kennt man heute sieben dieser Bootsgruben. Davon gehören fünf direkt zur Cheops-Pyramide, die parallel zu dessen Seiten angelegt wurden. Zwei weitere gehören zu den sogenannten Königinnenpyramiden direkt neben der Cheops-Pyramide. An der Südseite der Großen Pyramide befinden sich gleich zwei solcher Gruben, die erst im Jahre 1954 entdeckt wurden. Sie lagen Jahrtausende unter Sand und Geröll verborgen.

Genau dort steht oder stand das Museum.

Es sind beeindruckende Gruben, die mit nicht minder beeindruckenden Abdecksteinen überdacht wurden. Sie liegen nur rund 17 Meter von der Cheops-Pyramide entfernt. Die östliche der beiden dortigen Gruben ist über 31 Meter lang und fast 5,5 Meter tief. Abgedeckt wurde sie mit über 40 gewaltigen Monolithen, die bis zu 20 Tonnen wiegen.

Ein 10 Jahre dauerndes Puzzle

Erstaunlicherweise sind diese Steine alle von unterschiedlicher Größe und damit alles andere als perfekt ausgearbeitet. Und anders als die viel zitierten „fugenlosen Megalithen von Gizeh“ hatten diese Abdeckungen zum Teil sogar sehr große Fugen. Sie wurden von den Baumeistern mit kalkhaltigem Mörtel abgedichtet. Viele der Megalithen tragen heute sogar noch Schriftzeichen der einstigen Bauarbeiter, die hier vor tausenden von Jahren schufteten.

Unter diesen Inschriften sind auch fast 20 Kartuschen mit dem Namen des Pharao Djedefre (auch Radjedef) zu finden. Er war als dessen Sohn der Nachfolger von Pharao Cheops und ist heute eher unbekannt. Sein Bruder, der Pharao Chephren, dem die zweite große Pyramide in Gizeh zugeschrieben wird, ist indes aufgrund seiner Pyramide weltbekannt. Und doch war Djedefre der Thronnachfolger von Cheops.

Seine Inschriften könnten ein Hinweis sein, dass er nach dem Tod seines Vaters die Cheops-Bootsgruben anlegen ließ.

Spannend wurde es für die Archäologen nach der Entdeckung 1954, als diese unter die gewaltigen Abdeckungen vorgedrungen waren. Hier türmten sich Berge von Holz, das sich als kostbares Zedernholz aus dem Libanon herausstellte. Insgesamt holten die Ausgräber 1.224 Holzteile aus der Bootsgrube heraus. Balken, Bretter, kleine Leisten, Ruder und mehr, die in 13 Schichten übereinander dort für die vermeintliche Ewigkeit eingelagert waren.

Nach 10 Jahren der Konservierung und des zusammenpuzzeln hatten die Ägyptologen das Schiff wieder zusammen. Eine Barke von mehr als 42 Metern Länge und einer Maximalbreite von fast 6 Metern. Eine Sonnenbarke des Königs, mit dem dieser nach seinem irdischen Leben durch das Meer der Sterne fuhr, so die klassische Deutung.

„Sonnenbarken“ für den Pharao?

Wobei unklar ist, warum dann gleich so viele Boote vergraben worden sind. Denn schon (oder erst) 1987 zeigte sich durch den Einsatz einer Kamera, dass auch in der Grube daneben ein zerlegtes Boot liegt. Andere Gruben waren schon lange offen und leer und wurden teilweise wohl von späteren Ägyptern als Gräber genutzt. Die beiden Gruben nahe des Totentempels sind dabei sogar noch größer. Mehr als 50 Meter lang und 7 Meter breit liegen auch sie parallel zur Ostseite der Cheops-Pyramide. Von Booten war darin nichts mehr zu finden.

Unklar ist auch, ob die restaurierte Sonnenbarke dem Herrscher einst wirklich als Transportmittel auf dem Nil diente. Hier gehen die Meinungen der Ägyptologen auseinander. Einige vermuten auch, dass sie lediglich dazu diente, den Leichnam des Königs zu transportieren. Folglich ein Ein-Weg-Boot. Vielleicht war es auch nie im Wasser und wurde erst vor Ort gebaut, um dann wieder zerlegt zu werden.

Die Entdeckung und vor allem die Rekonstruktion der heiligen Barke mit ihren Rudern und einem Kabinenaufbau ist bis heute einmalig in der Ägyptologie. Zugleich ist sie das älteste Boot der Welt, das in einem derart guten Erhaltungszustand gefunden wurde. Genau deshalb wurde das Schiffsmuseum mehr oder weniger genau über der Bootsgrube 1982 errichtet. Der Besucher kann sich dort nicht nur das herrschaftliche Wasserfahrzeug ansehen, sondern auch die Grube mit ihren Monolithen selber.

Nach meiner Erfahrung finden sich aber in diesem Museum weit weniger Touristen ein, als etwa an der in Blickweite liegenden Sphinx. In diesem Barken-Museum ist es fast schon still und einsam im Vergleich mit dem bunten Treiben auf dem Pyramiden-Plateau um die beiden großen Pyramiden.

Ein neuer „Heimathafen“ in Gizeh

Mit der Stille ist es in diesem Museum jetzt endgültig vorbei, da es frisch abgerissen wurde. Die Barke selber wurde bereits im August 2021 mit großem Pomp von dort weggeschafft. Ihr neuer „Heimathafen“ ist das neue, gewaltige Ägyptische Museum in Gizeh selbst. An diesem wird seit Jahren gebaut, denn das frühere Ägyptische Museum mitten in der quirligen Metropole Kairo genügte längst nicht mehr den Anforderungen.

Von der Cheops-Pyramide sind es gerade mal zwei Kilometer Luftlinie zum neuen Museum. Hier planten und planen die Ägypten in ganz großen Stil, um die Schätze ihres Landes würdig der Welt zu präsentieren. Vor allem auch weit mehr als im bisherigen Museum und auch verschiedene Highlights des Landes. Das klassische Beispiel sind hier sicher die Schätze des Pharao Tutanchamun und zahllose herrschaftliche Mumien der Pharaonen. Da darf natürlich die „Sonnenbarke des Cheops“ nicht fehlen. Eine zentralisierte Schatzkammer für den Tourismus, wenn man so will.

Damit ist auch das unschöne Boots-Museum in Gizeh in der bisherigen Form überflüssig. Da darin das Boot erhört und vollständig aufgebaut zu sehen war, musste auch das Gebäude an sich hoch ausfallen. Selbst Treppen konnte man dort besteigen, um die Barke in all ihrer Pracht von allen Seiten gut sehen zu können.

Die Bootsgrube an sich befindet sich naturgemäß unter der Erde. Um diese weiterhin den neugierigen Besuchern zugänglich zu machen, bedarf es zukünftig kein hohes Museum mehr, das den Blick auf die Cheops-Pyramide trübt. Sicher werden nur wenige Pyramiden-Fans dem Abriss eine Träne nachweinen.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Wo ist die Nase der Sphinx wirklich geblieben? (+ Videos)

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Wo ist die Nase der Sphinx wirklich geblieben? (Bild: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
Wo ist die Nase der Sphinx wirklich geblieben? (Bild: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Die riesige Sphinx von Gizeh ist heute eigentlich nur noch ein Schatten ihrer selbst. Trotz vieler Restaurierungen ist deutlich zu sehen, dass der Zahn der Zeit arg an ihr nagte. Aber nicht nur der, denn offensichtlich wurde ihr irgendwann von irgendwem die Nase abgeschlagen. Wer aber war wann genau dafür verantwortlich? Was sagen die Ägyptologen und haben sie Beweise? Eine Spurensuche nach dem berühmtesten, fehlenden Riechorgan der Welt.


Die Nase der Sphinx in französischen Aufzeichnungen

Stolz steht sie dank zahlreicher Ausgrabungen und Restaurierungen vor den Pyramiden von Gizeh: Die große Sphinx! Und groß ist sie mit 73,5 Metern Länge inklusive 15 Metern Vorderbeinen, rund 20 Metern Höhe und ihren etwa 6 Meter breiten Kopf (mit Kopftuch) tatsächlich. Erbaut hat sie, so die übliche Zuordnung der Archäologen, der Pharao Chephren, der die gleichnamige Pyramide von Gizeh baute.

Doch die Statue hat offensichtlich ein Schönheitsmakel, da ihr die Nase fehlt. Wo aber ist die Nase der großen Sphinx von Gizeh geblieben? Wer hat sie wann und warum so entstellt?

Historisch bewanderte Gesichts- und Archäologie-Interessierte kennen die Antwort: Die Sphinx stand mindestens 2.500 Jahre samt ihrer Nase vor den Pyramiden von Gizeh. Unter der legendären Königin Kleopatra kam es jedoch um das Jahr 50 vor Christus auf dem Gizeh-Plateau zu einem Vorfall, der der Statue die Nase kostete. Drei Gallier aus dem Norden Frankreichs erreichten Ägypten, da sie im Auftrag einer verdeckten Operation der berühmten Herrscherin Kleopatra und ihrem Baumeister mit ihrem Können bei einem Bauprojekt helfen sollten.

Diese Fremden waren ein Stammeskrieger, ein Magier, ein sogenannter Druide, der in der weltbekannten Bibliothek von Alexandria heute verschollene Dokumente einsehen wollte, und ein Megalithbauer. Letzterer, der laut den Aufzeichnungen der französischen Chronisten Goscinny und Uderzo den Namen „Obelix“ trug, bestieg ohne Erlaubnis die Sphinx – und brach dabei die Nase ab. Eine von dem Megalithbauer vorgeschlagene Reparatur war nicht mehr möglich. Um diese Tat zu vertuschen, verscharrten zwei der nordfranzösischen Germanen die abgebrochene Sphinx-Nase im Sand vor der Statue und behielten es für sich. „Hier macht bestimmt keiner Ausgrabungen“, war man sich sicher.

Kritiker behaupten, dass dieser alten Quelle nicht zu trauen ist, und die Anwesenheit der drei Gallier nicht belegt sei. Sie sehen hier ein Legende.

Zurück zur Wirklichkeit(?)

Mir persönlich ist die oben zusammengefasste Legende die liebste. Und sicher kennt sie jeder Mystery-Fan. Die einzige augenscheinliche Tatsache ist in dieser Geschichte natürlich die fehlende Nase. Dass „bestimmt keiner Ausgrabungen“ vor der Sphinx bzw. zwischen ihren Vorderpranken macht, hatte sich natürlich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil, denn dort sowie im gesamten Umfeld wird seit jeher gegraben.

Unter anderem tauchte bei diesen Ausgrabungen 1816 bis 1818 ein Stück des Bartes der Sphinx auf, das heute im Britischen Museum in London zu sehen ist. Von der Nase aber keine Spur.

Lange hielt sich der Mythos, dass Napoleon bei seinem Ägyptenfeldzug 1798 bis 1801 für die Beschädigung der Sphinx verantwortlich sei. Seine Soldaten hätten bei „Schießübrigen“ mit Kanonen die Nase der Statue abgeschossen. Eigentlich ein Unding, denn bekanntlich war Napoleon ein Freund der Kultur des Alten Ägypten. Nicht nur, dass er zahllose Wissenschaftler und Zeichner mit ins Land brachte, sondern diese „Expedition“ gilt heute für viele als der Beginn der Ägyptologie. Das Land am Nil sei die „Wiege der Wissenschaften“ der Menschheit, so Napoleon Bonaparte. Letztlich verdanken wir dieser Expedition durch den Fund des Steins Rosette im Sommer 1799 sogar die Entzifferung der Hieroglyphen rund 23 Jahre später. Und einen regelrechten Boom des Interesses an Ägypten in Europa.

Die Nase war zu Napoleons Zeiten aber bereits weg. Christian VI., König von Dänemark und Norwegen, schickte bereits vor Napoleon eine „Expedition“ nach Ägypten. Es war der Künstler Frederik Norden, der in seinem Auftrag 1737 und 1738 das Land bereiste und dabei unter anderem zahlreiche Bilder anfertigte. In Band 1 seines Berichtes „Voyage d’Egypte et de Nubie“, der 1752/55 erschien, finden sich auf mehreren Bildtafeln ab Seite XLV auch Zeichnungen der Sphinx. Hier fehlte die Nase bereits, so dass sie unmöglich von Napoleons Truppen zerstört worden sein konnte.

Bilderstürmer

Wo also ist die Nase und wann wurde sie zerstört?

Erstaunlicherweise können das die Ägyptologen nicht mit absoluter Gewissheit sagen. Zumal sie eben nie gefunden wurde oder auch nur Reste von ihr auftauchten. Sie verweisen aber häufig auf einen arabischen Historiker mit Namen al-Maqrizi, den treue Leser dieses Blog sicher kennen werden. Er verfasste unter anderem das mittelalterliche Geschichtswerk „Hitat“, das in Artikeln und YouTube-Videos bereits vielfach thematisiert wurde. Die darin enthaltenen Legenden und Überlieferungen sind, auch wenn das Werk erst rund 600 Jahre alt ist, in der Grenzwissenschaft und „alternativen Geschichtsforschung“ immer wieder Thema.

Etablierte Ägyptologen nehmen die Sagen und angeblichen „Märchen aus 1001 Nacht“ aus dem „Hitat“ nicht wirklich ernst. Ernst nehmen sie aber eine andere Aussage des Historikers al-Maqrizi, in der er über den Verlust der Sphinx-Nase berichtete. Dies sei 1378 geschehen, also zu Lebzeiten des Chronisten al-Maqrizi, als ein vernarrtischer Moslem als „Bilderstürmer“ gegen den Kult um diese Statue ankämpfte. Denn diese wurde in der ägyptischen Bevölkerung zum Teil noch damals als Gottheit verhert. Ein Unding für den strenggläubigen Scheich Mohammed Sajim al-Dahr.

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In ihrem Buch „Mythos Ägypten“ (2006) schreibt die britische Ägyptologin Joyce Tyldesley zu der Überlieferung des al-Maqrizi:

Er (Pharao Thutmosis IV., dem die Sphinx einst im Traum erschienen sein soll, Anm. LAF) hätte jedoch keinerlei Verständnis für die mutwilligen Attacken des Sufi-Scheichs Sajim al-Dahr, des allzeit Fastenden, gehabt, der 1378 Gesicht und Ohren des Sphinx zu zerstören trachtete. Wiederum griff Horemachet („Horus im Horizont“, den die Sphinx nach einigen Deutungen verkörpern soll, Anm. LAF) ein, um seine Statue zu schützen, und diesmal ließ er einem Sandsturm über ein benachbartes Dorf hereinbrechen. Die vom Sand heimgesuchten und über diesen Lauf der Ereignisse äußert aufgebrachten Dorfbewohner rächten sich, indem sie den Übeltäter lynchten.

Anders als viele andere Aufzeichnungen des al-Maqrizi wird dieser von vielen Forscher Glauben geschenkt. Auch wenn natürlich wohl niemand annimmt, dass „Horus im Horizont“ als Rache einen Sandsturm schickte. Eher scheint es so, dass die lokale Bevölkerung noch damals die Statue ehrte, und diese den religiösen Bilderstürmer aus Wut über seine Tat erschlug. Vielleicht stimmt die Geschichte ja…

Abd al-Latif al-Baghdadi, ein 1163 in Bagdad geborener Gelehrter und Reiseschriftsteller, bereiste ab 1189 mehrere Jahren den Nahen Osten. Unter anderem auch Ägypten, als dieser ein paar Jahre in Kairo zu brachte. Er beschrieb unter anderem die Sphinx wie sie halb im Sand vergraben war und bemerkte nichts von einer fehlenden Nase. Sie schien also damals noch soweit intakt gewesen zu sein.

April, April

Während die Überlieferung des al-Maqrizi vielleicht zutrifft, haben Ägyptologen dafür keinen Beweis. Deshalb sorgte 2010 eine Meldung in ihren Kreisen für (kurzes) Aufsehen, die hierzulande unter anderem von „Spektrum der Wissenschaft“ verbreitet wurde. Eine seit Jahrzehnten angesehenes Wissenschaftsmagazin. In dieser Meldung hieß es, dass man die Nase der Sphinx gefunden habe. Und zwar nahezu intakt in der Rosslyn-Chapel bei Edinburgh in Schottland.

Das ist eine weltbekannte Kirche, über die seit Jahrzehnten zahllose Spekulationen kursieren. Von Tempelrittern, einer dort versteckten Bundeslade und christlichen Geheimtexten bis zu der Aussage, dass ihre Gründer von dort später nach Nordamerika segelten. Fast 100 Jahre vor Kolumbus. Hier erreichten sie unter anderem die Insel Oak Island an der Küste Kanadas, in der sie bzw. die Templer ebenfalls Schätze versteckten. Möglicherweise kam letztlich sogar die Bundeslade dorthin. Offenbar ist die Kaptelle ein sehr geeigneter Ort für die Nase der Sphinx.

Denn den Berichten von damals nach befindet sie sich an einer Stelle an der Außenwand als „Nase Gottes“ eingebaut und wurde lange Jahre nicht als das erkannt, was sie ist. Erst geologische Untersuchungen und neue Verfahren der Steinanalyse hätten durch einen Abgleich mit entsprechenden Datenbanken ergeben, dass diese Nase in Wahrheit die Sphinx-Nase ist. Herausgefunden habe dase ein Forscherteam um einen Geologen namens Samuel Gawith, wie es 2010 zu lesen war. Die Ergebnisse dieser „induktorhinalen Kernspinresonanzphlogoskopie“ wurden damals angeblich auf einer Pressekonferenz von Gawith bekannt gegeben.

Das alles war ein Fake, der zum 1. April erschien. Also ein April-Scherz. Auch das Foto der Nase an der Fassade der Rosslyn-Kapelle war ein Schwindel. Ein Bildvergleich zeigte sehr schnell, dass hier überhaupt keine „Nase Gottes“ angebracht ist. Sie wurde mittels Grafikprogramm einfach eingefügt.

Doch wer weiß: Vielleicht findet sich eines Tages das steinerne Riechorgan oder Reste von diesem doch noch. Irgendwo.

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Video vom 11. März 2020 auf Mystery Files

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