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Ein internationales Wissenschaftler-Team löst das Rätsel um den Bau der Cheops-Pyramide – Stimmt es aber, was im Netz darüber berichtet wird?

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Wissenschaftler lösen mal wieder (fast) das Rätsel des Pyramiden-Bau in Ägypten (Bild: Fischinger-Online)
Wissenschaftler lösen mal wieder (fast) das Rätsel des Pyramiden-Bau in Ägypten – tatsächlich? (Bild: Fischinger-Online)

In Ägypten, der Literatur und natürlich der archäologischen Fach- und Laien-Welt geben sich jene Menschen, die die Geheimnisse um den Bau der Pyramiden gelöst haben wollen, das Maßband in die Hand. Und das seit Jahrhunderten wenn nicht Jahrtausenden. So auch am 1. November in Kairo. Internationale Forscher wollen durch Feldforschungen im Steinbruch Hatnub nahe Tel el-Amarna Hinweise und Belege gefunden haben, “wie die alten Ägypter vor 4.500 Jahren tonnenschwere Steine bewegen konnten”. Dr. Mustafa Waziri, Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung, und die beteiligten Archäologen aus Großbritannien und Frankreich sind überzeugt, dass diese Entdeckungen auch den Bau der Pyramiden zum Teil erklären könnten. Was sie dort entdeckt haben, warum die Presse mal wieder Aliens in Spiel springt, ob das Rätsel tatsächlich gelöst wurde und was die Forscher wirklich sagten, erfahrt Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Jahrtausende Rätselraten

Eigentlich ist das Problem der Ägyptologen, Hobby-Forscher und “alternativen Historiker” zum Bau der Pyramiden in Ägypten überaus simpel zu beschreiben:

Über 100 große, mittlere und kleine Pyramiden stehen am Nil verteilt. Riesige uralte Bauten wie die Cheops- oder Chephren-Pyramide in Gizeh ebenso, wie kleine Bauwerke, die heute mehr an Schutthaufen von wenigen Metern Höhe als an echten Pyramiden erinnern. Und besonders faszinieren hierbei natürlich die großen Pyramiden von Gizeh oder auch jene in Daschur.

Denn obwohl es in Ägypten an zum Teil uralten Schriften und Inschriften wimmelt, suchen die Forscher bis heute vergeblich nach Texten zum Bau dieser Monumente für die Ewigkeit. Die wenigen Zeugnisse, die heute vorliegen, sind entweder von den Araber notierte “Märchen” und “Legenden” – oder sie verraten nichts darüber, wie genau man diese Berge aus Stein errichtet hat.

Genau das lässt seit Jahrhunderten ungeahnte Spielräume für Spekulationen und Ideen. Teilweise reichen diese bekanntlich von Atlantis bis zu den Sternen. Und ebenso bekanntlich werden in schöner Regelmäßigkeit seit vielen Jahren die Pyramiden-Rätsel angeblich gelöst, entzaubert oder durch neue Ideen in diese oder jene Richtung vermeintlich belegt. Eine endlose Liste …

Da aber bis dato nichts von den Alten Ägyptern gefunden wurden, auf denen sie festhielten, wie genau sie ihre Pyramiden errichtet haben, stehen Forscher vor einem Dilemma. Es gibt inzwischen eine Vielzahl ein eindeutigen Hinweisen, klaren Belegen und harten Fakten zum Bau der Pyramiden. Aber im Detail stehen auch die Ägyptologen hierbei vor einem ungelösten Rätsel der Antike.

Die Aliens waren es (nicht)

Beliebt ist natürlich die Spekulation, dass die Astronautengötter aus dem Kosmos die großen Pyramiden in Ägypten erbaut haben oder haben lassen. Nur hat diese Idee absolut nichts mit der Ägyptologie zu tun, die heute von tausenden Forschern der “etablierten Archäologie” vor Ort durchgeführt wird. Eigentlich nimmt nicht ein einziger von ihnen solche Alien-Pyramiden-Thesen ernst oder würdigt sie überhaupt eines Blickes.

Aus diesem Grunde verwundern die aktuelle Neuigkeiten aus Ägypten, von denen verschiedene englische Zeitungen oder auch die englischsprachige “Luxor Times” (30. Oktober 2018) berichten. Keine davon spricht irgendwie von Aliens, die die Pyramiden angeblich erschaffen haben, und was nun durch die neuen Funde in Tell Amarna widerlegt sei. Auch nicht Dr. Mustafa Waziri in seiner Funktion als Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung, die auf Facebook am 31. Oktober dazu eine offizielle Meldung brachte.

Alle sprechen von den “alten Ägyptern” oder ähnlich. Das News-Portal “Earth-Cronicles” schrieb beispielsweise am 2. November:

Die Wissenschaftler hoffen, dass ein gründliches Studium dieser Entdeckung es ermöglicht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, da alle frühen Menschen die Pyramiden bauten.

Sehr ähnliche Worte fand auch “Science Alert” am 1. November zum Thema. Keine Spur von Alien-Architekten aus dem All.

Wer aber die Ancient Aliens ins Spiel brachte,  sind mal wieder (bisher wenige) die Boulevardmedien; die Regenbogenpresse. Es scheint heute wohl schon auszureichen, dass archäologische Meldungen und Neuigkeiten von “alten Ägyptern” oder auch “Menschen” von damals sprechen, um zu sagen: Alien-Pyramiden-These widerlegt. Ein Unding, da niemand ernsthaft annehmen oder glauben sollte, dass Außerirdische die Pyramiden gebaut haben.

“Spunik News” ist eine der wenigen Seiten im deutschen Netz, die auch die Aliens in Spiel bringt. Auch wenn sie in den Berichten aus Ägypten keine Erwähnung fanden, titeltet “Sputnik” am 1. November sogleich: “Doch keine Aliens: Forscher entschlüsseln Rätsel des Pyramiden-Baus”

So kann man durchaus warnend prophezeiten, dass weitere “Alien-Meldungen” folgen werden, auch wenn es zu den Entdeckungen und ersten Berichten keinerlei Zusammenhang gibt.

Doch was genau sind die neuen Erkenntnisse, die den Bau der mysteriösen Pyramiden erklären oder erklären sollen?

“Ägyptens Große Pyramide: Mysterium endgültig gelöst!”

Die neuseeländisch”NZ Herald” schrieb am 1. November in ihrer Headline, dass das Rätsel um den Bau der Cheops-Pyramide jetzt “endgültig gelöst” sei. Viele ähnliche Titel kurieren aktuell. Etwa “IFL Science”, wo von einer “finalen Entdeckung” geschrieben wird. Ausnahmslos alle Meldungen dieser Art sind überzogen!

In, um oder an der Großen Pyramide von Gizeh wurde zuerst mal überhaupt nichts gefunden oder entdeckt. Ja, nicht einmal überhaupt auf dem Plateau von Gizeh. Es handelt sich um Forschungsergebnisse, die im Rahmen eines internationalen Projektes des “Französischen Institut für orientalische Archäologie” (“Institut français d’archéologie orientale”, IFAO) in Zusammenarbeit mit der Universität Liverpool gemacht wurden.

Hierbei wurden unter anderem “die Felsinschriften von Hatnoub”, einem Alabaster-Steinbruch 18 Kilometer südöstlich von Tel el-Amarna, untersucht und dokumentiert. Ebenso der 1891 von Percy Newberry und dem legendären Howard Carter entdeckte Steinbruch und die dortigen Hinterlassenschaften der früheren Arbeiter an sich. Datiert wird der Steinbruch auf das Alte und Mittlere Reich Ägyptens und vor allem auch auf die Zeit des Pharao Cheops.

Dr. Yannis Gourdon und Dr. Roland Enmarch und ihr Team hofften durch ihre Forschungen im Steinbruches und der einst dort angewandten Techniken Erkenntnisse darüber, wie die alten Ägypter vor Jahrtausenden mit tonnenschweren Steinen hantieren und arbeiten konnten. Und genau das soll ihnen in dem Steinbruch gelungen sein.

Rampen, Schlitten und Hebel im Steinbruch

Obwohl das Hauptbaumaterial für die Pyramiden Kalkstein war”, schreibt zum Beispiel  “Science Alert”, “wurde etwas Alabaster als Bodenbelag sowie für Statuen und Särge verwendet”. Die alten Baumeister sollen diese schweren Steinblöcke mittels einfacher Rampen aus den Steinbrüchen geholt haben, was die Untersuchungen in Hatnub belegen.

Da dieser Steinbruch aus den Tagen der Cheops-Pyramide stammt, so das Forscher-Team, können man auch dort sowie an anderen Baustellen/Steinbrüchen ähnlich gearbeitet haben. Das gilt für den Abbau von Bausteinen ebenso wie für Statuen und alles andere, was die Ägypter in ihren Steinbrüchen produzierten. Bekanntlich war das nicht gerade wenig.

Dr. Yannis Gourdon in der “Luxor Times” dazu:

Die Mission entdeckte erfolgreich ein einzigartiges System, um die Steinblöcke vom Boden des Steinbruchs zu ziehen und zu transportieren. Nachdem die Trümmer entfernt wurden (…) kann dies auf die Regierungszeit von König Khufu der 4. Dynastie datiert werden. Das Bewegungssystem besteht aus der zentralen Rampe, die von zwei Treppenstufen umgeben ist, und enthält Stangenlöcher, die das Anheben des Alabaster-Steinblocks durch eine mindestens 20% -ige (damit ist die Steigung der Rampe gemeint, Anm. LAF) Grobrampe unterstützen.

Es wurden mindestens 100 Inschriften entdeckt, die an pharaonische Expeditionen in die Alabaster-Steinbrüche von Hatnub vom Alten Reich bis zum Neuen Reich erinnern.

Die Entdeckung dieses Hebel- und Rampen-Systems in Hatnoub sei “von großer Bedeutung, die unser Verständnis des Bauwerkes völlig verändert” schreibt die ägyptischen Altertümerverwaltung unter Dr. Waziri auf Facebook. Es sei das erste Mal, dass ein System entdeckt wurde …

…um Blöcke aus Steinbrüchen zu bewegen und zu transportieren, und wie die Alten Ägypter die tonnenschweren Blöcke während der Bauzeit der Großen Pyramide mit primitiven Rampen angehoben haben.

Ist der Pyramiden-Bau und die bisher unbekannten Techniken dahinter damit geklärt? Es gibt jedoch viele Meinungsverschiedenheiten darüber, mit welchen Methoden genau dies erreicht wurde”, schrieb zum Beispiel “Newsweek” am 1. November ganz richtig. Nur leider ist die fraglos interessante und spannende Steinbruch-Entdeckung der Archäologen sicher keine Erklärung des Pyramiden-Baus.

Eigentlich sollte das auch jedem einleuchten, der von diesen neuen Erkenntnissen liest oder schreibt.

Keiner sprach von “Mysterium gelöst”

Heute (2. November 2018) veröffentlichte auch die Universität Liverpool einen Artikel über die Arbeit ihrer Wissenschaftler in Ägypten. In dieser heißt es unter anderem:

Uraltes Rampen-System für Steinbrüche hat den Arbeitern möglicherweise beim Bau der großen Pyramiden in Ägypten geholfen.

Wissenschaftler der Universität von Liverpool haben entdeckt, was möglicherweise die Überreste eines 4.500 Jahre alten Rampen-Systems sind, um die riesigen Alabasterblöcke zu transportieren, die beim Bau der großen Pyramiden in Ägypten verwendet wurden.”

Ägyptologe Dr.Roland Enmarch betont, dass der Steinbruch von Hatnub eine “prestigeträchtigste Quelle für ägyptischen Alabaster” vor 4.500 Jahren war. Viele der gefundenen Inschriften, so der Forscher, zeigen zudem auf, wie “das Personal und die Logistik der Organisation von Expeditionen zu diesen Wüstensteinbrüchen” damals funktionierte. Die gesamte Landschaft lässt die Strukturen aus der Bronzezeit, “die mit der Gewinnung und dem Transport von Steine zu tun haben”, erkennen. Von den Hütten der Arbeiter bis zu einer hervorragend erhaltenen Straße, die bis zum Nil, führt.

Die “äußerst gut erhaltene Rampe” in dem Steinbruch zeige mit ihren Spuren von Pfostenlöchern, wie “die alten Technologien des Steintransportes und der Gewinnung” funktioniert haben könnte. Durch Schlitten und den beiden neben der Rampe nachgewiesenen Treppenaufgängen konnten die Arbeiter die schweren Steinblöcke geradezu bequem herausziehen. “20 Prozent oder mehr” Steigung seien hier möglich gewesen. Und weiter:

Da diese Rampe auf die Herrschaft von Cheops datiert, bieten unsere Untersuchungen die aufregende Möglichkeit, weitere Einblicke in die Logistik und die Technologien zu bieten, die beim Bau dieser erstaunlichen Konstruktion verwendet wurden.

Spätestens an dieser Stelle sollte jedem klar sein, dass von einer Lösung des Mysteriums Bau der Cheops-Pyramide eigentlich keine Rede sein kann.

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Was wurde tatsächlich entdeckt?

Hatnub als ein beliebter Steinbruch vor bis zu 4.500 oder sogar mehr Jahren … ist natürlich keine Pyramide. Schon gar nicht die Cheops-Pyramide oder die Pyramide des Chephren daneben. So wurde auch überhaupt nicht geklärt, wie die alten Baumeister ihre riesigen Monumente für die Ewigkeit gebaut haben. Es wurde ein fehlendes Mosaiksteinchen im Puzzle der Fragen ergänzt. Unterbewerten sollte man das aber auch nicht, um dies an dieser Stelle zu unterstreichen.

Wenn in Hatnub die Arbeiter diese Technik aus Rampen, Treppenaufstiegen, Seilen und Schlitten nutzten, nutzten sie diese sicher auch anderswo. Was funktioniert, sprach sich fraglos auch bei den Pharaonen und ihren Architekten herum. So konnten die Bauherren diese oder jene Bausteine schlagen und mittels Rampe aus den jeweiligen Steinbrüchen schaffen. Von da ging es für den auserwählten Stein weiter über Straßen bis zum Nil oder einen eigenes dafür geschaffenen Kanal, dort auf einen Lastenkahn und so kam dieser letztlich am Ort seiner  Bestimmung an.

Ein Kraftakt von Organisation, Planung , Technologie und Logistik, dem die Archäologen nun weiter auf die Spur gekommen sind.

Es waren dabei aber immer “Ausnahme-Steine”. Die bei Weitem meisten Bausteine der Pyramiden von Gizeh sind weicher Kalkstein, der direkt vor Ort abgebaut wurde. Noch heute kann man überall vor Ort sehen, woher diese Steinen genau kamen. Auch Spuren der Werkzeuge sind für jeden sichtbar auf dem ganzen Plateau vorhanden.

Eine Rampe – nicht die Rampe

Beim Wort “Rampe” im Zusammenhang mit “Pyramide” schüttelt es die meisten Grenzwissenschaftler oder auch Hobby-Historiker. Zurecht. Es schütteln sich dabei aber auch die etablierten Archäologen des Mainstream. Wirklich niemand behauptet, dass die Pyramiden mit gigantischen Rampen erbaut wurden, auf denen die Arbeiter die Steine auf Schlitten bis an die Spitze zogen. Welch absurde Vorstellung und gewaltiger Arbeitsaufwand der Bau so einer Rampe ist, wissen sicher alle Mystery- und Pyramiden-Fans.

Wobei der Vollständigkeit halber nicht unerwähnt bleiben darf, dass es nachweislich Reste von Rampen in Gizeh gibt. Da der weit größte Teil der verbauten Steine einer Pyramide sich im unteren Bereich befindet, werden die Bauherren hier wohl ihre Rampen angebaut haben. Nur: Wie dann weiter? Das ist eben – unbewiesen!

Die Rampen-Technik von Hatnub sagt nur aus, dass man so Bausteine aus dem Steinbruch heraus bekommen konnte. Wie diese dann aber wirklich an ihrem vorgesehenen Platz an oder in eine Pyramide kamen, sagt die nicht. Damit ist der Bau der großen Pyramiden auch durch diese neuen Erkenntnisse der Forschung nicht geklärt. Und das haben die beteiligten Ägyptologen auch gar nicht behauptet.

Das behaupten nur Headlines und Artikel im Netz, die von den Arbeiten um Yannis Gourdon, Roland Enmarch & Co. berichten.

Was denkt Ihr? Diskutiert gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die „Gizeh-Mauer“ – Mythos und Wahrheit: Warum wurden die Pyramiden vor 15 Jahren „eingemauert“? +++Artikel++

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Warum wurden die Pyramiden von Gizeh vor rund 15 Jahren vollständig mit einer Mauer umgeben? Steckten oder stecken wirklich "dunkle Machenschaften" dahinter? (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Warum wurden die Pyramiden von Gizeh vor rund 15 Jahren vollständig mit einer Mauer umgeben? Steckten oder stecken wirklich “dunkle Machenschaften” dahinter? (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Gizeh – immer wieder ein spannendes Thema. Noch immer verbergen sich in den rund 4.500 Jahre alten Pyramiden der Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos zahlreiche Geheimnisse. Und noch immer sind viele Fragen rund um die Monumente der Pharaonen ungeklärt. Vor allem die größte Pyramide in Gizeh, die Cheops-Pyramide, ist hierbei zugleich auch der größte „Zankapfel“ zwischen alternativen Geschichts-Forschern, Archäologen und natürlich Grenzwissenschaftlern. Und so bekam der „Mythos Gizeh“ vor rund 15 Jahren eine weitere Facette hinzugefügt, über die ich vor Jahren bereits in Artikeln und Büchern berichtete: Die „Gizeh-Mauer“. Was es damit auf sich hatte und hat, soll hier nochmals genauer beleuchtet werden.

 

 

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Das Plateau von Gizeh westlich von Kairo hat wesentlich mehr zu bieten, als „nur“ die Pyramiden. Während sich die meisten Mystery-Autoren verständlicherweise auf die großen Monumente der Pharaonen konzentrieren, fanden unbemerkt vom öffentlichen Interesse ab/um das Jahr 2002 ganz andere Arbeiten rund um die Pyramiden statt. Die Gerüchteküche der Netzgemeinde kochte damals heiß und auch heute noch ist sie teilweise nicht ganz abgekühlt.

Meldungen wie „Gizeh wird geschlossen!“, „Die Pyramiden werden heimlich eingemauert!“ und ähnlich klingende Berichte machten die Runde. Immer wieder kamen solchen Meldungen über meinen Schreibtisch. Berichte voller Mutmaßungen und Spekulationen, die zu einem großen Teil von dem Autoren Rico Paganini aus der Schweiz geschürt wurden. Ebenso damals von Bestsellerautor Robert Bauval. Aber so sonderbar diese Neuigkeiten aus Ägypten über eine „Einmauerung von Gizeh“ auch klangen, sie hatten tatsächlich einen wahren Kern und waren grundsätzlich nicht erfunden!

Was war also genau vor rund 15 Jahren in Ägypten geschehen?

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten

Das gesamte Plateau wurde damals tatsächlich von einer kilometerlangen und Meter hohen Mauer umzäunt. Schnell erhielt dieses Bauwerk den (treffenden) Namen „Gizeh-Mauer“ und Spekulationen über ihren Sinn schlossen wie Pilze aus dem Boden.

Einige Internet-Nutzer wollten es nicht wahrhaben und glaubten an ein Fake oder eine Presse-Ente. Andere wiederum sprachen klipp und klar von einem Gerücht – und dass diese Mauer gar nicht existiert. Wieder andere User in Internet-Foren usw. unterstellten den ägyptischen Archäologen, sie wollen die Welt von Gizeh fernhalten. Sie warfen den Ägyptologen, der ägyptischen Regierung oder auch diversen „geheimen Mächten“ vor, sie würden in Gizeh „sensationelle Entdeckungen“ gemacht haben und „geheime Forschungen“ betreiben. Alles verborgen vor der Öffentlichkeit und schlussendlich soll eine Mauer um das gesamte Plateau dieser „verbotenen Archäologie“ eine uneingeschränkte und unbemerkte Arbeit ermöglichen. Munkelte man.

Ortstermin in Gizeh

Die "Gizeh-Mauer" (Bild: L. A. Fischinger)
Die “Gizeh-Mauer” (Bilder: L. A. Fischinger)

Ich flog damals erneut nach Ägypten – da so oder so eine Reise ins Land der Pharaonen auf meiner Liste stand – um mir dabei auch diese Mauer genauer anzusehen. Die Mauer steht. Das wurde sofort klar. Sie ist aus Beton und trägt oben auf eine Art Zaun von mindestens drei Metern Höhe. Nicht nur gewisse Bereiche des Plateaus wurden mit dieser Mauer umgeben, sondern sie zieht sich an den bewohnten Straßen von Gizeh im Osten ebenso entlang wie durch die Wüste im Süden. Das Plateau kann so nur noch durch drei offizielle Eingänge betreten werden. Der eine Eingang liegt im Osten in der Nähe der Sphinx, der zweite im Norden (Haupteingang) und einer in der südlichen Wüste.

Der Pauschaltourist, der mit dem Bus nach Gizeh fährt, dort ein hübsches Bild an der Sphinx aufnimmt, dann mit dem Bus über das Plateau zum Touristen-Aussichtspunkt fährt um noch ein letztes Bild der Bauten zu machen, sieht von der „Gizeh Mauer“ nichts. Vielleicht zwei Stunden halten sich diese Touristen dort auf um dann ihr Ägypten-Schnell-Programm fortzuführen. Ist also diese Ummauerung Teil einer Verschwörung, nur weil sie nicht klar zu sehen ist?

Auch der Besucher, der sich einen ganzen Tag in Gizeh aufhält, sieht diese Mauer nicht unbedingt. Die Pyramiden sind nicht direkt eingezäunt, sondern die Mauer verläuft „unsichtbar“ bis zu 800 Meter von den Monumenten entfernt. Also eine „Ummauerung der Pyramiden“ existierte damals wie heute nicht. Dennoch warf man mir im Internet schon Ende 2005 vor: „Ich war gerade in Gizeh, da steht keine Mauer!“ Wenn man nicht gezielt danach sucht, findet man sie auch nicht. Bustouristen, in kurzen Hosen, mit ihren Kameras in der Hand und ihrem straffen Zeitplan im Nacken, werden sie eben nicht sehen!

Gerüchte und „verbotene Archäologie“

Im Internet kursieren schon seit Baubeginn der Gizeh-Mauer die wildesten Gerüchte über dieses Bauprojekt. Schon zu Baubeginn kamen die ersten Fragen auf, da der ein oder andere von dem Gerücht gehört habe, das Plateau würde ummauert oder sogar komplett geschlossen werden. Nachdem bekannt wurde, dass die Ägypter ihren Nationalstolz von Gizeh nun tatsächlich eingemauert haben, kam selbstredend die Frage nach dem Sinn und Zweck eines solchen nicht gerade billigen Bauvorhabens auf. Die Mauer selber sieht aus wie das T-Rex-Gehege in dem Film „Jurassic Park“ und wirkt damit irgendwie bedrohlich bis befremdlich. Schätzungsweise acht Quadratkilometer des Plateaus sind so „abgeschottet“ von der Außenwelt.

Angeblich sechs Millionen US-Dollar hat der Bau dieser Eingrenzung gekostet. Schon hier erhoben die ersten Interessierten ihre Stimmen: Woher kommt das Geld für ein solches Vorhaben eigentlich? Hat das alles die ägyptische Antikenverwaltung bezahlt, die damals doch so intensiv nach Geldquellen suchte, um das neue Ägyptische Museum zu bauen? Die ersten Verschwörungstheorien kamen auf und sprachen sehr schnell von „geheimen Organisationen“ und dunklen Geldquellen. Auch ein Zweck für die Errichtung dieser Sperre wurde schnell laut. Man sprach und spricht zum Teil weiterhin von geheimen Forschungen auf dem Plateau, die von der Öffentlichkeit unbedingt verborgen werden müssen. Heimliche Ausgrabungen oder vor den Augen der Öffentlichkeit verborgene Erkundungen könnten hier vor sich gehen. Oder vielleicht gibt es bereits sensationelle Entdeckungen auf dem Plateau, die durch ein derartiges Bollwerk vertuscht werden sollen, spekulierten nicht wenige.

"Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien": Video-Zusammenfassung der Artikel-Serie von Lars A. Fischinger auf YouTube (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien“: Video-Zusammenfassung der Artikel-Serie von Lars A. Fischinger auf YouTube (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

In der Tat graben Archäologen täglich in Gizeh und es werden immer wieder neue Funde gemacht. Möglich, dass es „verborgene Forschungen“ auch wirklich gibt. Das möchte ich nicht abstreiten. Wobei hier zu fragen wäre, ob eine Forschung gleich „geheim“ ist, nur weil davon nichts in der Regenbogenpresse oder den Mainstreammedien steht.

Berühmt ist in diesem Sinne vor allem auch das senkrecht in den Boden verlaufende „Osiris-Grab“, das zwischen Sphinx und Chephren-Pyramide liegt. Eine Entdeckung, die jedoch bald 100 Jahre alt ist. Auch wimmelt es auf dem gesamten Areal von Gizeh an Gräbern. Unzählige Schächte führen senkrecht in den Boden und einigen Spekulationen nach soll es ein ganzes Labyrinth unter der Erde von Gizeh geben.

Verschwörungstheorien sprechen weiter auch davon, dass Archäologen dort im Geheimen unbekannte Gräber und auch Kammern innerhalb der Pyramiden erforschen wollen. Der Inhalt dieser Geheimkammern sei dabei von einer solchen Brisanz, dass die Öffentlichkeit davon nichts erfahren darf. Selbst irgendwelche Geheimgesellschaften werden hinter der Mauer und den angeblichen Geheimprojekten vermutet. Vielleicht sogar die Illuminaten, die hinter allerlei Verschwörungen, Rätseln und Machenschaften stecken sollen. Ebenso fiel der Bau der Mauer zeitlich sehr nahe an der unlängst legendären TV-„Live-Öffnung“ des Sperrsteins am Ende eines der Schächte in der Königinnenkammer der Cheops-Pyramide zusammen. Wir erinnern uns: Das war jene Fernseh-Show des damaligen ägyptischen Antikenchefs Dr. Zahi Hawass und dem „National Geographic Chanel“, bei dem ein Loch in diesen Stein gebohrt wurde. Anschließend steckte man eine Kamera hindurch und die Fernsehzuschauer auf der ganzen Welt konnten einen Block hinter diesen etwa 20 x 20 Zentimeter kleinen Stein erhaschen …

Video: Mysterium um das Osiris-Grab von Gizeh (Bilder: L. A. Fischinger / NSA/JPL)
VIDEO: Mysterium um das Osiris-Grab von Gizeh (Bilder: L. A. Fischinger / NSA/JPL)

Tatsächlich finden zum Beispiel innerhalb der Pyramide des Cheops immer wieder Untersuchungen satt. Ebenso Instandsetzungsarbeiten. Das ist eigentlich kein Geheimnis. Aber muss man dafür deshalb ganz Gizeh „sperren“? Und würde aufgrund irgendwelcher angeblicher geheimen Aktivitäten dort das gesamte Areal für Besucher gesperrt werden, würde nicht gerade genau das die Aufmerksamkeit der Welt auf Gizeh lenken? Ist es nicht gerade Sinn und Zweck einer „geheimen Forschung“ eben im Verborgenen stattzufinden? Würden die Eingänge geschlossen, die Besucher wieder heim geschickt und kein Mensch hätte Zugang zum siebten Weltwunder, müsste sich die ägyptische Altertümerverwaltung mit Sicherheit zahlreichen Fragen stellen. Also wäre das Gegenteil von „heimlich“ erreicht. Ausgrabungen auf dem Gelände fanden und finden bisher vor den Augen der Öffentlichkeit statt. Und mutmaßliche Ausgrabungen unter der Erde sind für die Besucher so oder so nicht zu sehen. Auch nicht ohne Mauer.

Darum eine Mauer!

Die Pyramiden von Gizeh stehen unter dem Schutz der UNESCO und gehören zum Weltkulturerbe der Menschheit. Und die UNESCO unterstützt den Erhalt des Weltkulturerbes (nicht nur Gizeh) natürlich auch mit finanziellen Mitteln. Könnte also die UNESCO die sechs Millionen Dollar teure Mauer mitfinanziert haben? Dient sie etwa dem Schutz des Plateaus und nicht irgendwelchen Geheimprojekten, wie es im Internet kursiert? Die Antwort ist: Ja.

Kairo und Gizeh, auch „klein Kairo“ genannt, sind ein Moloch mit 18 Millionen Einwohnern. Eine gigantische Metropole, die ständig wächst und sich ausbreitet, und deren genaue Einwohnerzahl so richtig eigentlich keiner kennt. Der Besucher von Gizeh, der beispielsweise im Osten am Sphinx-Tempel steht, kann deutlich sehen, dass bis an die Grenze des Plateaus bereits die Wohnhäuser von Gizeh heran reichen. Deutlich sieht man es beispielsweise auch auf Luftaufnahmen der östlichen Plateau-Region, die man mit Hilfe der Software „Google Earth“ betrachten kann (Koordinaten zum Beispiel: 29°58’30,65“ Nord und 31°08’19,40“ Ost). Es scheint, als wolle der moderne Städtebau die uralte Metropole der Pharaonen geradezu verschlingen.

Müllkippe und Freizeitpark Gizeh (Bilder: L. A. Fischinger / St. Eggers
Müllkippe und Freizeitpark Gizeh (Bilder: L. A. Fischinger / St. Eggers

Es ist in Ägypten auch so, dass Menschen dort wild ihre Häuser bauen, wo sie gerade wollen. Und wenn ein Haus „über Nacht“ einmal steht, darf es ebenso wenig abgerissen werden, wie heimlich angelegte Felder der Landwirtschaft. Dieser Bauboom hat unlängst auch die archäologischen Stätten von Gizeh erreicht. Die Pyramiden stehen nicht einsam in der Wüste – wie es Postkartenbilder gerne vermuten lassen –, sondern sie stehen fast schon mitten in der Stadt!

Die „Gizeh Mauer“ nun schützt das Gelände vor illegalen Bauaktivitäten der Bevölkerung. Bis zur Mauer…dann ist Schluss. Doch die Mauer erfüllt noch mehr und ganz profane Zwecke. Das gesamte Gizeh-Plateau ist eine riesige Müllhalde. Wohin man geht und blickt, überall wimmelt es an Plastikmüll, leeren Cola-Dosen und Flaschen und allerlei anderem Dreck. Die schon erwähnten Grabschächte die man dort findet, werden bedenkenlos als Müllkippen genutzt. In den senkrechten Stollen türmt sich der Wohlstandsmüll und Unrat. Auch rund um die Pyramiden selber liegt der Müll herum und Plastiktüten werden an den Seiten der Pyramiden vom Wind hoch geweht. Mülleimer gibt es dort praktisch nicht.

Ebenso benutzen die zahlreichen Wächter und „Touristenjäger“ des Plateaus die Gräber der alten Pharaonen als Toilette. Sie verrichten ihre Notdurft in den Eingängen zu Grabanlagen und Schächten. Pferde, Kamele und Menschen hinterlassen ihre Extremente auf dem gesamten Plateau. Dieser Müll stammt ausnahmsweise nicht nur von den Touristenmassen, die täglich die Monumente bewundern wollen. Er stammt zu einem großen Teil von den Einheimischen, die das Plateau unter anderem als großen Vergnügungspark nutzen.

Ägypten ist ein islamisches Land und was bei uns der freie Sonntag ist, ist dort der Freitag. Ströme von Großfamilien mit Sack und Pack, mit Kind und Kegeln und Tüten voll Picknick-Utensilien eilen auf das Plateau. Dort verbringen sie den Freitag und zurück bleibt der Müll in allen Ecken der Heiligtümer. Für die Kinder ist es ein Abenteuerspielplatz. Sie klettern auf die Königinnen-Pyramiden neben den Hauptpyramiden und die Wächter von Gizeh kapitulieren angesichts dieses Andranges.

Die Gizeh-Mauer nun verhindert, dass von allen Seiten die Einheimischen unkontrolliert das Plateau betreten und leider auch arg verschmutzen. Vor dem Bau der Mauer war Gizeh eine Kloake und jeder Kameltreiber ohne Lizenz konnte dort auf Touristen-Jagd gehen. Kontrolle? Keine!

Doch auch die Schutzmauer hatte schon kurz nach ihrer Fertigstellung Löcher. Die Anwohner haben den oberen Zaun aufgerissen und sich teilweise sogar kleine Rampen gebaut, um diese Absperrung zu überwinden. Dennoch bleibt die Tatsache, dass die Besucher des Plateaus (legal) nur durch die Eingänge das Gebiet betreten können.

Bakschisch

Doch nicht nur zahllose einheimische Besucher überfüllen das Plateau, sondern vor allem auch die unzähligen Geschäftemacher und Andenkenhändler. Überall auf dem Plateau wimmelt es von Einheimischen, die den Touristen dies und das zeigen oder auf irgendeine Art und Weise helfen wollen. Natürlich gegen ein kleines Trinkgeld, das legendäre „Bakschisch“. Zahlreiche dieser, sich selber „Guide“ nennenden, Menschen bevölkern das Areal. Zum Teil hartnäckig und aufdringlich belästigen sie die zahlenden Besucher. Ebenso die zahlreichen Kameltreiber und Pferdebesitzer, die gegen ein Entgelt ihre Tiere zum Reiten anbieten, Kutschfahrten anpreisen oder fotografiert werden wollen.

Fand der KGB 1961 eine Ancient Alien-Mumie in Gizeh? (Bild: Google Earth / L.A. Fischinger / YouTube Screenshot)
VIDEO: Fand der KGB 1961 eine Ancient Alien-Mumie in Gizeh? (Bild: Google Earth / L.A. Fischinger / YouTube Screenshot)

Auch diese eigentlich zum Bild von Gizeh dazugehörenden Menschen sind teilweise überaus aufdringlich. Beispielsweise gibt es den Trick, dass sich der Besucher kostenlos auf einem Kamel fotografieren lassen kann – möchte man aber wieder herunter gelassen werden, muss man zahlen.

Ein unkontrollierter Andrang von legalen und illegalen Geschäftsleuten ist dank der Mauer nun nicht mehr so einfach möglich.

Terror in Ägypten

Die Antikenverwaltung rechtfertigte die Errichtung der Mauer rund um Gizeh auch mit dem Schutz der Besucher vor Terroranschlägen. Leider ist es Tatsache, dass auch in Ägypten die Gefahr des Terrorismus allgegenwärtig ist. Man denke vor allem auch an das Massaker am Hatschepsut-Tempel in Luxor am 17. November 1997. Damals erschossen sechs Terroristen 62 Menschen. Bekanntlich wurde aber auch das Land der Pyramiden vom „arabischen Frühling“ überrollt, der einen gewaltigen Rückgang der Touristen nach sich zog.

So ist es heute natürlich auch rund um die Gizeh-Pyramiden westlich leerer geworden. In diesen Tagen der Aufruhr, der Veränderung und des Umbruch in Ägypten stand die Gizeh-Mauer bereits. Doch bei deren Planung konnte niemand ahnen, dass der „arabische Frühling“ in der stattgefundenen Art und Weise über das Land rollen wird…und so auch die Besucher wegbleiben. Eben genau  jene Touristen, die die Mauer schützen sollte.

Schon vor den Unruhen in Ägypten wurde am Eingang zum Plateau jeder Besucher von Wächtern kontrolliert und man muss selbstverständlich durch einen Metalldetektor gehen. Auch wimmelte und wimmelt es in Ägypten an Touristenpolizei, was eine direkte Folge des Attentates 1997 am Hatschepsut-Tempel ist. Egal ob an Hotels, Ägyptischen Museum, Gizeh, Sakkara, Luxor oder sonst wo – die Touristenpolizei ist sehr stark vertreten und allgegenwärtig. Durch die Errichtung einer Mauer um das Gizeh-Plateau können nun all jene Personen, die das Gebiet betreten wollen, von diesen Wachmannschaften durchsucht und kontrolliert werden.

Video: Geheimkammern in Gizeh: Gibt es eine Verschwörung um die Cheops-Pyramide und unbekannte Kammern? (Bild: gemeinfrei / L.A. Fischinger)
Video: Geheimkammern in Gizeh: Gibt es eine Verschwörung um die Cheops-Pyramide und unbekannte Kammern? (Bild: gemeinfrei / L.A. Fischinger)

Natürlich ist die Gefahr eines Anschlages durch die Mauer alles andere als vollkommen ausgeschlossen, doch sie erlaubt eine Zugangskontrolle der Menschen. Zumindest theoretisch, da für potentielle Attentäter die ohnehin löchrige Sperre nicht wirklich unüberwindbar sein wird. auch wenn sie als Abschreckung vielleicht psychologische Wirkungen haben mag. Das gilt auch für „normale Ganoven“ wie Taschendiebe oder Trickbetrüger. Aber Wirkung zeigte diese Ummauerung und Einzäunung eigentlich sehr schnell. Beispielsweise dadurch, dass (offenbar illegale) Andenkenhändler und Postkartenverkäufer ihre Waren an geeigneten Stellen durch den Zaun hindurch zu kauf anpreisen. Etwa im Bereich der Sphinx am Fuße des Plateaus.

Mein Autoren- und Mystery-Kollege Armin Risi wies mich in diesem Zusammenhang bereits am 11. Februar 2010 auf etwas sehr Interessantes hin. Wie er erfuhr, so sagte er mir, stand schon in ägyptischen Reiseführern der 1970er Jahre die Forderung nach einer Mauer um Gizeh. Jahrzehnte vor der Gizeh-Mauer wurde darin bereits von der Zerstörung und Verschmutzung der Metropole berichtet, der mit einer solchen Absperrung Einhalt geboten werden könne. Nun, seit rund 15 Jahren ist dieser Wunsch also Realität.

Der Mythos lebt zum Teil weiter

Die geheimnisvolle Gizeh-Mauer dient letztlich drei vollkommen simplen Hauptzwecken:

  1. Kontrolle über legale und illegale Händler und Geschäftsleute aller Art auf dem Plateau.
  2. Schutz vor einer ausufernden Expansion der Siedlungen am Fuße von Gizeh.
  3. Schutz vor Terroranschlägen und Attentaten (heute sicher aktueller denn je).

Von Verschwörungen, geheimen Forschungen und nebulösen Machenschaften dunkler Mächte in Gizeh – keine Spur. Von einer Art Abschottung der Pyramiden ebenso wenig. Das war um das Jahr 2002 so und ist heute nicht viel anders.

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Vielmehr ist die Mauer um das siebte Weltwunder ein rein profaner Zweckbau zum Schutz der Heiligtümer und der Besucher. Auch erfolgten die Bauarbeiten an dieser Absperrung nicht „in aller Heimlichkeit und Stille“, wie es Gerüchte besagten. Jeder Besucher der Pyramiden konnte den Bauvorgang der Mauer direkt an den Wohnhäusern von Gizeh beobachten und auch unbehelligt fotografieren. Natürlich nur, wenn er sich von den Pyramiden und den Touristenplätzen entfernt und auch das Umfeld des Plateaus in Augenschein nahm. Sonst sieht man die weitläufige Gizeh-Mauer tatsächlich nicht. Auch wäre es überhaupt nicht möglich gewesen, eine derartige Sperr-Konstruktion heimlich und unbemerkt hochzuziehen …

 

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Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie von Lars A. Fischinger, Teil #4: DIE ARTEFAKTE

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Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien - Artikel-Serie Teil #4: DIE ARTEFAKTE AUS DER PYRAMIDE
Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie Teil #4: DIE ARTEFAKTE AUS DER PYRAMIDE (Bild: L. A. Fischinger)

Die Cheops-Pyramide von Gizeh – Das letzte und zugleich älteste Weltwunder der Antike, wie es immer wieder gerne betont wird. Ein Bauwerk, das seit rund 4.500 Jahren die Menschen in ihren Bann zieht. Dabei ist eine jener Fragen, die der Pyramide des Cheops immer wieder gestellt werden, jene nach er Mumie des Pharao und der erster Öffnung des Monumentes durch den Kalifen Al-Mamun im Jahre 823. Auf Grundlage einer früheren Veröffentlichung von mir soll in dieser Artikel-Serie der Spur der Plünderung(en) der Cheops-Pyramide, den Funden des Al-Mamun und seiner Entdeckungen genauer nachgegangen werden. Dabei ergeben sich – wie so oft in der Mystery-Forschung – neue Fragen auf alte Antworten …

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Einleitung

Pyramiden gibt es in Ägypten wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Doch gerade und vor allem die Pyramide von Pharao Cheops (ca. 2620 bis 2580 vor Christus) aus der 4. Dynastie (2639 bis 2504 vor Christus) in Gizeh nahe Kairo erregt bis heute die Aufmerksamkeit zahllose Touristen und Autoren. (K)ein Wunder: ist sie doch mit ihren einst fast 147 Metern Höhe und einer Länger an der Basis von rund 230 Metern die größte Pyramide der Erde. Die Bauarbeiter des Königs türmten zu seinen Ehren unzählige Steinblöcke in den Himmel. Und so entstand ein Bauwerk, das nicht nur durch seine Wucht und Größe fasziniert, sondern auch vielen Autoren der Grenzwissenschaft durch ihre Rätsel und weiterhin offenen Fragen.

Gerne wird die Pyramide des Cheops als Monument aus fernen Tagen vor einer Sintflut gehandelt. Als eine Art „Wissensspeicher“ oder eine Art „kosmischer Plan“ für das Wissen der Menschheit. Eine „Zeitkapsel“, die die Weisheiten jener Menschen erhalten und schützen sollte, die vor der großen Sintflut bzw. vor Jahrtausenden lebten. Folglich ein Bauwerk, dass die Geheimnisse einer verborgenen Welt enthält. Vielleicht sogar von Atlantis. Eindeutige Beweise für diese Ideen gibt es keine.

Mehr als sonderbar und mysteriös ist, dass nie eine Mumie im Inneren der Steinberges entdeckt worden sein soll. Als das gewaltige Monument vor fast 1.200 Jahren erstmals durch einen Kalifen geöffnet wurde – war es vollkommen leer, wie es heißt.

Auf Grundlage meines Buches „Verbotene Geschichte“ (2010) und eines einstigen E-Book zum Thema soll in dieser kleinen Artikel-Serie speziell genau diesem Mysterium der Cheops-Pyramide nachgegangen werden. Fragen nach der Plünderung der Pyramide werden ebenso dargelegt, wie arabische Überlieferungen über die Öffnung des Bauwerkes sowie die Widersprüche, die sich daraus ergeben. Ebenso eine Spur, wo der mutmaßlich innere Sarkophag einer offenbar tatsächlich gefunden Mumie letztlich gelandet ist.

Alte Fragen, die durch ihre Antworten neue Fragen ergeben.

Zum Abschluss der Reihe plane ich als 5. Teil eine Zusammenfassung in einem YouTube-Video auf meinem Grenzwissenschaft-Channel „Ancient Aliens & Mystery Files“.

Bleibt also neugierig!

 

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien

Teil #4: DIE ARTEFAKTE AUS DER PYRAMIDE

 

Lars A. Fischinger (mit Sonja Ampssler) vor dem rätselhaften Sarkophag in der Cheops-Pyramide (Bild: L. A. Fischinger)
Lars A. Fischinger (mit Sonja Ampssler) vor dem rätselhaften Sarkophag in der Cheops-Pyramide: Was befand sich hier im Jahre 823 drin? Und von wem? (Bild: L. A. Fischinger)

In den bisherigen Teilen der Artikel-Serie habe ich unter anderem eine ganze Reihe von Chronisten zu Wort kommen lassen, die im „Hitat“ über die „erste Öffnung“ der Cheops-Pyramide im Jahre 823 nach Christus berichtet haben. Selber dabei war – bis auf eine Ausnahme – kein einziger dieser Autoren. Das sollte anhand ihrer genannten Lebenszeiten klar zu erkennen gewesen sein. Dennoch stimmen zumindest alle diese Chronisten darin überein, dass vor rund 1.200 Jahren von den Arabern „etwas“ im Inneren der Cheops-Pyramide entdeckt wurde. Inklusive einer Mumie, einer Leiche oder zumindest Reste mindestens eines dort bestatteten Menschen.

Und, davon bin ich überzeugt, es handelte sich dabei nicht um die Mumie des Pharao Cheops, der seit seinem Tode 2580 vor Christus hier verborgen lag. Die Idee, Aussage oder Spekulation, dass Cheops hier durch Al-Mamun 3.403 Jahre nach seiner Bestattung gefunden wurde, ist meiner Meinung nach absurd. Dennoch scheint der Kalif in der großen Pyramide allerlei zum Teil sehr seltsame Dinge vorgefunden zu haben.

Also sehen wir uns in dieser Folge der Artikel-Reihe einmal näher an, was genau nach diesen Chroniken in der Pyramide entdeckt worden sein soll.

Da wären:

  • Eine „vollkommen wohl erhaltene und trockene“ Mumie/Leiche eines Mannes
  • Eine ebenso erhaltene Mumie/Leiche einer Frau
  • Ein goldener Deckel, mit dem der Sarkophag verschlossen war
  • Ein goldenes Kästchen mit Blut
  • Ein „ganz zerfallendes Gewand“ mit goldenen Fäden
  • Eine grünliche „Bildsäule eines Menschen“, die aus „einer Art Malachit“ bestand
  • Einen Leichnam in dieser „Bildsäule“
  • Einen „Panzer“ um diesen Leichnam mit Gold und Edelsteinen
  • Ein Schwert ohne Griff
  • Eine Frauenstatue mit einem Spiegel mit Metallrand
  • Eine Männerstatue mit einer „beschriebe Tafel“ in der Hand
  • „Morsche Knochen“ unter einem goldenen Deckel im Sarkophag
  • Pech, Aloe, Myrrhe, Edelsteine
Ein fragwürdiges Video zeigt angeblich sogar die Bergung einer Alien-Mumie in Gizeh durch den KGB (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)
Gerüchte und fragwürdiges Aussagen zu den Pyramiden gibt es genug: Ein Video zeigt angeblich sogar die Bergung einer Alien-Mumie in Gizeh durch den KGB (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)

Sofort dürfte auffallen, dass die überlieferten Angaben sich eindeutig widersprechen. Denn von „morschen Knochen“ bis zu einer „vollkommen wohl erhaltenen und trockenen“ Mumie ist es ein weiter Schritt.

Grundsätzlich sollte das aber nicht weiter von Interesse sein, da diese Aufzeichnungen in verschiedenen Jahrhunderten verfasst wurden und ausnahmslos auf Hörensagen beruhen. Fast niemand der zitierten Autoren im mittelalterlichen „Hitat“ hat diese Dinge aus der Cheops-Pyramide mit eigenen Augen gesehen. Alle notierten Erzählungen, Geschichten und Überlieferungen über das Reich der Pyramiden, die man sich dort erzählte. Die legendäre „Stille Post“ hat diese zweifellos verfälscht und es sei nochmals darauf hingewiesen, dass das „Hitat“ aus dem Mittelalter stammt.

Aber: Auch die in der Mystery-Forschung sehr bekannte Aussage, dass der biblischen Prophet Henoch die Cheops-Pyramide erbaut habe – da er eine große Flut kommen sah – wurde aus der Textsammlung „Hitat“ von al-Maqrizi abgeleitet. In diesem konkreten Fall sogar von ihm selber, der bekanntlich 1364 bis 1442 nach Christus lebte. Also tausende Jahre nach der Herrschaft des Pharao Cheops oder sogar den Tages den Henoch.

Eine blutige Entdeckung?

Ich wäre kein „Jäger des Phantastischen“, wenn ich nicht die Aussagen der alten Chronisten quasi mit drei Augen lesen würde. Denn so fällt bei den oben aufgelisteten Funden aus der Cheops-Pyramide und den zuvor angeführten Zitaten Sonderbares auf.

Da wäre zum einen das goldene Kästchen, dass der bereits 990 nach Christus verstorben al-Nadim erwähnt hat. Er notierte die Geschichte, dass die arabischen Entdecker in der Grabkammer ein Kästchen fanden, in dem sich wiederum „frisches Blut“ befand. Dieses Blut, so schreibt er weiter, gerann jedoch und trocknete ein, als es der Luft ausgesetzt wurde, eben „wie Blut zu gerinnen pflegt“.

Eindrücke aus der Königskammer - sie ist alles andere als "zierlich". Auf der Leiter zu sehen ist Dr. Dominique Görlitz; bekannt durch das "Cheops-Projekt".<span style="color: #999999;">(Bild: L. A. Fischinger / D. Görlitz)
Eindrücke aus der Königskammer – sie ist alles andere als “zierlich”. Auf der Leiter zu sehen ist Dr. Dominique Görlitz; bekannt auch durch das “Cheops-Projekt“.(Bild: L. A. Fischinger / D. Görlitz)

Wie soll man so eine Aussage verstehen, wenn sie wahr ist? Über 3.000 Jahre nach dem Bau der Pyramide fanden die arabischen Grabräuber dort noch immer ein Kästchen mit „frischem Blut“? Wenn dem so wäre, stammt es aus einer späteren Epoche und von einer viel späteren Bestattung.

Es könnte sich bei diesem „Kästchen“ um eine der sogenannten Kanopen gehandelt haben. Dies sind kleine Gefäße (oft in Form einer Gottheit), in dem die Ägypter die Eingeweide getrennt mit bestatteten, die bei der Mumifizierung dem Leichnam entnommen wurden. Diese kamen ab dem Ende der 4. Dynastie „in Mode“. Also jener Dynastie, in der Pharao Cheops gelebt hat. „Frisches“ Blut enthält aber keine dieser „Vasen“, und so ist es auch Spekulation, was es mit diesem Fund in Wahrheit auf sich hat.

Seltsam auch, dass al-Nadim die Königskammer als „zierlicher, gewölbter Bau“ beschrieben hat. Diese Grabkammer ist alles andere als „zierlich“ und hat auch eine vollkommen flache Decke. Offensichtlich war er nie im Inneren der Pyramide bzw. in der Königskammer. Sonst wüsste er auch, dass im dortigen Sarkophag überhaupt kein Platz für die Mumie einer zweiten Person neben der genannten männlichen Mumie ist. „An seiner Seite ruhte ein Weib“, wie er schreibt, passt wortwörtlich nicht.

Al-Kaisi war offenkundig nie in der Königskammer der Cheops-Pyramide, als er die ihm zu Ohren gekommenen Geschichten notierte. Sonst hätte er den Raum nicht in der vorliegenden Form beschrieben. Immerhin ist diese Kammer ca. 10,49 Meter lang, 5,24 breit und 5,84 Meter hoch und wurde aus zum Teil überaus mächtigen Ganitblöcken erbaut. Das sind übrigens genau jene (Decken-)Monolithen, an denen die Forscher Stefan Erdmann und Dr. Dominique Görlitz Eisen gefunden haben, worüber in diesem Video auf meinem YouTube-Kanal ausführlicher berichtet wird.

Dieser Widerspruch zwischen arabischen Bericht und Realität der Kammer es Königs wirft ein durchaus „fragliches Licht“auf al-Kaisi. Und zwar auf seine Geschichte über die Entdeckungen in dem senkrechten Schacht der Felskammern, die er persönlich gemacht haben will. Diese Funde von Geheimkammern und Mumien durch al-Kaisi kamen im vorherigen Artikel der Reihe zur Sprache kamen ….

Der Chronist Al-Mutanabbi wiederum war hier bei seinen Notizen genauer. Er schrieb von schwer zu erklimmenden Gängen und Treppen sowie einem „würfelförmigen“ Gemach mit einem Sarg darin. Das beschreibt das tatsächliche Aussehen der Königskammer schon recht gut.

Der verlorene Sarkophag – noch im 12. Jahrhundert zu besichtigen?

Der Granit-Sarkophag in der großen Pyramide: Lag in diesem ein weiterer Sarkophag, der noch bis ins 12. Jahrhundert in Kairo zu sehen war? (Bild: gemeinfrei)
Der Granit-Sarkophag in der großen Pyramide: Lag in diesem ein weiterer Sarkophag, der noch bis ins 12. Jahrhundert in Kairo zu sehen war? (Bild: gemeinfrei)

Was beim zitierten al-Kaisi wiederum sehr interessant ist, ist der Umstand, dass er höchstpersönlich die „Steinsäule“ gesehen habe, in der sich letztlich die Mumie befand. Jene „Bildsäule eines Menschen”, die “wie aus grünem Stein, einer Art Malachit, gefertigt“ gewesen sei, wie er sie beschreibt. Nach dem Öffnen genauer dieser „Säule“ erblickte Al-Mamun „darin den Leichnam eines Menschen“ und einige wertvolle Grabbeigaben. Und dieses Götzenbild, „aus dem man diesen Leichnam hervorholte, habe ich neben der Pforte des königlichen Palastes zu Misr liegen sehen“.

Auch wenn al-Kaisi vielleicht die Pyramide von König Cheops niemals selber von innen sah und nur Erzählungen ihres Inneren notierte, ist es bei dieser Bildsäule oder Statue etwas anders. Sie lag in seinen Tagen nicht mehr im Inneren der Pyramide und konnte folgerichtig von ihm auch ohne das Monument zu betreten bestaunt werden. Das heißt, dass al-Kaisi durchaus einen Sarkophag einer Bestattung gesehen haben kann, den die Araber 823 nach Christus aus der Cheops-Pyramide holten.

Ich vermute, dass es sich hierbei möglicherweise um einen „inneren Sarkophag“ gehandelt haben könnte, der sich in dem heute bekannten und für Besucher zu sehenden Sarg in der Königskammer befand. Es ist kein Geheimnis und sicherlich den meisten Menschen bekannt, dass die alten Ägypter ihre verstorbenen Könige nicht selten in einer „Schicht“ ineinander verschachtelter Särge beisetzten. Das bekannteste Beispiel ist hier selbstverständlich der Pharao Tutanchamun.

Interessant ist im Weiteren auch die Aussage, dass al-Kaisi diesen Sarg im arabischen Jahr 511 am Eingang eines Palastes in Misr hat herumliegen sehen. Das war nach christlicher Zeitrechnung 1133 nach Christus und über 300 Jahre nach dem Kalifen. Sollten also wirklich ein Artefakt aus dem Inneren der Pyramide des Cheops in verhältnismäßig junger Vergangenheit noch existiert haben?

Ein Sarg als Palast-Dekoration der Kalifen?

Was aber ist der „königliche Palast zu Misr“ genau?

Misr ist ein Kürzel von Misr al-qadima und liegt im Süden des heutigen Kairo, nur rund 10 Kilometer Luftlinie von den Pyramiden Gizeh entfernt am Ostufer des Nil. Die Nil-Insel Er-Roda gehört zu dem in Deutsch „Alt-Kairo“ bedeutenden Gebiet. (Heute) 400 Meter vom Nil entfernt steht die Festung Per-Ḥapi-n-Iwnw, die unter der Herrschaft der Griechen „Babylon“ genannt wurde.

Der Herausgeber des „Hitat“, al-Maqrizi, selber notierte erstmals auch einen anderen Namen für diesen Ort. Er nannte ihn „Qaṣr asch-Scham“, was in Etwa „Palast“ oder „Festung der Kerzen“ bedeutet. Auch bei der Eroberungen Ägyptens durch die Araber spielte diese Region oder besser gesagt diese heutige Altstadt von Kairo ein große Rolle. Genau hier irgendwo will der Augenzeuge al-Kaisi im Jahr 1133 den mutmaßlich inneren Sarg gesehen haben, der 823 aus der Cheops-Pyramide gestohlen wurde.

Teilansicht des Pyramiden von Abusir, südlich von Gizeh. Auch hier wurden Steine als Baumaterial geplündert. (Bild: L. A. Fischinger)
Teilansicht des Pyramiden von Abusir, südlich von Gizeh. Auch hier wurden Steine als Baumaterial geplündert. (Bild: L. A. Fischinger)

Und das ist auch nicht so unwahrscheinlich.

Vielen an Ägypten interessierten Menschen ist bekannt, dass nach der Gründung der Stadt Kairo durch die Araber im Jahre 969, diese die Bauten des alten Ägypten als „Steinbrüche“ nutzten. Die verschiedenen Pyramiden auf dem nahem Plateau Gizeh wurden dabei ebenso ihrer Steine beraubt, wie andere Heiligtümer des Landes auch. Hierbei wird auch gerne auf die Spitze der Chephren-Pyramide in Gizeh verwiesen, die noch Reste ihrer früheren Verkleidung besitzt. Dieser Steinraub zog sich Jahre hin und reichte bis zum südlich von Kairo gelegenen Pyramidenfeld von Abusir. Auch beim Bau und Ausbau des Kalifenpalast in Misr, oder besser gesagt der Palaststadt der Kalifen dort, kamen solche Bausteine aus dem alten Ägypten zum Einsatz. Im Jahr unsres Augenzeugen, 1133, regierte dort der Kalif Al-Hafiz aus der Dynastie der Fatimiden.

Gab es also unter seiner Regentschaft tatsächlich noch diese „Säule“ aus der Königskammer der Cheops-Pyramide? Nicht weniger wichtig ist aber auch die Frage, wie der Araber al-Kaisi diese steinerne „Bildsäule eines Menschen“ in Misr als genau jene aus der großen Pyramide identifizieren konnte? Es waren zwar „nur“ rund 300 Jahre seit der arabischen Öffnung der Pyramide vergangen – aber die ägyptischen Hieroglyphen konnte schon damals niemand mehr lesen. Sofern dieses Objekt überhaupt solche trug, anhand derer man dieses Objekt irgendwie zuordnen konnte.

Obwohl einer anderer Chronist die Behauptung des al-Kaisi durchaus stützen könnte, da dieser im “Hitat” überliefert:

Einige Geschichtsschreiber Ägyptens berichten, dass dieses grüne Götzenbild, in dem man die Gebeine fand, bis zum Jahre 611 der Higra beständig neben dem königlichen Palaste zu Misr lag.“

Es wäre spannend, ob nach bald 1.000 Jahren ein derartiges (Stein-)Artefakt überhaupt noch wiederzufinden wäre. Und: ob es überhaupt als das erkannt würde, was es ist.

Der grüne Sarkophag

Nische in der Kammer der Königin der Cheops-Pyramide : Stand hier einst ein Statue oder Sarkophag? (Bild: gemeinfrei)
Nische in der Kammer der Königin der Cheops-Pyramide: Stand hier einst ein Statue und/oder Sarkophag einer Frau? (Bild: gemeinfrei)

Wenig beachtet scheint mir bei der „Spurensuche“ aber die Erwähnung, dass dieses ominöse Bildnis mit einer Mumie darin grün gewesen sei. Das Objekt habe aus „grünen Stein“ bestanden, der Malachit ähnlich gesehen haben soll. Malachit ist ein bekannter Schmuckstein von eindringlicher grüner Farbe und auch im Land der Pharaonen sehr beliebt gewesen. Die Ägypter schmückten mit diesem Stein auch Sarkophage, weshalb die Aussagen der “Hitat”-Chronisten durchaus plausibel klingt. Vielleicht waren die in der Auflistung oben genannten Statuen eines Mannes und einer Frau eben solche Särge?! Oder weiter spekuliert, in der „Königinnenkammer“, die ihren Namen tatsächlich erst in der arabischen Zeit Ägyptens bekam und deren wahren Namen heute niemand mehr kennt, fand sich sogar eine solches Bildnis.

In der Kammer der Königin befindet sich in der Tat eine Nische an deren Ostwand, in der eine „Statue“ gestanden haben könnte. Diese Nische ist fast 5 Meter hoch und einen Meter tief und ihre Funktion ist in der Ägyptologie vollkommen unklar. Fragmente von Diorit innerhalb dieses kleinen “Gewölbes” können dafür sprechen, dass hier einstmals eine Statue stand. Und wer weiß, ob die Araber nicht tatsächlich dort (auch) einen Sarkophag vorfanden, der den Leichnam einer Frau enthielt. Diese in unbekannter Zeit nach Cheops erfolgte Beisetzung veranlasste daraufhin die Araber dem Raum den Namen „Königinnenkammer“ zu geben.

Von Vasen und inneren Organen

Auch wenn solche Spekulationen zutreffen, waren die von den Chronisten erwähnten beiden Statuen eines Mannes und einer Frau, die sich gegenseitig ansahen und in der Königskammer gestanden haben sollen, andere Artefakte. Vielleicht waren auch diese Kanopen-Vasen einer Bestattung, da sich das oben erwähnte „Kästchen“ mit dem Blut zwischen diesen Bildnissen befand. So zumindest hat es Ibn-an-Nadim (935 bis 990) vom „Hörensagen“ her notiert. Wenn man sich sein bereits zitiertes „Fundbild“ nochmal vor Augen führt, könnte es so gewesen sein:

„(Neben dem Sarkophag) erheben sich 2 Felsblöcke in vollendeter Sauberkeit und Schönheit und reichen Farben. Auf jedem gewahrt man eine steinerne Statue; die eine stellt einen Mann, die andere eine Frau dar. Die beiden stehen sich Aug in Aug gegenüber

(…)

Zwischen den beiden Blöcken steht ein steinernes Gefäß (…) in diesem fand man beim Öffnen frisches Blut (…)“

Beispiele solcher Kanopen-Vasen (Bilder: gemeinfrei/WikiCommons)
Beispiele solcher Kanopen-Vasen (Bilder: gemeinfrei/WikiCommons)

Die Funde von Edelsteinen sind bei den Schilderungen der arabischen Chronisten nettes aber nicht gerade rätselhaftes Beiwerk. Die „beschriebe Tafel“ hingegen, die die männliche Statue in Händen gehalten haben soll, wäre hier ein wesentlich spannenderes Artefakt. Was mag auf dieser Schrifttafel gestanden haben? Welche Informationen wurden hier überliefert? Würde es sich bei diesen Statuen tatsächlich “nur” um steinerne Kanopen-Vasen gehandelt haben, so wäre es rein religiöse Inschriften gewesen. Zumal wir auch keinerlei Anhaltspunkte haben, wie groß diese beiden Bildnisse eigentlich gewesen sind!

Obwohl schon früh solchen Kanopen beschriftet wurden, wurden diese Vasen erst ab dem sogenannten Mittleren Reich (2137 bis 1781 vor Christus) mit Deckel in Form menschlicher Köpfe geschmückt. Üblicherweise waren es aber Darstellungen von Göttern (den Söhnen des Horus), die Schutz und Sicherheit geben sollten. Und meistens waren es vier Kanopen mit jeweils einem der göttlichen Horus-Söhne für vier entnommene Organe der Mumie.

In der „Dritten Zwischenzeit“ wiederum fertigten die Ägypter diese Beigaben in Form von Mini-Mumien an, die teils auch mit Mini-Totenmasken geschmückt wurden. Und das wiederum fällt zeitlich in die schon bekannte 26. Dynastie, oder besser gesagt, in den Übergang zwischen „Dritter Zwischenzeit“ in die „Spätzeit“ Ägyptens. Damit ist es auch hier mehr als unwahrscheinlich, dass authentische Artefakte aus der Tagen des Pharao Cheops beschrieben worden sind. Stimmt die Vermutung von entdeckten Kanopen, waren es nach den alten Texten aber nur drei – und nicht wie üblich vier für Lunge, Gedärme, Leber und Magen des Bestatteten.

Einen Spiegel oder eine beschriebene Tafel, wie es überliefert ist, hielt aber so oder so keine der heute bekannte Kanopen oder Mini-Mumie in den Händen. Was auch schwerlich möglich wäre, da derartige Vasen überhaupt keine Hände oder Arme haben …

Widersprüche, Unklarheiten und – Klarheiten

Ohne Frage ist in der Phänomene-Forschung und Grenzwissenschaft oft der Wunsch der Vater des Mysteriums. Dennoch aber bleibt „Cheops Vermächtnis“ aufgrund folgender Tatsachen und ihrer Widersprüche weiter nebulös:

  • Es wurde mit Sicherheit eine Mumie (oder sogar mehrere Mumien) in der großen Pyramiden gefunden. Inklusive einige Beigaben.
  • Nichts deutet darauf hin, dass der Pharao Cheops gefunden wurde.
  • Die arabischen Chronisten widersprechen sich teils deutlich.
  • Durch diese Widersprüche ist nicht mal klar festzustellen, was eigentlich genau gefunden wurde.
  • Wann sich wer in der Pyramide des Cheops lange nach ihrer Errichtung beerdigen lies, ist vollkommen unklar.
  • Wenn die Pyramide schon vor Al-Mamun 823 nach Christus offen war oder stand, ist es seltsam, dass trotzdem von ihm Kostbarkeiten wie Edelsteine und ein Sargdeckel aus Gold gefunden wurden.
  • Die bisher einzige bekannte Darstellung der Pharao Cheops (Bilder: L. A. Fischinger)
    Die bisher einzige bekannte Darstellung der Pharao Cheops (Bilder: L. A. Fischinger)

    Das spricht durchaus für eine erneute Versiegelung in unbekannten Tagen, die dann von Al-Mamun aufgebrochen wurde.

  • Noch im 12. Jahrhundert wollen Augenzeugen einen „Sarg“ aus der Cheops-Pyramide gesehen haben.
  • Wie diese Chronisten den im 9. Jahrhundert gefundenen „inneren Sarkophag“ als Entdeckung von Al-Mamun identifizierten konnten, ist offen.
  • Wenn 25 vor Christus die Cheops-Pyramide noch durch eine „Klapptür“ betreten werden konnte (wie der Geschichtsschreiber Strabo berichtet, siehe Teil 1) – dann stammen die Funde von Al-Mamun aus der Zeit danach. Niemand hätte wertvolle Objekte unangetastet gelassen, wäre das Monument nicht nach dem Jahr 25 vor Christus erneut verschlossen worden!
  • Die Vermutung, dass bei Renovierungen Jahrhunderte vor Strabo jemand dort bestattet wurde, könnte stimmen. Aber diese Bestattung(en) blieben nicht bis 823 unangetastet.
  • Die Beschreibungen von Mumien-Funden usw. im Schacht der Felsenkammer aus dem 3. Teil dieser Reihe, sind wohl eher Erfindungen, da der Autor scheinbar nie das Innere der Pyramide betrat.

Möglicherweise haben die Widersprüche und Unklarheiten der arabischen Chronisten über Al-Mamuns Funde folgenden Grund:

Im „Hitat“ des al-Maqrizi werden Erzählungen und Gerüchte aus dem ägyptischen Volksmund überliefert. Auch wenn diese zum Teil Jahrhunderte alt waren, bestätigen sie zumindest Beisetzungen in der Pyramide des Cheops. Die widersprüchlichen Angaben könnten sich dadurch erklären, dass unterschiedliche Funde aus unterschiedlichen Zeiten in einen Topf geworfen wurden. Obwohl Al-Mamun die Cheops-Pyramide nicht als erster Prüderer betrat, sind Geschichten über dort entdeckte Objekte mit ihm verknüpft worden.

Die Ägypter selber wussten von Funden im Inneren der Pyramide, aber schrieben sie alle Al-Mamun zu. Welcher „Einbrecher“ was wann wo genau vorfand, war längst in Vergessenheit geraten. Der eine fand nichts als morsche Knochen im Sarkophag der Königskammer – der andere wiederum vielleicht eine Mumie in recht gutem Zustand. Einer entdeckte Statuen/Kanopen oder sogar mehrere Särge in menschlicher Form – der andere einen kostbaren Sargdeckel aus Gold mit Leichenresten darunter …

Doch Pharao Cheops wurde nach dieser “Analyse” der arabischen Überlieferungen nie in seiner Pyramide gefunden.

Eine abschließende Zusammenfassung als 5. Folge der Artikel-Serie findet Ihr hier in einem YouTube-Video.

 

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Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie von Lars A. Fischinger, Teil #3: MÄRCHEN AUS 1001 NACHT?

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Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien - Artikel-Serie Teil #3: Märchen aus 1001 Nacht?
Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie Teil #3: Märchen aus 1001 Nacht?

Die Cheops-Pyramide von Gizeh – Das letzte und zugleich älteste Weltwunder der Antike, wie es immer wieder gerne betont wird. Ein Bauwerk, das seit rund 4.500 Jahren die Menschen in ihren Bann zieht. Dabei ist eine jener Fragen, die der Pyramide des Cheops immer wieder gestellt werden, jene nach er Mumie des Pharao und der erster Öffnung des Monumentes durch den Kalifen Al-Mamun im Jahre 823. Auf Grundlage einer früheren Veröffentlichung von mir soll in dieser Artikel-Serie der Spur der Plünderung(en) der Cheops-Pyramide, den Funden des Al-Mamun und seiner Entdeckungen genauer nachgegangen werden. Dabei ergeben sich – wie so oft in der Mystery-Forschung – neue Fragen auf alte Antworten …

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Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Einleitung

Pyramiden gibt es in Ägypten wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Doch gerade und vor allem die Pyramide von Pharao Cheops (ca. 2620 bis 2580 vor Christus) aus der 4. Dynastie (2639 bis 2504 vor Christus) in Gizeh nahe Kairo erregt bis heute die Aufmerksamkeit zahllose Touristen und Autoren. (K)ein Wunder: ist sie doch mit ihren einst fast 147 Metern Höhe und einer Länger an der Basis von rund 230 Metern die größte Pyramide der Erde. Die Bauarbeiter des Königs türmten zu seinen Ehren unzählige Steinblöcke in den Himmel. Und so entstand ein Bauwerk, das nicht nur durch seine Wucht und Größe fasziniert, sondern auch vielen Autoren der Grenzwissenschaft durch ihre Rätsel und weiterhin offenen Fragen.

Gerne wird die Pyramide des Cheops als Monument aus fernen Tagen vor einer Sintflut gehandelt. Als eine Art „Wissensspeicher“ oder eine Art „kosmischer Plan“ für das Wissen der Menschheit. Eine „Zeitkapsel“, die die Weisheiten jener Menschen erhalten und schützen sollte, die vor der großen Sintflut bzw. vor Jahrtausenden lebten. Folglich ein Bauwerk, dass die Geheimnisse einer verborgenen Welt enthält. Vielleicht sogar von Atlantis. Eindeutige Beweise für diese Ideen gibt es keine.

Mehr als sonderbar und mysteriös ist, dass nie eine Mumie im Inneren der Steinberges entdeckt worden sein soll. Als das gewaltige Monument vor fast 1.200 Jahren erstmals durch einen Kalifen geöffnet wurde – war es vollkommen leer, wie es heißt.

Auf Grundlage meines Buches „Verbotene Geschichte“ (2010) und eines einstigen E-Book zum Thema soll in dieser kleinen Artikel-Serie speziell genau diesem Mysterium der Cheops-Pyramide nachgegangen werden. Fragen nach der Plünderung der Pyramide werden ebenso dargelegt, wie arabische Überlieferungen über die Öffnung des Bauwerkes sowie die Widersprüche, die sich daraus ergeben. Ebenso eine Spur, wo der mutmaßlich innere Sarkophag einer offenbar tatsächlich gefunden Mumie letztlich gelandet ist.

Alte Fragen, die durch ihre Antworten neue Fragen ergeben.

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Bleibt also neugierig!

 

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien

Teil #3: Märchen aus 1001 Nacht?

 

Der Schacht des Kalifen Al-Mamun aus dem 9. Jahrhundert, der heute die Besucher in die Cheops-Pyramide führt (Bild: L. A. Fischinger)
Der Schacht des Kalifen Al-Mamun aus dem 9. Jahrhundert, der heute die Besucher in die Cheops-Pyramide führt (Bild: L. A. Fischinger)

Die Annahme, dass die Pyramide erstmals 823 aufgebrochen wurde und dabei rein gar nichts enthielt, ist also unzutreffend. Das wissen wir nun. Wessen Leiche Al-Mamun aber wirklich fand, ist und bleibt reine Spekulation. Pharao Cheops höchst selbst wird es wohl kaum gewesen sein. Doch Überlegungen über den Verbleib einer möglichen echten Mumie des Cheops, sind ebenso spekulativ.

Doch schauen wir uns in dieser Artikel-Folge einmal an, was die alten Chronisten und Historiker dazu noch wussten. Oder gewusst haben wollen.

“Märchenonkel” Herodot?

Hierbei wird oft an erster Stelle der schon legendäre Geschichtsschreiber Herodot von Halikarnass (490/480 bis 424 vor Christus) genannt. Ein griechischer Autor, der eine Art Weltgeschichte (die „Historien“) in mehreren Bänden verfasst hat. Aber auch ein Geschichtsschreiber, der als „Geschichtenerzähler“ verrufen war und ist und den der griechische Schriftsteller und Philosoph Plutarch (45 bis 125 nach Christus) sogar schlicht einen „Lügner“ nannte. Ein fraglos starker Vorwurf von Plutarch gegenüber eines seiner Vorgänger.

Der nicht minder bekannte Geschichtsschreiber Diodor von Sizilien (erste Hälfte des 1. Jahrhundert vor Christus) hielt ebenso nichts von den Schilderungen des Herodot. Nur „Wundermärchen und unterhaltende Dichtungen“ habe dieser überliefert, so sein Landsmann Diodor im 1. Buch seines 40 Bände umfassenden Geschichtswerk „Bibliothéke historiké“. Auch er zweifelte folglich an der Wahrhaftigkeit der Geschichtsschreibung durch Herodot.

Der Grieche Herodot war es übrigens auch, der den heute lange widerlegten aber weithin bekannten Mythos in die Welt setzte, dass ein Heer von 100.000 Sklaven die Cheops-Pyramide in 20 Jahren errichtet habe. Oder auch, so Herodot in Band 2 seiner „Historien“, dass Pharao Cheops „als er Geld brauchte, seine eigene Tochter in einem Bordell sitzen ließ und ihr auferlegte, eine gewisse Summe des Geldes (…) zu verdienen“.

Das Grab des Osiris von Gizeh: Wie Ägyptens letzter Pharao Zahi Hawass einen fast 100 Jahre alten Fund als seine Entdeckung präsentierte (Bild: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Das Grab des Osiris von Gizeh: Wie Ägyptens letzter Pharao Zahi Hawass einen fast 100 Jahre alten Fund als seine Entdeckung präsentierte (Bild: L. A. Fischinger)

Auch wenn damals wie heute Herodot als Erzähler von Fakt und Fiktion angesehen wurde und wird, sind seine Aussagen über die angebliche letzte Ruhestätte des Cheops sehr weit verbreitet. Herodot notierte nämlich, dass die „Sklavenarbeiter“ des Pharao neben der eigentlichen Pyramide eine Reihe von geheimen unterirdischen Kammern oder Räumen anlegten und in einer dieser Gruften letztlich Cheops selber bestatte wurde. Folglich nicht in der „Königskammer“ der großen Pyramide, die dann eigentlich bei ihrer Versiegelung vor ca. 4.500 Jahren schlicht leer gewesen sein sollte. Zumindest bis jemand den von Al-Mamun entdeckten Verstorbenen dort bestattete.

Im Zusammenhang mit dieser versteckten Grabkammer des Cheops wird vielfach das unterirdische „Osiris-Grab“ genannt. Diese unterirdische Anlage befindet sich zwischen der Pyramide des Chephren und der Sphinx auf dem Plateau von Gizeh. Darüber habe ich an anderer Stelle in einem YouTube-Video berichtet.

Verschwommene Erinnerungen?

Interessant ist aber, was der Herodot-Kritiker Diodor von Sizilien selber zu den Pyramiden von Gizeh schreibt. Etwa um das Jahr 50 vor Christus reiste Diodor durch Ägypten und sammelte dabei auch Informationen über die Cheops-Pyramide. Und so berichtet auch er selbst zum Beispiel, dass Cheops tatsächlich nicht in der Pyramide mit seinem Namen begraben wurde, sondern in einem geheimen Versteck. Ähnliches also wie sein Vorgänger Herodot. Als Grund für diese Form des Begräbnisses des Königs führt Diodor aus, dass er die Rache der von ihm versklavten Bauarbeiter bzw. Bevölkerung befürchtet habe. Auch sein Nachfolger Pharao Chephren sei auf diese Weise und genau aus demselben Grund versteckt bestattet worden. Das klingt erst mal spannend. Aber schaut man sich weitere Angaben von Diodor zur Cheops-Pyramide an, so zeigt sich sehr schnell, dass ihm in Ägypten wohl jeder Mensch eine andere Story aufgetischt hat.

So nennt Diodor als Bauherren der großen Pyramide auch einen ganz anderen und unbekannten Herrscher, der „Harmais“ geheißen haben soll. Ein solcher König ist in Ägypten aber unbekannt. Wohl aber ist der sehr ähnliche Name „Harmachis“ geläufig und auch der Sphinx wurde einst „Harmachis-Chepre-Re-Atum“ genannt. Harmachis ist jedoch eine Gottheit, die seit der 18. Dynastie ab etwa 1550 vor Christus eine Form des bekannten Gottes Horus war. Hat also ein Gott mit Falkenkopf die Pyramide des Cheops gebaut?!

Bildnis des Pharao Amasis / Ahmose II. (Bild: L. A. Fischinger)
Bildnis des Pharao Amasis / Ahmose II. (Bild: L. A. Fischinger)

Auch für die Chephren-Pyramide nennt Diodor einen weiteren Baumeister. Und auch dieser lässt sich nicht mit seinen Angaben über „Geheimgräber“ von Cheops und Chephren in Einklang bringen. So überliefert der Geschichtsschreiber, dass ein Pharao mit dem Namen Amasis der wahre Bauherr der Chephren-Pyramide von Gizeh war. Diesen Pharao wiederum hat es tatsächlich gegeben, auch wenn er rund 2.000 Jahre nach dem Bau der großen Pyramiden lebte.

Es handelt sich dabei um den Pharao Ahmose II. (570 bis 526 vor Christus), den Diodor als Herrscher von „außergewöhnlicher Klugheit und in seinem Charakter maßvoll und gerecht“ lobt. Pharao Ahmose II. könnte dennoch tatsächlich etwas mit den Pyramiden zu tun gehabt haben. Seine Herrschaft fiel in die 26. Dynastie des Pharaonenreiches, die uns im 1. Teil bereits begegnete. Das ist genau jene Saiten-Dynastie, die für Umbauten und Restaurationen an den Pyramiden von Gizeh und anderen Monumenten verantwortlich war …

Sollte vielleicht sogar Pharao Ahmose II. jene Mumie gewesen sein, die Al-Mamun 823 in der Cheops-Pyramide entdeckt hat? Auch das ist wieder fragwürdig, da dieser Herrscher fast exakt 1.350 Jahre vor den Entdeckungen des Kalifen starb. Vielmehr scheint es so, als habe Diodor hier eine verschwommene Erinnerung an die 26. Dynastie von seinen einheimischen Informanten erzählt bekommen.

Das zeigt sich auch bei seiner Angabe, dass die ungeheure Anzahl von 360.000 Menschen über 20 Jahre mit dem Bau der Cheops-Pyramide beschäftigt war. Ein Arbeiterheer, für das nicht einmal Platz auf dem Gizeh-Plateau ist, und das sich permanent auf die Füße getreten wäre.

Zurück zum “Hitat”

Teilansicht der sog. "unvollendeten Grabkammer" tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: W.-J. Langbein)
Teilansicht der sog. “unvollendeten Grabkammer” tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: W.-J. Langbein)

Natürlich enthält auch das „Hitat“, das in der vorherigen Artikel-Folge umfangreich zu Wort kam, selbst zahllose Angaben über die Cheops-Pyramide und andere ihrer Art. Vielfach sind es dabei Wiederholung, Erzählungen der ägyptischen Kopten oder auch Lobeshymnen an die prachtvolle Architektur der Monumente. Ebenso die Erwähnungen von Inschriften an den Außenverkleidungen der Pyramiden und auch Aussagen über eine Sintflut.

Bei der Suche nach dem verschollenen Pharao Cheops muss der Vollständigkeit halber aber erneut der Chronist al Kaisi erwähnt werden. Das war jener Autor aus Teil 2, der noch im Jahr 1133 die „Götzenstatue“ aus der Cheops-Pyramide gesehen haben will. Doch er will noch weit mehr gesehen haben – sehr viel mehr.

So schildert al Kaisi neben den Entdeckungen von Al-Mamun auch seine eigenen persönlichen Erkundungen in der großen Pyramide. Bei diesen stieß er auf „ein großes gewölbtes Gemach, dessen Basis ein Viereck bildet“ und dessen Decke rund gewesen sei. Bei genauerer Betrachtung entdeckte er in diesem Raum noch weitere Stollen und geheime Kammern, zu denen er schreibt:

In der Mitte befand sich ein viereckiger Brunnenschacht von 10 Ellen Tiefe. Steigt man in ihm herab, so entdeckt man auf jeder seiner vier Seiten eine Pforte, die zu einem großen Raum führt, in dem Leichname liegen, Söhne Adams. Sie sind mit einer großen Zahl von Leichentüchern bedeckt. Auf jedem liegen mehr als 100 Tücher, die durch die lange Zeit morsch und schwarz geworden sind. Ihre Leiber gleichen den unseren (…). Von ihren Körpern und ihrem Haar ist nichts abgefallen. Kein Greis, keiner dessen Haar weiß ist, befindet sich unter ihnen. (…) Aber sie haben sehr an Gewicht verloren, schließlich sind sie infolge der langen Zeit wie welke Blätter und sonstiger Abfall geworden.

In diesem Brunnenschacht sind vier mit Leichnamen angefüllte Räume.“

Video: Das Mysterium des „Osiris-Grab“ von Gizeh – Ein See und unerforschte Tunnel unter der Pyramide des Cheops?(Bilder: L. A. Fischinger / NSA/JPL)
VIDEO: Das Mysterium des „Osiris-Grab“ von Gizeh – Ein See und unerforschte Tunnel unter der Pyramide des Cheops? (Bilder: L. A. Fischinger / NSA/JPL)

Das sind nicht nur ganz erstaunliche Aussage des angeblichen Augenzeugen, sondern zugleich sehr sonderbare. Beschrieben wird hier eindeutig die „unvollendete Grabkammer“ 30 Meter unter der Cheops-Pyramide und der darin senkrecht nach unten verlaufende Schacht. Denn diesen gibt es wirklich, und der bereits der britische Pyramiden-Entdecker John Shae Perring, ein Kollege des Howard Vyse aus dem 1. Artikel-Teil, und der Entdecker einer nach ihm bekannten “Entlastungskammer” in der Cheops-Pyramide, untersuchte diesen Schacht. Perring kam dabei bis in eine Tiefe von 11 Metern herunter.

Alles Märchen?

Obwohl die Ägyptologie selber uneins ist, was es mit dieser Felsenkammer genau auf sich hat, sind solche Kammern am Ende des dortigen „Blindschacht“ laut Archäologie-Meinung vollkommen unbekannt. Der Archäologe und einstige Leiter des “Deutschen Archäologischen Institut” in Kairo, Rainer Stadelmann, glaubt sogar, dass der senkrechte Schacht überhaupt nicht von den Pharaonen stammt. In seinem Buch “Die ägyptischen Pyramiden” (1991) schreibt er:

“(Ich halte den Schacht) für eine vergebliche Bohrung spätzeitlicher Schatzsucher, vielleicht angeregt durch Geschichten, die man zu Zeiten Herodots von den unterirdischen Räumen erfunden hat.

Stadelmann bezieht sich hier auf die Geschichte des “Osiris-Grab” bzw. die Erzählung, dass Cheops auf einer “Insel” unter der Pyramide selber bestatte wurde. Also wäre – zumindest nach dieser archäologischen Spekulation! – der senkrechte Schacht der Felsenkammer kein Relikte aus der Bauzeit der Cheops-Pyramide …

Es wurde und wird zwar in der Mystery-Literatur immer mal wieder spekuliert, ob es dort solche Räume gibt, aber offiziell gibt es sie nicht. Im 12. Jahrhundert zumindest will al Kaisi diese Geheimkammern nicht nur persönlich betreten, sondern dort auch Mumien gefunden haben.

Teilansicht der sog. "unvollendeten Grabkammer" tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: gemeinfrei)
Teilansicht der sog. “unvollendeten Grabkammer” tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: gemeinfrei)

Ein Märchen aus 1001 Nacht, wie durchaus nicht wenige Aussagen des „Hitat“? Oder werden hier die Berichte der alten Autoren mit zweierlei Maß bewertet?

Mein Autoren-Freund und -Kollege Andreas von Rétyi soll an dieser Stelle stellvertretend für eine Vielzahl an “grenzwissenschaftlichen Autoren” genannt werden, denen der “Brunnenschacht” tief unter der großen Pyramiden nicht ganz geheuer ist. So berichtet er in seinem Buch “Geheimakte Gizeh-Plateau” (2005), was ihm bei seinen Besuchen in der unterirdischen Kammer aufgefallen ist. So schreibt von Rétyi, dass in diesem seltsamen Schacht offenbar Ausgrabungen oder andere Arbeiten stattfanden, die anschließend “getarnt” wurden.

Hierzu erklärt von Rétyi weiter, dass der eigentlich sehr tiefe Schacht bei einem Besuch von ihm nur vier Wochen später scheinbar mit Sand aufgefüllt wurde. Wer sollte einen nach Meinung der Archäologie nicht geheimnisvollen senkrechten Schacht mit Tonnen von Sand zuschütten? Noch dazu in einer Kammer, in die der normale Besucher überhaupt nicht rein kommt? Von Rétyi glaubt weiter sogar, dass zwei von ihm in diesem “Tunnel” entdeckte Metallstäbe, die aus dem Sand darin herausragen, eventuell eine Art “Hebelvorrichtung” sein könnten:

Der senkrecht nach unten verlaufene Sacht in der Felsenkammer - nur ein Raubgräber-Tunnel? (Bild: Archiv E. v. Däniken)
Der senkrecht nach unten verlaufene Sacht in der Felsenkammer – nur ein Raubgräber-Tunnel? (Bild: Archiv E. v. Däniken)

Er (der Stab, Anm. LAF) diente natürlich als Henkel, an dem man sie Abdeckung per Flaschenzug nach oben heben kann. Schaut man genauer hin, fällt noch eine zweite Stange auf der anderen Seite auf.

Von wegen tonnenweise Sand. Lediglich eine dünne Schicht muss zur Tarnung drauf.

Auch wenn sich Jahrtausende nach dem Richtfest der Cheops-Pyramide darin ein Fremder bestatten ließ, bleiben Fragen zu den einzelnen Funden durch die Araber im 9. Jahrhundert offen. Sehen wir uns also in der nächsten Folge die Beschreibungen der einzelnen Entdeckungen/Artefakte aus dem „Hitat“ des vorherigen Artikel einmal im Detail an …

... und begeben uns in Teil 4 auf eine „Spurensuche“ nach diesen Funkstücken.

 

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Das “Osiris-Grab” von Gizeh: Wie Ägyptens letzter Pharao Dr. Zahi Hawass einen Jahrzehnte bekannten Fund in seine Entdeckung ummünzte

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ARTIKEL: Das Grab des Osiris von Gizeh: Wie Ägyptens letzter Pharao Zahi Hawass einen fast 100 Jahre alten Fund als seine Entdeckung präsentierte (Bild: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Das Grab des Osiris von Gizeh: Wie Ägyptens letzter Pharao Zahi Hawass einen fast 100 Jahre alten Fund als seine Entdeckung präsentierte (Bild: L. A. Fischinger)

Ägypten ist seit geraumer Zeit wieder als Land der Pharaonen mit seiner Jahrtausende alten Geschichte im Fokus der Medien. Grund sind mutmaßlich Geheimkammern, die sich im Grab des Pharao Tutanchamun in Tal der Könige nahe Luxor befinden könnten. Im Zuge dieser Berichterstattungen bot “Focus Online” in einem Video & Artikel den ehemaligen “Pyramiden-Chef” Dr. Zahi Hawass wieder eine mediale Plattform. Und zwar mit einer alter Aussage von ihm, in der er sich selber als Entdecker des schon legendären “Osiris-Grab” von Gizeh feierte. Nur leider schmückte sich Hawass hier mit der Entdecker-Krone eines anderen, denn das “Osiris-Grab” wurde schon 1933/34 von jemanden anderem entdeckt. Und das wusste Hawass mit Sicherheit. Die genauen Hintergründe zu dem Schwindel von Ägyptens letzten Pharao Zahi Hawass erfahrt Ihr hier.


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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Bei den Namen Dr. Zahi Hawass sträuben sich zahlreichen Archäologen und auch Grenzwissenschaftlern die Nackenhaare. Obwohl der Archäologe offiziell schon lange nicht mehr das Amt des Chef der ägyptischen Antikenverwaltung innehat, so zieht der doch im Hintergrund immer wieder die Fäden. Das zeigte sich beispielsweise beim Cheops-Skandal um die Deutschen Stefan Erdmann und Dr. Dominque Görlitz, über den hier vielfach berichtet wurde.

Dr. Hawass und “die aufregendste Entdeckung meines Lebens”, die “er” in Gizeh machte

Der Archäologe Dr. Hawass, spätestens seit der inszenierten „Live-Öffnung“ des Sperrstein am Ende des Gantenbrink-Schacht der Cheops-Pyramide im September 2002 spöttisch mit „Indianer Jones“ verglichen, sorgte durch eine andere Entdeckung ebenso für Schlagzeilen. Auch wenn ihn die TV-Show 2002 weltweit bekannt machte, so war und ist der Ägyptologe immer wieder für fragliche Überraschungen gut. Beispielsweise im Sommer 2015, als sich Hawass bei einem Vortrag von Graham Hancock in Beschimpfungen gegen den Autor Robert Bauval verlor. Und er dabei ganz nebenbei behauptet, dass es die sensationellen Ruinen von Göbekli Tepe in der Türkei nicht gibt bzw. wenn, dass sie niemals 12.000 Jahre alt sein können. Zum Vergleich: Die Cheops-Pyramide in seinem Land ist “erst” rund 4.500 Jahre alt.

Dr. Zahi Hawass: Er kennt als Archäologe die sensationelle Ruinen von Göbekli Tepe nicht! (Bild: gemeinfrei/WikiCommons / L.A. Fischinger)
VIDEO: Dr. Zahi Hawass: Er kennt als Archäologe die sensationelle Ruinen von Göbekli Tepe (angeblich) nicht! (Bild: gemeinfrei/WikiCommons / L.A. Fischinger)

Aber eine Sensation hatte Dr. Zahi Hawass schon vor bald zwei Jahrzehnten zu melden. Er persönlich habe, so ließ er es 1999 verkünden, einen fast 30 Meter tiefen, senkrechten Schacht „genau in der Mitte zwischen der Chephren-Pyramide und der Sphinx“ gefunden.[i] Im inneren des unterirdischen Systems lagen eine Reihe von Kammern verborgen, die Hawass als „Osiris-Grab“ bezeichnete und die Anlass zu Spekulationen gaben und noch immer geben. Immerhin war auch Hawass mehr als begeistert über den Grabfund, den er “die aufregendste Entdeckung meines Lebens” nannte.

Die Spekulationen um das seltsame Grab eines Gottes reißen weiterhin nicht ab. Auch wenn mehrere Vor-Ort-Besuche die ganze Sache weniger spektakulär erscheinen lassen und eine ganze Reihe Irrtümer in der Diskussion über die Grabanlage offenbaren, wie ich 2015 in meinem Buch “Rebellion der Astronautenwächter” berichtete. Auch gab es unlängst Untersuchungen der “National Research Institute of Astronomy and Geophysics” in Kairo mit dem “Ground Penetrating Radar” (GPR) dieses und anderer Gebiete auf dem Plateau von Gizeh. Diese zeigten noch weitere “Geheimkammern” usw. um die Pyramiden von Gizeh. Verborgene Räume und Schächte, die zu einem Großteil sicher Grabanlagen aus der Zeit nach den großen Pyramiden sein werden. Von diesen finden sich auf dem Plateau unzählige und auch das “Osiris-Grab” gehört dazu, da es fast 2.000 Jahre nach der Cheops-Pyramide gebaut wurde.

Diese Schachtanlage liegt auch nicht – wie sehr oft behauptet wird! – in oder unter einer Pyramide sondern unter dem Auffweg der Chephren-Pyramide. Etwa zwischen dieser und der Sphinx, was Hawass aber immer korrekt angab und es damit nicht auf “seinem Mist gewachsen” ist. Das Grab des Osiris ist folglich keine Geheimkammer in einer Pyramide, sondern liegt ein ganzes Stück weiter von ihnen entfernt.

Dennoch hieß 2006 in dem Untersuchungsbericht über die GPR-Forschungsergebnisse zum Beispiel:

Die Ergebnisse dieser Studien unterstützen die Möglichkeit der Präsenz unentdeckter Relikte von hohem Wert.” [ii]

Wenigstens etwas …

Doch schon früher waren Dr. Hawass solche Schachtanlagen unter der Erde von Gizeh und anderswo mit Sicherheit bekannt. In einer Fernsehdokumentation von 1995 beispielsweise führt er das TV-Team selber in unterirdischen Räumen herum.[iii] Am 2. März 1999 brachte der TV-Sender “FOX” sogar das Live-Spezial “Öffnung des verlorenen Grabes – Live aus Ägypten” um die Entdeckung der Kammern/Schächte und präsentierte einem erstaunten Publikum die unterirdische Welt von Gizeh.[iv]

Wie Dr. Zahi Hawass die Entdeckung von jemand anderem in seine eigene ummünzte!

Damit sind versteckte Kammern, Tunnel, Schächte und Räume bei den Pyramiden von Gizeh eine Realität. Doch zu oft werden diese aufgebauscht und es wird dabei verschwiegen, dass es auf/in Gizeh eben von Gräbern aus unterschiedlichen Zeiten nur so wimmelt. Das Plateau ist ein Schweizer Käse. Das “Osiris-Grab” wiederum hebt sich fraglos von anderen ab, steht aber archäologisch nicht allein dar.

Und hier kommt Ägyptens letzter Pharao ins Spiel:

Zahi Hawass persönlich foppte die Medienwelt mit der Aussage, er selber habe das unterirdische Grab des Gottes Osiris gefunden. Eben jene bis heute heiß diskutierte Anlage, die ich erstmals im Februar 2006 aufsuchte, als dort die oben genannten Radar-Messungen durchgeführt wurden. Diese Hawass-Behauptung wurde erst am 4. Mai 2016 von “Focus online” in einem Online-Video und dem zugehörigen Artikel “Archäologische Sensation in Pyramide gefunden” neu belebt. Im Zusammenhang mit den Untersuchungen im Grab des Tutanchamun haben verschiedene Mainstream-Medien über diverse Themen der Ägyptologie berichtet. So eben auch der “Focus” über Hawass “seine” spektakuläre Entdeckung vor etwa 20 Jahren.

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Hawass im erneut zitierten Interview zu dem Fund der Grabanlage:

“Ich habe mit diesem Schacht zwei wichtige Entdeckungen gemacht, die erste ist, das es sich um das Grab handelt, dass Herodot beschrieben hat. Niemand ahnte, dass es tatsächlich existierte, bis ich es ausgegraben habe und den Sarkophag fand. Die zweite Entdeckung ist, dass es sich um ein symbolisches Grab für den Totengott Osiris handelt, Osiris der auch über das unterirdische Labyrinth von Gizeh regierte. Ich muss sagen das Osiris Grab ist wirklich die aufregendste Entdeckung meines Lebens.

Bravo, Herr Dr. Hawass, für diese dreisten Lügen damals! Beim Bart des Pharao und bei Hut von Indiana Jones – die Ehre der Entdeckung gebührt einem anderen Ägyptologen. Hawass sagte rund um die Umstände der Entdeckungen nicht die Wahrheit.

Es war der Ägyptologe Professor Dr. Selim Hassan, der das “Osiris-Grab” schon bei seinen Grabungen in den Jahren 1933 und 1934 entdeckte und dokumentierte und nicht Hawass.[v] Dr. Hassan war es übrigens auch schon, der die Grabanlage damals auf etwa 600 vor Christus datierte. Das muss einem Ex-Chef der Antikenverwaltung, Ägyptologe und einstmals Wächter der Grabungen und Forschungen in Gizeh und ganz Ägypten bei seinen Interviews um 1999 bekannt gewesen sein.

Hawass und die jüdische Weltverschwörung

Wohlwollend könnte man annehmen, dass Zahi Hawass tatsächlich nichts von den Entdeckungen seines früheren Kollegen Selim Hassan wusste. Ob das aber irgendwie glaubhaft erscheint, ist fraglich. Dr. Hawass als Teil der ehemaligen Elite unter der Regierung von Präsident Muhammad Husni Mubarak glaubt so oder so an eine Verschwörung gegen ihn, weshalb er im Juli 2011 seine Ämter endgültig verlor. Selbst an eine jüdische Weltverschwörung glaubt Hawass, wie er es beispielsweise in einem TV-Interview am 11. Februar 2009 im ägyptischen Fernsehen erzählte.

Dr. Dominique Görlitz und Lars A. Fischinger im Interview zu den Rätseln der Cheops-Pyramide und dem "Cheops-Projekt" (Bild: L. A. Fischinger)
VIDEO: Dr. Dominique Görlitz und Lars A. Fischinger im Interview zu den Rätseln der Cheops-Pyramide und dem “Cheops-Projekt” (Bild: L. A. Fischinger)

Auch Stefan Erdmann und Dr. Dominique Görlitz sowie Robert Bauval gehören dieser geheimen Weltherrschaft der Juden an. So zumindest seine haarsträubenden Aussagen im Rahmen der Kontroversen um den Cheops-Skandal. Hawass unterstellte ihnen nämlich, dass sie die Cheops-Pyramide neu und älter datieren und die Juden zu den Bauherren erklären wollen. Die beiden Deutschen bzw. alle alle Drei wollen mit ihrem “Cheops-Projekt” nichts anders, als belegen, dass vor 15.000 Jahre die Juden die mächtigen Monumente von Gizeh erbaut hätte, so Zahi Hawass.

Dass das Unfug ist, wird allein schon durch die Tatsache belegt, dass es vor 15.000 Jahren noch gar keine Juden gab. Noch sehr lange nicht, weshalb es wohl mehr als schwer sein würde, diesem Volk den Bau der Pyramiden von Gizeh vor 15 Jahrtausenden zuzusprechen. Aber vielleicht ist dies dem Ägyptologen ebenso entgangen, wie die (anerkannten) Ausgrabungen und Forschungen in Göbekli Tepe in Anatolien, die vor allem von dem 2014 verstorbenen Archäologen Dr. Klaus Schmidt seit 1995 durchgeführt wurden. Einem Deutschen übrigens …

Immerhin glaubt Hawass an geheime Kammern in der Cheops-Pyramide. Hin und wieder zumindest, da er diesen Glauben auch gerne mal ändert. So sagte er zum Beispiel bei seiner weltweiten Vortragstournee im Juni 2013 gegenüber “LiveScience”:

Ich glaube wirklich, dass die Kammer des Cheops noch nicht entdeckt wurde und alle drei Kammern nur da sind, um die Diebe zu täuschen. Die Schätze des Cheops sind immer noch in der Großen Pyramide versteckt.

Wirklich eine schillernde Figur der Ägyptologie.

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Fußnoten

[i] Insel in der Unterwelt, Spiegel online, 30. Oktober 2000 (und Nr. 44/2000) & Hawass, Zahi, in: Newspaper Extra Bladet (Kopenhagen), vom 31. Januar 1999, „Sandpit Of Royalty“, von Dorte Quist

[ii] z. B.: Abbas, Mohamed (u. a.): Uncovering the Pyramids Plateau – Giza Plateau in a Search for Archaeological Relics by Untilizing Ground Penetrating Radar, in: NRIAG Journal of Geophysics, Special Issue, National Research Institute of Astronomy and Geophysics, Cairo 2006, S. 2

[iii] The Mystery of the Sphinx, NBC 1995

[iv] Opening The Lost Tombs, Fox TV, 2. März 1999

[v] Hassan, Selim: Excavations at Giza, vol. V: 1933-1934. Kairo 1944, S. 193ff.

 

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“Scan Pyramids” und das Rätsel der Cheops-Pyramide: Erste Ergebnisse der Pyramiden-Forscher sorgen für Spekulationen: “an den Pyramiden scheint etwas nicht normal”!

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"Scan Pyramid Mission": erste Ergebnisse. Irgendwas ist an den 4 größten Pyramiden Ägyptens "nicht normal" ... (Bild: CNN-Sceenshot / L. A. Fischinger)
Scan Pyramids Mission“: “Geheimkammern” in den Pyramiden Ägyptens? (Bild: CNN-Sceenshot / L. A. Fischinger)

Am 3. November 2015 habe ich auf diesem Blog bzw. in einem Video auf meinem YouTube-Kanal dazu über das spannende Projekt “Scan Pyramids” berichtet. Mit diesem großangelegten Forschungsprojekt wollen Forscher aus aller Welt, die vier größten Pyramiden in Ägypten sowie deren Umfeld mit den modernsten Technologien erkunden und “durchleuchten”. Auch “Geheimkammern” wie in etwa in der Cheops-Pyramide könnten so gefunden werden. Und tatsächlich sorgen seit Tagen die ersten Ergebnisse der “Scan Pyramids Mission” für hitzige Debatten, da an allen untersuchten Pyramiden “zahlreiche thermische Anomalien” nachgewiesen wurden. Geheime Räume der Pharaonen?

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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Was hat das interessante Projekt “Scan Pyramids” bei den Untersuchungen gefunden?

Was sind die “thermischen Anomalien”, über die scheinbar die gesamte Netzgemeinde seit 10 Tagen berichtet und spekuliert?

Sind die Wissenschaftler bereits jetzt zu sensationellen Resultaten gekommen – noch vor der eigentlichen Bewertung der Untersuchungen?

Am 3. November schrieb ich zu meinem YouTube-Video, das ich unten erneut angebunden habe, folgendes:

Es ist ein Großangriff auf die Cheops-Pyramide und Chephren-Pyramide in Gizeh sowie die Rote Pyramide und die Knick-Pyramide in Dahschur: Physiker verschiedenster Institute in aller Welt wollen die modernsten Technologien nutzen, um den 4 größten Pyramiden Ägyptens ihre Geheimnisse zu entlocken.

Gibt es geheime Kammern und verborgene Räume in diesen? Diese hitzig und leidenschaftlich diskutierte Frage sollen neueste Messverfahren nun endgültig beantworten. Von der Messung Kosmischen Strahlen (Partikel), über den Einsatz von (Laser-)Scans bis zu unbemannten Drohnen wird dabei alles zum Einsatz kommen, was die Technologie von heute zu bieten hat.”

Ist das Thema "Geheimkammern in den Pyramiden" bald endgültig geklärt? Bild: ScanPyramids.org / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
VIDEO: Ist das Thema “Geheimkammern in den Pyramiden” bald endgültig geklärt? Bild: ScanPyramids.org / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

In meinem Video spekulierte ich unter anderem, dass vielleicht sogar die ersten Ergebnisse der Untersuchungen vor deren offiziellen Bewertung veröffentlicht werden. Und das ist nun vor einigen Tagen der Fall gewesen. Lange vor Abschluss der gesamten Arbeiten und natürlich lange bevor die Forscher ihre Resultate den Ägyptologen zur Aus- und Bewertung vorlegt haben. Denn laut Prof. Hany Helal der “Scan Pyramids Mission” sollten die gewonnen Ergebnisse eigentlich den Archäologen zur Interpretation übergeben werden, da es deren Fachgebiet ist. Nicht das Gebiet der Physiker und Techniker aus Ägypten, Frankreich, Kanada und Japan, die an “Scan Pyramids” beteiligt sind. Eine zu voreilige Veröffentlichung, die nun hohe Dünen in der ägyptischen Wüste schlägt?!

“Thermische Anomalien” sollen zeigen, dass das “irgendwas nicht stimmt.” Möglich …

Dass erste Entdeckungen bzw. grobe Ergebnisse so schnell an die Öffentlichkeit getragen werden, damit habe ich beim Barte des Pharao nicht gerechnet! Immerhin ist das Projekt offiziell erst am 25. Oktober beendet worden und erst Ende 2016 sollten stichfeste Fakten vorliegen. Doch die Diskussionen sind im vollen Gang, nicht nur in der Grenzwissenschaft.

Zum Beispiel fasste am 12. November “N24” den Stand der Dinge über diese Entdeckungen in Ägypten erstaunlicherweise recht gut zusammen. Natürlich auch mit den üblichen Spekulationen über Geheimkammern, wie es alle entsprechenden Meldungen derzeit machen.

So lesen wir bei “N24”:

Bei Analysen an der Cheops-Pyramide und drei weiteren Pyramiden bei Kairo haben Forscher mysteriöse Temperaturunterschiede aufgespürt. Diese könnten auf versteckte Kammern hindeuten. Bei allen vier untersuchten Pyramiden seien ,zahlreiche thermische Anomalien’ festgestellt worden, ,besonders beeindruckend’ sei diejenige an der Cheops-Pyramide, teilte das ägyptische Antiken-Ministerium mit.

Neues Prä-Astronautik Buch von Lars A. Fischinger: "Rebellion der Astronautenwächter"
In meinem aktuellen Buch “Rebellion der Astronautenwächter” habe ich mich auch umfassend mit “Geheimkammern in Gizeh” befasst …

Dabei stützt sich der Bericht dort – wie bei anderen Medien meist auch – auf ein Video und einen Bericht, den “CNN” am 11. November online stellte. Ebenso auf die “The New York Times” und natürlich auf die Presskonferenz der Forscher an den Pyramiden von Gizeh am 9. November als Kern der Informationen.

Und da wird es spannend.

Die “thermischen Anomalien” an der Ostseite der Cheops-Pyramide könnten “Hohlräume hinter der Fassade und Luftströme” sein, so Prof. Hany Helal bei der Pressekonferenz. Sie befinden sich auch nicht in schwindelerregender Höhe und tief im Inneren der Cheops-Pyramide, sondern nahe des Bodens recht nahe hinter der Außenwand. Dort hat das Forschungsprojekt die Temperaturunterschiede gemessen, die bis zu 6 Grad Celsius betrugen. Üblich seien maximal ein halbes Grad Abweichung zwischen unterschiedlichen Bausteinen.

Der Professor sagte zu “CNN”:

Irgendetwas ist hier. Irgendetwas ist nicht normal, verglichen mit den anderen Teilen der Pyramide. (…) Diese Gegend (um die Anomalie, Anm. LAF) sollte in der Folgephase des Projektes weiter untersucht werden.

Die anderen untersuchten Pyramiden inkl. der beiden in Dahschur wiesen ebenfalls derartige Temperatur-Anomalien auf, so Helal weiter. Doch nur an/in der Pyramide des Cheops in Gizeh waren sie so hoch. Für eine deutsche Boulevardzeitung übrigens so hoch, dass sie gleich von “glühenden Pyramiden” sprach. Es muss also erst einmal tatsächlich nachgesehen werden, was für diese Anomalie verantwortlich ist. Genau das forderte ja auch das Team von “Scan Pyramids”. Vielleicht ist der Befund letztlich ernüchternd, weil zum Beispiel während der Thermoscans nur aufgeheizter Sand dahinter lag. Wir wissen es einfach (noch?) nicht.

Fand der KGB 1961 eine Ancient Alien-Mumie in Gizeh? (Bild: Google Earth / L.A. Fischinger / YouTube Screenshot)
VIDEO: Fand der KGB 1961 in Gizeh die Mumie eines Außerirdischen? (Bild: Google Earth / L.A. Fischinger / YouTube Screenshot)

Obwohl fast die ganze Medienwelt jetzt nicht drumherum zu kommen scheint, den genannten “Hohlraum” mit einer “Geheimkammer” zu verbinden – sind solche Aussagen pure Spekulation. Hier muss man leider bremsen! So wissen mit Sicherheit auch die meisten Pyramiden-Fans, das die Pyramiden in Ägypten voller Hohlräume sind, die aber nicht als verborgene Räume inkl. verstecktem Inventar geplant und gebaut wurden. Auch jeder Ägyptologe weiß das. Wie in dem YouTube-Video unten von mir dargelegt, könnten diese Hohlräume auch einfach beim Bau “natürlich” entstanden sein. Aber auch das ist lange nicht das Ende vom Lied. Wer sagt denn, dass wirklich alle Hohlräume auf diesen Umstand zurückzuführen sind? Ich nicht!

Solche “hohlen Nachlässigkeiten” beim Bau der Pyramiden oder auch die Auffüllung der Monumente mit Schutt und groben Gestein heißt längst nicht, dass es sie eben nicht gibt … die versteckten Geheimkammern. Es bleibt spannend.

Hier mein besagtes Video zum Projekt “Scan Pyramids” vom 3. November:

(Ich musste das Video am 22. November neue schneiden und hoch laden)

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“Scan Pyramids Mission”: Technologischer Großangriff bei der Suche nach Geheimkammern in Ägyptens Pyramiden soll endgültige Klärung bringen. (YouTube-Video)

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Ist das Thema "Geheimkammern in den Pyramiden" bald endgültig geklärt? Bild: ScanPyramids.org / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Ist das Thema “Geheimkammern in den Pyramiden” bald endgültig geklärt? (Bild: ScanPyramids.org / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Wissen wir bald alle definitiv, ob es in den Pyramiden Ägyptens Geheimkammern, verborgene Räume und versteckte Tunnel tatsächlich gibt? Möglicherweise, denn unter der Leitung der Universität von Kairo wollen nun Wissenschaftler aus aller Welt genau diese Frage ein für alle Mal klären. Mit der „Scan Pyramids Mission“ planen diese, die vier größten Pyramiden Ägyptens und deren Umgebung mit den neuesten Technologien zu erkunden, zu scannen und zu erforschen. Ein sehr spannendes Projekt, das so mit Sicherheit einmalig in der Ägyptologie ist. Alle Details darüber erfahrt Ihr in meinem neuen Pyramiden-Video auf meinem YouTube-Kanal.

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Update 13. November 2015: Thermo-Anomalien gefunden – Erste Ergebnisse und Spekulationen kursieren

Von Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Es ist ein Großangriff auf die Cheops-Pyramide und Chephren-Pyramide in Gizeh sowie die Rote Pyramide und die Knick-Pyramide in Dahschur: Physiker verschiedenster Institute in aller Welt wollen die modernsten Technologien nutzen, um den 4 größten Pyramiden Ägyptens ihre Geheimnisse zu entlocken.

Gibt es geheime Kammern und verborgene Räume in Ägyptens Pyramiden? Diese hitzig und leidenschaftlich diskutierte Frage sollen neueste Messverfahren nun endgültig beantworten. Von der Messung Kosmischen Strahlen (Partikel), über den Einsatz von (Laser-)Scans bis zu unbemannten Drohnen wird dabei alles zum Einsatz kommen, was die Technologie von heute zu bieten hat.

Das „Scan Pyramids Mission“ genannte Projekt klingt überaus spannend, wie Ihr es nach diesem neuen Video des Unfassbaren sicher bestätigt…

Gerne könnt Ihr meine Arbeit mit einem Daumen hoch honorieren, also das Video liken, es teilen und bei YouTube kommentieren oder meinen grenzwissenschaftlichen Kanal abonnieren. Danke!

(Ich musste das Video am 22. November neu schneiden und hoch laden)

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Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

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Was würde der Bau der Cheops-Pyramide im 21. Jahrhundert kosten?

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Sphinx & Chephren-Pyramide (Fischinger)

Der Bau des 4.600 Jahre alten Weltwunders wäre immer noch heute im 21. Jahrhundert eine gewaltige Aufgabe – Immerhin wäre sie aber in einem Viertel der ursprünglichen Zeit zu bewältigen. Was aber würde das alles heute kosten?


Bis vor wenigen Jahren basierte die gängige Theorie über die Errichtung der Cheops-Pyramide vor rund 4.600 Jahren auf einer äußeren Rampe, auf der das Baumaterial – 2,3 Millionen Kalksteinquader mit einem Durchschnittsgewicht von 2,5 Tonnen – im Laufe von 20 Jahren empor geschafft wurde. Eine neuere Theorie geht ebenfalls von einer spiralförmigen Rampe aus, allerdings soll diese nach der Idee des französischen Architekten Jean-Pierre Houdin im Inneren der Pyramide gelegen haben. Mit einer solchen Konstruktionsmethode würde sich das gewaltige Bauwerk auch heute noch errichten lassen – aber zu welchem Preis?

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