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Das letzte Interview mit Josef F. Blumrich, Vater des Raumschiff des Ezechiel: “Meine Ansicht ist unverändert.”

Prä-Astronautik-Legende Josef F. Blumrich - der Vater des "Raumschiffs des Ezechiel: Er starb 2002 und gab Lars A. Fischinger 1998 sein letztes Interview
Prä-Astronautik-Legende Josef F. Blumrich – der Vater des “Raumschiffs des Ezechiel: Er starb 2002 und gab Lars A. Fischinger 1998 sein letztes Interview (Bild: J. F. Blumrich / Montage: L. A. Fischinger)

Prä-Astronautiker wie ich suchen auch und vor allen in alten Texten, Mythologien, Überlieferungen und Sagen nach möglichen Spuren der Astronautengötter vor Jahrtausenden. Indianerlegenden aus Südamerika werden dabei ebenso studierte wie Sagen aus Australien oder eben – die Bibel. Das war vor über einem halben Jahrhundert so und ist noch heute so. Legendär und weltberühmt, weil nicht nur in Insider-Kreisen der Prä-Astronautik bekannt, ist dabei das “Raumschiff des Ezechiel”. Einem Propheten der Bibel, der dem “Thronwagen Gottes” begegnet sein will und der seit Beginn der Ancient Aliens-Ideen bekannt ist. Und so wurde auch der ehemalige NASA-Mitarbeiter Josef F. Blumrich bekannt, als dieser in den 1970gern das Raumschiff des des Propheten “technisch rekonstruierte”. Hochbetagt gab er mir 1998 für eines meiner Bücher ein Interview, das ich Euch hier online stellen möchte.

 

 

Von Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die Spurensuche nach Hinweisen auf Außerirdische in der Bibel ist nicht neu. Sie ist heute ebenso fester Bestandteil der Beschäftigung mit der Prä-Astronautik, wie sie es schon vor über einem halben Jahrhundert war. Schon bevor der legendäre Götter-Jäger Erich von Däniken 1968 zum “Vater der Prä-Astronautik” wurde, suchten schon andere Mystery-Pioniere nach außerirdischen Hinweisen in den Texten der Bibel. Auch bei dem Propheten Ezechiel im Alten Testament.

Das Raumschiff des Ezechiel

Erst durch den grandiosen Erfolg von Erich von Däniken und seinen Büchern ab 1968 wurde die Prä-Astronautik und die Frage, ob die Götter aus dem All kamen, global bekannt. Die Geschichte und Entwicklung der Astronautengötter habe ich in diesem Artikel auf meinem Blog einmal nach gezeichnet.

In seinem Weltbesteller „Erinnerungen an die Zukunft“ behautet von Däniken damals:

Die „Vision des Propheten Ezechiel“ aus dem Buch Ezechiel (Kapitel 1) der Bibel sei in Wahrheit die Beschreibung der Landung eines außerirdischen Raumschiffes. Oder besser gesagt, der Prophet aus dem Alten Testamt sah Außerirdische, die er versuchte mit seinen Worten zu beschreiben. So wie auch der Franzose Robert Charroux oder der US-Amerikaner George Adamski vermutete auch von Däniken von nunmehr rund 50 Jahren, dass hier keine „Gottesvision“ vorliegt, sondern der Prophet eine reales Fahrzeug der Astronautengötter sah.

War der Prophet Ezechiel im Alten Testament "der erste", der einen Thronwagen Gottes sah? (Bild: gemeinfrei / L A. Fischinger / Archiv E. v. Däniken)
VIDEO: War der Prophet Ezechiel im Alten Testament “der erste”, der einen Thronwagen Gottes sah? (Bild: gemeinfrei / L A. Fischinger / Archiv E. v. Däniken)

Hohn und Spott erntete der Schweizer Autor dafür – bis heute. So weiß doch die Theologie und Bibelforschung, dass es nur eine Vision war. Eine Vision voller Zeichen usw. die der Berufung des Mannes Ezechiel zum Propheten Gottes dient. Wirklich real sei nichts an diesen Visionen. Wohl eher, von der theologischen Seite aus gesehen, seien es “von Gott inspirierte Schriften“. Vielleicht, so wieder ganz andere Stimmen, war die Begegnung mit der “Herrlichkeit des Herrn” auch bloß eine Naturerscheinung gewesen. Oder solche “Erscheinungen” waren schlichte Spinnerei unserer Ahnen.

Von Däniken – und viel mit ihm – waren aber schon 1968 sicher: es war ein technisches Fahrzeug aus dem All. Es waren Außerirdische, die sich dem Propheten zeigten.

Josef F. Blumrich und der “Quatsch des Erich von Däniken”

Der ehemalige Leiter der Abteilung für Projektkonstruktionen des Marshall Space Flight Center der NASA, Josef F. Blumrich (1913 – 2002), bekam im Zuge der “Däniken-Welle” den Bestseller „Erinnerungen an die Zukunft“ ebenfalls in die Hände. Nach kurzem lesen in dem Buch, so Blumrich später, schmiss er den Bestseller nicht gerade leise in die Ecke. „Was für ein Quatsch“, war seine Meinung. Eine Meinung, die er änderte.

Blum"Da tat sich der Himmel auf" - Das Raumschiff des Ezechiel nach Josef F. Blumrichrich nahm sich selber den Text des Buches Ezechiel der Bibel vor und war nach einiger Zeit sicher, dass an der Idee doch etwas dran sein könnte. Obwohl er von Däniken eigentlich schnell widerlegen wollte. So wurde Blumrich mit nur einem Buch zu einem der bekanntesten Autoren der Prä-Astronautik überhaupt! In seinem Kultbuch „Da tat sich der Himmel auf – Die Raumschiffe des Propheten Ezechiel und ihre Bestätigung durch modernste Technik“ lieferte Blumrich 1973 dann seine Rekonstruktion des Raumschiff des Ezechiel.

So habe das UFO der Bibel ausgesehen, war sich Blumrich in seinem Buch sicher. Es war seiner Meinung nach real und der einstige Kritiker Blumrich stellte sogar deutlich fest: „Sie sind hier gewesen, also müssen sie hergekommen sein.“

Auch Presse-Artikel wie beispielsweise “NASA Engineer Believes Aliens Visited Earth 2.600 Years Ago” in der bekannten “Los Angeles Times” am 26. Oktober 1973 trugen nicht unerheblich dazu bei, dass das “Bibel-UFO” weltweit in aller Munde war. Er war daraufhin auch Referent auf mehreren Kongressen zur Prä-Astronautik.

Heute gilt der am 10. Februar 2002 verstorbene Blumrich als eine der Ikonen der Prä-Astronautik, über dessen Buch und Ansichten nun seit Jahrzehnten diskutiert wird. Zahlreiche grenzwissenschaftliche Autoren aber auch Skeptiker berufen sich bis heute auf ihn.

Interview mit Josef F. Blumrich (1998)

Trotz schwerster Krankheit und körperlicher Leiden ist Josef Anfang 1998 bereit gewesen, mir folgendes kurzes Interview zu seiner Arbeit zu geben. Es waren die letzten Äußerungen des “Vaters des Raumschiff des Ezechiel” zu seiner Arbeit. Er war bis zu seinem Tode überzeugt, seine Arbeit ist korrekt…

Lars A. Fischinger:

Herr Blumrich, wann bemerkten Sie, als Sie die These des Herrn von Däniken über die Schriften Ezechiels mit Ihren Kenntnissen überprüfen wollten, dass die Vision Ezechiels eine reale Grundlage zu besitzen scheint? Gab es eine Art „Schlüsselhinweis“ im Text, der Sie zu weiterer Arbeit ermutigte?

Josef F. Blumrich:

Das "Raumschiff des Ezechiel": Warum besaßen sie Ancient Aliens vor 2500 Jahren derartige "Billigt-Technik"? (Bild/Montage: L. A. Fischinger / gemeinfrei / E. v. Däniken)
VIDEO: Das “Raumschiff des Ezechiel”: Warum besaßen die Ancient Aliens vor 2500 Jahren derartige “Billigt-Technik”? (Bild/Montage: L. A. Fischinger / gemeinfrei / E. v. Däniken)

Es gab keinen „Schlüssenhinweis“. Was mich nach anfänglichem Unwillen veranlasste, den Bibeltext näher in Bezug auf von Dänikens Behauptungen zu untersuchen, war der Vers 7 des ersten Kapitels mit der Beschreibung der Beine jener Lebewesen, die da vom Himmel herunter kamen; denn das war eine treffende Beschreibung von Landehilfen, die ich selbst mit meinen Leuten Jahre vorher für eine Mondlandefähre konstruiert hatte. Das änderte meine harte Ablehnung und ich begann den Ezechiel Text langsam und vorsichtig zu lesen – sozusagen um jenem mir damals unbekannten von Däniken wenigstens eine Chance zu geben. Je öfter ich dann den Bibeltext las, um so mehr Beschreibungen technischer Art fand ich, mit denen ich aus meiner eigenen beruflichen Erfahrung vertraut war. Diese Tatsache, in Verbindung mit den schließlich möglich gewordenen Berechnungen, änderte nach langer Arbeit meine Vermutung zur Überzeugung.

L.A.F.

Ihre Aufsehen erregende Analyse des Ezechieltextes gilt heute als eine Meisterleistung für die Paläo-SETI-Hypothese. Sind Sie der Meinung, dass die ähnlichen Klingenden Schilderungen in Büchern wie etwa Jesaja ebenfalls auf das von Ezechiel beschriebene Fluggerät zurückzuführen sind?

UFOs in der Bibel? Die "fliegende Buchrolle" des Sacharja: Ein zylindrisches Flugobjekt der Astronautengötter? (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei)
VIDEO: UFOs in der Bibel? Die “fliegende Buchrolle” des Sacharja: Ein zylindrisches Flugobjekt der Astronautengötter? (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei)

J.F.B.

Ich habe Jesaja nie gelesen. Ganz allgemein ist zu sagen, dass Beschreibungen die den Eindruck machen: „das klingt so als ob …“ oder „das sieht aus wie …“ mit großer Vorsicht zu behandeln sind. Denn ohne konkrete weitere Angaben sind sie völlig wertlos.

L.A.F.

Nachdem Sie Ihre detaillierte Analyse des Textes publiziert haben, erhielte Sie da eher positive oder eher negative Resonanz im Kreise Ihrer Kollegen und Bekannten?

J.F.B.

Zur Zeit der Erscheinung meines Buches arbeitete ich im G.C. Marshall Space Flight Center, Alabama. Ich war mit meinem Büro intensiv an der Entwicklung  und Fertigstellung der 1. Stufe (des so genannten Boosters) der Saturn V – der Mondrakete – beschäftigt gewesen, der größten Rakete, die bis heute jemals von Menschen erfolgreich gebaut worden ist. Ich sage das nur, um die notwendigen kritischen und vorsichtigen Einstellungen aller Beteiligten wenigstens einigermaßen verständlich zu machen. Aus diesem Kreis erfahrener Ingenieure und Wissenschaftlern habe ich nur positive Beurteilungen erhalten.

L.A.F.

Das uralte Buch "Die Apokalypse des Abraham" erzählt: Engel brachten Abraham in das "All". (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger / WikiCommons)
VIDEO: Die Apokalypse des Abraham und die Prä-Astronautik – Reiste der Stammvater mit den Astronautengöttern in das All? (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger / WikiCommons)

Der deutsche Ingenieur Hans Herbert Beier hat, wie Sie wissen, den Tempel des Propheten rekonstruiert. Sehe Sie, sofern die Arbeit von Beier korrekt ist, in Zukunft die Möglichkeit, dass dies Gebäude gefunden werden kann? (Anm.: Hans Herbert Beier: “Kronzeuge Ezechiel“. München 1985)

J.F.B.

Warum nicht?

L.A.F.

Abschließend noch die Frage: Kamen Ihnen im Laufe der Jahre Zweifel an der Stichhaltigkeit Ihrer eigenen Arbeit zum Buch Ezechiel, oder hat der Lauf der Zeit Ihre Ansicht immer weiter bestärkt?

J.F.B.

Meine Ansicht ist unverändert.

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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Gott und die Berufung des Mose am “brennenden Dornbusch”: War in Wahrheit alles ganz anders? +++Artikel+++

Moses und der Brennende Dornbusch - War alles ganz anders ( Bild: Archiv W.-J. Langbein)
Fromme Darstellung von der Berufung des Mose am “Brennenden Dornbusch” ( Bild: Archiv W.-J. Langbein)

Mose ist mit Sicherheit eine der schillerndsten und wichtigsten Figuren der Bibel. Juden, Christen und Muslime berufen sich auf den Mann, dem den Namen nach die ersten fünf Bücher der Bibel und eine Reihe außerbiblischer Schriften zugesprochen werden. Er war es auch, den der Gott Jahwe erstmals seinen Namen verriet und der nach Jesus Christus wohl die Nummer 2 der biblischen Prominenten ist. Eine alttestamentarische Persönlichkeit, auf die sich Milliarden Menschen berufen und dessen geschichtliche Realität alles andere als bewiesen ist. Doch die Berufung und Offenbarung Mose am legendären „brennenden Dornbusch“ können auch in einem vollkommen anderen Licht gesehen werden.

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Jeder kennt Mose – doch nichts Genaues weiß man nicht

Die Geschichte des Mose beginnt mit seiner Aussetzung als Baby in einem Körbchen auf dem Nil in Ägypten (Ex. 2,3ff.). Eine Überlieferung, die Bibelforscher heute als Erfindung bezeichnen und sich darauf berufen, dass zum Beispiel der mesopotamische König Sargon von Akkad (um 2300 v. Chr.) ein sehr ähnliches Schicksal erlitt.

Er wurde nach den Überlieferungen von seiner Mutter in einem mit Pech abgedichteten Körbchen im Fluss Euphrat (Irak) ausgesetzt. Auch andere “große Persönlichkeiten” erlitten das Schicksal der Aussetzung. Folglich ist schon allein der Beginn der Geschichte des Moses fragwürdig und voller Mysterien.

Zahlreiche Fragen ranken sich um die Person Mose. War er ein ägyptischer Prinz? Hatte er tatsächlich einen Bruder mit Namen Aaron? Übernahm er die Idee des Glaubens an einen Gott (= Monotheismus) von Pharao Amenophis IV. (ca. 1364 – 1347 v. Chr.), der die ägyptischen Götter abschaffte, sich in Echnaton umbenannte und als alleinigen Gott Aton huldigte? War er sogar ein Priester oder Sohn von Echnaton? Gab es diesen Mann überhaupt?

Die Kindheit und Jugend von Mose ist unbekannt – die Bibel schweigt sich aus. Eines Tages jedoch, so erzählen es die alten Texte, erschlug er einen ägyptischen Sklaven-Aufseher, da dieser einen Hebräer misshandelte. Mose musste aus dem Land der Pyramiden fliegen (Ex. 2,11ff.). So kam er in das Land Midian, wo ein Priester mit Namen Jitro, Reguel, Hobab oder schlicht “Priester von Midian” – je nach Erzählung – ihm seine Tochter Zippora zur Frau gab.

Gott sei Dank: Ein epochales Ereignis!

Der brennende Dornbusch und Moses nach Sébastien Burning: War es wirklich so? (Bild: gemeinfrei)
Der brennende Dornbusch und Moses nach Sébastien Burning: War es wirklich so? (Bild: gemeinfrei)

Hier im fernen Midian übernahm Moses die Arbeit eines Schafhirten und lebte Jahrzehnte in der öden Region östlich des Golfs von Elat. Eine romantisch-friedliche Erzählung, die mit einem Mord an einem Ägypter seine erste dramatische Wendung nahm.

Eines Tages wird diese Story aber durch eines der wichtigsten Ereignisse des Alten Testamentes unterbrochen: Der Gott Jahwe erscheint dem Hirten in einem brennende Dornbusch und beruft Mose zu einem seiner Propheten, Diener und irdischen “Werkzeug”. Und: Jahwe verriet Mose seinen Namen.

Das Alte Testament erzählt dazu im Buch Exodus:

“Mose aber hütete die Schafe Jethros, seines Schwiegervaters, des Priesters von Midian, und trieb die Schafe hinter die Wüste und kam an den Berg Gottes, Horeb.

Und der Engel des Herrn erschien ihn in einer feurigen Flamme aus dem Busch. Und er sah, dass der Busch mit Feuer brannte und ward nicht verzehrt.

(Moses sprach:) Ich will dahin und beschauen dies große Gesicht, warum der Busch nicht verbrennt.” (Ex. 3,1-3)

Der einfache Hirte erblickte ein “großes Gesicht”, das in anderen Übersetzungen auch “seltsames Schauspiel” oder “außergewöhnliche Erscheinung” genannt wird. Und diese Erscheinung war göttlich! Denn plötzlich war “der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs” (Ex. 3,6) an diesem Ort zugegen und wandte sich an den staunenden Mose. Er solle, so trug es die Erscheinung ihm auf, seine Schuhe ausziehen, da er auf heiligen Boden stehen würde.

Hier bekommt Mose im Folgenden nun den Auftrag von Gott das Volk Israel aus der Knechtschaft des Frondienstes in Ägypten in die Freiheit nach Kanaan zu führen. Auch wird hier angeblich erstmals der Name Gottes genannt, nachdem Mose fragte, was er den Hebräern in Ägypten sagen solle, wer ihm eigentlich erschienen sei: „Ich bin, der ich bin“, „Ich bin der, der ich sein werde“, „Ich bin der, der ist“, „Ich werde sein, der ich sein werde“, „Ich bin der Daseiende“ …

Wo ist "Das Buch der Kriege Gottes"? (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
VIDEO: Jahwe war auch ein mächtiger Kriegsgott – doch wo ist “Das Buch der Kriege Gottes”? (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Übersetzungen und Deutungen dieses Höhepunktes des Alten Testamentes in Ex. 3,14 gibt es viele und der Gottesname Jahwe ist bis heute eigentlich nicht zu übersetzten. Von nun an jedoch kannten die Israeliten angeblich den Gottesnamen, den man meist mit Jahwe (JHWH) wiedergibt. Obwohl dieser den Israeliten schon vorher bekannt gewesen sein dürfte, wie es die Bibelforschung glaubt.

Ebenso lässt sich geschichtlich sehr gut nachvollziehen, wie sich Jahwe scheinbar aus lokalen Naturgottheiten heraus entwickelte. Keine Spur vom „wahren Schöpfergott“?!

Die Berufung, die Preisgabe des Gottesnamens und die Sendung des Mose nach Ägypten sind, wie viele Teile des Alten Testamentes, von drei verschiedenen Quellen oder Redakteuren zusammengeschrieben worden. Und zweifellos lässt die Offenbarung des Gottesnamen durch Jahwe selber an seinen Diener den eigentlichen „Dornbusch“ in den Schatten der Erzählung treten.
Was also hat damals der Schafhirte Mose im Gebirge gesehen?

Was geschah am heiligen Berg tatsächlich?

Das „Wunder“ des brennenden Busches erregte schon immer die Gemüter der Theologen und Wissenschaftler und ist ein beliebtes Motiv der Bibelmaler. Nach theologischen Ansichten könnte es sich zum Beispiel um ein reines Symbol handeln. Es soll beispielsweise das „brennende Gewissen“ oder der „Dorn in Moses Herzen“ versinnbildlichen, wie es schon Manfred Barthel in seinem Bestseller „Was wirklich in der Bibel steht“ 1980 schrieb.

Lars A. Fischinger: "Götter der Sterne - Bibel, Mythen und kosmische Besucher" (E-Book)
Mehr zum Thema in Lars A. Fischinger: “Götter der Sterne – Bibel, Mythen und kosmische Besucher”

Andere wiederum sehen die Ereignisse so, wie sie im Exodus stehen: Ein brennender, aber nicht verbrennender Busch durch das Wirken Gottes. Oder es wird schlicht als „Zeichen des Feuers“ angesehen, in dem sich der biblische Herr oftmals den Propheten präsentierte. Wieder andere glauben hier an ein „Erzählmotiv“ das „eine dem Elmsfeuer ähnliche elektrische Lichterscheinung“ gewesen sein dürfte, die auch heute noch in der Wüste beobachtet werden kann.

Natürlich nahmen sich auch Botaniker der sonderbaren Überlieferung an, da ein solches Gewächs schließlich in ihr Fachgebiet fällt. Als wenn die theologischen Deutungsversuche nicht ausreichen würden, haben Pflanzenkundler ihre eigene These. Denn es gibt in der Tat eine Pflanze, die von sich selbst aus brennen kann – die „Dictamnus albus“.

Diese Pflanze, bei uns als Spechtwutz bekannt, ist mit zahllosen Öldrüsen versehen, die bei großer Hitze ein Öl/Gas absondern, das sich bei starker Sonnenintensität und Windstille von selbst entzünden kann. Dieser natürliche Vorgang ist dabei so kurzzeitig, dass die nur etwa ein Meter kleine Pflanze dabei nicht verbrennt. Darauf hat bereits Werner Keller in seinem Weltbestseller „Und die Bibel hat doch recht“ im Jahr 1955 hingewiesen.

Ist damit das Rätsel des brennenden Busches des Moses gelöst? Eine Naturerscheinung, erhoben zu einer Offenbarung Gottes? Kaum. Aber um das Rätsel um dieses Gewächs perfekt zu machen, ist in den letzten Jahren noch eine geologische Deutung verstärkt hinzugekommen. So etwa in dem Buch mit dem treffenden Titel “Und der Dornbusch brannte doch” (2003/2007) von Colin J. Humphreys.

Auf der Jagd nach den Nephilim - Vortrag von 2015 (Bild: L.A. Fischinger)
VIDEO: Die “Söhne der Götter – Auf der Jagd nach den Nephilim. Vortrag von Lars A. Fischinger 2015 (Bild: L.A. Fischinger)

Wäre demnach der Gottesberg ein Vulkan gewesen, so diese Idee, könnte als Ursache für das Feuer Gottes ein Gasaustritt gewesen sein. Oder sogar nur normales Erdgas. Durch eine Spalte im Gestein sei dieses an die Oberfläche gedrungen und habe sich an, nahe oder unter dem Dornbusch entzündet. Warum die Pflanze dabei nicht verbrannte bleibt aber offen.

Von Engeln und Raumfahrzeugen

Mose sah zu Beginn der feurigen Erscheinung einen vermeintlichen „Engel“ bei diesem Dornbusch und nicht etwa Gott selber, der in den Feuerflammen des brennenden Gewächses erschien. Engel werden in der Prä-Astronautik auch als technische Gerätschaften gedeutet. Wie etwa bei dem Propheten Ezechiel, Jesaja und anderen. War also der seltsame Engel vom Himmel keiner der „Söhne Gottes“ oder „Söhne der Götter“, die erstmals direkt in Gen. 6,2 in der Bibel auftauchen? War der Engel des Moses ein technisches Gefährt und so der angeblich brennende Busch ein (feuriges) Leuchten des Fahrzeuges? Oder aber leuchtete der Busch nur im Schein eines „göttlichen“ Fahrzeuges?

Man könnte man sogar behaupten, eine Art „Strahlenschild“ des Fahrzeuges der Götter ließ die Umgebung und den Strauch „brennen“ und leuchten. Das vermutete zumindest schon 1974 der Prä-Astronautik-Forscher und Pionier der Astronautengötter-Idee Peter Krassa in seinem Klassiker „Gott kam von den Sternen“. Für diese Spekulation gibt es vielleicht in einem Buch außerhalb der Bibel einen weiteren Hinweis. So heißt es in der apokryphen Schrift „Esdras viertes Buch“ über dieses Ereignis:

Ich (= Gott) offenbarte mich am Dornbusch schon einmal und sprach mit Moses, als noch mein Volk in Knechtschaft in Ägypten war.“ (12,3)

Sah schon die biblische Eva ein UFO? (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)
VIDEO: Sah schon die biblische Eva ein UFO? (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)

Nach diesem Text erschien Gott dem Moses nicht im feurigen Busch, sondern an diesem Busch. Also scheinbar in der Nähe, nachdem zuerst ein Engel des Herrn hernieder kam und sich daraufhin Jahwe offenbarte.

Doch der brennende Busch an sich liefert hier andere spannende Hinweise und Interpretationsmöglichkeiten. Die meisten Bibeln nennen ihn „Dornbusch“ und ältere Ausgaben gerne schlicht „Busch“. Folglich eine Pflanze. Ist das tatsächlich so?

War da wirklich was im Busch?

Seltsam erscheint die Tatsache, dass sich laut Bibel Gott dem Moses an oder im einen ordinären Strauch zeigte um ihn, als einem der Höhepunkte im Alten Testament, seinen Namen zu offenbaren und Moses als Befreier nach Ägypten zu senden. Spätere Propheten innerhalb und außerhalb des Alten Testamentes erfuhren ihre Berufungen und Offenbarungen immer in gewaltigen Erscheinungen mit viel Getöse und Tamtam. Sogar schon in den Tagen von Adam und Eva soll das der Fall gewesen sein.

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Im Buch Exodus und an einer entsprechenden Stelle im fünften Buch Moses (Dt. 33,16) wird der fragliche Busch im Original „snh“ – „sneh“ ausgesprochen – genannt. Damit ist aber etwas Spitzes gemeint, da das zugehörige Verb „anspitzen“, „schärfen“ oder „zuspitzen“ bedeutet.

Doch vom selben Wort existiert noch eine zweite Ableitung, die etwas anders ausgesprochen („schen“) wird. Diese bedeutet aber „Zahn“ oder auch „Berggipfel“, „Bergspitze“. Mit diesen zusätzlichen Bedeutungen und Übersetzungen weiter gedacht, erhält der Berufungstext des Moses am vermeintlichen Dornbusch eventuell eine vollkommen andere Bedeutung! Nicht ein strauchiges Gewächs mit Dornen brannte und verbrannte nicht, sondern möglicherweise ein „Berggipfel“.

Ein „(spitzer?) brennender Berggipfel“, der doch nicht verbrennt. Das klingt schon mal weit weniger mysteriös. Etwa vergleichbar mit einem „Alpenglühen“ durch die Sonne? Eigentlich eine Naturerscheinung, die dem Schafhirten Mose im kargen und gebirgigen Land Midian bekannt gewesen sein dürfte.

Waren Moses und die Israeliten alles Kiffer beim Exodus? (Bild: puplic domain / L. A. Fischinger
VIDEO: Waren Moses und die Israeliten alles Kiffer beim Exodus? Das behauptete ein Theologe! (Bild: puplic domain / L. A. Fischinger)

Würde er dieses „Glühen“ der Berge als „seltsames Schauspiel“ oder ähnlich bezeichnen? Oder ist es vergleichbar mit einem späteren Höhepunkt am Gottesberg? Nämlich die Landung Gottes während des Exodus am heiligen Berg und die Übergabe der zehn Gebote an das Volk.

Wir lesen in der Bibel dazu:

Als nun der dritte Tag kam und es Morgen war, da erhob sich ein Donner und Blitzen und ein dicke Wolke auf dem Berg und ein Ton einer sehr starken Posaune; das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak.

(…)

Der ganze Berg Sinai aber rauchte, darum dass der Herr herab auf den Berg fuhr mit Feuer; und sein Rauch ging auf wie ein Rauch vom Ofen, dass der ganze Berg sehr bebte.“ (Ex. 19,16-18)

Als der Herr Israels später erneut donnernd und rauchend auf dem Berg hernieder fuhr, heißt es im Buch Exodus weiter:

Und das Ansehen der Herrlichkeit des Herrn war wie ein verzehrendes Feuer auf der Spitze des Berges vor den Kindern Israel.

Hier ist von einer Bergspitze die Rede, nicht von einem Dornbusch. Und wie beim vermeintlichen Busch verbrennt dieses Feuer nichts, denn es sieht nur so aus „wie ein verzehrendes Feuer“. Hinlänglich sind diese feurigen und tosenden Erscheinungen Gottes der Bibel und der Apokryphen bekannt und im Sinne der Prä-Astronautik interpretiert worden. War es auch bei der Berufung des Exodus-Helden Mose ebenso?

Was ereignete sich an diesem schicksalhaften Tag im Lande Midian tatsächlich? Sah Mose eine helle, feurige, leuchtende und lodernde Erscheinung auf dem Gipfel des Berges, wie später das ganze Volk Israel währen ihrer Flucht? War es ein Wunder? Eine natürliche Erscheinung? Ist alles nur erfunden?

Exkurs: Der Thronwagen des Herrn (und Moses Reise in den Himmel?)

Die Erscheinung am Gottesberg vor dem gesamten Volk Israel beim Auszug aus Ägypten ist noch in anderer Hinsicht interessant. Die Erzählung sagt, dass Mose mehrfach auf den Berg stieg, um dort mit Gott zu sprechen, nachdem dieser mit auf dessen Gipfel hernieder gestiegen war. Hier wurde auch der berühmte „Bund mit Gott“ geschlossen (Ex. 34) und die Bundeslade gebaut.

UFOs in der Bibel? Die "fliegende Buchrolle" des Sacharja: Ein zylindrisches Flugobjekt der Astronautengötter? (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei)
VIDEO: UFOs in der Bibel? Die “fliegende Buchrolle” des Sacharja: Ein zylindrisches Flugobjekt der Astronautengötter? (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei)

Mose selber verbrachte lange Tage auf dem Gipfel des Berges, und das Volk wurde angesichts der Ungewissheit über Moses Verbleibt mürrisch. Es forderte von Aaron letztlich sogar: „mache uns Götter, die vor uns her gehen“ (Ex. 32,1).

Die Bibel steigert die Ereignisse zum spannenden Drama um das legendäre „Goldene Kalb“, das vielleicht eine Erinnerung an ägyptische Stierkulte oder semitische Fruchtbarkeitsrituale darstellt.

Ein Kalb aus Gold als Götze für die fliehenden Hebräer? Das klingt sonderbar und verwirrend. Liest man die Geschichte des Auszuges, so wird mehrfach in der Bibel betont, dass der Herr immer sichtbar bei seinem Volk war. Er zog sogar vor ihnen her und zeigte den Weg. Und, wie ich es unter anderem in einem Video bei YouTube einmal ausführte, die Menschen sahen und hörten Gott auf dem Berg hernieder kommen.

Und nun soll ein Götze als Ersatz geschaffen werden, obwohl Jahwe sichtbar auf dem Berggipfel weilte? Wie ist das möglich, denn in eindrücklichen Worten beschreibt das Alte Testament, wie Gott auf dem Berg fuhr und dort den Bund mit Israel und die Gesetzte verkündete. Furcht und Angst erfüllte das Volk angesichts der tosenden vom Himmel kommenden Gotteserscheinung.

Das ist überaus widersprüchlich. Das Volk schien plötzlich kein sichtbares Gotteszeichen seiner Anwesenheit, eben die feurige Erscheinung auf der Bergspitze, mehr vor Augen zu haben. Auch beklagten sie Aaron gegenüber, dass sie nicht wissen was mit Mose auf dem Berg geschehen sei und ob er überhaupt noch lebt.

Die Lösung klingt erstaunlich: Mose wurde von Jahwe vom Berg in seinem Thronwagen in den Himmel entrückt! Dies schildert das nicht in der Bibel zu findende Buch „Ezechiel der Tragiker“ in eindrücklichen Worten:

Auf einer Bergspitze sah ich (= Moses) einen großen Thron, der bis zum Himmel reichte. Darauf saß ein Mann, dem edelsten Geschlecht entsprossen. Ein Diadem auf seinem Haupt (…) Ich stellt mich vor seinen Thron. Da reichte er mir das Zepter dar und ließ mich seinen großen Thron besteigen. Auch gab er mir sein königliches Diadem; er selber stieg herab.“ (Verse 68-76)

Mose und die Bundeslade (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Auch die Bundeslade soll während der Erscheinung Gottes auf dem Berg gebaut worden sein (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Nachdem Moses den Thronwagen des Herrn bestiegen hatte, reiste er in den Himmel und sah von dort die runde Erde. Die Überlieferung berichtet weiter:

Darauf erblickte ich der Erde ganze Rundung, zugleich der Erde Tiefen und des Himmels Höhen.“ (Verse 77-78)

Wenn nun die sichtbare und feurige Erscheinung Gottes sich von der Spitze des Berges mit Mose als Passagier in den Himmel erhob, war sie auch nicht mehr für das Volk am Fuß des Berges sichtbar. Israel war sprichwörtlich von Gott verlassen und auch ihr Führer war verschollen.

So wird verständlich, warum das missmutige Volk von Aaron einen Ersatz für ihren sonst immer präsenten Herrn forderte. Ein neuer Retter in Form eines Kalbes war geschaffen und Israel nahm es mit den Worten „das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben“ (Ex.32,4) dankend an.

Bis Moses wieder zurückkehrte – denn da gab es ein „Donnerwetter“ …

Euer Jäger des Phantastischen

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Der Kölner Dom und die Reliquien der drei heidnischen Esoteriker aus dem Irak: Die Heiligen Drei Könige und die Weihnachtsgeschichte

Der Kölner Dom: Liegen hier tatsächlich die heiligen drei Könige? (Bild: Public Domain / L. A. Fischinger)
Der Kölner Dom: Liegen hier tatsächlich die heiligen drei Könige? (Bild: Public Domain / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Alle Jahre wieder, alle Jahre zu Weihnachten kommen auch sie wieder: Die “drei Weisen aus dem Morgenland”, die dem Jesus-Baby laut “Weihnachtsgeschichte” huldigten. Mysteriöse Männer, die es wirklich gegeben haben soll. Mehr noch, denn seit dem Jahre 1164 sollen in Köln die Reliquien dieser “Heiligen Drei Könige” aus dem Neuen Testament verwahrt werden. Grund genug ab dem 15. August 1248 mit dem Bau des weltberühmten Kölner Dom zu beginnen, in dem diese Knochen bis heute liegen. Aber stimmt das auch? Und wer waren denn diese Könige aus dem Morgenland und warum eigentlich sind sie heilig? Was sagt die Bibel überhaupt über diese Weisen aus dem Nahen Osten? Eigentlich erstaunlich viel und doch nichts, wie Ihr Ihr es hier lesen werdet.


“Weihnachts-Reliquien” im Kölner Dom

Die katholische Kirche in der ganzen Welt wimmelt von Reliquien und solche, die es sein sollen. Diese heiligen Gegenstände des Christentums reichen dabei von zahllosen Nägeln vom angeblich echten Kreuz Jesus über die Gebeine oder Schädel von diversen Heiligen oder sogar der Großmutter von Jesus in Düren bei Köln bis hin zu Heiligtümern rund um die Gottesmutter Maria (s. a. HIER & HIER).

Bekannt sind hierbei vor allem in der Weihnachtszeit die Reliquien im Dom von Köln, die den “Heiligen Drei Königen” aus dem Evangelium des Matthäus zugesprochen werden. Jene legendären Besucher aus der Weihnachtsgeschichte, die nach der Geburt von Jesus in Bethlehem auftauchten um das Jesus-Kind zu ehren. Jedes Kind kennt sie heute. Und jedes kleine und große Kind kann sie sich zum Spielen oder zur Dekoration in den den unterschiedlichsten Formen und Ausführungen kaufen. An Kitsch gibt es dabei kaum mehr Grenzen – sehr ähnlich wie bei den vermeintlichen “Engeln des Himmels” heute. Vor allem in den Tagen vor Weihnachten.

Das erste Weihnachten vor zwei Jahrtausenden

Bei Matthäus im Neues Testament lesen wir ab Vers 2,1 über diese Ereignisse um die Geburt Jesus Christus und die “Heiligen Drei Könige” vor über 2.000 Jahren. Dort findet sich quasi das erste Weihnachten der Weltgeschichte beschrieben und recht knapp erfahren wird darin über die mysteriösen Könige:

Als nun Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrak er und ganz Jerusalem mit ihm. Und er berief alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammen und erfragte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also steht geschrieben durch den Propheten: ,Und du, Bethlehem im Lande Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israel weiden soll.’

Da berief Herodes die Weisen heimlich und erkundigte sich bei ihnen genau nach der Zeit, wann der Stern erschienen wäre, und sandte sie nach Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet genau nach dem Kindlein. Und wenn ihr es gefunden habt, so tut mir’s kund, auf dass auch ich komme und es anbete. Als sie den König gehört, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen, ging vor ihnen her, bis er kam und über dem Orte still stand, wo das Kindlein war. Da sie nun den Stern sahen, wurden sie sehr hoch erfreut und gingen in das Haus hinein und fanden das Kindlein samt Maria, seiner Mutter. Und sie fielen nieder, beteten es an, taten ihre Schätze auf und brachten ihm Gaben, Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und da sie im Traum angewiesen wurden, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, entwichen sie auf einem andern Wege in ihr Land.”

Das war es dann auch zu den “drei Gästen” aus dem Morgenland kurz nach der Geburt Jesus. Kein anderer Text des Neuen Testaments erzählt von diesem Besuch an der Krippe des Kindes. Dennoch hat die christliche Tradition rund um die drei Weisen aus dem Morgenland einen hinlänglich bekannten Kult entwickelt.

Drei Könige – Drei heilige Könige?

Warum sind es eigentlich drei Besucher? Matthäus schreibt – wie oben gesehen – von einer unbekannten Anzahl von Personen. Es könnten auch zwei oder 200 gewesen sein. Auch nennt er keinen einzige Namen der Gäste von Maria. Ihre Namen Caspar, Melchior und Balthasar erhielten die “Könige” erst ab dem 6. Jahrhundert und sind biblisch nicht belegt.

Aber sie heißen auch nicht in allen Teilen der Welt so, da diese regional unterschiedliche Namen tragen. Die Christen in Äthiopien nennen sie etwa Tanisuram, Mika, Sisisba und Awnison, Libtar, Kasäd. Auch die Reihenfolge der Namen ist nicht immer identisch. Da aber die fremden Besucher mit drei Gaben (Gold, Weihrauch und Myrrhe) dem Kindlein huldigten, ist es natürlich sehr verlockend auch von drei Personen zu sprechen.

Doch aus welchen Königreichen kamen denn diese Könige vor 2.000 Jahren eigentlich? Auch dazu sagt die Bibel (fast) nichts: dort sind sie nicht einmal als “Könige” bezeichnet. “Weise aus dem Morgenland” nennt sie Matthäus in den klassischen Bibeln. Nicht Könige und auch nicht Heilige. Aber “Weise” ist eine interessante Spur …

Esoteriker aus dem Osten

Die Männer kamen aus dem Morgenland und werden konkret in der Bibel “Magoi” genannt, was schlicht “Sterndeuter” und/oder “Magier” sind. Demnach waren es Astrologen und heute würde man diese Personen sicher schlicht “Esoteriker” nennen. Auch ist es bezeichnet, dass die Bibelforschung darauf hinweist, dass im Matthäus-Evangelium in Vers 2,2 zu lesen ist, diese Herren suchen den “König der Juden”.

Diese Bezeichnung wird bei Matthäus (etwa in 29,37) im Neuen Testament ausschließlich für “heidnische” Personen benutzt. Also keine Juden, die nämlich die Bezeichnung “König Israels” (etwa Vers 27,42) verwenden. Folglich, so die Interpretationen weiter, waren die Männer heidnische Esoteriker aus Mesopotamien – dem Morgenland im Osten von Israel. Doch auch diese vermeintlichen “Heiden” der Weihnachtsgeschichte starben natürlich eines Tages und hinterließen dabei natürlich ihre Gebeine. Knochen, die heute als Reliquien noch immer existieren sollen.

Wird im Dom von Köln zu toten Esoterikern aus dem Irak gebetet?

Astrologie ist nicht Astronomie. Gerne wird das vertauscht. Vor Jahrtausenden gab es bei unseren Ahnen hier jedoch keine klare Trennlinie zwischen der Deutung der Sterne im Sinne von “was bringt das Schicksal?” und der Erforschung der Gestirne als rein physikalische Massen im Räderwerk des Kosmos. Heute ist das ganz anders.

Einfach kann man es so ausdrücken: Ein Horoskop anhand von Sternbildern oder sogar “Astro TV” ist Astrologie. Die Suche nach fremden Planeten im All oder auch SETI ist Astronomie. Und jene Personen, die dem kleinen Jesu-Kindlein ihre Ehre erwiesen, waren eben solche Sterndeuter, die vermutlich aus dem Bereich Babylonien im heutigen Irak kamen (“Morgenland”). Und heute sollen die sterblichen Überreste dieser Astrologen/Esoteriker/Wahrsager in Köln ruhen. Aber warum?

Wessen Gebeine liegen seit 850 Jahren in Köln?

Das Thema Reliquien – das nicht nur auf das Christentum beschränkt ist! – ist recht spannend.

Erst am 23. Juli 1164, also vor 850 Jahren, erreichten die angeblich authentischen Gebeine der “Heiligen Drei Könige” nach einer Irrfahrt durch die Geschichte Köln. Da waren diese Sterndeuter also bereits über 1.000 Jahre tot und “ihren Dom” gab es noch nicht. Ursprünglich gefunden wurden sie angeblich von der Heiligen Helena (etwa 250 – 330), der Mutter des legendären römischen Kaisers Konstantin I., in Jerusalem bzw. Israel. Dort hatte die berühmte Helena dem Bischof Maraios im Jahre 326 berichtet, dass sie das Grab Christi gefunden habe, das unter einem römischen Tempel der Göttin Venus von Kaiser Hadrian liege.

Heute steht dort die Grabeskirche von Jerusalem als heiligste Stätte des Christentums.

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Weiter heißt es, dass Helena in diesen Tagen nicht nur Teile des Kreuzes von Jesus fand, sondern eben auch Gebeine der Weisen aus dem Morgenland. Fast 1000 Jahre später überreichte Kaiser Friedrich I. (bekannt als “Barbarossa”) diese Reliquien am 23. Juli 1164 Rainald von Dassel, damaliger Erzbischof von Köln. Zwei Jahre zuvor hatte Friedrich Barbarossa diese bei der Eroberung von Mailand gestohlen (wohin 1903 Teile davon zurückgebracht wurden). Doch wer sind die Toten von Köln in Wirklichkeit? Das kann kein Mensch genau sagen und belegen.

Historiker zweifeln an den Reliquien

Wie bei so vielen Reliquien der Welt gibt es auch hier keine lückenlose und unstrittige Geschichte und Historie. Doch Reliquien waren im Mittelalter gleichzeitig auch immer ein boomendes Geschäft. Reliquien-Pilger brachten Geld und damit wirtschaftliches Wachstum in die jeweiligen Städte. Das ist heute nicht viel anders. Es wird wohl in den Tagen von Barbarossa & Co. niemand ernsthaft an der Echtheit bzw. ihrer wahren Natur der Gebeine gezweifelt haben. Heute zweifeln viele Historiker.

Eigentlich ist der Zweifel der Historiker kein Wunder, da schon das Neue Testament unseren heutigen “Drei-Könige-Kult” nicht belegt: Keine Namen, keine Anzahl der Gäste, keine Weisen, keine Könige – und wohl auch keine “Juden” sondern eher “Heiden”. Man kann die Story bei Matthäus 2 eben auch so deuten, dass drei heidnische Esoteriker aus dem Irak kamen, um das Kindlein zu preisen.

Damit wäre die Botschaft der “Weihnachtsgeschichte”, dass damals auch die Nicht-Juden (sprich: “Heiden”) erkannten, wer da von Maria geboren wurde …

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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