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Video: Seltsames Foto vom Mars: Hat der NASA-Rover „Curiosity“ ein Flugobjekt auf dem Mars fotografiert? Mystery Files-Quellen-Check

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Video vom Nov. 2021: Seltsames "Flugobjekt" auf dem Mars: Vogel, Aliens, Fake, NASA-Bluff, Pixelfehler? (Bilder: NASA / Montage: Fischinger-Online)
Video vom Nov. 2021: Seltsames „Flugobjekt“ auf dem Mars: Vogel, Aliens, Fake, NASA-Bluff, Pixelfehler? (Bilder: NASA / Montage: Fischinger-Online)

Bereits 2019 schickte der NASA-Rover „Curiosity“ ein kurioses Foto vom Mars zur Erde. Auf diesem sieht man am Horizont eindeutig ein schwarzes Etwas am Himmel fliegen, dass bei näherer Betrachtung sogar wie ein Vogel im Flug aussieht. Wohl deshalb hielten viele das Bild für einen Fake. Doch das Bild ist echt. Nur was es tatsächlich war oder ob da überhaupt etwas am Himmel flog, lässt sich nicht feststellen. Interessant ist das Bild dennoch. Ebenso wie dessen Deutungen, wie Ihr es in diesem Mystery Files-Video vom November 2021 seht.


Unbekanntes Flugobjekt auf dem Mars

Machte der Rover „Curiosity“ der NASA auf dem Mars ein sensationelles Foto? Ein schon 2019 auf dem Roten Planeten geschossenes Bild zeigt etwas scheinbar überaus seltsames Himmel, das einem Vogel im Flug ähnelt. Aber was ist das und wo kommt das interessante Mars-Foto her? Ein Beweis für Aliens oder Fake?

Viele Frage zu einem einziges Foto des Planeten, zweifellos. Dennoch zeigt es klar erkennbar am Himmel über unseren Nachbarplaneten etwas Schwarzes fliegen oder schweben, das wie ein Vogel im Flug mit seinen Flügeln aussieht. Sollte es sogar in Wahrheit einer sein? Gibt es Leben auf dem Mars? Oder sind es doch Außerirdische von ganz woanders, die hier mit ihrem UFO vor einer der Kameras des Mars-Rovers Curiosity vorbei flogen?

Oder – ganz anders – hat die NASA vergessen auf diesem Bild einen irdischen Vogel zu retuschieren, da sie in Wahrheit überhaupt nicht auf dem Mars sind?

Sogenannte Mars-Anomalien (auch auch vom Mond) kursieren in der einschlägigen Mystery-Gemeinde seit Jahrzehnten immer wieder. Sie sind nicht mehr zu zählen. In einigen Videos auf dem Mystery Files-Video-Kanal sowie Beiträgen auf diesem Blog wurden einige davon immer mal wieder thematisiert. Bei der Vielzahl an entsprechenden Bildern kann man aber bei weitem nicht alle dieser mutmaßlichen Anomalien diskutieren.

Fake, Vogel oder digitaler Fleck?

Dieses Bild von 2019 fand ich dann doch spannend, als ich es kürzlich erstmals sah. Wie immer wurde es auch in diesem Fall mit einer mangelhaften Herkunftsangabe und fehlenden Hintergrundinformationen im Netz verbreitet.

Darum bin ich für Euch diesen „Mars-Vogel“ einmal auf den Grund gegangen. Immerhin meinten Skeptiker sogar, dass es ein Fake sei. Was es nicht ist, wie sich herausstellte. Aber sind es wirklich Aliens?

Doch was wir da in Wahrheit sehen, muss jeder für sich entscheiden. Ich stelle Euch in diesem Video vom 26. November 2021 die Hintergründe des Bildes einmal vor. Ebenso 4 mögliche Erklärungen oder Deutungen, aus denen ihr Euren Favoriten aussuchen könnt. Die Originalquelle des Bildes findet Ihr HIER.

Bleibt neugierig …

Video

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Eine Koralle oder Pflanze auf dem Mars? NASA-Rover „Curiosity“ fotografiert eine mineralische „Mars-Blume“ auf dem Roten Planeten

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Mars-Rover Curiosity fotografiert Mars-Blume aus Mineralien (Bilder: NASA/JPL-Caltech/MSSS / Montage: Fischinger-Online)
NASA-Rover Curiosity fotografiert „Mars-Blume“ aus Mineralien (Bilder: NASA/JPL-Caltech/MSSS / Montage: Fischinger-Online)

Der Mars-Rover „Curiosity“ machte am 25. Februar im „Gale-Krater“ auf unserem Nachbarplaneten ein erstaunliches Bild. Darauf erkennt man eine Struktur, sie einer Pflanze oder Koralle sehr ähnlich sieht und inzwischen „Mars-Blume“ genannt wird. Woher aber stammt diese Struktur auf dem Roten Planeten?


Korallen und Blumen auf dem Mars?

Im November 2011 startete die NASA die Mission „Mars Science Laboratory“ (MSL) zum Planeten Mars. Mit an Bord befand sich der Rover „Curiosity“, der am 5. August 2012 sicher auf dem Mars landete und seit dem zuverlässig seinen Dienst verrichtet. Einen Tag später wurde die Landung bestätigte und damit feiert der Rover in diesem Sommer sein 10-jähriges Jubiläum.

Ein Meilenstein der Mars-Forschung, der seit dem zahllose Fotos und Daten zur Erde schickte. Hierbei erregen auch immer wieder einzelne Mars-Fotos das Interesse von Laien-Forschern. Sie glauben auf nicht wenigen Bildern des Rovers vom Mars Strukturen oder sogar Objekte zu erkennen, die da nicht hingehören. Spekulative Beweise, dass es dort Leben gibt oder sogar vorzeitliche Spuren einer längst versunkenen Mars-Zivilisation zu sehen sind.

Jetzt veröffentlichten die Missions-Verantwortlichen der NASA erneut ein Foto, das viele erstaunt. Ein Bild, auf dem eine Struktur zu erkennen ist, die wie eine Pflanze, eine Meerschwamm oder eine Koralle auf dem Roten Planeten aussieht. Und damit nach Leben.

Aufgenommen wurde das Bild (hier) vom „Mars Hand Lens Imager“ (MAHLI) an Bord des Rovers „Curiosity“ am 25. Februar 2022 (Sol 3397, 10:59:54 UTC). Dabei handelt es sich um ein aus mehreren Fotos zusammengesetztes Bild, die die Kamera am Ende des Roboterarms des Rovers machte. Durch diese „Fokuszusammenführung“ genannte Technik können unter anderem Fotos von herangezoomten und vergrößerten Objekten zusammengesetzt werden. Im Endergebnis bekommt man so eine detaillierte Aufnahme.

Mineralische Ablagerungen

„Auf diese Weise können bis zu acht Bilder zusammengeführt werden, wodurch die Anzahl der zur Erde zurückgesendeten Bilder auf zwei reduziert wird“, schreibt die NASA dazu in ihrer Bildbeschreibung der „Blume“. Denn die „außerirdische Koralle“ ist in Wahrheit sehr winzig, nur etwa einen Zentimeter klein.

Die „Mars-Blume“ sowie die beiden runden Dinger daneben sind jedoch kein Leben auf unserem Nachbarplaneten. Hierbei soll es sich vielmehr um mineralische Ablagerungen handeln, die durch flüssiges Wasser vor Millionen oder Milliarden Jahren entstanden. Zu einer Zeit also, als der Planet flüssiges Wasser in Seen, Ozeanen und Meeren an seiner Oberfläche hatte. So auch an diesem Ort, denn das Foto entstand im „Gale-Krater“, den der Rover untersucht. Hier lag einst wahrscheinlich sein See.

Entstanden ist die Struktur durch mineralhaltiges Wasser, dass sich in Spalten oder Röhren absetzte. So entstünden nach dem Verschwinden des Wasser derartige Mineral-Strukturen, die bereits in den Jahren zuvor immer wieder entdeckt wurden. Unter anderem auch von dem Rover „Opportunity“, einem Vorläufer-Modell von „Curiosity“, schon am 9. Februar 2004. Diese waren kugelförmig und schimmerten bläulich, weshalb diese Gebilde den Spitznamen „Mars-Blaubeeren“ bekamen.

Die Planetenforscher kennen demnach solche Objekte, die sie „Blackthorn Salt“ nennen. Sie sind ein wichtiger Teil bei der Suche nach Leben auf unserer Nachbarwelt im Kosmos. Doch eine so brillante und detaillierte Aufnahme einer derartigen Mineral-Formation erreichte bisher wohl nicht die Erde.

Was dieses Bild – für sich alleine genommen – jedoch erneut zeigt, ist, dass es ebenso gut auf der Erde entstanden sein könnte. Sorgsam platziert an einem irdischen Sandstrand oder in der Wüste Kaliforniens.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Kurioses Foto vom Mars erstaunt die Netzgemeinde – in vielerlei Hinsicht: Fällt der Mars-Rover „Perseverance“ schon auseinander?

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Kurioses Foto vom Mars erstaunt die Netzgemeinde - in vielerlei Hinsicht (Bild: NASA/JPL-Caltech/ASU / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Kurioses Foto vom Mars erstaunt die Netzgemeinde – in vielerlei Hinsicht (Bild: NASA/JPL-Caltech/ASU / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Seit Jahrzehnten faszinieren Fotos vom Mars und von seiner Oberfläche viele Menschen. Vor allem all jene, die auf diesen Aufnahmen „Anomalien“ zu erkennen glauben. Artefakte und Objekte, die da nicht hingehören. Von ganzen Gebäuden bis Alien-Artefakten und Tieren wurde auf diesen Mars-Fotos schon alles entdeckt. Meist nur sehr undeutlich und nur mit viele Fantasie wirklich zu erkennen. Anders bei einem neuen Foto des Mars-Rovers „Perseverance“ der NASA, auf dem eindeutig ein technisches Artefakt zu sehen ist. Und das sorgt für Spekulationen, die teilweise sogar besagten, dass die NASA überhaupt nicht auf dem Mars ist.


Der Mars und die Marsianer

Unser Nachbarplanet Mars fasziniert die Menschen seit jeher. Und so galt es einst als vollkommen normal anzunehmen, dass auf dem Roten Planeten Außerirdische existieren. Marsmenschen oder Marsianer waren keine Fantasie, sie waren real und teilweise Stand der Wissenschaft. Wie beispielsweise in diesem Mystery Files-Artikel HIER dokumentiert.

Nach und nach änderte sich das Bild des Mars und seiner angeblichen Zivilisation dort. Doch noch im Zeitalter der aufkommenden UFOs waren Kontakte mit angeblichen Marsbewohnern in gewissen Kreisen der UFO-Szene Normalität. Es waren sogenannte Kontakter, die vor allen in den 1950er und 1960er Jahren vorgaben, mit solchen Aliens vom Mars in Verbindung zu stehen. Heute sind diese UFO-Kontaktler untrennbar mit der Historie des UFO-Phänomens verbunden. Und diese Zeit wirkt bis heute nach.

Im Zuge der aufkommenden Raumfahrt zum Mars änderte sich das Bild unseres Nachbarn. Vor allem durch die ersten Mars-Fotos, die Raumsonden von seiner Oberfläche machten. Keine Spur einer Zivilisation von Marsmenschen war zu sehen. Was nicht bedeutet, dass es sie nicht einst doch gab. Denn spätestens seit den 1970er Jahren, als die ersten Raumfahrzeuge auf dem Mars landeten und die Fotos immer besser wurden, wurden viele stutzig.

Immer wieder wurden Fotos von der Oberfläche des Planeten und auch aus dem Orbit heraus mit neugierigen Augen begutachtet. Auf einigen von ihnen soll „etwas nicht stimmen“, so eine bis heute weit verbreitete Überzeugung. Immerhin haben die Menschen seitdem eine ganze Flotte von Raumfahrzeugen, Landegeräten und Fahrzeugen zum Mars geschickt. Unzählige Und so stehen heute unzählige Fotos online zur Verfügung, auf denen immer wieder sogenannte Mars-Anomalien zu sehen sein sollen. Anomalien, die wohl jemand bei der NASA vergessen hat zu vertuschen und zu retuschieren …

Anomalien auf dem Mars

Meistens sind diese Bildfunde nichts als wilde Spekulation. Alles und Nichts kann man dort sehen oder mit viel Fantasie hinein deuten. So, wie es auch getan wird, wenn man sich die zahllosen „Enthüllungen“ ansieht, die hierzu immer wieder publik werden. Von Pyramiden, abgestürzten UFOs und Tieren über Roboter bis Knochen und humanoide Aliens wurde schon alles auf dem Mars entdeckt und „nachgewiesen“.

Leider sind alle diese Entdeckungen mehr als unklar. Nicht selten ist hier Wunschdenken oder sogar Sensationsgier der Grund für diese angeblich spektakulären Funde auf dem Mars. Hin und  wieder, wie HIER gezeigt, wird dabei sogar mit etwas Bildmanipulation nachgeholfen. Üblich ist vor allem aber auch, dass entsprechende Bilder ohne exakte Quelle und bis ins unkenntliche vergrößert wiedergegeben werden. Ohne Nennung einer Bildnummer und damit Herkunft wird gerne auch nur ein kleiner Ausschnitt eines Gesamtbildes präsentiert. Dieser zeige dann dieses oder jenes, was da nicht hingehören soll.

Eigentlich bedauerlich, da dass Thema Mars-Anomalien durchaus bis heute spannend ist. Denn wenn Außerirdische hier waren oder sind – warum sollten sie nicht auch den Mars besucht haben? Warum ihn nicht sogar gleich als „Stützpunkt“ nutzen, um vor den Augen der Menschen verborgen zu bleiben? Oder wieso soll der Rote Planet einstmals nicht sogar quasi von diesen in großem Umfang „besiedelt“ worden sein? Theoretisch spricht nichts dagegen …

Davon wollen etablierte Planetenforscher nichts wissen. Der Mars ist öde und eine Wüste. Dort gebe es keine Beweise für intelligentes Leben im oder aus dem All, ist deren einhellige Überzeugung. Mikroorganismen, das wäre das einzige, was dort vielleicht heute noch lebt.


Mars-Foto zeigt Metallobjekt

Um so hellhöriger werden Mars- und Alien-Fans (mich eingeschlossen) wenn Mars-Bilder auftauchen, die ausnahmsweise nicht ein verschwommenes oder verpixeltes Etwas zeigen. So wie aktuell auf einem Mars-Bild, das vor allem in den sozialen Netzwerken die Runde macht.

Auf diesem Bild (s. Titelbild) erkennt man eindeutig ein künstliches Objekt auf der Planetenoberfläche. Ein technisches und scheinbar mechanisches Bauteil aus Metall, das einsam und verlassen auf dem Wüstenboden herumliegt. Umgehend wurde eine erste Erklärung ins Spiel gebracht: Das Bild ist ein Fake, da es eben zu deutlich ist. Doch schon die zweite Interpretation vieler in der Netzgemeinde brachte „Klärung“, da sich einige die Mühe machten nach der exakten Herkunft des Fotos zu fahnden. Und die war auch sehr schnell gefunden.

Es ist ein Bild des Rovers „Perseverance“ der Mission „Mars 2020“, über die in diesem Mystery Files-Video HIER bereits berichtet wurde. Eine spannende Mars-Mission, die (mal wieder) Leben auf dem Mars suchen soll. Es ist damit ein sehr neues Bild aus dem Kosmos, dass die NASA auf der Missions-Seite selber hochgeladen hat. Wie unzählige weitere Aufnahmen auch. Aufgenommen wurde es am 16. Februar 2022 am Missions-Tag Sol 353 (Zeit: 11:35:50) und dazu heißt es in der Originalquelle:

Der Mars Perseverance Rover der NASA hat dieses Bild mit seiner linken Mastcam-Z Kamera aufgenommen. Mastcam-Z ist ein Kamerapaar, das sich hoch oben am Mast des Rovers befindet.

Einige in der Netzgemeinde meinten daraufhin, dass das Ding auf dem Boden damit wohl die linke Mastcam-Z-Kamera ist. Sie wäre quasi abgefallen und läge nun im Staub herum. Ebenso wurde darauf verwiesen, dass dieses technische Bauteil kaum sehr lange dort liegt, da keinerlei Staub um und auf diesem zu sehen ist.

Das Bild zeigt natürlich nicht die entsprechende Kamera, die hier einfach verloren wurde, da wohl ein Ingenieur die Schrauben nicht fest genug anzog.

Ein unabsichtlich verlorenes Bauteil?

Aufnahme von hochauflösenden Video-, Panorama-, Farb- und 3D-Bildern der Mars-Oberfläche und von Merkmalen in der Atmosphäre mit einem Zoomobjektiv zur Vergrößerung entfernter Ziele.

Die Mastkamera (Bild: NASA)
Die Mastcam-Z des Rovers (Bild: NASA)

So beschreibt die NASA selber die wichtige Aufgabe dieser Mastcam-Z  des Rover. Ein enorm wichtiges Instrument von „Perseverance“, wie eigentlich alle Bauteile an Bord, das mal nicht ebenso herunterfällt oder „abgeworfen“ wird. Ich glaube nicht, dass sich der Rover nach so kurzer Betriebszeit schon in seine Einzelteile auflöst. Dazu aber gleich mehr. Auch lässt sich leicht auf den technischen Seiten der NASA nachsehen, wie diese Kameras aussehen und aufgebaut sind, wie im Bild oben zu sehen.

Was aber ist das Objekt dann? Dazu fällt ein weiteres NASA-Bild des Rovers auf, dass am 18. Januar 2022 (Sol 325) entstand und einst zum „Bild der Woche“ gewählt wurde. Zu diesem Foto schreibt die US-Weltraumbehörde allerdings nur:

Der Mars Perseverance Rover der NASA nahm dieses Bild mit seiner SHERLOC WATSON-Kamera auf, die sich auf dem Turm am Ende des Roboterarms des Rovers befindet.

Dieses Gerät ist eine „Farbkamera, die Nahaufnahmen von Gesteinskörnern und Oberflächenstrukturen macht“, so die Technik-Seite der NASA zu der Mission unter anderem dazu. Es ist aber nicht diese Kamera an sich, wie ein Bildvergleich zeigt. Was genau an diesem Tag da fotografiert wurde, sagt die NASA nicht. Auch eine überaus detailliere 3D-Animation des Rovers, die die NASA online zur Verfügung stellt, hilft da nicht weiter. Zumindest fand ich dort keine Entsprechung.

"Bild der Woche": Fehlt das Bauteil genau dort? (Bild: NASA)
„Bild der Woche“: Fehlt das Bauteil genau dort? (Bild: NASA)

Der Rover selber hat insgesamt unglaubliche 23 Kameras an Bord. Ein Teil einer solchen scheint es mutmaßlich nicht zu sein. Auf dem Foto Sol 325 vom 18. Januar 2022 (Zeit: 12:17:30) scheint aber genau ein solches Bauteil oben zu fehlen. Unten ist ein zweites Objekt dieser Art noch montiert und offenbar sieht man Schmutz oder Dreck vom Marsboden auf dem Foto, wo das Teil zu fehlen scheint.

Fotos aus dem Studio?

Und genau das macht die Sache kurios. Auf dem Foto von Sol 353 mit dem Objekt auf dem Boden, sieht man Fahrspuren von „Perseverance“ im Sand. Diese gerillten Abdrücke dort entsprechen zumindest dem Radprofil des Fahrzeuges. Es ist wohl nicht falsch anzunehmen, dass ein solches Bauteil einfach abgeworfen wurde, da man es nicht mehr benötigt. Doch es erweckt den deutlichen Eindruck, dass der Rover dieses Rohr oder diesen Flansch versehentlich verlor, als er langsam da entlang fuhr.

Sollte sich der Hightech-Rover auf dem Mars in seine Bestandteile auflösen, ist das schon merkwürdig. Immerhin kann kein Pannendienst hier mal eben zur Hilfe eilen. Zumindest wenn wir den Worten der Wissenschaftler glauben. Denn längst nicht alle sind überzeugt, dass die NASA (oder wer auch immer) wirklich auf dem Mars ist! Auch angesichts dieses Fotos wird spekuliert, dass alles eine große Verschwörung sei und diese Aufnahmen nur Fakes. Entstanden sind sie irgendwo in einem Studio oder auf einem irdischen Wüstengelände.

Schaut man sich solche Fotos an, muss man zugeben, dass sie für sich genommen ebenso gut auf der Erde gefälscht worden sein können. Das ist sogar sehr einfach und ohne großen Aufwand möglich. Auch ich habe spontan entstandene Handy-Fotos von meinem Hund in einer Sandgrube, die ebenso gut auf dem Mars gemacht worden sein könnten ….

Bohrkopf des Rovers (Bild: NASA)
Bohrkopf des Rovers (Ausschnitt) – liegt ein solcher auf dem Mars herum? (Bild: NASA)

Weltraumschott oder wichtiges Behältnis?

Wenn ein Rover etwas nicht mehr benötigt, muss es seinen Dienst bereits getan haben. Auf dem Twitter-Profil des NASA-Rovers „Perseverance“ könnte sich die Lösung verbergen. Dort finden sich Fotos eines Bohrkopfes des Rovers, der am Roboterarm angebracht ist. Unter anderem ein Foto, wo dieser im Fels steckt, was naturgemäß auch dessen Aufgabe ist. Insgesamt seien 10 Bohrköpfe an Bord, so die NASA bei Twitter. Einige davon dienen zum Bohren und „zum Sammeln von Proben“ und andere „zum Abschleifen von Steinen„.

Die Ähnlichkeiten sind auffällig. Nur Weltraumschrott also, den man nicht mehr benötigte? Dafür spräche auch der erwähnte Mars-Dreck auf dem zweiten Bild. Was das Metallstück aber dort mitten auf dem Foto fernab von irgendwelchen Felsen zu suchen hat, bleibt offen.

Außer, dass man hier weit in die Zukunft plante. Und zwar für eine spätere Mission zum Mars, bei der dieser Bohrkopf wieder eingesammelt wird. In diesem Fall wäre das Objekt zugleich ein Behältnis für eine Boden- oder Gesteinsprobe, die im Inneren sicher verwahrt wird. Bis ein zukünftiges automatisches Landegerät das „Ding“ wieder einsammelt, in eine entsprechende Vorrichtung an Bord verfrachtet und diese dann auf den Weg zur Erde gesandt wird.

Immerhin sehnen sich Mars-Forscher auf der Erde nach frischen Proben direkt vom Mars. Wobei diese mutmaßliche Probe in dem zylindrischen Metallobjekt einsam und lieblos im Wüstensand sicher alles andere als spektakulär aussieht.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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VIDEO: Elon Musk hat mit SpaceX große Pläne: Die Rettung der Menschheit und eine Stadt auf dem Mars als „neue Arche Noah“

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Video: Elon Musk hat bescheidene Pläne: Die Rettung der Menschheit und eine Stadt auf dem Mars (Bild: WikiCommons/Spongy101010 / CC BY-SA 4.0)
Video: Elon Musk hat bescheidene Pläne: Die Rettung der Menschheit und eine Stadt auf dem Mars (Bild: WikiCommons/Spongy101010 / CC BY-SA 4.0)

Im vergangenen Jahr erklärte das bekannte „Time Magazine“ Elon Musk zur Person des Jahres. Der Unternehmer verändere als Elektroautobauer mit Tesla und seinem Weltraumunternehmen SpaceX immerhin die Welt. Die Welt ist ihm aber nicht genug, wie er in einem „Time“-Interview und auf Twitter verkündete. Er wolle die Menschheit vor dem Untergang retten, den Beispielsweise ein Asteroideneinschlag bringen könnte. Darum träumt er davon auf dem Mars eine Stadt als moderne Arche Noah zu errichten. Mehr über seine (nicht neuen) Träume, in diesem Mystery Files-Video vom 12. Januar 2022.


Elon Musk und SpaceX: Griff zum Mars

Elon Musk als Chef von Tesla und SpaceX hat große Pläne Sehr große. Ihm liegt die Rettung der Menschheit am Herzen. Und zwar wünscht er sich, dass auf dem Mars eine Stadt als „Arche Noah“ gebaut wird. Inklusive Tiere, falls eines Tages die Erde bedroht werde! Zum Beisiel durch Asteroiden.

Grundsätzlich falsch liegt er mit seinen Träumereien von der Zukunft der Menschheit und Raumfahrt sicher nicht. Und neu sind diese Ideen und Gefahren auch nicht, auf die er im November 2021 bei Twitter hinwies.

Schon Jahrzehnte vor ihm wiesen immer wieder Wissenschaftler wie Laien auf die Gefahr durch Asteroiden hin, die unsere Erde täglich ausgesetzt ist. Irgendwann wird wieder ein Komet oder Asteroid einschlagen. Dabei könnte unsere Zivilisation und die Erde, wie wie sie kennen, vernichtet werden.

Was also tun?

Obwohl der Unternehmer Elon Musk allgemein vor allem als Chef des Autobauers Tesla bekannt ist, hat er natürlich auch noch das Raumfahrtunternehmen SpaceX. Und mit diesem hat er große Pläne, wie er jüngst in einem Interview mit dem berühmten „Time Magazine“ verkündetet. „Time“ hatte ihn zur „Person des Jahres 2021“ gekürt.

In diesem Interview träumt er davon, dass SpaceX in 5 Jahren schon zum Mars fliegen wird. Ein erster Schritt für eine ganze Stadt auf dem Planeten Mars, die er sich erträumt. Inklusive Tieren der Erde als eine Art von neuer Arche Noah. Die Menschheit sei so endlich eine Spezies im Weltraum und mit zwei Standorten im Universum natürlich sicherer vor einem #Weltuntergang.

Mehr über Musk seine Träume im Kosmos in diesem Video vom 12. Januar 2022.

Bleibt neugierig …

Video vom 12. Januar 2022 auf Mystery Files

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Der „Baumring-Krater“: Verblüffendes Foto vom Mars verrät die Vergangenheit – und könnte bei der Suche nach Leben helfen (+ Videos)

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Der "Baumringe-Krater": Verblüffendes Foto vom Mars verrät die Vergangenheit (Bild: ESA/Roscosmos/CaSSIS, CC BY-SA 3.0 IGO)
Der „Baumring-Krater“: Verblüffendes Foto vom Mars verrät die Vergangenheit (Bild:
ESA/Roscosmos/CaSSIS, CC BY-SA 3.0 IGO)

Auf unserem Nachbarplaneten Mars hat eine Raumsonde einen Krater fotografiert, dessen Aussehen die beteiligten ESA-Forscher treffend mit „Baumringen“ vergleichen. Ein beeindruckendes Foto. Und es verrät den Mars-Forschern weit mehr, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Auch zu Frage nach Leben auf dem Mars.


Invasion zum Mars

Seit Jahrhunderten steht unser Nachbarplanet Mars unter neugieriger Beobachtung der Erdlinge. Vielfach mit dem Hauptaugenmerk, wo dort die Marsianer sind, was sie tun und wie sie wohl aussehen mögen. Dieses zivilisierte Mars-Leben ist dank moderner Forschung längst vom Tisch. Niemand glaubt mehr wirklich daran, dass dort eine Mars-Zivilisation bis heute existiert. Wohl aber könnte es dennoch Leben auf dem Mars geben. Sogar noch heute.

Dieses Leben bestünde, sofern es nicht bereits vergangen ist, aus Mikroorganismen. Kleinstlebewesen, die in geeigneten Nischen auf dem Roten Planten bis heute überlebt haben könnten. Etwa in Kratern oder unter der staubigen Oberfläche. Vielleicht entstand sogar auf dem Mars das Leben früher als auf unserer Erde. Von dort könnte es theoretisch durch Mars-Meteoriten zu uns gekommen sein. Ausschließen kann diese von einigen Forschern diskutierte These niemand (s. a. 2. Video unten).

Doch obwohl seit Jahrzehnten die Menschheit unzählige Raumfahrzeuge, Roboter, Rover-Fahrzeuge und Landegeräte zum Mars schickt, ist die Frage nach dortigen Leben noch immer nicht geklärt. Eine regelrechte Invasion zum Mars ist seit Jahren im Gange. In den kommenden Jahren wird sich die Frage nach Mars-Leben nach Jahrhunderten der Suche wahrscheinlich auch klären.

Was die neugierigen Wissenschaftler aber erreicht haben, sind unzählige Einblicke in die Welt des Mars. In seine Frühzeit, seine Geologie, seine Atmosphäre und seine Entwicklung. Immerhin, so wird heute praktisch von allen Planetenforschern angenommen, war der Mars vor Milliarden Jahren eine Welt, die der Erde nicht unähnlich war. Mit Flüssen und Ozeanen und einem weit milderen Klima. Noch heute verrät die Geologie dieser Welt den Forschern viel aus dieser lange zurück liegenden Zeit. Zugleich erfahren wir aus ihr aber auch, was aktuell dort los ist. Unter anderem, dass auf unserem Nachbarn offenbar noch immer Wasser existiert. Unter gewissen Voraussetzungen auch flüssiges Wasser.

Ein Mars-Krater wie „Baumringe“

Eine dieser geologischen Formationen, von der sich Astronomen Erkenntnisse über den Mars erhoffen, ist ein ganz besonderer Meteoritenkrater auf seiner Oberfläche. Die europäische Weltraumorganisation ESA bezeichnet sein Aussehen als „Baumringe“. Denn seine Strukturen erinnern sogar farblich an die Ringe in einem Baumstamm, wie es das Titelbild hier zeigt (Bild in HD HIER).

Aufgenommen wurde das Foto am 13. Juni 2021 von Bord des Raumfahrzeuges „ExoMars Trace Gas Orbiter“ (TGO) in dem nördlichen Mars-Gebiet „Acidalia Planitia“. TGO ist ein Gemeinschaftsprojekt der ESA und der russischen Roscosmos, das im März 2016 zum Mars geschickt wurde. Und so schreibt die ESA zu dem am 28. Januar veröffentlichten Foto unter anderem:

Dieses Objekt könnte leicht mit einem Baumstumpf mit charakteristischen konzentrischen Ringen verwechselt werden. In Wirklichkeit ist es ein beeindruckender Blick aus der Vogelperspektive auf einen eisreichen Einschlagskrater auf dem Mars. Baumringe liefern Momentaufnahmen des vergangenen Klimas auf der Erde, und obwohl sie auf ganz andere Weise entstanden sind, verraten die Muster in diesem Krater auch Details aus der Geschichte des Roten Planeten.

Das Innere des Kraters ist mit Ablagerungen gefüllt, die wahrscheinlich reich an Wassereis sind. Es wird vermutet, dass diese Ablagerungen zu einem früheren Zeitpunkt in der Geschichte des Mars entstanden sind, als die Neigung der Drehachse des Planeten die Bildung von Wassereisablagerungen in niedrigeren Breitengraden als heute ermöglichte. Genau wie auf der Erde führt die Neigung des Mars zu Jahreszeiten, aber im Gegensatz zur Erde hat sich seine Neigung über lange Zeiträume hinweg dramatisch verändert.

Die deutlich sichtbaren, kreisförmigen Brüche, die den Krater an Baumringe erinnern lassen, sind für die Forscher besonders interessant. Ebenso wie tatsächliche Baumringe für Biologen und Klimaforscher vor Interesse sind.

Leben auf dem Mars

Damit war es auch schon mit den Parallelen.

Diese ringförmigen Spuren in den Ablagerungen des Kraters sind Bruchmuster, die „wahrscheinlich das Ergebnis jahreszeitlicher Temperaturschwankungen“ auf dem Mars sind, so die ESA. „Eine zyklische Ausdehnung und Kontraktion des eisreichen Materials“ innerhalb des Kraters habe diese Risse entstehen lassen. Genau solche Spuren sind es, die all jene Wissenschaftler interessieren, die nach Leben auf dem Mars suchen. Frei nach dem grundsätzlichen Motto: „Wo flüssiges Wasser ist, da ist auch Leben.“

Ob es in diesem „Baumringe-Krater“ Leben gibt, weiß natürlich niemand. Die Aufnahme entstand aus dem Orbit heraus. Kein Rover mit entsprechenden Geräten und Sensoren an Bord befindet sich in diesem Krater. „Die Erforschung der Geschichte des Wassers auf dem Mars und der Frage, ob dies einst Leben ermöglichte, steht im Mittelpunkt der ExoMars-Missionen“, kommentiert auch die ESA dieses Foto. Und weiter:

Die Sonde liefert nicht nur spektakuläre Bilder, sondern auch die bisher beste Bestandsaufnahme der atmosphärischen Gase des Planeten mit besonderem Schwerpunkt auf geologisch und biologisch wichtigen Gasen und kartiert die Oberfläche des Planeten auf wasserreiche Stellen.“

Solche Orte werden im Vorfeld jeder Mars-Missison mittels Satelliten im Orbit ausgekundschaftet. Daraufhin stecken die Forscher und Techniker ihre Köpfe zusammen und wählen einen zukünftigen Landeplatz kommender Missionen aus. Besser gesagt mehrere, da immer auch Ausweichziele bestimmt werden. Ein Plan B oder sogar C erhört die Erfolgschancen entsprechender Landungen und Untersuchungen. Auch der Orbiter der „ExoMars“-Mission, der diese Aufnahme machte, ist nur ein Teil weiterer Erkundungen:

Es wird auch Datenübertragungsdienste für die zweite ExoMars-Mission, bestehend aus dem Rosalind-Franklin-Rover und der Kazachok-Plattform, bereitstellen, wenn diese im Jahr 2023 auf dem Mars eintrifft. Der Rover wird eine Region des Mars erforschen, in der sich vermutlich einst ein alter Ozean befand, und unterirdisch nach Anzeichen von Leben suchen.“

Hoffen wir, dass es bald gefunden wird …

Video-Auswahl zum Thema

Video vom 10. März 2021 auf Mystery Files

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Video vom 11. April 2019 auf Mystery Files

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Video vom 18. Januar 2021 auf Mystery Files

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Video vom 30. März 2019 auf Mystery Files

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Diskussion um den Marsmeteoriten ALH 84001: Kein Beweis für Leben auf dem Mars, so eine neue Studie (+ Videos)

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Diskussion um den Marsmeteoriten ALH 84001: Kein Beweis für Leben auf dem Mars, so eine neue Studie (Bilder: NASA / Montage: Fischinger-Online)
Diskussion um den Marsmeteoriten ALH 84001: Kein Beweis für Leben auf dem Mars, so eine neue Studie (Bilder: NASA / Montage: Fischinger-Online)

1996 wurde offiziell bekannt gegeben, unter anderem vom damaligen US-Präsidenten Clinton, dass man Leben auf dem Mars gefunden habe. Enthalten in einem Marsmeteoriten, der vor rund 13.000 Jahre in der Antarktis einschlug. Seit dem sorgt der als ALH 84001 bekannte Brocken vom Mars für Diskussionen. Nun wurde ein neue Studie dazu vorlegt. Darin erklären die Forscher, dass die damals gefundenen Spuren von Leben auch nicht-biologisch erklärt werden können.


ALH 84001 und Leben auf dem Mars

Einen Tag nach Weihnachten 1984 fanden Forscher in den Allan Hills in der Antarktis einen ungewöhnlich aussehenden Gesteinsbrocken. Einen Meteoriten, wie sich schnell herausstellte, und der heute als ALH 84001 bekannt ist.

Erst 1993 identifizierte genauere Untersuchungen den Stein aus dem All als ein Stück vom Mars. Ein sensationeller Fund, da solche Meteoritenfunde zwar sehr häufig sind, aber nicht solche, die von unserem Nachbarplaneten stammen. Das Alter des nicht ganz 2 Kilogramm wiegenden ALH 84001 wurde auf knapp 4 Millionen Jahre beziffert. Vor 15 Millionen Jahren wurde er durch einen Impakt aus der Marsoberfläche herausgeschleudert und begann seine Millionen Jahre dauernde Reise durch das All. Sie endete erst vor etwa 13.000 Jahren, als der Marsbrocken in den Allan Hills der Antarktis einschlug, wo ihn tausende Jahre später neugierige Forscher fanden.

Eine wahrliche Odyssee, die den Seltenheitswert solcher Objekte vom Mars deutlich macht. Es dauert nochmal bis zum Jahr 1996 bis dieser Stein auch außerhalb der wissenschaftlichen Gemeinde Berühmtheit erlangte. Denn Wissenschaftler um David S. McKay gaben im Sommer dieses Jahres bekannt, dass sie Spuren von Leben auf dem Mars in dem Meteoriten gefunden hätten. Selbst fossile Bakterien glaubten sie in dem Gestein zu erkennen. Im Titelbild ist ein solches „Exemplar“ künstliche eingefärbt zu sehen.

Stein des Anstoßes

Die Sensation war perfekt, als der damaligen US-Präsident Bill Clinton öffentlich vor Pressevertretern bekannt gab, dass man hiermit außerirdisches Leben gefunden habe. Ein Neuigkeit und Entdeckung, die wie kaum eine Zweite die Nerv der damaligen Zeit traf. Die Entdeckung von Exoplaneten durch Astronomen, der Alien-Kinohit „Independence Day“, das UFO-Phänomen, die NASA-Mission „Pathfinder“ mit ihrem kleinen Rover auf dem Mars die TV-Serie „Akte  X“ waren damals in aller Munde. Vor allem auch durch das explosionsartig boomende Internet. Und nun kam ein Brocken vom Mars, der Spuren von Leben in sich barg.

Ein unvergleichlicher Medienhype folgte. Auch in den deutschen „Leitmedien“ und Zeitungen, die Titelstorys brachten. Nicht nur die Frage nach (intelligenten) Außerirdischen rücken noch weiter in den Fokus, sondern auch, ob das irdische Leben vielleicht sogar ursprünglich vom Mars gekommen sein (s. 1. Video unten). An Bord solcher Steine vom Mars.

Obwohl es im Laufe der Jahre sehr ruhig in der Öffentlichkeit um ALH 84001 wurde, blieben der Brocken für die Forschung spannend. Zumal auch andere Marsmeteoriten wie etwa ALH 77005 mutmaßliche Spuren von Leben auf dem Roten Planeten zeigten. Schnell wurden aber auch die ersten Ergebnisse angezweifelt. Weitere Untersuchungen folgten, die bis heute andauern. Hier herrscht die Grundkritik vor, dass die in ALH 84001 entdeckten Spuren und sogenannten Lebensmarker auch durch anorganische Prozesse hätten entstehen können. Sie wären damit zwar vorhanden, aber kein Beweis für einstiges oder sogar noch existierendes Leben auf unserer Nachbarwelt.

Nicht-biologische Aktivitäten

Neue Nahrung bekommt diese schier endlose Kontroverse nun durch eine erneute Untersuchung des Meteoriten, die jüngst in „Science“ erschien. Darin erklären der Astrobiologe Andrew Steele, leitender Wissenschaftler an der „Carnegie Institution for Science“ in Washington, und sein Kollegenteam, dass die organischen Verbindungen und Hinweise auf Leben in dem Stein eben nicht von solchem herrühren. Beispielsweise sei der entdeckte Kohlenstoff die Folge von über das Gestein fließendes Wasser (Salzwasser) und damit anorganisch (abiotisch genannt) .

Neu sind diese Aussagen nicht. Schon nach Bekanntgaben von „Leben auf dem Mars“ wurden die Ergebnisse angezweifelt. Sie seien ganz einfach vollkommen übereilt gewesen und zogen anderen Erklärungen nicht in Betracht, hieß es schon in den 1990er Jahren. Es waren damals aber keine Fake-News gewesen, wie auch Steele und seine Kollegen schreiben. Die Deutungen seien 1996 durchaus sachlich und logisch gewesen, so die Forscher. Heute ist man weiter als vor 25 Jahren, so dass chemischen Verbindungen in dem Gestein anorganisch interpretiert werden können.

Die entdeckten organischen Chemikalien haben demnach ihren Ursprung in nicht-biologische Aktivitäten. Wechselwirkungen von Vulkangestein und salzigem Wasser, was auch auf unserem Planeten beobachtet werden kann, so die Studie.

Leben auf dem Mars?

Natürlich ist diese Studie keinesfalls das Aus für Leben auf dem Mars. Ob aktuell oder vor Millionen von Jahren. So schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie unter anderem:

Mars-Rover haben komplexe organische Moleküle in den alten Gesteinen auf der Planetenoberfläche und Methan in der modernen Atmosphäre gefunden. Es ist unklar, durch welche Prozesse diese organischen Stoffe entstanden sind, wobei sowohl biotische als auch abiotische Quellen in Frage kommen. (…)

Die Wechselwirkungen zwischen Wasser und Gestein sind für die Bewohnbarkeit von Planeten von Bedeutung und beeinflussen die mineralogische Vielfalt und die Produktion organischer Moleküle.“

Demnach sind viele Prozesse noch unklar, die zur Entstehung von Leben führen. Was vor allem auch für unseren Heimatplaneten gilt. Grundsätzlich für das Leben an sich. Denn auch weiterhin bleibt offen, ob biologische Prozesse für gewisse Entdeckungen auf dem Mars verantwortlich sind. Hier würde ein gesicherter Nachweis wohl dann erst erfolgen können, wenn Gestein- und Erdproben vom Mars zur Erde gebracht werden, um diese hier zu untersuchen.

Oder wenn Menschen vor Ort nach den „Marsianern“ suchen.

Video-Auswahl zum Thema

Video vom 11. April 2019 auf Mystery Files

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Video vom 18. Januar 2021 auf Mystery Files

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VIDEO: Hat die NASA tatsächlich einen UFO-Crash auf dem Mars fotografiert? Kuriose Anomalie sorgt für Spekulationen um Aliens! (re-Upload/Neuschnitt)

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VIDEO: Hat die NASA tatsächlich einen UFO-Crash auf dem Mars fotografiert? Kuriose Anomalie sorgt für Spekulationen um Aliens! (Bilder: NASA / Bearbeitung: Fischinger-Online)
VIDEO: Hat die NASA tatsächlich einen UFO-Crash auf dem Mars fotografiert? Kuriose Anomalie sorgt für Spekulationen um Aliens! (Bilder: NASA / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Immer wieder sollen auf anderen Himmelskörpern wie dem Mars oder dem Mond und sogar Asteroiden rätselhafte „Anomalien“ entdeckt und fotografiert worden sein. Sehr viele davon auf dem Mars, da bekanntlich zahlreiche Sonden und Rover unlängst unseren Nachbarplaneten erkunden und fotografieren. Ein sehr weites Feld für oft die wildesten Deutungen und Spekulationen, über die Mystery Files immer mal wieder berichtet. So wie bei einer Aufnahme des Mars von 2006. Darauf sieht man auf den ersten Blick etwas, das an ein abgestürztes, scheibenförmiges Flugobjekt erinnert, das eine „Schleifspur“ hinter sich hergezogen hat. Kann das sein, ein UFO-Crash aus dem Mars? Die Bilder, Fakten und Quellen zeige ich Euch in diesem Video vom Sommer 2019. Als neu geschnittenen re-Upload vom 15. Dezember 2021.


Anomalien, UFOs und Aliens auf Mars, Mond & Co.

Spätestens seit die Mars-Sonden „Viking“ der NASA Mitte der 1970ger Jahre in der Cydonia-Region auf dem Mars vermeintliche „Pyramiden“ und das legendäre „Marsgesicht“ fotografiert haben, suchen UFO- und Mystery-Forscher weltweit nach solchen Anomalien auf anderen Himmelskörpern. Durch die inzwischen zahlreichen Raumsonden, Rover und Lander steht bei dieser Suche auch eine Flut an Bildmaterial zur Verfügung. Und das vor allem online in oftmals nie gekannter Qualität.

So verwundet er nicht, dass in den letzten Jahrzehnten eifrige Jäger des Phantastischen unter anderem auf Fotos vom Mars immer wieder derartige Anomalien gefunden haben wollen. Dabei  handelt es sich um Strukturen oder Gebilde, die nach deren Meinung künstlich sind. Allerdings muss man bei vielen dieser vermeintlichen Eindeckungen von Mars-Anomalien mehr als nur zweimal hinsehen, um auf den Bildern überhaupt mit viel Phantasie irgendwas „komisches“ zu erkennen.

Ein abgestürztes UFO auf dem Mars?

Und doch gibt es einige wenige Bilder vom Mars, die durchaus interessant aussehen. So wie eine „Mars Reconnaissace Orbiter“-Aufnahme von Ende 2006. Auf dieser erkennt man unschwer ein scheibenförmiges oder halb-rundes Etwas, dass an ein abgestürztes „Alien-Fahrzeug“ erinnert. Inklusive einer hunderte Meter lange „Bremsspur“ des Crash im Marsboden, wie ebenso zu sehen ist. Viel wird seit dem spekuliert, oft ohne echte Quellen zu nennen oder sich die Umgebung der vermeintlichen Absturzstelle genauer anzusehen.

Mich erinnert das übrigens an eine sehr ähnliche Entdeckung via Google Earth auf Erde. Ebenfalls mit „Schleifspur“ durch den Sand mit einem „UFO“ im „STAR WARS-Look“ am Ende. Dazu findet Ihr HIER ein Video von 2016 auf Mystery Files.

Doch was mag das auf dem Mars sein? Schaut selbst in diesem Video vom 1. August 2019, das ich im Dezember 2021 für Euch mit zusätzlichen Bildmaterial neu geschnitten und hochgeladen habe.

  • Die Koordinaten des angeblichen UFO-Crash für Google Mars: 6°25’43.04″S / 76°53’53.01″W
  • Das Originalbild des „Mars Reconnaissace Orbiter“ mit der „Anomalie“ ist die NASA-Bildarchivnummer: PSP_001984_1735

Bleibt neugierig …

Video vom 28. Juli 2019 auf Mystery Files - Neuschnitt und re-Upload 15. Dezember 2021

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VIDEO: Grenzwissenschaft Classics, Folge 56: Megaprojekt bemannte Mars-Landung: NASA-Pionier Jesco von Puttkamer 1997 im Interview

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VIDEO: Grenzwissenschaft Classics, Folge 56: Megaprojekt bemannte Mars-Landung (Bilder: NASA/gemeinfrei)
VIDEO: Grenzwissenschaft Classics, Folge 56: Megaprojekt bemannte Mars-Landung (Bild: NASA/gemeinfrei)

Es ist der Traum vieler Weltraumbegeisteter: Die Landung der ersten Menschen auf dem Planeten Mars! Davon träumen nicht nur Science-Fiction-Fans seit vielen Jahrzehnten, sondern zum Beispiel auch Ingenieure und Wissenschaftler der NASA seit langem. So wie der deutsche Pionier Jesco von Puttkamer, der schon unter Wernher von Braun für die NASA arbeitete. In dieser Folge der Grenzwissenschaft Classcic Videos aus dem Jahr 1997 schildert er umfangreich diese Träume und konkreten Pläne.


Menschen auf dem Mars

Seit jeher fasziniert der Planet Mars die Menschen. Kein anderer Himmelskörper in unserem Sonnensystem übt eine derart starke Faszination aus. Mit Ausnahme des Monde vielleicht. Doch wann werden endlich die ersten Menschen ihren Flug zum Mars antreten? Wann werden wir diese fremde Welt besiedeln oder dort das viel gesuchte Leben finden?

Diese Fragen werden seit Jahrzehnten gestellt. Nicht nur von Phantasten aus der Science-Fiction, sondern auch von ganz nüchternen Wissenschaftlern. Einer von ihnen war der 2012 verstorbene deutsche Raumfahrtingenieur Jesco von Puttkamer, der 1962 zur NASA stieß. Dort arbeitete er zusammen mit dem legendären Pionier Werner von Braun am Programm „Apollo“ der Raumfahrtbehörde. Damit letztlich nach der Verwirklichung der Mondlandungen der NASA.

In diesem Folge Nummer 56 der Grenzwissenschaft Classic Videos steht von Puttkamer zu Fragen einer bemannten Landung auf dem Mars und Raumfahrt allgemein „Rede und Antwort.“ Über vergangene und zukünftige Projekte der Raumfahrt und der NASA. Aber auch über vergangene Missionen ins All und Rückschläge der Raumfahrt. Das Interview ist von 1997 und damit aus einer zeit, als der Mars im Fokus der Öffentlichkeit stand. Gründe waren die Mars-Mission „Pathfinder“, Hollywood-Filme über den Roten Planeten und auch die Entdeckung von mutmaßlichen Spuren von Mars-Leben in dem Meteoriten ALH 84001.

Im Vergleich zu den bunten und aktionreichen Dokumentationen von heute (aber auch durchaus damals) mag sich der ein oder andere wundern, dass tatsächlich in den 1990er Jahren eine Sendung wie diese im TV gesendet wurde …

Bleibt neugierig …

Classic-Video Nr. 56 auf YouTube bei Mystery Files

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Nazca und die „Sternenmenschen“: Von UFOs von der Venus, Marsmenschen und Flughäfen für Außerirdische: frühe Spekulationen über die Nazca-Linien (+ Videos)

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Nazca die UFOs und die Marsmenschen: frühe Spekulationen über die Nazca-Linien (Bilder: E. v. Däniken & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Nazca die UFOs und die Marsmenschen: frühe Spekulationen über die Nazca-Linien (Bilder: E. v. Däniken & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Heute kennen viele, die sich nicht speziell für Mystery und Rätsel der Archäologie interessieren, die Hochebene von Nazca in Peru. Jene Gegend, in der sich die längst legendären Nazca-Linien befinden. Scharrbilder – Geoglyphen -, die aus Pisten, Linien, Tierdarstellungen und geometrischen Formen bestehen und vor allem aus der Luft in ihrer Gesamtheit zu sehen sind. Anlass für viele Spekulationen. Vor allem seit Erich von Däniken diese ab 1968 bekannt machte. Seit dem spricht man gerne aus Unwissenheit von einem „UFO-Flughafen“. Doch dabei gab es zu Nazca schon Jahre vor von Däniken und auch zeitgleich mit ihm die bizarrsten Ideen und Aussagen über Nazca und Wesen aus dem All, die heute keiner mehr kennt. Welche das beispielsweise sind, stelle ich Euch in Anlehnung an mein Buch „Nazca und der ‚Flughafen der Außerirdischen‘“ in diesem Blog-Artikel einmal vor. Als die Spitze des Eisberges, wenn man hinter die Kulissen schaut.


Nazca

Ein „Kernthema“ der Idee, dass die Götter Astronauten aus dem All waren, ist zweifellos die Hochebene von Nazca in Peru. Die dort zu finden Linien, Figuren und Pisten gelten seit Jahrzehnten als eines der ungelösten Rätsel der Menschheit. Heute sind sie längst fest im Blick der archäologischen Forschung, die als etablierte Wissenschaft nichts mit all den Spekulationen um die Nazca-Linien zu tun haben will.

Denn solche Spekulationen sind rund um die mythische Ebene seit über einem halben Jahrhundert fast schon an der Tagesordnung. Längst hat sich hier ein Sammelsurium von Aussagen, Behauptungen, Spekulationen und Ideen in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt, den fast niemand mehr überschaut. Zumal selbst Archäologen, Autoren, Skeptiker und Kritiker aller Art und Unart sich beim Thema Nazca nicht immer mit Ruhm bekleckerten! Auch wenn sie selbst nichts mit der Idee von Astronautengöttern anfangen können.

Wie ich in meinem jüngst erschienenen Buch „Nazca und der ‚Flughafen der Außerirdischen‘: Auf der Suche nach dem Mythos vom ‚UFO-Flugplatz in Peru‘“ aufgezeigt und belegt habe, sind selbst unter „etablierten“ Archäologen, Skeptikern und Autoren Falschaussagen, Unterstellungen und glatte Lügen in diesem Zusammenhang keine Seltenheit (s. a. HIER). Von mangelnder Recherchen ganz zu schweigen. Und so lässt sich eine ganze „Evolution“ mit zahllosen phantastischen und auch bizarren Facetten rund um die Nazca-Linien nachzeichnen.

„Nazca und der ‚Flughafen der Außerirdischen‘“

Denn das Thema Nazca und Außerirdische der Antike oder sogar UFOs ist weit tiefer und vielschichtiger. Es nur auf den Prä-Astronautik-Pionier Erich von Däniken und seine Bücher zu reduzieren, ist nur die Spitze des Eisberges, wie in „Nazca und der ‚Flughafen der Außerirdischen‘“ umfassend dargelegt. Erstaunliche vor, während und nach von Dänikens ersten Buch 1968 offenbarten sich hier. Von beiden Seiten, von der „seriösen“ und von der „spekulativen“ Anschauung aus! Was nicht nur die heute noch bekannten Vordenker der Prä-Astronautik betrifft.

Bevor Erich von Dänikens erstes Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ 1968 erschien und damit die Prä-Astronautik inklusive Nazca zu einem weltweiten Thema wurden, waren bekanntlich schon andere Autoren von solchen Scharrbildern fasziniert. Etwa der heute schon legendäre aber oft vergessene Autor Robert Charroux in seinem Buch „Phantastische Vergangenheit“. Es erschien bereits 1963 in Frankreich und kam 1966 in Deutschland auf dem Markt.

Spannender wird es allerdings bei den französischen Autoren Louis Pauwels und Jacques Bergier, einem Journalisten sowie einem Chemiker und Nuklearwissenschaftler, die man ruhigen Gewissens als vergessene Wegbereiter der Prä-Astronautik bezeichnen kann. Zumindest kennen sie wohl nur noch die „alten Hasen“ der Prä-Astronautik bzw. „Ancient Aliens“-Thematik.

Bevor Erich von Däniken ab 1968 ungeahnte Welterfolge feiern konnte, schrieben auch sie bereits in verschiedene Büchern über die Mysterien der Welt und Raumfahrer der Antike. So in ihrem Erfolgstitel „Aufbruch ins dritte Jahrtausend“, das schon 1960 in Frankreich und 1962 in Deutschland erschienen war. Auch von Däniken listet dieses Werk in seinem Erstling im Quellenverzeichnis auf.

„Markierungen eines Flugplatzes“

In diesem Vorreiter der phantastischen Literatur schrieben Pauwels und Bergier bereits vor über 60 Jahren zu der Hochebene von Nazca zum Beispiel Folgendes:

Was bedeuten jetzt die Figuren von Nazca? (…) Eigentlich müsste man annehmen, die Konstrukteure hätten nach Weisungen gearbeitet, die ihnen von einem in der Luft schwebenden Fahrzeug erteilt wurden. (…) Die Photographien der Ebene von Nazca, die wir heute besitzen, lassen uns zwangsläufig an die Markierungen eines Flugplatzes denken. Söhne der Sonne, vom Himmel gekommen.“

Eine Aussage, die eindeutig nach der erst Jahre später durch von Däniken „geborenen“ Prä-Astronautik klingt. Mehr noch, denn Pauwels und Bergier warfen damals schon der Archäologie mehr oder weniger Engstirnigkeit vor, da diese den Nazca-Linien nur eine religiöse Bedeutung zusprächen. „Das behauptet man immer, um nur überhaupt etwas zu sagen“, so die Autoren damals. Eine klare Anspielung auf den Umstand, dass in der archäologischen Forschung viele sonderbare Funde zu einem „Kult“ gehören, „Kultobjekte“ sind oder eine Stätte schlicht ein „Kultort“ der Vorzeit war.

Lars A. Fischinger: "Nazca und der Flughafen der Außerirdischen"
Zum Thema: Lars A. Fischinger: „Nazca und der Flughafen der Außerirdischen“

Nach Meinung Pauwels und Bergier sollte man bei Nazca durchaus peruanische „Legenden heranziehen“, die von Göttern aus dem Himmel berichten. Denn es gebe „die prä-inkaische Mythologie, nach der die Sterne bewohnt und die Götter aus dem Sternbild der Plejaden herabgestiegen sind“, schreiben die Autoren weiter. Selbst die etablierte Archäologie würde diese Legenden erwähnen, nehme sie aber schlicht nicht ernst. Also wörtlich, wie es die beiden Autoren machten.

Nazca als außerirdische Basis

Der italienische Bestsellerautor und Prä-Astronautik-Pionier Dr. Peter Kolosimo wird da in seinem Buch „Terra senza tempo“ das schon 1964 in Italien erschien (deutscher Titel: „Woher wir kommen“, 1972), konkreter und nennt Namen. Er schreibt zu Nazca und den angeblichen Mythen von Göttern, die von den Plejaden kamen, unter anderem:

Ist es nicht seltsam, dass sie eigens für die Vogelperspektive angelegt scheinen, so dass sie erst durch die Luftaufklärung entdeckt werden konnten? Prof. John A. Mason von der Universität von Pennsylvania streift wohl die Vermutung, sie seien auf die Anweisungen von Wesen gezeichnet worden, die sich auf Flugmaschinen in der Luft befanden, aber als Anhänger der ‚offiziellen‘ Wissenschaft weist er diesen Gedanken zurück – um dann, wenn er von der Mythologie der Vorinkazeit spricht, über uralte Glauben berichten zu müssen, nach denen die Sterne ohne jeden Zweifel bewohnbar sind und die davon sprechen, dass aus der ‚Konstellation der Plejaden Gottheiten auf die Erde heruntergekommen sind.‘

Wie es heißt, existieren in Peru und teilweise in Chile noch viele solcher Anlagen, aber die Indios, die sie zwar kennen, können deren Bedeutung nicht erklären. Sie erzählen uns dafür etwas ganz Phantastisches, das die ‚Freunde der Uranosbewohner‘ in Ekstase versetzte und sie zu der Interpretation bewog, die mysteriösen Zeichen seien Symbole für die Piloten außerirdischer Flugkörper gewesen, die an diesen Punkten ihre Stützpunkte gegründet hätten.

Dann hat es also in der Vergangenheit richtige ‚Sternenhäfen‘ in den Anden gegeben? Wir wollen uns nicht zu kühnen Vermutungen versteigen (…).“

Der hier von Kolosimo erwähnte Prof. Dr. John A. Mason war bis zum seinem Tod 1967 ein hoch angesehener Archäologe, der sich auf Südamerika spezialisierte. Mit „The Ancient Civilizations of Peru“ legte er dazu 1957 das Standartwerk seiner Zeit vor, in dem er sich auch zahlreiche Gedanken über die Bodenzeichnungen von Nazca macht.

Aliens von den Plejaden im alten Peru?

Darin „streift“ er in der Tat auch die Idee, dass Nazca sei durch „Anweisungen von Wesen gezeichnet worden, die sich auf Flugmaschinen in der Luft befanden“, wie Kolosimo es ausdrückte. Nur von einem Flugzeug oder Ballon, so Mason, seien die Geogyphen zu sehen, was „einige faszinierende Vorschläge und Möglichkeiten“ zulassen würde:

Zweifellos wurden sie von himmlischen Gottheiten gesehen. (…) Wie wurden sie so perfekt gemacht, ohne in der richtigen Perspektive gesehen zu werden? Die Macher müssen viel über Proportionen wissen. Könnten sie von einem kleinen Modell an einem Gitter gearbeitet haben?

„Als Anhänger der ‚offiziellen‘ Wissenschaft“ enthält Mosons Hauptwerk aber keine Aussagen über leibhaftig vom Himmel gekommenen Götter. Auch wenn er beispielsweise auf Götter des Mondes, Venus und Plejaden verweist.

Wahrscheinlich inspirierte auch von Däniken diese Aussage über Götter der Plejaden. Im Jahre 1967, als noch niemand seinen kannte und sein Weltbesteller „Erinnerungen an die Zukunft“ tatsächlich noch Zukunft war, hielt er einen Prä-Astronautik-Vortrag in Mainz. Es war beim „7. Internationalen Weltkongress der UFO-Forscher“ vom 3. bis 6. November 1967, der ein großes mediales Echo nach sich zog. Hier sprach Mystery-Jäger von Däniken erstmals auf der große Bühne über das Vortragsthema „Erhielten unsere Vorfahren Besuch aus dem Weltall?“, bei dem folgender Satz fiel:

In der Mythologie der prä-inkaischen Völker wird versichert, dass die Götter aus dem Sternbild der Plejaden gekommen seien.

Fliegende Untertassen vom Mars

Es war, nebenbei bemerkt, eine in der damaligen UFO-Zeit viel beachte Konferenz. Anlass genug für einen Däniken-Kritiker aus der früheren DDR in einem späteren Buch die unglaublichsten Lügen rund um Däniken und Nazca seinen Lesern dazu aufzutischen …

„Wir sträuben uns nicht gegen die Annahme von Besuchern aus anderen Welten“, unterstreichen schon Pauwels und Bergier weiter. Erst acht Jahre später kannte durch von Dänikens Weltbestseller den „Flugplatz der Götter“, auf den Pauwels und Bergier hingewiesen hatten, die ganze Welt. Luftbilder der Geoglyphen „lassen uns zwangsläufig an die Markierungen eines Flugplatzes denken“, betonen sie in ihrem Buch. Damit inspirierten sie vielleicht Erich von Däniken zu diesem Satz in seinem ersten Werk:

Uns vermittelt die 60 Kilometer lange Ebene von Nazca – aus der Luft betrachtet – eindeutig die Idee eines Flugplatzes!

Nicht aber unbedingt, da auch Pauwels und Bergier 1960 nicht die ersten waren, die diesen Vergleich zogen. Schon fünf Jahre vorher erschien in dem legendären „Fate Magazine“ (Oktober 1955) ein entsprechender Artikel von James W. Moseley, der Nazca darin eindeutig mit UFOs bzw. „Fliegenden Untertassen“ (etwa vom Mars) in Verbindung brachte. „Fliegende Untertassen“ waren damals in aller Munde und das „Fate Magazine“ als Publikation rund um Phänomene und UFOs hatte einen gewichtigen Anteil daran.

Dieses Magazin brachte in seiner allerersten Ausgabe (1/1948) den Bericht des Privatpiloten Kenneth Arnold als Titelstory, in der er von seiner UFO-Sichtung am 24. Juni 1947 berichtete (s. Artikel HIER) Welche Wirkung diese Sichtung für die gesamte UFO-Thematik bis heute hat, ist sicher jedem klar. Somit hatte der Artikel von Moseley über Nazca und die „fliegenden Scheiben“ in dem Magazin ein gutes Umfeld und geeignetes Sprachrohr gefunden.

Eine Karte für Untertassen-Piloten

James W. Moseley stellte in seinem Artikel „Peruanische Wüstenkarte für Untertassen?“ („Peruvian Desert Map for Saucers?“) die Ebene von Nazca mit ihren Geoglyphen vor und rätselte über deren Sinn und Zweck. Auch die Forschungen des 1959 verstorbene Nazca-Pioniers Dr. Paul Kosok wurden von ihm diskutiert, die später die schon legendäre Nazca-Forscherin Maria Reiche übernahm. Bis heute sind sowohl Kosok wie auch Reiche feste Namen in der Nazca-Forschung.

Reiche wiederum war einst die Assistentin von Kosok und teilte seine These von 1941, dass Nazca eine Art riesiger (Kult-)Kalender der Indios war. Angeblich seien die Figuren Abbildungen von Sternkonstellationen und gewisse Pisten und Linien verweisen auf astronomische Ereignisse, so Reiche und Kosok. Selbst ein „Stonehenge“ aus Holz beim fast 2.000 Jahre alten Nazca-Kultzentrum Cahuáchi unweit der Ebene gehöre dazu. Damit wäre die Nazca-Wüste in Südamerika „das größte Astronomiebuch der Welt“, so Kosok und Reiche.

Nachdem Gerald Hawkins, Astronom am Smithsonian Astrophysical Observatory, 1969 in „Ancient Lines in the Peruvian Desert“ („Astrophysical Observatory, Special Report“, Nr. 906-4, 1969) belegen konnte, dass astronomische Bezüge in Nazca statistisch eher Zufälle oder Ausnahmen sind, wurde es allerdings mehr und mehr still um diese These. [ Auch wenn sie in keinem Buch über Nazca und südamerikanische Kulturen, wie die Inka, fehlt.

Neuere Untersuchungen, unter anderem von Forschern aus Dresden, der Heimatstadt von Maria Reiche, zeigten vor einigen Jahren, dass die „Kalender-Theorie“ vielleicht doch stimmt. Ihre GPS-Messungen und Berechnungen ergaben, dass es anscheinend mehr astronomische Ausrichtungen der Nazca-Bilder gibt, als es Hawkins rund 40 Jahre zuvor heraus fand. Wobei es Hawkins nicht bei einer Untersuchung vor Ort in Nazca beließ. Schon 1973 überprüfte er die Kalender-These erneut und kam zu dem Schluss, dass immerhin bei rund 20 Prozent der Linien eine astronomische Ausrichtung gegeben sei, wie er es in seinem Buch „Beyond Stonehenge” aus dem selben Jahr schilderte.

„Markierungen als Signal für interplanetare Besucher“

Hinzu kommen neu entdeckte Scharrbilder, die nicht nur älter als jene von Nazca sind, sondern eindeutig als „Sonnenwenden-Kalender“ identifiziert wurden. Sie werden dem Volk der Paracas zugeschrieben und sollen etwa um 400 vor Christus im Chincha-Tal an der Pazifikküste angelegt worden sein. So zumindest die Untersuchung „A 2,300-year-old architectural and astronomical complex in the Chincha Valley, Peru“ um Charles Stanish in „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (Vol. 111, No. 20, 20. Mai 2014).

Eine Verbindung mit dem Firmament in Nazca – wenn auch nur astronomisch? Dieses Postulat teilte Moseley nicht, obwohl er seinen Blick ebenfalls in Richtung Himmel wandte. Zwei Jahre bevor mit „Sputnik“ 1957 der Mensch erstmals einen Satelliten ins All schoss, schrieb Moseley in seinem Artikel zu Nazca:

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Von noch größerem Interesse ist heutzutage eine Überlegung, die vor allem im Hinblick auf anhaltende Berichte über Fliegende Untertassen von Archäologen völlig übersehen worden zu sein scheint.

Wie bereits erwähnt, sind die Linien und Figuren aufgrund ihrer enormen Größe nur aus der Luft deutlich sichtbar und aussagekräftig.

Es ist schwer vorstellbar, warum eine Zivilisation ein so großes, kompliziertes Muster aufbauen würde, wenn sie wüsste, dass weder sie noch sonst jemand jemals in der Lage sein würde, die vollendete Schönheit ihrer Arbeit zu bewundern.

Und wenn der Zweck dieser Markierungen rein astronomisch und religiös gewesen wäre, wäre ein viel kleinerer Konstruktionsmaßstab dann nicht ausreichend gewesen?

Oder wahrscheinlicher, selbst erdgebunden, konstruierten sie ihre riesigen Markierungen als Signal für interplanetare Besucher oder für eine fortgeschrittene Erdenrasse, die sie gelegentlich besuchte.

So fantastisch diese Vorschläge auch erscheinen mögen, solche Theorien können nicht ohne Weiteres verworfen werden. Es sei denn, es wird eine andere Erklärung zu der Größe der Wüstenmuster gegeben.

Bisher wurde keine bessere Erklärung angeboten.“

Obwohl der UFO-Anhänger Moseley an keiner Stelle „Flughafen“ oder ähnliches schreibt, ist seine Vermutung klar und eindeutig formuliert. Nazca ist Ausdruck eines menschlichen Kultes, mit dem – wie auch immer – außerirdische „Götter“ verehrt oder geehrt wurden. Als „Signal“ oder Graffiti an diese Wesen. Vielleicht aber auch an eine bisher unbekannte Rasse der Erde, womit er wohl eine Art versunkene Zivilisation wie Atlantis meinte.

Bojen für Raumfahrer in Nazca

Zwar schrieb James W. Moseley von „interplanetaren Besuchern“, also Aliens vom Mars oder von der Venus, aber das war in jenen Tagen in der UFO-Thematik vollkommen normal. Mars und Venus (und auch andere Planeten wie Uranus) waren wie selbstverständlich für viele UFO-Autoren von Außerirdischen bewohnt. Nicht wenige veröffentlichten dazu Bücher, in denen sie ihre Begegnungen und Reisen in deren UFOs schildern. Sie nannten sich „Kontaktler“ und spannen in ihren Veröffentlichungen die unglaublichsten Geschichten, die sie mit diesen Aliens erlebt haben wollten.

In dem Buch „UFO-Sekten“ (1999) haben mein Kollege Roland M. Horn und ich uns sehr umfangreich mit diesen frühen „UFOlogen“ beschäftigt, deren Nachwirkungen bis heute reichen, direkt und indirekt.

Indirekt gehörte auch der Franzose Robert Charroux dazu, der in seinen zahlreichen Büchern immer wieder von Außerirdischen auf der Venus sprach. Diese seien die Götter unserer Ahnen gewesen, wie er meinte. So spekulierte er in „Vergessene Welten“ (1971, also nach von Däniken) nach seinem Besuch 1969 in Nazca:

Wenn man Nazca überfliegt, sind es die riesigen ‚Landebahnen‘, die am stärksten ins Auge springen und die Phantasie anregen. Warum ‚Landebahnen‘? Ich kann es nicht sagen, aber dieser Verwendungszweck fällt einem unmittelbar ein, wenn man die großen Rechtecke oder Trapeze sieht (…)“

So sehr man auch nach einer Erklärung sucht, führt Charroux weiter aus, „man kommt immer wieder auf den ersten unwiderstehlichen Eindruck zurück: Landebahnen“. Sie scheinen von jemandem angefertigt worden zu sein, „der einer wissenschaftlich hoch gebildeten, außerirdischen Zivilisation angehört“   habe, ist sich Charroux sicher. Möglicherweise handele es sich auch um:

 „(…) eine Botschaft, von Erdbewohnern an außerirdische Leser gerichtet, oder um Bojen, ein Signalsystem, das Raumfahrer hinterlassen haben? (…)“

Sie kamen von der Venus

Diese hypothetischen außerirdischen Astronauten nennt Charroux dabei „die großen Instruktoren“, die vor 5.000 Jahren vom Himmel zu den Vorfahren der Inkas gekommen seien. Die Götter Perus, die, wie er meint, „nach übereinstimmenden Berichten der Überlieferungen vom Planeten Venus“ kamen. So könnte auf unserem Nachbarplaneten „der Schlüssel zu den Geheimnissen von Nazca“ liegen, und nicht bei den Ureinwohnern Perus. Sie wären damals, mit Verlaub, dafür einfach zu „blöde“ gewesen. Charroux:

Es fällt schwer zu glauben, dass die weit verstreute, arme und wenig entwickelte Bevölkerung im südlichen Peru das Schriftbild oder die astronomischen Tafeln von Nazca entworfen haben soll. Das Konzept, die Anlage der Linien scheinen nicht einer irdischen Phantasie entsprungen zu sein.

Vielleicht haben die Erdbewohner für die technische Durchführung der Arbeit gesorgt, aber die Konzeption scheint mit von einer höheren, erdenfremden Intelligenz zu stammen.“

Charroux war überzeugt, dass sich „gewisse Fakten herauskristallisieren“, wenn man die Ebene erkundet: „Flugfelder, ‚Kosmodrome‘, Laserspuren – Botschaft einer Kultur auf einem anderen Stern“, so seine Überzeugung.   Eine Auffassung, die er vor allem in seinem Buch „Das Rätsel der Anden“ vier Jahre später überaus detailreich zu untermauern versuchte. In mehreren Kapiteln geht es darin um die Nazca-Zeichnungen, die er unzweideutig als „prähistorischen Landeplatz“ darstellte.

„Einige könnte man für Flugplätze halten“

Zusammen mit ihrem Mentor, dem Pionier der Nazca-Forschung Dr. Paul Kosok, veröffentlichte Nazca-Legende Reiche bereits 1947 „The mysterious markings of Nazca“ („Natural History“, Nr. 5/1947). Kurz darauf folgte die erste Ausgabe ihres kleinen Buches „Mystery of the desert“ (1949, erweiterte Ausgabe 1968) im Selbstverlag in Lima, Peru. In diesem dreisprachig erschienen Buch beschreibt sie, was diejenigen sehen, die über die Ebene fliegen:

Dann wird er von oben auf flachem Wüstengelände auf Hochterrassen und an Berghängen riesige Drei- und Vierecke entdecken, deren wie mit einem Lineal gezogenen Umrisse helle Flächen umgrenzen, die sich gegen den dunklen Untergrund scharf abheben. Einige könnte man für Flugplätze halten. Von geringer Höhe, vom Kleinflugzeug oder vom Hubschrauber aus, bietet sich uns ein überraschender Anblick.“

Damit hat die über jeden Zweifel von allen Nazca-Archäologen hoch verehrte Maria Reiche die „Mär“ von einem Flugplatz selbst in die Welt gesetzt. Nicht, weil sie annahm, dass dort wirklich „irgendjemand“ vor Jahrtausenden vom Himmel kam, sondern um ihre Eindrücke in Worte zu fassen Wie so viele nach ihr, inklusive der Autoren des Phantastischen.

Schaut man in das Quellenverzeichnis von Erich von Dänikens „Erinnerungen an die Zukunft“, in dem er 1968 den „verheerenden“ Satz schrieb, dass Nazca aus der Luft „die Idee eines Flugplatzes“ vermittle, findet sich in der Literaturangabe genau dieses Buch: „Mystery of the desert“ von Maria Reiche. Grundsätzlich ist also ihre richtige Aussage von Erich von Däniken nur übernommen worden …

Nazca und Marskanäle

Nimmt man es noch genauer, dann ist dieser Vergleich sogar noch älter. In ihrem Artikel „The mysterious markings of Nazca“, erschienen im Mai 1947 in dem Magazin „Natural History“, heißt es von Paul Kosok und Maria Reiche über die Linien von Nazca wörtlich:

Als sie zum ersten Mal aus der Luft betrachtet wurden, wurden sie als prähistorische Landeplätze bezeichnet und scherzhaft mit den sogenannten Kanälen auf dem Mars verglichen.“

Wohlgemerkt, diese Aussagen und Vergleiche sind in den Jahren 1947 und 1949 von jenen Pionieren der Nazca-Forschung gefallen, auf die sich bis heute Archäologen berufen.

In seinem Buch „Auf den Spuren der ältesten Reiche Perus“ (1990) hat Prof. Miloslav Stingl diese „Marskanäle“ von Nazca in den Tagen von Kosok thematisiert. Unter anderem schreibt er zusammenfassend:

Auch Kosok hat in Peru sehr viel erblickt und entdeckt. (…) Dort in dem Gebiet, das man Pampe de Nazca nennt, in der weiteren Umgebung der gleichnamigen südperuanischen Stadt wollten schon früher mehrere Reisende vom Flugzeug aus irgendwelche breiten Linien und Streifen erblickt haben, die angeblich ‚genauso wie jene Kanäle auf dem Mars aussahen‘.

(…) Er flog daher mit seiner kleinen Maschine in dieses Gebiet, um sich die ‚hydrologischen Systeme der Marsmenschen‘ in der Pampe de Nazca von oben anzusehen. (…)

(…) bisher (hatte) niemand diese größte Bildergalerie der Welt bemerkt (…). Mit Ausnahme lediglich jener Flugreisenden, denen für dieses auf den ersten Blick sinnloses Wirrwarr von Linien und Figuren kein anderer Name als ‚Marskanäle‘ eingefallen war.“

Kommunikation mit „Leuten von anderen Planeten“

Auch Dr. Hans Horkheimer, ein eher unbekannter Pionier der Nazca-Forschung von der peruanischen Trujillo-Universität, kam schon sehr früh mit Aussagen über Aliens zu der Ebene in Berührung. Ihm gelang es 1946 mit der Luftwaffe von Peru die ersten detaillierten Fotos der Ebene zu machen. Außerdem befragte er in diesem Zusammenhang ab 1945 die Einheimischen zu diesen Linien. „Die einfachen Bauern“ wusste nicht viel über sie, stellte er fest. Von den „gebildeten Leuten“ in Peru bekam Horkheimer bei seinen Befragungen indes „besser Antworten“, wie es Tony Morrison in seiner Reiche-Biographie „Das Geheimnis der Linien von Nazca“ (1987) schrieb. Darin heißt es:

Noch erstaunlicher war die Behauptung, dass die geometrischen Zeichnungen gemacht worden waren, um mit Leuten von anderen Planeten zu verständigen.“

Wohlgemerkt: Das war im Jahre 1946 oder schon 1945, also bevor die ganze Welt von „Fliegenden Untertassen“ sprach oder überhaupt das Kürzel „UFO“ kannte. Zehn Jahre später sah es in Deutschland nicht anders aus. Durch ihre Verbindungen nach Deutschland (vor allem über ihre dort lebende Schwester Dr. Renate Reiche) schaffte es M. Reiche, dass auch in ihrer Heimat 1955 verschiedene Artikel und Berichte in deutschen Magazinen über sie und Nazca erschienen. Am 9. August 1963 folgte die 30-minütige BBC-Dokumentation „Mystery of the Desert“ von Tony Morrison mit Reiche.

Die Artikel in deutschen Magazinen und Illustrierten wurden in Umlauf gebracht, um Reiches Arbeit bekannt zu machen, und zogen unterschiedliche Reaktionen nach sich. Laut Morrison auch solche wie diese:

Endlich erwachte das europäische Interesse an den Linien. Ein Leser schrieb Renate und schlug vor, (die Nazca-Linien, Anm. LAF) könnten etwas mit Marsmenschen zu tun haben oder als Landebahnen für Raumschiffe dienen – ein unbewusstes Echo auf die Äußerungen der Menschen in Nazca, die zehn Jahre zuvor von Hans Horkheimer interviewt worden waren.“

Nazca als „Leuchtfeuer für die Götter“

Zu guter Letzt sollte auch der UFO-Autor George Hunt Williamson und sein Buch „Road in the Sky“ aus dem Jahr 1959 nicht unbeachtet bleiben. Williamson, ein Anhänger und Getreuer des UFO-Propheten George Adamski, war damals schon sicher, dass Nazca von Außerirdischen stammt. Oder für sie angelegt wurde. Er betonte 1978 sogar selber in einem erbitterten Brief, dass viele Thesen und Themen, mit denen Erich von Däniken damals längst weltberühmt war, eigentlich von ihm stammten. Er sei der erste Autor gewesen, der diese publizierte, thematisierte, bekannt machte und entsprechende Thesen formulierte.

Sein Brief, rund zehn Seiten voller Frustration und Vorwürfen gegenüber von Däniken, wurde 2016 in der Williamson-Biographie „The incredible life of George Hunt Williamson“ von Michel Zirger und Maurizio Martinelli im Anhang veröffentlicht. Unter anderem schrieb er:

Ich glaubte nie, dass die Linien von Nazca antike ‚Landebahnen‘ waren! Jedem Forscher ist klar, dass es sich möglicherweise nicht um Inka oder andere Straßen handeln kann, geschweige denn um Landebahnen! Die Idee ist absolut absurd! In meinem Buch und meinem Vortrag habe ich deutlich gemacht, dass diese seltsamen Linien und Muster Richtungsmarkierungen und Signalstationen waren!

Seiner Meinung nach war Nazca ein „Leuchtfeuer für die Götter“, wie auch das entsprechende Kapitel in seinem Buch überschrieben wurde. Es waren Erinnerungen an „Himmelsgötter“ und „irgendwie waren sie mit der Notwendigkeit verbunden, die rätselhaften Linien zu konstruieren“.

Damit dienten seiner Meinung nach die Linien und Flächen in Nazca „als Markierungen oder Leuchtfeuer für etwas, das aus dem Weltraum kam“. Obwohl seiner Überlegung nach das Nazca, wie man es heute kennt, eher so was wie eine Kopie war. Zumindest wurde die Ebene dahingehend manipuliert, dass spätere Generationen nach dem Abzug der Außerirdischen selber auf der Ebene Linien etc. anlegten.

Taktische Abzeichen außerirdischer UFO-Piloten

In der Erinnerung blieben diese Astronautengötter der Vorzeit aber als Götter in peruanischen Legenden erhalten. So Williamson 1959, der in seinem Werk übrigens tatsächlich an keiner Stelle direkt von einem „Flughafen“ spricht.

Anders der Autor Jochim Pahl in seinem Werk „Sternenmenschen sind unter uns“, das drei Jahre nach von Dänikens erstem Buch erschien. Pahl will sogar die Tierdarstellungen der Ebene auf außerirdische Besucher zurückführen können:

Die bis zu 250 Meter messenden, nur aus großer Höhe erkennbaren Scharrbilder von Vögeln, Affen, Dreizack, Pfeilbündeln könnten dann vielleicht als taktische Zeichen für anfliegende Formationen gedeutet werden. Auch unsere Fliegerverbände tragen ihre taktischen Zeichen nicht nur an Ärmelstreifen und Kühlerhauben, sondern haben sie – Leopard, Adler, Tiger, Geier, Elefant und was immer – auch auf Flugzeugen und Landebahnen übertragen.“

Eine fast schon romantische Idee, dass die Bilder in der Wüste Fliegerabzeichen oder Zeichen diverser Raumschiff-Flugstaffeln von Außerirdischen sein sollen. So, wie man sie heute von Piloten, Fluggesellschaften und Fliegereinheiten kennt. Im Prinzip Ideen, die schon 1960/1 der Prä-Astronautik-Pionier Alexander Kazantsev in einem Artikel in dem Sowjet-Magazin „Smena“ (Nr. 10/1961) vertrat. Ebenso John Magor in zwei identischen Artikeln im „Canadian UFO Report“ und in der „Australien Flying Saucer Review“ (Dezember 1970).

Außerirdische Tiere und UFO-Navigation

Magor ging dabei soweit zu behaupten, dass Geoglyphen in der ganzen Welt den Außerirdischen dazu dienten, „die Region zu identifizieren, in der sie sich befinden, ähnlich wie wir unsere Flugplätze anhand bestimmter Funksignale identifizieren“. Und Scharrbilder und andere Geoglyphen, die fremdartige Tiere oder Fabelwesen zeigen, könnten seiner Meinung nach reale Lebewesen gewesen sein, wie sie auf dem Heimatplaneten der Außerirdischen tatsächlich lebten.

Auch der UFO-Autor und im wahrsten Sinne des Wortes UFO-Hippie John Michell aus Großbritannien glaubte an ein solches Navigationsnetz von Aliens. Schon 1967 verbreitete er diese Ideen in seinem Buch „The Flying Saucers Vision“, woraus sich ein ganzer Kult um ihn und diese Sternenmenschen entwickelte. Nicht nur Nazca gehöre zu diesem Flugsystem, sondern zahllose heilige Orte der Erde. Stonehenge eingeschlossen, womit er sogar die Band „The Rolling Stones“ beeindruckte: Sie kam nach Stonehenge, um mit Michell nach UFOs Ausschau zu halten. Heute sei dieses globale UFO-Netz in Vergessenheit geraten, wie er und seine Anhänger glaubten.

Karl Friedrich Kohlenberg sah das in seinem Buch „Enträtselte Vorzeit“ (1971) sehr ähnlich. Nazca als Flughafen sei eine „einleuchtende Erklärung“, war er sicher. Die Nazca-Geoglyphen waren einst „Flugplätze oder Modelle von Flugplätzen“ und dort befand sich einer der „Hauptstützpunkte der Götter“ aus dem Kosmos. Außerdem schrieb er:

Außer diesen größeren Stützpunkten, Raumfahrtbahnhöfen und Siedlungszentren (damit meint er zum Beispiel Atlantis, Anm. LAF) scheinen die Götter nach und nach auch kleinere Stationen und Flugplätze angelegt zu haben (…)“

Die Spitze des Eisberges

Nach diesem Ausflug in die Welt der Spekulationen um Nazca vor den Erfolgen von Dänikens, kann man die Abneigung der etablierten Archäologie durchaus nachvollziehen. Eindeutig zeigt sich aber, dass keinesfalls Erich von Däniken diese Ideen in die Welt setzte! Nur wurden die hier zitierten und erwähnten Autoren, Mystery-Pioniere und UFOlogen mit Abstand nicht so viel gelesen, wie Erich von Däniken später. Sie fanden ganz einfach kein Gehör bei den Massen.

Blickt man aber auf die Jahre vor und durchaus auch nach „Erinnerungen an die Zukunft“ und dem Folgebuch „Zurück zu den Sternen“ (1969), in dem Nazca weit umfangreicher thematisiert wurde, öffnen sich ungeahnte Welten. Und zwar im Sinne der erstaunlichsten Spekulationen, die damals in die Welt gesetzt wurden. Dieser Beitrag, angelehnt an das das anfangs erwähnte Buch „Nazca und der ‚Flughafen der Außerirdischen‘“ zeigt anschaulich, was um die Ebene von Nazca zum Teil unsägliches doch gesagt wurde. Als Spitze des Eisberges all der Nazca-Spekulationen und -Aussagen.

Erst von Däniken und durchaus auch Robert Charroux gelang es mit ihren „phantastischen Ideen“ auf Nazca „wie das Licht eines Scheinwerfers“ zu wirken. So formulierten es Dietrich Schulze und Viola Zetzsche in ihrer Maria Reiche-Biographie „Bilderbuch der Wüste“ (2005) …

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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