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Ein moderner Henoch? Mormonen-Religionsgründer Joseph Smith Jr. und seine Kontakte mit “Lichtwesen” und dem außerirdischen Engel Moroni

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Der moderne Henoch - Joseph Smith Jr. und sein erster Kontakt mit dem außerirdischen Engel Moroni (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Der moderne Henoch – Joseph Smith Jr. und sein erster Kontakt mit dem außerirdischen Engel Moroni (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Seit tausenden von Jahren berichten Menschen, dass sie seltsame Erscheinungen hatten. Fremde Wesen vom Himmel oder aus anderen Sphären, die mal als Engel, mal als Feen, mal schlicht als Lichtwesen und mal auch gleich als Gott gedeutet werden. vielfach überbringen diese Fremden dabei auch Botschaften und erteilen den Auserwählten Aufträge. So wie bei Joseph Smith Jr., dem Gründer der Religion der Mormonen. Seine Erfahrungen und angeblichen Kontakte mit fremden Wesen sind auch für die Prä-Astronautik und UFO-Forschung überaus interessant, wie Ihr es in diesem Artikel erfahrt.


Der “moderne Henoch”

Ein guter Prä-Astronautiker schaut bei alten Überlieferungen und Texten aller Art immer zweimal hin. Mindestens. Denn nicht selten verbergen sich “zwischen den Zeilen” Hinweise darauf, dass hier “die Fremden” am Werk gewesen sein könnten. Spuren jener überirdischen Erscheinungen und Wesenheiten, die als antike Raumfahrer interpretiert werden. Ein faszinierendes Betätigungsfeld in den Tiefen uralter Mythologien und Aufzeichnungen , die dabei mal schnell viele tausend Jahre in die Vergangenheit reichen können.

Im Zusammenhang mit diesen Überlieferungen ist eine andere Geschichte durchaus sehr interessant. Vor allem deshalb, da sie sich in einem Punkt klar von den zahllosen Mythen der Vergangenheit um Götter, Himmelswesen, Lehrmeister aus dem All oder Engel unterscheidet. In diesem Fall kennen wir den Protagonisten. Wir wissen ganz genau, wer er war, wann er erlebte, was dieser zu Lebzeiten tat und auch, dass er seine angeblichen Kontakte mit fremden bzw. außerirdischen Wesen selber niederschrieb.

Die Rede ist natürlich von Joseph Smith Jr., dem Gründer der “Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage” (Mormonen), der 1844 in den USA starb. Hierzulande wird ihn kaum jemand kennen, doch Millionen Menschen bekennen sich heute vor allem in den USA zum “Mormonentum”. Eine vom Christentum hergeleitete Religion, die auf angebliche Kontakte des Gründers Smith mit außerirdischen Wesen zurück geht. Für ihn waren es Engel, keine Aliens. Denn auch “Religionen”, UFO-Sekten, die konkret auf reale Kontakte mit uns überlegenden Aliens gründen, gibt es bis heute.

Joseph Smith und das “Buch Mormon”

Smith ist der unangefochtene Gründer der Mormonen, wie man die Glaubensrichtungen dieser Religionen zusammenfassen nennt. Er ist zugleich der Verfasser des “Buch Mormon”, die als Bibel dieser Religionsgemeinschaft gilt. Angeblich habe nicht Smith dieses Werk selber geschrieben, sondern nur übersetzt. In Wahrheit, so die Lehre dieser Kirche, sei das Werk auf rätselhaften “goldenen Platten” in einer unbekannten Schrift vor langer, langer Zeit geschrieben und versteckt worden. Erst Smith  konnte sie mit Hilfe himmlischer Wesen wiederfinden. Sie wollten, dass er sie übersetzt, wozu ihm entsprechende Instrumente zur Übersetzung ebenfalls von den Engeln überlassen wurden.

Das Titelbild dieses Beitrages zeigte dieser Übergabe durch einen Engel namens “Moroni”.

Auf diesen Goldplatten, deren Existenz Zeugen schriftlich in eidesstattlichen Erklärungen bestätigten, habe das “Buch Mormon” gestanden. Ein Werk mit fraglos faszinierenden Inhalten, dessen Kernaussagen auf der Bibel beruhen. Etwa, dass in Zeiten des Alten Testamentes Hebräer nach Amerika kamen. Oder auch, dass Jesus nach der Wiederauferstehung in Amerika war. Grund dafür, dass Smith diese Überlieferungen und Erzählungen übersetzten sollte, war laut Aussage der Fremden des Himmels die Wiederherstellung des wahren Christentums. So erschien 1830 das “Buch Mormon” und Smith gründete mit einigen Weggefährten seine Kirche.

Bis heute sind die Mormonen überaus aktiv wenn es darum geht wissenschaftlich Belege für deren Geschichte(n) zu finden. Ganze Armeen von eigenen Historikern forschen und publizieren hierzu wissenschaftlich mehr oder weniger plausible Untersuchungen, Studien und Erkenntnisse. Setzt man sich mit diesen Veröffentlichungen und Forschungen intensiv auseinander, ist man schnell angesichts dieser Hartnäckigkeit beeindruckt.

Wenige Forscher der Prä-Astronautik haben sich bisher mit Smith und den zahlreichen Schilderungen rund um ihn, seine angeblichen Kontakte und seine Kirche auseinandergesetzt. Meistens wurde sich dabei auf die “Hauptkontakte” des Smith  mit den angeblichen Gottesboten konzentriert. Andere Schriften von Smith und rund um die Kirche wurden dabei praktisch nie beachtet. Ebenso wenig wie der Inhalt der Mormonen-Bibel. Bis auf Auszüge, von denen ich auch einige 1998 in “Götter der Sterne” anführte.

Die “Vision” des Joseph Smith

Als “Hauptkontakt” gelten vor allem die Erscheinungen, bei denen Smith angeblich die Gegenstände und Goldplatten bekam. Die Grundlage des “Buch Mormon”. Dabei hatte er nach eigenen Bekunden bereits am 21. September 1823 eine Begegnung mit einer fremden Erscheinung, die bis heute bei den Mormonen hoch angesehen ist. Bei den Anhängern dieser Kirche heißt sie schlicht “Vision”. Sie sei das “Zeugnis” des Joseph Smith, dass heute dem “Buch Mormon” meistens voran gestellt ist.

Widerfahren sei ihm während eines “flehentlichem Gebet” demnach angeblich unter anderem:

Am Abend des … 21. Septembers (1823) … wandte ich mich in flehentlichen Gebet an Gott den Allmächtigen…

Während ich so im Begriff war, Gott anzurufen, bemerkte ich, wie in meinem Zimmer ein Licht erschien, das immer stärker wurde, bis der Raum schließlich heller war als am Mittag. Gleich darauf wurden an meinem Bett eine Gestalt sichtbar, und der Betreffende stand in der Luft, denn seine Füße berührten den Boden nicht.“

Er hatte ein loses Gewand von außergewöhnlicher Weiße an. Es war weißer als alles, was ich auf Erden je gesehen hatte; auch glaube ich nicht, dass irgendetwas Irdisches derart gemacht werden kann, dass es so überaus weiß und hell leuchtend erscheint. Seine Hände waren unbedeckt, auch seine Arme bis knapp über dem Handgelenk; ebenso waren seine Füße nackt und auch die Beine bis knapp über den Knöcheln. Sein Haupt und sein Hals waren auch nicht bedeckt. Ich konnte erkennen, dass er außer diesem Gewand keine andere Kleidung trug, denn es war offen, sodass ich seine Brust sehen konnte.

Nicht nur sein Gewand war überaus weiß, sondern seine ganze Gestalt war unbeschreiblich herrlich und sein Antlitz leuchtend wie ein Blitz. Im Zimmer war es überaus hell, aber doch nicht so hell wie in seiner unmittelbaren Nähe. Als ich ihn erblickte, fürchtete ich mich zuerst; aber bald verließ mich die Furcht. Er nannte mich beim Namen und sagte zu mir, er sein ein Bote, aus der Gegenwart Gottes zu mir gesandt, und heiße Moroni; Gott habe eine Arbeit für mich (…)”

Der Prophet Henoch

Eine schwebende Lichtgestalt von einem geradezu leuchtenden Weiß sahen auch zahllose andere Menschen erscheinen oder vom Himmel kommen. Juan Diego, der Seher der Marienerscheinungen von Guadalupe in Mexiko 1531 ebenso, wie auch die Kinder von Fatima in Portugal vor rund 100 Jahren. Alle diese Boten kamen, da sie oder Gott eine “Arbeit” oder “Aufgabe” für den jeweiligen Menschen hatten.

Bei Smith war es nicht anders. Seine Aufgabe bestand unter anderem in der “Schaffung” des “Buch Mormon”

Jahrtausende bevor Smith diese Erscheinung an seinem Bett sah, erging es einem anderen Auserwählten allerdings bereits sehr ähnlich. Und zwar dem biblischen Propheten Henoch, dessen Bücher in der Prä-Astronautik seit Jahren zitiert werden. Nur wurde dabei häufig die eigentliche Berufung des Henoch überlesen, worauf ich kürzlich in diesem Artikel HIER verwies. Gerade mit Blick auf Joseph Smith ist diese aber besonders spannend. So erfahren wir im Slawischen Buch Henoch dazu:

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Ich war in großer Kümmernis und weinte; dann schlief ich ein. Da erschienen mit zwei sehr große Männer, wie ich nie auf Erden gesehen. Ihr Antlitz leuchtete wie die Sonne, ihr Augen wie brennende Fackeln; aus ihrem Munde sprühte Feuer: ihre Kleidung und ihr Gesang waren herrlich, ihre Arme wie goldene Flügel. Sie standen zu Häupten meines Bettes und riefen mich mit Namen.

Ich erwachte vom Schlaf und stand von meinem Lager auf; dann verneigte ich mich vor ihnen, mein Antlitz bleich vor Schrecken. Da sprachen die zwei Männer zu mir: Sei getrost, Henoch! Fürchte dich nicht! Der ewige Herr hat uns zu dir gesandt. Du sollst mit uns heute in den Himmel gehen. Gib deinen Söhnen und deinen Gesinde Anweisung für das, was sie in deinem Haus tun sollen! Keiner soll dich suchen, bis der Herr dich ihnen wieder zuführt!” (1,1-9)

Die Parallelen zu der Geschichte vom Smith sind zu augenfällig, als dass sie bloß Zufall sein können.

Hat Smith abgeschrieben?

Hat Joseph Smith etwa bei Henoch abgeschrieben? Wollte er so seiner phantastischen Geschichte mehr Glaubwürdigkeit verleihen? Studierte er die Texte von Henoch aufmerksam und fand dabei, dass dies auch gut in seine Vita als Religionsgründer passen würde? Gedanken, die aufgrund der Ähnlichkeit durchaus sehr nahe liegen. Aber doch wohl eher unwahrscheinlich sind.

Heute kann jeder das Slawische Henochbuch zum Beispiel in deutscher Übersetzung kaufen. Die ersten Ausgaben erschienen 1900 und 1928 durch Emil Kautzsch und Paul Rießler. Ein paar Klicks bei einem Online-Buchhändler oder der Besuch einer entsprechenden Bibliothek reichen aus, und schnell hat man diese Schriften selber vorliegen. Anders war es in Tagen des des Smith.

Zu seinen Lebzeiten Anfang des 19. Jahrhundert war dieser Text in der westlichen (englischen) Welt noch unbekannt. Es gab zwar im 10. oder 11. Jahrhundert wahrscheinlich Übersetzungen aus dem griechischen Original ins Bulgarische, aber der Rest der Welt erfuhr erst Ende des 19. Jahrhunderts von diesem Henochbuch. So dokumentiert es Christfried Böttrich in seiner Untersuchung des Slawischen Buch Henoch, die 1995 in “Jüdische Schriften aus hellenistisch-römischer Zeit” (Bd. V, Lieferung 7: “Das slavische Henochbuch”, S. 800ff.) erschien.

Da lebte Joseph Smith schon nicht mehr und seine “Bibel” und sein “Zeugnis” erschienen bereits erstmals 1830. Es ist sehr fraglich, aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen, dass er Bulgarische Übersetzungen des “2. Henoch” hatte oder diese beschaffen konnte.

Wer aber waren dann dieses leuchtenden Wesen? Vielleicht gibt der weitere Verlauf der Ereignisse hierzu mehr Auskunft.

Riss in der Zeit?

Smith schreibt in seinem “Zeugnis” weiter:

Nach dieser Mitteilung sah ich, wie das Licht im Zimmer um ihn, der zu mir gesprochen hatte, sogleich zusammenzog, bis es im Raum wieder finster war, außer ganz nahe um ihn herum. In diesem Augenblick sah ich gleichsam einen Schacht sich bis in den Himmel öffnen, und der Besucher fuhr in die Höhe auf, bis er ganz verschwunden war; im Zimmer war es wieder so wie vorher, bevor das himmlische Licht sich gezeigt hatte.”

Und in seiner “Lebensgeschichte” beschreibt Smith das Wesen ergänzend mit folgenden Worten:

Nicht nur sein Gewand war überaus weiß, sondern seine ganze Gestalt war unbeschreiblich herrlich und sein Antlitz leuchtend wie ein Blitz. Im Zimmer war es überaus hell, aber doch nicht so hell wie in seiner unmittelbaren Nähe. Als ich ihn erblickte, fürchtete ich mich zuerst; aber bald verließ mich die Furcht.” (1,32)

Noch zutiefst beeindruckt von diesem Besuch, “stand derselbe Himmelsbote wieder an meinem Bett”, schreibt Smith weiter. Danach sogar direkt noch ein drittes Mal. “Ohne die geringste Abweichung” habe der leuchtende Himmlische ihm dabei dreimal dieselbe Botschaft überbracht. Als seien die drei direkt hintereinander erfolgten Besuche nicht erstaunlich genug, notierte Smith im Anschluss folgende spannende Bemerkung über diese:

Aber kaum war der Himmelsbote zum dritten Male von mir aufgefahren, da krähte der Hahn, und ich wurde gewahr, dass es Tag wurde. Diese Besuche mussten somit die ganze Nacht gedauert haben.”

Was hier beschrieben ist, ist ein offensichtlicher Zeitverlust. Smith selber erkannte erst bei Tagesanbruch, dass plötzlich “die ganze Nacht” um war. Während der Kontaktaufnahme durch den Boten war ihm das nicht klar. Ihm fehlte Zeit – was in der UFO-Forschung ein überaus bekanntes Phänomen ist. Geprägt als “Missing Time”, als “Fehlende Zeit”, von der zahllose UFO-Zeugen sprechen. Nicht nur beim Thema UFO-Entführungen. Zugleich ist es auch ein sehr häufiges Motiv in der Welt der Sagen, Mythen und Märchen, in denen von Begegnungen mit Wesen aus der Anderswelt gesprochen wird. Etwa mit Feen, Zwergen oder anderen überirdischen Wesen.

Seltsame Nachwirkungen der Begegnung

In derartigen phantastischen Geschichten “verloren” Menschen auf unerklärliche Weise Zeit, nachdem diese solchen Erscheinungen begegnet sind. Oder sogar von ihnen entführt wurden. Auf diesem Blog und in einer Reihe von Büchern habe ich dazu in den letzten Jahrzehnten zahllose Beispiele veröffentlicht und diskutiert. Ein gemeinsames Merkmal dieser nur scheinbar unterschiedlichen Phänomene, Erfahrungen und Erscheinungen sind auch die Nachwirkungen. Sie reichen von “Verwirrtheit” bis “Schwäche”. Bei Smith war es nicht anders, nachdem er plötzlich den Hahn krähen hörte:

Kurz darauf erhob ich mich von meinem Bett und ging wie gewöhnlich an die notwendige Tagesarbeit; als ich aber zu arbeiten anfing, war ich derart erschöpft, dass ich zu nichts fähig war. Mein Vater, der mit mir zusammen arbeitete, bemerkte, dass mit mir etwas nicht in Ordnung war, und schickte mich nach Hause. Ich machte mich auf und wollte zum Haus hingehen; als ich aber am Rande des Ackers, auf dem wir arbeiteten, den Zaun übersteigen wollte, verließen mich die Kräfte, und ich fiel hilflos zu Boden; eine Zeit lang war ich gänzlich bewusstlos.”

Jahrzehnte später erging es den Seher-Kinder von Fatima ebenso, als diese eine leuchtende Erscheinung hatten. Die “Jungfrau Maria”, wie bis heute geglaubt wird, die strahlend über den Boden schwebte, ohne ihn mit den Füßen zu berühren. Auch sie brachten vor Erschöpfung von ihrem “normalen Tagwerk” anschließend “kaum etwas zustande”, wie es der bekannte UFO-Forscher Dr. Jacques Vallée in seinem Buch “Dimensionen” vergleicht. Auch die indianische Seherin Odschi Wein Akwot Okwä, deren erstaunliche Berichte über Begegnungen mit fremden Wesen ich zum Beispiele HIER bereits darlegte, erging es ebenso. Auch sie war vollkommen matt, schwach oder, wie man heute sagen würde, ausgelaugt.

Ob Henoch irgendetwas in diese Art erlebt haben soll, ist hingegen unbekannt. Bekannt sind hingegen solche Lichtwesen durchaus bei nordamerikanischen Indianern. “Diese Leuchtenden Wesen erschienen den Indianern bei geheimen Ritualen, die an hochgelegenen Stellen oder auf heiligen Bergen abgehalten wurden”, schreibt etwa Jacques Vallée. “Solche Visionssuchen sind bei allen Indianern Amerikas bekannt, auch wenn sie bei manchen Stämmen auf die Priester und Initianden beschränkt sind.”

“Das größte Ereignis in der Geschichte der Menschheit”

Ob Lichtwesen aus der spirituellen Welt der nordamerikanischen Indianer (und anderer Völker) oder eine außerirdische Intelligenz, Smith sah darin Boten des biblischen Gottes. Wobei das eine das andere eigentlich nicht ausschließt! Man muss sich fragen, wo eigentlich genau der Unterschied liegt oder liegen soll? Sicherlich im berühmten “Auge des Betrachters”. Was die Mormonen natürlich bei ihren Religionsgründer ebenso sehen.

Die bei den Mormonen als “erste Vision” verehrte Begegnung des Smith – dazu gleich mehr –  wird von dieser Kirche als welthistorisch angesehen. Über dieses wichtigste Ereignis im Leben des Kirchenvaters Smith schrieb etwa Sonntagszeitung “Church News” der Mormone in Salt Lake City am 7. April 1990 bescheiden:

Die erste Vision – nicht die Landung von Menschen auf dem Mond – ist das größte Ereignis in der Geschichte der Menschheit seit der Auferstehung Christi.

Mit Sicherheit sehen das Andersgläubige mitnichten so, wie es die Mormonen lehren. Auch wenn man Zweifel an Smith Geschichten hat, seine Berufung und Erscheinungen stehen auf gleicher Ebene, wie all jene, die man aus anderen Religionen kennt. Davon ist unter anderem auch Vallée überzeugt, wenn er schreibt:

Der Wendepunkt im Leben dieses Mannes, die Sichtung des seltsamen Lichts und der Kontakt mit einem Wesen im Licht, steht meiner Ansicht nach gleichrangig neben den Berichten, die wir in anderen Religionen und in anderen Ländern finden können.

Die “Verwandlung eines gewöhnlichen Bauernjungen (…) in den unangefochtenen Anführer vieler Menschen”, sei eine “ungewöhnliche Tatsache”, so Vallée, “die unsere Aufmerksamkeit verdient”. Ich als Prä-Astronautiker und Mystery-Jäger sehe das genauso. Deshalb lohnt sich ein kurzer Blick auf diese “erste Vision” des Joseph Smith.

Die “erste Vision”

Offizielles Mormonen-Dogma dieser Erscheinung ist, dass Gott Vater und Jesus Christus an diesem Tage vom Himmel erschienen sind, da Smith an den Konfessionen zweifelte. Niedergelegt ist dieser anerkannte Bericht in der “Lebensgeschichte” von Smith in dem Buch “Die köstliche Perle“. Obwohl es verschiedene Darstellungen dieser Begegnung gibt, die zum Teil erheblich variieren. Auch von Smith selber sowie von verschiedenen Weggefährten. Die von den Mormonen anerkannte Version in Textform dieser Begegnung mit dem Unfassbaren stammt aus dem Jahr 1838.

Doch erst 1965 fand ein Student der Mormonen von der Brigham-Young-Universität in Provo in den “Church Archives” in Salt Lake City eine weitere Version der “Ersten Vision”. Das Dokument stammt aus dem Jahre 1832 und beinhaltet eine bis dato unveröffentlichte Fassung in der Handschrift von Smith. Sie wurde also von ihm persönlich verfasst und ist damit die bisher älteste Aussage über seine erste Begegnung mit himmlischen Mächten. Von den Historikern der Mormonen ist dieses Smith-Dokument als “echt” anerkannt.

In der fünfseitigen Handschrift findet sich keine Silbe davon, dass die Lehren der Kirchen “ein Gräuel” in Gottes Augen wären, wie es in anderen Versionen steht. Es heißt hier nur vorwurfsvoll, dass die Menschen sich nicht mehr als die Gebote Gottes halten. Grundsätzlich eine Aussage aller derartiger Erscheinungen christlicher bzw. biblischer Prägung, vom Alten Testament bis modernen Marienerscheinungen.

Des Weiteren berichtet Smith in dem Dokument nur von der Erscheinung von Jesus Christus. Kein Wort davon, das angeblich auch “Gott Vater” dabei war; also zwei “Personen” ihn kontaktierten. Diese gewaltige Diskrepanz verschweigen die Mormonen-Gläubigen jedoch nicht:

Die Mormonen bestätigen inzwischen die Tatsache, dass es mehrere inhaltlich nicht identische Schilderungen der ‚Ersten Vision‘ gibt, die J. Smith teils selbst verfasst, teils anderen diktiert habe. Sie erklären dies damit, dass er sein ‚Erlebnis‘ mehrfach und verschiedenen Adressaten mit unterschiedlichen Betonungen und anderen Schwerpunkten dargelegt habe.

So beispielsweise Hand Rech und Matthias Kleiminger im “Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen” (6. Auflage, 2006). Bezeichnend an den handschriftlichen Ausführungen von Smith ist, dass er selber aufgrund seiner Sünden an sich zweifelte. Deshalb habe er “die heiligen Schriften durchsucht” und festgestellt, dass die Menschheit “vom wahren und lebendigen Glauben abgefallen waren”.

“Eine Säule aus Licht”

Er selber – und nicht Gott und Jesus, wie in der offiziellen Version der Ereignisse dargelegt, beklagte also den Abfall vom “wahren Evangelium”. Ein im wahrsten Sinne des Wortes himmelweiter Unterschied. Auch wenn die “Erste Vision” nach Erscheinen ihn in dieser Ansicht beipflichtete. So widerfuhr Smith damals an diesem schicksalhaften Tag:

“(…) da kam eine Säule aus Licht über die Helligkeit der Sonne am Mittag von oben herab und ruhte auf mir, und ich war erfüllt vom Geist Gottes und der (Herr) öffnete den Himmel über mir und ich sah den Herrn und er sprach zu mir und sagte: Joseph (mein Sohn), deine Sünden sind dir vergeben. (…) ich bin der Herr der Herrlichkeit. Ich wurde für die Welt gekreuzigt, damit alle, die an meinen Namen glauben, ewiges Leben haben. (Siehe), die Welt liegt in Sünde und zu dieser Zeit und niemand tut Gutes, niemand, dem sie sich vom Evangelium abgewandt haben, und hält sich an (meine) Gebote (…).”

Die leuchtende Erscheinung gab sich als Jesus aus. Nicht namentlich, aber da sie “für die Welt gekreuzigt” worden sein soll, ist das deutlich. Wie genau dieses “Wesen” aus dem geöffneten Himmel kam, war Smith 1832, als er diesen Text niederschrieb, wohl nicht mehr ganz klar. Wie an der Handschrift zu erkennen ist, hatte er zuvor von “Feuer”, also eine Feuersäule, geschrieben. Das Wort strich er daraufhin durch und ersetzte es durch das Wort “Licht”.

Für die Mormonen ist das das alles kein Problem, da diese fünf Seiten handschriftlicher Text bei ihren eigenen Historikern natürlich Gegenstand der Forschung ist. Bei den Mormonen wird alles erforscht und analysiert, was irgendwie mit ihrem Glauben zu tun hat. So kann diese Gemeinschaft inzwischen auf eine ganz erstaunliche Fülle an entsprechenden Publikationen zu ihren entsprechenden Analysen blicken. So auch zu diesem Dokument.

Smith war nicht der erste – sagen die Mormonen

Dem “Institut for Religious Research” (IRR), einem Forschungsinstitut der Mormonen, entging dabei nicht, dass Joseph Smith längst nicht der erste war, der von solchen Begegnungen geschrieben hat. Unter dem Titel “Inventing Mormonism” erschien dazu von H. Michael Marquardt und Wesley P. Walters 1994 sogar eine entsprechende Veröffentlichung. “Traditionen und historische Aufzeichnungen” wurden darin untersucht und mit entsprechenden Beispielen aufgeführt.

So bemerkt auch das IRR in der Veröffentlichung “Changing First Vision Accounts – 1832 First Vision Account by Joseph Smith, Jr.” vom 26. Juli 2011:

“Viele Aspekte dieses Berichts entsprechen anderen visionären Berichten, die von jungen Männern veröffentlicht wurden, die aus Überzeugung der Sünden behaupteten, eine übernatürliche Begegnung mit Jesus Christus zu haben, in der ihnen Vergebung zugesichert wurde. Diese Berichte wurden in lokalen Nachrichtenquellen veröffentlicht und wären Joseph Smith zugänglich gewesen.”

Ein, wie ich finde, überaus beachtliches Eingeständnis der Mormonen-Kirche! Dazu schreibt der Mormonen-Historiker Dan Vogel in seiner Analyse “Early Mormon Documents” (Vol. 1, 1996) der frühsten Texte von Smith:

Es handelt sich also nicht nur um eine autobiografische Fassung, sondern um eine entschuldigende Einstellung, in der Smiths Referenzen als Führer der Kirche dargelegt werden. Die Geschichte (von Josephs Leben) enthält daher den frühesten Bericht über das, was als seine ‚erste Vision‘ bekannt ist, und die früheste Erwähnung von Priesterweihen des Engels.”

Somit hatte Smith nach eigenen Angaben nur Kontakt mit dem angeblichen Jesus. Dieser wurde später von dem himmlischen Boten Moroni abgelöst, dessen Erscheinungen grundsätzlich ähnlich lichtvoll und hell wie die “Erste Vision” verliefen.

Die Dogmatische “Erste Vision”

Keine Kirche ohne Dogma, festgelegte Glaubensbekenntnisse, grundlegende Lehren oder prinzipielle “Kernwahrheiten” deren Glauben. Die katholische Kirche hat neben der Bibel beispielsweise den “Katechismus der katholischen Kirche“. Und auch die Mormonen haben solche “Heiligen Schriften”, wie sie sie nennen, wozu auch das Werk “Die Köstliche Perle” gehört. Die darin in “Joseph Smith Lebensgeschichte” enthaltene Erzählung der “Erste Vision” gilt als Glaubensgrundsatz. Als wahres Dogma und damit Fundament dieser Religionsgemeinschaft.

Auch wenn verschiedene Versionen dieses Ereignisses bei den Mormonen bekannt sind – und von diesen auch in einer kaum überschaubaren Anzahl an Veröffentlichungen diskutiert werden. Anerkannt sind von dieser Kirche grundsätzlich (fast) alle. Variationen werden auf die unterschiedlichen Niederschriften zurückgeführt, die aber alle im Kern dasselbe besagen. So der Mormonen-Forscher Steven C. Harper in seiner Arbeit “Die erste Vision: Eine Schilderung anhand der Berichte von Joseph Smith” vom 27. April 2016. Demnach erlebte Smith etwas sehr Sonderbares:

Ich nahm aber alle Kraft zusammen und rief Gott an, er möge mich aus der Macht dieses Feindes befreien, der mich gepackt hatte; und gerade in dem Augenblick, als ich in Verzweiflung versinken und mich der Vernichtung preisgeben wollte – und nicht etwa einem eingebildeten Verderben, sondern der Macht eines wirklichen Wesens aus der Welt des Unsichtbaren, das eine so unglaubliche Macht hatte, wie ich sie nie zuvor bei irgendeinem Wesen verspürt hatte –, eben in diesem Augenblick höchster Angst sah ich gerade über meinem Haupt, heller als das Licht der Sonne, eine Säule aus Licht, die allmählich herab kam, bis sie auf mich fiel.

Kaum war sie erschienen, da fand ich mich auch schon von dem Feind befreit, der mich gebunden gehalten hatte. Als das Licht auf mir ruhte, sah ich zwei Personen von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit über mir in der Luft stehen. Eine von ihnen redete mich an, nannte mich beim Namen und sagte, dabei auf die andere deutend: Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn höre!” (1,16-17)

Die ist das unerschütterliche, offizielle Fundament der Gläubigen, das genau in dieser Form gelehrt wird. In der handschriftlichen Version aus dem Sommer 1832 von Smith selber, archiviert in den “The Church Historian’s Press: The Joseph Smith Papers” der Mormonen, erfahren wir:

Und der Herr hörte mein Rufen in der Wildnis, und als ich in meinem sechszehnten Lebensjahr zu ihm rief, kam eine Säule aus Licht herab, heller als die Mittagssonne, und ruhte auf mir; und ich wurde vom Geist Gottes erfüllt. Und der Herr öffnete mir die Himmel und ich sah den Herrn.

Sah Joseph Smith ein UFO?

Andere Übersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche nennen hier einen “Lichtbalken” der “langsam herab kam”, bis Smith dann die strahlenden Wesen “über mir in der Luft schweben” sah. Gedeutet werden von Smith seinen Anhängern alle Variationen der Lichtwesen als Gott und/oder Jesus Christus. Hollywood würde hier mit Sicherheit ein strahlendes UFO mit einem hellen Licht oder Lichtstahl sehen, in dem Aliens einem Zeugen erscheinen, um diesen Botschaften zu überbringen. Oder diesen zu entführen.

Film und Fernsehen haben das in den letzten Jahrzehnten auch in einem riesigen Ausmaß genauso dargestellt. Inspiriert durch die UFO-Forschung. Nicht etwa durch Smith und andere Propheten, Marienerscheinungen oder Erzählungen aus vermeintlichen “Märchen” mit dem Feenvolk. Smith selber konnte bei diesem Erlebnis mit irgendwelchen Außerirdischen in UFOs natürlich nichts anfangen. Das Thema lag zu seiner Zeit noch über 100 Jahre in der Zukunft. Wie anders sollte er also ein derartiges Phänomen interpretieren, das ihm genau dann erschien, als er im innigen Gebet zum biblischen Gott verbrachte?

Joseph Smith wurde durch diese fremden vom Himmel berufen. Nicht anders als all die zahllosen Propheten der Vergangenheit. Mit dem Unterschied, dass deren Lehren oder Schriften meistens von der Kirche als “Gotteswerk” anerkannt sind. Ich sehe da nun wirklich keinen Unterschied zu Smith. Gott oder Astronautengötter beriefen laut den Texten und Berichten aber (wahrscheinlich) nicht einfach so aus Spaß irgendwelche Menschen “zu Höherem”. Ausnahmslos allen wurde von den Himmlischen dabei eine Aufgabe gegeben, die sie fortan zu erfüllen haben. Die genaue Art dieser erteilten Aufgaben, Missionen oder für sie von dem Auserwählten zu erledigten Aufträge kann dabei vielfältiger nicht sein.

Aufgaben der Himmlischen

Angenommen, dass hinter Phänomenen der Erscheinungen von Engeln, Lichtwesen, Gott, Göttern, Aliens oder der Mutter Gottes tatsächlich eine außerirdische Intelligenz steckt, scheinen diese zu glauben, dass unsere Erde ein Planet von Verrückten ist. Das sage ich absichtlich überspitzt und voller Ironie, denn wer sich (wie ich) mit solchen “Wundern” intensiv auseinander gesetzte hat, stellt schnell die Sinnlosigkeit und vor allem Widersprüchlichkeit solcher “Aufgaben” fest.

Beispiele dafür würden Büchern füllen. So reichen die Aufträge, die übernatürliche Erscheinungen den von ihnen ausgesuchten Menschen erteilen, von “Baue mir genau hier eine Kapelle” über “warne die Menschheit vor der Apokalypse” bis “schreibe die Geheimnisse, die ich dir offenbare werde, in Büchern nieder und gibt sie der Nachwelt”. Hinzu kommen “Standard-Forderungen” wie, dass der Auserwählte die Menschen mahnend an den “rechten Weg des Glaubens” erinnern soll. Oder, dass er gleich eine ganze neue Religion etablieren müsse. Nicht erwähnt sind hier all die angeblichen UFO-Kontaktler, die plötzlich irgend eine Art “neue Physik” erfinden oder “Antigravitations-Warp-Triebwerke” und ähnliches konstruieren wollen …

Da habe ich es lieber mit den Befehlen der Fremden, dass die kontaktierten Propheten Bücher mit (angeblichen) Wissen und Weisheit für kommenden Generationen niederschreiben sollen. So wie es es unzählige Propheten der jüdisch-christlichen Schriften angeblich taten. So schrieb laut dem Apokryph “4. Buch Esdra” (12,38ff.) der Prophet Esdra 94 Bücher, nachdem er von himmlischen Wesen “Einsicht” und “Weisheit” verliehen bekam. Durch einen magischen Trank übrigens, den auch andere Propheten erwähnen. Ezechiel (Ez. 40,4) und Johannes (Off. 1,11 und Off. 1,19) hatten diese Mission ebenfalls. Und natürlich Henoch, wie es im Slawischen Henochbuch (22,11ff.) geschrieben steht. Mehr dazu erfahrt Ihr umfangreich HIER.

Hier ist zu erfahren, dass der “Höchste”, wie er genannt wird, dem Engel Bretil befahl, dass er im Himmel “die Bücher aus den Behältern” nehmen und Henoch diktieren soll. So tat es der himmlische Diener des “Höchsten” auch und Henoch schrieb alle Weisheiten und Dinge der Welt und des Universums nieder. “Als ich fertig war, hatte ich 360 Bücher geschrieben”, heißt es dazu im zweiten Buch Henoch.

Die 360 Bücher des Henoch

Nach dieser gewaltigen Arbeitsleistung war der Oberste der Himmlischen überaus zufrieden mit dem Werk des Henoch. Sein Auftrag war erledigt. Und so heißt es in “2. Henoch” weiter:

Henoch! Ich habe dir alles gesagt, und du hast alles auf Erden gesehen, und alles hast du in diese Bücher geschrieben. Ich habe die Erschaffung von all dem ersonnen; ich schuf vom Höchsten bis zum Niedrigsten. Mein Ratgeber war dabei (…)

Nimm dich zusammen, Henoch, und erkenne den, der mit dir spricht! Nimm die Bücher, die du geschrieben! Ich gebe dir die Engel Semiel und Rafuel und den, der dich zu mir gebracht. Seh auf die Erde hinab und sag deinen Söhnen alles, was ich dir erzählte, und alles was du gesehen vom unteren Himmel bis zu meinem Thron!” (33,3-6)

Die Worte des “Höchsten” besagen hier sogar deutlich, dass Henoch sich nicht auf der Erde befand, sondern darüber. Er soll auf die Erde herunter schauen, doch gleichzeitig auch erkennen, wer da mit ihm sprach. So als wolle “Gott” dem Erdling über seine wahre Identität aufklären. Nun bekam Henoch von diesem Himmelswesen einen Engel eingeteilt, die ihn wieder zur Erde bringen sollten. Dabei wurde ihm geboten, alles, was er erlebte und erfahren hatte, an seine Kinder weitergeben:

Gib ihnen die Bücher mit deiner Handschrift und die Kinder sollen sie den Kindern geben, die Verwandten den Verwandten, das Geschlecht dem Geschlecht! Henoch! Sei der Mittler meines Heerführers Michael! Denn deine Handschrift und die deiner Väter Adam und Seth werden nicht vernichtet bis zum Ende der Zeiten.” (33,8-11)

Wir wissen natürlich nicht, ob es diese 360 Bücher mit Geheimwissen des Himmels jemals gab oder wo sie heute sind. Hier öffnet sich sehr viel Spielraum für weitreichende Spekulationen. Wir wissen aber, dass Joseph Smith von seinem himmlischen Wesen grundsätzlich einen identischen Befehl oder Auftrag bekam.

“Gottes” Auftrag für die letzten Tage

Nach den Lehren der Mormonen und der überlieferten Entstehungsgeschichte des “Buch Mormon” entstand das Werk ebenfalls mit “übernatürlichen” Mitteln. Abgesehen davon, dass es auf mysteriösen Goldplatten in einer fremden Sprache geschrieben gewesen sein soll, die Smith übersetzte. Dazu nutze er magische “Steine” und eine seltsame “Brille”, die es ihm erst ermöglicht haben sollen, diese fremdartige Schrift zu lesen und zu verstehen. Sie habe, so damaligen Zeugen, ähnlich wie Hieroglyphen ausgesehen.

Die “Berufung” des Smith in jener Nacht, als er sich am folgenden Tag nicht mehr auf den Beinen halten konnte, verlief durchaus ungewöhnlich. Der “Bote”, wie Smith ihn nennt, sei ihm dreimal nachts am Bett erschienen. Am Folgetag kam das Wesen sogar nochmal vom Himmel. Smith sagte über die nächtliche Begegnung unter anderem in seinem “Zeugnis”:

Nach dieser Mitteilung sah ich, wie das Licht im Zimmer begann, sich unmittelbar um die Person dessen, der zu mir gesprochen hatte, zusammenzuziehen, und das setzte sich fort, bis es im Zimmer wieder finster war, außer ganz nahe um ihn herum. In diesem Augenblick sah ich gleichsam einen Schacht sich bis in den Himmel öffnen, und der Besucher fuhr in die Höhe auf, bis er ganz verschwunden war; und im Zimmer war es wieder so wie zuvor, ehe das himmlische Licht sich gezeigt hatte.

Diese “Mitteilung” bestand darin, dass bald die Zeit kommen werde, in dem seine göttliche Mission beginnt. Fortan wurde er angeblich regelmäßig von dieser Erscheinung geschult. Er “empfing von ihm bei jeder Unterredung Anweisungen und Auskunft darüber, was der Herr vorhabe und wie und auf welche Weise sein Reich in den letzten Tagen zu leiten sei”, so behauptete Smith. “Gott habe sie bereitet, damit das Buch übersetzt werden könne”, so der Mormonen-Prophet in seiner “Lebensgeschichte” (1,35) über die Hilfsmittel zur Übersetzung der Tafeln.

Der Auserwählte durfte fortan “keinen anderen Beweggrund haben als den, sein Reich aufzubauen”, so Smith weiter (“Lebensgeschichte”, 1,46). Nur die kommende Übergabe, Übersetzung und Verbreitung des “Buch Mormon” war fortan wichtig und bestimmend.

Machenschaften des Satan

Das “Buch Mormon” erschien im März  1830 in einer ersten, noch sehr kleinen Auflage. Finanziert durch einen Sponsor.Hierbei spielt die Person Oliver Cowdery eine entscheide Rolle. Ein Lehrer, der von den Platten in Smith seinem Besitz erfuhr, und der sich am 5. April 1829 erstmals bei Smith vorstelle. Schon am 7. April 1829 begannen Smith und Cowdery mit der Übersetzungsarbeit am “Buch Mormon”, wie es seine “Lebensgeschichte” (1,66f.) verrät. Smith übersetze, Cowders schrieb es nieder.

Ein gutes Team, wie es offenbar das Himmelswesen empfand. Denn angeblich kam schon am 15. Mai 1829 “ein Bote vom Himmel in einer Lichtwolke herab” und berief beide zu “Priestern”. Unter anderem durch eine Art neue Taufe, da sich der Bote als Johannes der Täufer aus dem Neuen Testament den beiden Männern vorstellt (“Lebensgeschichte”, 1,68ff.). Das war auch dringend notwendig, denn Joseph Smith erlitt zuvor einen schweren Rückschlag bei seiner Schreibarbeit. Sein frühere Schreiber, der Unterstützer Martin Harris, nahm das in Arbeit befindliche Manuskript mit heim, wo er es seiner Frau zeigen wollte. Da habe der Text des Buches bereits 116 Seiten umfasst.

Harris Frau war mit dem religiösen Treiben ihres Mannes und Smith ganz und gar nicht einverstanden. So soll, wie in “Lehre und Bündnis”, Abschnitt 10, der Mormonen gelehrt wird, das Manuskript “verloren gegangen” sein. “Der Satan stachelt schlechte Menschen dazu auf, sich dem Werk des Herrn zu widersetzen”, wie es darin heißt, womit die Frau von Harris gemeint ist. Angeblich habe sie das Manuskript beseitigt.

Schlimmer noch, denn nach dieser satanischen Untat habe Smith die Gabe und den Verstand zur Übersetzung der rätselhaften Schriften verloren. Die Arbeit an der “neuen Bibel” musste vorerst ruhen. Da kam Cowdery zur rechten Zeit …

Übersetzung aus dem Nichts?

Am 7. April 1829 begann die Übersetzung des religiösen Bestsellers von Smith und seinem neuen Schreiber Oliver Cowdery. Im Juni 1829 waren sie damit fertig, tippten eine Kopie für die Druckerei und im März 1830 erschien das Werk in New York.

Das sind gerade mal rund zwei Monate. Angesichts des Umfanges und des Inhaltes des “Buch Mormon” ist das überaus beachtlich! Zumal man sich vor Augen führen muss, dass der Inhalt zumindest von der Story her ein sehr komplexes und in sich stimmiges Ganzes ergibt. Auch wenn historisch, archäologisch oder auch theologisch darin natürlich zahlreiche Aussagen zu finden sind, die nicht dem Strand der Wissenschaft entsprechen. Etwa, dass es zu biblischen Zeiten Pferde in Amerika gab oder diverse Orte bis heute unbekannt sind. Grundsätzlich aber geht die Geschichte auf – wenn man sie als “Roman” ansehen würde.

Natürlich haben sich die zahllosen Wissenschaftler bzw. Historiker der Mormonen bereits mehrfach auch Gedanken über die eigentliche Niederschrift ihrer Bibel durch Smith und Cowdery gemacht. Sie untersuchen, analysieren und erforschen ausnahmslos alles, was irgendwie mit ihrem Glauben und ihrem Prophet zu tun hat. So etwa in der Analyse “Timing the Translation of the Book of Mormon: ‘Days [and Hours] Never to Be Forgotten'” des Moronen-Forschers John W. Welch. Darin untersucht Welch bis ins Detail wann die beiden was schrieben. Wie viele Worte die einzelnen Bücher des “Buch Mormon” haben, welche Leistung hier zugrunde liegen muss und an welchen Tagen diese erfolgt sein könnten. Grundlage sind auch hier wieder die zahlreichen archivierten Dokumente dieser Kirche.

269.510 Wörter umfasst das Werk, so Welch, und sei am 30. Juni 1829 fertig gewesen. Da ungefähr wurde auch das Vorwort verfasst, wie seine Untersucht ergab. Ohne die wundersamen Gegenstände, die der Engel Moroni leihweise übergeben haben soll, seiner Meinung nach kaum vorstellbar.

Götter vs. Glauben

Religion ist eine Sache des Glaubens. Das will niemand leugnen. Und schaut man auf die Thesen und Spekulationen der Prä-Astronautik, die hinter Kulten und solchen Religionen das Wirken von Außerirdischen vermuten, ergeben sich zahlreiche Fragen und Probleme. Vor allem dann, wenn diese außerirdischen Intelligenzen scheinbar ganz bewusst und nach Plan derartige “Bewegungen” etablieren.

Wenn bei den Mormonen solche Kontakte stattfanden: Was wollten die Fremden damit erreichen? Welche Ziele mögen diese Götter des Alls damit verfolgen? Was bringt es diesen Außerirdischen, dass sie einigen Auserwählten Botschaften übermitteln, die sich in sehr vielen Fällen auch untereinander widersprechen? Und das seit tausenden von Jahren.

Diese Probleme sind Forschern aus dem Bereich UFOs und Prä-Astronautik nicht neu. Eine Lösung hat bisher niemand wirklich liefern können. Höchstens für jene mutmaßlichen Kontakte, die von den Zeugen selber als religiöse Erfahrung gedeutet wurden. Eine Art “Masterplan” vermuten die allermeisten Autoren hinter diesen vollkommen undurchdringlichen Verhaltensmustern der Fremden. Die Frage ist nur, wann und ob wir diesen erkennen werden.

Ob die Erlebnisse und Aussagen des Joseph Smith und seines Buches, die hier natürlich nicht alle dargelegt wurden, der Wahrheit entsprechen, wissen wir letztlich nicht definitiv zu sagen. Warum aber sollten sie nicht?

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Mischwesen aus Mensch und Affe: Genetiker erschaffen Chimäre-Embryos – doch schon die “Götter” schufen Monster, Menschen und Mischwesen

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Mischwesen aus Mensch und Affe - Genetiker erschaffen Chimäre-Embryos: Alles schon mal dagewesen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Mischwesen aus Mensch und Affe – Genetiker erschaffen Chimäre-Embryos: Alles schon mal dagewesen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Wie eine jetzt Veröffentlichte Untersuchung berichtet, haben Genetiker in China mal wieder “Gott gespielt”. Sie erschufen über 130 Embryo-Mischwesen, sogenannte Chimäre, aus der DNA von Affen und Menschen, die sie rund drei Wochen wachsen ließen. Auch wenn das Experiment aus ethischen Gründen abgebrochen wurde, so manipuliert der Mensch schon seit tausenden von Jahren den Genpool des Lebens und erschafft damit “Kreuzungen”. Und nicht nur die, wenn wir den alten Mythen glauben wollen. Mischwesen und regelrechte Monster waren einst Teil von Experimenten der Götter, wie es weltweit Mythologien behaupten. Und genau diese sollen hier einmal genauer betrachtet werden.


Hybride aus Mensch und Affe

In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins “Cell” vom 14. April 2021 berichten Genetiker um Tao Tan, dass sie (mehr oder weniger) erfolgreich Menschen und Affen gekreuzt haben. Dafür nahmen die Forscher sechs Tage junge Affenembryonen, von denen jedes mit 25 menschlichen Stammzellen “geimpft” wurde. Hierdurch erhielten sie 132 Embryo-Mischwesen, die später in der Gebärmutter zu fast 8 Prozent aus menschlichen Zellen bestanden.

Diese Chimäre genannte Mutanten, Mischwesen, Hybride oder schlicht Kreuzungen ließ man 19 Tage lang sich entwickeln. Da waren nur noch 3 der “Monster” am Leben und das Gen-Experiment wurde abgebrochen. Aus ethischen Gründen, wie es heißt.

Solche Mischwesen aus Mensch und Affe oder auch anderen Tieren wie Schweinen gibt es in der modernen Genforschung schon seit Jahren. In vielen Ländern sind solche Experimente grundsätzlich verboten, während andere sie in sehr kleinem Umfang erlauben. So hat beispielsweise Großbritannien schon 2008 die Schöpfung von Schwein-Mensch-Hybriden erlaubt. Einige Länder haben für derartige Gen-Experimente oder sogar das Klonen von Lebewesen und sogar Menschen überhaupt keine Regelungen.

Grundsätzlich sind derartige Experimente scharfer Kritik ausgesetzt. Nicht nur von kirchlicher Seite, die hier einen Eingriff in die Schöpfung sieht. Womit die Kirchen aber auch andere Kritiker solcher genetischen Forschungen grundsätzlich Recht haben. Auch wenn die Befürworter aus den möglichen Nutzen für die Medizin der Zukunft verwiesen. So ist es wenig verwunderlich, dass seit Jahrzehnten über derartige Experimente erbittert gestritten wird und die Gesetzgeber oft überfordert zu sein scheinen.

Dabei macht der Mensch dies seit tausenden von Jahren. Klonen und Kreuzen ist Alltag und überall um uns herum. Allerdings fast nur bei Pflanzen, in deren DNA der Mensch seit jeher eingreift. Bei Blumen ebenso wie bei Obstbäumen oder Getreide:Überall wird genetisch Gekreuzt. Geht es um die DNA des Menschen oder sogar Kreuzungen menschlicher Gene und Zellen mit anderen Lebewesen, überwiegen die Bedenken. Hier kann aber niemand sagen, ob nicht in irgendwelchen Laboren solche hybriden Monster im Geheimen längst das Licht der Welt erblickten! Ob und wie lange diese Überlebensfähig sein würden, steht dabei in einer anderen DNA …

 “Lassend uns Menschen und Monster machen…”

Prä-Astronautiker horchen bei derartigen Meldungen und Experimenten schnell auf. Wie schon 1996, als  in Schottland das Klon-Schaf “Dolly” geboren wurde. Das erste geklonte Säugetier der Welt. So zumindest hieß es offiziell.

So wurde schon damals darauf verwiesen, dass nach alten Mythen und Überlieferungen schon die Götter an Menschen und Tieren experimentierten. Diese Himmelswesen, die Raumfahrer der Antike, hätte einst selber genetische Experimente durchgeführt. Sie haben laut alten Mythologien Menschen mit Tieren und Tiere mit anderen Tieren gekreuzt. Und letztlich sollen diese Himmlischen laut entsprechenden uralten Überlieferungen sogar den modernen Menschen an sich durch solche Gen-Experimente geschaffen haben. Aus einem Urmenschen, der genetisch “verfeinert” oder “zellular gekreuzt” wurde.

Perverse Gedanken der Grenzwissenschaft, denken die Laien dabei sicher. Doch “lassend uns Menschen und Monster machen” war tatsächlich der Wunsch dieser Götter. Solche Überlieferungen finden wir auf der ganzen Welt. Wobei jene aus dem Buch Genesis dabei sicher die bekanntesten sind.

Bei diesen angeblichen Experimenten der Astronauten aus dem All lief nicht immer alles nach Plan, wie es die Mythen sagen. Es sollen immer wieder “Monster” gezüchtet worden sein. Oder sogar Menschen, die irgendwie misslangen und daraufhin durch eine neue Schöpfung mit anderen Voraussetzungen ersetzt wurden. Solche Ideen entstammen nicht irgendwelche “kranken Gehirnen” diverser Autoren, sondern sind tatsächlich so überliefert. Mystery- und Prä-Astronautik-Forscher vermuten hier lediglich, dass diese Geschichten reale Hintergründe haben. “Etablierte Mythenforscher” oder Theologen nehmen solche Mythologien natürlich nie wörtlich.

Auch ich habe ich verschiedenen Büchern solcher spannenden Überlieferungen aus aller Welt in diesem Sinne durchleuchtet udn werde es auch weiterhin tun. Zum Beispiels schon 1998 in “Götter der Sterne“, 1999 in “Begleiter aus dem Universum” und 2015 in “Rebellion der Astronautenwächter“.

“Fehlschöpfungen” der Götter

Hybridwesen oder Gen-Experimente sind natürlich auch in der UFO-Forschung seit Jahrzehnten ein Thema. Auch hier verweisen verschiedene Autoren darauf, dass Außerirdische angeblich genetische Kreuzungen und Versuche am Menschen durchführen. Mehr dazu zum Beispiel in diesem Video HIER auf meinem YouTube-Kanal.

Auf irgendwelche Experimente der Astronautengötter am irdischen Leben zu verweisen, ist einfach. Es ist leicht daher gesagt, dass dies geschehen sei, da diverse Mythen das so sagen. Wenige konkrete Beispiele mit vor allem ebensolchen (seriösen!) Quellen werden dabei immer genannt. Obwohl die Fülle an entsprechenden Quellen und mythologischen Aussagen erstaunlich groß ist. Gerne nennt man die Schöpfung des Menschen in der Tradition der Völker Mesopotamiens. Denn auch hier heißt es, dass der Mensch durch eine Kreuzung aus Urmensch und Götter erschaffen wurde. Wir alle wären demnach Hybriden oder Chimäre.

Dabei muss man nicht mal sehr zweifelhafte “Übersetzungen” der alten Texte gewisser Autoren heranziehen. Auch die Nutzung seriöser Quellen liefert dazu genug spannenden Stoff, wie HIER belegt. Mit dem Unterschied, dass Kritiker nicht von “Fehlübersetzungen” oder “Phantasie” sprechen können. Auch wenn diese Quellen weniger “sensationell” ist. Für die Völker des Zweistromlandes waren die Menschen zwar durch Kreuzungen “göttlich geschaffen”, aber es gelang auch hier scheinbar erst nach diversen Rückschlägen, den endgültigen Menschen zu kreieren. Sehr ähnlich wie es die Maya in ihrem Epos “Popul Vuh” schilderten.

Im Mythos “Enki und Ninchursang” über den Schöpfergott Enki und die machtvolle Urgöttin Ninchursang vermuten einige Forscher einen Hinweis auf diese Fehlschöpfungen der Götter. Nicht nur Forscher der Prä-Astronautik. So schreibt etwa der bekannte Sumerologe Hartmut Schmökel in seinem Standartwerk “Kulturgeschichte des Alten Orient“:

Wahrscheinlich darf aus einem leider sehr zerstörten Text geschlossen, dass man Enki auch die Erschaffung des Menschen als Diener der Götter zuschrieb – bei welchem Werk freilich Fehlschöpfungen nicht ausblieben.”

Was aber mögen diese “Fehlschöpfungen” gewesen sein? Missglückte Menschen oder sogar Monster aus der Retorte der Götter?

Die Götter von Eden

Monster oder missglückte Experimente kennt die Schöpfung der Bibel nicht direkt. In der Thematik der Astronautengötter werden die dortigen Aussagen eher dahingehend betrachtet, dass hier die Götter von Eden mit künstlicher Befruchtung arbeiteten. So geschehen bei Eva, der Frau Adams, als sie ihren dritten Sohn Seth von Gott “eingesetzt” bekam. Und natürlich die Erschaffung der Eva aus einer “Rippe” ihres Gatten an sich. Weiter wird sehr viel auf die Riesen hingewiesen, die laut dem 6. Kapitel der Genesis auf der Erde lebten, als sich Söhne des Himmels mit Menschenfrauen paarten.

Dazu gibt es jedoch einige unheimliche Ergänzungen, auf die ich bereits in “Rebellion der Astronautenwächter” und in Artikeln 1996 hinweisen habe.

Auch Texte aus Qumran kennen offensichtlich diese Herabgestiegenen und die Vermischung mit den Menschen. Darauf wies ich bereits 1996 in einigen Artikeln hin. Denn auch die weltberühmten Texte aus Qumran kennen offensichtlich diese Herabgestiegenen und die Vermischung mit den Menschen. Hier findet sich in dem Text 4Q531 Fragment 3 ebenfalls die Aussage, dass diese Himmlischen die Erde ins Unglück stürzten. Ebenso wie bei Henoch 200 dieser Gestalten auf die Erde niedergekommen sein sollen, nennt auch der Qumran-Text 1Q23 Fragment 1 und 6 des sogenannten “Buch der Giganten” diese Zahl.

Monster in biblischen Tagen

“Sie kannte die Geheimnisse” und brachten Sünde und die Riesen. Und, so die Wissenschaftler Michael Wise, Martin Abegg jr. und Edward Cook in den Kommentaren dazu schon 1997 in “Die Schriftrollen von Qumran“, diese 200 Engel suchten sich Tiere und Menschen aus “mit denen sie perverse Dinge taten”. Es ist zu erfahren:

“[… zweihundert] Esel, zweihundert Wildesel, zweihundert … Schafböcke der] Herde, zweihundert Ziegen, zweihundert [… Tiere des] Feldes von jedem Tier, von jedem [Vogel …] […] für Rassenvermischung […]

Was mag man unter der Angabe “für Rassenvermischung” verstehen? Ein Hinweis, dass die Wesen des Himmels Tiere und Menschen kreuzten? Zwitter, wie sie praktisch alle Völker der Erde in Wort und Bild beschrieben? Oder sind mit der vermischten Rasse die Kinder zwischen den Rebellen und den Menschenfrauen gemeint? Eine Klärung dieser Frage ergibt sich aus einer anderen Stelle im “Buch der Giganten“, denn in 4Q531 Fragment 2 ist ein wesentliches Detail erhalten geblieben:

[…] sie (die Himmlischen, Anm. LAF) besudelten […] [… sie zeugten] Riesen und Ungeheuer […] […] zeugten sie, und sahen, die ganze [Erde war verdorben …] […] in seinem Blut und durch die Hände von […] [Riesen] die ihnen nicht genügten und […] […] und sie suchten viele zu verschlingen […] […] […] die Ungeheuer griffen sie an.”

Der fragmentarische Text besagt klar: Die Wächter zeugten “Riesen und Ungeheuer”. Die Kinder der Herniedergestiegen sind demnach nicht identisch mit den “Ungeheuern”, sondern die Wächter schufen (zeugten) Riesenkinder und auch Monster – durch “Rassenvermischung” ausgesuchter Tiere, wie es der Qumran-Text besagt. Gentechnik in der Urzeit? Tausende Jahre bevor die chinesischen Genetiker jetzt ihren fragwürdigen Erfolg bekanntgeben konnten?

Monster in Griechenland

Selbst der große Grieche Platon, bekannt durch die Erzählung der mythischen Insel Atlantis, berichtet in seinem Werk “Das Gastmahl” (“Symposion”) ausführlich von einem anderen Geschlecht. Letztlich habe dieses sogar versucht die Götter im Himmel zustürzen. Durchaus ähnlich wie die rebellischen Engel der jüdisch-christlichen Tradition. So schreibt Platon beispielsweise über dieses “dritte Geschlecht” unter anderem:

Unsere ehemalige Naturbeschaffenheit nämlich war nicht dieselbe wie jetzt, sondern von ganz anderer Art. Denn zunächst gab es damals drei Geschlechter unter den Menschen, während jetzt nur zwei, das männliche und das weibliche; damals kam nämlich als ein drittes noch ein aus diesen beiden zusammengesetztes hinzu, von welchem jetzt nur noch der Name übrig ist, während es selber verschwunden ist. (…) Ferner war damals die ganze Gestalt jedes Menschen rund, indem Rücken und Seiten im Kreise herumliefen, und ein jeder hatte vier Hände und ebenso viele Füße und zwei einander durchaus ähnliche Gesichter auf einem rings herumgehenden Nacken, zu den beiden nach der entgegengesetzten Seite von einander stehenden Gesichtern aber einen gemeinschaftlichen Kopf, ferner vier Ohren und zwei Schamteile, und so alles übrige, wie man es sich hiernach wohl vorstellen kann.

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(…) Sie waren daher auch von gewaltiger Kraft und Stärke und gingen mit hohen Gedanken um, so dass sie selbst an die Götter sich wagten; denn was Homeros von Ephialtes und Otos erzählt, das gilt von ihnen, dass sie sich einen Zugang zum Himmel bahnen wollten, um die Götter anzugreifen.”

Auch der bekannte Grieche Hesiod in seiner “Theogonie” um 700 vor Christus weiß von solchen Wesen. Er gilt neben Homer, dem Autor der “Ilias” und “Odyssee”, als wichtigste Quelle über unser heutiges Wissen über die Mythologie der damaligen Griechen. Hesiod kennt in seinen niedergeschriebenen Überlieferungen ein ganzes Füllhorn an Mischwesen und Monstern,wie sie beispielsweise G. F. Schoemann 1898 in “Die Hesiodische Theogonie” wiedergibt.Alle diese Bestien waren das Werk der Götter, so Hesiod.

Die bekanntesten Kreaturen sind hierbei wohl die Kyklopen, bei denen “ein einziges Auge mitten in der Stirn lag”.

Unaussprechliche Kreaturen

Unaussprechliche Wesen haben die griechischen Ur-Götter nach Hesiod einst geschaffen oder geboren. Gewaltige Riesen (Titanen) ebenso wie Monster, bei denen “100 Arme zugleich sich ihren Schultern entstreckten”. Gleichfalls Wesen, bei denen “50 Häupter aus den Schultern gewachsen” waren. So notierte Hesiod unter anderem diese Taten und Abkömmlingen der Götter. In “Hesiod’s Werke verdeutscht im Versmaße der Urschrift” (1858) gibt der Übersetzer Eduard Eyth Hesiod mit den diesen Worten wieder:

Kraft und Stärke jedoch und Kunst – das hatte die Arbeit! Aber noch andere waren der Erde und dem Himmel entsprossen (…) Unnahbar war ihre Gewalt bei mächtigem Aussehen. Denn von Sämtlichen, welche die Erde gezeugt mit dem Himmel, waren sie die Schrecklichsten (…)”

Die Mythen der Griechen über solche Monster, Riesen und Titanen sind heute auch dank der Aufzeichnungen von Hesiod durchaus populär. Hollywood und die Populärkultur der Moderne haben das Thema längst für sich entdeckt. Doch ob jemals darüber nachgedacht wurde, dass zumindest nach den Behauptungen der Chronisten diese Wesen wirklich gelebt haben sollen?

Einige Geschichtsschreiber berufen sich auch auf den Chronisten Manetho. Er verfasste etwa in der Zeit 285 bis 246 vor Christus in seiner Funktion als  altägyptischer Priester und Geschichtsschreiber eine Chronik über die Götter und Pharaonen Ägyptens. Für Ägyptologen ist die Chronologie der ägyptischen Könige in seinem Werk “Aegyptiaca” noch heute eine unschätzbare Quelle. Allerdings nur dafür und nicht für das, was Manetho über die Zeit vor diesen Pharaonen überliefert hat. Denn Manetho ist jener Geschichtsschreiber, der die Geschichte Ägyptens sehr weit in die Vergangenheit verlagerte, als noch Götter und nach diesen Halbgötter das Land regiert haben sollen.

Auf Manetho wiederum beruft sich unter anderem der spätere Geschichtsschreiber Eusebius von Caesarea (ca. 260/64 bis  339 nach Christus). Eusebius ist nicht nur einer der ersten Kirchenhistoriker, sondern auch Verfasser von gleich dutzenden Geschichtswerken. Ihm stand umfangreiches Quellenmaterial zur Verfügung,  weshalb er auch als “Vater der Kirchengeschichte” gilt. Obwohl ein früher Christ, enthalten seine Werke “Chronik” eine gewaltige Sammlung der Geschichte vieler Völker. Inklusive detaillierter Chronologien von Königen, Regierungszeiten etc.

“Eine Menge von Wunderwesen”

Unheimlich wird es bei Eusebius aber, als dieser über seltsame Taten der Götter in der Urzeit schreibt. Denn diese haben wahre Monster erschaffen, Mischwesen und Zwitter kaum vorstellbarer Art und Weise. In “Eusebius Werke” (Bd. V, 1911) von Josef Karst erfahren wir dazu von Eusebius, dass in der Vorzeit bizarre Kreaturen existiert haben sollen. Angeblich stamme dieses Wissen sogar von Oannes persönlich:

Es war, sagt er (Oan/Onannes, Anm. LAF), einstens, da durch das das (Welt-)All hin Finsternis und Wasser war. Und es waren daselbst gewisse andere Untiere, von denen ein Teil selbsterzeugte waren, und mit lebenerzeugenden Formen ausgestattete; und sie hätten erzeugt Menschen, doppeltbeflügelte; dazu auch andere mit vier Flügeln und zwei Gesichtern und einem Leib und zwei Köpfen, Frauen- und Männerköpfen, und zwei Naturen, männlichen und weiblichen; weiter noch andere Menschen, mit Schenkeln von Ziegen und Hörnern am Kopfe; noch andere, pferdefüßige; und andere von Pferdegestalt an der Hinterseite und Menschengestalt an der Vorderseite, welche der Hippokentauren Formen haben; erzeugt hätten sie auch Stiere, menschenköpfige, und Hunde, vierleibige, deren Schweife nach Art der Fischschwänze rückseits aus den Hinterteilen hervorliefen; auch Pferde mit Hundeköpfen; und Menschen sowie noch andere Ungeheuer, pferdeköpfige und menschenleibige und nach Art der Fische beschwänzte; dazu weiter auch allerlei drachenförmige Unwesen; und Fische und Reptilien und Schlangen und eine Menge von Wunderwesen, mannigfaltig gearteten und untereinander verschieden geformten, deren Bilder sie im Tempel des Belos eins neben dem andern dargestellt aufbewahrten.”

Eine rund 1.700 Jahre alte Aufzählung, die man sicher zweimal lesen muss. Bizarre und zweifellos grausige Kreaturen als Produkt “göttlicher” Schöpfungskraft haben demnach einstmals existiert. “Eine Menge von Wunderwesen”, die lange, bevor der Mensch auf der Bühne der Schöpfung erschien, existiert haben sollen. Beherrscht wurden diese, auch das überliefert Eusebius, von einer Göttin:

Und es habe über alle diese ein Weib geherrscht, dessen Name Markaye heiße, das auf chaldäisch Thalattha genannt werde und auf Griechisch verdolmetscht werde Thalattha (das ist Meer).”

Diese Thalatta oder auch Thalassa aus der griechischen Mythologie ist eine Muttergöttin, die unter anderem mit dem Meer identifiziert wurde. Sie hatte verschiedene Funktionen, ist jedoch immer als eine Art Ur-Mutter zu erkennen. Bei Nonnos von Panopolis, einem Dichter und Denker des 5. Jahrhunderts, ist sie sogar die Mutter der bekannten Göttin Aphrodite.

Göttliche Hybride

Solche Monster und Zwitter aus der Retorte der Götter will aber auch ein biblischer Prophet gesehen haben. In der griechischen “Apokalypse des Baruch” heißt es, dass der Prophet eines Tages von einem Himmlischen im Auftrag Gottes mit in den Himmel genommen wurde, wo ihm ungeahnte Geheimnisse offenbart wurden. Bereits im “ersten Himmel” seiner Reise begannen diese Offenbarungen, denn hier lebten ausschließlich Zwitterwesen:

Er zeigte mir im Himmel eine Ebene. Da waren viele Menschen drauf, Gesichter wie die Rinder und Hörner wie die Hirsche und Füße wie die Ziegen und Hüften wie die Lämmer.” (2,3)

Kirchenvater Eusebius wiederum schöpfte sein Wissen aus zahllosen Quellen. Als Universalgelehrter ist es sicher, dass er Zugriff auf umfangreiche antike Texte und Schriften hatte, die er oft auch zitiert. Eine seiner zahllosen Quellen war der Historiker Berossos, einer der wichtigsten Astronomen und Priester des Gottes Marduk von Babylon. Dieser Berossos verfasste etwa um das Jahr 290 vor Christus eine Chronik der Babylonischen Geschichte, in der er auch von der Urzeit berichtet.

Auch Berossos berichtet in seiner Chronik von einer Zeit, als eine rätselhafte Art von Kreaturen existiert haben soll. Oannes nennt er diese, die bei Eusebius unter den Namen Oan zu finden sind. Göttliche Zwitter-Kreaturen aus Mensch und Fisch, die aus dem Meer (meist Persischer Golf) kamen, die Zivilisation brachten und zum Teil unter den Menschen lebten. Auch wenn Oannes meist als ein einzelner Gott angesehen wird, so ist diese Art der Kulturbringer von Babylon bzw. Mesopotamien auf zahlreichen Abbildungen mehrfach zu sehen. Menschen mit Fischschwänzen, die in ganzen Gruppen abgebildet wurden, allerdings nicht eins zu eins den späteren Beschreibungen von Berossos entsprechen.

In Band V von “Eusebius Werke” heißt es dazu, dass “ein furchtbares Untier, dessen Name Oan heiße”, dem Meer entstieg. Über diese heiße es, “dass sein ganzer Körper der eines Fisches war, und unter dem Kopfe des Fisches ein anderer Kopf an jenen angefügt; und am Schweife Füße wie die eines Menschen, und die Stimme gemäß der Stimme der Menschen; dessen Bild noch bis jetzt in Zeichnung aufbewahrt werde”. So Eusebius.

Diese Wesen kennt man heute meist unter den Namen Oannes. Es sind Mischwesen, die als Kulturbringer in Mesopotamien angesehen wurden. Vor allem bei den Babyloniern. Vielfältige bildliche Darstellungen von diesen Kreaturen haben die Archäologe inzwischen ausgegraben.

Fisch-Menschen und Sintflut

Selbst die Mythologie aus dem fernen Indien kennt etwas Ähnliches wie Oannes bzw. Oan. Und zwar über die bekannte Gottheit Vishnu. Eine der Hauptformen Gottes im Hinduismus, von denen schon die alten Veden Indiens sprechen. Von dieser höchsten Offenbarung der Göttlichkeit wird …

“…ausführlich erzählt, wie der Gott Vishnu als Fisch die verlorenen Vedas aus der Tiefe des Meeres wieder heraufholte, und dadurch den Menschen das Gesetz aufs Neue offenbart habe (…).

So beschreibt es schon Friedrich Creuzer 1836 in “Symbolik und Mythologie der alten Völker besonders der Griechen”. Vishnu tat dabei nichts anders als die Oannes-Kreaturen: Aus dem Meer kommen und den Menschen das Gesetzt (die Kultur) bringen.

Im Alten Testament wird die große Sintflut als Strafgericht für böse Menschen und/oder Mischwesen angesehen. Mythen anderer Völker weltweit sehen das teilweise sehr ähnlich, um diese Vernichtung irgendwie deuten oder erklären zu können. Gleichgültig ob Legenden der Bibel, Mesopotamien, Indiens, der Maya oder sonst wo auf der Welt. Sie alle haben häufig den Kern, dass Götter Mischwesen schufen, die dann wieder vernichtet wurden.

Die Häufigkeit dieses Motivs in den Mythologien ist zu frappierend, als das sie meiner Meinung nach reiner Zufall sein kann. Von den großen Zivilisationen der Vergangenheit bis zu den weniegr bekannten Kulturen, Völkern und Stämmen. Ein Beispiel: In einem Mythos der Wyot Indianer aus Kalifornien in den USA wird erzählt, dass die erste Erschaffung des Menschen auch hier daneben ging:

Als die ersten Menschen geboren waren, konnten sie nicht richtig sprechen. Es war gar nicht richtig, was sie sprechen. Auch waren sie behaart. Da hörte er sie, der Alte-Mann-Droben. Er dachte: Wie kann ich sie wieder loswerden? Schließlich wusste er es. (…) Wasser würde kommen

Auch bei den Wyot überlebte natürlich jemand die Katastrophe.

Zwitter-Monster in Ur

Durchaus interessant ist mit Blick auf die Bibel im Zusammenhang mit “Fischmenschen” die Figur des Stammvaters Abraham. Abraham wiederum stammte aus der Stadt Ur im Süden Mesopotamiens, wie es die Bibel erzählt (Gen. 11,31). Ein Ort, den schon die alten Sumerer gründeten. Hier hat der Herr seinen Vater durch Feuer vom Himmel getötet, um Abraham als “Auserwählten” für sich zu gewinnen, wie ich es unter anderem in diesem YouTube-Video HIER erkläre.

Eusebius wie natürlich Berossos siedeln die beschriebenen Mischwesen in Chaldäa an. Chaldäa ist exakt das Gebiet im Süden des Zweistromlandes am Persischen Golf, wo auch die Stadt Ur lag. Römische und Griechische Geschichtsschreiber sowie die Bibel nennen es oft schlicht Babylon. Wobei Abbildungen dieser Gestalten bei allen Kulturen der Region zu finden sind. Gleichgültig ob Babylonier, Sumerer, Assyrer oder Akkader.

So sehen wir beispielsweise auf Rollsiegeln aus Ton sehr häufig geflügelte Menschen oder geflügelte Löwen. Aber auch menschliche Kreaturen mit Ziegenbeinen, Schwänzen sowie Tierköpfen. Also genau jene Bestien, wie sie Eusebius beschrieben hat. Siegelabrollungen mit diesen Wesen wurden unter anderem in den Ruinen von Abrahams Heimatstadt Ur gefunden. In Gräbern aus der I. Dynastie, die zum großen Teil von dem berühmten Archäologen Leonard Woolley zwischen 1926 und 1928 freigelegt wurden, lagen bis zu 5.000 Jahre alte Darstellungen genau dieser grausigen Zwittern.

Existierten diese also tatsächlich in diesem Gebiet, oder hat der Chronist Eusebius nur solche Abbildungen gesehen und von entsprechenden Mythen gehört? Starben diese in der Sintflut, oder kannte Abraham als bekanntester Sohn der Stadt Ur diese sogar noch? Angeblich ja. Und nicht nur das.

Abraham und die “Krebsfrau”

Über Abraham überliefert wiederum der heilige Sohar (Zohar), dass er einst mit einer seltsamen “Krebsfrau” ein Kind zeugte. Im Sohar (II. fol. 147a-148b) heißt es darüber, “dass Abraham mit seiner Krebsfrau einen Sohn zeugte, den er Tachasch nannte (…)”. Tachasch wiederum soll laut Sohar etwas mit himmlischen Wesen gemein haben. Sollte das etwa bedeuten, dass Abraham Kontakt zu solchen Zwittern der Götter  hatte? Jene, wie sie bildlich in seiner Heimatstadt ausgegraben und von den Chronisten überliefert wurden?

Der Name oder die Bezeichnung “Tachasch” ist noch in anderer Hinsicht sehr seltsam. Laut Bibel soll die Bundeslade aus dem Buch Exodus mit einer Haut oder einem Fell aus “Tachasch” beim Transport abgedeckt worden sein. Auch Teile des Allerheiligsten beim Exodus, der Stiftshütte, in dem die Lade verwahrt wurde, sollen aus “Tachasch” bestanden haben.

Was aber genau dieses Material war, ist unbekannt und umstritten. Von Seehund-Fell über Delphin-Haut bis zur Haut von Wesen, die Gott extra für diesen Zweck geschaffen (gezüchtet) hat, reichen die Deutungen der Bibelforschung. Selbst von Einhörner wird hierbei gesprochen. An anderen Stellen habe ich das genauer ausgeführt. Etwa in “Götter der Sterne“, in diesem YouTube-Video HIER und diesem Vortrag auf YouTube HIER.

Der Sohar wiederum ist das bedeutendsten Werk der mystische Traditionen des Judentums der Kabbala. Allgemein wird das Werk als eine recht junge Schrift angesehen, die erst im 13. Jahrhundert entstand. Es soll die Geheimnisse der Kabbala vertiefen, deuten und weiter erörtern, der bekanntlich von vielen Seiten enormes Geheimwissen zugesprochen wird. Gerade in der Moderne erfuhr die Kabbala eine regelrechte Renaissance unter Mystikern und Sinnsuchern auch außerhalb des Judentums.

Sind Mythen Reportagen?

In der Prä-Astronautik werden seit jeher Mythen, Überlieferungen, Sagen, Legenden, alte Schriften, heilige Texte usw. im Sinne der Idee der Astronautengötter abgeklopft. Überall gibt es Hinweise auf diese Astronauten aus dem All, sofern man diese Mythologien so deuten möchte. Ob diese Himmelswesen oder andere Übernatürliche darin wirklich physische Außerirdische waren, wissen wir defensiv nicht! Dafür gibt es nicht einen einzigen unstrittigen Beweis. Vielleicht finden wir sogar eines Tages eindeutige “Alien-DNA” in unseren Genen.

Wenn man mit der Prä-Astronautik liebäugelt oder sogar überzeugt ist, dass die Götter Aliens waren, dann darf man solche und viele weitere Überlieferungen über “Gen-Experimente der Götter” nicht ignorieren. Von diesen gibt es weit mehr, als in diesem Online-Beitrag als Beispiele angeführt wurden.

Die jetzt publizierten Experimente der Chinesen beweisen, dass wir längst Gott spiele. Da die Geschichte beweist, dass der Mensch alles, was möglich sein wird, auch in die Tat umsetzt, wird es auch bei solchen genetischen Kreuzungen so sein. Wenn es nicht schon geschehen ist. Der Mensch wird bizarre Mischwesen erschaffen. Ethische Bedenken oder Einwände von Humanisten oder Kirchen spielen dabei keine Rolle. Was der Mensch imstande ist zu tun, wird er tun. Aus Neugierde oder ganz einfach nur, weil er es kann.

Sofern jene Außerirdische, die vor Jahrtausenden als Götter angesehen wurden, ähnlich dachten, taten sie es auch. Und so finden wir ihre Werke und Taten in mythologisch-verzerrten Überlieferungen bis heute auf der ganze Welt.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Sensationelle Funde in Israel am Toten Meer: 2000 Jahre alte biblische Texte unweit von Qumran entdeckt +++ Video +++

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VIDEO: Sensationelle Funde in Israel am Toten Meer: 2000 Jahre alte biblische Texte entdeckt! (Bild: gemeinfrei)
VIDEO: Sensationelle Funde in Israel am Toten Meer: 2000 Jahre alte biblische Texte entdeckt! (Bild: gemeinfrei)

Archäologen in Israel melden äußerst spannende Funde in der judäischen Wüste. Eine Region, in der schon ab 1947 die legendären Schriftrollen von Qumran entdeckt wurden. In einer nur sehr schwer zugänglichen Höhle im Tal Nachal Chever fanden die Forscher jetzt Schriften mit biblischen Texten aus dem Alten Testament, die rund 2000 Jahre alt sind. Und Beweise, dass vor über 10.000 Jahren diese Höhle schon genutzt wurde, wir Ihr es in diesem Video erfahrt.


Neue Schriften am Toten Meer entdeckt

In Israel wurden unweit vom Toten Meer sensationelle Funde gemacht. Forscher faden hier in einer unzugänglichen Höhle rund 2000 Jahre alt biblische Texte. Sensationell deshalb, da seit Jahrzehnten keine Schriften dieser Art mehr gemacht wurden. Berühmt sind hier vor allem die Schriftrollen von Qumran, die ab 1947 gemacht wurden.

Die Region ist voller Höhlen und archäologischer Hinterlassenschaften. Nicht nur direkt am Toten Meer. Auch der jetzige Fundort, die “Höhle des Grauens” (Cave of Horror), wurde schon 1955 erstmals erforscht. Für die Archäologie und vor allem Bibelforschung sind diese Entdeckungen aber neu. Die gefundenen Schriften stimmen auch nicht exakt mit jenen überein, die wir heute im Alten Testament der Bibel finden.

Ebenso erstaunlich ist auch vollständig erhaltener Korb in dieser Höhle, der unglaubliche 10.500 Jahre alt ist! Oder die Mumie eines 6000 Jahre alten Kindes.

Rund 10.000 Jahre haben in dieser nur sehr schwer erreichbaren Höhle also Menschen gelebt oder nutzen diese. Ein spannendes Ergebnis, das ich Euch in diesem YouTube-Video vom 17. März 2021 zusammenfasse.

Bleibt neugierig …

Video vom 17. März 2021 auf Mystery Files

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Wenn aus “Fremden” und “Ausländern” in der Bibel “Außerirdische” werden: Ein verrücktes und spannendes Netzfundstück

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Wenn aus "Ausländern" in der Bibel "Außerirdische" werden: Ein verrücktes Netzfundstück (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Wenn aus “Fremden” in der Bibel “Außerirdische” werden: Ein verrücktes Netzfundstück (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Prä-Astronautik-Forscher suchen seit über einem halben Jahrhundert in alten Schriften, Texten und Überlieferungen nach Spuren der Götter aus dem All. Auch in der Bibel wird nach diesen Astronautengöttern gefahndet, wie in “Götter der Sterne” 1998 aufgezeigt. Nicht wenige wollen dabei immer wieder fündig geworden sein. Doch jetzt erreichte mich eine “Google News” zum Thema Außerirdische in der Bibel, die auf den ersten Blick verstörend wirkte. Bei genaueren Hinsehen auf die exakten Hintergründe allerdings eher bizarr bis amüsant. Alles zu diesem Netzfundstück und wie genau es dazu kam, erfahrt Ihr hier.


Außerirdische in der Bibel

Dass die Bibel außerirdische Wesen nennt, ist zuerst einmal eine Tatsache. Im Alten wie im Neuen Testament finden wir diese unter verschiedenen Namen. Mal als (fremde) Götter, mal als Engel und mal auch als Göttersöhne, Boten Gottes oder Söhne des Höchsten. Damit sind Außerirdische gemeint, da diese Wesen nicht von der Erde kommen, sondern meistens aus Gottes Himmel. Also nicht von der Erde und per Definition der Bezeichnung “Außerirdisch” sind es eben genau solche. Selbst wenn diese mit einem theologischen Auge betrachtet aus einem nicht physischen Gottesreich stammen. Auch das ist nicht-irdisch und damit außerirdisch.

Soweit, so eindeutig. Anders wird das natürlich in weiten Teilen der Prä-Astronautik gesehen. Hier werden leibhaftige Außerirdische vermutet, die ganz real und physisch vor tausenden von Jahren hier auf der Erde waren. Ausdrücklich gilt das auch für all jene Wesen, die sich in den Schriften der Bibel und verwandten Texten finden. So, wie ich es sehr detailliert in meinen Büchern “Götter der Sterne” (1998) und “Rebellion der Astronautenwächter” (2015) darlegte, da bis dato entsprechende umfangreiche Detail-Betrachtungen dieser Texte im Sinne der Prä-Astronautik fehlten.

Verwundern kann “die Prä-Astronautiker” grundsätzlich schon lange nichts mehr. Auch nicht in den Schriften der Bibel, sofern diese überhaupt eingehend studiert wurden. Überall wimmelt es von Ancient Aliens, wie die Astronautengötter heute sehr gerne nach der gleichnamigen TV-Serie aus den USA genannt. Frei übersetzt bedeutet das soviel wie “Antike Außerirdische”, da die Bezeichnung “Aliens” heute ganz ein fach für Außerirdische steht. Nicht nur bei den “Anhängern der Prä-Astronautik”, sondern diese Bezeichnung ist seit Jahrzehnten in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Meiner Meinung nach trug der zeitlose Science-Fiction-Horror-Klassiker “Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt” von Ridley Scott 1979 maßgeblich dazu bei. Der Original-Titel des Kinohits war schlicht “Alien” und die Fortsetzung kam 1986 als “Aliens” in die Lichtspielhäuser der USA.

“Aliens”

“Aliens” ist aber keine Erfindung aus Hollywood. Die meisten Mystery-Fans wissen ganz genau, dass “Aliens” nicht nur für “Außerirdische” steht, sondern auch für “Fremde” oder “Ausländer”. Für etwas, das “fremd” oder “ausländisch” im (Adjektiv) ist. Kaum jemand nutzt allerdings diese Bezeichnung für Fremde (mit erstaunlichen Ausnahmen, wozu ich hier eine Anekdote anführen könnte – aber lassen wir es mal so stehen…). Ein Außerirdischer ist genau genommen ein “Extraterrestrial”. So wie bei dem Kinohit “E.T. – Der Außerirdische”, der 1982 als “E.T. the Extra-Terrestrial” in die Kinos kam.

Das sind grundsätzliche “Basics”, die viele kennen. Und all jene, die es so noch nicht wussten, wissen es jetzt. Denn sie sind dahingehend wichtig, da ich heute via “Google Alert” eine News von einer mehr als christlichen Quelle zum Schichtwort “Außerirdische” erhielt: “11 Bibelverse über Außerirdische, Gottes Haltung” hieß diese und erweckte verständlicherweise das Interesse eines Prä-Astronautikers. Gleichgültig ob man die entsprechenden Verse der Bibel hinter dem News-Link letztlich kennt oder nicht.

Schnell aber zeigte sich, dass die News von einer frommen und englischsprachigen Webseite stammt, die sich “Knowing Jesus” (“Kenne Jesus”) nennt. Genauer gesagt von einer deren Unterseiten, auf der sich erstaunlich viele Bibelübersetzung in allerlei Sprachen, Übersetzungen und Ausgaben finden. Darunter so “exotische Sprachen” wie Koreanisch, Tagalog oder Chinesisch. Die meisten Ausgaben und Übersetzung sind aber englisch. Und offensichtlich sind diese alles andere als kompetente Übersetzungen. Zumindest was die Übertragung (der Überschrift!) ins Deutsche angeht, da kein einziger der 11 dort zitierten Bibelverse wirklich von Außerirdischen spricht.

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Woher das kommt, dazu gleich mehr.

Die Verse beinhalten alle Aussagen über “Fremdlinge”, wie sie dort wiedergegeben wurde. Was auch nicht unbedingt richtig ist, wie man am Beispiel der dort zitierten Verses aus Jeremia 22,3 oder auch Ezechiel 22,29 sieht. Schlägt man in den verschiedenen englischen Übersetzung diese und die anderen Verse nach, blickt dabei in diverse deutsche Ausgaben, so finden sie an den entsprechenden Stellen verschiedenste Formulierungen. Was so oder so für viele Teile der Bibel gilt.

So wird etwa von einem “Mann aus einem fremden Land” bei Jeremia 22,3 gesprochen, was so gar nicht nach einem Außerirdischen klingt. An anderen Stellen lesen wir von “Sojourner” in diversen englischen Bibelausgabe, was in deutschen Übersetzungen als “Fremdling(e)” korrekt wiedergegeben wurde. In der weltbekannten “King James Bible” steht dort “Stranger”, was ebenfalls “Fremdling” bedeutet. Alle Verse, die “Knowing Jesus” hier zitiert, sprechen genau davon. Von Menschen aus fremden Ländern. Warum aber steht in der Überschrift was von Außerirdischen in der Bibel?

Eine “neue Bibel”

Schaut mal ein zweites Mal auf diese Webseite, so stellt man fest, dass diese nicht nur “Bible Study Tools” betreibt, sondern sich auf die “Holman Christian Standard Bible” beruft. Diese wurde ab Mitte der 1980er Jahre neu in “modernen Englisch” für bzw. von “Holman Bible Publishers” neu übersetzt. Kurz nennt man diese in einer neueren Version seit 2017 sogar nur “Christliche Standard Bibel”. Ziel war es eine Übersetzung der gesamten Bibel zu liefern, die sich so nah wie möglich an den Originaltext hält. Womit natürlich die noch vorhanden Schriften gemeint sind, da wirkliche Originale nicht mehr bekannt sind.

Rund 100 Wissenschaftler, Übersetzer und Bibelforscher waren an dem Projekt beteiligt. Hierzu erschienen diverse Versionen und Übersetzungen im Laufe der Arbeit an der Bibel. Sehr interessant ist vor allem, dass jene Verse, die offensichtlich nachträglich in die Schriften eingefügt wurden, in diesem Fall entsprechend gekennzeichnet wurden. Sie wurde meistens im Text gelassen, jedoch in Klammern gesetzt. Kulturell seien sie von Bedeutung – aber sind eben Nachtragungen, Umschreibungen und Veränderungen diverser Redakteure. Vom unveränderten “Wort Gottes” kann (und sollte!) bei der Bibel niemand reinen Gewissens sprechen. Wie in diesem Blog-Artikel HIER an einem Beispiel zur Auferstehung Jesus dargelegt.

Tatsächlich haben die Übersetzer in ihrer “neuen” Bibel an entsprechenden Stellen das Wort “Alien” für “Fremde” oder “Ausländer” genutzt. Mehr als 100-mal, auch wenn in Kommentaren, die auch “Knowing Jesus” nutzt, auf andere Wörter wie “Sojourner” verwiesen wird. Eine automatische Übersetzung der Überschrift auf dieser Webseite machte daraus “Außerirdische”, wobei in den Versen dann korrekt übersetzt wurde. Die Nutzung des Wortes “Aliens” ist verstörend bis amüsant. Denn wenn bei der mühsamen Arbeit an dieser “neuen” Bibel in verständlicher Sprache soviel Wert auf Text-Authentizität gelegt wurde, hätte man um die Bedeutung des Wortes im öffentlichen Bewusstsein wissen müssen.

Immerhin hat man, was mehr als erstaunlich ist, nachträgliche Passagen entsprechend behandelt und markiert. Mit Sicherheit wird das nicht allen Kirchen in den USA gefallen, die an die Unfehlbarkeit der Bibel glauben. Genauso wenig, dass man ab der Ausgabe 2017 656-mal den Gottesnamen Jahwe wieder entfernte.

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Grenzwissenschaft Classics, Folge 48: Auf den Spuren von Moses: Forscher suchen Beweise für die Bibel und den Exodus +++ Video +++

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Grenzwissenschaft Classics, Folge 48: Auf den Spuren von Moses: Forscher suchen Beweise für die Bibel (Bilder: Pixabay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Grenzwissenschaft Classics, Folge 48: Auf den Spuren von Moses: Forscher suchen Beweise für die Bibel (Bilder: Pixabay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Gibt es Beweise für die Existenz von Moses aus dem Alten Testament der Bibel? Wo sind die Belege, dass es einst, wie es das 2. Buch Moses sagt, einen Exodus der Israeliten (Hebräer) aus Ägypten gab? Seit Jahrhunderten wird nach unumstößlichen Beweisen gesucht, die die Existenz der Person Moses und vor allem auch den Exodus ins “Gelobte Land” beweisen. Von Bibelforschern ebenso wie von Abenteurern und Archäologen. Diese Grenzwissenschaft Classics Folge Nr. 48 aus dem Jahr 2000 geht diesen Fragen nach. Eine spannende Folge zu einem der spannendsten und faszinierenden Themen aus der gesamten Bibel!


Moses und der Exodus aus dem Alten Testament – ein zeitloser Mythos!

Gibt es Beweise für die Existenz von Moses aus dem Alten Testament der Bibel? Wo sind die Belege, dass es einst, wie es das 2. Buch Moses sagt, einen Exodus der Israeliten (Hebräer) aus Ägypten gab?

Für viele Bibelforscher, Historiker, Theologen und Archäologen ist der Exodus um die Figur Moses aus dem Buch Exodus reine Phantasie. Sie glauben nicht, dass es einen derartigen Auszug aus Ägypten eines ganzen Volkes vor tausenden von Jahren wirklich gab. Es fehlen die handfesten Fakten und greifbaren Funde, die diese biblische Geschichte untermauern, so argumentiere diese. Vielmehr sei die faszinierende Story eher als eine Art “Gleichnis” zu interpretieren. Als eine erfundene Historie des Hauses Israel, mit denen sie sich selber quasi eine fundamentale Geschichten gaben.

Wieder andere nehmen den biblischen Bericht wörtlich und glauben, dass es genauso war, wie es darin überliefert ist.

Dennoch wird seit Jahrhunderten nach unumstößlichen Beweisen gesucht, die die Existenz der Person Moses und vor allem auch den Exodus ins “Gelobte Land” beweisen. Von Bibelforschern ebenso wie von Abenteurern und Archäologen. Hin und wieder wurde in sensationell aufgemachten Meldungen behauptet, dass diese auch gefunden wurden. Wissenschaftlich belegt oder anerkannt ist davon nichts.

Diese Grenzwissenschaft Classics Folge Nr. 48 aus dem Jahr 2000 geht diesen Fragen nach. Eine spannende Folge zu einem der spannendsten und faszinierenden Themen aus der gesamten Bibel!

Damit Euch viel Spaß mit Teil Nr. 48 der “Grenzwissenschaft und Mystery Files Classic Videos“.

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Sensation oder Glaube? Archäologe will das Elternhaus von Jesus in Nazareth entdeckt haben

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Sensation oder Glaube: Archäologe will das Elternhaus von Jesus in Nazareth entdeckt haben
Sensation oder Glaube: Archäologe will das Elternhaus von Jesus in Nazareth entdeckt haben

Kam es in Israel – im Heiligen Land – zu einer sensationellen Entdeckung der Archäologie? Oder ist hier mehr Glaube als Tatsache im Spiel? Ein Archäologe zumindest vermutet, dass er das Elternhaus von Jesus Christus in Nazareth gefunden hat. Eine uralte Pilgerstätte, deren archäologische Hinweise seiner Meinung nach deutlich darauf schließe lassen, dass es sich bei dem entdecken Wohnhaus aus aus dem 1. Jahrhundert um das Haus Joseph und Maria handeln könnte.


Jesus und das Heilige Land

Reist man durch das Heilige Land, so trifft man auf Schritt und Tritt archäologische Stätten, die direkt mit Szenen und Ereignissen aus der Bibel in Zusammenhang gebracht werden. Das beginnt schon mit Berichten und Personen aus Alten Testament. Beispielsweise kann man in Jerusalem das angeblich echte Grab des legendären König David besuchen. Es ist leer – und dass dieser Herrscher jemals in der überlieferten Form existierte, ist archäologisch nicht belegt.

Dennoch finden sich in allen Ecken des Landes Stätten, an denen irgendwelche biblisch-historischen Ereignisse stattgefunden haben sollen. Reisende und Gläubige können zahllose theologisch bedeutungsvolle Orte besuchen. Zum Beispiel: Das Grab der Maria, den Raum, in dem Jesus das „Letzte Abendmahl“ abhielt, die Ruinen des Hauses von Petrus (hier soll Jesus auch über das Wasser gelaufen sein), den Ort der Taufe von Jesus, die Synagoge, in der Jesus als Kind die Schriftgelehrten mit seinem Wissen verblüfft haben soll, den „Dornbusch“ des Moses am Sinai, das Haus Marias in Nazareth bzw. „Verkündigungsbasilika“, die Krippe Jesus, das Grab Adams, den Ort der wundersamen „Speisung der 5.000“, den Kreuzweg und natürlich das Grab und die Hinrichtungsstätte von Jesus …

Elternhaus von Jesus in Nazareth entdeckt?

Spricht man vor Ort mit Pilgern und Gläubigen, haben die allermeisten Menschen keinen Zweifel, dass diese Orte und Plätze authentisch sind.

Aktuell reiht sich in diese (nicht vollständige) Liste heilige Stätten eine Meldung ein, die besagt, dass das Haus von Jesus Christus in Nazareth gefunden wurde. Gemeint ist damit das Elternhaus von Jesus, in dem er seine Jugend und frühe Kindheit verbracht hat. Verantwortlich für diese Entdeckung ist der Archäologe Professor Ken Dark, Professor an der Reding Universität“ in Großbritannien. Fündig wurde er unterhalb des Klosters „Der Schwestern von Nazareth“ im Zentrum von Nazareth in Israel. Hier liegen die Ruinen eines Wohnhauses aus dem 1. Jahrhundert, die bereits seit den 1880er Jahren bekannt sind und von den Ordensschwestern 50 Jahre lang selber ausgegraben wurden. Seit 14 Jahren forscht und gräbt nun auch der Archäologe Dark an diesem Ort, uns ist sicher, dass  es „ein typisches Familienhaus“ au der Zeit Jesus war, wie er „CBS News“ im Interview sagte. Jahrzehntelang habe die Archäologie diesen Ort als „unbedeutend“ ignoriert.

Das Haus selber sei seiner Meinung „nicht ungewöhnlich“ für diese Zeit. „Es ist nicht erbärmlich arm, aber es gibt auch keine Anzeichen für großen Reichtum“, so der Forscher. Mit Blick auf die Kindheit Jesus ist er überzeugt:

Es gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass er in etwas anderem als einem sehr typischen ländlichen Haus in Galiläa seiner Zeit aufgewachsen ist.

Jesus lebte gewöhnlich-langweilig

Damit wäre dieses Wohnhaus also fast schon gewöhnlich-langweilig. Dark verweist weiter auf dem Umstand, dass um das Jahr 380 hier bereits eine gewaltige und kunstvoll ausgebaute christliche Kirche gestanden habe, die als „Kirche der Ernährung“ bekannt war. Mit dieser Bezeichnung wäre die Erziehung, Pflege und eben Ernährung des kleinen Jesus von Nazareth durch seine Eltern Maria/Madonna und Joseph gemeint. Dies unterstreiche, dass „dieser besondere Ort als wirklich wichtig angesehen wurde“. Dark vergleicht dies mit der kleineren „Verkündigunskirche“ von Nazareth. Diese wurde über dem Ort errichtet „von dem sie glaubten, der Engel hätte Maria gesagt, dass sie Jesus bekommen  würde“. Was immer auch hier gelegen habe, es war „vermutlich genauso wichtig wie die Verkündigungskirche“, ist Dark überzeugt.

Trotz der mutmaßlichen Bedeutung der Stätte, erhielt sie bisher fast keinerlei Aufmerksamkeit. Die Forschungen von Dark, die von der Vorgesetzten des Klosters, Mère Giraud, geleitet und initiiert wurde, könnten das jetzt ändern. Zumal er erst im September 2020 dazu sein Buch „The Sisters of Nazareth Convent“ veröffentlichte, in dem er der akademischen Fachwelt weitere „Beweise“ für seine These präsentiert.

Denn nicht nur der Umstand, dass hier spätestens in 4. Jahrhundert eine „Kathedrale“ über diesen Ort erbaut wurde, spricht für die Deutung als Haus der Familie von Jesus, ist er sicher. Auch die ungewöhnliche Gewöhnlichkeit des Wohnhauses sowie die Tatsache, dass hier ein Fachmann am Bau beteiligt war, spräche seiner Meinung nach dafür. Immerhin ist aus dem Neuen Testament bekannt, dass Joseph, der Vater von Jesus, ein „Handwerker“ war. Obwohl fälschlicherweise bis heute schon die Kinder in der Schule lernen, er sein ein „Zimmermann“ gewesen. Eine falsche Übersetzung der entsprechenden Passagen der Bibel, wie man heute weiß. Tatsächlich bedeutet das entsprechende Wort „Tekton“ mehr als „nur“ ein Zimmermann und schloss handwerkliche Berufe – auch beim Bauhandwerk – wie „Bauhandwerker“ oder „Maurer“ mit ein. Dark dazu:

Wer auch immer das Haus baute, hatte ein sehr gutes Verständnis für die Steinbearbeitung. Das würde mit dem Wissen übereinstimmen, das wir von jemandem erwarten würden, der als Tekton bezeichnet werden konnte.“

Vielleicht ja, vielleicht nein

Bereits 2015 war der Archäologieprofessor sicher, dass er hier wirklich das Elternhaus von Jesus ausgegraben habe. Auch wenn ihm, wie er deutlich in seinem Artikel „Has Jesus’ Nazareth house been found?“ in „Biblical Archaeology Review“ (März/April 2015), die Beweise fehlen. Er schrieb damals:

War dies das Haus, in dem Jesus aufgewachsen ist? Es ist aus archäologischen Gründen unmöglich zu sagen. Andererseits gibt es keinen guten archäologischen Grund, warum eine solche Identifizierung unberücksichtigt gelassen werden sollte. Was wir sagen können ist, dass dieses Gebäude wahrscheinlich der Ort war, an dem die byzantinischen Kirchenbauer glaubten, Jesus habe seine Kindheit in Nazareth verbracht.“

Im Grunde also reine Spekulation, an der sich seit diesen Worten vor fünf Jahren nichts änderte. Gegenüber „CBS News“ gibt Ken Dark zu:

Sie werden keine Inschrift finden, die besagt, dass dies das Haus Jesu ist. Selbstverständlichgibt es keine blinkenden Lichter, die sagen, ‚hier lebte Jesus‘ (…)

„Einerseits können wir einen völlig plausiblen Fall vorbringen, dass dies das Zuhause von Jesus in seiner Kindheit war. Andererseits können wir beweisen, dass dies über den Rahmen der Beweise hinausgeht. Es ist fraglich, ob es jemals möglich sein würde, dies zu beweisen.“

Und er ergänzt:

Ich bin Archäologe. Ich erfinde keine Geschichten, ich arbeite Beweise aus. Was vor Ort ist, ist sehr konsequent und sehr überzeugend.“

Was also sind die wirklichen Fakten?

Die sind schnell zusammengefasst: Hier liegt ein Familienhaus aus dem 1. Jahrhundert nach Christus, das einer normalen Durchschnittsfamilie gehörte. Sie war weder bettelarm noch besonders reich. Sie konnte es sich aber leisten einen qualifizierten „Bauhandwerker“ beim Bau anzustellen oder der Hausherr selber war eben ein solcher, der hier in Eigenleistung (mit)arbeitete. Folgende Generationen sahen über 300 Jahre nach dem Tod von Jesus dieses Wohnhaus als etwas Besonderes und Heiliges an und errichteten darüber eine große Kirche. Diese stand der Kirche der Verkündung in Nazareth in nichts nach. Also jenem Ort, an dem ein „Engel“ Maria erschien und ihr sagte, dass die mit Jesus schwanger werden würde.

Damit stehen oder standen beiden Gotteshäuser an Orten, an denen nur geglaubt wurde, dass es diese sind. Nicht anders wie der Petersdom im Vatikan, der angeblich auf dem Grab von Petrus, dem ersten Papst, steht. Auch hier fehlen die unwiderlegbaren Beweise.

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“Ein Fluss, den niemand zu durchschreiten wagt”: Beschreibt der Prophet Baruch eine Reise in das (luftleere) All – vor Jahrtausenden?

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Beschreibt der Prophet Baruch eine Reise in das (luftleere) All - vor Jahrtausenden? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Beschreibt der Prophet Baruch eine Reise in das (luftleere) All – vor Jahrtausenden? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Schenken wir Mythologien, Schriften und Überlieferungen unserer vorfahren Glauben, dann haben himmlische Wesen vor Jahrtausenden immer wieder Menschen der Erde kontaktiert. Götter, Engel oder schlicht Abgesandte einer anderen Welt, die in der Prä-Astronautik als antike Raumfahrer interpretiert werden. Laut  einigen dieser alten Berichte über solche Wesen “von oben” nahmen diese auch hin und wieder Menschen mit in ihre himmlischen Sphären. Einer von ihnen soll der biblische Prophet Baruch vor rund 2.500 Jahren gewesen sein. Zumindest behauptet das eine ganz erstaunliche Schrift, die heute in keiner Bibel zu finden ist. Und dabei finden sich dort zwischen den Zeilen ganz erstaunliche Aussagen, wie Ihr hier erfahrt.


Die Baruch-Schriften

Der Prophet Baruch ist im Alten Testament (teilweise!) zwar als einer der “kleinen Propheten” zu finden, aber auch apokryphe Texte mit seinem Namen existieren bis heute. Bücher, die sich somit nicht in der Bibel finden.

Dieser Baruch war der Schüler, Freund und Sekretär (Vertrauter) des weithin bekannten Propheten Jeremia, der im Jahr 628 (oder 626) vor Christus zum Propheten berufen wurde. Heute erhaltene Schriften, die den Namen Baruch als Autor tragen, sind die griechische und syrische Apokalypse des Baruch sowie eine Art “Restschrift” des Propheten. Ausnahmslos sind es Apokryphen und zählen damit zum außerbiblischen Schrifttum.

In der Bibelforschung ist man sich einig: Baruch persönlich hat die Bücher mit seinem Namen nicht selber geschrieben. Irgendwer hat nur seinen Namen benutzt, um diesen Werken mehr “Authentizität” zu verleihen. Denn die Baruch-Schriften spielen mit ihren Warnungen, Aussagen und Prophezeiungen vor rund 2.500 Jahren. Zu einer Zeit, als die Babylonier den Salomonischen Tempel in Jerusalem zerstörten und das Volk ins Exil nach Mesopotamien verschleppten. Doch verfasst wurden sie laut Bibelforscher erst im 2. Jahrhundert nach Christus. So auch die griechische Apokalypse des Baruch, um die es hier geht.

Genau dieses Buch enthält eine Vielzahl an überaus erstaunlichen Schilderungen und Behauptungen, die praktisch ausnahmslos alle im Sinne der Prä-Astronautik gedeutet werden können. Dies habe ich bereits vor Jahren umfangreich in “Götter der Sterne” getan, weshalb an dieser Stelle nur ein Beispiel vorgestellt werden soll. Es sind “auf Gottes Befehle geschauten Geheimnisse”, wie es dort geschrieben steht, die Baruch bei einer Reise in den Himmel offenbart wurden …

Baruch und der Engel vom Himmel

Die griechische Baruch-Apokalypse fängt traurig und mit einer (angeblichen) Datierung der drauf folgenden Ereignisse an:

Offenbarung des Baruch, der am Flusse Gel stand und über Jerusalems Gefangenschaft weinte, damals, als auch Abimelech in Agrippas Landgut durch Gottes Hand errettet ward. Und so setzte er sich an die schönen Pforten, wo das Allerheiligste war.

Ich, Baruch, weinte herzlich um das Volk, weil es von Gott dem König Nabuchodonosor (Nebukadnezar II., Anm. LAF) verstattet ward, Zerstörung über seine Stadt zu bringen.” (2 – 1,1)

Baruch beweint hier also die Zerstörung der Stadt um das Jahr 586 vor Christus durch die Babylonier. Auch wenn Bibelforscher sagen, dass der Text erst nach der Zerstörung des 2. Tempels von Jerusalem (70 nach Christus) verfasst wurde, wollte der unbekannter Verfasser sein Buch also zurückdatieren.

Wie dem auch sei, ist auch der Name Abimelech sehr interessant. Denn er wurde laut einem anderen Baruch-Text, wie in diesem Artikel HIER dargelegt, zu dieser Zeit angeblich durch die “Macht Gottes” in die Zukunft versetzt. Um ganze 66 Jahre! Das meint die Erwähnung, dass diese Person “durch Gottes Hand errettet ward”. Ein Zeitreisender, den auch die Bibel beiläufig erwähnt (Jer. 38,7).

Baruch jedenfalls, so behauptet die Schrift weiter, wehklagte sehr um Jerusalem, so dass der Herr ihn einen Engel schickte:

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Wie ich so wein und solches sage, erblick ich einen von des Herren Engel, wie er herbeikommt und mir sagt: Gib acht, o Mensch, liebwerter Mann, sorg dich nicht um Jerusalems Errettung! Denn dieses spricht der Herr, Gott, der Allmächtige. Er sandte nämlich mich vor dich, daß ich dir alle Dinge Gottes künde und erkläre. Dein Flehen ward vor ihm erhört und drang in Gottes, des Herrn, Ohren.” (1,3-5)

Wenn Baruch aufhört zu klagen und zu weinen und dadurch den “Zorne Gottes zu reizen”, so werde ihn der Engel “noch andere Geheimnisse, die größer sind als diese” zeigen. Verständlich, dass sich der Mensch Baruch auf dieses Angebote des vom Himmel gekommenen Wesens einließ. “Wohlan! So zeig ich dir die göttlichen Geheimnisse!” – mit diesen Worten des Engel begann sogleich die Himmelsreise des Baruch.

Flug in das All

Das Abenteuer nahm seinen Lauf und ging durch verschiedene Stationen im Himmel. Schilderungen, die sich in zahlreichen außerbiblischen Büchern wiederfinden. Etwa in “Apokalypse des Abraham“, “Leben Adam und Evas”, “Jubiläenbuch”, “Henoch 1 & 2” … um nur einige zu nennen.

Was den Text des Baruch an dieser Stelle so interessant macht, ist gleich der Anfang seiner Flugreise in die verschiedenen Himmel über der Erde. So heißt es dort:

Da nahm er mich und brachte mich dahin, wo fest der Himmel sitzt, und wo ein Fluß dahinfließt, den niemand zu durchschreiten wagt, wo nicht der fernste Windhauch ist von allen gottgeschaffenen Winden.” (2,1)

Nur ein Satz, in dem sich aber zwei Aussagen wiederfinden, die im Sinne der “Götter der aus dem All” interpretiert werden können.

So fällt der “Fluss” direkt auf, den angeblich niemand zu durchqueren wagt. Ein solcher Fluss im Himmel erinnert sehr stark an die Mischstraße bzw. das zu sehende Band unserer Galaxis. Rund um den Globus haben verschiedene Kulturen, Religionen und Völker zu unterschiedlichen Zeiten dieses Band der Milchstraße immer wieder mit einem Fluss verglichen. Auch mit einem “Totenfluss”. Bestes Beispiel sind hier natürlich die alten Ägypter.

Diesen “Fluss” wagt natürlich niemand zu überqueren. Einem Normalsterblichen war das auch gar nicht möglich. Höchstens den Göttern, Verstorben oder auch Schamanen in Trance war dies vergönnt, worin sich entsprechende Mythologien der Welt ziemlich einig sind.

Die zweite Aussage in diesem einen Satz ist sogar noch interessanter. Denn Baruch bzw. der Schreiber dieses Buches notierte, dass es dort oben über der Erde im Himmel luftleer ist. “Nicht der fernste Windhauch” sei vorhanden. Sollte das eine Umschreibung für das Vakuum im Weltraum sein? Auch wenn die “griechische Apokalypse des Baruch” erst im 2. Jahrhundert verfasst wurde, konnte damals vom luftleeren All niemand etwas wissen.

Ein Buch voller Rätsel

In dieser Baruch-Schrift finden sich so einige Behauptungen und Beschreibungen, die modern mit Blick auf die Prä-Astronautik gelesen werden können. Beispielsweise mehrfache Schilderungen  eines sehr seltsamen “Vogels” außerhalb der Erde (im “Himmel”), den der Himmels-Engel Baruch gegenüber “Weltenwächter” nennt.

Durchaus kann man dieses “Tier” technisch deuten, wenn er beispielsweise seine “Flügel” ausfährt und wieder einfährt, um Sonnenenergie aufzufangen. Angeblich zum Schutz des irdischen Lebens, wie es dort heißt. Oder auch die Tatsache, dass dieser “Vogel” regelmäßig gewartet werden muss, sobald er erschöpft sei. Seine “Krone” muss zu diesem Zweck jeden Tag von Engeln  abgenommen werden, die sie dann in den Himmel bringen um “sie zu erneuern”.

Warum sagt das Buch auch. Sie sei “unrein” geworden und auf die Frage, warum “der Vogel in Erschöpfung fällt” antwortet der Engel dem Baruch:

Er hält die Sonnenstrahlen ab und so wird er durch Feuer und die Hitze den ganzen Tag recht mitgenommen.” (8,6)

Natürlich deutet diesen hier sehr kompakt erwähnten “Vogel” kein Bibelforscher technisch. Zumal auch beschrieben ist, dass das “Tier” durch die irdischen Sünden der Menschen “unrein” werde, und deshalb jeden Tag repariert werden muss.

Bei seiner Reise durch die verschiedenen Stationen außerhalb der Erde vernahm Baruch übrigens noch eine andere spannende Information. In Büchern, YouTube-Videos und Vorträgen weise ich darauf immer wieder hin. So erfuhrt der Himmelsreisende auf seinem Weg zum obersten Himmel, in dem er letztlich in einem wundersamen “Haus” den Herrn und allerlei “Fluggeräte” traf, auch etwas über die Riesen. Jene Titanen, die laut Bibel in der Sintflut umkommen sollten. Es heißt dazu konkret:

Es brachte Gott die Sintflut auf die Erde und tilgte alles Fleisch und auch die 4.090.000 Riesen.” (4,10)

Eine erstaunlich exakte Anzahl von Riesen, die in der Flut getrunken sein sollen. Wie genau mag diese Aussage sein – und wie genau kann man jene verstehen, dass im Himmel außerhalb der Erde kein “Windhauch” vorhanden ist?

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Lars A. Fischinger

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10 (erstaunliche) Dinge, die man wissen muss – über: Adam und Eva aus der Bibel +++ Blog-Serie, Teil #5 +++

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Blog-Serie, Teil #5: "10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss - über Adam und Eva (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Blog-Serie, Teil #5: “10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss – über Adam und Eva (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

“10 (erstaunliche) Dinge, die man über wissen muss” – fünfter Teil meiner Blog-Serie auf Grenzwissenschaft und Mystery Files für Euch. Teil #5 der erstaunlichen “10 Dinge, die man wissen muss“, widmet sich diesmal Adam und Eva. Jenem Menschenpaar, das laut der Bibel die ersten Menschen der Erde überhaupt waren. Geschaffen von Gott persönlich und sicher das bekannteste Pärchen der Weltgeschichte.

Hier also “10 (erstaunliche) Dinge, die man über Adam und Eva wissen muss”!


10 (erstaunliche) Dinge, die man über Adam und Eva wissen muss

Wissen zum Angeben, Mitreden, Auffrischen und Nachdenken!

1.:

Adam und Eva gehören neben Jesus sicherlich zu jenen biblischen Gestalten, die fromme Künstler der Vergangenheit am Meisten gemalt und künstlerisch dargestellt haben. Fast immer sind sie dabei nackt oder nur spärlich (nach dem „Sündenfall“) bedeckt im Garten Eden zu sehen.

Seltsam ist bei all diesen zahllosen Darstellung allerdings: Adam und Eva wurden dabei immer mit einem Bauchnabel abgebildet. Doch wie konnten die beiden ersten Menschen der Welt einen Bauchnabel haben, wenn sie doch keine Eltern hatte? Immerhin habe sie Gott persönlich aus Lehm oder Erde bzw. einer „Rippe“ erschaffen und geformt …

Fiel das niemanden auf?

2.:

Die „verbotene Frucht“, die Adam und Eva im Garten Eden vom Baum pflückten und damit den „Sündenfall“ und die „Erbsünde“ in die Welt setzten, wurde von bibeltreuen Künstlern fast immer als knackiger Apfel dargestellt. Sei es auf religiösen Gemälden oder Fresken des Mittelalters oder in Schulbüchern für Kinder.

Dabei steht ein keiner Stelle in der Paradies-Geschichte im Buch Genesis etwas von einem „Apfel“. Die scheinbar nicht auszulöschende Vorstellung der Apfelfrucht, die Eva einst vom „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ pflückte, geht wahrscheinlich vom Lateinischen aus. Dort heißt „Des Guten und Bösen“ „bonum el malum“, wobei „malus“ auch mit „Apfel“ übersetzt werden kann.

Ein reines Missverständnis, das aber längst tief in der allgemeinen Vorstellung verwurzelt ist.

3.:

Apropos „Sündenfall“ und „verbotene Frucht“ in Eden: Angeblich habe Eva, als sie (überredet von der „Schlange“) die Frucht vom Baum nahm und auch Adam davon gab, die „Erbsünde“ geboren. Die Wurzel allen Übels war damit sie, da sie das Verbot Gottes übertrat, nicht von dem Baum der Erkenntnis zu essen.

Liest man die Geschichte im Alten Testament aber genau nach, stellt man fest, dass Gott dieses Verbot nur dem Adam gab. Eva selber konnte davon gar nichts wissen, da sie zu dem Zeitpunkt, als der Herr persönlich Adam diese Verbot mitteilte, laut Bibel noch gar nicht existierte. Sie wurde erst später aus der „Rippe“ des Adam erschaffen. Und ob ihr Gemahl sie dann über dieses göttliche Verbot informierte, verrät die Überlieferung nicht.

„Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, scheint wohl auch hier gegolten zu haben (s. d. Artikel HIER).

4.:

Inmitten des Garten Eden habe Gott bei der Schöpfung zwei angeblich „verbotene Bäume“ mit ebensolchen Früchten gepflanzt. Den „Baum des Lebens“ und den „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“, von dem schließlich Eva sich eine der Früchte nahm.

Sie hätte aber lieber vom „Baum des Lebens“ nehmen sollen. Nicht nur, da dieser laut der Geschichte im Buch Genesis ewiges Leben verleihen konnte. Vor allem deshalb, da an keiner einzige Stelle steht, dass Adam und Eva von dem „Baum des Lebens“ nicht essen durften! Gott untersagte Adam ausdrücklich nur, dass er sich nicht am „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ bedienen durfte (Gen. 2,17).

Keine Rede von einem Verbot – nicht von dem zweiten Baum zu nehmen.

5.:

Im Paradies oder Garten Eden war schon zu Beginn längst nicht alles so „paradiesisch“, wie man es sich im Allgemeinen vorstellt.

In Wahrheit habe der Herr diesen Garten geschaffen und Adam dort hineingesetzt, „damit er ihn anbaue und pflege“ (Gen. 2,15). Er musste dort also ganz einfach gesagt arbeiten. Kurz darauf habe Gott jedoch schnell bemerkt, dass es „nicht gut“ sei, dass er dort allein arbeitet. Adam „fand keine Gehilfin“ oder “Hilfe”, die ihm entsprach, wie es heißt, so dass Gott entschied: „ich will ihm eine Gehilfin machen“ (Gen. 2,18).

Der Umstand, dass Adam als Ackermann oder Gärtner arbeitete und eine Gehilfin benötigte, ist heutzutage nicht mehr in allen Bibelausgaben so klar zu lesen. Nicht selten ist in „modernen Übersetzungen“ das Wort „Hilfe“ oder „Gehilfin“ durch das liebevoller klingende Wort „Gefährtin“ ersetzt worden.

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6.:

Laut dem Buch Genesis und der Schöpfungslegende von Adam und Eva darin wurden die ersten Menschen zweimal erschaffen.

In der ersten Version (Gen. 1,27) heißt es, „er schuf sie als Mann und Frau“ gleichzeitig als Herrscher über die Erde. Mann und Frau waren identisch erschaffen, sollten fruchtbar sein und die Erde bevölkern. Eine Art „Wertigkeit“ gab es nicht, beide waren gleichberechtigt. Selbst Jesus selbst unterstreicht diese Tatsache im Neuen Testament. Laut Matthäus-Evangelium (19,4) hab er nämlich seinen Anhängern gesagt:

Habt ihr nie gelesen, dass Gott die Menschen von Anfang an als Mann und Frau geschaffen hat?

In der zweiten Version der Schöpfung kam es dann ganz anders. Adam war als Arbeiter für den Garten Eden erschaffen worden und benötigte dort Hilfe. Erst daraufhin ließ Gott ihn einschlafen, nahm eine seiner „Rippen“ und formte daraus seine Gehilfin Eva (Gen. 2,21ff.).

7.:

Jahrhundertelang haben bibeltreue und fromme Künstler diesen Akt der Schöpfung aus der „Rippe“ des Adam dargestellt. Warum aber unbedingt eine „Rippe“ des angeblich ersten Mannes der Erde?

Nicht alle Bibel-Ausgaben und -Übersetzungen sprechen von einer „Rippe“. Andere nur von „Fleisch“ oder schlicht der „Seite“ des Adam, aus dem seine Eva geformt worden sei. Hebräisch steht an dieser Stelle das Wort „szelá“ bzw. „zela“, dessen „wirklichen Sinn“ wir bis heute überhaupt nicht kennen, wie es ein thologisches Standartwerk zur Bibel betont. Auch hieß Eva ursprünglich überhaupt nicht Eva sondern schlicht „Männin“, da sie „vom Manne“ genommen wurde (Luther-Bibel).

Die vermeintliche „Rippe“ könnte durch eine Reihe weitere Wörter/Übersetzungen ersetzt werden, die die Entstehung der Frau durchweg logischer erscheinen lassen. Das Wort „Rippe“ wird im Sumerischen „ti“ geschrieben. Dieser vieldeutige Ausdruck „ti“ wiederum ist ein Begriff, der gleichfalls mit „Leben“ oder „Lebenskraft“ (auch „Pfeil“) übersetzt werden kann. Eva wurde nach dieser Lesart aus der „Lebenskraft“ des Adam erschaffen.

Gott nahm also von „Adams Lebenskraft“. Das sieht heute durchaus auch die moderne Bibelforschung so:

Die Doppeldeutigkeit des sumerischen Wortes könnte übrigens die Erzählung von der Erschaffung aus der Rippe veranlasst haben.

8.:

Adam und Eva als angeblich die ersten Menschen dieses Planeten finden sich verständlicherweise auch in vielen Schriften außerhalb der Bibel erwähnt. Dabei schildern diese Apokyrphen zum Teil erheblich mehr Einzelheiten rund um die ersten Menschen und den Garten Eden, als in der Bibel zu lesen sind.

Umfangreiche Details, die nicht selten der anerkannten Geschichte des Alten Testaments widersprechen. So existieren Texte die davon erzählen, dass der besagte Garten Eden überhaupt nicht auf der Erde gelegen habe (s. Artikel HIER). In diesen ist zu erfahren, dass Adam und Eva im Himmel lebten, sich dort dieser Garten befand und es auch dort zum „Sündenfall“ gekommen sei. Erst dann habe Gott sie als Strafe für ihr Vergehen auf die Erde verbannt.

Beschreibungen der Lage von Eden in der Bibel, etwa von den angeblichen dortigen Flüssen wie Tigris und Euphrat, wären damit vollkommen hinfällig (s. a. Video HIER).

9.:

Solche Texte außerhalb der Bibel erzählen noch weit mehr phantastische Geschichten rund um Eva und ihren Gemahl Adam. So auch jene über eine Frau mit Namen Lilith, die später zu einer „Dämonin“ geworden sein soll.

In diesen Überlieferungen erfahren wir, dass Lilith genau wie Adam aus „Erde“ oder „Lehm“ von Gott geschaffen worden sei. Mit ihm zusammen, gleichzeitig, was damit den Widerspruch in der Bibel über die zwei Schöpfungen der ersten Menschen erklären könnte. Irgendwann aber lehnte sich Lilith gegen ihren Mann Adam im Paradies auf. Sie soll sogar durch mächtige Zaubersprüche aus Eden und von ihrem Mann fortgeflogen sein, wie es die Legenden erzählen.

Nachdem Adam verlassen wurde, war er natürlich allein im Garten Eden. Also entschloss sich Gott zu handeln. Er bestrafte Lilith nicht nur für ihr Verhalten, sondern schuf erst daraufhin Eva als zweite Frau für Adam.

10.:

Warnend teile der Herr Adam bei seinem Einzug in den Garten Eden mit, dass er sterben wird, sobald er von dem verbotenen “Baum der Erkenntnis” essen würde. Als Eva jedoch eines Tages von der „Schlange“ verführt wurde und sie und Adam davon kosteten, starben sie – nicht. So, wie es die „Schlange“ ihr selber gesagt haben soll: „Mitnichten werdet ihr des Todes sterben“ (Gen. 3,4).

Adam und Eva lebten noch viele Jahre nach dieser Tat. Erst dann starben sie. Eine späte Erfüllung der göttlichen Warnung?

Nein, denn für die Unsterblichkeit gab es den zweiten Baum in Eden. Erst wenn der Mensch von diesem nahm, würde er unsterblich werden. Aber, wie es jede Bibel weiß, wurde Adam der Zugang zu diesem Gewächs, dem „Baum des Lebens“, durch die „Cherube und das ständig zuckende Flammenschwert“ (Gen. 3,24) versperrt. Erst durch diesen Baum konnte der Mensch die ersehnte Unsterblichkeit erlangen. Und diese wurde ihm verweht, denn nach dem „Sündenfall“ heißt es unzweideutig:

Und der Herr sprach: Siehe, Adam ist geworden wie einer von uns, erkennend das Gute und Böse; dass er nur nicht seine Hand ausstrecke und vom Baum des Lebens nimmt und isst ewig lebe!“ (Gen. 3,22)

Der Mensch war von Anfang an sterblich, so wie es auch die Bibel in Gen. 3,19 berichtet. Die Todesdrohung war also nur dazu da, den ersten Menschen die „Erkenntnis des Guten und Bösen” zu verwehren …

Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Was wissen wir eigentlich über Henoch, dem Auserwählten der Astronautengötter vor der Sintflut, außerhalb seiner Bücher? (Artikel + Videos)

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ARTIKEL: Was wissen wir eigentlich über Henoch, dem Schreiber der Gerechtigkeit der Astronautengötter vor der Sintflut? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
ARTIKEL: Was wissen wir eigentlich über Henoch, dem Schreiber der Gerechtigkeit der Astronautengötter vor der Sintflut? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In der Bibel wimmelt es von Namen. Von Protagonisten, die mal mehr oder weniger wichtig sind und mal häufig und teilweise sehr selten vorkommen. Vor allem im Alten Testament. Hier kennen der Karteikarten-Christ kaum irgendwelche Namen, die über Adam und Eva, Noah, Salomon oder Moses hinausgehen. Und falls die Bibel sogar selber gelesen wird, werden unzählige andere Namen überlesen und sehr schnell vergessen. Im Neuen Testament ist das etwas anders, aber durchaus ähnlich. Eine diese Personen, die der Mainstreamchrist kaum kennen wird, ist der Prophet Henoch. Einer der zehn Patriarchen vor der Sintflut im Buch Genesis, dem sogar einige Bücher außerhalb der Bibel zugeschrieben wurden. Ein Prophet, der sich in der Bibel ausgesprochen rar macht, obwohl er eigentlich eine herausragende Stellung in den Mythen der Bibel einnimmt. Was aber wissen wir über diesen Henoch? Was steht in der Heilige Schrift über ihn und was sagen Überlieferungen außerhalb der Bibel über ihn? Und zwar explizit solche, die nicht als Henochbücher bekannt sind. Das und mehr erfahrt Ihr in diesem Artikel, denn diese zeigen einmal mehr, warum Henoch in der Prä-Astronautik eine besondere Rolle zuteil wird.


Wer kennt Henoch?

Die seltene Spezies der normalen Bibelleser kennt ihn wahrscheinlich nicht. Ein Karteikarten-Christ wird nie von ihm oder jemals seinen Namen gehört haben. Und all jene, die nur zu Weihnachten als „Gläubige“ in die Kirche gehen, sowieso nicht. Doch jeder Prä-Astronautiker oder an Ancient Aliens-Themen Interessierte wird zumindest schon mal etwas über ihn gehört oder gelesen haben: Von dem Propheten Henoch aus dem Alten Testament.

Eigentlich ist das kein Wunder. In der Bibel sucht man vergeblich nach einem Buch des Propheten. Unter all den Büchern darin trägt keines den Namen Henoch als angeblicher Autor. Weder im Alten noch im Neuen Testament der Christen. Dass die biblische Figur Henoch (auch Enoch) deshalb niemand kennt, ist von daher nicht verwunderlich. Auch wenn er mehrfach in der Bibel genannt wird.

Nur ein Name unter unzähligen in der Heiligen Schrift. Könnte man meinen. Vor allem ist Henoch nämlich bei all jenen Mystery-Jägern, die sich intensiven mit der Prä-Astronautik beschäftigen, ein fester Begriff. Mal mehr, mal weniger.

Aber was genau ist über diesen Henoch eigentlich wirklich bekannt? Diese Frage ist sehr schnell beantwortet: Fast nichts! Sofern man sich nur den Schriften der bei uns geläufigen Bibel bedient. Dort findet sich der Prophet schon sehr früh im Buch Genesis genannt. In der Auflistung der zehn Patriarchen vor der Sintflut lesen wird dort knapp über ihn als siebten Patriarchen:

Jared war 162 Jahre alt, als er den Henoch zeugte; und Jared, nachdem er den Henoch gezeugt, lebte 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter (…) Henoch war 65 Jahre alt, als er den Methusalah zeugte; und Henoch, nachdem er den Methusalah gezeugt, wandelte er mit Gott 300 Jahre lang und zeugte Söhne und Töchter; also dass Henochs ganzes Alter 365 Jahre betrug. Und Henoch wandelte mit Gott und war nicht mehr, weil Gott ihn zu sich genommen hatte.“ (Gen. 5,18-24)

Das sind nicht viele Informationen über diesen Henoch. Ein direkter Nachfahre von Seth, dem dritten Sohn von Adam und Eva, also. Schaut man aber genauer hin, sind die Aussagen über ihn in der Geschlechterfolge von Adam bis Noah schon verblüffend. Sie unterscheiden sich stark von allen anderen aufgelisteten Patriarchen und enthalten weit mehr Informationen, wie es zuerst scheint.

Henoch: Kaum war er da, war er wieder weg

Beim Alter des Patriarchen fängt es bereits an. Dieser sei angeblich „nur“ 365 Jahre alt geworden, was in diesem Zusammenhang wirklich kein Alter ist. Sein Vater Jared beispielsweise starb mit 962 Jahren. Sein Sohn Methusalem bzw. Methusalah mit 969 Jahren und Noah als letzter der Patriarchen und Held der Sintflut mit 950 Jahren. Was sind da schon 365 Jahre?

Eine kleine und dennoch sehr bedeutende Aussage wird in dieser kurzen Erzählung über Henoch gleich zweimal erwähnt: Er sei mit „Gott gewandelt“, heiß es da, und das sogar 300 Jahre lang. Bis der Herr „ihn zu sich genommen hatte“.

„Zu sich genommen“ ist hierbei wörtlich zu nehmen. Denn im Stammbaum vor und nach Henoch wird bei jedem Patriarchen betont, dass er im Alter XY „starb“. Nur Henoch starb nicht – da Gott ihn quasi in jungen Jahren geholt haben soll. Grenzwissenschaftler der Prä-Astronautik werden bei derartigen Behauptungen hellhörig. Ein Mann, der mit dem Herrn „Umgang pflegte“, wie es andere Übersetzungen wiedergeben, wird nach nur relativ wenigen Jahren von genau diesem geholt. Folglich in den „Himmel“ aufgenommen. „Er war nicht mehr“, heißt es dazu.

In anderen Übersetzungen und Bibelausgaben liest sich diese Behauptung beispielsweise wie folgt:

  • Henoch hatte beständig mit Gott gelebt, und dann war er plötzlich nicht mehr da, weil Gott ihn weggenommen hatte.“
  • Und dieweil er ein göttliches Leben führte, nahm ihn Gott hinweg, und er ward nicht mehr gesehen.“
  • “Henoch hatte in enger Verbindung mit Gott gelebt. Dann war er plötzlich nicht mehr da; denn Gott hatte ihn von der Erde weggenommen.“
  • Und Henoch wandelte mit Gott; und er war nicht mehr, denn Gott nahm ihn hinweg.“
  • Sein ganzes Leben führte Henoch in enger Gemeinschaft mit Gott. Er wurde 365 Jahre alt. Dann war er plötzlich nicht mehr da – Gott hatte ihn zu sich genommen!
  • Und Henoch wandelte mit Gott und ward nicht mehr gesehen, denn Gott hatte ihn entrückt.“
  • Auf einmal war er nicht mehr da, denn Gott hatte ihn zu sich geholt, weil er in enger Gemeinschaft mit ihm gelebt hatte.“

Usw.

Missverstehen, was das Buch Genesis hier über den Propheten behauptet, kann man nicht: Aufgrund seines Umgang und Kontakt mit dem Herrn nahm dieser seinen Schützling Henoch eines Tages sehr plötzlich von diesem Planeten. Zumindest für alle anderen Menschen kam dies unerwartet. Niemand auf Erden sah ihn je wieder.

Henoch als Vorbild aller Gottesgläubigen!

Der durch Gottes Gnade von der Erde geholte Henoch wurde dadurch fraglos zu einer (religiösen) Legende. Über Jahrtausende hinweg gedachte man ihn und ehrte seine Frömmigkeit. Dies wird durch weitere Hinweise und Spuren zu seiner Person – wenn er denn je in der überlieferten Form und in jener Zeit lebte – in der Bibel belegt. Und zwar im Neuen Testament, wo im Brief an die Hebräer über die „Vorbilder des Glaubens“ oder „Glaubenszeugen des alten Bundes“ berichtet wird.

Dort wird er, je nach Übersetzung, in 11,5 mit den Worten gepriesen:

Weil Henoch glaubte, nahm Gott ihn zu sich, so dass er nicht sterben musste; er war plötzlich nicht mehr da. Die Heilige Schrift bestätigt, dass Henoch so gelebt hat, wie es Gott gefiel.“

Aufgrund des Glaubens wurde Henoch entrückt und musste nicht sterben; er wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; vor der Entrückung erhielt er das Zeugnis, dass er Gott gefiel.“

Durch den Glauben ward Henoch weggenommen, dass er den Tod nicht sähe, und ward nicht gefunden, darum dass ihn Gott weg nahm; denn vor seinem Wegnehmen hat er Zeugnis gehabt, dass er Gott gefallen habe.“

Diese Lobpreisung auf den vorsintflutlichen Henoch wurde gegen Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus niedergeschrieben (60 bis spätestens 90 nach Christus). Wenige Jahrzehnte nach der Kreuzigung Jesus, der zweifellos der wichtigste Protagonist der gesamten Bibel ist. Zumindest für die Christen. Und seine frühen Anhänger kannten im 1. Jahrhundert natürlich auch Henoch, wie es im Brief des Judas nachzulesen ist.

Henoch und Jesus

In diesem werden die Jesus-Anhänger von einem „Judas, Knecht Jesu Christi und Bruder des Jakobus“ vor gottlosen Irrlehren in der Welt gewarnt. „Es hat aber auch Henoch, der siebte von Adam, von diesen geweissagt und gesagt …“ ist dort in 1,14 zu erfahren. In Neuen Testament wird Henoch im Evangelium des Lukas in 3,37 auch eindeutig als Vorfahre von Jesus dessen Stammbaum, zugeordnet.

Im Buch Jesus Sirach aus der Mitte des 2. Jahrhunderts nach Christus, das nicht Teil des allgemeingültigen Kanons der Bibel ist, lesen wir über Henoch:

Henoch gefiel dem Herrn und wurde hinweg genommen, um für die Welt ein Beispiel der Buße zu sein.

Niemand ist auf Erden geschaffen, der Henoch gleich wäre; denn er ist von der Erde hinweg genommen worden.“ (44,16 & 49,16)

Damit ist die Spurensuche nach diesem mythischen Mann der Vorzeit in der Bibel bereits erschöpft. Bis auf einige Aussagen, die als Anspielungen auf Henoch gedeutet werden können, schweigt sich unsere heutige Heilige Schrift über ihn aus.

Die spärlichen Spuren belegen jedoch eindrücklich, dass er als eine ganz besondere Person angesehen wurde. Vor allem auch von den ersten Christen, was der Kontext des Stammbaums von Adam bis Noah zur Sintflut sehr schön zeigt. Hinzu kommt, dass im Brief des Judas im Neuen Testament ab 1,14 sogar fast wortwörtlich aus einem Buch Henoch (1. Hen. 1,9) zitiert wird!

Solche Bücher, die dem Propheten Henoch zugeschrieben werden, gibt es tatsächlich. Nur nicht in der Bibel, da sie als Apokryphen gelten. Man nennt sie heute der Einfachheit halber oft nur 1., 2. und 3. Henoch. Gemeint sind damit das äthiopische, slawische und hebräische Buch Henoch. Hinzu kommen Fragmente eines ansonsten unbekannten „Buch der Riesen“ des Propheten, die den Höhlen von Qumran am Toten Meer ab 1947 gefunden wurden (Texte 1Q23, 1Q24, 4Q203, 4Q530, 4Q531, 4Q532, 4Q556, 4Q206 und 6Q8). Ebenso entdeckt wurden unter den Qumran-Rollen Textpassagen aus dem äthiopischen Henochbuch.

Henochbücher und Apokryphen

Diese Henochbücher sind es, die in der Prä-Astronautik seit Jahrzehnten für Diskussionen und Spekulationen sorgen. Denn sie beinhalten umfangreiche Schilderungen über die Verbindung der himmlischen Gottessöhne/Göttersöhne und den Frauen der Menschen, über deren Kinder bzw. über Riesen und den Ereignissen vor der Sintflut. Eine Rebellion vermeintlicher „Engel“ gegen Gott.

Die umfangreichste und detaillierteste Betrachtung dieser Überlieferungen im Sinne der Prä-Astronautik, die bisher erhält ist, erschien bereits vor wenigen Jahren (s. a. HIER & HIER). Deshalb soll im Rahmen dieses Artikels absichtlich nicht näher auf die Bücher Henochs selbst eingegangen werden. Obwohl naturgemäß in den Büchern Henochs die meisten Informationen über ihn und seine Erlebnisse zu finden sind, gibt es weitere, wenig beachtete Quelle, die deshalb hier thematisiert werden sollen.

Tatsächlich ist es sogar so, dass in der Bibel selbst über den darin als Vorbild für alle Menschen verehrten Propheten die wenigsten Angaben über ihn zu finden sind.

Geradezu in den Himmel gepriesen wird der vorsintflutliche Patriarch im Jubiläenbuch, das man auch „Kleine Genesis“ nennt. Ebenfalls ein Apokryph, das unter anderem die Existenz der oben genannten drei Henochbücher belegt bzw. sie rechtfertigt. Wobei anzumerken ist, dass Henoch, als dieser im Himmel beim „Höchsten“ weilte, hunderte Bücher in Gottes Auftrag geschrieben haben soll. “Als ich fertig war, hatte ich 360 Bücher geschrieben”, notiert 2. Hen. 23,6 zu dieser Leistung.

Prophet unendlicher Weisheit

Im Jubiläenbuch wiederum wird der wundersame Patriarch mit den Worten geehrt:

Dieser ist von den erdgeborenen Menschenkindern der erste, der Schrift, Wissenschaft und Weisheit lernte und die Himmelszeichen nach der Ordnung ihrer Monate in ein Buch schrieb, damit die Menschenkinder die Jahreszeiten nach der Ordnung ihrer einzelnen Monate wüssten.

Er schrieb auch zuerst ein Zeugnis auf und gab den Menschenkindern unter den Erdengeschlechtern ein Zeugnis; und er verkündete die Jahrwochen der Jubiläen, machte die Zahl der Jahre kund, ordnete die Monate und bekundete die Sabbate der Jahre, wie wir ihm kundgetan.

Er sah in einem Traumgesicht die Vergangenheit und Zukunft, wie es den Menschenkindern in ihren Geschlechtern bis zum Gerichtstag ergeht; er sah und verstand alles, schrieb sein Zeugnis nieder und legte es zum Zeugnis für alle Menschen und ihre Nachkommen auf Erden nieder.

(…)

Er war bei den Engeln Gottes sechs Jahrjubiläen, und sie zeigten ihm alles auf Erden und im Himmel, die Herrschaft der Sonne, und er schrieb alles auf.

Er zeugte gegen die Wächter, die mit den Menschentöchtern sündigten. Denn jene begannen, den Menschentöchtern beizuwohnen, so dass sie befleckt wurden, und Henoch zeugte gegen sie alle.

Dann ward er von den Menschenkindern hinweggenommen, und wir führten ihn in Edens Garten zu Hoheit und Ehre, und nun schrieb er dort das Gericht und das Urteil über die Welt und alle Bosheiten der Menschen nieder.

Und deshalb brachte Gott die Sintflut über das ganze Lande Eden; denn er ward dort zum Zeichen gegeben und sollte gegen alle Menschenkinder zeugen, damit er alles Tun der Geschlechter bis auf den Gerichtstag vermelde.

Er brachte auch im Heiligtum ein wohlriechendes Rauchopfer dar, das vor dem Herrn auf dem Berg des Südens angenommen ward.“ (4,17-25)

Auch hier zeigt der Kontext im Buch der Jubiläen, dass Henoch eine ganz besondere Stellung eingeräumt wurde. Niemand anders wird in dem dort niedergeschriebenen Stammbaum derart ausführlich erwähnt. Vor allem werden dort keinem anderen der Urväter derart viele Leistungen und Taten zugeschrieben. Selbst die Fähigkeit „der Schrift, Wissenschaft und Weisheit“, den Kalender und die Lehre der „Himmelszeichen“ stamme von ihm, heiß es da. Dies wiederum lehrnte er bei den „Engeln“ im Himmel.

Henoch, vollkommener als alle anderen!

Und, nachdem er die abtrünnigen „Engel“ aus Gottes Reich umfassend im Auftrag seines Höchsten über ihre Abstrafung für die Rebellion informierte (Sintflut), wurde er auch hier „von den Menschenkindern hinweggenommen“. Weiter heißt es im Jubiläenbuch, dass nicht mal Noah, der Überlebende der Sintflut, diesen Henoch in seiner Gottgefälligkeit übertraf und Henoch einen eindeutigen Auftrag hatte:

„(Noah), der in seinem Leben auf Erden die Menschenkinder an Gerechtigkeit, worin er vollkommen war, übertraf, ausgenommen Henoch.

Denn Henochs Werk war geschaffen zum Zeugnis für die Geschlechter der Welt, auf dass er all den Geschlechtern ihre Taten bis zum Gerichtstag aufzähle.“ (10,17 – detailliert dazu HIER)

Henoch war der „Schreiber der Gerechtigkeit“, wie ihn die „Himmelswächter“ selber nannten (z. B. 1. Hen. 15,1f.). Er sollte im Auftrag der Himmlischen alles Wissen in Büchern niederschreiben, um es den Generationen nach der Sintflut zu überliefern. Umfangreich finden sich diese Erzählung im slawischen Buch Henoch (ab 33,1ff.). So entstanden insgesamt 360 Bücher, die er im Himmel verfasst haben soll, bevor er wieder für kurze Zeit auf die Erde zurück kam. Vor seinem endgültigen Abschied von diesem Planeten sei das gewesen.

Folglich unterstreicht das Buch der Jubiläen mit der zitierten Aussage diese Überlieferung der Vermittlung und Verwahrung von Wissen durch den Propheten. Ob es den Tatsachen entspricht, beweist dies natürlich nicht. Laut Jubiläenbuch existierten zumindest einige dieser Bücher des Henoch noch Abrahams Zeiten. Denn dieser, so sagt er es seinem Sohn Isaak, habe selber darin gelesen:

Denn so fand ich es im Buch meiner Ahnen aufgeschrieben, ebenso in den Worten Henochs und in Noes Worten.“ (Jubi. 21,10)

Ungeachtet der heute in keiner Bibel zu findenden Henoch-Texte, genossen sie in der Vergangenheit offensichtlich großes Ansehen in der Bevölkerung. Bei den Juden ebenso wie bei den frühen Christen. Selbst Zitate des Propheten sind in der Bibel enthalten, worauf beispielsweise der angesehene Theologe und Bibelforscher Professor Robin Lane Fox in „Im Anfang war das Wort“ (1995) umfangreich hinweist. So finden sich in der Offenbarung des Johannes insgesamt 21 Henoch-Zitate und in den vier Evangelien ein Dutzend.

Henoch und die frühen Christen

Da die heute bekannten Henochbücher – und vielleicht bisher noch unbekannten Schriften von ihm – vor fast 2.000 Jahren viel gelesen wurden, finden sich weitere Spuren in anderen Texten. Und zwar in den Apokryphen zum Neuen Testament, die man zum Teil auch „Pseudepigraphen“ nennt. Es sind jene nicht-biblischen Bücher und Schriften, über die bereits zahlreiche „Enthüllungsbücher“ veröffentlicht wurden. Aus dem einfachen Grund, da diese unter anderem „geheime“ und der Bibel zum Teil widersprechende Aussagen über Jesus Christus enthalten. Man denke hier an diverse Evangelien, die nicht im Neuen Testament aufgenommen wurden.

Viele dieser christlichen Werke sind Apokalypsen, werden zumindest als „apokalyptische Werke“ angesehen. Da Henoch laut Genesis als Gerechter Mann lebendig von Gott in den Himmel „entrückt“ wurde, ist seine Person auch Teil dieser christlichen Werke (s. a. Videos unten). Ein solches Buch ist zum Beispiel „Die Himmelfahrt des Jesaja“, in dem wir über den Propheten erfahren:

Und er ließ mich aufsteigen in den siebenten Himmel, und daselbst sah ich ein wunderbares Licht und Engel ohne Zahl. Und daselbst sah ich alle Gerechten von Adam an, und daselbst sah ich den heiligen Abel und alle Gerechten. Und daselbst sah ich Henoch und alle, die mit ihm waren, entkleidet des fleischlichen Gewandes, und ich sah sie in ihren höheren Gewändern, und sie waren wie die Engel, die daselbst in großer Herrlichkeit stehen.

Aber auf ihren Thronen saßen sie nicht, noch waren die Kronen ihrer Herrlichkeit auf ihrem Haupte.“ (9,6-10)

Es ist nur allzu verständlich, dass geglaubt wurde, dass im „Reich Gottes“ der von der Erde genommenen Henoch auf die Gläubigen wartet. Dies unterstreicht auch ein weiteres Apokryph zum Neuen Testament. In der „Apokalypse des Paulus“ steht geschrieben:

Und als ich in das Innere der Pforte des Paradieses eingetreten war, ging mir ein alter Mann entgegen, dessen Angesicht wie die Sonne leuchtete. (…) Und ich fragte den Engel und sagte: Wer ist dieser? Und er sagte zu mir: Dieser ist Henoch, der Schreiber der Gerechtigkeit.“ (Abschnitt 20)

Nach Paulusapokalypse wurde er daraufhin von dem Propheten Elias in Empfang genommen. Einem der ganz großen Propheten, der laut Bibel am Ende seiner irdischen Mission von Gott von der Erde abgeholt wurde. In einem „Wagen von Feuer“ und einem „Sturmwind auf gen Himmel“ sei dieser damit geflogen, heißt es im Alten Testament (2. Kön. 2,11).

Der göttliche Geschichtsschreiber

In diesen himmlischen Gefilden des Höchsten und seiner „Engel“ sollen bekanntlich nach christlicher Tradition zahlreiche „Heilige“, „Märtyrer“ und Propheten aufgenommen worden sein. Angefangen von Adam. Von dort sollen diese auch über die Menschen wachen, wie es auch der äthiopische Text der ebenfalls nicht-biblischen „Offenbarung des Petrus“ in Abschnitt 2 unterstreicht. Hier heißt es, dass Henoch und Elias eines Tages vom Himmel kommen werden, um gegen falsche Propheten und Verführer zu kämpfen:

Henoch und Elias werden gesandt werden, um sie zu belehren, dass das der Verführer ist, der in die Welt kommen und Zeichen und Wunder tun muss, um zu verführen.“

Auch der „Pseudo-Titus-Brief“ kennt den weisen Henoch und bringt ihn mit Elias in Zusammenhang. Dabei bezieht sich dieses neutestamentarische Apokryph unter anderem klar auf die Himmelfahrt des Elia in diesem „Sturmwind“ auf dem „feurigen Wagen“ mit seltsamen „feurigen Rossen“, wie sie im 2. Buch der Könige (2,1ff.) überliefert wurde.

Vor allem erkennt man diese Tatsache an dem genannten Diener, dem der Prophet bei seiner Reise in den Himmel (versehentlich) seinen Mantel als Andenken hinterlassen haben soll. Gemeint ist damit eindeutig Elisa, der Helfer des Elias, der Zeuge wurde, als Gott seinen Meister im „Sturmwinde gen Himmel auffahren ließ“. Denn die Abreise und der Ort der Himmelfahrt waren exakt geplant, wie es die Bibel schildert. Und bei seinem Abflug fiel dem Propheten sein Mantel herunter, den sein Diener Elisa an sich nahm. Eine spannende Geschichte, die hier nur am Rande erwähnt werden soll, denn dem „Pseudo-Titus-Brief“ entnehmen wir dazu:

So nahm sich Elias, ein edler Mann, der noch im Leibe lebt, einen Jungen zum Diener, dem er auch seinen eigenen Mantel als heiliges Andenken hinterließ, als er von dem Feuerwagen in das Paradies emporgefahren wurde. Da lebt auch Enoch im Leibe, der im ersten Zeitalter (dorthin) entrückt wurde.

O heilige Fügung Gottes, der für das kommende Zeitalter gesorgt hat: Enoch, der Gerechte, aus dem ersten Volk, wird damit betraut, die Geschichte der ersten Menschen nieder zu schreiben, und der heilige Elias (bekommt den Auftrag), die neuen Taten dieses späteren Volkes zu verzeichnen!“ (Quelle, S. 98f.)

Auch hier wird die ruhmreiche Tat des Henoch gepriesen, dass er die Geschichte der Menschheit vor der Sintflut dokumentiert habe. Der Verfasser des christlichen „Pseudo-Titus-Brief“ hat entweder von diesen Henochbüchern gehört oder sie selber gelesen.

Wann der Titusbrief verfasst wurde, ist unklar. Vielleicht sogar erst im 8. Jahrhundert, was bedeuten würde, dass die Henochbücher da noch allgemein bekannt oder im Umlauf waren. Da aber „deren Lektüre erhebliche sprachliche Schwierigkeiten bietet, ist es noch nicht möglich, ein letztes Wort über die Entstehung des Titusbriefes zu sagen“, so A. de Santos Otero in seiner Analyse des Textes („Neutestamentliche Apokryphen in deutscher Übersetzung“, II. Band: „Apostolisches, Apokalypsen und Verwandtes“, herausgegeben von Wilhelm Schneemelcher, Tübingen 1964).

Henoch im “Himmel”

Im „Himmel“, „Reich Gottes“, „Paradies“ oder wie man es auch immer bezeichnen mag, tummelten sich den alten Texten nach die Heiligen und Propheten. Und mitten unter ihnen auch und vor allem Henoch, dessen vermeintliches Ableben schon im Alten Testament so wundersam geschildert wurde. So sollte es auch nicht weiter verwundern, dass gerade über Henoch allerlei Geschichten und Erzählungen im Umlauf waren. Nicht nur in christlichen und jüdischen außerbiblischen Schrifttum, sondern auch in vermeintlichen Märchen.

Und der Umfang dieser Geschichten, Aussagen und Überlieferungen ist enorm, weshalb an dieser Stelle nur einige wenige herausgesucht werden sollen (alle nach: Micha Josef bin Gorion: „Die Sagen der Juden“, Frankfurt a. M. 1919).

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Zum Beispiel jene angebliche „Sagen“, die davon berichten, dass Henoch nach seiner Abreise von der Erde im Reich Gottes eine geradezu steile Karriere machte. Das stellte schon Ismael bei seiner Himmelfahrt fest:

Als der Hohepriester Ismael, der Sohn Elisas, in den Himmel gestiegen war, schickte ihm der Herr Matatron, seinen inneren Fürsten, entgegen.“

Dieser Mataron ist kein geringerer als Henoch selbst. „Ich bin es, der vorher Henoch, der Sohn Jareds, war“, so berichtete er Ismael. Daraufhin schilderte Mataron alias Henoch, dass „das Geschlecht der Sintflut Sünde tat und sie fehlgingen in ihrem Tun“ und er so von dem Herrn auserwählt wurde. Also Zeuge gegen die rebellierenden „Engel“ und Schreiber. Hierbei betont Henoch selber, dass er lebendig von der Erde abgeholt worden sei – und im vermeintlichen „Paradies“ auch einen militärischen Posten bekam:

Darum eben hat der Herr mich noch bei Lebzeiten in den Himmel  genommen, auf dass ich  wider sie zeugen sollte, und er setzte  mich zum Fürsten und zum Befehlshaber über alle seine Heerscharen.“

Nicht allen gefiel die Gottes-Entscheidung, den Menschen aus dem sündigen Geschlecht vor der Sintflut zum Heerführer zu ernennen. Aza und Azael vom Hofstaat des Herrn beschwerten sich deshalb bei ihrem Höchsten, der sie schnell in ihre Schranken wies: „Was seid ihr, die ihr mir dazwischen redet?“ Er wolle lieber Henoch als die beiden himmlischen Gottessöhne zum Anführer machen, so der Herr. Und da Henoch „unter den Heerscharen der jüngste an Tagen, Monden und Jahren“ war, bekam er dort den Spitznamen „Knaben“.

Widersacher unter den “Engeln”

Hierzu sollte angemerkt werden, dass Aza und Azael laut diesem Märchen einen sehr guten Grund hatten, sich gegen den irdischen Henoch zu stellen. Denn sie selber waren verantwortlich für den Verfall der Menschen auf der Erde vor der Flut, wie es heißt:

Wo hatten sie aber die Kraft her, um sie auf die Erde herunterzubringen? Ja, Aza und Azael brachten ihnen die Zauberkunst bei, dass sie die Gestirne herunterbringen konnten und sie sich dienstbar machten; ohne diese beiden hätten sie es nicht zu tun vermocht.“

Kein Wunder, dass sie nicht wollten, dass Henoch zu ihrem Widersacher im Himmel wird …

Mit der Beförderung zu einem Heerführer und Fürsten sowie dem Erhalt eines neuen Namens waren die Ehrungen des Henoch in Gottes Gefilde aber noch nicht am Ende. Noch sehr lange nicht.

In der Folge überschüttete er ihn mit „Weisheit auf Weisheit, Verstand  auf  Verstand, Klugheit auf Klugheit, Wissen auf Wissen, Macht auf Macht, Schönheit auf Schönheit“ und vielen weiterem mehr. Derart von Gott ausgestattet und versorgt wurde Henoch „zum Diener seines Thrones“ ernannt. Später sogar von ihm selbst gekrönt und, man glaubt es kaum, zum Stellvertreter des Höchsten im Himmel. Seine Aufgaben waren unter anderem:

Und der Herr bestimmte auch über Henoch, dass er den Stuhl seiner Herrlichkeit täglich bedienen sollte. (…)

Und jeglicher Engel, so ein Anliegen an mich hat, soll erst vor ihn, vor den  Matatron treten und mit ihm sprechen. Und jedes Wort, das er zu euch spricht in meinem Namen, sollt ihr hüten und befolgen, denn der Fürst der Weisheit und der Fürst der Vernunft stehen ihm zur Seite (…)

Mehr Privilegien kann ein Mensch wohl kaum vom Höchsten erhalten. Henoch wurde zum 1. Sekretär Gottes in seinem „Vorzimmer“, der gleichfalls in seinem Namen sprechen konnte und durfte. Ganz nebenbei ernannte ihn der Herr noch „zum Aufseher über alle Kostbarkeiten der Hallen des Araboth und über alle Schätze des Lebens“. Nicht jedoch bevor er ihn „alles Verborgene der Schrift und alle Geheimnisse der Weisheit“ offenbarte, wie sie Überlieferung es schildert.

„Araboth“ ist nichts anders als der höchste Himmel als das Zentrum von Gottes Reich (Talmud, Chagigah Bab. S. 12.b.). Besser bekannt als der „7. Himmel“, zu dem in vielen Überlieferungen Propheten geflogen sein sollen. Nicht nur Henoch, der dort übrigens auch in der Grenzwissenschaft geschult wurde, wenn man es so bezeichnen mag:

Und auch alle Rätsel der Welt und alle Geheimnisse der Schöpfung lagen vor ihm offen, wie sie dem Schöpfer aller Dinge offen sind.“

Henochs Flug von der Erde

Henoch selber bekam auch einen Thron von seinem Herrn. Einen Thronwagen, den man aus der Bibel kennt, und mit dem dort bekanntlich Gott flog. Eben ein solches Gerät, mit dem Henoch nach der Tradition gen Himmel aufgefahren sein soll. „Er machte ihm einen Stuhl, ähnlich wie der Stuhl  seiner Herrlichkeit war.“

Wie Henoch von der Erde in dem Himmel kam, berichtete die Geschichte auch. „Da nahm der Herr mich, Henoch, den Sohn Jareds, von ihnen hin weg“, erzählte er dazu dem oben genannten Ismael bei dessen Ankunft im Himmel. Weiter erfahren wir:

Als der Herr Henoch gen Himmel bringen wollte, schickte er nach ihm den Fürsten Amphiel aus, der nahm ihn vor den Augen der Menschen hinweg und ließ ihn fahren mit großen Ehren in feurigem Wagen mit feurigen Rossen; die  Diener des Herrn liefen voran, und Henoch stieg in den obersten Himmel, wie die Herrlichkeit des Herrn selber.“

Eine Erscheinung, die buchstäblich meilenweit zu riechen war, denn sie „rochen sein Kommen schon in einer Entfernung von 65.300 Meilen“.

Fraglos eine sehr spannende Himmelfahrt, die sich aber in einem Detail stark von anderen dieser Art unterscheidet. Denn in der weiteren Erzählung heißt es, dass der Höchste selber zu dieser Zeit auf Erden weilte, diese jedoch verlassen wollte. „Alle Menschenkinder sind mir abtrünnig“ geworden „und sie dienten fremden Göttern“, klagte er. Es war an der Zeit, die Erde zu verlassen, so Gott. Nicht ohne Henoch zuvor noch mitzunehmen:

„(…) da nahm ich meine Herrlichkeit hinweg von ihnen und kam nun wieder  nach oben. Nur dieser hier (Henoch, Anm. LAF), den ich von ihnen emporhob, der ist von allen ausersehen, und er übertrifft sie alle durch seinen Glauben, durch seine Gerechtigkeit und durch seiner Taten Gabe; und dies ist der Entgelt, den allein ich von der Welt da unter dem Himmel habe.

(…) da trug er ihn auf den Flügeln seiner Herrlichkeit in das oberste Gewölbe und brachte ihn in die Mitte des großen Palastes, der in den Höhen des Araboth steht; dort ist der Stuhl seiner Herrlichkeit, dort ist sein Wagen, dort sind zornige Heere und grimmige Truppen, dort lagern feurige Engel und Cherubim gleich Fackeln und Räder wie glühende Kohlen und flammende Diener und strahlende Chasmalim und blitzhelle Seraphim.

Es mag zwar verstörend erscheinen, dass im Reich Gottes „zornige Heere und grimmige Truppen“ stationiert waren, aber das soll an dieser Stelle nicht weiter verwundern (s. a. Artikel HIER & Video HIER). Interessanter ist die Himmelfahrt Henochs an sich. Wie sie hier erzählt wird, war es eine „klassische Himmelfahrt“, wie man sie aus vielen Schriften in diesem Zusammenhang kennt. Fraglos nur detaillierter und mit weit mehr Ausschmücken. Immerhin war der Prophet ein ganz besonderer Auserwählter – und Gott „liebte ihn mehr denn alle Himmelskinder“, wie es die Sage formuliert.

Die Himmelfahrt: Ein Spektakel für die Schaulustigen

Ganz so einfach und nach Plan verlief die Himmelfahrt des Henoch dann aber doch nicht.

Zumindest behauptet das eine andere jüdische Sage, in der wir weitere Informationen über den Patriarchen finden. Nach dieser war die Himmelsreise des Henoch ein riesen Spektakel, das sich hunderttausende Schaulustige ansehen wollten. Eine unglaubliche Anzahl von 800.000 Personen habe den Propheten am Tag seiner Entrückung zum Abholungsort begleitet. Sie wollten Zeuge des Wunders werden. Trotz mehrfacher Warnungen von Henoch selbst, dass sie umkehren mögen, da die Herniederkunft von Gottes Thronwagen große Gefahren mit sich bringen würde.

Sie waren einfach zu neugierig.

Die Menschen wussten ganz genau, dass der Abflug von Henoch bevor steht, da er es ihnen selber mitgeteilt hatte. Immerhin hatte er, nachdem er erfuhr, „dass er in den Himmel komme“, sie zusammengerufen, um sie ein letztes Mal zu unterweisen und zu belehren. Schon bei dieser Ansprache des Propheten sahen die Anwesenden „die Gestalt eines Rosses im Sturme vom Himmel herunter steigen“, als sie „ihre Augen erhoben“. Es sei wegen ihm ihn hier, so Henoch, und „der Tag ist gekommen, da ich von euch gehe“.

Der Erwählte bestieg dieses feurige Pferd und „ritt von dannen“. Offensichtlich aber noch nicht auf direkten Weg in den Himmel zu Gott. 800.000 Mann folgten ihm nämlich einen Tag lang. Zum Missfallen von Henoch, der in den folgen Tagen die Neugierigen und Schaulustigen immer wieder aufforderte, sie sollen in ihre Zelte zurückkehren. „Folgt mir nicht, sonst müsst ihr sterben“, ermahnte er sie mehrfach.

Offensichtlich durch diese Warnungen verunsichert, setzten sich in den Folgetagen mehr und mehr Menschen ab. So wurden nicht alle der anfänglichen 800.000 Menschen Zeugen der Himmelfahrt. Die übrigen haben sich „noch enger an Henoch angeschlossen“ und bestanden darauf auch dorthin zu gehen, wohin ihr Prophet gehen werde. Wo immer das auch sein wird.

Katastrophe bei der Himmelfahrt!

Nach sechs Tagen der Warnungen und Aufforderungen zur Umkehr war es Henoch allerdings auch leid:

Da sie darauf beharrten, mit ihm zu gehen, redete er nicht mehr auf sie sein, und sie folgten ihm.“

Damit war ihr Ende besiegelt. Alle, die die Himmelfahrt selber beobachten wollten, ließen nie mehr etwas von sich hören. Um deren Schicksal aufzuklären, wurde daraufhin von den Hinterbliebenen eine Suchmannschaft ausgesandt. Was sie am Ort der Himmelfahrt vorfanden waren nur noch ihre Leichen. In der Sage liest sich das grausige Ende der Menschen so:

Am siebenten Tage aber fuhr Henoch im Wetter in den Himmel auf feurigen Rossen in feurigem Wagen.

Aber die Könige, die zurückgekehrt waren, wollten die Zahl derer wissen, die bei Henoch geblieben waren. Sie gingen nach dem Orte, von dem aus Henoch in den Himmel gefahren war, und fanden die Erde daselbst voll Schnee, und auf dem Schnee waren große Steine von der Art der Schneesteine. So sprachen sie zueinander: Lasst uns den Schnee wegscharren, wir wollen sehen, ob nicht die Menschen, die mit Henoch gegangen sind, unter dem Schnee liegen. Sie scharrten den Schnee weg und fanden die Menschen, die mit Henoch waren, tot daliegen. Sie suchten auch nach Henoch, der war aber nicht da, denn er war in den Himmel gefahren.“

Eine Himmelfahrt, eine Aufnahme ins „Paradies Gottes“, die offensichtlich in einer Katastrophe für die Zuschauer endeten. Nur „Henoch kam lebendig im Garten Eden“ an, wo er „lustwandeltete 300 Jahre“ lang. Während er von den „Engeln Gottes“ in Astronomie unterrichtet wurde und die Weisheiten der Welt erlernte …

Nur ein Märchen, keine Frage. Aber ein sehr verstörendes.

Alles nur “Phantastereien”?

Schon die ersten Kritiker dieser Sagen und Märchen, die der jüdische gelehrte Micha Josef Bin Gorion 1919 veröffentlichte, sahen diese (und andere) Geschichten sehr skeptisch. „Phantastereien“ mit vielen „Spuren der heidnischen Umwelt“ und damit „fast eine Art Volksbuch für Liebhaber jüdischer Folklore“, schrieb beispielsweise Salcia Landmann in einer Rezension. Die von bin Gorion gesammelten Sagen, beginnend mit der der Schöpfung und weiter durch die gesamte Geschichte des Alten Testament hinweg, würden „manchmal anmuten wie wirre Fiebertraume“. „Ein wundervoll anregendes und aufregendes Buch“ sei des trotzdem, so die Journalistin Landmann 1976 („Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte“, Nr. 3/1976).

Wie an diesen Sagen zu erkennen ist – ob über Adam, Henoch, König David, die Babylonier oder den weisen Herrscher Salomon – nehmen sie klaren Bezug auf das Alte Testament. Mal sehr deutlich, und mal werden entsprechende Episoden daraus weiter ausgeschmückt. Mit „Phantastereien“, wie Landmann es nannte. Wie weit diese gehen, kann man nicht sagen.

Zum Ende dieser Spurensuche nach Informationen und Aussagen über Henoch abseits der Bibel und vor allem der Henochbücher, wollen wir uns aber den oben zitierten „Schnee“ ansehen.

“Aussatz” und “Schnee”

Nach der tödlichen Himmelfahrt lag am Ort des Geschehens „die Erde daselbst voll Schnee, und auf dem Schnee waren große Steine von der Art der Schneesteine“. Der Suchtrupp musste diesen weg scharren, um die darunter liegenden Leichen zu bergen. Insgesamt 6 Mal erwähnt die Sage diesen „Schnee“ bzw. einmal „Schneesteine“ in diesen wenigen Sätzen. Es ist wohl klar, dass hier kein normaler Schnee gemeint sein kann, der im Winter vom Himmel fällt (durchaus auch im Nahen Osten, dem Schauplatz der Katastrophe).

Was aber mag dieser „Schnee“ dann gewesen sein? Rückstände der Antriebsaggregate von Gottes Luftschiff, wie man mit Blick auf die Prä-Astronautik spekulieren kann?

Auch die ominösen Steine, die aussahen wie Schneesteine, folglich also keine waren, sind rätselhaft. Was soll das gewesen sein? Eis? Leider ist es unmöglich festzustellen, was dies für „Steine“ gewesen sein mögen. Alles das ist schon sehr sonderbar. Oder haben wir hier nichts weiter als eine Art Gleichnis vorliegen? Der weiße „Schnee“ als Sinnbild der Unschuld und Güte des reinen Henoch, zum Beispiel?

Zumindest ist das keine reine Erfindung dieses Märchens, wie ein Blick in das Alte Testament beweist. Auch das Buch Numeri (12.1ff.) enthält einen ähnlichen Vorfall. Dort heißt es, dass sich Aaron und Mirjam beim Exodus gegen Moses auflehnten und ihn und Gott kritisierten. So machte der Herr mit den Kritikern kurzen Prozess und bestrafte sie. In seiner „Wolkensäule“, die beim Exodus vor dem Volk her flog, erhob er sich in den Himmel:

Und der Zorn des Herrn entbrannte über sie, und er ging; und die Wolke wich von der Hütte. Siehe, da war Mirjam aussätzig wie Schnee. Und Aaron wandte sich zu Mirjam, und siehe, sie war aussätzig.“ (Num. 12,9-10)

Nach Bitten von Moses und Aaron um Heilung befahl der Herr die Aussätzige sieben Tage außerhalb des Lagers von der Gemeinschaft auszuschließen. Sie musste in Quarantäne. „Und das Volk zog nicht weiter, bis Mirjam wieder aufgenommen ward“, überliefert Num. 12,15. Es ging für Mirjam also glimpflich aus, dass sie mit „Schnee“ als Aussatz bestraft wurden.

Der “strahlende Moses” – ein Zusammenhang?

Vergleichbar mit einer Erfahrung, die Moses selber machen musste. Als dieser die Tafeln mit den Zehn Geboten von seinem Gott auf dem Berg bekam und zu seinem Volk brachte, strahlte sein Gesicht. So erzählt es das Buch Exodus ab 34,29. Unter Rauch, Donner, Lärm und Beben war zuvor der Herr in seiner Feuer- und Wolkensäule dort oben gelandet und das Volk Israel durfte auf keinen Fall zu nahe kommen. Sie schauten sich das ganze Spektakel am Fuß des Berges an (s. z. B. Videos HIER & HIER).

In sicher Entfernung, da Gott selber zuvor sogar befahl einen Zaun darum zu errichten. Sonst würde das Volk seine Niederkunft nicht überleben. Wie die Schaulustigen bei Henoch?

Im Buch Exodus finden dazu folgende Worte:

Als nun Mose vom Berge Sinai hinabstieg und die beiden Tafeln des Zeugnisses in der Hand hielt, als er vom Berge herabstieg, da wusste er nicht, dass die Haut seines Angesichts strahlte davon, dass er mit Ihm geredet hatte. Und Aaron und alle Kinder Israel sahen Mose, und siehe, die Haut seines Angesichtes strahlte; da fürchteten sie sich, ihm zu nahen.

Aber Mose rief sie; da wandten sie sich zu ihm, Aaron und alle Obersten der Gemeinde; und Mose redete mit ihnen. (…) Als nun Mose aufhörte mit ihnen zu reden, legte er eine Decke auf sein Angesicht. Und wenn Mose hineinging vor den Herrn (vor die Bundeslade, Anm. LAF), mit ihm zu reden, tat er die Decke ab, bis er wieder herausging. (…)

Und die Kinder Israel sahen das Angesicht Moses, dass die Haut desselben strahlte, und Mose tat die Decke wieder auf sein Angesicht, bis er wieder hineinging, mit Ihm zu reden.“ (Ex. 34,29-35)

Es sei die Herrlichkeit und Göttlichkeit gewesen, die Moses Gesicht „strahlen“ ließ, sagt die Bibelforschung. Schließlich habe er Gott persönlich gesehen. Wie es im Buch „Ezechiel der Tragiker“, ein Apokryph, heißt, wurde Moses damals sogar vom Berg Sinai mit einem feurigen Thronwagen in den Himmel entrückt. 40 Tage lang.

“Schnee” und “Aussatz” als Wunder des Herrn

Seine erste Erfahrung mit dieser Art von schneeweißem Aussatz hatte Moses allerdings schon bei seiner allerersten Gottesbegegnung. Jene am „Brennenden Dornbusch“, als ihn ein Engel bzw. Gott berufen hatte. Unter anderem soll sich bei dieser Begegnung folgendes ereignet haben, wie es das Buch Exodus erzählt:

Dann befahl Jahwe ihm: ‚Steck deine Hand in dein Gewand!‘ Mose tat es, und als er die Hand wieder hervorzog, war sie voller Aussatz, weiß wie Schnee. Da befahl er ihm: ‚Steck deine Hand noch einmal ins Gewand!‘ Mose tat es, und als er sie hervorzog, war sie wieder gesund. ‚Wenn sie dir auf das erste Zeichen (die „Schlange“, die sich in einen „Stab“ verwandeln konnte, Anm. LAF) hin nicht glauben, werden sie sich durch das zweite überzeugen lassen.‘“ (Ex. 4,6-8)

Im 2. Buch der Könige (5,1ff.) findet sich die Erzählung über „Naaman, der Feldhauptmann des Königs von Aram“. Er sei „ein trefflicher Mann vor seinem Herrn“ gewesen, der „jedoch aussätzig“ war. Um ihn zu heilen schickte der Prophet Elisa seinen Diener Gehasi im Namen des Herrn zu Naaman. Gehasi bereicherte sich bei dieser Mission aber materiell, was umgehend eine Strafe Gottes nach sich zog:

Aber der Aussatz Naamans wird dir anhangen und deinen Nachkommen allezeit. Da ging Gehasi von ihm hinaus, aussätzig wie Schnee.“ (2. Kön. 5,27)

Wirklich zufriedenstellend deuten kann man solche Aussagen nicht. Denn, dass diese Art von göttlichen oder wundersamen Aussatz mit „Schnee“ verglichen wurde, verwirrt. Was natürlich auch für den „Schnee“ bei Henochs Reise in den Himmel gilt. Denn eigentlich wurde das Aussehen der Himmlischen, der Wächter, der Gottessöhne, der „Engel“ oder Gott selbst mit diesem Attribut verglichen. Vor allem die Haare, die immer wieder als „weiß wie Wolle, leuchtend weiß wie Schnee“ (Off. 1,14) und ähnlich beschrieben wurden.

Ein Wesen mit einem „Leib weiß wie Schnee“ und „Haupthaar weiß wie Wolle“, sei zum Beispiel laut Henoch Noah gewesen (1. Hen. 106,2). Und im himmlischen Gottesreich sah Henoch persönlich Gottessöhne, dessen Antlitz „leuchtete wie Schnee“ (1. Hen. 71,1). Nach solchen und vielen ähnlichen Texten trugen die Himmlischen sowie Gott selber gerne schneeweiße und geradezu leuchtende Kleidung. Im Himmel traf Henoch zum Beispiel den Höchsten, den Führer aller Wächter. In „einem großen, aus Krystallsteinen gebauten Hause“ saß dieser auf einem feurigen Thron und „sein Gewand war glänzender als die Sonne und weißer als lauter Schnee.“, notiert das 1. Buch Henoch in 14,20 dazu.

Wächter des Himmels und Gottessöhne

Solchen Wächtern des Himmels begegnete auch Abraham, bevor er in das all flog, wie es die „Apokalypse des Abraham“ schildet (s. Video und Artikel dazu HIER). „Seines Hauptes Haar (glich) dem Schnee“, notiert das Apokryph in Vers 11,2.

Schnee im Sinne von Wasser war es in keiner einzigen dieser Beschreibungen. Sehr gut zu erkennen im slawischen Buch Henoch, in dem der Prophet seine Begegnung im Himmel mit dem Wächter Tartarus schildert:

Dieser Engel sah aus wie Schnee, und seine Hände waren wie Eis, und er fühlte mein Antlitz ab; denn ich konnte die große Hitze nicht ertragen und nicht den Schrecken.“ (2. Hen. 37,1)

Solche phantastischen Geschichten und Beschreibungen sind in und außerhalb der Bibel überliefert. So etwa steht im Buch Daniel folgendes Abenteuer bzw. folgende „Vision“ des Propheten niedergeschrieben:

Ich sah immer noch hin: da wurden Throne aufgestellt, und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand war weiß wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron, und dessen Räder waren loderndes Feuer. Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz, und es wurden Bücher aufgeschlagen.“ (Dan. 7,9-10)

Wenn aber, und das sollten diese Beispiele verdeutlichen, „Schnee“ oder weiß wie Schnee immer mit Göttlichem und den Himmlischen assoziiert wurde, warum dann auch eindeutig mit Aussatz? Was ist oder war ein solcher schneeweißer Aussatz? Und warum konnte er nach der der Sage über Henochs Himmelfahrt scheinbar unzählige Menschen töten?

Henoch – ein unscheinbarere Name in der Bibel und doch der außergewöhnlichste Patriarch vor der Sintflut, wie man in der Genesis knapp erfährt. Selbst wenn man die Schriften mit seinem Autorennamen beiseite lässt, ist über diesen Propheten praktisch nur Erstaunliches zu erfahren. Ein kleiner Teil dessen sollte hier zusammengefasst werden. Warum diese biblische Figur gerade für die Prä-Astronautik interessant ist, sollte wohl niemanden verwundern.

Auch nicht, warum Erich von Däniken ihn schon 1977 in seinem Buch „Beweise“ seinen Lesern mit den Worten vorstellte: „Dieser Henoch ist mein Freund“ …

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Lars A. Fischinger

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Alle Qumran-Handschriften im weltberühmten “Museum der Bibel” in Washington sind – gefälscht! Aber …

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Alle Qumran-Schriften im weltberühmten Museum der Bibel in Washington sind gefälscht! (Bilder: Fischinger-Online)
Alle Qumran-Schriften im weltberühmten Museum der Bibel in Washington sind gefälscht! (Bilder: Fischinger-Online)

Seit ab 1947 die ersten Qumran-Rollen bzw. Schriftrollen vom Toten Meer offiziell entdeckt wurden, sind die Texte Gegenstand der Forschung. Für Archäologen, Bibelforscher und Theologen sind die Qumran-Schriften ein Jahrtausendfund. Und bis heute kommen immer weitere Funde dieser Art in Israel hinzu. Doch eine wissenschaftliche Analyse der Qumran-Texte aus dem Besitz des “Museum of the Bible” in Washington offenbarte jetzt, dass alle Fragmente des Museum Fälschungen sind! Alles über die Hintergründe und die möglichen Konsequenzen für die Forschung, erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Falsche Qumran-Schriften im „Museum der Bibel“

Entsetzen im weltberühmten „Museum oft the Bible“ in Washington in den USA: Alle dort verwahrten und ausgestellten Fragmente der legendären Schriftrollen vom Toten Meer bzw. Qumran-Rollen sind Fälschungen. Kein einziges der 16 Stücke aus dem Besitz des Museum ist authentisch.

Das haben jetzt neue Untersuchungen der Fragmente gezeigt. Für das Museum konnten die Ergebnisse der Analysen ihrer „Schätze“ nicht schlechter ausfallen. Denn schon im April 2017 Jahren kamen Forscher diesem Betrug auf die Spur, als erste Fragmente der Sammlung wissenschaftlich untersucht wurden. Beauftragt war die „Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung“ (BAM), da sich das Museum von vornherein der unklaren Herkunft der Fragmente bewusst war.

Heraus kam dabei, dass keines authentisch und damit echt war.

Also beauftrage das Museum daraufhin die Firma „Art Fraud Insights“, um auch die weiteren Qumran-Texte analysieren zu lassen. Im „abschließenden Bericht“ vom November 2019 der Untersuchungsleiterin Corlette Loll heißt es dazu unter anderem:

Im April 2017 beantragte das Museum die wissenschaftliche Prüfung von fünf Fragmenten durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). In Erwartung der Ergebnisse und vor der Ausstellung zeigten die Herkunftsuntersuchungen des Museums weitere Unsicherheiten hinsichtlich ihrer Herkunft. Bei der Eröffnung des Museums wurden die Fragmente als ‘problematisch’ eingestuft, um diese Unsicherheit widerzuspiegeln. Die vorläufige wissenschaftliche Untersuchung der Fragmente des Museums, die im Oktober 2018 eingegangen war, führte zu dem Hinweis, dass die Mineralablagerungen und das Schreibmaterial nicht mit der Authentizität vereinbar waren.

Es wurde der Schluss gezogen, dass alle fünf untersuchten Fragmente Merkmale aufwiesen, die ‚nicht mit einem alten Ursprung vereinbar waren‘. Sie wurden bis zur weiteren Untersuchung aus der Ausstellung entfernt.

Aufgrund der Bedenken, die durch diese erste Studie aufgeworfen wurden, wurde eine detailliertere Materialuntersuchung des gesamten Museums der Bibelfragmentsammlung angestrebt.“

Fakes in Museen

Zu diesem Zweck wurden die gesamtem Museumsstücke von „Art Fraud Insights“ auf Herz und Nieren geprüft. Es sollte wissenschaftlich „die Echtheit jedes Fragments entweder bestätigt oder widerlegt“ werden. Ergebnis: Alles Fake:

Wir konnten bestätigen, dass die Mineralogie der Oberflächenablagerungen mit der Region des Toten Meeres und anderen geologischen Stätten im Nahen Osten übereinstimmt. In einigen Fällen wurden nach dem Schreiben und während die Tinte noch feucht war, verschiedene lose Mineralablagerungen über die Fälschungen verstreut, um den Eindruck zu erwecken, dass es sich um authentische Schriftrollenfragmente aus dem Toten Meer handelte, die aus den Qumran-Höhlen stammten. Wir sind der Meinung, dass alle diese Methoden mit der ausdrücklichen Absicht angewendet wurden, zu betrügen.“

Das Bibelmuseum von Washington und die Experten um Corlette Loll sehen trotz des nachgewiesenen Betruges dennoch etwas Positives in ihren Analysen. Wie Loll in ihrem umfangreichen Abschlussbericht schreibt, könne die zukünftige Textforschung von den erreichten Ergebnissen profitieren. Vor allem um mögliche weitere Fälschungen in den Sammlungen in aller Welt nachzuweisen:

Darüber hinaus wird die Veröffentlichung aller zugehörigen Bilder und Datensätze die Identifizierung und Entfernung von Texten erheblich erleichtern, die möglicherweise wichtige literarische, paläografische und sprachliche Datensätze kontaminiert haben.“

Museen und Ausstellungen weltweit haben immer wieder mit Betrug und Fälschung zu kämpfen. Niemand kann sagen wie viele der angeblich „alten“ und „authentischen“ Artefakte und Objekte in archäologischen Museen echt sind. Teilweise wird der Anteil der Fälschungen in den Vitrinen dieser Welt sogar überaus hoch eingeschätzt! Millionen Artefakte auf ihre Echtheit hin zu überprüfen, ist indes nicht möglich.

Die Schriftrollen vom Qumran

Bei den jetzt nachgewiesenen falschen Qumran-Texten wiegt ein Betrug doppelt. Immerhin handelt es sich bei den echten Funden aus den Höhlen von Qumran in Israel um unschätzbar wertvolle archäologische Funde. Und zwar speziell für die Bibelforschung und damit Religionen und Theologie. Bekanntlich gehören diese zum Teil über 2.000 Jahre alten Handschriften zu den wichtigsten Quellen der Bibelforschung überhaupt. Auch wenn sie meistens nur noch als Fragmente und nicht wirklich als „Schriftrollen“ erhalten geblieben sind.

Zehntausende große, kleine und winzige beschriebene Stücke aus Papyrus und Pergament wurden aus den Höhlen am Toten Meer bereits geboren. Und immer wieder tauchen auf dem Antikmarkt neue Texte auf, die als „authentisch“ angeboten werden. Wie viele Rollen einst in den Höhlen von Qumran und Umgebung am Toten Meer in Tonkrügen versteckt wurden, ist deshalb bis heute nicht ganz klar. Schätzungen sprechen von 900 oder 1.000, de von mindestens 500 verschiedenen Personen beschrieben wurden. Über Jahrhunderte hinweg, da die Schreiber zwischen 250 vor Christus und 40 nach Christus ihre Werke schufen.

Besonders die Entdeckung, dass unter den Handschriften mindestens 200 Texte sind, die später als „Hebräische Bibel“ in das Alte Testament übernommen wurden, machen die Schriften so bedeutsam. Sie gelten damit als älteste Bibeltexte der Welt. Ein unermesslicher Schatz und Glücksfall für die Bibelforschung. Doch die muss sich darauf verlassen können, dass die Texte und damit deren Inhalt und Aussage auch wirklich authentisch ist.

Vergleichende Textstudien mit Fälschungen von geschäftstüchtigen Betrügern sind verständlicherweise vollkommen sinnlos!

An der Echtheit der ab 1947 gefundenen Schriften des frühen Judentums hat kaum jemand wirklich Zweifel. Höchstens von religiöser Seite her, da sie ab 1947 und 1948 weltweit mehr und mehr berühmt wurden. In jenen Wirren nach dem Zweiten Weltkrieg also, in dessen Folge im Frühjahr 1948 Israel gegründet wurde …

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Verschiedene Geschichtsschreiber scheinen aber bereits solche verborgen Schriftrollen in Tonkrügen gekannt zu haben. Jahrtausende bevor sie 1947 „offiziell“ unweit des Toten Meer entdeckt wurden. Zum Beispiel sei während der Herrschaft von Kaiser Antoninus (211 – 217 nach Christus) „in einem Tonkrug im Gebiet von Jericho“ Schriften in Griechisch und Hebräisch gefunden worden. Patriarch Timotheos I. von Seleucia schrieb um das Jahr 800, dass zehn Jahre zuvor ein arabischer Jäger die Jerusalemer Behörden über die Entdeckung von Schriftrollen in einer Höhle informiert habe. Darin seien „die Bücher des Alten Testaments und andere in hebräischer Schrift“ gefunden worden.

Jahrtausendfund für 97 Dollar

Solche Berichte klingen heute stark nach den Qumran-Texten.

Auch Jahrzehnte nach den ersten Funden der Neuzeit ist die Forschung an ihnen noch lange nicht beendet. Immer neue Funde, auch wenn in erheblich kleinerem Umfang, liefern immer neues Material. Dabei war die Entdeckung der Schriften durch den Beduinen-Knabel Mohammed Ad-Dib 1947 ein reiner Glücksfall. Zufällig habe er, so sagt es die Legende der Entdeckung, die Tonkrüge und Texte in den Höhlen am Toten Meer gefunden, als er eine entlaufene Ziege suchte. Ob die Entdeckergeschichte der Wahrheit entspricht, steht auf einem anderen Fragment.

Zumindest nahm die Geschichte der Texte von nun an Fahrt auf. Ein Khalil Iskander Schahin kaufte einige Rollen von Ad-Dib, die er dann dem Archäologen Professor Eleasar Sukenik von der Hebräischen Universität in Jerusalem weiterverkaufte. Gleichzeitig begann Schahin ein Geschäft zu wittern, suchte selber nach Schriften und weiteren Tonkrügen mit Rollen und verkaufte sie daraufhin. Ein Handel florierte und es wurden hunderttausende von Dollar für die ersten Schriftrollen bezahlt.

Heute sind sie zum Großteil im berühmten „Schrein des Buches“ in Jerusalem zu bewundern. Herzstück ist dort zweifellos die 7,34 Meter lange „Große Jesajarolle“ aus der sogenannten „Höhle 1“ von Qumran, die um 200 vor Christus geschrieben wurde. Angeblich war der erste Preis dafür nur 97 Dollar, die Schahin verlangte. Ein unbezahlbares Dokument, deren Echtheit C14-Datierungen bestätigten.

In den „wilden Jahren“ des Handels mit den Qumran-Schriften war den Archäologen noch nicht klar, wie alt diese Stücke wirklich sind. Ob sie überhaupt echt sind, war ebenfalls noch unklar. Erst in den Jahren 1951 bis 1956 suchte der Archäologe und Bibelforscher Roland de Vaux von der „Französischen biblische und archäologische Schule Jerusalem“ systematisch nach ihnen. Hunderte Funde konnte er dabei sichern. Weitere Entdeckungen wurden in anderen Höhlen in den Jahren 1952, 1960, 1963 und sogar 2004 gemacht.

Qumran oder nicht Qumran

Die Qumran-Texte sind natürlich auch umstritten. Sehr umstritten vor allem was ihren genauen Ursprung, den Zweck ihrer Niederschrift und ihre Interpretation betrifft.

Wobei schon der Name für Verwirrung sorgt, da nur ein Teil der Funde als „echte Qumran-Rollen“ angesehen werden. Sie entstammen einer jüdischen Gemeinschaft und betreffen auch deren Gemeindeleben mit allen Regen usw. Meist vermutet man die Essener hinter dieser Gemeinde. Andere Rollen und Texte sind Abschriften von biblischen und apokryphen Büchern, die man bereits vor den Funden kannte. Wieder andere Texte waren bis zu ihrer Entdeckung in den Höhlen vollkommen unbekannt.

Ob die unweit der „Haupthöhlen“ der Funde archäologisch ausgegrabene Siedlung „Chirbet Qumrān“ am Westufer des Toten Meeres der Ursprung der Rollen ist, gilt in Archäologenkreisen zumindest auch als strittig. Die Nähe der Ruinen zu den Höhlen legt diese Deutung der Archäologie zumindest sehr nahe. So werden auch verschiedene archäologische Funde der Stätte in diese Zusammenhang interpretiert. Große Räume zum Beispiel als „Schreibstuben“ oder mutmaßliche Wasserbecken als „rituelle Bäder“.

Wer selber einmal vor Ort ist kann sich überzeugen, dass zumindest dort an einem Zusammenhang kein Zweifel zu bestehen scheint. Besuchern wird dieser quasi in jeder Ecke vermittelt.

Im „Museum der Bibel“ wurden nur 16 Fragmente durch die Analysen als eindeutige Fälschungen identifiziert. Das ist mit Blick auf die Masse aller Funde zu vernachlässigen. Und es wirft doch – wie bei allen Fakes und Fälschungen – ein schlechtes Licht auf die Texte. Textforscher und Bibelkundler müssen natürlich bei ihren Forschungen sicher sein, dass das genutzte Material auch authentisch ist.

Nur wenige Fälschungen

Die gefälschten Fragmente in Washington sind nur wenige Zentimeter klein. Es sind „Schnipsel“, die nur wenige Worte bzw. Buchstaben tragen. Einige sind sogar überhaupt nicht beschriftet. Die vorhandenen Schriften selber entstammen verschiedenen Büchern des Alten Testament. Etwa aus den Büchern Genesis, Exodus, Ezechiel, Levitikus oder auch Daniel. Für umfassende Textvergleiche und –Analysen der Bibelforschung wären die „Washington-Papyri“  also von geringer Relevanz.

Mit Blick auf die Grenzwissenschaft und „alternative Bibelforschung“ gilt das ebenso. Schließlich sind Texte mit alten Überlieferungen vielerlei Art auch hier ein wichtiger Bestandteil der Forschung. Man denke an die Schriften des Propheten Henoch, die in Teilen auch unter den Schriftrollen vom Toten Meer zu finden sind. Vor allem wurden auch rund 10 Bruchstücke eines bis zur Entdeckung unbekannten „Buch der Riesen“ entdeckt. Jahrtausende verborgen in Höhle 1, 4 und 6 von Qumran und dort von den Forschern wieder entdeckt.

In diesem „Buch der Riesen“ wird die rätselhafte Geschichte der „gefallenen Engel“ aus dem Alten Testament geschildert. Sie sollen laut dem Buch Genesis vom Himmel gekommen sein, da sie Kinder mit Menschenfrauen zeugen wollten. Ergebnis dieser Rebellen aus dem Himmel waren laut Genesis die Riesen und die Sintflut als Strafe des Herrn. Auch die bekannten Bücher Henoch schildern diese Ereignisse sehr umfangreich (s. a. Video HIER).

Das „Buch der Riesen“, auch wenn nur in Bruchstücken erhalten, ergänzt diese Erzählungen  – und ist authentisch …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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