„UFOs über Österreich“: Unbekannte Flugobjekte und Außerirdische im österreichischen Mainstream – die Gratwanderung von UFOs im TV (+ Video)

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"UFOs über Österreich" als Thema im österreichischen TV (Bilder: gemeinfrei & ORF / Bearbeitung: Fischinger-Online)
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„UFOs über Österreich“ als Thema im österreichischen TV (Bilder: gemeinfrei & ORF / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Das Thema UAPs beziehungsweise UFOs ist bekanntlich seit einigen Jahren wieder aktuell. Auch für die internationale Medienlandschaft, seit die US-Regierung bestätigte, dass UFOs ein reales Phänomen sind. Und so kommen auch im deutschen Sprachraum immer mal wieder entsprechende Berichte in den Mainstream. So wie aktuell in Österreich beim Sender ORF, die in einer Sendung der Frage nach „UFOs über Österreich“ nachgingen. Ein kleiner Ausflug in die Welt der UFO-Sendungen im Fernsehen zeigt die Gratwanderung bei solchen Themen.


„Gibt es UFOs?“ ist die falsche Frage

Dass es UFOs gibt, ist grundsätzlich seit tausenden von Jahren klar und steht außer Frage. Jedoch ist das „moderne“ Phänomen der UFOs beziehungsweise UAPs viele Jahrzehnte belächelt worden. Es galt als Thema für Spinner, Alien-Freaks und Science-Fiction-Freunde in der weitläufigen Presse. Damit wollte man meistens nicht zu viel zu tun zu haben. Auch wenn es in der Vergangenheit immer wieder TV-Dokumentationen rund um UFOs gab.

Auch im deutschen Sprachraum gab es solche Sendungen schon früh in den Mainstreammedien. Doch da UFOs schon seit den 1950er Jahren als „Planetare Weltraumschiffe“ oder „Außerirdische Besucher“ auch in der Öffentlichkeit angesehen wurden, nahm man das Thema nicht immer allzu ernst. Kern bei grundsätzlich allen dieser Sendungen oder Presseberichten war fast immer die Frage „gibt es UFOs?“.

Eine Fragestellung, die in der UFO-Forschung eigentlich schon immer vollkommen sinnlos war, da „seriöse“ wie „unseriöse“ UFO-Forscher nie abstritten, dass es dieses Phänomen gibt. Es wurden und werden nun mal unbekannte Objekte oder Erscheinungen am Himmel gesehen. Die Frage ist vielmehr, was diese im Einzelnen sind oder von vom sie kommen. Und so hat man gerne für die Öffentlichkeit das Phänomen lächerlich gemacht. Oder gewisse Wissenschaftler oder Regierungsbehörden stritten gleich ganz ab, dass es UFOs überhaupt gibt oder man sich da mit befasse.

Obwohl es schon lange Ausnahmen wie etwa Frankreich oder Belgien gab. Doch erst seit die USA – hier vornehmlich das Pentagon – offiziell bestätigte, dass solche Beobachtungen vollkommen reale sind, dachten auch Print- und TV-Medien teilweise um. Nicht immer auch korrekt, wie Ihr beispielsweise HIER seht.

Die Frage „gibt es es UFOs?“ wird so nach und nach von der Frage „woher kommen UFOs?“ abgelöst. Ein Paradigmenwechsel, der sicher in langsamen Schritten erfolgen wird. Ein Senator in den USA hofft sogar, dass UFOs Aliens sind und nicht etwa aus China stammen, wie HIER berichtet.

„UFOs – und es gibt sie doch“

Nicht minder lange wird es dauern, bis die öffentliche Gleichsetzung von UFO = Außerirdische aus den Köpfen verschwindet. Wenn sie es denn jemals wird. Denn auch wenn durchaus Wissenschaftler oder sogar die Geheimdienste der USA nicht ausschließen können (wie auch?), dass sich dahinter eine extraterrestrische Intelligenz verbirgt, bleibt vieles im Dunkeln. Und damit Spekulation.

So sprechen beispielsweise die USA lieber von Drittstaaten wie China oder Russland als Ursprung der Unbekannten Phänomene im Luftraum. Ein Umstand, den viele für eine reine Vertuschung ansehen, da diese längst über die außerirdische Natur der Objekte im Bilde sein würden. Immerhin soll es ja bereits vorgekommen sein, dass Regierungen und ihre Vertreter schon mal die Unwahrheit sagten …

TV-Dokumentationen zum UFO-Thema waren ausnahmslos immer umstritten. Allen Zuschauern kann man es nie recht machen. Hier nenne ich gerne das Beispiel der Doku „UFOs – und es gibt sie doch“ vom 24. Oktober 1994. Sie lief auf dem Sender ARD zur besten Sendezeit und mehr Mainstream geht damit kaum. Schon im Vorfeld verkündete die legendäre „BILD“ am 14. Oktober 1994 unter der Schlagzeile „TV will beweisen: Ufos gibt es doch“ diese Sendung an.

Es folgte neben einem erstaunten Publikum auch ein Sturm der Entrüstung! Angesichts der überaus offenen ARD-Sendung fühlten sich vor allem einige Wissenschaftler „auf den Schlips getreten“ und waren geradezu sauer. Am 27. Oktober lud die ARD deshalb zur der Talk-Show „UFOs – gibt es sie wirklich?“ ein. Hier zeigte sich der ein oder andere „seriöse Wissenschaftler“ in keinem guten Licht.

Übrigens war es die Hochzeit der unsäglichen Talk-Shows der privaten TV-Sender. Die es aber auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in „abgespeckter Form“ damals gab. Und so lief rein zufällig am 25. Oktober, also nur einen Tag nach der UFO-Dokumentation, die Talk-Show „Fliege“ zum Thema Aliens und UFOs. Und zwar auch bei der ARD.

„UFOs – Die Fakten“

Erst am 12. April nahm sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen auf dem Sender ZDF in Deutschland wiedermal dem UFO-Thema an. Natürlich mit Professor Harald Lesch, der seit Jahren im Fernsehen als Experte zu praktisch jedem Thema vor der Kamera steht. Ob archäologische Funde in Mexiko, Biologie von Bäumen oder Schwarze Löcher: Er informiert die Zuschauer zu allem.

„UFOs – Die Fakten“ hieß die Sendung, über die bereits HIER berichtet wurde. Sie sollte zwischen Phantastereien und Tatsachen rund um UFOs unterscheiden und darlegen, „was wir über UFOs und Außerirdische wissen“, so das ZDF. Und diese TV-UFO-Doku des ZDF bekam schon im Vorfeld teilweise enormen Gegenwind! Vor allem in Sozialen Medien waren zahlreiche Kommentare zu lesen, die die Sendung fast schon aus Prinzip ablehnten und als „Zeitverschwendung“ ansahen.

Die Gründe waren, dass die Doku-Sendung auf dem GEZ-Sender ZDF erschien und vor allem die Person Lesch an sich. Nicht wenige un­flä­tige Worte fielen in diesem Kontext.

Was also soll man tun, um das Thema in die Öffentlichkeit und damit in den Mainstream zu bringen? Immerhin wird unter UFO-Interessierten (mich eingeschlossen) und auch UFO-Forschern immer wieder darauf verwiesen, dass die Massenmedien das Thema endlich in die Bevölkerung tragen sollen. Denn entsprechenden UFO-Dokumentationen aus dem amerikanischen Raum, von denen in den letzten Jahren regelrechte Massen ins Fernsehen kamen, sind auch vielen nicht genehm.

Warum das so ist, wurde bereits vor über 5 Jahren in diesem Beitrag HIER erläutert.

„UFOs über Österreich“

Und so geht der Zank um den „richtigen“ oder „falschen“ Weg einer UFO-Berichterstattung und -Dokumentationen seit mehr als einem halben Jahrhundert munter weiter. Den Mittelweg gibt es offenbar nicht. Zum Glück aber gibt es den Paradigmenwechsel bei diesem Thema, so dass immer mehr entsprechende Berichte veröffentlicht werden. Der TV-Konsument wird dabei in einigen Fällen sicher das für sich persönlich Interessante herausfiltern. Wenn es überhaupt interessiert.

Auf den UFO-Zug aufgesprungen ist dann auch am 5. Mai der Sender ORF aus Österreich. Allerdings war die dortige Doku mit dem Titel „UFOs über Österreich“ längst keine Primäre. Auch in Österreich gab es in der Vergangenheit immer mal wieder entsprechenden Sendungen und natürlich auch Talk-Shows. So schreibt der Sender ORF zu dem Bericht:

Eine Reportage über Menschen die UFOs beobachtet haben wollen und solche die vom Glauben abgerückt sind. Für die UFO-Gläubigen war es ein Paradigmen-Wechsel, als die US-Regierung im vergangenen Sommer in einem neun-seitigen Papier bestätigt hat, dass unerklärliche Flugphänomene in der Atmosphäre beobachtet werden.

Irgendetwas scheint es also doch zu geben, was genau wird im Bericht aber nicht erwähnt. Worum es sich dabei handeln könnte, versucht Schauplatz-Reporter Alfred Schwarzenberger in der heimischen UFO-Szene zu ergründen.

Die Sendung enthielt für den Kenner keine Überraschungen. Es kamen diverse UFO-Zeugen aus Österreich zu Wort und die UFO-Videos der US-Navy wie auch der „UFO-Bericht des Pentagon“ wurden thematisiert. Selbst Filmausschnitte aus uralten Fernsehberichten zum Thema waren dabei. Etwa die Zeugenaussage eines Polizisten aus dem Jahr 1969.

Ein kleiner Unterschied

Derartige Zeugenaussagen und UFO-Fallbeispiele ermüden ohne Zweifel viele UFO-Forscher. Man könnte sie 24 Stunden am Tag durchgehend senden. UFO-Ermittler kennen sie zu abertausenden und es ist ihr Alltag genau solchen Berichten nachzugehen. Sofern sie denn bei einer entsprechenden UFO-Forschungsorganisation gemeldet werden.

Und so kam auch der UFO-Forscher Mario Rank vielfach in der Sendung zu Wort. Er ist von dem österreichischen Zweig der „Deutschen Gesellschaft für UFO-Forschung“ (DEGUFO), die es bereits seit 1993 gibt. Ebenso ist er unter anderem Autor des Buches „UFOs über Österreich“. Rank stellt die Arbeit eines UFO-Forschers vor und zeigt damit den Zuschauern überzeugend, dass längst nicht alle UFO-Fans einen Aluhut tragen.

Dennoch gab es in dieser Mainstream-UFO-Sendung vom ORF einen Unterschied zu vielen anderen. Denn ebenfalls mit dabei war der Autor Reinhard Habeck, der seit vielen Jahren Bücher über das Unfassbare und vor allem auch Prä-Astronautik schreibt. Die mutmaßlichen Außerirdischen in der Antike sind das Kernthema seiner zahlreichen Buchveröffentlichungen. Und so spricht Habeck beim ORF nicht über die klassischen UFOs der Neuzeit, sondern über mutmaßliche UFO-Darstellungen vor Jahrhunderten. Zu finden auf einem Wandbild in einer Kirche in Österreich.

Dass der ORF in „UFOs über Österreich“ sogar den Sprung in die Prä-Astronautik wagt, hebt diese öffentlich-rechtliche Reportage von anderen dieser Art ab. Denn so umstritten und spekulativ die UFO-Thematik auch ist – die Idee der außerirdischen Raumfahrer im Altertum ist es noch mehr. Deshalb bin ich sicher, das auch die ORF-Sendung erneut von der Pro- und Contra-Seite so oder so gesehen wird. Wie es auch mit Sicherheit auch bei der nächsten Reportage der Fall sein wird.

Video

Die ORF-Sendung selber findet Ihr derzeit noch in der Mediathek HIER online.

Ebenso ist sie auch auf YouTube hochgeladen worden:

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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