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Xavier Naidoo und seine Außerirdischen, die eigentlich ja gar keine sind: Seltsame Verschwörungstheorien und das Buch Henoch (+ Videos)

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Xavier Naidoo und seine Außerirdischen, die eigentlich ja gar keine sind (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Xavier Naidoo und seine Außerirdischen, die eigentlich ja gar keine sind (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Verschwörungstheorien und solche, die es sein sollen, haben immer Konjunktur. Mal mehr, mal weniger. Dabei kann die Hausfrau von nebenan ebenso an diverse Verschwörungsideen glauben, wie ein in den Medien vertretener Prominenten. Und der bekannte deutsche Musiker Xavier Naidoo ist dabei wohl das bekannteste Beispiel, da er es immer wieder schafft mit diversen Aussagen zu Verschwörungen aller Art mediale Aufmerksamkeit zu bekommen. So wie aktuell, in dem er im Internet erneut Aussagen und Thesen verbreitet, die von der Presse nur allzu gern aufgenommen werden. Auch über Außerirdische, die seiner Meinung nach gar keine “echten” Außerirdische sind. Was genau der Sänger sagte und was offensichtlich das der Community von Fischinger-Online sehr gut bekannte Buch Henoch damit zu tun hat, erfahrt Ihr detailliert hier.


Xavier Naidoo und die Verschwörungen

Xavier Naidoo wurde in seiner bisherigen Karriere als Musiker und Sänger mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet, die seinen musikalischen Erfolg belegen.In den letzten Jahren macht Naidoo aber immer wieder Schlagzeilen in den Medien und der Boulevardpresse, die weniger mit seiner Arbeit als Künstler zu tun haben.

Vielmehr verbreitet er im Internet über verschiedene Plattformen diverse Verschwörungstheorien und “alternative Weltsichten”, deren Inhalte in der Presse immer wieder für Aufsehen sorgen. Diese reichen von politischen und religiösen Ansichten über krude Spekulationen um Verschwörungen und Geschichte bis zu Außerirdischen. Inklusive der Trend-Verschwörungstheorie, die die Erde in Wahrheit eine Scheibe sei.

Diesbezüglich scheint er den aus dem TV sehr bekannten Wissenschaftler Harald Lesch zu einer Art “persönlichen Feind” auserwählt zu haben, wie es diverse Aussagen von  Naidoo auf seinem “Telegram”-Account zeigen. Selbst als “Übel der Menschheit” und “Dreck” wird Lesch dort bezeichnet, der “Lügen bis zum Tode” wird.

Für diverse Magazine im Fernsehen und Online-Portale ein gefundenes Fressen. Sobald der Sänger eine neue “obskure Verschwörungstheorie” verbreitet, werden seine Aussagen dankend in verschiedene Promi-News diskutiert. Sei es beim Frühstücksfernsehen des Senders Sat1 oder auf der bekannten Musik- und Medien-Webseite rollingstone.de. Kein Wunder, da Xavier Naidoo als Musiker allein auf der Sozial Media-Plattform “Telegram” rund 750.ooo Follower bzw. “Fans” hat.

Und genau dort verbreitet er immer wieder seine sonderbaren Ansichten, Postings und Verschwörungstheorien. Aussagen, die in Kreisen grenzwissenschaftlich Interessierter hinlänglich bekannt sind. Man denke an die Trend-These, dass die Erde in Wahrheit keine Kugel sei, sondern eine Scheibe, auf dessen Oberfläche wir leben. Auch dies findet sich in den Texten von Naidoo auf “Telegram”.

Außerirdische sind Dämonen aus dem Inneren der Erde!

Viele der dort gemachten Aussagen des Sängers wird die übliche Gemeinde “der Grenzwissenschaftler” nicht interessieren. Wenn es um das Thema Außerirdische geht sieht das schon etwas anders aus. Und so postete er am 24. Mai auf “Telegram”:

Aliens sind nicht außerirdischen-, sie sind unterirdischen-Ursprungs. Es gibt keinen Weltraum. Es sind Dämonen und Gefallene. Lasst Euch nicht den nächsten Bären aufbinden.

Dass Außerirdische – besser gesagt: UFOs – Dämonen oder schlicht Handlanger des Satan sein sollen, ist ein alter Hut. Interessant ist, dass Naidoo hier behauptet, dass sie aus dem Inneren der (flachen) Erde kommen sollen und “Gefallene” sind, womit er wohl die christliche “Hölle” mein. Aber “Gefallene”? Spätestens hier sollte jeder aufhorchen, der sich für die Prä-Astronautik interessiert. Denn damit meint der Musiker zweifellos die biblischen “gefallenen Engel“, die bekanntlich in der Prä-Astronautik als Außerirdische gedeutet werden.

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Die bisher umfangreichste Veröffentlichung, die zu diesem Thema erhältlich ist, erschien 2015 unter dem Titel “Rebellion der Astronautengötter“. Deshalb soll an dieser Stelle auf die genauen Details dieser Interpretationen verzichtet werden. Immerhin setzte Naidoo nur rund eine halbe Stunde später diesen Post auf “Telegram” ab:

Als Lektüre: Buch des Enoch (Er ist übrigens nicht gestorben). Seltsam, dieses Buch hat es nicht in ‘unsere’ Bibel geschafft. Warum wohl?

Damit ist klar, was er gelesen hat, als ihm diese Gedanken kamen. Das außerbiblische Buch Henoch, das den Namen des Propheten Henoch aus dem Alten Testament trägt. Eine rätselhafte biblische Figur, über die in diesem Blog-Artikel HIER alle Hintergründe und mehr erfahrt. Die Behauptung, dass Henoch nicht gestorben sei, stimmt dabei sogar. Zumindest laut Bibel und ähnlicher Überlieferungen, da Henoch lebendig nach seiner Erdenmission vor der Sintflut in den Himmel geholt worden sein soll. So ist es dort nachzulesen.

Spätestens hier zeigt sich der Unsinn, den Naidoo verbreitet hat. Er sagt zwar nicht, welches Buch Henoch er mit seinem Lesetipp meint (es gibt mindestens drei), aber hätte er diese Texte wirklich gelesen, wüsste er, dass er seinen “Fans” Falschaussagen vorsetzte.

“Gefallene” – vom Himmel

“Gefallene” sind in den Bücher Henoch die “gefallenen Gottessöhne”. Auch “Wächter” oder “Himmlische” darin genannt. Wesen, die sich im Himmel gegen ihren Führer, den “Höchsten”, auflehnten, und so von dort zur Erde kamen. Aussage, die sich in wenigen Worten auch im Buch Genesis finden. Diese “Gefallenen” wandten sich von ihrem himmlische Chef ab, dessen Hofstaat sie einstmals angehörten. So kamen sie auf unseren Planeten, ins unsere Welt, hernieder.

Das Christentum hat sie später zu Dämonen gemacht, aus der die Tradition der “gefallenen Engel” entstand.

In der Deutung der prä-astronautik waren es Außerirdische,m die vor Jahrtausenden zur Erde kamen. Die Bücher Henochs sprechen ausnahmslos in unzähligen Versen davon, dass diese “Gefallenen” aus dem Reich des “Höchsten” kamen und damit eindeutig der Himmel gemeint war. Auch Henoch selber hat nach diesen Schriften, die Naidoo immerhin seinen Followern als Lektüre empfiehlt, mehre Reisen in diesen Himmel angetreten, um dort mit dem Höchsten und seinen Getreuen zu sprechen. Bis er letztlich für immer dort aufgenommen wurde.

Wie können sie dann “unterirdischen-Ursprungs” sein, wie Naidoo behauptet? Nur um zu seiner Aussage “es gibt keinen Weltraum” zu passen?

Es ist kein Geheimnis, dass der Musiker seine religiösen Ansichten ebenso verbreitet. “Christen, die an einen Globus glauben, lesen am falschen Ende der Bibel”, beteuerte er zum Beispiel am 23. Mai in einem Posting. Denn die “Alien-Agenda funktioniert nur wenn Du an ein Weltall glaubst”, propagierte er nur einen Tag später. Darum sollen man sich vor dem Alien-Thema “hüten”, da “all dieser Kram von Betrügern” kommt,  wie Naidoo am 18. Mai auf “Telegram” schrieb.

Ob die abtrünnigen “Gottessöhne” aus dem Buch Genesis, den Büchern Henochs und anderen Texten nun reale Wesen waren oder nicht: Sie sollen vom Himmel und nicht aus der Erde gekommen sein. Egal ob sie jetzt eine Scheibe ist, die von einer “Glocke” umgeben ist und es damit keinen Weltraum geben würde …

Video-Auswahl zum Thema auf Fischinger-Online

Mehr Videos dazu findet Ihr auf meinem YouTube-Kanal HIER. Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

YouTube-Video vom 3. Nov. 2016 auf Fischinger-Online

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YouTube-Video vom 24. Jan. 2015 auf Fischinger-Online

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Was wissen wir eigentlich über Henoch, dem Auserwählten der Astronautengötter vor der Sintflut, außerhalb seiner Bücher? (Artikel + Videos)

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ARTIKEL: Was wissen wir eigentlich über Henoch, dem Schreiber der Gerechtigkeit der Astronautengötter vor der Sintflut? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
ARTIKEL: Was wissen wir eigentlich über Henoch, dem Schreiber der Gerechtigkeit der Astronautengötter vor der Sintflut? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In der Bibel wimmelt es von Namen. Von Protagonisten, die mal mehr oder weniger wichtig sind und mal häufig und teilweise sehr selten vorkommen. Vor allem im Alten Testament. Hier kennen der Karteikarten-Christ kaum irgendwelche Namen, die über Adam und Eva, Noah, Salomon oder Moses hinausgehen. Und falls die Bibel sogar selber gelesen wird, werden unzählige andere Namen überlesen und sehr schnell vergessen. Im Neuen Testament ist das etwas anders, aber durchaus ähnlich. Eine diese Personen, die der Mainstreamchrist kaum kennen wird, ist der Prophet Henoch. Einer der zehn Patriarchen vor der Sintflut im Buch Genesis, dem sogar einige Bücher außerhalb der Bibel zugeschrieben wurden. Ein Prophet, der sich in der Bibel ausgesprochen rar macht, obwohl er eigentlich eine herausragende Stellung in den Mythen der Bibel einnimmt. Was aber wissen wir über diesen Henoch? Was steht in der Heilige Schrift über ihn und was sagen Überlieferungen außerhalb der Bibel über ihn? Und zwar explizit solche, die nicht als Henochbücher bekannt sind. Das und mehr erfahrt Ihr in diesem Artikel, denn diese zeigen einmal mehr, warum Henoch in der Prä-Astronautik eine besondere Rolle zuteil wird.


Wer kennt Henoch?

Die seltene Spezies der normalen Bibelleser kennt ihn wahrscheinlich nicht. Ein Karteikarten-Christ wird nie von ihm oder jemals seinen Namen gehört haben. Und all jene, die nur zu Weihnachten als „Gläubige“ in die Kirche gehen, sowieso nicht. Doch jeder Prä-Astronautiker oder an Ancient Aliens-Themen Interessierte wird zumindest schon mal etwas über ihn gehört oder gelesen haben: Von dem Propheten Henoch aus dem Alten Testament.

Eigentlich ist das kein Wunder. In der Bibel sucht man vergeblich nach einem Buch des Propheten. Unter all den Büchern darin trägt keines den Namen Henoch als angeblicher Autor. Weder im Alten noch im Neuen Testament der Christen. Dass die biblische Figur Henoch (auch Enoch) deshalb niemand kennt, ist von daher nicht verwunderlich. Auch wenn er mehrfach in der Bibel genannt wird.

Nur ein Name unter unzähligen in der Heiligen Schrift. Könnte man meinen. Vor allem ist Henoch nämlich bei all jenen Mystery-Jägern, die sich intensiven mit der Prä-Astronautik beschäftigen, ein fester Begriff. Mal mehr, mal weniger.

Aber was genau ist über diesen Henoch eigentlich wirklich bekannt? Diese Frage ist sehr schnell beantwortet: Fast nichts! Sofern man sich nur den Schriften der bei uns geläufigen Bibel bedient. Dort findet sich der Prophet schon sehr früh im Buch Genesis genannt. In der Auflistung der zehn Patriarchen vor der Sintflut lesen wird dort knapp über ihn als siebten Patriarchen:

Jared war 162 Jahre alt, als er den Henoch zeugte; und Jared, nachdem er den Henoch gezeugt, lebte 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter (…) Henoch war 65 Jahre alt, als er den Methusalah zeugte; und Henoch, nachdem er den Methusalah gezeugt, wandelte er mit Gott 300 Jahre lang und zeugte Söhne und Töchter; also dass Henochs ganzes Alter 365 Jahre betrug. Und Henoch wandelte mit Gott und war nicht mehr, weil Gott ihn zu sich genommen hatte.“ (Gen. 5,18-24)

Das sind nicht viele Informationen über diesen Henoch. Ein direkter Nachfahre von Seth, dem dritten Sohn von Adam und Eva, also. Schaut man aber genauer hin, sind die Aussagen über ihn in der Geschlechterfolge von Adam bis Noah schon verblüffend. Sie unterscheiden sich stark von allen anderen aufgelisteten Patriarchen und enthalten weit mehr Informationen, wie es zuerst scheint.

Henoch: Kaum war er da, war er wieder weg

Beim Alter des Patriarchen fängt es bereits an. Dieser sei angeblich „nur“ 365 Jahre alt geworden, was in diesem Zusammenhang wirklich kein Alter ist. Sein Vater Jared beispielsweise starb mit 962 Jahren. Sein Sohn Methusalem bzw. Methusalah mit 969 Jahren und Noah als letzter der Patriarchen und Held der Sintflut mit 950 Jahren. Was sind da schon 365 Jahre?

Eine kleine und dennoch sehr bedeutende Aussage wird in dieser kurzen Erzählung über Henoch gleich zweimal erwähnt: Er sei mit „Gott gewandelt“, heiß es da, und das sogar 300 Jahre lang. Bis der Herr „ihn zu sich genommen hatte“.

„Zu sich genommen“ ist hierbei wörtlich zu nehmen. Denn im Stammbaum vor und nach Henoch wird bei jedem Patriarchen betont, dass er im Alter XY „starb“. Nur Henoch starb nicht – da Gott ihn quasi in jungen Jahren geholt haben soll. Grenzwissenschaftler der Prä-Astronautik werden bei derartigen Behauptungen hellhörig. Ein Mann, der mit dem Herrn „Umgang pflegte“, wie es andere Übersetzungen wiedergeben, wird nach nur relativ wenigen Jahren von genau diesem geholt. Folglich in den „Himmel“ aufgenommen. „Er war nicht mehr“, heißt es dazu.

In anderen Übersetzungen und Bibelausgaben liest sich diese Behauptung beispielsweise wie folgt:

  • Henoch hatte beständig mit Gott gelebt, und dann war er plötzlich nicht mehr da, weil Gott ihn weggenommen hatte.“
  • Und dieweil er ein göttliches Leben führte, nahm ihn Gott hinweg, und er ward nicht mehr gesehen.“
  • “Henoch hatte in enger Verbindung mit Gott gelebt. Dann war er plötzlich nicht mehr da; denn Gott hatte ihn von der Erde weggenommen.“
  • Und Henoch wandelte mit Gott; und er war nicht mehr, denn Gott nahm ihn hinweg.“
  • Sein ganzes Leben führte Henoch in enger Gemeinschaft mit Gott. Er wurde 365 Jahre alt. Dann war er plötzlich nicht mehr da – Gott hatte ihn zu sich genommen!
  • Und Henoch wandelte mit Gott und ward nicht mehr gesehen, denn Gott hatte ihn entrückt.“
  • Auf einmal war er nicht mehr da, denn Gott hatte ihn zu sich geholt, weil er in enger Gemeinschaft mit ihm gelebt hatte.“

Usw.

Missverstehen, was das Buch Genesis hier über den Propheten behauptet, kann man nicht: Aufgrund seines Umgang und Kontakt mit dem Herrn nahm dieser seinen Schützling Henoch eines Tages sehr plötzlich von diesem Planeten. Zumindest für alle anderen Menschen kam dies unerwartet. Niemand auf Erden sah ihn je wieder.

Henoch als Vorbild aller Gottesgläubigen!

Der durch Gottes Gnade von der Erde geholte Henoch wurde dadurch fraglos zu einer (religiösen) Legende. Über Jahrtausende hinweg gedachte man ihn und ehrte seine Frömmigkeit. Dies wird durch weitere Hinweise und Spuren zu seiner Person – wenn er denn je in der überlieferten Form und in jener Zeit lebte – in der Bibel belegt. Und zwar im Neuen Testament, wo im Brief an die Hebräer über die „Vorbilder des Glaubens“ oder „Glaubenszeugen des alten Bundes“ berichtet wird.

Dort wird er, je nach Übersetzung, in 11,5 mit den Worten gepriesen:

Weil Henoch glaubte, nahm Gott ihn zu sich, so dass er nicht sterben musste; er war plötzlich nicht mehr da. Die Heilige Schrift bestätigt, dass Henoch so gelebt hat, wie es Gott gefiel.“

Aufgrund des Glaubens wurde Henoch entrückt und musste nicht sterben; er wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; vor der Entrückung erhielt er das Zeugnis, dass er Gott gefiel.“

Durch den Glauben ward Henoch weggenommen, dass er den Tod nicht sähe, und ward nicht gefunden, darum dass ihn Gott weg nahm; denn vor seinem Wegnehmen hat er Zeugnis gehabt, dass er Gott gefallen habe.“

Diese Lobpreisung auf den vorsintflutlichen Henoch wurde gegen Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus niedergeschrieben (60 bis spätestens 90 nach Christus). Wenige Jahrzehnte nach der Kreuzigung Jesus, der zweifellos der wichtigste Protagonist der gesamten Bibel ist. Zumindest für die Christen. Und seine frühen Anhänger kannten im 1. Jahrhundert natürlich auch Henoch, wie es im Brief des Judas nachzulesen ist.

Henoch und Jesus

In diesem werden die Jesus-Anhänger von einem „Judas, Knecht Jesu Christi und Bruder des Jakobus“ vor gottlosen Irrlehren in der Welt gewarnt. „Es hat aber auch Henoch, der siebte von Adam, von diesen geweissagt und gesagt …“ ist dort in 1,14 zu erfahren. In Neuen Testament wird Henoch im Evangelium des Lukas in 3,37 auch eindeutig als Vorfahre von Jesus dessen Stammbaum, zugeordnet.

Im Buch Jesus Sirach aus der Mitte des 2. Jahrhunderts nach Christus, das nicht Teil des allgemeingültigen Kanons der Bibel ist, lesen wir über Henoch:

Henoch gefiel dem Herrn und wurde hinweg genommen, um für die Welt ein Beispiel der Buße zu sein.

Niemand ist auf Erden geschaffen, der Henoch gleich wäre; denn er ist von der Erde hinweg genommen worden.“ (44,16 & 49,16)

Damit ist die Spurensuche nach diesem mythischen Mann der Vorzeit in der Bibel bereits erschöpft. Bis auf einige Aussagen, die als Anspielungen auf Henoch gedeutet werden können, schweigt sich unsere heutige Heilige Schrift über ihn aus.

Die spärlichen Spuren belegen jedoch eindrücklich, dass er als eine ganz besondere Person angesehen wurde. Vor allem auch von den ersten Christen, was der Kontext des Stammbaums von Adam bis Noah zur Sintflut sehr schön zeigt. Hinzu kommt, dass im Brief des Judas im Neuen Testament ab 1,14 sogar fast wortwörtlich aus einem Buch Henoch (1. Hen. 1,9) zitiert wird!

Solche Bücher, die dem Propheten Henoch zugeschrieben werden, gibt es tatsächlich. Nur nicht in der Bibel, da sie als Apokryphen gelten. Man nennt sie heute der Einfachheit halber oft nur 1., 2. und 3. Henoch. Gemeint sind damit das äthiopische, slawische und hebräische Buch Henoch. Hinzu kommen Fragmente eines ansonsten unbekannten „Buch der Riesen“ des Propheten, die den Höhlen von Qumran am Toten Meer ab 1947 gefunden wurden (Texte 1Q23, 1Q24, 4Q203, 4Q530, 4Q531, 4Q532, 4Q556, 4Q206 und 6Q8). Ebenso entdeckt wurden unter den Qumran-Rollen Textpassagen aus dem äthiopischen Henochbuch.

Henochbücher und Apokryphen

Diese Henochbücher sind es, die in der Prä-Astronautik seit Jahrzehnten für Diskussionen und Spekulationen sorgen. Denn sie beinhalten umfangreiche Schilderungen über die Verbindung der himmlischen Gottessöhne/Göttersöhne und den Frauen der Menschen, über deren Kinder bzw. über Riesen und den Ereignissen vor der Sintflut. Eine Rebellion vermeintlicher „Engel“ gegen Gott.

Die umfangreichste und detaillierteste Betrachtung dieser Überlieferungen im Sinne der Prä-Astronautik, die bisher erhält ist, erschien bereits vor wenigen Jahren (s. a. HIER & HIER). Deshalb soll im Rahmen dieses Artikels absichtlich nicht näher auf die Bücher Henochs selbst eingegangen werden. Obwohl naturgemäß in den Büchern Henochs die meisten Informationen über ihn und seine Erlebnisse zu finden sind, gibt es weitere, wenig beachtete Quelle, die deshalb hier thematisiert werden sollen.

Tatsächlich ist es sogar so, dass in der Bibel selbst über den darin als Vorbild für alle Menschen verehrten Propheten die wenigsten Angaben über ihn zu finden sind.

Geradezu in den Himmel gepriesen wird der vorsintflutliche Patriarch im Jubiläenbuch, das man auch „Kleine Genesis“ nennt. Ebenfalls ein Apokryph, das unter anderem die Existenz der oben genannten drei Henochbücher belegt bzw. sie rechtfertigt. Wobei anzumerken ist, dass Henoch, als dieser im Himmel beim „Höchsten“ weilte, hunderte Bücher in Gottes Auftrag geschrieben haben soll. “Als ich fertig war, hatte ich 360 Bücher geschrieben”, notiert 2. Hen. 23,6 zu dieser Leistung.

Prophet unendlicher Weisheit

Im Jubiläenbuch wiederum wird der wundersame Patriarch mit den Worten geehrt:

Dieser ist von den erdgeborenen Menschenkindern der erste, der Schrift, Wissenschaft und Weisheit lernte und die Himmelszeichen nach der Ordnung ihrer Monate in ein Buch schrieb, damit die Menschenkinder die Jahreszeiten nach der Ordnung ihrer einzelnen Monate wüssten.

Er schrieb auch zuerst ein Zeugnis auf und gab den Menschenkindern unter den Erdengeschlechtern ein Zeugnis; und er verkündete die Jahrwochen der Jubiläen, machte die Zahl der Jahre kund, ordnete die Monate und bekundete die Sabbate der Jahre, wie wir ihm kundgetan.

Er sah in einem Traumgesicht die Vergangenheit und Zukunft, wie es den Menschenkindern in ihren Geschlechtern bis zum Gerichtstag ergeht; er sah und verstand alles, schrieb sein Zeugnis nieder und legte es zum Zeugnis für alle Menschen und ihre Nachkommen auf Erden nieder.

(…)

Er war bei den Engeln Gottes sechs Jahrjubiläen, und sie zeigten ihm alles auf Erden und im Himmel, die Herrschaft der Sonne, und er schrieb alles auf.

Er zeugte gegen die Wächter, die mit den Menschentöchtern sündigten. Denn jene begannen, den Menschentöchtern beizuwohnen, so dass sie befleckt wurden, und Henoch zeugte gegen sie alle.

Dann ward er von den Menschenkindern hinweggenommen, und wir führten ihn in Edens Garten zu Hoheit und Ehre, und nun schrieb er dort das Gericht und das Urteil über die Welt und alle Bosheiten der Menschen nieder.

Und deshalb brachte Gott die Sintflut über das ganze Lande Eden; denn er ward dort zum Zeichen gegeben und sollte gegen alle Menschenkinder zeugen, damit er alles Tun der Geschlechter bis auf den Gerichtstag vermelde.

Er brachte auch im Heiligtum ein wohlriechendes Rauchopfer dar, das vor dem Herrn auf dem Berg des Südens angenommen ward.“ (4,17-25)

Auch hier zeigt der Kontext im Buch der Jubiläen, dass Henoch eine ganz besondere Stellung eingeräumt wurde. Niemand anders wird in dem dort niedergeschriebenen Stammbaum derart ausführlich erwähnt. Vor allem werden dort keinem anderen der Urväter derart viele Leistungen und Taten zugeschrieben. Selbst die Fähigkeit „der Schrift, Wissenschaft und Weisheit“, den Kalender und die Lehre der „Himmelszeichen“ stamme von ihm, heiß es da. Dies wiederum lehrnte er bei den „Engeln“ im Himmel.

Henoch, vollkommener als alle anderen!

Und, nachdem er die abtrünnigen „Engel“ aus Gottes Reich umfassend im Auftrag seines Höchsten über ihre Abstrafung für die Rebellion informierte (Sintflut), wurde er auch hier „von den Menschenkindern hinweggenommen“. Weiter heißt es im Jubiläenbuch, dass nicht mal Noah, der Überlebende der Sintflut, diesen Henoch in seiner Gottgefälligkeit übertraf und Henoch einen eindeutigen Auftrag hatte:

„(Noah), der in seinem Leben auf Erden die Menschenkinder an Gerechtigkeit, worin er vollkommen war, übertraf, ausgenommen Henoch.

Denn Henochs Werk war geschaffen zum Zeugnis für die Geschlechter der Welt, auf dass er all den Geschlechtern ihre Taten bis zum Gerichtstag aufzähle.“ (10,17 – detailliert dazu HIER)

Henoch war der „Schreiber der Gerechtigkeit“, wie ihn die „Himmelswächter“ selber nannten (z. B. 1. Hen. 15,1f.). Er sollte im Auftrag der Himmlischen alles Wissen in Büchern niederschreiben, um es den Generationen nach der Sintflut zu überliefern. Umfangreich finden sich diese Erzählung im slawischen Buch Henoch (ab 33,1ff.). So entstanden insgesamt 360 Bücher, die er im Himmel verfasst haben soll, bevor er wieder für kurze Zeit auf die Erde zurück kam. Vor seinem endgültigen Abschied von diesem Planeten sei das gewesen.

Folglich unterstreicht das Buch der Jubiläen mit der zitierten Aussage diese Überlieferung der Vermittlung und Verwahrung von Wissen durch den Propheten. Ob es den Tatsachen entspricht, beweist dies natürlich nicht. Laut Jubiläenbuch existierten zumindest einige dieser Bücher des Henoch noch Abrahams Zeiten. Denn dieser, so sagt er es seinem Sohn Isaak, habe selber darin gelesen:

Denn so fand ich es im Buch meiner Ahnen aufgeschrieben, ebenso in den Worten Henochs und in Noes Worten.“ (Jubi. 21,10)

Ungeachtet der heute in keiner Bibel zu findenden Henoch-Texte, genossen sie in der Vergangenheit offensichtlich großes Ansehen in der Bevölkerung. Bei den Juden ebenso wie bei den frühen Christen. Selbst Zitate des Propheten sind in der Bibel enthalten, worauf beispielsweise der angesehene Theologe und Bibelforscher Professor Robin Lane Fox in „Im Anfang war das Wort“ (1995) umfangreich hinweist. So finden sich in der Offenbarung des Johannes insgesamt 21 Henoch-Zitate und in den vier Evangelien ein Dutzend.

Henoch und die frühen Christen

Da die heute bekannten Henochbücher – und vielleicht bisher noch unbekannten Schriften von ihm – vor fast 2.000 Jahren viel gelesen wurden, finden sich weitere Spuren in anderen Texten. Und zwar in den Apokryphen zum Neuen Testament, die man zum Teil auch „Pseudepigraphen“ nennt. Es sind jene nicht-biblischen Bücher und Schriften, über die bereits zahlreiche „Enthüllungsbücher“ veröffentlicht wurden. Aus dem einfachen Grund, da diese unter anderem „geheime“ und der Bibel zum Teil widersprechende Aussagen über Jesus Christus enthalten. Man denke hier an diverse Evangelien, die nicht im Neuen Testament aufgenommen wurden.

Viele dieser christlichen Werke sind Apokalypsen, werden zumindest als „apokalyptische Werke“ angesehen. Da Henoch laut Genesis als Gerechter Mann lebendig von Gott in den Himmel „entrückt“ wurde, ist seine Person auch Teil dieser christlichen Werke (s. a. Videos unten). Ein solches Buch ist zum Beispiel „Die Himmelfahrt des Jesaja“, in dem wir über den Propheten erfahren:

Und er ließ mich aufsteigen in den siebenten Himmel, und daselbst sah ich ein wunderbares Licht und Engel ohne Zahl. Und daselbst sah ich alle Gerechten von Adam an, und daselbst sah ich den heiligen Abel und alle Gerechten. Und daselbst sah ich Henoch und alle, die mit ihm waren, entkleidet des fleischlichen Gewandes, und ich sah sie in ihren höheren Gewändern, und sie waren wie die Engel, die daselbst in großer Herrlichkeit stehen.

Aber auf ihren Thronen saßen sie nicht, noch waren die Kronen ihrer Herrlichkeit auf ihrem Haupte.“ (9,6-10)

Es ist nur allzu verständlich, dass geglaubt wurde, dass im „Reich Gottes“ der von der Erde genommenen Henoch auf die Gläubigen wartet. Dies unterstreicht auch ein weiteres Apokryph zum Neuen Testament. In der „Apokalypse des Paulus“ steht geschrieben:

Und als ich in das Innere der Pforte des Paradieses eingetreten war, ging mir ein alter Mann entgegen, dessen Angesicht wie die Sonne leuchtete. (…) Und ich fragte den Engel und sagte: Wer ist dieser? Und er sagte zu mir: Dieser ist Henoch, der Schreiber der Gerechtigkeit.“ (Abschnitt 20)

Nach Paulusapokalypse wurde er daraufhin von dem Propheten Elias in Empfang genommen. Einem der ganz großen Propheten, der laut Bibel am Ende seiner irdischen Mission von Gott von der Erde abgeholt wurde. In einem „Wagen von Feuer“ und einem „Sturmwind auf gen Himmel“ sei dieser damit geflogen, heißt es im Alten Testament (2. Kön. 2,11).

Der göttliche Geschichtsschreiber

In diesen himmlischen Gefilden des Höchsten und seiner „Engel“ sollen bekanntlich nach christlicher Tradition zahlreiche „Heilige“, „Märtyrer“ und Propheten aufgenommen worden sein. Angefangen von Adam. Von dort sollen diese auch über die Menschen wachen, wie es auch der äthiopische Text der ebenfalls nicht-biblischen „Offenbarung des Petrus“ in Abschnitt 2 unterstreicht. Hier heißt es, dass Henoch und Elias eines Tages vom Himmel kommen werden, um gegen falsche Propheten und Verführer zu kämpfen:

Henoch und Elias werden gesandt werden, um sie zu belehren, dass das der Verführer ist, der in die Welt kommen und Zeichen und Wunder tun muss, um zu verführen.“

Auch der „Pseudo-Titus-Brief“ kennt den weisen Henoch und bringt ihn mit Elias in Zusammenhang. Dabei bezieht sich dieses neutestamentarische Apokryph unter anderem klar auf die Himmelfahrt des Elia in diesem „Sturmwind“ auf dem „feurigen Wagen“ mit seltsamen „feurigen Rossen“, wie sie im 2. Buch der Könige (2,1ff.) überliefert wurde.

Vor allem erkennt man diese Tatsache an dem genannten Diener, dem der Prophet bei seiner Reise in den Himmel (versehentlich) seinen Mantel als Andenken hinterlassen haben soll. Gemeint ist damit eindeutig Elisa, der Helfer des Elias, der Zeuge wurde, als Gott seinen Meister im „Sturmwinde gen Himmel auffahren ließ“. Denn die Abreise und der Ort der Himmelfahrt waren exakt geplant, wie es die Bibel schildert. Und bei seinem Abflug fiel dem Propheten sein Mantel herunter, den sein Diener Elisa an sich nahm. Eine spannende Geschichte, die hier nur am Rande erwähnt werden soll, denn dem „Pseudo-Titus-Brief“ entnehmen wir dazu:

So nahm sich Elias, ein edler Mann, der noch im Leibe lebt, einen Jungen zum Diener, dem er auch seinen eigenen Mantel als heiliges Andenken hinterließ, als er von dem Feuerwagen in das Paradies emporgefahren wurde. Da lebt auch Enoch im Leibe, der im ersten Zeitalter (dorthin) entrückt wurde.

O heilige Fügung Gottes, der für das kommende Zeitalter gesorgt hat: Enoch, der Gerechte, aus dem ersten Volk, wird damit betraut, die Geschichte der ersten Menschen nieder zu schreiben, und der heilige Elias (bekommt den Auftrag), die neuen Taten dieses späteren Volkes zu verzeichnen!“ (Quelle, S. 98f.)

Auch hier wird die ruhmreiche Tat des Henoch gepriesen, dass er die Geschichte der Menschheit vor der Sintflut dokumentiert habe. Der Verfasser des christlichen „Pseudo-Titus-Brief“ hat entweder von diesen Henochbüchern gehört oder sie selber gelesen.

Wann der Titusbrief verfasst wurde, ist unklar. Vielleicht sogar erst im 8. Jahrhundert, was bedeuten würde, dass die Henochbücher da noch allgemein bekannt oder im Umlauf waren. Da aber „deren Lektüre erhebliche sprachliche Schwierigkeiten bietet, ist es noch nicht möglich, ein letztes Wort über die Entstehung des Titusbriefes zu sagen“, so A. de Santos Otero in seiner Analyse des Textes („Neutestamentliche Apokryphen in deutscher Übersetzung“, II. Band: „Apostolisches, Apokalypsen und Verwandtes“, herausgegeben von Wilhelm Schneemelcher, Tübingen 1964).

Henoch im “Himmel”

Im „Himmel“, „Reich Gottes“, „Paradies“ oder wie man es auch immer bezeichnen mag, tummelten sich den alten Texten nach die Heiligen und Propheten. Und mitten unter ihnen auch und vor allem Henoch, dessen vermeintliches Ableben schon im Alten Testament so wundersam geschildert wurde. So sollte es auch nicht weiter verwundern, dass gerade über Henoch allerlei Geschichten und Erzählungen im Umlauf waren. Nicht nur in christlichen und jüdischen außerbiblischen Schrifttum, sondern auch in vermeintlichen Märchen.

Und der Umfang dieser Geschichten, Aussagen und Überlieferungen ist enorm, weshalb an dieser Stelle nur einige wenige herausgesucht werden sollen (alle nach: Micha Josef bin Gorion: „Die Sagen der Juden“, Frankfurt a. M. 1919).

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Zum Beispiel jene angebliche „Sagen“, die davon berichten, dass Henoch nach seiner Abreise von der Erde im Reich Gottes eine geradezu steile Karriere machte. Das stellte schon Ismael bei seiner Himmelfahrt fest:

Als der Hohepriester Ismael, der Sohn Elisas, in den Himmel gestiegen war, schickte ihm der Herr Matatron, seinen inneren Fürsten, entgegen.“

Dieser Mataron ist kein geringerer als Henoch selbst. „Ich bin es, der vorher Henoch, der Sohn Jareds, war“, so berichtete er Ismael. Daraufhin schilderte Mataron alias Henoch, dass „das Geschlecht der Sintflut Sünde tat und sie fehlgingen in ihrem Tun“ und er so von dem Herrn auserwählt wurde. Also Zeuge gegen die rebellierenden „Engel“ und Schreiber. Hierbei betont Henoch selber, dass er lebendig von der Erde abgeholt worden sei – und im vermeintlichen „Paradies“ auch einen militärischen Posten bekam:

Darum eben hat der Herr mich noch bei Lebzeiten in den Himmel  genommen, auf dass ich  wider sie zeugen sollte, und er setzte  mich zum Fürsten und zum Befehlshaber über alle seine Heerscharen.“

Nicht allen gefiel die Gottes-Entscheidung, den Menschen aus dem sündigen Geschlecht vor der Sintflut zum Heerführer zu ernennen. Aza und Azael vom Hofstaat des Herrn beschwerten sich deshalb bei ihrem Höchsten, der sie schnell in ihre Schranken wies: „Was seid ihr, die ihr mir dazwischen redet?“ Er wolle lieber Henoch als die beiden himmlischen Gottessöhne zum Anführer machen, so der Herr. Und da Henoch „unter den Heerscharen der jüngste an Tagen, Monden und Jahren“ war, bekam er dort den Spitznamen „Knaben“.

Widersacher unter den “Engeln”

Hierzu sollte angemerkt werden, dass Aza und Azael laut diesem Märchen einen sehr guten Grund hatten, sich gegen den irdischen Henoch zu stellen. Denn sie selber waren verantwortlich für den Verfall der Menschen auf der Erde vor der Flut, wie es heißt:

Wo hatten sie aber die Kraft her, um sie auf die Erde herunterzubringen? Ja, Aza und Azael brachten ihnen die Zauberkunst bei, dass sie die Gestirne herunterbringen konnten und sie sich dienstbar machten; ohne diese beiden hätten sie es nicht zu tun vermocht.“

Kein Wunder, dass sie nicht wollten, dass Henoch zu ihrem Widersacher im Himmel wird …

Mit der Beförderung zu einem Heerführer und Fürsten sowie dem Erhalt eines neuen Namens waren die Ehrungen des Henoch in Gottes Gefilde aber noch nicht am Ende. Noch sehr lange nicht.

In der Folge überschüttete er ihn mit „Weisheit auf Weisheit, Verstand  auf  Verstand, Klugheit auf Klugheit, Wissen auf Wissen, Macht auf Macht, Schönheit auf Schönheit“ und vielen weiterem mehr. Derart von Gott ausgestattet und versorgt wurde Henoch „zum Diener seines Thrones“ ernannt. Später sogar von ihm selbst gekrönt und, man glaubt es kaum, zum Stellvertreter des Höchsten im Himmel. Seine Aufgaben waren unter anderem:

Und der Herr bestimmte auch über Henoch, dass er den Stuhl seiner Herrlichkeit täglich bedienen sollte. (…)

Und jeglicher Engel, so ein Anliegen an mich hat, soll erst vor ihn, vor den  Matatron treten und mit ihm sprechen. Und jedes Wort, das er zu euch spricht in meinem Namen, sollt ihr hüten und befolgen, denn der Fürst der Weisheit und der Fürst der Vernunft stehen ihm zur Seite (…)

Mehr Privilegien kann ein Mensch wohl kaum vom Höchsten erhalten. Henoch wurde zum 1. Sekretär Gottes in seinem „Vorzimmer“, der gleichfalls in seinem Namen sprechen konnte und durfte. Ganz nebenbei ernannte ihn der Herr noch „zum Aufseher über alle Kostbarkeiten der Hallen des Araboth und über alle Schätze des Lebens“. Nicht jedoch bevor er ihn „alles Verborgene der Schrift und alle Geheimnisse der Weisheit“ offenbarte, wie sie Überlieferung es schildert.

„Araboth“ ist nichts anders als der höchste Himmel als das Zentrum von Gottes Reich (Talmud, Chagigah Bab. S. 12.b.). Besser bekannt als der „7. Himmel“, zu dem in vielen Überlieferungen Propheten geflogen sein sollen. Nicht nur Henoch, der dort übrigens auch in der Grenzwissenschaft geschult wurde, wenn man es so bezeichnen mag:

Und auch alle Rätsel der Welt und alle Geheimnisse der Schöpfung lagen vor ihm offen, wie sie dem Schöpfer aller Dinge offen sind.“

Henochs Flug von der Erde

Henoch selber bekam auch einen Thron von seinem Herrn. Einen Thronwagen, den man aus der Bibel kennt, und mit dem dort bekanntlich Gott flog. Eben ein solches Gerät, mit dem Henoch nach der Tradition gen Himmel aufgefahren sein soll. „Er machte ihm einen Stuhl, ähnlich wie der Stuhl  seiner Herrlichkeit war.“

Wie Henoch von der Erde in dem Himmel kam, berichtete die Geschichte auch. „Da nahm der Herr mich, Henoch, den Sohn Jareds, von ihnen hin weg“, erzählte er dazu dem oben genannten Ismael bei dessen Ankunft im Himmel. Weiter erfahren wir:

Als der Herr Henoch gen Himmel bringen wollte, schickte er nach ihm den Fürsten Amphiel aus, der nahm ihn vor den Augen der Menschen hinweg und ließ ihn fahren mit großen Ehren in feurigem Wagen mit feurigen Rossen; die  Diener des Herrn liefen voran, und Henoch stieg in den obersten Himmel, wie die Herrlichkeit des Herrn selber.“

Eine Erscheinung, die buchstäblich meilenweit zu riechen war, denn sie „rochen sein Kommen schon in einer Entfernung von 65.300 Meilen“.

Fraglos eine sehr spannende Himmelfahrt, die sich aber in einem Detail stark von anderen dieser Art unterscheidet. Denn in der weiteren Erzählung heißt es, dass der Höchste selber zu dieser Zeit auf Erden weilte, diese jedoch verlassen wollte. „Alle Menschenkinder sind mir abtrünnig“ geworden „und sie dienten fremden Göttern“, klagte er. Es war an der Zeit, die Erde zu verlassen, so Gott. Nicht ohne Henoch zuvor noch mitzunehmen:

„(…) da nahm ich meine Herrlichkeit hinweg von ihnen und kam nun wieder  nach oben. Nur dieser hier (Henoch, Anm. LAF), den ich von ihnen emporhob, der ist von allen ausersehen, und er übertrifft sie alle durch seinen Glauben, durch seine Gerechtigkeit und durch seiner Taten Gabe; und dies ist der Entgelt, den allein ich von der Welt da unter dem Himmel habe.

(…) da trug er ihn auf den Flügeln seiner Herrlichkeit in das oberste Gewölbe und brachte ihn in die Mitte des großen Palastes, der in den Höhen des Araboth steht; dort ist der Stuhl seiner Herrlichkeit, dort ist sein Wagen, dort sind zornige Heere und grimmige Truppen, dort lagern feurige Engel und Cherubim gleich Fackeln und Räder wie glühende Kohlen und flammende Diener und strahlende Chasmalim und blitzhelle Seraphim.

Es mag zwar verstörend erscheinen, dass im Reich Gottes „zornige Heere und grimmige Truppen“ stationiert waren, aber das soll an dieser Stelle nicht weiter verwundern (s. a. Artikel HIER & Video HIER). Interessanter ist die Himmelfahrt Henochs an sich. Wie sie hier erzählt wird, war es eine „klassische Himmelfahrt“, wie man sie aus vielen Schriften in diesem Zusammenhang kennt. Fraglos nur detaillierter und mit weit mehr Ausschmücken. Immerhin war der Prophet ein ganz besonderer Auserwählter – und Gott „liebte ihn mehr denn alle Himmelskinder“, wie es die Sage formuliert.

Die Himmelfahrt: Ein Spektakel für die Schaulustigen

Ganz so einfach und nach Plan verlief die Himmelfahrt des Henoch dann aber doch nicht.

Zumindest behauptet das eine andere jüdische Sage, in der wir weitere Informationen über den Patriarchen finden. Nach dieser war die Himmelsreise des Henoch ein riesen Spektakel, das sich hunderttausende Schaulustige ansehen wollten. Eine unglaubliche Anzahl von 800.000 Personen habe den Propheten am Tag seiner Entrückung zum Abholungsort begleitet. Sie wollten Zeuge des Wunders werden. Trotz mehrfacher Warnungen von Henoch selbst, dass sie umkehren mögen, da die Herniederkunft von Gottes Thronwagen große Gefahren mit sich bringen würde.

Sie waren einfach zu neugierig.

Die Menschen wussten ganz genau, dass der Abflug von Henoch bevor steht, da er es ihnen selber mitgeteilt hatte. Immerhin hatte er, nachdem er erfuhr, „dass er in den Himmel komme“, sie zusammengerufen, um sie ein letztes Mal zu unterweisen und zu belehren. Schon bei dieser Ansprache des Propheten sahen die Anwesenden „die Gestalt eines Rosses im Sturme vom Himmel herunter steigen“, als sie „ihre Augen erhoben“. Es sei wegen ihm ihn hier, so Henoch, und „der Tag ist gekommen, da ich von euch gehe“.

Der Erwählte bestieg dieses feurige Pferd und „ritt von dannen“. Offensichtlich aber noch nicht auf direkten Weg in den Himmel zu Gott. 800.000 Mann folgten ihm nämlich einen Tag lang. Zum Missfallen von Henoch, der in den folgen Tagen die Neugierigen und Schaulustigen immer wieder aufforderte, sie sollen in ihre Zelte zurückkehren. „Folgt mir nicht, sonst müsst ihr sterben“, ermahnte er sie mehrfach.

Offensichtlich durch diese Warnungen verunsichert, setzten sich in den Folgetagen mehr und mehr Menschen ab. So wurden nicht alle der anfänglichen 800.000 Menschen Zeugen der Himmelfahrt. Die übrigen haben sich „noch enger an Henoch angeschlossen“ und bestanden darauf auch dorthin zu gehen, wohin ihr Prophet gehen werde. Wo immer das auch sein wird.

Katastrophe bei der Himmelfahrt!

Nach sechs Tagen der Warnungen und Aufforderungen zur Umkehr war es Henoch allerdings auch leid:

Da sie darauf beharrten, mit ihm zu gehen, redete er nicht mehr auf sie sein, und sie folgten ihm.“

Damit war ihr Ende besiegelt. Alle, die die Himmelfahrt selber beobachten wollten, ließen nie mehr etwas von sich hören. Um deren Schicksal aufzuklären, wurde daraufhin von den Hinterbliebenen eine Suchmannschaft ausgesandt. Was sie am Ort der Himmelfahrt vorfanden waren nur noch ihre Leichen. In der Sage liest sich das grausige Ende der Menschen so:

Am siebenten Tage aber fuhr Henoch im Wetter in den Himmel auf feurigen Rossen in feurigem Wagen.

Aber die Könige, die zurückgekehrt waren, wollten die Zahl derer wissen, die bei Henoch geblieben waren. Sie gingen nach dem Orte, von dem aus Henoch in den Himmel gefahren war, und fanden die Erde daselbst voll Schnee, und auf dem Schnee waren große Steine von der Art der Schneesteine. So sprachen sie zueinander: Lasst uns den Schnee wegscharren, wir wollen sehen, ob nicht die Menschen, die mit Henoch gegangen sind, unter dem Schnee liegen. Sie scharrten den Schnee weg und fanden die Menschen, die mit Henoch waren, tot daliegen. Sie suchten auch nach Henoch, der war aber nicht da, denn er war in den Himmel gefahren.“

Eine Himmelfahrt, eine Aufnahme ins „Paradies Gottes“, die offensichtlich in einer Katastrophe für die Zuschauer endeten. Nur „Henoch kam lebendig im Garten Eden“ an, wo er „lustwandeltete 300 Jahre“ lang. Während er von den „Engeln Gottes“ in Astronomie unterrichtet wurde und die Weisheiten der Welt erlernte …

Nur ein Märchen, keine Frage. Aber ein sehr verstörendes.

Alles nur “Phantastereien”?

Schon die ersten Kritiker dieser Sagen und Märchen, die der jüdische gelehrte Micha Josef Bin Gorion 1919 veröffentlichte, sahen diese (und andere) Geschichten sehr skeptisch. „Phantastereien“ mit vielen „Spuren der heidnischen Umwelt“ und damit „fast eine Art Volksbuch für Liebhaber jüdischer Folklore“, schrieb beispielsweise Salcia Landmann in einer Rezension. Die von bin Gorion gesammelten Sagen, beginnend mit der der Schöpfung und weiter durch die gesamte Geschichte des Alten Testament hinweg, würden „manchmal anmuten wie wirre Fiebertraume“. „Ein wundervoll anregendes und aufregendes Buch“ sei des trotzdem, so die Journalistin Landmann 1976 („Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte“, Nr. 3/1976).

Wie an diesen Sagen zu erkennen ist – ob über Adam, Henoch, König David, die Babylonier oder den weisen Herrscher Salomon – nehmen sie klaren Bezug auf das Alte Testament. Mal sehr deutlich, und mal werden entsprechende Episoden daraus weiter ausgeschmückt. Mit „Phantastereien“, wie Landmann es nannte. Wie weit diese gehen, kann man nicht sagen.

Zum Ende dieser Spurensuche nach Informationen und Aussagen über Henoch abseits der Bibel und vor allem der Henochbücher, wollen wir uns aber den oben zitierten „Schnee“ ansehen.

“Aussatz” und “Schnee”

Nach der tödlichen Himmelfahrt lag am Ort des Geschehens „die Erde daselbst voll Schnee, und auf dem Schnee waren große Steine von der Art der Schneesteine“. Der Suchtrupp musste diesen weg scharren, um die darunter liegenden Leichen zu bergen. Insgesamt 6 Mal erwähnt die Sage diesen „Schnee“ bzw. einmal „Schneesteine“ in diesen wenigen Sätzen. Es ist wohl klar, dass hier kein normaler Schnee gemeint sein kann, der im Winter vom Himmel fällt (durchaus auch im Nahen Osten, dem Schauplatz der Katastrophe).

Was aber mag dieser „Schnee“ dann gewesen sein? Rückstände der Antriebsaggregate von Gottes Luftschiff, wie man mit Blick auf die Prä-Astronautik spekulieren kann?

Auch die ominösen Steine, die aussahen wie Schneesteine, folglich also keine waren, sind rätselhaft. Was soll das gewesen sein? Eis? Leider ist es unmöglich festzustellen, was dies für „Steine“ gewesen sein mögen. Alles das ist schon sehr sonderbar. Oder haben wir hier nichts weiter als eine Art Gleichnis vorliegen? Der weiße „Schnee“ als Sinnbild der Unschuld und Güte des reinen Henoch, zum Beispiel?

Zumindest ist das keine reine Erfindung dieses Märchens, wie ein Blick in das Alte Testament beweist. Auch das Buch Numeri (12.1ff.) enthält einen ähnlichen Vorfall. Dort heißt es, dass sich Aaron und Mirjam beim Exodus gegen Moses auflehnten und ihn und Gott kritisierten. So machte der Herr mit den Kritikern kurzen Prozess und bestrafte sie. In seiner „Wolkensäule“, die beim Exodus vor dem Volk her flog, erhob er sich in den Himmel:

Und der Zorn des Herrn entbrannte über sie, und er ging; und die Wolke wich von der Hütte. Siehe, da war Mirjam aussätzig wie Schnee. Und Aaron wandte sich zu Mirjam, und siehe, sie war aussätzig.“ (Num. 12,9-10)

Nach Bitten von Moses und Aaron um Heilung befahl der Herr die Aussätzige sieben Tage außerhalb des Lagers von der Gemeinschaft auszuschließen. Sie musste in Quarantäne. „Und das Volk zog nicht weiter, bis Mirjam wieder aufgenommen ward“, überliefert Num. 12,15. Es ging für Mirjam also glimpflich aus, dass sie mit „Schnee“ als Aussatz bestraft wurden.

Der “strahlende Moses” – ein Zusammenhang?

Vergleichbar mit einer Erfahrung, die Moses selber machen musste. Als dieser die Tafeln mit den Zehn Geboten von seinem Gott auf dem Berg bekam und zu seinem Volk brachte, strahlte sein Gesicht. So erzählt es das Buch Exodus ab 34,29. Unter Rauch, Donner, Lärm und Beben war zuvor der Herr in seiner Feuer- und Wolkensäule dort oben gelandet und das Volk Israel durfte auf keinen Fall zu nahe kommen. Sie schauten sich das ganze Spektakel am Fuß des Berges an (s. z. B. Videos HIER & HIER).

In sicher Entfernung, da Gott selber zuvor sogar befahl einen Zaun darum zu errichten. Sonst würde das Volk seine Niederkunft nicht überleben. Wie die Schaulustigen bei Henoch?

Im Buch Exodus finden dazu folgende Worte:

Als nun Mose vom Berge Sinai hinabstieg und die beiden Tafeln des Zeugnisses in der Hand hielt, als er vom Berge herabstieg, da wusste er nicht, dass die Haut seines Angesichts strahlte davon, dass er mit Ihm geredet hatte. Und Aaron und alle Kinder Israel sahen Mose, und siehe, die Haut seines Angesichtes strahlte; da fürchteten sie sich, ihm zu nahen.

Aber Mose rief sie; da wandten sie sich zu ihm, Aaron und alle Obersten der Gemeinde; und Mose redete mit ihnen. (…) Als nun Mose aufhörte mit ihnen zu reden, legte er eine Decke auf sein Angesicht. Und wenn Mose hineinging vor den Herrn (vor die Bundeslade, Anm. LAF), mit ihm zu reden, tat er die Decke ab, bis er wieder herausging. (…)

Und die Kinder Israel sahen das Angesicht Moses, dass die Haut desselben strahlte, und Mose tat die Decke wieder auf sein Angesicht, bis er wieder hineinging, mit Ihm zu reden.“ (Ex. 34,29-35)

Es sei die Herrlichkeit und Göttlichkeit gewesen, die Moses Gesicht „strahlen“ ließ, sagt die Bibelforschung. Schließlich habe er Gott persönlich gesehen. Wie es im Buch „Ezechiel der Tragiker“, ein Apokryph, heißt, wurde Moses damals sogar vom Berg Sinai mit einem feurigen Thronwagen in den Himmel entrückt. 40 Tage lang.

“Schnee” und “Aussatz” als Wunder des Herrn

Seine erste Erfahrung mit dieser Art von schneeweißem Aussatz hatte Moses allerdings schon bei seiner allerersten Gottesbegegnung. Jene am „Brennenden Dornbusch“, als ihn ein Engel bzw. Gott berufen hatte. Unter anderem soll sich bei dieser Begegnung folgendes ereignet haben, wie es das Buch Exodus erzählt:

Dann befahl Jahwe ihm: ‚Steck deine Hand in dein Gewand!‘ Mose tat es, und als er die Hand wieder hervorzog, war sie voller Aussatz, weiß wie Schnee. Da befahl er ihm: ‚Steck deine Hand noch einmal ins Gewand!‘ Mose tat es, und als er sie hervorzog, war sie wieder gesund. ‚Wenn sie dir auf das erste Zeichen (die „Schlange“, die sich in einen „Stab“ verwandeln konnte, Anm. LAF) hin nicht glauben, werden sie sich durch das zweite überzeugen lassen.‘“ (Ex. 4,6-8)

Im 2. Buch der Könige (5,1ff.) findet sich die Erzählung über „Naaman, der Feldhauptmann des Königs von Aram“. Er sei „ein trefflicher Mann vor seinem Herrn“ gewesen, der „jedoch aussätzig“ war. Um ihn zu heilen schickte der Prophet Elisa seinen Diener Gehasi im Namen des Herrn zu Naaman. Gehasi bereicherte sich bei dieser Mission aber materiell, was umgehend eine Strafe Gottes nach sich zog:

Aber der Aussatz Naamans wird dir anhangen und deinen Nachkommen allezeit. Da ging Gehasi von ihm hinaus, aussätzig wie Schnee.“ (2. Kön. 5,27)

Wirklich zufriedenstellend deuten kann man solche Aussagen nicht. Denn, dass diese Art von göttlichen oder wundersamen Aussatz mit „Schnee“ verglichen wurde, verwirrt. Was natürlich auch für den „Schnee“ bei Henochs Reise in den Himmel gilt. Denn eigentlich wurde das Aussehen der Himmlischen, der Wächter, der Gottessöhne, der „Engel“ oder Gott selbst mit diesem Attribut verglichen. Vor allem die Haare, die immer wieder als „weiß wie Wolle, leuchtend weiß wie Schnee“ (Off. 1,14) und ähnlich beschrieben wurden.

Ein Wesen mit einem „Leib weiß wie Schnee“ und „Haupthaar weiß wie Wolle“, sei zum Beispiel laut Henoch Noah gewesen (1. Hen. 106,2). Und im himmlischen Gottesreich sah Henoch persönlich Gottessöhne, dessen Antlitz „leuchtete wie Schnee“ (1. Hen. 71,1). Nach solchen und vielen ähnlichen Texten trugen die Himmlischen sowie Gott selber gerne schneeweiße und geradezu leuchtende Kleidung. Im Himmel traf Henoch zum Beispiel den Höchsten, den Führer aller Wächter. In „einem großen, aus Krystallsteinen gebauten Hause“ saß dieser auf einem feurigen Thron und „sein Gewand war glänzender als die Sonne und weißer als lauter Schnee.“, notiert das 1. Buch Henoch in 14,20 dazu.

Wächter des Himmels und Gottessöhne

Solchen Wächtern des Himmels begegnete auch Abraham, bevor er in das all flog, wie es die „Apokalypse des Abraham“ schildet (s. Video und Artikel dazu HIER). „Seines Hauptes Haar (glich) dem Schnee“, notiert das Apokryph in Vers 11,2.

Schnee im Sinne von Wasser war es in keiner einzigen dieser Beschreibungen. Sehr gut zu erkennen im slawischen Buch Henoch, in dem der Prophet seine Begegnung im Himmel mit dem Wächter Tartarus schildert:

Dieser Engel sah aus wie Schnee, und seine Hände waren wie Eis, und er fühlte mein Antlitz ab; denn ich konnte die große Hitze nicht ertragen und nicht den Schrecken.“ (2. Hen. 37,1)

Solche phantastischen Geschichten und Beschreibungen sind in und außerhalb der Bibel überliefert. So etwa steht im Buch Daniel folgendes Abenteuer bzw. folgende „Vision“ des Propheten niedergeschrieben:

Ich sah immer noch hin: da wurden Throne aufgestellt, und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand war weiß wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron, und dessen Räder waren loderndes Feuer. Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz, und es wurden Bücher aufgeschlagen.“ (Dan. 7,9-10)

Wenn aber, und das sollten diese Beispiele verdeutlichen, „Schnee“ oder weiß wie Schnee immer mit Göttlichem und den Himmlischen assoziiert wurde, warum dann auch eindeutig mit Aussatz? Was ist oder war ein solcher schneeweißer Aussatz? Und warum konnte er nach der der Sage über Henochs Himmelfahrt scheinbar unzählige Menschen töten?

Henoch – ein unscheinbarere Name in der Bibel und doch der außergewöhnlichste Patriarch vor der Sintflut, wie man in der Genesis knapp erfährt. Selbst wenn man die Schriften mit seinem Autorennamen beiseite lässt, ist über diesen Propheten praktisch nur Erstaunliches zu erfahren. Ein kleiner Teil dessen sollte hier zusammengefasst werden. Warum diese biblische Figur gerade für die Prä-Astronautik interessant ist, sollte wohl niemanden verwundern.

Auch nicht, warum Erich von Däniken ihn schon 1977 in seinem Buch „Beweise“ seinen Lesern mit den Worten vorstellte: „Dieser Henoch ist mein Freund“ …

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+++YouTube-Video+++ Henoch und die Astronautengötter: Nichts als Träumereien eines Fantasten vor Jahrtausenden?

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Der Prophet Henoch. Nur ein Fantast und Träumer, der "Engel" (Astronautengötter) vor Jahrtausenden nur im Schlaf sah? YouTube-Video von Fischinger-Online (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Der Prophet Henoch. Nur ein Fantast und Träumer, der “Engel” (Astronautengötter) vor Jahrtausenden nur im Schlaf sah? YouTube-Video von Fischinger-Online (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Die Suche nach Hinweisen auf Astronautengötter, auf Spuren der Raumfahrer der Antike der Prä-Astronautik, führt die Jäger des Phantastischen durch die Jahrtausende der Geschichte. Durch Mythen, Schriften und Überlieferungen aus aller Welt und aus allen Zeiten der Menschheit. Dabei sagen Skeptiker sehr gerne, dass solche Berichte vielleicht nur geträumt und dann aufgeschrieben wurden. Etwa bei den Propheten der Bibel und ähnlicher Texte. Einer dieser Propheten, der vorsintflutliche und Gott gefällige Henoch aus dem Buch Genesis, scheint diese Skepsis geahnt zu haben. Zumindest als er erstmals Kontakt mit den Astronauten aus dem All bzw. „Engeln“ gehabt haben will. Denn das Buch Henoch enthält eine Passage, in der der Autor selber diesen Einwand der Kritiker scheinbar widerlegen will. Und zwar unmissverständlich, wie es dieses neue Video bei YouTube zeigt …

 

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Der Prophet Henoch war schon seit Bestehen der Bibel ein Sonderling. Er wurde, so sagt es das 1. Buch Mose, vor der Sintflut mit „nur“ 365 Jahren lebendig von Gott in den Himmel geholt. Nur er allein starb nicht im hohen Alter auf der Erde, wie alle anderen Patriarchen vor der Flut.

Henoch pflegte intensiven, vielfältigen und überaus erfolgreichen Umgang mit Gott und seinen Helfern/”Engeln“, wie es zumindest die Bücher mit seinem Namen erzählen. Und wie es das Buch Genesis andeutet. Dabei ist ein oft übersehender Bericht sehr spannend, denn in diesem betont Henoch klipp und klar, dass er all das nicht nur geträumt hat. Und das tat der Autor so deutlich, dass es an der Aussage nichts zu deuten gibt …

Im folgenden Video auf meinem YouTube-Kanal stelle ich Euch Henoch und dies fragliche Aussagen genauer vor.

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Die Visionen und Botschaften des “Propheten” Christoph Kotter: Religiöse Halluzinationen oder doch mehr?

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Die Visionen und Botschaften des "Propheten" Christoph Kotter: Religiöse Halluzinationen oder doch mehr? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die Visionen und Botschaften des “Propheten” Christoph Kotter: Religiöse Halluzinationen oder doch mehr? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

“Propheten” waren nicht nur greise Männer mit langen Bärten, die die Bücher der Bibel vor Jahrtausenden geschrieben haben. Menschen, die angeblich im “Namen Gottes” oder einer anderen “Macht” handelten, gab es schon immer. Bis heute. Und einige werden – meistens von der Nachwelt – als Propheten bezeichnet. Einer von ihnen war der Apokalyptiker Christoph Kotter aus Langenau bei Görlitz, der 1616 unverhofft von einem “Engel” zum Sprachrohr des Himmels berufen worden sein soll. Und seine “Visionen” werfen heute mehr denn je Fragen auf. Warum erfahrt Ihr hier.


Propheten als Mittler “fremder Mächte”

Bei dem Wort „Propheten“ denken die allermeisten Menschen sicher an greise Männer mit langen Bärten, die die Bücher der Bibel geschrieben haben. Menschen, die vor tausenden von Jahren lebten und „im Namen Gottes“ handelten. Ein klarer Irrtum!

Propheten gab es nicht nur in biblischen Zeiten, sondern sie gab es durch die Jahrhunderte hinweg. Und es gibt sie durchaus bis heute. Ob sie sich selber so nannten, ihre Anhänger oder Kritiker sie so bezeichnen, die Nachwelt ihnen diesen „Titel“ verlieh, spielt dabei keine Rolle. Auch nicht, ob sie „echte“ oder „falsche“ Propheten waren oder sind.

Die Grundeinstellung solcher Propheten selber ist jedoch seit tausenden von Jahren gleich geblieben. Sie glauben oder behaupten, dass sie in Namen einer „hören Macht“ sprechen und handeln. Hierbei ist diese „Macht“ an sich eine Variable. Von „Gott“/„Göttern“, „Außerirdischen“ bis „Satan“ kann hier nahezu alles eingesetzt werden.

Ein solcher Prophet war Christoph Kotter, der 1585 in Langenau bei Görlitz geboren wurde. Heute die Stadt Piensk im Westen von Polen an der Grenze zu Deutschland. Kotter war ein einfacher Mann, der im nur wenige Kilometer entfernten Görlitz den Beruf des Gerbers erlernte. Nach seiner Ausbildung lebte und arbeitete er als Gerber in Sprottau, dem polnischen Szprotawa.

Ein unspektakuläres Leben in den schweren Jahren des dreißigjährigen Krieges in der Provinz. Das änderte sich schlagartig, als Kotter bereits 31 Jahre alt war.

Der “Engel” des Christoph Kotter

Am 11. Juni 1616 war er in Richtung Görlitz unterwegs, als ihm plötzlich wie aus dem Nichts ein „Engel“ des Himmels erscheint. Der Beginn einer ganzen Reihe von Visionen bzw. Begegnungen mit diesem Himmelsboten. Ein Engel, der überaus ungewöhnlich ausgesehen haben soll. Zumindest nicht wie ein Engel, wie man sich ihn heute gerne vorstellt:

„(…) eine Person in gestalt eines Hammermanns / in einem grawen Rock / vnd schwarzen Stieffeln / (…) eine schöne Person / vnd lieblich anzusehen.

Ein „Hammermann“ war ein Bergmann. Auch wenn das nicht gerade nach einem „klassischen Engel“ klingt, verlangte die Erscheinung von Kotter, dass er fortan durch das Land ziehen und predigen solle. Apokalyptische Botschaften von einem Strafgericht und die Aufforderung zur Buße vor Gott, langen dem Engel auf dem Herzen.

Hierzu fehlte Kötter scheinbar aber die Motivation, da er sich weigerte, diese Mission anzunehmen. Er schien die himmlische Erscheinung offenbar nicht ernst genommen zu haben. Der Himmelsbote indes nahm seine Mission sehr ernst, denn nach mehrmaligen Erscheinungen und Drohungen gab Kotter schließlich nach. Er begann zu predigen und wurde zum Propheten.

Christoph Kotter zog fortan durch das Land und verbreitete seine Botschaften. Mehrfach kontaktierte ihn während seiner Tätigkeit als Wanderprediger auch der Engel erneut. Mit seltsamen Folgen: Nach jedem Treffen mit seinem himmlischen Lehrmeister, fand sich Kotter an fremden Orten wieder. Nicht selten lagen diese kilometerweit von seinem vorherigen Standort entfernt in der Fremde. Wie kam er dahin, wird er sich wohl jedes mal selber gefragt haben.

Himmlische Botschaften

Kotters Visionen, Mahnungen und Prophezeiungen fanden im 17. Jahrhundert immer mehr Verbreitung. Schon 1623 erschien ein erstes Flugblatt in Deutsch. 1632 erschien eine ganze Sammlung seiner Weissagungen und selbst 1664 erschienen seine gesammelten Aussagen noch in London und Amsterdam.

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Da lebte der Prophet Kotter längst nicht mehr. Seine angeblich vom Himmel stammenden Visionen und Mahnreden brachten ihm nichts als Ärger ein. Sie wurden als Kampf zwischen den katholischen und protestantischen Glauben im dreißigjährigen Krieg gedeutet. Die Aussagen wurden demnach auch immer politischer.

Deshalb landete er bereits 1625 für einige Monate im Kerker, als er eine Prophezeiung vom 25. August 1622 verbreitete, die sich gegen das Haus Habsburg richteten. Darin wurde dessen Niederlage geweissagt. „Der Sinn der Vision ist eindeutig“, so Wilhelm Schmidt-Biggemann in „Apokalypse und Millenarismus im Dreißigjährigen Krieg“ („1648: Krieg und Frieden in Europa“, Bd. 1, 1998)

So wurde Kotter nach seiner Kerkerhaft an den Pranger gestellt und verbannt. Er floh und äußerte fortan keine einzige Prophezeiung mehr. Arm, krank und von Hunger gezeichnet starb er 1647. Dass er bei seiner ersten Begegnung mit dem Engel keine Lust hatte als Prophet tätig zu werden, kann man so durchaus verstehen. Gerade in diesen Jahren des Krieges der Konfessionen.

Ein “religiöser Psychopath”?

Die Drohung des Himmlischen, dass er seinen Namen „aus dem Buch des Lebens löschen“ werde, wenn er die Mission verweigere, zeigte Wirkung. Interessant ist dabei auch der Umstand, der Kotter seien Visionen immer von diesem seltsamen Engel bekommen haben will. Nie von Jesus Christus oder Gott selber, wie es bei Katholiken eigentlich „üblich“ ist. Auf diesem Umstand verwies schon 1993 der Mystery-Autor Ulrich Magin in seinem Buch „Trolle, Yetis, Tatzelwürmer“. Ebenso darauf, dass Kotter „zahlenmystische Abhandlungen und astronomische Legenden“ schrieb, die durch Abschriften in mehreren Ländern Veröffentlichungen fanden.

Was sollte dieser vom Himmel gekommene Botschafter des Herrn sich dabei gedacht haben? War Kotter ein „Träumer“, „Visionär“ oder nur ein „religiöser Psychopath“? Ein „frommer Spinner“? Erhielt er seine Prophezeiungen in einer Art psychologischen Ausnahmezustand, während derer er kilometerweit durch die Gegend lief, ohne sich danach an den Wanderung zu erinnern? So deutet es zumindest der Folklorist Will-Erich Peuckert.

„Psychopathische ‚Reisen ins Dämmerreich‘“ habe Kotter erlebt, so Peuckert im „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“. Denn bis in diese berühmte 10-bändige Enzyklopädie (Bd. VI. und IX.) hat es Kotter mit seinen mutmaßlichen Halluzinationen geschafft. Sie erschien bereits zwischen 1927 und 1942.

Psychologische Streiche des Gehirns?

Was ist von diesen Visionen und vor allem Ortsversetzungen zu halten, die Kotter widerfahren sein sollen? Stehen sie mit UFO-Entführungen in Zusammenhang, wie sich beispielsweise der UFO-Forscher Dr. Johannes Fiebag in seinem Buch „Die Anderen“ 1993 fragte.

Auch Ulrich Magin sieht durchaus eine Verbindung mit dem „modernen“ UFO-Phänomen der Entführungen. Er ist jedoch der Meinung, dass bei Kotter ebenso psychologische Ursachen vorliegen, wie bei angeblichen Entführungen durch Außerirdische. Beides wäre demnach eine Kopfsache, bei denen das Gehirn Streiche spielt. Magin schreibt in seinem Buch „Trolle, Yetis, Tatzelwürmer“ unter anderem dazu:

Bei diesem Fall zeigt sich, was auf Visionen religiöser Natur allgemein zutrifft: sie sind kaum unterscheidbar von heutigen Begegnungen mit Außerirdischen und angeblichen Entführungen durch sie. Aus einem einsamen Weg verliert ein Zeuge das Bewusstsein; als er sich später zu erinnern glaubt oder versucht, den Zeitverlust zu rekonstruieren, entsteht eine Geschichte von einem Kontakt zu übernatürlichen Wesen, die den Wahrnehmer in ein anderes Land oder eine andere Wirklichkeit getragen haben, wo der Zeuge Botschaften hört, die er weitergeben soll. Die Begegnung macht ihn ihm ‚Auserwählten‘.

Von der Hand zu weisen ist es nicht, das „religiöse Visionen“ und „Alien-Begegnungen“ klare Parallelen zeigen. Das gilt auch für Begegnungen mit fremden Wesen wie Zwerge, Elfen, Feen oder Trolle, von den Märchen und Sagen erzählen. In verschiedenen Büchern habe ich diese Ähnlichkeiten und mutmaßlichen Zusammenhänge mehrfach dargelegt.

UFOs und religiöse Visionen

Im Fall Kotter wäre es demnach so, dass er während seiner Visionen und dem Empfang der himmlischen Botschaften des Engels geradezu in Trance durch die Landschaft lief. Das kann sein, nur wird es wird niemand mehr mit Gewissheit nachprüfen können.

Ähnlichkeiten und gleiche Kerne bedeuten aber nicht gleich, dass sie real und physisch sind und waren. Dennoch kann man nicht ausschließen, dass in ihrer Substanz gleiche Erlebnisse und Erzählungen eben ganz einfach auch auf gleiche Erfahrungen beruhen. Nämlich den Kontakt mit realen „fremden Wesen“. Was diese dann wiederum mit solchen Kontakten bezwecken wollten, darüber streiten sich UFO-Forscher und Mystery-Jäger.

Und wäre Kotter tatsächlich nur einer spirituellen Halluzination und damit einem psychologischen Ausnahmezustand erlegen: Warum hat ihn scheinbar niemand bei diesen „visionellen Wanderungen“ gesehen? Zumindest liegen solche Zeugenaussagen nicht vor. Niemand scheint ihm begegnet zu sein, als er geradezu “high” während seiner Erfahrungen durch die Gegend streifte. Oder, ganz anders, hat Kotter schlicht und einfach gelogen?

Die Geschichte Kotters ist wohl niemals eindeutig zu erklären.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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“Rettet die BRD!”: Das deutsche Computerspiel “Reptrails” gegen Verschwörungstheorien – was ist davon zu halten? (+ Videos)

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"Rettet die BRD!": Das deutsche Computerspiel "Reptrails" gegen Verschwörungstheorien (Bild: Screenshot YouTube / Reptrails)
“Rettet die BRD!”: Das deutsche Computerspiel “Reptrails” gegen Verschwörungstheorien (Bild: Screenshot YouTube / Reptrails)

Verschwörungstheorien haben prinzipiell immer Konjunktur. Doch sie werden in “Wellen” populär, so dass plötzlich auch die breite Masse der Bevölkerung diese verstärkt wahrnimmt. Und wird etwas im Mainstream und bei der Bevölkerung populär, so dauert es nicht lange, bis diese Themen auch von anderen Seiten aufgegriffenen werden. Meistens zuerst durch das Fernsehen und Kino. Man denke hier an “Akte X”, “Iron Sky” oder “Ancient Aliens”. Doch auch auch die Unterhaltungsindustrie und vor allem die Computerspielwelt schläft hier nicht. So auch aktuell bei einem Game mit Namen “Reptrails”. Ein Computerspiel, dass sich ausdrücklich gegen allerlei Verschwörungstheorien, “Wutbürger” und “Neue Weltordnung”-Ideen richtet. Weshalb in diesem Spiele auch bei diversen Themen Informationen von sogenannten “seriösen Quellen” nachzulesen sein werden. Ziel von “Reptrails”: Im Auftrag der “Echsenmenschen” muss die Bevölkerung kontrolliert und manipuliert werden. In diesem Beitrag erfahrt Ihr mehr über die Hintergründe dieses Spieles und was sich die Macher eigentlich davon erhoffen.


“Reptrails”: Die Echsenmenschen regieren die Welt

Sicher wird jeder, der irgendwie in grenzwissenschaftlichen Themen aktiv ist, von unzähligen Verschwörungstheorien bereits gehört haben. Viele werden in der Flut der Spekulationen zu allerlei Verschwörungen jedoch kaum mehr einen wirklichen Überblick habe. Was an sich nicht verwundert, da zahllose solcher Verschwörungen miteinander kombiniert und auch immer wieder neu durchmischt werden.

Während des Corona-Hypes boomen Verschwörungen. Sie sind neuartig und haben kaum mehr etwas mit den Klassikern unter den Verschwörungstheorien zu tun. Und grundsätzlich auch nichts mit den Themen von Grenzwissenschaft und Mystery Files. Sofern man in Sozialen Netzwerken wie Facebook aktiv ist, sieht der Nutzer aber sehr schnell, dass Themen aus dem “Wutbürgertum” und allerlei Verschwörungstheorien und “alternative Fakten” boomen wie nie zuvor.

Fraglos blicken viele Menschen mit sehr gemischten Gefühlen auf solche Entwicklungen. Vor allem beim Hype um die “Corona-Verschwörungstheorien“. Das zeigte auch eine Umfrage zu Verschwörungstheorien vor einiger Zeit, die in Deutschland veröffentlicht wurde. Allerdings in Form von Fake-News, da die Ergebnisse falsch und eindeutig irreführend wiedergegeben wurden, wie Ihr es im 1. Video unten erfahren könnt.

Für zwei Deutsche aus der EDV- bzw. Computerspiele-Branche nahmen unter anderem den Boom an Verschwörungstheorien nun zum Anlass daraus ein Computerspiel zu entwickeln: “Reptrails”

“Reptrails – Rettet die BRD!”

Wer sich für Verschwörungen und EDV interessiert, wird sich fraglos auch für dieses Gameprojekt “Reptrails” interessieren. Auch wenn man selber keine Verbindungen zur “Gamer-Szene” hat. Hinter dem Spiel selber steckten Torsten Fock-Herde und seine Tochter Jasmin Herde, die versuchen ihre Idee zu diesem Spiel unter anderem mit Crowdfunding zu realisieren. Angeblich flossen bereits 10.000 Euro aus eigener Tasche in das Projekt. Der Rest von 20.000 Euro soll auf der Plattform Startnetxt zusammen kommen. Dort heißt es zu “Reptrails” unter anderem:

REPTRAILS ist ein Mobile / PC Game, in dem Du im Dienste der sogenannten Neuen Weltordnung (NWO) die Weltbevölkerung kontrollieren musst. Die Spielwelt und ihre Regeln folgen dabei der “Logik” bekannter und weniger bekannter Verschwörungstheorien. Durch die spielerische Auseinandersetzung mit ihnen lernst Du diese kennen und kannst sie besser entkräften.

In REPTRAILS musst Du im Auftrag der Echsenmenschen die Bevölkerung kontrollieren. Dir stehen dabei verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, wie Flugzeuge, Handymasten, Medien und Geheimwaffen. All diese Dinge sind mit Verschwörungstheorien belegt. Immer wenn Du vom Glauben abfällst, hast Du über den spielinternen Browser Zugriff auf weitere Informationen, Anekdoten und Faktenchecks.

Die Bevölkerung wird sich wehren und es entstehen Wutbürgerdemos, Schwurbelpromis und esoterische Gegenmittel, die Du eindämmen musst.

Hierfür kannst Du zum Beispiel Deine Chemtrails weiterentwickeln und Dich entscheiden, in welche Richtung das ganze gehen soll. Wenn Du gut bist, bekommst Du von Deiner Chefechse mehr Kohle. Dein Ziel ist klar: Kontrolliere die ganze Bevölkerung. Weltweit.”

In dem Spiel kann also der Gamer “im Auftrag der Echsenmenschen” die Weltherrschaft an sich reißen. Mit Mitteln wie strategisch platzierten Chemtrail-Flugzeugen, Fake-News der “Lügenpresse” oder Handymasten. Alles, um ein “Erwachen” der Bevölkerung zu verhindern und so die “NeueWeltordnung” (NWO) zu etabliere. Im 2. Video unten erklären die Macher ihre Ideen dahinter recht anschaulich.

Kampf gegen Verschwörungstheorien

Die Crowdfunding-Kampagne auf Startnetxt zu “Reptrails” startete am 1. August und hat bereits fast das Ziel von 20.000 Euro erreicht. Und das Ziel dieses Spieles ist dort klar umrissen, denn die Macher dahinter möchten …

… all jene motivieren und unterstützen, die sich tagtäglich auf Social Media Plattformen und im persönlichen Gespräch gegen Fake-News und Verschwörungsmythen einsetzen. Wir wissen aus eigener Erfahrung wie kräftezehrend und demotivierend es sein kann, wenn man das Gefühl hat nichts ausrichten zu können. Wir verbinden auf einzigartigem Weg Humor mit Informationen, wobei der Spielspaß eindeutig im Vordergrund steht. Dabei lassen wir den erhobenen Zeigefinger stecken und setzen auf unterhaltsame Infos von Faktencheckern wie Mimikama, Volksverpetzer und Psiram, die seit Jahren wertvolle und spaßige Aufklärungsarbeit leisten.

(…)

In den letzten Monaten hat der Glaube an Verschwörungstheorien stark zugenommen und auch jüngere Menschen sind davon betroffen. Unser Spiel soll dazu beitragen diese Entwicklung einzudämmen, denn sie stellt eine ernsthafte Gefahr für unsere Demokratie und die Gesellschaft dar. Wie schnell Fake-News und wilde Thesen eine ganze Gesellschaft in schwierige Situationen bringen können, erleben wir gerade in Echtzeit am Beispiel der USA.

Vor allem Torsten Fock-Herde steckt hinter dem Anti-Verschwörungstheorien-Spiel. Denn er selber geriet “vor 20 Jahren (…)  fast selbst unter die Verschwörungstheoretiker und setzt sich seither gegen diese ein”, wie er schreibt. Er “war fast ein Jahr darin gefangen” und konnte sich dann aber “von kruden Gedanken befreien” und “in die Realität zurückgleiten”. So beschreibt er seine Motivation auf der Webseite Reptrails.com.

Reptiloiden und Chemtrails und Schwurbel-Promis

In einem aktuellen Interview mit der “taz” führt Fock-Herde seinen Kampf gegen die Verschwörungstheorie weiter aus:

Wir wollen Menschen ermächtigen, sich eine informierte Meinung zu bilden, und ihnen das Rüstzeug bieten, um in Diskussionen gegenzuhalten. Im Spiel gibt es deshalb immer wieder Infos über die verschiedenen Verschwörungstheorien wie QAnon oder Pizzagate, und über all diese Dinge wie Reptiloiden und Chemtrails. Wir binden über einen In-Game-Browser Factcheckingseiten wie Mimikama, Volksverpetzer, Hoaxilla, Psiram oder Belltower News ein. Die muss man als Spieler nicht lesen – aber wenn man gut performen will, muss man sich auskennen mit den Instrumenten, die einem zur Verfügung stehen. Chemtrails helfen vielleicht bei einer Wutbürger-Demo, nicht aber gegen Schwurbel-Promis – denen muss man schon mit der Lügenpresse auf den Leib rücken.

Offensichtlich kommt der Kopf hinter dem Game also aus der Sparte der “Skeptiker”. Denn die genannten “Factcheckingseiten” zeigen das sehr deutlich. Seiten, die wie alle anderen auch selbstverständlich alles andere als unfehlbar und sind, wie HIER und HIER gezeigt. Mehr noch, denn die genannten Webseiten werden von den eigentlichen “Verschwörungstheoretikern” so oder so fast immer komplett abgelehnt. Somit beißt sich hier die Schlange in den Schwanz, da kein “Schwurbler”, wie Skeptiker sie nennen, diese Informationen ernst nehmen wird. Damit auch das Spiel an sich nicht.

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Das ist aber auch Fock-Herde vollkommen klar. “Wer so tief in diesen Welten drinsteckt, braucht mehr als ein Spiel”, betont auch er. Es sei “nur ein weiterer Ansatz” um Menschen zu erreichen, die sich online sonst nicht auf “Factcheckingseiten” zu diversen Theorien informieren würden, so Fock-Herde. Menschen, die über aktuelle Bilder von Demos – er nennt hier Berlin (wo ja angeblich fast nur Nazis und Verschwörer teilnahmen …) – “erschrocken” waren, soll so quasi ein weiteres Instrument zu Aufklärung an die Hand gegeben werden.

Was soll man davon halten?

Ein Spiel wie “Reptrails” wir kaum einen echten Verschwörungstheoretiker oder besser -Fanatiker irgendwie beeindrucken. Eher im Gegenteil wird es als Teil der “Skeptiker-Sekten” angesehen, die in deren Augen eh nur Desinformanten sind, die bewusst Fake-News streuen. Da könnte “Reptrails” vollständig “nach hinten los gehen”. Es ist leicht zu erkennen, dass das Game vor allem eine Herzensangelegenheit von Fock-Herde ist, wie er es beispielsweise sehr umfangreich in einem interessanten Podcast mit “Hoaxilla” am 9. August schilderte. Ob aber wirklich die “richtige Zielgruppe” erreicht wird, ist fraglich.

Der Spieler soll sich mit den Themen “befassen”, damit er die Mechaniken dahinter “durchschaut”, wie es im Podcast bei “Hoaxilla” heißt. Nur ist es meiner Meinung fraglich, ob das weitläufig gelingt. Vermutlich wird es nämlich vor allem von Skeptikern oder entsprechenden Theoretikern selber gespielt werden. Deren Standpunkte sind vor Spielstart schon klar. Auch wenn sicher andere User mit dabei sein werden, die sich dann auch informieren. Lohnt sich dafür der Einsatz von soviel (auch privatem) Geld für die Entwicklung?

Vor einigen Jahren arbeitete ich selber an einem Konzept zu einem Abenteuerspiel der Prä-Astronautik. Eine Art “die Welt des Erich von Däniken zum Spielen”. Hier waren wir eine internationale Gruppe mit entsprechenden Möglichkeiten, Experten und Mitteln. Realisiert wurde es in der angedachten Form nie (es kam später etwas ähnliches auf dem Mark). Auch hier gab es Hintergrundinformationen (“Belohnungen”), zum Beispiel am Ende eines Level zu einem Mysterium, um im Spiel weiter zu kommen. Ähnlich wie bei “Reptrails – Rettet die BRD!”.

Die Zielgruppe war hierbei von unserem Team international klar umrissen: Vornehmlich junge Gamer, die “am Rande” mal was von der Prä-Astronautik gehört haben. Sie konnten durch das Spiel tiefer in die Materie ansteigen. Ich denke, dass Fock-Herde quasi im Alleingang auf eine solche Zielgruppe abzielt; nur halt zu Verschwörungen. Mir persönlich jedenfalls gefällt das Projekt von Fock-Herde. Trotz aller Bedenken.

Videos zum Thema

Video vom 1. Juli 2020 auf Fischinger-Online

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Vorstellung des Projektes

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Game-Trailer zu Reptrails

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“Ein Fluss, den niemand zu durchschreiten wagt”: Beschreibt der Prophet Baruch eine Reise in das (luftleere) All – vor Jahrtausenden?

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Beschreibt der Prophet Baruch eine Reise in das (luftleere) All - vor Jahrtausenden? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Beschreibt der Prophet Baruch eine Reise in das (luftleere) All – vor Jahrtausenden? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Schenken wir Mythologien, Schriften und Überlieferungen unserer vorfahren Glauben, dann haben himmlische Wesen vor Jahrtausenden immer wieder Menschen der Erde kontaktiert. Götter, Engel oder schlicht Abgesandte einer anderen Welt, die in der Prä-Astronautik als antike Raumfahrer interpretiert werden. Laut  einigen dieser alten Berichte über solche Wesen “von oben” nahmen diese auch hin und wieder Menschen mit in ihre himmlischen Sphären. Einer von ihnen soll der biblische Prophet Baruch vor rund 2.500 Jahren gewesen sein. Zumindest behauptet das eine ganz erstaunliche Schrift, die heute in keiner Bibel zu finden ist. Und dabei finden sich dort zwischen den Zeilen ganz erstaunliche Aussagen, wie Ihr hier erfahrt.


Die Baruch-Schriften

Der Prophet Baruch ist im Alten Testament (teilweise!) zwar als einer der “kleinen Propheten” zu finden, aber auch apokryphe Texte mit seinem Namen existieren bis heute. Bücher, die sich somit nicht in der Bibel finden.

Dieser Baruch war der Schüler, Freund und Sekretär (Vertrauter) des weithin bekannten Propheten Jeremia, der im Jahr 628 (oder 626) vor Christus zum Propheten berufen wurde. Heute erhaltene Schriften, die den Namen Baruch als Autor tragen, sind die griechische und syrische Apokalypse des Baruch sowie eine Art “Restschrift” des Propheten. Ausnahmslos sind es Apokryphen und zählen damit zum außerbiblischen Schrifttum.

In der Bibelforschung ist man sich einig: Baruch persönlich hat die Bücher mit seinem Namen nicht selber geschrieben. Irgendwer hat nur seinen Namen benutzt, um diesen Werken mehr “Authentizität” zu verleihen. Denn die Baruch-Schriften spielen mit ihren Warnungen, Aussagen und Prophezeiungen vor rund 2.500 Jahren. Zu einer Zeit, als die Babylonier den Salomonischen Tempel in Jerusalem zerstörten und das Volk ins Exil nach Mesopotamien verschleppten. Doch verfasst wurden sie laut Bibelforscher erst im 2. Jahrhundert nach Christus. So auch die griechische Apokalypse des Baruch, um die es hier geht.

Genau dieses Buch enthält eine Vielzahl an überaus erstaunlichen Schilderungen und Behauptungen, die praktisch ausnahmslos alle im Sinne der Prä-Astronautik gedeutet werden können. Dies habe ich bereits vor Jahren umfangreich in “Götter der Sterne” getan, weshalb an dieser Stelle nur ein Beispiel vorgestellt werden soll. Es sind “auf Gottes Befehle geschauten Geheimnisse”, wie es dort geschrieben steht, die Baruch bei einer Reise in den Himmel offenbart wurden …

Baruch und der Engel vom Himmel

Die griechische Baruch-Apokalypse fängt traurig und mit einer (angeblichen) Datierung der drauf folgenden Ereignisse an:

Offenbarung des Baruch, der am Flusse Gel stand und über Jerusalems Gefangenschaft weinte, damals, als auch Abimelech in Agrippas Landgut durch Gottes Hand errettet ward. Und so setzte er sich an die schönen Pforten, wo das Allerheiligste war.

Ich, Baruch, weinte herzlich um das Volk, weil es von Gott dem König Nabuchodonosor (Nebukadnezar II., Anm. LAF) verstattet ward, Zerstörung über seine Stadt zu bringen.” (2 – 1,1)

Baruch beweint hier also die Zerstörung der Stadt um das Jahr 586 vor Christus durch die Babylonier. Auch wenn Bibelforscher sagen, dass der Text erst nach der Zerstörung des 2. Tempels von Jerusalem (70 nach Christus) verfasst wurde, wollte der unbekannter Verfasser sein Buch also zurückdatieren.

Wie dem auch sei, ist auch der Name Abimelech sehr interessant. Denn er wurde laut einem anderen Baruch-Text, wie in diesem Artikel HIER dargelegt, zu dieser Zeit angeblich durch die “Macht Gottes” in die Zukunft versetzt. Um ganze 66 Jahre! Das meint die Erwähnung, dass diese Person “durch Gottes Hand errettet ward”. Ein Zeitreisender, den auch die Bibel beiläufig erwähnt (Jer. 38,7).

Baruch jedenfalls, so behauptet die Schrift weiter, wehklagte sehr um Jerusalem, so dass der Herr ihn einen Engel schickte:

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Wie ich so wein und solches sage, erblick ich einen von des Herren Engel, wie er herbeikommt und mir sagt: Gib acht, o Mensch, liebwerter Mann, sorg dich nicht um Jerusalems Errettung! Denn dieses spricht der Herr, Gott, der Allmächtige. Er sandte nämlich mich vor dich, daß ich dir alle Dinge Gottes künde und erkläre. Dein Flehen ward vor ihm erhört und drang in Gottes, des Herrn, Ohren.” (1,3-5)

Wenn Baruch aufhört zu klagen und zu weinen und dadurch den “Zorne Gottes zu reizen”, so werde ihn der Engel “noch andere Geheimnisse, die größer sind als diese” zeigen. Verständlich, dass sich der Mensch Baruch auf dieses Angebote des vom Himmel gekommenen Wesens einließ. “Wohlan! So zeig ich dir die göttlichen Geheimnisse!” – mit diesen Worten des Engel begann sogleich die Himmelsreise des Baruch.

Flug in das All

Das Abenteuer nahm seinen Lauf und ging durch verschiedene Stationen im Himmel. Schilderungen, die sich in zahlreichen außerbiblischen Büchern wiederfinden. Etwa in “Apokalypse des Abraham“, “Leben Adam und Evas”, “Jubiläenbuch”, “Henoch 1 & 2” … um nur einige zu nennen.

Was den Text des Baruch an dieser Stelle so interessant macht, ist gleich der Anfang seiner Flugreise in die verschiedenen Himmel über der Erde. So heißt es dort:

Da nahm er mich und brachte mich dahin, wo fest der Himmel sitzt, und wo ein Fluß dahinfließt, den niemand zu durchschreiten wagt, wo nicht der fernste Windhauch ist von allen gottgeschaffenen Winden.” (2,1)

Nur ein Satz, in dem sich aber zwei Aussagen wiederfinden, die im Sinne der “Götter der aus dem All” interpretiert werden können.

So fällt der “Fluss” direkt auf, den angeblich niemand zu durchqueren wagt. Ein solcher Fluss im Himmel erinnert sehr stark an die Mischstraße bzw. das zu sehende Band unserer Galaxis. Rund um den Globus haben verschiedene Kulturen, Religionen und Völker zu unterschiedlichen Zeiten dieses Band der Milchstraße immer wieder mit einem Fluss verglichen. Auch mit einem “Totenfluss”. Bestes Beispiel sind hier natürlich die alten Ägypter.

Diesen “Fluss” wagt natürlich niemand zu überqueren. Einem Normalsterblichen war das auch gar nicht möglich. Höchstens den Göttern, Verstorben oder auch Schamanen in Trance war dies vergönnt, worin sich entsprechende Mythologien der Welt ziemlich einig sind.

Die zweite Aussage in diesem einen Satz ist sogar noch interessanter. Denn Baruch bzw. der Schreiber dieses Buches notierte, dass es dort oben über der Erde im Himmel luftleer ist. “Nicht der fernste Windhauch” sei vorhanden. Sollte das eine Umschreibung für das Vakuum im Weltraum sein? Auch wenn die “griechische Apokalypse des Baruch” erst im 2. Jahrhundert verfasst wurde, konnte damals vom luftleeren All niemand etwas wissen.

Ein Buch voller Rätsel

In dieser Baruch-Schrift finden sich so einige Behauptungen und Beschreibungen, die modern mit Blick auf die Prä-Astronautik gelesen werden können. Beispielsweise mehrfache Schilderungen  eines sehr seltsamen “Vogels” außerhalb der Erde (im “Himmel”), den der Himmels-Engel Baruch gegenüber “Weltenwächter” nennt.

Durchaus kann man dieses “Tier” technisch deuten, wenn er beispielsweise seine “Flügel” ausfährt und wieder einfährt, um Sonnenenergie aufzufangen. Angeblich zum Schutz des irdischen Lebens, wie es dort heißt. Oder auch die Tatsache, dass dieser “Vogel” regelmäßig gewartet werden muss, sobald er erschöpft sei. Seine “Krone” muss zu diesem Zweck jeden Tag von Engeln  abgenommen werden, die sie dann in den Himmel bringen um “sie zu erneuern”.

Warum sagt das Buch auch. Sie sei “unrein” geworden und auf die Frage, warum “der Vogel in Erschöpfung fällt” antwortet der Engel dem Baruch:

Er hält die Sonnenstrahlen ab und so wird er durch Feuer und die Hitze den ganzen Tag recht mitgenommen.” (8,6)

Natürlich deutet diesen hier sehr kompakt erwähnten “Vogel” kein Bibelforscher technisch. Zumal auch beschrieben ist, dass das “Tier” durch die irdischen Sünden der Menschen “unrein” werde, und deshalb jeden Tag repariert werden muss.

Bei seiner Reise durch die verschiedenen Stationen außerhalb der Erde vernahm Baruch übrigens noch eine andere spannende Information. In Büchern, YouTube-Videos und Vorträgen weise ich darauf immer wieder hin. So erfuhrt der Himmelsreisende auf seinem Weg zum obersten Himmel, in dem er letztlich in einem wundersamen “Haus” den Herrn und allerlei “Fluggeräte” traf, auch etwas über die Riesen. Jene Titanen, die laut Bibel in der Sintflut umkommen sollten. Es heißt dazu konkret:

Es brachte Gott die Sintflut auf die Erde und tilgte alles Fleisch und auch die 4.090.000 Riesen.” (4,10)

Eine erstaunlich exakte Anzahl von Riesen, die in der Flut getrunken sein sollen. Wie genau mag diese Aussage sein – und wie genau kann man jene verstehen, dass im Himmel außerhalb der Erde kein “Windhauch” vorhanden ist?

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Lars A. Fischinger

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“Voynich-Code geknackt”: Deutsches Museum meldet “Durchbruch in der Entzifferung des Voynich-Manuskript” – Die Hintergründe

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"Voynich-Code geknackt": Deutsches Museum meldet "Durchbruch in der Entzifferung des Voynich-Manuskript" (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
“Voynich-Code geknackt”: Deutsches Museum meldet “Durchbruch in der Entzifferung des Voynich-Manuskript” (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Es gilt als die geheimnisvollste Handschrift der Welt: Das Voynich-Manuskript. Ein seltsames Buch, das 1912 der Antiquar Wilfrid Michael Voynich erwarb, wodurch es der Öffentlichkeit bekannt wurde. Einst war es Teil der umfangreichen Sammlung von Rudolf II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, und seit Jahrhunderten versuchen sich Experten an seiner Entschlüsslung. Eines der großen Mysterien der letzten Jahrhunderte, das sogar schon mit Außerirdischen in Verbindung gebracht wurde. Niemand konnte es bisher lesen oder die zahlreichen darin enthaltenen Zeichnungen interpretieren. Bis jetzt, denn das Roemer- und Pelizaeus-Museums in Hildesheim gab bekannt, dass es dem Ägyptologen Prof. Dr. Rainer Hannig gelungen sei den “Voynich-Code” zu knacken, wie es einige Medien berichten. Stimmt das? Und was sind die Hintergründe dieses mutmaßliches Durchbruchs? Alles dazu erfahrt Ihr hier.


Das Voynich-Manuskript

Zahllose Menschen haben sich bereits an dem legendären Voynich-Manuskript die Zähne ausgebissen. Eine Handschrift, die nach Radikarbondatierungen (C14) möglicherweise zwischen 1404 und 1438 angefertigt wurde. Vielleicht auch schon Mitte bis Ende des 13. Jahrhunderts.

Wer genau das Werk verfasst hat, ist bis heute unklar. Ebenso unklar, was überhaupt in dem Buch geschrieben steht. Die Handschrift des Voynich-Manuskript konnte bisher nie jemand eindeutige Entschlüssen und übersetzten. Es ist nicht einmal geklärt, welche Sprache der Verschlüsslung des Textes zugrunde liegt. Erschwerend kommt hinzu, dass das gesamte Manuskript mit teilweise sehr detailreichen Bilder illustriert wurde, die gleichfalls niemand sicher deuten kann.

Dargestellt sind beispielsweise astrologische Bilder und in großem Umfang botanische Illustrationen. Die dargestellten Pflanzen – Blumen wie Kräuter – sind jedoch unbekannt. Anhand der im Buch enthaltenen Bilder ist man sich allerdings recht einig, dass das Maunsknip in sechs Hauptteile gegliedert werden kann. Sie reichen von Kräuterkunde über Kosmologie bis zur mutmaßlichen Rezepten, die aus diesen Pflanzen hergestellt werden können.

Sicher ist das nicht, da hier nur von den Bilder auf den Inhalt des Textes geschlossen wird. Auch wenn der Aufbau der Handschrift und die Art der Bilder dieses Schluss sehr nahelegen. Damit wäre das Voynich-Manuskript ein medizinisches Kräuterbuch, wie es im Mittelalter und auch später unzählige gab. Spekuliert wird in diesem Zusammenhang dahingehend, das der Autor des Werkes sein Wissen über Kräuterkunde, Astrologie usw. bei der Niederschrift codiert hat. Durchaus nicht unüblich, um diese Kenntnisse und Erkenntnisse vor der Konkurrenz zu schützen. Und natürlich vor dem Einfluss der katholischen Kirche auf diese “ketzerischen Wissenschaften”.

Eine Fälschung?

Unzählige Forscher versuchen sich seit dem daran, diesen Code zu knacken. Immer wieder wurden dabei in der Presse Meldungen verbreitet, dass dies dem einen oder anderen auch gelungen sei. Wirklich beweisen, dass eine Entschlüsselung und vor allem sinnvolle Übersetzung des Manuskriptes gelungen sein, konnte bisher niemand.

Dieser Umstand führte zu allerlei verwehenden Spekulationen und Interpretationen des geheimnisvollen Buches der Welt. So wurde etwa die Vermutung laut, dass das ganze Manuskript ein Schwindel sei. Fake-News, die irgendwer irgendwann einmal zu Pergament brachte. Selbst Wilfrid Voynich selber wurde verdächtigt, der als Buchsammler und Händler wertvoller Werke hier das schnelle Geld witterte.

Inhaltlich wäre der Text dann vielleicht sogar nichts weiter als eine Phantasie-Sprache. Obwohl “eine echte Botschaft” in dem Buch vermutet wird und sogar Künstliche Intelligent (KI) bei der Entschlüsslung helfen soll, wie auf Fischinger-Online HIER 2018 berichtet.

Wäre es eine Fälschung, wovon die wenigsten heute ausgehen, hat der Betrüger mit dem Werk eine gewaltige Arbeit geleistet. Die Qualität der genutzten Farben und ihrer Verwendung  beeindruckte bei Analysen nicht weniger, wie das hochwertige Pergament selbst. Für einen Betrug hätte der Autor neben viel Zeit auch sehr viel Geld investiert werden müssen. Scheinbar arbeitete der Verfassen auch ganz allein an seinem Werk. Ob nun als Fälscher oder weiser Kräuter-Doktor. Darauf ließe die durchgehend gleichbleibende Qualität der Arbeit schließen, wie es Forscher der Universität Arizona und des McCrone Forschungsinstituts in Chicago heraus fanden. Jene Experten, die auch eine C14-Datierung durchführen ließen.

Verlorenes Wissen?

Selbst Erich von Däniken widmete sich in seinem Buch “Falsch informiert!” (2007) umfangreich dem Voynich-Manuskript. Als Autor der “Götter aus dem All” ist Däniken bekannt dafür, dass überall mutmaßlichen Spuren dieser Astronautengötter nachjagt. So auch im Voynich-Code. Wobei er unter anderem darauf hinweist, dass sich in dem Buch keinerlei christliche Symbole oder ähnliches finden. Offenbar ein ganz und gar unchristliches Werkt …

Vielleicht sei das Werk sogar immer wieder abgeschrieben worden und in Wahrheit uralt. Und es könnte irgendwie direkt oder indirekt eine Verbindung mit dem Propheten Henoch aus dem Alten Testament bestehen. Bekanntlich hat dieser Henoch im Auftrag des Höchsten hunderte Bücher verfasst, die heute verschollen sind. Umfangreich dazu aber HIER und HIER.

Es “tauchen unzählige Pflanzen auf, die aus der Erde nicht existieren”, schreib von Däniken ganz richtig. “Als ob die Botanik bis zum Molekül hinter dargestellt werde”, so von Däniken weiter zu dieser Flora. Tatsächlich liegt bei einigen der abgebildeten Pflanzen der Gedanke nahe, dass diese Abbildungen etwas zeigen, dass der Autor unter einem Mikroskop sah. Das wiederum offiziell erst rund 200 Jahre nach der angenommenen Niederschrift (ab 1404 nach C14) erfunden wurde.

Ob von Däniken mit seiner Spekulation in die richtige Richtung wies, ist natürlich wiederum unklar. Wie so vieles an dem Buch. Doch auch der Mainstream verschweigt diese Ähnlichkeit keineswegs. Beispielsweise diskutieren dies auch Klaus T. Steindl und Andreas Sulzer in der TV-Dokumentation “Das Voynich-Rätsel – Die geheimnisvollste Handschrift der Welt” (2009) des Senders ORF. Sie begleiteten die Arbeiten der Wissenschaftler Universität Arizona und des McCrone Forschungsinstituts in Chicago, in deren Verlauf  das Buch auch datiert wurde.

Voynich-Manuskript “entziffert”

Obwohl niemand das Manuskript übersetze und lesen kann bzw. je eine sinnvolle Übersetzung davon publizierte, wollen es einige decodiert haben. So auch der Ägyptologe Professor Dr. Rainer Hannig, wie am, 15. Juni das Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim in einer Presseerklärung bekannt gab. Darin heißt es:

Nach jahrelanger Forschung ist es dem renommierten Ägyptologen Prof. Dr. Rainer Hannig gelungen, das geheimnisvolle Voynich-Manuskript zu entziffern.

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Prof. Hannig gilt als herausragender Experte der altägyptischen Sprache und ist seit vielen Jahren als wissenschaftlicher Berater und zeitweiliger Mitarbeiter am Roemer- und Pelizaeus-Museums in Hildesheim tätig. In diesem Zusammenhang forscht er nicht nur zu ägyptischen Hieroglyphen, sondern auch zu anderen alten Schriften und ihrer Entzifferung. Seit 2017 beschäftigt er sich intensiv mit dem geheimnisvollen Voynich-Manuskript, das als die rätselhafteste Handschrift unserer Zeit gilt. Jetzt ist es ihm gelungen, die Schriftzeichen zu entziffern, die Sprache des Voynich (wie schon von einigen Forschern vermutet) als Hebräisch zu identifizieren und die ersten Textpassagen zu übersetzen.

Das aus dem frühen 15. Jahrhundert stammende Voynich-Manuskript wurde nach einem seiner früheren Besitzer, Wilfrid Michael Voynich, benannt, der es 1912 erwarb. Heute befindet es sich in der Beinecke Rare Book & Manuscript Library der Universität Yale, USA. Das Buch ist reich illustriert mit Pflanzendarstellungen, Abbildungen verschiedener Wurzelsorten, Tierkreiszeichen sowie astronomischen und kosmologischen Motiven. Die Schrift ist einzigartig und hat sich bisher allen Entzifferungsversuchen widersetzt.

Die einzelnen Schriftzeichen sind gut zu erkennen und ästhetisch eindrucksvoll. Sie bestehen aus einer Kombination aus lateinischen Buchstaben, arabischen Ziffern und unbekannten Zeichen. Da sie wie eine Geheimschrift wirkt, sind insbesondere Kryptologen aus der ganzen Welt von ihr fasziniert. Trotz unzähliger Entzifferungsversuche ist es bislang jedoch nicht ge- lungen, die Schrift zu entziffern, die dadurch vermittelte Sprache zu ermitteln und den Inhalt des Manuskriptes zu entschlüsseln.

Am Anfang Hannigs Arbeit stand die Bestimmung der Sprache des Manuskripts. Nach Analyse der Wortstruktur, Wortlänge und Vokalbestimmung konnte er die Sprache durch den Vergleich mit europäischen und außereuropäischen Sprachen als semitisch bestimmen. Dadurch kamen Arabisch, Aramäisch und Hebräisch in die engere Auswahl, die im Mittelalter als Sprachen der Gelehrten in Europa gebräuchlich waren.

Voynich-Manuskript: Wirklich decodiert?

Obwohl bisher nur wenige Medien diesen neuen Decodierungsversuch von Hannig aufgriffen haben, sind diese Meldungen teilweise stark übertrieben! Der Experte für ägyptische Hieroglyphen hat das Voynich-Manuskript nicht übersetzt oder entschlüsselt. Weder Hannig noch das Roemer- und Pelizaeus-Museum haben dies auch behauptet. Hannig schuf jedoch einen neuen Ansatz, den Voynich-Code zu knacken, wie es der eigentlichen Presseerklärung klar zu entnehmen ist:

Dies war die Grundlage zur Entzifferung der ersten Texte, die auch inhaltlich Sinn machen und den Anfang einer vielversprechenden Übersetzungsarbeit darstellen, um dem alten Manuskript doch noch seine Geheimnisse zu entlocken.

Hannig hat mit seiner Methode bisher auch nur zwei winzige Textpassagen mit wenigen Zeilen entziffert. Entziffert in dem Sinne, dass er in diesen eine mehr oder weniger sinnvolle Aussage finden konnte. Verständlich werden dieser aber erst durch den “Versuch einer interpretativen Übersetzung”, wie er in seiner dazu veröffentlichten Arbeit “Voynich-Hebräisch: Der Weg zur Entzifferung” schreibt. In diesem Artikel legt er nicht nur seinen Weg zur Decodierung dar, sondern verweist auch auf bislang nicht entzifferte Buchstaben in der Handschrift.

Dennoch ist der Weg durch seine Studien und Veröffentlichung frei, “die geheimnisvollste Handschrift der Welt” in Zukunft vollständig zu entzaubern. Wenn es sich nicht letztlich wieder als Sackgasse erweist. Möglicherweise wird der Code auch niemals geknackt.

Haben zum Beispiel die beiden Botaniker Arthur O. Tucker und Rexford H. Talbert recht, die in einer Studie 2013 vermuten, dass die abgebildeten Pflanzen aus Mittelamerika stammen, wäre es aussichtslos. Dann wäre das Buch in Mittelamerika anfertigt und möglicherweise in einer lokalen Sprache geschrieben worden. Eine Sprache, die heute längst nicht mehr existiert.

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