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10 (erstaunliche) Dinge, die man wissen muss – über: Den Planeten Nibiru +++ Blog-Serie, Teil #7 +++

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Blog-Serie, Teil #7: "10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss - über den Planeten Nibiru (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Blog-Serie, Teil #7: „10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss – über den Planeten Nibiru (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

„10 (erstaunliche) Dinge, die man über wissen muss“ – siebter Teil meiner Serie auf dem Mystery Files-Blog für Euch. Teil #7 der erstaunlichen „10 Dinge, die man wissen muss„, widmet sich diesmal dem angeblichen Planeten Nibiru. Dieser angeblich unentdeckte Planet unseres eigenen Sonnensystems kam 1976 in die Welt der Prä-Astronautik, da es dort intelligente Außerirdische geben soll. Wesen, die vor fast einer halben Millionen Jahren bereits erstmals auf der Erde waren. So behauptete es sein Erfinder, der US-Autor Zecharia Sitchin. Und prägte mit seinen oft wilden Spekulationen viele Themen der Prä-Astronautik bis heute.

Hier also “10 (erstaunliche) Dinge, die man über Nibiru wissen muss”!


10 (erstaunliche) Dinge, die man über den Planeten Nibiru wissen muss

Wissen zum Angeben, Mitreden, Auffrischen und Nachdenken!

1.:

Mit Stand 19. April 2022 sind offiziell 5.014 Exoplaneten bekannt und nachgewiesen. Hinzukommen noch weit mehr sogenannte „Kandidaten“, die das „NASA Exoplanet Archiv“ führt. Planeten außerhalb unseres Sonnensystems also, die noch nicht eindeutig bestätigt sind.

Der Planet Nibiru findet sich in keiner der dortigen, umfangreichen Datenbanken. Denn dieser soll kein Exoplanet sein, der sich außerhalb unseres Sonnensystems befindet. Vielmehr soll es sich bei Nibiru um einen Planeten handeln, der zu unserem eigenen Sonnensystem gehört. Bisher wäre dieser nur noch nicht (offiziell) entdeckt. Immerhin postulierte sein Promoter oder Erfinder ab 1976, dass sich diese Welt in rund 3.600 Jahren in einer starken Ellipse um unsere Sonnen drehen würde.

Dabei führt ihn sein Orbit weit hinaus hinter Neptun und Pluto, weshalb er so leicht nicht zu finden sei. Außerdem und vor allem wäre Nibiru von einer hochstehenden außerirdischen Zivilisation bewohnt. Dies mag ein Grund sein, warum man ihn bisher nicht entdeckt haben will, so glaubte der „Nibiru-Schöpfer“.

2.:

Dieser Nibiru-Erfinder war der US-Autor Zecharia Sitchin. Ein Autor der Prä-Astronautik, der 1976 sein erstes Buch mit dem Titel „The 12th Planet“ vorlegte. Bis heute ist das Buch ein Bestseller, das in dutzenden Sprachen und Auflagen erschien und dem zahlreiche weitere Bücher folgten. Selbst nach seinem Tode 2010 erschienen postum noch Werke von beziehungsweise über ihn.

Sitchin erschuf in seinen Büchern eine überaus komplexe und phantastische Welt. Kern dieser sind raumfahrende Außerirdische namens Anunnaki, die von eben diesem angeblichen Planeten Nibiru stammen und vor rund 450.000 erstmals auf unserer Erde waren. Diese Wesen beeinflussten hier nicht nur die Kultur und Entwicklung der Menschheit, sondern haben uns Menschen durch genetische Kreuzungen sogar erst „erschaffen“.

Die Spekulationen von Sitchin haben maßgeblichen Einfluss auf zahllose Ideen rund um Ancient Aliens, Prä-Astronautik oder allgemein Götter aus dem All gehabt. Zahllose seiner Behauptungen und Spekulationen um die Anunnaki und Nibiru wurden von nachfolgenden Autoren online wie offline übernommen. Sicher zum Bedauern des Autors Sitchin selber wird dabei seine Person als Erfinder und Urheber all dieser phantastischen Aussagen oft vergessen.

Er als Autor ist vielen jüngeren Interessieren nicht mal mehr ein Begriff.

Die Umlaufbahn des Nibiru wie sie sich Zecharia Sitchin 1976 ausdachte – für eine Großansicht anklicken (Bild: L. A. Fischinger aus dem Buch “Die Akte 2012“)
Die Umlaufbahn des Nibiru wie sie sich Zecharia Sitchin 1976 ausdachte – für eine Großansicht anklicken (Bild: L. A. Fischinger aus dem Buch “Die Akte 2012“)

3.:

Ebenso oft vergessen ist, dass der Planet Nibiru grundsätzlich dafür verantwortlich sein soll, dass es die Pyramiden von Gizeh überhaupt gibt.

Denn nach den Büchern von Sitchin haben die Bewohner des Nibiru regelmäßig unseren Planeten mit ihren Raumfahrzeugen besucht. Immer, wenn dieser sich während seines 3.600-Jahr-Zyklus der Erde nährte. Damit die außerirdischen Anunnaki hier sicher landen konnten, benötigten sie einen Einflugkorridor. Die Pyramiden dienten als Teil dieser Flugschneise. Als eine Art Leitsystem für die Raumschiffe von Nibiru.

In diesem Kontext war es auch Zecharia Sitchin, der in seinem zweiten Buch „The Stairway to Heaven“ im Jahr 1980 zu belegen versuchte, dass die berühmte Cheops-Kartusche in der Großen Pyramide vom Finder Howard Vyse 1837 gefälscht wurde. Diese Kartusche mit dem Namen des Pharao befindet sich in einer der Entlastungskammern in der Cheops-Pyramide und gilt in der Archäologie als einer der Beweise, dass Pharao Cheops (Khufu) dieses Monument erbaute.

Die These einer Fälschung, die bis heute diskutiert wird, geht demnach ursprünglich auf Sitchin und seinem Nibiru zurück. Sitchin selber wollte sogar einst mit Hammer und Meißen brachial eine Probe der legendären Kartusche nehmen, um seine Idee zu beweisen.

Mehr dazu in diesem Blog-Artikel HIER.

4.:

Als Sitchin erstmals seine Nibiru-Welt in Buchform veröffentlichte, nannte er sein Werk „Der 12. Planet“. Das war 1976, als der kleine Pluto hinter dem Gasplaneten Neptun noch als echter Planet geführt wurde. Heute ist der erst 1930 entdeckte Pluto kein Planet mehr, sondern wird seit August 2006 als „Zwergplanet“ gelistet. Bevor die „Internationale Astronomische Union“ Pluto den Planeten-Status aberkannte und ihn degradierte, galt dieser als 9. Planet unseres Sonnensystems.

Mit Sitchin seiner Welt Nibiru wären das aber dennoch nur 10 und keine 12 Planeten in unserem Sonnensystem. Dies erklärte Sitchin damit, dass einstmals der Mond und die Sonne mitgezählt wurden. Bei seinen außerirdischen Nibiru-Göttern ebenso, wie beim mesopotamischen Volk der Sumerer. Unter anderem von diesen will er seine Informationen aus Jahrtausende alten Texten „übersetzt“ haben.

Daher kam es zu seinem „12. Planeten“.



5.:

Die Erde ist der 3. Planet um unseren Fixstern. Nach Merkur und Venus. Daran hatte Sitchin zum Glück zwar nie Zweifel, aber er führte noch eine andere Zählung ein, die er anhand alter Texte über die Bewohner des Nibiru hergeleitet haben will. Denn diese kosmischen Astronautengötter zählten angeblich von ihrer Position auf Nibiru im Sonnensystem aus bis zur Erde hin.

Denn wenn deren Heimatplanet weit außen hinter Pluto und Neptun seine Bahnen zog, war nach deren Blickrichtung zur Sonne die Erde der 7. Planet. Nach Sitchin zählte man auf Nibiru demnach wie folgt:

  1. Pluto
  2. Neptun
  3. Urnaus
  4. Saturn
  5. Jupiter
  6. Mars
  7. Erde

Dass unser Mond, der ja angeblich bei den 12 Planeten als eben solcher mitgezählt wurde, bei seine Umlauf auch mal zwischen Erde und Mars liegt, spielte dabei scheinbar keine Rolle. Und wenn ja, dann gibt es noch das Problem der Zählweise von Nibiru aus, der eigentlich hierbei die Position 1 haben sollte.

6.:

Zecharia Sitchin war überzeugt: Sein bewohnter Planet Nibiru werde alsbald im Weltraum gefunden!

Zecharia Sitchin:" Der zwölfte Planet" - Cover der deutschen Erstausgabe
Zecharia Sitchin:“ Der zwölfte Planet“ – Cover der deutschen Erstausgabe

Nachdem die „New York Times“ am 30. Januar 1983 über die Suche nach einem „Planeten X“ berichtete, also einem bisher unentdeckten Planeten in unserem Sonnensystem, wollte Sitchin deshalb handeln. Denn die Zeitung zitierte einen Astronomen, der darauf verwies, dass dieser Planet ganz sicher sei und nun „nichts mehr übrig (bleibe), als ihm einen Namen zu geben“. Also schrieb Sitchin am Folgetag der „Planetarischen Gesellschaft“ in Pasadena, Kalifornien, einen entsprechenden Brief.

Denn „dem Entdecker eines neuen Himmelskörpers“ werde normalerweise „das Vorrecht eingeräumt, ihm einen Namen zu geben“, so Sitchin. Und da er „Planet X“ als Nibiru entdeckt habe, teilte er der „Planetarischen Gesellschaft“ unter anderem mit:

Nun, die Alten haben ihn bereits benannt: Nibiru aus sumerisch. Marduk aus babylonisch. Ich glaube, ich bin berichtigt, darauf zu bestehen, dass er so genannt wird.

Über diese Bemühungen um „Planet X“ und seinem Nibiru berichtete Sitchin schon 1990 in seinem Buch „Genesis Revisited“.

Gefunden wurde weder der eine, noch der andere Planet. Auch wenn die Suche nach einem weiteren Planeten im Sonnensystem, aktuell schlicht „Planet 9″/“Planet Nine“ genannt, weiterhin in der Astronomie aktuell ist. Dieser hat aber nichts mit Nibiru zu tun, auch wenn das immer wieder behauptet wird.

Mehr dazu zum Beispiel in diesem Mystery Files-Video HIER.

7.:

Wie viele Planeten Sonnensysteme haben können, ist in der Astronomie unbekannt. Wir haben nach dem Stand der Dinge 8 von ihnen und es ist fraglich, ob es eine Art „Obergrenze“ gibt. Doch vor Milliarden Jahren waren es um unsere Sonnen sogar 100 oder mehr. Dies waren kleine sogenannte „Protoplaneten“, aus denen sich durch Kollisionen erst noch unsere jetzigen Planeten bildeten. Unter ihnen war allerdings nicht der Himmelskörper Nibiru.

Nach der astronomischen Weltanschauung von Sitchin kam Nibiru einstmals von außerhalb des Sonnensystems hierher. Nach einem „kosmischen Billard“ und Kollisionen (unter anderem mit der Erde) vor undenklich lagen Zeiten nahm dieser letztlich seinen elliptischen Orbit von 3.600 Jahren ein.

Als Sitchin das 1976 erstmals in seinem Buch „Der 12. Planet“ publizierte, waren noch nicht mal Exoplaneten bekannt. Erst rund 20 Jahren später wurde der erste von ihnen gefunden, da deren Existenz wohl niemand bezweifelte. Woran kaum jemand dachte, waren Welten, die ohne eine Sonne alleine durch das Universum treiben. Einsame Planeten, die sich nicht in einer festen Bahn um ihren Stern drehen. Genau das also, was der Ur-Nibiru einst gewesen sein soll.

Inzwischen jedoch kennt die Astronomie tatsächlich solche Vagabunden im All.

8.:

Nibiru ist wahrlich ein Planet der Extreme, wie ihn Sitchin sich ausmalte. Denn er behauptete, dass sein Anunnaki-Planet in mehr oder weniger historisch greifbarer Zeit bei seinem Umlauf um die Sonne mit dem Riesenplaneten Uranus kollidierte!

Diese Katastrophe habe nicht nur die Umlaufzeit des Nibiru verändert (verkürzt) und die Achse des Uranus extrem gekippt. Vielmehr sei auch der Uranus-Mond Miranda möglicherweise ein Nibiru-Mond gewesen, den dieser bei der Kollision an Uranus verlor. Zumindest aber wurde Miranda bei diesem Ereignis stark beschädigt, wofür gewaltige „Schleifspuren“ auf seiner Oberfläche sprechen würden.

Die Bewohner des Nibiru, die Anunnaki, überlebten übrigens dieses verehrende Ereignis auf ihrer Welt.

Mehr dazu in diesem Blog-Artikel HIER und diesem Mystery Files-Video HIER.

Der Uranus-Mond Miranda und seine "Narben": Spuren einer Kollision mit Nibiru? (Bilder: NASA/gemeinfrei)
Der Uranus-Mond Miranda und seine „Narben“: Spuren einer Kollision mit Nibiru? (Bilder: NASA/gemeinfrei)

9.:

Da sich Nibiru die meiste Zeit extrem weit in den äußeren Bereichen des Sonnensystems bewegen soll, sind deren Bewohner angeblich in Sachen Raumfahrt bestens organisiert. Diese Außerirdischen konnten zwar angeblich schon vor fast einer halbem Millionen Jahren Raumfahrt betreiben, denn damals seien sie erstmals hier gewesen, aber irgendwelche futuristischen Super-Technologien haben sie dennoch nicht.

Die Raumfahrzeuge der Nibiru-Aliens Anunnaki, wie sie Sitchin in mehr als einem Dutzend Büchern schildert, sind den unseren nicht allzu weit voraus. Auch uralte Technik des Raketenantriebs würden diese Wesen nutzen. Für Flüge zwischen den Planeten ist das auch mehr oder weniger ausreichend. Um aber effizient zu sein, haben die Anunnaki auf dem Mars Basen und Zwischenstationen errichtet. Dort agieren sie im Verborgenen als Außenposten des Nibiru.

Selbst das berühmte „Mars-Gesicht“ zeige in Wahrheit das Antlitz eines Herrschers vom Nibiru, so Sitchin.

10.:

Obwohl Zecharia Sitchin der „Gründer“ der Nibiru-Idee ist, folgten ihm zahlreiche weitere Nibiru-Propheten. Denn so kann man es zum Teil durchaus formulieren. Nicht nur die zahllosen und weiter aktuellen Autoren, die Bücher über Anunnaki schreiben.

Vor allem ist hier Nancy Lieder aus den USA zu nennen, die schon Mitte der 1990er Jahre die Website „Zeta Talk“ ins Leben rief. Sie und ihre Anhänger verbreiten seit dem zahllose Botschaften zu Außerirdischen und Nibiru und vor allem über nahende Katastrophen durch diesen Planeten.

Andere setzten Nibiru mit Himmelskörpern gleich, die sie zum Beispiel „Nemesis“, „Tyche“ oder „Hercolubus“ nennen. Oder eben den auch teilweise von etablierten Astronomen gesuchten und vermuteten „Planet 9“. Einige dieser Nibiru-Alternativen werden dabei als Stern angesehen. Als ein Brauner Zwerg, der zu unserem System gehört und periodisch für Katastrophen wie Massenmaussterben auf der Erde verantwortlich ist. Damit wäre unser Sonnensystem also in Wahrheit ein Doppelsternsystem.

Natürlich kann auf einem Braunen Zwerg kein Leben existieren – es ist ja ein Stern. Mit dem Kern der Nibiru-Idee haben solche Spekulationen kaum mehr etwas gemeinsam.

Schon Sitchin selber wehrte sich bis zu seinem Tod gegen die Vereinnahmung seiner Aussagen in diese Richtungen. Vor allem in den Jahren vor dem 21. Dezember 2012 und dem „Ende“ des Kalenders der Maya. Ein Hochzeit für Phantasien um die Wiederkehr des Nibiru, wie in zahllosen Blog-Beiträgen und Mystery Files-Videos dargelegt. Sogar der Ausbruch des Kilauea auf Hawaii wurde später noch (2018) mit dem Kommen des Nibiru in Verbindung gebracht, wie HIER berichtet.

Denn eigentlich soll, nach dem Urheber Sitchin, der Planet erst im Jahre 2894 wieder in Erdnähe kommen, wie HIER und in diesem Video HIER gezeigt. Wenn es ihn geben würde.

Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Forscher fanden 139 neue Objekte am Rande des Sonnensystems: Aber noch immer keine Spur von Planet Neun (+ Videos)

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Forscher fanden 139 neue Objekte am Rande des Sonnensystems: Aber noch immer keine Spur von Planet Neun (Bilder: ESA & NASA / Montage: Fischinger-Online)
Forscher fanden 139 neue Objekte am Rande des Sonnensystems: Aber noch immer keine Spur von Planet Neun (Bilder: ESA & NASA / Montage: Fischinger-Online)

Forscher haben nach der Auswertung von Millionen „Punkten“ am Himmel insgesamt 139 neue Objekte im Kuipergürtel gefunden. Sogenannte „Transneptunische Objekte“ (TNO), von denen der Zwergplanet Pluto sicher der bekannteste ist. Diese neuen „Planeten“ in unserem Sonnensystem sind teilweise bis zu 90-mal weiter von der Sonne entfernt wie die Erde. Objekte in ewiger Dunkelheit und Kälte, von denen es zehntausende geben könnte. Doch was die Wissenschaftler nicht fanden, ist vielleicht noch interessanter: Sie fanden keine Spur von dem theoretisch angenommenen „Planet 9„. Einem bisher unbekannten Planeten unseres Sonnensystems, der seit Jahren für Diskussionen sorgt. Auch in der Grenzwissenschaft. Warum und was die Forscher  fanden, erfahrt Ihr hier.


„Transneptunische Objekte“: Das Sonnensystem wird voller

Der Mensch blickt schon immer zu den Sternen hinauf. Er sucht nach Neuem – und mach immer wieder neue Entdeckungen. Vor allem seit der Erfindung des Teleskopes bzw. Fernrohres wuchs unser Wissen über die Sterne und das Universum enorm. Und auch die Anzahl der Planeten in unserem Sonnensystem stieg stetig.

Bis zum Jahr 1930. Da gelang es dem Astronom Clyde Tombaugh am Lowell Observatorium in Flagstaff in den USA den bisher letzten Planeten in unserem Sonnensystem zu finden. Den Pluto, der Hinter dem Neptun im Kuipergürtel seine Bahnen zieht. Ein Objekt in fast 6 Millionen Kilometern (39,482 Astronomische Einheiten, AU) Entfernung der Sonne, das einen Durchmesser von nur 2.374 Kilometern hat. Zu wenig für die „Internationale Astronomische Union“, die den Planeten Pluto 2006 einer neuen Kategorie zuordnete, der so zu einem „Zwergplaneten“ wurde.

Einer der Gründe war unter anderem, dass die Forscher immer mehr kleine und kleinste „Planeten“ hinter Neptun im Kuipergürtel fanden. „Plutoide“ und „Plutonis“ werden diese heute genannt. Über 3.300 dieser „Transneptunischen Objekte“ (TNO) sind inzwischen bekannt. Wie viele es von diesen Objekten am Rande unseres Sonnensystems in Plutos „Nachbarschaft“ noch gibt, ist unbekannt. Es werden zehntausende sein, so die Astronomen, die mehr als 100 Kilometer Durchmesser haben. Auf diese ist längst eine regelrechte Jagd ausgebrochen (s. auch 1. Video unten).

Sie zu finden ist sehr schwierig. Ihre geringe Größe, die sehr geringe Helligkeit, die gewaltige Entfernung von der Sonne – teils rund doppelt so weit wie Pluto! – und auch die hunderte Jahre dauernde Umlaufbahn derartiger Objekte stellen die Forscher vor eine Herausforderung. Dennoch haben Astronomen im „The Astrophysical Journal“ vom 10. März 2020 bekannt gegeben, dass sie erneut 139 „Transneptunische Objekte“ entdeckt haben.

Milliarden Lichter am Himmel

Die Wissenschaftler um Pedro H. Bernardinelli von der Universität von  Pennsylvania nutzen dabei das System „Dark Energy Survey“, das seit 2013 den Himmel beobachtet. Allerdings hat das internationale Projekt vorrangig das Ziel, der geheimnisvollen „Dunklen Energie“ und der beschleunigten Ausdehnung des Kosmos auf die Spur zu kommen. Dazu wird vor allem am „Cerro Tololo Inter-American Observatory“ in Chile mit der „Dark Energy Camera“ im infraroten und optischen Bereich eine „Himmelsdurchmusterung“ durchgeführt.

Für die Jäger von Objekten hinter Neptun und Pluto im Kuipergürtel ist das ein Glücksfall. Denn diese die dabei gewonnenen Daten können auch für die Suche nach solchen fernen und fremden Welten genutzt werden. Dazu nahmen die Forscher um Bernardinelli zuerst 7 Milliarden(!) Lichtpunkte am Himmel, die die „Dark Energy Camera“ als Objekte erkannt hatte. Aus diesen filterten sie alle Objekte heraus, die sich als Sterne oder Galaxien identifizieren ließen.

So blieben „nur“ 22 Millionen Lichter am Himmel über, die mutmaßlich neue Objekte sein könnten.

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Nach weiteren Analysen der Daten, Vergleiche mit älteren Aufnahmen und einer Filterung der bekannten Objekte durch eine Software blieben 139 Objekte über, die bisher unbekannt waren. Alle innerhalb unseres eigenen Sonnensystems und zum Teil unglaubliche 90 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt. Das entspräche dem 90-fachen Abstand der Erde von unserem Stern und damit rund 13,5 Milliarden Kilometer.

Das Forscherteam ist aber überzeugt, dass sie noch weit mehr dieser Objekte in den bisherigen Daten von „Dark Energy Survey“ finden werden. Vielleicht 500 an der Zahl, weshalb sie die Suche fortsetzten wollen. Und auch für die Suche nach dem schon legendären „Planet 9“ könnte sich diese Technologie als Segen erweisen. Es ist jener hypothetische Planet, über den schon länger spekuliert wird. Angeblich von der Größe des Neptuns zieht er mutmaßlich irgendwo hinter Pluto seine Bahnen in ewiger Dunkelheit und Kälte.

Ob es ihn wirklich gibt, ist unklar. Auch wenn astronomische Daten und theoretische Berechnungen auf seine Existenz hinweisen, wie mehrfach auf diesem Blog und in Videos berichtet (s. a. unten). Gary M. Bernstein von der Universität von Pennsylvania und Mitautor der Studie dazu:

Es gibt viele Ideen über Riesenplaneten, die sich früher im Sonnensystem befanden und nicht mehr vorhanden sind, oder über Planeten, die weit entfernt und massiv sind, aber zu schwach, als dass wir sie noch bemerkt hätten. Das Erstellen des Katalogs macht Spaß. Wenn Sie dann diese Ressource erstellen, können sie vergleichen, was sie gefunden haben, mit dem, was jemand in der Theorie gesagt hat, dass sie finden sollten.“

„Planet 9“

Neue Hinweise auf diesen ominösen „Planet Nine“ fanden die Astronomen in den Daten allerdings nicht. Vor allem die Astronomen Mike Brown und Konstantin Batygin vom „California Institute of Technology“, machten diesen „Planet 9“ durch eine Veröffentlichung in „The Astronomical Journal“ am 20. Januar 2016 schlagartig weltberühmt. Seither streiten sich die Astronomen um diesen fremden Planeten. Zum Beispiel über die mögliche Umlaufbahn, die irgendwo zwischen 400 und 1.500 Astronomischen Einheiten bewegen soll. Das sind gigantische Distanzen, die mehrere Lichtjahre umfassen.

Meist wird jedoch angenommen, dass sich diese fremde Welt durchschnittlich ca. 700 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt bewegt.

Immer noch ein kaum fassbarer Abstand. Und obwohl dieser rein theoretisch angenommene „neunte Planet“ vor allem in Astronomen-Kreise für Debatten sorgt, hat auch die Grenzwissenschaft das Thema längst aufgriffen. Es heißt hierbei zum Teil nicht nur, das man diesen neuen Planeten „nachgewiesen“ habe. Vielfach wird dieser mit der (vollkommen falschen) Behauptungen in Zusammenhang gebracht, dass der Planet Nibiru damit „belegt“ sei.

Diesen Planeten dachte sich ein Prä-Astronautik-Autor in den 1970ger Jahren in den USA aus. Er soll vor hunderttausenden Jahren schon von Außerirdischen bewohnt gewesen sein, in einer Ellipse in ca. 3.600 Jahren um die Sonne kreisen und deren Bewohner seien die „Götter der Vorzeit“. Treue Leser dieses Blogs und meiner Veröffentlichungen kennen das Thema sicher sehr genau.

Nicht nur, dass, wie von mir vielfach aufgezeigt (z.B. HIER oder auch HIER & HIER), dieser bewohnte Nibiru Nonsens ist –  er entspricht auch nicht im Geringsten dem theoretischen „Planet 9“. Auch soll Nibiru nach seinem Erfinder während seines stark elliptischen Umlauf um die Sonne der erde recht nahe kommen. Etwa in dem Bereich des Mars oder des dahinter liegenden Asteroidengürtel. Einen derartiger Orbit haben weder „Planet 9“ noch andere „Transneptunische Objekte“.

Die Suche geht also weiter …

Video-Auswahl zum Thema

YouTube-Video vom 22. Dez. 2018 auf Fischinger-Online

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YouTube-Video vom 21. Jan. 2016 auf Fischinger-Online

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Hunderte neue „Planeten“ in unserem Sonnensystem entdeckt: Aber was wurde aus Planet X, dem Planet Nine? +++ YouTube-Video +++

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Hunderte neue Planeten in unserem Sonnensystem entdeckt - aber was macht die Suche nach Planet X / Planet Nine? (Bild: WikiCommons/gemeinfrei)
VIDEO: Hunderte neue Planeten in unserem Sonnensystem entdeckt – aber was macht die Suche nach „Planet X“, dem „Planet Nine“? (Bild: WikiCommons/gemeinfrei)

Nahezu tagtäglich machen Astronomen in aller Welt in den Weiten des Kosmos spektakuläre Entdeckungen. Doch auch vor unserer eigenen Haustür – in unserem eigenen Sonnensystem – machen Wissenschaftler immer wieder spannende Entdeckungen. Dazu gehören hunderte von neuen „Planeten“, die Astronomen inzwischen gefunden haben. Zwerg-Planeten, die hinter dem Planeten Neptun ihre Umlaufbahnen ziehen. Auch unter ihnen gibt es einen „Heiligen Gral“ der Astronomen: Es ist der „Planet X“ oder auch „Planet Nine„. Ein Riesenplanet, der dort bis heute unentdeckt seine Bahnen ziehen soll. Was aus der Suche nach diesem „Planeten X“ wurde udn was die Astronomen dort am Rande unseres Sonnensystems noch alles fanden, erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video.


„Planet Neun“ oder Nibiru?

Beinahe täglich machen Astronomen in aller Welt in den Weiten des Kosmos spannende Entdeckungen. Unser Wissen über das Weltall wächst rasanter als jemals zuvor und viele Menschen können sich für solche Funde im All begeistern. Unendlich weit entfernte Exoplaneten in fremden Sonnensystemen werden heute alltäglich gefunden – sie begeistern schon kaum jemanden mehr wirklich.

Doch auch vor unserer eigenen Haustür – in unserem eigenen Sonnensystem – machen Wissenschaftler immer wieder spannende Entdeckungen. Dazu gehören hunderte von neuen „Planeten“, die Astronomen inzwischen gefunden haben. Zwerg-Planeten, die hinter dem Planeten Neptun ihre Umlaufbahnen ziehen.

Es sind die „Exoten“ in unserem Sonnensystem, die zum Teil hunderte, tausende oder sogar zehntausende Jahre benötigen, um einmal die Sonne zu umrunden. „Transneptunische Objekte“ (TNO) nennt man solche Mini-Planeten, die weit draußen im Kuipergürtel ihrer Bahnen ziehen. Der bekannteste unter ihnen ist der Pluto, der bis 2006 noch als Planet galt.

Auch unter diesen TNO gibt es einen „Heiligen Gral“ der Astronomen: Es ist der „Planet X“ oder auch „Planet Nine“. Ein riesiger Planet – größer als die Erde, den es nach Berechnungen dort draußen theoretisch geben könnte.

Nachdem vor einigen Jahren das theoretische Vorhandensein dieses „Planet Nine“ von Astronomen bekannt gegeben wurden, folgten hitzige Debatten in Presse, Wissenschaft und auch Grenzwissenschaft. Was aber wurde aus der Suche nach diesem „Planet X„? Was sind diese möglicherweise tausende von TNO und sucht überhaupt noch jemand nach diesem fremden Riesenplaneten? Und was haben die Ancient Aliens – die Außerirdischen der Vergangenheit – mit diesem Astronomie-Thema zu tun?

Das und mehr erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video.

Bleibt neugierig …

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Die Suche nach „Planet Nine“: Neue Hinweise auf einen unbekannten Planeten in unserem Sonnensystem gefunden?

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Die Suche nach "Planet Nine":- neue Hinweise auf einen unbekannten Planeten gefunden? (Bilder: NASA/JPL / Montage: L. A. Fischinger)
Die Suche nach „Planet Nine“:- neue Hinweise auf einen unbekannten Planeten gefunden? (Bilder: NASA/JPL / Montage: L. A. Fischinger)

Astronomen suchen nicht nur nach Exoplanten, wie in vielen Lichtjahren Entfernung ihre Bahnen ziehen und vielleicht sogar unserem Planten ähneln. Sie suchen auch nach einem bisher unbekannten Planten in unserem eigenen Sonnensystem und damit direkt vor unserer Haustür. Der als „Planet Nine“/“Planet 9“ bekannte Planet sorgte vor einem Jahr für viel Aufsehen, als Wissenschaftler diesen Riesenplaneten theoretisch vermuteten. Doch belegt wurde die Existenz von „Planet 9“ bisher nicht. Jetzt aber liefern Astronomen aus Spanien in einer neue Studie weitere Indizien, dass es diesen Planten weit draußen im Sonnensystem geben könnte. Dazu verglichen  sie  zwei Asteroiden, die scheinbar durch „irgendwas“ abgelenkt worden sind. Was die Astronomen genau untersuchten und vermuten, erfahrt Ihr hier.

 

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Seit Anfang Dezember 2015 suchen Astronomen in aller Welt einen weiteren, einen neunten, Planten in unserem eigenen Sonnensystem. Grund waren Modellrechnungen von Astronomen, die darauf hindeuteten, dass es es weit im äußeren Bereich unseres Sonnensystems einen bisher unbekannten Planeten geben könnte.

Wo ist „Planet X“?

Jenseits der Bahn des Ex-Planten Pluto könne dieser „Planet 9“ seine Bahnen ziehen, so wurde und wird vermutet. Dieser „Planet X“ würde durch seine Gravitation/Masse die Bahnen von weit entfernten Asteroiden beeinflussen und ablenken, was indirekt auf seine Existenz hinweisen würde. Und genau diese Bahnabweichungen aber können Astronomen von der Erde aus beobachten und berechnen. Vermutet wird ein solcher Planet im Bereich des Kuipergürtel aber schon länger.

Dabei könnte der fremde Himmelskörper sogar zehn bis zwanzig Mal so groß wie unsere Erde sein, so die Astronomen damals. Nur eine Sonnenumrundung dieses Planeten würde sogar bis zu 20.000 Jahre dauern. Ob es ihn aber wirklich gibt, ist bis heute Spekulation bzw. Theorie.

In dem YouTube-Video unten gehe ich auf diesen „Planet 9“ genauer ein.

Neue Hinweise auf „Planet 9“?

Die Astronomin Julia de León vom „Instituto de Astrofísica de Canarias“ hat zusammen mit ihren Kollegen jüngst  in der „Monthly Notices“ der „Royal Astronomical Society“ eine Studie veröffentlicht, in denen sie weitere Indizien für das Vorhandensein eines neuen Planten vorstellen.

Dabei konzentrierten sich die Wissenschaftler auf die Untersuchung von zwei Asteroiden mit den Bezeichnungen „2013 RF968“ und „2004 VN112“, die in unserem Solarsystem ihre Bahnen ziehen. In der Studie kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass bei Himmelskörper einst zusammengehörten. Sie bildeten ursprünglich einen „Doppel-Asteroiden“, die gemeinsam um einen Gravitations-Schwerpunkt kreisten. Etwa zu vergleichen mit zwei Sonnen in einem Doppelsternsystem, die sich um einen gemeinsam Schwerpunkt bewegen.

Laut den Forschern weisen die chemischen Zusammensetzungen beider Asteroiden und ihre ähnlichen Umlaufbahnen in unserem Sonnensystem auf diesen gemeinsam Ursprung hin. Die Frage ist nur, was diese beiden Objekte einst voneinander trennte, so de León.

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Nachdem das Team einige tausend Modellrechnungen durchführte, um der Ursache der Trennung von „2013 RF968“ und „2004 VN112“ auf die Spur zu kommen, vermuten sie nun in ihrer Studie einen bisher fremden Planten. Eben diesen „Planet 9“ in den dunklen und kalten Randbereichen unseres Sonnensystems, der als Kuipergürtel bezeichnet wird. Dabei kamen auch de Léon und ihre Koautoren zu dem Ergebnis, dass dieser unentdeckte Himmelskörper zehn oder zwanzig Erdmassen haben könnte. Genau wie sie der theoretische „Planet X“ besitzen soll.

Riss ein unbekannter Planet die Asteroiden voneinander los?

Nach den Modellrechnungen der Astronomen in „Monthly Notices“ vom 7. Januar 2017 geschah die Trennung der beiden Asteroiden vor fünf bis zehn Millionen Jahren. Irgendeine Masse – oder besser gesagt ein massereicher Himmelskörper – könnte vor Jahrmillionen die Ursache dafür gewesen sein.

Wer sich an der Suche und vor allem dem direkten Nachweis dieses „Planet X“ weiter hinter dem Planten Neptun selber beteiligen will, kann dies übrigens inzwischen auch machen. Der Astrophysiker Marc Kuchner vom „Goddard Space Flight Center“ der NASA hat dafür das Projekt „Backyard Worlds“ gestartet. Mehr als 22.000 Personen nehmen inzwischen an diesem Projekt teil.

Mehr über diesen theoretischen Fund in meinem YouTube-Video vom 21. Januar 2016:

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Lars A. Fischinger

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Die „zweite Erde“ um den Stern Proxima Centauri: Neues zum Gerücht über einen „bewohnbaren Planeten“ vor unserer kosmischen Haustür: Die Fakten!

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Die "zweite Erde" in unserer Nachbarschaft um unseren direkten Nachbarstern Proxima Centari: Ob es dort tatsächlich wie in dieser Computerdarstellung aussieht,. weiß bisher niemand! (Bild: ESO/M. Kornmesser )
Die „zweite Erde“ in unserer Nachbarschaft um unseren direkten Nachbarstern Proxima Centari: Ob es dort tatsächlich wie in dieser Computerdarstellung aussieht, weiß bisher niemand! (Bild: ESO/M. Kornmesser )

Am 12. August 2016 habe ich auf dieser Webseite darüber berichtete, dass die weltweite Presse ein Gerücht verbreitet, dass ein „bewohnbarer Planet“ um unseren nächstgelegenen Stern Proxima Centauri nachgewiesen worden sein soll. Auslöser des medialen Interesses war eine eher schwammige Meldung des Nachrichtenmagazins „Spiegel“, die rund um den Globus zumindest Online-Medien weiter verbreiteten. Ende August sollte dazu eine Pressekonferenz der Europäischen Südsternwarte (ESO) folgen, auf der diese Entdeckung bekannt gegeben werden soll. Dies ist hat nun stattgefunden  und  unter anderem erscheint heute in dem Magazin „Nature“ ein Artikel über die entdeckte „zweiten Erde“ im Kosmos. Da sich das Gerücht damit teilweise bestätigt hat, sollen an dieser Stelle nochmals alle Fakten um diesen neuen Exoplaneten dargelegt werden. Denn – wie so oft – „vergessen“ verschiedene Medien diese …

 

 

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Vor rund zwei Wochen schrieb ich auf diesem Blog folgendes zu dem Gerücht über die Entdeckung einer Erde 2.0 um den Stern Proxima Centauri:

Ist es also Ende August soweit, dass die Entdeckung eines theoretisch bewohnbaren und (ebenso theoretisch) bewohnten Planten zu verkünden ist? Wer oder was auf einem solchen Expoplanetren keucht und fleucht ist natürlich Spekulation. Da aber Rote Zwerge wie Proxima Centauri zu jene Sonnen gehören, die im Kosmos am Meisten vorkommen, wäre ein erdähnlicher Planet um einen solchen Fixstern bei der Suche nach Leben im All ein Glücksfall!

Am 24. August war es dann soweit und die Europäische Südsternwarte (ESO) gab eine Pressekonferenz sowie eine Pressmitteilung heraus, in dem der Fund „bestätigt“ wurde:

Planet in bewohnbarer Zone um nächstgelegenen Stern gefunden – Die Beobachtungskampagne ,Pale Red Dot‘ entdeckt einen Planeten mit erdähnlicher Masse um den Stern Proxima Centauri.“

Der Nachweis dieses „Proxima b“ genannten Exponaten in unmittelbarer Nachbarschaft unseres Sonnensystems in nur rund 4 Lichtjahren Entfernung sei eine „epochale Entdeckung“, so die ESO. Zweifellos ist sie das, aber was genau sind die trockenen Fakten und was ist von Medienberichten über eine zweite Erde zu halten?

Die Fakten rund um den Planten „Proxima b“

Neue Erde direkt in unserer Nachbarschaft gefunden? (Bild: NASA / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Neue Erde direkt in unserer Nachbarschaft gefunden? (Bild: NASA / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

In ihrer Pressemitteilung gestern schaffte die ESO, mit dem Hinweis, dass eine Publikation dazu in „Nature“ erscheinen wird (hier als PDF zu finden), eigentlich gleich zu Beginn klare Fakten. So heißt es dort:

Mit Teleskopen der ESO und anderen Einrichtungen ist es Astronomen gelungen, einen klaren Hinweis auf einen Planeten zu finden, der den nächsten Stern zur Erde, Proxima Centauri, umkreist. Dieser lang gesuchte Planet, genannt Proxima b, umkreist seinen kühlen, roten Mutterstern alle 11 Tage und besitzt eine Temperatur, die Wasser in flüssigem Zustand an der Oberfläche für möglich erscheinen lässt. Dieser Gesteinsplanet hat etwas mehr Masse als unsere Erde und ist der zu uns nächstgelegene extrasolare Planet – vielleicht ist er sogar der nächste Ort außerhalb unseres Sonnensystems, wo Leben existieren kann.

Schon damit sollten alle Spekulation über eine neue Erde im All hinfällig sein. Sind sie aber nicht, wie es die Presselandschaft aktuell zeigt.

Der Planet „Proxima b“ ist eher unwirklich, wild und alles andere als eine zweite Erde. Das zeigen diese bisher veröffentlichen Daten dieses Exoplanten:

  • Ein Jahr dauert auf diesem Planeten nur 11,2 Tage
  • Jahreszeiten, wie wir sie kennen, sind damit so gut wie ausgeschlossen
  •  VIDEO: "Planet Nine": Fanden Astronomen einen neuen (Riesen-)Planten in unserem Sonnensystem? (Bild: NASA/JPL / Montage: L. A. Fischinger)
    VIDEO: „Planet Nine“: Fanden Astronomen einen neuen (Riesen-)Planten in unserem Sonnensystem? (Bild: NASA/JPL / Montage: L. A. Fischinger)

    Der Planet hat laut ESO eine „Mindestmasse von 1,3 Erdmassen“ – mindestens

  • Er umrundet seinen kühlen Mutterstern Proxima Centauri in nur 7 Millionen Kilometern Entfernung (die Erde umkreist die Sonne in etwa 150 Millionen Kilometer Abstand)
  • Der Exoplanet ist durch seine Mutterstern einem Vielfachen der Strahlungsintensität ausgesetzt, wie die Erde durch unserer Sonne
  • Damit befindet er sich in der bewohnbaren Zone um seine Sonne und damit könnte es flüssiges Wasser dort geben

Die Europäische Südsternwarte schreibt in klaren Worten etwa:

Schätzungen seiner Oberflächentemperatur nach wäre das Vorhandensein von flüssigem Wasser möglich. Trotz seiner gemäßigten Umlaufbahn werden die Bedingungen an seiner Oberfläche stark von Ausbrüchen des Sterns im Ultravioletten und Röntgenbereich beeinflusst – in viel stärkerem Ausmaß als die Erde es von der Sonne erfährt.

Zwei zusätzliche Fachartikel diskutieren die Bewohnbarkeit und das Klima auf Proxima b. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass das Vorhandensein von flüssigem Wasser derzeit nicht ausgeschlossen werden kann. In einem solchen Fall würde es nur in Regionen mit starker Sonneneinstrahlung vorkommen, entweder in einem Teil der Hemisphäre des Planeten, die ständig dem Stern zugewandt ist (gebundene Rotation) oder in einem tropischen Gürtel (Rotation mit 3:2-Resonanz). Die Eigenrotation von Proxima b, die starke Strahlung von seinem Mutterstern und die Entstehungsgeschichte des Planeten führen zu einem verglichen mit der Erde deutlich anderen Klima. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass es auf Proxima b Jahreszeiten gibt.

Keine zweite Erde im All gefunden!

Damit ist „Proxima b“ alles andere als eine zweite Erde im All! Wissenschaftlich ist die Entdeckung eine Glanzleistung, aber nicht mehr. Irgendwelche Formen von Leben, Meere und Ozeane, ruhige Bedingen in einem „angenehmen“ und stabilen Klima – von all dem kann keine Rede sein.

Wissenschaftler wollen tausende Mini-Sonden zu anderen Sternen schicken - auch zu Proxima Centari?!
VIDEO: Wissenschaftler wollen tausende Mini-Sonden zu anderen Sternen schicken – auch zu Proxima Centari?! (Bild: NASA / Montage: L. A. Fischinger)

„Proxima b“ist weder eine „Erde 2.0“, eine zweite oder neue Erde und schon gar nicht eine „Erde 3.0„. Er ist nicht mehr aber auch nicht weniger als ein Exoplanet in einer habitablen Zone um seinen Mutterstern. Das aber kühle rote Zwerg Proxima Centauri nur rund 4 Lichtjahre von unserer Erde entfernt ist, ist die Nachweis dieses Planeten dort eine Fundgrube für die zukünftige Astronomie und weitere Forschungen. Die ESO sieht das so:

Proxima b wird in der Zukunft eines der wichtigsten Ziele für die Suche nach Leben im Universum sein. Und tatsächlich gibt es mit dem Projekt StarShot die Vision, das Alpha Centauri-System mit einen Raumfahrzeug von der Erde aus anzuvisieren.

(…) Viele Exoplaneten wurde bisher gefunden und viele weitere werden in der Zukunft entdeckt werden, aber die Suche nach dem potentiell nächsten erdähnlichen Planeten war für uns alle eine einzigartige Erfahrung in unserem Leben. Es sind die Anstrengung vieler, die diese Entdeckung erst möglich machten. Ihnen allen sei Tribut und Ehre gezollt. Die Suche nach Leben auf Proxima b ist der nächste Schritt…“

 

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

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„Planet Nine“: Neuer Planet in unserem Sonnensystem gefunden? Und das böse N-Wort … Nibiru! +++ YouTube-Video +++

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VIDEO: "Planet Nine": Fanden Astronomen einen neuen (Riesen-)Planten in unserem Sonnensystem? (Bild: gemeinfrei/Pixabay)
VIDEO: „Planet Nine“: Fanden Astronomen einen neuen (Riesen-)Planten in unserem Sonnensystem? (Bild: gemeinfrei/Pixabay)

Aufregung und Spannung unter den Astronomen und Weltraum-Fans: Zwei Astronomen vom „California Institute of Technology“ (Caltech) scheint es gelungen zu sein, einen weiteren Planeten innerhalb unseres eigenen Sonnensystems zu finden. Den Riesenplanet „Planet Nine“, der bis zu 20.000 Jahre für einen Sonnenumlauf benötigt und die zehnfache Masse unserer Erde haben könnte. Einige Enthusiasten sehen hier jedoch noch mehr: Den Beweis, dass es den angeblich von Aliens (Anunnaki) bewohnten Planeten „Nibiru“ gibt. Was genau es aber mit diesem „Planet Nine“ auf sich hat, erfahrt Ihr in einem neuen YouTube-Video auf meinem Kanal.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Spannend, wirklich spannend, wenn heute noch in unserem eigenen Sonnensystem vor unserer kosmischen Haustür ein weiterer Planet gefunden werden könnte!

Ein riesiger Himmelskörper mit dem vorläufigen Namen „Planet Nine“, der in den dunklen und eisigen Weiten des Kuipergürtels seinen 10.000 bis 20.000 Jahre dauernden Sonnenumlauf zieht …

Doch der Planet Nibiru des US-Autoren Zecharia Sitchin ist es mit Sicherheit nicht!

Alles über diesen (bisher nur) theoretischen Fund in diesem YouTube-Video auf den Spuren des Phantastischen!

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Die Apokalypse! Aber wo bleibt der angebliche Planet Nibiru alias „Planet X“ eigentlich immer? (Update)

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Wann kommt der Planet Nibiru - der legendäre Planet X - nun endlich zur Erde? (Bilder NASA/JPL / Montage: L. A. Fischinger)
Wann kommt der Planet Nibiru – der legendäre Planet X – nun endlich zur Erde? (Bilder NASA/JPL / Montage: L. A. Fischinger)

Glauben wir gewissen Kreisen der Esoterik-Szene, kommt ein Planet mit dem Namen Nibiru oder auch Planet X im Jahr 2012 nahe der Erde vorbei oder kollidiert sogar mit dieser. Die Folgen eines solches Szenarios sind bekannt und sollen hier nicht weiter ausgeführt werden. Nur ein Wort: Weltuntergang! Doch, dass es sich dabei um eines der vielen 2012-Märchen handelt, mit den Maya nichts zu tun hat und woher dieser Mythos genau kommt – das wissen scheinbar nur wenige. Die wichtigsten Details zum Planeten Nibiru und seiner erwarteten Wiederkehr deshalb auf dieser Seite. Auch wenn 2012 lange vorbei ist, sind diese Fakten quasi im jeden Jahr immer wieder aktuell!

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Was tun, wenn Nibiru und der Weltuntergang kommen? „Das Planet X Survival-Handbuch“ – Oder: wie schreibe ich möglichst viel Quatsch?

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Das Planet X Survival-Handbuch - oder wie schreibe ich möglichst viel Quatsch auf wenigen Seiten
Das Planet X Survival-Handbuch – oder wie schreibe ich möglichst viel Quatsch auf wenigen Seiten

Der Markt der 2012-Bücher ist ja seit 2009 ein Boom für Esoteriker um das schnelle Geld zu machen. 99,5 Prozent der Bücher sind dabei schlichter Schrott, der gerne auch mit Lügen und Unwissenheit sowie überaus absurden Phantasien vermischt wird. Kein Autor (auch ich nicht!) der „Grenzwissenschaft ist perfekt, aber: Ein „Bonbon“ in all den unzähligen Veröffentlichungen zum 21. Dezember 2012, dem Maya-Kalender, Nibiru & Co. ist fraglos das „Sachbuch“ mit dem hochtrabenden Titel „Das Planet X Survival-Handbuch für 2012 und danach“ (2008) von dem im Internet als „Planet X-Experten“ bejubelten Autor Marshall Masters (und anderen). Ich stelle das Buch und seinen Inhalt hier einmal genauer vor, da es offenkundig eine Art Kultstatus in den Reihen derartiger Literatur genießt. Warum auch immer …

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Astronauten der Antike: Wann genau kommen eigentlich die außerirdischen Anunnaki wieder zur Erde? (+ Videos)

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Wann kommen die Anunnaki wieder zur Erde? In 73 Jahren? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
In 872 Jahren kommen die Anunnaki wieder zur Erde … (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In der Prä-Astronautik-Gemeinschaft erfreut sich seit Jahren eine „Alien-Spezies“ wachsender Beliebtheit. Die Anunnaki. Seit sie 1976 weithin bekannt gemacht wurden, haben sie heute längst als Boom-Thema ein Eigenleben entwickelt. Dabei taucht immer wieder die Frage auf, wann diese Außerirdischen von einem Planeten namens Nibiru wieder zur Erde kommen werden. Immerhin sollen sie schon mehrfach hier gewesen sein. Und einige rechnen quasi dauernd mit ihrer Rückkehr. Tatsächlich gibt es aber einen exakten Termin, den man schon 1976 hätte in Etwa ermitteln können. Wann konkret das sein soll, warum genau dann und woher man das angeblich weiß, erfahrt Ihr in diesem Blog-Artikel.


Anunnaki und Prä-Astronautik

In der Community der Prä-Astronautik, also unter all jenen, die sich für Ancient Aliens begeistern können, taucht immer wieder ein Begriff auf: Anunnaki. Diese Anunnaki sollen Außerirdische sein, die vor tausenden von Jahren hier auf der Erde waren. Maßgeblich seien genau diese Astronauten der Antike es gewesen, die die menschliche Entwicklung beeinflusst hätten. Dabei steht die akkadische Götter-Bezeichnung „Anunnaki“ heute längst mehr oder weniger pauschal für die Astronautengötter an sich.

Ein spannendes Thema für die Suche nach den Göttern der Vorzeit. Leider aber auch ein Thema, dass sich seit sehr, sehr vielen Jahren verselbstständigt hat. Grund dafür ist vor allem die Tatsache, dass unlängst kaum jemand mehr die einstiegen Hintergründe und Ursprünge dieser Thematik mehr kennt, nachliest oder recherchiert. Denn diese Aliens sollen angeblich von einem Planeten namens Nibiru stammen, der sich innerhalb unseres eigenen Sonnensystems befindet. Aber bisher nicht (offiziell) entdeckt wurde. Gerne wird er heutzutage auch mit „Planet 9″ verwechselt.

Vielfach wurden auf diesem Mystery Files-Blog und -Video-Kanal bei YouTube diese Anunnaki bereits thematisiert. In mehr als einem Jahrzehnt kamen so hunderte Beiträgen dazu zusammen. Ebenso waren sie schon 2015 detailliert Thema in dem Buch „Rebellion der Astronautenwächter„. Und dass es auf den genannten Nibiru ein solche Alien-Zivilisation seit hunderttausenden von Jahren gibt, wurde schon 2009 in dem Buch „Die Akte 2012“ klar widerlegt. Was allein schon durch die postulierten „Thesen“ des Nibiru-Erfinders möglich ist. Sofern man diese kennt.

Dieser war kein geringer als der Autor Zecharia Sitchin aus den USA. Ihm allein „verdankt“ die Prä-Astronautik die Spekulation um den Planeten Nibiru und den dort lebenden Anunnaki. In zahlreichen Büchern hat er diese Weltanschauung aus angeblich uralte Texten zusammengebaut. Es sind wichtige Quellen um das Thema zu verstehen. Die jedoch leider heute wohl keiner mehr wirklich liest, da vor allem im Netz die Thematik schon sicher 15 Jahre lang eine Art Selbstläufer ist. Was selbst Sitchin zu Lebzeiten kritisierte.

Die Heimatwelt der Anunnaki

Wie so oft gibt es aber auch bei den Anunnaki einen waren Kern. Selbst bei den wildesten Spekulationen findet sich fast immer dieses berühmte Körnchen Wahrheit. Hier geht dieser Kern aber kaum darüber hinaus, dass es Mythen und alte Schriften gibt, die diese Anunnaki tatsächlich erwähnen. Wobei man hierbei jedoch in entsprechende Texte schauen muss, die nicht Sitchin verbreitet/erfunden hat! Als Prä-Astronautiker, wie ich einer bin, ist es deshalb überaus verlockend entsprechende Überlieferungen zu durchleuchten.

Grundsätzlich ist es so, dass, wenn man der Meinung ist, dass Aliens vor Jahrtausenden hier waren, die Anunnaki dazu gehören. Prä-Astronautik-Forscher klammern entsprechende Mythen nicht aus, nur weil der Autor Sitchin das Thema derart kaputtgemacht hat. Dieser Meinung sind zum Glück einige. Sie sollten zumindest das Thema nicht ausklammern.

Ein sehr wichtiger Punkt bei den Träumereien um die Nibiru-Anunnaki war bei Sitchin die periodische Wiederkehr dieser Götter. Er nahm an, dass sie in regelmäßigen Zyklen unserer Welt besuchten. Diese Annahme kennen Ancient Aliens-Interessierte heute durchaus auch noch durch irgendwelche Online-Beiträge. Vielleicht auch, da sie Sitchins Werke zumindest teilweise selber lasen. Katastrophal war es vor über 10 Jahren in dieser Hinsicht. Unendlich viel Unsinn wurde im Zuge des Maya-Kalenders und den 21. Dezember 2012 im Vorfeld in die Welt gesetzt. Gerne auch die Wiederkehr der Anunnaki und ihres Planeten Nibiru.

Wie aber kann ein ganzer Planet wiederkommen? Das fußt eben auf Sitchins Ideen um die Heimatwelt seiner Anunnaki. Seinen Schriften nach bewegt sich bewohnte Nibiru ähnlich wie ein Komet um die Sonne. In einer starken Ellipse, wobei er rund 3.600 Jahre für eine Sonnenumrundung benötigen würde. Eine mehr als bizarre Idee, wie beispielsweise in diesem Artikel HIER umfassend aufgezeigt.

Nährt sich also diese bewohnte Nibiru-Welt wieder der Erde, so kommen nach Sitchin auch seine Anunnaki wieder. Durchaus logisch: Ist der Nibiru in Erdnähe, können die dortigen Aliens einfacher unserer Welt erreichen. Davon ging auch Sitchin aus.

Die Rückkehr der Götter (des Nibiru)

Dass eines Tages die Götter der Vorzeit wieder kommen wollen, ist längst keine neue Idee. Sitchin hat sie auch nicht erfunden. Wohl aber hat er in seinem ersten Buch „Der 12. Planet“, mit dem 1976 das Anunnaki-Thema begann, diesen „Wiederkunfts-Glauben“ detailliert aufgeführt. Eben im Sinne seiner Aussage, dass sie alle 3.600 Jahren hierher kamen. Aufgrund der Umlaufbahn ihrer Heimatwelt Nibiru, die sogar bis weit hinter Neptun und Pluto hinaus reichen soll …

Die Umlaufbahn des Nibiru wie sie sich Zecharia Sitchin 1976 ausdachte – für eine Großansicht anklicken (Bild: L. A. Fischinger aus dem Buch “Die Akte 2012“)
Die Umlaufbahn des Nibiru wie sie sich Zecharia Sitchin 1976 ausdachte – für eine Großansicht anklicken (Bild: L. A. Fischinger aus dem Buch “Die Akte 2012“)

Sitchin war schon in seinem Erstling überzeugt, dass deshalb alle 3.600 Jahre bei der Ankunft des fremden Planeten und seiner Bewohner etwas Epochales geschehen ist:

Es ist also keineswegs unwahrscheinlich, dass die Nefilim (= Anunnaki, Anm. LAF) den Fortschritt der Menschheit periodisch begutachteten (und weiterförderten), da sie sich jedes Mal, wenn sich der Zwölfte Planet der Erde nährte, damit befassen konnten.“

Von daher ist es wenig verwunderlich, dass auch heute noch immer wieder gefragt wird, wann die Anunnaki wiederkehren. Erst 2021 schrieb jemand in einer Facebook-Gruppe zur Prä-Astronautik:

Die Annunaki kommen erst in 73 Jahren wieder in unsere erdnahe Umlaufbahn! Wann checkt ihr das endlich?

Das wäre das Jahr 2094. Sofern sich hier nicht jemand vertippt hat, ist diese Behauptung aber vollkommen falsch oder pure Erfindung. Denn schon 1976 hätte man anhand Sitchins erstem Buch berechnen können wann nach seinen Ideen der Nibiru und damit die Anunnaki in Etwa wieder kommen werden. Man hätte nur seine angenommenen Daten, etwa für die Sintflut, die er mit Nibirus Erdnähe in Verbindung brachte, weiter rechnen müssen.

Zu finden sind diese auf Seite 204f. in der deutschen Erstausgabe. Um es sogar noch leichter zu machen, findet sich sogar auf den Seiten 328 und 329 eine tabellarische Auflistung der „Ereignisse“ bis zur Sintflut.

„Die Prophezeiungen von der Wiederkunft“

Nach Sitchin wäre das: ca. 11000 vor Christus die Sintflut und danach der Beginn der Kultur (Ackerbau), ca. 7400 vor Christus die „Phase der Töpferei“ und ca. 3800 vor Christus der Beginn der 1. Zivilisationen der Welt (Sumerer). „Die periodische Erdannährung des Zwölften Planeten stecken hinter den drei entschiedenen Phasen der nachsintflutlichen Zivilisation des Menschen“, ist sich Sitchin sicher.

Ob hier nun eine „Milchmädchenrechnung“ vorliegt oder nicht, soll nicht weiter interessieren. Spielen wir also die einfache Rechnung von Sitchin mit dem Zyklus von 3.600 Jahren weiter. Schließlich wird der Planet nicht plötzlich irgendwo hinter dem Pluto stehenbleiben. Das wäre dann: 3800 vor Christus + 3.600 Jahre Nibiru-Zyklus = 200 vor Christus. Erneut plus 3.600 Jahre Nibiru-Zyklus = 3400 nach Christus!

Das ist sehr weit weg von einer baldigen Wiederkehr der Anunnaki mit ihrem Heimatplaneten. Und so wirklich genau ist der Zeitpunkt von Sitchin auch nicht festgelegt worden. Das änderte sich erst in einem viel späteren Buch von ihm, dass 2007 auch in Deutschland unter dem Titel „Apokalypse“ erschien. Darin geht es auch und vor allem um „die Prophezeiungen von der Wiederkunft“, wie Sitchin schreibt. Denn, so der Autor weiter, in den drei Jahrzehnten nach erscheinen seinen ersten Bestsellers haben ihn unzählige Leser die entscheidende Frage nach der Rückkehr der außerirdischen Anunnaki und des Nibiru gestellt.

Sitchin vermutet in diesem Buch, dass der Gott An, der Herrscher des Nibiru, 4000 vor Christus auf der Erde war. So grob um diese Zeit oder 3800 vor Christus war auch sein 12. Planet in Erdnähe. Folgerichtig sind seine Berechnungen nach 30 Jahren grundsätzlich unverändert. Trotzdem geht Sitchin umfassend auf Nibiru und auch seine Wiederkunft nach dem ungefähren Jahr 4000 vor Christus ein. Er ist nach zahlreichen Berechnungen sicher, „dass die Anunnaki-Götter zwischen spätestens 610 v. Chr. bis etwa 560 v. Chr. nach und nach die Erde verließen“.

Der Mars diente dabei angeblich als „Zwischenstation der Anunnaki“.

Wir haben noch 872 Jahre Zeit

Zecharia Sitchin war also auch in seinem Buch von 2007 wie 30 Jahre zuvor überzeugt, dass Nibiru um 11000 vor Christus die Sintflut auslöse und auch um das Jahr 560 vor Christus in Erdnähe war. Abweichungen in seinen Berechnungen erklärt er damit, dass Nibiru bei seinem Lauf um die Sonne durchaus durch die Gravitation anderer Himmelskörper in seiner Umlaufbahn gestört wurde. Für einen von einer außerirdischen Zivilisation bewohnten Planeten eigentlich verehrend!

Der Umlauf des Alien-Planeten von 3.600 Jahren sei „immer ein mathematischer Mittelwert“, so gibt Sitchin zu bedenken. Er spekuliert weiter, dass es wohl zu einem Crash des Nibiru mit dem Planeten Uranus kam. Ja, dass vielleicht Sogar der Mond Miranda ein ehemaliger Mond des Nibiru ist. Das hätte den Umlauf des Nibiru auf rund 3.450 Jahre verkürzt. Ein Zusammenstoß des Nibiru mit dem Uranus? In der Tat glaubte das Zecharia Sitchin in seinem Buch. In diesem Artikel HIER wird genau drauf genauer eingegangen.

Der Prä-Astronautik-Autor macht daraufhin auf Seite 300 von „Apokalypse“ eine besonders wichtige Feststellung, wenn er schreibt:

Wenn es das ist, was geschah, würde es das ,frühe’ Erscheinen Nibirus 556 v. Chr. erklären – und darauf schließen lassen, dass mit seiner Wiederkunft um das Jahr 2900 n. Chr. zu rechnen ist (Hervorhebung LAF).“

Die Rechnung ist einfach: Nibirus Umlauf änderte sich vor einigen Jahrtausenden auf 3.450 Jahre +/- einige X Jahre. 4000 vor Christus war er hier. Also: 4000 vor Christus + 3.450 Jahre neuer Nibiru-Zyklus = 550 vor Christus. Erneut 3.450 Jahre addiert ergibt das Jahr 2900. Noch genauer, da Sitchin von 556 vor Christus spricht, 2894 nach Christus. Damit hat die Menschheit noch exakt 872 Jahre Zeit, bis Nibiru wieder in Erdnähe ist und die Anunnaki zurückkehren.

Bereits im Jahre 1995 habe ich in dem Magazin „New Scientific Times“ (Nr. 3/1995) darauf hingewiesen, dass der angebliche Planet erst in 800 Jahren kommen wird. Wobei das eigentlich weniger wünschenswert sein sollte. Immerhin habe der Planet nach der Kollision mit Uranus und durch seine Gravitation in Erdnähe einst die Sintflut ausgelöst, heißt es.

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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