Der Uranus als Auslöser der Sintflut? Warum der Planet gekippt ist und das Rätsel seines Mondes Miranda: Seltsames aus der Prä-Astronautik

Der Uranus und sein Mond Miranda - zwei Sonderlinge in unserem Sonnensystem, die angeblich eine ganz besondere Geschichte haben [nicht maßstabsgetreu] (Bilder: gemeinfrei)
Der Uranus und sein Mond Miranda – zwei Sonderlinge in unserem Sonnensystem, die angeblich eine ganz besondere Geschichte haben [nicht maßstabsgetreu] (Bilder: gemeinfrei)

Alle Monde, Planeten und all die andere Himmelskörper im Sonnensystem sind einzigartig. Und jedes Objekt hat seine ganz eigenen Rätsel und Geheimnisse. Der Planet Uranus weit draußen im All bildetet da mit seinen seltsamen Monden und seiner um fast 100 Grad “gekippten” Achse keine Ausnahme. Irgendwas hat den Gasplaneten irgendwann gerammt, da sind sich Astronomen einig. Der Prä-Astronatik-Autor Zecharia Sitchin hatte zu diesem Rätsel des Uranus und auch dessen sonderbaren Mond Miranda eine ganz eigene Idee. Eine spektakulär klingende Behauptung, die nicht nur mit seinem Planeten Nibiru zu tun hat, sondern auch mit der irdischen Sintflut. Liest man aber genauer nach, zeigt sich, dass diese Spekulationen von Sitchin seine eigenen Behauptungen von einem bewohnten Nibiru vollkommen widersprechen. Warum erfahrt Ihr detailliert in diesem neuen Blog-Artikel.


Viel los im Sonnensystem

Offiziell hat unser Sonnensystem 8 Planeten, zu denen sich eine bisher unbekannte Anzahl von Zwergplaneten gesellen. Plutoiden nennt man einige dieser Objekte, und der Ex-Planet Pluto hinter dem Neptun ist da wohl der berühmteste.

Alle Planeten, Zwergplaneten, transneptunische Objekte (TNO) und auch Monde in unserem Sonnensystem sind dabei etwas besonders. Jeder Himmelskörper hat seine Besonderheiten, Rätsel und individuellen Eigenarten. Keiner ist wie der andere. Dazu kommen Millionen oder Milliarden Kometen und Asteroiden, so dass niemand sagen kann, wie viele Objekte letztlich in unserem System ihre Bahnen ziehen.

In die Mainstreammedien schaffen es dabei die allerwenigsten Himmelskörper. Hier liegt der Fokus auf Mars und Mond, da vor allem deren weitere und zukünftige Erforschung immer wieder für Schlagzeilen sorgt. Und natürlich auf Exoplaneten, die um ferne Sonnen ihre Bahnen ziehen.

Für Astronomen und Planetenforscher sind natürlich alle Planeten und Objekte im All spannend und interessant. So auch der Riesenplanet Uranus, der weit draußen hinter Saturn mit seinen berühmten Ringen seine Umlaufbahn hat.

Der seltsame Uranus

Uranus wurde erst 1781 entdeckt, ist rund 20-mal so weit von der Sonne entfernt wie unsere Erde und der drittgrößte Planet unseres Sonnensystems. Mit mehr als 51.000 Kilometern Durchmesser und der 14,5-fachen Erdmasse gehört er zu den Gasplaneten. Und mit fast minus 200 Grad Celsius und einer Jahreslänge von 84 Jahren ist er kein Planet, auf dem man leben möchte.

Doch obwohl er wie beispielsweise Jupiter zu den Gasplaneten gehört, tanzt Uranus doch aus der Reihe.

Uranus rotiert in etwas mehr als 17 Stunden um seine Achse, was erst mal nichts Ungewöhnliches ist. Ungewöhnlich ist aber die Rotationsachse des Planeten an sich, da diese um exakt 97,77 Grad gegen seine Umlaufbahn gekippt ist. Dadurch “rollt” der Planeten sprichwörtlich um die Sonne, was ihm die Spitznamen „Der rollende Planet“ einbrachte. Ein Umstand, der dafür sorgt, dass in einem Uranus-Jahr einmal die Nordhalbkugel und einmal die Südhalbkugel fast direkt in Richtung Sonne zeigen. Die andere Hälfte des Planeten liegt währenddessen in ewiger Nacht.

Mit etwas Phantasie kann man dies mit der Polarnacht auf der Erde vergleichen. Auch Polarlichter sind auf dieser fernen Welt zu sehen. Mit dem Unterschied, das auf Uranus eine Polarnacht bzw. ein Polartag rund 42 Jahre dauert …

Für Planetenforscher ist diese gewaltige Neigung der Achse faszinierend. Kein anderer Planet hat auch nur eine annähernd ähnliche Neigung der Rotationsachse, wie Uranus. Die Erde hat bekanntlich 23,44 Grad, Jupiter nur 3,13 Grad, Mars ähnlich wie die Erde 25,19 Grad und Merkur sogar nur winzige 0,01 Grad (eine Ausnahme ist die Venus).

Wie kommt oder besser kam es dazu?

Die Uranus-Katastrophe

Über die Ursache dieser exzentrischen Achse haben sich schon Generationen von Astronomen den Kopf zerbrochen. Verschiedene Theorien wurden entwickelt, wieder verworfen oder verfeinert. Die Grundidee ist dabei fast immer gleich geblieben. Irgendwas muss den Uranus in der Urzeit unseres Sonnensystems gerammt und dabei gekippt haben. Dies würde auch seine „wackeligen“ Ringe und seine seltsam „eiernden“ Monde erklären. Ebenso die Tatsache, dass das Magnetfeld des Uranus gleich vier Pole hat und der Planet in der Urzeit mit Jupiter die Plätze getauscht haben könnte.

Viele Rätsel für einen einzigen Planeten.

Neue Computersimulationen, die 2018 im „The Astrophysical Journal“ (Vol. 861, Nr. 1, 2. Juli 2018) veröffentlicht wurden, zeigen, dass eine Protoplanet vor Milliarden Jahren mit dem Urnaus kollidiert sein muss. Nach über 50 Simulationen sind die Forscher um Jacob Kegerreis von der Durham Universität in ihrer Studie überzeugt:

Am wahrscheinlichsten ist eine kataklysmische Kollision des jungen Uranus mit einem Objekt von der doppelten Masse der Erde oder sogar noch etwas größer. Diese kippte den Planeten auf die Seite.“

Bei dieser gigantischen Katastrophe wurden einige Monde des Uranus in ihre heutigen exzentrischen Bahnen gelenkt, andere wurden zerstört, einige bildeten sich aus den Trümmern neu und letztlich entstanden so auch die Ringe um den Planeten. In der Theorie, denn dabei war damals niemand.

Der Uranus-Mond Miranda und seine "Narben": Spuren einer Kollision mit Nibiru? (Bilder: NASA/gemeinfrei)
Der Uranus-Mond Miranda und seine “Narben”: Spuren einer Kollision mit Nibiru? (Bilder: NASA/gemeinfrei)

Nach den Simulationen der Wissenschaftler um Kegerreis soll dieses Ereignis vor ca. vier Milliarden Jahren stattgefunden haben. Im jungen Sonnensystem, in dem es noch nicht mal eine Erde gab, wie wir sie heute kennen.

Doch was wäre, wenn dieses Ereignis erst viel später stattgefunden hat? Sehr viel später in historischer Zeit, als es bereits den Menschen gab?

Das zumindest behauptet der Prä-Astronautiker Zecharia Sitchin in einem seiner Bücher. Es ist jener Autor, der die Idee des von Aliens namens Anunnaki bewohnten Planeten Nibiru erfunden hat. Jener Planet, der angeblich verborgen in unserem Sonnensystem existiert und etwa alle 3.600 Jahre in die „Nähe“ der Erde kommt.

Ein Thema, das auf diesem Blog und in dem Buch „Die Akte 2012“ vielfach und umfangreich diskutiert wurde (Link).

Der Planet Nibiru und die Sintflut

Und auch wenn Sitchin mit seinen wilden Spekulationen und Erfindungen der Prä-Astronautik mehr geschadet als genutzt hat, ist seine „Uranus-These“ interessant. Vor allem aus dem Grund, da sie belegt, dass seine Nibiru-Ideen mit den dortigen Außerirdischen reine Phantasie sind, wie es noch deutlich wird.

Sitchin selber, einmal knapp und kompakt zusammengefasst, sagt, dass sein Planet Nibiru mit den dort lebenden Außerirdischen in rund 3.600 Jahren einmal die Sonne umrundet. In einer starken Ellipse, vergleichbar mit Kometen, wobei die größte Sonnenannährung des Nibiru etwa im Bereich des Asteroidengürtels hinter dem Mars liegen würde.

Trotzdem ist Sitchin in seinen Büchern sicher, dass die Gravitation von Nibiru bei einer seiner Annäherungen an die Sonne vor etwa 13.000 Jahren die Sintflut auslöste. Da dieser Planet aber periodisch alle 3.600 Jahre „zu uns“ kommen soll, warum gab es dann nur einmal eine Sintflut? Warum nicht zum Beispiel auch um 556 vor Christus, wo nach Sitchin sein Planet auch hier gewesen sein soll? Oder um 4.000 vor Christus?

Während der letzten 120 SARs (die Umläufe des Nibiru, Anm. LAF) vor der Sintflut passierte Nibiru sein Perigäum, ohne eine solche Katastrophe zu verursachen. Dann plötzlich geschah etwas Ungewöhnliches, das Nibiru näher an die Erde heranführte.“

So Sitchin in seinem Buch „Apokalypse“ (2007). Und genau hier kommen nach den Spekulationen des Autors der Planet Uranus und auch sein rätselhafter Mond Miranda ins Spiel. Zu dem aber später mehr.

Abweichungen in seinen Berechnungen erklärt Sitchin damit, dass Nibiru bei seinem Lauf um die Sonne durchaus durch die Gravitation anderer Himmelskörper in seiner Bahn gestört werden kann. Der Umlauf des unbekannten Planeten von 3.600 Jahren sei „immer ein mathematischer Mittelwert“, schreibt Sitchin zum Beispiel in „Apokalypse“. Dieser Planet habe um 10.900 vor Christus die Sintflut auf der Erde eben genau deshalb ausgelöst, da seine Umlaufbahn zu diesem Zeitpunkt gestört worden sei.

Der Orbit des Nibiru führte unglücklicherweise bei genau diesem einen Umlauf viel zu nah an die Erde, so Sitchin weiter.

Crash mit Uranus!

Weiter spekuliert er, dass Nibiru dabei vielleicht mit dem Uranus zusammengestoßen ist. Das habe seinen Orbit dramatisch verändert und ablenkt, dass es letztlich zu dieser Katastrophe auf der Erde kam. Sitchin sieht darin eine Erklärung für die oben geschilderten sonderbaren Eigenschaften des Uranus. Es war nach ihm nur kein Protoplanet vor Milliarden von Jahren, sondern sein bewohnter Nibiru in historischer Zeit.

Das habe auch für Nibiru Folgen gehabt, so schreibt er weiter, denn sein Orbit verkürzte sich so auf „nur“ ca. 3.450 Jahre. Sitchin:

Wenn es das ist, was geschah, würde es das ,frühe’ Erscheinen Nibirus 556 v. Chr. erklären – und darauf schließen lassen, dass mit seiner Wiederkunft um das Jahr 2900 n. Chr. zu rechnen ist.“ (s. a. HIER)

Als Resultat nimmt Sitchin aber nicht nur an, dass Uranus „gekippt“ und die Umlaufbahn des Nibiru verkürzt wurde. Auch einige Monde des Uranus (und auch des Neptun), die ihren Planeten „rückwärts“ umkreisen, könnten so ihre seltsamen Bahnen bekommen haben. In der Astronomie nennt man diese Umlaufbahnen „retrograd“, und werden meist mit kosmischen Katastrophen vor Milliarden von Jahren erklärt.

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Der nur 472 Kilometer kleine Uranus-Mond Miranda ist dabei besonders interessant.

Seit 1986 die Sonde „Voyager 2“ den Mond fotografierte, weiß man, dass er riesige rätselhafte Kerben oder Furchen auf seiner Oberfläche hat. Inzwischen kennen wir dank der Bilder die vernarbte Oberfläche von Miranda recht gut. Deutlich sieht man auf dem Mond die extremen Rillen, Verwerfungen und ein ganzes Netz von Canyons und Klippen. Die als „Verona Rupes“ bezeichnete Anomalie auf Miranda ist sogar bis zu 20 Kilometer tief.

Kein Mond des Sonnensystems hat auch nur annähernd ähnlich bizarre Formationen und geologischen Strukturen, wie er.

Der rätselhafte Mond Miranda

Tatsächlich glaubten Astronomen, dass Miranda in unbekannter Zeit einmal von einem kosmischen Objekt zertrümmert wurde, sich dann aber wieder „zusammensetzte“.

Inzwischen wird jedoch davon ausgegangen, dass Wechselwirkungen mit den Uranus-Monden Umbriel und Ariel sowie den Planeten selber für Mirandas Aussehen und auch Orbit verantwortlich sind. Gezeitenkräfte heizten dabei Miranda auf, tektonische Verschiebungen waren die Folge und Wassereis drang aus dem Inneren über die Oberfläche. Der Mond selber besteht zu 80 Prozent aus Eis.

Natürlich war auch hier niemand dabei, und die Narben von Miranda sehen zweifellos wie „Streifschüsse“ aus. Das sieht auch Zecharia Sitchin in „Apokalypse“ so:

Könnte eine kosmische Kollision mit dem passierenden Nibiru und seinen Monden seine Narben und die Kippstellung des Uranus verursacht haben?

(…)

Es ist nicht undenkbar anzunehmen, dass auf jenem Umlauf, der zur Sintflut führte, Nibiru zunächst den driftenden Uranus passierte, wobei einer von Nibirus Monden Uranus streifte und in Schlingern brachte, was seine Seitenlage verursachte; es könnte sogar sein, dass eben jener Mond, der daraufhin von der Gravitation des Uranus ‚eingefangen‘ wurde, der rätselhafte Miranda ist.“

Zecharia Sitchin ist sich also selber nicht ganz sicher, was da genau geschehen ist. Entweder rammte Nibiru selber den Uranus … oder nur einer seiner Monde. Oder sogar das Objekt, das wir heute als Miranda kennen, stieß als ehemaliger Nibiru-Mond mit Uranus zusammen, „kippte“ ihn dabei um, und war von da an ein neuer Mond des Uranus.

Wie sein Planet daraufhin aber wieder einen stabilen Orbit einnehmen konnte – der eben keine Fluten mehr auslöste – verrät Sitchin nicht. Wobei man sich auch fragen muss, ob und wie ein Eismond von nur 472 Kilometer Durchmesser einen Gasplaneten mit 51.000 Kilometern Durchmesser um fast 100 Grad „umkippen“ kann. Immerhin gehen die Forscher heute durch ihre Computersimulationen davon aus, dass ein Objekt von rund der doppelten Erdgröße mit dem Uranus kollidierte.

Das entspräche einem Planeten mit rund 25.500 Kilometern Durchmesser, der damit recht genau halb so groß wie der Uranus selber gewesen sein muss. Nur ein solcher Riese wäre dazu in der Lage die Achse des Uranus entsprechend zu kippen. Miranda ist 54-mal kleiner …

Zum Glück nur eine Sintflut …

Angenommen, Sitchins Phantasien würden zutreffen, dann können wir Glück sprechen, dass es nur eine Sintflut gab. Immerhin kam es weder vor noch nach diesen verheerenden komischen Kollisionen dazu. Nur ein einziges Mal in der langen Historie des Nibiru und des Sonnensystems hatten wir auf der Erde und der Uranus das Pech. Oder wir (bzw. Sitchin) wissen von keiner anderen entsprechenden Katastrophe.

Von Glück können aber auch und vor allem die Bewohner des Nibiru selber sprechen. Immerhin haben sie auf ihren Planeten die Uranus-Katastrophe überlebt!

Nibiru kam laut Sitchin vor vier Milliarden Jahren von Außerhalb in unser Sonnensystem. Obwohl er in seinem ersten Buch „Der 12. Planet“ (1976/79) auch von 3,2 Milliarden Jahren schreibt, bleiben wir mal den vier Milliarden Jahren. (Der Vollständigkeit halber: Bei der Ankunft war Nibiru laut Sitchin noch der Planet “Tiamat”.)

Nach der Zerstörung und dem Chaos im Sonnensystem, das der „Neuankömmling“ Nibiru ausgelöst haben soll, nahm er letztlich seinen Platz ein. Seinen extrem elliptischen Orbit von 3.600 Jahren in dem er, mit den oben gezeigten „Abweichungen“, bis heute seine Bahnen zieht. Seine Umläufe führen ihn dabei laut Sitchin bis weit hinter den Neptun und den Zwergplaneten Pluto in den Kuipergürtel – und dann wieder bis in den Bereich des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter.

Der Nibiru würden folglich mindestens die Bahnen von Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto währen eines Nibiru-Jahres zweimal kreuzen (Hin- und Rückweg). Und auch wenn die genaue Masse und Größe von Nibiru nicht wirklich von Sitchin „ermittelt“ wurde, ist es nicht denkbar, dass es dabei nicht zu gravitativen Wechselwirkungen mit den anderen Planeten gekommen ist.

Nibiru wäre sicher längst mit einem anderen Planeten kollidiert oder aus dem Sonnensystem geschleudert worden. Schon lange vor dem Uranus-Sintflut-Ereignis in der langen Zeit seit der „Ankunft“ des Planeten. Dazu am Ende mehr.

Damals, vor 445.000 Jahren

Zuvor eine ganz einfache Rechnung zu diesen vier Milliarden Jahren: 4.000.000.000 Jahre : 3.600 Jahre (Nibiru-Umlauf) = 1.111.111 Nibiru-Umläufe quer durch das Sonnensystem um unseren Stern.

Das heißt im Klartext, dass Nibiru bereits millionenfach die Bahnen der anderen Planeten kreuzte. Auch wenn sein Orbit zu den anderen Planeten oder besser gesagt zur Ebene des Sonnensystems „geneigt“ sein sollte. Und das ohne irgendwelche Auswirkungen auf das Sonnensystem gehabt zu haben? Weiter bedeutet dies, dass Nibiru bereits über eine Millionen Mal seit seiner Ankunft in unserem System zur Erde gekommen sein muss. Auch das scheinbar problemlos …

Die Umlaufbahn des Nibiru wie sie sich Zecharia Sitchin 1976 ausdachte – für eine Großansicht anklicken (Bild: L. A. Fischinger aus dem Buch “Die Akte 2012“)
Die Umlaufbahn des Nibiru wie sie sich Zecharia Sitchin 1976 ausdachte – für eine Großansicht anklicken (Bild: L. A. Fischinger aus dem Buch “Die Akte 2012“)

Sitchins Kernaussage in allen Büchern ist, dass auf seinem Nibiru Aliens leben. Diese von ihm Anunnaki genannten Wesen sind uns Menschen sehr ähnlich, allerdings technologisch weit voraus. Und das schon vor rund 445.000 Jahren, wie er schon 1979 bzw. 1976 in seinem Erstling „Der 12. Planet“ schrieb. Denn in jener fernen dunklen Epoche der Menschheit seien die Außerirdischen von Nibiru erstmals auf der Erde gelandet. Eine zweite Welle dieser Alien-Siedler kam dann etwa vor 400.000 Jahren hier an. Mehr als 100.000 Jahre leben und arbeiteten diese Anunnaki hier und schufen dann den Menschen als „Sklaven“, „Diener“ oder „Helfer“.

So weit, so seltsam.

Nach diesen Ideen entwickelten sich auf der Erde und Nibiru also zwei intelligente Spezies mehr oder weniger parallel. Die frühen primitiven Menschen schafften aber nicht den Sprung zu einer technologischen Zivilisation, wie die Nibiru-Bewohner. Sie waren fast eine halbe Millionen Jahre früher soweit und konnten sogar durch den Weltraum fliegen.

Zivilisierte dort – Primitive hier

Anzunehmen, dass Nibriu schon bewohnt war, als dieser vor Milliarden von Jahren aus den interstellaren Raum in unser Sonnensystem kam, ist natürlich unsinnig. Sitchin selber erklärt in seinen Büchern und vor allem bereits in „Der 12. Planet“ sehr detailliert und umfangreich, dass der „Eindringling“ für Katastrophen im Sonnensystem sorgte. Er kollidierte mit anderen Planeten und zertrümmerte sie teilweise, so dass irgendwelche Außerirdischen das nicht überlebt hätten!

Wie aber kann es sein, dass auf Nibiru mit seinem extremen Orbit daraufhin vor mindestens 445.000 eine raumfahrende Zivilisation entsteht, während die Menschheit auf der wesentlich besser geeigneten Erde noch auf Bäumen lebt? Um es überspitzt auszudrücken. Zumal man sich dabei immer die oben gezeigten millionenfache Sonnenumläufe des Nibiru vor Augen führen muss. Ein „ruhiger Planet“ zur Entwicklung von Leben und Zivilisation sieht ganz anders aus.

Auch die Aussage, dass es eben doch zu „Problemen“ auf Nibiru kam, hilft da auch nicht weiter. Sitchin behauptete in seinen Büchern nämlich, dass die Anunnaki zur Erde kamen, um Gold abzubauen. Sie benötigten es dringend zum Schutz für ihre Atmosphäre, da eben aufgrund des Orbits das Leben auf Nibiru bedroht gewesen sei.

Das Problem ist dabei, dass Sitchin diese Geschichte mit dem Gold frei erfunden hat. Er hat sich dabei nicht mal die Mühe gemacht diese Behauptung irgendwie zu untermauern, wie in diesem Artikel HIER belegt. Als zweites Problem kommt hinzu, dass die Anunnaki-Außerirdischen bereits eine technische Zivilisation hatten, als ihre Atmosphäre sich zu zersetzten begann, und sie genau deshalb unser Gold benötigten.

Schließlich flogen sie daraufhin durch das All zur Erde …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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