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Studie wirft neues Licht auf den Handel der Steinzeit: Die 30.000 Jahre alte Venus von Willendorf stammt aus Italien oder der Ukraine

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Studie: Die 30.000 Jahre alte Venus von Willendorf stammt aus Italien oder der Ukraine (Bilder: G. W. Weber / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
Studie: Die 30.000 Jahre alte Venus von Willendorf stammt aus Italien oder der Ukraine (Bilder: G. W. Weber / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Vor über 100 Jahren entdeckten Archäologen die sogenannte „Venus von Willendorf“ in Österreich. Eine rund 30.000 Jahre alte Steinfigur einer üppigen Frau, wie sie ähnlich in vielen Teilen Europas gefunden wurden. Forscher haben jetzt das Gestein der Willendorf-Venus genauer analysiert und kamen zu einem erstaunlichen Ergebnis. Demzufolge wurde es vor zehntausenden von Jahren aus dem Gebiet des Gardasee in Norditalien oder dem Donezbecken (Donbas) im Osten der Ukraine nach Österreich importiert. Quer über die Alpen oder über tausende von Kilometern in der Steinzeit.


Sensationsfund „Venus von Willendorf“

Anfang August 1908 wurde das winzige Dorf Willendorf in der Wachau im Nordosten von Österreich weltberühmt. Dort fanden Arbeiter bei Gleisarbeiten für die „Donauuferbahn“ Spuren früher menschlicher Besiedlungen. Verständigte Archäologen entdecken daraufhin in nicht mal 30 Zentimetern Tiefe eine kleine Frauenfigur aus Stein. Heute ist sie als „Venus von Willendorf“ weltberühmt.

Die Figur selber ist wenig spektakulär und gehört zu einer ganzen Reihe von gefundenen Frauenfiguren, die als „Venus“ bezeichnet werden. Venusfigurinen, die in vielen Teilen Europas über zehntausende Jahre hinweg angefertigt wurden und noch heute viele Rätsel aufgeben. Aufgrund der übertrieben dargestellten weiblichen Rundungen sehen viele Archäologen in diesen Figuren vor allem Kultobjekte der Fruchtbarkeit.

Vor fünf Jahren sah Facebook in dieser Figur übrigens aufgrund genau dieser üppigen Weiblichkeit mit den großen Brüsten Pornografie: Das Bild wurde als „gefährlich pornografisch“ zensiert.

Auch die etwa 11 Zentimeter kleine „Venus von Willendorf“ als wohl eine der bekanntesten Frauenfiguren dieser Art wird in diese Richtung interpretiert. Aufgrund ihres Erhaltungszustandes und ihres Alters von rund 30.000 Jahren ist diese Venus längst ein nationaler Schatz Österreichs. Fast 100 Jahre bekamen sie nur ausgewählte Forscher persönlich zu sehen, da sie sicher verwahrt im Museums-Tresor lag und Besucher des Museums nur eine Kopie gezeigt bekamen.

Heute befindet sie sich im Naturhistorischen Musuem von Wien in einer gesicherten Vitrine. Und in vielen Museen der Welt kann man unlängst Kopien der Venus kaufen.

Wobei es sogar bei einer anderen Venus-Figur bereits vorkam, dass man plötzlich bemerkte, dass im Safe nur ein Kopie für Touristen verwahrt wurde. Offenbar vertauschte man die echte „Venus von Aufhausen“ mit wertloser Massenware, die in München angefertigt wurde, wie in diesem Mystery Files-Video HIER berichtet.

Handel vor 30.000 Jahren

Bisherige Forschungen an der „Venus von Willendorf“ konzentrierten sich vor allem auf deren Interpretation. Vor allem deshalb, dass bei späteren Ausgrabungen an der Fundstelle 1926 zwei weitere Venus-Figuren gefunden wurden. Diese werden schlicht „Venus II“ und „Venus III“ genannt und sind in einem wesentlich schlechteren Erhaltungszustand. Dies mag daran liegen, dass diese nicht aus Stein geformt wurden, sondern hierbei Elfenbein genutzt wurde.

Bei der „Venus von Willendorf“ konnten chemische Untersuchen auch nachweisen, dass diese Figur einst anders ausgesehen haben muss. Vor allem im Bereich des Kopfes, dort, wo Haare oder eine Kopfbedeckung dargestellt wurden, konnten Farbreste gefunden werden. Folglich haben vor 30.000 Jahren die Steinzeitmenschen diese Figur nach Fertigstellung zusätzlich bemalt. Ein Beweis für die Wertschätzung, die man damals der weiblichen Figur entgegen brachte.

Ein weiterer Beweis für den kulturellen oder sozialen Wert der „Venus von Willendorf“ ist ihre Herkunft. Ein Forscherteam unter Leitung von Wissenschaftlern der Universität Wien und des Naturhistorischen Museums Wien um Gerhard W. Weber untersuchte jetzt das Gestein des Kunstwerkes genauer. Mit Hilfe eines Computertomographen analysierten sie die exakte innere Struktur des Gesteins, um diese mit bekannten Gesteinsarten aus Europa zu vergleichen.

Nach diesen Analysen stelle sich heraus, dass das Gestein oder sogar die Figur selber nicht aus Österreich stammt. Es wurde nach Willendorf importiert, wie die Forscher in ihrer Untersuchung in „Scientific Reports“ berichten. Als Herkunft des Oolith genannten Gesteins der Venus identifizierten sie die kleine Gemeinde Sega di Ala am Gardasee in Norditalien.

Reisende aus Italien oder der Ukraine

Die Übereinstimmungen der Gesteinsproben von Sega di Ala und der „Venus von Willendorf“ lassen den deutlichen Schluss zu, dass hier die Herkunft des Venus oder des Rohlings liegt, so die Forscher. Allerdings sei das nicht zu 100 Prozent sicher zu beweisen, wie sie unterstreichen. Vielleicht liegt der Ursprung auch Donezbecken (Donbas) in der Ukraine, wobei hier die Übereinstimmungen nicht so deutlich wären wie bei dem Gestein vom Gardasee.

Was die Forscher durch solche Untersuchungen nicht belegen können, ist die Frage, ob die Venus selber am Gardasee geschnitzt wurde und dann nach Nord-Österreich gelangte. Es scheint aber doch sehr fragwürdig, dass Menschen der Steinzeit Steine aus Italien importieren, um daraus in der Heimat Figuren zu fertigen. Gestein findet sich überall und auch von besserer Qualität als das Sedimentgestein Oolith. Hinzu kommt, dass die beiden anderen, jüngeren Venus-Figuren, die später in Willendorf ausgegraben wurden, aus Elfenbein bestanden.

Warum sollten zuvor die dortigen Menschen italienisches Gestein als Rohmaterial importieren?

Wahrscheinlicher scheint, dass die Venus aus Italien über die Alpen importiert wurde. Händler aus dem nördlichen Österreich brachten sie von ihrer Reise in den Süden mit. Oder italienische Reisende gingen in den Norden jenseits der Alpen und hatten die Figur bei sich.

Handel und Neugier als Triebfeder der Steinzeit

Ob eine fix und fertige Venus-Figur importiert oder von Italien exportiert wurde, oder nur der Rohling: Sämtliche Wege belegen, dass vor zehntausenden von Jahren Menschen in Europa miteinander in Kontakt standen und Fernhandel betrieben. Vor 30.000 Jahren waren die Alpen folglich kein Hindernis, um andere Menschen in anderen Teilen der Welt aufzusuchen. Luftlinie liegen Willendorf und Sega di Ala fast 500 Kilometer auseinander. Quer über die eisigen Gipfel der Alpen.

Dieser alternative Handessweg, den auch die Forscher um Weber in ihrer Studie diskutieren, wäre eine östliche Route um die Alpen herum. Dieser führt von Sega di Ala nördlich der Adria entlang, weiter durch das heutige Slowenien und Ungarn, dann an Wien vorbei bis nach Willendorf. Eine Strecke von gut 800 Kilometern. Und kamen die Händler der Steinzeit aus dem Donezbecken in der Ukraine, war die Reise nicht weniger beschwerlich. Das Gebiet liegt im Osten der Ukraine, fast 2.000 Kilometer Luftlinie vom Fundort der Willendorf-Venus entfernt.

Solche neuen Forschungsergebnisse der Archäologie zeigen einmal mehr, dass unsere Vorfahren von zehntausenden von Jahren längst die Welt entdeckten. Handel war (sicher neben Neugier) die Triebfeder der Gesellschaft.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Der seltsame Fall von „Zug Nr. 1702“ 1985: Ein UFO schleppte über eine Stunde lang einen 1.600 Tonnen schweren Güterzug: War es die Venus?

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Der UFO-Vorfall von "Zug 1702" 1985: Ein unbekanntes Objekt schleppt über eine Stunde einen 1600 Tonnen schweren Güterzug! (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Der UFO-Vorfall von „Zug 1702“ 1985: Ein unbekanntes Objekt schleppt über eine Stunde einen 1600 Tonnen schweren Güterzug! (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

UFO-Sichtungen haben die verschiedensten Auslöser. Eine natürliche Ursache für die Sichtung eines unbekannten Objektes am Himmel ist dabei der Planet Venus. Eine Erklärung, die in in der UFO-Forschung schon als der Klassiker angesehen werden kann. Doch 1985 ereignete sich in der damaligen Sowjetunion ein im Westen kaum bekannter UFO-Vorfall mit einem Güterzug, der mehr als eine Stunde dauerte. Hier spielte ein leuchtender „Ball“ regelrecht Katz und Maus mit einem Zug, der auf wundersame Weise von der „Kraft“ des Objektes sogar in seiner fahrt beeinflusst wurde. Später erklärten Mystery-Forscher diesen erstaunlichen UFO-Fall mit einer ungewöhnlichen Erscheinung der Venus. Kann das stimmen? Was damals unglaubliches geschehen ist, erfahrt Ihr in diesem Blog-Artikel.


Die Venus als UFO

„Das war kein UFO, das war die Venus.“ Diese skeptische Erklärung für gemeldete UFO-Sichtungen ist heute längst zu einem „running Gag“ innerhalb der UFO-Szene geworden. Denn die „Venus-Erklärung“ für beobachtete UFOs ist heute längst zu einer Art Synonym dafür geworden, dass Kritiker vermeintlich jedes UFO mit dem Planeten Venus erklären. Oder besser weg-erklären. Auch wenn es in der Tat UFO-Meldungen gibt, die durch den Planeten Venus gelöst werden können.

Doch ein UFO-Fall auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR aus dem Jahr 1985 klingt so gar nicht nach einer Verwechselung mit der Venus. Obwohl dieser im Westen fast unbekannt ist, wurde er damals in der Sowjetunion viel unter Phänomene-Forschern diskutiert. Einige sprachen von einem sensationellen und gut bezeugten Fall. Andere wiederum von einem Irrtum – eben ausgelöst durch die helle Venus am dunklen Himmel und einer ganz bestimmten Wetterlage.

Eine Erklärung, die angesichts dessen, was sich ereignet haben soll, überaus verwundert. Zumindest wenn man den damaligen Presseberichten, Zeugenaussagen und Publikationen dazu trauen darf. Erst später kamen russische UFO-Forscher zu dem Schluss, dass hier verschiedene natürliche Umstände zusammentrafen. Das Ereignis ging als „Rätsel von Zug Nr. 1702“ oder ähnlich in die Geschichte der sowjetischen UFO-Forschung ein.

Was aber war damals gesehenen?

Das UFO von Güterzug Nr. 1702

Alles begann am Abend des 17. Februar 1985 in der Region Karelien in der damaligen Sowjetunion. Die beiden Lokführer Sergei Orlov und Viktor Mironov steuerten ihren Güterzug Nr. 1702 der  „Oktjabrskaja-Eisenbahn“ mit insgesamt 70 (leeren) Waggons durch die Dunkelheit entlang einer gewöhnliche Strecke über Petrozavodsk und Suojarvi nach Kostomuksha. Plötzlich, gegen 20.35 Uhr, als der Zug Richtung Bahnhof Essoila bei Kilometer 456 fuhr, bemerkten die beiden Fahrer ein sonderbares Licht am Himmel.

Dieses Licht schien die Form einer Kugel zu haben, bewegten sich parallel zu ihrem Zug und sandte teilweise einen kegelförmigen, weißen Lichtstrahl auf die Erde. Sie schätzten die Entfernung auf rund 200 Meter. Der Ball selber habe bei der Beobachtung bis zu einem Meter Durchmesser gehabt. Nach anderen Aussagen sogar mehrere Meter. In einem offiziellen 15-seitigen Untersuchungsbericht bzw. Interview mit den Zeugen ist hingegen nur von 30 Zentimetern die Rede. Durchgeführt wurde eine solche Befragung etwa am 4. März 1985 von G. Sorokin, dem Sekretär des Vorstands des Journalistenverbandes der Karelischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik.

Nur kurz darauf flog die Lichtkugel über den Zug mit seinen beiden Lokomotiven hinweg und schien in nur 50 bis 100 Metern Entfernung vor dem Zug der beiden Zeugen zu landen. Zumindest sahen sie, wie sich das „Ding“ vor ihren Zug stellte, so dass sie direkt drauf zu fuhren. Um eine Kollision zu vermeiden stellte Orlov die Motoren ab und bremste seinen Güterzug. Doch das 1.559 Tonnen schwere Gespann verlangsamte nicht oder nicht wie gedacht. Wie durch eine „magische“ oder „unsichtbare“ Kraft schien der Zug nach vorne gezogen zu werden.

Der Zug nährte sich nun dem Bahnhof von Novye Peski, deren Stationswärterin Zoya Grigorievna Panshukova über Funk von den beiden Lokführern über das Ereignis informiert wurde. Da sie den Funkspruch nicht genau verstehen konnte, ging sie hinaus, um auf Zug 1702 zu warten. Zu ihrer Verwunderung sah auch sie eine seltsame Lichtkugel und ein Objekt „wie ein umgedrehtes Becken“, die vor dem Zug herzufliegen schienen.

Ein fliegender Lichtball

Zu diesem Zeitpunkt fuhr der Zug mit etwa 60 Stundenkilometern. Panshukova hatte keine Ahnung, was da auf ihre Station zu gefahren kommt. Sie gefürchtet sogar, dass die leuchtende Kugel oder der strahlende Ball mit ihrer Station kollidieren würde! Soweit kam es jedoch nicht. Als Zug 1702 die Station erreichte, änderte das Objekt die Richtung und der Güterzug fuhr unbehelligt an ihrer Bahnstation vorbei.

Bereits vor der Durchfahrt am Bahnhof Novye Peski versuchte Orlov einen Test der Bremsen. Einen sogenannten Wintertest, da im Bahnhof eine Geschwindigkeitsbesenzug galt. Tatsächlich bremste der Zug – beschleunigt aber aus unbekannten Gründen wieder. Dafür machten die Bahnangestellten das unbekannte Flugobjekt verantwortlich.

Damit war diese unheimliche Begegnung von Sergei Orlov und Viktor Mironov aber noch nicht vorbei. Kurz danach flog der Lichtball wieder auf den Zug zu, der dabei seine Geschwindigkeit um rund 50 Prozent verringerte. Das geschah so ruckartig, dass die beiden Fahrer gegen die Windschutzscheibe ihrer Lok geschleudert und verschiedene Gegenstände in ihrer Kabine herumgeschleudert wurden.

Im Bahnhof von Zaszava hielten Orlov und Mironov. Dabei verschwand der „Ball“ hinter den Bäumen eines nahen Waldes. Am Zug selber stellten sich augenscheinlich keinerlei äußere Schäden fest. Allerdings erlitten die beiden Lokführer einen Schock. Zusammengenommen hat das gesamte Ereignis mit dem strahlenden Ball fast 80 Minuten gedauert und zog sich über rund 50 Kilometer Bahnstrecke hin. 300 Kilogramm Diesel wurden dabei eingespart, wie die späteren Untersuchungen ergaben.

Ein seltsamer Fall

Am Bahnhof Suojärvi I (146 km von Petrozavodsk) übergaben die Fahrer ihren Güterzug. Zuvor war das unheimliche Licht um ca. 21.45 Uhr langsam aus den Blicken der Lokführer verschwunden.

Das Ereignis löste verständlicherweise eine Welle von Untersuchungen aus. Vor allem auch deshalb, da der Fahrtenschreiber der Lok den zeitlichen Ablauf der Fahrt aufzeichnete und dokumentierte. Das rief nicht nur UFO-Forscher wie Aleksey Popov auf den Plan, sondern auch die offiziellen Stellen der UdSSR. Orlov und Mironov sprachen im Nachhinein immer von einem Ball oder einer Lichtkugel, die für das Ereignis verantwortlich sei. Eine anderes Objekt, wie es Panshukova erwähnte, sahen sie nicht. Vielleicht konnten sie es aus dem Inneren ihrer Lok auch nicht sehen.

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Die Eisenbahner waren aber nicht allein. Denn schon zuvor wurde diese Erscheinung am Bahnhof Kutizhma beobachtet. Das Petrozavodsk-Phänomen war eine reale Beobachtung, da waren sich die Ermittler und offiziellen Stellen sicher. Ihre heute freigegeben Dokumente zeigen, dass sie nicht zweifelten, dass die Zeugen etwas erlebten und beobachteten.

Woher diese leuchtende Kugel kam oder was sie war, darüber wurde sehr schnell spekuliert. Selbst Kugelblitze wurden als Ursache vermutet, die aber wohl kaum über derart lange Zeiträume gesehen werden. Kugelblitz sind ein sehr kurzlebiges Phänomen. Sie erscheinen auch nicht mehrfach hintereinander an verschiedenen aber dennoch lokal sehr begrenzen Gebiet, wie es bei dieser Bahnfahrt des Phantastischen der Fall war.

Selbst das Programm SDI („Strategic Defense Initiative“) der USA kam ins Gespräch. Ein Weltraumverteidigungsprogramm unter den damaligen Präsidenten Ronald Reagan, das dieser 1983 ins Leben rief. Ein Abwehrschirm im All gegen Raketen der Sowjets. Und natürlich wurde über Außerirdische diskutiert, die aus unerfindlichen Gründen hier irgendwelche „Manöver“ oder Ähnliches durchführten. Auch von einer reinen ufologischen Legende wurde im Nachhinein gesprochen, die sich aus den vorhandenen Fakten entwickelte.

Nur die Venus?

Es gab in diesen Wochen dutzende UFO-Sichtungen in der Region. Der Fall von Zug Nummer 1702 ist nur einer aber mit Abstand der spektakulärste Vorfall. Sämtliche zur Verfügung stehenden Daten wurden im Nachhinein von den Untersuchungsbehörden und Forschern zur Klärung dieses Falles herangezogen. Etwa die Wetterdaten der meteorologischen Station in Petrosawodsk. Luftfeuchtigkeit, Bodentemperatur, Luftdruck, Lufttemperatur, Wasserdampf, Bewölkung, Wind, Niederschlag und vieles mehr flossen in die Untersuchungen ein. Und natürlich der Sternenhimmel zur fraglichen Zeit, der angeblich letztlich auch die Lösung brachte.

Verschiedene Mystery-Ermittler kamen zu dem Ergebnis, dass die Lokführer die Venus gesehen haben, die zu dieser Zeit ungewöhnlich hell am Himmel strahlte. So etwa verweist Konstantin Khazanovich in seiner Arbeit „UFOs: Außerirdische Schiffe oder Beobachterfehler?“ darauf, dass die meteorologischen Daten des Abend vom 17. Februar 1985 darauf hinweisen, dass die strahlende Venus in den Wolken und dem Dunst in der Atmosphäre sogenannte Halos verursachte. Leuchtende Ringe und Strahlen, die durch Lichtbrechungen entstehen. Diese strahlende oder glühende Erscheinung der Venus wurde von den Lokführern falsch gedeutet. Auch andere Zeugen im Januar und Februar 1985 hätten dieses mit UFOs verwechselt.

Auch die Richtungsänderungen des Objektes können so erklärt werden, vermuten die russischen UFO-Forscher Jahre nach dem UFO-Fall. Sie vermuten, dass der Streckenverlauf der Gleise und damit des Zuges 1702 dafür verantwortlich war. So erschien es den Fahrern, dass das Objekt am Himmel seine Position änderte oder zwischenzeitlich verschwand. Zum Beispiel wenn Bäume und/oder Höhenunterschiede ihnen die Sicht auf das „Venus-UFO“ nahmen.

„Massensichtungen“ der Venus

Die Ermittler vermuten nicht nur einfach einen ringförmigen Halo um die strahlende Venus in der Atmosphäre. Die damalige Wetterlage sei prädisponiert für die Bildung von „Kronen“ und „Lichtsäumen“ um oder an einem solchen Halo um den Himmelskörper im Zentrum. Dies hätten die Zeugen als Lichtstrahl wie von einem Scheinwerfer gedeutet. 

Sämtliche Bewegungen des UFOs relativ zum Gleis und zur Lokomotive der beiden Zeugen würden sich durch Winkelverschiebungen der Venus im Sichtfeld bei Kurvenfahrten erklären. So gab es beispielsweise vor dem Bahnhof Novye Peski eine leichte Linkskurve und daraufhin eine Rechtskurve. Dies ließ die Fahrer denken, dass sich der leuchtende Ball vor dem Bahnhof entfernt und danach wieder kam und sich sogar vor der Lokomotive positionierte.

In seiner Analyse kommt Khazanovich weiter zu dem Schluss, dass viele Menschen in der Region durch UFO-Berichte einige Jahre zuvor bereits für das Thema sensibilisiert waren. In den Jahren 1977 und 1978 erschienen in karelische Zeitungen Artikel über UFO-Beobachtungen. Was aber immerhin 7 bis 8 Jahre vor dem Fall um Zug Nummer 1702 war.

Er listet dazu eine ganze Reihe Meldungen der Monate Januar und Februar 1985 auf, die seiner Meinung nach auf die Venus zurückzuführen waren. Er spricht sogar von „Massensichtungen“. Die angeblich unerklärlichen Geschwindigkeitsänderungen des Zuges Nummer 1702, die die Fahrer mit dem Objekt am Himmel in Verbindung brachten, kann Khazanovich indes nicht erklären. Und warum der Güterzug 300 Kilogramm weniger Diesel für die Fahrt benötigte, erwähnt er nicht.

Auch wenn längst nicht alle Fragen um diesen äußerst ungewöhnlichen UFO-Fall geklärt sind, zeigt die Vergangenheit, das Halos oft als ungewöhnliche Erscheinungen angesehen wurden.  Vor allem in alten Chroniken und auf Flugblättern wurden solche Himmelszeichen oder Wunderzeichen immer wieder dokumentiert und meist religiös gedeutet. Auf meinem YouTube-Kanal „Mystery Files“ wurde das in zahlreichen Videos bereits diskutiert.

Ob aber außergewöhnliche Venus-Halos, vermischt mit einer falschen Beobachtung und einer medialen Sensibilisierung für das UFO-Thema Jahre zuvor, der Weisheit letzter Schluss sind?

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Nazca und die „Sternenmenschen“: Von UFOs von der Venus, Marsmenschen und Flughäfen für Außerirdische: frühe Spekulationen über die Nazca-Linien (+ Videos)

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Nazca die UFOs und die Marsmenschen: frühe Spekulationen über die Nazca-Linien (Bilder: E. v. Däniken & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Nazca die UFOs und die Marsmenschen: frühe Spekulationen über die Nazca-Linien (Bilder: E. v. Däniken & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Heute kennen viele, die sich nicht speziell für Mystery und Rätsel der Archäologie interessieren, die Hochebene von Nazca in Peru. Jene Gegend, in der sich die längst legendären Nazca-Linien befinden. Scharrbilder – Geoglyphen -, die aus Pisten, Linien, Tierdarstellungen und geometrischen Formen bestehen und vor allem aus der Luft in ihrer Gesamtheit zu sehen sind. Anlass für viele Spekulationen. Vor allem seit Erich von Däniken diese ab 1968 bekannt machte. Seit dem spricht man gerne aus Unwissenheit von einem „UFO-Flughafen“. Doch dabei gab es zu Nazca schon Jahre vor von Däniken und auch zeitgleich mit ihm die bizarrsten Ideen und Aussagen über Nazca und Wesen aus dem All, die heute keiner mehr kennt. Welche das beispielsweise sind, stelle ich Euch in Anlehnung an mein Buch „Nazca und der ‚Flughafen der Außerirdischen‘“ in diesem Blog-Artikel einmal vor. Als die Spitze des Eisberges, wenn man hinter die Kulissen schaut.


Nazca

Ein „Kernthema“ der Idee, dass die Götter Astronauten aus dem All waren, ist zweifellos die Hochebene von Nazca in Peru. Die dort zu finden Linien, Figuren und Pisten gelten seit Jahrzehnten als eines der ungelösten Rätsel der Menschheit. Heute sind sie längst fest im Blick der archäologischen Forschung, die als etablierte Wissenschaft nichts mit all den Spekulationen um die Nazca-Linien zu tun haben will.

Denn solche Spekulationen sind rund um die mythische Ebene seit über einem halben Jahrhundert fast schon an der Tagesordnung. Längst hat sich hier ein Sammelsurium von Aussagen, Behauptungen, Spekulationen und Ideen in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt, den fast niemand mehr überschaut. Zumal selbst Archäologen, Autoren, Skeptiker und Kritiker aller Art und Unart sich beim Thema Nazca nicht immer mit Ruhm bekleckerten! Auch wenn sie selbst nichts mit der Idee von Astronautengöttern anfangen können.

Wie ich in meinem jüngst erschienenen Buch „Nazca und der ‚Flughafen der Außerirdischen‘: Auf der Suche nach dem Mythos vom ‚UFO-Flugplatz in Peru‘“ aufgezeigt und belegt habe, sind selbst unter „etablierten“ Archäologen, Skeptikern und Autoren Falschaussagen, Unterstellungen und glatte Lügen in diesem Zusammenhang keine Seltenheit (s. a. HIER). Von mangelnder Recherchen ganz zu schweigen. Und so lässt sich eine ganze „Evolution“ mit zahllosen phantastischen und auch bizarren Facetten rund um die Nazca-Linien nachzeichnen.

„Nazca und der ‚Flughafen der Außerirdischen‘“

Denn das Thema Nazca und Außerirdische der Antike oder sogar UFOs ist weit tiefer und vielschichtiger. Es nur auf den Prä-Astronautik-Pionier Erich von Däniken und seine Bücher zu reduzieren, ist nur die Spitze des Eisberges, wie in „Nazca und der ‚Flughafen der Außerirdischen‘“ umfassend dargelegt. Erstaunliche vor, während und nach von Dänikens ersten Buch 1968 offenbarten sich hier. Von beiden Seiten, von der „seriösen“ und von der „spekulativen“ Anschauung aus! Was nicht nur die heute noch bekannten Vordenker der Prä-Astronautik betrifft.

Bevor Erich von Dänikens erstes Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ 1968 erschien und damit die Prä-Astronautik inklusive Nazca zu einem weltweiten Thema wurden, waren bekanntlich schon andere Autoren von solchen Scharrbildern fasziniert. Etwa der heute schon legendäre aber oft vergessene Autor Robert Charroux in seinem Buch „Phantastische Vergangenheit“. Es erschien bereits 1963 in Frankreich und kam 1966 in Deutschland auf dem Markt.

Spannender wird es allerdings bei den französischen Autoren Louis Pauwels und Jacques Bergier, einem Journalisten sowie einem Chemiker und Nuklearwissenschaftler, die man ruhigen Gewissens als vergessene Wegbereiter der Prä-Astronautik bezeichnen kann. Zumindest kennen sie wohl nur noch die „alten Hasen“ der Prä-Astronautik bzw. „Ancient Aliens“-Thematik.

Bevor Erich von Däniken ab 1968 ungeahnte Welterfolge feiern konnte, schrieben auch sie bereits in verschiedene Büchern über die Mysterien der Welt und Raumfahrer der Antike. So in ihrem Erfolgstitel „Aufbruch ins dritte Jahrtausend“, das schon 1960 in Frankreich und 1962 in Deutschland erschienen war. Auch von Däniken listet dieses Werk in seinem Erstling im Quellenverzeichnis auf.

„Markierungen eines Flugplatzes“

In diesem Vorreiter der phantastischen Literatur schrieben Pauwels und Bergier bereits vor über 60 Jahren zu der Hochebene von Nazca zum Beispiel Folgendes:

Was bedeuten jetzt die Figuren von Nazca? (…) Eigentlich müsste man annehmen, die Konstrukteure hätten nach Weisungen gearbeitet, die ihnen von einem in der Luft schwebenden Fahrzeug erteilt wurden. (…) Die Photographien der Ebene von Nazca, die wir heute besitzen, lassen uns zwangsläufig an die Markierungen eines Flugplatzes denken. Söhne der Sonne, vom Himmel gekommen.“

Eine Aussage, die eindeutig nach der erst Jahre später durch von Däniken „geborenen“ Prä-Astronautik klingt. Mehr noch, denn Pauwels und Bergier warfen damals schon der Archäologie mehr oder weniger Engstirnigkeit vor, da diese den Nazca-Linien nur eine religiöse Bedeutung zusprächen. „Das behauptet man immer, um nur überhaupt etwas zu sagen“, so die Autoren damals. Eine klare Anspielung auf den Umstand, dass in der archäologischen Forschung viele sonderbare Funde zu einem „Kult“ gehören, „Kultobjekte“ sind oder eine Stätte schlicht ein „Kultort“ der Vorzeit war.

Lars A. Fischinger: "Nazca und der Flughafen der Außerirdischen"
Zum Thema: Lars A. Fischinger: „Nazca und der Flughafen der Außerirdischen“

Nach Meinung Pauwels und Bergier sollte man bei Nazca durchaus peruanische „Legenden heranziehen“, die von Göttern aus dem Himmel berichten. Denn es gebe „die prä-inkaische Mythologie, nach der die Sterne bewohnt und die Götter aus dem Sternbild der Plejaden herabgestiegen sind“, schreiben die Autoren weiter. Selbst die etablierte Archäologie würde diese Legenden erwähnen, nehme sie aber schlicht nicht ernst. Also wörtlich, wie es die beiden Autoren machten.

Nazca als außerirdische Basis

Der italienische Bestsellerautor und Prä-Astronautik-Pionier Dr. Peter Kolosimo wird da in seinem Buch „Terra senza tempo“ das schon 1964 in Italien erschien (deutscher Titel: „Woher wir kommen“, 1972), konkreter und nennt Namen. Er schreibt zu Nazca und den angeblichen Mythen von Göttern, die von den Plejaden kamen, unter anderem:

Ist es nicht seltsam, dass sie eigens für die Vogelperspektive angelegt scheinen, so dass sie erst durch die Luftaufklärung entdeckt werden konnten? Prof. John A. Mason von der Universität von Pennsylvania streift wohl die Vermutung, sie seien auf die Anweisungen von Wesen gezeichnet worden, die sich auf Flugmaschinen in der Luft befanden, aber als Anhänger der ‚offiziellen‘ Wissenschaft weist er diesen Gedanken zurück – um dann, wenn er von der Mythologie der Vorinkazeit spricht, über uralte Glauben berichten zu müssen, nach denen die Sterne ohne jeden Zweifel bewohnbar sind und die davon sprechen, dass aus der ‚Konstellation der Plejaden Gottheiten auf die Erde heruntergekommen sind.‘

Wie es heißt, existieren in Peru und teilweise in Chile noch viele solcher Anlagen, aber die Indios, die sie zwar kennen, können deren Bedeutung nicht erklären. Sie erzählen uns dafür etwas ganz Phantastisches, das die ‚Freunde der Uranosbewohner‘ in Ekstase versetzte und sie zu der Interpretation bewog, die mysteriösen Zeichen seien Symbole für die Piloten außerirdischer Flugkörper gewesen, die an diesen Punkten ihre Stützpunkte gegründet hätten.

Dann hat es also in der Vergangenheit richtige ‚Sternenhäfen‘ in den Anden gegeben? Wir wollen uns nicht zu kühnen Vermutungen versteigen (…).“

Der hier von Kolosimo erwähnte Prof. Dr. John A. Mason war bis zum seinem Tod 1967 ein hoch angesehener Archäologe, der sich auf Südamerika spezialisierte. Mit „The Ancient Civilizations of Peru“ legte er dazu 1957 das Standartwerk seiner Zeit vor, in dem er sich auch zahlreiche Gedanken über die Bodenzeichnungen von Nazca macht.

Aliens von den Plejaden im alten Peru?

Darin „streift“ er in der Tat auch die Idee, dass Nazca sei durch „Anweisungen von Wesen gezeichnet worden, die sich auf Flugmaschinen in der Luft befanden“, wie Kolosimo es ausdrückte. Nur von einem Flugzeug oder Ballon, so Mason, seien die Geogyphen zu sehen, was „einige faszinierende Vorschläge und Möglichkeiten“ zulassen würde:

Zweifellos wurden sie von himmlischen Gottheiten gesehen. (…) Wie wurden sie so perfekt gemacht, ohne in der richtigen Perspektive gesehen zu werden? Die Macher müssen viel über Proportionen wissen. Könnten sie von einem kleinen Modell an einem Gitter gearbeitet haben?

„Als Anhänger der ‚offiziellen‘ Wissenschaft“ enthält Mosons Hauptwerk aber keine Aussagen über leibhaftig vom Himmel gekommenen Götter. Auch wenn er beispielsweise auf Götter des Mondes, Venus und Plejaden verweist.

Wahrscheinlich inspirierte auch von Däniken diese Aussage über Götter der Plejaden. Im Jahre 1967, als noch niemand seinen kannte und sein Weltbesteller „Erinnerungen an die Zukunft“ tatsächlich noch Zukunft war, hielt er einen Prä-Astronautik-Vortrag in Mainz. Es war beim „7. Internationalen Weltkongress der UFO-Forscher“ vom 3. bis 6. November 1967, der ein großes mediales Echo nach sich zog. Hier sprach Mystery-Jäger von Däniken erstmals auf der große Bühne über das Vortragsthema „Erhielten unsere Vorfahren Besuch aus dem Weltall?“, bei dem folgender Satz fiel:

In der Mythologie der prä-inkaischen Völker wird versichert, dass die Götter aus dem Sternbild der Plejaden gekommen seien.

Fliegende Untertassen vom Mars

Es war, nebenbei bemerkt, eine in der damaligen UFO-Zeit viel beachte Konferenz. Anlass genug für einen Däniken-Kritiker aus der früheren DDR in einem späteren Buch die unglaublichsten Lügen rund um Däniken und Nazca seinen Lesern dazu aufzutischen …

„Wir sträuben uns nicht gegen die Annahme von Besuchern aus anderen Welten“, unterstreichen schon Pauwels und Bergier weiter. Erst acht Jahre später kannte durch von Dänikens Weltbestseller den „Flugplatz der Götter“, auf den Pauwels und Bergier hingewiesen hatten, die ganze Welt. Luftbilder der Geoglyphen „lassen uns zwangsläufig an die Markierungen eines Flugplatzes denken“, betonen sie in ihrem Buch. Damit inspirierten sie vielleicht Erich von Däniken zu diesem Satz in seinem ersten Werk:

Uns vermittelt die 60 Kilometer lange Ebene von Nazca – aus der Luft betrachtet – eindeutig die Idee eines Flugplatzes!

Nicht aber unbedingt, da auch Pauwels und Bergier 1960 nicht die ersten waren, die diesen Vergleich zogen. Schon fünf Jahre vorher erschien in dem legendären „Fate Magazine“ (Oktober 1955) ein entsprechender Artikel von James W. Moseley, der Nazca darin eindeutig mit UFOs bzw. „Fliegenden Untertassen“ (etwa vom Mars) in Verbindung brachte. „Fliegende Untertassen“ waren damals in aller Munde und das „Fate Magazine“ als Publikation rund um Phänomene und UFOs hatte einen gewichtigen Anteil daran.

Dieses Magazin brachte in seiner allerersten Ausgabe (1/1948) den Bericht des Privatpiloten Kenneth Arnold als Titelstory, in der er von seiner UFO-Sichtung am 24. Juni 1947 berichtete (s. Artikel HIER) Welche Wirkung diese Sichtung für die gesamte UFO-Thematik bis heute hat, ist sicher jedem klar. Somit hatte der Artikel von Moseley über Nazca und die „fliegenden Scheiben“ in dem Magazin ein gutes Umfeld und geeignetes Sprachrohr gefunden.

Eine Karte für Untertassen-Piloten

James W. Moseley stellte in seinem Artikel „Peruanische Wüstenkarte für Untertassen?“ („Peruvian Desert Map for Saucers?“) die Ebene von Nazca mit ihren Geoglyphen vor und rätselte über deren Sinn und Zweck. Auch die Forschungen des 1959 verstorbene Nazca-Pioniers Dr. Paul Kosok wurden von ihm diskutiert, die später die schon legendäre Nazca-Forscherin Maria Reiche übernahm. Bis heute sind sowohl Kosok wie auch Reiche feste Namen in der Nazca-Forschung.

Reiche wiederum war einst die Assistentin von Kosok und teilte seine These von 1941, dass Nazca eine Art riesiger (Kult-)Kalender der Indios war. Angeblich seien die Figuren Abbildungen von Sternkonstellationen und gewisse Pisten und Linien verweisen auf astronomische Ereignisse, so Reiche und Kosok. Selbst ein „Stonehenge“ aus Holz beim fast 2.000 Jahre alten Nazca-Kultzentrum Cahuáchi unweit der Ebene gehöre dazu. Damit wäre die Nazca-Wüste in Südamerika „das größte Astronomiebuch der Welt“, so Kosok und Reiche.

Nachdem Gerald Hawkins, Astronom am Smithsonian Astrophysical Observatory, 1969 in „Ancient Lines in the Peruvian Desert“ („Astrophysical Observatory, Special Report“, Nr. 906-4, 1969) belegen konnte, dass astronomische Bezüge in Nazca statistisch eher Zufälle oder Ausnahmen sind, wurde es allerdings mehr und mehr still um diese These. [ Auch wenn sie in keinem Buch über Nazca und südamerikanische Kulturen, wie die Inka, fehlt.

Neuere Untersuchungen, unter anderem von Forschern aus Dresden, der Heimatstadt von Maria Reiche, zeigten vor einigen Jahren, dass die „Kalender-Theorie“ vielleicht doch stimmt. Ihre GPS-Messungen und Berechnungen ergaben, dass es anscheinend mehr astronomische Ausrichtungen der Nazca-Bilder gibt, als es Hawkins rund 40 Jahre zuvor heraus fand. Wobei es Hawkins nicht bei einer Untersuchung vor Ort in Nazca beließ. Schon 1973 überprüfte er die Kalender-These erneut und kam zu dem Schluss, dass immerhin bei rund 20 Prozent der Linien eine astronomische Ausrichtung gegeben sei, wie er es in seinem Buch „Beyond Stonehenge” aus dem selben Jahr schilderte.

„Markierungen als Signal für interplanetare Besucher“

Hinzu kommen neu entdeckte Scharrbilder, die nicht nur älter als jene von Nazca sind, sondern eindeutig als „Sonnenwenden-Kalender“ identifiziert wurden. Sie werden dem Volk der Paracas zugeschrieben und sollen etwa um 400 vor Christus im Chincha-Tal an der Pazifikküste angelegt worden sein. So zumindest die Untersuchung „A 2,300-year-old architectural and astronomical complex in the Chincha Valley, Peru“ um Charles Stanish in „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (Vol. 111, No. 20, 20. Mai 2014).

Eine Verbindung mit dem Firmament in Nazca – wenn auch nur astronomisch? Dieses Postulat teilte Moseley nicht, obwohl er seinen Blick ebenfalls in Richtung Himmel wandte. Zwei Jahre bevor mit „Sputnik“ 1957 der Mensch erstmals einen Satelliten ins All schoss, schrieb Moseley in seinem Artikel zu Nazca:

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Von noch größerem Interesse ist heutzutage eine Überlegung, die vor allem im Hinblick auf anhaltende Berichte über Fliegende Untertassen von Archäologen völlig übersehen worden zu sein scheint.

Wie bereits erwähnt, sind die Linien und Figuren aufgrund ihrer enormen Größe nur aus der Luft deutlich sichtbar und aussagekräftig.

Es ist schwer vorstellbar, warum eine Zivilisation ein so großes, kompliziertes Muster aufbauen würde, wenn sie wüsste, dass weder sie noch sonst jemand jemals in der Lage sein würde, die vollendete Schönheit ihrer Arbeit zu bewundern.

Und wenn der Zweck dieser Markierungen rein astronomisch und religiös gewesen wäre, wäre ein viel kleinerer Konstruktionsmaßstab dann nicht ausreichend gewesen?

Oder wahrscheinlicher, selbst erdgebunden, konstruierten sie ihre riesigen Markierungen als Signal für interplanetare Besucher oder für eine fortgeschrittene Erdenrasse, die sie gelegentlich besuchte.

So fantastisch diese Vorschläge auch erscheinen mögen, solche Theorien können nicht ohne Weiteres verworfen werden. Es sei denn, es wird eine andere Erklärung zu der Größe der Wüstenmuster gegeben.

Bisher wurde keine bessere Erklärung angeboten.“

Obwohl der UFO-Anhänger Moseley an keiner Stelle „Flughafen“ oder ähnliches schreibt, ist seine Vermutung klar und eindeutig formuliert. Nazca ist Ausdruck eines menschlichen Kultes, mit dem – wie auch immer – außerirdische „Götter“ verehrt oder geehrt wurden. Als „Signal“ oder Graffiti an diese Wesen. Vielleicht aber auch an eine bisher unbekannte Rasse der Erde, womit er wohl eine Art versunkene Zivilisation wie Atlantis meinte.

Bojen für Raumfahrer in Nazca

Zwar schrieb James W. Moseley von „interplanetaren Besuchern“, also Aliens vom Mars oder von der Venus, aber das war in jenen Tagen in der UFO-Thematik vollkommen normal. Mars und Venus (und auch andere Planeten wie Uranus) waren wie selbstverständlich für viele UFO-Autoren von Außerirdischen bewohnt. Nicht wenige veröffentlichten dazu Bücher, in denen sie ihre Begegnungen und Reisen in deren UFOs schildern. Sie nannten sich „Kontaktler“ und spannen in ihren Veröffentlichungen die unglaublichsten Geschichten, die sie mit diesen Aliens erlebt haben wollten.

In dem Buch „UFO-Sekten“ (1999) haben mein Kollege Roland M. Horn und ich uns sehr umfangreich mit diesen frühen „UFOlogen“ beschäftigt, deren Nachwirkungen bis heute reichen, direkt und indirekt.

Indirekt gehörte auch der Franzose Robert Charroux dazu, der in seinen zahlreichen Büchern immer wieder von Außerirdischen auf der Venus sprach. Diese seien die Götter unserer Ahnen gewesen, wie er meinte. So spekulierte er in „Vergessene Welten“ (1971, also nach von Däniken) nach seinem Besuch 1969 in Nazca:

Wenn man Nazca überfliegt, sind es die riesigen ‚Landebahnen‘, die am stärksten ins Auge springen und die Phantasie anregen. Warum ‚Landebahnen‘? Ich kann es nicht sagen, aber dieser Verwendungszweck fällt einem unmittelbar ein, wenn man die großen Rechtecke oder Trapeze sieht (…)“

So sehr man auch nach einer Erklärung sucht, führt Charroux weiter aus, „man kommt immer wieder auf den ersten unwiderstehlichen Eindruck zurück: Landebahnen“. Sie scheinen von jemandem angefertigt worden zu sein, „der einer wissenschaftlich hoch gebildeten, außerirdischen Zivilisation angehört“   habe, ist sich Charroux sicher. Möglicherweise handele es sich auch um:

 „(…) eine Botschaft, von Erdbewohnern an außerirdische Leser gerichtet, oder um Bojen, ein Signalsystem, das Raumfahrer hinterlassen haben? (…)“

Sie kamen von der Venus

Diese hypothetischen außerirdischen Astronauten nennt Charroux dabei „die großen Instruktoren“, die vor 5.000 Jahren vom Himmel zu den Vorfahren der Inkas gekommen seien. Die Götter Perus, die, wie er meint, „nach übereinstimmenden Berichten der Überlieferungen vom Planeten Venus“ kamen. So könnte auf unserem Nachbarplaneten „der Schlüssel zu den Geheimnissen von Nazca“ liegen, und nicht bei den Ureinwohnern Perus. Sie wären damals, mit Verlaub, dafür einfach zu „blöde“ gewesen. Charroux:

Es fällt schwer zu glauben, dass die weit verstreute, arme und wenig entwickelte Bevölkerung im südlichen Peru das Schriftbild oder die astronomischen Tafeln von Nazca entworfen haben soll. Das Konzept, die Anlage der Linien scheinen nicht einer irdischen Phantasie entsprungen zu sein.

Vielleicht haben die Erdbewohner für die technische Durchführung der Arbeit gesorgt, aber die Konzeption scheint mit von einer höheren, erdenfremden Intelligenz zu stammen.“

Charroux war überzeugt, dass sich „gewisse Fakten herauskristallisieren“, wenn man die Ebene erkundet: „Flugfelder, ‚Kosmodrome‘, Laserspuren – Botschaft einer Kultur auf einem anderen Stern“, so seine Überzeugung.   Eine Auffassung, die er vor allem in seinem Buch „Das Rätsel der Anden“ vier Jahre später überaus detailreich zu untermauern versuchte. In mehreren Kapiteln geht es darin um die Nazca-Zeichnungen, die er unzweideutig als „prähistorischen Landeplatz“ darstellte.

„Einige könnte man für Flugplätze halten“

Zusammen mit ihrem Mentor, dem Pionier der Nazca-Forschung Dr. Paul Kosok, veröffentlichte Nazca-Legende Reiche bereits 1947 „The mysterious markings of Nazca“ („Natural History“, Nr. 5/1947). Kurz darauf folgte die erste Ausgabe ihres kleinen Buches „Mystery of the desert“ (1949, erweiterte Ausgabe 1968) im Selbstverlag in Lima, Peru. In diesem dreisprachig erschienen Buch beschreibt sie, was diejenigen sehen, die über die Ebene fliegen:

Dann wird er von oben auf flachem Wüstengelände auf Hochterrassen und an Berghängen riesige Drei- und Vierecke entdecken, deren wie mit einem Lineal gezogenen Umrisse helle Flächen umgrenzen, die sich gegen den dunklen Untergrund scharf abheben. Einige könnte man für Flugplätze halten. Von geringer Höhe, vom Kleinflugzeug oder vom Hubschrauber aus, bietet sich uns ein überraschender Anblick.“

Damit hat die über jeden Zweifel von allen Nazca-Archäologen hoch verehrte Maria Reiche die „Mär“ von einem Flugplatz selbst in die Welt gesetzt. Nicht, weil sie annahm, dass dort wirklich „irgendjemand“ vor Jahrtausenden vom Himmel kam, sondern um ihre Eindrücke in Worte zu fassen Wie so viele nach ihr, inklusive der Autoren des Phantastischen.

Schaut man in das Quellenverzeichnis von Erich von Dänikens „Erinnerungen an die Zukunft“, in dem er 1968 den „verheerenden“ Satz schrieb, dass Nazca aus der Luft „die Idee eines Flugplatzes“ vermittle, findet sich in der Literaturangabe genau dieses Buch: „Mystery of the desert“ von Maria Reiche. Grundsätzlich ist also ihre richtige Aussage von Erich von Däniken nur übernommen worden …

Nazca und Marskanäle

Nimmt man es noch genauer, dann ist dieser Vergleich sogar noch älter. In ihrem Artikel „The mysterious markings of Nazca“, erschienen im Mai 1947 in dem Magazin „Natural History“, heißt es von Paul Kosok und Maria Reiche über die Linien von Nazca wörtlich:

Als sie zum ersten Mal aus der Luft betrachtet wurden, wurden sie als prähistorische Landeplätze bezeichnet und scherzhaft mit den sogenannten Kanälen auf dem Mars verglichen.“

Wohlgemerkt, diese Aussagen und Vergleiche sind in den Jahren 1947 und 1949 von jenen Pionieren der Nazca-Forschung gefallen, auf die sich bis heute Archäologen berufen.

In seinem Buch „Auf den Spuren der ältesten Reiche Perus“ (1990) hat Prof. Miloslav Stingl diese „Marskanäle“ von Nazca in den Tagen von Kosok thematisiert. Unter anderem schreibt er zusammenfassend:

Auch Kosok hat in Peru sehr viel erblickt und entdeckt. (…) Dort in dem Gebiet, das man Pampe de Nazca nennt, in der weiteren Umgebung der gleichnamigen südperuanischen Stadt wollten schon früher mehrere Reisende vom Flugzeug aus irgendwelche breiten Linien und Streifen erblickt haben, die angeblich ‚genauso wie jene Kanäle auf dem Mars aussahen‘.

(…) Er flog daher mit seiner kleinen Maschine in dieses Gebiet, um sich die ‚hydrologischen Systeme der Marsmenschen‘ in der Pampe de Nazca von oben anzusehen. (…)

(…) bisher (hatte) niemand diese größte Bildergalerie der Welt bemerkt (…). Mit Ausnahme lediglich jener Flugreisenden, denen für dieses auf den ersten Blick sinnloses Wirrwarr von Linien und Figuren kein anderer Name als ‚Marskanäle‘ eingefallen war.“

Kommunikation mit „Leuten von anderen Planeten“

Auch Dr. Hans Horkheimer, ein eher unbekannter Pionier der Nazca-Forschung von der peruanischen Trujillo-Universität, kam schon sehr früh mit Aussagen über Aliens zu der Ebene in Berührung. Ihm gelang es 1946 mit der Luftwaffe von Peru die ersten detaillierten Fotos der Ebene zu machen. Außerdem befragte er in diesem Zusammenhang ab 1945 die Einheimischen zu diesen Linien. „Die einfachen Bauern“ wusste nicht viel über sie, stellte er fest. Von den „gebildeten Leuten“ in Peru bekam Horkheimer bei seinen Befragungen indes „besser Antworten“, wie es Tony Morrison in seiner Reiche-Biographie „Das Geheimnis der Linien von Nazca“ (1987) schrieb. Darin heißt es:

Noch erstaunlicher war die Behauptung, dass die geometrischen Zeichnungen gemacht worden waren, um mit Leuten von anderen Planeten zu verständigen.“

Wohlgemerkt: Das war im Jahre 1946 oder schon 1945, also bevor die ganze Welt von „Fliegenden Untertassen“ sprach oder überhaupt das Kürzel „UFO“ kannte. Zehn Jahre später sah es in Deutschland nicht anders aus. Durch ihre Verbindungen nach Deutschland (vor allem über ihre dort lebende Schwester Dr. Renate Reiche) schaffte es M. Reiche, dass auch in ihrer Heimat 1955 verschiedene Artikel und Berichte in deutschen Magazinen über sie und Nazca erschienen. Am 9. August 1963 folgte die 30-minütige BBC-Dokumentation „Mystery of the Desert“ von Tony Morrison mit Reiche.

Die Artikel in deutschen Magazinen und Illustrierten wurden in Umlauf gebracht, um Reiches Arbeit bekannt zu machen, und zogen unterschiedliche Reaktionen nach sich. Laut Morrison auch solche wie diese:

Endlich erwachte das europäische Interesse an den Linien. Ein Leser schrieb Renate und schlug vor, (die Nazca-Linien, Anm. LAF) könnten etwas mit Marsmenschen zu tun haben oder als Landebahnen für Raumschiffe dienen – ein unbewusstes Echo auf die Äußerungen der Menschen in Nazca, die zehn Jahre zuvor von Hans Horkheimer interviewt worden waren.“

Nazca als „Leuchtfeuer für die Götter“

Zu guter Letzt sollte auch der UFO-Autor George Hunt Williamson und sein Buch „Road in the Sky“ aus dem Jahr 1959 nicht unbeachtet bleiben. Williamson, ein Anhänger und Getreuer des UFO-Propheten George Adamski, war damals schon sicher, dass Nazca von Außerirdischen stammt. Oder für sie angelegt wurde. Er betonte 1978 sogar selber in einem erbitterten Brief, dass viele Thesen und Themen, mit denen Erich von Däniken damals längst weltberühmt war, eigentlich von ihm stammten. Er sei der erste Autor gewesen, der diese publizierte, thematisierte, bekannt machte und entsprechende Thesen formulierte.

Sein Brief, rund zehn Seiten voller Frustration und Vorwürfen gegenüber von Däniken, wurde 2016 in der Williamson-Biographie „The incredible life of George Hunt Williamson“ von Michel Zirger und Maurizio Martinelli im Anhang veröffentlicht. Unter anderem schrieb er:

Ich glaubte nie, dass die Linien von Nazca antike ‚Landebahnen‘ waren! Jedem Forscher ist klar, dass es sich möglicherweise nicht um Inka oder andere Straßen handeln kann, geschweige denn um Landebahnen! Die Idee ist absolut absurd! In meinem Buch und meinem Vortrag habe ich deutlich gemacht, dass diese seltsamen Linien und Muster Richtungsmarkierungen und Signalstationen waren!

Seiner Meinung nach war Nazca ein „Leuchtfeuer für die Götter“, wie auch das entsprechende Kapitel in seinem Buch überschrieben wurde. Es waren Erinnerungen an „Himmelsgötter“ und „irgendwie waren sie mit der Notwendigkeit verbunden, die rätselhaften Linien zu konstruieren“.

Damit dienten seiner Meinung nach die Linien und Flächen in Nazca „als Markierungen oder Leuchtfeuer für etwas, das aus dem Weltraum kam“. Obwohl seiner Überlegung nach das Nazca, wie man es heute kennt, eher so was wie eine Kopie war. Zumindest wurde die Ebene dahingehend manipuliert, dass spätere Generationen nach dem Abzug der Außerirdischen selber auf der Ebene Linien etc. anlegten.

Taktische Abzeichen außerirdischer UFO-Piloten

In der Erinnerung blieben diese Astronautengötter der Vorzeit aber als Götter in peruanischen Legenden erhalten. So Williamson 1959, der in seinem Werk übrigens tatsächlich an keiner Stelle direkt von einem „Flughafen“ spricht.

Anders der Autor Jochim Pahl in seinem Werk „Sternenmenschen sind unter uns“, das drei Jahre nach von Dänikens erstem Buch erschien. Pahl will sogar die Tierdarstellungen der Ebene auf außerirdische Besucher zurückführen können:

Die bis zu 250 Meter messenden, nur aus großer Höhe erkennbaren Scharrbilder von Vögeln, Affen, Dreizack, Pfeilbündeln könnten dann vielleicht als taktische Zeichen für anfliegende Formationen gedeutet werden. Auch unsere Fliegerverbände tragen ihre taktischen Zeichen nicht nur an Ärmelstreifen und Kühlerhauben, sondern haben sie – Leopard, Adler, Tiger, Geier, Elefant und was immer – auch auf Flugzeugen und Landebahnen übertragen.“

Eine fast schon romantische Idee, dass die Bilder in der Wüste Fliegerabzeichen oder Zeichen diverser Raumschiff-Flugstaffeln von Außerirdischen sein sollen. So, wie man sie heute von Piloten, Fluggesellschaften und Fliegereinheiten kennt. Im Prinzip Ideen, die schon 1960/1 der Prä-Astronautik-Pionier Alexander Kazantsev in einem Artikel in dem Sowjet-Magazin „Smena“ (Nr. 10/1961) vertrat. Ebenso John Magor in zwei identischen Artikeln im „Canadian UFO Report“ und in der „Australien Flying Saucer Review“ (Dezember 1970).

Außerirdische Tiere und UFO-Navigation

Magor ging dabei soweit zu behaupten, dass Geoglyphen in der ganzen Welt den Außerirdischen dazu dienten, „die Region zu identifizieren, in der sie sich befinden, ähnlich wie wir unsere Flugplätze anhand bestimmter Funksignale identifizieren“. Und Scharrbilder und andere Geoglyphen, die fremdartige Tiere oder Fabelwesen zeigen, könnten seiner Meinung nach reale Lebewesen gewesen sein, wie sie auf dem Heimatplaneten der Außerirdischen tatsächlich lebten.

Auch der UFO-Autor und im wahrsten Sinne des Wortes UFO-Hippie John Michell aus Großbritannien glaubte an ein solches Navigationsnetz von Aliens. Schon 1967 verbreitete er diese Ideen in seinem Buch „The Flying Saucers Vision“, woraus sich ein ganzer Kult um ihn und diese Sternenmenschen entwickelte. Nicht nur Nazca gehöre zu diesem Flugsystem, sondern zahllose heilige Orte der Erde. Stonehenge eingeschlossen, womit er sogar die Band „The Rolling Stones“ beeindruckte: Sie kam nach Stonehenge, um mit Michell nach UFOs Ausschau zu halten. Heute sei dieses globale UFO-Netz in Vergessenheit geraten, wie er und seine Anhänger glaubten.

Karl Friedrich Kohlenberg sah das in seinem Buch „Enträtselte Vorzeit“ (1971) sehr ähnlich. Nazca als Flughafen sei eine „einleuchtende Erklärung“, war er sicher. Die Nazca-Geoglyphen waren einst „Flugplätze oder Modelle von Flugplätzen“ und dort befand sich einer der „Hauptstützpunkte der Götter“ aus dem Kosmos. Außerdem schrieb er:

Außer diesen größeren Stützpunkten, Raumfahrtbahnhöfen und Siedlungszentren (damit meint er zum Beispiel Atlantis, Anm. LAF) scheinen die Götter nach und nach auch kleinere Stationen und Flugplätze angelegt zu haben (…)“

Die Spitze des Eisberges

Nach diesem Ausflug in die Welt der Spekulationen um Nazca vor den Erfolgen von Dänikens, kann man die Abneigung der etablierten Archäologie durchaus nachvollziehen. Eindeutig zeigt sich aber, dass keinesfalls Erich von Däniken diese Ideen in die Welt setzte! Nur wurden die hier zitierten und erwähnten Autoren, Mystery-Pioniere und UFOlogen mit Abstand nicht so viel gelesen, wie Erich von Däniken später. Sie fanden ganz einfach kein Gehör bei den Massen.

Blickt man aber auf die Jahre vor und durchaus auch nach „Erinnerungen an die Zukunft“ und dem Folgebuch „Zurück zu den Sternen“ (1969), in dem Nazca weit umfangreicher thematisiert wurde, öffnen sich ungeahnte Welten. Und zwar im Sinne der erstaunlichsten Spekulationen, die damals in die Welt gesetzt wurden. Dieser Beitrag, angelehnt an das das anfangs erwähnte Buch „Nazca und der ‚Flughafen der Außerirdischen‘“ zeigt anschaulich, was um die Ebene von Nazca zum Teil unsägliches doch gesagt wurde. Als Spitze des Eisberges all der Nazca-Spekulationen und -Aussagen.

Erst von Däniken und durchaus auch Robert Charroux gelang es mit ihren „phantastischen Ideen“ auf Nazca „wie das Licht eines Scheinwerfers“ zu wirken. So formulierten es Dietrich Schulze und Viola Zetzsche in ihrer Maria Reiche-Biographie „Bilderbuch der Wüste“ (2005) …

Video-Auswahl zum Thema

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Kuriose FBI-Akte: Nikola Tesla kam von der Venus! Über verrückte Aussagen zu UFOs und Aliens aus der frühen UFO-Zeit +++ Video +++

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VIDEO: Kuriose FBI-Akte über Nikola Tesla: Angeblich kam er von der Venus! Über verrückte Aussagen über UFOs und Aliens aus den Anfängen der UFO-Zeit (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Kuriose FBI-Akte über Nikola Tesla: Angeblich kam er von der Venus! Über verrückte Aussagen über UFOs und Aliens aus den Anfängen der UFO-Zeit (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Über den Erfinder und Elektrotechnik-Pionier Nikola Tesla und seine Arbeit kursieren seit jeher zahlreiche Spekulationen und Verschwörungstheorien. Doch eine Behauptung sticht dabei besonderes heraus, die sich in einer Akte des FBI findet. Demnach war Tesla eigentlich kein Mensch, sondern stammt vom Planeten Venus. Ein mehr als kuriose Aussage, die jedoch noch weit bizarrer wird, wenn man den Hintergrund dieser FBI-Akte einmal genauer betrachtet. Denn dann lernt man das Staunen wieder. So wie in diesem Video vom 5. November 2020.


Nikola Tesla – ein Aliens von der Venus!

Um den legendären Erfinder Nikola Tesla ranken sich so einige Verschwörungen und Spekulationen. Das ist nicht neu.

Neu ist aber was in einer Akte des FBI über Tesla zu lesen ist. Das FBI hatte in drei Schüben zahlreiche Dokumente rund um Tesla auf ihrer offizielle Webseite freigegeben, bei denen ein Papier besonders hervor sticht. Nach diesem Dokument soll Tesla nämlich gar kein Mensch der Erde gewesen sein, sondern ein Außerirdischen. In Wahrheit, so heißt es in der Akte, ist die Heimat von Nikola Tesla der Planet Venus gewesen. Er sei lediglich als Baby von den Außerirdischen hier auf die Erde gebracht worden.

Das sind unglaubliche Aussagen, die sich aber tatsächlich in den entsprechenden FBI-Dokumenten zu Tesla finden. Schau man aber genauer hin und hinter die Kulissen der enthaltenen Aussagen, so zeigen sich schnell die genauen Hintergründe dieser „FBI-Tesla-Akte“ aus den 1950er Jahren.

Denn die Zusammenhänge und Hintergründe sind auch hier wieder einmal spannender, als das Papier an sich. Wie Ihr es von Mystery Files kennt, habe ich mir für Euch einmal den genauen Kontext des gesamten Dokumentes und der Behauptung „Tesla kam von der Venus!“ angeschaut. Alles dazu in diesem Video vom 5. November 2020.

Bleibt neugierig …

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Russland will 2030 mit Atomkraft zum Mond, zur Venus und zum Jupiter fliegen – und plant eine eigene Raumstation (+ Video)

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Russland will 2030 mit Atomkraft zum Mond, zur Venus und zum Jupiter fliegen (Bilder: gemeinfrei & NASA/ESA / Montage: Fischinger-Online)
Russland will 2030 mit Atomkraft zum Mond, zur Venus und zum Jupiter fliegen (Bilder: gemeinfrei & NASA/ESA / Montage: Fischinger-Online)

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat überaus ehrgeizige Pläne. Bereits in wenigen Jahren soll ein mit Atomkraft angetriebenes Raumschiff zum Planeten Jupiter fliegen, nachdem es zuvor auf dem Mond und auf der Venus Landemodule abgesetzt hat. Welche Pläne Russland noch verfolgt, erfahrt Ihr hier.


Jupiter: Traum vieler Forscher

Der Planet Jupiter ist der Riese in unserem Sonnensystem. Mit etwa 143.000 Kilometern Durchmesser an seinem Äquator ist er ca. 11-mal so groß wie unsere Erde. und hat rund 318-mal die Masse der Erde. Ein Gigant, der hinter dem Mars seine Umlaufbahn zieht und fast die 2,5-fache Masse aller anderen Planeten unseres Sonnensystems zusammen besitzt. Ein mehr als lohnendes Forschungsobjekt für alle Astronomen und Planetenforscher seit Jahrhunderten.

Spätestens seit Galileo Galilei 1610 durch sein Teleskop erkannte, dass Jupiter von Monden umrundet wird. Heute kennt man diese vier Monde als „Galileischen Monde“, die vor über 400 Jahren ein Weltbild ins wanken brachten. Denn durch die Entdeckung der Jupiter-Monde Io, Kallisto, Ganymed und Europa durch Galilei wurde klar, dass sich nicht alles um die Erde dreht! Heute weiß man von rund 80 Monden des Riesenplaneten. Vor allem der Mond Europa ist dabei für viele Forscher besonders spannend. Auch dieser Eismond, wie einige andere, könnte in einem flüssigen Wasserozean unter seinem Eispanzer Leben beherbergen, wie unter anderem im unten angefügten Video berichtet.

Der Traum vieler Forscher sind weitere Missionen zum wilden Jupiter und seine Monde. Raumsonden wie Pioneer, Galileo oder auch Cassini brachten zwar zahllose neue Entdeckungen und Erkenntnisse, doch der Wissensdurst hört bekanntlich nie auf. So verwundert es nicht, dass zum Teil seit Jahrzehnten zukünftige Missionen in das Jupiter-System geplant sind. In der Theorie und auch auch in ganz praktischen Vorbereitungen. Zum Beispiel die Mission JUICE der ESA, die im kommenden Sommer gestartet werden soll. Oder die NASA-Mission Europa Clipper, die ganz konkret den Mond Europa untersuchen soll. Sie startet nach den derzeitigen Plänen im Oktober 2024 ins All.

Weltraumschlepper“ mit Atomenergie aus Russland

Viele Planetenforscher schwärmen vor allem davon, dass eines Tages eine Raumsonde auf dem Mond Europa landet, sich dort durch die Eisdecke bohrt und im darunter liegenden Ozean nach außerirdischen Leben sucht. Lohnende Ziele in unserer kosmischen Nachbarschaft. Auch wenn Jupiter mehr als 5-mal soweit von der Sonne entfernt ist, wie unsere Heimatwelt.

Das sieht auch die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos so, die überaus ambitionierte Pläne bekannt gab. Sie will bereits 2030 eine atomgetriebene Energiequelle namens „Zeus“ auf einen praktischen Flug zum Jupiter testen. Der Atomreaktor werde dabei das Raumfahrzeug „Nuklon“ antreiben, dass Ende Juli 2024 fertig gestellt sein wird. So berichtet es unter anderem eine Meldung der russischen TASS.

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Das als „Weltraumschlepper“ bezeichnete Raumschiff „Nuklon“ mit seinem Atomreaktor wird nach den Plänen dabei nicht direkt zum Jupiter fliegen. Zuerst wird es unseren Mond ansteuern, auf dem ein Lademodul angesetzt werden soll. Von dort macht sich das Raumfahrzeug weiter auf den Weg zur Venus, auf der eine weitere Landeeinheit abgesetzt werden soll. Mit dem Planeten Venus haben die Russen in den vergangenen Jahrzehnten einige Erfahrungen sammeln können. Noch in Zeiten der UdSSR schickten sie zahlreiche Raumsonden dorthin. Mit einer Vielzahl von Venera- und Vega-Sonden gelangen von 1966 bis 1985 sogar 14 Landungen auf der Oberfläche des Planeten.

Auf der Venus soll aber nicht nur eine Sonde abgesetzt werden, sondern die Schwerkraft des Planeten werde dabei auch als „Katapult“ für den Weiterflug zum Jupiter dienen. So kann „Nuklon“ die Gravitation der Venus dazu nutzen, um weiter an Geschwindigkeit zu gewinnen. Eine in der Raumfahrt übliche Methode. So kann die Jupiter-Mission auf insgesamt nur knapp über vier Jahre (50 Monate) verkürzt werden.

Ehrgeizige Pläne von Roskosmos und den Russen!

Bereits im Dezember 2020 hat Roskosmos einen Entwicklungsvertrag für das Raumschiff „Nuklon“ unterschrieben. Laut TASS soll der „Liefertermin“ der 28. Juli 2024 sein. Demnach befindet sich das Projekt jetzt erst in der Planungsphase und es bleiben drei Jahre, bis das „Nuklon“ fertig ist und die in die „heiße“ Phase der praktischen Erprobung gehen kann. Dann haben die Ingenieure noch weitere sechs Jahre bis zum geplanten Erstflug 2030 Zeit.

Zeitlich ließe sich das schaffen. Anders als bei all den zahllosen Projekten, die bereits von Firmen für das All ersonnen wurden. Man denke an ein Weltraum-Hotel, das eigentlich 2025 eröffnet werden soll, und über das ich in diesem Artikel HIER 2019 berichtete. Zu sehen ist davon – wie erwartet – bis heute nichts.

Erstaunlich optimistisch scheint aber die Finanzierung der Mission veranschlagt worden zu sein. Die Kosten werden mit nur 47,4 Millionen Euro (4,17 Milliarden Rubel) angegeben. Das ist extrem wenig. Beispielsweise kostete die sehr erfolgreiche Mission Cassini-Huygens mit dem Ziel Saturn 3,288 Milliarden US-Dollar (rund 2,698 Milliarden Euro). „Nuklon“ ist dagegen ein absolutes Schnäppchen in der Weltraumfahrt.

Bewährt sich der Atomreaktor „Zeus“ mit einer Leistung von 500 Kilowatt, gibt es auch für diesen weitere Pläne. Wie unter anderem BBC im April 2021 meldete, will sich Russland von der ISS 2024/5 zurückziehen. Statt die Internationale Raumstation weiterhin gemeinsam mit anderen Nationen zu nutzen, wolle man ab 2025 eine eigne Raumstation bauen. „Das erste Kernmodul der neuen russischen Orbitalstation ist in Arbeit“, so Dmitry Rogozin, der Direktor von Roskosmos .

Bekanntlich wollen auch die Chinesen weiter ins All und auf andere Himmelskörper expandieren. Nicht nur mit ihrer eigenen Raumstation. Hinzu kommen private Raumfahrtanbieter und Firmen. Ein neuer Weltlauf ins All wird immer deutlicher. Ob die Russen und all die anderen Unternehmen und Agenturen dabei immer ihre angestrebten Zeitpläne und Entwicklungen einhalten können, ist unklar. Doch es wird eng im Kosmos.

Video zum Thema

Video vom 8. Juni 2021 auf Mystery Files

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Nach der Entdeckung von möglichen Spuren von Leben auf der Venus: Stellungnahme der Europäischen Südsternwarte (+ Video)

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Nach der Entdeckung von möglichen Spuren von Leben auf der Venus: Stellungnahme der Europäischen Südsternwarte (Bild: ESO/Nature/Royal Astronomical Society / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Nach der Entdeckung von möglichen Spuren von Leben auf der Venus: Stellungnahme der Europäischen Südsternwarte (Bild: ESO/Nature/Royal Astronomical Society / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Kürzlich gab ein Team aus internationalen Wissenschaftler bekannt, dass sie mögliche Hinweise auf Leben in den Wolken der Venus gefunden habe (Video dazu in diesem Beitrag). Diese Spuren bestehen aus dem Molekül Phospan (Phosphin), das auf der Erde nur industriell oder von Mikroorganismen produziert wird.  Gibt es also Leben auf der Venus? Oder existieren dort Prozesse, die wir bisher nicht verstehen? Dazu veröffentlichte die „Europäische Südsternwarte“ (ESO) gleich nach der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse – die im Vorfeld zu zahlreichen Spekulationen führten – eine entsprechende Pressemitteilung.


Spuren von Leben in den Wolken der Venus?

Am 14. September gab ein internationales Wissenschaftlerteam bekannt, dass sie in den oberen Wolken der Venus mögliche Spuren von Leben gefunden haben (Video dazu unten). Hinweise, die auf das Vorhandensein von mikrobiologischen Leben auf unserem „Schwesterplaneten“ deuten, so die Forscher.

Beteiligt an diesen Forschungen und der in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichten Studie waren auch Wissenschaftler der „Europäische Südsternwarte“ (ESO) in Chile. Dort betreibt die ESO das Teleskop ALMA. Ein Zusammenschluss von dutzenden einzelnen Teleskopen. Dabei sei die ESO “ die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt“, so die Organisation, die aus insgesamt 16 Mitgliedsländern besteht.

Gleich nach der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse – die im Vorfeld zu zahlreichen Spekulationen führten – gab auch die ESO eine entsprechende Pressemitteilung heraus. Sie erschien am 14. September auf eso.org:

Möglicher Hinweis auf Leben auf der Venus entdeckt

Ein internationales Team von Astronomen gab heute die Entdeckung eines seltenen Moleküls – Phosphin – in den Wolken der Venus bekannt. Auf der Erde wird dieses Gas nur industriell oder von Mikroben hergestellt, die in sauerstofffreier Umgebung gedeihen. Astronomen haben jahrzehntelang darüber spekuliert, dass hohe Wolken auf der Venus eine Heimat für Mikroben bieten könnten, die weit oberhalb der sengenden Oberfläche schweben, aber einen sehr hohen Säuregehalt tolerieren müssen. Der Nachweis von Phosphin könnte auf ein solches außerirdisches „luftiges“ Leben hinweisen.

„Als wir die ersten Hinweise auf Phosphin im Spektrum der Venus erhielten, war das ein Schock“, sagt Teamleiterin Jane Greaves von der Universität Cardiff im Vereinigten Königreich, die die ersten Anzeichen von Phosphin bei Beobachtungen am James Clerk Maxwell-Teleskop (JCMT), das vom Ostasiatischen Observatorium betrieben wird, in Hawai’i entdeckte. Für die Bestätigung ihrer Entdeckung war der Einsatz von 45 Antennen des Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) in Chile erforderlich, einem empfindlicheren Teleskop, an dem die Europäische Südsternwarte (ESO) als Partner beteiligt ist. Beide Einrichtungen beobachteten die Venus bei einer Wellenlänge von etwa 1 Millimeter, viel größer als das menschliche Auge sehen kann – nur Teleskope in großer Höhe können sie effektiv messen.

Das internationale Team, dem Forscher aus dem Vereinigten Königreich, den USA und Japan angehören, schätzt, dass Phosphin in den Wolken der Venus in einer geringen Konzentration von nur etwa zwanzig Molekülen pro Milliarde vorliegt. Infolge ihrer Beobachtungen führten sie Berechnungen durch, um festzustellen, ob diese Mengen aus natürlichen, nicht-biologischen Prozessen auf dem Planeten stammen könnten. Einige Ideen schlossen Sonnenlicht, von der Oberfläche nach oben gewehte Mineralien, Vulkane oder Blitze ein, aber nichts davon konnte auch nur annähernd genug davon erzeugen.

Es stellte sich heraus, dass diese nicht-biologischen Quellen höchstens ein Zehntausendstel der Phosphinmenge ausmachten, die die Teleskope sahen.

Um die beobachtete Menge an Phosphin (das aus Wasserstoff und Phosphor besteht) auf der Venus zu erzeugen, müssten die Organismen auf der Erde nach Angaben des Teams nur mit etwa 10% ihrer maximalen Produktivität arbeiten. Es ist bekannt, dass Erdbakterien Phosphin herstellen: Sie nehmen Phosphat aus Mineralien oder biologischem Material auf, fügen Wasserstoff hinzu und stoßen schließlich Phosphin aus. Sämtliche Organismen auf der Venus dürften sich sehr von ihren Verwandten auf der Erde unterscheiden, aber auch sie sollten in der Lage sein, das Phosphin in der Atmosphäre herzustellen.

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Obwohl die Entdeckung von Phosphin in den Wolken der Venus eine Überraschung war, sind die Forscher von ihrer Entdeckung überzeugt. „Zu unserer großen Erleichterung waren die Bedingungen am ALMA für Folgebeobachtungen gut, als die Venus in einem geeigneten Winkel zur Erde stand. Die Verarbeitung der Daten war jedoch schwierig, da ALMA normalerweise nicht nach sehr subtilen Effekten in sehr hellen Objekten wie der Venus sucht“, sagt Teammitglied Anita Richards vom britischen ALMA-Regionalzentrum und der Universität Manchester. „Am Ende stellten wir fest, dass beide Observatorien das Gleiche gesehen hatten – eine schwache Absorption bei der richtigen Wellenlänge durch Phosphingas, wobei die Moleküle von den darunter liegenden wärmeren Wolken angestrahlt werden“, fügt Greaves hinzu, der die heute in Nature Astronomy veröffentlichte Studie leitete.

Ein weiteres Teammitglied, Clara Sousa Silva vom Massachusetts Institute of Technology in den USA, hat Phosphin als „Biosignatur“-Gas für sauerstofffreies Leben auf Planeten um andere Sterne erforscht, weil die normale Chemie so wenig davon produziert. Sie kommentiert:

„Phosphin auf der Venus zu finden, war ein unerwarteter Erfolg! Die Entdeckung wirft viele Fragen auf, z.B. wie etwaige Organismen dort überleben könnten. Auf der Erde können einige Mikroben bis zu etwa 5 % Säure in ihrer Umgebung vertragen – aber die Wolken der Venus bestehen fast vollständig aus Säure.“

Das Team hält ihre Entdeckung für bedeutsam, weil sie viele alternative Wege zur Herstellung von Phosphin ausschließen können, räumt aber ein, dass es noch viel Arbeit erfordert, das Vorhandensein von „Leben“ zu bestätigen. Obwohl die hohen Wolken der Venus Temperaturen von bis zu angenehmen 30 Grad Celsius erreichen, sind sie außerordentlich säurehaltig – etwa 90 %ige Schwefelsäure – und stellen alle Mikroben, die dort zu überleben versuchen, vor große Probleme.

Der ESO-Astronom und ALMA European Operations Manager Leonardo Testi, der an der neuen Studie nicht teilgenommen hat, erläutert:

„Die abiotische Produktion von Phosphin auf der Venus ist nach unserem derzeitigen Verständnis der Phosphinchemie in der Atmosphäre von Gesteinsplaneten ausgeschlossen. Die Bestätigung der Existenz von Leben in der Venusatmosphäre wäre ein bedeutender Durchbruch für die Astrobiologie. Daher ist es unerlässlich, diese aufregenden Ergebnisse mit theoretischen und beobachtenden Studien weiterzuverfolgen, um die Möglichkeit auszuschließen, dass Phosphin auf Gesteinsplaneten auch einen anderen chemischen Ursprung haben könnte als auf der Erde.“

Weitere Beobachtungen der Venus und von Gesteinsplaneten außerhalb unseres Sonnensystems, auch mit dem demnächst in Betrieb gehenden Extremely Large Telescope der ESO, könnten helfen, Hinweise darauf zu sammeln, wie Phosphin auf ihnen entstehen kann, und zur Suche nach Anzeichen von Leben außerhalb der Erde beitragen.

Die Pressemitteilung unterstreicht, „dass es noch viel Arbeit erfordert, das Vorhandensein von ‚Leben‘ zu bestätigen“. Was für mögliche Mikroorganismen in de Wolken der Venus ebenso gilt, wie auf dem Mars (s. a. Video HIER). Wie im Video unten erklärt, wäre der endgültige Nachweis wohl erst dann möglich, wenn durch ein Raumsonde ein Probe der entsprechenden Venus-Wolken genommen würde.

Video zum Thema auf Fischinger-Online

Video vom 14. September 2020 auf Fischinger-Online

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Entdeckung in der Astronomie: Forscher finden deutliche Hinweise auf Leben in den Wolken der Venus +++ Video +++

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VIDEO: Entdeckung in der Astronomie: Forscher finden deutliche Hinweise auf Leben in den Wolken der Venus (Bilder: NASA)
VIDEO: Entdeckung in der Astronomie: Forscher finden deutliche Hinweise auf Leben in den Wolken der Venus (Bilder: NASA)

Wissenschaftler fanden in den oberen Wolkenschichten unseres „Schwesterplaneten“ Venus deutliche Anzeichen für Leben! Eine „bahnbrechende Entdeckung“ bei der Suche nach Leben im All, wie es heißt. Nach den jüngst veröffentlichen Untersuchungen haben die beteiligen Forscher hoch über der Oberfläche der Venus Gase gefunden (Phosphan bzw. Monophosphan), die nach ihrer Analysen am wahrscheinlichsten von Mikroorganismen stammen. Sofern nicht Prozesse existieren, die bisher vollkommen unbekannt sind. Denn schon lange wird darüber spekuliert, ob es in den Wolken der Venus in „gemäßigten Klimazonen“ Leben geben könnte. Alles über diese spannende Entdeckung und warum bereits in den 1960ger Jahren dort Leben vermutet wurden, erfahrt Ihr in diesem Video.


Leben auf der Venus?

Gelang einem internationalen Forscherteam ein Durchbruch bei der Suche nach Leben im All? Oder doch nur – im wahrsten Sinne des Wortes – heiße Luft?

Ein Team aus internationalen Forschern hat am 14. September 2020 bekannt gegeben, dass es auf der Venus Leben geben könnte. Auf dem sicher unwirklichsten Planeten in unserem Sonnensystem.

Sie fanden in den obersten Schichten der Wolkendecke des Planeten Gase, die ihrer Meinung nach ein überaus starkes Indiz für Leben auf der Venus sind. So berichten sie in ihrer heute offiziell in „Nature“ veröffentlichten Untersuchung. Eine Studie, die im Vorfeld für Spekulationen sorgte. Denn nachdem unter anderem ein entsprechendes Video auf YouTube sowie die Studie an sich publiziert wurde – wurden die entsprechenden Veröffentlichungen wieder vom Netz genommen.

Doch heute gaben die Wissenschaftler ihre Ergebnisse über die „Royal Astronomical Society“ und in „Nature“ offiziell bekannt. Entweder verstehen wir die Chemie von Gesteinsplaneten und entsprechende Prozesse nicht, so das Fazit, oder es gibt Leben in den Wolken der Venus. Mikroben auf unserem Nachbarplaneten, die für das gewaltige Vorkommen von Phosphan (Phosphin) bzw. Monophosphan auf unserem „Schwesterplaneten“ verantwortlich sind!

Mikrobiologisches Leben gleich nebenan?!

Eine „bahnbrechende Entdeckung“, so die überwiegende Meinung. Aber: „Wir behaupten nicht, dass wir Leben auf der Venus gefunden haben“, so Sara Seager vom beteiligten „Massachusetts Institute of Technology“ (MIT). Und doch sei die Entdeckung für die an der Studie beteiligten Wissenschaftler zuerst „ein Schock“ gewesen.

Alles über diese spannende Entdeckung und warum bereits in den 1960ger Jahren dort Leben vermutet wurden, erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video.

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Video vom 14. September 2020 auf Fischinger-Online

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Schlamperei im Museum: Die „Venus von Aufhausen“ ist spurlos aus dem Safe des Museums verschwunden – in ihm lag nur eine Kopie +++ Video +++

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VIDEO: Schlamperei im Museum: Die "Venus von Aufhausen" ist spurlos aus dem Safe des Museums verschwunden - in ihm lag nur noch eine Kopie ... (Bilder: br.de / PixaBay / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Schlamperei oder doch Diebstahl? Die „Venus von Aufhausen“ ist spurlos aus dem Safe des Museums verschwunden – in ihm lag nur eine Kopie … (Bilder: br.de / PixaBay / Montage: Fischinger-Online)

1997 wurde einer der „bedeutendsten archäologischen Funde der letzten 25 Jahre in Deutschland“ gemacht: Die etwa 6.000 Jahre alte „Venus von Aufhausen“ wurden gefunden. Ein über 30 Zentimeter großes Gefäß, das in Gestalt und Form den berühmten „Venus-Figuren“ der Steinzeit und Eiszeit ähnelt. Doch als Archäologen diese Kostbarkeit aus dem Safe des Museums holen wollten, war das Entsetzten groß. Im Tresor lag eine Kopie und das Original ist spurlos verschwunden. Wohl schon seit Jahren, wie die Verantwortlichen zähneknirschend jetzt auf einer Pressekonferenz einräumen mussten. Diebstahl oder „Schlamperei“, nachdem man man von der echten „Venus“ 2012 hat Kopien anfertigen lassen? Alle Details und die Hintergründe zu diesem unglaublichen Vorfall erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video.


Schlamperei um die „Venus von Aufhausen“?

Neuigkeiten aus der Archäologie – doch keine Guten!

Die sogenannte „Venus von Aufhausen“, ein 1997 gefundenes Gefäß mit einem Alter von rund 6.000 Jahren, ist spurlos aus dem Tresor des Museums verschwunden. Das heißt, sofern das kostbare Fundstück überhaupt in den letzten Jahren darin lag. Im Safe selber fand sich nur noch eine Kopie der „Venus“, wie ein Archäologe feststellen musste.

Vor Jahren ließ das Museum Kopien der Original „Venus von Aufhausen“ in München anfertigen. Der echte archäologische Schatz kam auch wieder zurück – scheint aber nicht mehr seinen Weg in den Tresor gefunden zu haben.

Nur eine Verwechselung zwischen (offenbar sehr guter) Kopie und Original? Oder doch bewusste Täuschung und damit Diebstahl? Die Verantwortlichen sind ratlos und sprachen auf einer Pressekonferenz verschämt von „Schlamperei“ …

Alle Details zu diesem unglaublichen Vorfall in diesem Video auf YouTube.

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YouTube-Video vom 13. Nov. 2019 auf Fischinger-Online

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