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Aktivitäten von Dämonen nehmen dramatisch zu: Ein irischer “Teufelsaustreiber” fordert von der Kirche mehr Exorzisten auszubilden

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Aktivitäten von Dämonen nehmen dramatisch zu: Ein irischer "Teufelsaustreiber" fordert von der Kirche mehr Exorzisten auszubilden (Bild: gemeinfrei)
Aktivitäten von Dämonen nehmen dramatisch zu: Ein irischer “Teufelsaustreiber” fordert von der katholischen Kirche mehr Exorzisten auszubilden (Bild: gemeinfrei)

Es mag heute mittelalterlich erscheinen oder von irgendwelchen “primitiven Völkern” im Urwald stammen, aber Exorzismus gibt es bis heute in der katholischen Kirche. Wie bereits mehrfach auf diesem Bog berichtet, ist Exorzismus tatsächlich noch immer fester Bestandteil der Kirche. Eigens dafür bildet der Vatikan selber solche “Teufelsaustreiber” aus, die dann in aller Welt den Kampf gegen Satan, böse Dämonen und Besessenheit aufnahmen. Jetzt aber fordert ein Exorzist in einem offenen Brief an die Kirche, dass diese mehr Exorzisten ausbilden müsse. Der Grund ist, dass Aktivitäten von Dämonen und dem Bösen enorm zugenommen haben!


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Exorzisten

Teufelsaustreiber gibt es eigentlich in allen Teilen der Welt sowie in zahllosen Kulturen. Die wenigsten dieser Menschen sind aber auch “kirchlich anerkannte Exorzisten“, die im Auftrag des Vatikan handeln und auch in Rom ausgebildet wurden. Im schlimmsten Fall sind solche selbsternannten Teufelsaustreiber charismatische Sekten-Gurus.

Auch wenn es in der katholischen Kirche ein Regelwerk für Exorzisten gibt und weiterhin dort solche Geistlichen ausgebildet werden, ist der Glaube an das Böse und Satan allgegenwärtig. Hier sieht die Kirche das Problem, dass sich Scharlatane, Gurus oder Geistheiler in ihre Tattätigkeit des Exorzismus einmischen. Nicht unbegründet befürchtet der Vatikan dadurch Schaden an Leib und Leben angeblich von Dämonen oder dem Teufel besessenen Menschen!

Enormer Anstieg “dämonische Aktivitäten” in Irland

Der Exorzist Pater Pat Collins aus Irland schlägt deshalb jetzt Alarm, wie es verschiedenen Medien berichten. Er sieht sich in Irland einem dramatischen Anstieg von teuflischen Aktivitäten gegenüber und fordert die Bischöfe seinen Landes und die Kirche dazu auf, mehr Exorzisten auszubilden.

In den letzten Jahren seien die Anfragen von besorgten Gläubigen nach einem Exorzismus so gewaltig angestiegen, dass die Kirche eingreifen müsse. So berichtetet es beispielsweise “The Irish Catholic”.

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Pater Pat Collins dazu:

Was ich verzweifelt herausfinden musste, sind Leute, die in ihren eigenen Köpfen – zu Recht oder zu Unrecht – glauben, dass sie von einem bösen Geist befallen sind.

Ich denke, in vielen Fällen glauben sie falsch, aber wenn sie sich an die Kirche wenden, weiß die Kirche nicht, was sie mit ihnen machen soll und sie verweisen sie entweder an einen Psychologen oder an jemanden, von dem sie gehört haben, dass er sich für diese Form des Dienstes interessiert. Und so fallen sie zwischen die Ritzen und ihnen wird oft nicht geholfen.

Genau darum verlangt Collins, dass die Kirche mehr Exorzisten ausbilden muss. Eine Aussage, die auch die “International Association of Exorcists” (IAE), die Vereinigung der katholischen Kirche von einigen hundert aktiven Exorzisten, teilt.

Satan oder Psychiatrie?

Der Exorzist Pater Collins ist überzeugt:

Es gibt immer mehr Beweise für das niederträchtige Treiben des Bösen.

Andere Exorzisten sind der selben Meinung. Doch nicht jeder “vom Teufel besessene Mensch” ist es auch, wie es die Kirche auch selber sagt. Es wäre auch mehr als vermessen zu behaupten, dass alle Menschen, die sich in irgendwelchen Wahnvorstellungen und psychischen Ausnahmezuständen verlieren, gleich von Dämonen besessen sind.

Zwischen dämonischer Aktivität und einer psychischen Erkrankung muss klar unterschieden werden. Dazu heißt es im “Katechismus der Katholischen Kirche”:

Der Exorzismus dient dazu, Dämonen auszutreiben oder vom Einfluss von Dämonen zu befreien und zwar kraft der geistigen Autorität, die Jesus seiner Kirche anvertraut hat. Etwas ganz anderes sind Krankheiten, vor allem psychischer Art; solche zu behandeln ist Sache der ärztlichen Heilkunde. Folglich ist es wichtig, dass man, bevor man einen Exorzismus feiert, sich Gewissheit darüber verschafft, dass es sich wirklich um die Gegenwart des bösen Feindes und nicht um eine Krankheit handelt.” (KKK, 1673)

Pater Collins und die “International Association of Exorcists” sehen sich angesichts der Flut an Exorzismus-Nachfragen ihrer “Schäfchen” schlicht überfordert.

Gleich ob es nun “echte Besessenheit” oder eine psychische Erkrankung in den Augen der Kirche ist, muss diesen Menschen geholfen werden.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Wissenschaftler wollen durch DNA-Analysen Verwandte von Jesus Christus finden: Ein Fakten-Check und die Hintergründe

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Kann man durch DNA-Untersuchungen tatsächlich Verwandte von Jesus Christus finden? (Bilder: gemeinfrei / Montage L. A. Fischinger)
Kann man durch DNA-Untersuchungen tatsächlich Verwandte von Jesus Christus finden? (Bilder: gemeinfrei / Montage L. A. Fischinger)

Jesus von Nazareth ist sicherlich eine der bekanntesten Namen der Erde. Für die einen der Sohn Gottes, für andere ein weiser Prophet des Herrn und für andere nur einer der zahllosen “Störenfriede” im heutigen Israel im 1. Jahrhundert nach Christus. Also ein ganz normaler Mensch, der nicht nur seit dem Bestseller “Sakrileg” von Dan Brown in den Augen nicht weniger Menschen verheiratet war und auch Kinder hatte. Eine Boulevardzeitung in der Schweiz berichtete kürzlich, dass Forscher jetzt “mit neuster Technologie” und Gen-Analysen Verwandte und Nachkommen von Jesus im Heiligen Land aufspüren wollen. Nur eine krude Story à la Dan Brown – oder was genau steckt hinter diesem Forschungsprojekt? Ein Fakten-Check und die Hintergründe.

 

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Am 22. April titelte die Boulevardzeitung “Blick“:

DNA-Spuren sollen weiterhelfen: Forscher suchen Verwandte von Jesus

Nun könnte man schon allein anhand des Titels und vor allem, wo diese Meldung erschien, die Sache als “Sensationsgier” der Regenbogenpresse beiseite legen. Immerhin sind vor allem seit dem Weltbesteller “Sakrileg” von Dan Brown Berichte, Spekulationen und Meldungen über Jesus, seine Frau und seine Kinder weltweit enorm verbreitet.

Auch wenn Dan Brown in seinem Roman die Story des wesentlich früher erschienen Sachbuches “Der heilige Gral und seine Erben” von 1982 übernahm, machte er diese Idee weltbekannt. Doch was die Schweizer Boulevardpresse in ihrem Beitrag berichtet, hat ausnahmsweise nichts mit irgendwelchen angeblichen Kindern und Ehefrauen von Jesus zu tun. Doch der Background ist tatsächlich sehr interessant.

DNA von Jesus Christus?

Lars A. Fischinger in der Grabeskirche vor dem Grab Jesu: Alles ein Fake? (Bild: L.A. Fischinger)
Lars A. Fischinger in der Grabeskirche vor dem Grab Jesu (Bild: L.A. Fischinger)

Laut dem Neuen Testament geschah nach der Kreuzigung von Jesus ein echtes Wunder biblischen Ausmaßes: Jesus Körper verschwand aus seinem Grab, da er wieder auferstanden sei. Er hatte den Tod überwunden und zeigte sich später auch seinen Jüngern um sie davon zu überzeugen, dass er leibhaftig wieder von den Toten auferstanden sei. Das feiern Christen in aller Welt mit dem Osterfest.

Folglich ist seit rund 2.000 Jahren das Grab Jesu in der Grabeskirche in Jerusalem leer. Nur drei Tage habe dort laut Bibel der Leichnam Jesu gelegen, bis er auf wundersame Weise wieder auferstanden ist und später in den Himmel gefahren sein soll.

Auch wenn nicht wenige Publikationen belegen wollen, dass Jesus in Wahrheit nicht tot gewesen sei und so nach einem dreitägigen “Koma” oder “Delirium” nach der Kreuzigung wieder unter den Lebenden weilte, ist eines unstrittig: Die Grabeskirche ist leer und es existiert weder eine Leiche noch irgendwelche Knochen usw. von Jesus.

Da Jesus leibhaftig in den Himmel aufgefahren sein soll und nirgendwo organisches Material für DNA-Analysen von ihm vorhanden ist, stellt sich die Frage: Wie wollen nun laut dem Boulevard-Bericht Forscher mittels Gen-Untersuchungen das Mysterium um Jesus und seiner Nachkommen/Verwandten lösen? Ist die DNA vom Himmel gefallen?

Die Suche nach dem Gencode Jesu

 Unser täglich UFO gib uns heute! Warum US-Mystery-Dokus am TV so sind, wie sie sind (Bilder: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Unser täglich UFO gib uns heute! Warum US-Mystery-Dokus am TV so sind, wie sie sind (Bilder: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Die beiden Forscher, die sich zusammengetan haben, um den Gencode von Jesus und seiner Verwandtschaft zu entschlüsseln, kommen aus zwei vollkommen unterschiedlichen Richtungen. Der eine ist der Geisteswissenschaftler und Priester Joe Butch Basile aus Fresno in Kalifornien (USA).

Der andere ist George Busby, ein Gen-Forscher vom “Wellcome Trust Centre for Human Genetics” an der Universität in Oxford in Großbritannien. Ein DNA-Experte, der zuvor am “Institute of Zoology” des Londoner Zoo tätig war.

Joe Basile wiederum ist “Pastor, Prophet und Evangelist an der Encounter Church und The Road Church” wie er sich bei Facebook bezeichnet. Einer der jungen und “poppigen” Geistlichen, die es in der USA sehr zahlreich gibt. Zusammen mit dem “History Channel” haben er und Busby in ihrer Dokumentation “The Jesus Strand: A Search for DNA” ihre Suche nach dem Gencode der Familie Jesus Christus am 16. April präsentiert.

Hier muss man, wie bei der Meldung in “Blick” ein zweites Mal aufhorchen! Die Dokumentationen des US-TV diesen vor allem der Unterhaltung und an zweiter Stelle der Vermittlung von Wissen und Fakten. Das hatte ich Ende Januar 2017 in einem Beitrag bereits einmal genauer ausgeführt.

Wie ernst kann man dann die Arbeiten von Busby und Basile bei ihrer Jagd nach DNA und der Verwandtschaft von Jesus nehmen?

Die blutigen Hintergründe

Ausschnitt vom "Turiner Grabtuch" - befindet sich auf ihm die DNA von Jesus? (Bild: gemeinfrei)
Ausschnitt vom “Turiner Grabtuch” – befindet sich auf ihm die DNA von Jesus? (Bild: gemeinfrei)

Klar: Der Genetiker George Busby hat nicht von den sterblichen Überresten von Jesus ein Probe genommen, aus dieser den Gencode entschlüsselt und dann im Heiligen Land durch Massen-Gentests noch lebende Verwandte gesucht. Das ist schlicht nicht möglich, wie oben dargelegt.

Möglich aber wäre der Umweg über christliche Reliquien, die direkt mit Jesus in Verbindung gebracht werden und die heute noch existieren. Nämlich die Grabtücher, die nach der Auferstehung laut Neuem Testament im leeren Grab Jesu in Jerusalem gefunden worden sein sollen. Denn diese existieren bis heute. So heißt es zumindest.

Zum einen ist da das weltberühmte Grabtuch von Turin in Italien, seit seit Jahrzehnten für Kontroversen und Spekulationen sorgt. Ein Leinentuch von über vier Metern Länge, dass wahrscheinlich die bekannteste Reliquie des Christentums überhaupt ist, da sie die Vorder- und Rückseite eines gekreuzigten Mannes zeigt. Und dieser Mann sei eben Jesus von Nazareth und das Grabtuch von Turin ein bis heute erhaltenes blutige Beweisstück seiner Kreuzigung und Auferstehung. So zumindest die Gläubigen und Befürworter.

Das andere Grabtuch ist das weniger bekannte aber nicht minder interessante Schweißtuch von Oviedo in der Kathedrale von San Salvador in Oviedo in Spanien.

Bei diesem vollkommen verschmutzten Tuch in Oviedo soll es sich nach “gläubiger Lesart” um ein Grabtuch handeln, dass als Schweißtuch dem gekreuzigten Jesus um den Kopf gewickelt war. Dadurch drangen Blut usw. des Gekreuzigten in das Tuch und damit auch seine DNA. Und da auch auch dem Grabtuch von Turin Blut zu finden ist, liegen hier zwei mögliche Quellen vor, aus der die DNA von Jesus gewonnen werden kann.

Das Schweißtuch von Oviedo in Spanien (Bild: Archiv M. Hesemann)
Das Schweißtuch von Oviedo in Spanien (Bild: Archiv M. Hesemann)

Vorausgesetzt natürlich, dass beide Stoffe wirklich von der Kreuzigung Jesu stammen und sich darauf wirklich sein Blut befindet (und die Reliquien überhaupt 2.000 Jahre alt sind). Das sind folglich schon überaus unsichere Voraussetzungen, denen sich Busby und Basile bei ihrer Suche nach der DNA von Jesus und seiner Verwandtschaft gegenüber sehen.

Obwohl beide Tücher überaus spannende Objekte sind, die sogar eine ganze Reihe von Übereinstimmungen zeigen, die auf einen gemeinsamen Ursprung schießen lassen, kamen die beiden “GEN-Hunter” zu einem Ergebnis. Das war auch nicht zu erwarten. Schon im Vorfeld der Erstausstrahlung der Doku zu Ostern nicht.

Obwohl beide Tücher überaus spannende Objekte sind, die sogar eine ganze Reihe von Übereinstimmungen zeigen, die auf einen gemeinsamen Ursprung schießen lassen, kamen die beiden “GEN-Hunter” zu einem Ergebnis. Das war auch nicht zu erwarten. Schon im Vorfeld der Erstausstrahlung der Doku zu Ostern nicht.

Wie ich zum Beispiel in einem Vortrag 2009 (zu finden auf meinem YouTube-Kanal) oder in meinem Buch “Das Wunder von Guadalupe” zu zeigen versuchte, sind die Übereinstimmungen der (Blut-)spuren auf dem Grabtuch von Turin und dem Schweißtuch von Oviedo schon sehr spannend. Sie lassen sich sehr gut mit einem Gekreuzigten in sehr vielen Details in Zusammenhang bringen, der diese beiden Tücher um oder über seinen Körper und Kopf trug.

Sakrileg!

Überlagerung der Blutspuren auf dem Grabtuch von Turin und dem Schweißtuch von Oviedo: es scheint mehr als Zufall zu sein! (Bild: Archiv M. Hesemann)
Überlagerung der Blutspuren auf dem Grabtuch von Turin und dem Schweißtuch von Oviedo: es scheint mehr als Zufall zu sein! (Bild: Archiv M. Hesemann)

Wenn nun aber zwei Interessierte zusammen mit dem “History Channel” nach Turin und Oviedo kommen, um Proben der verehrten Jesus-Reliquien nehmen wollen, ist die Antwort der Verantwortlichen wohl klar. Auch hat der US-Doku-Sender “Discovery Channel” zahlreiche Gläubige und Geistliche bereits einmal mit einer Jesus-Doku zu Ostern 2015 verärgert.

Welcher US-Doku-Sender auch immer angekommen wäre, das Ergebnis wäre eine ähnliche Unterhaltungs-Show gewesen. Man kann nicht einfach mal eben nach Turin und Oviedo fahren und dort irgendwelche Proben der an diesen Orten verehrten heiligen Reliquien nehmen. Das ist sicher auch jedem klar, der mit Kirche, Jesus und Christentum “nichts am Hut” hat, um es einmal lapidar auszudrücken.

In der Sendung “Das Jesus-Grab” wurde damals das angeblich echte Familiengrab von Jesus in Talpiot in Jerusalem “nachgewiesen”. Inklusive seiner Frau und deren Kind. Gleichzeitig wurde mit dieser Behauptung natürlich das Jesus-Grab in der Grabeskirche von Jerusalem als Schwindel, Fake, Irrtum oder wie auch immer denunziert. Für gläubige Christen war und ist diese Doku ganz einfach ein Sakrileg.

Das die Sendung dann auch noch zu Ostern (Karfreitag), dem Fest der Auferstehung, ausgestrahlt wurde, machte es nicht besser. Auch nicht, dass bereits 2007 das Thema in der englischen Original-Dokumentation mit dem Titel “The lost Tomb of Jesus“ Thema war.

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Verantwortlich für die Dokumentation um das angeblich echte Grab von Jesus war damals übrigens James Cameron, der erst kürzlich “Atlantis entdeckt” hat. Für einen US-Doku-Sender, natürlich.

Der Eingang der Grabeskirche in Jerusalem: Hier soll Jesus auferstanden sein (Bild & Montage: L. A. Fischinger / Jesu: gemeinfrei)
Der Eingang der Grabeskirche in Jerusalem: Hier soll Jesus auferstanden sein (Bild & Montage: L. A. Fischinger / Jesu:  gemeinfrei)

Obwohl das Turiner Grabtuch und auch das Schweißtuch untersucht wurden und auch Proben genommen wurden, sind DNA-Funde auf diesen so oder so umstritten.

Im Laufe der Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende könnten genetische Spuren auf beiden Reliquien nicht zwingend Jesus Christus zugeordnet werden. Obwohl auch diese Aussage wiederum strittig ist, da die Blutspuren beider Tücher beispielsweise dieselbe seltene Blutgruppe haben. Ist es wirklich das Blut des Messias?

Eine 3. DNA-Quelle?

Die Voraussetzungen für George Busby und Joe Basile bei ihrer Jagd nach Verwandten von Jesus waren grundsätzlich schlecht. Da sollte es auch nicht verwundern, dass in der US-Dokumentationen “The Jesus Strand: A Search for DNA” letztlich kein abschließendes Ergebnis herauskam. Was, am Rande erwähnt, bei zahlreichen solcher Mystery-Sendungen aus den USA der Fall ist …

Trotzdem wollten Basile und Busby bei ihren Nachforschungen noch eine dritte DNA-Quelle hinzuziehen. Dabei handelte es sich um Knochen, die von Johannes dem Täufer stammen sollen. Eine sehr bekannte Personen aus dem Neuen Testament, die laut Bibel Jesus einst taufte und große Verehrung genossen habe. Angeblich könnte er mit Jesus verwandt gewesen sein, wie einige Bibelforscher vermuten. Träfe das zu, müsste sich eben eine genetische Verwandtschaft nachweisen lassen.

Der Stab des Mose und die Bundeslade (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Reliquien gibt es überall: Der Stab des Mose und die Bundeslade (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Doch auch diese genetische Spur steht auf mehr als wackeligen Füßen.

Die angeblich echten Knochen des Täufers wurden 2010 bei Ausgrabungen auf der Insel Sweti Iwan im Schwarzen Meer (Bulgarien) entdeckt. Dort lagen sie in einer Urne aus Marmor in der Klosterkirche St. Johannes und waren mit der Inschrift “Johannes der Täufer” beschriftet.

Ebenso fanden sich weitere Objekte im Umfeld, die sich auf Johannes den Täufer bezogen, wie bei einer Pressekonferenz am 1. August 2010 bekannt geben wurde. Für den Entdecker, der Archäologe Prof. Kazimir Popkonstantinov von der Universität Veliko Turnovo sicher der Fund seines Lebens.

Unter anderem wurde ein Zahn, ein Stück Schädel und ein Fingerknochen auf Sweti Iwan geborgen. Eine Datierung des Fingers an der Universität Oxford zeigte, dass dieser Knochen aus dem 1. Jahrhundert nach Christus stammt und würde damit zeitlich zu Johannes passen. Spätere DNA-Analysen an der Universität Kopenhagen durch den Biologen Prof. Eske Willerslev rundeten dann die mutmaßliche Sensation ab. Sie ergaben, dass alle drei Teile von einem Mann stammen und dieser im Nahen Osten gelebt haben muss. Also im Land Jesus Christus und des Täufers Johannes.

“12 Hände und sechs Köpfe”

Der Kölner Dom: Liegen hier tatsächlich die heiligen drei Könige? (Bild: Public Domain / L. A. Fischinger)
Der Kölner Dom, auch hier gibt vermeintlich echte Reliquien: Die Gebeine der heiligen drei Könige … (Bild: Public Domain / L. A. Fischinger)

Das war es dann auch mit den Fakten rund um die Knochen von Johannes dem Täufer aus Bulgarien. Obwohl 2012 weltweit die Medien über die interessanten Ergebnisse der Untersuchungen berichteten, heißt das eigentlich nichts. Tom Higham von der Universität Oxford gab auch klar zu bedenken:

Wir hatten erwartet, dass die Knochen aus einer jüngeren Zeit stammen, vielleicht aus dem dritten oder vierten Jahrhundert.

Das Ergebnis passt eindeutig zu jemandem, der im ersten nachchristlichen Jahrhundert gelebt hat. Ob diese Person Johannes der Täufer war, ist eine Frage, die wir noch nicht zweifelsfrei beantworten können – und wahrscheinlich auch nie werden.”

Fraglos ist es erstaunlich, dass hier Knochen eines Mannes aus dem 1. Jahrhundert entdeckt wurden, der noch dazu wahrscheinlich im Nahen Osten gelebt hat. Aber nur weil Johannes drauf steht, muss nicht Johannes drin sein. Reliquien von Johannes dem Täufer gibt es nicht wenige. Zwar nicht so viele wie von Jesus, aber eine doch recht ansehnliche Anzahl. Von Köpfen bis Hände ist alles dabei, was angeblich von Johannes dem Täufer stammt.

Bereits 2012 gab beispielsweise “Reuters” zu bedenken, dass, wären all diese Johannes-Reliquien authentisch, “die biblische Figur wohl 12 Hände und sechs Köpfe gehabt hat”.

Immerhin gilt Johannes seine Existenz zur Zeit Jesu als verbürgt. Der Geschichtsschreiber Flavius Josephus aus dem 1. Jahrhundert, bis heute eine überaus wichtige Quelle der Geschichte des Nahen Ostens zu biblischen Zeiten, erwähnt ihn in Band 18 der “Jüdische Altertümer“. Umstittener ist dann wieder die Verwandtschaft zwischen Jesus und Johannes. Immerhin eine Voraussetzung für George Busby und Joe Basile bei der Suche nach Verwandten von Jesus.

Johannes der Täufer tauft Jesus Christus (Bild: gemeinfrei)
Johannes der Täufer tauft Jesus Christus: Waren beide verwandt? (Bild: gemeinfrei)

Jesus und Johannes könnten laut dem Evangelium des Lukas tatsächlich Cousins zweiten Grades gewesen sein. Bei Lukas heißt es in der Geschichte, als ein Engel der Maria ihre Schwangerschaft mit Jesus verkündet:

Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, hat auch einen Sohn empfangen in ihrem Alter und ist jetzt im sechsten Monat, sie, die vorher unfruchtbar hieß.“ (Lk. 1,36)

Dieser Knabe der Elisabeth soll Johannes der Täufer gewesen sein, wie es in Lukas ab 1,57 beschrieben wird. Darin heißt es auch, dass Johannes erst nach seinem Vater Zacharias bekannte wurde, aber Elisabeth sich durchsetzte und “er soll Johannes heißen”. “Denn die Hand des Herrn war mit ihm”, so Lk. 1,66.

Nur leider schweigt das Neue Testament sich aus, in welchem verwandtschaftlichen Verhältnis Maria und Elisabeth standen. Vermutet wird, dass sie Cousinen waren. Zumindest aber könnte die Gen-Forschung tatsächlich solche Verhältnisse nachweisen – hätte sie authentische Proben.

Der “History Channel”, George Busby und Joe Basile hatten von vornherein für ihre Dokumentationen auf der Suche nach Jesus Verwandtschaft überhaupt keine wissenschaftlich gesicherte Grundlage. Das Ergebnis, dass man eben zu keinem Ergebnis kommt, stand schon vor Drehbeginn fest. US-Science-Unterhaltung eben.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Rätselhaftes Turiner Grabtuch: Zeigt es den wahren Jesus Christus? Grabtuch-Ausstellung mit einem Replik der Reliquie des Bibelforschers Michael Hesemann in Salzburg eröffnet

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Das Turiner Grabtuch: Zeigt es den wahren Jesus Christus? Nun wird ein Replik in Salzburg ausgestellt (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei)
Das Turiner Grabtuch: Zeigt es den wahren Jesus Christus? Nun wird ein Replik in Salzburg ausgestellt (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei)

Das weltberühmte Turiner Grabtuch ist mit Sicherheit die bekannteste Reliquie und eines der größten Rätsel der Christenheit.  Das etwa 4,36 Meter lange und 1,10 Meter breite Tuch zeigt als eine Art “Schatten” die Vorder- und Rückseite eines Mannes, der offenkundig gefoltert und gekreuzigt wurde. Eine Fälschung des Mittelalters? Oder ein authentisches Abbild von Jesus Christus? Dazu wurde am 14. Januar 2016 die Wanderausstellung “Wer ist der Mann auf dem Tuch? – Eine Spurensuche” im erzbischöflichen Palais in Salzburg eröffnet. Highlight der Ausstellung ist dabei eine originalgetreue Kopie des Turiner Grabtuch des Historikers und Autoren Michael Hesemann.

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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Wohl über keine andere religiöse Reliquie der Welt wurde mehr spekuliert, phantasiert und diskutiert wie über Grabtuch von Turin. Seit dem 14. September 1578 liegt das Leinentuch, das den gegeißelten Jesus Christus nach der Kreuzung zeigen soll, in Turin.

Die jüngste Bekanntheit erlangte das Tuch sicherlich am 30. März 2013, als es während eines 1,5 Stunden dauernden Gottesdienst ausgestellt wurde. Dieser wurde auch live im TV übertragen und auch der damals noch neue Papst Franziskus war mittels Videobotschaft vertreten.

Der Malteser Ritterorden Deutschland hat nun die Ausstellung “Wer ist der Mann auf dem Tuch? – Eine Spurensuche” mit einem 1 zu 1 Replik des Grabtuches Jesu am 14. Januar feierlich eröffnet. In der Einladung zu dieser nicht nur rein spirituellen sondern auch wissenschaftlichen Ausstellung heißt es in der Einladung des Ordens nach Salzburg:

Mittelpunkt dieser vom deutschen Malteserorden konzipierten Wanderausstellung ist eine über 4 Meter große originalgetreue Kopie des Turiner Grabtuches. Stelen und Bildtafeln erläutern die wissenschaftlichen Untersuchungen, die historische Forschung sowie die theologische Sichtweise.

Elisabeth Hintner vom Malteser-Hospitaldienst erklärt, dass nicht nur Helfen für den Orden wichtig ist, sondern auch das Glaube an Jesus Christus. Die Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung rund um das rätselhafte Leinen im erzbischöflichen Palais in Salzburg sollen die Möglichkeit haben, sich von, diesem Mysterium des Christentums berühren zu lassen. “Es ist, als würde mich jemand ansehen”, so der Erzbischof Franz Lackner in den “Salzburger Nachrichten” vom 14. Januar.

Nur eine Fälschung?

Ausschnitt vom "Turiner Grabtuch" - Jahre der Forschung sind noch nötig (Bild: gemeinfrei)
Interview: Der Leiter des „Internationalen Zentrum für Grabtuchforschung“ regt eine umfassende und detaillierte Untersuchung aller Daten und Fakten rund um das Grabtuch von Turin an (Bild: gemeinfrei)

Der Autor, Bibelforscher und Historiker Michael Hesemann hielt im Zuge der Eröffnungsfeierlichkeiten in Salzburg auch einen halbstündigen Vortrag über das Leinentuch. Hesemann, der 2010 mit “Das Bluttuch Christi” auch eine aktuelle Zusammenfassung der Forschungen zum Grabtuch von Turin veröffentlichte, zweifelt ebenfalls an der “offiziellen Datierung” des Tuches. Denn dieses wurde 1988 durch die Radiokarbon-Methode (C14) als eine Fälschung aus dem Mittelalter “entlarvt”. Es stamme etwa aus dem 13. oder frühen 14. Jahrhundert nach Christus, hieß es. Daran glauben bis heute die Kritiker und Skeptiker des Grabtuch von Turin verbissen.

Hesemann dazu in Salzburg:

Das Domkapitel und die Bischöfe haben es wiederholt berührt und geküsst. (…) Das Gewebe ist hochgradig kontaminiert, deshalb hat zum Beispiel die Datierung mittels der Radio-Carbon-Methode nicht funktioniert.

Auch der Physiker Bruno Barberis, der in Turin das Zentrum der Grabtuschforschung leitet, äußerte starke Bedenken an dieser C14-Analyse. In einem Interview am 17. Juni n2015 sagte er:

Diese Datierung nach der Radiokarbon-Methode lässt heute viele Zweifel. Denn möglicherweise ist das Gewebe kontaminiert worden in seiner langen und komplizierten Geschichte, die man nicht bis ins Detail rekonstruieren kann. Beispielsweise hat man an der Stelle des Tuches, wo die Stoffprobe entnommen wurde, Baumwollfäden gefunden, die sicherlich später hinzukamen. Die Datierung müsste neu gemacht werden, aber erst dann, wenn wir genau wissen, wo wir die Stoffproben entnehmen sollen. Die Entnahmestelle von 1988 war sicher nicht geeignet.“

Die fraglichen Proben wurden am 21. April 1988 in Turin von der Reliquie genommen und zur Analyse/Datierung frei gegeben. Nur einen Monat später sagte Papst Johannes Paul II.  am 24. Mai 1988 in der Kathedrale von Turin zum Rätsel des Grabtuches:

Vortrag über "Das Wunder von Guadalupe", das Grabuch von Turin und den "Schleier von Manoppello" von L.A. Fischinger 2009 (Bild: L.A. Fischinger)
VIDEO/Vortrag über “Das Wunder von Guadalupe”, das Grabtuch von Turin und den “Schleier von Manoppello” von L.A. Fischinger 2009 (Bild: L.A. Fischinger)

Das Turiner Grabtuch ist eine Herausforderung für den Verstand. (…) Die Kirche fordert sie (die Wissenschaftler) auf, die Untersuchungen des Grabtuches ohne vorgefasste Meinungen vorzunehmen (…)  innerlich frei zu handeln und sorgfältig bedacht zu sein sowohl auf die wissenschaftliche Methodik als auch auf das Empfinden der Gläubigen.”

Nur einige Monate nach der Ansprache des Papstes lag das strittige C14-Ergebnis vor …

Aber man sollte diese Datierungen des Grabtuches, die am 16. Februar 1989 zum Beispiel in dem angesehenen Magazin “Nature” (Vol. 337, No. 6208) veröffentlicht wurden, endlich ad acta legen. Zumindest sollte man diese angesichts der Zweifel an der Art der Datierung nicht als unumkheren “Fakt” ansehen.

Es ist ein “CSI Golgota”, so Hesemann.

Die Ausstellung in Salzburg geht noch bis zum 20. Februar (Infos hier).

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Jesus 2.0, Aliens & der Vatikan: Außerirdische könnte es geben, einen zweiten Jesus Christus im All nicht! Und warum sich mir deshalb drei brennende Fragen stellen …

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Vatikan: Aliens könnte es geben aber nicht einen zweiten Jesus Christus (Bild: L.A. Fischinger / NASA)
Außerirdische könnte es geben – aber keinen 2. Jesus Christus (Bild: L.A. Fischinger / NASA)

Irgendwann, da sind sich viele Astronomen und Wissenschaftler einig, findet die Menschheit nicht nur einen weiteren Planeten wie die Erde im All sondern auch außerirdisches Leben. Gerade die letzten Jahrzehnte mit ihren Entdeckungen auf diesem Gebiet geben Anlass zur Hoffnung. Auch der Vatikan hat damit kein Problem, wie bereits öfter auf diesem BLOG berichtet. Ein Problem hat aber der heilige Stuhl in Rom mit einem “zweiten Jesus” als Erlöser bei diesen Außerirdischen. Aber wieso eigentlich und was ergibt sich daraus?

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Vor einiger Zeit jubelten die Medien über die Entdeckung einer der Erde 2.0 “Kepler 452b”, was jedoch, wie hier berichtet, genau genommen Unsinn war. Dieser Fund war auch im Vatikan von Interesse.

Der vatikanische Chef-Astronom José Funes der päpstlichen Sternwarte im Apostolischen Palast in Castel Gandolfo hat in der Vergangenheit bereits mehrfach zum Thema Außerirdische die Meinung der Kirche dazu erläutert. Auch der Vatikan, Funes selber und eigentlich die ganze katholische Lehre hat mit der Existenz von Leben im Kosmos kein Problem. Auch nicht mit intelligenten Leben im All – sprich: Alien-Zivilisationen.

Mehr noch: die Kirche sieht auch keinen Widerspruch zu ihren biblischen Lehren und dem Umstand, wenn Menschen aus den Reihen ihrer “Schäfchen” an diese Außerirdischen glauben wollen. Der Glaube an Jesus als Erlöser und der Glaube an fremde Zivilisationen im All ist für den Vatikan ganz offiziell kein Widerspruch. Christ sein und zugleich von Aliens überzeugt…heute geht (fast) alles in der katholischen Kirche. Ein Thema, über das ich auf diesem BLOG immer wieder gerne berichte.

Jesus ist einzigartig, einmalig und niemals woanders als auf der Erde gewesen!

Brauchen wir (in Zukunft) "Weltraummissionare"? (Bild: L.A. Fischinger / WikiCommons/gemeinfrei / NASA/JPL)
VIDEO: Brauchen wir (in Zukunft) “Weltraummissionare”? (Bild: L.A. Fischinger / WikiCommons/gemeinfrei / NASA/JPL)

Vor einiger Zeit fand ich bei der Arbeit in meinem Archiv beispielsweise einen sehr alten Zeitungsbericht, der im Zuge des Raumfahrt-Hype um die erste Mondlandung erschien. Darin wurde 1963 gefragt, ob die Menschheit “Weltraummissionare” benötigt um mutmaßlichen Aliens zu bekehren bzw. zu missionieren.

Offenkundig hat sich die Einstellung der Kirche grundlegend in Sachen Aliens lange schon geändert. Mittelalter war in dieser Hinsicht vorgestern. Aber anders sieht es dann doch bei Jesus Christus selber aus, der laut den Evangelien als Erlöser der Menschheit und quasi “Fleischwerdung Gottes auf Erden” gilt. Auch der Vatikan-Astronom Funes machte sich bereist vor einigen Jahren dazu Gedanken, ob intelligente Aliens auch Jesus kennen könnten. Auch sie sind Geschöpfe Gottes. Doch vielleicht mussten oder müssen diese gar nicht durch Jesus erlöst werden, so Funes in der Vatikan-Zeitung “L Osservatore romano” am 14. Mai 2008. Notfalls aber würde selbst Papst Franziskus selber die Aliens taufen, wie er es in einer Predigt am 12. Mai 2014 sagte.

In einem Interview im Zuge der Entdeckung des größeren und älteren Cousin der Erde “Kepler-452b” sprach Funes erneut über die mutmaßlichen Außerirdischen und auch deren “Erlösung”. Einer Meldung der Nachrichtenagentur “AFP” vom 31. Juli 2015 nach erklärte er, dass der Fund dieses Planeten “großartig” sei und auch er überzeugt ist, dass es Außerirdische durchaus geben könne. Aber er glaubt nicht, dass wir jemals diesen fremden Wesen selber begegnen werden. Als Astronom weiß er sicherlich nur zu gut, dass die Entfernungen im All gigantisch sind. Ein Kritikpunkt, der immer wieder gegen den physischen Kontakt mit Aliens ins Spiel gebracht wird. Damit wäre, weiter gedacht, für den Vatikan auch das Thema der bereits stattgefundenen Besuch von Fremden aus dem Universum vom Tisch. José Funes ist aber weiter sogar sicher, dass diese Aliens nicht einmal Jesus Christus kennen.

Funes dazu:

Die Entdeckung außerirdischen Lebens heißt nicht, dass es auch einen außerirdischen Jesus gibt. Die Inkarnation von Gottes Sohn ist ein einmaliges Ereignis in der Geschichte der Menschheit, des Universums.”

Menschen? Das ist kein guter Umgang für Dich!

Großen Cousin der Erde im All gefunden? (Bild: NASA / L. A. Fischinger)
Großen Cousin der Erde im All gefunden? (Bild: NASA / L. A. Fischinger)

Ist das so? Woher weiß der Chef-Astronom des Papstes so sicher, dass es keinen Jesus 2.0 gibt? Da der vatikanische Astronom zwar überzeugt ist, dass das gesamte Universum inkl. der Menschheit und auch anderer Zivilisationen darin ein Werk Gottes ist, Jesus aber seine “Menschwerdung” nur auf dem Planeten Erde zur Erlösung der Menschheit vollzog, stellen sich mir drei Fragen:

1.: Sind es andere und auch vom Vatikan nicht ausgeschlossene Intelligenzen im All nicht wert durch den Schöpfer erlöst zu werden?

2.: Ist etwa die Menschheit im Universum die einzige Zivilisation, die derart “übel” wurde und ist, dass sie Gottes Erlösung bedarf/bedurfte?

und deshalb:

3.: Sind alle anderen Intelligenzen des Universum schlicht und einfach frei von Sünde und die Menschheit damit der “Schrecken der Schöpfung”?

Irgendwie bekommt man dabei schon ein mulmiges Gefühl, wenn man so darüber nachdenkt. Vielleicht lassen uns die Aliens deshalb auch offiziell in Ruhe und gleichzeitig vollkommen unvorbereitet auf den ersten Kontakt mit ihnen. Auch und vor allem vom Standpunkt der jeweiligen irdischen Religionen aus gesehen, da auch diese mit Sicherheit nicht vorbereitet sind. Handeln folgerichtig die kosmischen Wesen im Sinne von:

Diese Menschen, die sind kein guter Umgang für Dich. Siehst Du – selbst Gott musste sie erlösen, so sündig sind sie.”

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

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Video auf YouTube: Weltuntergang am 24. September 2015? Jesus Christus und das Ende alle Tage werden kommen … und allen Ungläubigen droht die die ewige Verdammnis in der Hölle!

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Am 24. September 2015 soll mal wieder der Weltuntergang kommen! (Bild: NASA/JPL / L.A. Fischinger)
Um/ab dem 24. September 2015 soll mal wieder der Weltuntergang kommen! (Bild: NASA/JPL / L.A. Fischinger / WikiCommons/gemeinfrei)

Anfang Juni 2015 habe ich auf diesem Grenzwissenschaft-BLOG einen kleinen Artikel zum Thema Weltuntergang veröffentlicht. Denn: es soll wieder ein neuer Weltuntergang direkt vor der Tür stehen! Nicht wie 2012 der Hype um die Maya und angeblichen Prophezeiungen dieser zum 21. Dezember 2012, sondern das Ende alle Tage soll schon Ende September 2015 kommen. Jesus Christus wird seine Gläubigen ins Himmelsreich „entrücken“ und alle Ungläubigen werden in der Hölle ihr ewiges Leid ertragen müssen. Sogar ein Asteroid soll im Zuge dieser Apokalypse auf der Erde einschlagen, heißt es. Auf Euren Wunsch hin habe ich das Thema „Weltuntergang am 24. September 2015?“ mal zum Thema dieses Videos auf meinem YouTube-Channel gemacht.

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Von Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Nur sechs Wochen noch, bis Jesus am Himmel erscheinen wird und alle frevelhaften Ungläubigen zerschmettern wird? Sagt die inzwischen „Blutmond-Prophezeitung“ genannte Schwarzmalerei, dass das Ende alle Tage kommen wird? So, wie es die Bibel an verschiedenen Stellen ankündigt?
Ob nun das Strafgericht Gottes und ein Asteroid über uns alle kommen wird und woher dieser neue Weltuntergang kommt erfahrt Ihr in diesem Video …

Gerne könnt Ihr meine Arbeit mit einem Daumen hoch honorieren, also das Video liken, es teilen und bei YouTube kommentieren oder meinem grenzwissenschaftlichen Kanal abonnieren. Danke!

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Ich freue mich über Eure Ansichten, Postings, Kommentare und Meinungen bei YouTube dazu – und wenn Ihr meinen Mystery-Channel abonnieren würdet.

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Am 24. September 2015 kommen der Weltuntergang und Jesus Christus über die Erde! Alle Ungläubigen werden zerschmettert und die Gläubigen “entrückt”

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Der Weltuntergang und Jesus kommen am 24. September 2015 - und die Skeptiker werden vernichtet! (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei / WikiCommons)
Der Weltuntergang und Jesus kommen am 24. September 2015 – und die Skeptiker werden vernichtet! (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei / WikiCommons)

Endlich wieder ein Weltuntergang. Endlich wieder die wildesten Aussagen im Internet. Und endlich wieder die Ankunft von Jesus Christus und die Errettung der “Gläubigen”. Gerüchte im Netz besagten, dass am 24. September 2015 (bzw. zwischen dem 22. und 28. September dieses Jahres) all das eintreten wird. Möglicherweise wird ein Asteroid die Erde zerschmettern und alle “Ungläubigen” vernichten. Ernst nehmen kann man solche Aussagen wie immer nicht.

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Von Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Ich habe daheim Aufkleber, auf denen steht: “21. Dezember 2012 – ich war dabei”. Im Hintergrund der damals überall in den Medien zu sehende falsche Maya-Kalender. Beim damaligen Hype um den “Weltuntergang” oder meinetwegen auch “Aufstieg der Erde” auf Berufung auf die alten Maya aus Mexiko – gönnte ich mir diese Aufkleber. Immerhin kann ich nicht zu jedem Weltuntergang entsprechende Aufkleber kaufen, da mir das auf die Dauer zu teuer werden würde …

So haben wir auch dieses Jahr einen Weltuntergang, der von einem Asteroiden ausgelöst werden soll. In Deutschland hat innerhalb der Mainstream-Presse “Focus online” heute das Thema aufgriffen. In einem kleinen Video heiß es:

24. September 2015: Asteroid zerstört die Erde – und Jesus spielt eine Rolle

Sie sind sich mal wieder sicher: Verschwörungstheoretiker haben errechnet, wann ein Asteroid die Erde treffen und damit alles Leben zerstören wird. Die schlechte Nachricht: Der Zeitpunkt liegt noch in diesem Jahr.

Die Welt geht unter – und zwar irgendwann zwischen dem 22. und 28. September. Davon jedenfalls sind Verschwörungstheoretiker überzeugt, die folgende Theorie zu bieten haben. In verschiedenen Blogs schreiben sie, dass ein gigantischer Asteroid die Erde treffen und damit die Zivilisation auslöschen wird.

Einige von ihnen bringen dieses Ereignis mit dem sogenannten Tag der Entrückung in Verbindung, an dem Jesus Christus auf die Erde kommt und seine Anhänger mit nimmt, während er Skeptiker dem Satan überlässt. Ernsthafte Forscher halten diese Theorien natürlich für Quatsch.” (Quelle)

Die Akte 2012 reloaded - Weltuntergang, Nibiru, Maya-Kalender und anderen Unsinn zum 21. Dezember 2012 (Bild: L. A. Fischinger / NASA)
Die Akte 2012 reloaded – Weltuntergang, Nibiru, Maya-Kalender und anderen Unsinn zum 21. Dezember 2012 (Bild: L.A. Fischinger / NASA)

“Tag der Entrückung” und Jesus – das hört sich alles recht “christlich” an. Doch auch UFO-Sekten hatten und haben solche Aussagen und Behauptungen in ihrem Fundes des Alien-Glaubens. Immerhin ist Jesus beispielsweise einer der “netten Außerirdischen” oder war zumindest mal als Jesus hier “tätig” oder aber Jesus und die Aliens machen so oder so gemeinsame Sache. Es ist dabei selbstverständlich und gehört zum guten Ton einer derartigen Ansicht, dass die “Ungläubigen” dem Teufel und/oder Untergang geweiht sind. Die “Gläubigen” werden jedoch errettet. Gerne spirituelle (ihre Seelen) oder sogar physisch in UFOs. Weltanschaulich kann man sich da aus einem breiten Re­per­toire an Aussagen mit vollen Händen bedienen.

Was aber soll nun damit gemeint sein, dass ein Asteroid zum Ende September 2015 der Menschheit und Zivilisation den Garaus machen soll?

Schuld daran sind diverse Fundamentalisten aus den USA. Etwa TV-Prediger usw. Sie berufen sich auf Mondfinsternisse und den sogenannten “Blutmond”, da es bis September 2015 vier davon hintereinander geben wird. Gerne spricht man hier bereits von der “Blut-Mond Prophezeiung” und auch der “zweiten Wiederkehr von Jesus Christus”. Vielleicht wird auch der dritte Tempel von Jerusalem auf dem Tempelberg gebaut.

Folglich nutzt man diverse Bibelzitate um diesen angeblichen Weltuntergang zu untermauern. Diese astronomischen Fakten werden als Zeichen Gottes für das nahende Ende angesehen. Zum Beispiel dieses:

Aktuelle Videos zu Mystery und Grenzwissenschaft auf YouTube – mit dem Einen sieht man besser
Aktuelle Videos zu Mystery und Grenzwissenschaft auf YouTube – mit dem Einen sieht man besser

Doch unmittelbar nach jener schrecklichen Zeit wird sich die Sonne verfinstern und der Mond wird nicht mehr scheinen. Die Sterne werden vom Himmel stürzen und die Kräfte des Himmels aus dem Gleichgewicht geraten. Und dann wird das Zeichen des Menschensohns am Himmel erscheinen. Alle Völker der Erde werden jammern und klagen und dann werden sie den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit von den Wolken her kommen sehen” (Mt. 24,29f.)

Das alles ist aber nicht neu! Schon vor einigen Jahren kursierte dieses Gerücht. Da wir nun aber das Jahr 2015 haben, erfuhr diese Prophezeiung im Internet eine Art Neubelebung. Wie eben auch bei “Focus online” heute.

Spannend finde ich aber dabei auch dies:

Der Prediger Mark Blitz verbreitet dieses Weltuntergang- und Jesus-Wiederkehr-Story schon seit Jahren. Auch John Hagee predigte in einem sehr erfolgreichen Buch bereits 2013 von den “Blutmond Prophezeiungen”. Aber ich frage mich, wieso der Prediger/Pastor Mark Blitz auf seiner Internetseite “El Shaddai Ministries” eine Israel-Reise anbietet/verkauft, die vom 24. Mai bis 5. Juni 2016 mit ihm stattfinden soll …

Kommt am 25. September 2015 der Weltuntergang? YouTube-Video vom 11. Augist 2015 auf meinem Channel zum Thema:

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Familiengrab von Jesus inkl. Frau und Sohn wissenschaftlich belegt? Das “Jesus-Grab” von Talpiot und die Jäger der Gebeine Jesu (Artikel)

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Streit um das angebliche Grab Jesus in Jerusalem (Bild: L.A. Fischinger & gemeinfrei)
Streit um das angebliche Grab Jesus in Jerusalem (Bild: L.A. Fischinger & gemeinfrei)

Ist das Grab Jesu in Jerusalem nur ein “Schwindel der Christen”? Immer wieder berichten die Medien, dass Jesus in Wahrheit in einem Familiengrab in der heiligen Stadt beigesetzt wurde, und diese letzte Ruhestätte unlängst gefunden wurde. Zu Ostern 2015 haben nun auch verschiedene Medien das Thema erneut aufgenommen, da laut Presseberichten neue Untersuchungen am berühmten “Familiengrab Jesus” von Talpiot neue Fakten liefern sollen. Ist also Jesus ganz woanders und vollkommen menschlich mit seiner Familie inkl. Kind bestattet worden? Dazu ein Artikel.

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Am 4. April 2015 berichte zum Beispiel die “Jerusalem Post“, dass der Geologe Dr. Ary Shimron durch 150 Analysen neue Belege liefern würde, dass das legendäre “Familiengrab von Jesus” in Talpiot in Jerusalem das wahre Grab Jesus sein könnte. Die Untersuchungen der Ossuare (kleine “Sarkophage” aus Stein zur Aufbewahrung der Knochen) führen Dr. Shimron und den Journalisten Simha Jacobovici zu dem Schluss, dass hier der wahre Jesus beerdigt wurde. Auch sein Sohn Judas und seine Frau Maria sollen im Talpiot-Grab bestattet worden sein.

Der Streit darüber, dass Jesus in Wahrheit nicht in der Grabeskirche in Jerusalem (s. Titelbild & Bild unten links) beerdigt wurde sondern in Talpiot, hält also weiter an. Gehen wir also der ganzen Story einmal genauer nach:

Das Jesus-Grab von Talpiot und die Jäger der Gebeine Jesus

Die Person Jesus erregt seit nunmehr 2000 Jahren die Gemüter der Menschen. Die einen sehen hier den Mensch gewordenen Sohn des einzigen Gottes, die anderen einen einfachen Propheten, der sich durch seine revolutionären Ansichten von der Vielzahl anderer Prediger unterscheidet. Wieder andere sind sogar der Auffassung, dass es diesen Jesus niemals tatsächlich gegeben hat. Und eine Reihe von Esoteriker und Grenzwissenschaftlern sehen in Jesus einen „Erleuchteten“, einen “aufgestiegenen Meister“ oder sogar einen Außerirdischen.

Dennoch sind das Leben und die Taten Jesus bis auf den heutigen Tag immer wieder Grund genug für hitzige Debatten. Eine ganze Reihe von Veröffentlichungen vertritt beispielsweise die These, dass Jesus seine Kreuzigung überlebt habe. Er soll sogar nach Kaschmir (Indien) gezogen sein, wo er angeblich bereits zuvor lebte und lernte. Hin und wieder ziehen die Befürworter solcher Ideen auch das berühmte Grabtuch von Turin heran, um anhand dieses seltsamen Reliktes nachzuweisen, dass Jesus nicht am Kreuz gestorben ist.

Doch die Pilger von Jerusalem haben ein festes Ziel in ihrem Programm: Das (leere) Grab Jesus Christus in der Grabeskirche, die auch “Kirche vom heiligen Grab“ oder “Auferstehungskirche“ genannt wird. Sie steht in der Jerusalemer Altstadt und soll den Ort markieren, wo Jesus gekreuzigt und begraben wurde. Flavia Lulia Helena (250 bis 330) fand nach der Tradition dort die heiligen Stätten und ihr berühmter Sohn Kaiser Flavius Valerius Konstantin (272 bis 285) weihte am 13. September 326 die erste Grabeskirche an diesem Ort ein.

Das Jesus-Grab: Nur eine große Lüge des Christentums – aufgedeckt von Hollywood?

Lars A. Fischinger in der Grabeskirche vor dem Grab Jesu: Alles ein Fake? (Bild: L.A. Fischinger)
Lars A. Fischinger in der Grabeskirche vor dem Grab Jesu: Alles ein Fake? (Bild: L.A. Fischinger)

Doch irren Millionen Jerusalem-Pilger, die das Grab Christus dort besuchen? Ist das leere Grab, in dem auch die Päpste zu beten pflegen, nur ein Schwindel-Heiligtum (Bild rechts)?

Im Jahre 2007 wurde das Thema „Jesus-Grab“ wieder weltweit up to date. Damals kam die Dokumentation „The lost Tomb of Jesus“ aus den USA und Kanada von Simcha Jacobovici und Graeme Ball in das Fernsehen. Genau jener Filmmacher und Journalist Jacobovici, der nun nach dem Bericht der „Jerusalem Post“ vom 4. April 2015 erneut an den mutmaßlichen Enthüllungen beteiligt ist. Karfreitag 2007 sendetet auch „Pro 7“ in Deutschland „Das Jesus-Grab“. Produzent war kein geringerer als Oskar-Preisträger James Cameron, Regisseur und Drehbuchautor von Klassikern wie „Titanic“, „Rambo II“, „Terminator“, „Alien“ oder auch „Avatar“.

Der Inhalt von „The lost Tomb of Jesus“ war scheinbar eine archäologische Weltsensation ungeahnten Ausmaßes. Sagte die Dokumentation doch nichts anderes, als dass das leere Grab Jesu in der Grabeskirche von Jerusalem ein Fake sei und schon 1980 das „wahre Grab der Familie Jesus“ in Talpiot, einem Teil von Jerusalem, gefunden wurde. Mehr noch, anhand von in diesem Grab gefundenen Knochenkisten (die Mini-Steinsärge) und deren Beschriftungen soll hier nicht nur Jesus begraben worden sein, sondern auch seine Frau Maria Magdalena und sein Kind.

Die hitzig diskutierte Dokumentation nun sagte vor einigen Jahren, dass die zehn gefundenen Knochenkisten aus der Zeit um 30 vor bis 70 nach Christus stammen. Sechs der Ossuare sollen Namen tragen, die eindeutig belegen würden, dass hier das Grab der Familie Jesu gefunden wurde. Zum Beispiel die Inschriften „Yeshuah bar Yosef“ („Jesus, Sohn des Joseph“) oder „Yehuda bar Yeshua“ („Juda, Sohn des Jesus“). Letztlich soll auch die Gemahlin von Jesus dort bestattet worden sein.

Das klingt nach einer Sensation. Jesus wäre demnach nicht auferstanden, wie es die vier Evangelien schildern und so den Grundstock des Christentums bilden, sondern er wurde ganz ordinär begraben. So, wie jeder anderer Jerusalemer Jude auch. Mehr noch, denn die Untersuchungen im Grab von Talpiot würden weiter belegen, dass der Rabbi Jesus eben tatsächlich mit der legendären Maria von Magdala verheiratet war und diese einen gemeinsamen Sohn mit den Namen Juda(s) hatten. Eben das, was seit Jahrhunderten als christliches Gerücht kursiert und ab 2003 durch den Bestseller „The Da Vinci Code“ (dt. „Sakrileg“, 2004) von Dan Brown weltberühmt wurde. Ein Frevel, der natürlich heftige Reaktionen der Kirche bzw. der Gläubigen nach sich zog.

Das Talpiot-Grab: Was steckt dahinter?

Ich flog bereits Anfang 2009 nach Jerusalem, um vor Ort mehr über die seltsame Geschichte zu erfahren. Jerusalem hat fast 800.000 Einwohner und ist für Juden, Christen und Muslime eine heilige Stadt; eine uralte Pilger-Stadt. Die weltberühmte Kirche mit dem – nach Dr. Shimron, Cameron & Co. falschen – Grab Jesus wird von verschiedenen Kirchen verwaltet. Was häufig für Streitereien führt, da jede Kirche ihre festen Bereiche hat. Und letztlich hat sogar eine muslimische Familie den Schlüssel der Grabeskirche.

Sämtliche Kirchenvertreter, seien es Anhänger der griechisch-orthodoxen, der römisch-katholischen oder der armenischen Kirche und ebenso die internationalen Pilger, die ich vor Ort nach dem angeblich „echten Grab Jesu“ in Talpiot fragte, waren entsetzt über die These von 2007. Ausnahmslos keiner sah einen Grund, warum das leere Grab der Grabeskirche, der 14. Station des Kreuzweges, ein Irrtum oder Sogar eine Lüge der Kirche sein soll. Niemand konnte sich mit den archäologischen Thesen der Dokumentation von Simcha Jacobovici und Graeme Ball anfreunden. „Glaube macht blind“, sagt man. Auch in diesem Fall der rätselhaften, archäologischen Sensation?

Grablegung Christi. Fresko von Giotto di Bondone in der Capella di Scrovegni in Padua (Bild: gemeinfrei)
Grablegung Christi. Fresko von Giotto di Bondone in der Capella di Scrovegni in Padua (Bild: gemeinfrei)

Die Kirchen-Community war angesichts der Dokumentation in Aufruhr. „Der Heiland würde im Grab rotieren“ titelte zum Beispiel „Spiegel online“ damals. Und auch zu Ostern 2015 nahm sich beispielsweise „Focus Online“ am 7. April in einem Beitrag des Themas erneut an.
Doch die Dokumentationen und die Entdeckungen scheinen nichts weiter als Taschenspielertricks zu sein. Die vorlegten „Beweise“ für das Grab Jesu sind einfach zu mager bis falsch. Schlagzeilen und Einschaltquote standen im Vordergrund und es wurde übersehen, dass schon 1996 die BBC in „The Body in Question“ die Thesen verbreitete. So Bibelexperte Prof. Jürgen Zangenberg, Universität Leiden, Niederlande. Doch da Filmlegende James Cameron hinter der neuen Dokumentation stand, denke ich, dass hier der mediale Erfolg vorprogrammiert war. Auch wenn Cameron auf der Pressekonferenz zum Film in New York am 26. Februar 2007 von klaren „Beweisen“ sprach. Und natürlich brachte der Journalist Simcha Jacobovici gleichzeitig ein Buch zum Film mit „Beweisen, welche die Geschichte verändern“ mit einem Vorwort von Cameron heraus. War hier der Mammon der Vater des Gedankens?

Zehn Knochenkisten wurden 1980 im Grab gefunden; sechs davon mit Inschriften. Dr. Joseph Gath dokumentierte am 30. März 1980, dass „neun intakt, eines zerbrochen“ seinen. Die Namen darauf, eben wie „Yeschua, Sohn des Yehosef“ – Jesus, Sohn des Joseph – waren jedoch im ersten Jahrhundert weit verbreitet. Sie waren im Heiligen Land nichts besonders unter den rund 900 bekannten Knochenkisten aus Jerusalem aus der fraglichen Zeit. Trickreich wurde in der Dokumentation dann die griechische (nicht aramäische) Inschrift „Mara von Mariamene“ als Maria Magdalene dargestellt. Angeblich beweise das, dass sie die Frau Jesus war und hier bestattet wurde. Dan Brown lässt grüßen. Das die Legende aber sagt, dass Maria Magdalene nach dem Tode Jesus in Südfrankreich lebte und starb wird von Cameron verschwiegen.

Eine weitere Knochenkiste wurde herbei gezaubert, die angeblich aus dem besagten Grab stammt und auf der „Jakobus, Sohn des Joseph, Bruder des Jesus“ steht. Aufgetaucht war sie 2002 über den Sammler Oded Golan aus Tel Aviv. Golan gab an, er hat die Kiste in der Jerusalemer Altstadt erworben. Diese Sensation wurde daraufhin zur Ausstellung nach Kanada gebracht und ging dabei zu Bruch. Wie kann es dann sein, dass es sich um das im Museumsarchiv in Jerusalem vermisste zehnte Ossuarium handelt, dass bereits 1980 als zerbrochen dokumentiert wurde …?

Alles nur gefälscht?

Analysen der Patina (Oxydschicht) der Kiste sollen laut Cameron beweisen, dass Oded Golan sein Fund aus dem „Jesus-Grab“ stammt. Auch das war suggestive Berichterstattung. Christopher Rollston, Johns Hopkins University, Professor für das Alte Testament, bemerkt, dass Gegenproben aus anderen Gräbern nicht sorgsam durchgeführt wurden. Die Patina beweist nur, dass der „Jakobus-Sarg“ wie hunderte andere auch aus Jerusalem stammt. Außerdem ist bekannt, dass die „fehlende“ Knochenkiste im Hof des Rockefeller Museums herum steht und keine Schrift und Verzeihung zeige. Es sah schlicht langweilig aus.

Außerdem darf man Golan so oder so nicht trauen, wie ich es auch in einem Vortrag in Bremen vor einigen Jahren darlegte: Die „Associated Press“ meldete schon am 23. Juni 2003, dass die Polizei im Hause von Golan eine große und gut ausgestattete Fälscherwerkstatt auffliegen ließ. Fertige und in Arbeit befindliche Objekte lagen überall herum. Auch ein berühmter Stein, der den umstrittenen Salomonischen Tempelbau beweisen soll, wurde von Golan gefälscht. Ebenso ist die Altertümerverwaltung Israels nach einer genauen Analyse der Inschrift sicher, dass sie gefälscht ist. Golan landete deshalb vor Gericht. Bezeichnet ist auch folgendes: Oded Golan legte zu seiner Verteidigung ein Foto vor, dass er bereits im Jahr 1976 von der Knochenkiste gemacht haben will. Das FBI konnte nach Laboruntersuchungen bestätigen, dass die Chemikalien und das Papier des Fotos aus den 1970ger Jahren stammen…doch das „Jesus-Grab“ von Talpiot wurde erst 1980 gefunden.

Wieso sein „Beweis“ in Camerons Dokumentation vorgeführt wird, ist ein Rätsel. Diese Informationen über Golan waren durch Presse und Fernsehen seit Jahren international bekannt. Und was sagte ein Antiquitätenhändler in Jerusalem, der Knochenkisten im Angebot hat (für etwa 3000 Dollar kann man diese erwerben)? Die Anwälte Golans boten 30.000 Dollar, wenn er vor Gericht für Golan aussagt und bestätigt, dass die Inschrift echt ist. Damit aber nicht genug, denn das Ergebnis der Untersuchungskommission von 2003, das hier ein Schwindel vorliegen würde, wurde im Jahr 2012 wieder revidiert …

Wo ist Jesus, wo die Beweise und wo seine DNA?

Modell des 2. Tempels von Jerusalem (Bild: gemeinfrei)
Modell des 2. Tempels von Jerusalem (Bild: gemeinfrei)

Auch die Frage, wieso Jesus in Jerusalem mit seiner Familie beerdigt wurde, ließ Cameron geschickt offen. „Jesus von Nazareth“ nannte man ihn, den angeblich „mehr als 500 Brüder“ nach seiner Auferstehung sahen (Kor. 15,3). Jesus Stiefvater Josef selbst war ein bescheidener Handwerker aus Nazareth und starb wohl recht früh. Damals war Jesus wahrscheinlich erst 12 Jahre jung. Wie kann ein solcher Mann aus der Provinz ein Familiengrab der Oberschicht in Jerusalem besitzen? Und weiß nicht Bibel, dass Josef von Arimathäa dem Gekreuzigten sein eigenes Grab nahe der Hinrichtungsstätte Golgatha stiftete (Mt. 27,57-60). Vier Kilometer von der Vielzahl der Gräber in Talpiot entfernt. Jesus opferte im Tempel von Jerusalem (Bild rechts) laut dem Neuen Testament bei seinem Besuch einst auch eine Taube (Lk. 2,24), obwohl die jüdischen Gesetze fordern, man solle ein Schaf opfern. Aber auch nur dann, wenn der Gläubige dafür das nötige Kleingeld hat (Lev. 12,8). Ist auch das ein deutlicher Hinweis auf die Armut und bescheidene Herkunft von Jesu von Nazareth?!

Den Todesstoß der Weltsensation der Archäologie gaben damals die in der Sendung beteiligten Wissenschaftler selber. Deren Aussagen seine aus dem Zusammenhang gerissen oder suggestiv verwendet worden, stellten sie später richtig. Umfangreich nachzulesen zum Beispiel im Internet bei „Scientific American“ bereits am 2. März 2007. Was jedoch kaum einer mitbekam, so dass der Mythos bis heute weiter lebt. Das zeigen die aktuellen Berichte rund um die chemischen Untersuchungen von Dr. Ary Shimron.

Viele Jahre wurde von den Kritikern bemängelt, dass Kontrollproben aus anderen Gräbern oder von anderen Knochenkisten des ersten Jahrhunderts nach Christus fehlen oder schlampig durchgeführt wurden. Eben das will Dr. Shimron nun getan haben. Er ist nun sicher, dass webewiesen kann, dass die beschriebenen Ossuare tatsächlich alle aus dem Talpiot-Grab stammen. Rund 200 chemische Tests der Patina von 25 verschiedenen Knochensärgen seien nun durchgeführt worden, so die „Jerusalem Post“, und es sei sicher, dass die Debatte in der „christlichen Community“ eingeheizt werden wird. Dr. Shimron und Jacobovici betonen aber auch, dass ihre Arbeit „reine Wissenschaft und keine Theologie“ sei.
James Tabor von der Universität von North Carolina meinte, dass die Suche nach dem Grab Jeus wissenschaftlich genauso ablaufen würde, wie die Suche nach jedem anderen Grab. „Aber wenn man die Knochen von Jesus in einem Grab findet“, so Tabor, „dann ist er nicht von den Toten auferstanden“. Das wäre aber nicht unbedingt eine Bedrohung für das Christentum, da „viele moderne Christen die Auferstehung als spirituell und nicht historisches und wissenschaftliches Ereignis“ ansehen würden. Ob er damit richtig liegt, sei einmal dahingestellt. Jacobovici wird sogar mit den Worten zitiert:

Aber hier ist etwas, das theologisch die Christen stören wird. Viele Menschen glauben, dass Jesus spirituell in den Himmel aufstieg. Aber viele andere glauben, er stand auf, verließ das Grab, und sieg körperlich auf. Aber jetzt gibt es einen Knochenkasten hier mit seinem Grab. Das ist nicht gut.”

Die Bekanntgabe der neuen Untersuchungen am angeblichen Jesus-Grab – passend zur Osterzeit! – sorgte auch im Internet für Wirbel. So zum Beispiel hat allein die Meldung der „Jerusalem Post“ fast 600 Kommentare. Diese reichen von „wo sind die Fakten der Analysen“ über „Jesus offizielles Grab ist ein Fake“ bis zu „wo ist die DNA von Jesus?“. Dies ist so oder so ähnlich bei allen Presseberichten im Internet zu beobachten. Beim „Independent“ (9. April 2015) reihen sich ebenso hunderte Kommentare in der Diskussion einander. Doch „The Independent“ hat auch berichtigte Zweifel, solange keine wissenschaftlich nachprüfbare Veröffentlichung vorliege:

Während die Ergebnisse die Diskussion um die möglichen Überreste von Jesus neu entfachen dürften, sind sie noch lange nicht in wissenschaftlichen Kreisen akzeptiert. Der Sammler, der die Jakobus-Knochenkiste besitzt, sagte der ,Times‘, Dr. Shimrons Arbeit sei bestimmt nicht ,endgültig‘, während andere Jerusalemer Archäologen sagen, dass sie auf eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift („peer-reviewed Journal“) waren.

Es bleibt also spannend.

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War Jesus verheiratet? Umstrittenes “Frau Jesu”-Papyrus von 2012 ist eine “unglaubliche Fälschung”

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War Jesus wirklich verheiratete? (Bild: Christ the Pantocrator by Metropolitcan Jovan Zografm 1384 / WikiCommons)
War Jesus wirklich verheiratete? (Bild: Christ the Pantocrator by Metropolitcan Jovan Zografm 1384 / WikiCommons)

War Jesus einst verheiratet? Hatte er vielleicht sogar Kinder und muss auch die Position der Frau im Christentum bzw. der katholischen Kirche vollkommen neu überdacht werden? Diese Vermutungen kursieren seit vielen Jahrzehnten und nicht erst seit dem Weltbesteller-Roman “Sakrileg – The Da Vinci Code” (2004) von Dan Brown. Ein Papyrus von der Größe einer Scheckkarte sorgte seit September 2012 dahingehend für Aufregung – schien er doch diese Theorien zu bestätigen. Doch nun stellte sich heraus: Der Text ist eine Fälschung.

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Sommer 1550, zwischen Halle und Merseburg: Blut aus dem Inneren der Erde verängstigt die Menschen – und ist doch kein Einzelfall (+ Videos)

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1550 zwischen Halle und Merseburg: Blut aus dem Inneren der Erde verängstigt die Menschen! (Bild gemeinfrei)
1550 zwischen Halle und Merseburg: Blut aus dem Inneren der Erde verängstigt die Menschen! (Bild gemeinfrei)

Etwas Unheimliches soll sich vor fast 500 Jahren in Deutschland zugetragen haben. Nahe Halle und Merseburg unweit von Leipzig tat sich plötzlich eine “Blutquelle” auf. Hunderte Menschen sahen das seltsame “Blut” aus dem Inneren der Erde. Ein böses Wunderzeichen Gottes, wie es hieß. Doch solche und ähnliche Berichte von “Blut-Wasser” sind alles andere als selten und reichen bis weit in biblische Zeiten zurück.


Blut, Zeichen und Bibel

Das Alte Testament erzählt uns im zweiten Buch Moses, dem Buch Exodus, nahezu in jedem Abschnitt phantastische Geschichten. Es sind jene Berichte, die überliefern, wie Moses das Volk der Hebräer aus der Knechtschaft der Ägypter befreite und in Richtung “Gelobtes Land” zog. Ein “Marsch der Wunder”, wie ich diese Erzählungen 1997 einmal nannte. Denn vor, während und auch nach dem Exodus kam es angeblich zu den erstaunlichsten Wundern und Ereignissen. Einige wenige davon kennen sogar Nicht-Bibelleser. Etwa die Geschichte von den Zehn Geboten und vielleicht noch jene der Plagen, die Ägypten im Vorfeld des Auszuges heimgesucht haben sollen.

Im Buch Exodus lesen wir sehr umfangreich von dieser Flucht der Sklaven aus dem Land der Pyramiden. Moses hat das Land Ägypten und den Pharao demzufolge mit Hilfe seines Bruders Aaron und vor allem durch Rückendeckung und Unterstützung seines Gottes Jahwe erpresst. Der Herr habe, so behauptet es der Bericht, immer neues Leid in Form von Katastrophen – die zehn “Plagen” – über das ägyptische Volk gebracht. Eine folgte auf die andere, die Menschen litten und starben und letztlich gab der Pharao den Erpressungen und Machtdemonstrationen des Moses-Gottes nach. Die Hebräer konnten das Land verlassen.

Die erste Plage ist zugleich eine der bekanntesten in diesem Kontext. Auch wenn greifbare historische Fakten für diese gesamte biblische Episode bis heute fehlen. Von dieser erste “Plage” lesen wir im Buch Exodus ab 7,14. Dort erfahren wir, dass Moses und Aaron vom Pharao die Freilassung der Hebräer verlangten, aber dieser ganz und gar nicht daran dachte, diesen Forderungen nachzukommen. Also musste ein Zeichen gesetzt werden.

Wasser zu Blut als Drohung Gottes

Dieses Zeichen war die Verwandlung von Wasser in Blut. Nicht irgendein Wasser in irgendeinem Kelch oder ähnlichem, sondern gleich das gesamte Wasser in Ägypten! Gott befahl, dass Aaron mit seinem Stab, den er von dem Herrn selber erhalten habe, das Wasser verwandeln soll:

Und der Herr sprach zu Mose: Sage zu Aaron: Nimm deinen Stab und strecke deine Hand aus über die Wasser in Ägypten, über ihre Flüsse, über ihre Bäche und über ihre Seen und über alle Wasserbehälter, dass sie zu Blut werden und dass in ganz Ägyptenland Blut sei in hölzernen und steinernen Geschirren.” (Ex. 7,19)

Gesagt, getan. Und so wurde das Wasser in Ägypten zu “Blut” und zu einer “stinkende” Brühe. Nicht nur der Nil, wie viele denken mögen, sondern das gesamte Wasser im Land. “Selbst in den entlegenen Ecken”, wie es die Bibel unterstreicht, und selbst “die Flüsse und Kanäle, die Sümpfe und alle Wasserstellen”. Niemand konnte es mehr trinken und es ekelte die Menschen vor diesem “Blut”, so dass sie neue Brunnen abseits vom Nil gruben. Die Katastrophe dauerte eine Woche, so das Buch Exodus. Doch sie beeindruckte den Herrscher nicht im Geringsten, da seine “Zauberer” oder “Magier” dasselbe konnten:

Aber die ägyptischen Magier machten es mit ihren Zauberkünsten nach. Deshalb blieb der Pharao hart und hörte nicht auf Mose und Aaron, wie Jahwe es gesagt hatte. Er drehte ihnen den Rücken zu und ging in seinen Palast zurück. Er nahm es nicht ernst.” (Ex. 7,22f.)

Wen aber dieses “Blutwunder” des Herrn beeindruckte, waren nachfolgende Generationen von Bibellesern. “Blut” ist und war ein fester Bestandteil der Bibel, der sich bis zur Kreuzigung Jesus Christus wie ein blutroter Faden durch die Bibel zieht. Wenn dann plötzlich irgendwo (angebliches) Blut von Himmel als Regen oder Schnee fällt, oder Gewässer zu Blut werden, horchten die Menschen auf. Vor allem im Mittelalter, in dem die Gesellschaft von Aberglauben, ängstlicher Gottesfurcht und den Lehren der katholischen Kirche bestimmt war. Die Angst vor irgendwelchen Strafen Gottes war Alltag.

Blutquellen und blutender Regen

Selbst heute noch tauchen immer wieder Berichte auf, dass es “Blut geregnet” haben soll. Roter Regen, den Naturwissenschaftler je nach Fall unterschiedlich deuten. Oft zitiert wird hier Sand aus der Sahara, der den Regen rötlich einfärbt. Wobei man bei dieser Färbung eigentlich nicht wirklich von “blutrot” sprechen kann.

Wenn aber Wasser aus dem Inneren der Erde plötzlich zu Blut geworden sein soll, wurde es ganz unheimlich. Die meisten Menschen hatten vor Jahrhunderten zumindest von ihren Predigern von den blutigen Ereignissen beim Exodus gehört. Selber lesen konnten die wenigsten Menschen. So schwebte die Angst vor Plagen und Strafen des Himmels immer über den Menschen. Alternativ konnten diese auch von Hexen oder bösen Zauberern herbeigeführt werden, die sich mitten unter ihnen im Verborgenen aufhielten.

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So auch geschehen im Juli 1550 in Deutschland zwischen den Städten Halle und Merseburg. Ein Flugblatt berichtet und illustriert (s. Ausschnitt im Titelbild), dass sich hier unverhofft eine “Blutquelle” in der Erde aufgetan habe. Erschienen ist das Flugblatt in Nürnberg; vermutlich 1550 von Hans Weigel (Hanns weygel), und es wird heute in der Zentrabibliotkek Zürich verwahrt (Archiv-Nr.: PAS II 2/21). Es zeigt die sich geöffnete Blutquelle, um die drei Menschen staunend und sicherlich auch ängstlich herum stehen. Im Begleittext wird in einem Gebet der Herr um Gnade und Barmherzigkeit in Anbetracht des unheilverkündenden Wunders gebeten.

Aberglaube und Naturwissenschaft

“Etlich hundert Personen edel und nobel” haben dieses “erschrecklich Wunder” gemeldet, so das Flugblatt. Auch das “Augsburger Wunderzeichenbuch” (s. a. Videos unten) von 1550 dokumentiert dieses seltsame Ereignis. Illustriert mit einem sehr ähnlichen Bild, so dass den Autoren sicher das Bild von Weigel aus Nürnberg als Quelle und Vorlage diente.

Heute lässt sich natürlich nicht mehr sagen, was 1550 die wahre Natur dieser “Blutquelle” war. Mit naturwissenschaftlichen Methoden könnte man heute wahrscheinlich sehr einfach durch eine Probe dieses “Blutes” die Ursachen bestimmen. Vielleicht eine Art Alge oder eine Zerfallsstoff einer solchen? Denn das wird heute zum Teil auch als Ursache für das Blutwasser beim Exodus angeführt.

Interessant ist aber, das solche “Blutquellen” im Mittelalter alles andere als selten gewesen sein sollen. Alle wurden als böses Zeichen Gottes gedeutet und immer als Warnung interpretiert. Um das Jahr 1000 waren diese “Himmelszeichen” offenbar besonders häufig anzutreffen. Obwohl kaum ein Jahr verging, in dem nicht irgendwo Blut vom Himmel regnete oder sich Wasserquellen in Blut verwandelt haben sollen. Zumindest wenn man in das Werk “Passat-Staub und Blut-Regen ein grosses organisches unsichtbares Wirken und Leben in des Atmosphäre” von Dr. Christian G. Ehrenberg schaut. Ein naturwissenschaftliches Werk aus dem Jahre 1849, als rationale Wissenschaft längst göttlichen Aberglauben ablöste.

Unheimliche Wunderzeichen

Ein paar ausgewählte Beispiele:

  • 990: Blut regnete vom Himmel, das “sowohl an dem Fleisch als an Kleidern und Steinen so fest klebte, dass mans mit Wasser nicht abwaschen” konnte.
  • um 990: Im Vorfeld der Kreuzzüge sollen “ganze Blutströme geflossen” und “Blut aus frischem Brot” gekommen sein.
  • 1009: Am Palmsonntag fielen “an verschiedenen Orten rothe Tropfen wie Blut aus der Luft”. Etwas später haben drei Tage lang Sonne und Mond “ein garausenvolles Ansehen” gehabt, da “ein Höhrauch” sie verdeckte.
  • 1010: 25 Tage lang sprudelte eine Blutquelle, die im Laufe der Zeit für “jedermann augenscheinlich einen nahen Sumpf” nährte.
  • 1011 “Ist (…) ein Wasserbrunnen in Blut berwandelt worden”.
  • 1017: Im Juni “fiel ein dreitägiger Blutregen” nieder, “der wenn er auf die Haut der Menschen oder auf Steine fiel nicht abgewaschen werden konnte, aber von Holz vertilgbar war”.
  • 1056: “Bei heiteren Himmel” fiel nachts so weit das Auge reichte roter Schnee.

Diese Liste ließe sich endlos fortsetzten. Vor und nach dem Jahr 1000 nach Christus. Bemerkenswerte scheinen neben “Blutquellen” aber auch jene “Blutregen” zu sein, die sich nicht abwaschen ließen. Durch Winde herangetragener roter Staub, der sich mit Wasser in der Atmosphäre verbindet und als roter Regen niedergeht, sollte eigentlich einfach abzuwaschen sein. Warum in diesen und vielen anderen Fällen nicht? Oder warum kommt Blut aus frischem Brot? Sind Mikroorganismen der Grund? Oder Insekten, was auch schon im 19. Jahrhundert spekuliert wurde?

Und bei angeblichen Blut aus Brot musste der gottesfürchtige Zeuge fast schon zwangsläufig eine Verbindung zum neuen Testament und Jesus herstellen. Wie sagt man so schön? Wunder gibt es immer wieder …

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“Das Unbekannte gibt es nicht”: Neues Buch über vergessene Orte und verlorenes Wissen in Deutschland erschienen

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Neues Buch über vergessene Orte und verlorenes Wissen in Deutschland: "Das Unbekannte gibt es nicht" (Bilder: L. A. Fischinger / Ancient Mail Verlag)
Neues Buch über vergessene Orte und verlorenes Wissen in Deutschland: “Das Unbekannte gibt es nicht” (Bilder: L. A. Fischinger / Ancient Mail Verlag)

Rätselhafte Orte und unbekannte Stätten gibt es weltweit in großer Zahl. Auch Deutschland und der deutsche Sprachraum stellen da keine Ausnahme dar. Auch wenn darüber eher weniger berichtet wird. Das neue Buch “Das Unbekannte gibt es nicht” des Autorenduos Roland Roth und Frank Grondkowski begibt sich auf die Spuren genau dieser Plätze und Kultstätten in Mitteleuropa.


Geheimnisvolle Orte im deutschen Sprachraum

Unsere Welt scheint uns heute sehr vertraut und birgt offensichtlich keine Geheimnisse mehr. Weit gefehlt: Hinter bekannten Fassaden, an mystischen Orten, oft lange Zeit verborgen, offenbaren sich seltsame Welten und aufregende Geheimnisse.

Es sind Orte, die von längst vergangenen Zeiten erzählen und an denen nicht selten die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Es sind aber auch oftmals sagenumwobene Kraftplätze oder archäologische Rätsel, die in unsere ferne Vergangenheit weisen.

Das Autoren-Duo Roland Roth und Frank Grondkowski berichtet von aufregenden Expeditionen zu geheimen Anderswelten in Deutschland und Europa. Sie waren unterwegs, um mit ihrer Feldforschung den rätselhaften Spuren und mysteriösen Orten auf den Grund zu gehen.

Hierbei dokumentieren sie geheimnisumwitterte Plätze und beeindruckende Regionen, interessante Orte und mysteriöse Kultplätze aus vergangener Zeit mit aktuellen Fotos und unvoreingenommenen Recherchen. Sie präsentieren das Mysteriöse hinter der Fassade des Alltäglichen und holen Orte aus dem Dunkel des Vergessens hervor. (Verlagstext)

Aus dem Inhalt:

  • Das Stonehenge von Sachsen-Anhalt
  • Die heiligen Hallen
  • Exkursion in die Steinzeit
  • Der Spielplatz der Riesenanders
  • Der sagenhafte Kyffhäuser
  • Die Götter der Ostsee
  • Ein Sachsengott im Harz
  • Das alte und das neue Rom
  • Der Jesus aus dem Fels
  • Begegnungen mit Aphrodite
  • Das Erbe der Atlanter
  • Ein Atlantis des Nordens?
  • Pyramiden und Freimaurer in Märkisch Oderland

und vieles mehr …

Vorwort: Das Unbekannte gibt es nicht – Mysterien auf der Spur

Unsere Welt scheint uns heute sehr vertraut und birgt offensichtlich keine Geheimnisse mehr?

Weit gefehlt: Hinter bekannten Fassaden, an manch vergessenen Orten, oft lange Zeit verborgen oder unbeachtet, offenbaren sich seltsame Welten und aufregende Geheimnisse. Viele dieser Orte berichten uns allein mit ihrer bloßen Existenz von längst vergangenen Zeiten, und an denen nicht selten die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Es sind oft sagenumwobene Kraftplätze, archäologische Rätsel oder einfach nur mystische Welten, an denen man gerne verweilt. Es sind Orte, die uns einen Augenblick der Ruhe in einer heute so gehetzten Welt gönnen.

“Das Unbekannte gibt es nicht”, so der provokante und doch passende Titel unseres Buches. Das Unbekannte ist das, was keinen Namen hat, wohin kein Weg führt, es kein Ritual gibt und keine Worte der Erklärung und Beschreibung kennt.

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Wir bringen Licht in das Dunkel, um das Unbekannte in etwas Vertrautes zu verwandeln. Dabei berichten wir von aufregenden Expeditionen zu geheimen Anderswelten in Deutschland und Europa. Wir waren unterwegs, um rätselhaften Spuren und mysteriösen Orten auf den Grund zu gehen, um für Sie geheimnisumwitterte Plätze und beeindruckende Regionen, interessante Orte und mysteriöse Kultplätze aus vergangener Zeit mit Bildern und Recherchen zu dokumentieren. Jeder Ort wird neben seinen kulturgeschichtlichen Aspekten auch nach seiner mystischen Bedeutung beschrieben, dabei werden besondere Eigenheiten berücksichtigt wie Sagen und Legenden, landschaftliche Besonderheiten oder historische Begebenheiten.

Dieses Buch ist dabei kein klassischer Reiseführer, sondern stellt mutige Fragen, bringt Fakten und Spekulationen in einen gemeinsamen Kontext und betrachtet solche Orte beispielsweise nicht nur aus einer archäologischen, geologischen oder esoterischen Sicht, sondern präsentiert ein unvoreingenommenes Bild der beschriebenen Plätze. Wir präsentieren nicht mehr und nicht weniger als das Mysteriöse hinter der Fassade des Alltäglichen und holen diese Orte aus dem Dunkel des Vergessens hervor.

Wir laden Sie dazu ein, sich mit diesem Buch auf ein spannendes Leseerlebnis zu begeben, zu interessanten Stätten aus ferner Vergangenheit wie das Stonehenge von Sachsen-Anhalt oder dem alten und dem neuen Rom. Lesen Sie von dem Sachsengott aus dem Harz oder einen mystischen Ort, der auch Drehort der Chroniken von Narnia war. Während Sie im Buch blättern, erkunden Sie einen phantastischen Spielplatz der Riesen oder das Bad der Aphrodite. Riskieren Sie mit uns einen Blick auf den geheimnisvollen Kyffhäuser, auf eine Stadt im Krater oder das Erbe der Atlanter.

Sind Sie bereit für vergessene Orte und verlorenes Wissen?

Das Unbekannte gibt es nicht: Vergessene Orte und verlorenes Wissen

Roland Roth und Frank Grondkowski:

Das Unbekannte gibt es nicht: Vergessene Orte und verlorenes Wissen

  • Ancient Mail Verlag 2021
  • ISBN-10: ‎ 3956523032
  • ISBN-13: ‎ 978-395652303
  • Paperback
  • Zahlreiche Abbildungen
  • 220 Seiten
  • 21,90 Euro

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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