Rätselhaftes Turiner Grabtuch: Zeigt es den wahren Jesus Christus? Grabtuch-Ausstellung mit einem Replik der Reliquie des Bibelforschers Michael Hesemann in Salzburg eröffnet - Grenzwissenschaft & Mystery Files

Rätselhaftes Turiner Grabtuch: Zeigt es den wahren Jesus Christus? Grabtuch-Ausstellung mit einem Replik der Reliquie des Bibelforschers Michael Hesemann in Salzburg eröffnet

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Das Turiner Grabtuch: Zeigt es den wahren Jesus Christus? Nun wird ein Replik in Salzburg ausgestellt (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei)
Das Turiner Grabtuch: Zeigt es den wahren Jesus Christus? Nun wird ein Replik in Salzburg ausgestellt (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei)

Das weltberühmte Turiner Grabtuch ist mit Sicherheit die bekannteste Reliquie und eines der größten Rätsel der Christenheit.  Das etwa 4,36 Meter lange und 1,10 Meter breite Tuch zeigt als eine Art “Schatten” die Vorder- und Rückseite eines Mannes, der offenkundig gefoltert und gekreuzigt wurde. Eine Fälschung des Mittelalters? Oder ein authentisches Abbild von Jesus Christus? Dazu wurde am 14. Januar 2016 die Wanderausstellung “Wer ist der Mann auf dem Tuch? – Eine Spurensuche” im erzbischöflichen Palais in Salzburg eröffnet. Highlight der Ausstellung ist dabei eine originalgetreue Kopie des Turiner Grabtuch des Historikers und Autoren Michael Hesemann.

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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Wohl über keine andere religiöse Reliquie der Welt wurde mehr spekuliert, phantasiert und diskutiert wie über Grabtuch von Turin. Seit dem 14. September 1578 liegt das Leinentuch, das den gegeißelten Jesus Christus nach der Kreuzung zeigen soll, in Turin.

Die jüngste Bekanntheit erlangte das Tuch sicherlich am 30. März 2013, als es während eines 1,5 Stunden dauernden Gottesdienst ausgestellt wurde. Dieser wurde auch live im TV übertragen und auch der damals noch neue Papst Franziskus war mittels Videobotschaft vertreten.

Der Malteser Ritterorden Deutschland hat nun die Ausstellung “Wer ist der Mann auf dem Tuch? – Eine Spurensuche” mit einem 1 zu 1 Replik des Grabtuches Jesu am 14. Januar feierlich eröffnet. In der Einladung zu dieser nicht nur rein spirituellen sondern auch wissenschaftlichen Ausstellung heißt es in der Einladung des Ordens nach Salzburg:

Mittelpunkt dieser vom deutschen Malteserorden konzipierten Wanderausstellung ist eine über 4 Meter große originalgetreue Kopie des Turiner Grabtuches. Stelen und Bildtafeln erläutern die wissenschaftlichen Untersuchungen, die historische Forschung sowie die theologische Sichtweise.

Elisabeth Hintner vom Malteser-Hospitaldienst erklärt, dass nicht nur Helfen für den Orden wichtig ist, sondern auch das Glaube an Jesus Christus. Die Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung rund um das rätselhafte Leinen im erzbischöflichen Palais in Salzburg sollen die Möglichkeit haben, sich von, diesem Mysterium des Christentums berühren zu lassen. “Es ist, als würde mich jemand ansehen”, so der Erzbischof Franz Lackner in den “Salzburger Nachrichten” vom 14. Januar.

Nur eine Fälschung?

Ausschnitt vom "Turiner Grabtuch" - Jahre der Forschung sind noch nötig (Bild: gemeinfrei)
Interview: Der Leiter des „Internationalen Zentrum für Grabtuchforschung“ regt eine umfassende und detaillierte Untersuchung aller Daten und Fakten rund um das Grabtuch von Turin an (Bild: gemeinfrei)

Der Autor, Bibelforscher und Historiker Michael Hesemann hielt im Zuge der Eröffnungsfeierlichkeiten in Salzburg auch einen halbstündigen Vortrag über das Leinentuch. Hesemann, der 2010 mit “Das Bluttuch Christi” auch eine aktuelle Zusammenfassung der Forschungen zum Grabtuch von Turin veröffentlichte, zweifelt ebenfalls an der “offiziellen Datierung” des Tuches. Denn dieses wurde 1988 durch die Radiokarbon-Methode (C14) als eine Fälschung aus dem Mittelalter “entlarvt”. Es stamme etwa aus dem 13. oder frühen 14. Jahrhundert nach Christus, hieß es. Daran glauben bis heute die Kritiker und Skeptiker des Grabtuch von Turin verbissen.

Hesemann dazu in Salzburg:

Das Domkapitel und die Bischöfe haben es wiederholt berührt und geküsst. (…) Das Gewebe ist hochgradig kontaminiert, deshalb hat zum Beispiel die Datierung mittels der Radio-Carbon-Methode nicht funktioniert.


Auch der Physiker Bruno Barberis, der in Turin das Zentrum der Grabtuschforschung leitet, äußerte starke Bedenken an dieser C14-Analyse. In einem Interview am 17. Juni n2015 sagte er:

Diese Datierung nach der Radiokarbon-Methode lässt heute viele Zweifel. Denn möglicherweise ist das Gewebe kontaminiert worden in seiner langen und komplizierten Geschichte, die man nicht bis ins Detail rekonstruieren kann. Beispielsweise hat man an der Stelle des Tuches, wo die Stoffprobe entnommen wurde, Baumwollfäden gefunden, die sicherlich später hinzukamen. Die Datierung müsste neu gemacht werden, aber erst dann, wenn wir genau wissen, wo wir die Stoffproben entnehmen sollen. Die Entnahmestelle von 1988 war sicher nicht geeignet.“

Die fraglichen Proben wurden am 21. April 1988 in Turin von der Reliquie genommen und zur Analyse/Datierung frei gegeben. Nur einen Monat später sagte Papst Johannes Paul II.  am 24. Mai 1988 in der Kathedrale von Turin zum Rätsel des Grabtuches:

Vortrag über "Das Wunder von Guadalupe", das Grabuch von Turin und den "Schleier von Manoppello" von L.A. Fischinger 2009 (Bild: L.A. Fischinger)
VIDEO/Vortrag über “Das Wunder von Guadalupe”, das Grabtuch von Turin und den “Schleier von Manoppello” von L.A. Fischinger 2009 (Bild: L.A. Fischinger)

Das Turiner Grabtuch ist eine Herausforderung für den Verstand. (…) Die Kirche fordert sie (die Wissenschaftler) auf, die Untersuchungen des Grabtuches ohne vorgefasste Meinungen vorzunehmen (…)  innerlich frei zu handeln und sorgfältig bedacht zu sein sowohl auf die wissenschaftliche Methodik als auch auf das Empfinden der Gläubigen.”

Nur einige Monate nach der Ansprache des Papstes lag das strittige C14-Ergebnis vor …

Aber man sollte diese Datierungen des Grabtuches, die am 16. Februar 1989 zum Beispiel in dem angesehenen Magazin “Nature” (Vol. 337, No. 6208) veröffentlicht wurden, endlich ad acta legen. Zumindest sollte man diese angesichts der Zweifel an der Art der Datierung nicht als unumkheren “Fakt” ansehen.

Es ist ein “CSI Golgota”, so Hesemann.

Die Ausstellung in Salzburg geht noch bis zum 20. Februar (Infos hier).

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

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