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Russland will 2030 mit Atomkraft zum Mond, zur Venus und zum Jupiter fliegen – und plant eine eigene Raumstation (+ Video)

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Russland will 2030 mit Atomkraft zum Mond, zur Venus und zum Jupiter fliegen (Bilder: gemeinfrei & NASA/ESA / Montage: Fischinger-Online)
Russland will 2030 mit Atomkraft zum Mond, zur Venus und zum Jupiter fliegen (Bilder: gemeinfrei & NASA/ESA / Montage: Fischinger-Online)

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat überaus ehrgeizige Pläne. Bereits in wenigen Jahren soll ein mit Atomkraft angetriebenes Raumschiff zum Planeten Jupiter fliegen, nachdem es zuvor auf dem Mond und auf der Venus Landemodule abgesetzt hat. Welche Pläne Russland noch verfolgt, erfahrt Ihr hier.


Jupiter: Traum vieler Forscher

Der Planet Jupiter ist der Riese in unserem Sonnensystem. Mit etwa 143.000 Kilometern Durchmesser an seinem Äquator ist er ca. 11-mal so groß wie unsere Erde. und hat rund 318-mal die Masse der Erde. Ein Gigant, der hinter dem Mars seine Umlaufbahn zieht und fast die 2,5-fache Masse aller anderen Planeten unseres Sonnensystems zusammen besitzt. Ein mehr als lohnendes Forschungsobjekt für alle Astronomen und Planetenforscher seit Jahrhunderten.

Spätestens seit Galileo Galilei 1610 durch sein Teleskop erkannte, dass Jupiter von Monden umrundet wird. Heute kennt man diese vier Monde als “Galileischen Monde”, die vor über 400 Jahren ein Weltbild ins wanken brachten. Denn durch die Entdeckung der Jupiter-Monde Io, Kallisto, Ganymed und Europa durch Galilei wurde klar, dass sich nicht alles um die Erde dreht! Heute weiß man von rund 80 Monden des Riesenplaneten. Vor allem der Mond Europa ist dabei für viele Forscher besonders spannend. Auch dieser Eismond, wie einige andere, könnte in einem flüssigen Wasserozean unter seinem Eispanzer Leben beherbergen, wie unter anderem im unten angefügten Video berichtet.

Der Traum vieler Forscher sind weitere Missionen zum wilden Jupiter und seine Monde. Raumsonden wie Pioneer, Galileo oder auch Cassini brachten zwar zahllose neue Entdeckungen und Erkenntnisse, doch der Wissensdurst hört bekanntlich nie auf. So verwundert es nicht, dass zum Teil seit Jahrzehnten zukünftige Missionen in das Jupiter-System geplant sind. In der Theorie und auch auch in ganz praktischen Vorbereitungen. Zum Beispiel die Mission JUICE der ESA, die im kommenden Sommer gestartet werden soll. Oder die NASA-Mission Europa Clipper, die ganz konkret den Mond Europa untersuchen soll. Sie startet nach den derzeitigen Plänen im Oktober 2024 ins All.

Weltraumschlepper” mit Atomenergie aus Russland

Viele Planetenforscher schwärmen vor allem davon, dass eines Tages eine Raumsonde auf dem Mond Europa landet, sich dort durch die Eisdecke bohrt und im darunter liegenden Ozean nach außerirdischen Leben sucht. Lohnende Ziele in unserer kosmischen Nachbarschaft. Auch wenn Jupiter mehr als 5-mal soweit von der Sonne entfernt ist, wie unsere Heimatwelt.

Das sieht auch die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos so, die überaus ambitionierte Pläne bekannt gab. Sie will bereits 2030 eine atomgetriebene Energiequelle namens “Zeus” auf einen praktischen Flug zum Jupiter testen. Der Atomreaktor werde dabei das Raumfahrzeug “Nuklon” antreiben, dass Ende Juli 2024 fertig gestellt sein wird. So berichtet es unter anderem eine Meldung der russischen TASS.

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Das als “Weltraumschlepper” bezeichnete Raumschiff “Nuklon” mit seinem Atomreaktor wird nach den Plänen dabei nicht direkt zum Jupiter fliegen. Zuerst wird es unseren Mond ansteuern, auf dem ein Lademodul angesetzt werden soll. Von dort macht sich das Raumfahrzeug weiter auf den Weg zur Venus, auf der eine weitere Landeeinheit abgesetzt werden soll. Mit dem Planeten Venus haben die Russen in den vergangenen Jahrzehnten einige Erfahrungen sammeln können. Noch in Zeiten der UdSSR schickten sie zahlreiche Raumsonden dorthin. Mit einer Vielzahl von Venera- und Vega-Sonden gelangen von 1966 bis 1985 sogar 14 Landungen auf der Oberfläche des Planeten.

Auf der Venus soll aber nicht nur eine Sonde abgesetzt werden, sondern die Schwerkraft des Planeten werde dabei auch als “Katapult” für den Weiterflug zum Jupiter dienen. So kann “Nuklon” die Gravitation der Venus dazu nutzen, um weiter an Geschwindigkeit zu gewinnen. Eine in der Raumfahrt übliche Methode. So kann die Jupiter-Mission auf insgesamt nur knapp über vier Jahre (50 Monate) verkürzt werden.

Ehrgeizige Pläne von Roskosmos und den Russen!

Bereits im Dezember 2020 hat Roskosmos einen Entwicklungsvertrag für das Raumschiff “Nuklon” unterschrieben. Laut TASS soll der “Liefertermin” der 28. Juli 2024 sein. Demnach befindet sich das Projekt jetzt erst in der Planungsphase und es bleiben drei Jahre, bis das “Nuklon” fertig ist und die in die “heiße” Phase der praktischen Erprobung gehen kann. Dann haben die Ingenieure noch weitere sechs Jahre bis zum geplanten Erstflug 2030 Zeit.

Zeitlich ließe sich das schaffen. Anders als bei all den zahllosen Projekten, die bereits von Firmen für das All ersonnen wurden. Man denke an ein Weltraum-Hotel, das eigentlich 2025 eröffnet werden soll, und über das ich in diesem Artikel HIER 2019 berichtete. Zu sehen ist davon – wie erwartet – bis heute nichts.

Erstaunlich optimistisch scheint aber die Finanzierung der Mission veranschlagt worden zu sein. Die Kosten werden mit nur 47,4 Millionen Euro (4,17 Milliarden Rubel) angegeben. Das ist extrem wenig. Beispielsweise kostete die sehr erfolgreiche Mission Cassini-Huygens mit dem Ziel Saturn 3,288 Milliarden US-Dollar (rund 2,698 Milliarden Euro). “Nuklon” ist dagegen ein absolutes Schnäppchen in der Weltraumfahrt.

Bewährt sich der Atomreaktor “Zeus” mit einer Leistung von 500 Kilowatt, gibt es auch für diesen weitere Pläne. Wie unter anderem BBC im April 2021 meldete, will sich Russland von der ISS 2024/5 zurückziehen. Statt die Internationale Raumstation weiterhin gemeinsam mit anderen Nationen zu nutzen, wolle man ab 2025 eine eigne Raumstation bauen. “Das erste Kernmodul der neuen russischen Orbitalstation ist in Arbeit”, so Dmitry Rogozin, der Direktor von Roskosmos .

Bekanntlich wollen auch die Chinesen weiter ins All und auf andere Himmelskörper expandieren. Nicht nur mit ihrer eigenen Raumstation. Hinzu kommen private Raumfahrtanbieter und Firmen. Ein neuer Weltlauf ins All wird immer deutlicher. Ob die Russen und all die anderen Unternehmen und Agenturen dabei immer ihre angestrebten Zeitpläne und Entwicklungen einhalten können, ist unklar. Doch es wird eng im Kosmos.

Video zum Thema

Video vom 8. Juni 2021 auf Mystery Files

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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