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Russland will 2030 mit Atomkraft zum Mond, zur Venus und zum Jupiter fliegen – und plant eine eigene Raumstation (+ Video)

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Russland will 2030 mit Atomkraft zum Mond, zur Venus und zum Jupiter fliegen (Bilder: gemeinfrei & NASA/ESA / Montage: Fischinger-Online)
Russland will 2030 mit Atomkraft zum Mond, zur Venus und zum Jupiter fliegen (Bilder: gemeinfrei & NASA/ESA / Montage: Fischinger-Online)

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat überaus ehrgeizige Pläne. Bereits in wenigen Jahren soll ein mit Atomkraft angetriebenes Raumschiff zum Planeten Jupiter fliegen, nachdem es zuvor auf dem Mond und auf der Venus Landemodule abgesetzt hat. Welche Pläne Russland noch verfolgt, erfahrt Ihr hier.


Jupiter: Traum vieler Forscher

Der Planet Jupiter ist der Riese in unserem Sonnensystem. Mit etwa 143.000 Kilometern Durchmesser an seinem Äquator ist er ca. 11-mal so groß wie unsere Erde. und hat rund 318-mal die Masse der Erde. Ein Gigant, der hinter dem Mars seine Umlaufbahn zieht und fast die 2,5-fache Masse aller anderen Planeten unseres Sonnensystems zusammen besitzt. Ein mehr als lohnendes Forschungsobjekt für alle Astronomen und Planetenforscher seit Jahrhunderten.

Spätestens seit Galileo Galilei 1610 durch sein Teleskop erkannte, dass Jupiter von Monden umrundet wird. Heute kennt man diese vier Monde als “Galileischen Monde”, die vor über 400 Jahren ein Weltbild ins wanken brachten. Denn durch die Entdeckung der Jupiter-Monde Io, Kallisto, Ganymed und Europa durch Galilei wurde klar, dass sich nicht alles um die Erde dreht! Heute weiß man von rund 80 Monden des Riesenplaneten. Vor allem der Mond Europa ist dabei für viele Forscher besonders spannend. Auch dieser Eismond, wie einige andere, könnte in einem flüssigen Wasserozean unter seinem Eispanzer Leben beherbergen, wie unter anderem im unten angefügten Video berichtet.

Der Traum vieler Forscher sind weitere Missionen zum wilden Jupiter und seine Monde. Raumsonden wie Pioneer, Galileo oder auch Cassini brachten zwar zahllose neue Entdeckungen und Erkenntnisse, doch der Wissensdurst hört bekanntlich nie auf. So verwundert es nicht, dass zum Teil seit Jahrzehnten zukünftige Missionen in das Jupiter-System geplant sind. In der Theorie und auch auch in ganz praktischen Vorbereitungen. Zum Beispiel die Mission JUICE der ESA, die im kommenden Sommer gestartet werden soll. Oder die NASA-Mission Europa Clipper, die ganz konkret den Mond Europa untersuchen soll. Sie startet nach den derzeitigen Plänen im Oktober 2024 ins All.

Weltraumschlepper” mit Atomenergie aus Russland

Viele Planetenforscher schwärmen vor allem davon, dass eines Tages eine Raumsonde auf dem Mond Europa landet, sich dort durch die Eisdecke bohrt und im darunter liegenden Ozean nach außerirdischen Leben sucht. Lohnende Ziele in unserer kosmischen Nachbarschaft. Auch wenn Jupiter mehr als 5-mal soweit von der Sonne entfernt ist, wie unsere Heimatwelt.

Das sieht auch die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos so, die überaus ambitionierte Pläne bekannt gab. Sie will bereits 2030 eine atomgetriebene Energiequelle namens “Zeus” auf einen praktischen Flug zum Jupiter testen. Der Atomreaktor werde dabei das Raumfahrzeug “Nuklon” antreiben, dass Ende Juli 2024 fertig gestellt sein wird. So berichtet es unter anderem eine Meldung der russischen TASS.

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Das als “Weltraumschlepper” bezeichnete Raumschiff “Nuklon” mit seinem Atomreaktor wird nach den Plänen dabei nicht direkt zum Jupiter fliegen. Zuerst wird es unseren Mond ansteuern, auf dem ein Lademodul angesetzt werden soll. Von dort macht sich das Raumfahrzeug weiter auf den Weg zur Venus, auf der eine weitere Landeeinheit abgesetzt werden soll. Mit dem Planeten Venus haben die Russen in den vergangenen Jahrzehnten einige Erfahrungen sammeln können. Noch in Zeiten der UdSSR schickten sie zahlreiche Raumsonden dorthin. Mit einer Vielzahl von Venera- und Vega-Sonden gelangen von 1966 bis 1985 sogar 14 Landungen auf der Oberfläche des Planeten.

Auf der Venus soll aber nicht nur eine Sonde abgesetzt werden, sondern die Schwerkraft des Planeten werde dabei auch als “Katapult” für den Weiterflug zum Jupiter dienen. So kann “Nuklon” die Gravitation der Venus dazu nutzen, um weiter an Geschwindigkeit zu gewinnen. Eine in der Raumfahrt übliche Methode. So kann die Jupiter-Mission auf insgesamt nur knapp über vier Jahre (50 Monate) verkürzt werden.

Ehrgeizige Pläne von Roskosmos und den Russen!

Bereits im Dezember 2020 hat Roskosmos einen Entwicklungsvertrag für das Raumschiff “Nuklon” unterschrieben. Laut TASS soll der “Liefertermin” der 28. Juli 2024 sein. Demnach befindet sich das Projekt jetzt erst in der Planungsphase und es bleiben drei Jahre, bis das “Nuklon” fertig ist und die in die “heiße” Phase der praktischen Erprobung gehen kann. Dann haben die Ingenieure noch weitere sechs Jahre bis zum geplanten Erstflug 2030 Zeit.

Zeitlich ließe sich das schaffen. Anders als bei all den zahllosen Projekten, die bereits von Firmen für das All ersonnen wurden. Man denke an ein Weltraum-Hotel, das eigentlich 2025 eröffnet werden soll, und über das ich in diesem Artikel HIER 2019 berichtete. Zu sehen ist davon – wie erwartet – bis heute nichts.

Erstaunlich optimistisch scheint aber die Finanzierung der Mission veranschlagt worden zu sein. Die Kosten werden mit nur 47,4 Millionen Euro (4,17 Milliarden Rubel) angegeben. Das ist extrem wenig. Beispielsweise kostete die sehr erfolgreiche Mission Cassini-Huygens mit dem Ziel Saturn 3,288 Milliarden US-Dollar (rund 2,698 Milliarden Euro). “Nuklon” ist dagegen ein absolutes Schnäppchen in der Weltraumfahrt.

Bewährt sich der Atomreaktor “Zeus” mit einer Leistung von 500 Kilowatt, gibt es auch für diesen weitere Pläne. Wie unter anderem BBC im April 2021 meldete, will sich Russland von der ISS 2024/5 zurückziehen. Statt die Internationale Raumstation weiterhin gemeinsam mit anderen Nationen zu nutzen, wolle man ab 2025 eine eigne Raumstation bauen. “Das erste Kernmodul der neuen russischen Orbitalstation ist in Arbeit”, so Dmitry Rogozin, der Direktor von Roskosmos .

Bekanntlich wollen auch die Chinesen weiter ins All und auf andere Himmelskörper expandieren. Nicht nur mit ihrer eigenen Raumstation. Hinzu kommen private Raumfahrtanbieter und Firmen. Ein neuer Weltlauf ins All wird immer deutlicher. Ob die Russen und all die anderen Unternehmen und Agenturen dabei immer ihre angestrebten Zeitpläne und Entwicklungen einhalten können, ist unklar. Doch es wird eng im Kosmos.

Video zum Thema

Video vom 8. Juni 2021 auf Mystery Files

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Wem gehört eigentlich der Mond? Über (meine!) lunaren Ländereien, irdische Weltraumverträge und Wildwest im All

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Wem gehört eigentlich unser Mond? Zum Teil mir, oder? (Bild: gemeinfrei)
Wem gehört eigentlich unser Mond? Zum Teil mir, Lars A. Fischinger, oder? (Bild: gemeinfrei)

Unser Mond begleitet die Erde nun schon Milliarden Jahre und es ist Jahrzehnte her, dass gerade mal ein Dutzend Menschen ihn betraten. Eigentlich ein öder, trockener und lebensfeindlicher Himmelskörper,  den wir gerade bei Vollmond prachtvoll am Himmel seinen Bahnen ziehen sehen. Kann dieser nächtliche Begleiter der Menschheit eigentlich irgendjemanden gehören? Oder irgendein anderer Himmelskörper? Angesichts der Tatsache, dass es Raumfahrt gibt, Menschen und Raumsonden ins All fliegen, irdische Nationen “Weltraumverträge”  unterzeichnet haben und es Grundstücke auf Mond & Co. scheinbar offiziell zu kaufen gibt, eine berechtigte Frage. Immerhin nenne auch ich selber umfangreiche Ländereien auf dem Mond mein Eigentum. Oder?  In diesem Artikel erfahrt Ihr alles über diese “Weltraumverträge”, die vermeintlichen Schlumpfwinkel darin und was das Grundbuchamt von San Francisco mit anderen Planeten zu tun hat.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Wem gehört der Mond?

Jahrzehnte schon reist der Mensch in das nahe All und schickt Raketen und Satelliten in den Himmel. Längst ist das eine alltägliche Routine.

Das war aber nicht immer so!

Zu Beginn des Weltraumzeitalters wurden eine ganze Reihe internationale Vereinbarungen und Verträge unterzeichnet, die die Nutzung des Weltraums um seiner Himmelskörper regeln sollten. Der bekannteste ist hier sicher der “Vertrag über die Grundsätze zur Regelung der Tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper”, den man allgemein als “Weltraumvertrag” bezeichnet.

Etwa 100 Staaten haben ihn 1967 unterzeichnet und für Deutschland gilt dieser Vertrag seit dem 10. Februar 1971. Jedoch kommen immer wieder neue Staaten hinzu, die diesen oder nachfolgende Verträge anerkennen. Etwa Nachzulesen auf der Internetseite des “Büro für Weltraumangelegenheiten” der Vereinten Nationen.

Am Titel des Vertrages erkennt man schon, was hier geregelt werden sollte: Vor allem die friedliche Nutzung des Alls und ebenso, dass keine Nation einen Himmelskörper wie etwa den Mond “besetzten” kann. Im damaligen “Kalten Krieg” eine durchaus angebrachte Vereinbarung der Nationen der Erde.

Des weiteren wurde in diesem “Weltraumvertrag” auch beschlossen, dass militärische Manöver oder sogar Militär-Raumbasen im All und Mond-Basen untersagt sind. Auch ist jeder Staat für Schäden haftbar, die von Objekten ausgehen, die vom jeweiligen Land in das All gebracht wurden. Stichwort: Weltraumschott.

Dazu gab es 1972 eine vertragliche Erweiterung. Das “Übereinkommen über die völkerrechtliche Haftung für Schäden durch Weltraumgegenstände”. Auch hier ist der Name Programm. Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass beispielsweise ein ausgedienter Satellit bei seinem Absturz auf die Erde ein Haus zerstört, ist es nicht ausgeschlossen. Genau für solche – aber auch viele andere Fälle – wurde dieses Abkommen geschlossen.

Ergänzend zu diesen Regelwerken kam der 1984 unterzeichnete und ratifizierte “Mondvertrag”. Dazu schreibt Wikipedia zusammenfassend beispielsweise:

"Deep Space Gateway" nach den Plänen der NASA und Roskosmos: Die erste bemannte Raumstation um den Mond soll ab 2022 gebaut werden (Bild: NASA)
“Deep Space Gateway” nach den Plänen der NASA und Roskosmos: Die erste bemannte Raumstation um den Mond soll ab 2022 gebaut werden (Bild: NASA)

Sein Ziel ist es, sämtliche Eigentumsansprüche im Weltraum der internationalen Gemeinschaft – oder allen Menschen gleich – zur Verfügung zu stellen. Während der Weltraumvertrag dies bereits für die Regierungen geregelt hat, sieht der Mondvertrag dieses Ziel auch bei Unternehmen und Privatpersonen.

Niemand darf privilegiert werden durch persönlichen Besitz im All. Stattdessen sollen alle Menschen und Unternehmen die gleichen Möglichkeiten erhalten, die Ressourcen und wissenschaftlichen Möglichkeiten zu nutzen.

Damit wären also auch Firmen und einzelne Privatpersonen völkerrechtlich nicht in der Lage zum Beispiel Grundstücke auf dem Mond zu verkaufen. Denn solche Angebote gibt es bereits seit sehr vielen Jahren im Netz.

Grundstücke auf dem Mond

Ich selber habe spaßeshalber und der schönen “Besitzurkunden” wegen vor vielen Jahren zwei Grundstücke auf dem Mond gekauft (Stückreis: 79 DM). Gesehen oder betreten habe ich meine umfangreichen Ländereien auf unserem Erdtrabanten allerdings noch nie. Obwohl mir die Lage meines lunaren Grundbesitzes damals “urkundlich” mitgeteilt wurde, sah ich bisher von einer Überprüfung der Grundstücke ab.

Somit kann ich nicht sagen, ob da oben alles soweit in Ordnung ist. Ich weiß auch nicht, ob meine staubigen Ländereien nicht schon lange erneut verkauft wurden …

Lars A. Fischinger bzw. Grenzwissenschaft und Mystery Files ist also ein Großgrundbesitzer auf dem Mond? Die Antwort ist gar nicht so einfach, wie man denken könnten. Den “Mondvertrag” haben haben gerade mal rund 20 Staaten unterschrieben und ratifiziert, was fraglos mehr als dürftig ist. Er gilt damit grundsätzlich als gescheitert. Zumal die Unterzeichner-Staaten nicht einmal ein eigenes Weltraumprogramm haben. Von bemannten Missionen ganz zu schweigen.

"Neues" NASA-Foto von Apollo 17 aufgetaucht: hat die USA die Mondlandungen doch gefälscht? (Bild: NASA)
VIDEO: “Neues” NASA-Foto von Apollo 17 aufgetaucht: hat die USA die Mondlandungen doch gefälscht? (Bild: NASA)

Beispielsweise haben Länder diesen Vertrag anerkannt, die man wohl als letztes mit Raumfahrt oder sogar Mondflügen in Verbindung bringen würden. Etwa Marokko, Peru, Rumänien oder die Türkei. Es fehlen tatsächlich bei den Unterzeichnern alle raumfahrenden Nationen der Erde. Angefangen (damals!) von der Sowjetunion und den USA.

Und doch ist jedes Dokument, dass belegen soll, man haben Grundstücke und Land auf dem Mond (oder Mars, Venus etc.) gekauft, nur ein Stück Papier. Keine Nation, die den “Mondvertrag” oder den “Weltraumvertrag” unterzeichnet hat, wird diese Papiere anerkennen.

Hier aber kommen “schwammige” Gesetzte und Rechtsprechungen ins Spiel, aus denen eben ein derartigen Handel mit Weltraumgrundstücken geboren wurde. Wie kaum anders zu erwarten stammen sie aus den USA.

Wildwest im All!

Im Jahr 1848 führte die USA im Zuge des Goldtausches in Kalifornien das als Claim bekannte “Bergrecht” ein. Erst in Kalifornien, dann legalisierte es der der Kongress der USA im Jahr 1866. Die Regelung eines Claim im Wilden Westen besagt, dass sich jeder öffentliches Land abstecken kann, um dort nach Bodenschätzen zu suchen. Eine Regelung, die sicher aus vielen “Western” bekannt ist und bis heute gilt.

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Voraussetzung in den USA bei diesem Claimrecht ist, dass der an diesem Land Interessierte seinen Claim öffentlich bekannt gibt. Im Wilden Westen geschah dies zum Beispiel durch Aushänge. Legt niemand Widerspruch ein, gehört dieses öffentliche Land fortan der Person, die diesen Claim abgesteckt hatte. Auf Grundlage dieses alten Claimrecht der USA beanspruchte 1980 Dennis Hope Grundstücke im Weltall, die er beim Grundstücksamt in San Francisco einreichte.

Tatsächlich bekam Hope dort von einem Beamten den Zuspruch für diese außerirdischen Claims auf Mond, Mars, Venus etc. Fortan trieb er damit Handel und in den Medien wurde er für diese geniale Geschäftsidee nicht selten gefeiert. Auf den “Besitzurkunden”, die die Grundstückkäufer von ihm unterzeichnet  bekommen, wird genau auf diese Genehmigung aus San Francisco verwiesen. So verkauft Hope kosmische Ländereien unlängst weltweit über Franchise-Unternehmen.

Hat er dazu wirklich das Recht? Nein!

“Öffentliches Land” und Bergbau im All

Gleichgültig auf irgendeinem Mond im Sonnensystem, auf dem Mars oder auf unserem Mond vor der Haustür – nirgendwo gilt das Recht der USA. Das aber wäre Voraussetzung, dass hier eine Privatperson Claims beanspruchen kann. Zwar haben die USA den “Mondvertrag”, der eben verhindern soll, das Privatpersonen Grundstücke wie auf dem Mond beanspruchen, nicht unterschrieben, aber den vorherigen “Weltraumvertrag” von 1967.

In diesem heißt es bekanntlich klar und deutlich, dass kein Staat der Erde sich Grundstücke im Weltraum aneignen kann. Privatbesitz wie Grundstücke oder ein Claim wurzeln im Gebiet eines unabhängigen Staates. Ein Claim ist öffentliches Land, dass zu einem Staatsgebiet gehört. In diesem Fall den USA.

Durch das oben genannte Claimrecht kann nun dieses im Staatsbesitz befindliche Gebiet in den Besitzt einer Einzelperson übertragen werden. So, wie es das Amt in San Francisco im Fall der Weltraumgrundstücke des Dennis Hope tat.

Hier hätte die USA erst einmal das Recht haben müssen, Mondgrundstücke auf eine Privatperson zu überschreiben. Weder Mond noch sonst ein Himmelkörper sind Staatsgebiet der USA als Unterzeichner des “Weltraumvertrages” und können damit auf wem auch immer übertragen werden.

USA: Das Universum gehört uns! Die USA wollen die Hoheit über den Weltraum per Gesetz für sich beanspruchen … (Bild: NASA / gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die USA wollen die Hoheit über den Weltraum per Gesetz für sich beanspruchen … (Bild: NASA / gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Ein Problem, dass sich durchaus in vielleicht nicht allzu ferner Zukunft auch beim Thema Rohstoffabbau im All wiederholen wird. Nicht wenige Menschen, Firmen aber auch die NASA träumen seit Jahrzehnten von Bergbau im All. Zum Beispiel auf Asteroiden. Gold, Platin, Nickel, Eisen, Kobalt und mehr können man wirtschaftlich auf Asteroiden gewinnen, so Raumfahrt-Enthusiasten. Vielleicht sogar auf dem Mond das auf unserem Planeten seltene Gas Helium-3, das für Kernreaktoren ein hervorragender Brennstoff ist.

Am 25. November 2015 hat der US-Kongress zumindest schon mal ein Gesetzt für den kommerziellen Wettbewerb im All verabschiedet. Ausdrücklich auch für den zukünftigen Bergbau im All, wie am 2. Dezember 2015 auf diesem Blog HIER berichtet.

Zweifellos allerdings hatte Dennis Hope mit seinem Weltraumländereien eine geniale Geschäftsidee. Völkerrechtlich gesehen auch nicht mehr. Dass Besitzer von Weltraumgrundstücken (wie ich) aber diese Käufe wirklich für verbindlich und vollkommen abgesichert halten, ist wohl eher unwahrscheinlich. Nette Ideen, mehr nicht …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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“Deep Space Gateway”: Die erste internationale Raumstation um den Mond soll ab 2022 kommen – gefolgt von einer bemannten Reise zum Mars

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"Deep Space Gateway" nach den Plänen der NASA und Roskosmos: Die erste bemannte Raumstation um den Mond soll ab 2022 gebaut werden (Bild: NASA)
“Deep Space Gateway” nach den Plänen der NASA und Roskosmos: Die erste bemannte Raumstation um den Mond soll ab 2022 gebaut werden (Bild: NASA)

Der Traum von der Unendlichkeit des Universums: Die USA und Russland wollen ihn wieder ein Stück wahr werden lassen. Die US-Weltraumbehörde NASA und die russische Weltraumorganisation Roskosmos habe Ende September einen Absichts-Vertrag unterzeichnet, dass sie gemeinsam an einer Raumstation arbeiten wollen, die um den Mond kreisen soll. Die Raumstation “Deep Space Gateway” soll nach den Plänen auch als ein Sprungbrett für einen bemannten Flug zum Mars dienen. Ein ehrgeiziges Projekt, an dem auch weitere Organisationen und Staaten mitarbeiten. Wie sich NASA und Roskosmos diese Raumstation und den Zeitplan für ihren Bau vorstellen, erfahrt Ihr hier.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Gerade erst haben die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Pläne bekräftigt, dass sie in 100 Jahre eine Stadt auf dem Mars bauen wollen, da präsentieren die USA und Russland weitere Details über ihre geplante Raumstation “Deep Space Gateway” (DSG). Eine (nicht dauerhaft) bemannte Weltraumbasis, die in einem Orbit um den Mond entstehen soll. Also in fast 400.000 Kilometer Entfernung zur Erde.

Ehrgeizige Pläne

Bekanntlich hat die Menschheit bereits einen bemannten Außenposten im All: Die Raumstation ISS. Doch die Internationale Raumstation liegt praktisch vor der Haustür der Erde, da sie durchschnittlich nur rund 400 Kilometer von ihr entfernt im Orbit kreist. In dieser Höhe kann man die ISS sogar mit bloßem Auge von der Erde aus sehen.

Bei der der Raumstation “Deep Space Gateway” wäre das nicht der Fall. Sie würde in einer Umlaufbahn den Mond umkreisen oder in einem Orbit, an einem sogenannten Lagrange-Punkt,  jenseits unseres Trabanten ihre Bahnen ziehen. Ein Lagrange-Punkt ist eine Position im All, an dem sich die Schwerkraft zweier Himmelskörper gegenseitig aufheben. An diesen Gleichgewichtspunkt, dem Lagrange-Punkt L2, kann die Mond-Raumstation über viele Jahre hinweg stabil und fast ohne eigenen Antrieb “geparkt” werden.

Die Vereinigten Arabischen Emirate planen die erste Stadt auf dem Mars (Bilder: NASA & WikiCommons/gemeinfrei)
Die Vereinigten Arabischen Emirate planen die erste Stadt auf dem Mars (Bilder: NASA & WikiCommons/gemeinfrei)

Bereits im März 2017 hat die NASA ihre Pläne für den Aufbau einer solchen Station am Mond veröffentlicht. Zweck dieser ehrgeizigen Mission ist es vor allem, Technologien, Abläufe und Systeme zu erproben, die letztlich Menschen zum Planeten Mars bringen sollen. Roskosmos und die NASA haben jetzt gemeinsam einen Vertrag unterzeichnet, in dem sie die gemeinsame Zusammenarbeit an der Station DSG erklären. Aber auch andere Nationen sind bei diesem Projekt beteiligt. Neben Kanada und Japan auch die europäische Weltraumorganisation ESA.

Nach dem Zeitplan der NASA können mit der Errichtung der Basis ab 2022 angefangen werden. In diesem Jahr soll die erste bekannte Mission mit dem neuen Raketensystem “Space Launch System” (SLS) und dem Raumfahrzeug “Orion” in das Weltall starten. Diese “Exploration Mission 2” soll vier Menschen zum Mond bringen, die drei bis vier Tage den Mond umkreisen sollen. Neben der Erprobung technischer Systeme plant die NASA während der eventuell bis zu 21 Tage dauernden Mission dabei auch das erste Bauelement der Station “Deep Space Gateway” zum Mond zu bringen.

Erst der Mond – dann der Mars!

Zuvor startet jedoch die “Exploration Mission 1” zum Mond. Diese Mission mit den neuen Technologien ist unbemannt und dient der Erprobung, bevor man Menschen Richtung Mond schicken wird. Dieser erste Testflug wird nach den NASA-Plänen nicht vor dem 15. Dezember 2019 abheben. Erst nach einem reibungslosen Ablauf dieser Mission werden Astronauten erste Modul der Station zum Mond bringen. Solar-Elemente und Triebwerke sollen den Anfang machen, während Folgemissionen Wohnmodule und eine Luftschleuse ins All bringen. Bis zu neun Tonnen Nutzlast für die Station DSG können so pro Flug zum Mond gebracht werden.

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Das große oder eigentliche Ziel ist es letztlich, Menschen auf die Reise zum Mars zu schicken. Ein Traum aller Weltraum-Begeisterten, den schon der 1977 verstorbene Raketenpionier Wernher von Braun hatte, als der Ex-Nazi für die NASA maßgeblich die Mondladungen mit realisierte. Aber auch schon ein Traum der ersten Science-Fiction-Autoren im 19. Jahrhundert.

VIDEO: Die NASA sucht jemanden, der die Erde vor Aliens beschützt. Aber warum eigentlich? Und was macht dieser Mitarbeiter genau? (Bild: NASA)
VIDEO: Die NASA sucht jemanden, der die Erde vor Aliens beschützt. Aber warum eigentlich? Und was macht dieser Mitarbeiter genau? (Bild: NASA)

Die Station “Deep Space Gateway” soll aber auch als ein idealer Ausgangspunkt für bemannte Landungen auf dem Mond dienen. Die letzten Menschen betraten am 11. Dezember 1972 mit der NASA-Mission “Apollo 17” unsere Erdtrabanten, was heute immerhin schon 45 Jahre her ist. Ein halbes Jahrhundert hatte der Mond seine Ruhe vor neugierigen Astronauten, die auf der Oberfläche herum laufen und umher fahren. Für Weltraum-Enthusiasten und Raumfahrt-Begeistere viel zu lange! Das könnte sich mit DSG in naher Zukunft ändern.

Igor Komarow, der kommissarische Direktor der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, zeigte sich nach Unterzeichnung des Vertrages mit der NASA am 27. September beim Internationalen Astronauten-Kongress in Adelaide, Australien, zufrieden. Auf der Pressekonferenz sagte er:

Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir zusammen am Bau der internationalen Raumstation Deep Space Gateway teilnehmen werden. Um künftige Probleme bei der technischen Zusammenarbeit zu vermeiden, sollten Standards teilweise vereinheitlicht werden. Unser Beitrag kann der Bau von ein bis drei Modulen sowie die Entwicklung einheitlicher Standards für Andockmechanismen für Raumschiffe sein.”

Der Flug zum Mars, an dem laut den bisherigen Plänen vier Astronauten/Kosmonauten teilnehmen sollen, ist frühestens in den 2030ger Jahren vorgesehen. Russland will allerdings bereits früher auf dem Mond landen und plant im Jahr 2030 eine bemannte Landung. Auch die europäische ESA träumt vom Mond. Auf dem European Planetary Congress Mitte September in Riga, Lettland, sprach der ESA-Wissenschaftler Bernard Foing von ganzen Siedlungen auf dem Mond. Eine Kolonie, in der 2040 bereits 100 Menschen leben könnten und nur zehn Jahre später “könnten es 1000 sein und dann ist es vorstellbar, Familienmitglieder zu haben”. Selbst Kinder, die Jahre später auf dem Mond geboren werden, schloss Foing nicht aus.

Ohne Zweifel ehrgeizige Pläne der Raumfahrtagenturen, zu deren Realisierung noch viele Probleme gelöst werden müssen. Doch schon das Motto von Roskosmos stimmt optimistisch:

In Space we trust!

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Lars A. Fischinger

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Russland will Marsflug an Bord der ISS simulieren

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Die ISS (NASA)

An Bord der Internationalen Raumstation ISS soll laut Wladimir Popowkin, Chef der russischen Weltraumbehörde Roskosmos, voraussichtlich ein Experiment zur Simulierung eines Marsfluges angestellt werden.

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Erster Russe betritt bis 2020 den Mond

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(NASA)
Russische Kosmonauten sollen bis zum Jahr 2020 den ersten bemannten russischen Mondflug absolvieren und die Oberfläche des Erdtrabanten betreten, teilte der Chef der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos, Wladimir Popowkin, am Donnerstag mit.
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Phobos-Grunt-Panne: Russische Experten machen kosmische Strahlung verantwortlich

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Der Mars (NASA)
Die Panne mit der russischen Marsmondsonde Phobos-Grunt ist laut der russischen Weltraumbehörde Roskosmos auf einen Fehler im Bordcomputer zurückzuführen, der wiederum durch kosmische Strahlung ausgelöst worden war.

Es sei zu einem Neustart der Bordcomputeranlage gekommen, die sich dann auf den Energiespar- und Wartemodus umgestellt habe, sagte der Chef der Weltraumbehörde, Wladimir Popowkin, am Dienstag in Woronesch (Mittelrussland) in einer Beratung zu Problemen der Entwicklung der einheimischen Raumfahrt.

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USA lehnen Teilnahme an Ermittlung zur Panne der russischen Marssonde ab

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Der Mars (NASA)
Die USA haben nach Angaben der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos die Einladung zur Teilnahme an dem Experiment zur Klärung der Ursachen für das Scheitern der russischen Marsmondmission mit der interplanetaren Sonde Phobos-Grunt abgelehnt.

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