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Die „Weiße Stadt“ von Honduras: Ist die „Stadt des Affengottes“ Zeugnis einer versunkenen Zivilisation? Archäologen wollen das Rätsel nun lösen

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Die "Weiße Stadt" von Honduras - Ist die "Stadt des Affengottes"Zeugnis einer versunkenen Zivilisation? (Bilder: gemeinfrei / W.-J. Langbein / Montage: L. A. Fischinger)
Die „Weiße Stadt“ von Honduras – Ist die „Stadt des Affengottes“ Zeugnis einer versunkenen Zivilisation? (Bilder [Pyramide zeigt Chichén Itzá der Maya]: gemeinfrei / W.-J. Langbein / Montage: L. A. Fischinger)

Es ist sage und schreibe schon rund ein halbes Jahrhundert her, da liefen und fuhren Menschen auf dem Mond herum. Seit Jahrzehnten landen immer wieder Sonden und sogar Rover-Fahrzeuge auf dem Mars. Und bereits vor 66 Jahren tauchte der belgische Tiefseeforscher Jacques Piccard mit einem U-Boot zum (fast) tiefsten Punkt der Erde im Marianengraben im Pazifik in fast 11 Kilometern Tiefe. Was soll der Mensch da schon auf unserem Planten noch Großes finden? Vielleicht eine versunkene Stadt und Zivilisation, wie es Anfang 2015 durch die Medien ging?! Diese „Weiße Stadt“ oder „Stadt des Affengottes“ im Urwald von Honduras machte vor einem Jahr Schlagzeilen in der Presse und soll nun Medienberichten nach detailliert ausgegraben und erforscht werden. Aber sind die Funde in Honduras tatsächlich die Reste einer vergessenen Zivilisation, von der schon 1554 berichtet wurde?


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Eine verlorene Stadt im Urwald

Die berühmten „weiße Flecken“ gibt es auch unserem Planten eigentlich nicht mehr. Wohl kennen wir beispielsweise die Oberfläche des Mars oder Mond besser als den Grund unserer Ozeane, aber auf dem Festland scheint alles entdeckt worden zu sein. Heißt es.

So war es für all jene Menschen, die sich für die Geschichte der Menschheit und untergegangene Welten interessieren, mehr als spannend, als „National Geographic“ am 2. März 2015 exklusive verkündete:

Verlorene Stadt im Regenwald von Honduras entdeckt: Auf der Suche nach legendären ,Stadt des Affengottes‘ finden Entdecker die unberührte Ruinen einer untergegangenen Kultur.

Eine Expedition nach Honduras hat sich aus dem Dschungel mit dramatischen Neuigkeiten von der Entdeckung einer verlorene Stadt einer geheimnisvollen Kulturen gemeldet, die nie zuvor erforscht wurde. Das Team wurde durch langjährige Gerüchte in eine ferne und unbewohnte Region geführt, in der es Legen nach eine ,weiße Stadt‘ geben soll, die auch ,Stadt des Affengottes“ genannt wird.“

Die „National Geographic Society“ gab jetzt bekannt, dass die „verlorene Stadt“ nun mit einem Forscherteam rund um den Archäologen Chris Fisher (Colorado State University) systematisch erforscht und ausgegraben werden soll. Dazu wird in den kommenden Wochen ein detaillierter Forschungsplan ausgearbeitet.

Weltsensation in Scherben oder nur Sitz eines kleinen lokalen Häuptlings?

Pyramide im Meer gefunden - neue Beweise für Atlantis? (Bild: GoogleEarth / L. A. Fischinger / gemeinfrei)
VIDEO: Pyramide im Meer gefunden – neue Beweise für Atlantis? (Bild: GoogleEarth / L. A. Fischinger / gemeinfrei)

Denkt man an „versunkene Städte“ – denkt man meist an die vor rund 100 Jahren entdeckte Inka-Stadt Machu Picchu in den Anden von Peru. Anders ist es bei der schon 2012 auf Luftaufnahmen entdeckten Ruinenstätte von Honduras in der östlichen Region La Mosquitia. Hier fehlt es an derartigen Bauten wie in Machu Picchu.

An der (aufgrund von möglichen Plünderern geheim gehaltenen) Fundstätte der „Weißen Stadt“ haben die ersten Grabungen allerdings vorerst nur Scherben, Tierdarstellungen und kleine Artefakte gefunden. Jedoch wird auch von „Resten einer Pyramide“ gesprochen, die auf den Luftaufnahmen zu erkennen sein könnten. Geschätzt wird die neue Ausgrabungsstelle im Mittelamerika auf einen Zeitraum von 1000 bis 1500 nach Christus. Also „nur“ bis zu 1000 Jahre alt.

Da sich aber die bisherigen Funkobjekte von denen der Maya, die diese Region lange Zeit dominierten, stark unterscheiden sollen, sprechen einige Forscher von einer vollkommen fremden Kultur.

Auch aus dem Grunde, da in dieser Epoche die Zivilisation der Maya in Mittelamerika unlängst ihren Niedergang erfuhr. So etwa ist zum Beispiel Virgilio Paredes, der Direktor des Anthropologischen Instituts von Honduras, sicher, dass es Spuren einer vergessenen Zivilisation zu sein scheinen.

Wissenschaftsminister Ramon Espinoza ist sogar derart begeistert, dass er davon sprach, dass in ganz Mittelamerika keinen ähnlichen archäologischen Fund existiert. Und Juan Orlando Hernández, seines Zeichens Präsident von Honduras, sprach nach einem Vor-Ort-Termin sogar von einer bedeutenden Entdeckung für die ganze Welt.

VIDEO: Forscher finden zehntausende unbekannte Stätten in Mittelamerika (Bild: Canuto & Auld-Thomas/PACUNAM & L. A. Fischinger / Bearbeitung: Fischinger-Online)
VIDEO: Forscher finden zehntausende unbekannte Stätten in Mittelamerika (Bild: Canuto & Auld-Thomas/PACUNAM & L. A. Fischinger / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Man darf hier in der Tat sehr gespannt sein, ob diese bisher doch mageren Funde von Scherben und Malereien wirklich auf ein Zentrum einer „versunkenen Zivilisation“ zurückzuführen sind.

Auch der Maya-Experte Professor Nikolai Grube von der Universität Bonn hatte bereits nach bekannt werden der Funde und der Veröffentlichung in „National Geographic“ Anfang 2015 seine Zweifel an diesen Spekulationen. In einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“ sagte er am 3. März 2015:

Die ,Weiße Stadt‘ ist das sicherlich nicht, sondern eine wichtige archäologische Fundstätte von einer großen menschlichen Siedlung, die vielleicht der Sitz eines Häuptlings gewesen sein könnte.“

„Das klingt ein bisschen nach Indiana Jones“, so Grube im Interview.  Und das stimmt, denn bereits die spanischen Eroberer haben von dem Mythos der „Weißen Stadt“ berichtet. So vor allem Bischof Cristóbal de Pedraza von Honduras in einem Bericht an seinem Kaiser Karl V. im Jahr 1554.

Der Mythos der „Weißen Stadt“ und seiner „fremdartigen Bewohner“

Ende April 2004 veröffentlichte ich einen Artikel über den Mythos der versunkenen „Weißen Stadt“ im Urwald. Nur leider passen die jüngsten Funde in Honduras zumindest bis dato nicht zu einem kulturellen Zentrum einer Hochkultur, wie es diese legendäre Stadt eben gewesen sein soll.

Unter den von Mythen und Legenden umrankten versunkenen Städten sind vor allem das Inselreich Atlantis oder El Dorado berühmt. Irgendwo in den Anden von Südamerika soll El Dorado gelegen haben und von den Inkas in Peru mit unermesslichen Reichtümern ausgestattet worden sein. Gefunden wurde sie trotz zahlreicher Expeditionen – nie. Sowie Atlantis als „Mutter aller versunkenen Zivilisationen“ auch nicht.

War Sardinien in Wahrheit Atlantis? (Bild: gemeinfrei / L.A. Fischinger)
Atlantis – Die „Mutter aller versunkenen Zivilisationen“: War Sardinien in Wahrheit Atlantis? (Bild: gemeinfrei / L.A. Fischinger)

Ein Sinnbild für geheimnisvolle und im Urwald verlorene Städte ist die „Weiße Stadt“ dennoch. Im Osten von Honduras kursieren tatsächlich Geschichten, Spekulationen und Legenden um diese verschollene Welt.

Zumindest die Legenden sprechen für die tatsächliche Existenz der „Ciudad Blanca“, obwohl definitive Beweise in Form von archäologischen Funden bislang fehlten. Alle Expeditionen zur „Weißen Stadt“ scheiterten. Ob sich das nun durch die jüngsten Entdeckungen in der Region La Mosquitia von Honduras ändert, ist erst mal unklar.

Die „Weiße Stadt“ soll in einer menschenleeren, schwer zugänglichen Gebirgsgegend im Gebiet von Las Mosquitias an der Ostküste von Honduras liegen. Teilweise findet man sie sogar auf Karten des Landes, obwohl niemand weiß, ob die Angaben auch nur annähernd stimmen oder pure Phantasie sind. Jagen die Archäologen einen Phantom aus der Vergangenheit nach? Einem Märchen, dass ein spanischer Bischof vielleicht sogar erfand?

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In dem Brief von Bischof Cristóbal de Pedraza an den spanischen König von 1554 finden sich die ungeheuerlichsten Schilderungen über die angebliche Metropole und ihr Volk. Östlich der Stadt Trujillo, so der Bischof, habe er eine Bergkette erreicht, hinter der ein sehr ausgedehntes und völlig unwegsames Dschungelgebiet lag. In diesem Tal entdeckte Cristóbal de Pedraza seinen Angaben nach ausgedehnte Siedlungen eines ihm unbekannten Volkes.

Die indianiaschen Begleiter von Pedraza konnten sich dennoch mit den Einheimischen dieser Region verständigen. So fremdartig kann es folglich nicht gewesen sein. Der Bischof erwähnt in seinem Bericht auch einige Merkwürdigkeiten der fremden Kultur. So zum Beispiel will er unter den Einwohnern der „Weißen Stadt“ auch „weiße Indios von gleicher Hautfarbe wie die Spanier“ gesehen haben.

Wer waren diese Menschen? Woher kamen sie? Warum waren sie weiß?

Weiter erzählte der Bischof in seinem Brief von einem aus seiner Sicht natürlich „heidnisches Ritual“. Bei diesem Brauch würden sich die Männer des Volkes an langen Lianen von der Spitze eines Turmes oder auch einer Pyramide herablassen, um auf diese Weise die Herabkunft ihrer Götter oder himmlischen Lehrmeister darzustellen.

Neuer Steinkreis gefunden - angeblich älter als Stonehenge
ARTIKEL: 5000 Jahre alte Sensation entdeckt: Forscher finden einen Steinkreis, der älter als Stonehenge sein könnte (Bild: gemeinfrei)

Pedraza berichtete, dass die Teilnehmer dieser Zeremonie in merkwürdige, den ganzen Körper bedeckende Gewänder gekleidet gewesen seinen und „Helme“ aus einem seltsamen Metall trugen. Nur einen schmalen Sehschlitz ließen diese Kopfbedeckungen frei. Pedraza verglich diese Kleidung mit den Rüstungen der spanischen Konquistadoren, beschrieb sie damals aber als „sehr viel feiner gearbeitet“.

Seit regelmäßig Flugzeuge den Dschungel von Honduras überfliegen, gab es immer wieder Piloten, die aufgeregt von einer großen, weiß schimmernden Siedlung inmitten des Urwaldes berichteten. Ist sie jetzt gefunden? Im Gebiet von Las Mosquitia sind die Indios so oder so von der Existenz dieser „Stadt des Affengottes“ überzeugt. Auch wenn sie fremden Neugierigen oder Abenteurern abraten, sich auf eine Expedition dorthin zu begeben …

Spekulationen …

Vor allem in Honduras deuten zahlreiche archäologische Befunde auf eine Zivilisation hin, die den Maya bekannt und ihnen kulturell verwandt war. Forscher wie George Haselmann vom Institut für Anthropologie und Geschichte in Honduras verweisen darauf, dass Funde, die in Honduras gemacht worden sind, und sich nicht dem Kulturkreis der Maya zuordnen lassen, auf die Existenz einer großen, eigenständigen Metropole hindeuten.

War dies die verlorene „Weiße Stadt“ im Dschungel?

Möglicherweise ist die „Ciudad Blanca“ sogar immer noch bewohnt – wenn es sie denn gibt. Jedenfalls deuten darauf die Beschreibungen der Piloten hin, welche die Stadt überflogen haben wollen. Sie sprachen in ihren Erzählungen von einem sehr guten bis ausgezeichneten Erhaltungszustand der Gebäude im Regenwald. Bei einer verlassenen Siedlung dürfte das nicht der Fall sein, sondern die Stadt wäre vom Urwald fast bis zur Unkenntlichkeit überwuchert und zerstört.

Ein solches Bild der Zerstörung bot sich auch den ersten europäischen Entdeckern, die sich im Tropenwald Mittelamerikas auf die Suche nach versunkenen Orten der Maya machen.

Chichén Itzá in Mexiko (Zeichnung von Catherwood, 1843): die Maya galten schon immer als "verwunschene Kultur) (Bild: gemeinfrei / Archiv L. A. Fischinger)
Chichén Itzá in Mexiko (Zeichnung von Catherwood, 1843): auch die Maya in Mexiko waren lange eine „versunkene Kultur“ (Bild: gemeinfrei / Archiv L. A. Fischinger)

Sie fanden völlig vom Urwald überwucherte Tempel, Pyramiden, Paläste und Häuser die über Jahrzehnte hinweg ausgegraben werden mussten (s. Bild rechts). Aus der Luft erkennt man bis heute bei archäologisch nicht restaurierten Orten weiterhin nur überwucherte Hügel.

Damit dürfte es spannend sein, was nun die „Grüne Hölle“ von Honduras freigeben wird. Von einer zentralen und wichtigen Metropole wie Machu Picchu kann bis heute keine Rede sein. Eher, wie es Professor Grube im Interview formulierte:

Sicherlich gibt es dort keine Steinarchitektur, diese hätte man schon früher gesehen, sondern das sind Erdhügel, Verteidigungsanlagen möglicherweise, und Bewässerungsanlagen. Was nicht bedeutet, dass uns das kalt lässt. Aber es ist nicht verwunderlich, dass es in Honduras Gesellschaften gegeben hat, die einen hohen Entwicklungsgrad erreicht hatten.

Das wissen wir aber bereits seit langer Zeit. Denn auch in anderen Teilen von Zentralamerika hat es immer schon weit entwickelte Gesellschaften gegeben. Das waren keine staatlich organisierten Gesellschaften, aber Zivilisationen, die Häuptlingstümer hatten, die in großen Dörfern lebten, künstliche Bewässerung kannten, Keramiken angefertigt haben und wo es auch Skulpturen gab. Jetzt wird das Bild vervollständigt: Auch in Honduras gibt es solche Anlagen.“

Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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Rätselhafte Kugeln und bizarre Götter: Das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo

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Rätselhafte Kugeln und Götter: Das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo (Bilder: A. Kramer & S. K. Lothop)
Rätselhafte Kugeln und Götter: Das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo (Bilder: A. Kramer & S. K. Lothop)

Schon seit Jahrzehnten spekulieren Archäologen wie auch Mystery-Autoren über die rätselhaften Steinkugeln von Costa Rica in Mittelamerika. Hunderte von ihnen sind heute noch bekannt, die über das ganze Land verteilt liegen. Einige mit einem Durchmesser von mehr als 2 Metern und fast perfekt von Menschenhand vor Jahrtausenden geschaffen. Doch die spektakulären Kugeln sind nur ein Teil der Rätsel von Costa Rica und sind nicht unbedingt einzigartig. Denn die Forschung hat im Zusammenhang mit diesen „Bällen“ längst noch andere, überaus bizarre Funde gemacht. Und selbst viele tausend Kilometer von Costa Rica entfernt finden sich Parallelen.


Die Steinkugeln von Costa Rica

Als die UNESCO im Frühjahr 2010 meldete, man erwäge, die Steinkugeln von Costa Rica zu Welterbe der Menschheit zu erklären, witterten viele „alternative“ Historiker Morgenluft. Denn diese zum Teil sehr großen Kugeln aus massivem Stein wecken schon seit Jahrzehnten bei vielen großes Interesse. Wie kann es sein, so fragen schon lange verschiedene Autoren, dass die Ureinwohner in Mittelamerika scheinbar sinnlos hunderte Steinkugeln in mühevoller Arbeit anfertigten? Zu welchem Zweck taten sie das?

Tatsächlich wurden diese erstaunlichen megalithischen Wunderwerke 2014 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Und so wurde auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland auf dieses Rätsel der Archäologie aufmerksam. In der „Terra X“-Reihe „Ungelöste Fälle der Archäologie“ des Senders ZDF widmete sich Moderator Professor Harald Lesch am 25. März 2018 in der Folge „Verlorenes Wissen“ diesen Kugeln.

Eine Erklärung konnte natürlich auch das ZDF nicht bieten, wozu diese Steinkugeln einstmals dienten. Hier in Costa Rica läge einer „der rätselhaftesten Fälle der Ärchäologie„, wieder der erstaunte TV-Konsument erfuhr. Damit hatte das ZDF sicherlich nicht untertrieben.

Vereinzelte Berichte über diese Steinkugeln sind bereits aus dem 19. Jahrhundert bekannt, doch größeres Interesse erregen die Gebilde erst seit den 1930er Jahren. Waldarbeiter der „United Fruit Company“ rodeten weite Urwaldflächen, um Bananenplantagen anzulegen, und stießen dabei auf diese nahezu perfekt geformten Steinkugeln aus einer Art Granit (Granodiorit), die allem Anschein nach seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden unentdeckt im Dschungel gelegen hatten. Die Kleinsten sind etwa so groß wie Äpfel, andere aber haben einen Durchmesser von annähernd 2,5 Metern und wiegen an die 13 bis 15 Tonnen. So die Schätzungen.

(Fast) perfekte Riesen-Kugeln

Heute sind etwa 350 dieser Steinkugeln dokumentiert, die meisten davon in Costa Rica, einige auch in Guatemala und anderen Gegenden. Doch viele liegen vielleicht noch immer im Dschungel und Erdreich verborgen. Die Präzision der Bearbeitung – in einigen Fällen weist die Form nur eine 0,2-prozentige Abweichung von der perfekten Kugel auf – zeugt von wahrer Meisterschaft der Steinmetzkunst. Andere sprechen bei Kugeln von über 2 Metern Durchmesser von einer Abweichung von kaum 5 Millimetern.

Genau diese Tatsache macht die Steinkugeln so erstaunlich für etablierte Archäologen wie auch Laien.

Manche Autoren ziehen sogar die Möglichkeit in Betracht, dass hier die Nachfahren des versunkenen Volkes von Atlantis am Werk waren. Oder – als Alternative – eine untergegangene, weltumspannenden Ur-Zivilisation.

Klaus Aschenbrenner zum Beispiel äußert in „Das neue Bild von Atlantis“ (2007) die Vermutung, dass die Atlanter „nach der Zerstörung ihrer Heimatinsel dort Zuflucht suchten“. Auch spekuliert er, dass die Anordnung der Objekte „astronomischen Beobachtungszwecken diente(n)“. Was sich jedoch bislang ebenso wenig bestätigen lässt, wie es eine Antwort auf die Frage gibt, welchem Zweck die Objekte sonst gedient haben könnten.

Rätselhafte Kugeln und Götter - das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo - Beispiele (Bilder: S. K. Lothop)
Beispiele der frühen Ausgrabungen (Bilder: S. K. Lothop)

Kurz nach der Entdeckung der Kugeln kam das Gerücht auf, in ihrem Inneren seien Gold- oder andere Schätze verborgen. Aus Neu- und Habgier wurden deshalb viele von ihnen zerstört – vergeblich, denn sie waren massiv und enthielten nichts. Deshalb ist es heute kaum mehr möglich astronomische Ausrichtungen dieser Steinkugeln zu überprüfen. Sie sind entweder zerstört und in sehr vielen Fällen längst nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz. Mit einige Ausnahmen.

Das Material, aus dem die meisten von ihnen bestehen, ist ein granitähnlicher, sehr harter Stein, der in der direkten Gegend, in der die Objekte gefunden wurden, oftmals gar nicht vorhanden ist. Das heißt, sie oder gar die noch schwereren Rohlinge, hätten durch den dampfend-heißen Urwald an ihre späteren Fundstätten gewuchtet werden müssen. Wie? Auch das ist bislang ungeklärt.

Ein Rätsel der Archäologie

Bereits früh wurde auch Doris Stone (auch „Doriz“ in einigen Veröffentlichungen) auf dieses Rätsel der Archäologie aufmerksam. Sie suchte beispielsweise 1940 und 1941 zahllose Dschungelgebiete nach diesen Objekten ab, um sie genauer zu studieren. Im Jahr 1943 berichtete sie nach ihren eingehender Untersuchungen in dem Fachmagazin „American Antiquity“ (Vol. 9, Nr. 1) von ihren ersten Resultaten.

In diesem Artikel dokumentierte sie neben zahlreichen, damals noch auffindbaren, Anordnungen der Stein-Bälle auch von einer Reihe von gefundenen Artefakten in deren Umgebung. Vor allem Keramiken, „Steintische“ und Figuren von seltsamen mythologischen Wesen. Ich komme darauf zurück.

Vielfach wird Stone in diesem Zusammenhang mit folgenden Worten zitiert:

Die Kugeln von Costa Rica müssen zu den ungelösten megalithischen Rätseln der Welt gezählt werden.“

Auch wenn diese Aussage von ihr so nicht 1943 gefallen ist, wurde Samuel K. Lothrop durch ihre Forschungen auf die Steine aufmerksam. So ging auch er vor Ort diesem Geheimnis auf dem Grund und legte in der Folge 1963 seine umfangreiche Arbeit „Archaeology of the Diquís Delta, Costa Rica“ („Papers of the Peabody Museum of Archaeology and Ethnology“, Vol. LI., Harvard University, Cambridge) dazu vor. Beeindruckt hielt Lothrop darin fest (was wohl der Ursprung des angeblichen Stone-Zitates ist):

Die Steinkugeln des Diquís-Deltas aus einer von mehreren gut ausgearbeiteten Gruppen von megalithischen Skulpturen, die heute als Mysterien eingestuft werden müssen.“

Sinn und Zweck: Unbekannt

Lothrop setzte die Steinkugeln schon damals mit megalithischen Hinterlassenschaften auf der Osterinsel oder von den Maya in Mittelamerika gleich. Wozu sie dienten, konnte auch er nicht eindeutig beweisen. Bis heute wird ein Ahnenkult oder ein Kult der Sonne hierzu diskutiert. Da schon Stone nachweisen konnte, dass solche Steinkugeln in verschiedenen Gebieten Amerikas zu finden sind, muss sich dieser Kult, wie auch immer er aussah, von Costa Rica aus verbreitet haben. Denn dort liegt zweifellos das Zentrum dieses „Kugel-Brauchtums“. So schrieb Stone bereits 1943 über eine mögliche Ausrichtung der Stein-Bälle folgendes:

„(Es gibt) natürlich die Möglichkeit einer zeremoniellen oder kalendarischen Verwendung (…). Ein Blick auf die Karten der Fundorte der Steinkugeln zeigt weder eine Ähnlichkeit in der Lage der Kugeln noch eine Einheitlichkeit in der Größe der Kugeln. Am ehesten ist die Anordnung vieler großer Kugeln in Dreier- und Zweiergruppen konsistent.

Aber selbst das kann nicht allzu ernst genommen werden, wenn man sich an die verschiedenen Größen der kleinen Kugeln erinnert, die mit den größeren gemischt gefunden wurden, und an die zehn großen Kugeln, die paarweise und einzeln auf Farm 7 gefunden wurden. Es müssen noch weitere Steinkugelfundstellen untersucht werden, bevor wir einen eindeutigen Hinweis auf ihren Zweck erhalten.“

In der „Terra X“-Doku 2018 erklärte das ZDF dem Publikum, dass es solche Kugeln „so nur in diesem Teil der Erde gibt“. Ähnliche Kugeln an anderen Orten der Erde wären natürlich entstanden, wie es Harald Lesch den Zuschauern erzählte. Tatsächlich findet man solche Natur-Kugeln zum Beispiel an der Pazifik-Küste von Südamerika oder auf Franz-Josef-Land in der Arktis. Dort beeindrucken einige Exemplare dieser „Monster-Kugeln“ in der Tat durch ihre erstaunlich exakte Kugelform.

Steinkugeln auf dem Balkan

Doch über 10.000 Kilometer von Costa Rica in Richtung Osten finden sich in Bosnien (Bosnien und Herzegowina) ebenso derartige Kugel-Steine. Auch hier sind sie zum Teil von einer beachtlichen Größe, wie ich schon 2010 in meinem Buch „Verbotene Geschichte“ berichtete.

Nordwestlich von Sarajevo liegt die Kleinstadt Visoko, die heute vor allem durch ihre Berge bekannt ist, die gerne für Pyramiden gehalten werden. Denn angeblich wären einigen der umliegenden Berge in Wahrheit „Pyramiden“ von gigantischer Größe, die ein uraltes und unbekanntes Volk hinterlassen hat. Vor allem aber wären diese zugleich die ältesten der Welt. So behauptet es vor allem Dr. Sam Osmanagich (Sam Osmanagic), der in den dortigen Bergen seiner Heimat diese „Pyramiden“ vor rund 20 Jahren entdeckt haben will. Nach seinen Spekulationen sind diese „Bauten“ sogar weit über 10.000 Jahre alt.

Doch eben diese Region Südosteuropas hält ein wirklich spannendes Phänomen bereit: Steinkugeln, die mit denen im fernen Costa Rica praktisch identisch sind.

Auch hier unterscheiden sich die Objekte in der Größe. Auch hier sind viele offenbar aus dem harten Stein zu wunderbaren Kugeln gemeißelt und so angeordnet, dass man mit etwas gutem Willen eine bewusste Anordnung erkennen kann.

Für den Forscher Nenad Djurdjevic, der mir damals für mein Buch „Verbotene Geschichte“ freundlicherweise Material über diese Kugel-Funde zur Verfügung stellte, kann kein Zweifel daran bestehen, dass hier ein weiteres Rätsel der Welt seiner Lösung harrt. Für ihn und viele andere sind die Steinkugeln von Bosnien eindeutig künstlich. Und nicht, wie Kritiker sagen, durch eine Laune der Natur entstanden (s. Bilder).

Rätselhafte Kugeln und Götter: Das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo - Zwei Kugeln auf dem Balkan (Bilder: N. Djurdjevic)
Zwei Kugeln auf dem Balkan: li. Ozimice bei Maglaj, re. bei Zavidovici (Bilder: N. Djurdjevic)

Jahrtausende alt

Die Einheimischen wissen allerdings schon länger von den Steinkugeln und schreiben ihnen „magische Heilkräfte“ zu. Doch was die Herkunft der Objekte angeht, sind sie auf Legenden angewiesen. Einer zufolge handelte es sich ursprünglich um Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – versteinerten und Kugelform annahmen.

Das erinnert an Legenden über die berühmten megalithischen Steinreihen in der Bretagne in Frankreich. Hier stehen noch heute zahllose Megalithen in mehreren Steinreihen zum Teil über mehrere Kilometer in der Landschaft herum. Mit Sicherheit waren es vor tausenden von Jahren noch weit mehr, als heute beispielsweise noch in Carnac zu sehen sind. Hierzu sagt eine Legende aufgrund ihrer gleichmäßigen Anordnungen in „Reih und Glied“, dass es versteinerte Soldaten Roms sind. Durch einen Zauber bis in alle Ewigkeit zu Stein erstarrt …

Wann aber diese Kugeln in Bosnien geschaffen worden sein könnten, welchen Sinn und Nutzen sie einstmals hatten, ist dort ebenso ungewiss wie in Costa Rica. Sie könnten mutmaßlich mit der Vinča-Kultur auf dem Balkan in Zusammenhang stehen, die bis heute viele Rätsel aufgibt. Diese Kultur der Steinzeit wurde erst vor rund 100 Jahren entdeckt und reicht fast 7500 Jahren zurück in die dunkle Vergangenheit. Bekannt sind vor allem ihren Symbole und Zeichen, die nach einigen Behauptungen sogar die älteste Schrift der Menschheit sein sollen, sowie ihre seltsamen menschenähnlichen Figuren.

Der Anthropologe John Hoppes, Universität von Kansas, der die Costa-Rica-Funde schon lange erforscht, vermutet aufgrund von Radiokarbondatierungen in der Nähe gefundener Objekte, dass die Kugeln dort um die 1000 Jahre alt sind. Verschiedene Funde von Keramiken im Gebiet der Kugeln von Costa Rica, die schon Stone und Lothrop dokumentierten, reichen wiederum bis zu 2200 Jahren in die Vergangenheit.

Allerdings räumt auch Hoppes nach seinen intensiven Forschungen ein, es sei „sehr schwer zu sagen, wann genau sie (die Kugeln, Anm. LAF) hergestellt wurden“. Und eine Erklärung für die wunderbar gemeißelten und geschliffenen Wunderwerke hat auch Hoppes nicht zu bieten.

Phantastische Spekulationen

Anders Götter-Forscher Erich von Däniken. In „Zurück zu den Sternen“ berichtete er schon 1969 von seiner Spurensuche in Costa Rica, zum Beispiel am „Kugel-Hotspot“ des Diquis-Deltas.

Seinerzeit mutmaßte er in „Meine Welt in Bildern“ (1973) auch, die Kugeln könnten Stein gewordene Erinnerungen von Menschen an kugelförmige Raumschiffe Außerirdischer sein. Belegen lassen sich eine solche Interpretation natürlich auch nicht. Und so lehnt auch Hoopes diese Ideen pauschal als „wilde Spekulation“ ab.

Die Funde dieser unter größten Mühen und mit beachtlicher Sorgfalt geformten Kugeln diesseits und jenseits des Atlantiks sprechen aber dafür, dass sie für ihre Schöpfer eine große Bedeutung gehabt haben müssen. Nur welche? Und wieso existieren Zeugnisse eines möglichen Kultes der Steinkugeln sowohl in Mittelamerika als auch in Bosnien? Gab es da einen Kontakt über den Atlantis Ozean und das Mittelmeer?

Oder entwickelten die Menschen einen solchen Kult unabhängig voneinander, vielleicht auch zu unterschiedlichen Zeiten?

In diesem Zusammenhang sorgen auch immer wieder die bereits kurz erwähnten Steinkugeln auf Franz-Josef-Land für Spekulationen. Denn auch dort – vorwiegend am Kap Triest – befinden sich gewaltige Steinkugeln. Einige UFO-Fans sehen darin Hinterlassenschaften von Aliens. Doch diese These ist sicherlich etwas sehr weit hergeholt. Denn zu welchem Zweck hätten Außerirdische dort Steinkugeln von drei Metern Durchmesser anfertigen sollen?

Rätselhafte Kugeln und Götter - das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo - Beispiele 2 (Bilder: I. Kapitanj)
Kugeln in Costa Rica – Beispiele (Bilder: I. Kapitanj)

Geologen sehen diese Kugeln nüchtern: Es seien nichts weiter als natürliche Gebilde. Denn man könne vor Ort sogar sehen, wie einige dieser Kugeln aus den Felsen der Insel durch Wind und Wetter kugelförmig herauswittern, wodurch Hohlräume im Gestein (= Geoden) entstehen. Dies würde auch erklären, warum immer wieder neue Fundstücke auftauchen. Eine schlüssige, sehr überzeugende Erklärung für die Kugel-Phänomene auf Franz-Josef-Land, die Kritiker auch bei den Kugeln von Bosnien als Erklärung annehmen. Auch die genannte „Terra X“-Sendung von 2018 erwähnt ganz beiläufig, dass die bosnischen Kugeln eine Laune der Natur sind.

Noch mehr Rätsel

Die Steinkugeln in Costa Rica waren und sind aber nicht die einzigen archäologischen Funde dort. Die Ausgrabungen von Doris Stone und später Samuel Lothrop brachten eine verblüffende Vielzahl an Artefakten zum Vorschein, von denen Stone schon 1943 in „American Antiquity“ einige präsentierte. Wobei sie sich hier auf die Steinkugeln konzentrierte. In ihrer Arbeit „Archaeology of the North Coast of Honduras“, die bereits 1941 erschien, legte Stone einen Grundstein für ihre späteren Forschungen in Costa Rica. Denn archäologische Funde und Befunde in Honduras in Mittelamerika weisen in Teilen durchaus Parallelen zum etwas südlich gelegenen Costa Rica auf.

Hierbei fallen vor allem „gebogene“ Steintische, Schleifsteine und steinerne „Sitze“ auf, die es so auch in Costa Rica in großer Zahl gibt. Auch einige seltsame Figuren in Menschengestalt und mit befremdlichen Aussehen in Honduras zeigen solche Parallelen. Doch offensichtlich war Costa Rica der Ursprung der Idee dieser mythologischen, menschenähnlichen Statuen sowie der Steinsessel, die in beiden Regionen teilweise mit Tieren oder mythischen Wesen geschmückt wurden.

Da in Costa Rica die Anzahl solche Funde weit größer ist, und nur dort auch die bekannten Steinkugeln in so großer Zahl vorkommen, muss hier das Zentrum dieser rätselhaften Kultur gelegen haben. Möglicherweise die Aguas-Buenas-Kultur, wie sie heute genannt wird.

In dem Fachmagazin „Journal de la Société des Américanistes“ (Tome 46, 1957) präsentierte Stone zusammen mit Carlos Balser weitere Forschungsergebnisse zu diesen Tischen, Sesseln, Schleifsteinen und vielleicht sogar Altären. Darin verweisen sie auf einen Zusammenhang mit den Funden in Honduras. Was sie aber nicht eindeutig bestimmen konnten, ist die Funktion dieser Objekte. Fraglos dienten einige zum Mahlen von Getreidekörnern. Doch andere erinnern (auch von ihrer Größe her) eher an Throne von Würdenträgern oder „Priester“ bei unbekannten, längst vergessenen Zeremonien.

Kugeln für die Götter

Ich vermute hier einen direkten Zusammenhang mit den Steinkugeln. Wozu auch immer die Kugeln dienten – die Schöpfer werden sie nicht einfach mühsam geschaffen haben, um sie dann ungenutzt irgendwo herumliegen zu lassen. Sie werden sicher im Zentrum von irgendwelchen religiösen, spirituellen oder auch astronomischen Handlungen gestanden haben. Der spirituelle oder politische Führer nahm auf diesen „Hockern“ Platz, um diesen beizuwohnen. Vielleicht platzierte man auf einigen auch Steinkugeln in kleineren Formaten, die bekanntlich auch überaus zahlreich gefunden wurden.

Und je mehr Steinkugeln für „Kulthandlungen“, je mehr steinerne Sitze. Wie in Costa Rica.

Kultische Handlungen ist eine vieldeutige und sehr überstrapazierte Aussage. Eigentlich sagt das nur aus, dass man nichts weiß. Nur, dass man dabei halt Ahnen, die Kräfte oder Geister der Natur oder himmlische beziehungsweise überirdische Mächte verehrte. Die Geister der Ahnen zu ehren ist die einfachste Deutung. Immerhin machen wir das heute überall auf der Welt tagtäglich noch immer. Und sei es nur, dass Katholiken an bestimmten Tagen eine Kerze auf dem Grab eines Verstorbenen anzünden.

Bauchschmerzen sollte man aus der Sichtweise unserer modernen Welt aber bei mutmaßlichen Ahnen-Kulten immer dann bekommen, wenn entsprechende menschenartige Figuren ebenso gefunden werden. Denn in sehr vielen Fällen sehen diese eher aus wie Monster und überhaupt nicht wie die verstorben Vorfahren aus. Das ist in Costa Rica ebenso der Fall.

Bizarre Götter-Figuren

Mehr noch, denn die dort entdeckte Fülle an seltsamen Steinfiguren lässt den Schluss zu, dass sie ein wichtiger Teil der Gesellschaft waren. Wohl nicht anders wie die Steinkugeln als Meisterleistung der Steinmetze an sich. Diese Figuren waren aber mit Sicherheit keine Ahnen, da ihre „Fratzen“ heute eher an typische Aliens erinnern. Erstaunlicherweise wurde diese Tatsache bisher bei der grenzwissenschaftlichen Diskussion um die Steinkugeln überhaupt nicht beachtet.

Hier lohnt sich vor allem ein Blick in das umfangreiche Buch „Archaeology of the Diquís Delta, Costa Rica“ von Samuel K. Lothrop, der 1963 darin seine Forschungen zu den Kugeln und anderen Artefakten vorstellte und diskutierte. Er dokumentierte eine Vielzahl an entdeckten Statuen und Figurien, die ausnahmslos alle nicht wie Menschen aussehen. Neben unzähligen kleinen Figuren gibt es auch solche, die mehr als 1,20 Meter groß angefertigt wurden.

Rätselhafte Kugeln und Götter - das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo - Götter-Figuren von Costa Rica (Bilder: S. K. Lothop)
Götter-Figuren von Costa Rica (Bilder: S. K. Lothop)

Einige sind offensichtlich Mischwesen aus Tieren und Menschen. Andere – sogar die meisten! – sehen von ihren Gesichtszügen eher aus wie die „Kleinen Grauen“ aus der UFO-Forschung.

Eine sehr kleine Auswahl dieser Figuren ist im Bild oben zu sehen.

„Anthropomorphe Gottheiten“

Vor allem die riesigen, schräg stehenden Augen in „Mandel-Form“ sind geradezu charakteristisches und überall genutztes Merkmal dieser Kreaturen von Costa Rica. Einige besitzen dazu Münder von Raubtieren und andere sehen mit ihren exakten Kanten aus wie Roboter der Science-Fiction der 1950er und 60er Jahre. Besonders verblüffend ist eine Ähnlichkeit dieser Darstellungen mit jenen der rätselhaften Sanxingdui-Kultur im weit entfernten China (Bild unten). Hier werden in den letzten Jahren verstärkt solche „Dämonen“ in großer Zahl ausgegraben, wie zum Beispiel in diesen Mystery Files-Beiträgen HIER, HIER und HIER berichtet.

In China gelten diese uralten Funde als archäologische Sensation. Gewisse Ähnlichkeiten erkennt man aber auch zu einigen Figuren der Vinča-Kultur aus Südost Europa. Und natürlich den bereits erwähnten Funden aus Honduras.

Rätselhafte Kugeln und Götter - das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo - Sanxingdui-Kultur (Bilder: A. Knörr)
Götter der Sanxingdui-Kultur in China (Bilder: A. Knörr)

Was wollten uns die Vorfahren der Boruca, der Ureinwohner von Costa Rica, die die Steinkugeln geschaffen haben sollen, mit diesen Figuren sagen? Ahnen waren diese fremdartigen Wesen gewiss nicht. Jeder Verstorbene würde sich wohl im Grabe umdrehen, wenn seine Nachfahren ihn in derart befremdlicher Form ihre Ehre erweisen würden. Lothrop selber nennt diese Kreaturen schlicht „anthropomorphe Gottheiten“ oder „Idole“. Demnach also Tier-Mensch-Kreaturen, bei denen die Eigenschaften beider Spezies miteinander verschmolzen wurden. Auch wenn natürlich kein Tier oder Mensch solche Augen hat und viele Figuren überhaupt keine tierischen Merkmale aufweisen.

Götzen aus purem Gold

Überaus interessant sind auch weiter archäologische Entdeckungen im Land der Steinkugeln, die vor allem in Gräbern gefunden wurden. Es sind kunstvolle Objekte aus purem Gold, von denen im „Museo del Oro Precolombino“ in San José eine Auswahl zu bestaunen ist. Einige stellen unverkennbar Tiere dar. Andere wiederum präsentieren sich als geflügelte Wesen oder Mischwesen mit den unterschiedlichsten Details. Neben unheimlichen „Fratzen“ wie bei den Stein-Figuren erinnern einige Körper mit ihren Flügeln und Unterkörpern fast schon an Engel-Darstellungen der christlichen Tradition. Es wären, so Lothrop, Kunstobjekte, die Götter von Fledermaus, Adler und Jaguar darstellen.

Da die Künstler vor Jahrtausenden einigen dieser geflügelten Gold-Objekte einen „Schnabel“ oder eine riesige „Hackennase“ gaben, lag für Lothrop die Deutung als „Adler-Gottheit“ sicher nahe. Obwohl sonst praktisch nichts an einen Adler erinnert. Genauso könnte man sie anhand der Ohren bei einigen Exemplaren auch als „Gremlin“ ansehen. Diese „Adler-Gottheit“ wird auch mit dem himmlischen Schöpfer Sibú oder Sibö gleichgesetzt. Ein überirdisches Wesen der lokalen Mythologie, der auch die Menschen erschaffen haben soll und als ihr Beschützer fungierte.

Doch waren das vielleicht sogar jene Götter oder überirdischen Wesen nach der Interpretation der Ureinwohner, zu deren Ehren sie auch hunderte von Steinkugeln schufen?

Einige der Stein-Bälle tragen abstrakte Gravuren, die an jene Verzierungen erinnern, die auf verschiedenen archäologischen Artefakten dort ebenso zu finden sind. Etwa auf den genannten Stein-Tischen und –Hockern. Auf den Kugeln sind sie seltener nachzuweisen. Und wenn, dann sind sie fast gar nicht zu erkennen. Wobei natürlich spätere Generationen diese Gravuren nachträglich auf längst fertige Steinkugeln hätten anbringen können.

Parallelen in Kolumbien

Warum man sich einst für die Form der Kugel entschied, wird sich wohl niemals mehr klären lassen. Schriftliche Zeugnisse existieren nicht, da die Ureinwohner keine Schriftsprache kannten. Wieso haben sie nicht Form eines Eis gewählt, das in der Natur um sie herum allgegenwärtig war? Die Menschen konnten zusehen, wie aus einem Ei wie durch ein göttliches Wunder ein neues Leben das Licht der Welt erblickt.

Das Gelege von Meisen ist beispielsweise kugelrund. Adler-Eier wiederum sind oval wie bei einem Huhn. Steinkugeln wären dann wohl eher ungeeignet, um den „Adler-Göttern“ nach dieser Spekulation Ehrfurcht zu zeigen. Obwohl man den damaligen Steinmetzen der Kugeln durchaus zubilligen kann, dass sie auch perfekt geformte Stein-Eier hätten schaffen können. Letztlich erzählen Völker rund um die Welt entsprechende Schöpfungsmythologien, die sich um himmlische, göttliche oder kosmische Eier drehen.

Die Kunstfertigkeit der Goldschmiede in Puerto Rico mit ihren seltsamen, fliegenden Wesen hat aber durchaus ein Gegenstück. Und zwar in Südamerika und hier vor allem in Kolumbien. So finden sich unter anderem in den dortigen Goldmuseen „Museo del Oro Zenú“ in Cartagena de Indias sowie dem weltbekannten „Museo del Oro“ in der Hauptstadt Bogotá sehr ähnliche Artefakte aus Gold. Von hier stammen übrigens auch die sogenannten „Goldflieger“ aus der Prä-Astronautik, über die HIER genauer berichtet wurde.

Die reichhaltigen Goldschätze in diesen Museen beeindrucken nicht nur durch ihre Kunstfertigkeit und Anzahl. Auch die offenkundige „künstlerische Freiheit“ der Handwerker vor Jahrtausenden versetzt die Besucher in Staunen. Die gestalterische Ähnlichkeit zu den Artefakten aus Costa Rica ist teilweise so deutlich, dass das kaum Zufall sein kann. Einige der Objekte in den beiden Ländern sehen sich sogar so ähnlich, dass man überhaupt nicht sagen kann, welches woher stammt (Link)!

Einige Beispiele sind im Bild hier zu sehen.

Rätselhafte Kugeln und Götter - das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo - Götter-Figuren aus Gold von Costa Rica (Bilder: S. K. Lothop)
Götter-Figuren aus Gold von Costa Rica (Bilder: S. K. Lothop)

Wer verbreitete den „Kugel-Kult“?

Demnach dürfte es zwischen Kolumbien und Costa Rica ein Austausch von weltanschaulichen Ideen gegeben haben. Ob der Kugel-Kult sich aber soweit ausgebreitet hat, wie es schon Stone in ihrer Veröffentlichung 1943 dokumentierte, bleibt fraglich. Denn sie verweist auf solche (kleineren!) „Bälle“ von Patagonien im Süden Südamerikas über Mittelamerika und Mexiko bis nach Tennessee, Kalifornien und Ohio in den USA. Kleine Exemplare fanden die Archäologen auch auf der Insel Puerto Rico und in Haiti, die bis zu 2000 Kilometer über das offene Meer von Costa Rica entfernt liegen.

Wie kam der Brauch dorthin? Durch Seefahrer der Antike, die das Wagnis solcher Reisen nicht scheuten? „In Südamerika sind die Berichte über Steinkugeln zu zahlreich, um sie einzeln aufzuführen“, so Stone 1943. Dort, sowie natürlich in Costa Rica, ist der Ursprung zu suchen. Wobei man bedenken muss, dass viele der Kugeln in all diesen Gebieten sehr klein sind und längst nicht klar ist, wofür sie jeweils dienten. Einige messen sogar nur knapp 3,2 bis 8,4 Zentimeter.

Auch Stone bemerkt, dass einige zum Spielen gedacht waren und es unklar sei, ob und wo genau ein Austausch dieser Ideen stattfand. Dennoch „ist zu bedenken, dass viele der Maya aus Britisch-Honduras (heute Belize, Anm. LAF) seefahrende Händler waren“, merkt Stone an. So könnte auch das bekannte Volk der Maya zur Verbreitung dieses Brauchtums beigetragen haben, wie sie vermutet.

Sonnenkulte und überirdische Wesen

Inzwischen werden die noch existierenden Steinkugeln von Costa Rica rund 80 Jahre genauer erforscht, dokumentiert und diskutiert. Und ausnahmslos niemand kann zufriedenstellend dieses Rätsel der Archäologie bis heute erklären. Vor allen nicht dann, wenn die Kugeln in Südost Europa ebenfalls einen derartigen „Kult“ entstammen sollten. Mutmaßlich waren es Ehrenbezeugungen für die Götter des Himmels. Auch wenn andere Deutungen neben astronomischen Interpretationen von Wegweisern, Landmarken oder reinen Statussymbole sprechen. Vielleicht liegt die Wahrheit in der Mitte oder aus einer Kombination aus mehreren Interpretationen.

Die Geschichte lehrt, dass überall auf der Erde und zu allen Zeiten von allen Kulturen für die Götter nichts zu schwer und mühsam war. Monumente und megalithische Werke von kolossalen Ausmaßen waren praktisch immer zu Ehren überirdischen Wesen und Mächte. Selbst das älteste Monument der Menschheit, die gewaltigen Megalithanlagen von Göbekli Tepe in Anatolien, wurde vor weit über 10000 Jahren zu diesem Zweck erbaut.

Warum sollte es in Costa Rica anders gewesen sein?

Träfe der Erklärungsansatz von einem „Sonnenkult“ zu, den auch das ZDF 2018 in „Terra X“ ihren Zuschauern präsentierte, bleibt offen, woher die Ureinwohner wussten, dass die Sonne eine Kugel ist. Die „Sonnenscheibe“ war bei derartigen Kulten das Maß der Dinge rund um die Welt. Oftmals auch mit Flügeln dargestellt. Scheiben, aber auch runde Gebilde und mutmaßliche Kugeln, waren bei vielen alten Kulturen „Objekte“, die mit den Göttern zu tun haben. Oftmals sitzen diese sogar in solchen Kugeln, Ringen oder Scheiben, die durch angebrachte Flügel offensichtlich fliegen konnten. Auch wenn nicht immer Flügel mit dargestellt wurden.

Vor allem die versunkenen Zivilisationen in Mesopotamien wie auch die alten Ägypter fertigen diese Motive ihrer Götter zu zehntausenden an.

„Intelligenzen, die in einer Kugel auf unseren Planeten gelandet sind“

Das wiederum spielt den Spekulationen von Erich von Däniken aus seinem Buch „Meine Welt in Bildern“ von 1973 sehr in die Hände. In diesem zeigt er dutzende Beispiele und schildert, wie die „Raumschiffe der Zukunft“ zwischen den Sternen aussehen könnten. Wenig verwunderlich favorisiert er dabei aus verschiedenen Gründen eine Kugelform oder zumindest rundlich.

Damit führte von Däniken seine Ideen aus seinem vier Jahre zuvor erscheinenden Buch „Zurück zu den Sternen“ fort. Denn er konnte vor Ort in Costa Rica das Rätsel der Steinkugeln auch nicht lösen, wie er schreibt. Trotz seiner erkennbaren Begeisterung für dieses Mysterium, halfen auch Forscher vor Ort nicht bei der Entzauberung. Dennoch habe sich seine „Vermutung gefestigt, dass die prähistorischen Kugeln (…) in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Besuch fremder Intelligenzen stehen“. Und weiter schreibt er:

„(…) von Intelligenzen, die in einer Kugel auf unseren Planeten gelandet sind. Sie wussten bereits und hatten es erprobt, dass die Kugel die zweckmäßigste Form für interstellare Raumflüge ist.“

Kann man solche phantastischen Ideen mit Blick auf weltweite Kugeln am und vom Himmel wirklich ganz ausschließen?

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Das mysteriöse „Band der Löcher“ in Peru: Es gibt seit Jahrhunderten Rätsel auf – Von Düngerlagern bis Binärcodes für die Götter aus dem All

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Das mysteriöse „Band der Löcher“ in Peru: Es gibt seit Jahrhunderten Rätsel auf (Bilder: GoogleEarth / American Museum of Natural History)
Das mysteriöse „Band der Löcher“ (eingefärbt) in Peru: Es gibt seit Jahrhunderten Rätsel auf (Bilder: Google Earth / American Museum of Natural History)

Wenn es um Mysterien und Rätsel der Vergangenheit in Südamerika geht, fällt den meisten Menschen umgehend die Ebene von Nazca in Peru ein. Ein Gebiet in den Anden mit zum Teil riesigen Linien, Figuren und geometrischen Formen, die inzwischen weltberühmt sind. Obwohl solche gewaltigen Scharrbilder (Geoglyphen) in vielen Teilen der Welt vorkommen und für Rätselraten sorgen, wird ein archäologisches Phänomen in Peru oftmals übersehen: Das „Band der Löcher“ in den peruanischen Bergen. Es sind tausende Löcher, die wie ein Lochstreifenband in die Erde gegraben wurden und deren Sinn und Zweck für einige Archäologen als geklärt gilt. Aber sind diese Erklärungen der Wissenschaft tatsächlich so sicher, wie vielfach behauptet wird?


Rätsel in Peru, Rätsel der Inka

Scharrbilder in der Erde existieren in ganz Peru, dem einstigen Reich der Inka, und weit darüber hinaus. Die Ebene von Nazca ist kein Einzelfall, aber mit Sicherheit die „Königin der Geoglyphen“. Sie faszinieren immer wieder  Menschen faszinierend. Auch und vor allem die Grenzwissenschaft und Prä-Astronautik kennt diese Bilder in der Wüste, die nun schon Jahrzehnte für zum Teil überaus kuriosen Spekulationen sorgten und sorgen.

Diese teils Jahrzehnte alten Spekulationen wurden bereits umfangreich in diesem Buch HIER darlegt.

Weniger bekannt aber dennoch den meisten Mystery-Interessierten ein Begriff, ist der „Dreizack von Pisco“ an der Pazifikküste von Peru. Dieser liegt auf der Halbinsel Paracas, auf der einst die Kultur der Paracas beheimatet war. Ein Volk, dass fast 3.000 Jahre in die Vergangenheit reicht und das heute vor allem auch durch seine gruseligen Mumien bekannt ist. Überaus viele dieser Mumien sorgen in der Prä-Astronautik aufgrund der Tatsache, dass diese auffallende Schädeldeformationen aufweisen, immer wieder für Gesprächsstoff.

Der etwa 170 Meter lange „Candelabro de Paracas (= „Kerzenleuchter von Paracas“) wird jedoch jünger datiert, als die Zeichnungen auf der Nacza-Ebene und deren Umgebung. Dennoch kann man diese Geoglyphe durchaus als eines der bekanntesten Symbole für die archäologischen Rätsel Perus bzw. Südamerikas bezeichnen.

Genau das kann man von den ca. 48 Kilometer Luftlinie nordöstlich des „Kerzenleuchters“ gelegenen „Band der Löcher“ leider nicht sagen. Obwohl dieses „Band“ bis dato nicht minder spannend ist und noch immer zahllose Rätsel aufwirft.

Ein „Lochstreifenband“ ohne Sinn?

Dieses „Band der Löcher“ liegt scheinbar sinnlos in der Erde Perus im Tal von Pisco und kann am Besten aus der Luft in seiner Vollständigkeit bestaunt werden. Zum Beispiel bequem mit Google Earth unter den am Ende angefügten Koordinaten, da die Ausmaße der Löcher noch heute zu gewaltig sind. Immerhin, so die Schätzungen, besteht das Band aus bis zu 5.000 oder sogar 7.000 Löchern oder Gruben, die hier einst in die erde gebuddelt wurden

Das Band verläuft in Nord-Süd-Richtung (oder umgekehrt), ist ca. 1,5 Kilometer lang und ist durchschnittlich um die 20 Meter breit. Die schmalste Stelle der Lochstreifen misst aber immerhin noch 14 Meter. Jede der tausende von Gruben für sich betrachtet, ist vollkommen unspektakulär. Ein jedes der Löcher hat nur eine Tiefe von 50 bis 100 Zentimetern, ist nur einen Meter im Durchmesser und wurde einst durch Steine und Geröll an den Rändern „verstärkt“. Erst die Menge und Anordnung der Gruben in dem unwegsamen Gelände machen sie zu einem Rätsel der Archäologie.

Wie auch die Linien von Nazca wurde auch das Lochband im Pisco-Tal erst durch die moderne Fliegerei weithin bekannt. Der Pilot Robert Shippee war es, der 1933 in „National Geographic“ (Nr. 63) das erste weltweit bekannt gewordene Luftbild (von 1931) des Bandes in seinem Artikel „Air Adventures in Peru“ veröffentlichte. Seitdem wird um diese „seltsamen und geheimnisvolle Pockennarben“, wie Shippee sie nannte, gestritten.

Unbekannter Zweck

Deutungen der Löcher in Peru gibt beziehungsweise gab es von Laien wie Archäologen inzwischen einige. Sie reichen von Lagerstätten, Grabanlagen, Verteidigungsstellungen für Inka-Krieger, Gruben von Grabräubern, Probegrabungen nach Edelmetallen oder auch unbenutzte, also vorbereitete, Gräber. Richtig zufriedenstellend erklärt klingt das nicht. Gefunden wurde innerhalb dieser sonderbaren Löcher bisher auch nichts, was beispielsweise als Grab gedeutet werden könnte.



Eine Interpretation, die ganz aus dem Rahmen fällt, stammt aus der Prä-Astronautik. Schon in den 1990er Jahren wurde diese diskutiert. Demnach waren die Löcher eine Art Grundgerüst für Zeichen an die Götter des Himmels in Form eines Binärcode. Bekanntlich besteht dieser nur als Nullen und Einsen, die zum Beispiel für Aus oder Ein stehen. Damit lassen sich komplexe Informationen codieren. Nach dieser Deutung haben die Nutzer des Lochbandes in entsprechenden Gruben Feuer entzündet und andere leer und damit dunkel gelassen. Sie waren hiernach entweder Aus oder An und so haben man den Astronautengöttern in moderner Form Nachrichten zukommen lassen.

„Rationale Forscher“ sehen es ebenso rational. So schrieb schon der Archäologe John Hyslop 1984 in seinem Standartwerk „The Inka Road System“, dass diese Gruben für „die für die Lagerung verwendet wurden“. Dazu Hyslop weiter:

Wenngleich deren Rolle unbestimmt ist, ist eine Hypothese für die Forschung, dass sie für die Lagerung verwendet wurden. Sie befinden sich zwischen zwei wichtigen Inka-Stätten (Tambo Colorado und Lima la Vieja) und ganz in der Nähe der Stelle, wo die Inka-Küstenstraße die Straße zum Hochland kreuzt. Sie könnten einer der größeren Lagerstätten des Imperiums sein.

Also ist das 1,5 Kilometer lange Lochstreifenband ein Speicher oder eine Lagerstätte er alten Inka von Peru?

Ein Anruf beim Professor

Ich habe noch nie etwas ähnliches gesehen. Es ist wirklich einzigartig.“

Mit diesen Worten kommentierte der Archäologe Prof. Charles Stanish , ein Experte für Peru, Chile und Bolivien von der Universität Kalifornien in Los Angeles, das Gruben-Band in Peru. Das erstaunliche dabei ist, dass Stanish, obwohl er selber seit 30 Jahren in der Region arbeitet, von diesen Löchern bis 2014 noch nie gehört hatte. Nicht minder erstaunlich wie der Umstand, dass das Loch-Band keine 20 Kilometer von seinen eigenen Ausgrabungen im Chincha-Tal in Peru entfernt liegt.

Besonders kurios ist aber, wie der Archäologe auf dieses Band der Löcher überhaupt erst aufmerksam wurde. Nicht durch das Studium verstaubter Fachliteratur in Bibliotheken, sondern durch einen Zuschauer der US-Serie „Ancient Aliens“. Eine Prä-Astronautik-TV-Reihe, die sicher jeder Mystery-Fan kennt.

In dem Artikel „An Overlooked Inca Wonder“ von Eric A. Powell in dem Magazin „Archaeology“ vom 5. April 2016 heißt es dazu:

Vor zwei Jahren erhielt Stanish einen Anruf von einem Mann aus Pittsburgh, der gerade ein Programm sah, in dem behauptet wurde, dass Aliens eine große Rolle im Leben der frühen Menschen spielten. Er war daran interessiert, dass Stanish sicher einer bestimmten peruanische Stelle annahm, von der behauptet wurde, dass sie von Außerirdischen gemacht wurde. ‚Ich versuche immer nett zu den Leuten zu sein‘, sagt Stanish. ‚Aus welchem Grund sie sich auch immer für die alte Vergangenheit interessieren, ich teile ihnen mit, was die Archäologen über das Thema wissen.‘

In diesem Fall fragte der Mann Stanish, was er über die Idee denkt, dass Außerirdische die seltsam ausgerichteten Gruben bauten, die im Volksmund als Band der Löcher in Perus Pisco-Tal bekannt seien. Obwohl er mehr als 30 Jahren in der Gegend gearbeitet hat, hatte Stanish noch die von dieser Stelle gehört.“

Alles geklärt?

Die Neugier von Prof. Stanish an dieser archäologische Stätte war dank der Serie „Ancient Aliens“ geweckt, so dass er selbe vor Ort Nachforschungen anstellen wollten. Tatsächlich wurde er vor Ort nicht enttäuscht und bot später auch seine Erklärung oder besser Interpretation des Bandes der Löcher an.

Zehn Arbeiter, so rechnete es Charles Stanish durch, hätten das gesamte „Band“ mit allen Gruben in 300 Tagen bauen können. 100 Arbeiter in nur einem Monat. Angesicht der Art und Weise, wie diese doch recht niedrigen und kleinen Löcher in die Erde gegraben wurden, ist das grundsätzlich keine Meisterleistung. Heraus kam bei den Untersuchungen auch, dass die Gruben innerhalb des „Band der Löcher“ an einigen Stellen in gesonderten Gruppen angeordnet zu sein schienen.

Der Archäologe fand bei seinen Untersuchungen vor Ort auch Reste einer Straße des Volkes der Inka sowie einige Ruinen von „Colas“. Dies wiederum waren Lagerhäuser der Inka, in dessen Umfeld Stanish auch Töpfereien von ihnen fand. Ausgehend von diesen Befunden vermutete Stanish, dass das Lochband aus dem 15. Jahrhundert stammen könnte, als das Imperium der Inka das Volk der dortigen Chincha unterwarf.

Das Inkareich war in Südamerika bekannt dafür, dass sie zahlreiche andere Völker und Stämme eroberten und sich ihrem eigenen Reich einverleibten. So vermutete Stanish, dass „die Löcher einmal verwendet wurden, um etwas zu speichern, aber genau das und warum war noch nicht klar“, so Eric A. Powell in seinem Artikel 2016. Erst ein Vortrag des Archäologen Gary Urton von der Harvard Universität schien Stanish weiter zu helfen.

Steuergesetze der Inka

In diesem Vortrag berichtete Urton von schachbrettartigen Rechtecken in Inkawasi, in denen Bauern Tribute für die noch immer rätselhaften Inka abliefern mussten. Tatsächlich hatten Urton und seine Kollegen in diesen als „Khipus“ bekannten Strukturen die Reste von landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Nüssen gefunden. Mit Hilfe solcher „Schachbretter“ konnte dann ein Steuereintreiber oder  Buchhalter die genaue Menge der Tribute bestimmen, die ein Bauer, eine Sippe oder oder Familie entrichtet hatte.

Das "Loch-Band" zieht sich rund 1,5 Kilometer durch Peru (Bild: Google Earth)
Das „Loch-Band“ (gelbe Linie) zieht sich rund 1,5 Kilometer durch Peru (Bild: Google Earth)

Charles Stanish zu den Vermutungen von Urton:

Sie hatten eine wirklich gute Erklärung dafür, wie diese Quadrate verwendet wurden, um Tribute zu messen. Es erschien mir wahrscheinlich, dass die Löcher am Monte Sierpe auch dafür verwendet worden sein könnten, um Tribut zu messen.“

Die Abgabe von Steuern in Form von Naturalien an die Herrscherkasten der Inka war für alle eroberten Völker zwingend. Eigentlich nicht anders wie 1.500 Jahre führer bei den Römern oder bei „modernen Expansions-Imperien“.

Obwohl die Idee der „Mess-Löcher für Tributzahlungen“ inzwischen als Erklärung des Löcher-Bandes vielfach akzeptiert wird, ist das keineswegs gesichert. Selbst Charles Stanish betont, dass das bisher nur eine Spekulation ist, die erst noch belegt werden muss. Erst Pollen oder Kieselsäure von pflanzlichen Materialien innerhalb diesen Löchern könnten das beweisen, so der Archäologe. „Es ist spekulativ“ – aber es könnte der Anfang eines „ganz neuen Verständnisses der Buchhaltung der Inka sein“.

Obwohl das Imperium der Inka in den Anden-Gebieten Südamerikas im 15. und 16. Jahrhundert gewaltige Ausmaße und zehntausende Kilometer befestigter Straßen hatte, ist die Verwaltung des Reiches tatsächlich bis heute rätselhaft. Und so spekuliert Stanish weiter, dass vielleicht sogar zahlreiche andere Inka-Stätten vielleicht neu gedeutet werden müssten. „Wenn ich Recht habe“, somder Forscher, „müssen wir über viele Stätten, die bisher als rein rituell angesehen wurden, anders denken.“

Düngerlager

Die südamerikanischen Inka hatten keine Schrift und konnte folglich, soweit wir wissen, auch nicht schreiben. Alles, was wir heute beispielsweise schriftlich über die Mythologie, das Leben und die Religion der „Könige der Sonne“ haben, ist von den spanischen Eroberern aufgezeichnet worden. Es fehlt also (bisher) der Beweis, dass das spektakuläre Lochstreifenband einst tatsächlich als ein Hilfsmittel zur Mengenbestimmung von Abgaben an die Inka diente.

Zum Beispiel hat Jean-Pierre Protzen, ein Kenner der Architektur der Inka an der Universität von Kalifornien, so seine eigenen Theorien zu dem Gruben-Band. Vielleicht waren es auch Lagerstätten für Guano, also Dünger für die Landwirtschaft, so Protzen. In den oft kargen Gegenden der Anden-Region ist Dünger zweifellos überaus wichtig, „aber wir wissen noch nicht viel darüber“.

Vorteilhaft an diesen Thesen zum Lochband von Peru ist, dass sie sich verhältnismäßig leicht überprüfen lassen. Laboratorien können von Archäologen genommene Proben aus den Gruben mir recht wenig Aufwand auf Pollen, Sporen, Pflanzen- und Samenreste oder Guano-Spuren untersuchen. Auch Prof. Charles Stanish hofft, dass zukünftige Forscher genau das machen werden.

  • Googel Earth-Koordinaten des „Bandes der Löcher“ zum Beispiel: 13°42’28.96″S 75°52’30.56″W

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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(Dieser Beitrag erschien bereits 2017 ähnlich auf diesem Blog)

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„Tatort“-Star Miroclav Nemec ist jetzt als Mystery-Jäger mit einer Doku-Reihe am TV: Hintergründe in diesem Mystery-Review

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Tatort-Star Miroclav Nemec jetzt als Mystery-Jäger mit eigener Doku-Reihe am TV (Bild: dmax.de)
„Tatort“-Star Miroclav Nemec jetzt als Mystery-Jäger mit eigener Doku-Reihe am TV (Bild: dmax.de)

Statt Mörder und Verbrecher im „Tatort“ des Senders ARD jagt der Schauspieler Miroclav Nemec auf dem Sender DMAX aktuell ganz Anderem hinterher. Dort sieht man den beliebten „Tatort“-Star jetzt in der Sendereihe „Spurlos verschwunden“, in der er als Jäger des Phantastischen „ungelösten Mysterien“ der Welt nachgeht. Wie kommt der TV-Kommissar zu diesem vollkommen anderen Fernsehformat, wie steht er dazu und welche Rätsel der Welt möchte der Sender DMAX in der Doku-Reihe genau lüften? All das udn die Hintergründe der TV-Reihe erfahrt Ihr in diesem Mystery-Review.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Mystery-Kommissar Miroclav Nemec

TV-Reihen und Doku-Serien, die sich mit den Mysterien der Welt befassen, gibt es in Massen. Eine ganze Industrie des Phantastischen beliefert die TV-Zuschauer mit unzähligen Sendungen rund um die ungelösten Geheimnisse der Menschheit, die vor allem aus den USA in unsere Fernseher kommen. Von der Suche nach Riesen, Monstern, UFOs, Aliens und Ancient Aliens über die Rätsel Ägyptens und Atlantis bis zur Fahndung nach verborgenen Schätzen ist alle dabei.

Ein schier längst gesättigter Markt, wie man denken könnte.

Da mag es seltsam vorkommen, dass ein durch den „Tatort“ der ARD bekannter Schauspieler wie Miroclav Nemec plötzlich auf dem doch eher kleinen TV-Sender DMAX mit eben einer solchen Doku-Serie startet. „Ungelöste Mysterien, die der Wissenschaft bis heute Rätsel aufgeben“, so der Fernsehsender, will der Schauspieler in der Reihe „Spurlos verschwunden – Ungelöste Mysterien mit Miroslav Nemec“ nachgehen. Dazu heißt es:

Bei schwierigen Fällen läuft ‚Tatort‘-Star Miroslav Nemec zu Hochform auf. Dann werden in der Krimiserie Spuren analysiert, Alibis überprüft und DNA-Abgleiche herangezogen. Um den Täter zu überführen, drehen die Kommissare jeden Stein um. Doch manche Rätsel der Menschheitsgeschichte lassen sich auch mit großem Aufwand und modernen Ermittlungsmethoden nur sehr schwer lösen.

Wenn Schiffe, Flugzeuge, Menschen und sogar Orte wie vom Erdboden verschluckt sind, tappen erfahrene Experten bei der Aufklärung im Dunkeln.

Warum verschwand der Malaysia-Airlines-Flug MH370 im März 2014 mit 227 Passagieren und zwölf Besatzungsmitgliedern an Bord plötzlich vom Radar? Wie lassen sich die Geheimnisse um das versunkene Inselreich Atlantis entschlüsseln und wo befand sich das sagenumwobene Goldland ‚Eldorado‚? In ‚Spurlos verschwunden‘ präsentiert der renommierte Schauspieler ungelöste Mysterien, die der Wissenschaft bis heute Rätsel aufgeben.

Das klingt nicht nur nur nach einer „klassischen Doku-Reihe“ zu den Rätseln der Welt, es ist auch eine.

Gestartet ist die die Serie bereits am 30. November mit einer Folge, die sich mit dem Verschwinden des Fluges MH370 2014 befasst. Darüber habe ich in diesem Video und einem weiteren Video bereits auf meinem Grenzwissenschafts-YouTube-Kanal berichtet. Schaut man sich die auch online zu findende Folge um den Flug MH370 an, sieht man schnell, das hier die Machart der zahlreichen Dokumentationen der USA offensichtlich Pate standen.

Nicht nur das.

Made in USA

Auch die Szenen und (englischen) Interviews und Statements stammen aus Übersee. Der deutsche Sprecher in Spurlos verschwunden“ ist übrigens jene Stimme, die man aus der US-TV-Reihe „Ancient Aliens“ rund um die Prä-Astronautik kennt. Miroclav Nemec übernimmt hierbei soviel wie ein Kommentator und Moderator in Zwischenszenen. Das kennt man aus vielen anderen TV-Formaten, die unter anderem auch DMAX selber im Programm hat.

Letztlich ist das alles auch kein Wunder, denn die DMAX-Sendung wurde in den USA eingekauft und der Original-Moderator durch unseren „Tatort“-Ermittler ersetzt.

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Eigentlich handelt es sich bei der Doku-Reihe nämlich um eine US-Serie des Senders Science Channel U.S., die dort erstmals am 28. August 2017 ausgestrahlt wurde. Eine Staffel mit 8 Folgen gibt es von dieser Serie, und der amerikanische Original-Sender ist der Medienmogul der Discovery Gruppe. Also genau einer jener Sender, von denen eine Vielzahl der in Deutschland zu sehenden Dokus stammt. Von UFOs bis zu Tieren.

Im Original ist der Moderator Terry O`Quinn. Ein bekannter Schauspieler, der durch zahlreiche Spielfilme und Serien berühmt wurde. Auch durch Mystery-TV-Serien wie „Roswell“, „Lost“, „Falling Skies“ oder „Akte X„. Seinen Platz nahm in Deutschland eben Mircolav Nemec ein. Mehr steckt grundsätzlich nicht hinter der Aussage, dass Nemec nun im deutschen Fernsehen den Mysterien der Menschheit auf den Grund geht.

Vom „Tatort“ zu Mystery

Welche Themen, außer den oben in der Beschreibung genannten, die Doku-Reihe von DMAX noch aufgreifen wird, ist damit klar. Folgen zu UFOs, Aliens, Rätsel der Vergangenheit bzw. Archäologie und ähnliche Bereiche wird man aber leider nicht finden. „Spurlos verschwunden“ konzentriert sich offenkundig auf genau das, was der Titel sagt: Themen von rätselhaften Verschwinden. Fraglos gehören die „verschwundene Insel Atlantis“ ebenso dazu, wie der verschollene Flug MH370 oder auch das Bermuda-Dreieck.

Auszusetzen gibt es daran nichts.

Miroclav Nemec und der Sender DMAX rührten natürlich vor dem Start der Serie die Werbetrommel. So gab Nemec unter anderem dazu ein Interview, das Ende November in verschiedenen Medien erschien. In diesem erklärte Nemec, den man ja eigentlich nur aus dem „Tatort“ kennt, auch, was für ihn „die Faszination an solchen Storys“ ausmacht. Memec dazu am 30. November:

Ich war schon als Kind von solchen Sachen fasziniert und bin hauptsächlich daran interessiert, sie aufzuklären. Der Mensch mag das Mystische, es regt die Fantasie an. Mir ist es daran gelegen, Dinge zu klären, damit ich weiß, was da passiert ist – zum Beispiel am Djatlow-Pass, ein Ereignis, das mich sehr beeindruckt hat.

Und weiter:

Ich glaube nicht daran, dass UFOs und Außerirdische gekommen sind. Es gibt ja immer sehr interessante Spekulationen, die ich schon von Erich von Däniken kenne, der die Theorie hatte, dass Außerirdische Bauwerke in Ägypten erschaffen haben.“

Nemec sieht derartige Themen des Unfassbaren offenkundig sehr nüchtern. Er möchte mir seiner Show verschiedene Erklärungen oder Deutungen der Themen dem Zuschauer vorstellen. Beispielsweise, dass Atlantis nur ein Traum und damit Phantasie war. Oder auch, dass das legendäre Bermuda-Dreieck durch „Magnetfelder oder Schwefel, der aufsteigt“, zu erklären sei. Letzteres kann zumindest ich nicht nachvollziehen.

Wir wissen – nichts!

Nur weil irgendwelche Mysterien der Menschheit für uns heute nicht zu erklären sind, müssen sie nicht immer unerklärlich oder sogar übernatürlich sein. So die Meinung von Nemec zu seiner Sendung. Eine bodenständige Meinung, die ich so unterschreiben würde. Wie sicher die meisten Grenzwissenschaft und Mystery Files-Fans auch.

Bei all diesen Dingen gibt es aber auch Menschen, die uns erzählen, dass etwas Übernatürliches passiert ist oder es Außerirdische gibt. Aber das heißt ja nur, dass wir nicht wissen, was im Kosmos passiert. Wenn man an Zeitlöcher und schwarze Löcher denkt, dann wissen wir, dass wir nichts wissen.

So Nemec im Interview. Und da er seit Kindertagen „von solchen Sachen fasziniert“ sei, ist auch die dieses TV-Format für ihn spannend. Zweifellos aber auch deshalb, da kein Schauspieler bis zum Sankt-Nimmleins-Tag beim „Tatort“ bzw. der ARD und ZDF bleiben kann. Auch wenn es augenscheinlich grundsätzlich möglich ist …

Auf die Frage, ob diese Doku-Reihe eine „gelungene Abwechslung“ oder vielleicht sogar ein Modell für die Zukunft für ihn sein könnte, antwortete Nenec:

Ich fand das super, es hat mir gut gefallen. Wir hatten ein großartiges Team und es war eine inspirierende Arbeit. Ich habe etwas gelernt, denn ich habe mich mit Dingen beschäftigt, mit denen ich das sonst nicht so ausführlich tun würde – weil ich natürlich auch Hintergrundinformationen haben möchte. Die Arbeit war sehr angenehm und jetzt bin ich gespannt, wie das Ergebnis geworden ist.

Das wird sich in der Tat zeigen. Denn „Spurlos verschwunden“ ist eben nichts weiter als einer der ungezählten Doku-Importe aus Übersee. Da wird in Deutschland aber keinen Terry O`Quinn als Moderator haben, ist der Schauspieler Miroclav Nemec meiner Meinung eine gute Wahl. Oder welches TV-Gesicht sollte man sonst hier vor die Kamera stellen, ohne das die gesamte Sendung schon im Voraus zu einer Groteske wird?

Was denkt Ihr – oder wen hättet Ihr lieber als Moderator auf DMAX gesehen? Diskutiert gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Gen-Analyse: Die Alien-Mumie „Ata“ aus Chile ist ein Mensch! Doch niemand spricht von dem verschollenen Bruder aus Peru

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Der "Mini-Alien" aus Chile - und sein verschollener Bruder (Bilder: A. Kramer / ripleys.com / Montage: Fischinger-Online)
„Ata“, der „Mini-Alien“ aus Chile – und sein verschollener Bruder (Bilder: A. Kramer / R. Ripley / Montage: Fischinger-Online)

Angebliche „Alien-Mumien„, „Monster-Kadaver“ und „Alien-Leichen“ gibt es immer wieder in der Grenzwissenschaft und UFO-Forschung. Sie wird es auch immer wieder geben. Gelegentlich schaffen es einige von diesen  seltsamen Leichen auch in die Mainstream- und Boulevardpresse. So auch eine winzige Mumie, die vor rund 15 Jahren in Chile in Südamerika gefunden wurde und über die ich in den letzten zehn Jahren bereits vielfach berichtet habe. Bekannt wurde die kleine Mumie mit dem Namen „Ata“ aber erst ab 2012 durch Steven Greer, der den Geheimnissen der vermeintlichen Alien-Mumie medienwirksam auf den Grund gehen wollte. In der Mystery-Community ein viel diskutiertes Thema. Jetzt jedoch hat es „Ata“ erneut in die Schlagzeilen geschafft, da Gen-Untersuchungen seine rein irdische Herkunft aufdeckten. Was aber bei alle den Kontroversen um die „Alien-Leiche“ bisher übersehen wurde, ist die Tatsache, dass bereits vor ca. 85 Jahren ein Bruder von „Ata“ in Südamerika gefunden wurde. Grund genug, diesen „Bruder“ an dieser Stelle erneut ins Gedächtnis zu rufen, und seine Geschichte zu erzählen, wie Ihr es hier lesen könnt.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

„Ata“, die zwergenhafte Alien-Mumie aus Chile

Die Diskussion über die seltsame Mumie „Ata“ aus der Atacama-Wüste in Chile, die Dr. Steven Greer in seinem Doku-Film „SIRIUS“  genetisch untersuchen ließ, zieht sich schon einige Jahre dahin. Auch ich habe über diese nur rund 7 Zentimeter kleine „Alien-Leiche“ an verschiedenen Stelle schon ab 2002 berichtet (s. z. B. HIER, HIER, HIER und HIER ). Gleichzeit war sie mit anderen sonderbaren Mumien und Leichen aus aller Welt 2010 Thema in einem Buch von mir.

Warum ist nachvollziehbar: Derartige Funde sind für grenzwissenschaftlich Interesse immer spannend, vor allem wenn sie in den Medien ein großes Echo erfahren. Auch wenn bisher nie wirklich irgendwas handfestes dabei heraus kam.

Heraus kam aber jetzt, dass die Mini-Mumie „Ata“ aus Südamerika durch und durch ein Mensch ist. Das haben genetische Untersuchungen und Analysen ergeben, von denen in der letzten Woche weltweit berichtet wurde. Erstaunlich viele Meldungen dazu erschienen in der Mainstreampresse. Von „etablierten Medien“ bis zur Regenbogenpresse schienen sich die Redaktionen geradezu zu überschlagen, um über diese Ergebnisse der Gen-Untersuchungen zu berichten.

Heute, wo quasi jeder seltsame Leichnam oder Kadaver sogleich ein Außerirdischer oder ein Monster wie der Ziegensauger sein soll, war das mediale Interesse an „Ata“ der letzten Tage/Wochen schon verwunderlich. Selbst die unsäglichen Machenschaften um die „Alien-Mumien aus Nazca in Peru“ kommen da kaum hinterher ..

Ob die Spekulationen um „Ata“ damit beendet sind, steht auf einem anderen Blatt der Grenzwissenschaft und Mystery Files.

„Ata“ hat einen Bruder aus Peru!

Am 27. Mai 2013 fragte ich ich in einem Artikel auf diesem Blog, ob der „Atacama Humanoid ‚Ata‘ einen Bruder hat“. Denn ebenfalls aus Südamerika, und zwar in Peru, wurde bereits vor rund 85 Jahren eine andere Mumie gefunden, die fraglos große Ähnlichkeiten mit der winzigen Mumie des „Ata“ hat. Ihr Name: „Atta-Boy“.

Mystery Files Gerüchteküche, Folge #3: Mini Alien Mumien und UFOs in Peru gefunden? (Bild: gemeinfrei / L. A. Fischinger)
VIDEO: Mystery Files Gerüchteküche, Folge #3: Mini Alien Mumien und UFOs in Peru gefunden? (Bild: gemeinfrei / Fischinger-Online)

Zum Beispiel berichtet der Autor Neal Thompson in seinem 2013 erscheinenden Buch „A Curious Man“ von dieser winzigen Mumie, die „Ata“ so ähnlich sieht (s. Titelbild). Dieser Bruder der winzigen Mumie „Ata“ trägt den schon sehr ähnlich klingenden Namen „Atta Boy“ und stammt sogar grob aus der gleichen Region. Der Zwerg „Atta Boy“ soll jedoch aus Bolivien oder Peru stammen, also nördlich von Chile, der Heimat von „Ata“.

Finder bzw. Besitzer dieser „Alien-Leiche“ war der 1949 verstorbenen Reporter, Cartoon-Zeichner und Globetrotter Robert Ripley aus Kalifornien. LeRoy Robert Ripley war schon zu Lebzeiten eine Art Legende, was seltsame Artefakte, Geschichten und Objekte angeht. Er sammelte vor allen in den 1920ger und 30ger Jahren zahlreiche Kuriositäten, die er ab 1933 in einem eigenen Museum der Kuriositäten in Chicago ausstellte. Weitere solcher Ausstellungen folgten.

„Glaube es, oder nicht!“

Gelang es Ripley nicht, eines der von ihm irgendwo in der Welt gefundenen Kuriosa mitnehmen zu können, zeichnete er von diesen Comics und stellte sie in Radioshows vor. „Ripley’s Believe It or Not!“ nannte er diese Veröffentlichungen, mit denen er schon 1918 in New York begann. Die TV-Serie „Ripleys unglaubliche Welt“, die hier in Deutschland zum Beispiel einst auf RTL2 lief, beruht darauf.

Und genau unter diesen Sammlungen des Kuriosen und Phantastischen aus der ganze Welt befand sich auch der Bruder der Mumie „Ata“ aus Chile. Thompson berichtet zum Beispiel, dass Ripley zeitlebens „fasziniert von der Miniaturisierung von menschlichen Formen“ war. Etwa „in den Kulturen, wo das Schrumpfen von Köpfen praktiziert wurde“. Eben die bekannten „Schrumpfköpfe“, die bis heute in vielen Museen rund um die Erde verstreut zu sehen sind.

Offen sei, so Thompson weiter, ob diese Mumie ein auf diese Art geschrumpfter Fötus oder sogar ein bereits geborener Mensch sei. Wobei man aber auch bedenken muss, dass sich „Schrumpfköpfe“ aus dem Gebiet des Amazons im 19. und 20. Jahrhundert in der westlichen Welt einer makaberen Beliebtheit erfreuten. Reisende und Seeleuten kauften sie genau so, wie Museen für Völkerkunde in Nordamerika oder Europa.

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Das hatte zur Folge, dass solche gruseligen Schädel auch absichtlich gefälscht wurden. Gefälscht in dem Sinne, dass man schlicht und einfach Menschen nur deshalb ermordete, um ihre Köpfe zu schrumpfen und dann zu verkaufen. Selbst Europäer in Südamerika waren davor nicht sicher, dass sie als derartige „Kopf-Souvenir“ enden. Mit dem ursprünglichen religiösen Brauch dieser Kopftrophäen von einigen Stämmen im Amazonas hatte das nichts mehr zu tun.

Ist auch der „Atta Boy“ von Ripley ein solche bizarre „Schrumpf-Mumie“?

Der geschrumpfte „Atta Boy“: Kein Alien

„Es scheint mir eher ein mumifizierter Fötus zu sein, als ein geschrumpften Körper“, glaubt Edward Meyer, der Vizepräsident der Exponate des Sonderbaren und des Ripley-Archiv. „Nachdem wir tatsächliche geschrumpfte Körper gesehen haben“, so Meyer, „sieht dies sehr, sehr unterschiedlich aus“.“

800 Mio. Jahre alte Mumie in Sibirien gefunden? Eine Spurensuche (Bild: W. Da-Gang)
VIDEO: 800 Mio. Jahre alte Mumie in Sibirien gefunden? Eine Spurensuche (Bild: W. Da-Gang)

Auch seien ihm selber nur drei Fälle bekannt, wo der ganzer Körper eines Menschen geschrumpft wurde. Meyer vermutet, dass jemand einem Deutschen Arzt die Technik der Schrumpfköpfe zeigte, und dieser es dann an einem Fötus ausprobierte …

Die Ähnlichkeit mit der Mumie des „Ata“ aus Chile ist schon erstaunlich. Der Zwerg aus Chile wurde immer wieder in den letzten zehn Jahren als „Alien-Mumie“ angesehen und hitzig diskutiert. Bei seinem Bruder dem „Atta Boy“ ist es eigentlich nicht der Fall. „Ata“, der seinen Namen von der Atacama-Wüste in Chile hat, liegt bekanntlich bis heute vor. Sein Bruder aus dem Besitz von Ripley ist aber spurlos verschollen.

Ob sie ein Deutscher Arzt anfertigte, ist reine Spekulation. Aber schon Ripley selber hat 1931 und 1933 bei der Präsentation seiner Mini-Mumie für Widersprüche gesorgt. So zeichnete er am 8. März 1931 einen Cartoon des „Atta Boy“ und nannte es „das bolivianische Baby“, das „geschrumpft und mumifiziert“ wurde. Nur 6,5 Inch (ca. 16,5 Zentimeter) groß sei die Mumie, so Ripley 1931.

1933 sah das dann etwas anders aus. Bei der Eröffnung des Kuriositäten-Museums in Chicago entstanden 3 Fotos von Robert Ripley mit dem „Atta-Boy“, von dem eines handschriftlich von ihm beschriftet wurde. Darauf steht, dass die Herkunft der Schrumpf-Mumie sei „Jivaro – Peru“. Kein Wort mehr von Bolivien, wie auf der Zeichnung von 1931, die übrigens die Mumie mit Haaren und einem Lendenschurz zeigt.

„Jivaro“ ist allerdings kein Ort in Peru, sondern die Bezeichnung eines Indianer-Volkes, die diesen Namen den spanischen Eroberern verdanken. Eigentlich sind es vier unterschiedliche Stämme aus dem Gebiet des Flusses Marañón in Peru und Ecuador, die man „Jivaroan Leute“ nennt. Und diese indigenen Stämme der Shuar, Achuar, Humabisa und Aguaruna waren – Kopfjäger, die Schrumpfköpfe anfertigten!

Angesicht der mutmaßlichen Herkunft des „Atta Boy“ bei den „Jivaroan Leuten“ in Südamerika, wird wohl die Beschreibung von Ribley als „geschrumpft und mumifiziert“ zutreffen. Kein Alien, wie eben auch „Ata“ aus Chile, wie wir jetzt wissen.-

Verschollen – oder identisch?

ARTIKEL: Dr. Steven Greer, die angebliche Alien-Mumie “Ata” aus der Wüste von Chile und das UFO-Filmprojekt “Sirius” (Bild: A. Kramer / Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Dr. Steven Greer, die angebliche Alien-Mumie “Ata” aus der Wüste von Chile (Bild: A. Kramer / Montage: Fischinger-Online)

Der „Atta Boy“ ist heute verschollen – wohl in irgendeiner privaten Sammlung verborgen. Nur die Fotos von 1933 aus Chicago existieren. Die Mumie selber sei der „persönliche heilige Gral“ von Edward Meyer, wie er sagt, und die Story um sie „ist besser als die des modernen Ata“ …

Aber sind nicht vielleicht bei ein und die selbe Mumie? Ist der „Atta Boy“ in Wahrheit „Ata“ aus Chile und damit nicht spurlos verschwunden?

Bei zwei derart bizarren und sich so ähnelnden Mini-Mumien, könnte man das vermuten. In der Tat wird es auch hin und wieder. Aber vergleicht man Bilder beider Mumien miteinander, ist das ziemlich sicher ausgeschlossen, wie es auch Meyer glaubt. Trotz aller Ähnlichkeiten und Parallelen, zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den beiden Zwergen, die sie als zwei Individuen ausweisen.

Dieser Bild-Vergleich von mir soll das verdeutlichen:

"Ata" aus Chile /li.) und der "Atta Boy" aus Peru (re.) im Vergleich: Sie sind nicht identisch! (Bilder: A. Kramer / ripleys.com / Montage: Fischinger-Online)
„Ata“ aus Chile /li.) und der „Atta Boy“ aus Peru (re.) im Vergleich: Sie sind nicht identisch! (Bilder: A. Kramer / ripleys.com / Montage: Fischinger-Online)

Ich bin sicher, dass es sich hierbei um zwei unterschiedliche Mumien handelt. Der „Ex-Alien“ aus dem Doku-Fim „SIRIUS“ von Dr. Steven Greer und der verschollenen „Atta Boy“ sind nicht die selben Menschen/Föten/Babys.

Hier ein Mystery-Review zu Greer auf meinem YouTube-Kanal Grenzwissenschaft und Mystery Files

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Sensationelle Entdeckungen in Guatemala: Forscher finden zehntausende unbekannte Maya-Stätten in Mittelamerika! +++ YouTube-Video +++

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VIDEO: Forscher finden zehntausende unbekannte Stätten in Mittelamerika (Bild: Canuto & Auld-Thomas/PACUNAM & L. A. Fischinger / Bearbeitung: Fischinger-Online)
VIDEO: Forscher finden mittels Laser-Scans (hier: Tikal) zehntausende unbekannte Stätten in Mittelamerika (Bild: Canuto & Auld-Thomas/PACUNAM & L. A. Fischinger / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Sensationelle Neuigkeiten aus der Archäologie Mittelamerikas. Forschern ist es mit modernster Laser-Scan-Technologie gelungen im Urwald von Guatemala rund 60.000(!) bisher unbekannte (Maya-)Stätten aufzuspüren. Und das auf nur 2.100 Quadratkilometern Fläche, die bisher untersucht wurden. Denn die Wissenschaftler planen in den kommenden Jahren ein zehnfach größeres Gebiet mit dieser Scan-Technik zu erkunden. Weitere Entdeckungen sind somit garantiert! Alles zu den spannenden Ergebnissen der Wissenschaftler aus den Dschungel Mittelamerikas, erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video.


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Pyramiden, Straßen, Häuser, Tempel und Paläste warten hier in Zentralamerika auf ihre Erforschung!

Schon jetzt sprechen Archäologen und Maya-Forscher davon, dass die Geschichte der Völker Mittelamerikas neu geschrieben werden muss. Das vor ca. 1200 Jahren versunkene Volk der Maya in Mexiko, Honduras, Guatemala und angrenzenden Ländern verbirgt noch zahllose Geheimnisse und Entdeckungen.

Selbst bekannte und gut erforschte Städte der Maya (etwa Tikal in Guatemala) hielten noch erstaunliche Funde für die Archäologen verborgen.

Alles zu den spannenden Resultaten aus den Dschungel Mittelamerikas in diesem Video.

Bleibt neugierig …

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6.000 Löcher hintereinander: Das rätselhafte „Band der Löcher“ in Peru – ist hier tatsächlich alles geklärt?

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Das rätselhafte "Band der Löcher" in Peru: ist hier tatsächlich alles geklärt? (Bilder: GoogleEarth / American Museum of Natural History)
Das rätselhafte „Band der Löcher“ in Peru: ist hier tatsächlich alles geklärt? (Bilder: GoogleEarth / American Museum of Natural History)

Wenn es um Mysterien und Rätsel der Vergangenheit in Südamerika geht, fällt den meisten Menschen umgehend die Eben von Nazca in Peru ein. Ein Gebiet in den Anden mit zum Teil riesigen Linien, Figuren und geometrischen Formen, die inzwischen weltberühmt sind. Obwohl solche gewaltigen Scharrbilder (Geoglyphen) in vielen Teilen der Welt vorkommen und für Rätselraten sorgen, wird ein archäologisches Phänomen in Peru oftmals übersehen: Das „Band der Löcher“ in den peruanischen Bergen. Abertausende Löcher wie ein Lochstreifenband in der Erde, deren Sinn und Zweck für eine Reihe von Archäologen als geklärt gilt. Aber sind diese Erklärungen der Wissenschaft tatsächlich so sicher, wie vielfach behauptet wird?


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Rätsel in Peru

Scharrbilder in der Erde existieren in ganz Peru und weit darüber hinaus. Die Ebene von Nazca ist kein Einzelfall aber mit Sicherheit die „Königin der Geoglyphen“, die immer wieder Menschen faszinierend. Auch und vor allem die Grenzwissenschaft und Prä-Astronautik kennt diese Bilder in der Wüste, die nun schon Jahrzehnte für Spekulationen sorgen.

Weniger bekannt aber dennoch den meisten Mystery-Interessierten ein Begriff, ist der „Dreizack von Pisco“ an der Pazifikküste von Peru. Dieser liegt auf der Halbinsel Paracas, auf der einst die Kultur der Paracas beheimatet war. Ein Volk, dass fast 3.000 Jahre in die Vergangenheit reicht und das heute vor allem auch durch seine gruseligen Mumien bekannt ist. Überaus viele dieser Mumien sorgen in der Prä-Astronautik aufgrund der Tatsache, dass diese auffallende Schädeldeformationen aufweisen, immer wieder für Gesprächsstoff.

Der etwa 170 Meter lange „Candelabro de Paracas (= Kerzenleuchter von Paracas) wird jünger datiert, als die Zeichnungen auf der Nacza-Ebene und deren Umgebung. Dennoch ist er durchaus als eines der bekanntesten Symbole für die archäologischen Rätsel Perus bzw. Südamerikas zu sehen.

Genau das kann man von den ca. 48 Kilometer Luftlinie nordöstlich des „Kerzenleuchters“ gelegenen „Band der Löcher“ leider nicht sagen. Obwohl dieses „Band“ bis dato nicht minder spannend ist.

Ein „Lochstreifenband“ ohne Sinn?

Dieses „Band der Löcher“ liegt scheinbar sinnlos in der Erde Perus im Tal von Pisco und kann am Besten aus der Luft in seiner Vollständigkeit bestaunt werden. Zum Beispiel bequem mit Google Earth unter den am Ende angefügten Koordinaten, da die Ausmaße der Löcher heute noch zu gewaltig sind. Immerhin, so die Schätzungen, besteht das Band aus bis zu 6.000 oder sogar 7.000 Löchern oder Gruben.

Das "Band der Löcher" in Peru: Dieses Foto machte den Ort weithin bekannt (Bild: American Museum of Natural History)
Das „Band der Löcher“ in Peru: Dieses Foto von 1931 machte den Ort weithin bekannt (Bild: American Museum of Natural History)

Das Band verläuft in Nord-Süd-Richtung, ist ca. 1,5 Kilometer lang und ist durchschnittlich um die 20 Meter breit. Die schmalste Stelle der Lochstreifen misst aber immerhin noch 14 Meter. Jede der tausende von Gruben für sich betrachtet, ist vollkommen unspektakulär. Ein jedes der Löcher hat nur eine Tiefe von 50 bis 100 Zentimetern, ist nur einen Meter im Durchmesser und wurde einst durch Steine und Geröll an den Rändern „verstärkt“. Erst die Menge und Anordnung der Gruben in dem unwegsamen Gelände machen sie zu einem Rätsel der Archäologie.

Wie auch die Linien von Nazca wurde auch das Lochband im Pisco-Tal erst durch die moderne Fliegerei weithin bekannt. Der Pilot Robert Shippee war es, der 1933 in „National Geographic“ (Nr. 63) das erste weltweit bekannt gewordene Luftbild (von 1931) des Bandes in seinem Artikel „Air Adventures in Peru“ veröffentlichte. Seitdem wird um diese „seltsamen und geheimnisvolle Pockennarben“, die Shippee sie nannte, gestritten.

Unbekannter Zweck

Deutungen der Löcher in Peru gibt bzw. gab es in der Archäologie inzwischen einige. Sie reichen von Lagerstätten, Grabanlagen, Verteidigungsstellungen für Inka-Krieger, Gruben von Grabräubern, Probegrabungen nach Edelmetallen oder auch unbenutzte, also vorbereitete, Gräber. Richtig zufriedenstellend erklärt klingt das nicht. Gefunden wurde innerhalb dieser sonderbaren Löcher bisher auch nichts.

Der Archäologe John Hyslop schrieb zum Beispiel in seinem Standartwerk „The Inka Road System“ 1984, dass diese Gruben für „die für die Lagerung verwendet wurden“. Hyslop schrieb dazu:

Wenngleich deren Rolle unbestimmt ist, ist eine Hypothese für die Forschung, dass sie für die Lagerung verwendet wurden. Sie befinden sich zwischen zwei wichtigen Inka-Stätten (Tambo Colorado und Lima la Vieja) und ganz in der Nähe der Stelle, wo die Inka-Küstenstraße die Straße zum Hochland kreuzt. Sie könnten einer der größeren Lagerstätten des Imperiums sein.

Also ist das 1,5 Kilometer lange Lochstreifenband ein Speicher oder eine Lagerstätte er alten Inka von Peru?

Ein Anruf beim Professor

Ich habe noch nie etwas ähnliches gesehen. Es ist wirklich einzigartig.“

Mit diesen Worten kommentierte der Archäologe Prof. Charles Stanish , ein Experte für Peru, Chile und Bolivien von der Universität Kalifornien in Los Angeles, das Gruben-Band in Peru. Das erstaunliche dabei ist, dass Stanish, obwohl er selber seit 30 Jahren in der Region arbeitet, von diesen Löchern bis 2014 noch nie gehört hatte. Ebenso erstaunlich ist, dass das Loch-Band keine 20 Kilometer von seinen eigenen Ausgrabungen im Chincha-Tal in Peru entfernt liegt.

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Das erstaunlichste ist für einen Grenzwissenschaftler aber, wie der Archäologe auf dieses Band der Löcher aufmerksam wurde. Nicht durch das Studium verstaubter Fachliteratur in Bibliotheken, sondern durch einen Zuschauer der US-Serie „Ancient Aliens“. Eine Prä-Astronautik-TV-Reihe, die sicher jeder Mystery-Fan kennt.

In dem Artikel „An Overlooked Inca Wonder“ von Eric A. Powell in dem Magazin „Archaeology“ vom 5. April 2016 heißt es dazu:

Ancient Aliens im deutschen Free TV (Bild: History Channel/USA)
„Ancient Aliens“ jetzt auch im deutschen Free TV (Bild: History Channel/USA)

Vor zwei Jahren erhielt Stanish einen Anruf von einem Mann aus Pittsburgh, der gerade ein Programm sah, in dem behauptet wurde, dass Aliens eine große Rolle im Leben der frühen Menschen spielten. Er war daran interessiert, dass Stanish sicher einer bestimmten peruanische Stelle annahm, von der behauptet wurde, dass sie von Außerirdischen gemacht wurde. ‚Ich versuche immer nett zu den Leuten zu sein‘, sagt Stanish. ‚Aus welchem Grund sie sich auch immer für die alte Vergangenheit interessieren, ich teile ihnen mit, was die Archäologen über das Thema wissen.‘

In diesem Fall fragte der Mann Stanish, was er über die Idee denkt, dass Außerirdische die seltsam ausgerichteten Gruben bauten, die im Volksmund als Band der Löcher in Perus Pisco-Tal bekannt seien. Obwohl er mehr als 30 Jahren in der Gegend gearbeitet hat, hatte Stanish noch die von dieser Stelle gehört.“

Die Neugier von Prof. Stanish an diesem archäologische Stätte war dank der Serie „Ancient Aliens“ geweckt, so dass er selbe vor Ort Nachforschungen anstellen wollten. Tatsächlich wurde er vor Ort nicht enttäuscht und bot später auch eine Erklärung oder besser Interpretation des Bandes der Löcher an.

Alles geklärt?

Zehn Arbeiter, so rechnete es Charles Stanish durch, hätten das gesamte „Band“ mit allen Gruben in 300 Tagen bauen können. 100 Arbeiter in nur einem Monat. Angesicht der Art und Weise, wie diese doch recht niedrigen und kleinen Löcher in die Erde gegraben wurden, ist das grundsätzlich keine Meisterleistung.

Der Archäologe fand bei seinen Untersuchungen vor Ort auch Reste einer Straße der Inkas sowie einige Ruinen von „Colas“. Das Waren Lagerhäuser der Inkas, in dessen Umfeld Stanish auch Töpfereien der Inka fand. Ausgehend von diesen Funden vermutete Stanish, dass das Lochband aus dem 15. Jahrhundert stammen könnte, als das Imperium der Inka das Volk der dortigen Chincha unterwarf.

VIDEO: Sensationelle Entdeckungen in Kasachstan: Ein “zweites Nazca” mit dutzenden Geoglyphen in Asien gefunden (Bilder: Google Earth)
VIDEO: Sensationelle Entdeckungen in Kasachstan: Ein “zweites Nazca” mit dutzenden Geoglyphen in Asien gefunden (Bilder: Google Earth)

Das Inkareich war in Südamerika bekannt dafür, dass sie zahlreiche andere Völker und Stämme eroberten und sich ihrem eigen Reich einverleibten. So vermutete Stanish, dass „die Löcher einmal verwendet wurden, um etwas zu speichern, aber genau das und warum war noch nicht klar“, so Eric A. Powell in seinem Artikel 2016. Erst ein Vortrag des Archäologen Gary Urton von der Harvard Universität schien Stanish weiter zu helfen.

In diesem Vortrag berichtete Urton von schachbrettartigen Rechtecken, in denen Bauern Tribute für die Inkas abliefern mussten. Tatsächlich hatten Urton und seine Kollegen in diesen als Khipus bekannten Strukturen die Reste von landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Nüssen gefunden. Mit Hilfe dieser „Schachbretter“ konnte dann ein Steuereintreiber bzw. Buchhalter die genaue Menge des Tribut bestimmen, die ein Bauer, eine Sippe oder oder Familie entrichtet hat.

Steuergesetze der Inka?

Charles Stanish zu den Vermutungen von Urton:

Sie hatten eine wirklich gute Erklärung dafür, wie diese Quadrate verwendet wurden, um Tribute zu messen. Es erschien mir wahrscheinlich, dass die Löcher am Monte Sierpe auch dafür verwendet worden sein könnten, um Tribut zu messen.“

Die Abgabe von Steuern in Form von Naturalien an die Herrscherkasten der Inka war für alle eroberten Völker zwingend. Eigentlich nicht anders wie 1.500 Jahre führer bei den Römern oder bei „modernen Expansions-Imperien“.

Obwohl die Idee der „Mess-Löcher für Tributzahlungen“ inzwischen als Erklärung des Löcher-Bandes vielfach akzeptiert wird, ist das keineswegs gesichert! gt werden muss.Selbst Charles Stanish betont, dass das bisher nur eine Spekulation ist, die erst noch belegt werden muss. Erst Pollen oder Kieselsäure von pflanzlichen Materialien innerhalb diesen Löchern könnte das beweisen, so der Archäologe. „Es ist spekulativ“ aber es könnte der Anfang eines „ganz neuen Verständnisses der Buchhaltung der Inka sein“.

YouTube-Video: Waren Schwarz-Afrikaner lange vor Kolumbus bei den Maya in Mittelamerika? (Bild: M. Warnholtz/Lübbe Verlag / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
VIDEO: Waren Schwarz-Afrikaner lange vor Kolumbus bei den Maya in Mittelamerika? (Bild: M. Warnholtz/Lübbe Verlag / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Obwohl das Imperium der Inka in den Anden-Gebieten Südamerikas im 15. und 16. Jahrhundert gewaltige Ausmaße und zehntausende Kilometer befestigter Straßen hatte, ist die Verwaltung des Reiches tatsächlich bis heute rätselhaft.

Düngerlager

Die Inka hatten keine Schrift und konnte folglich auch nicht schreiben. Alles, was wir heute beispielsweise schriftlich über die Mythologie, das Leben und Region der „Könige der Sonne“ haben, ist von den spanischen Eroberern aufgezeichnet worden. Es fehlt also (bisher) der Beweis, dass das spektakuläre Lochstreifenband einst tatsächlich als ein Hilfsmittel zur Mengenbestimmung von Abgaben an die Inka diente.

Zum Beispiel hat Jean-Pierre Protzen, ein Kenner der Architektur der Inka an der Universität von Kalifornien, so seine eigenen Theorien zu dem Gruben-Band. Vielleicht waren es auch Lagerstätten für Guano, also Dünger für die Landwirtschaft, so Protzen. In den oft kargen Gegenden der Region ist Dünger zweifellos überaus wichtig, „aber wir wissen noch nicht viel darüber“.

Vorteilhaft an diesen Thesen zum Lochband von Peru ist, dass sie sich verhältnismäßig leicht überprüfen lassen. Laboratorien können von Archäologen genommene Proben aus den Gruben mir recht wenig Aufwand auf Pollen, Sporen, Pflanzen- und Samenreste oder Guano-Spuren untersuchen. Auch Prof. Charles Stanish hofft, dass zukünftige Forscher genau das machen werden.

  • Googel Earth Koordinaten des „Bandes der Löcher“: 13°42’28.96″S / 75°52’30.56″W

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Lars A. Fischinger

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