Erich von Däniken und die Geschichte der Prä-Astronautik: Wie die Ancient Aliens wurden, was sie heute sind

Erich von Däniken und die Geschichte der Prä-Astronautik: Wie die Ancient Aliens wurden, was sie heute sind
Erich von Däniken und die Geschichte der Prä-Astronautik: Wie die Ancient Aliens wurden, was sie heute sind

Februar 1968: Ein junger Schweizer mit dem wohlklingenden Namen Erich von Däniken veröffentlicht nach einer Odyssee durch dutzende von Verlagen sein Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ mit einer Startauflage von 6.000 Exemplaren. Der Herausgeber ließ bei dem Thema Vorsicht walten. Doch schon im Dezember 1968 wurden rund 120.000 Bücher in etwa zehn Neuauflagen nachgedruckt. 1970 waren 30 Auflagen mit über 600.000 Bücher längst überschritten. Ein „Mystery-Kult“ war im damaligen Mainstream geboren. Der „Kult“ der Prä-Astronautik oder Paläo-SETI – der Ancient Aliens. Doch wie kam es dazu? Hier erfahrt Ihr die ganze  Geschichte der Idee der Götter aus dem All – und wie Erich von Däniken mit dem Thema Astronautengötter einen Boom ins Leben rief. Dies ist kein Nachruf auf den jüngst verstorbenen von Däniken – sondern ein bearbeiteter Artikel von mir aus dem Jahr 1999, der die Entwicklung der Astronautengötter-Idee nachzeichnet.


(Gekürzter Artikel von 1999 aus dem Magazin „Unknown Reality“ – dieser erschien als Blog-Version 2012 hier / Update: 4. Okt. 2016 & 14. Jan. 2026)

Erich von Däniken – der „Startschuss“

Dieses erste Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ von Erich von Däniken (EvD) vor fast 60 Jahren war ohne Zweifel der „Startschuss“ für die Prä-Astronautik. Auch wenn bis heute vor allem Neider und Kritiker gerne darauf verweisen, dass es bereits vor von Däniken andere Autoren derartige Themen von „Außerirdischen in der Vergangenheit“ publizierten.

Das ist fraglos eine Tatsache. Von Däniken hat die Idee, das die Götter der Vorzeit Außerirdische waren, nicht erfunden. Andere Autoren schrieben bereits zum Teil Jahrzehnte vor ihm über diese Spekulation. In Büchern, in Artikeln oder beiläufig in entsprechenden Veröffentlichungen. Jedoch nicht annähernd so erfolgreich, wie es ab 1968 von Däniken gelang.

Erich von Däniken: "Erinnerungen an die Zukunft"
Erich von Däniken: „Erinnerungen an die Zukunft“

Bis heute folgen von „Erinnerungen an die Zukunft„* weiterhin Neuauflagen, Clubausgaben, Taschenbuchversionen etc. regelmäßig. Ein wahrlicher Bestseller war im Februar 1968 geboren. Und von Däniken füllte den Markt bisher mit dutzenden weiteren Büchern, unzähligen Neuauflagen und über 70 Millionen verkauften Exemplaren weltweit. Hier variieren die Schätzungen (auch aufgrund von Raubkopien).

Bis zum Tode von Erich am 10. Januar 2026 im Alter von 90 Jahren wurden es insgesamt 49 Bücher. Erich von Däniken war ein Erfolgsautor, der in der Szene der Prä-Astronautik oder neudeutsch Ancient Aliens konkurrenzlos war. Aus dem einfachen Grunde, da der weltweite Erfolg nach seinem 1. Buch vor Jahrzehnten ihn untrennbar mit dem Göttern der Sterne in Verbindung brachte.

Bis heute. Das belegt wunderbar die Tatsache, dass er bis heute immer mit dem Buchtitel „Erinnerungen an die Zukunft“ bzw. der englische Titel „Chariots of the Gods?“ medial präsentiert wird. In TV-Sendungen ebenso wie in diversen Zeitungsberichten & Co. Dieser uralte Buchtitel wird immer genannt, bei seinem Namen eingeblendet oder anderweitig erwähnt. Fast schon so, als habe er nie was anderes publiziert …

Und nun, da das Urgestein des Phantastischen verstarb, steht es wieder auf Platz 1 diverser Verkaufslisten. Gefolgt von zahlreichen weiteren Werken des einst nimmermüden Autors.

Phänomen Erich von Däniken: Der „UFO-Forscher“

Im Jahre 1968 behauptete der Schweizer von Däniken in seinem doch recht dünn erscheinenden Erstlingswerk, dass die Erde vor Jahrtausenden weltweit von Außerirdischen besucht wurde. Er stellte darin die Idee auf, die Götter und all die anderen Gestalten menschlichen Religionsgeistes seien in Wahrheit nichts anderes als technische Aliens gewesen, die in Raumschiffen zur Erde kamen. Mythen, religiöse Texte und sakrale Bauten scheinbar unerklärlicher Herkunft und Inhalte waren für von Däniken Indizien für diese Annahme.

Da EvD in seinen Bücher einen schon als „fordernd“ zu bezeichnenden, sehr einfachen Schreibstil nutzte, schlugen seine Ideen wie eine Bombe in der Öffentlichkeit ein. Nicht nur der ECON-Verlag, in dem seine ersten Bücher erschienen, und er selber waren über den Erfolg erstaunt, sondern auch die Medien – Erich von Däniken wurde ein gefragter Gast im Fernsehen und am Radio. Ein Star der Literatur.

Auch wenn der Autor, wie er dann und wann mal sagte, damals überzeugt war, dass sein Werk erfolgreich würde. Aber so?

VIDEO: Grenzwissenschaft Classics, Folge 52: Erich von Däniken als "Astrologiegast" im TV-Interview 1977 (Bild: Screenshot YouTube)
VIDEO: Grenzwissenschaft Classics, Folge 52: Erich von Däniken als „Astrologiegast“ im TV-Interview 1977 (Bild: Screenshot YouTube)

Immer wieder „zerrte“ man von Däniken gerne vor die Kameras der Fernsehanstalten. Hierbei unterlegte man seine dort vorgetragenen Aussagen und Argumente meist mit der Einblendung „Erich von Däniken, UFO-Forscher“ oder ähnlich. Er war jedoch nie ein „UFO-Forscher“. Auch jetzt, nach seinem Tot, flutet genau diese Bezeichnung die Nachrufe, Meldungen und Berichte.

Doch tatsächlich hat es sich bei der gesamten Idee der Prä-Astronautik (auch Paläo-SETI), der Suche nach außerirdischer Intelligenz in der Vorzeit, etwas anders. Denn mit der UFOlogie hat das Thema eigentlich nicht allzu viel gemein. Oder besser gesagt mit der UFO-Forschung im eigentlichen Sinne an sich.

„Buch der Verdammten“

Die Themen seiner Bücher spielen weit in der Vergangenheit und handeln nicht von den UFOs der Jetzt-Zeit. Obwohl sich das in einigen vor allem neueren Büchern wie etwa „Was ich jahrzehntelang verschwiegen habe„* (2015) änderte. Ebenso, und das wird offensichtlich oft übersehen, schon in seinem Erfolgstitel „Der Götterschock„* (1992). Bereits hier widmete er sich auch recht umfassend den UFOs. Im speziellen den UFO-Entführungen.

Auch wenn EvD schon vor seinem Buch „Erinnerungen an die Zukunft„* in Zeitungen und Magazinen Artikel und Aufsätze veröffentlichte, in denen er seine Ideen und Thesen darlegte, so ist von Däniken sicher nicht der erste und zu der Zeit in den 60ger und 70ger Jahren einzige Autor des Gebietes gewesen.

Charles Fort, 1920 (Bild: gemeinfrei)
Charles Fort, 1920 (Bild: gemeinfrei)

Schon der „Kult-Phänomene-Autor“ Charles Fort, der bereits am 3. Mai 1932 verstarb und der vor allem durch sein Buch „The Book of the Dammed„* im Jahre 1919 Berühmtheit erlangte, vertrat die Meinung, dass es nicht ausgeschlossen ist, dass die Erde von Wesen aus dem All besucht wird.

Fort warf seinen Mitmenschen, vor allen jenen, die sich der Wissenschaft angehörig fühlten, in seinen Büchern vor, die seien „blind“ gegenüber den wahren Tatsachen der Welt des Unerklärlichen. Jedoch kann man Fort keinesfalls als eine Art Erfinder dieser Ideen bezeichnen, der diese in seinen Büchern vertrat. Es war eher so was wie eine „Rand-Idee“ oder Notiz in seinem Arbeiten.

Doch genauso verfasst auch Erich von Däniken seine Bücher. Denn auch er warf der Wissenschaft vor, die Idee der Prä-Astronautik mehr oder minder zu ignorieren. In seinen unzähligen Vorträgen in aller Welt und seinen ebenso unzähligen erfolgreichen TV-Dokumentationen und -Auftritten tat er dies ebenso.

Als die Ancient Aliens noch von der Venus kamen

In den 1960ger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es eine Reihe von Autoren, die die Idee verfolgten, die Menschen seien einstmals von Außerirdischen – den „Götter“ – besucht worden. Vor allem der Franzose Robert Charroux ist hier an erster Stelle zu nennen, der eine ganze Reihe, ebenfalls bis heute erhältlicher, Bücher verfasste.

Auch Charroux vertrat in seinem 1965 erscheinenden Buch „Le Livre des Secrets Trahis“ (Paris), das heute unter dem Titel „Verratene Geheimnisse„* (1967) bekannt ist, und dem zahlreiche Bücher folgten, die Idee des Besuches von Außerirdischen auf der Erde. Sehr oft schrieb Charroux in seinen Veröffentlichungen auch, dass diese Alien-Götter von der Venus zur Erde kamen. Heute eher eine Idee über die man schmunzeln mag.

Die Charroux-Bücher „Verratene Geheimnisse“ oder auch „Phantastische Vergangenheit„* von 1966, das in Paris bereits 1963 erschien, finden sich auch im Quellennachweis von von Dänikens erstem Buch wieder. Und es waren nach Dänikens Erstling übrigens die ersten Bücher, die ich danach 1989 las.

"Das Rätsel der Anden"
„Das Rätsel der Anden“

Während Charroux in seinen Büchern oftmals zusammenhanglos kuriose Storys und UFO-Geschichten präsentierte, versuchte von Däniken bis heute eine klare Linie einzuhalten. Doch (fast) alles, was bis heute der Paläo-SETI-Literatur als „groß“ gefeiert wird, entstammt dieser Geburtsstunde der Astronautengötter. Sowie Autoren der damaligen UdSSR. Dazu später.

Pioniere

So finden wir in den ersten Büchern von Charroux bereits jene Themen, die als Themen von Erich von Däniken gelten: Henoch und seine Reisen ins All, Pyramiden, die Bundeslade als technisches Gerät, vorzeitlicher Atomkrieg, die Karte des Piri Reis und natürlich Ezechiel und sein Raumfahrzeug.

Sogar ein ganzes Buch über „Das Rätsel der Anden„* folgte später von Charroux, in dem es sehr umfangreich auch um die Steine von Ica und die Hochebene von Nazca geht. Jene Region in Peru, in dem sich die faszinierenden und riesigen Scharrbilder, Linien und Pisten in der Wüste befinden.

Wie es zum „Mythos Nazca“ im Zusammenhang mit Außerirdischen der Antike kam, habe ich 2020 in meinem Buch „Nazca und der ‚Flughafen der Außerirdischen‘: Auf der Suche nach dem Mythos vom ‚UFO-Flugplatz in Peru‘„* umfangreich dargelegt. Das von der „Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI“ (A.A.S.) herausgegeben wurde. Genau jener Organisation rund um von Däniken, die sich der Prä-Astronautik widmend.

Doch noch vor und auch während der Zeit Charroux gab es Autoren, die die Idee der Vorzeitraumfahrer formulierten.

So etwa das Autorenduo Jacques Bergier und Louis Pauwels, vor allem bekannt durch ihr Buch „Aufbruch ins dritte Jahrtausend“ von 1962, die in ihrem Buch „Gurdjew, der Magier“* (1954) prä-astronautische Aspekte schildern. Vor allem diese beiden Autoren gelten immer wieder als die „Vorgänger“ oder „Wegbereiter“ für Erich von Däniken.

Aliens der Venus

Und die übliche Art, Felsbilder als Astronauten-Darstellungen zu deuten, wurde von dem sowjetischen Forscher Modest Agrest bereist 1961 in einigen Artikeln benutzt, in denen er sich der Bilder der Sahara annahm, die als „Marsgott“ bekannt sind. Agrest spekulierte auch, die aus Steinen von rund 1.000 Tonnen Gewicht errichtete Tempelplattfom von Baalbeck, Libanon, sei eine Startrampe für Raumschiffe gewesen. Oder auch, Sodom und Gomorrha seien durch eine Atombombe vernichtet worden.

Vieles, was bis heute in der Welt der Ancient Aliens diskutiert wird, stammt von ihm! Hinzu kommt die Prä-Astronautik-Legende Alexander Kasanzew aus der früheren UdSSR, der bis heute diskutierte Themen zu Raumfahrt im Altertum publizierte.

Erich von Däniken verstorben: Der internationale Bestsellerautor starb mit 90 Jahren (Bilder: E. v. Däniken / Montage: Fischinger)
Erich von Däniken verstorben: Der internationale Bestsellerautor starb mit 90 Jahren (Bilder: E. v. Däniken / Montage: Fischinger)

Von Däniken war einer der wenigen Autoren neben dem Urgestein Peter Krassa aus Österreich, die einst den mühsamen Weg nach Moskau aufnahmen, um persönlich mit diesem verkannten Pionier und Ideengeben zu sprechen.

Der Franzose Charroux behaupte wiederum in seinen Veröffentlichungen energisch, dass die Götter, also die Ancient Aliens, vom Planeten Venus kamen. Sehr viel, über das die sogenannten „Anhänger der Prä-Astronautik“ bis heute spekulieren, stammt sogar aus der Feder von Charroux. Oder wurde von ihm erstmals detaillierter publiziert. Die „Autoren-Übergänge“ sind oftmals allerdings fließend!

So finden wir bereits bei Charroux beispielsweise die Klassiker das „Raumschiff des Propheten Ezechiel“ aus der Bibel oder die Bundeslade des Moses beim Exodus als elektrischer Kondensator.

Hier ein weiteres Beispiel in einem Mystery Files-Video.

Denn: Überall auf der Welt sah der Franzose in Bildnissen und Mythen Venusianer, die einst die Götter auf Erden waren. Und hier liegt durchaus eine Verbindung zum frühen UFO-Phänomen vor.

UFOs, Aliens, Götter und ein „UFO-Prophet“

Die 50ger Jahre des letzten Jahrhunderts – vor allem das Jahr 1947 – sind die „Flegeljahre“ der UFOs. Auch wenn, und dies soll an dieser Stelle nicht näher vertieft werden, lange vor dem II. Weltkrieg „unerklärliche Lichter“ oder auch „Phantomraketen“ am Himmel gesehen wurden, so sind doch die klassischen fliegenden Untertassen eine Erfindung der 50ger. Eigentlich schon Jahrhunderte vorher …

UFOlogen der Neuzeit haben unlängst eine richtige „Evolution“ des Phänomens der klassischen UFOs nachgewiesen. So waren es erst die Scheiben am Himmel, dazu gesellten sich Landungen, Begegnungen mit Piloten, Kontakte mit Aliens, Abstürze, Entführungen, Kornkreise und in einem gewissen Grade auch die Prä-Astronautik.

Das UFO-Phänomen - Mindestens Jahrhunderte alt (Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)
Artikel: Das UFO-Phänomen – Mindestens Jahrhunderte alt (Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)

Nur einige Zeit nach dem Bekanntwerden der ersten UFO-Meldungen (vor allem in den USA), betraten die ersten „Kontaktler“ die Bühne des Unerklärlichen. Ihnen war eine Story über eine ordinäre Sichtung eines UFOs zu langweilig. Sie gaben an, die Piloten der Scheiben haben sie persönlich angesprochen. Ja, sie seien sogar mit den UFOs in das All geflogen und stünden in „medialen“ (sprich: geistigen) Kontakt mit den Wesen der Sterne.

Eine exakte Analyse dieser ersten Berichte* belegt, dass schon die ersten Kontaktler die Idee vertraten, die Aliens seien schon „ewig“ auf Erden. Viele sprachen auch davon, so etwa und vor allem der „UFO-Prophet“ George Adamski aus den USA, dass die Kosmischen von der „Schwester der Erde“, der Venus, kommen. Eine heute irrwitzig anmutende Idee. Adamski veröffentlichte dazu eine ganze Reihe Bücher.

Däniken wer?

Kontaktler Adamski, eindeutig der Welt der UFOs zuzuordnen und der sich später gar Professor nennen ließ, schrieb bereits 1953 in seinem mit Desmond Leslie geschriebenen noch heute erhältlichen Klassiker „Flying Soucers have landed„* („Fliegende Untertassen sind gelandet„*) von den heute legendären Vimana der indischen Texte. Auch über den den Bibelbericht des Ezechiel, dessen „Vision“ als UFO oder eine Art „kosmische Macht“ gedeutet werden.

Diese Vimana und der Prophet Ezechiel wiederum finden sich auch in den ersten Büchern der Paläo-SETI wieder. Auch hat der UFO-Kontaktler Hunt Williamson bei einer Tournee 1958 durch Europa von den Linien auf der Ebene von Nazca, Peru, gesprochen, die er mit Aliens in Verbindung bringt.

All diese Bücher, egal ob von Williamson oder Adamski und viele, viele mehr, erschienen in deutsch in großen Teilen beim Ventla Verlag in Wiesbaden. Werke, die heute eigentlich „kult“ sind! Und dieser Verlag gehörte der „Deutschen UFO/IFO-Studiengesellschaft“ (DUIST), die auch über Jahrzehnte die Zeitung „UFO-Nachrichten“ herausbrachte. Eine Gruppe, über die man endlos berichten könnte (mehr in dem Buch „UFO-Sekten„*).

Doch diese DUIST veranstalte auch große Kongresse zum Thema Fliegende Untertassen. Oder, denn so und ähnlich wurden sie auch gerne genannt, „Interplanetarische Weltraumschiffe“, die sie von der Venus und Mars gekommen wären. Und 1967 fand der „7. internationale Weltkongress der UFO-Forscher“ in Mainz statt. Organisiert von DUSIT bzw. dem Ventla-Verlag.

„Erhielten unsere Vorfahren Besuch aus dem Weltall?“

VIDEO: Kuriose FBI-Akte über Nikola Tesla: Angeblich kam er von der Venus! Über verrückte Aussagen über UFOs und Aliens aus den Anfängen der UFO-Zeit (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Kuriose FBI-Akte über Nikola Tesla: Angeblich kam er von der Venus! Über verrückte Aussagen über UFOs und Aliens aus den Anfängen der UFO-Zeit (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Dort hier damals auch der noch vollkommen unbekannte Erich von Däniken einen Vortrag vor großem, internationalen Publikum. Sein Titel war eine klare Aussage: „Erhielten unsere Vorfahren Besuch aus dem Weltall? Eine Analyse prä-historischer Unmöglichkeiten?“ Heute ein spannendes Zeitdokument, da erst einige Monate später sein Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ erschien und ihn schlagartig weltberühmt machte.

Er wies am Ende seinen Vortrages 1967 bereits auf das kommenden Buch hin. Und stellte bis heute aktuelle Themen der Astronautengötter-Idee vor. Übrigens auch uralte Keilschriften aus Mesopotamien, die erst durch einen späteren Prä-Astronatik-Autoren weit bekannt wurden. Und doch schon Jahre vorher von keinem geringeren als den legendären Astronomen Carl Sagan in einem Buch mit I. S. Shklovskii vorgestellt wurden.

In „Intelligent Life in the Universe„* plädierte der bis heute hoch angesehene Astronom schon 1966 dafür, Spuren der Vergangenheit nach eventuellen Hinweisen auf Außerirdische zu betrachten. Inklusive Themen, die den „verrückten Däniken-Leuten“ zugesprochen werden. Selbst entsprechende Fotos und Bilder finden sich bereits in diesem Werk.

Mehr dazu erfahrt Ihr jedoch in diesem Mystery Files-Video.

„Aliens in der Bibel“

Der bis heute sehr bekannt UFO-Forscher Dr. Jacques Vallée berichtete schon 1964/5 in seinem Buch „Anatomy of a Penomenon„*, dass der UFO-Forscher Brinsley Le Poer Trench 1959 in seinem Buch „The Sky People„* davon schrieb, dass Trench der Ansicht ist, die Engel der Bibel waren in Wahrheit Außerirdische.

Eine Überlegung oder Spekulation, die heute zweifellos zum Einmaleins der Welt er Götter aus dem All gehört. Vor allem unlängst auch in Zusammenhang mit den jüdlisch-christlichen Büchern des Henoch, die nicht in der Bibel zu finden sind.

Die bis heute detaillierteste Analyse und Betrachtung in genau diesem Zusammenhang erschien allerdings erst 2015 mit meinem Buch „Rebellion der Astronautenwächter„! Bis dato war dies immer nur ein Thema von verschiedenen Mysterien in diversen Büchern. Oder wurde nur oberflächlich und an Beispielen diskutiert.

VIDEO: Interview mit Erich von Däniken - Außerirdische Götter und die Religionen (Bilder: gemeinfrei & Fischinger-Online)
VIDEO: Interview mit Erich von Däniken – Außerirdische Götter und die Religionen (Bilder: gemeinfrei & Fischinger-Online)

Vor allem der bereits erwähnte Prä-Astronautik-Forscher Peter Krassa ist in diesem Zusammenhang zu nennen. Er nahm sich der biblischen Rätsel in seiner Gesamtheit bereits 1974 in seinem bis heute erhältlichen (erweiterten) Buch „Gott kam von den Sternen„* an. Damit ist das Werk von Pionier Krassa ein nicht zu unterschätzender Klassiker der Geschichte der Ancient Aliens.

Ergänzt und thematisch erweitert wurde die Idee der „Bibel-Aliens“ übrigens 1998 durch mein Buch „Götter der Sterne„*.

Pioniere des Unfassbaren

Die Idee von Trenchs „biblischen Aliens“ wurde 1962 von Paul Misraki übernommen. Misraki erweiterte diese dahingehend erweiterte, dass auch die Erscheinung der Mutter Gottes in Fatimá in Portugal im Jahre 1917 in Wahrheit auf Außerirdische zurückzuführen sei.

Tatsächlich gilt bis heute der verstorbene UFO-Forscher Johannes Fiebag als erster, der diese These über Fatimá in einem Buch schon 1986 vertrat. Jedoch hat auch der berühmte UFOloge John A. Keel, der bereits 1965 Ezechiel als UFO-Zeugen nannte, in seinem Buch „Operation Trojan Horse„* die Ereignisse von Fatimá in der UFO-Welt 1968 bekannt gemacht.

Der leider viel zu früh verstorbene Autor und UFO-Forscher Fiebag (er schrieb auch das Vorwort zu „Götter der Sterne“) machte diese Idee allerdings im deutschen Sprachraum weit bekannt. Nicht nur in verschiedenen Büchern – auch zusammen mit seinem Bruder Peter Fiebag -, sondern auch in den Medien. In der Historie der Entwicklung der Prä-Astronautik ist er nicht wegzudenken!

Der Schriftsteller Peter Kolosimo ist ebenfalls als einer der ersten zu nennen, die über die Paläo-SETI schrieben. „Schatten auf den Sternen„* (1966) „Sie kamen von einem anderen Stern„* (1968), „Viel Dinge zwischen Himmel und Erde„* (1969) oder „Woher wir kommen“ (1964) waren Titel aus seiner Feder. Auch Karl F. Kohlenberg widmete sich ab 1970 sehr umfangreich diesen Ideen, blieb aber wenig bekannt.

Elisabeth von Däniken im Interview (Bild: A. Kirchner / E.v. Däniken)
Elisabeth von Däniken im Interview über ihr Leben mit ihrem Mann Erich (Bild: A. Kirchner / E.v. Däniken)

Einer der fleißigsten Autoren der frühen Prä-Astronautik war der in Deutschland wenig bekannte Walter Raymond Drake, der bereits 1961 sein Buch „Spaceman in antiquity (Sunderland)“ vorlegte.

Dieser Arbeit folgten noch rund zehn weitere Bücher mit aussagekräftigen Titeln wie „Gods or Spaceman?“ (1964), „Gods and spacemen in the ancient east“ (1968) oder auch „Ancient secrets of mysterious America“ (1972). Bis 1980 legte Drake insgesamt fünf Titel aus seiner Reihe „Gods an spacemen“ vor, die sich von Israel über Griechenland und Rom bis zum alten Amerika und Indien erstreckten.

Raymond Drake ist trotz seiner zahlreichen Bücher ein eher unbekannter Paläo-SETI-Schriftsteller der „ersten Stunde“. Außer natürlich bei „alten Hasen“ oder „Insidern“.

Die goldenen Jahren der Prä-Astronautik

Die Zeit von den 1970gern bis 1980gern Jahre war die Sternstunde der Idee der Prä-Astronautik. Auch Drake veröffentlichte damals jährlich ein Buch. Erich von Däniken schrieb seine erfolgreichsten Titel wie beispielsweise „Beweise„* (1977), „Aussaat und Kosmos„* (1972) oder auch „Prophet der Vergangenheit„* (1979) und in den USA sprach man von einer ausgebrochenen „Dänikitis“.

EvD bestimmte die Bestsellerlisten. Nach der englischen Übersetzung des ersten Buches von 1968 als „Chariots of the Gods?“ gab es kein halten mehr. Das zeigte sich schon an seinem Folgebuch „Zurück zu den Sternen“ ein Jahr später. Und obwohl sein Erstling durchaus inzwischen als steinalt bezeichnet werden kann, ist es noch immer ein Renner.

Allein bei amazon hat  beispielsweise die aktuelle englische Ausgabe rund 11.000 Rezensionen. Warum – darauf komme ich zurück.

Es ist eben: Der Klassiker. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Und damit die Geburtsstunde der Idee der Astronauten der Antike. Und für viele Menschen sicher auch das erste Däniken-Buch. Was auch für mich 1989 gilt.

Video-Interview von "Hangar18B" mit Ramon Zürcher, Freund und rechte Hand von Erich von Däniken (Bild: YouTube-Screenshot "Hangar18B")
Video-Interview von „Hangar18B“ mit Ramon Zürcher, Freund und rechte Hand von Erich von Däniken (Bild: YouTube-Screenshot „Hangar18B“)

Diese Zeit war auch die Geburtsstunde der „Ancient Astronaut Society“ (AAS), die 1973 durch G. M. Phillips gegründet wurde und heute „Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI“ (A.A.S.) heißt und Tagungen und Reisen zu den Stätten der Götter in aller Welt organisiert. Seit 1988 erscheinen von der A.A.S. auch Sammelbände im Goldmann Verlag bzw. heute im KOPP Verlag. Als Herausgeber fungierte hier von Däniken.

Ähnliches erschien aber schon zum Beispiel 1979 mit „Neue Beweise der Prä-Astronautik“. Ein Sammelband von Vorträgen der AAS von 1979 im Moeweig Verlag. Oder 1985 der Sammelband „Aus den Tiefen des Alls„, das Peter und Johannes Fiebag herausgaben. Heute ist das Buch ebenso fast vergessen.

Auch Autoren wie der bekannte Schriftsteller Charles Berlitz, der vor allem 1974 durch seine Bücher „The Bermuda Triangle„* oder auch „The Mysterie of Atlantis„* berühmt wurde und weltweit mit seinen zahlreichen Büchern Millionenauflagen erreichte, schwammen auf der Welle des öffentlichen Interesses an Themen des Unerklärlichen mit.

Berlitz, ein Autor, der in einer Reihe seiner Bücher zusammenhanglos auch über die Ancient Aliens-Idee schrieb, kann jedoch nicht als Autor dieses Gebietes bezeichnet werden. Er schrieb buchstäblich über alles, was auch nur annähernd rätselhaft erscheint.

Im Jahre 1972 betrat auch der Mystery-Schriftsteller Johannes von Buttlar die Bühne der „Populärwissenschaft“, der bis heute Millionen Bücher weltweit verkaufte. Berühmt wurde damals auch Ernst von Kuhon, der 1970 den ersten Sammelband zur These Erich von Dänikens herausgab, in dem Wissenschaftler über die Ancient Aliens diskutierten.

Dr. h. c. Erich von Däniken

Interview mit Erich von Däniken (BILD: L. A. Fischinger)
VIDEO: Interview mit Erich von Däniken – von Lars A. Fischinger 2015 (Bild: L. A. Fischinger)

Erich von Däniken hatte in dieser Zeit kaum mehr ein Privatleben. Er schrieb, reiste und hielt einen Vortrag nach den anderen in aller Welt. Im Jahre 1975 bekam EvD in Bolivien den Ehrendoktortitel (Dr. h.c.) verliehen sowie die Ehrenbürgerschaft der peruanischen Stadt Ica (s. a. HIER). Ica wiederum ist fester Bestandteil der Paläo-SETI-Welt. Auch Ehrenbürger der Stadt Nazca wurde von Däniken.

Robert Charroux berichtete 1974 in seinem Buch „L’énigme des Andes – Le Pistes de Nazca, La bibliothèque des Atlantes“ („Das Rätsel der Anden„*) voller Begeisterung von den Funden kleiner und großer „Ica-Steine“. Sie zeigen in ihren Gravuren eine Welt, in der Menschen und Saurier gemeinsam lebten

Auch von Däniken greift in seinem Buch „Beweise“ dieses Thema auf, beweist aber eine wesentlich vorsichtigere Betrachtung der „Steine von Ica“, wie man sie heute nennt.

In der heutigen Welt der Prä-Astronautik spielen diese Objekte kaum mehr eine Rolle. Währen die meisten sich mit der Bezeichnung „etabliert“ bürstenden Forscher die Gravuren der Steine immer schon als Fälschung ansahen, gewichten heute die Beweise für einen Schwindel mehr denn je. Auch wenn niemand echte Objekte abstreiten will, distanziert man sich doch von diesen Stücken.

Jedoch hat bereits Erich von Däniken in „Beweise“ vor Jahrzehnten geschrieben, dass es indianische Fälscher gibt. Mehr dazu in diesem Mystery Files-Video eines Vortrages, den ich 2020 bei der genannten A.A.S. hielt.

Das „Raumschiff des Ezechiel“

"Da tat sich der Himmel auf" - Das Raumschiff des Ezechiel nach Josef F. Blumrich
„Da tat sich der Himmel auf“ – von Josef F. Blumrich

1973 erschien nach „Erinnerungen an die Zukunft“ der erste unbestreitbare Klassiker der Paläo-SETI-Literatur.

Der Ex-NASA-Ingenieur Josef F. Blumrich bestätigte 1973 seiner Meinung nach in dem Buch „Da tat sich der Himmel auf„* die Idee, dass der biblische Prophet Ezechiel ein Raumschiff gesehen hat. Blumrich, der immer wieder angab, er habe mit seiner Arbeit eigentlich versucht, von Däniken zu widerlegen, da er unzweifelhaft Kenner von Raumfahrzeugen sei, rekonstruierte in seinem Buch das, was Ezechiel vor Jahrtausenden mutmaßlich gesehen habe.

Schnell wurde diese Veröffentlichung „The Spaceships of Ezekiel„*, die ja die Spekulationen der anderen Autoren in wissenschaftlichem Licht erscheinen ließen, von anderen Schriftstellern übernommen. Die Arbeit von Josef F. Blumrich ist bis heute fester Teil der Prä-Astronautik.

Ebenso ist die über zehn Jahre nach Blumrichs Buch erscheinende Arbeit des deutschen Ingenieurs Hans Herbert Beier „Kronzeuge Ezechiel„*, in der Beier den „Tempel“ des Propheten rekonstruiert und zu dem Ergebnis kommt, dieses Gebäude sei eine Wartungsbasis gewesen. Heute auch ein Klassiker.

Obwohl nach meinem Gefühl das doch sehr trockene Buch von 1985 nicht wirklich viele gelesen haben oder auch nur kennen. Wenn man von „Geheimtopp“ innerhalb der Paläo-SETI sprechen kann , dann von dem Buch von Hans Herbert Beier (und Lutz Gentes, weiter unten mehr). Bekannt ist aber fraglos das Ergebnis des Buches: Der Tempel des Propheten als Alien-Landebasis für das „Raumschiff des Ezechiel“.

Im Fahrwasser des Däniken-Erfolges folgten damals bis heute tausende Bücher und TV-Sendungen. Doch wenige kann man hierbei als „Klassiker“ bezeichnen. Blumrich führt mit seinem 1. Buch diese Liste meiner Meinung nach an.

Früher Gegenwind

Für Bibelforscher und Theologen oder allgemein Bibelgläubige noch mehr „Teufelszeug“, als es ohnehin schon die Idee der Raumfahrt im Altertum sei. Auch „Anti-Bücher“ erschienen in jenen Jahren. Die verständlicherweise so gut wie keinerlei Erfolg auf dem Markt hatten und heute wohl niemand wirklich kennt.

Das letzte Interview (1998) mit Josef F. Blumrich - dem Vater des Raumschiffs des Ezechiel: "Meine Ansicht ist unverändert." 8Bild: J. F. Blumrich / Montage: L. A. Fischinger)
Das letzte Interview (1998) mit Josef F. Blumrich: „Meine Ansicht ist unverändert.“ (Bild: J. F. Blumrich / Montage: L. A. Fischinger)

Zum Beispiel 1979 „Sind wir Astronautenkinder?“ von Karl-Heinz Bernhardt oder schon 1971 „Die Däniken-Story“ von Gilbert Bourquin und Sergius Golowin. Letzterer veröffentlichte schon 1967 (also vor von Dänikens 1. Buch) sein Buch „Götter der Atom-Zeit“, das aktualisiert in späteren Jahren neu aufgelegt wurde. „Moderne Sagenbildung um Raumschiffe und Sternenmenschen„* war der vielsagende Untertitel des „Anti-Buches“.

Und das „Schweizerische Katholische Bibelwerk“ veröffentlichte schon 1970 „Zurück von den Sternen“ von Othmar Keel-Leu als Teil der Reihe „Biblische Beiträge“ (Bd. 7). Immerhin griff von Däniken mit seinen Werken klar die katholischen Gottesbilder an. 1970 erschien auch das Anti-Werk „Geschäfte mit der Phantasie„* von Pieter Coll. „Warum es keinen Raumflug vor Jahrtausenden gab“, wollte er darin darlegen.

Ähnlich wie schon Gerhard Gadow, der um 1969 in verschiedenen Versionen und Ausgaben „Erinnerungen an die Wirklichkeit“ veröffentlichte. Seine entsprechenden Broschüren und nach kleinen Taschenbücher unter dem Titel gelten als die Kritik an von Däniken. Auch wenn es weitere, hier nicht genannte, „Gegen-Bücher“ gab.

Anders das vollkommene vergessene Buch „Und sie waren doch da“ von „Prof. Wilhelm Selhus“, das 1975 erschien. In Wahrheit war es eine bissige Satire des Autors Wilhelm Sandermann auf die Thesen von Erich von Däniken, die der unbedarfte Leser fraglos nicht sofort als solche erkannte. „Wissenschaftliche Beweise für den Besuch aus dem All“, so der Untertitel, waren ironisch-satirische Erfindungen und bissige Phantasie. Er wollte die Idee schlicht als Unsinn veralbern.

Erich von Däniken: "Notizen aus meinem Leben - sein letztes Buch " (Bilder Kopp Verlag)
Erich von Däniken: „Notizen aus meinem Leben“ – sein letztes Buch (Bilder: Kopp Verlag)

2023 erschien übrigens ein Buch mit dem gleichen Titel „Und sie waren doch da!„* von EvD selber. Mit dem Untertitel „Die ultimativen Belege für den Besuch von Außerirdischen“ – schon ein Art „Funfakt“ in diesem Kontext (auch das Prä-Astronautik-Buch von dem Autoren Preben Hanssson* trug 1990 denselben Titel).

Eine UFO-Sekte

Zu Blumrich seiner Veröffentlichung und Deutung sei weiter gesagt, dass auch die fragwürdige UFO-Szene sein Buch sehr gerne aufnahm. Besonders am Beispiel der UFO-Sekte RAEL-Bewegung ist dies leider zu erkennen.

So veröffentlichte der Guru RAEL (= Claude Vorilhon) im Jahre 1974 in Frankreich seine angeblich von Aliens diktierte Neuinterpretation der Bibel, die von prä-astronautischen Thesen nur so wimmelt. In „Le livre qui dit la verite“ (deutsch: „Das Buch, das die Wahrheit sagt“, 1985) beschreibt sich RAEL als eine Art von den Astronautengötter persönlich berufender Sprecher für diese. Auch Ezechiel wird natürlich umfangreich rezitiert.

Die gesamte wirre Welt dieser UFO-Sekte, die bis heute aktiv existiert, baut vollständig auf der Prä-Astronautik auf.

Götter vom Sirius und Nahrungsmittel von Außerirdischen

Ein weiterer Klassiker erschien 1976 in Großbritannien: „Das Sirius-Rätsel„* von Robert K. G. Temple. Temple schildert in seinem umfassenden Buch die religiöse Welt eines afrikanischen Stammes, der Dogon in Mali, die vom Sirius-System berichten.

Manna-Machine
Die angebliche „Manna-Maschine“ (Bild: W.-J. Langbein)

Und dabei offenbar ein Wissen haben, das modernen Kenntnissen der Astronomie entspricht. Die Dogon selber, so weiter, geben an, dieses Wissen sei von fremden Wesen übermittelt worden. Sprich: von Außerirdischen.

Das bis heute viel beachtete Buch, dem 1998 ein zweiter Band folgte, ist meiner Meinung nach einer der modernen Prä-Astronautik-Klassiker schlechthin.

Tatsächlich ist bis heute umstritten, woher die Dogon ihr Wissen haben, oder aber, ob sie überhaupt ein solches Wissen hatten! All dies wurde ausgelöst durch den Bericht von zwei Völkerkundlern, die über Jahre hinweg bei dem Stamm in Mali lebten. In zahllosen Artikeln der letzten Jahre wurde ein Für und Wider gegeneinander abgewogen, wobei immer letzte Fragen blieben.

Drei Jahre später, 1979, erschien ein erneutes „Kult-Buch“ der Prä-Astronautik im deutschen Moewig Verlag: Die Naturwissenschaftler George Sassoon und Rodney Dale beschreiben in ihrem umfangreichen Buch „Die Manna Maschine„*, dass das Nahrungsmittel Manna, das die Hebräer beim Exodus laut Bibel 40 Jahre lang aßen, in Wahrheit eine künstliche Algennahrung war, die von einer atomgetriebenen Maschine hergestellt wurde. Herkunft: Außerirdisch. Schnell wurde diese Arbeit von anderen Autoren aufgegriffen und zitiert.

„Es eröffnet sich eine ungeheuerliche Welt“, schrieb Erich von Däniken im Vorwort zur deutschen Ausgabe des Buches. Auch „Die Manna Maschine“ gilt als ein Klassiker der Ancient Aliens-Literatur und ist noch heute zu bekommen. Verschiedentlich wurde diese mutmaßliche Maschine auch mit der Bundeslade in Zusammenhang gebracht. Etwa, dass in der Bundeslade Teile der Maschine beim Exodus transportiert wurden etc.

Anunnaki, Nibiru und ein Mythos

Im gleichen Jahr wie „Die Manna Maschine“ erschien in deutsch auch das bereist 1976 in den USA erscheinende Buch „Der zwölfte Planet„* von Zecharia Sitchin. Diesem Buch folgten eine ganze Reihe umfangreicher weiterer Bücher.

Zecharia Sitchin sein erstes Buch von 1976
Zecharia Sitchin sein 1. Buch von 1976/79 – Ursprung der Anunnaki in der Prä-Astronautik

In dem Klassiker „Der zwölfte Planet“ stellte Sitchin damals mit umfangreichen „Zitaten“ (oder solche, die es sein sollten) und angeblich eigenen Übersetzungen von Texten aus dem Nahen Osten die Spekulation an, dass es in unserem Sonnensystem einen zusätzlichen Planeten gibt.

Mehr noch, denn dessen Bewohner mit Namen Anunnaki haben nach seinen Ideen den Menschen erschaffen und die Welt immer wieder besucht. Auch hab der Heimatplanet Nibiru dieser Aliens zum Beispiel die Sintflut ausgelöst, als er sich wieder einmal der Erde bei seinem Umlauf um die Sonne nährte.

Bis zum heutigen Tag ist dieses heftig umstrittene Buch und seine zahlreichen Nachfolger fester Bestandteil der Prä-Astronautik. In meinem Buch „Die Akte 2012„* habe ich 2010 detailliert ausgeführt, dass diese Aussagen von Sitchin durch das Internet heute sogar vollkommen von seinen Büchern losgelöst ein regelrechtes Eigenleben führen. Immer wieder vermischt und fantasievoll angereichert.

Bis heute. Und es ist weit schlimmer geworden. Aber das ist ein anders Thema …

Ebenso wie seine Bücher gilt Zecharia Sitchin auch im Kreise der Paläo-SETI als heftig umstritten. So wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass die von ihm zitierten Texte gar nicht auffindbar bzw. seine Übersetzungen fern jeder Realität sind.

Besonders der Kern seiner Idee, dass ein Planet von außerhalb des Sonnensystems in unser System eindrang, planetare Katastrophen und Zerstörungen auslöste, die Erde schuf und noch heute in einem 3.600 Jahre dauernden, elliptischen Orbit (bewohnt!) um die Sonne kreist, gilt dabei als wissenschaftlicher Nonsens.

„Welten im Zusammenstoß“

Diese Thesen und Ideen, die Sitchin verbreitet, erinnern in starkem Maße an die Spekulationen des Autors Immanuel Velikovsky in seinem Bestseller „Welten im Zusammenstoß„* aus den 50ger und 60ger Jahren. Auch haben neue Forschungen der Astronomie ergeben, dass die These, unser Sonnensystem könnte einen 10ten Planeten besitzen, nicht ausgeschlossen werden kann.

„Der beste Beweis, dass Außerirdische auf der Erde waren?“ Von Anunnaki bis KI- und Wikipedia-Fake-News (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger)
Video: „Der beste Beweis, dass Außerirdische auf der Erde waren?“ Von Anunnaki bis KI- und Wikipedia-Fake-News (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger)

Doch daraus kann man nicht auf Sitchins Nibiru-Spekulationen schließen. Vielmehr wäre dieser eher ein Zwergplanet wie der Pluto.

Auch behauptet Sitchin natürlich auch, dass dieser Planet „Nibiru“ von intelligenten Aliens bewohnt sei. Dies ist in keinem Fall mit den Forschungsergebnissen der Astronomen zu vereinbaren. Zecharia Sitchin brüstet sich in seinen Büchern auch mit einem hoch spannenden Lebenslauf, und damit, dass er allerlei alte Sprache beherrsche.

Auch Johannes von Buttlar, der selbst in der „Szene“ oft als „Märchenbaron“ verschrien wird, hat um seine Person einen spannenden Lebenslauf gesponnen, der darin gipfelte, dass er sich einen Doktortitel kaufte. Von Buttlar konnte auch nachgewiesen werden, dass seine in seinen Büchern erwähnten Studien etc. nicht ganz der Wahrheit entsprechen.

Wie dem auch sei, an der Prä-Astronautik und den Göttern des Sitchin an sich ändert das im Kern nichts, wie ich es 2015 in dem Buch „Rebellion der Astronautenwächter“ belegen konnte.

Geburt der „Ancient Aliens-Szene“, wie wir sie kennen

Die Jahre um 1980 entwickelten sich zur Geburtsstunde der bekanntesten bzw. frühesten klassischen Autoren der Prä-Astronautik.

Auf den Spuren der Anunnaki
ARTIKEL von Lars A. Fischinger in 2 Teilen: Auf den Spuren der Anunnaki (Bild: Z. Sitchin / L.A. Fischinger)

Dr. Johannes Fiebag (damals noch ohne Dr.) veröffentlichte 1982 „Rätsel der Menschheit“, in dem er zugleich sehr umfangreich auch über Kryptozoologie und UFOs schrieb, Walter-Jörg Langbein legte 1980 „Astronautengötter„* vor, und gab der Prä-Astronautik ein bis heute benutztes Synonym (der Begriff Paläo-SETI wurde von Dr. Fiebag etabliert)

Peter Krassa, schon seit einigen Jahren als Autor aktiv, verfasst 1982 zusammen mit Reinhard Habeck den Klassiker „Licht für den Pharao“ und Johannes und Peter Fiebag gaben 1985 den oben erwähnten Sammelband „Aus den Tiefen des Alls“ heraus. Ulrich Dopatka veröffentlichte 1979 sogar ein „Lexikon der Prä-Astronautik“ und Ernst Meckelburg begann 1980 mit „Besucher aus der Zukunft“ seine Karriere als Schriftsteller aus dem PSI- und UFO-Bereich, der aber auch prä-astronautische Themen anschnitt.

Im damals im Bereich Prä-Astronautik sehr aktiven Moewig Verlag erschien 1979 der ersten Band der „Ancient Astronaut Society“ mit einer Sammlung der Vorträge beim 6. Weltkonferenz der AAS in München, der oben erwähnt wurde. Und im selben Jahr kam das genannten Buch „Der zwölfte Planet“ von Zecharia Sitchin mit seinen Anunnaki auf den Markt.

Die Zeit um das Jahr 1980 war folglich für die Entwicklung der „modernen Ancient Aliens“ maßgebliche Epoche. Der Einfluss auf Film und Kino wuchs fortan ebenso rasant.

Bis zum heutigen Tag folgten nach Erich von Dänikens erstem Buch zehntausende Bücher, Artikel, Aufsätze und Berichte über die Paläo-SETI. Unlängst natürlich vor allem online.

Auch eine Fernsehserie („Auf den Spuren der Allmächtigen“, Sat1) und zwei frühe Dokumentationen zu seinen ersten Büchern (Constantin Film und RTL) von und mit Erich von Däniken folgten. Ebenso ungezählte andere Fernsehreihen bzw. TV-Sendungen zum Thema. Gleiches gilt für Science Fiction aus Hollywood.

VIDEO: Exklusive Einblicke in das "Zentrum für Prä-Astronautik": Interview von Dominique Görlitz mit Ramon Zürcher - Sekretär und rechte Hand von Erich von Däniken (Bild: YouTube-Screenshot /NuoViso.tv)
VIDEO: Exklusive Einblicke in das „Zentrum für Prä-Astronautik“: Interview von Dominique Görlitz mit Ramon Zürcher – Sekretär und rechte Hand von Erich von Däniken (Bild: YouTube-Screenshot / NuoViso.tv)

Heute gibt es natürlich dazu auch aktuell die sehr erfolgreiche US-Serie „Ancient Aliens“ des History Channel, die auch im deutschen TV läuft. Sie „pushte“ das gesamte Thema vor allem in den USA erneut in gigantische Höhen (Video von mir dazu hier).

Ab ca. 1990 trat dann eine „neue Generation“ von Autoren in Erscheinung. Hartwig Hausdorf, Andreas von Rétyi und Luc Bürgin sind einige von ihnen, die bis heute aktiv sind. Wobei der Kollege Luc leider bereits (viel zu früh) verstarb und Andreas von Rétyi nicht die Astronauten aus dem All als Schwerpunkt hatte oder hat.

Dazu gehöre auch ich, da mein erster Artikel zu den Weltraumgöttern 1994 und mein erstes Buch 1996 erschien. Zuvor sogar in der Schülerzeitung. Und aktiv bin ja auch ich offensichtlich noch immer …

Somit ist Erich von Däniken fraglos der Vater der heutigen Prä-Astronautik. Um es erneut zu unterstreichen.

Die Götter aus dem All – nur Zombies?

Was aber hat sich seit den Anfängen in den 60ger und 70ger Jahren getan?

Da im Laufe der Jahrzehnte eine umfangreiche Palette an neuen Autoren und somit neuen Büchern kam, ist die Welt der Astronautengötter und vor allem ihren großen und kleinen Funde, Indizien, Interpretationen und Meinungen nicht mehr zu übersehen.

Harald Lesch im Interview 2002: "Erich von Däniken ist ein außerordentlich interessanter Ideengeber" (Bild: Screenshot ZDF/Lesch Kosmos)
Harald Lesch im Interview 2002: „Erich von Däniken ist ein außerordentlich interessanter Ideengeber“ (Bild: Screenshot ZDF/Lesch Kosmos)

Auch ich als „alter Hase“ vermag nicht jede Publikation detailliert zu kennen und jedes Indiz oder jede Spekulation zu kommentieren – sie ist mir unbekannt. Auch wenn ich mich rühmen darf, inzwischen ein riesiges Archiv dazu mein Eigenen zu nennen. (dennoch gibt es Spinner die meinen ich „kopiere“ EvD – kennen also meine Arbeit seit 3 Jahrzehnten nicht!)

Unbekannt vor allem deshalb, da heute jeder mit wenigen Klicks eine Spekulation online ins Internet stellen kann. Vor allem in Sachen Anunnaki und Nibiru hat sich da unlängst eine wilde Gemeinschaft gebildet, die nicht mehr viel mit Zecharia Sitchin als Urheber der Idee zu tun hat.

Doch die Veröffentlichungen der Paläo-SETI lassen klar erkennen, dass auch heute noch Themen wie Henoch, Ezechiel, Nazca, Sirius-Rätsel, Manna-Maschine, indische Texte, Pyramiden etc. hoch im Kurs stehen. Tatsächlich ist es aber auch so, dass in jeder Veröffentlichung, in dem sich Bekanntes findet, auch Unbekanntes einreiht.

So haben wir es in der Astronautengötter-Forschung eigentlich weit gebracht. Alte und falsche Thesen und Ideen werden fallen gelassen und neue Arbeiten werden gerne zitiert. Zumindest sollte es so sein – denn das ist ein Problem.

Kalter Kaffee für Zombies

Fraglos finden sich in ausnahmslos allen aktuellen Büchern der Prä-Astonautik Themen, die „alte Hasen“ schon teilweise seit Jahrzehnten kennen, „Zombies“, wie Skeptiker gerne spotten. Denn einzelne Spekulationen und Themen sind eben nicht tot zu bekommen.

Erich von Däniken und Lars A. Fischinger im Gespräch
Erich von Däniken und Lars A. Fischinger im Gespräch

Es gibt keine neuen „großen Sensationen“ mehr, die die Öffentlichkeit mitreißen, wie ich es auch in diesem Artikel vom August 2014 darlegte. Dazu kommt die „Generation Internet“, die fast keine teuren Bücher mehr liest und den Stoff rund um Mystery und Ancient Aliens kostenlos online haben möchte. Diesen Menschen sind sehr oft die alten Ideen zu den Astronautengöttern vollkommen unbekannt und wurden nur (meist stark verzerrt) im Internet aufgeschnappt.

Für sie ist es neu – für die älteren User kalter Kaffee für Zombies.

Langjährige Skeptiker sind hier sogar regelrecht gelangweilt, wenn solche für sie bekannte Mysterien wieder online erscheinen. Gelangweilt aber auch und vor allem deshalb, da viele Mysterien der Ancient Aliens einfach nur erneut publiziert werden. Auch in Büchern – selbst wenn sie überholt und sogar widerlegt sein sollten. Übrigens einer der Gründe warum ich „Rebellion der Astronautenwächter“ 2015 veröffentlichte.

Eben um zu zeigen, dass man in der Prä-Astronautik auch ohne bereits erschienene Bücher dieses Mystery-Bereiches arbeiten kann, aus denen man Zitate und/oder Quellen kopiert …

Beweise, Beweise, Beweise …?

Der ultimative Beweis für die Vorzeitastronauten ist bei Jahrzehnten des Forschens und Veröffentlichen immer noch nicht erbracht. Es gibt keinen Beweis, dass von Däniken & Co. recht haben. Leider.

Erich von Däniken im TV-Interview 1978 über die Manna-Maschine, die Bundeslade, Astronauten in der Bibel und seine Suche nach der Wahrheit
VIDEO: Erich von Däniken im TV-Interview 1978 über die Manna-Maschine, die Bundeslade, Astronauten in der Bibel und seine Suche nach der Wahrheit

In dem AAS-Buch „Neue Beweise der Prä-Astronautik“ von 1979 sprach EvD davon, dass er hofft, bis zum nächsten Treffen der AAS den unwiderlegbaren Beweis (eine Alien-Leiche sogar, sagte er) vorlegen zu können. Doch auch um diese angeblichen Leichen und andere angeblich außerirdische Mumien bzw. Körper (von damals) ist es ruhig geworden. Auch wenn online solche „Beweise“ praktisch jede Woche auftauchen.

Das interessante Thema der „Flugwagen in indischen Texten“ (Vimana), die beispielsweise der Autor Lutz Gentes 1996 in seinem Buch „Die Wirklichkeit der Götter„* umfassend diskutierte, beweist leider gar nichts. Obwohl, und das muss dick unterstrichen werden, sein Buch einer der Klassiker dazu überhaupt ist.

Oder sein sollte, da kaum jemand das Buch kennt oder las. Und es war hierbei nicht seine erste Arbeit in diese Richtung.

Wohl aber hat sich, nachdem der indische Sanskritgelehrte Professor Dr. Dileep Kumar Kanjilal in seiner umstrittenen(!) Veröffentlichung „Vimana in ancient India“ 1985 erstmals umfassender die religiösen Texte modern deutete, in den Jahren einiges an neuen und erstaunlichen Erkenntnissen ergeben.

So sind einige Aussagen in den Schriften unwiderlegbar mit modernen oder zukünftigen Waffen und deren Anwendung und Auswirkung vergleichbar. Doch ob dies nun wirklich so war, dass tatsächlich in den uralten Texten „göttliche UFOs“ etc. beschrieben werden, weiß man eben nicht.

Von Nazca zur Bibel

Tödliche Himmelfahrt des Propheten Henoch: Es gab angeblich abertausende Tote! (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger)
Tödliche Himmelfahrt des Propheten Henoch: Es gab angeblich abertausende Tote! (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger)

Auch die Hochebene von Nazca in Peru hat sich sei „Erinnerungen an die Zukunft“ nicht verändert. Auch sie liegt heute noch genauso fragend in Südamerika, wie sie es seit  Jahrtausenden tut. Die Interpretation, dass hier einstmals Außerirdische landeten, ist bis heute nicht bewiesen und gleichfalls nicht widerlegt. Aber ebenso wenig sind zahllose anderen Ideen der Prä-Astronautik widerlegt.

Niemand kann beweisen, dass Abraham, Henoch oder Elija nicht von Aliens ins All „entrückt“ wurden, dass die Hebräer nicht Manna aus einer außerirdischen Maschine speisten, dass Ezechiel Raumschiffe sah, dass die ungezählten Reliefs von „Göttern“ in Wahrheit Aliens zeigen oder auch, dass bestimmte Schilderungen von „fliegenden Wagen und Schilden am Himmel“, Feen, Zwergen und anderen Fabelwesen aus mittelalterlicher Zeit nicht auf das Einwirken außerirdischer Wesen hinweisen.

Tatsächlich hat sich in den letzten Jahren verstärkt die Paläo-SETI auch dem Mittelalter und der Welt der Sagen, Märchen und folkloristischen Mythen gewidmet. Hier finden sich Berichte, die Parallelen zum UFO-Phänomen belegen. Ich berichte darüber schon viele Jahre in Wort und Videobild. Doch ob es sich folgerichtig auch um Außerirdische handelt, kann niemand beweisen.

Prä-Astronautik ist Spekulation und auch ihr „Gründervater“ Erich von Däniken nennt und nannte sich immer wieder „Sonntagsforscher“ und erhob nie Anspruch ein Wissenschaftler zu sein. Er stellte Fragen, die er der Wissenschaft „an den Kopf warf“ – wie die anderen Autoren nach ihm. Vor allem tat er dies leicht und unterhaltsam lesbar für das breite Publikum.

"Knowing" mit Nicolas Cage: wie Hollywood die Prä-Astronautik und den Thronwagen des Ezechiel als Raumschiff ins Kino brachte (Bilder: J.F. Blumrich & Concorde Home Entertainment / Montage: Fischinger)
„Knowing“ mit Nicolas Cage: wie Hollywood die Prä-Astronautik und den Thronwagen des Ezechiel als Raumschiff ins Kino brachte (Bilder: J.F. Blumrich & Concorde Home Entertainment / Montage: Fischinger)

Dennoch sprach er im Laufe der Jahre immer wieder (und öfter) von „Beweisen“. Oder auch, dass er es beweisen könne. Er glaubte fest an die Spekulationen, über die er schrieb.

Auch müssen eigentlich nicht die Kritiker die Idee der Götter der Sterne widerlegen, sondern die Befürworter müssen diese beweisen. Das sollte jedem klar sein.

Die Zukunft der Prä-Astronautik* liegt also darin, worin sie schon vor vielen Jahren lag: in dem kontinuierlichen veröffentlichen neuer, kleiner Indizien und Funde sowie der wiederkehrenden Neudiskussion scheinbar verstaubter Themen. Und auch darin, dass die Aussagen der „Gegenseite“ – die Kritiker, Skeptiker und „Mainstream-Forscher“ – mehr beachtet werden.

Der echte Anfang?

Viele Worte, Daten, Namen und Buchtitel beim Blick auf die Entwicklung der Prä-Astronautik, Paläo-SETI, Ancient Aliens oder auch Astronautengötter. Und wer hat´s nun erfunden? Wie gesehen, nicht der Schweizer Erich von Däniken.

Niemand kann sagen wer eine Idee zuerst hatte. Aber wer diese zuerst veröffentlichte. Sehr früh waren es die aus der UdSSR stammenden Forscher, die zum Teil schon erwähnt wurden. Alexander Kasanzew und Dr. Wjatscheslaw Saizwew sind hier zu nennen.

Ein Mensch war es NICHT! Ezechiel der Endzeittempel und der himmlische Mann aus Erz (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger)
Video: Ein Mensch war es NICHT! Ezechiel der Endzeittempel und der himmlische Mann aus Erz (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger)

Vor allem aber auch der 2005 verstorbene Mathematiker Dr. Dr. Matest M. Agrest. Der sowjetische Prä-Astronautik-Pionier veröffentlichte 1961 den Artikel „Kosmonauten des Altertums“ (so eine deutsche Version der russischen Veröffentlichung), die als bahnbrechend und wegweisend angesehen werden muss. Sie kennt wohl niemand bzw. kein Laie. Und doch sind alle „großen Themen“ der Prä-Astronautik hierin enthalten und wurde oftmals kopiert.

Die Astronomie-Legende Carl Sagan spekulierte zum Beispiel auch 1963 in seinem Artikel „Direct contact among galactic civilizations by relativistic interstellar spaceflight“ in „Planetary and Space Science“ (vol. 11, No. 5/1963) ob Aliens im Altertum die Menschheit besuchten. Diese Erinnerung sei im Laufe der Zeit verwässert und verfälscht, so Sagan. Von dem auch die Romanvorlage des legendären Hollywood-Films „Contact“ von 1997 stammt.

Noch früher waren es die Raumfahrt-Pioniere Prof. Konstantin Ziolkowski sowie Nikolai Rynin. Sie spekulierten schon in den 1920er Jahren über außerirdische Kontakte in der Vergangenheit.

Es gibt also nicht den einen Begründer der Prä-Astronautik. Außer vielleicht Henoch. Immerhin berichten die Bücher, die seinen Namen tragen, konkret von dem Besuch von Außerirdischen auf der Erde, die darin beispielsweise „Wächter des Himmels“ genannt werden. Für Christen waren es „Engel“ … die ja auch nicht von der Erde stammen.

Der Kreis schließt sich in der Vergangenheit …

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