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Ein internationales Wissenschaftler-Team löst das Rätsel um den Bau der Cheops-Pyramide – Stimmt es aber, was im Netz darüber berichtet wird?

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Wissenschaftler lösen mal wieder (fast) das Rätsel des Pyramiden-Bau in Ägypten (Bild: Fischinger-Online)
Wissenschaftler lösen mal wieder (fast) das Rätsel des Pyramiden-Bau in Ägypten – tatsächlich? (Bild: Fischinger-Online)

In Ägypten, der Literatur und natürlich der archäologischen Fach- und Laien-Welt geben sich jene Menschen, die die Geheimnisse um den Bau der Pyramiden gelöst haben wollen, das Maßband in die Hand. Und das seit Jahrhunderten wenn nicht Jahrtausenden. So auch am 1. November in Kairo. Internationale Forscher wollen durch Feldforschungen im Steinbruch Hatnub nahe Tel el-Amarna Hinweise und Belege gefunden haben, “wie die alten Ägypter vor 4.500 Jahren tonnenschwere Steine bewegen konnten”. Dr. Mustafa Waziri, Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung, und die beteiligten Archäologen aus Großbritannien und Frankreich sind überzeugt, dass diese Entdeckungen auch den Bau der Pyramiden zum Teil erklären könnten. Was sie dort entdeckt haben, warum die Presse mal wieder Aliens in Spiel springt, ob das Rätsel tatsächlich gelöst wurde und was die Forscher wirklich sagten, erfahrt Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Jahrtausende Rätselraten

Eigentlich ist das Problem der Ägyptologen, Hobby-Forscher und “alternativen Historiker” zum Bau der Pyramiden in Ägypten überaus simpel zu beschreiben:

Über 100 große, mittlere und kleine Pyramiden stehen am Nil verteilt. Riesige uralte Bauten wie die Cheops- oder Chephren-Pyramide in Gizeh ebenso, wie kleine Bauwerke, die heute mehr an Schutthaufen von wenigen Metern Höhe als an echten Pyramiden erinnern. Und besonders faszinieren hierbei natürlich die großen Pyramiden von Gizeh oder auch jene in Daschur.

Denn obwohl es in Ägypten an zum Teil uralten Schriften und Inschriften wimmelt, suchen die Forscher bis heute vergeblich nach Texten zum Bau dieser Monumente für die Ewigkeit. Die wenigen Zeugnisse, die heute vorliegen, sind entweder von den Araber notierte “Märchen” und “Legenden” – oder sie verraten nichts darüber, wie genau man diese Berge aus Stein errichtet hat.

Genau das lässt seit Jahrhunderten ungeahnte Spielräume für Spekulationen und Ideen. Teilweise reichen diese bekanntlich von Atlantis bis zu den Sternen. Und ebenso bekanntlich werden in schöner Regelmäßigkeit seit vielen Jahren die Pyramiden-Rätsel angeblich gelöst, entzaubert oder durch neue Ideen in diese oder jene Richtung vermeintlich belegt. Eine endlose Liste …

Da aber bis dato nichts von den Alten Ägyptern gefunden wurden, auf denen sie festhielten, wie genau sie ihre Pyramiden errichtet haben, stehen Forscher vor einem Dilemma. Es gibt inzwischen eine Vielzahl ein eindeutigen Hinweisen, klaren Belegen und harten Fakten zum Bau der Pyramiden. Aber im Detail stehen auch die Ägyptologen hierbei vor einem ungelösten Rätsel der Antike.

Die Aliens waren es (nicht)

Beliebt ist natürlich die Spekulation, dass die Astronautengötter aus dem Kosmos die großen Pyramiden in Ägypten erbaut haben oder haben lassen. Nur hat diese Idee absolut nichts mit der Ägyptologie zu tun, die heute von tausenden Forschern der “etablierten Archäologie” vor Ort durchgeführt wird. Eigentlich nimmt nicht ein einziger von ihnen solche Alien-Pyramiden-Thesen ernst oder würdigt sie überhaupt eines Blickes.

Aus diesem Grunde verwundern die aktuelle Neuigkeiten aus Ägypten, von denen verschiedene englische Zeitungen oder auch die englischsprachige “Luxor Times” (30. Oktober 2018) berichten. Keine davon spricht irgendwie von Aliens, die die Pyramiden angeblich erschaffen haben, und was nun durch die neuen Funde in Tell Amarna widerlegt sei. Auch nicht Dr. Mustafa Waziri in seiner Funktion als Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung, die auf Facebook am 31. Oktober dazu eine offizielle Meldung brachte.

Alle sprechen von den “alten Ägyptern” oder ähnlich. Das News-Portal “Earth-Cronicles” schrieb beispielsweise am 2. November:

Die Wissenschaftler hoffen, dass ein gründliches Studium dieser Entdeckung es ermöglicht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, da alle frühen Menschen die Pyramiden bauten.

Sehr ähnliche Worte fand auch “Science Alert” am 1. November zum Thema. Keine Spur von Alien-Architekten aus dem All.

Wer aber die Ancient Aliens ins Spiel brachte,  sind mal wieder (bisher wenige) die Boulevardmedien; die Regenbogenpresse. Es scheint heute wohl schon auszureichen, dass archäologische Meldungen und Neuigkeiten von “alten Ägyptern” oder auch “Menschen” von damals sprechen, um zu sagen: Alien-Pyramiden-These widerlegt. Ein Unding, da niemand ernsthaft annehmen oder glauben sollte, dass Außerirdische die Pyramiden gebaut haben.

“Spunik News” ist eine der wenigen Seiten im deutschen Netz, die auch die Aliens in Spiel bringt. Auch wenn sie in den Berichten aus Ägypten keine Erwähnung fanden, titeltet “Sputnik” am 1. November sogleich: “Doch keine Aliens: Forscher entschlüsseln Rätsel des Pyramiden-Baus”

So kann man durchaus warnend prophezeiten, dass weitere “Alien-Meldungen” folgen werden, auch wenn es zu den Entdeckungen und ersten Berichten keinerlei Zusammenhang gibt.

Doch was genau sind die neuen Erkenntnisse, die den Bau der mysteriösen Pyramiden erklären oder erklären sollen?

“Ägyptens Große Pyramide: Mysterium endgültig gelöst!”

Die neuseeländisch”NZ Herald” schrieb am 1. November in ihrer Headline, dass das Rätsel um den Bau der Cheops-Pyramide jetzt “endgültig gelöst” sei. Viele ähnliche Titel kurieren aktuell. Etwa “IFL Science”, wo von einer “finalen Entdeckung” geschrieben wird. Ausnahmslos alle Meldungen dieser Art sind überzogen!

In, um oder an der Großen Pyramide von Gizeh wurde zuerst mal überhaupt nichts gefunden oder entdeckt. Ja, nicht einmal überhaupt auf dem Plateau von Gizeh. Es handelt sich um Forschungsergebnisse, die im Rahmen eines internationalen Projektes des “Französischen Institut für orientalische Archäologie” (“Institut français d’archéologie orientale”, IFAO) in Zusammenarbeit mit der Universität Liverpool gemacht wurden.

Hierbei wurden unter anderem “die Felsinschriften von Hatnoub”, einem Alabaster-Steinbruch 18 Kilometer südöstlich von Tel el-Amarna, untersucht und dokumentiert. Ebenso der 1891 von Percy Newberry und dem legendären Howard Carter entdeckte Steinbruch und die dortigen Hinterlassenschaften der früheren Arbeiter an sich. Datiert wird der Steinbruch auf das Alte und Mittlere Reich Ägyptens und vor allem auch auf die Zeit des Pharao Cheops.

Dr. Yannis Gourdon und Dr. Roland Enmarch und ihr Team hofften durch ihre Forschungen im Steinbruches und der einst dort angewandten Techniken Erkenntnisse darüber, wie die alten Ägypter vor Jahrtausenden mit tonnenschweren Steinen hantieren und arbeiten konnten. Und genau das soll ihnen in dem Steinbruch gelungen sein.

Rampen, Schlitten und Hebel im Steinbruch

Obwohl das Hauptbaumaterial für die Pyramiden Kalkstein war”, schreibt zum Beispiel  “Science Alert”, “wurde etwas Alabaster als Bodenbelag sowie für Statuen und Särge verwendet”. Die alten Baumeister sollen diese schweren Steinblöcke mittels einfacher Rampen aus den Steinbrüchen geholt haben, was die Untersuchungen in Hatnub belegen.

Da dieser Steinbruch aus den Tagen der Cheops-Pyramide stammt, so das Forscher-Team, können man auch dort sowie an anderen Baustellen/Steinbrüchen ähnlich gearbeitet haben. Das gilt für den Abbau von Bausteinen ebenso wie für Statuen und alles andere, was die Ägypter in ihren Steinbrüchen produzierten. Bekanntlich war das nicht gerade wenig.

Dr. Yannis Gourdon in der “Luxor Times” dazu:

Die Mission entdeckte erfolgreich ein einzigartiges System, um die Steinblöcke vom Boden des Steinbruchs zu ziehen und zu transportieren. Nachdem die Trümmer entfernt wurden (…) kann dies auf die Regierungszeit von König Khufu der 4. Dynastie datiert werden. Das Bewegungssystem besteht aus der zentralen Rampe, die von zwei Treppenstufen umgeben ist, und enthält Stangenlöcher, die das Anheben des Alabaster-Steinblocks durch eine mindestens 20% -ige (damit ist die Steigung der Rampe gemeint, Anm. LAF) Grobrampe unterstützen.

Es wurden mindestens 100 Inschriften entdeckt, die an pharaonische Expeditionen in die Alabaster-Steinbrüche von Hatnub vom Alten Reich bis zum Neuen Reich erinnern.

Die Entdeckung dieses Hebel- und Rampen-Systems in Hatnoub sei “von großer Bedeutung, die unser Verständnis des Bauwerkes völlig verändert” schreibt die ägyptischen Altertümerverwaltung unter Dr. Waziri auf Facebook. Es sei das erste Mal, dass ein System entdeckt wurde …

…um Blöcke aus Steinbrüchen zu bewegen und zu transportieren, und wie die Alten Ägypter die tonnenschweren Blöcke während der Bauzeit der Großen Pyramide mit primitiven Rampen angehoben haben.

Ist der Pyramiden-Bau und die bisher unbekannten Techniken dahinter damit geklärt? Es gibt jedoch viele Meinungsverschiedenheiten darüber, mit welchen Methoden genau dies erreicht wurde”, schrieb zum Beispiel “Newsweek” am 1. November ganz richtig. Nur leider ist die fraglos interessante und spannende Steinbruch-Entdeckung der Archäologen sicher keine Erklärung des Pyramiden-Baus.

Eigentlich sollte das auch jedem einleuchten, der von diesen neuen Erkenntnissen liest oder schreibt.

Keiner sprach von “Mysterium gelöst”

Heute (2. November 2018) veröffentlichte auch die Universität Liverpool einen Artikel über die Arbeit ihrer Wissenschaftler in Ägypten. In dieser heißt es unter anderem:

Uraltes Rampen-System für Steinbrüche hat den Arbeitern möglicherweise beim Bau der großen Pyramiden in Ägypten geholfen.

Wissenschaftler der Universität von Liverpool haben entdeckt, was möglicherweise die Überreste eines 4.500 Jahre alten Rampen-Systems sind, um die riesigen Alabasterblöcke zu transportieren, die beim Bau der großen Pyramiden in Ägypten verwendet wurden.”

Ägyptologe Dr.Roland Enmarch betont, dass der Steinbruch von Hatnub eine “prestigeträchtigste Quelle für ägyptischen Alabaster” vor 4.500 Jahren war. Viele der gefundenen Inschriften, so der Forscher, zeigen zudem auf, wie “das Personal und die Logistik der Organisation von Expeditionen zu diesen Wüstensteinbrüchen” damals funktionierte. Die gesamte Landschaft lässt die Strukturen aus der Bronzezeit, “die mit der Gewinnung und dem Transport von Steine zu tun haben”, erkennen. Von den Hütten der Arbeiter bis zu einer hervorragend erhaltenen Straße, die bis zum Nil, führt.

Die “äußerst gut erhaltene Rampe” in dem Steinbruch zeige mit ihren Spuren von Pfostenlöchern, wie “die alten Technologien des Steintransportes und der Gewinnung” funktioniert haben könnte. Durch Schlitten und den beiden neben der Rampe nachgewiesenen Treppenaufgängen konnten die Arbeiter die schweren Steinblöcke geradezu bequem herausziehen. “20 Prozent oder mehr” Steigung seien hier möglich gewesen. Und weiter:

Da diese Rampe auf die Herrschaft von Cheops datiert, bieten unsere Untersuchungen die aufregende Möglichkeit, weitere Einblicke in die Logistik und die Technologien zu bieten, die beim Bau dieser erstaunlichen Konstruktion verwendet wurden.

Spätestens an dieser Stelle sollte jedem klar sein, dass von einer Lösung des Mysteriums Bau der Cheops-Pyramide eigentlich keine Rede sein kann.

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Was wurde tatsächlich entdeckt?

Hatnub als ein beliebter Steinbruch vor bis zu 4.500 oder sogar mehr Jahren … ist natürlich keine Pyramide. Schon gar nicht die Cheops-Pyramide oder die Pyramide des Chephren daneben. So wurde auch überhaupt nicht geklärt, wie die alten Baumeister ihre riesigen Monumente für die Ewigkeit gebaut haben. Es wurde ein fehlendes Mosaiksteinchen im Puzzle der Fragen ergänzt. Unterbewerten sollte man das aber auch nicht, um dies an dieser Stelle zu unterstreichen.

Wenn in Hatnub die Arbeiter diese Technik aus Rampen, Treppenaufstiegen, Seilen und Schlitten nutzten, nutzten sie diese sicher auch anderswo. Was funktioniert, sprach sich fraglos auch bei den Pharaonen und ihren Architekten herum. So konnten die Bauherren diese oder jene Bausteine schlagen und mittels Rampe aus den jeweiligen Steinbrüchen schaffen. Von da ging es für den auserwählten Stein weiter über Straßen bis zum Nil oder einen eigenes dafür geschaffenen Kanal, dort auf einen Lastenkahn und so kam dieser letztlich am Ort seiner  Bestimmung an.

Ein Kraftakt von Organisation, Planung , Technologie und Logistik, dem die Archäologen nun weiter auf die Spur gekommen sind.

Es waren dabei aber immer “Ausnahme-Steine”. Die bei Weitem meisten Bausteine der Pyramiden von Gizeh sind weicher Kalkstein, der direkt vor Ort abgebaut wurde. Noch heute kann man überall vor Ort sehen, woher diese Steinen genau kamen. Auch Spuren der Werkzeuge sind für jeden sichtbar auf dem ganzen Plateau vorhanden.

Eine Rampe – nicht die Rampe

Beim Wort “Rampe” im Zusammenhang mit “Pyramide” schüttelt es die meisten Grenzwissenschaftler oder auch Hobby-Historiker. Zurecht. Es schütteln sich dabei aber auch die etablierten Archäologen des Mainstream. Wirklich niemand behauptet, dass die Pyramiden mit gigantischen Rampen erbaut wurden, auf denen die Arbeiter die Steine auf Schlitten bis an die Spitze zogen. Welch absurde Vorstellung und gewaltiger Arbeitsaufwand der Bau so einer Rampe ist, wissen sicher alle Mystery- und Pyramiden-Fans.

Wobei der Vollständigkeit halber nicht unerwähnt bleiben darf, dass es nachweislich Reste von Rampen in Gizeh gibt. Da der weit größte Teil der verbauten Steine einer Pyramide sich im unteren Bereich befindet, werden die Bauherren hier wohl ihre Rampen angebaut haben. Nur: Wie dann weiter? Das ist eben – unbewiesen!

Die Rampen-Technik von Hatnub sagt nur aus, dass man so Bausteine aus dem Steinbruch heraus bekommen konnte. Wie diese dann aber wirklich an ihrem vorgesehenen Platz an oder in eine Pyramide kamen, sagt die nicht. Damit ist der Bau der großen Pyramiden auch durch diese neuen Erkenntnisse der Forschung nicht geklärt. Und das haben die beteiligten Ägyptologen auch gar nicht behauptet.

Das behaupten nur Headlines und Artikel im Netz, die von den Arbeiten um Yannis Gourdon, Roland Enmarch & Co. berichten.

Was denkt Ihr? Diskutiert gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Umfrage und Diskussion im Netz: “Was haltet ihr von den Theorien der Prä-Astronautik?” – mit erstaunlichen Ergebnissen

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Umfrage und Diskussion im Netz: "Was haltet ihr von den Theorien der Prä- Astronautik?" (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
Umfrage und Diskussion im Netz: “Was haltet ihr von den Theorien der Prä- Astronautik?” (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Im Internet findet sich (zum Glück?) alles. So stieß ich jüngst auf ein Netzfundstück mit einer Umfrage und Diskussion zum Thema Ancient Aliens und außerirdische Götter aus dem All. Sprich: “Was haltet ihr von den Theorien der Prä-Astronautik Paläo-SETI)?” Eine sicher nicht repräsentative Umfrage unter Laien, deren bisherige Umfrage-Ergebnisse etc. ich Euch hier einmal vorstellen möchte. Zumal es praktisch direkt nach Erstellung der Frage umgehend zu Streitereien und Vorwürfen kam, so dass der Ersteller der Umfrage nur zwei Tage später “kapitulieren” musste. Für alle Prä-Astronautik-Interessierte ein Paradebeispiel bei dem Thema im Netz.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Prä-Astronautik: Ja, Nein, Vielleicht

Schon seit Jahrzehnten scheiden sich die Geister an der Frage, ob die Idee, dass die Götter der Vergangenheit reale Aliens von den Sternen waren, zutrifft oder nicht. Viele Menschen sind bis heute von diesen Überlegungen begeistert und halten es möglich oder denkbar. Viele andere wiederum sehen in der gesamten Prä-Astronautik nichts weiter als Unsinn.

Das zeigt sich auch in einer Online-Umfrage, die vor wenigen Tagen gestellt wurde. “Was haltet ihr von den Theorien der Prä-Astronautik?” möchte der Ersteller dieses Netzfundstückes wissen, und führte dazu weiter aus:

Habe in letzter Zeit viel über die Thematik gelesen und gesehen. Glaubt ihr das uns extraterrestisches Leben in der Vergangenheit besucht haben und uns geholfen haben den Technischen Fortschritt so zu erweitern wie er heute ist?

Kann man einige Zitate der Bibel tatsächlich mit Besuch von außerirdischen Besuchern vergleichen? (z. B. Ezechiel oder Henoch) oder verschiedenster Bauwerke, die angeblich nicht von Menschen stamme kann? Machu Pichu oder Nasca-Linen oder Inka-Mauer in Cusco? Würde gerne eure Meinung dazu hören.

Diese Umfrage auf “GuteFrage.net” ist natürlich alles andere als irgendwie repräsentativ. Der Ersteller der Frage wird vermutlich die TV-Serie “Ancient Aliens” kennen, die ihn zu seiner Umfrage animiert hat. Und doch ist das bisherige Ergebnis für alle Fans der Prä-Astronautik oder auch der US-Doku-Reihe wenig erfreulich:

  • 64 Prozent sagen: “Schwachsinn”
  • 35 Prozent sagen: “Könnte möglich sein”
  • 0 Prozent antworteten mit “Ja, sie haben uns besucht”

Wo das fehlende 1 Prozent ist, kann ich nicht sagen.

“Ausreden um Unwissenheit und Unverständnis zu kaschieren”

Natürlich folgte eine Diskussion zu dieser kleinen Umfrage. So kommentierte zum Beispiel ein User sofort , dass die Prä-Astronautik “nichts weiter als Ausreden, um Unwissenheit und Unverständnis zu kaschieren”, seien. Immerhin “beschäftige und informiere (ich) mich gerne vielseitig”, so der Kritiker.

Ein anderer User glaubt, dass es “durchaus möglich” sein könnte, während ein weiteres Mitglied der dortigen Community daraufhin sogleich nach Beweisen fragt. “Den ‘Beleg’ findest du in alten Schriften rund um den Erdball”, ergänzt ein anderer Teilnehmer. Beweise gäbe es nirgendwo, “außer bei den Blütenträumern von Däniken & Co.“, wieder ein anderer User. Was “Blütenträumer” sind, kann ich allerdings nicht sagen.

Der Umfrage-Erstelle glaubt, dass all die Bauten der Vergangenheit wohl “irgendwie” mit den Göttern aus dem All zusammenhängen könnten. Alle diese Monumente wie von den Inka in Peru können seiner Meinung nicht einfach so erschaffen worden sein. Aussagen, die man zweifellos als Jahrzehnte alte Klassiker der Prä-Astronautik bezeichnen kann.

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Fake-News in Buchform?

Ein Nutzer mit Namen “warehouse14” sieht das alles etwas distanzierter. Er (oder sie) spekuliert, dass vielleicht eine “andere (irdische) Spezies” die Schöpfer sind. Eine intelligente Rasse, die vielleicht die Erde verlassen hat. “Es ist alles eine Frage der Interpretation”, ist er sich sicher, womit er dort viel Gegenwind bekam.

Richtig Mühe gab sich die Userin “uteausmünchen” in ihrem Kommentar. Sie stimmte nicht nur mit “Schwachsinn” ab, sondern sieht hinter dem Thema Prä-Astronautik eine Manipulation von Erich von Däniken und anderen Autoren:

Däniken und andere Verkünder der Prä-Astronautik leben davon, dass Otto-Normalverbraucher ein sehr – seeeeehr – oberflächliches Wissen alter Kulturen hat. Der durchschnittliche Leser dieser Bücher ist fasziniert von der Vorstellung, merkt aber eben nicht, wo Däniken & Co. die Sachverhalte völlig falsch darstellen.

Bücher der Prä-Astronautik sind nach dieser Aussage also so etwas wie Fake-News in Buchform. Populärwissenschaftliche Sachbücher ohne den Ansprich auf Wirtschaftlichkeit sind es natürlich alle, aber “uteausmünchen” machte sich auch die Mühe Beispiele zu benennen.

“Winzige Details” von “viel größeren bildhaften Darstellungen” würden gezielt herausgegriffen und dabei dem Leser unterschlagen, “dass er nur ein Detail zu sehen bekommt”. Das Gesamtbild, das dem Leser eben vorenthalten wird, würde in Wahrheit aber ” die Deutung der Prä-Astronauten halt gar nicht mehr unterstützt”. Leider erfahren wir nicht, an welche Abbildungen und Bilder die Kritikerin hier denkt.

“Echte archäologische Erklärung der Darstellungen” würden Erich von Däniken & Co. absichtlich “unterschlagen”. Die Unkenntnis der Leserschaft nutze man so aus, der Gesamtkontext der “suggestiv gewählten Bilder” würde nicht genannt und ebenso “anders aussehende  Vorstufen” von diesen. Auch hier wird kein Beispiel genannt, aber auf einen Artikel des Däniken-Kritikers Dr. Florian Freistetter verlinkt, der Teil einer kleinen Serie anlässlich des EvD-Buches “Was ich jahrzehntelang verschweigen habe” ist.

In “Erich von Däniken packt aus: ‘Ägyptische Verbindungen’ und die geheimen Kammern der Pyramiden” vom 5. Januar 2016 schreibt Freistetter von “Argumentum ad ignorantiam”, dem “Argument durch Nichtwissen”, dass er von Däniken vorwirft. Nachzulesen HIER.

Immer wieder Ägypten!

Als dritten Kritikpunkt führt “uteausmünchen” an, dass “schlicht falsche Angaben gemacht” werden. “Etwa über die angebliche Exaktheit bearbeiteter Blöcke, über Zahlenangaben…”. Was sie meint, kann ich nicht sagen. Ich vermute, dass “Ute” hier an die angeblich so perfekten und exakten Pyramiden und ihre Bausteine in Ägypten dachte. Tatsächlich wird in der Welt der Grenzwissenschaft und Mystery Files gerne über die so “exakten” Bausteine und die so perfekte Bauweise der Cheops-Pyramide geschwärmt. Allerdings ist das zu 99 Prozent falsch.

Vor Ort in Ägypten oder auch durch eine einfache Bildersuche im Netz sieht man sehr schnell, dass die allermeisten Pyramiden-Bausteine eher Schutt und grobe Brocken sind. Von einer Perfektion (des Kernmauerwerk!) kann hier überhaupt keine Rede sein – man kann in die Fugen sogar bequem den Kopf hinein stecken. Und selbst die bekannten Granit-Blöcke in der Königskammer der Cheops-Pyramide sind zum Teil alles andere als perfekt bzw. “fugenlos” verlegt. Auch das sieht man allein auf Fotos, ohne selber vor Ort gewesen zu sein.

Für andere Pyramiden in Ägypten, etwa die Rote Pyramide von Daschur, gilt das ebenso. Anders sieht es allerdings bei den Granit-Steinen in dem Tempeln am Fuß der Gizeh-Pyramiden nahe der Sphinx aus. Hier steht der Besucher tatsächlich staunend vor der perfekten Bearbeitung und Verarbeitung der Monolithen!

Als viertes und letztes Beispiel nennt die Prä-Astronautik-Kritikerin “Ute” Dinge, die “als für Experten erklärbar verkauft” werden, doch in Wahrheit doch erklärbar sind. Hier verlinkt sie auf einen Artikel des Däniken-Kritikers Andreas Bühler, in dem es um die “technischen” Abbildungen auf einem Deckenbalken im Totentempel Sethos I. von Abydos in Ägypten geht (Helikopter, U-Boot etc.). Mehr dazu erfahrt Ihr in diesem Artikel HIER auf diesem Blog.

Geldquelle Astronautengötter?

“Prä-Astronautik ist eine Geldquelle”, resümiert “uteausmünchen”. Man würde mit Büchern und DVD den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen, “weil sie die Idee faszinierend finden”. Damit sei das Thema Prä-Astronautik keine Frage einer Meinung, sondern ganz einfach Lug und Trug. Ein “josef050153” sieht das ähnlich, da auch er meint: “es ist eine gute Möglichkeit, um Geld zu verdienen”.

Natürlich ist der Geld-Machen-Vorwurf genauso Unsinn, wie viele angebliche Mysterien der Grenzwissenschaft und Prä-Astronautik an sich. Autoren, Verlage, DVD-Produzenten oder Mystery-Forscher an sich wissen ganz genau, dass man mit solchen Themen kein Geld verdienen kann! Kosten und Einnahmen stehen hier in keinerlei Relation zueinander. “Eine gute Möglichkeit, um Geld zu verdienen” … ist damit nichts weiter als reine Fantasie der Kritiker. Eine Art Totschlagargument, das aber – wenn überhaupt – nur den Szene-Laien beeindrucken kann.

Erich von Däniken ist jedoch tatsächlich eine Ausnahme. Er selber sagte und sagt immer wieder von sich, dass er gut davon leben kann. Er sei einer der ganz wenigen, wie er es oft unterstreicht. Wo heute niemand mehr für Informationen (Bücher, Videos, Magazine etc.) bezahlen will, geht Geld verdienen anders. Auch mit anderen Themen für populärwissenschaftliche Bücher. Eine endlose Geschichte, über die viel gesagt werden könnte …

Zu dem dem Vorwurf, dass sich Mystery-Forscher mit Online-Arbeiten eine goldene Nase verdienen, könnt Ihr übrigens HIER die wahren Fakten erfahren. Auch wenn dieser nicht explizit bei “GuteFrage.net” genannt wurde.

Ein User mit Namen “feldsalat01” kommentiert dies mit folgenden Worten:

Was Däniken angeht, respektiere ich Ihn und alle andersdenkende Forscher/innen. (…)

Was diese lächerlichen finanziellen Anspielungen fortlaufend angeht, kann mir hier bitte Jemand plausibel erklären, welche menschen-gemachte Unternehmung auch immer, keine finanziellen Vorteile einbringen soll? Parteien? Religionen? Universitäten? Gesundheitssystem? Länder? usw.

Und was sagt Kritikern “Ute” dazu? Der Kommentar “strotzt von Unkenntnis über wissenschaftliches Arbeiten”, kommentiert sie. Allerdings erhebt kein Prä-Astronautiker den Anspruch, dass er wissenschaftlich arbeitet. Das genaue Gegenteil ist der Fall.

Spekulationen, auf Alien komm raus

“Reviloone95”, jener User, der die Umfrage eingangs erstellte, musste schon zwei Tage nach seinem Posting quasi kapitulieren. Er schreibt:

Mhmm… Klingt wirklich so, als würde der gute alte Däniken uns wirklich auf dem Arm nehmen wollen. Eigentlich schade muss ich sagen. Ich empfand es als ein sehr spannendes Thema und vor allem mal zum umdenken. Die Medien haben es herausgefunden und uns Zuschauer suggeriert das jedes Bauwerk, jede Hieroglyphe, einige Höhlenmalerei auf Außerirdische zurückzuführen ist.

Jedoch ist es mal wieder so, dass die Einschaltquoten steigen sollen wie zum Beispiel die Serie Ancient Aliens. Es wird uns jeden Mist erzählt was wir hören wollen. Das ist mal wieder typisch. Danke für die Aufklärung.

Und da haben wir wieder das Problem: Der User wurde von der TV-Serie “Ancient Aliens” auf diese Themen gebracht, in der ohne Frage überall Astronautengötter vermutet werden. Es wimmelt bekanntlich in der erfolgreichen TV-Reihe an Hinweise auf die Astronauten aus dem All, worauf auf diesem Blog sehr oft hingewiesen wurde.

Der Fragesteller “Reviloone95” resignierte aber nach meinem Geschmack viel zu schnell. Nur weil in “Ancient Aliens”, die er augenscheinlich kostenlos am TV gesehen hat, “auf Alien komm raus” spekuliert wird – ist das Thema Prä-Astronautik damit nicht nur Unsinn. Offenbar hat sich “Reviloone95” auch nicht die Mühe gemacht, irgendwelche Thesen und Aussagen rund um die Aliens der Antike selber zu überprüfen. Vielleicht sogar durch den Kauf von Büchern, die eben Geld kosten.

Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass es dadurch nicht einfach getan ist. Man müsste schon tief hinter die Thematik einsteigen, um Fakten und Fiktionen zu trennen. Das kostet nicht nur viel Zeit und Geld, sondern ist viel zu oft ernüchternd.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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