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Schilffboot ABORA IV in Patara in der Türkei auch nach Jahren „strukturell noch intakt“! (+ Videos)

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Auf der 1.550 km langen Seereise musste das Schilfboot so manches Hindernis durchsegeln. Dabei überstand es auch zwei Starkwindsysteme und bewies dabei seine Hochseetauglichkeit. (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
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Auf der 1.550 km langen Seereise musste das Schilfboot so manches Hindernis durchsegeln. Dabei überstand es auch zwei Starkwindsysteme und bewies dabei seine Hochseetauglichkeit. (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)

Im Jahr 2019 fuhr das Schilfboot ABORA IV über 1.500 Kilometer durch das Schwarze Meer und das Mittelmeer. Ein „steinzeitlicher Experimental-Segler“, mit dem vorzeitliche Handelsruten rekonstruiert werden sollten. Seit dem erfolgreichen Ende der Expedition ist das Segelboot der Steinzeit aus südamerikanischen Schilf in der Türkei auf dem Trockenen ausgestellt. Und noch nimmer intakt.


Seefahrt in der Steinzeit

Dienten die Weltmeere schon in der Steinzeit als Handesswege? Das Schilfboot-Projekt ABORA IV um den Experimental-Segler Dr. Dominique Görlitz wollte unter anderem genau dieser Frage nachgehen. Und konnte bereits vor rund zwei Jahren einen erfolgreichen Abschluss feiern (s. a. Videos unten). Seit dem liegt es quasi im Trockendock. Touristen und Interessierte können es sich in der Türkei anschauen. Ein Nachbau oder eine Rekonstruktion eines Wasserfahrzeuges, wie es vor tausenden von Jahren die Meere befahren haben könnte.

Schilf ist bekanntlich ein vergänglicher Rohstoff aus der Natur. Doch wie das ABORA-Team und Görlitz jetzt bekannt gaben, ist das Schilfboot ABORA IV weiterhin „strukturell noch intakt“. Ein Beleg für die Nutzbarkeit solcher „Steinzeit-Segler“ für Handel und Seefahrt unserer Ahnen. Dazu gab Dominique Görlitz kürzlich folgende Mitteilung heraus.

Schilfboot ABORA IV in Patara noch intakt

Nach zwei Jahren Ausstellung im Freien in Patara in der Türkei macht die ABORA IV noch einen recht ordentlichen Eindruck. Das Schilfboot segelte im Jahr 2019 vom bulgarischen Varna durch die beiden türkischen Meeresengen in die Ägäis, um schließlich von Santorin quer zu den Elementen zurück an die lykische Küste nach Kaş zu navigieren. Das Ziel war der experimentelle Nachweis, dass frühgeschichtliche Schilfsegler ab der Jungsteinzeit über diese Routen regelmäßig Fernhandel betrieben.

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Am Wochenende erhielt ich eine Bildersammlung des deutschen Archäologen und Leiter der Winkelmann-Gesellschaft Stendal von Prof. Dr. Max Kunze. Er arbeitet seit vielen Jahren mit den türkischen Archäologen zusammen, die auch unser Schilfboot betreuen. Die Bilder stimmen mich optimistisch, dass unser Schilfsegler wenigstens noch ein bis zwei Jahre durchhält.

Dabei muss man bedenken, dass das Schilf für die ABORA IV bereits 2018 am Titikakasee in Bolivien geerntet und erst 2019 in Bulgarien zum Rumpf zusammengeschnürt wurde. Damals hatte es am Ufer des Varnasees ungewöhnlich starke Regelfälle gegeben, die den Bootsbau trotz großer Hilfe durch die Bulgaren negativ beeinflusste. Mit mehr als zwei Monaten Verspätung im Gepäck startete das Schilfboot dann seine mehr 1.550 km lange Seereise. Im Herbst 2019 wurde sie ebenfalls bei ungewöhnlich heftigen Regenfällen geborgen und im Archäologie-Park Patara wieder aufgestellt.

Dank der engen Zusammenarbeit mit Prof. Havva İşkan und ihren Kollegen wird das Schilfboot regelmäßig konserviert und betreut. Die Bilder aus Patara bezeugen, dass der Bootskörper mit den Aufbauten zwar eingesackt, aber strukturell noch intakt ist. So können sich in den nächsten ein bis zwei Jahren noch viele Besucher unser Replika anschauen und die technischen Entwicklungen am Ende der Jungsteinzeit bestaunen. Die Fahrt der ABORA IV hat demonstriert, dass das technische Vermögen der frühen Kulturen sehr groß war.

Neuere archäologische Funde untermauern, dass es zwischen Europa, Kleinasien und selbst nach Ägypten einst einen regen Handelsverkehr gegeben haben musste.

Bilder von ABORA IV

Schilffboot ABORA IV in Patara in der Türkei auch nach Jahren noch intakt (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
Gebaut wurde ABORA IV zwischen 2018 und 2019 im bulgarischen Beloslav. Die Seereise begann am 16. August 2019 von Varna in Richtung Bosporus. (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
Schilffboot ABORA IV in Patara in der Türkei auch nach Jahren noch intakt (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
Schilffboot ABORA IV in Patara in der Türkei auch nach Jahren noch intakt (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
Schilffboot ABORA IV in Patara in der Türkei auch nach Jahren noch intakt (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
Das Schilfboot macht mit seinen Aufbauten immer noch einen imposanten Eindruck, besonders wenn es nachts mit farbig beleuchtet wird. (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
Schilffboot ABORA IV in Patara in der Türkei auch nach Jahren noch intakt (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
Im Kielwasser der „Argonauten der Steinzeit“ konnte ABORA IV sowohl für die bulgarischen als auch türkischen Archäologen viele wichtige Fragen beantworten, die auf dem Festland nicht zu lösen waren. (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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