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10 (erstaunliche) Dinge, die man wissen muss – über: Die Cheops-Pyramide +++ Blog-Serie, Teil #6 +++

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Blog-Serie, Teil #6: "10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss - über die Cheops-Pyramide (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Blog-Serie, Teil #6: „10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss – über die Cheops-Pyramide (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

„10 (erstaunliche) Dinge, die man über wissen muss“ – sechster Teil meiner Serie auf dem Mystery Files-Blog für Euch. Teil #6 der erstaunlichen „10 Dinge, die man wissen muss„, widmet sich diesmal der Cheops-Pyramide. Dieses riesige Weltwunder der Vergangenheit in Ägypten ist wohl das Sinnbild aller Mysterien und Rätsel der Geschichte. Aus diesem Grunde werden nur 10 herausgesuchte Beispiele dem Monument wohl kaum gerecht!

Dennoch hier „10 (erstaunliche) Dinge, die man über die Cheops-Pyramide wissen muss“!


10 (erstaunliche) Dinge, die man über die Cheops-Pyramide wissen muss

Wissen zum Angeben, Mitreden, Auffrischen und Nachdenken!

1.:

Die Cheops-Pyramide ist nach den „klassischen“ Deutungen und Forschungen vor rund 4.500 Jahren als höchste Pyramide der Welt erbaut worden. Nicht ganz 147 Meter reichte sie einstmals in die Höhe. Keine Pyramide davor oder danach war jemals höher. Heißt es. Denn das muss nicht stimmen, da nur wenige Kilometer entfernt einst ein Monument aus Nilschlammziegeln stand, dass einige Meter weiter in den Himmel ragte.

Diese mächtige und fast unbekannte Pyramide ist bis heute ein einziges Rätsel. Die Archäologen wissen nicht einmal wann genau diese von wem erbaut wurde, weshalb sie nicht einmal einen Namen hat. Nicht ein Artefakt fand sich in den Ruinen. Und sie ist schon seit unbekannten Zeiten so gut wie vollkommen zerstört. Als die ersten Archäologen eintrafen, konnten sie noch mit eigenen Augen sehen, wie die Bevölkerung in Massen das Baumaterial abtransportierte. Zum Düngen ihrer Felder und zum Bau ihrer eigenen Häuser.

So blieb nur ein Schutthaufen der Pyramide über. Eine Stufenpyramide, ähnlich wie in Sakkara, sei sie einst gewesen. Oder vielleicht doch eine richtige Pyramide mit glatten Seiten. Es war ein Bauwerk, dass breites rund 500 Jahre vor der üblichen Datierung der Pyramide des Cheops in den Himmel gebaut worden sein könnte. Bis auf über 150 Meter, wie es Berechnungen der traurigen Trümmer in den 1980er Jahren ergaben. (Video dazu HIER).

2.:

Bis heute hält sich mehr als hartnäckig der Mythos, dass „die Prä-Astronautiker“ behaupten, dass Außerirdische die Pyramide bauten. Allen voran wird das Erich von Däniken in den Mund gelegt. Eine Aussage, die seit Jahrzehnten immer wieder aufkommt. In der Presse ebenso wie von Seiten der Prä-Astronautik-Kritiker in Sozialen Netzwerken & Co.

Dabei muss man schon sehr genau suchen um Autoren oder Forscher zu finden, die genau das tatsächlich behauptet haben. Denn mit Abstand die wenigsten „Anhänger der Prä-Astronautik“ haben derartiges jemals publiziert.

Mehr dazu findet Ihr auch in diesem Mystery Files-Video HIER.

3.:

Apropos Baumeister: Jahrzehntelang wurde in der Ägyptologie behauptet, dass 100.000 Sklaven die Große Pyramide in einem unsäglichen Kraftakt für Pharao Cheops bauen mussten. In der Archäologie ist dieser einstige Stand der Forschung lange widerlegt. Jedoch nicht in allen Veröffentlichungen dazu.

Dabei berief sich die Forschung immer auf den Historiker Herodot aus Griechenland, der das in Band 2 seiner „Historien“ im 5. Jahrhundert vor Christus behauptete. Dieser Aussage schenkte man sehr lange Glauben. Der Angabe von Herodot, dass „Maschinen“ beim Bau genutzt wurden, glaubte man allerdings nicht. Ebenso wenig wie seine Behauptung, dass Cheops nahe der Pyramide Geheimkammern anlegte, in denen er sich bestatten ließ. Demnach nicht im Inneren der Pyramide selber.

Herodot galt schon in der Antike auch als „Märchenonkel„. Etwa um 60 vor Christus bei dem Geschichtsschreiber Diodor von Sizilien. Ebenfalls einem Griechen, dessen Werke heute wertvolle Quellen für die Forschung sind. Jedoch schrieb auch der Kritiker Diodor, dass Cheops tatsächlich nicht in der Pyramide mit seinem Namen begraben wurde, sondern in einem geheimen Versteck. Ähnliches also wie sein Vorgänger Herodot.

Als Grund für diese Form des Begräbnisses des Königs führt Diodor aus, dass er die Rache der von ihm versklavten Bauarbeiter beziehungsweise Bevölkerung befürchtet habe. Auch sein Nachfolger Pharao Chephren sei auf diese Weise und genau aus demselben Grund versteckt bestattet worden. Ganz nebenbei nennt Diodor auch noch andere Namen als Bauherren der Großen Pyramide. Zum Beispiel Harmais und Amasis.

4.:

Bleiben wir mal bei diesem Pharao Amasis, den Diodor nennt. Wer war das?

Diesen Pharao wiederum hat es tatsächlich gegeben, auch wenn er rund 2.000 Jahre nach dem Bau der großen Pyramiden lebte. Es handelt sich dabei um den Pharao Ahmose II. (570 bis 526 vor Christus), der erst rund 2.000 Jahre nach Cheops Herrscher wurde. Damit wäre die Pyramide Jahrtausende jünger und von einem König erbaut worden, den Diodor als Pharao von „außergewöhnlicher Klugheit und in seinem Charakter maßvoll und gerecht“ lobt.

Pharao Ahmose II. könnte dennoch tatsächlich etwas mit den Pyramiden zu tun gehabt haben. Seine Herrschaft fiel in die 26. Dynastie des Pharaonenreiches. Das ist genau jene Saiten-Dynastie genannte Epoche, in der Umbauten und Restaurationen an den Pyramiden von Gizeh und anderen Monumenten durchgeführt wurden. Wurde er deshalb vielleicht nachträglich in der Cheops-Pyramide bestattet?



5.:

Nachträglich in der Pyramide bestattet? Tatsächlich stimmt die weit verbreitete Behauptung nicht, das 832, als die Araber unter Kalif al-Mamun „erstmals“ die Cheops-Pyramide aufbrachen, diese vollkommen leer war. Und auch nicht, dass keine Mumie von den Plünderern in ihrem Inneren gefunden wurde.

Heute betreten die Besucher durch diesen Stollen die Pyramide.

Tatsächlich machten sie laut arabischen Chronisten innerhalb der Pyramide sogar sehr zahlreiche Funde. Inklusive einiger Kostbarkeiten, „Mumien“, „Leichen“ und weiteren Gegenständen (Artikel-Serie in 5 Teilen dazu HIER). Diese zahlreichen Funde sind heute alle verschollen und können somit nicht mehr zugeordnet oder erforscht werden. Aufgeschrieben wurden diese erst im Mittelalter im bekannten Werk „Hitat“.

Ein ausführliches Video über die angeblich entdeckten Artefakte finden Ihr HIER.

6.:

Das Buch „Hitat“ ist es auch, in dem an einer einzigen Stelle erwähnt wird, dass ein König Saurid, denn die Hebräer Henoch nennen, die Große Pyramide vor der Sintflut gebaut hat. Eine arabische Behauptung, die vielfach und oft von Mystery-Autoren erwähnt wird (mehr auch zum Beispiel HIER).

Dabei finden sich allein in dem Pyramidenkapitel dieses Buches von al-Makrizi unzählige weitere Namen, die arabische Chronisten als Bauherren der Großen Pyramide(n) nennen. Der dabei am häufigsten erwähnte Erbauer ist Pharao Cheops.

7.:

Die Araber hatten noch im 9. Jahrhundert genaue Kenntnisse, wo sie wie genau in das Innere der Cheops-Pyramide einbrechen konnten. Anders können es sich viele nicht erklären, warum der gemeißelte Tunnel exakt so durch das Kernmauerwerk verläuft, dass er nach einer scharfen Kurve genau da auf den inneren Tunnel trifft, von wo die Sperrsteine umgangen werden. Und diese Sperren waren aus massiven Granit und damit bei weitem schwerer zu durchschlagen, als der weiche Kalkstein der Pyramide.

Folglich kannten die Araber entweder den inneren Bauplan der Cheops-Pyramide oder sie nutzen einen schon vorhanden Gang. Denn schon rund 900 Jahre vor ihnen berichtete der griechische Geschichtsschreiber Strabon in seinem Werk „Geograhika“ von einer offenen Pyramide. Er bereiste um 25 vor Christus Ägypten und erwähnt eine herausklappbare Steinplatte vor dem Eingang. Ein Art Schwingtür, wie man spekulieren könnte.

Nur rund 100 Jahre später berichtete der römische Gelehrte Plinius der Ältere in seiner Enzyklopädie „Naturalis historia“ von einem Schacht im Inneren der Pyramide. Dieser sei 86 Ellen tief gewesen, was grob 43 Metern entsprechen würde. Archäologen vermuten, dass er den sogenannten „Flucht- oder Luftschacht“ mit der „Grotte“ gemeint haben könnte. Dieser Schacht führt vor dem Aufstieg in die Große Galerie steil in die Tiefe bis zum absteigenden Tunnel, der in die untere Kammer führt.

8.:

Ägyptologen schließen fast ausnahmslos heute aus, dass es im Inneren der Pyramide noch Geheimkammern oder verborgene Korridore gibt. Mit Ausnahme von Ägyptens letzten Pharao Dr. Zahi Hawass. Je nach Laune gibt es für ihn keine versteckten Kammern mehr in der Pyramide – oder eben doch.

So sagte er zum Beispiel bei seiner weltweiten Vortragstournee im Juni 2013 gegenüber dem Portal „LiveScience“, dass er glaube, dass „dass die Kammer des Cheops noch nicht entdeckt wurde und alle drei Kammern nur da sind, um die Diebe zu täuschen“. Seiner Meinung nach seien „die Schätze des Cheops (…) immer noch in der Großen Pyramide versteck“. Und das, obwohl er 1999 verkündete, er habe einen Schacht in Gizeh gefunden, den er für das Cheops-Grab hält, dass Herodot beschrieben hat: Ein tiefes System außerhalb der Pyramide mit einem Sarg auf einer Insel im See.

Damit ist das „Osiris-Grab“ weit abseits der Pyramide gemeint, durch das Zahi Hawass übrigens schon 4 Jahre zuvor ein NBC-Kamerateam führt. Dass dieses unterhalb der Cheops-Pyramide gefunden wurde, ist damit falsch. Ebenso falsch wie Hawass seine Aussage, er habe diese Entdeckung gemacht. Als „die aufregendste Entdeckung meines Lebens“. Denn das war der Ägyptologe Professor Dr. Selim Hassan, der das „Osiris-Grab“ schon bei seinen Grabungen in den Jahren 1933 und 1934 entdeckte und in „Excavations at Giza“ (vol. V: 1933-1934, Kairo 1944) dokumentierte.

Mehr dazu in diesem Artikel HIER.

9.:

Vor wenigen Jahren entdeckten Wissenschaftler mittels modernsten Technologien weitere Hohlräume im Pyramiden-Inneren. Vor allem eine große „Kammer“, die sie „Big Void“ nannten und sich oberhalb der Großen Galerie befindet. Dieser Hohlraum soll mindestens 40 Meter groß sein, wie es weitere Untersuchungen ergaben (zum Beispiel Video HIER). Zuvor sprach noch von 30 Metern. Auch nahe dem Eingang fanden die Forscher durch den Scan von kosmischen Teilchen, den Myonen, eine weitere „Anomalie“. Also einen Hohlraum.

Ob diese „Höhlungen“ als ein Ganzes zusammenhängen, ist noch nimmer unklar. Denn dann wurde es still um diese ausgesprochen spannenden Entdeckungen und die Forschungen wurden eingestellt.

Das stimmt so nicht. Unlängst wurde ein erweitertes Projekt vorgestellt, dass die vorherigen Untersuchungen nicht nur ergänzen soll. Vielmehr soll es 100fach genauerer Ergebnisse liefern als die bisherigen Daten. Somit können man auch genau feststellen, was sich im Inneren der mutmaßlichen Geheimkammern befindet und ob diese Hohlräume als absichtliche Kammern gebaut wurden. Diese Forschung geht damit tatsächlich (irgendwann) weiter.

Die Ergebnisse durch die lang andauernden Scans und Datenauswertungen werden aber wohl einige Jahre auf sich warten lassen, wie in diesem Video HIER berichtet.

10.:

Immer wieder wird behauptet, dass die Cheops-Pyramide aus perfekten Steinen gebaut wurde. Millimetergenau bearbeitet und Tonnen schwer wären diese Bausteine gewesen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Die einzelnen Bausteine der Pyramide sind verschieden groß und im Inneren findet sich sogar „Bauschutt“ und einfacher Bruchstein als Füllmaterial. Teilweise kann man in die Fugen gleich sein ganzes Bein hineinstecken. Auch vor Ort kann man sehen, wo diese weichen Kalksteine zum Teil abgebaut wurden.

Wie sie oft ist das aber wieder nur die halbe Wahrheit.

Denn es gibt riesige Blöcke aus hartem Granit, die perfekt bearbeitet und verlegt wurden. Es sind im Vergleich zwar nur verschwindet wenige – aber dafür um ein vielfaches beeindruckender. Diese befinden sich beispielsweise als Bausteine der Königskammer und wiegen bis über 70 Tonnen. Ebenfalls finden sich im direkten Umfeld der Pyramide solche Steine in kleineren Versionen. Doch vor allem nahe der Sphinx sind diese in den Resten des dortigen Tempels zu bestaunen. Also weit abseits der Großen Pyramide und damit auch nicht ein Teil von ihr.

Hier sieht selbst der Tourist, dass die dortigen Granitblöcke quasi ohne Fugen und perfekt verbaut wurden. Hier wird gerne darauf verwiesen, dass die Blöcke so haarfein voneinander getrennt wurden, dass einzelne Kristalle im Inneren dabei durchtrennt wurden. Vor allem Dr. Hans Jelitto machte darauf durch fotografische Vergrößerungen aufmerksam (mehr dazu HIER). Was bei diesen Schnitten „ohne Materialverlust“ (Bild) aber fast kaum beachtet wird:

Wie konnten die Baumeister nach Schnitten im Bereich von Zehntel Millimetern diese Tonnen schweren Steine dann so exakt wieder zusammensetzten, dass die durchtrennten Granitkörner wieder aufeinander liegen?

Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie von Lars A. Fischinger, Teil #3: MÄRCHEN AUS 1001 NACHT?

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Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien - Artikel-Serie Teil #3: Märchen aus 1001 Nacht?
Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie Teil #3: Märchen aus 1001 Nacht?

Die Cheops-Pyramide von Gizeh – Das letzte und zugleich älteste Weltwunder der Antike, wie es immer wieder gerne betont wird. Ein Bauwerk, das seit rund 4.500 Jahren die Menschen in ihren Bann zieht. Dabei ist eine jener Fragen, die der Pyramide des Cheops immer wieder gestellt werden, jene nach er Mumie des Pharao und der erster Öffnung des Monumentes durch den Kalifen Al-Mamun im Jahre 832. Auf Grundlage einer früheren Veröffentlichung von mir soll in dieser Artikel-Serie der Spur der Plünderung(en) der Cheops-Pyramide, den Funden des Al-Mamun und seiner Entdeckungen genauer nachgegangen werden. Dabei ergeben sich – wie so oft in der Mystery-Forschung – neue Fragen auf alte Antworten …

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Einleitung

Pyramiden gibt es in Ägypten wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Doch gerade und vor allem die Pyramide von Pharao Cheops (ca. 2620 bis 2580 vor Christus) aus der 4. Dynastie (2639 bis 2504 vor Christus) in Gizeh nahe Kairo erregt bis heute die Aufmerksamkeit zahllose Touristen und Autoren. (K)ein Wunder: ist sie doch mit ihren einst fast 147 Metern Höhe und einer Länger an der Basis von rund 230 Metern die größte Pyramide der Erde. Die Bauarbeiter des Königs türmten zu seinen Ehren unzählige Steinblöcke in den Himmel. Und so entstand ein Bauwerk, das nicht nur durch seine Wucht und Größe fasziniert, sondern auch vielen Autoren der Grenzwissenschaft durch ihre Rätsel und weiterhin offenen Fragen.

Gerne wird die Pyramide des Cheops als Monument aus fernen Tagen vor einer Sintflut gehandelt. Als eine Art „Wissensspeicher“ oder eine Art „kosmischer Plan“ für das Wissen der Menschheit. Eine „Zeitkapsel“, die die Weisheiten jener Menschen erhalten und schützen sollte, die vor der großen Sintflut bzw. vor Jahrtausenden lebten. Folglich ein Bauwerk, dass die Geheimnisse einer verborgenen Welt enthält. Vielleicht sogar von Atlantis. Eindeutige Beweise für diese Ideen gibt es keine.

Mehr als sonderbar und mysteriös ist, dass nie eine Mumie im Inneren der Steinberges entdeckt worden sein soll. Als das gewaltige Monument vor fast 1.200 Jahren erstmals durch einen Kalifen geöffnet wurde – war es vollkommen leer, wie es heißt.

Auf Grundlage meines Buches „Verbotene Geschichte“ (2010) und eines einstigen E-Book zum Thema soll in dieser kleinen Artikel-Serie speziell genau diesem Mysterium der Cheops-Pyramide nachgegangen werden. Fragen nach der Plünderung der Pyramide werden ebenso dargelegt, wie arabische Überlieferungen über die Öffnung des Bauwerkes sowie die Widersprüche, die sich daraus ergeben. Ebenso eine Spur, wo der mutmaßlich innere Sarkophag einer offenbar tatsächlich gefunden Mumie letztlich gelandet ist.

Alte Fragen, die durch ihre Antworten neue Fragen ergeben.

Zum Abschluss der Reihe plane ich als 5. Teil eine Zusammenfassung in einem YouTube-Video auf meinem Grenzwissenschaft-Channel „Ancient Aliens & Mystery Files“.

Bleibt also neugierig!

 

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien

Teil #3: Märchen aus 1001 Nacht?

 

Der Schacht des Kalifen Al-Mamun aus dem 9. Jahrhundert, der heute die Besucher in die Cheops-Pyramide führt (Bild: L. A. Fischinger)
Der Schacht des Kalifen Al-Mamun aus dem 9. Jahrhundert, der heute die Besucher in die Cheops-Pyramide führt (Bild: L. A. Fischinger)

Die Annahme, dass die Pyramide erstmals 832 aufgebrochen wurde und dabei rein gar nichts enthielt, ist also unzutreffend. Das wissen wir nun. Wessen Leiche Al-Mamun aber wirklich fand, ist und bleibt reine Spekulation. Pharao Cheops höchst selbst wird es wohl kaum gewesen sein. Doch Überlegungen über den Verbleib einer möglichen echten Mumie des Cheops, sind ebenso spekulativ.

Doch schauen wir uns in dieser Artikel-Folge einmal an, was die alten Chronisten und Historiker dazu noch wussten. Oder gewusst haben wollen.

„Märchenonkel“ Herodot?

Hierbei wird oft an erster Stelle der schon legendäre Geschichtsschreiber Herodot von Halikarnass (490/480 bis 424 vor Christus) genannt. Ein griechischer Autor, der eine Art Weltgeschichte (die „Historien“) in mehreren Bänden verfasst hat. Aber auch ein Geschichtsschreiber, der als „Geschichtenerzähler“ verrufen war und ist und den der griechische Schriftsteller und Philosoph Plutarch (45 bis 125 nach Christus) sogar schlicht einen „Lügner“ nannte. Ein fraglos starker Vorwurf von Plutarch gegenüber eines seiner Vorgänger.

Der nicht minder bekannte Geschichtsschreiber Diodor von Sizilien (erste Hälfte des 1. Jahrhundert vor Christus) hielt ebenso nichts von den Schilderungen des Herodot. Nur „Wundermärchen und unterhaltende Dichtungen“ habe dieser überliefert, so sein Landsmann Diodor im 1. Buch seines 40 Bände umfassenden Geschichtswerk „Bibliothéke historiké“. Auch er zweifelte folglich an der Wahrhaftigkeit der Geschichtsschreibung durch Herodot.

Der Grieche Herodot war es übrigens auch, der den heute lange widerlegten aber weithin bekannten Mythos in die Welt setzte, dass ein Heer von 100.000 Sklaven die Cheops-Pyramide in 20 Jahren errichtet habe. Oder auch, so Herodot in Band 2 seiner „Historien“, dass Pharao Cheops „als er Geld brauchte, seine eigene Tochter in einem Bordell sitzen ließ und ihr auferlegte, eine gewisse Summe des Geldes (…) zu verdienen“.

Das Grab des Osiris von Gizeh: Wie Ägyptens letzter Pharao Zahi Hawass einen fast 100 Jahre alten Fund als seine Entdeckung präsentierte (Bild: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Das Grab des Osiris von Gizeh: Wie Ägyptens letzter Pharao Zahi Hawass einen fast 100 Jahre alten Fund als seine Entdeckung präsentierte (Bild: L. A. Fischinger)

Auch wenn damals wie heute Herodot als Erzähler von Fakt und Fiktion angesehen wurde und wird, sind seine Aussagen über die angebliche letzte Ruhestätte des Cheops sehr weit verbreitet. Herodot notierte nämlich, dass die „Sklavenarbeiter“ des Pharao neben der eigentlichen Pyramide eine Reihe von geheimen unterirdischen Kammern oder Räumen anlegten und in einer dieser Gruften letztlich Cheops selber bestatte wurde. Folglich nicht in der „Königskammer“ der großen Pyramide, die dann eigentlich bei ihrer Versiegelung vor ca. 4.500 Jahren schlicht leer gewesen sein sollte. Zumindest bis jemand den von Al-Mamun entdeckten Verstorbenen dort bestattete.

Im Zusammenhang mit dieser versteckten Grabkammer des Cheops wird vielfach das unterirdische „Osiris-Grab“ genannt. Diese unterirdische Anlage befindet sich zwischen der Pyramide des Chephren und der Sphinx auf dem Plateau von Gizeh. Darüber habe ich an anderer Stelle in einem YouTube-Video berichtet.

Verschwommene Erinnerungen?

Interessant ist aber, was der Herodot-Kritiker Diodor von Sizilien selber zu den Pyramiden von Gizeh schreibt. Etwa um das Jahr 50 vor Christus reiste Diodor durch Ägypten und sammelte dabei auch Informationen über die Cheops-Pyramide. Und so berichtet auch er selbst zum Beispiel, dass Cheops tatsächlich nicht in der Pyramide mit seinem Namen begraben wurde, sondern in einem geheimen Versteck. Ähnliches also wie sein Vorgänger Herodot. Als Grund für diese Form des Begräbnisses des Königs führt Diodor aus, dass er die Rache der von ihm versklavten Bauarbeiter bzw. Bevölkerung befürchtet habe. Auch sein Nachfolger Pharao Chephren sei auf diese Weise und genau aus demselben Grund versteckt bestattet worden. Das klingt erst mal spannend. Aber schaut man sich weitere Angaben von Diodor zur Cheops-Pyramide an, so zeigt sich sehr schnell, dass ihm in Ägypten wohl jeder Mensch eine andere Story aufgetischt hat.

So nennt Diodor als Bauherren der großen Pyramide auch einen ganz anderen und unbekannten Herrscher, der „Harmais“ geheißen haben soll. Ein solcher König ist in Ägypten aber unbekannt. Wohl aber ist der sehr ähnliche Name „Harmachis“ geläufig und auch der Sphinx wurde einst „Harmachis-Chepre-Re-Atum“ genannt. Harmachis ist jedoch eine Gottheit, die seit der 18. Dynastie ab etwa 1550 vor Christus eine Form des bekannten Gottes Horus war. Hat also ein Gott mit Falkenkopf die Pyramide des Cheops gebaut?!

Bildnis des Pharao Amasis / Ahmose II. (Bild: L. A. Fischinger)
Bildnis des Pharao Amasis / Ahmose II. (Bild: L. A. Fischinger)

Auch für die Chephren-Pyramide nennt Diodor einen weiteren Baumeister. Und auch dieser lässt sich nicht mit seinen Angaben über „Geheimgräber“ von Cheops und Chephren in Einklang bringen. So überliefert der Geschichtsschreiber, dass ein Pharao mit dem Namen Amasis der wahre Bauherr der Chephren-Pyramide von Gizeh war. Diesen Pharao wiederum hat es tatsächlich gegeben, auch wenn er rund 2.000 Jahre nach dem Bau der großen Pyramiden lebte.

Es handelt sich dabei um den Pharao Ahmose II. (570 bis 526 vor Christus), den Diodor als Herrscher von „außergewöhnlicher Klugheit und in seinem Charakter maßvoll und gerecht“ lobt. Pharao Ahmose II. könnte dennoch tatsächlich etwas mit den Pyramiden zu tun gehabt haben. Seine Herrschaft fiel in die 26. Dynastie des Pharaonenreiches, die uns im 1. Teil bereits begegnete. Das ist genau jene Saiten-Dynastie, die für Umbauten und Restaurationen an den Pyramiden von Gizeh und anderen Monumenten verantwortlich war …

Sollte vielleicht sogar Pharao Ahmose II. jene Mumie gewesen sein, die Al-Mamun 832 in der Cheops-Pyramide entdeckt hat? Auch das ist wieder fragwürdig, da dieser Herrscher fast exakt 1.350 Jahre vor den Entdeckungen des Kalifen starb. Vielmehr scheint es so, als habe Diodor hier eine verschwommene Erinnerung an die 26. Dynastie von seinen einheimischen Informanten erzählt bekommen.

Das zeigt sich auch bei seiner Angabe, dass die ungeheure Anzahl von 360.000 Menschen über 20 Jahre mit dem Bau der Cheops-Pyramide beschäftigt war. Ein Arbeiterheer, für das nicht einmal Platz auf dem Gizeh-Plateau ist, und das sich permanent auf die Füße getreten wäre.

Zurück zum „Hitat“

Teilansicht der sog. "unvollendeten Grabkammer" tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: W.-J. Langbein)
Teilansicht der sog. „unvollendeten Grabkammer“ tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: W.-J. Langbein)

Natürlich enthält auch das „Hitat“, das in der vorherigen Artikel-Folge umfangreich zu Wort kam, selbst zahllose Angaben über die Cheops-Pyramide und andere ihrer Art. Vielfach sind es dabei Wiederholung, Erzählungen der ägyptischen Kopten oder auch Lobeshymnen an die prachtvolle Architektur der Monumente. Ebenso die Erwähnungen von Inschriften an den Außenverkleidungen der Pyramiden und auch Aussagen über eine Sintflut.

Bei der Suche nach dem verschollenen Pharao Cheops muss der Vollständigkeit halber aber erneut der Chronist al Kaisi erwähnt werden. Das war jener Autor aus Teil 2, der noch im Jahr 1133 die „Götzenstatue“ aus der Cheops-Pyramide gesehen haben will. Doch er will noch weit mehr gesehen haben – sehr viel mehr.

So schildert al Kaisi neben den Entdeckungen von Al-Mamun auch seine eigenen persönlichen Erkundungen in der großen Pyramide. Bei diesen stieß er auf „ein großes gewölbtes Gemach, dessen Basis ein Viereck bildet“ und dessen Decke rund gewesen sei. Bei genauerer Betrachtung entdeckte er in diesem Raum noch weitere Stollen und geheime Kammern, zu denen er schreibt:

In der Mitte befand sich ein viereckiger Brunnenschacht von 10 Ellen Tiefe. Steigt man in ihm herab, so entdeckt man auf jeder seiner vier Seiten eine Pforte, die zu einem großen Raum führt, in dem Leichname liegen, Söhne Adams. Sie sind mit einer großen Zahl von Leichentüchern bedeckt. Auf jedem liegen mehr als 100 Tücher, die durch die lange Zeit morsch und schwarz geworden sind. Ihre Leiber gleichen den unseren (…). Von ihren Körpern und ihrem Haar ist nichts abgefallen. Kein Greis, keiner dessen Haar weiß ist, befindet sich unter ihnen. (…) Aber sie haben sehr an Gewicht verloren, schließlich sind sie infolge der langen Zeit wie welke Blätter und sonstiger Abfall geworden.

In diesem Brunnenschacht sind vier mit Leichnamen angefüllte Räume.“

Video: Das Mysterium des „Osiris-Grab“ von Gizeh – Ein See und unerforschte Tunnel unter der Pyramide des Cheops?(Bilder: L. A. Fischinger / NSA/JPL)
VIDEO: Das Mysterium des „Osiris-Grab“ von Gizeh – Ein See und unerforschte Tunnel unter der Pyramide des Cheops? (Bilder: L. A. Fischinger / NSA/JPL)

Das sind nicht nur ganz erstaunliche Aussage des angeblichen Augenzeugen, sondern zugleich sehr sonderbare. Beschrieben wird hier eindeutig die „unvollendete Grabkammer“ 30 Meter unter der Cheops-Pyramide und der darin senkrecht nach unten verlaufende Schacht. Denn diesen gibt es wirklich, und der bereits der britische Pyramiden-Entdecker John Shae Perring, ein Kollege des Howard Vyse aus dem 1. Artikel-Teil, und der Entdecker einer nach ihm bekannten „Entlastungskammer“ in der Cheops-Pyramide, untersuchte diesen Schacht. Perring kam dabei bis in eine Tiefe von 11 Metern herunter.

Alles Märchen?

Obwohl die Ägyptologie selber uneins ist, was es mit dieser Felsenkammer genau auf sich hat, sind solche Kammern am Ende des dortigen „Blindschacht“ laut Archäologie-Meinung vollkommen unbekannt. Der Archäologe und einstige Leiter des „Deutschen Archäologischen Institut“ in Kairo, Rainer Stadelmann, glaubt sogar, dass der senkrechte Schacht überhaupt nicht von den Pharaonen stammt. In seinem Buch „Die ägyptischen Pyramiden“ (1991) schreibt er:

„(Ich halte den Schacht) für eine vergebliche Bohrung spätzeitlicher Schatzsucher, vielleicht angeregt durch Geschichten, die man zu Zeiten Herodots von den unterirdischen Räumen erfunden hat.

Stadelmann bezieht sich hier auf die Geschichte des „Osiris-Grab“ bzw. die Erzählung, dass Cheops auf einer „Insel“ unter der Pyramide selber bestatte wurde. Also wäre – zumindest nach dieser archäologischen Spekulation! – der senkrechte Schacht der Felsenkammer kein Relikte aus der Bauzeit der Cheops-Pyramide …

Es wurde und wird zwar in der Mystery-Literatur immer mal wieder spekuliert, ob es dort solche Räume gibt, aber offiziell gibt es sie nicht. Im 12. Jahrhundert zumindest will al Kaisi diese Geheimkammern nicht nur persönlich betreten, sondern dort auch Mumien gefunden haben.

Teilansicht der sog. "unvollendeten Grabkammer" tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: gemeinfrei)
Teilansicht der sog. „unvollendeten Grabkammer“ tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: gemeinfrei)

Ein Märchen aus 1001 Nacht, wie durchaus nicht wenige Aussagen des „Hitat“? Oder werden hier die Berichte der alten Autoren mit zweierlei Maß bewertet?

Mein Autoren-Freund und -Kollege Andreas von Rétyi soll an dieser Stelle stellvertretend für eine Vielzahl an „grenzwissenschaftlichen Autoren“ genannt werden, denen der „Brunnenschacht“ tief unter der großen Pyramiden nicht ganz geheuer ist. So berichtet er in seinem Buch „Geheimakte Gizeh-Plateau“ (2005), was ihm bei seinen Besuchen in der unterirdischen Kammer aufgefallen ist. So schreibt von Rétyi, dass in diesem seltsamen Schacht offenbar Ausgrabungen oder andere Arbeiten stattfanden, die anschließend „getarnt“ wurden.

Hierzu erklärt von Rétyi weiter, dass der eigentlich sehr tiefe Schacht bei einem Besuch von ihm nur vier Wochen später scheinbar mit Sand aufgefüllt wurde. Wer sollte einen nach Meinung der Archäologie nicht geheimnisvollen senkrechten Schacht mit Tonnen von Sand zuschütten? Noch dazu in einer Kammer, in die der normale Besucher überhaupt nicht rein kommt? Von Rétyi glaubt weiter sogar, dass zwei von ihm in diesem „Tunnel“ entdeckte Metallstäbe, die aus dem Sand darin herausragen, eventuell eine Art „Hebelvorrichtung“ sein könnten:

Der senkrecht nach unten verlaufene Sacht in der Felsenkammer - nur ein Raubgräber-Tunnel? (Bild: Archiv E. v. Däniken)
Der senkrecht nach unten verlaufene Sacht in der Felsenkammer – nur ein Raubgräber-Tunnel? (Bild: Archiv E. v. Däniken)

Er (der Stab, Anm. LAF) diente natürlich als Henkel, an dem man sie Abdeckung per Flaschenzug nach oben heben kann. Schaut man genauer hin, fällt noch eine zweite Stange auf der anderen Seite auf.

Von wegen tonnenweise Sand. Lediglich eine dünne Schicht muss zur Tarnung drauf.

Auch wenn sich Jahrtausende nach dem Richtfest der Cheops-Pyramide darin ein Fremder bestatten ließ, bleiben Fragen zu den einzelnen Funden durch die Araber im 9. Jahrhundert offen. Sehen wir uns also in der nächsten Folge die Beschreibungen der einzelnen Entdeckungen/Artefakte aus dem „Hitat“ des vorherigen Artikel einmal im Detail an …

... und begeben uns in Teil 4 auf eine „Spurensuche“ nach diesen Funkstücken.

 

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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